The dark side of the MOOC
Eine Hochschule für alle?

Markus Deimann | FernUniversität in Hagen
markus.deimann@fernuni-hagen.de
„And then one day you find
ten years have got behind you.
No one told you when to run,
you missed the starting gun.“

// Pink Floyd – „Time“ (1973) //
These I
Hinter dem gegenwärtigen Hype um Massive Open
Online Courses (MOOCs) liegt eine tiefsitzende
Unsicherheit im Umgang mit den
Herausforderungen der Digitalisierung des
Bildungssystems.
„Education is broken“
Grundlegende
Transformationen
in der Arbeitswelt

Mit Technologien
lassen sich weit
mehr Studierende
erreichen als mit
traditionellen
Universitäten

EUROPEAN COMMISSION STAFF WORKING DOCUMENT
Analysis and mapping of innovative teaching and learning for all through new Technologies and Open Educational Resources in Europe
25.09.2013
„I can't teach at Stanford again. It's impossible. I feel like there's a
red pill and a blue pill, and you can take the blue pill and go back to
your classroom and lecture your 20 students, but I have taken the
red pill, and I've seen wonderland. And we have changed the world,
I think, with education.“
Sebastian Thrun, 25.01.2012
CEO Udacity
Ein globaler MOOC-Markt entsteht
●

Kommerzielle Anbieter (Coursera, Udacity, Iversity)
–

Finanzierung durch Venture Capital

–

Private-Public Partnership

–

Enorme Wachstumsraten

●

Profilierung mit MOOCs (FutureLearn, OpenUpEd)

●

Nicht-kommerzielle Anbieter (edX)

●

Alternative: OCW, OERUniversity
These II
MOOCs und Open Education wirken
sowohl befreiend als auch unterdrückend
Implizite und explizite Dramaturgie von
MOOCs
Explizite Dramaturgie
Klar vermittelte Botschaften/konkretes
Handlungsgeschehen
●

Breaking Bad
–

●

Aufstieg des biederen High School Lehrers Walter White
zum gefürchteten Drogenbaron

MOOC
–

Kostenfreie, qualitativ hochwertige, leicht zugängliche
Bildung für alle

–

Keine Zugangsbeschränkungen (sozial, ökonomisch)

–

Online Videos mit kurzen MC-Tests und
Diskussionsforen zur Wissensüberprüfung
Implizite Dramaturgie
Versteckte Botschaften, die sich auf das Weltwissen
der RezipientInnen beziehen
●

Breaking Bad
–
–

●

Verwendung genretypischer Codes und Sprache
(„Breaking Bad“)
Distinktionswissen erforderlich, um den tieferen Sinn zu
erschließen und an Diskussionen teilzunehmen

MOOC
–

Dominanz bestimmter Vermittlungsformen

–

Habitus „Ivy-League“
Illusion der Chancengleichheit
●

Studie von Bourdieu & Passeron (1971): nicht Begabung
und Anstrengung, sondern soziales und kulturelles Kapital
bedingen Bildungserfolge

●

Schule/Hochschule verstärkt noch weiter bestehende soziale
Unterschiede

●

Höhere Bildung setzt immer das voraus, was zu vermitteln
sie vorgibt: Kulturelles Kapital

==> MOOCs können Matthäus-Effekt bedingen: 70% der
MOOC Teilnehmenden haben bereits einen
Hochschulabschluss (Studie der University of Edinburgh)
Openness als Disziplinarmacht
●

Offenheit wird zur Norm, der alles unterworfen
wird.

●

cMOOCs:Ausgrenzung „abweichender“ Praktiken

●

xMOOCs: Benachteiligung finanzschwacher
Hochschulen („Super-Professor“)
Chancengleichheit durch MOOCs?
●

Keine Diskrepanz zwischen impliziter und expliziter
Dramaturgie

●

Soziale Inklusion ist an Bedingungen geknüpft

●

MOOCs für bestimmte Zielgruppen und
Kompetenzen:
–

●

Beispiel „Entdecke die Insel der Forschung“ (#exif13) →
digitaler Brückenkurs zur Einführung/Auffrischung

Finanzielle Aspekte
–

Eigene Marke verschwindet (ist es Stanford oder
Coursera)?
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
Bildnachweis
Folie 5:
http://www.cydonian.com/photos/data/media/192/ma
trix_074.jpg
Folie 8:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/
Breaking_Bad_logo.png

