Web 2.0 & Politische Bildung PH Salzburg 7. und 8. Mai 2009, Strobl am Wolfgangsee David Röthler politik.netzkompetenz.at Stand:  10.06.09
 
 
 
 
 
Bertolt Brecht 1927/1932 ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks:  „Der Rundfunk ist aus einem  Distributionsapparat  in einen  Kommunikationsapparat  zu verwandeln.
Bertolt Brecht 1927/1932 „ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer  nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“
 
 
Ist die Utopie von Brecht Realität geworden?
Web 2.0 Wikipedia Weblogs Youtube Flickr Xing, Facebook, StudiVZ, MySpace Twitter
Entstehungsgeschichte Web 2.0 60.000 Jahre  Menschen beginnen zu  sprechen 5.000 Jahre Schrift 600 Jahre Buchdruck 85 Jahre Radio 50 Jahre Fernsehen 25 Jahre Internet
Internet Militär Forschung Universitäten Gesellschaftliches Engagement Wirtschaft
E-media Nr. 26A, Jänner 2006
Web 0.5 Zeit vor dem WWW: 1988-1993 E-Mail und Datenkommunikation
Web 1.0 Das Web 1.0 ist das Web von 1995  Statisches HTML, reine Einwegkommunikation, klassische Websites.
Web 1.5 Dotcom-Zeit: zwischen 1996 und 2001 Websites wurden dynamisch Ziel: Hits & Traffic  Interaktive Web-Sites: Shops, Communities, Foren. Meistens als Insellösungen Technologien teuer und kompliziert Personal Publishing nur eingeschränkt möglich
Background: Web 2.0
Web 2.0 Partizipation Transparenz Selbstmotivation Vernetzung Bereitstellung von Infrastruktur Voneinander Lernen Sozialkapital
Web 2.0 Technische Aspekte Browserbasiert, Ajax, RSS … Gesellschaftliche Aspekte (->  Social Software ) Kommunikation & Dialog statt Information Vernetzung Mehrwert entsteht durch die Partizipation der NutzerInnen -> User generated content
Kompetenzmodell Politische Urteilskompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, selbstständig Urteile zu treffen und fremde Urteile zu hinterfragen. Notwendige Teilkompetenzen sind daher u.a. die Qualitätsprüfung der Urteile, die Interessens- und Standortgebundenheit, das Miteinbeziehen von Folgen und Auswirkungen von Urteilen. Politische Handlungskompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, politische Konflikte auszutragen, eigene politische Positionen zu artikulieren, politische Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen, sowie an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen mitzuwirken. Dazu gehört Kompromissbereitschaft, Toleranz, Akzeptanz, Konfliktfähigkeit, Kontaktaufnahme mit Institutionen bzw. Personen der politischen Öffentlichkeit, Nutzung von Angeboten unterschiedlichster Organisationen etc. Politikbezogene Methodenkompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, über jene Verfahren und Methoden zu verfügen, die dazu beitragen, fertige Manifestation des Politischen (u.a. TV-Beiträge, Reden von PolitikerInnen, Ergebnisse von Meinungsumfragen, Berichte etc.) zu verstehen und zu hinterfragen, sowie eigene Manifestationen aufzubauen, um die eigene politische Willensäußerung zu unterstützen. Politische Sachkompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, Kategorien und die ihnen innewohnenden Konzepte des Politischen zu verstehen, über sie verfügen zu können sowie sie kritisch weiterentwickeln zu können. Dazu gehört es u.a. die Alltagssprache von einer Fachsprache zu unterscheiden, Fachtermini konstruktiv und kritisch einzusetzen, notwendige Konzepte der Erkenntnistheorie zu kennen (z.B. Perspektivität, Genauigkeit, Vollständigkeit) etc.
Web 2.0 in der Schule Eigenproduktion der Lernenden Zusammenarbeit der Lernenden
Warum? Arbeitsergebnisse sind immer da.  Die Arbeitsergebnisse der letzten Stunde oder Gruppensitzung sind immer verfügbar. Papier? Arbeiten sind für andere sichtbar.  Die Arbeitsergebnisse, aber auch die Arbeitsfortschritte sind für andere sichtbar. Die anderen können die MitschülerInnen, andere Lehrpersonen oder auch Eltern oder die Öffentlichkeit sein. Das Austauschen von Arbeitsergebnissen kann einfacher sein. Die Zusammenarbeit mit (weit) entfernten Personen oder Klassen wird erleichtert.   Erweiterung der Werkzeugpalette.  Der Einsatz von Internet erhöht die Werkzeugvielfalt in der Schule und kann bereits deshalb motiverend wirken (solange man nicht alles über das Internet machen will...)
Internetnutzung in Ö. 71% der ÖsterreicherInnen nutzen das Internet 78% haben Zugang zum Internet 46% sind täglich online Unter 30-Jährige mit rund 95% online  Über 60-Jährige erst ca. 1/3 online 60 bis 69 Jahre: 47%  über 70-Jährige: 19% Quelle:  http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?internet/internet_aim.htm   
Weblogs
Was sind Weblogs? Wort ist eine Mischung aus WEB und LOG Logbuch, Tagebuch  AutorIn: BloggerIn Gesamtheit der Weblogs: Blogosphäre chronologisch geordnete Sammlung von Beiträgen (Text, Bild, Audio, Video) Werden meist von Einzelpersonen erstellt
Tagebuch
Flaschenpost
Gesprächsrunde
Vernetzung
Technisch einfache Bedienung Weblogs entsprechen der ursprünglichen Intention des Internet: viele Menschen zu AkteurInnen zu machen. Keine besonderen technischen Kenntnisse notwendig Einfachere Bedienung als Content Mangement Systeme (CMS)
Interaktivität von Weblogs Hochgradige Vernetzung Diskussion kann auf einem Weblog begonnen und auf einem anderen fortgesetzt werden Kommentarfunktion
Arten von Weblogs  (Auswahl) Privates Weblog Alltagsberichte, persönliche Erlebnisse Fach-Weblog Diskussion und Austausch von Fachthemen, Erstellung eines digitalen Kompetenzprofils: „create and customize portfolios for academic, career, or personal uses“  Moblog Beiträge von einem mobilen Gerät gepostet; meistens Fotos mit der Handy-Kamera Photoblog Abbildung des Alltags in Fotografien Corporate/Business-Weblog MitarbeiterInnen schreiben im Namen einer Firma zu PR-Zwecken.
Begriffe Permalinks:  Jeder Beitrag erhält einen individuellen Link, der nicht veränderbar ist. Über ihn kann der Beitrag jederzeit aufgerufen werden, das heißt, Permalinks machen das Verlinken auf andere Webseiten leicht. Backlinks : Über Backlinks erfahre ich automatisch davon, wenn irgendwo im Internet auf einen meiner Weblogbeiträge verlinkt wird. Kommentare:  Die Kommentarfunktion erlaubt es den Lesern, sich am Ende jedes Blogeintrags direkt zu äußern .
Ziele des Führens eines Weblogs Aufmerksamkeit  Reputation durch Authentizität Soziales Kapital durch Vernetzung
Effektivität Durch Vernetzung gute Auffindbarkeit durch Suchmaschinen Erstaunlich rasche Reaktionen von anderen Denkbar einfache Möglichkeiten der Publikation z.B. auch über E-mail, Mobiltelefon…
Wie komme ich zu einem Weblog Einrichtung bei einem oft kostenlosen Weblog-Dienst: z.B. blogger.com, twoday.net Installation einer Weblog-Software auf dem eigenen Webspace oder Server: z.B. WordPress, Drupal
www.twoday.net
www.wordpress.com
Auf Server installieren
Vorteile & Grenzen Vorteile Schnell, einfach, übersichtlich, chronologisch, schlichtes Layout Weitergabe von Neuigkeiten in regelmäßiger Zeitfolge  Diskussion dank der Kommentarfunktion  Wissensaustausch  Aufbau und Pflege von persönlichen Kontakten  Präsentation von eigenen Artikeln und Arbeiten
Vorteile & Grenzen Grenzen:  themenzentrierte Diskussion besser im  Forum ,  Projektmanagement besser in  Groupware Projektpräsentation besser in  CMS ,  kollaboratives Schreiben besser im  Wiki
Elefantenklasse.de Schultagebuch einer Grundschule in Deutschland von der 1. bis zur 4. Klasse – lebendige und authentische Chronik Öffentlich: Kinder schreiben unter Phantasienamen Einträge werden vor der Veröffentlichung gelesen
 
