Was Kunden wirklich wollen.

Warum Ideen und Zahlen in der Kreativwirtschaft
         kein Gegensatz sein müssen

           Reutlingen, 23. Oktober 2012




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Was Kunden wirklich wollen.

Warum Ideen und Zahlen in der Kreativwirtschaft
         kein Gegensatz sein müssen

           Reutlingen, 23. Oktober 2012




                   www.kunden-wissen.de           2
Impulsvortrag für die Kick-Off-
Veranstaltung des Netzwerks
Kreativwirtschaft der IHK Reutlingen



                               www.kunden-wissen.de
Die Kreativwirtschaft




                        www.kunden-wissen.de   4
5

Zwei Kulturen




       Kreative                     Erbsenzähler


                                                   5
                  www.kunden-wissen.de
Kreative: Freie Geister auf Ideensuche




    Kreativität auf Knopfdruck
    Werbung ist keine Kunst, sondern muss verkaufen
    Bei vielen Kreativen fehlt das Know-how aus BWL und Finanzen
    Charisma ersetzt oft Strategie



                             www.kunden-wissen.de                   6
Kühle Rechner bekommen mehr Macht




       Finanz-Leute und Controller haben heute das Sagen
       Entscheidungsschwäche, deshalb Suche nach Absicherung
       Information über Kommunikationserfolg (ROI Messung) unabdingbar
       Kreative Ideen müssen in die Sprache der Controller übersetzt werden



7                                www.kunden-wissen.de                          7
Nicht immer funktioniert die Kommunikation



                                           𝒏
                                                      𝒏𝒙
                                   𝟏+ 𝒙        = 𝟏+
                                                      𝟏!
                                     €                +
                                                        𝒏 𝒏− 𝟏 𝒙𝟐
                                                             𝟐!
                                                      + ⋯ 𝒙𝒚𝟐

                                     % $




                    www.kunden-wissen.de                            8
Unterschiedliche Sichtweisen, viele Meetings,
keine Entscheidung




                     www.kunden-wissen.de       9
Welche Instanz fällt ein salomonisches Urteil?




                      www.kunden-wissen.de       10
Wer ist der weise König Salomon im Marketing?


           Es ist nicht der Brand Manager
                    …nicht der CEO
             … nicht der Marktforscher

               ...sondern der Konsument!


Marktforschung ist nur das Medium, dass die Stimme des
Konsumenten hörbar macht.

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Die 4 P‘s im Marketing




            Plus 1 P = Planung

                    www.kunden-wissen.de   12
Die 4 M des Marketing

    •   Motivation
    •   Message
    •   Media
    •   Measurement


           Plus 1 M = Marktforschung


                    www.kunden-wissen.de   13
Doch es gibt Vorbehalte


• Sechs Mythen der
  Marktforschungs-
  Verächter…




                     www.kunden-wissen.de   14
Mythos 1#

„Marktforschung schießt
wirklich kreative Ideen ab.“

• Tatsächlich: Unternehmen, die ihre
  Werbung vorab testen, haben
  erfolgreichere Kampagnen.
• Nur der falsche Umgang mit
  Forschung behindert Kreativität.




                         www.kunden-wissen.de   15
Marktforschung und Straßenlaternen kann man nutzen...




                      www.kunden-wissen.de              16
Marktforschung und Straßenlaternen kann man nutzen...


...zum Abstützen...




                        www.kunden-wissen.de            17
Marktforschung und Straßenlaternen kann man nutzen...


...zum Abstützen...                    ...oder zur Erleuchtung




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Mythos 2#

„Den Erfolg von kreativen Maßnahmen kann man
nicht messen.“

• Tatsächlich: Man kann alles messen, wenn man die
  richtigen Ziele und Indikatoren bestimmt.




                        www.kunden-wissen.de         20
Ziele müssen SMART sein

S    Spezifisch = Ziele müssen eindeutig definiert sein
     (nicht vage, sondern so präzise wie möglich).

