Information literacy (r)evolution?




                                     Lambert Heller
                        Seminar der ZBIW Köln
                                        10.09.2009
Agenda, Teil 1: Empirie


Modellhafte Vorstellung sieben neuartiger Informationspraktiken
im Web:
1.Individuelles und kollaboratives Schreiben und Arbeiten mit
  Wikis und Living Documents,
2.Weblogs schreiben, lesen und kommentieren,
3.Kurzmitteilungen und Benutzung von Statusdiensten,
4.Microblogging (Twitter),
5.Identitäts- und Beziehungsmanagement in und mit Social-
  Networking-Diensten (Facebook),
6.Social Bookmarking, Tagging, Reference Sharing und „soziales
  Navigieren“ / „soziales Suchen“,
7.Feeds aggregieren und im Feedreader lesen,
8.Verschiedenes (ein leider unvermeidbarer Punkt).
Agenda, Teil 2: Erfahrung und Diskussion


Beim Kennenlernen der sieben Informationspraktiken:
a)Wie sehen diese Praktiken aus? Aus erster Hand!
b)Eigenschaften, Geschäftsmodelle und Varianten der jeweils
  dazugehörigen Dienste bzw. Produkte.
c)Grundlegende Probleme und Nutzen, insb. Beispiele für
  Anwendung in Forschung und Lehre.
d)Welche Entwicklungstendenzen gibt es jeweils, welche sollten
  wir beobachten?
Agenda, Teil 3: Theorie und Auswertung


1.Was sind und welche Rolle spielen Communities of Practice?
2.Inwieweit werden Informationspraktiken im Web in
  Communities erlernt?
3.Wie lassen sich Communities unterstützen?
4.Welche Auswirkungen hat das auf unsere Rolle und Strategie
  bei der Vermittlung von Informationskompetenz?
5.Abschluß und Ausblick.
Tipps & Tricks zum Arbeiten mit Web & Browser


Machen Sie es sich zunächst im Web 1.0 wohnlich, bevor Sie
das Web 2.0 erkunden:
• Eine eigene E-Mailadresse, die im Web abrufbar ist (ggf.
  separat von Dienst- oder Privatmails), z.B. bei gmx.de, web.de
  oder gmail.com, erleichtert das Registrieren zum Ausprobieren
  neuer Webdienste.
• Aktuelle Browser erleichtern den Umgang mit Webdiensten und
  erlauben Erweiterungen; mein Tipp: Firefox 3.
• Bleiben Sie an ihrem eigenen PC / unter Ihrem eigenen
  Benutzerprofil in die Dienste eingeloggt. (Aber:
  Sicherheitsproblem Cross-Site-Scripting.)
• Benutzen Sie Tabbed Browsing – probieren Sie Strg+T,
  Strg+Tab und Strg+W, oder mit der Maus.
Einige relevante Konzepte im heutigen Web
1. Schreiben mit Wikis und Living Documents


•   Seit 1995: Schreiben statt nur lesen im Web.
•   Alles kann gelesen werden – von wem Sie wollen:
•   Nur für Sie (mobiles Notizbuch, Copy-and-Paste…)
•   …für eine Gruppe (PBWorks, OpenWetWare…),
•   …oder virtuell für alle (Wikipedia-Prinzip).
•   Wikipedia: Alles ist immer Gemeinschaftsprodukt.
•   In Wikis geht nichts verloren. (Versionsverwaltung)
•   Virtuell grenzenlos, aber strukturierbar.
•   Zur Anschauung: Jon Udell und eyePlorer zum Wikipedia-
    Artikel „Heavy-Metal-Umlaut“
2. Weblogs schreiben, lesen und kommentieren


•   Einzelner publiziert – so einfach wie er e-mailt.
•   (Un)regelmäßig aktualisiert.
•   Das Neueste steht oben, hat Datum und Permalink.
•   Dialogisch, soweit wie es der Besitzer/Autor will.
•   Dokumentierbarkeit durch Feeds.
•   Neue Informationsökonomie modellartig an Blogs erkennbar:
    Entgrenzung der „Printökonomie“.
•   Teenager-Tagebücher – und der „Long Tail“.
•   Das Blog-Konzept mutiert in Gestalt immer neuer Webmedien.
•   Metaphern: Logbuch, Sprachrohr, Gesprächrunde mit
    Gastgeber. Lilia Efimova: Shifting Gears. David S.H. Rosenthal:
    Mass-market scholarly communication.
•   Anschauung: Beispiele aus der Wiwi-Werkbank der ZBW Kiel.
3. Kurzmitteilungen und Statusdienste


