Institut für Fernstudien und Didaktische EntwicklungIFDE
Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein
LERNEN MIT LERNMANAGEMENTSYSTEMEN (LMS)
Interaktive und kooperative Tools
1
Lehrveranstaltung ES4R5M22-4
Johannes Maurek, MA MSc
Just be! Early Childhood Education:inspirations for life.s Fotos
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Bildung im MA, ein Privileg für wenige
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Lernmanagementsystem (Lernplattform)
Was ist das?
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Lernmanagementsysteme sind Software-Systeme für
die Verwaltung und Organisation von On- und Offline-
Lernaktivitäten („Blended-Learning“). Sie halten
Werkzeuge zur Kommunikation, Koordination und zur
Beurteilung von Lernprozessen bereit.
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Lernmanagementsystem (Lernplattform)
Wozu das alles?
4
• Sammlung von Lernunterlagen an einem zentralen Ort
• Orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Information
• Differenzierter Zugriff auf Lernunterlagen über flexible
Berechtigungssysteme
• Sammlung und Speicherung von Arbeitsergebnissen und
Lernleistungen
• Virtuelle Abbildung von Formen der Lernorganisation (Klassen
bzw. Gruppen)
• Bereitstellung leistungsfähiger Kommunikationswerkzeuge
• Ermöglichung komplexer, individualisierter Lerndesigns
(Lernpfade)
• Ermöglichung nachvollziehbarer und transparenter
Beurteilungsprozesse
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Lernmanagementsystem (Lernplattform)
Merkmale
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• Modalität (Schrift, gesprochene Sprache, Bilder, Musik...)
• Adaptivität (Vorwissen, Lernstrategien, Anspruchsniveaus)
• Interaktivität (Bildungsprozesse zwischen Individuum und
Gruppe sowie zwischen Individuum und Soft-/Hardware)
• Distribution (Bereitstellung von Information)
• Kollaboration (gemeinsame Aufgabenbearbeitung, kritische
Reflexion, diskursive Bildungsprozesse)
• Rollenflexibilität (Dynamischer Rollenwechsel zwischen,
TeilnehmerInnen, InitiatorInnen und Coaches/TrainerInnen)
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Lernmanagementsystem (Lernplattform)
Funktionen
6
• Werkzeuge für das Lerndesign (Zusammenstellung von
Lerninhalten und Angebote verschiedener Bearbeitungswege,
adaptives Lernen)  Anspruch an LehrerIn
• Kommunikationswerkzeuge (synchrone/asynchrone
Kommunikationsformen)
• Tutorenwerkzeuge (Lernorganisation, Feedback- und
Beurteilungskultur)
• Studentenwerkzeuge (Abläufe, Terminorganisation,
Annotationen und Weiterbearbeitung von Lernmaterial)
• Benutzeradministration (Kursregistrierung,
Arbeitsorganisation, Gruppenbildung, Monitoring, Learning-
Analytics)
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Faktoren für die Lernwirksamkeit von
Lernmanagementsystemen
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Lernen mit Technologien: Der Traum
des Comenius?
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Ziel aller Pädagogik:
Ein Lernen, bei dem “die Lehrer weniger
zu lehren brauchen, die Schüler dennoch
mehr lernen; in den Schulen weniger
Lärm, Überdruss und unnütze Mühe
herrsche, dafür mehr Freiheit,
Vergnügen und wahrhafter Fortschritt...”
[1]
Johann Amos Comenius 1592 - 1670
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Optimierungsbestrebungen
12
Die erste bekannte Lernmaschine wurde
1588 vom italienischen Ingenieur Agostino
Ramelli für den französischen König
entwickelt.
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Weitere Optimierungsbestrebungen
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...in Form des „individualisierten“ Unterrichts ...oder als Lernplattform
Der Nürnberger Trichter als vermeintliche
bildungstechnologische Innovation trat über die
Jahrhunderte in verschiedenen Formen auf.