M    Messbar = Ziele müssen messbar sein
     (Messbarkeitskriterien).

A    Ausführbar (Erreichbar, Achievable) = Ziele müssen erreichbar sein

R    Relevant = Ziele müssen einen Mehrwert für das Unternehmen
     liefern

T    Terminierbar = zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe, bis
     wann das Ziel erreicht sein muss.
                            www.kunden-wissen.de                          21
Das Elefanten-Problem




                        www.kunden-wissen.de   22
Fünf Forscher untersuchen in einem dunklen Raum einen Elefanten




                              www.kunden-wissen.de                23
Werbewirkungs-Indikatoren
                                    Markenbekanntheit
                      Klickrate                                     Werbeerinnerung

     Leads
                                                                            Image

Suchanfragen



                                                                            Sympathie




 Social Media Posts
                                  Abverkäufe


                                                                    Weiterempfehlung
                                                      Kaufabsicht
               Marktanteile


                                    www.kunden-wissen.de                                24
Mythos 3#



„Konsumenten sagen nicht die Wahrheit.“

• Tatsächlich: Konsumenten sind voller Widersprüche.
• Nicht die Befragten geben uns die Lösung unserer
  Probleme, sondern die Analyse.




                         www.kunden-wissen.de          25
Die Aufgabe des Forschers: Den Konsumenten
verstehen




                    www.kunden-wissen.de     26
Moderations- undL Fragetechnik: Laddering

           Verbindet Produkteigenschaften mit Benefits und Werten

           • Eine Eigenschaft ist ein Besitz des Produktes
           • Ein Benefit ist, wie das Produkt für die Person ist
             (What`s in for me)
           • Ein Wert ist ein Bedürfnis, eine Zielvorstellung innerhalb
             der Person

           Wie Kinder fragen:
               „Du musst ins Bett“- „warum?“- „weil morgen Schule ist und Du
               Schlaf brauchst“- „warum?“- „weil Du, um gut in der Schule zu sein,
               ausgeschlafen sein musst“- „warum?“- „Weil Du gute Noten brauchst
               um auf die Universität gehen zu können“- „warum?“- „weil Du dann
               einen guten Beruf findest und für Dich sorgen kannst“- „warum?“ –
               „weil Du dann auch für mich sorgen kannst, wenn ich alt bin“



                         www.kunden-wissen.de                                        27
Consumer Insights anstatt Daten

„Consumer Insights sind Druckpunkte, deren Ansprache den
größten Lösungs- und Handlungsbedarf beim Verbraucher
auslösen.“
„Ein Consumer Insight ist die qualitative Beschreibung eines
Dilemmas, das mit dem Produkt oder der Dienstleistung
verbunden ist.“
Markus Küppers, RSG Consumer Insight GmbH

Beispiel für ein Insight:
Kinder mögen keinen Spargel!




                                                               28
Anwendung von Consumer Insights




                                  29
Mythos 4#

 „Marktforschung ist teuer, aufwendig und dauert
 lange.“

 • Tatsächlich: Bei vielen Entscheidungen fehlen Daten und
   Insights.
 • Also gibt es einen großen Bedarf für Ad-hoc-Forschung,
   aber…
    ...es ist kein Geld mehr vorhanden!
    ...die Zeit drängt!

 • Was kann man da machen? Es gibt drei Möglichkeiten...
                                                             30
1. Option: Geld beschaffen und die Studie
 durchführen!

• Die beste Option ist…
• Das notwendige Geld wird bereitgestellt und eine Ad hoc-
  Studie wird durchgeführt

• Doch dafür stehen die Chancen oft schlecht, weil...
   – ...das Forschungsbudget ist bereits langfristig verplant
   – ...existierende Tools sind nicht flexibel genug für das neue Problem
   – ...keine Man-Power in der Forschungsabteilung um das zusätzliche Projekt so schnell zu
     stemmen
   – …die Forscher bestehen auf komplexe und anspruchsvolle Untersuchungsdesigns (für die
     Zeit und Geld fehlt!)




