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Philipp	
  Budka,	
  MarDn	
  Ebner,	
  Walther	
  Nagler	
  und	
  Claudia	
  Schallert	
  



Hochschule
Strukturen, Rahmen und Modelle für die Lehre mit Technologien
Ausgehend	
  von	
  der	
  bestehenden	
  BildungslandschaI	
  und	
  ihres	
  poliDsch	
  historischen	
  EntwicklungskorseFs
diskuDert	
  dieser	
  Beitrag	
  das	
  PotenDal	
  von	
  mit	
  digitalen	
  Medien	
  und	
  Technologien	
  gestütztem	
  Lehren	
  und
Lernen	
  an	
  Hochschulen.	
  Unter	
  besonderer	
  BerücksichDgung	
  von	
  organisatorischen	
  und	
  infrastrukturellen
Rahmenbedingungen	
  und	
  anhand	
  des	
  Spezialfalls	
  der	
  universitären	
  Massenlehrveranstaltung	
  werden	
  ein
didakDsches	
   Modell	
   sowie	
   die	
   Anwendungen	
   von	
   Lernmanagementsystemen	
   vorgestellt.	
   Dabei	
   wird	
   vor
allem	
  der	
  Frage	
  nachgegangen,	
  wie	
  InterakDon	
  und	
  InterakDvität	
  in	
  Lehrveranstaltungen	
  miFels	
  entspre-­‐
chend	
  didakDscher	
  Modelle	
  und	
  mit	
  Unterstützung	
  von	
  Lernsystemen	
  gesteigert	
  und	
  verbessert	
  werden
können.	
  Beispiele	
  aus	
  der	
  Praxis	
  und	
  Maßnahmen	
  für	
  den	
  Einsatz	
  von	
  digitalen	
  Medientechnologien	
  in	
  der
universitären	
  Lehre	
  ergänzen	
  das	
  Kapitel.	
  




Quelle:	
  TU	
  Graz



                                                                              #hochschule
                                                                              #spezial
                                                                                     	
  
                                                                              #bildungssektor

                                                                              Version	
  vom	
  1.	
  Februar	
  2011



                                                                     Für	
  dieses	
  Kapitel	
  wird	
  noch	
  ein	
  Pate	
  gesucht,
  Jetzt Pate werden!                                       mehr	
  InformaDonen	
  unter:	
  hFp://l3t.eu/patenschaI
2	
  —	
  Lehrbuch	
  für	
  Lernen	
  und	
  Lehren	
  mit	
  Technologien	
  (L3T)


                                                                                       itiative „Bologna Reloaded“ der Versuch gestartet, die
1. Einleitung
                                                                                       Umsetzung des europäischen Bildungsreformpro-
Kunstakademien, Fachhochschulen, Technische Uni-                                       zesses zu verbessern (BMWF, 2010).
versitäten – die Landschaft des tertiären Bildungs-                                        Die Idee vom Lehren und Lernen mit Unter-
sektors und der Hochschulen ist thematisch höchst                                      stützung durch vor allem digitale Medien und Tech-
unterschiedlich. Allgemein streben mit dem Besuch                                      nologien wurde zwar schon 1992 im Vertrag von
von Studiengängen an Hochschulen junge Er-                                             Maastricht angedacht, war jedoch anfänglich kein es-
wachsene eine berufliche oder wissenschaftliche                                        sentieller Bestandteil des Bologna-Prozesses. Erst die
Bildung auf akademischen Niveau an. Neben thema-                                       Etablierung von speziellen Projekten und Pro-
tischen Unterschieden sind allerdings auch die Vor-                                    grammen sowie das politische Bekenntnis zur Fern-
aussetzungen und konkreten Bedingungen des Stu-                                        lehre führten zum gesteigerten Interesse am Lehren
dienbetriebs sehr unterschiedlich.                                                     und Lernen mit digitalen Medien. Im Jahr 2000
    In diesem Beitrag werden die organisatorischen,                                    wurde der eEurope-Aktionsplan ins Leben gerufen,
infrastrukturellen und politischen Rahmenbedin-                                        der auch die E-Learning Initiative „eLearning – Desi-
gungen unter denen an deutschsprachigen Hoch-                                          gning tomorrow’s education“ enthielt (Commission
schulen technologiegestützt, mittels digitaler und                                     of the European Communities, 2000). Diese In-
elektronischer Medientechnologien, gelehrt und ge-                                     itiative zielte auf die strategische Nutzung von E-
lernt wird, vorgestellt. Dabei werden Vorausset-                                       Learning ab, etwa um Lernenden „virtuelle“ Mobi-
zungen und Bedingungen beschrieben und themati-                                        lität zu ermöglichen und um Transformationspro-
siert, wie sie derzeit an öffentlichen Hochschulen im                                  zesse im Bildungssektor zu beschleunigen.
deutschsprachigen Europa als typisch betrachtet                                            2001 wurde dann schließlich ein E-Learning-Ak-
werden können: Große Zahl von Studierenden,                                            tionsplan entwickelt, der die Implementierung der
schlechte Betreuungsverhältnisse der Studierenden                                      E-Learning-Initiative unterstützen sollte (Com-
und Lehrenden, Massenlehrveranstaltungen und der                                       mission of the European Communities, 2001). Und
Unterricht in Hörsälen, der als Vorlesung gestaltet                                    obwohl sowohl Aktionspläne als auch die Initiative
wird.                                                                                  wesentliche Aspekte, wie die „virtuelle“ Mobilität und
    Wir werden dazu zunächst eingesetzte Techno-                                       die Anerkennung von Qualifikationen, der Bologna-
logien und ihren Einsatz beschreiben, den aktuellen                                    Deklaration abdeckten, fanden sich kaum sichtbare
Einsatz von Informationssysteme und die technische                                     Verbindungen zum Bologna-Prozess (Budka &
Ausstattung in Hörsälen. Zu den Massenvorlesungen                                      Schallert, 2009).
werden wir existierende, auch innovative, Lösungen                                         Das änderte sich schließlich 2002 als die European
und exemplarisch ein didaktisches Modelle be-                                          Association of Distance Teaching Universities die E-
schreiben, wie hier durch Technologien der Aus-                                        Bologna-Initiative startete (EADTU, 2003). Wich-
tausch und die Interaktion erhöht werden kann.                                         tigste Aspekte dieser Initiative sind die Internationali-
Schließlich endet der Beitrag mit einer kurzen Frage                                   sierung von E-Learning sowie die Förderung der
nach den Voraussetzungen, die Studierende heute im                                     „virtuellen“ Mobilität von Studierenden, Lehrenden
Bezug auf den Einsatz von Internet und Techno-                                         und Lehrveranstaltungen (Bang, 2005).
logien mitbringen. Beginnen werden wir den Beitrag
mit einer Beschreibung der politischen Rahmenbe-                                             E-­‐Bologna	
   wurde	
   vor	
   allem	
   an	
   deutschsprachigen
dingungen.
                                                                                         !   Hochschulen	
   zum	
   Synonym	
   für	
   technologiegestütztes
                                                                                             Lehren	
  und	
  Lernen	
  mit	
  digitalen	
  Medien	
  im	
  Bologna-­‐
2. Poli.sche	
  Rahmenbedingung:	
  E-­‐Bologna
                                                                                             Prozess	
   und	
   den	
   damit	
   verbundenen	
   Veränderungen
1999 begann der Bildungsreformprozess in der Euro-                                           in	
  Infrastruktur	
  und	
  OrganisaDon.
päischen Union (EU) mit der Unterzeichnung der
„Bologna-Deklaration“, die Maßnahmen wie ver-                                            Als wichtige Bestandteile dieser neuen Lehr- und
gleichbare Studienabschlüsse und Mobilitätsför-                                        Lerninfrastruktur erwiesen sich erste Informations-
derung formulierte, um bis zum Jahr 2010 einen „Eu-                                    und Lernmanagementsysteme, die an Universitäten
ropäischen Hochschulraum“ zu etablieren (Van den                                       und Hochschulen zunächst zur Unterstützung der
Branden, 2004). Dieses ambitionierte Ziel des Re-                                      Verwaltung eingesetzt wurden.
formprozesses, der als „Bologna-Prozess“ bekannt
wurde, konnte nicht in allen Mitgliedsländern glei-
chermaßen umgesetzt werden. So wurde beispiels-
weise im Frühjahr 2010 in Österreich mit der In-
Hochschule.	
  Strukturen,	
  Rahmen	
  und	
  Modelle	
  für	
  die	
  Lehre	
  mit	
  Technoloogien	
  —	
  3



  In der Praxis : Das Lernmanagementsystem der Technischen Universität Graz
  Das	
   Lernmanagementsystem	
   der	
   TU	
   Graz	
   (TeachCenter,                        Books,	
   Plagiatsüberprüfungen	
   und	
   SchniFstellen	
   zu	
   weiteren
  hFp://tugtc.tugraz.at)	
   basiert	
   auf	
   dem	
   Open-­‐Source-­‐System                 Diensten	
  (z.	
  B.	
  Bibliothek).	
  Das	
  Lernmanagementsystem	
  ist	
  in
  WBTMaster	
  und	
  bietet	
  neben	
  der	
  Verwaltung	
  von	
  Kursen	
  be-­‐            die	
   universitäre	
   ServerlandschaI	
   der	
   TU	
   Graz	
   integriert,	
   die
  ziehungsweise	
   Lehrveranstaltungen,	
   digitalen	
   Inhalten	
   und                     neben	
   einem	
   Verwaltungssystem	
   auch	
   noch	
   aus	
   einem	
   Bi-­‐
  KommunikaDonsmöglichkeiten	
   auch	
   weitere	
   FunkDons-­‐                               bliothekssystem,	
   Finanzsystem	
   und	
   weiteren	
   kleineren	
   Ser-­‐
  weisen	
   an.	
   Zu	
   diesen	
   zählen	
   Online-­‐Testumgebungen,	
   E-­‐             vicesystemen	
  besteht.	
  

