Grundbegriffe der
Lexikografie
Germanistische Linguistik 6 - Lexikografie
Wörterbücher und ihre Gestaltung
Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović
2
Gestaltung und Zweck
 Die Gestaltung eines Wörterbuchs, d. h. seine
Charakteristika hängen in erster Linie von seinem Zweck
ab.
 Der Zweck eines Wörterbuchs ergibt sich aus:
1. dem intendierten Benutzerkreis,
2. den intendierten Benutzungsfunktionen,
3. den kommerziellen Vorgaben.
Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003.
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3
1. Benutzerkreis
 Unterschiedliche Benutzergruppen haben unterschiedliche
Bedürfnisse.
 Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle: die
Altersgruppe, das Bildungsniveau und vor allem die
Sprachkompetenzen der Benutzer(innen) (L1, L2 usw.).
 Kein Wörterbuch kann die Bedürfnisse von allen Zielgruppen
optimal erfüllen.
 Wenn sie ein Wörterbuch konzipieren, sollten die
Verlagshäuser, die Herausgeber und die Verfasser deshalb
immer eine bestimmte Hauptzielgruppe vor Auge haben.
 Jedes Wörterbuch sollte konsequent an den Bedürfnissen
einer Hauptzielgruppe ausgerichtet sein.
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5
Quelle:
Institut za strane jezike: NSSN. Nemačko-srpski i srpksko-nemački rečnik sa gramatikom. Beograd: 2008.
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6
Quelle:
Jakić, B. & A. Hurm. Hrvatsko-njemački rječnik. Zagreb: Školska knjiga, 1999.
2. Benutzungsfunktionen
Die wesentlichen drei Wörterbuchfunktionen sind:
 Sprachrezeption
 Sprachproduktion
 Sprachkorrektur
Deswegen gibt es auch drei wesentliche Wörterbuchtypen:
 Rezeptionswörterbücher (Lesewörterbücher)
 Produktionswörterbücher (Schreibwörterbücher)
 Korrekturwörterbücher
Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003.
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2. Benutzungsfunktion
 Die Hauptfunktion von Rezeptionswörterbüchern besteht darin,
ihren Benutzer(inne)n dabei zu helfen, fremdsprachige Texte
u. Ä. zu verstehen (z. B. zweisprachige Wörterbücher L2-L1).
 Die Hauptfunktion von Produktionswörterbüchern besteht darin,
ihren Benutzer(inne)n dabei zu helfen, Texte u. Ä. in einer
Fremdsprache zu verfassen (z. B. zweisprachige Wörterbücher
L1-L2).
 Die Korrekturwörterbücher helfen Sprachlehrer(inne)n,
Lektor(inn)en, Korrektor(inn)en und anderen
Sprachexpert(inn)en dabei, Texte u. Ä. zu korrigieren (z. B.
Wörterbücher der sprachlichen Zweifelsfälle).
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3. Kommerzielle Vorgaben
 die zu investierenden Mittel und andere Ressourcen
 die zu erwartenden Einnahmen
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Lexikoparameter
 Die Kriterien, die bei der Gestaltung eines Wörterbuch die
entscheidende Rolle spielen, werden als Lexikoparameter
bezeichnet.
 Die Lexikoparameter beziehen sich dabei auf folgende zwei
Aspekte :
1. die inhaltliche Ausgestaltung eines Wörterbuchs
2. die formale Ausgestaltung eines Wörterbuchs
Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003.
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Inhaltliche und formale
Ausgestaltung
 Inhaltliche Ausgestaltung
1. Informationstypen
2. Präzision und Vollständigkeit von Informationen
3. Erfasster Wortschatz (Zahl und Auswahl der Wörter)
 Formale Ausgestaltung
1. Benutzerfreundlichkeit (Verständlichkeit und Auffindbarkeit)
+ Kosten
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Informationstypen
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Informationstypen
 Wortbedeutung (denotative und konnotative Bedeutung)
 Pragmatische Informationen (Stil, Frequenz, regionale und soziale
Verbreitung)
 Syntagmatische Eigenschaften und Kombinierbarkeit mit anderen
Wörtern
 Morphologische Charakteristika
 Orthografie
 Aussprache
 Etymologie
 Äquivalente (bei zwei- und mehrsprachigen Wörterbüchern)
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Zentrale Informationstypen
 Die Bedeutungserklärung ist der zentrale
Informationstyp in (allgemeinen) einsprachigen
Wörterbüchern.
