Leipzig
25.05.2019
Workshop
Wie Sie unter Ungewissheit für Innovationen den
Schatz im eigenen Unternehmen nutzen.
Fördern Sie Intrapreneurship mit Effectuation
2
Einstieg in den Workshop
3
Agenda
4
Für die Fotos herzlichen Dank an
Max Finger von der HTWK!
5
Innovation –
Wo kommt der Druck her?
6
Warum brauchen wir Corporate
Entrepreneurship und Intrapreneure?
7
3 Horizonte Modell
8
Quelle: McKinsey
Die Herausforderung:
Eine Vielzahl an Ideen im 3.
Horizont!
Die üblichen
Innovationsprozesse erweisen
sich als nicht ausreichend.
Um Mitarbeiter zu ermutigen
und als Ideengeber und
mögliche Intrapreneure zu
gewinnen, brauchen wir
zusätzliche neue Ansätze.
Effectuation
– ein neues Buzzword?
9
Wie Entrepreneure
entscheiden und handeln
Die Kognitionswissenschaftlerin
Prof. S.D. Saras Sarasvathy, University of Virginia) hat
untersucht, wie erfolgreiche Entrepreneure (Serien-
Gründer mit mind. 15 Jahren Erfahrung) entscheiden
und handeln.
Das Ergebnis nannte sie die Methode „Effectuation“.
Sarasvathy fand heraus, dass erfolgreiche
Entrepreneure nach einer ganz eigenen Logik
entscheiden und handeln, wenn sie in Situationen
großer Ungewissenheit sind.
Dieses Vorgehen verliert jedoch seine Wirkung, je
mehr Wissen in einer Situation besteht.
Das Vorgehen beruht auf vier Prinzipien und einem
zyklischen Prozess. Es ist beobachtbar, lehrbar und
lernbar.
10
Ungewissheit
11
Effectuation passiert nicht „einfach so“
12
Effectuator haben einen Handlungsanlass und
agieren kontextbezogen.
In den letzten Jahren ist ein ganzes Set an Formaten
entstanden, mit denen sich Effectuation als Methode
unter Ungewissheit für Individuen, Gruppen oder
Teams, klassische Organisationen oder Netzwerke
einsetzen lässt.
Die Zukunft unternehmerisch
gestalten: steuern statt vorhersagen
Effectuation als Methode dient dazu, in Situationen
großer Ungewissheit strukturiert und schnell ins
Handeln zu kommen.
Kausale Logik:
Alles, was wir vorhersagen können, können wir
steuern.  Was sollte man tun? (basierend auf
bestehendem Wissen)
Effectuation Logik:
Alles was wir steuern können, brauchen wir nicht
vorherzusagen.  Was können wir tun? (basierend
auf unseren Erfahrungen)
Was Effectuation nicht ist:
 Nicht „nichtkausal denken“
 Nicht „alles ist möglich“
 Nicht „vage & ziellos“
 Kein „einfacher Ausweg“
 Nicht „irrational oder intuitiv“
 Nicht „kleinere Brötchen backen“
 Nicht „eine Frage des Charakters“
13
Kausale Logik
14
4 Effectuation Prinzipien
15
Quelle der Grafiken: http://www.effectuation.org/
Erfolgreiche Entrepreneure verstehen sich als
Gestalter.
Mittelorientierung
Spatz in der Hand ist besser als
Taube auf dem Dach
Leistbarer Verlust
Fokus auf mögliche Nachteile
Umstände und Zufälle
Gibt Dir das Leben Zitronen, mach
Limonade daraus
Vereinbarungen und Partnerschaften
Patchwork willkommen
Handlungs
-anlass
4 Prinzipien und 1 „Metaprinzip“
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Metaprinzip - Grundüberzeugung:
Die Zukunft ist (mit-)gestaltbar!
2. Leistbaren Verlust definieren:
Was will ich maximal einsetzen, bspw.
Zeit, Geld, Material, Kontakten…?
3. Unerwartetes nutzen:
Welche möglichen Hebel
bieten mir Zufälle und Störungen?
4. Partnerschaften eingehen:
Wer ist bereit, mit zu machen, sich einzubringen und mit zu gestalten?