3. Strukturelle	
  Rahmenbedingungen	
  der	
  Lehre	
  an	
  Hoch-­‐                           4. Eingesetzte	
  Informa.ons-­‐	
  und	
  Lernmanagement-­‐
schulen                                                                                         systeme	
  

Lehren und Lernen an öffentlichen Universitäten und                                             Computergestützte Informationssysteme waren ab
Hochschulen im deutschsprachigen Raum ist vor                                                   den späten 1990er Jahren an Universitäten im
allem durch große und tendenziell steigende Höre-                                               Einsatz, um vor allem administrativen Arbeitspro-
rinnen- und Hörerzahlen gekennzeichnet. Dabei                                                   zesse zu unterstützen. Neben Informationssystemen
sind besonders universitäre Studienrichtungen und                                               für Bibliotheken, Raumverwaltung und sonstige in-
Fächer betroffen, die sich besonderer Beliebtheit bei                                           terne Prozesse, wurde bald auch begonnen, über den
den Studierenden erfreuen (zum Beispiel Psychologie                                             Einsatz solcher Systeme für Lehr- und Lernprozesse
oder Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)                                               nachzudenken. Um die Jahrtausendwende wurde
und/ oder über keine Aufnahmeverfahren verfügen.                                                dann vermehrt auch im wissenschaftlichen Diskurs
    Im Gegensatz zur schulischen Ausbildung finden                                              der Einsatz von Lernmanagementsystemen (LMS)
sich an Hochschulen besonders in den Studienein-                                                behandelt (siehe Kapitel #systeme).
gangsphasen Lehrveranstaltungen mit vielen Studie-                                                  Lernmanagementsysteme und Lernplattformen an
renden und einem entsprechend ungünstigen Leh-                                                  Hochschulen halfen vorerst vor allem in der Organi-
renden-Studierenden-Verhältnis (mehr als 100 Stu-                                               sation und Administration sowohl von Studierenden
dierende je Lehrenden; Leidenfrost et al., 2009,                                                als auch von Lehrveranstaltungen. Die unterschied-
Schallert et al., 2008).                                                                        lichen Lernmanagementsysteme und ihre angebo-
    Das Phänomen der Massenlehrveranstaltung ist                                                tenen Funktionen bewegen sich immer stärker auf-
so an einigen Hochschulen und Studienrichtungen                                                 einander zu (Schulmeister, 2005). Heute kann ge-
Teil des universitären Lehr- und Lernalltags, was sich                                          nerell davon ausgegangen werden, dass jede univer-
oft in überfüllten Hörsälen und begrenzten räum-                                                sitäre Bildungseinrichtung ein Lernmanagement-
lichen Kapazität widerspiegelt.                                                                 system einsetzt. Als problematisch erweist sich hier
    In Bezug auf den Einsatz von Technologien für                                               die Vielfalt an Produkten und Lösungen, die vor
die Lehre wird allgemein eine schlechte technische                                              allem den Austausch von Online-Kursen und deren
Ausstattung s o w i e geringe Kompetenzen der                                                   Lerninhalten zwischen verschiedenen LMS erschwert.
Lehrenden im Umgang mit neuen Technologien im                                                   Dafür notwendige Metastandards und Spezifika-
Einsatz für die Lehre beklagt.                                                                  tionen wie beispielsweise das Referenzmodell
    Im Folgenden werden wir vor diesen Rahmenbe-                                                SCORM haben sich kaum durchgesetzt (vgl. Kapitel
dingungen den Einsatz von Informations- und Ler-                                                #ebook). Lernmanagmentsysteme werden noch
nemanagementsystemen und die technische Unter-                                                  immer vor allem als Verwaltungssysteme in Lehrver-
stützung von Massenlehrveranstaltungen sowie pas-                                               anstaltungen und zur Verteilung von Lehrunterlagen
sende didaktische Modelle beschreiben.                                                          eingesetzt. Ein Beispiel für seinen Einsatz wird in der
                                                                                                Box „In der Praxis“ beschrieben.
                                                                                                    Bedauerlicherweise gibt es noch kein Werk,
                                                                                                welches den Einsatz von Lernmanagementsystemen
        An	
   Universitäten	
   eingesetzte	
   Lernmanagement-­‐
                                                                                                an Hochschulen im deutschsprachigen Raum um-
  !     systeme	
   verfügen	
   über	
   nahezu	
   die	
   gleichen	
   FunkDo-­‐
        nalitäten	
   und	
   unterstützen	
   im	
   wesentlichen	
   adminis-­‐               fassend auch in deren Entwicklung wiedergibt.
        traDve	
   Aufgaben.	
   Zu	
   beachten	
   ist	
   vor	
   allem	
   die	
   man-­‐   Ebenso schwierig ist es, statistische Daten in diesen
        gelnde	
  Möglichkeit	
  zum	
  Austausch	
  von	
  Lerninhalten.	
                     Zusammenhang gesammelt zu erhalten. Einige Publi-
                                                                                                kationen stellen entweder für Deutschland, Öster-
                                                                                                reich oder die Schweiz E-Learning-Initiativen vor
                                                                                                und/oder evaluieren diese ohne dabei einen quanti-
4	
  —	
  Lehrbuch	
  für	
  Lernen	
  und	
  Lehren	
  mit	
  Technologien	
  (L3T)


tativ/statistischen Überblick zu bieten (Bremer et al.,                                 Universitäten in Präsenzeinheiten in größeren
2010). An deutschen Hochschulen findet E-Learning                                       Räumen meist unter Verwendung von traditionellen
in sehr unterschiedlicher Form und Ausmaß An-                                           Kreidetafeln und beispielsweise PowerPoint-Präsen-
wendung. Angaben zum Stand der Virtualisierung                                          tationen gehalten.
der Lehre existieren nur vereinzelt; ebenso fehlen                                          Lehre mit Unterstützung durch digitale Techno-
Daten, die ein übergreifendes Urteil für die gesamte                                    logien kann im Hörsaal nur unter bestimmten infra-
deutsche Hochschullandschaft erlauben. Eine Über-                                       strukturellen Voraussetzungen stattfinden. Dabei
sicht zur Entwicklung technologiegestützten Lernens                                     spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob es sich um eine
an deutschsprachigen Hochschulen durch nationale                                        Massenlehrveranstaltung handelt oder nicht. Massen-
Förder- und Unterstützungsinitiativen (bis 2005)                                        lehrveranstaltungen erfordern weitere strukturelle
findet sich im Sammelband E-Learning in Europe -                                        Überlegungen, Anpassungen und Strategien, was im
Learning Europe (Bachmann et al., 2005, Dittler et                                      Fall extremer Raumnot die Lehrveranstaltungsleite-
al., 2005, Kerres & Nübel, 2005, Mittermeir, 2005).                                     rinnen und -leiter etwa zwingen kann, Teile einer
    Auf Basis der Leistungsvereinbarungen 2006 zwi-                                     Lehrveranstaltung online abzuhalten.
schen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und                                           Folgende technische Einrichtungen und Geräte
Kultur und den Universitäten kann für die österrei-                                     sollten in der Infrastruktur eines „modernen“ Hör-
chische universitäre Bildungslandschaft einerseits zu-                                  saals nicht fehlen bzw. sollten bei der Neukonzeption
mindest eine lückenlose Verwendung von Lernmana-                                        eines Hörsaales idealerweise mitgedacht werden (Be-
gementsystemen behauptet werden, die über jene                                          schreibungen dazu finden sich im Kapitel #ipad)
einer rein administrativen Plattform hinausgeht und                                     nachzulesen. Für alle angeführten technischen Ein-
andererseits von eigenen mittlerweile in den jewei-                                     richtungen gilt, dass diese einfach in der Bedienung
ligen Universitätsstrukturen verankerten und damit                                      sein sollten, und deren Wartung idealerweise nur von
inzwischen etablierten E-Learning-Zentralen ausge-                                      geschultem Personal vorgenommen wird.
gangen werden. Eine Übersicht über diese E-                                                 Die Abhängigkeit aller Endgeräte von der Strom-
Learning-Zentren an Universitäten und (Fach-)                                           versorgung wird gerade bei mobilen Geräten in zu-
Hochschulen bietet die Internetseite E-Science.at.                                      nehmendem Maße zum Nadelöhr in ihrer Ver-
    Wie im sekundären Bildungsbereich ist auch im                                       wendung. Die Akkus werden zwar laufend besser,
                                                                                        jedoch viele Anwendungen auch immer energieinten-
         Weiterführende	
  Links	
  finden	
  Sie	
  in	
  der	
  L3T	
  Gruppe	
  bei   siver. Um ein unterbrechungsfreies Arbeiten mit mo-
  !      Mr.	
   Wong	
   unter	
   Verwendung	
   der	
   Hashtags	
   #l3t
         #hochschule
                                                                                        bilen Endgeräten im Hörsaal zu gewährleisten, ist es
                                                                                        unabdingbar ausreichende Stromversorgung anzu-
                                                                                        bieten.
tertiären der Einsatz von Open Source Plattformen                                           Besonders in großen Hörsälen ist die Notwen-
(insbesondere Moodle) generell bevorzugt; von einer                                     digkeit von Audioanlagen, also Mikrofon- und Laut-
geregelten interuniversitären Einheitlichkeit auch                                      sprechersystemen gegeben. Dabei kommt es nicht
zum Zwecke der Kooperation diesbezüglich kann                                           nur auf die Größe sondern auch auf das raumakus-
aber keinesfalls gesprochen werden. Jedoch besteht in                                   tische Design des Hörsaals an. Video- und/oder Di-
Österreich einzigartig ein institutionell übergeord-                                    gitalprojektoren gehören in den meisten Hörsälen
neter Verein, der Themen und Anliegen im Bereich                                        mittlerweile zu Standardausstattung.
E-Learning im tertiären Bildungssektor aufgreift und                                        Ein Internetzugang über WLAN (Wireless Local
unterstützend behandelt, das Forum Neue Medien in                                       Area Network), Kabel oder Mobilfunk sollte heute
der Lehre Austria (fnm-austria).                                                        Standard sein. Neben den infrastrukturellen Voraus-
                                                                                        setzungen zählen vor allem ein einfacher und benut-
                                                                                        zerfreundlicher „Login“ sowie eine stabile Ver-
5. Technische	
  AusstaIung	
  von	
  Hörsälen	
  und	
  Hoch-­‐
                                                                                        bindung mit konstanter Datenübertragungsrate zu
schulen	
  im	
  Hörsaal	
  