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Weitere Optimierungsbestrebungen der
Neuzeit
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Lehren und Lernen mit Technologien
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Simulationen
Newsforen
Internet Mail
TechnologiegestütztesLehrenund
Lernen
eLearning
(oft verstanden als Fernlehr-
oder Telelernszenarien)
Digital gestütztes Lernen
(Lernen mit „neuen Medien“ /
Medienpädagogik)
IWB
Technologiegestütztes Lernen
Technologien unterstützten
Lernprozesse
eLearning
Computer in Netzwerken
unterstützen individuelle und
kollaborative Lernprozesse
Lernen mit neuen Medien
Informationen aus neuen Medien
unterstützen / ermöglichen
Lernprozesse
(Angelehnt an Anja Lorenz:
Url: http://bit.ly/1AKhYe0 )
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LMS können den Lernprozess an
verschiedenen Punkten unterstützen
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(Quelle: Ebner, Martin: Flickr, https://www.flickr.com/photos/mebner/5732684145/ )
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Mehrwert bei der Verwendung von LMS
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Lernmanagementsysteme bieten gegenüber der herkömmlichen
Form des Unterrichts einen erheblichen Mehrwert, da sie
individualisiertes, selbstgesteuertes, kooperatives und
multimediales Lernen unterstützen
• Individualisierung: Schüler können aus unterschiedlich anspruchsvollen Aufgaben wählen
und können diese in ihrem eigenen Tempo bearbeiten und so oft sie wollen wiederholen.
• Ubiquitäres Lernen: Lernunterlagen stehen jederzeit zur Verfügung. Immer und überall ist
ihre Bearbeitung möglich (Ausreden über “zu Hause vergessene Aufgaben” werden
obsolet). Software gibt Feedback (Self Assessment).
• Konstruktivistischer Wissenserwerb: Lernplattformen kommen neuen Lehr- und
Lernkulturen entgegen. Die gemeinsame Erarbeitung von Inhalten und der individuelle
Aufbau von Handlungskompetenz durch “Wissenskonstruktion” wird gegenüber einem
reinen Fakten lernen bevorzugt.
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Exkurs: Wie funktioniert Lernen?
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• Lecture
• Audio-Visual
• Demonstration
• Discussion Group
• Learning by Doing
• TeachingTeaching
Quelle: Dr.Richard Straub, IBM,
Director of Learning, Paris.0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
Lernwirksamkeit
Lecture
Audio-visual
Demonstration
Duscussion
Group
Learning by
doing
Teaching
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Exkurs: Wie funktioniert Lernen?
20
• 10% dessen, was sie/er liest
• 20% dessen, was sie/er hört
• 30% dessen, was sie/er sieht
• 50% dessen, was sie/er hört und sieht
• 70% dessen, was sie/er schreibt oder sagt
• 90% dessen, was sie/er schreibt und sagt
Gedächtnisleistung: Was wird im Gedächtnis
behalten?
Quelle: Carnevale, A.P., Gainer, L.G., & Meltzer, N.S.: The workplace basics training
manual. San Francisco, 1990.
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Exkurs: Wie funktioniert Lernen?
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Multisensorisches Lernen:
(Quelle: Steinkogler, Walter (2004): Mehrwert von eLearning. URL: http://bit.ly/1ICbHjM
Wissenserwerb:
• 80% Sehen
• 10% Hören
• 4% Riechen
• 2% Tasten
Langzeitgedächtnis:
• 20% Sehen
• 30% Hören
• 50% Sehen & Hören
• 80% Sehen&Hören&Tun
=Learning by Doing
• Erzähl mir was, vielleicht merk ich‘s mir.
• Zeig mir was, wahrscheinlich merk ich‘s mir.
• Lass mich selber was machen und ich werd‘s nie
vergessen.
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Exkurs: Wie funktioniert Lernen?