 In zwei- und mehrsprachigen Wörterbüchern stellen
dagegen die Äquivalente den zentralen Informationstyp
dar.
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Informationstyp
Bedeutungserklärung
In einsprachigen Wörterbüchern erfolgt die Bedeutungserklärung durch
folgende Mittel:
1. erklärende Paraphrase
2. Synonyme
3. Kombination aus Paraphrase und Synonym
4. Pragmatische Informationen
5. enzyklopädische Informationen
6. Illustrationen
Quelle: T. Herbst & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003.
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Enzyklopädische Informationen
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Enzyklopädische Informationen
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Enzyklopädische Informationen
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Illustrationen
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Illustrationen
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Beispiele
 Die Informationen zur Wortbedeutung, zu
morphologischen, pragmatischen und syntagmatischen
Eigenschaften des Lemmas und zur Kombinierbarkeit mit
anderen Wörtern werden mithilfe von Beispielen
verdeutlicht und ergänzt.
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Beispieltypologie
 Im Hinblick auf Form:
1. Beispiele, die ganze Sätze umfassen
2. Beispiele, die aus Wortgruppen bestehen
 Im Hinblick auf Herkunft:
1. erfundene Beispiele
2. auf der Basis von Korpus-Befunden gestaltete Beispiele
3. direkt aus einem Korpus übernommene Beispiele
(eventuell gekürzt oder leicht modifiziert)
4. unsystematisch aus verschiedenen Quellen übernommene B.
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Quelle: Herbst/Klotz, 2003.
Beziehungen zu anderen Wörtern
In einem Wörterbuchartikel können folgende Bezeihungen
des Lemmas zu anderen Wörtern dargestellt werden:
1. Synonymie
2. Antonymie
3. Hyperonymie
4. Meronymie (Teil-von-Beziehung)
5. Zugehörigkeit zu Wortfamilien
6. Kollokationen
7. Kollokationsrestriktionen
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Synonyme
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Kollokationen
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www.dwds.de
Kollokationen
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Wortfamilie
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Meronymie (Teil-von-Beziehung)
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Morphologische Charakteristika
In Wörterbüchern können folgende morphologische
Charakteristika eines Wortest dargestellt werden:
1. Wortart
2. Flexionsformen
3. Valenz
4. Restriktionen bezüglich des Vorkommens in
bestimmten grammatischen Konstruktionen (z. B.
Singulariatantum, Pluraliatantum, nicht steigbare
Adjektive usw.)
Quelle: Herbst/Klotz 2003
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Morphologische Charakteristika –
Substantive
Bei den deutschen Substantiven sind folgende
morphologische Charakteristika lexikografisch relevant:
1. Genus
2. Deklinationsklasse
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Morphologische Charakteristika –
Adjektive
Bei den deutschen Adjektiven sind folgende
morphologische Charakteristika lexikografisch relevant:
1. Steigerungsformen
2. Attributiver und adverbialer Gebrauch
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44
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Morphologische Charakteristika –
Verben
Bei den deutschen Verben sind folgende morphologische
Charakteristika lexikografisch relevant:
1. Stammformen
2. Bildungsweise analytische Formen (haben oder sein)
3. Trennbarkeit bzw. Nichttrennbarkeit des Präfixes oder
Verbzusatzes
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Morphologische Charakteristika –
Die Valenz
Als lexikografisch relevant gelten folgende Aspekte der
Valenz:
1. die Zahl und die Form der Ergänzungen und Angaben
2. Bedeutung der einzelnen Ergänzungen und Angaben
3. die lexikalischen Elemente, die eine Ergänzung füllen
können
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Weitere Informationstypen in
einsprachigen Wörterbüchern
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50
Frequenzangaben
 Das wissen um Frequenz der Wörter gehört zum
Stilempfinden eines Muttersprachlers.