http://klinfo.blogspot.com/
Weblogs von LehrerInnen http://derwebweiser.blogspot.com/ http://lernenheute.wordpress.com/ http://teacher.twoday.net/ http://www.jochenenglish.de/
Weitere Beispiele Reformpädagogische Volksschule in Wien http://faklasse.wordpress.com/
 
RSS Bedeutung: R ich  S ite  S ummary R eally  S imple  S yndication „Syndication“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Verkauf, Vertrieb, Übernahme von Content an/durch andere Medienanbieter Synonym: Newsfeed, RSS-Feed
 
 
Feedreader Online http://reader.google.com http://www.bloglines.com/ http://www.netvibes.com Offline http://www.awasu.com/ http://www.sharpreader.net/
 
 
 
Aggregatoren, Lifestreams Facebook.com Friendfeed.com Soup.io
Mashups www.vorarlblog.at www.politikblogs.at
 
Wikis Quelle: http://www.lernklick.ch/pdf/WIKI_BROSCHEURE24-web.pdf
Einsatzmöglichkeiten
Beispiel http://wiki.ksso.ch/mediawiki/index.php?title=2007/2bW/Kulturwoche
Social Bookmarks
 
 
 
 
Einsatzszenarien SchülerInnen berichten von ihren Ferien, Ausflügen, Klassenfahrten usw.: Twittern kann man per Handy (online oder via sms). 140 Zeichen sind schnell getippt - zumal von der “Generation SMS”.  Neuigkeiten tolle Ereignisse  spezielle Beobachtungsaufträge  Empfang durch daheimgebliebene Parallelklassen, Eltern, KollegInnen Gruppenintern Kollegiumsintern: Ersatz für „Schwarzes Brett“. Kontakt zu Eltern und digitales Klassentagebuch: Eine Nachricht an den Gruppenaccount kann das aktuelle Unterrichsthema enthalten, die Hausaufgaben oder die wichtigsten Ergebnisse.  Hausaufgaben, Referatsvorbereitungen: Gegenseitige Hilfe möglich
Twitter im Hörsaal http://www.blog.initiatived21.de/?p=2431
YouTube in Zahlen Seit Februar 2005 Oktober 2006 Kauf von Google, ca. 1,3 Mrd. € Marktanteil Online-Videos 40-60% 65.000 Video-Uploads täglich 100 Mio. Videos täglich werden angesehen
Success-Story Geriatric1927,  Pseudonym  für  Peter Oakley  aus England http://www.youtube.com/profile?user=geriatric1927 Mehr als 2 Mio. Zugriffe auf einige seiner Videos
 
Offenheit Alle diese Szenarien erfordern eine sehr weite Öffnung von Unterricht und eine Lernkultur, die wenig bis gar nicht von Einzelkämpfertum geprägt ist. Nicht die „richtige“ Lösung, das tolle Einzelergebnis darf dabei weiterhin im Mittelpunkt stehen, sondern derjenige, der hilft, unterstützt, gute Anregungen liefert und erklären kann, ist dann willkommen.
 