                                                                                        den Faktoren, um beispielsweise Lehrvideos aus dem
Besonders für öffentliche und daher mit vergleichs-                                     Internet abspielen zu können. Kommt ein WLAN
weise geringem Budget ausgestattete Bildungsinstitu-                                    zum Einsatz, sind Reichweite und Datenübertra-
tionen ist es schwierig Lernende, die im alltäglichen                                   gungsrate entscheidende Kriterien. Auch hier gilt für
Leben immer stärker an digitale Technologien ge-                                        die Anwender, dass der Zugang keine softwaretech-
wohnt werden, mit aktuellsten Medientechnologien                                        nische Herausforderung darstellen sollte. Datensi-
im Lernprozess zu unterstützen. So werden die                                           cherheit (Verschlüsselung der Übertragung) sollte
meisten Lehrveranstaltungen an deutschsprachigen                                        immer gewährt werden, etwa über VPN (Virtuelles
Hochschule.	
  Strukturen,	
  Rahmen	
  und	
  Modelle	
  für	
  die	
  Lehre	
  mit	
  Technoloogien	
  —	
  5


Privates Netzwerk). Nachdem Mobiltelefone zu-
nehmend auch in der Lehre eingesetzt werden, ist der                                         Die	
   Website	
   hFp://all-­‐streaming-­‐media.com	
   infor-­‐
Empfang von Mobilfunknetzen in Hörsälen ein wei-                                      !      miert	
  ausführlich	
  zum	
  Live-­‐Streaming	
  aus	
  Hörsälen.

terer Aspekt, den es zu bedenken gilt.
    Endgeräte mit berührungsempfindlichen                                           6. Technische	
  Unterstützung	
  bei	
  Präsenz-­‐Massenlehr-­‐
Bildschirmen wie Tablet-PC und Interactive Pen                                      veranstaltung
Displays haben gegenüber Kreidetafeln sowie ge-
genüber Flipcharts einige Vorteile: So sind die digita-                             In Massenlehrveranstaltungen werden oft große
lisierten Inhalte speicherbar, wiederverwendbar und                                 Stoffmengen an Lernende vermittelt, ohne auf indi-
bearbeitbar, Lehrende müssen sich nicht von Studie-                                 viduelle Lernprozesse Rücksicht zu nehmen. Interak-
renden abwenden (um eine Tafel zu beschreiben) und                                  tivität reduziert sich in diesen Massenlehrveranstal-
können den Blickkontakt zu Studierenden aufrecht                                    tungen zumeist auf zeitlich limitierte Frage- und Ant-
erhalten. Auch ermöglicht die Projektion an die                                     wortrunden, da den Lehrenden eine große Anzahl an
Wand über einen Beamer eine gute Sicht für alle Stu-                                Studierenden gegenüber stehen. Die Vorlesungen der
dierenden. Interaktive Whiteboards sind elektro-                                    Studieneingangsphase der Fakultät für Sozialwissen-
nische, beschreibbare Tafeln, die jedoch derzeit kaum                               schaften der Universität Wien werden beispielsweise
eingesetzt werden. Bei diesen muss man sich wie-                                    von etwa 500 bis 700 Studierenden besucht. Um die
derum von den Studierenden abwenden.                                                mangelnde Interaktion zwischen Lernenden und
    Bei Massenlehrveranstaltungen ist es empfeh-                                    Lehrerenden zu verbessern, befassten sich Bildungs-
lenswert, den Vortrag live ins Internet zu übertragen                               wissenschaftler/innen schon früh mit dieser Situation
(„live-streamen“) bzw. aufzuzeichnen und dann in                                    (Bligh, 1971; Gleason, 1986).
weiterer Folge den Studierenden zugänglich zu                                           Nach Anderson et al. (2003) lassen sich drei we-
machen. Entsprechendes Aufzeichnungsequip-                                          sentliche Problemfelder identifizieren (Ebner, 2009):
ment ist hierfür dann erforderlich. Schon einfache                                  ▸ Feedback-Verzögerung: Lernende geben während
Lösungen unter Verwendung einer Kamera und eines                                        der Lehrveranstaltung kaum oder verspätet
Internetzugangs können schnell und preiswert umge-                                      Feedback.
setzt werden (Ebner et al. 2007). Technisch ausge-                                  ▸ Mangelnde Bereitschaft zu fragen: Aufgrund der
reifte Unterstützung bieten kommerzielle „Web-                                          Gruppengröße trauen sich viele Studierende nicht
casting“ Firmen (zum Beispiel ePresence, Web-                                           zu sprechen oder zu fragen.
casting, Vcall, DideoNet). Diese meist portablen Lö-                                ▸ Paradigma des Frontalvortrages: Die Inszenierung
sungen können sozusagen „on demand“ eingesetzt                                          der frontalen Vortragssituation reduziert die stu-
werden, erfordern aber im Allgemeinen technische                                        dentische Teilnahme.
Betreuung durch geschultes Personal. Hochtechni-
sierte Lösungen mit automatischen Aufnahmesys-                                      Ein weiteres Problemfeld ist die zeitliche Länge von
temen, die auch universitätsweit eingesetzt werden                                  klassischen Lehrveranstaltungen, die zumindest 45
können, sind aus Kostengründen noch recht selten                                    bis 90 Minuten beträgt. Die Aufmerksamkeitsspanne
zu finden.                                                                          von Studierenden ist mit lediglich 20 Minuten deut-
                                                                                    lich kürzer (Smith, 2001). Daher sollte grundsätzlich
                                                                                    die Dauer und die zeitliche Strukturierung einer tradi-
                                                                                    tionellen Lehrveranstaltung überdacht werden
                                                                                    (Smith, 2001).



          System                          Interak.onstyp	
  (Studierende	
  –	
  Lehrende)                                        Endgerät

    Classtalk             Lehrende	
  kann	
  Fragen	
  an	
  Endgeräte	
  der	
  Studierenden	
  senden          PDA
    ClassInHand           PräsentaDonssteuerungsanwendung,	
  Testumgebung                                        PDA
    ConcertStudeo         MulDple-­‐Choice-­‐Tests,	
  Umfragen,	
  Brainstorming                                 Elektronische	
  Tafel	
  und	
  Handhelds
    CFS                   Online-­‐Rückmeldesysteme	
  (NoDzfunkDonalität	
  bei	
  PräsentaDonen)                Notebooks
    AcDveClass            Rückmeldesysteme,	
  Testumgebungen                                                     PDA
   Tabelle	
  1:	
  Übersicht	
  zu	
  ausgewählten	
  technischen	
  Interaktionssystemen	
  
6	
  —	
  Lehrbuch	
  für	
  Lernen	
  und	
  Lehren	
  mit	
  Technologien	
  (L3T)


Technische	
  Systeme	
  für	
  die	
  Verbesserung	
  der	
  Interak.-­‐              Ein	
   didak.sches	
   Modell	
   für	
   Massenlehrveranstal-­‐
vität	
  in	
  Massenlehrveranstaltungen	
                                             tungen:	
  Die	
  „Interak.ve	
  Vorlesung“
Von technischer Seite wurden „Feedback- und Inter-                                     Im Folgenden beschreiben wir ein didaktisches
aktions-Systeme“ entwickelt, um diese in der univer-                                   Modell detaillierter, welches die Interaktion in Mas-
sitären Lehre einzusetzen. Als Beispiele lassen sich                                   senlehrveranstaltungen verbessern soll und dabei mo-
Classtalk, ClassInHand, ConcertStudeo, CFS (An-                                        derne Technologien einsetzt.
derson et al., 2003) und ActiveClass (Ratto et al.,                                        Das Modell der „Interaktiven Vorlesung“ wurde
2003) anführen. Diese Systeme versuchen auf unter-                                     für die gemeinsame Studieneingangsphase der sozial-
schiedliche Art und Weise die Interaktionen zwischen                                   wissenschaftlichen Studienrichtungen an der Univer-
Lernenden und Lehrenden zu fördern, zu unter-                                          sität Wien entwickelt und zielt darauf ab Studienan-
stützen und zu erweitern (siehe Tabelle 1).                                            fängerinnen und -anfänger zum kontinuierlichen
                                                                                       Lernen zu motivieren, sie im Selbstlernprozess zu un-
         Technische	
  Feedback-­‐	
  und	
  InterakDonssysteme	
  unter-­‐            terstützen sowie ihnen Feedback zu geben (Schallert
   !     stützten	
   Massenlehrveranstaltungen	
   durch	
   das	
   Zu-­‐
         lassen	
  von	
  Kommentaren,	
  Fragen	
  und	
  Anmerkungen.	
  