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51
Frequenzangaben
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52
Fehlerantizipierende Informationen
 Fehlerantizipierende Informationen sind Angaben, die explizit
auf potentielle Fehler hinweisen, meist auf diejenigen, die
von Nichtmuttersprachlern zu erwarten sind.
 Solche Informationen sind in erster Linie in
Lernerwörterbüchern sowie in Wörterbüchern der
sprachlichen Zweifelsfälle zu finden.
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Duden. Richtiges und gutes Deutsch
Äquivalenz
 Den zentralen Informationstyp in zweisprachigen
Wörterbüchern stellen lexikographische Äquivalente dar.
 In zweisprachigen Wörterbüchern übernehmen die
Äquivalente – zumindest in den Augen der
Benutzer(innen) – die Funktion von Bedeutungsangaben.
 Äquivalente sind jedoch KEINE Bedeutungsangaben und
sollten mit diesen keinesfalls verwechselt oder
gleichgesetzt werden.
 Des Weiteren ist zu beachten, dass lexikografische
Äquivalente auch nicht mit Übersetzungsäquivalenten
gleichzusetzen sind.
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54
Lexikografische Äquivalente
und Übersetzungsäquivalente
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55
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56
Matešić et al. 2005.
Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović
57
Matešić et al. 2005.
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58
Uroić/Hurm 2002.
Differenzierung von Äquivalenten
 Die meisten Lexeme beinhalten mehrere Sememe
(Bedeutungen) und jedes Semem hat dabei seine
eigenen Äquivalente.
 Deswegen hat ein Lexem in der Regel mehrere
Äquivalente.
 Nicht selten verfügen auch einzelnen Sememe
(Bedeutungen) über mehrere Äquivalente.
 Daher ist es notwendig, die Äquivalente zu
differenzieren.
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59
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60
Matešić et al. 2005.
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61
Matešić et al. 2005.
Mittel zur Differenzierung
von Äquivalenten
 Synonyme
 Paraphrasen
 Kollokatoren
 Stilistische Markierung
 Verwendungskontexte
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Lexikografische Codierung
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Lexikografische Codierung
Unter lexikografischer Codierung versteht man die Form,
in welcher morphologische und syntaktische Angaben in
einem Wörterbuch präsentiert werden.
Nach der Grad der Transparenz lassen sich folgende Typen
von lexikografischer Codierung unterscheiden:
1. nicht-transparente, nicht mnemotechnische Codierung
2. nicht-transparente, mnemotechnische Codierung
3. transparente Codierung
4. explizite Indikatoren
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64
Quelle: Herbst/Klotz, 2003
Codierungstypen
 Nicht-transparente, nicht-mnemotechnische
Codierungssysteme – Die Benutzer(innen) können den Code
nicht entschlüsseln, ohne nach entsprechenden Erläuterungen
im Vorwort oder an einer anderen Stelle im Wörterbuch zu
suchen.
 Nicht-transparente, mnemotechnische Codierung basiert auf
unmotivierten oder schwach motivierten Symbolen. Ein Symbol
steht jedoch immer für den selben Inhalt.
 Transparente Codierung basiert auf allgemein bekannten oder
unmittelbar interpretierbaren Abkürzungen.
 Explizite Indikatoren – ungekürzte Termini
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Quelle: Herbst/Klotz, 2003
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69
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70

Informationstypen in Woerterbuechern - Deutsch

  • 1.
  • 2.
    Wörterbücher und ihreGestaltung Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 2
  • 3.
    Gestaltung und Zweck Die Gestaltung eines Wörterbuchs, d. h. seine Charakteristika hängen in erster Linie von seinem Zweck ab.  Der Zweck eines Wörterbuchs ergibt sich aus: 1. dem intendierten Benutzerkreis, 2. den intendierten Benutzungsfunktionen, 3. den kommerziellen Vorgaben. Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 3
  • 4.