                                                                                              31
2. Option: Vertrauen Sie Ihren Bauch!

• Die mitunter schlechteste Option: Es
  wird keine Forschung gemacht und aus
  dem Bauch heraus entschieden!

• “Right or wrong, the proof of the
  pudding will be in the eating.”

• Intuition liefert oft gute
  Entscheidungshilfe, aber nicht immer!
    – Problem: Wir verwechseln unsere Sicht
      der Welt mit denen der Konsumenten!




                                              32
3. Option: Machen Sie einfach eine Studie!

• Die pragmatischste Option:
• Führen Sie eine Studie durch, aber akzeptieren Sie
  Einschränkungen in der Komplexität der Studie
   – Die Forschung muss nicht perfekt sein, aber relevante Informationen liefern...
   – ...und zwar rechtzeitig!
   – Sie liefert den notwendigen Input für die anfallende Marketing-Entscheidung!

•
• „Nun ja, das hört sich doch sehr an nach...“



                                                                                      33
„Quick & Dirty“




                  34
„Quick & Relevant“ anstatt „Quick & Dirty“


                                  !


                                             35
Grundregeln für Quick & Relevant Research

  – Denken Sie problemorientiert, nicht projektorientiert
  – Involvieren Sie die tatsächlichen Entscheider, nicht nur die
    Informations-Sammler (Forscher)
  – Nutzen Sie einfache Untersuchungsansätze, die bei der
    Entscheidungsfindung helfen
  – Verbinden Sie die Vorteile von qualitativer und quantitativer
    Forschung – ohne auf zu hohe methodische Standards zu pochen
  – Verbinden Sie Ihre Ad-hoc-Forschung mit repräsentativen
    Datenquellen
  – Achten Sie auf Kosten und Timing
  – Schaffen Sie eine flexible, aber partnerschaftliche Zusammenarbeit
    von Forscher und Entscheider


                                                                         36
Mythos 5#

„Marktforschung ist nur für Endverbraucher-
Werbung relevant.“

• Tatsächlich: Entscheider sind Menschen. Menschen
  machen miteinander Geschäfte, nicht Unternehmen.




                                                     37
Der unsichere Entscheider

• Alte Wahrheiten funktionieren nicht mehr.
• Karriere ist nicht mehr linear und sicher.
• Technologien ändern sich.
• Das Angebot an Informationskanälen wird immer
  unübersichtlicher.
• Der Kaufprozess wird noch komplexer.




38                                                38
Der smarte Entscheider

• Lebenslanges Lernen ist keine Phrase.
• Informationen sind nicht mehr knapp und
  limitiert.
• Entscheidungen folgen nicht mehr entlang
  der herkömmlichen Hierarchien.

• Er ist…
• …besser informiert und anspruchsvoll.
• …nicht treu und unberechenbar.




39                                           39
Die drei Arten von Bedürfnissen


          Business                    Personal          Private Needs
           Needs                       Needs



      •   Was ist für die Firma   • Was ist für mein   • Was ist für mich
          / die Branche             persönliches         persönlich und
          wichtig?                  Fortkommen           meine Familie
                                    wichtig?             wichtig?
      •   Wie kann ich die
          richtigen               • Wie kann ich       • Gibt es ein Leben
          Entscheidungen            meinen Job           nach dem Job?
          treffen?                  besser machen?




 • Diese drei Bedürfnis-Sphären überschneiden sich stark


 40                                                                          40
Personal Needs

• Immer auf dem Laufenden bleiben: Trends!
• Work-Life-Balance verbessern
• Fit für die Globalisierung
   – = andere Kulturen verstehen
• Inspiration für innovative Ideen
• Das eigene Netzwerk erweitern
• Angrenzende Branchen verstehen (z.B. IT)
• Kunden besser verstehen
• Sich als Experte öffentlich profilieren

Chancen für relevanten Content = Informationen jenseits der
   reinen Produktkommunikation

                                                              41
Mythos 6#

„Marktforschung ist nur etwas für Profis.“

• Tatsächlich: Marktforschung ist auch eine Geisteshaltung.