 
 
Synchron Skype Etherpad Second Life DimDim Arcobat.com Adobe Connect
Einsatzmöglichkeiten in der Schule Einbindung von ExpertInnen in den Unterricht Sprachunterricht (voneinander Lernen in Kleingruppen) Zusammenschalten von 2 Klassen (e-Twinning) Teilnahmemöglichkeit für erkrankte SchülerInnen Aufzeichnung des Unterrichts Kommunikationsplattform für Lehrkräfte Koordination von internationalen Schulprojekten Fortbildung von LehrerInnen
 
 
Schule für Kranke http://www.sfk-erlangen.de/mediapool/42/424096/data/Unterricht_per_Videokonferenz.pdf
 
 
Krise der repräsentativen Demokratie (1) BürgerInnen neigen zu Apathie Abwendung von politischen Institutionen und AkteurInnen: „Politikverdrossenheit“ Kongruenz von BürgerInnenwünschen und staatlichem Handeln abnehmend Inszenierung und Symbolisierung von Politik
Krise der repräsentativen Demokratie (2) Aktuelle Herausforderungen als weitere Ursache Individualisierungsprozesse Globalisierung, Europäisierung Problemkomplexität
Antwortversuche (Wieder-)Vereinigung von BürgerInnen mit dem Staat Einbeziehung von BürgerInnen in Planungs- und Entscheidungsprozesse Repräsentatives System nicht ersetzen, sonder ergänzen durch Partizipation -> Identitätszuwachs
Mediendemokratie Massenmedien wesentlicher Bestandteil des politischen Diskurses Partizipatives Web 2.0 Hoffnung: Demokratisierung des Diskurses
Neue Bottom-up-Beteiligungskultur oder bloß der nächste Techno-Hype der Web-Avantgarde?
 
 
These Da politische Willensbildungsprozesse von Medien zumindest mitbestimmt werden, ist die Partizipation von BürgerInnen an der Medienproduktion eine (nicht die einzige!) Voraussetzung für politische Partizipation.
Hürden Digital Divide Mangelnde Medienkompetenz (Bildung) Überwachung (Vorratsdatenspeicherung…)
Voraussetzungen Transparenz Partizipationskultur Soziale Sicherheit (Digital Divide) Geschlechtergerechtigkeit Inklusion von MigrantInnen Einbindung der älteren Generation Liberale Informationsgesellschaft Alphabetisierung -> Medienkompetenz
Neue Bottom-up-Beteiligungskultur oder bloß der nächste Techno-Hype der Web-Avantgarde?
Web 2.0-Kompetenz Qualifizierung (der politisch Aktiven) im Umgang mit den neuen Technologien entscheidend Aktivierung von Passiven durch Web 2.0 -> breite „bottom-up“ Beteiligungskultur über das Netz könnte sich entfalten Hype? Digital Divide?
Demokratisierung durch Web 2.0? Wo fällt die Entscheidung? Aber: Agenda Setting Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten Neue Kommunikationskanäle
Politische Partizipation und Aktivismus 2.0  Für die politische Kommunikation zivilgesellschaftlicher AkteurInnen birgt das Web 2.0 großes Potenzial.  Grassroots-Initiativen können ihren Wirkungsgrad durch die virtuelle Vernetzung mit anderen AkteurInnen erhöhen.
These I Die   Mobilisierungsthese :  Demnach hilft das Internet, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten geringer werden zu lassen. Das Netz sorgt dafür, dass sich mehr BürgerInnen am politischen Prozess beteiligen als zuvor.
These II Die   Reinforcementthese   (Verstärkung): Die politische Beteiligung nimmt demnach nicht zu. Vielmehr benutzen diejenigen, die sowieso am politischen Prozess beteiligt sind, auch das Internet. Die Partizipation weniger wird also gefestigt, während die Mehrheit weiter nicht am politischen Prozess aktiv teilnimmt.
Andere Aspekte politischer Beteiligung Dramatische politische Ereignisse Betroffenheit Sozialisation, Bildung (political literacy) Partizipation als Luxus Kann man etwas ändern? Wie hoch ist die Investition dafür? -> Niedrige Investitionskosten durch neue Medien Partizipationskultur, gesellschaftliche Anerkennung?
Impulse für Partizipation Offene Veranstaltungsformate Open Source, Open Content/Creative Commons Peer to peer Kredite Open Money (Tiroler Stunde) Werbung, Marketing („Crowdsourcing“)
 
Utopie οὐτοπία  utopía  „die Nicht-Örtlichkeit“ der wünschenswerte Zustand der Welt/eines Staates Synonym für optimistisch-fantastische Ideale  Utopien sind üblicherweise nicht sofort realisierbar
Mit jeder Innovation im Bereich der Telekommunikation wurden gesellschaftliche Utopien verknüpft: Aus der Transatlantikverkabelung der 1860er Jahre und dem Ausbau der Telegrafie wurde eine "technisch gestützte Eintracht der Völker dieser Welt, mit der Aussicht auf nichts weniger als den Weltfrieden" abgeleitet, wie Frank Hartmann in seinem Buch "Globale Medienkultur" schreibt.
Internet-Utopien die Utopie einer weltweiten Gemeinschaft durch das Internet ->Globales Dorf die Informationsgesellschaft wird irgendwann einmal alle Menschen gleicher und freier machen Neue Produktionsweisen jenseits des Kapitalismus
Hans Magnus Enzensberger „ Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ „  Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ „ Repressiver Mediengebrauch“ „ zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ Konsumenten passivisiert und entpolitisiert
„ emanzipatorischer Mediengebrauch“ Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel „  Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ „  Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“
„ Kalifornische Ideologie“ Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde.
Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace „ Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“
Projekt Oekonux Eine wichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. http://www.oekonux.de/
Wikinomics Neue Form des Wirtschaftens mit revolutionären Formen der Zusammenarbeit freiwillige Zusammenarbeit Offenheit eine Kultur des Teilens globales Handeln http://de.wikipedia.org/wiki/Wikinomics
Frei? Freie Medieninhalte  (Creative Commons) Freies Wissen (Wikipedia) Freie Software (Open Source) Freies Geld (Open Money) Freibier?
Wie verändert sich Gesellschaft? Politik Bildung Journalismus Wirtschaft Hierarchien Transparenz Partizipation Kulturen der Kooperation
Dystopie George Orwell: „1984“ „ Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig.  Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor. (Orwell 1950, 190)“
 