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Lernstrategien:
(Quelle: Weber, Frank (2010): Das LMS: Flaggschiff oder Auslaufmodell. URL: http://bit.ly/1BV7mG8 )
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LMS unterstützen den Lernprozess
• In individuellen Lernphasen wird Wissen erarbeitet,
angewendet und evaluiert
• In angeleiteten Lernphasen werden Hinweise zur
Vorgehensweise und zur Integration von Vorwissen gegeben
• In kooperative Lernphasen wird die vertiefte Erarbeitung,
Anwendung und Reflexion des Gelernten ermöglicht
23
Lernen ist ein komplexer Prozess. Je nach Lerngegenstand, -
methode und -ziel setzt sich dieser aus individuellen, angeleiteten
und kooperativen Lernphasen zusammen
(Wessner, 2009)
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Formen kooperativen Lernens
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Unter kooperativem Lernen versteht man den Einsatz von Gruppen,
um den Lernerfolg aller Prozessbeteiligten zu optimieren
(Wessner, 2009)
Kooperative
Basisgruppe
n
Themenzentriert
Formal-
kooperative
Lerngruppen
Curricular
Informelle
Lerngruppe
n
Spontan
Instruktionale
Lerneinheit
In angeleiteten und/oder
kooperativen Lernphasen
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Dimensionen kooperativen Lernens
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Je nach geplantem Einsatzszenario ist die Beschreibung formal-
kooperativer Lerngruppen entlang folgender Dimensionen nützlich:
(Wessner, 2009)
Raum/Zeit örtliche/zeitliche Verteilung der
Lernenden
Vernetzungs- u.
Kommunikationsformen
Symmetrie
Richtung der
Wissenskommunikation/Wissensgefä
lle
Zugriffsrechte/Ausrichtung der
Kommunikationskanäle
Direktivität
Angeleitet vs. selbst
organisierend/Freiheitsgrade der
Lernform
„Lenkung durch Linkung“
Dauer Temporär/Themenzentriert/an LV
gebunden
Bereitsstellung persistenter
Kommunikationsräume
Wissensziel Individueller vs. kollektiver
Wissenserwerb
Kooperationsumfang/Nutzung
der Arbeitsergebnisse/ePortfolio
Gruppengröße Begrenzung möglicher
Interaktionsformen durch TN-Zahl
Skalierbarkeit der
Kommunikationsstruktur
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Ubiquitär Mobil
Individualisiert Vernetzt
Chats
Etherpads
Wikis
Kooperativ
Texte
Tabellen Grafiken
Individuell
Webquests
Hyperlinks
Lernpfade
Angeleitet
Formen der Unterstützung durch LMS
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Lernmanagementsysteme bieten Unterstützungsmöglichkeiten für
individuelle, angeleitete und kooperative Lernphasen
Anleitungen
Aufträge
Foren
Projekte
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Anforderungen an die didaktische
Konzeption
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Die alleinige „Bereitstellung“ von Material und kooperativen
Werkzeugen auf Lernmanagementsystemen garantiert keinen
Erfolg
Der pädagogische Nutzen kooperativer Lerngruppen ist evident (Johnson &
Johnson, 1991; Slavin, 1995). Entscheidend für den Erfolg ist jedoch die Einbettung
eines „technischen“ Systems in einen übergeordneten Lernzusammenhang (ein
didaktisches Konzept).
• Wie wird die Kooperation initiiert, gefördert und längerfristig sichergestellt?
• Wie werden die Lerngruppen motiviert, unterstützt, angeleitet und geführt?
• Wie groß ist der Freiraum für selbstgesteuertes Lernen?
• Wie werden Diskussionen angestoßen, moderiert, aufgeräumt und
zusammengefasst?
• Werden klare Ziele und Erwartungen des Lehrenden an die Teilnehmer
formuliert?