 Welche Mittel haben wir zusammen? Welche neuen Ziele werden damit möglich?
Handlungs-
anlass!
1. Verfügbare Mittel analysieren („Bird in Hand“):
- wer bin ich? – was weiß ich? – wen kenne ich?
 Welche Ziele und Ergebnisse sind damit möglich und erreichbar?
Sarasvathy, www.effectuation.com, Juli 2017
Effectuation Prozess
Erfolgreiche Entrepreneure starten immer bei den
Mitteln, die ihnen jetzt schon zur Verfügung stehen. Sie
fragen sich nicht nur nach verfügbaren Mitteln, sondern
auch nach den Talenten und Kenntnissen oder guten
Kontakten, die sie haben. Manchmal gibt es vor der
Mittelanalyse schon eine Idee, manchmal entsteht sie
erst durch die Sichtung dessen, was zur Verfügung steht.
Die Ziele, die im nächsten Schritt abgeleitet werden,
definieren sich neben den Mitteln auch aus dem
tragbaren Verlust oder dem Einsatz, der maximal
geleistet werden kann. Daraus leiten Effectuators die
möglichen, erreichbaren Ziele ab (Handlungsoptionen).
Sie überlegen sich, welche Schritte als nächstes ganz
konkret möglich sind. Dann gehen sie mit möglichen
Partnern ins Gespräch. Erfolgreiche Entrepreneure
erweitern damit ihren Aktionsradius durch neue Mittel
und Optionen, die die Partnerschaften mit sich bringen.
Zu jedem Zeitpunkt kann der Prozess allerdings auch
abgebrochen und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt
neu gestartet werden. Erfolgreiche Entrepreneure
beobachten ihr Umfeld gut und leiten daraus neue
Chancen oder Einschränkungen für sich ab.
17
Mögliche Integration mit Agilen
Frameworks und Methoden…
18
• Kleine
gemeinsame
Projekte
• Jam Sessions
• Design Thinking
mit Rapid
Prototyping
• Hackathons
• …
Beide Logiken
zugleich im Blick
Kausale Logik und Effectuation sind kein
Entweder-Oder.
Welche Herangehensweise sich primär
anbietet, hängt vom Unfang der Ungewissheit
bzw. vom verfügbaren Wissen ab.
Oft können wir dies aber auch gar nicht
einschätzen.
Dann lohnt auch im Prozess die Chance auf
Anreicherung um neue Sichtweisen und Ideen
durch Effectuation.
19
Exkurs:
Noch keine
fertige
Theorie!
20
Aus der Effectuation Toolbox
21
Effectuation als Methode: Toolbox
22
Nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
Zu Effectuation wurde mittlerweile eine ganze Toolbox an Formaten entwickelt. Effectuation wird damit als
Methode nutzbar, die eingeführt und strukturiert eingesetzt werden kann.
Effektuieren
ist erlernbar
23
Profiling – ist mein Projekt ungewiss?
24
Mögliche Leitfragen zum Profiling
Planbarkeit der Zukunft:
 Was genau bestimmt die Zukunft?
 Was ist vorhersehbar? Was ist unvorhersehbar?
 Was müsste sein, damit die Zukunft planbar wird?
Verhandelbarkeit der Ziele:
 Welche Zielvorstellungen gibt es bereits? Wie spezifisch werden
diese formuliert?
 Welcher Stakeholder hat welchen Einfluss?
 Wo bestehen welche Zielkonflikte?
Eindeutigkeit der Information:
 Welche Informationen liegen vor? Wo können wir nach benötigten
Informationen suchen? Bspw.: Was sagen die Stakeholder? Wie
beurteilen informierte Außenstehende die Situation?
 Welche Widersprüche bestehen?
 Lassen sich aus den verfügbaren Informationen
Handlungsempfehlungen ableiten?
Dynamik der Veränderung:
 Wie schnell ändern sich die Rahmenbedingungen?
 Hat die Veränderungsgeschwindigkeit sich in letzter Zeit verändert?
 Sind zukünftige sprunghafte Veränderungen denkbar oder
wahrscheinlich?
Ausmaß der Komplexität:
 Wie gut lässt sich beschreiben, wie sich das System verhält (reagiert,
funktioniert)?