        E.T.A. Hoffmann:
      Des Vetters Eckfenster

              1822


                                                              42
„Die erste Erfordernis fehlt Dir dazu…: nämlich ein Auge,
welches wirklich schaut.
Jener Markt bietet dir nichts dar als den Anblick eines
schlichten, sinnverwirrenden Gewühls des in
bedeutungsloser Tätigkeit bewegten Volks.
Hoho, mein Freund, mir entwickelt sich daraus die
mannigfachste Szenerie des bürgerlichen Lebens…“

E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 7




                                                            43
„Gut, Vetter, das Fixieren des
Blicks erzeugt das deutliche
Schauen.“

E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 8




                                                        44
„‘Dieser Markt‘, sprach der Vetter,
‚ist auch jetzt ein treues Abbild
des ewig wechselnden Lebens.‘“

E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 11




                                                         45
Ratschläge für Ihren Alltag

• Entwickeln Sie eine marktforscherische Geisteshaltung!
• Nutzen Sie Ihre Alltagserfahrung systematisch!
• Stellen Sie Warum-Fragen – immer!
• Geben Sie Darum-Antworten – trauen Sie sich!
• Lernen Sie so viel wie möglich über Methoden – aber
  diskutieren Sie nur im Notfall darüber!
• Beachten Sie die Quick & Relevant-Regeln!
• Erzählen Sie eine gute Geschichte!




                                                           46
Fazit: Kühles Rechnen für Freie Geister

• Marktforschung hilft Ihnen, die 4 Ms des Marketings zu
  verstehen.
• Consumer Insights können Kreativität fördern.
• Tests können kreative Arbeit verbessern.
• Erfolgskontrollen können den Wert kreativer Arbeit
  nachweisen.
• Marktforschung ist die Brücke zwischen Kreativen und
  Controllern.




                                                           47
Was Sie heute nicht erfahren haben, finden Sie hier…


                           Andreas Baetzgen (Hrsg.):
                           Brand Planning – Starke Strategien für
                             Marken und Kampagnen;
                           Stuttgart 2011,
                           Schäffer Poeschel Verlag,
                           386 Seiten,
                           ISBN: 978-3-7910-3115-6
                           Preis: 49,95 €