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Auch ein LMS erfordert „Sozialisation“
28
LMS erfordern ein stufenweises „Vertrautwerden“ mit der
Oberfläche, den Werkzeugen und der Arbeitsweise der Gruppe
Diese Online-Sozialisation hat Gilly Salmon (2000) als eine Abfolge von 5 Phasen
beschrieben:
Zugang und Motivation
Online Sozialisation
Informationsaustausch
Gemeinsam Wissen konstruieren
Selbstorgansiation
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Moodle-Workshop
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Im folgenden Workshop sollen den Salmon-Phasen exemplarisch
Aktivitären der Lernplattform hinzugefügt werden
Zugang und Motivation
Online Sozialisation
Informationsaustausch
Gemeinsam Wissen konstruieren
Selbstorgansiation
Kursraum der Lernplattform: http://bit.ly/1DyuWwC
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Quellen
• Ebner, Martin (2012): Die Barbeque-Typologie. Online verfügbar unter: URL: :
http://youtu.be/wqoMdku-4hA
• Carnevale, Anthony, Gainer, Leila, Meltzer, Ann (1990) : The workplace basics training
manual. San Francisco: Jossey-Bass Publishers.
• Johnson, David, Johnson, Roger (1999): Learning together and alone. Cooperation,
Competition and Individualization. New York: Englewood Cliffs.
• Lorenz, Anja (2012): eLearning. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1AKhYe0
• Salmon, Gilly (2004): E-tivities. Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich: Orell-Füssli.
• Schulen ans Netz. Uni Zürich. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1EsX5Dh
• Slavin, Robert (1995): Cooperative Learning: Theory, research and practice. Massachusetts:
Needham Heights.
• Steinkogler, Walter (2004): Mehrwert von eLearning. Online verfügbar unter: URL:
http://bit.ly/1ICbHjM
• Weber, Frank (2010): Das LMS: Flaggschiff oder Auslaufmodell. Online verfügbar unter: URL:
http://bit.ly/1BV7mG8 )
• Wessner, Martin (2009): Kooperatives Lernen - Werkzeuge für das Lernen in Gruppen. In:
Klaus Rebensburg u. a. (Hrsg): Grundlagen Multimedialen Lehrens und Lernens. Münster:
Waxmann. S. 47-56.
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Lernen mit Lernmanagementsystemen (LMS)

  • 1.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein LERNEN MIT LERNMANAGEMENTSYSTEMEN (LMS) Interaktive und kooperative Tools 1 Lehrveranstaltung ES4R5M22-4 Johannes Maurek, MA MSc Just be! Early Childhood Education:inspirations for life.s Fotos
  • 2.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Bildung im MA, ein Privileg für wenige 2
  • 3.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lernmanagementsystem (Lernplattform) Was ist das? 3 Lernmanagementsysteme sind Software-Systeme für die Verwaltung und Organisation von On- und Offline- Lernaktivitäten („Blended-Learning“). Sie halten Werkzeuge zur Kommunikation, Koordination und zur Beurteilung von Lernprozessen bereit.
  • 4.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lernmanagementsystem (Lernplattform) Wozu das alles? 4 • Sammlung von Lernunterlagen an einem zentralen Ort • Orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Information • Differenzierter Zugriff auf Lernunterlagen über flexible Berechtigungssysteme • Sammlung und Speicherung von Arbeitsergebnissen und Lernleistungen • Virtuelle Abbildung von Formen der Lernorganisation (Klassen bzw. Gruppen) • Bereitstellung leistungsfähiger Kommunikationswerkzeuge • Ermöglichung komplexer, individualisierter Lerndesigns (Lernpfade) • Ermöglichung nachvollziehbarer und transparenter Beurteilungsprozesse
  • 5.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lernmanagementsystem (Lernplattform) Merkmale 5 • Modalität (Schrift, gesprochene Sprache, Bilder, Musik...) • Adaptivität (Vorwissen, Lernstrategien, Anspruchsniveaus) • Interaktivität (Bildungsprozesse zwischen Individuum und Gruppe sowie zwischen Individuum und Soft-/Hardware) • Distribution (Bereitstellung von Information) • Kollaboration (gemeinsame Aufgabenbearbeitung, kritische Reflexion, diskursive Bildungsprozesse) • Rollenflexibilität (Dynamischer Rollenwechsel zwischen, TeilnehmerInnen, InitiatorInnen und Coaches/TrainerInnen)
  • 6.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lernmanagementsystem (Lernplattform) Funktionen 6 • Werkzeuge für das Lerndesign (Zusammenstellung von Lerninhalten und Angebote verschiedener Bearbeitungswege, adaptives Lernen)  Anspruch an LehrerIn • Kommunikationswerkzeuge (synchrone/asynchrone Kommunikationsformen) • Tutorenwerkzeuge (Lernorganisation, Feedback- und Beurteilungskultur) • Studentenwerkzeuge (Abläufe, Terminorganisation, Annotationen und Weiterbearbeitung von Lernmaterial) • Benutzeradministration (Kursregistrierung, Arbeitsorganisation, Gruppenbildung, Monitoring, Learning- Analytics)
  • 7.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Faktoren für die Lernwirksamkeit von Lernmanagementsystemen 8
  • 8.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lernen mit Technologien: Der Traum des Comenius? 11 Ziel aller Pädagogik: Ein Lernen, bei dem “die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr lernen; in den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt...” [1] Johann Amos Comenius 1592 - 1670
  • 9.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Optimierungsbestrebungen 12 Die erste bekannte Lernmaschine wurde 1588 vom italienischen Ingenieur Agostino Ramelli für den französischen König entwickelt.