                                                                                       et al. 2008). Für die „Interaktive Vorlesung“ wurde
                                                                                       ein Blended Learning Szenario konzipiert, das aus
                                                                                       drei Kernkomponenten besteht: a) einer Präsenz-
                                                                                       Vorlesung, b) einem hypermedialen Content Pool, in
    Manche dieser technischen Applikationen konzen-                                    dem sich Lernunterlagen und Lernmaterialien finden
trieren sich nur auf spezifische Interaktionsformen                                    sowie c) begleitende E-Learning-Kurse mit freiwil-
wie kommunikative Feedbackschleifen oder Online-                                       ligen Übungsangeboten in den Lernmanagementsys-
Tests. Manchmal benötigen die Studierenden spe-                                        temen Moodle und Fronter.
zielle Geräte, wie PDAs (Personal Digital Assistant).                                      Diese Komponenten ermöglichen und unter-
Wiederum andere Systeme ermöglichen das Online-                                        stützen verschiedene Interaktionsmodi: studen-
Streaming, wie beispielsweise das Tool Authorin-                                       tische Interaktion mit Lehrenden, studentische Inter-
gOnTheFly (Datta & Ottmann, 2001), sodass Lehr-                                        aktion mit Inhalten und Interaktion der Studierenden
veranstaltungen in andere Hörsäle übertragen werden                                    untereinander. Die „Interaktive Vorlesung“ baut hier
können. Weitere unterstützen allgemein das Organi-                                     auf einem von Anderson und Garrison (1998) entwi-
sieren und Managen einer technologiegestützten                                         ckelten Modell zu Interaktionsmodi in der technolo-
Lehrveranstaltung indem zum Beispiel über die                                          giegestützten Fernlehre auf. „Teaching Assistants“,
Software Kalenderfunktionalitäten oder Gruppenbil-                                     das sind zumeist graduierte Studierende, die fachlich
dungsaktivitäten kombiniert werden (Scheele et al.,                                    und didaktisch hochqualifiziert sind, spielen in der
2005) .                                                                                „Interaktiven Vorlesung“ eine zentrale Rolle, da sie
    Zunehmend werden auch Applikation des Web 2.0                                      alle drei Interaktionsprozesse begleiten und unter-
genutzt, um die Interaktivität in Massenlehrveranstal-                                 stützen (vgl. Abbildung 1 bzw. Budka et al., 2009).
tungen zu erhöhen (Purgathofer & Reinhaler, 2008).                                         In der „Interaktiven Vorlesung“ unterstützen Tea-
Mit Hilfe von digitalen Push-Technologien können                                       ching Assistents Studierende mit Hilfe freiwilliger
etwa Studierende gleichzeitig der Präsentation eines                                   Online-Übungen bei der Aneignung des Vorlesungs-
Lehrenden folgen, diese kommentieren und ihre An-
merkungen untereinander teilen. Push-Technologien
erlauben einen direkten, automatisierten sowie unidi-
rektionalen Informationsfluss von Sender zu Emp-
fänger. Ein ähnlicher Ansatz mit herkömmlichen Mo-
biltelefonen wird an der TU Graz erforscht (Ebner,
2009).
    Grundsätzlich empfiehlt es sich zuerst die beste-
hende technische Infrastruktur zu nutzen und zu ver-
suchen, diese gezielt interaktiver zu gestalten. So
können Lernende in ihrer gewohnten Lernumgebung
ein interaktiveres Lern- und Lehrerlebnis erfahren.
Wie ein didaktisches Modell mit Schwerpunkt auf
verbesserte Interaktivität und technologiegestütztes
Lernen mittels digitaler Medientechnologien gestaltet
sein kann, wird im Folgenden veranschaulicht.
Hochschule.	
  Strukturen,	
  Rahmen	
  und	
  Modelle	
  für	
  die	
  Lehre	
  mit	
  Technoloogien	
  —	
  7




                                                                        7. Digitale	
  Kompetenzen	
  von	
  Studienanfängerinnen	
  und
stoffes und sie leiten an, über diesen zu reflektieren                  -­‐anfängern
und diesen zu diskutieren. Offene Fragen, die dabei
zutage treten, werden an die Lehrenden weiterge-                        Abschließend möchten wir noch auf den Wandel der
leitet, damit dann in den Präsenzterminen der Vorle-                    Voraussetzungen in der Studentenschaft hinweisen:
sungen auf diese eingegangen werden kann. Diese                         Wesentlich für technologiegestütztes Lehren und
Diskussions- und Übungsangebote unterstützen die                        Lernen mittels digitaler Medien sind Online- und Me-
Studierenden, aktiv Wissen zu erwerben, zu über-                        dienkompetenz von Studienanfängerinnen und -an-
prüfen sowie überfachliche Fähigkeiten, wie Online-                     fängern sowie infrastrukturelle Ausstattung am
und Medienkompetenz und Methodenkompetenz zu                            Studien- oder Wohnort. Entsprechende regelmäßige
entwickeln. Die Anleitung und Betreuung durch die                       Evaluierungen sind aufgrund der rasch voranschrei-
Teaching Assistants wirkt desweiteren der kognitiven                    tenden technischen Entwicklung notwendig. Dazu
Überforderung der Studierenden, die das Selbst-                         hier ausgesuchte und knapp zusammengefasste Er-
studium insbesondere am Anfang eines Studiums mit                       gebnisse aktueller Studien:
sich bringen kann, entgegen (Reinmann-Rothmeier,                        ▸ Die Metastudie von Schulmeister zeigt, dass sich
2003).                                                                     die Generation der „Digital Natives“ (Personen-
    Das Modell der „Interaktiven Vorlesung“ ermög-                         kreis, der bereits mit digitalen Medien aufge-
licht trotz der hohen Studierendenzahl und des nicht                       wachsen ist; vgl. Kapitel #netzgeneration) durch
prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungstypus eine                            den (digitalen) Medienwandel nicht von vorange-
interaktive Lernsituation.                                                 gangen Generationen hinsichtlich Medienkom-
Grenzen	
  technologischer	
  Unterstützung
                                                                           petenz unterscheiden (Schulmeister, 2008).
                                                                        ▸ Die JIM-Studie macht einen markanten Wechsel in
   Dass der Einsatz von Technologien und entspre-                          der jugendlichen Mediennutzung in Richtung In-
chenden didaktischen Modellen die Lehre und das                            ternet aus, was andererseits einen Rückgang in der
Lernen in Massenlehrveranstaltungen verbessern                             Nutzung „traditioneller“ Massenmedien bedeutet
kann, soll nicht über Folgendes hinwegtäuschen: Wie                        (Medienpädagogischer Forschungsverbund
im Modell der „Interaktiven Vorlesung“ beschrieben,                        Südwest, 2009).
werden dadurch auch personelle Ressourcen not-                          ▸ Verschiedene Untersuchungen an deutsch- und
wendig, oft auch entsprechende Kompetenzen der                             englischsprachigen Universitäten liefern ver-
Lehrenden. Die Aus- und Weiterbildung von Leh-                             gleichbare Ergebnisse zu studentischer Internet-
renden in diesem Bereich ist daher notwendig (vgl.                         nutzung: Studierende sind infrastrukturell sehr gut
Kapitel #weiterbildung).                                                   ausgestattet, sie sind gewohnt mit dem Internet
   Gleichzeitig berichten Lehrende, die mit Lern-                          umzugehen und über das Internet zu kommuni-
plattformen und anderen vergleichbaren Techno-                             zieren, aber weisen keine außerordentlichen Fähig-
logien arbeiten, um die Interaktion mit Studierenden                       keiten im Umgang mit dem Internet, zum Beispiel
zu verbessern auch von einer deutlichen Mehrbe-                            mit Web-2.0-Anwendungen auf (Bullen et al.,
lastung in der Vorbereitung als auch der Betreuung                         2008, Conole et al., 2006, Ebner & Nagler, 2010,
solcher Lehrveranstaltungen – oft werden dann                              Ebner & Schiefner, 2009, Ebner et al., 2008, Mar-
Fragen auch außerhalb der Unterrichts- und Arbeits-                        garyan & Littlejohn, 2008).
zeiten beantwortet. Technologisch gestützte Lehre
hält sich in der Regel nicht an unmittelbare Unter-                     Studierende sind es also mittlerweile grundsätzlich
richtszeiten und Sprechstunden.                                         gewohnt mit dem Internet und digitalen Techno-
                                                                        logien umzugehen und verfügen privat mehrheitlich
8	
  —	
  Lehrbuch	
  für	
  Lernen	
  und	
  Lehren	
  mit	
  Technologien	
  (L3T)


über die entsprechende Ausstattung, auch wenn dies                                     ▸ Bremer, C.; Göcks, M.; Rühl, P. & Stratmann J. (2010). Landesi-
mit einer hohen Medienkompetenz einhergehen                                              nitiativen für E-Learning an deutschen Hochschulen. Münster:
muss. Mit Rücksicht auf diese Voraussetzungen –                                          Waxmann.
beispielsweise verfügt demnächst faktisch jede/r Stu-                                  ▸ Budka, P. & Schallert, C. (2009). Transforming learning infra-
dierende über ein Mobiltelefon mit Internetanschluss                                     structures in the social sciences through flexible and interactive
– sollten zukünftige Entwicklungen und Entschei-                                         technology-enhanced learning. Learning Inquiry, 3(3), 131-142.
dungen im Bereich technologiegestütztes Lernen und                                     ▸ Budka, P.; Schallert, C. & Payrhuber, A. (2009). Gemeinsame
Lehrens getroffen werden.                                                                Studieneingangsphase der Fakultät für Sozialwissenschaften der
                                                                                         Universität Wien (eSOWI-STEP) - Angeleitetes Selbststudium
8. Zentrale	
  Erkenntnisse	
  
                                                                                         mit Teaching Assistants in nicht-prüfungsimmanenten Blended
Zusammenfassend können Informations-, Feedback-                                          Learning Vorlesungen. In: Forum Neue Medien Austria
und Lernmanagementsysteme im Rahmen von didak-                                           (Hrsg.), Innovative Didaktik in berufsbegleitenden und
tischen Modellen verwendet werden, um die Lehr-                                          Vollzeit-Studiengängen., Tagungsband der 17. fnm-austria
und Lernsituation in universitären Massenlehrveran-                                      Tagung 27.-28. November 2008, Wien, URL: http://www.fnm-
staltungen interaktiver zu gestalten. Dabei müssen                                       austria.at/tagung/FileStorage/view/tagungsbaende
bestehende unter anderem technische Systeme und                                          %5C/fnma-tagungband_17_print.pdf [2010-10-11], 87-93.
Infrastrukturen ebenso berücksichtigt werden, wie                                      ▸ Bullen, M.; Morgan, T.; Belfer, K. & Oayyum, A. (2008). The
politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.                                        digital learner at BCIT and implications for an e-strategy.
Mobile Kommunikations- und Interaktionsgeräte                                            EDEN Annual Conference, 2008.
sowie Web-2.0-Anwendungen ermöglichen zukünftig                                        ▸ Commission of the European Communities (2000). Communi-
noch stärker studierendenzentriertes und interaktives                                    cation from the Commission: e-Learning - Designing tomor-
Lernen und Lehren an Universitäten und Hoch-                                             row’s education. COM(2000). Brüssel: Commission of the Eu-
schulen.                                                                                 ropean Communities, 318.
                                                                                       ▸ Commission of the European Communities (2001). Communi-
Danksagung
                                                                                         cation from the Commission: The eLearning Action Plan - De-
    Wir danken Ortrun Gröblinger und Ralf Hauber für viele                               signing tomorrow’s education. COM(2001). Brüssel: Com-
    wertvolle und konstruktive Hinweise und Vorschläge zur Ver-                          mission of the European Communities, 172.
    besserung dieses Textes.                                                           ▸ Conole, G.; de Laat, M.; Dillon, T. & Darby, J. (2006). JISC
                                                                                         LXP: Student experiences of technologies. Draft Final Report.
Literatur
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Hochschule.	
  Strukturen,	
  Rahmen	
  und	
  Modelle	
  für	
  die	
  Lehre	
  mit	
  Technoloogien	
  —	
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Hochschule - Strukturen, Rahmen und Modelle für die Lehre mit Technologien