50% der indischen Frauen sind Analphabetinnen
Medienkompetenz
 
 
Realität Überwachung Digital Divide Medienkompetenz Kommunikationskulturen
Realität Macht bei Regierungen und Konzernen Aber Ambiguität Menschen sind in einer stärkeren Position als je zuvor
Politische Relevanz Hoffnung auf Wiederaneignung des politischen Prozesses durch die BürgerInnen mit Unterstützung durch die neuen Technologien Eröffnung von Handlungsmöglichkeiten
Aber Barrieren aufgrund unterschiedlicher Ressourcenausstattung Zeit Artikulationsfähigkeit Digital Literacy Fähigkeit zum Umgang mit Kritik … Umsetzung der Ergebnisse von Beteiligungsverfahren?
Beispiele
 
 
Wirkliche Teilhabe oder schmückendes Beiwerk?
 
 
 
 
 
 
 
 
http://www.virgance.com
 
http://wien.gruene.at/radfalle
http://www.criticalmass.at/
http://www.meinparlament.at/
http://linz.mybikelane.com/
 
 
Internetlinks http://delicious.com/davidro/activism
„ Citizen Journalism“ Synonyme:  Grassrouts Journalism partizipativer Journalismus BürgerInnenjournalismus „  […] Tätigkeit von BürgerInnen, eine aktive Rolle im Prozess der Recherche, des Berichtens, des Analysierens, sowie des Verbreitens von Nachrichten und Informationen einzunehmen.  Ziel dieser Partizipation ist die Bereitstellung von unabhängigen […] und relevanten Informationen, die eine Demokratie benötigt.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzel-Journalismus
Gesellschaftspolitische Dimension Pressefreiheit ist nicht mehr auf diejenigen beschränkt, denen die Medien gehören -> „Citizen Journalism“ Ende des „Gatekeeper“-Zeitalters  Ist Bertold Brechts Vision der „Radiotheorie“ in Erfüllung gegangen?
Zeitungskrise
Web 2.0-Ideen offline Wie können diese Prinzipien des Web 2.0 offline in der Bildung erfolgreich angewendet und mit Online-Tools unterstützt werden? informelles und nicht formales Lernen
… unbestritten ist jedoch, dass nachhaltige Entwicklung eine Neuorientierung der Bildung erfordert,
Bildung, die den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit unterstützt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist allerdings  keine Form der „Indoktrinierung“  mit den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung. Es ist eine neue Aufgabe der Bildung, die sich an den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung orientiert und die bildungstheoretischen Prämissen der  Offenheit, Reflexivität  und Zukunftsfähigkeit integriert. Besonders  Selbstbestimmung und verantwortungsvolles Mitgestalten  stellen einen inhärenten Bestandteil dieser Neuorientierung dar. www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?navid=6
Web 2.0 & Bildung … es geht um die Web 2.0-Paradigmen, die nun auch immer öfter  offline  wirksam werden … mit Web 2.0-Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Dokumentation … oder zur Gänze online synchron asynchron
Offline
Online
 
 
 
 
BarCamp-Definition Wikipedia BarCamp is an international network of  user generated  conferences — open, participatory workshop-events, whose content is provided by participants
Was ist ein BarCamp? Seit 2005 in USA Seit 2006 in Österreich Voneinander lernen in einer offenen Umgebung Dauer 1-3 Tage
Regeln JedeR, der/die etwas beizutragen hat oder etwas lernen will, ist willkommen und herzlich eingeladen mitzumachen. Für den Fall, dass du mitmachst, stell dich darauf ein, dich mit anderen BarcamperInnen auszutauschen. Wenn du gehst, sei bereit, deine Erfahrungen mit dem Rest der Welt zu teilen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Warum erfolgreich? Bedürfnis der Community sich nicht nur on- sondern auch offline auszutauschen Hohe Eigenmotivation durch weitgehende Partizipationsmöglichkeiten und Selbstorganisation Keine Trennung von Vortragenden und Publikum
Derivate I PolitCamp AfrikaCamp CastleCamp DesignCamp EduCamp
Derivate II UnConference  www.civilmedia.eu Web-Montag www.webmontag.de EU-Dienstag www.eudienstag.eu Online-Frühstück www.projektkompetenz.eu/fruehstueck
 
 
 
 
 
 
Partizipative Meta-Veranstaltung www.veranstaltungsformate.at
Kontakt Mag. David Röthler,  http://davidroethler.mp/   mobil +43 664 2139427 skype d.roethler Online-Raum  http://proj.emea.acrobat.com/david/ Email  [email_address]   http://politik.netzkompetenz.at www.projektkompetenz.eu http://blog.eu.info.at http://twitter.com/davidroethler http://friendfeed.com/davidroethler www.xing.com/profile/David_Roethler http://de-de.facebook.com/people/David_Rothler/506043195