  • 10.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Weitere Optimierungsbestrebungen 13 ...in Form des „individualisierten“ Unterrichts ...oder als Lernplattform Der Nürnberger Trichter als vermeintliche bildungstechnologische Innovation trat über die Jahrhunderte in verschiedenen Formen auf.
  • 11.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Weitere Optimierungsbestrebungen der Neuzeit 14
  • 12.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Lehren und Lernen mit Technologien 15 Simulationen Newsforen Internet Mail TechnologiegestütztesLehrenund Lernen eLearning (oft verstanden als Fernlehr- oder Telelernszenarien) Digital gestütztes Lernen (Lernen mit „neuen Medien“ / Medienpädagogik) IWB Technologiegestütztes Lernen Technologien unterstützten Lernprozesse eLearning Computer in Netzwerken unterstützen individuelle und kollaborative Lernprozesse Lernen mit neuen Medien Informationen aus neuen Medien unterstützen / ermöglichen Lernprozesse (Angelehnt an Anja Lorenz: Url: http://bit.ly/1AKhYe0 )
  • 13.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein LMS können den Lernprozess an verschiedenen Punkten unterstützen 16 (Quelle: Ebner, Martin: Flickr, https://www.flickr.com/photos/mebner/5732684145/ )
  • 14.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Mehrwert bei der Verwendung von LMS 18 Lernmanagementsysteme bieten gegenüber der herkömmlichen Form des Unterrichts einen erheblichen Mehrwert, da sie individualisiertes, selbstgesteuertes, kooperatives und multimediales Lernen unterstützen • Individualisierung: Schüler können aus unterschiedlich anspruchsvollen Aufgaben wählen und können diese in ihrem eigenen Tempo bearbeiten und so oft sie wollen wiederholen. • Ubiquitäres Lernen: Lernunterlagen stehen jederzeit zur Verfügung. Immer und überall ist ihre Bearbeitung möglich (Ausreden über “zu Hause vergessene Aufgaben” werden obsolet). Software gibt Feedback (Self Assessment). • Konstruktivistischer Wissenserwerb: Lernplattformen kommen neuen Lehr- und Lernkulturen entgegen. Die gemeinsame Erarbeitung von Inhalten und der individuelle Aufbau von Handlungskompetenz durch “Wissenskonstruktion” wird gegenüber einem reinen Fakten lernen bevorzugt.
  • 15.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exkurs: Wie funktioniert Lernen? 19 • Lecture • Audio-Visual • Demonstration • Discussion Group • Learning by Doing • TeachingTeaching Quelle: Dr.Richard Straub, IBM, Director of Learning, Paris.0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 Lernwirksamkeit Lecture Audio-visual Demonstration Duscussion Group Learning by doing Teaching
  • 16.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exkurs: Wie funktioniert Lernen? 20 • 10% dessen, was sie/er liest • 20% dessen, was sie/er hört • 30% dessen, was sie/er sieht • 50% dessen, was sie/er hört und sieht • 70% dessen, was sie/er schreibt oder sagt • 90% dessen, was sie/er schreibt und sagt Gedächtnisleistung: Was wird im Gedächtnis behalten? Quelle: Carnevale, A.P., Gainer, L.G., & Meltzer, N.S.: The workplace basics training manual. San Francisco, 1990.