• Das Handy, und mit ihm ungeplant die SMS, ist in kürzerer Zeit
  als jedes Medium zuvor zu einem wahrhaft weltweiten
  Massenmedium geworden. (Vgl. Barry Wellman et al.)
• Kompensieren lokaler Verstreuung und Mobilität.
• SMS: Asynchrone, „latente“ Mitteilungen.
• Das Neue an Statusdiensten (zunächst Jabber/XMP, heute
  Facebook etc.): Auch Passivität wird ausgewertet und wird zur
  Mitteilung.
• Lockerer Kontakt, „peripherer Blick“.
• Metapher: Großraumbüro; wie viele andere der hier erwähnte
  Praktiken: Ist in Unternehmens-Intranets eingezogen, z.B. IBM
  mit Lotus Sametime etc.
4. Microblogging, insb. Twitter


• Vorgeschichte: Webforen („Tragedy of the comments“), Social
  Networking (Problematische Grenzen des „Freundes“-Netzes).
• Neu an Twitter: Asymmetrisch (wie das Web), voll sozialer
  Gesten, und mit vielen, sich „halb überlappenden“
  Öffentlichkeiten.
• Das begünstigt „Kleine-Welt-Netzwerke“, zwingt zur Kürze und
  ist schnell – es begünstigt die (rasche) Verbreitung von Ideen
  (und Gerüchten).
• O.g. Aspekte: Vgl. Kevin Marks, How Twitter works in theory.
• Zum Aspekt Identitätsmanagement vgl. Alan J Cann.
• Perspektive: Freie Implementation wie identi.ca / laconi.ca.
• Umfangreiche Landschaft komplementärer Clients und Dienste
  zur Twitter-API: Hootsuite, Backtype, MrTweet...
5. Social Networking, insb. Facebook


• Beispiele: Facebook (FB), studiVZ und viele andere; u.a.
  zahlreiche „FB für Wissenschaftler“. (Vgl. Cameron Neylon.)
• Ebenso populär wie Suche und Video im Web, für Jugendliche
  z.B. oft präsenter/wichtiger als E-Mail.
• Symmetrisches „Friending“, Fans, schwarze Bretter, Chatten...
• Ähnlich wie das Bloggen propagiert sich das Konzept quer
  durch alle Webmedien, Beispiel: Slideshare.
• Google OpenSocial, Facebook etc.: Konkurrenz der Identitäts-/
  Beziehungs-Management-Plattformen.
• Gemeinsamkeit von FB mit anderen Webmedien (auch E-Mail):
  Anregung, Privates preiszugeben.
• Besonderheit von FB: Anregung, „Anwendungen“ Dritter bei FB
  hinterlegte eigene Daten freizugeben; komplexe Regulierung
  der Privatsphäre mit unzureichenden Voreinstellungen.
6. Bookmarking, Tagging, soziales Suchen


• Lesezeichen für URLs, aber online statt offline.
• Tagging: Benutzer vergeben ad hoc Schlagworte. Benutzer
  können Experten sein, Objekte können überall im Web sein
• „Sich kontrolliert über die Schulter schauen lassen.“
• Vor allem Persönliches Informationsmanagement, aber gerade
  deshalb entstehen sekundär wertvolle „soziale Metadaten“.
• Entdecker entdecken, und Communities helfen.
• Das Konzept wandert als Reference Sharing in Wissenschaft
  und Bibliothek: CiteULike, Connotea, BibSonomy,
  LibraryThing… - Ebenso das Konzept „Folksonomy“.
• Trend: Tags treffen auf kontrollierte Systeme, z.B. Faviki.
• Trend: Reference Management 2.0: Online/Offline, Kollaborativ,
  nachnutzbar, mit Dokumentenverwaltung.
7. Feeds aggregieren und im Feedreader lesen


• Simple Technik: „Items“ mit Titel und URL werden in
  maschinenlesbare Listen geschrieben.
• (Vielleicht) überraschender Fakt: Mindestens 300 Millionen
  Personen aktualisieren täglich ihren persönlichen RSS-Feed.
• Software/Dienste schreiben und lesen im Hintergrund.
• Pull statt Push: Nur bekommen, was man will.
• Metaphern: Persönlicher Radar / Zeitung.
• Auch Potential der Nachnutzung von Vorhandenem auf Site.
• Beispiele: Firefox 3, Google Reader, Pageflakes, Planets,
  Postgenomic, Terkko FeedNavigator…
8. Verschiedenes