Web2.0 & Politische Bildung

  • 1.
    Web 2.0 &Politische Bildung PH Salzburg 7. und 8. Mai 2009, Strobl am Wolfgangsee David Röthler politik.netzkompetenz.at Stand: 10.06.09
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    Bertolt Brecht 1927/1932ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: „Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.
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    Bertolt Brecht 1927/1932„ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könnte den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“
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    Ist die Utopievon Brecht Realität geworden?
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    Web 2.0 WikipediaWeblogs Youtube Flickr Xing, Facebook, StudiVZ, MySpace Twitter
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    Entstehungsgeschichte Web 2.060.000 Jahre Menschen beginnen zu sprechen 5.000 Jahre Schrift 600 Jahre Buchdruck 85 Jahre Radio 50 Jahre Fernsehen 25 Jahre Internet
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    Internet Militär ForschungUniversitäten Gesellschaftliches Engagement Wirtschaft
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    E-media Nr. 26A,Jänner 2006
  • 16.
    Web 0.5 Zeitvor dem WWW: 1988-1993 E-Mail und Datenkommunikation
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    Web 1.0 DasWeb 1.0 ist das Web von 1995 Statisches HTML, reine Einwegkommunikation, klassische Websites.
  • 18.
    Web 1.5 Dotcom-Zeit:zwischen 1996 und 2001 Websites wurden dynamisch Ziel: Hits & Traffic Interaktive Web-Sites: Shops, Communities, Foren. Meistens als Insellösungen Technologien teuer und kompliziert Personal Publishing nur eingeschränkt möglich
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    Web 2.0 PartizipationTransparenz Selbstmotivation Vernetzung Bereitstellung von Infrastruktur Voneinander Lernen Sozialkapital
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    Web 2.0 TechnischeAspekte Browserbasiert, Ajax, RSS … Gesellschaftliche Aspekte (-> Social Software ) Kommunikation & Dialog statt Information Vernetzung Mehrwert entsteht durch die Partizipation der NutzerInnen -> User generated content
  • 22.
    Kompetenzmodell Politische UrteilskompetenzDarunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, selbstständig Urteile zu treffen und fremde Urteile zu hinterfragen. Notwendige Teilkompetenzen sind daher u.a. die Qualitätsprüfung der Urteile, die Interessens- und Standortgebundenheit, das Miteinbeziehen von Folgen und Auswirkungen von Urteilen. Politische Handlungskompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, politische Konflikte auszutragen, eigene politische Positionen zu artikulieren, politische Positionen anderer zu verstehen und aufzugreifen, sowie an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen mitzuwirken. Dazu gehört Kompromissbereitschaft, Toleranz, Akzeptanz, Konfliktfähigkeit, Kontaktaufnahme mit Institutionen bzw. Personen der politischen Öffentlichkeit, Nutzung von Angeboten unterschiedlichster Organisationen etc. Politikbezogene Methodenkompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, über jene Verfahren und Methoden zu verfügen, die dazu beitragen, fertige Manifestation des Politischen (u.a. TV-Beiträge, Reden von PolitikerInnen, Ergebnisse von Meinungsumfragen, Berichte etc.) zu verstehen und zu hinterfragen, sowie eigene Manifestationen aufzubauen, um die eigene politische Willensäußerung zu unterstützen. Politische Sachkompetenz Darunter werden jene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bereitschaften verstanden, Kategorien und die ihnen innewohnenden Konzepte des Politischen zu verstehen, über sie verfügen zu können sowie sie kritisch weiterentwickeln zu können. Dazu gehört es u.a. die Alltagssprache von einer Fachsprache zu unterscheiden, Fachtermini konstruktiv und kritisch einzusetzen, notwendige Konzepte der Erkenntnistheorie zu kennen (z.B. Perspektivität, Genauigkeit, Vollständigkeit) etc.
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    Web 2.0 inder Schule Eigenproduktion der Lernenden Zusammenarbeit der Lernenden
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    Warum? Arbeitsergebnisse sindimmer da.  Die Arbeitsergebnisse der letzten Stunde oder Gruppensitzung sind immer verfügbar. Papier? Arbeiten sind für andere sichtbar.  Die Arbeitsergebnisse, aber auch die Arbeitsfortschritte sind für andere sichtbar. Die anderen können die MitschülerInnen, andere Lehrpersonen oder auch Eltern oder die Öffentlichkeit sein. Das Austauschen von Arbeitsergebnissen kann einfacher sein. Die Zusammenarbeit mit (weit) entfernten Personen oder Klassen wird erleichtert.   Erweiterung der Werkzeugpalette.  Der Einsatz von Internet erhöht die Werkzeugvielfalt in der Schule und kann bereits deshalb motiverend wirken (solange man nicht alles über das Internet machen will...)
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    Internetnutzung in Ö.71% der ÖsterreicherInnen nutzen das Internet 78% haben Zugang zum Internet 46% sind täglich online Unter 30-Jährige mit rund 95% online Über 60-Jährige erst ca. 1/3 online 60 bis 69 Jahre: 47% über 70-Jährige: 19% Quelle: http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?internet/internet_aim.htm  
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    Was sind Weblogs?Wort ist eine Mischung aus WEB und LOG Logbuch, Tagebuch AutorIn: BloggerIn Gesamtheit der Weblogs: Blogosphäre chronologisch geordnete Sammlung von Beiträgen (Text, Bild, Audio, Video) Werden meist von Einzelpersonen erstellt
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    Technisch einfache BedienungWeblogs entsprechen der ursprünglichen Intention des Internet: viele Menschen zu AkteurInnen zu machen. Keine besonderen technischen Kenntnisse notwendig Einfachere Bedienung als Content Mangement Systeme (CMS)