  • 17.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exkurs: Wie funktioniert Lernen? 21 Multisensorisches Lernen: (Quelle: Steinkogler, Walter (2004): Mehrwert von eLearning. URL: http://bit.ly/1ICbHjM Wissenserwerb: • 80% Sehen • 10% Hören • 4% Riechen • 2% Tasten Langzeitgedächtnis: • 20% Sehen • 30% Hören • 50% Sehen & Hören • 80% Sehen&Hören&Tun =Learning by Doing • Erzähl mir was, vielleicht merk ich‘s mir. • Zeig mir was, wahrscheinlich merk ich‘s mir. • Lass mich selber was machen und ich werd‘s nie vergessen.
  • 18.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Exkurs: Wie funktioniert Lernen? 22 Lernstrategien: (Quelle: Weber, Frank (2010): Das LMS: Flaggschiff oder Auslaufmodell. URL: http://bit.ly/1BV7mG8 )
  • 19.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein LMS unterstützen den Lernprozess • In individuellen Lernphasen wird Wissen erarbeitet, angewendet und evaluiert • In angeleiteten Lernphasen werden Hinweise zur Vorgehensweise und zur Integration von Vorwissen gegeben • In kooperative Lernphasen wird die vertiefte Erarbeitung, Anwendung und Reflexion des Gelernten ermöglicht 23 Lernen ist ein komplexer Prozess. Je nach Lerngegenstand, - methode und -ziel setzt sich dieser aus individuellen, angeleiteten und kooperativen Lernphasen zusammen (Wessner, 2009)
  • 20.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Formen kooperativen Lernens 24 Unter kooperativem Lernen versteht man den Einsatz von Gruppen, um den Lernerfolg aller Prozessbeteiligten zu optimieren (Wessner, 2009) Kooperative Basisgruppe n Themenzentriert Formal- kooperative Lerngruppen Curricular Informelle Lerngruppe n Spontan Instruktionale Lerneinheit In angeleiteten und/oder kooperativen Lernphasen
  • 21.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Dimensionen kooperativen Lernens 25 Je nach geplantem Einsatzszenario ist die Beschreibung formal- kooperativer Lerngruppen entlang folgender Dimensionen nützlich: (Wessner, 2009) Raum/Zeit örtliche/zeitliche Verteilung der Lernenden Vernetzungs- u. Kommunikationsformen Symmetrie Richtung der Wissenskommunikation/Wissensgefä lle Zugriffsrechte/Ausrichtung der Kommunikationskanäle Direktivität Angeleitet vs. selbst organisierend/Freiheitsgrade der Lernform „Lenkung durch Linkung“ Dauer Temporär/Themenzentriert/an LV gebunden Bereitsstellung persistenter Kommunikationsräume Wissensziel Individueller vs. kollektiver Wissenserwerb Kooperationsumfang/Nutzung der Arbeitsergebnisse/ePortfolio Gruppengröße Begrenzung möglicher Interaktionsformen durch TN-Zahl Skalierbarkeit der Kommunikationsstruktur
  • 22.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Ubiquitär Mobil Individualisiert Vernetzt Chats Etherpads Wikis Kooperativ Texte Tabellen Grafiken Individuell Webquests Hyperlinks Lernpfade Angeleitet Formen der Unterstützung durch LMS 26 Lernmanagementsysteme bieten Unterstützungsmöglichkeiten für individuelle, angeleitete und kooperative Lernphasen Anleitungen Aufträge Foren Projekte
  • 23.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Anforderungen an die didaktische Konzeption 27 Die alleinige „Bereitstellung“ von Material und kooperativen Werkzeugen auf Lernmanagementsystemen garantiert keinen Erfolg Der pädagogische Nutzen kooperativer Lerngruppen ist evident (Johnson & Johnson, 1991; Slavin, 1995). Entscheidend für den Erfolg ist jedoch die Einbettung eines „technischen“ Systems in einen übergeordneten Lernzusammenhang (ein didaktisches Konzept). • Wie wird die Kooperation initiiert, gefördert und längerfristig sichergestellt? • Wie werden die Lerngruppen motiviert, unterstützt, angeleitet und geführt? • Wie groß ist der Freiraum für selbstgesteuertes Lernen? • Wie werden Diskussionen angestoßen, moderiert, aufgeräumt und zusammengefasst? • Werden klare Ziele und Erwartungen des Lehrenden an die Teilnehmer formuliert?
