Einführung in die Mediendidaktik / Seminar WS 2015/16

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Einführung in die Mediendidaktik. Whiteboardunterstützte Version der Lehrveranstaltungspräsentation im Wintersemester 2015/16 an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule - Edith Stein.

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Einführung in die Mediendidaktik / Seminar WS 2015/16

  1. 1. Einführung in die Mediendidaktik Wintersemester 2015/16 Johannes Maurek, MA MSc Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.
  2. 2. http://bit.ly/pXDEfA by Adibu456 Was sind Medien?
  3. 3. medium (lat.): in der Mitte, Öffentlichkeit, Gemeinwohl, Gemeingut medius (lat): in der Mitte, dazwischen liegend, Mittelding, vermitteln • Medien sind Mittler im Bildungsprozess • Medien vermitteln Information • Medien sind Kommunikationsformen http://bit.ly/pXDEfA by Adibu456 Medien
  4. 4. Der Medienbegriff • Medien sind u.a. technische Hilfsmittel, die Informationen gestalten austauschen und verbreiten (Maier, 1998) technisch •statische Medien (Printmedien) •dynamische Medien (Film, TV) •interaktive Medien (Computer) •Nutzer müssen Technik beherrschen •Massenmedien (Presse, TV) •Individualmedien (Telefon, Mail) •Unterrichtsmedien (Software) Unterschiede liegen nicht im Medium selbst, sondern im Verwendungszusammenhang http://bit.ly/pXDEfA by Adibu456
  5. 5. Didaktik didactos (gr.): lehrbar, gelehrt, unterrichtet didachae (gr): das Lehrende, die Lehre, die Belehrung, Unterricht, Unterweisung • Wie kann Wissen erfolgreich vermittelt werden? • Welche Faktoren beeinflussen den Lehr-/Lernprozess? • Welche Unterrichtsmethoden, Mittel, Medien werden verwendet? http://bit.ly/oJAwXp by euart
  6. 6. didaktikMedien ...befasst sich mit den Funktionen, der Auswahl, dem Einsatz (einschließlich seiner Bedingungen und Bewertung), der Entwicklung, der Herstellung und Gestaltung sowie den Wirkungen und Medien in Lehr- und Lernprozessen. Ziel der Mediendidaktik ist die Optimierung dieser Prozesse mithilfe von Medien (de Witt & Czervionka, 2007)
  7. 7. Medienpädagogik Mediendidaktik Medienforschung Die Mediendidaktik ist ein Teilgebiet der Medienpädagogik
  8. 8. Medienkunde ...befasst sich mit der Vermittlung von Kenntnissen über Medien, die historische Entwicklung von Medien, mit Medieninstitutionen und ihrer Organisation, mit Produktionsprozessen sowie Technik und Gestaltung von Medien (de Witt & Czervionka, 2007)
  9. 9. Medienerziehung ...hat das Ziel, zu einem bewussten, reflektierten, kritischen, d.h. sozial erwünschten Umgang mit Medien zu erziehen (Issing, 1987) Medienerziehung hängt maßgeblich vom Wissen und der Erfahrungen ab, die Kinder außerhalb der Schule erwerben. (...) Medienerziehung setzt bei diesem Wissen ein und versucht, es zu strukturieren, zu artikulieren, es bewusst und auch vielfältiger zu machen (BMUKK, 2001)
  10. 10. Medienforschung ...befasst sich sowohl mit Massenmedienforschung (Rezeptionsforschung, Medienwirkungsforschung) als auch mit didaktischer Medienforschung (Issing, 1987) Die didaktische Medienforschung (medienpädagogische Forschung) beleuchtet den Prozess der Übernahme oder Ablehnung medial vermittelter Inhalte (Schorb, 2005)