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    Interaktivität von WeblogsHochgradige Vernetzung Diskussion kann auf einem Weblog begonnen und auf einem anderen fortgesetzt werden Kommentarfunktion
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    Arten von Weblogs (Auswahl) Privates Weblog Alltagsberichte, persönliche Erlebnisse Fach-Weblog Diskussion und Austausch von Fachthemen, Erstellung eines digitalen Kompetenzprofils: „create and customize portfolios for academic, career, or personal uses“ Moblog Beiträge von einem mobilen Gerät gepostet; meistens Fotos mit der Handy-Kamera Photoblog Abbildung des Alltags in Fotografien Corporate/Business-Weblog MitarbeiterInnen schreiben im Namen einer Firma zu PR-Zwecken.
  • 35.
    Begriffe Permalinks: Jeder Beitrag erhält einen individuellen Link, der nicht veränderbar ist. Über ihn kann der Beitrag jederzeit aufgerufen werden, das heißt, Permalinks machen das Verlinken auf andere Webseiten leicht. Backlinks : Über Backlinks erfahre ich automatisch davon, wenn irgendwo im Internet auf einen meiner Weblogbeiträge verlinkt wird. Kommentare: Die Kommentarfunktion erlaubt es den Lesern, sich am Ende jedes Blogeintrags direkt zu äußern .
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    Ziele des Führenseines Weblogs Aufmerksamkeit Reputation durch Authentizität Soziales Kapital durch Vernetzung
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    Effektivität Durch Vernetzunggute Auffindbarkeit durch Suchmaschinen Erstaunlich rasche Reaktionen von anderen Denkbar einfache Möglichkeiten der Publikation z.B. auch über E-mail, Mobiltelefon…
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    Wie komme ichzu einem Weblog Einrichtung bei einem oft kostenlosen Weblog-Dienst: z.B. blogger.com, twoday.net Installation einer Weblog-Software auf dem eigenen Webspace oder Server: z.B. WordPress, Drupal
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    Vorteile & GrenzenVorteile Schnell, einfach, übersichtlich, chronologisch, schlichtes Layout Weitergabe von Neuigkeiten in regelmäßiger Zeitfolge Diskussion dank der Kommentarfunktion Wissensaustausch Aufbau und Pflege von persönlichen Kontakten Präsentation von eigenen Artikeln und Arbeiten
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    Vorteile & GrenzenGrenzen: themenzentrierte Diskussion besser im Forum , Projektmanagement besser in Groupware Projektpräsentation besser in CMS , kollaboratives Schreiben besser im Wiki
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    Elefantenklasse.de Schultagebuch einerGrundschule in Deutschland von der 1. bis zur 4. Klasse – lebendige und authentische Chronik Öffentlich: Kinder schreiben unter Phantasienamen Einträge werden vor der Veröffentlichung gelesen
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    Weblogs von LehrerInnenhttp://derwebweiser.blogspot.com/ http://lernenheute.wordpress.com/ http://teacher.twoday.net/ http://www.jochenenglish.de/
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    Weitere Beispiele ReformpädagogischeVolksschule in Wien http://faklasse.wordpress.com/
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    RSS Bedeutung: Rich S ite S ummary R eally S imple S yndication „Syndication“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Verkauf, Vertrieb, Übernahme von Content an/durch andere Medienanbieter Synonym: Newsfeed, RSS-Feed
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    Feedreader Online http://reader.google.comhttp://www.bloglines.com/ http://www.netvibes.com Offline http://www.awasu.com/ http://www.sharpreader.net/
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    Einsatzszenarien SchülerInnen berichtenvon ihren Ferien, Ausflügen, Klassenfahrten usw.: Twittern kann man per Handy (online oder via sms). 140 Zeichen sind schnell getippt - zumal von der “Generation SMS”. Neuigkeiten tolle Ereignisse spezielle Beobachtungsaufträge Empfang durch daheimgebliebene Parallelklassen, Eltern, KollegInnen Gruppenintern Kollegiumsintern: Ersatz für „Schwarzes Brett“. Kontakt zu Eltern und digitales Klassentagebuch: Eine Nachricht an den Gruppenaccount kann das aktuelle Unterrichsthema enthalten, die Hausaufgaben oder die wichtigsten Ergebnisse. Hausaufgaben, Referatsvorbereitungen: Gegenseitige Hilfe möglich
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    Twitter im Hörsaalhttp://www.blog.initiatived21.de/?p=2431
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    YouTube in ZahlenSeit Februar 2005 Oktober 2006 Kauf von Google, ca. 1,3 Mrd. € Marktanteil Online-Videos 40-60% 65.000 Video-Uploads täglich 100 Mio. Videos täglich werden angesehen
  • 71.
    Success-Story Geriatric1927, Pseudonym für Peter Oakley aus England http://www.youtube.com/profile?user=geriatric1927 Mehr als 2 Mio. Zugriffe auf einige seiner Videos
  • 72.
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    Offenheit Alle dieseSzenarien erfordern eine sehr weite Öffnung von Unterricht und eine Lernkultur, die wenig bis gar nicht von Einzelkämpfertum geprägt ist. Nicht die „richtige“ Lösung, das tolle Einzelergebnis darf dabei weiterhin im Mittelpunkt stehen, sondern derjenige, der hilft, unterstützt, gute Anregungen liefert und erklären kann, ist dann willkommen.
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    Synchron Skype EtherpadSecond Life DimDim Arcobat.com Adobe Connect
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    Einsatzmöglichkeiten in derSchule Einbindung von ExpertInnen in den Unterricht Sprachunterricht (voneinander Lernen in Kleingruppen) Zusammenschalten von 2 Klassen (e-Twinning) Teilnahmemöglichkeit für erkrankte SchülerInnen Aufzeichnung des Unterrichts Kommunikationsplattform für Lehrkräfte Koordination von internationalen Schulprojekten Fortbildung von LehrerInnen
  • 79.
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    Schule für Krankehttp://www.sfk-erlangen.de/mediapool/42/424096/data/Unterricht_per_Videokonferenz.pdf