The dark side of the MOOC

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    The dark sideof the MOOC Eine Hochschule für alle? Markus Deimann | FernUniversität in Hagen markus.deimann@fernuni-hagen.de
  • 2.
    „And then oneday you find ten years have got behind you. No one told you when to run, you missed the starting gun.“ // Pink Floyd – „Time“ (1973) //
  • 3.
    These I Hinter demgegenwärtigen Hype um Massive Open Online Courses (MOOCs) liegt eine tiefsitzende Unsicherheit im Umgang mit den Herausforderungen der Digitalisierung des Bildungssystems.
  • 4.
    „Education is broken“ Grundlegende Transformationen inder Arbeitswelt Mit Technologien lassen sich weit mehr Studierende erreichen als mit traditionellen Universitäten EUROPEAN COMMISSION STAFF WORKING DOCUMENT Analysis and mapping of innovative teaching and learning for all through new Technologies and Open Educational Resources in Europe 25.09.2013
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    „I can't teachat Stanford again. It's impossible. I feel like there's a red pill and a blue pill, and you can take the blue pill and go back to your classroom and lecture your 20 students, but I have taken the red pill, and I've seen wonderland. And we have changed the world, I think, with education.“ Sebastian Thrun, 25.01.2012 CEO Udacity
  • 6.
    Ein globaler MOOC-Marktentsteht ● Kommerzielle Anbieter (Coursera, Udacity, Iversity) – Finanzierung durch Venture Capital – Private-Public Partnership – Enorme Wachstumsraten ● Profilierung mit MOOCs (FutureLearn, OpenUpEd) ● Nicht-kommerzielle Anbieter (edX) ● Alternative: OCW, OERUniversity
  • 7.
    These II MOOCs undOpen Education wirken sowohl befreiend als auch unterdrückend
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    Implizite und expliziteDramaturgie von MOOCs
  • 9.
    Explizite Dramaturgie Klar vermittelteBotschaften/konkretes Handlungsgeschehen ● Breaking Bad – ● Aufstieg des biederen High School Lehrers Walter White zum gefürchteten Drogenbaron MOOC – Kostenfreie, qualitativ hochwertige, leicht zugängliche Bildung für alle – Keine Zugangsbeschränkungen (sozial, ökonomisch) – Online Videos mit kurzen MC-Tests und Diskussionsforen zur Wissensüberprüfung
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    Implizite Dramaturgie Versteckte Botschaften,die sich auf das Weltwissen der RezipientInnen beziehen ● Breaking Bad – – ● Verwendung genretypischer Codes und Sprache („Breaking Bad“) Distinktionswissen erforderlich, um den tieferen Sinn zu erschließen und an Diskussionen teilzunehmen MOOC – Dominanz bestimmter Vermittlungsformen – Habitus „Ivy-League“
  • 11.
    Illusion der Chancengleichheit ● Studievon Bourdieu & Passeron (1971): nicht Begabung und Anstrengung, sondern soziales und kulturelles Kapital bedingen Bildungserfolge ● Schule/Hochschule verstärkt noch weiter bestehende soziale Unterschiede ● Höhere Bildung setzt immer das voraus, was zu vermitteln sie vorgibt: Kulturelles Kapital ==> MOOCs können Matthäus-Effekt bedingen: 70% der MOOC Teilnehmenden haben bereits einen Hochschulabschluss (Studie der University of Edinburgh)
  • 12.
    Openness als Disziplinarmacht ● Offenheitwird zur Norm, der alles unterworfen wird. ● cMOOCs:Ausgrenzung „abweichender“ Praktiken ● xMOOCs: Benachteiligung finanzschwacher Hochschulen („Super-Professor“)
  • 13.
    Chancengleichheit durch MOOCs? ● KeineDiskrepanz zwischen impliziter und expliziter Dramaturgie ● Soziale Inklusion ist an Bedingungen geknüpft ● MOOCs für bestimmte Zielgruppen und Kompetenzen: – ● Beispiel „Entdecke die Insel der Forschung“ (#exif13) → digitaler Brückenkurs zur Einführung/Auffrischung Finanzielle Aspekte – Eigene Marke verschwindet (ist es Stanford oder Coursera)?
  • 14.
    Vielen Dank fürIhre Aufmerksamkeit!
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