  • 24.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Auch ein LMS erfordert „Sozialisation“ 28 LMS erfordern ein stufenweises „Vertrautwerden“ mit der Oberfläche, den Werkzeugen und der Arbeitsweise der Gruppe Diese Online-Sozialisation hat Gilly Salmon (2000) als eine Abfolge von 5 Phasen beschrieben: Zugang und Motivation Online Sozialisation Informationsaustausch Gemeinsam Wissen konstruieren Selbstorgansiation
  • 25.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Moodle-Workshop 29 Im folgenden Workshop sollen den Salmon-Phasen exemplarisch Aktivitären der Lernplattform hinzugefügt werden Zugang und Motivation Online Sozialisation Informationsaustausch Gemeinsam Wissen konstruieren Selbstorgansiation Kursraum der Lernplattform: http://bit.ly/1DyuWwC
  • 26.
    Institut für Fernstudienund Didaktische EntwicklungIFDE Kirchliche Pädagogische Hochschule - Edith Stein Quellen • Ebner, Martin (2012): Die Barbeque-Typologie. Online verfügbar unter: URL: : http://youtu.be/wqoMdku-4hA • Carnevale, Anthony, Gainer, Leila, Meltzer, Ann (1990) : The workplace basics training manual. San Francisco: Jossey-Bass Publishers. • Johnson, David, Johnson, Roger (1999): Learning together and alone. Cooperation, Competition and Individualization. New York: Englewood Cliffs. • Lorenz, Anja (2012): eLearning. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1AKhYe0 • Salmon, Gilly (2004): E-tivities. Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen. Zürich: Orell-Füssli. • Schulen ans Netz. Uni Zürich. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1EsX5Dh • Slavin, Robert (1995): Cooperative Learning: Theory, research and practice. Massachusetts: Needham Heights. • Steinkogler, Walter (2004): Mehrwert von eLearning. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1ICbHjM • Weber, Frank (2010): Das LMS: Flaggschiff oder Auslaufmodell. Online verfügbar unter: URL: http://bit.ly/1BV7mG8 ) • Wessner, Martin (2009): Kooperatives Lernen - Werkzeuge für das Lernen in Gruppen. In: Klaus Rebensburg u. a. (Hrsg): Grundlagen Multimedialen Lehrens und Lernens. Münster: Waxmann. S. 47-56. 30

Hinweis der Redaktion

  • #12 Johan Amos * 1592 + 1670 Universalgelehrter, Bischof Lehrer von Beruf. Er vertrat die Auffassung, dass die allumfassende Erziehung des Menschen ein Leben lang dauern sollte. Er forderte beste Erziehung und Ausbildung für Heranwachsende, setzte sich für einen frühen Fremdsprachenerwerb ein und befürwortete den Auslandsaufenthalt zur Festigung der neu erlernten Sprache. Comenius erstellte für seine Zeit moderne Schulbücher, „erfand“ bebilderte Unterrichtswerke, reformierte den Sprachunterricht und entwickelte Lehrpläne.
  • #13 Vermutlich nie in die Praxis umgesetzt
  • #14 Vermutlich nie in die Praxis umgesetzt
  • #15 Vermutlich nie in die Praxis umgesetzt