 Wie groß ist die Anzahl der Elemente des Systems und wie stark sind
diese miteinander vernetzt?
 Gibt es Konsens über Best- oder Good-Practices für die Situation?
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Mittelinventar Leitfragen:
„Wer ich bin“: Hier geht es um den eigenen
Charakter, persönliche Eigenschaften, eigene
Stärken und Vorlieben, Wünsche und Werte – all
das, was die eigene Persönlichkeit und Individualität
ausmacht.
„Was ich weiß“: Im Fokus stehen hier die eigene
berufliche Ausbildung, der Werdegang, Fähigkeiten
und Fertigkeiten, Erfahrungen und konkrete
Tätigkeiten, die man ausgeübt hat. Hinzu kommen
Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die außerhalb
der Arbeitswelt erworben wurden – etwa durch
Hobbys oder in anderen Bereichen des Privatlebens.
Hinzu kommen weitere Ressourcen und Quellen
(Bücher, zeitnah buchbare Seminare, Videos, …), die
zur Verfügung stehen. (Mit Ressourcen sind hier
„Dinge“ gemeint, die sich nicht verbrauchen).
„Wen ich kenne“: Denken Sie an all die Menschen,
die Sie in den einzelnen Stationen des bisherigen
Lebens kennengelernt haben – besonders jene, die
Sie gut kennen und die Sie sofort kontaktieren
könnten. Ferner das persönliche und berufliche
Netzwerk (Kunden, Lieferanten, Partner,
Interessenten, Mitbewerber, Meinungsmacher,…)
Was von mir passt zum Thema? (Fit)
25
Quelle: Heiko Bartlog nach: Michael Faschingbauer: Effectuation.
[Tool]
Getting started
26
1. Überlegt zunächst, welches Thema oder
Anlass Ihr für die Übung nehmen wollt.
Dann überlegt Ihr, welche Mittel Ihr in
Bezug auf diesen Handlungsanlass selbst
bereits zur Verfügung habt.
2. Im nächsten Schritt überlegt ihr, was Euer
leistbarer Einsatz für das Thema ist.
3. Aus verfügbaren Mitteln und leistbarem
Einsatz leitet Ihr Eure Handlungsoptionen
ab:
Wichtig ist, dass vor allem die nächsten
Schritte ganz konkret sind. Bspw.:
 Herrn Müller morgen um 10:00 anrufen
 Im Internet morgen Nachmittag
wichtige Aspekte recherchieren…
Welche Handlungsoptionen könnten sich
daraus ergeben …?
Welches Ziel wird erreichbar …?
[Tool]
Partnerschaften
27
Effectuators gehen Partnerschaften mit denen ein,
die sich einbringen wollen
Offene Beitragseinladungen und Verhandlungen mit
einer Haltung „ja, und…“ statt „ja, aber…“ zielen auf
gemeinsames Co-Kreieren
Zum Handlungsanlass entstehen so gemeinsame
neue Ideen und Handlungsoptionen
Marktplatz
der Macher
Ein häufig genutztes Tool ist der „Marktplatz der
Macher“. Es ist Open-Space-basiert, integriert dabei
aber die Prinzipien von Effectuation.
Der Marktplatz steht in der Regel unter einem
definierten Handlungsanlass. Alle Teilnehmer sind
eingeladen, ihre Ideen in den Marktplatz einzu-
bringen. Dieser lebt von den Dialogen, die die
Teilnehmer führen: Es geht um Beitragseinladungen,
um andere „ins Boot zu holen“ und aus den Ideen
gemeinsame neue Ideen zu kreieren.
Die Ideen werden als sog. Schnellboote definiert:
Jedes Schnellboot bleibt in der Verantwortung
seines Captains, der auf dem Marktplatz versucht,
Partner zu finden (Crew). Ob das Schnellboot
tatsächlich gestartet wird, einen Hafen erreicht oder
unterwegs strandet oder wieder zum Hafen
zurückkehrt – alles ist erlaubt und erwünscht.
28
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Schnellboote definieren
Die Schnellboote werden auf einem
vorgedruckten Template skizziert und
diese Kurzbeschreibung wird während
der Fahrt nach Bedarf aktualisiert.