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    Krise der repräsentativenDemokratie (1) BürgerInnen neigen zu Apathie Abwendung von politischen Institutionen und AkteurInnen: „Politikverdrossenheit“ Kongruenz von BürgerInnenwünschen und staatlichem Handeln abnehmend Inszenierung und Symbolisierung von Politik
  • 85.
    Krise der repräsentativenDemokratie (2) Aktuelle Herausforderungen als weitere Ursache Individualisierungsprozesse Globalisierung, Europäisierung Problemkomplexität
  • 86.
    Antwortversuche (Wieder-)Vereinigung vonBürgerInnen mit dem Staat Einbeziehung von BürgerInnen in Planungs- und Entscheidungsprozesse Repräsentatives System nicht ersetzen, sonder ergänzen durch Partizipation -> Identitätszuwachs
  • 87.
    Mediendemokratie Massenmedien wesentlicherBestandteil des politischen Diskurses Partizipatives Web 2.0 Hoffnung: Demokratisierung des Diskurses
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    Neue Bottom-up-Beteiligungskultur oderbloß der nächste Techno-Hype der Web-Avantgarde?
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    These Da politischeWillensbildungsprozesse von Medien zumindest mitbestimmt werden, ist die Partizipation von BürgerInnen an der Medienproduktion eine (nicht die einzige!) Voraussetzung für politische Partizipation.
  • 92.
    Hürden Digital DivideMangelnde Medienkompetenz (Bildung) Überwachung (Vorratsdatenspeicherung…)
  • 93.
    Voraussetzungen Transparenz PartizipationskulturSoziale Sicherheit (Digital Divide) Geschlechtergerechtigkeit Inklusion von MigrantInnen Einbindung der älteren Generation Liberale Informationsgesellschaft Alphabetisierung -> Medienkompetenz
  • 94.
    Neue Bottom-up-Beteiligungskultur oderbloß der nächste Techno-Hype der Web-Avantgarde?
  • 95.
    Web 2.0-Kompetenz Qualifizierung(der politisch Aktiven) im Umgang mit den neuen Technologien entscheidend Aktivierung von Passiven durch Web 2.0 -> breite „bottom-up“ Beteiligungskultur über das Netz könnte sich entfalten Hype? Digital Divide?
  • 96.
    Demokratisierung durch Web2.0? Wo fällt die Entscheidung? Aber: Agenda Setting Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten Neue Kommunikationskanäle
  • 97.
    Politische Partizipation undAktivismus 2.0 Für die politische Kommunikation zivilgesellschaftlicher AkteurInnen birgt das Web 2.0 großes Potenzial. Grassroots-Initiativen können ihren Wirkungsgrad durch die virtuelle Vernetzung mit anderen AkteurInnen erhöhen.
  • 98.
    These I Die Mobilisierungsthese : Demnach hilft das Internet, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten geringer werden zu lassen. Das Netz sorgt dafür, dass sich mehr BürgerInnen am politischen Prozess beteiligen als zuvor.
  • 99.
    These II Die Reinforcementthese (Verstärkung): Die politische Beteiligung nimmt demnach nicht zu. Vielmehr benutzen diejenigen, die sowieso am politischen Prozess beteiligt sind, auch das Internet. Die Partizipation weniger wird also gefestigt, während die Mehrheit weiter nicht am politischen Prozess aktiv teilnimmt.
  • 100.
    Andere Aspekte politischerBeteiligung Dramatische politische Ereignisse Betroffenheit Sozialisation, Bildung (political literacy) Partizipation als Luxus Kann man etwas ändern? Wie hoch ist die Investition dafür? -> Niedrige Investitionskosten durch neue Medien Partizipationskultur, gesellschaftliche Anerkennung?
  • 101.
    Impulse für PartizipationOffene Veranstaltungsformate Open Source, Open Content/Creative Commons Peer to peer Kredite Open Money (Tiroler Stunde) Werbung, Marketing („Crowdsourcing“)
  • 102.
  • 103.
    Utopie οὐτοπία  utopía „die Nicht-Örtlichkeit“ der wünschenswerte Zustand der Welt/eines Staates Synonym für optimistisch-fantastische Ideale Utopien sind üblicherweise nicht sofort realisierbar
  • 104.
    Mit jeder Innovationim Bereich der Telekommunikation wurden gesellschaftliche Utopien verknüpft: Aus der Transatlantikverkabelung der 1860er Jahre und dem Ausbau der Telegrafie wurde eine "technisch gestützte Eintracht der Völker dieser Welt, mit der Aussicht auf nichts weniger als den Weltfrieden" abgeleitet, wie Frank Hartmann in seinem Buch "Globale Medienkultur" schreibt.
  • 105.
    Internet-Utopien die Utopieeiner weltweiten Gemeinschaft durch das Internet ->Globales Dorf die Informationsgesellschaft wird irgendwann einmal alle Menschen gleicher und freier machen Neue Produktionsweisen jenseits des Kapitalismus
  • 106.
    Hans Magnus Enzensberger„ Die neuen Medien sind ihrer Struktur nach egalitär. (Kursbuch 20/1970: 167)“ „ Die elektronische Technik kennt keinen prinzipiellen Gegensatz von Sender und Empfänger. Jedes Transistorradio ist, von seinem Bauprinzip her, zugleich ein potentieller Sender. (Kursburch 20/1970: 160)“ „ Repressiver Mediengebrauch“ „ zentral gesteuertes Programm mit einem Sender und vielen Empfängern“ Konsumenten passivisiert und entpolitisiert
  • 107.
    „ emanzipatorischer Mediengebrauch“Mediengeräte nicht reine Konsumtionsmittel „ Sie sind im Prinzip immer zugleich Produktionsmittel, und zwar, da sie sich in den Händen der Massen befinden, sozialisierte Produktionsmittel. (Kursbuch 20/1970: 168)“ „ Tonbandgeräte, Bild- und Schmalfilmkameras befinden sich heute schon in weitem Umfang im Besitz der Lohnabhängigen. Es ist zu fragen, warum diese Produktionsmittel nicht massenhaft [...] in allen gesellschaftlichen Konfliktsituationen auftauchen. (Kursbuch 20/1970: 170)“
  • 108.
    „ Kalifornische Ideologie“Mit viel Pathos verkündete John Perry Barlow 1996 die „Unabhängigkeit des Cyberspace“ (Barlow 1996) Kalifornische Ideologie glaubt, dass der technologische Fortschritt liberale Prinzipien unweigerlich zu einer gesellschaftlichen Tatsache machen werde.
  • 109.