• Konstruktion einer Persönlichen Arbeits-/Lernumgebung durch
  den strategischen Einsatz mehrer Dienste und Werkzeuge (und
  ggf. Feeds, Widgets etc.). Viele aktuelle Beispiele
  unterschiedlicher Szenarien aus dem echten Leben: Schulzki-
  Haddouti und Lorenz-Meyer, Kooperative Technologien.
• Bildlichkeit: YouTube, Screencasts, Screenshots etc.
• Virtuelle Welten und Augmented Reality, insb. im Kontext der
  neuen Mobilität des Netzes (Smartphones).
• Teilen und Remixen als Kulturtechnik; Popularisierung von
  Open Access durch Open Content. (Creative Commons etc.)
• Teilen und Remixen als Grundlage eines neuen Netzes („Web
  3.0“): Linked Open Data. Kultur der Les- und Referenzierbarkeit
  von menschen- und maschinenlesbaren Rohdaten sowie von
  Repräsentationen von Objekten der echten Welt.
Communities of Practice (CoP)


• Vorab: Denken Sie zuerst an eine Katalog- oder Datenbank-
  Recherche, wenn Sie Informationen brauchen?
• Ethnographische Forschung von Lave und Wenger 1991: In
  CoPs entsteht Wissen und Bedeutung. Beispiel: Fotokopierer.
• Basis für CoP sind nicht formelle Stati/Rollen, sondern
  Freiwilligkeit.
• Verbindlichkeit entsteht „nur“ durch gemeinsame Erfahrungen
  und Ressourcen.
• Typisch: Regelmäßiger Austausch, vor allem
  Geschichtenerzählen; Informationen „reisen“ dabei mit.
• CoPs entstehen und organisieren sich weitgehend von selbst;
  „organisches Wachstum“ von Bedeutung und Identität.
• Wird in CoPs auch Informationskompetenz vermittelt? - Jan
  Schmidt: Communities of Blogging Practice.
Was hilft CoPs? Management? Bibliothek?


• Brown und Duguid in „The Social Life of Information“ (2000):
  Zentralisieren, Formalisieren und Festhalten von Informationen
  paßt nicht zu CoPs.
• Zweifel an „Wissensmanagement“.
  (Zu CoP im Kontext eines zeitgemäß verstandenen
  Wissensmanagements vgl. Reinmann-Rothmeier, Das
  Münchener Modell.)
• Smith/Wenger/White, „Technology for Communities“ (2001):
  Fragestellungen: Welche Muster des Zusammenarbeitens und
  Austauschens gibt es in CoPs? Welche Rollen entstehen
  dabei? Wie lassen sich CoPs unterstützen?
Community pro
                                                            as patterns
                                                             togetherne




                         … meetings
      … open-ended
                                            … projects
       conversation



… content                                         … access to
 publishing             Community                   expertise
                         activities
                        oriented to …

    … individual
                                             … relationships
      participation


               … community
                                      … context
                 cultivation
Community Technology Stewardship


• Kurzdefinition bei Smith/Wenger/White:
   „Technology stewards are people with enough
   experience of the workings of a community to
   understand its technology needs, and enough
   experience with technology to take leadership
   in addressing those needs.
   Stewardship typically includes selecting and
   configuring technology, as well as supporting
   its use in the practice of the community.“
• Bemerkenswert: Der Technologie- (und Kompetenz-)Bedarf
  von Communities wird flexibilisiert und rückt in den Mittelpunkt.
Neue IK-Strategie: Interaktion mit Communities


• These zu unserer Rolle bei der Vermittlung von
  Informationskompetenz: Anerkennung bibliothekarischer
  Autorität kann heute entweder erzwungen werden (z.B. durch
  Verteilung von ECTS-Punkten), oder sie wird durch „Interaktion
  auf Augenhöhe“ erworben – Interaktion, die in einer Umgebung
  stattfindet, die von den Informationsbenutzern (ko-)kreiert wird.
• These zur Strategie unserer Vermittlung von
  Informationskompetenz: An die Stelle der institutionellen
  Vermarktung von „IK-Produkten“ (in sich geschlossene
  Tutorials, Kurse etc.) tritt die individuelle Vernetzung, Adaption
  und kontinuierliche Interaktion mit selbst-lernenden
  Communities.
Grundlagen und Weiterführendes...