  11. 11. Medienfunktionen in Lehr- /Lernprozessen • Vermittlungsfunktion (indirekte Erfahrungen) • Darstellungs- und Veranschaulichungsfunktion • Kommunikationsfunktion (zeit- u. ortsunabhängig • Repräsentationsfunktion • Lehrfunktion • Individualisierungsfunktion (Lernsoftware) • Multiplikationsfunktion (Lehrangebot für große Schülergruppen) • Dokumentationsfunktion (bei wichtigen Schulereignissen)
  12. 12. Ziele der Mediendidaktik Ziel der Mediendidaktik ist die Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, um fachliche Lehr- und Lernziele durch den Einsatz von Medien zu erreichen und Unterrichtszusammenhänge mittels (neuer) Technologien darzustellen
  13. 13. Medienarten 1. Grundsätzliche Einteilung: Personale Medien Nichtpersonale Medien • vortechnische Medien • Tafelkreide • technische Medien • Auditive Medien • Visuelle Medien • Audiovisuelle Medien
  14. 14. Medien und Medienträger Medien (im engeren Sinne) Repräsentationsformen der Wirklichkeit wie • Modell • Bild • graphische Darstellung • Zahlen • Texte Medienträger Darbietungsformen der Medien z.B. kann das Medium Bild als Plakat, Miniatur, Dia, Ansichtskarte, Buchcover, etc. dargeboten werden
  15. 15. Technische Medien sind innerhalb der Mediendidaktik den Medienträgern bzw. Hilfsmitteln zugeordnet! (ACHTUNG: In den Fachdidaktiken ist dies anders)
  16. 16. Klassifizierung von Medien Nach Abstraktionsgrad Objektale Medien Medien, die als Objekte vorliegen (Fossile, 3D-Modelle, Gebrauchsgegen- stände) Ikonische Medien Medien, die optische und/oder akustische Informationen vermitteln (Bilder, Filme usw.) Symbolische Medien Medien mit Symbolcharakter (Texte, Karten, Pictogramme, usw.)
  17. 17. Klassifizierung von Medien Didaktischer Einsatz • Motivationsmedien • Erarbeitungs- und Darbietungsmedien • Sicherungs- und Übungsmedien • Transfermedien • Kontrollmedien
  18. 18. Medieneinsatz Medien haben dort „Vermittlungsfunktion“, wo Primärerfahrungen... - nicht mehr möglich sind (z.B. Analyse einer hist. Rede als Tondokument) - nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich sind (z.B. Film über die Geografie von Israel) - zu einer Gefährdung der Schüler führen würde (z.B. chemische Experimente zum Thema Thermit, Nitroglyzerin, etc.)
  19. 19. Medieneinsatz Medien können auch „Lehrfunktion“ haben, um Lehrpersonen in einzelnen Phasen des Unterrichts zu entlasten, z. B. ... - in Phasen der Aufgabenstellung, z.B. durch eine Videosequenz die einen problemorientierten Zugang ermöglicht - in Phasen der Erarbeitung und Übung (Arbeit mit einem Lern- bzw. Übungsprogramm / z. B. Learning Apps) - in Phasen der Zusammenfassung (Präsentation) des Gelernten (z.B. unter Einsatz von einem interaktiven Whiteboard) - in Phasen der Weiterführung (Bildercollage um Übersicht über eine geschichtliche Gegebenheit zu wiederholen und zu festigen)
  20. 20. Medieneinsatz Medien können und sollen auch selbst zum Gegenstand der Beurteilung und Analyse werden - mit dem Ziel des Herausarbeitens von Gestaltungskriterien (Medien als „ästhetische Produkte“) z.B. Stilrichtungen von Filmen im Rahmen von Kunstunterricht) - mit dem Ziel der Aufdeckung von Manipulationstechniken (Medien als Produkt mit „Kommunikationsabsichten und dahinterliegenden Interessen“), z.B. Analyse von Reportagen, Nachrichtensendungen, Soap Operas.