  • 1. Philipp  Budka,  MarDn  Ebner,  Walther  Nagler  und  Claudia  Schallert   Hochschule Strukturen, Rahmen und Modelle für die Lehre mit Technologien Ausgehend  von  der  bestehenden  BildungslandschaI  und  ihres  poliDsch  historischen  EntwicklungskorseFs diskuDert  dieser  Beitrag  das  PotenDal  von  mit  digitalen  Medien  und  Technologien  gestütztem  Lehren  und Lernen  an  Hochschulen.  Unter  besonderer  BerücksichDgung  von  organisatorischen  und  infrastrukturellen Rahmenbedingungen  und  anhand  des  Spezialfalls  der  universitären  Massenlehrveranstaltung  werden  ein didakDsches   Modell   sowie   die   Anwendungen   von   Lernmanagementsystemen   vorgestellt.   Dabei   wird   vor allem  der  Frage  nachgegangen,  wie  InterakDon  und  InterakDvität  in  Lehrveranstaltungen  miFels  entspre-­‐ chend  didakDscher  Modelle  und  mit  Unterstützung  von  Lernsystemen  gesteigert  und  verbessert  werden können.  Beispiele  aus  der  Praxis  und  Maßnahmen  für  den  Einsatz  von  digitalen  Medientechnologien  in  der universitären  Lehre  ergänzen  das  Kapitel.   Quelle:  TU  Graz #hochschule #spezial   #bildungssektor Version  vom  1.  Februar  2011 Für  dieses  Kapitel  wird  noch  ein  Pate  gesucht, Jetzt Pate werden! mehr  InformaDonen  unter:  hFp://l3t.eu/patenschaI
  • 2. 2  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) itiative „Bologna Reloaded“ der Versuch gestartet, die 1. Einleitung Umsetzung des europäischen Bildungsreformpro- Kunstakademien, Fachhochschulen, Technische Uni- zesses zu verbessern (BMWF, 2010). versitäten – die Landschaft des tertiären Bildungs- Die Idee vom Lehren und Lernen mit Unter- sektors und der Hochschulen ist thematisch höchst stützung durch vor allem digitale Medien und Tech- unterschiedlich. Allgemein streben mit dem Besuch nologien wurde zwar schon 1992 im Vertrag von von Studiengängen an Hochschulen junge Er- Maastricht angedacht, war jedoch anfänglich kein es- wachsene eine berufliche oder wissenschaftliche sentieller Bestandteil des Bologna-Prozesses. Erst die Bildung auf akademischen Niveau an. Neben thema- Etablierung von speziellen Projekten und Pro- tischen Unterschieden sind allerdings auch die Vor- grammen sowie das politische Bekenntnis zur Fern- aussetzungen und konkreten Bedingungen des Stu- lehre führten zum gesteigerten Interesse am Lehren dienbetriebs sehr unterschiedlich. und Lernen mit digitalen Medien. Im Jahr 2000 In diesem Beitrag werden die organisatorischen, wurde der eEurope-Aktionsplan ins Leben gerufen, infrastrukturellen und politischen Rahmenbedin- der auch die E-Learning Initiative „eLearning – Desi- gungen unter denen an deutschsprachigen Hoch- gning tomorrow’s education“ enthielt (Commission schulen technologiegestützt, mittels digitaler und of the European Communities, 2000). Diese In- elektronischer Medientechnologien, gelehrt und ge- itiative zielte auf die strategische Nutzung von E- lernt wird, vorgestellt. Dabei werden Vorausset- Learning ab, etwa um Lernenden „virtuelle“ Mobi- zungen und Bedingungen beschrieben und themati- lität zu ermöglichen und um Transformationspro- siert, wie sie derzeit an öffentlichen Hochschulen im zesse im Bildungssektor zu beschleunigen. deutschsprachigen Europa als typisch betrachtet 2001 wurde dann schließlich ein E-Learning-Ak- werden können: Große Zahl von Studierenden, tionsplan entwickelt, der die Implementierung der schlechte Betreuungsverhältnisse der Studierenden E-Learning-Initiative unterstützen sollte (Com- und Lehrenden, Massenlehrveranstaltungen und der mission of the European Communities, 2001). Und Unterricht in Hörsälen, der als Vorlesung gestaltet obwohl sowohl Aktionspläne als auch die Initiative wird. wesentliche Aspekte, wie die „virtuelle“ Mobilität und Wir werden dazu zunächst eingesetzte Techno- die Anerkennung von Qualifikationen, der Bologna- logien und ihren Einsatz beschreiben, den aktuellen Deklaration abdeckten, fanden sich kaum sichtbare Einsatz von Informationssysteme und die technische Verbindungen zum Bologna-Prozess (Budka & Ausstattung in Hörsälen. Zu den Massenvorlesungen Schallert, 2009). werden wir existierende, auch innovative, Lösungen Das änderte sich schließlich 2002 als die European und exemplarisch ein didaktisches Modelle be- Association of Distance Teaching Universities die E- schreiben, wie hier durch Technologien der Aus- Bologna-Initiative startete (EADTU, 2003). Wich- tausch und die Interaktion erhöht werden kann. tigste Aspekte dieser Initiative sind die Internationali- Schließlich endet der Beitrag mit einer kurzen Frage sierung von E-Learning sowie die Förderung der nach den Voraussetzungen, die Studierende heute im „virtuellen“ Mobilität von Studierenden, Lehrenden Bezug auf den Einsatz von Internet und Techno- und Lehrveranstaltungen (Bang, 2005). logien mitbringen. Beginnen werden wir den Beitrag mit einer Beschreibung der politischen Rahmenbe- E-­‐Bologna   wurde   vor   allem   an   deutschsprachigen dingungen. ! Hochschulen   zum   Synonym   für   technologiegestütztes Lehren  und  Lernen  mit  digitalen  Medien  im  Bologna-­‐ 2. Poli.sche  Rahmenbedingung:  E-­‐Bologna Prozess   und   den   damit   verbundenen   Veränderungen 1999 begann der Bildungsreformprozess in der Euro- in  Infrastruktur  und  OrganisaDon. päischen Union (EU) mit der Unterzeichnung der „Bologna-Deklaration“, die Maßnahmen wie ver- Als wichtige Bestandteile dieser neuen Lehr- und gleichbare Studienabschlüsse und Mobilitätsför- Lerninfrastruktur erwiesen sich erste Informations- derung formulierte, um bis zum Jahr 2010 einen „Eu- und Lernmanagementsysteme, die an Universitäten ropäischen Hochschulraum“ zu etablieren (Van den und Hochschulen zunächst zur Unterstützung der Branden, 2004). Dieses ambitionierte Ziel des Re- Verwaltung eingesetzt wurden. formprozesses, der als „Bologna-Prozess“ bekannt wurde, konnte nicht in allen Mitgliedsländern glei- chermaßen umgesetzt werden. So wurde beispiels- weise im Frühjahr 2010 in Österreich mit der In-
  • 3. Hochschule.  Strukturen,  Rahmen  und  Modelle  für  die  Lehre  mit  Technoloogien  —  3 In der Praxis : Das Lernmanagementsystem der Technischen Universität Graz Das   Lernmanagementsystem   der   TU   Graz   (TeachCenter, Books,   Plagiatsüberprüfungen   und   SchniFstellen   zu   weiteren hFp://tugtc.tugraz.at)   basiert   auf   dem   Open-­‐Source-­‐System Diensten  (z.  B.  Bibliothek).  Das  Lernmanagementsystem  ist  in WBTMaster  und  bietet  neben  der  Verwaltung  von  Kursen  be-­‐ die   universitäre   ServerlandschaI   der   TU   Graz   integriert,   die ziehungsweise   Lehrveranstaltungen,   digitalen   Inhalten   und neben   einem   Verwaltungssystem   auch   noch   aus   einem   Bi-­‐ KommunikaDonsmöglichkeiten   auch   weitere   FunkDons-­‐ bliothekssystem,   Finanzsystem   und   weiteren   kleineren   Ser-­‐ weisen   an.   Zu   diesen   zählen   Online-­‐Testumgebungen,   E-­‐ vicesystemen  besteht.   3. Strukturelle  Rahmenbedingungen  der  Lehre  an  Hoch-­‐ 4. Eingesetzte  Informa.ons-­‐  und  Lernmanagement-­‐ schulen systeme   Lehren und Lernen an öffentlichen Universitäten und Computergestützte Informationssysteme waren ab Hochschulen im deutschsprachigen Raum ist vor den späten 1990er Jahren an Universitäten im allem durch große und tendenziell steigende Höre- Einsatz, um vor allem administrativen Arbeitspro- rinnen- und Hörerzahlen gekennzeichnet. Dabei zesse zu unterstützen. Neben Informationssystemen sind besonders universitäre Studienrichtungen und für Bibliotheken, Raumverwaltung und sonstige in- Fächer betroffen, die sich besonderer Beliebtheit bei terne Prozesse, wurde bald auch begonnen, über den den Studierenden erfreuen (zum Beispiel Psychologie Einsatz solcher Systeme für Lehr- und Lernprozesse oder Publizistik- und Kommunikationswissenschaft) nachzudenken. Um die Jahrtausendwende wurde und/ oder über keine Aufnahmeverfahren verfügen. dann vermehrt auch im wissenschaftlichen Diskurs Im Gegensatz zur schulischen Ausbildung finden der Einsatz von Lernmanagementsystemen (LMS) sich an Hochschulen besonders in den Studienein- behandelt (siehe Kapitel #systeme). gangsphasen Lehrveranstaltungen mit vielen Studie- Lernmanagementsysteme und Lernplattformen an renden und einem entsprechend ungünstigen Leh- Hochschulen halfen vorerst vor allem in der Organi- renden-Studierenden-Verhältnis (mehr als 100 Stu- sation und Administration sowohl von Studierenden dierende je Lehrenden; Leidenfrost et al., 2009, als auch von Lehrveranstaltungen. Die unterschied- Schallert et al., 2008). lichen Lernmanagementsysteme und ihre angebo- Das Phänomen der Massenlehrveranstaltung ist tenen Funktionen bewegen sich immer stärker auf- so an einigen Hochschulen und Studienrichtungen einander zu (Schulmeister, 2005). Heute kann ge- Teil des universitären Lehr- und Lernalltags, was sich nerell davon ausgegangen werden, dass jede univer- oft in