                                                                    48
www.kunden-wissen.de




dirkengel@live.de
Tel.: 069 – 48 00 26 29
                          49

Was Kunden wirklich wollen

  • 1.
    Was Kunden wirklichwollen. Warum Ideen und Zahlen in der Kreativwirtschaft kein Gegensatz sein müssen Reutlingen, 23. Oktober 2012 www.kunden-wissen.de 1
  • 2.
    Was Kunden wirklichwollen. Warum Ideen und Zahlen in der Kreativwirtschaft kein Gegensatz sein müssen Reutlingen, 23. Oktober 2012 www.kunden-wissen.de 2
  • 3.
    Impulsvortrag für dieKick-Off- Veranstaltung des Netzwerks Kreativwirtschaft der IHK Reutlingen www.kunden-wissen.de
  • 4.
    Die Kreativwirtschaft www.kunden-wissen.de 4
  • 5.
    5 Zwei Kulturen Kreative Erbsenzähler 5 www.kunden-wissen.de
  • 6.
    Kreative: Freie Geisterauf Ideensuche  Kreativität auf Knopfdruck  Werbung ist keine Kunst, sondern muss verkaufen  Bei vielen Kreativen fehlt das Know-how aus BWL und Finanzen  Charisma ersetzt oft Strategie www.kunden-wissen.de 6
  • 7.
    Kühle Rechner bekommenmehr Macht  Finanz-Leute und Controller haben heute das Sagen  Entscheidungsschwäche, deshalb Suche nach Absicherung  Information über Kommunikationserfolg (ROI Messung) unabdingbar  Kreative Ideen müssen in die Sprache der Controller übersetzt werden 7 www.kunden-wissen.de 7
  • 8.
    Nicht immer funktioniertdie Kommunikation 𝒏 𝒏𝒙 𝟏+ 𝒙 = 𝟏+ 𝟏! € + 𝒏 𝒏− 𝟏 𝒙𝟐 𝟐! + ⋯ 𝒙𝒚𝟐 % $ www.kunden-wissen.de 8
  • 9.
    Unterschiedliche Sichtweisen, vieleMeetings, keine Entscheidung www.kunden-wissen.de 9
  • 10.
    Welche Instanz fälltein salomonisches Urteil? www.kunden-wissen.de 10
  • 11.
    Wer ist derweise König Salomon im Marketing? Es ist nicht der Brand Manager …nicht der CEO … nicht der Marktforscher ...sondern der Konsument! Marktforschung ist nur das Medium, dass die Stimme des Konsumenten hörbar macht. www.kunden-wissen.de 11
  • 12.
    Die 4 P‘sim Marketing Plus 1 P = Planung www.kunden-wissen.de 12
  • 13.
    Die 4 Mdes Marketing • Motivation • Message • Media • Measurement Plus 1 M = Marktforschung www.kunden-wissen.de 13
  • 14.
    Doch es gibtVorbehalte • Sechs Mythen der Marktforschungs- Verächter… www.kunden-wissen.de 14
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    Mythos 1# „Marktforschung schießt wirklichkreative Ideen ab.“ • Tatsächlich: Unternehmen, die ihre Werbung vorab testen, haben erfolgreichere Kampagnen. • Nur der falsche Umgang mit Forschung behindert Kreativität. www.kunden-wissen.de 15
  • 16.
    Marktforschung und Straßenlaternenkann man nutzen... www.kunden-wissen.de 16
  • 17.
    Marktforschung und Straßenlaternenkann man nutzen... ...zum Abstützen... www.kunden-wissen.de 17
  • 18.
    Marktforschung und Straßenlaternenkann man nutzen... ...zum Abstützen... ...oder zur Erleuchtung www.kunden-wissen.de 18
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    Mythos 2# „Den Erfolgvon kreativen Maßnahmen kann man nicht messen.“ • Tatsächlich: Man kann alles messen, wenn man die richtigen Ziele und Indikatoren bestimmt. www.kunden-wissen.de 20
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    Ziele müssen SMARTsein S Spezifisch = Ziele müssen eindeutig definiert sein (nicht vage, sondern so präzise wie möglich). M Messbar = Ziele müssen messbar sein (Messbarkeitskriterien). A Ausführbar (Erreichbar, Achievable) = Ziele müssen erreichbar sein R Relevant = Ziele müssen einen Mehrwert für das Unternehmen liefern T Terminierbar = zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss. www.kunden-wissen.de 21
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    Das Elefanten-Problem www.kunden-wissen.de 22
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    Fünf Forscher untersuchenin einem dunklen Raum einen Elefanten www.kunden-wissen.de 23
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    Werbewirkungs-Indikatoren Markenbekanntheit Klickrate Werbeerinnerung Leads Image Suchanfragen Sympathie Social Media Posts Abverkäufe Weiterempfehlung Kaufabsicht Marktanteile www.kunden-wissen.de 24