    1. Benutzerkreis  UnterschiedlicheBenutzergruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse.  Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle: die Altersgruppe, das Bildungsniveau und vor allem die Sprachkompetenzen der Benutzer(innen) (L1, L2 usw.).  Kein Wörterbuch kann die Bedürfnisse von allen Zielgruppen optimal erfüllen.  Wenn sie ein Wörterbuch konzipieren, sollten die Verlagshäuser, die Herausgeber und die Verfasser deshalb immer eine bestimmte Hauptzielgruppe vor Auge haben.  Jedes Wörterbuch sollte konsequent an den Bedürfnissen einer Hauptzielgruppe ausgerichtet sein. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 4
  • 5.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 5 Quelle: Institut za strane jezike: NSSN. Nemačko-srpski i srpksko-nemački rečnik sa gramatikom. Beograd: 2008.
  • 6.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 6 Quelle: Jakić, B. & A. Hurm. Hrvatsko-njemački rječnik. Zagreb: Školska knjiga, 1999.
  • 7.
    2. Benutzungsfunktionen Die wesentlichendrei Wörterbuchfunktionen sind:  Sprachrezeption  Sprachproduktion  Sprachkorrektur Deswegen gibt es auch drei wesentliche Wörterbuchtypen:  Rezeptionswörterbücher (Lesewörterbücher)  Produktionswörterbücher (Schreibwörterbücher)  Korrekturwörterbücher Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 7
  • 8.
    2. Benutzungsfunktion  DieHauptfunktion von Rezeptionswörterbüchern besteht darin, ihren Benutzer(inne)n dabei zu helfen, fremdsprachige Texte u. Ä. zu verstehen (z. B. zweisprachige Wörterbücher L2-L1).  Die Hauptfunktion von Produktionswörterbüchern besteht darin, ihren Benutzer(inne)n dabei zu helfen, Texte u. Ä. in einer Fremdsprache zu verfassen (z. B. zweisprachige Wörterbücher L1-L2).  Die Korrekturwörterbücher helfen Sprachlehrer(inne)n, Lektor(inn)en, Korrektor(inn)en und anderen Sprachexpert(inn)en dabei, Texte u. Ä. zu korrigieren (z. B. Wörterbücher der sprachlichen Zweifelsfälle). Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 8
  • 9.
    3. Kommerzielle Vorgaben die zu investierenden Mittel und andere Ressourcen  die zu erwartenden Einnahmen Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 9
  • 10.
    Lexikoparameter  Die Kriterien,die bei der Gestaltung eines Wörterbuch die entscheidende Rolle spielen, werden als Lexikoparameter bezeichnet.  Die Lexikoparameter beziehen sich dabei auf folgende zwei Aspekte : 1. die inhaltliche Ausgestaltung eines Wörterbuchs 2. die formale Ausgestaltung eines Wörterbuchs Quelle: Herbst, T. & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 10
  • 11.
    Inhaltliche und formale Ausgestaltung Inhaltliche Ausgestaltung 1. Informationstypen 2. Präzision und Vollständigkeit von Informationen 3. Erfasster Wortschatz (Zahl und Auswahl der Wörter)  Formale Ausgestaltung 1. Benutzerfreundlichkeit (Verständlichkeit und Auffindbarkeit) + Kosten Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 11
  • 12.
  • 13.
    Informationstypen  Wortbedeutung (denotativeund konnotative Bedeutung)  Pragmatische Informationen (Stil, Frequenz, regionale und soziale Verbreitung)  Syntagmatische Eigenschaften und Kombinierbarkeit mit anderen Wörtern  Morphologische Charakteristika  Orthografie  Aussprache  Etymologie  Äquivalente (bei zwei- und mehrsprachigen Wörterbüchern) Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 13
  • 14.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 14 www.dwds.de
  • 15.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 15 www.dwds.de
  • 16.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 16 www.duden.de
  • 17.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 17
  • 18.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 18
  • 19.
    Zentrale Informationstypen  DieBedeutungserklärung ist der zentrale Informationstyp in (allgemeinen) einsprachigen Wörterbüchern.  In zwei- und mehrsprachigen Wörterbüchern stellen dagegen die Äquivalente den zentralen Informationstyp dar. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 19
  • 20.