 ...unter http://delicious.com/lambo/web-ik-09
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Information literacy (r)evolution?

  • 1.
    Information literacy (r)evolution? Lambert Heller Seminar der ZBIW Köln 10.09.2009
  • 2.
    Agenda, Teil 1:Empirie Modellhafte Vorstellung sieben neuartiger Informationspraktiken im Web: 1.Individuelles und kollaboratives Schreiben und Arbeiten mit Wikis und Living Documents, 2.Weblogs schreiben, lesen und kommentieren, 3.Kurzmitteilungen und Benutzung von Statusdiensten, 4.Microblogging (Twitter), 5.Identitäts- und Beziehungsmanagement in und mit Social- Networking-Diensten (Facebook), 6.Social Bookmarking, Tagging, Reference Sharing und „soziales Navigieren“ / „soziales Suchen“, 7.Feeds aggregieren und im Feedreader lesen, 8.Verschiedenes (ein leider unvermeidbarer Punkt).
  • 3.
    Agenda, Teil 2:Erfahrung und Diskussion Beim Kennenlernen der sieben Informationspraktiken: a)Wie sehen diese Praktiken aus? Aus erster Hand! b)Eigenschaften, Geschäftsmodelle und Varianten der jeweils dazugehörigen Dienste bzw. Produkte. c)Grundlegende Probleme und Nutzen, insb. Beispiele für Anwendung in Forschung und Lehre. d)Welche Entwicklungstendenzen gibt es jeweils, welche sollten wir beobachten?
  • 4.
    Agenda, Teil 3:Theorie und Auswertung 1.Was sind und welche Rolle spielen Communities of Practice? 2.Inwieweit werden Informationspraktiken im Web in Communities erlernt? 3.Wie lassen sich Communities unterstützen? 4.Welche Auswirkungen hat das auf unsere Rolle und Strategie bei der Vermittlung von Informationskompetenz? 5.Abschluß und Ausblick.
  • 5.
    Tipps & Trickszum Arbeiten mit Web & Browser Machen Sie es sich zunächst im Web 1.0 wohnlich, bevor Sie das Web 2.0 erkunden: • Eine eigene E-Mailadresse, die im Web abrufbar ist (ggf. separat von Dienst- oder Privatmails), z.B. bei gmx.de, web.de oder gmail.com, erleichtert das Registrieren zum Ausprobieren neuer Webdienste. • Aktuelle Browser erleichtern den Umgang mit Webdiensten und erlauben Erweiterungen; mein Tipp: Firefox 3. • Bleiben Sie an ihrem eigenen PC / unter Ihrem eigenen Benutzerprofil in die Dienste eingeloggt. (Aber: Sicherheitsproblem Cross-Site-Scripting.) • Benutzen Sie Tabbed Browsing – probieren Sie Strg+T, Strg+Tab und Strg+W, oder mit der Maus.
  • 6.
  • 7.
    1. Schreiben mitWikis und Living Documents • Seit 1995: Schreiben statt nur lesen im Web. • Alles kann gelesen werden – von wem Sie wollen: • Nur für Sie (mobiles Notizbuch, Copy-and-Paste…) • …für eine Gruppe (PBWorks, OpenWetWare…), • …oder virtuell für alle (Wikipedia-Prinzip). • Wikipedia: Alles ist immer Gemeinschaftsprodukt. • In Wikis geht nichts verloren. (Versionsverwaltung) • Virtuell grenzenlos, aber strukturierbar. • Zur Anschauung: Jon Udell und eyePlorer zum Wikipedia- Artikel „Heavy-Metal-Umlaut“
  • 8.
    2. Weblogs schreiben,lesen und kommentieren • Einzelner publiziert – so einfach wie er e-mailt. • (Un)regelmäßig aktualisiert. • Das Neueste steht oben, hat Datum und Permalink. • Dialogisch, soweit wie es der Besitzer/Autor will. • Dokumentierbarkeit durch Feeds. • Neue Informationsökonomie modellartig an Blogs erkennbar: Entgrenzung der „Printökonomie“. • Teenager-Tagebücher – und der „Long Tail“. • Das Blog-Konzept mutiert in Gestalt immer neuer Webmedien. • Metaphern: Logbuch, Sprachrohr, Gesprächrunde mit Gastgeber. Lilia Efimova: Shifting Gears. David S.H. Rosenthal: Mass-market scholarly communication. • Anschauung: Beispiele aus der Wiwi-Werkbank der ZBW Kiel.
  • 9.