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    Mythos 3# „Konsumenten sagennicht die Wahrheit.“ • Tatsächlich: Konsumenten sind voller Widersprüche. • Nicht die Befragten geben uns die Lösung unserer Probleme, sondern die Analyse. www.kunden-wissen.de 25
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    Die Aufgabe desForschers: Den Konsumenten verstehen www.kunden-wissen.de 26
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    Moderations- undL Fragetechnik:Laddering Verbindet Produkteigenschaften mit Benefits und Werten • Eine Eigenschaft ist ein Besitz des Produktes • Ein Benefit ist, wie das Produkt für die Person ist (What`s in for me) • Ein Wert ist ein Bedürfnis, eine Zielvorstellung innerhalb der Person Wie Kinder fragen: „Du musst ins Bett“- „warum?“- „weil morgen Schule ist und Du Schlaf brauchst“- „warum?“- „weil Du, um gut in der Schule zu sein, ausgeschlafen sein musst“- „warum?“- „Weil Du gute Noten brauchst um auf die Universität gehen zu können“- „warum?“- „weil Du dann einen guten Beruf findest und für Dich sorgen kannst“- „warum?“ – „weil Du dann auch für mich sorgen kannst, wenn ich alt bin“ www.kunden-wissen.de 27
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    Consumer Insights anstattDaten „Consumer Insights sind Druckpunkte, deren Ansprache den größten Lösungs- und Handlungsbedarf beim Verbraucher auslösen.“ „Ein Consumer Insight ist die qualitative Beschreibung eines Dilemmas, das mit dem Produkt oder der Dienstleistung verbunden ist.“ Markus Küppers, RSG Consumer Insight GmbH Beispiel für ein Insight: Kinder mögen keinen Spargel! 28
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    Mythos 4# „Marktforschungist teuer, aufwendig und dauert lange.“ • Tatsächlich: Bei vielen Entscheidungen fehlen Daten und Insights. • Also gibt es einen großen Bedarf für Ad-hoc-Forschung, aber… ...es ist kein Geld mehr vorhanden! ...die Zeit drängt! • Was kann man da machen? Es gibt drei Möglichkeiten... 30
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    1. Option: Geldbeschaffen und die Studie durchführen! • Die beste Option ist… • Das notwendige Geld wird bereitgestellt und eine Ad hoc- Studie wird durchgeführt • Doch dafür stehen die Chancen oft schlecht, weil... – ...das Forschungsbudget ist bereits langfristig verplant – ...existierende Tools sind nicht flexibel genug für das neue Problem – ...keine Man-Power in der Forschungsabteilung um das zusätzliche Projekt so schnell zu stemmen – …die Forscher bestehen auf komplexe und anspruchsvolle Untersuchungsdesigns (für die Zeit und Geld fehlt!) 31
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    2. Option: VertrauenSie Ihren Bauch! • Die mitunter schlechteste Option: Es wird keine Forschung gemacht und aus dem Bauch heraus entschieden! • “Right or wrong, the proof of the pudding will be in the eating.” • Intuition liefert oft gute Entscheidungshilfe, aber nicht immer! – Problem: Wir verwechseln unsere Sicht der Welt mit denen der Konsumenten! 32
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    3. Option: MachenSie einfach eine Studie! • Die pragmatischste Option: • Führen Sie eine Studie durch, aber akzeptieren Sie Einschränkungen in der Komplexität der Studie – Die Forschung muss nicht perfekt sein, aber relevante Informationen liefern... – ...und zwar rechtzeitig! – Sie liefert den notwendigen Input für die anfallende Marketing-Entscheidung! • • „Nun ja, das hört sich doch sehr an nach...“ 33
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    „Quick & Relevant“anstatt „Quick & Dirty“ ! 35
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    Grundregeln für Quick& Relevant Research – Denken Sie problemorientiert, nicht projektorientiert – Involvieren Sie die tatsächlichen Entscheider, nicht nur die Informations-Sammler (Forscher) – Nutzen Sie einfache Untersuchungsansätze, die bei der Entscheidungsfindung helfen – Verbinden Sie die Vorteile von qualitativer und quantitativer Forschung – ohne auf zu hohe methodische Standards zu pochen – Verbinden Sie Ihre Ad-hoc-Forschung mit repräsentativen Datenquellen – Achten Sie auf Kosten und Timing – Schaffen Sie eine flexible, aber partnerschaftliche Zusammenarbeit von Forscher und Entscheider 36