überfüllten Hörsälen und begrenzten räum- sitäre Bildungseinrichtung ein Lernmanagement- lichen Kapazität widerspiegelt. system einsetzt. Als problematisch erweist sich hier In Bezug auf den Einsatz von Technologien für die Vielfalt an Produkten und Lösungen, die vor die Lehre wird allgemein eine schlechte technische allem den Austausch von Online-Kursen und deren Ausstattung s o w i e geringe Kompetenzen der Lerninhalten zwischen verschiedenen LMS erschwert. Lehrenden im Umgang mit neuen Technologien im Dafür notwendige Metastandards und Spezifika- Einsatz für die Lehre beklagt. tionen wie beispielsweise das Referenzmodell Im Folgenden werden wir vor diesen Rahmenbe- SCORM haben sich kaum durchgesetzt (vgl. Kapitel dingungen den Einsatz von Informations- und Ler- #ebook). Lernmanagmentsysteme werden noch nemanagementsystemen und die technische Unter- immer vor allem als Verwaltungssysteme in Lehrver- stützung von Massenlehrveranstaltungen sowie pas- anstaltungen und zur Verteilung von Lehrunterlagen sende didaktische Modelle beschreiben. eingesetzt. Ein Beispiel für seinen Einsatz wird in der Box „In der Praxis“ beschrieben. Bedauerlicherweise gibt es noch kein Werk, welches den Einsatz von Lernmanagementsystemen An   Universitäten   eingesetzte   Lernmanagement-­‐ an Hochschulen im deutschsprachigen Raum um- ! systeme   verfügen   über   nahezu   die   gleichen   FunkDo-­‐ nalitäten   und   unterstützen   im   wesentlichen   adminis-­‐ fassend auch in deren Entwicklung wiedergibt. traDve   Aufgaben.   Zu   beachten   ist   vor   allem   die   man-­‐ Ebenso schwierig ist es, statistische Daten in diesen gelnde  Möglichkeit  zum  Austausch  von  Lerninhalten.   Zusammenhang gesammelt zu erhalten. Einige Publi- kationen stellen entweder für Deutschland, Öster- reich oder die Schweiz E-Learning-Initiativen vor und/oder evaluieren diese ohne dabei einen quanti-
  • 4. 4  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) tativ/statistischen Überblick zu bieten (Bremer et al., Universitäten in Präsenzeinheiten in größeren 2010). An deutschen Hochschulen findet E-Learning Räumen meist unter Verwendung von traditionellen in sehr unterschiedlicher Form und Ausmaß An- Kreidetafeln und beispielsweise PowerPoint-Präsen- wendung. Angaben zum Stand der Virtualisierung tationen gehalten. der Lehre existieren nur vereinzelt; ebenso fehlen Lehre mit Unterstützung durch digitale Techno- Daten, die ein übergreifendes Urteil für die gesamte logien kann im Hörsaal nur unter bestimmten infra- deutsche Hochschullandschaft erlauben. Eine Über- strukturellen Voraussetzungen stattfinden. Dabei sicht zur Entwicklung technologiegestützten Lernens spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob es sich um eine an deutschsprachigen Hochschulen durch nationale Massenlehrveranstaltung handelt oder nicht. Massen- Förder- und Unterstützungsinitiativen (bis 2005) lehrveranstaltungen erfordern weitere strukturelle findet sich im Sammelband E-Learning in Europe - Überlegungen, Anpassungen und Strategien, was im Learning Europe (Bachmann et al., 2005, Dittler et Fall extremer Raumnot die Lehrveranstaltungsleite- al., 2005, Kerres & Nübel, 2005, Mittermeir, 2005). rinnen und -leiter etwa zwingen kann, Teile einer Auf Basis der Leistungsvereinbarungen 2006 zwi- Lehrveranstaltung online abzuhalten. schen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Folgende technische Einrichtungen und Geräte Kultur und den Universitäten kann für die österrei- sollten in der Infrastruktur eines „modernen“ Hör- chische universitäre Bildungslandschaft einerseits zu- saals nicht fehlen bzw. sollten bei der Neukonzeption mindest eine lückenlose Verwendung von Lernmana- eines Hörsaales idealerweise mitgedacht werden (Be- gementsystemen behauptet werden, die über jene schreibungen dazu finden sich im Kapitel #ipad) einer rein administrativen Plattform hinausgeht und nachzulesen. Für alle angeführten technischen Ein- andererseits von eigenen mittlerweile in den jewei- richtungen gilt, dass diese einfach in der Bedienung ligen Universitätsstrukturen verankerten und damit sein sollten, und deren Wartung idealerweise nur von inzwischen etablierten E-Learning-Zentralen ausge- geschultem Personal vorgenommen wird. gangen werden. Eine Übersicht über diese E- Die Abhängigkeit aller Endgeräte von der Strom- Learning-Zentren an Universitäten und (Fach-) versorgung wird gerade bei mobilen Geräten in zu- Hochschulen bietet die Internetseite E-Science.at. nehmendem Maße zum Nadelöhr in ihrer Ver- Wie im sekundären Bildungsbereich ist auch im wendung. Die Akkus werden zwar laufend besser, jedoch viele Anwendungen auch immer energieinten- Weiterführende  Links  finden  Sie  in  der  L3T  Gruppe  bei siver. Um ein unterbrechungsfreies Arbeiten mit mo- ! Mr.   Wong   unter   Verwendung   der   Hashtags   #l3t #hochschule bilen Endgeräten im Hörsaal zu gewährleisten, ist es unabdingbar ausreichende Stromversorgung anzu- bieten. tertiären der Einsatz von Open Source Plattformen Besonders in großen Hörsälen ist die Notwen- (insbesondere Moodle) generell bevorzugt; von einer digkeit von Audioanlagen, also Mikrofon- und Laut- geregelten interuniversitären Einheitlichkeit auch sprechersystemen gegeben. Dabei kommt es nicht zum Zwecke der Kooperation diesbezüglich kann nur auf die Größe sondern auch auf das raumakus- aber keinesfalls gesprochen werden. Jedoch besteht in tische Design des Hörsaals an. Video- und/oder Di- Österreich einzigartig ein institutionell übergeord- gitalprojektoren gehören in den meisten Hörsälen neter Verein, der Themen und Anliegen im Bereich mittlerweile zu Standardausstattung. E-Learning im tertiären Bildungssektor aufgreift und Ein Internetzugang über WLAN (Wireless Local unterstützend behandelt, das Forum Neue Medien in Area Network), Kabel oder Mobilfunk sollte heute der Lehre Austria (fnm-austria). Standard sein. Neben den infrastrukturellen Voraus- setzungen zählen vor allem ein einfacher und benut- zerfreundlicher „Login“ sowie eine stabile Ver- 5. Technische  AusstaIung  von  Hörsälen  und  Hoch-­‐ bindung mit konstanter Datenübertragungsrate zu schulen  im  Hörsaal   den Faktoren, um beispielsweise Lehrvideos aus dem Besonders für öffentliche und daher mit vergleichs- Internet abspielen zu können. Kommt ein WLAN weise geringem Budget ausgestattete Bildungsinstitu- zum Einsatz, sind Reichweite und Datenübertra- tionen ist es schwierig Lernende, die im alltäglichen gungsrate entscheidende Kriterien. Auch hier gilt für Leben immer stärker an digitale Technologien ge- die Anwender, dass der Zugang keine softwaretech- wohnt werden, mit aktuellsten Medientechnologien nische Herausforderung darstellen sollte. Datensi- im Lernprozess zu unterstützen. So werden die cherheit (Verschlüsselung der Übertragung) sollte meisten Lehrveranstaltungen an deutschsprachigen immer gewährt werden, etwa über VPN (Virtuelles
  • 5. Hochschule.  Strukturen,  Rahmen  und  Modelle  für  die  Lehre  mit  Technoloogien  —  5 Privates Netzwerk). Nachdem Mobiltelefone zu- nehmend auch in der Lehre eingesetzt werden, ist der Die   Website   hFp://all-­‐streaming-­‐media.com   infor-­‐ Empfang von Mobilfunknetzen in Hörsälen ein wei- ! miert  ausführlich  zum  Live-­‐Streaming  aus  Hörsälen. terer Aspekt, den es zu bedenken gilt. Endgeräte mit berührungsempfindlichen 6. Technische  Unterstützung  bei  Präsenz-­‐Massenlehr-­‐ Bildschirmen wie Tablet-PC und Interactive Pen veranstaltung Displays haben gegenüber Kreidetafeln sowie ge- genüber Flipcharts einige Vorteile: So sind die digita- In Massenlehrveranstaltungen werden oft große lisierten Inhalte speicherbar, wiederverwendbar und Stoffmengen an Lernende vermittelt, ohne auf indi- bearbeitbar, Lehrende müssen sich nicht von Studie- viduelle Lernprozesse Rücksicht zu nehmen. Interak- renden abwenden (um eine Tafel zu beschreiben) und tivität reduziert sich in diesen Massenlehrveranstal- können den Blickkontakt zu Studierenden aufrecht tungen zumeist auf zeitlich limitierte Frage- und Ant- erhalten. Auch ermöglicht die Projektion an die wortrunden, da den Lehrenden eine große Anzahl an Wand über einen Beamer eine gute Sicht für alle Stu- Studierenden gegenüber stehen. Die Vorlesungen der dierenden. Interaktive Whiteboards sind elektro- Studieneingangsphase der Fakultät für Sozialwissen- nische, beschreibbare Tafeln, die jedoch derzeit kaum schaften der Universität Wien werden beispielsweise eingesetzt werden. Bei diesen muss man sich wie- von etwa 500 bis 700 Studierenden besucht. Um die derum von den Studierenden abwenden. mangelnde Interaktion zwischen Lernenden und Bei Massenlehrveranstaltungen ist es empfeh- Lehrerenden zu verbessern, befassten sich Bildungs- lenswert, den Vortrag live ins Internet zu übertragen wissenschaftler/innen schon früh mit dieser Situation („live-streamen“) bzw. aufzuzeichnen und dann in (Bligh, 1971; Gleason, 1986). weiterer Folge den Studierenden