    3. Kurzmitteilungen undStatusdienste • Das Handy, und mit ihm ungeplant die SMS, ist in kürzerer Zeit als jedes Medium zuvor zu einem wahrhaft weltweiten Massenmedium geworden. (Vgl. Barry Wellman et al.) • Kompensieren lokaler Verstreuung und Mobilität. • SMS: Asynchrone, „latente“ Mitteilungen. • Das Neue an Statusdiensten (zunächst Jabber/XMP, heute Facebook etc.): Auch Passivität wird ausgewertet und wird zur Mitteilung. • Lockerer Kontakt, „peripherer Blick“. • Metapher: Großraumbüro; wie viele andere der hier erwähnte Praktiken: Ist in Unternehmens-Intranets eingezogen, z.B. IBM mit Lotus Sametime etc.
  • 10.
    4. Microblogging, insb.Twitter • Vorgeschichte: Webforen („Tragedy of the comments“), Social Networking (Problematische Grenzen des „Freundes“-Netzes). • Neu an Twitter: Asymmetrisch (wie das Web), voll sozialer Gesten, und mit vielen, sich „halb überlappenden“ Öffentlichkeiten. • Das begünstigt „Kleine-Welt-Netzwerke“, zwingt zur Kürze und ist schnell – es begünstigt die (rasche) Verbreitung von Ideen (und Gerüchten). • O.g. Aspekte: Vgl. Kevin Marks, How Twitter works in theory. • Zum Aspekt Identitätsmanagement vgl. Alan J Cann. • Perspektive: Freie Implementation wie identi.ca / laconi.ca. • Umfangreiche Landschaft komplementärer Clients und Dienste zur Twitter-API: Hootsuite, Backtype, MrTweet...
  • 11.
    5. Social Networking,insb. Facebook • Beispiele: Facebook (FB), studiVZ und viele andere; u.a. zahlreiche „FB für Wissenschaftler“. (Vgl. Cameron Neylon.) • Ebenso populär wie Suche und Video im Web, für Jugendliche z.B. oft präsenter/wichtiger als E-Mail. • Symmetrisches „Friending“, Fans, schwarze Bretter, Chatten... • Ähnlich wie das Bloggen propagiert sich das Konzept quer durch alle Webmedien, Beispiel: Slideshare. • Google OpenSocial, Facebook etc.: Konkurrenz der Identitäts-/ Beziehungs-Management-Plattformen. • Gemeinsamkeit von FB mit anderen Webmedien (auch E-Mail): Anregung, Privates preiszugeben. • Besonderheit von FB: Anregung, „Anwendungen“ Dritter bei FB hinterlegte eigene Daten freizugeben; komplexe Regulierung der Privatsphäre mit unzureichenden Voreinstellungen.
  • 12.
    6. Bookmarking, Tagging,soziales Suchen • Lesezeichen für URLs, aber online statt offline. • Tagging: Benutzer vergeben ad hoc Schlagworte. Benutzer können Experten sein, Objekte können überall im Web sein • „Sich kontrolliert über die Schulter schauen lassen.“ • Vor allem Persönliches Informationsmanagement, aber gerade deshalb entstehen sekundär wertvolle „soziale Metadaten“. • Entdecker entdecken, und Communities helfen. • Das Konzept wandert als Reference Sharing in Wissenschaft und Bibliothek: CiteULike, Connotea, BibSonomy, LibraryThing… - Ebenso das Konzept „Folksonomy“. • Trend: Tags treffen auf kontrollierte Systeme, z.B. Faviki. • Trend: Reference Management 2.0: Online/Offline, Kollaborativ, nachnutzbar, mit Dokumentenverwaltung.
  • 13.
    7. Feeds aggregierenund im Feedreader lesen • Simple Technik: „Items“ mit Titel und URL werden in maschinenlesbare Listen geschrieben. • (Vielleicht) überraschender Fakt: Mindestens 300 Millionen Personen aktualisieren täglich ihren persönlichen RSS-Feed. • Software/Dienste schreiben und lesen im Hintergrund. • Pull statt Push: Nur bekommen, was man will. • Metaphern: Persönlicher Radar / Zeitung. • Auch Potential der Nachnutzung von Vorhandenem auf Site. • Beispiele: Firefox 3, Google Reader, Pageflakes, Planets, Postgenomic, Terkko FeedNavigator…
  • 14.
    8. Verschiedenes • Konstruktioneiner Persönlichen Arbeits-/Lernumgebung durch den strategischen Einsatz mehrer Dienste und Werkzeuge (und ggf. Feeds, Widgets etc.). Viele aktuelle Beispiele unterschiedlicher Szenarien aus dem echten Leben: Schulzki- Haddouti und Lorenz-Meyer, Kooperative Technologien. • Bildlichkeit: YouTube, Screencasts, Screenshots etc. • Virtuelle Welten und Augmented Reality, insb. im Kontext der neuen Mobilität des Netzes (Smartphones). • Teilen und Remixen als Kulturtechnik; Popularisierung von Open Access durch Open Content. (Creative Commons etc.) • Teilen und Remixen als Grundlage eines neuen Netzes („Web 3.0“): Linked Open Data. Kultur der Les- und Referenzierbarkeit von menschen- und maschinenlesbaren Rohdaten sowie von Repräsentationen von Objekten der echten Welt.