Es geht darum, wirklich nur wenige
erste Schritte zu gehen, mit
minimalen Ressourcen an Zeit, Geld
und Material, um ein Thema zu
erkunden und Ungewissheit zu
reduzieren.
29
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Schnellboot-Monitor
30
Es hat sich bewährt, eine transparente Übersicht
über alle Schnellboote auf einem Schnellboote-
Monitor herzustellen.
Dieser Monitor ist auf den ersten Blick ähnlich
aufgebaut wie ein Kanban-Board, ohne dass
allerdings die Kanban-Regeln gelten. In einem
regelmäßigen Schnellboote-StandUp (bspw. als
Daily oder Weekly) stellen die Captains gemeinsam
Transparenz her, in welchem Status sich ein
Schnellboot gerade befindet. Dies gibt den anderen
Teilnehmern die Möglichkeit eine Unterstützung als
Crew-Mitglied anzubieten und sich einzubringen
(Prinzip Partner gewinnen, kokreativ weiter
gestalten).
Ein Schnellboot-Monitor dient der gemeinsamen
Transparenz über alle Initiativen und ihren
erreichten Status. Auch „versenkte“ oder zurück (in
den Hafen) gebrachte Schnellboote werden
gewertschätzt.
[Tool]
Infos
31
Literatur und Links
• Faschingbauer, Michael: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln,
Stuttgart 2017
• Plattform der Effectuation Experts: www.effectuation.at
Michael Faschingbauer, Prof. Dietmar Grichnik – Universität St. Gallen, Prof. René Maurer – ESCP Europe,
Saras Sarasvathy – University of Virginia, Effectuation Experts der Community
• Faschingbauer, Michael; Mauer, René: www.effectuation-intelligence.biz
• Mallow, Birgit: FirstBird Experten-Webinar Intrapreneure – eine Frage des Recruiting?
https://www.firstbird.com/de/webinar-ansehen-mitarbeiter-zu-intrapreneuren-machen/
https://de.slideshare.net/BMA17/expertenwebinar-intrapreneure-eine-frage-des-recruiting
32
Noch Fragen? Dann fragt mich doch!
33
Birgit Mallow
Organisationsentwicklung und Prozessberatung
+49 171 / 276 42 61
bma@mallow-consulting.de
www.mallow-consulting.de
Diplom-Informatikerin der Fachrichtung Psychologie
Management Consulting seit rund 20 Jahren
Organisationsentwicklerin mit dem Fokus
 Agile Coach und Facilitator
ausgebildete Systemisch-Agile Organisationsbegleiterin,
agile Vorgehensweisen / agile Organisation / agile Trainings
 Professional Scrum Master (PSM), Professional Scrum Product Owner (PSPO),
Certified SAFe Program Consultant (SPC). Certified LeSS Practitioner,
Kanban Management Professional (KMP), Design Thinking Coach,
Zertifizierter Effectuation Expert, Freie Soziokratie-Beraterin,
Business Agility mit den Flight Levels
 Transformationsprozesse & werteorientierter Kulturwandel
(Akkreditierter CTT Consultant, Barrett Values Centre)
 Business Process Management (Certified OECB2), agile BPM

HR Innovation Day 2019 - Workshop von Birgit Mallow

  • 1.
    Leipzig 25.05.2019 Workshop Wie Sie unterUngewissheit für Innovationen den Schatz im eigenen Unternehmen nutzen. Fördern Sie Intrapreneurship mit Effectuation
  • 2.
  • 3.
    Einstieg in denWorkshop 3
  • 4.
  • 5.
    Für die Fotosherzlichen Dank an Max Finger von der HTWK! 5
  • 6.
    Innovation – Wo kommtder Druck her? 6
  • 7.
    Warum brauchen wirCorporate Entrepreneurship und Intrapreneure? 7
  • 8.
    3 Horizonte Modell 8 Quelle:McKinsey Die Herausforderung: Eine Vielzahl an Ideen im 3. Horizont! Die üblichen Innovationsprozesse erweisen sich als nicht ausreichend. Um Mitarbeiter zu ermutigen und als Ideengeber und mögliche Intrapreneure zu gewinnen, brauchen wir zusätzliche neue Ansätze.