zugänglich zu Nach Anderson et al. (2003) lassen sich drei we- machen. Entsprechendes Aufzeichnungsequip- sentliche Problemfelder identifizieren (Ebner, 2009): ment ist hierfür dann erforderlich. Schon einfache ▸ Feedback-Verzögerung: Lernende geben während Lösungen unter Verwendung einer Kamera und eines der Lehrveranstaltung kaum oder verspätet Internetzugangs können schnell und preiswert umge- Feedback. setzt werden (Ebner et al. 2007). Technisch ausge- ▸ Mangelnde Bereitschaft zu fragen: Aufgrund der reifte Unterstützung bieten kommerzielle „Web- Gruppengröße trauen sich viele Studierende nicht casting“ Firmen (zum Beispiel ePresence, Web- zu sprechen oder zu fragen. casting, Vcall, DideoNet). Diese meist portablen Lö- ▸ Paradigma des Frontalvortrages: Die Inszenierung sungen können sozusagen „on demand“ eingesetzt der frontalen Vortragssituation reduziert die stu- werden, erfordern aber im Allgemeinen technische dentische Teilnahme. Betreuung durch geschultes Personal. Hochtechni- sierte Lösungen mit automatischen Aufnahmesys- Ein weiteres Problemfeld ist die zeitliche Länge von temen, die auch universitätsweit eingesetzt werden klassischen Lehrveranstaltungen, die zumindest 45 können, sind aus Kostengründen noch recht selten bis 90 Minuten beträgt. Die Aufmerksamkeitsspanne zu finden. von Studierenden ist mit lediglich 20 Minuten deut- lich kürzer (Smith, 2001). Daher sollte grundsätzlich die Dauer und die zeitliche Strukturierung einer tradi- tionellen Lehrveranstaltung überdacht werden (Smith, 2001). System Interak.onstyp  (Studierende  –  Lehrende) Endgerät Classtalk Lehrende  kann  Fragen  an  Endgeräte  der  Studierenden  senden PDA ClassInHand PräsentaDonssteuerungsanwendung,  Testumgebung PDA ConcertStudeo MulDple-­‐Choice-­‐Tests,  Umfragen,  Brainstorming Elektronische  Tafel  und  Handhelds CFS Online-­‐Rückmeldesysteme  (NoDzfunkDonalität  bei  PräsentaDonen) Notebooks AcDveClass Rückmeldesysteme,  Testumgebungen PDA Tabelle  1:  Übersicht  zu  ausgewählten  technischen  Interaktionssystemen  
  • 6. 6  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) Technische  Systeme  für  die  Verbesserung  der  Interak.-­‐ Ein   didak.sches   Modell   für   Massenlehrveranstal-­‐ vität  in  Massenlehrveranstaltungen   tungen:  Die  „Interak.ve  Vorlesung“ Von technischer Seite wurden „Feedback- und Inter- Im Folgenden beschreiben wir ein didaktisches aktions-Systeme“ entwickelt, um diese in der univer- Modell detaillierter, welches die Interaktion in Mas- sitären Lehre einzusetzen. Als Beispiele lassen sich senlehrveranstaltungen verbessern soll und dabei mo- Classtalk, ClassInHand, ConcertStudeo, CFS (An- derne Technologien einsetzt. derson et al., 2003) und ActiveClass (Ratto et al., Das Modell der „Interaktiven Vorlesung“ wurde 2003) anführen. Diese Systeme versuchen auf unter- für die gemeinsame Studieneingangsphase der sozial- schiedliche Art und Weise die Interaktionen zwischen wissenschaftlichen Studienrichtungen an der Univer- Lernenden und Lehrenden zu fördern, zu unter- sität Wien entwickelt und zielt darauf ab Studienan- stützen und zu erweitern (siehe Tabelle 1). fängerinnen und -anfänger zum kontinuierlichen Lernen zu motivieren, sie im Selbstlernprozess zu un- Technische  Feedback-­‐  und  InterakDonssysteme  unter-­‐ terstützen sowie ihnen Feedback zu geben (Schallert ! stützten   Massenlehrveranstaltungen   durch   das   Zu-­‐ lassen  von  Kommentaren,  Fragen  und  Anmerkungen.   et al. 2008). Für die „Interaktive Vorlesung“ wurde ein Blended Learning Szenario konzipiert, das aus drei Kernkomponenten besteht: a) einer Präsenz- Vorlesung, b) einem hypermedialen Content Pool, in Manche dieser technischen Applikationen konzen- dem sich Lernunterlagen und Lernmaterialien finden trieren sich nur auf spezifische Interaktionsformen sowie c) begleitende E-Learning-Kurse mit freiwil- wie kommunikative Feedbackschleifen oder Online- ligen Übungsangeboten in den Lernmanagementsys- Tests. Manchmal benötigen die Studierenden spe- temen Moodle und Fronter. zielle Geräte, wie PDAs (Personal Digital Assistant). Diese Komponenten ermöglichen und unter- Wiederum andere Systeme ermöglichen das Online- stützen verschiedene Interaktionsmodi: studen- Streaming, wie beispielsweise das Tool Authorin- tische Interaktion mit Lehrenden, studentische Inter- gOnTheFly (Datta & Ottmann, 2001), sodass Lehr- aktion mit Inhalten und Interaktion der Studierenden veranstaltungen in andere Hörsäle übertragen werden untereinander. Die „Interaktive Vorlesung“ baut hier können. Weitere unterstützen allgemein das Organi- auf einem von Anderson und Garrison (1998) entwi- sieren und Managen einer technologiegestützten ckelten Modell zu Interaktionsmodi in der technolo- Lehrveranstaltung indem zum Beispiel über die giegestützten Fernlehre auf. „Teaching Assistants“, Software Kalenderfunktionalitäten oder Gruppenbil- das sind zumeist graduierte Studierende, die fachlich dungsaktivitäten kombiniert werden (Scheele et al., und didaktisch hochqualifiziert sind, spielen in der 2005) . „Interaktiven Vorlesung“ eine zentrale Rolle, da sie Zunehmend werden auch Applikation des Web 2.0 alle drei Interaktionsprozesse begleiten und unter- genutzt, um die Interaktivität in Massenlehrveranstal- stützen (vgl. Abbildung 1 bzw. Budka et al., 2009). tungen zu erhöhen (Purgathofer & Reinhaler, 2008). In der „Interaktiven Vorlesung“ unterstützen Tea- Mit Hilfe von digitalen Push-Technologien können ching Assistents Studierende mit Hilfe freiwilliger etwa Studierende gleichzeitig der Präsentation eines Online-Übungen bei der Aneignung des Vorlesungs- Lehrenden folgen, diese kommentieren und ihre An- merkungen untereinander teilen. Push-Technologien erlauben einen direkten, automatisierten sowie unidi- rektionalen Informationsfluss von Sender zu Emp- fänger. Ein ähnlicher Ansatz mit herkömmlichen Mo- biltelefonen wird an der TU Graz erforscht (Ebner, 2009). Grundsätzlich empfiehlt es sich zuerst die beste- hende technische Infrastruktur zu nutzen und zu ver- suchen, diese gezielt interaktiver zu gestalten. So können Lernende in ihrer gewohnten Lernumgebung ein interaktiveres Lern- und Lehrerlebnis erfahren. Wie ein didaktisches Modell mit Schwerpunkt auf verbesserte Interaktivität und technologiegestütztes Lernen mittels digitaler Medientechnologien gestaltet sein kann, wird im Folgenden veranschaulicht.
  • 7. Hochschule.  Strukturen,  Rahmen  und  Modelle  für  die  Lehre  mit  Technoloogien  —  7 7. Digitale  Kompetenzen  von  Studienanfängerinnen  und stoffes und sie leiten an, über diesen zu reflektieren -­‐anfängern und diesen zu diskutieren. Offene Fragen, die dabei zutage treten, werden an die Lehrenden weiterge- Abschließend möchten wir noch auf den Wandel der leitet, damit dann in den Präsenzterminen der Vorle- Voraussetzungen in der Studentenschaft hinweisen: sungen auf diese eingegangen werden kann. Diese Wesentlich für technologiegestütztes Lehren und Diskussions- und Übungsangebote unterstützen die Lernen mittels digitaler Medien sind Online- und Me- Studierenden, aktiv Wissen zu erwerben, zu über- dienkompetenz von Studienanfängerinnen und -an- prüfen sowie überfachliche Fähigkeiten, wie Online- fängern sowie infrastrukturelle Ausstattung am und Medienkompetenz und Methodenkompetenz zu Studien- oder Wohnort. Entsprechende regelmäßige entwickeln. Die Anleitung und Betreuung durch die Evaluierungen sind aufgrund der rasch voranschrei- Teaching Assistants wirkt desweiteren der kognitiven tenden technischen Entwicklung notwendig. Dazu Überforderung der Studierenden, die das Selbst- hier ausgesuchte und knapp zusammengefasste Er- studium insbesondere am Anfang eines Studiums mit gebnisse aktueller Studien: sich bringen kann, entgegen (Reinmann-Rothmeier, ▸ Die Metastudie von Schulmeister zeigt, dass sich 2003). die Generation der „Digital Natives“ (Personen- Das Modell der „Interaktiven Vorlesung“ ermög- kreis, der bereits mit digitalen Medien aufge- licht trotz der hohen Studierendenzahl und des nicht wachsen ist; vgl. Kapitel #netzgeneration) durch prüfungsimmanenten Lehrveranstaltungstypus eine den (digitalen) Medienwandel nicht von vorange- interaktive Lernsituation. gangen Generationen hinsichtlich Medienkom- Grenzen  technologischer  Unterstützung petenz unterscheiden (Schulmeister, 2008). ▸ Die JIM-Studie macht einen markanten Wechsel in Dass der Einsatz von Technologien und entspre- der jugendlichen Mediennutzung in Richtung In- chenden didaktischen Modellen die Lehre und das ternet aus, was andererseits einen Rückgang in der Lernen in Massenlehrveranstaltungen verbessern Nutzung „traditioneller“ Massenmedien bedeutet kann, soll nicht über Folgendes hinwegtäuschen: Wie (Medienpädagogischer Forschungsverbund im Modell der „Interaktiven Vorlesung“ beschrieben, Südwest, 2009). werden dadurch auch personelle Ressourcen not- ▸ Verschiedene Untersuchungen an deutsch- und wendig, oft auch entsprechende Kompetenzen der englischsprachigen Universitäten liefern ver- Lehrenden. Die Aus- und Weiterbildung von Leh- gleichbare Ergebnisse zu studentischer Internet- renden in diesem Bereich ist daher notwendig (vgl. nutzung: Studierende sind infrastrukturell sehr gut Kapitel #weiterbildung). ausgestattet, sie sind gewohnt mit dem Internet Gleichzeitig berichten Lehrende, die mit Lern- umzugehen und über das Internet zu kommuni- plattformen und anderen vergleichbaren Techno- zieren, aber weisen keine außerordentlichen Fähig- logien arbeiten, um die Interaktion mit Studierenden keiten im Umgang mit dem Internet, zum Beispiel zu verbessern auch von einer deutlichen Mehrbe- mit Web-2.0-Anwendungen auf (Bullen et al., lastung in der Vorbereitung als auch der Betreuung 2008, Conole et al., 2006, Ebner & Nagler, 2010, solcher Lehrveranstaltungen – oft werden dann Ebner & Schiefner, 2009, Ebner et al., 2008, Mar- Fragen auch außerhalb der Unterrichts- und Arbeits- garyan & Littlejohn, 2008). zeiten beantwortet. Technologisch gestützte Lehre hält sich in der Regel nicht an unmittelbare Unter- Studierende sind es also mittlerweile grundsätzlich richtszeiten und Sprechstunden. gewohnt mit dem Internet und digitalen Techno- logien umzugehen und verfügen privat mehrheitlich