    Informationstyp Bedeutungserklärung In einsprachigen Wörterbüchernerfolgt die Bedeutungserklärung durch folgende Mittel: 1. erklärende Paraphrase 2. Synonyme 3. Kombination aus Paraphrase und Synonym 4. Pragmatische Informationen 5. enzyklopädische Informationen 6. Illustrationen Quelle: T. Herbst & M. Klotz: Lexikografie. Paderborn: Ferdinand Schöningh, 2003. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 20
  • 21.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 21 www.dwds.de
  • 22.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 22 www.dwds.de
  • 23.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 23 www.dwds.de
  • 24.
    Enzyklopädische Informationen Prof. Dr.Jelena Kostić Tomović 24 www.duden.de
  • 25.
    Enzyklopädische Informationen Prof. Dr.Jelena Kostić Tomović 25 www.duden.de
  • 26.
    Enzyklopädische Informationen Prof. Dr.Jelena Kostić Tomović 26 www.dwds.de
  • 27.
    Illustrationen Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 27 www.dwds.de
  • 28.
    Illustrationen Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 28 www.duden.de
  • 29.
    Beispiele  Die Informationenzur Wortbedeutung, zu morphologischen, pragmatischen und syntagmatischen Eigenschaften des Lemmas und zur Kombinierbarkeit mit anderen Wörtern werden mithilfe von Beispielen verdeutlicht und ergänzt. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 29
  • 30.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 30 www.dwds.de
  • 31.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 31 www.dwds.de
  • 32.
    Beispieltypologie  Im Hinblickauf Form: 1. Beispiele, die ganze Sätze umfassen 2. Beispiele, die aus Wortgruppen bestehen  Im Hinblick auf Herkunft: 1. erfundene Beispiele 2. auf der Basis von Korpus-Befunden gestaltete Beispiele 3. direkt aus einem Korpus übernommene Beispiele (eventuell gekürzt oder leicht modifiziert) 4. unsystematisch aus verschiedenen Quellen übernommene B. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 32 Quelle: Herbst/Klotz, 2003.
  • 33.
    Beziehungen zu anderenWörtern In einem Wörterbuchartikel können folgende Bezeihungen des Lemmas zu anderen Wörtern dargestellt werden: 1. Synonymie 2. Antonymie 3. Hyperonymie 4. Meronymie (Teil-von-Beziehung) 5. Zugehörigkeit zu Wortfamilien 6. Kollokationen 7. Kollokationsrestriktionen Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 33
  • 34.
    Synonyme Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 34 www.dwds.de
  • 35.
    Kollokationen Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 35 www.dwds.de
  • 36.
    Kollokationen Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 36 www.dwds.de
  • 37.
    Wortfamilie Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 37 www.dwds.de
  • 38.
    Meronymie (Teil-von-Beziehung) Prof. Dr.Jelena Kostić Tomović 38
  • 39.
    Morphologische Charakteristika In Wörterbüchernkönnen folgende morphologische Charakteristika eines Wortest dargestellt werden: 1. Wortart 2. Flexionsformen 3. Valenz 4. Restriktionen bezüglich des Vorkommens in bestimmten grammatischen Konstruktionen (z. B. Singulariatantum, Pluraliatantum, nicht steigbare Adjektive usw.) Quelle: Herbst/Klotz 2003 Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 39
  • 40.
    Morphologische Charakteristika – Substantive Beiden deutschen Substantiven sind folgende morphologische Charakteristika lexikografisch relevant: 1. Genus 2. Deklinationsklasse Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 40 www.dwds.de
  • 41.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 41 www.dwds.de
  • 42.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 42 www.duden.de
  • 43.
    Morphologische Charakteristika – Adjektive Beiden deutschen Adjektiven sind folgende morphologische Charakteristika lexikografisch relevant: 1. Steigerungsformen 2. Attributiver und adverbialer Gebrauch Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 43 www.dwds.de www.duden.de
  • 44.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 44 www.duden.de
  • 45.
    Morphologische Charakteristika – Verben Beiden deutschen Verben sind folgende morphologische Charakteristika lexikografisch relevant: 1. Stammformen 2. Bildungsweise analytische Formen (haben oder sein) 3. Trennbarkeit bzw. Nichttrennbarkeit des Präfixes oder Verbzusatzes Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 45 www.dwds.de
  • 46.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 46 www.duden.de
  • 47.