  • 9.
  • 10.
    Wie Entrepreneure entscheiden undhandeln Die Kognitionswissenschaftlerin Prof. S.D. Saras Sarasvathy, University of Virginia) hat untersucht, wie erfolgreiche Entrepreneure (Serien- Gründer mit mind. 15 Jahren Erfahrung) entscheiden und handeln. Das Ergebnis nannte sie die Methode „Effectuation“. Sarasvathy fand heraus, dass erfolgreiche Entrepreneure nach einer ganz eigenen Logik entscheiden und handeln, wenn sie in Situationen großer Ungewissenheit sind. Dieses Vorgehen verliert jedoch seine Wirkung, je mehr Wissen in einer Situation besteht. Das Vorgehen beruht auf vier Prinzipien und einem zyklischen Prozess. Es ist beobachtbar, lehrbar und lernbar. 10
  • 11.
  • 12.
    Effectuation passiert nicht„einfach so“ 12 Effectuator haben einen Handlungsanlass und agieren kontextbezogen. In den letzten Jahren ist ein ganzes Set an Formaten entstanden, mit denen sich Effectuation als Methode unter Ungewissheit für Individuen, Gruppen oder Teams, klassische Organisationen oder Netzwerke einsetzen lässt.
  • 13.
    Die Zukunft unternehmerisch gestalten:steuern statt vorhersagen Effectuation als Methode dient dazu, in Situationen großer Ungewissheit strukturiert und schnell ins Handeln zu kommen. Kausale Logik: Alles, was wir vorhersagen können, können wir steuern.  Was sollte man tun? (basierend auf bestehendem Wissen) Effectuation Logik: Alles was wir steuern können, brauchen wir nicht vorherzusagen.  Was können wir tun? (basierend auf unseren Erfahrungen) Was Effectuation nicht ist:  Nicht „nichtkausal denken“  Nicht „alles ist möglich“  Nicht „vage & ziellos“  Kein „einfacher Ausweg“  Nicht „irrational oder intuitiv“  Nicht „kleinere Brötchen backen“  Nicht „eine Frage des Charakters“ 13
  • 14.
  • 15.
    4 Effectuation Prinzipien 15 Quelleder Grafiken: http://www.effectuation.org/ Erfolgreiche Entrepreneure verstehen sich als Gestalter. Mittelorientierung Spatz in der Hand ist besser als Taube auf dem Dach Leistbarer Verlust Fokus auf mögliche Nachteile Umstände und Zufälle Gibt Dir das Leben Zitronen, mach Limonade daraus Vereinbarungen und Partnerschaften Patchwork willkommen Handlungs -anlass
  • 16.
    4 Prinzipien und1 „Metaprinzip“ 16 Metaprinzip - Grundüberzeugung: Die Zukunft ist (mit-)gestaltbar! 2. Leistbaren Verlust definieren: Was will ich maximal einsetzen, bspw. Zeit, Geld, Material, Kontakten…? 3. Unerwartetes nutzen: Welche möglichen Hebel bieten mir Zufälle und Störungen? 4. Partnerschaften eingehen: Wer ist bereit, mit zu machen, sich einzubringen und mit zu gestalten?  Welche Mittel haben wir zusammen? Welche neuen Ziele werden damit möglich? Handlungs- anlass! 1. Verfügbare Mittel analysieren („Bird in Hand“): - wer bin ich? – was weiß ich? – wen kenne ich?  Welche Ziele und Ergebnisse sind damit möglich und erreichbar? Sarasvathy, www.effectuation.com, Juli 2017
  • 17.