  • 8. 8  —  Lehrbuch  für  Lernen  und  Lehren  mit  Technologien  (L3T) über die entsprechende Ausstattung, auch wenn dies ▸ Bremer, C.; Göcks, M.; Rühl, P. & Stratmann J. (2010). Landesi- mit einer hohen Medienkompetenz einhergehen nitiativen für E-Learning an deutschen Hochschulen. Münster: muss. Mit Rücksicht auf diese Voraussetzungen – Waxmann. beispielsweise verfügt demnächst faktisch jede/r Stu- ▸ Budka, P. & Schallert, C. (2009). Transforming learning infra- dierende über ein Mobiltelefon mit Internetanschluss structures in the social sciences through flexible and interactive – sollten zukünftige Entwicklungen und Entschei- technology-enhanced learning. Learning Inquiry, 3(3), 131-142. dungen im Bereich technologiegestütztes Lernen und ▸ Budka, P.; Schallert, C. & Payrhuber, A. (2009). Gemeinsame Lehrens getroffen werden. Studieneingangsphase der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Wien (eSOWI-STEP) - Angeleitetes Selbststudium 8. Zentrale  Erkenntnisse   mit Teaching Assistants in nicht-prüfungsimmanenten Blended Zusammenfassend können Informations-, Feedback- Learning Vorlesungen. In: Forum Neue Medien Austria und Lernmanagementsysteme im Rahmen von didak- (Hrsg.), Innovative Didaktik in berufsbegleitenden und tischen Modellen verwendet werden, um die Lehr- Vollzeit-Studiengängen., Tagungsband der 17. fnm-austria und Lernsituation in universitären Massenlehrveran- Tagung 27.-28. November 2008, Wien, URL: http://www.fnm- staltungen interaktiver zu gestalten. Dabei müssen austria.at/tagung/FileStorage/view/tagungsbaende bestehende unter anderem technische Systeme und %5C/fnma-tagungband_17_print.pdf [2010-10-11], 87-93. Infrastrukturen ebenso berücksichtigt werden, wie ▸ Bullen, M.; Morgan, T.; Belfer, K. & Oayyum, A. (2008). The politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. digital learner at BCIT and implications for an e-strategy. Mobile Kommunikations- und Interaktionsgeräte EDEN Annual Conference, 2008. sowie Web-2.0-Anwendungen ermöglichen zukünftig ▸ Commission of the European Communities (2000). Communi- noch stärker studierendenzentriertes und interaktives cation from the Commission: e-Learning - Designing tomor- Lernen und Lehren an Universitäten und Hoch- row’s education. COM(2000). Brüssel: Commission of the Eu- schulen. ropean Communities, 318. ▸ Commission of the European Communities (2001). Communi- Danksagung cation from the Commission: The eLearning Action Plan - De- Wir danken Ortrun Gröblinger und Ralf Hauber für viele signing tomorrow’s education. COM(2001). Brüssel: Com- wertvolle und konstruktive Hinweise und Vorschläge zur Ver- mission of the European Communities, 172. besserung dieses Textes. ▸ Conole, G.; de Laat, M.; Dillon, T. & Darby, J. (2006). JISC LXP: Student experiences of technologies. Draft Final Report. Literatur JISC. URL: http://www.jisc.ac.uk/media/documents/pro- ▸ Anderson, R. J.; Anderson, R.; Vandegrift, T.; Wolfman, S. & grammes/elearningpedagogy/lxp_project_final_report_nov_0 Yasuhara, K. (2003). Promoting Interaction in Large Classes 6.pdf [2010-07-30]. with Computer-Mediated Feedback. In: Designing for Change ▸ Datta, A. & Ottmann, T. (2001). Towards a Virtual University. in Networked Learning Environments, Proceedings of CSCL Journal of Universal Computer Science, 7, 870-885. 2003, Bergen, 119-123. ▸ EADTU. (2003). Communication of Madrid about virtual ▸ Anderson, T. & Garrison, D. R. (1998). Learning in a net- higher education and the Bologna process. Document prepared worked world: New roles and responsibilities. In: C. Gibson at the EADTU Conference „e-Bologna”, Madrid. URL: (Hrsg.), Distance Learners in Higher Education, Madison: http://www.eadtu.nl/e- Atwood Publishing, 97-112. bologna/files/CommunicationMadrid_def.pdf [2010-07-30]. ▸ Baumgartner, P.; Häfele, H. & Maier-Häfele, K. 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  • 9. Hochschule.  Strukturen,  Rahmen  und  Modelle  für  die  Lehre  mit  Technoloogien  —  9 of Computing and Information Technology (eCIT), 17(4), De- ▸ Reinmann-Rothmeier, G. (2003). Didaktische Innovation durch cember 2009, 371-381. Blended Learning: Leitlinien anhand eines Beispiels aus der ▸ Ebner, M. & Schiefner, M. (2009). Digital natives students? Hochschule. Bern: Hans Huber. Web 2.0-Nutzung von Studierenden, Praxisbeispiele Medien- ▸ Schallert, C.; Budka, P. & Payrhuber, A. (2008). Die interaktive kompetenz. In: e-teaching.org, 2009, URL: http://www.e-tea- Vorlesung: Ein Blended Learning Modell für Massenvorle- ching.org/praxis/erfahrungsberichte/ebner_schiefner_web20 sungen im Rahmen der gemeinsamen Studieneingangsphase [2010-10-11]. der Fakultät für Sozialwissenschaften. In: S: Zauchner; P. ▸ Ebner, M. & Nagler, W. (2010). Has Web2.0 Reached the Edu- Baumgartner; E. Blaschitz & A. Weissenbäck (Hrsg.), Offener cated Top?. In: Proceedings of World Conference on Educa- Bildungsraum Hochschule. Freiheiten und Notwendigkeiten. tional Multimedia, Hypermedia and Telecommunications 2010, Medien in der Wissenschaft, 48, Münster: Waxmann, 275-286. Chesapeake, VA: AACE, 4001-4010. ▸ Scheele, N.; Wessels, A.; Effelsberg, W.; Hofer, M. & Fries, S. ▸ Gleason, M. (1986). Better communication in large courses. (2005). Experiences with interactive lectures: considerations College Teaching, 34 (1), 20-24. from the perspective of educational psychology and computer ▸ Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (2009). JIM science. In: Proceedings of 2005 Conference on Computer 2009. Jugend, Information, (Multi-) Media. Basisstudie zum Support For Collaborative Learning: Learning 2005: the Next Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart. 10 Years!. International Society of the Learning Sciences, 547- URL: http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf09/JIM-Stu- 556. die2009.pdf [2010-07-30]. ▸ Schulmeister, R. (2005). Zur Didaktik des Einsatzes von Lern- ▸ Leidenfrost, B. Strassnig, B. Schabmann, A. & Carbon, C.-C. plattformen. In: M. Franzen (Hrsg.), Lernplattformen. Web- (2009). Verbesserung der Studiensituation für Studienanfänge- based Training 2005, Dübendorf (Schweiz): Empa-Akademie:, rInnen durch Cascaded Blended Mentoring. Psychologische 11-19. Rundschau, 60/2, 99-109. ▸ Schulmeister, R. (2008). Gibt es eine Net Generation? ▸ Margaryan, A. & Littlejohn, A. (2008). Are digital natives a Hamburg: Universität Hamburg, URL: http://www.zhw.uni- myth or reality? Students’ use of technologies for learning. hamburg.de/pdfs/Schulmeister_Netzgeneration.pdf [2010-10- URL: http://www.academy.gcal.ac.uk/anoush/documents/Di- 11]. gitalNativesMythOrReality-MargaryanAndLittlejohn-draft- ▸ Smith, B. (2001). Just give us the right answer. In: H. Edwards; 111208.pdf [2010-10-11]. B. Smith & G. Webbs (Hrsg.), Lecturing. Case studies, expe- ▸ Purgathofer, P. & Reinthaler, W. (2008). Exploring the „Massive rience and practice, London, 123-129. Multiplayer E-Learning” Concept. In: Proceedings of World ▸ Van den Branden, J. (2004). Bologna and the challenges of e- Conference on Educational Multimedia, Hypermedia and Tele- learning and distance education: the contribution of non-clas- communications 2008, Chesapeake, VA: AACE, 2015-2023. sical learning and teaching forms to the emerging European ▸ Ratto, M.; Shapiro, R.B.; Truong, T.M. & Grisworld, W.G. Higher Education Area. Background Paper. Ghent: Bologna (2003). The ActiveClass project: Experiments in encouraging Follow-Up Seminar, URL: http://www.bologna- classroom participation. Computer Support for Collaborative bergen2005.no/EN/Bol_sem/Seminars/040604Ghent/04060 Learning. 1-10. 405-backgoundpaper.pdf [2010-10-11].