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    Mythos 5# „Marktforschung istnur für Endverbraucher- Werbung relevant.“ • Tatsächlich: Entscheider sind Menschen. Menschen machen miteinander Geschäfte, nicht Unternehmen. 37
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    Der unsichere Entscheider •Alte Wahrheiten funktionieren nicht mehr. • Karriere ist nicht mehr linear und sicher. • Technologien ändern sich. • Das Angebot an Informationskanälen wird immer unübersichtlicher. • Der Kaufprozess wird noch komplexer. 38 38
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    Der smarte Entscheider •Lebenslanges Lernen ist keine Phrase. • Informationen sind nicht mehr knapp und limitiert. • Entscheidungen folgen nicht mehr entlang der herkömmlichen Hierarchien. • Er ist… • …besser informiert und anspruchsvoll. • …nicht treu und unberechenbar. 39 39
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    Die drei Artenvon Bedürfnissen Business Personal Private Needs Needs Needs • Was ist für die Firma • Was ist für mein • Was ist für mich / die Branche persönliches persönlich und wichtig? Fortkommen meine Familie wichtig? wichtig? • Wie kann ich die richtigen • Wie kann ich • Gibt es ein Leben Entscheidungen meinen Job nach dem Job? treffen? besser machen? • Diese drei Bedürfnis-Sphären überschneiden sich stark 40 40
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    Personal Needs • Immerauf dem Laufenden bleiben: Trends! • Work-Life-Balance verbessern • Fit für die Globalisierung – = andere Kulturen verstehen • Inspiration für innovative Ideen • Das eigene Netzwerk erweitern • Angrenzende Branchen verstehen (z.B. IT) • Kunden besser verstehen • Sich als Experte öffentlich profilieren Chancen für relevanten Content = Informationen jenseits der reinen Produktkommunikation 41
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    Mythos 6# „Marktforschung istnur etwas für Profis.“ • Tatsächlich: Marktforschung ist auch eine Geisteshaltung. E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster 1822 42
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    „Die erste Erfordernisfehlt Dir dazu…: nämlich ein Auge, welches wirklich schaut. Jener Markt bietet dir nichts dar als den Anblick eines schlichten, sinnverwirrenden Gewühls des in bedeutungsloser Tätigkeit bewegten Volks. Hoho, mein Freund, mir entwickelt sich daraus die mannigfachste Szenerie des bürgerlichen Lebens…“ E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 7 43
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    „Gut, Vetter, dasFixieren des Blicks erzeugt das deutliche Schauen.“ E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 8 44
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    „‘Dieser Markt‘, sprachder Vetter, ‚ist auch jetzt ein treues Abbild des ewig wechselnden Lebens.‘“ E.T.A. Hoffmann: Des Vetters Eckfenster; Reclam, S. 11 45
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    Ratschläge für IhrenAlltag • Entwickeln Sie eine marktforscherische Geisteshaltung! • Nutzen Sie Ihre Alltagserfahrung systematisch! • Stellen Sie Warum-Fragen – immer! • Geben Sie Darum-Antworten – trauen Sie sich! • Lernen Sie so viel wie möglich über Methoden – aber diskutieren Sie nur im Notfall darüber! • Beachten Sie die Quick & Relevant-Regeln! • Erzählen Sie eine gute Geschichte! 46
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    Fazit: Kühles Rechnenfür Freie Geister • Marktforschung hilft Ihnen, die 4 Ms des Marketings zu verstehen. • Consumer Insights können Kreativität fördern. • Tests können kreative Arbeit verbessern. • Erfolgskontrollen können den Wert kreativer Arbeit nachweisen. • Marktforschung ist die Brücke zwischen Kreativen und Controllern. 47
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    Was Sie heutenicht erfahren haben, finden Sie hier… Andreas Baetzgen (Hrsg.): Brand Planning – Starke Strategien für Marken und Kampagnen; Stuttgart 2011, Schäffer Poeschel Verlag, 386 Seiten, ISBN: 978-3-7910-3115-6 Preis: 49,95 € 48
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