    Effectuation Prozess Erfolgreiche Entrepreneurestarten immer bei den Mitteln, die ihnen jetzt schon zur Verfügung stehen. Sie fragen sich nicht nur nach verfügbaren Mitteln, sondern auch nach den Talenten und Kenntnissen oder guten Kontakten, die sie haben. Manchmal gibt es vor der Mittelanalyse schon eine Idee, manchmal entsteht sie erst durch die Sichtung dessen, was zur Verfügung steht. Die Ziele, die im nächsten Schritt abgeleitet werden, definieren sich neben den Mitteln auch aus dem tragbaren Verlust oder dem Einsatz, der maximal geleistet werden kann. Daraus leiten Effectuators die möglichen, erreichbaren Ziele ab (Handlungsoptionen). Sie überlegen sich, welche Schritte als nächstes ganz konkret möglich sind. Dann gehen sie mit möglichen Partnern ins Gespräch. Erfolgreiche Entrepreneure erweitern damit ihren Aktionsradius durch neue Mittel und Optionen, die die Partnerschaften mit sich bringen. Zu jedem Zeitpunkt kann der Prozess allerdings auch abgebrochen und vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt neu gestartet werden. Erfolgreiche Entrepreneure beobachten ihr Umfeld gut und leiten daraus neue Chancen oder Einschränkungen für sich ab. 17
  • 18.
    Mögliche Integration mitAgilen Frameworks und Methoden… 18 • Kleine gemeinsame Projekte • Jam Sessions • Design Thinking mit Rapid Prototyping • Hackathons • …
  • 19.
    Beide Logiken zugleich imBlick Kausale Logik und Effectuation sind kein Entweder-Oder. Welche Herangehensweise sich primär anbietet, hängt vom Unfang der Ungewissheit bzw. vom verfügbaren Wissen ab. Oft können wir dies aber auch gar nicht einschätzen. Dann lohnt auch im Prozess die Chance auf Anreicherung um neue Sichtweisen und Ideen durch Effectuation. 19
  • 20.
  • 21.
  • 22.
    Effectuation als Methode:Toolbox 22 Nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. Zu Effectuation wurde mittlerweile eine ganze Toolbox an Formaten entwickelt. Effectuation wird damit als Methode nutzbar, die eingeführt und strukturiert eingesetzt werden kann.
  • 23.
  • 24.
    Profiling – istmein Projekt ungewiss? 24 Mögliche Leitfragen zum Profiling Planbarkeit der Zukunft:  Was genau bestimmt die Zukunft?  Was ist vorhersehbar? Was ist unvorhersehbar?  Was müsste sein, damit die Zukunft planbar wird? Verhandelbarkeit der Ziele:  Welche Zielvorstellungen gibt es bereits? Wie spezifisch werden diese formuliert?  Welcher Stakeholder hat welchen Einfluss?  Wo bestehen welche Zielkonflikte? Eindeutigkeit der Information:  Welche Informationen liegen vor? Wo können wir nach benötigten Informationen suchen? Bspw.: Was sagen die Stakeholder? Wie beurteilen informierte Außenstehende die Situation?  Welche Widersprüche bestehen?  Lassen sich aus den verfügbaren Informationen Handlungsempfehlungen ableiten? Dynamik der Veränderung:  Wie schnell ändern sich die Rahmenbedingungen?  Hat die Veränderungsgeschwindigkeit sich in letzter Zeit verändert?  Sind zukünftige sprunghafte Veränderungen denkbar oder wahrscheinlich? Ausmaß der Komplexität:  Wie gut lässt sich beschreiben, wie sich das System verhält (reagiert, funktioniert)?  Wie groß ist die Anzahl der Elemente des Systems und wie stark sind diese miteinander vernetzt?  Gibt es Konsens über Best- oder Good-Practices für die Situation? Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 25.
    Mittelinventar Leitfragen: „Wer ichbin“: Hier geht es um den eigenen Charakter, persönliche Eigenschaften, eigene Stärken und Vorlieben, Wünsche und Werte – all das, was die eigene Persönlichkeit und Individualität ausmacht. „Was ich weiß“: Im Fokus stehen hier die eigene berufliche Ausbildung, der Werdegang, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Erfahrungen und konkrete Tätigkeiten, die man ausgeübt hat. Hinzu kommen Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die außerhalb der Arbeitswelt erworben wurden – etwa durch Hobbys oder in anderen Bereichen des Privatlebens. Hinzu kommen weitere Ressourcen und Quellen (Bücher, zeitnah buchbare Seminare, Videos, …), die zur Verfügung stehen. (Mit Ressourcen sind hier „Dinge“ gemeint, die sich nicht verbrauchen). „Wen ich kenne“: Denken Sie an all die Menschen, die Sie in den einzelnen Stationen des bisherigen Lebens kennengelernt haben – besonders jene, die Sie gut kennen und die Sie sofort kontaktieren könnten. Ferner das persönliche und berufliche Netzwerk (Kunden, Lieferanten, Partner, Interessenten, Mitbewerber, Meinungsmacher,…) Was von mir passt zum Thema? (Fit) 25 Quelle: Heiko Bartlog nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. [Tool]
  • 26.