  21. 21. Medieneinsatz Medien sollen von Lehrpersonen und Lehrenden auch als Gestaltungsmittel für den persönlichen Lehr- und Lernprozess herangezogen werden. - zur Dokumentation wichtiger schulischer Ereignisse, z.B. Herstellen einer Fotodokumentation von einer Schulfeier, einer Exkursion, eines Einkehrtages - als Ermöglichung von Analysen und Selbstreflektion des eigenen Lehrverhaltens, z.B. durch Ton- und Videoaufzeichnungen von Lehrauftritten, etc. - als Möglichkeit, mediale Handlungskompetenz zu entwickeln und sie mit didaktischen, methodischen und/oder medienkritischen Absichten zu verbinden, z.B. Produktion eines Lehrfilms in Form eines Video-Tutorials etc.
  22. 22. Beurteilung und Analyse von Bildungsmedien 1.Lernziele 2.Adressatengerechtheit 3.Thema 4.Methodischer Kontext des Medieneinsatzes 5.Medienwirkung
  23. 23. Lernziele Checkliste: - Welche Lernziele können mit Hilfe eines bestimmten Mediums erreicht werden? - Entsprechen die Lernziele den Lernvoraussetzungen und dem Fassungsvermögen der Schüler? - Welche im Hinblick auf die Ziele des Unterrichts sinnvollen Ergebnisse sind mit Hilfe des Mediums erreichbar?
  24. 24. Adressatengerechtheit Checkliste: - Entspricht die mediale Darstellung dem Lernstand der Adressaten? - Ist der Schwierigkeitsgrad angemessen? - Sind die gewählten Darstellungsmittel verständlich? - Sind die verwendeten Begriffe bekannt?
  25. 25. Thema Checkliste: - Welche Inhalte wurden ausgewählt und wie (mit welchen Akzenten) werden sie im Medium dargestellt? - Sind die Inhalte für die Realisierung der Lernziele des Unterrichts geeignet? - Sind die Inhalte sachlich richtig dargestellt? - Sind die Elemente der mit Hilfe des Mediums dargebotenen Inhalte klar und überschaubar artikuliert? - Passt der Inhalt zu dem verwendetem Medium?
  26. 26. Methodischer Kontext Checkliste: - Ist der methodische Kontext, auf den das Medium angelegt ist, geeignet für die Realisierung der Ziele und die Vermittlung der Inhalte? - Wird die Methode den Lernvoraussetzungen gerecht? - In welcher Phase des Unterrichts lässt sich das Medium einsetzen? - Welche Schüleraktivität ermöglicht das Medium? - Wie ist der Unterricht, der die Arbeit mit dem Medium vorbereitet und nachbereitet, methodisch zu gestalten?
  27. 27. Medienwirkung Checkliste: - Welche (emotionale) Wirkung löst das einzusetzende Medium auf die Schüler aus? - Wird durch den Medieneinsatz eine größere Durchdringungstiefe beim Lernen erreicht? (Effizienz) - Inwieweit erleichtert der Medieneinsatz die Durchführung des Unterrichts? (Ökonomie)
  28. 28. Literatur AUFENANGER, Stefan / Six, Ulrike (Hg) (2001): Medienerziehung früh beginnen. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. BMUKK (2012): Grundsatzerlass zur Medienerziehung. Wiederverlautbarung der aktualisierten Fassung. Wien: BMUKK. CERVIONKA, Thomas / WITT, Claudia de (2007): Mediendidaktik. Gütersloh: Bertelsmann. DICHANZ, Horst (Hg) ( 1997): Medienerziehung im Jahr 2010. Gütersloh: Bertelsmann. ISSING, Ludwig (1987): Medienpädagogik im Informationszeitalter. Weinheim: Deutscher Studienverlag. KLEBER, Hubert (Hg) (2005): Perspektiven der Medienpädagogik. München: Kopaed MAIER, Wolfgang / BECKER Georg (1998): Grundkurs Medienpädagogik Mediendidaktik. Weinheim: Beltz. SCHAUB, Horst / ZENKE, Karl (2000): Wörterbuch Pädagogik. München: DTV SCHORB, Bernd / HÜTHER, Jürgen (2005): Grundbegriffe Medienpädagogik. München: kopaed. TOMAN, Hans (2006): Historische Belange und Funktionen von digitalen Medien im Unterricht. Hohengehren: Schneider-Verlag.

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