  • 15.
    Communities of Practice(CoP) • Vorab: Denken Sie zuerst an eine Katalog- oder Datenbank- Recherche, wenn Sie Informationen brauchen? • Ethnographische Forschung von Lave und Wenger 1991: In CoPs entsteht Wissen und Bedeutung. Beispiel: Fotokopierer. • Basis für CoP sind nicht formelle Stati/Rollen, sondern Freiwilligkeit. • Verbindlichkeit entsteht „nur“ durch gemeinsame Erfahrungen und Ressourcen. • Typisch: Regelmäßiger Austausch, vor allem Geschichtenerzählen; Informationen „reisen“ dabei mit. • CoPs entstehen und organisieren sich weitgehend von selbst; „organisches Wachstum“ von Bedeutung und Identität. • Wird in CoPs auch Informationskompetenz vermittelt? - Jan Schmidt: Communities of Blogging Practice.
  • 16.
    Was hilft CoPs?Management? Bibliothek? • Brown und Duguid in „The Social Life of Information“ (2000): Zentralisieren, Formalisieren und Festhalten von Informationen paßt nicht zu CoPs. • Zweifel an „Wissensmanagement“. (Zu CoP im Kontext eines zeitgemäß verstandenen Wissensmanagements vgl. Reinmann-Rothmeier, Das Münchener Modell.) • Smith/Wenger/White, „Technology for Communities“ (2001): Fragestellungen: Welche Muster des Zusammenarbeitens und Austauschens gibt es in CoPs? Welche Rollen entstehen dabei? Wie lassen sich CoPs unterstützen?
  • 17.
    Community pro as patterns togetherne … meetings … open-ended … projects conversation … content … access to publishing Community expertise activities oriented to … … individual … relationships participation … community … context cultivation
  • 18.
    Community Technology Stewardship •Kurzdefinition bei Smith/Wenger/White: „Technology stewards are people with enough experience of the workings of a community to understand its technology needs, and enough experience with technology to take leadership in addressing those needs. Stewardship typically includes selecting and configuring technology, as well as supporting its use in the practice of the community.“ • Bemerkenswert: Der Technologie- (und Kompetenz-)Bedarf von Communities wird flexibilisiert und rückt in den Mittelpunkt.
  • 19.
    Neue IK-Strategie: Interaktionmit Communities • These zu unserer Rolle bei der Vermittlung von Informationskompetenz: Anerkennung bibliothekarischer Autorität kann heute entweder erzwungen werden (z.B. durch Verteilung von ECTS-Punkten), oder sie wird durch „Interaktion auf Augenhöhe“ erworben – Interaktion, die in einer Umgebung stattfindet, die von den Informationsbenutzern (ko-)kreiert wird. • These zur Strategie unserer Vermittlung von Informationskompetenz: An die Stelle der institutionellen Vermarktung von „IK-Produkten“ (in sich geschlossene Tutorials, Kurse etc.) tritt die individuelle Vernetzung, Adaption und kontinuierliche Interaktion mit selbst-lernenden Communities.
  • 20.
    Grundlagen und Weiterführendes... ...unter http://delicious.com/lambo/web-ik-09
  • 21.
    Vielen Dank fürIhre Aufmerksamkeit!

Hinweis der Redaktion

  • #18 With a range of options, we moved to looking at the types of activities communities did to be together. Then we worked back out towards the tools. As we did this, we looked at a lot of the communities we worked with and noticed patterns of how this was happening. There were people who were paying particular attention to this intersection between tools and activities on behalf of their communities. Blick auf soziale Muster, Tools, Aktivitäten und Rollen - soll im folgenden vertieft werden