    Morphologische Charakteristika – DieValenz Als lexikografisch relevant gelten folgende Aspekte der Valenz: 1. die Zahl und die Form der Ergänzungen und Angaben 2. Bedeutung der einzelnen Ergänzungen und Angaben 3. die lexikalischen Elemente, die eine Ergänzung füllen können Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 47
  • 48.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 48
  • 49.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 49 www.dwds.de
  • 50.
    Weitere Informationstypen in einsprachigenWörterbüchern Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 50
  • 51.
    Frequenzangaben  Das wissenum Frequenz der Wörter gehört zum Stilempfinden eines Muttersprachlers. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 51
  • 52.
  • 53.
    Fehlerantizipierende Informationen  FehlerantizipierendeInformationen sind Angaben, die explizit auf potentielle Fehler hinweisen, meist auf diejenigen, die von Nichtmuttersprachlern zu erwarten sind.  Solche Informationen sind in erster Linie in Lernerwörterbüchern sowie in Wörterbüchern der sprachlichen Zweifelsfälle zu finden. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 53 Duden. Richtiges und gutes Deutsch
  • 54.
    Äquivalenz  Den zentralenInformationstyp in zweisprachigen Wörterbüchern stellen lexikographische Äquivalente dar.  In zweisprachigen Wörterbüchern übernehmen die Äquivalente – zumindest in den Augen der Benutzer(innen) – die Funktion von Bedeutungsangaben.  Äquivalente sind jedoch KEINE Bedeutungsangaben und sollten mit diesen keinesfalls verwechselt oder gleichgesetzt werden.  Des Weiteren ist zu beachten, dass lexikografische Äquivalente auch nicht mit Übersetzungsäquivalenten gleichzusetzen sind. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 54
  • 55.
  • 56.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 56 Matešić et al. 2005.
  • 57.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 57 Matešić et al. 2005.
  • 58.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 58 Uroić/Hurm 2002.
  • 59.
    Differenzierung von Äquivalenten Die meisten Lexeme beinhalten mehrere Sememe (Bedeutungen) und jedes Semem hat dabei seine eigenen Äquivalente.  Deswegen hat ein Lexem in der Regel mehrere Äquivalente.  Nicht selten verfügen auch einzelnen Sememe (Bedeutungen) über mehrere Äquivalente.  Daher ist es notwendig, die Äquivalente zu differenzieren. Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 59
  • 60.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 60 Matešić et al. 2005.
  • 61.
    Prof. Dr. JelenaKostić Tomović 61 Matešić et al. 2005.
  • 62.
    Mittel zur Differenzierung vonÄquivalenten  Synonyme  Paraphrasen  Kollokatoren  Stilistische Markierung  Verwendungskontexte Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 62
  • 63.
    Lexikografische Codierung Prof. Dr.Jelena Kostić Tomović 63
  • 64.
    Lexikografische Codierung Unter lexikografischerCodierung versteht man die Form, in welcher morphologische und syntaktische Angaben in einem Wörterbuch präsentiert werden. Nach der Grad der Transparenz lassen sich folgende Typen von lexikografischer Codierung unterscheiden: 1. nicht-transparente, nicht mnemotechnische Codierung 2. nicht-transparente, mnemotechnische Codierung 3. transparente Codierung 4. explizite Indikatoren Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 64 Quelle: Herbst/Klotz, 2003
  • 65.
    Codierungstypen  Nicht-transparente, nicht-mnemotechnische Codierungssysteme– Die Benutzer(innen) können den Code nicht entschlüsseln, ohne nach entsprechenden Erläuterungen im Vorwort oder an einer anderen Stelle im Wörterbuch zu suchen.  Nicht-transparente, mnemotechnische Codierung basiert auf unmotivierten oder schwach motivierten Symbolen. Ein Symbol steht jedoch immer für den selben Inhalt.  Transparente Codierung basiert auf allgemein bekannten oder unmittelbar interpretierbaren Abkürzungen.  Explizite Indikatoren – ungekürzte Termini Prof. Dr. Jelena Kostić Tomović 65 Quelle: Herbst/Klotz, 2003
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