    Unabhängigkeitserklärung des Cyberspace„ Regierungen der industriellen Welt, Ihr müden Giganten aus Fleisch und Stahl, ich komme aus dem Cyberspace, der neuen Heimat des Geistes. Im Namen der Zukunft bitte ich Euch, Vertreter einer vergangenen Zeit: Laßt uns in Ruhe! Ihr seid bei uns nicht willkommen. Wo wir uns versammeln, besitzt Ihr keine Macht“
  • 110.
    Projekt Oekonux Einewichtige Frage ist, ob die Prinzipien der Entwicklung Freier Software eine neue Ökonomie begründen können, die als Grundlage für eine neue Gesellschaft dienen könnte. http://www.oekonux.de/
  • 111.
    Wikinomics Neue Formdes Wirtschaftens mit revolutionären Formen der Zusammenarbeit freiwillige Zusammenarbeit Offenheit eine Kultur des Teilens globales Handeln http://de.wikipedia.org/wiki/Wikinomics
  • 112.
    Frei? Freie Medieninhalte (Creative Commons) Freies Wissen (Wikipedia) Freie Software (Open Source) Freies Geld (Open Money) Freibier?
  • 113.
    Wie verändert sichGesellschaft? Politik Bildung Journalismus Wirtschaft Hierarchien Transparenz Partizipation Kulturen der Kooperation
  • 114.
    Dystopie George Orwell:„1984“ „ Der Große Bruder ist unfehlbar und allmächtig. Jeder Erfolg, jede Leistung, jeder Sieg, jede wissenschaftliche Entdeckung, alles Wissen, alle Weisheit, alles Glück, alle Tugend werden unmittelbar seiner Führerschaft und Eingebung zugeschrieben. Niemand hat je den Großen Bruder gesehen. Er ist ein Gesicht an den Litfaßsäulen, eine Stimme am Televisor. (Orwell 1950, 190)“
  • 115.
  • 116.
    50% der indischenFrauen sind Analphabetinnen
  • 117.
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    Realität Überwachung DigitalDivide Medienkompetenz Kommunikationskulturen
  • 121.
    Realität Macht beiRegierungen und Konzernen Aber Ambiguität Menschen sind in einer stärkeren Position als je zuvor
  • 122.
    Politische Relevanz Hoffnungauf Wiederaneignung des politischen Prozesses durch die BürgerInnen mit Unterstützung durch die neuen Technologien Eröffnung von Handlungsmöglichkeiten
  • 123.
    Aber Barrieren aufgrundunterschiedlicher Ressourcenausstattung Zeit Artikulationsfähigkeit Digital Literacy Fähigkeit zum Umgang mit Kritik … Umsetzung der Ergebnisse von Beteiligungsverfahren?
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  • 127.
    Wirkliche Teilhabe oderschmückendes Beiwerk?
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    „ Citizen Journalism“Synonyme: Grassrouts Journalism partizipativer Journalismus BürgerInnenjournalismus „ […] Tätigkeit von BürgerInnen, eine aktive Rolle im Prozess der Recherche, des Berichtens, des Analysierens, sowie des Verbreitens von Nachrichten und Informationen einzunehmen. Ziel dieser Partizipation ist die Bereitstellung von unabhängigen […] und relevanten Informationen, die eine Demokratie benötigt.“ http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzel-Journalismus
  • 146.
    Gesellschaftspolitische Dimension Pressefreiheitist nicht mehr auf diejenigen beschränkt, denen die Medien gehören -> „Citizen Journalism“ Ende des „Gatekeeper“-Zeitalters Ist Bertold Brechts Vision der „Radiotheorie“ in Erfüllung gegangen?
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  • 148.
    Web 2.0-Ideen offlineWie können diese Prinzipien des Web 2.0 offline in der Bildung erfolgreich angewendet und mit Online-Tools unterstützt werden? informelles und nicht formales Lernen
  • 149.
    … unbestritten istjedoch, dass nachhaltige Entwicklung eine Neuorientierung der Bildung erfordert,
  • 150.
    Bildung, die denWandel in Richtung Nachhaltigkeit unterstützt. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist allerdings keine Form der „Indoktrinierung“ mit den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung. Es ist eine neue Aufgabe der Bildung, die sich an den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung orientiert und die bildungstheoretischen Prämissen der Offenheit, Reflexivität und Zukunftsfähigkeit integriert. Besonders Selbstbestimmung und verantwortungsvolles Mitgestalten stellen einen inhärenten Bestandteil dieser Neuorientierung dar. www.umweltbildung.at/cgi-bin/cms/af.pl?navid=6
  • 151.
    Web 2.0 &Bildung … es geht um die Web 2.0-Paradigmen, die nun auch immer öfter offline wirksam werden … mit Web 2.0-Unterstützung bei der Planung, Durchführung und Dokumentation … oder zur Gänze online synchron asynchron
  • 152.
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    BarCamp-Definition Wikipedia BarCampis an international network of user generated conferences — open, participatory workshop-events, whose content is provided by participants
  • 159.
    Was ist einBarCamp? Seit 2005 in USA Seit 2006 in Österreich Voneinander lernen in einer offenen Umgebung Dauer 1-3 Tage
  • 160.
    Regeln JedeR, der/dieetwas beizutragen hat oder etwas lernen will, ist willkommen und herzlich eingeladen mitzumachen. Für den Fall, dass du mitmachst, stell dich darauf ein, dich mit anderen BarcamperInnen auszutauschen. Wenn du gehst, sei bereit, deine Erfahrungen mit dem Rest der Welt zu teilen.
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    Warum erfolgreich? Bedürfnisder Community sich nicht nur on- sondern auch offline auszutauschen Hohe Eigenmotivation durch weitgehende Partizipationsmöglichkeiten und Selbstorganisation Keine Trennung von Vortragenden und Publikum
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    Derivate I PolitCampAfrikaCamp CastleCamp DesignCamp EduCamp
  • 177.
    Derivate II UnConference www.civilmedia.eu Web-Montag www.webmontag.de EU-Dienstag www.eudienstag.eu Online-Frühstück www.projektkompetenz.eu/fruehstueck
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    Kontakt Mag. DavidRöthler, http://davidroethler.mp/ mobil +43 664 2139427 skype d.roethler Online-Raum http://proj.emea.acrobat.com/david/ Email [email_address]   http://politik.netzkompetenz.at www.projektkompetenz.eu http://blog.eu.info.at http://twitter.com/davidroethler http://friendfeed.com/davidroethler www.xing.com/profile/David_Roethler http://de-de.facebook.com/people/David_Rothler/506043195