    Getting started 26 1. Überlegtzunächst, welches Thema oder Anlass Ihr für die Übung nehmen wollt. Dann überlegt Ihr, welche Mittel Ihr in Bezug auf diesen Handlungsanlass selbst bereits zur Verfügung habt. 2. Im nächsten Schritt überlegt ihr, was Euer leistbarer Einsatz für das Thema ist. 3. Aus verfügbaren Mitteln und leistbarem Einsatz leitet Ihr Eure Handlungsoptionen ab: Wichtig ist, dass vor allem die nächsten Schritte ganz konkret sind. Bspw.:  Herrn Müller morgen um 10:00 anrufen  Im Internet morgen Nachmittag wichtige Aspekte recherchieren… Welche Handlungsoptionen könnten sich daraus ergeben …? Welches Ziel wird erreichbar …? [Tool]
  • 27.
    Partnerschaften 27 Effectuators gehen Partnerschaftenmit denen ein, die sich einbringen wollen Offene Beitragseinladungen und Verhandlungen mit einer Haltung „ja, und…“ statt „ja, aber…“ zielen auf gemeinsames Co-Kreieren Zum Handlungsanlass entstehen so gemeinsame neue Ideen und Handlungsoptionen
  • 28.
    Marktplatz der Macher Ein häufiggenutztes Tool ist der „Marktplatz der Macher“. Es ist Open-Space-basiert, integriert dabei aber die Prinzipien von Effectuation. Der Marktplatz steht in der Regel unter einem definierten Handlungsanlass. Alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre Ideen in den Marktplatz einzu- bringen. Dieser lebt von den Dialogen, die die Teilnehmer führen: Es geht um Beitragseinladungen, um andere „ins Boot zu holen“ und aus den Ideen gemeinsame neue Ideen zu kreieren. Die Ideen werden als sog. Schnellboote definiert: Jedes Schnellboot bleibt in der Verantwortung seines Captains, der auf dem Marktplatz versucht, Partner zu finden (Crew). Ob das Schnellboot tatsächlich gestartet wird, einen Hafen erreicht oder unterwegs strandet oder wieder zum Hafen zurückkehrt – alles ist erlaubt und erwünscht. 28 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 29.
    Schnellboote definieren Die Schnellbootewerden auf einem vorgedruckten Template skizziert und diese Kurzbeschreibung wird während der Fahrt nach Bedarf aktualisiert. Es geht darum, wirklich nur wenige erste Schritte zu gehen, mit minimalen Ressourcen an Zeit, Geld und Material, um ein Thema zu erkunden und Ungewissheit zu reduzieren. 29 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 30.
    Schnellboot-Monitor 30 Es hat sichbewährt, eine transparente Übersicht über alle Schnellboote auf einem Schnellboote- Monitor herzustellen. Dieser Monitor ist auf den ersten Blick ähnlich aufgebaut wie ein Kanban-Board, ohne dass allerdings die Kanban-Regeln gelten. In einem regelmäßigen Schnellboote-StandUp (bspw. als Daily oder Weekly) stellen die Captains gemeinsam Transparenz her, in welchem Status sich ein Schnellboot gerade befindet. Dies gibt den anderen Teilnehmern die Möglichkeit eine Unterstützung als Crew-Mitglied anzubieten und sich einzubringen (Prinzip Partner gewinnen, kokreativ weiter gestalten). Ein Schnellboot-Monitor dient der gemeinsamen Transparenz über alle Initiativen und ihren erreichten Status. Auch „versenkte“ oder zurück (in den Hafen) gebrachte Schnellboote werden gewertschätzt. [Tool]
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  • 32.
    Literatur und Links •Faschingbauer, Michael: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln, Stuttgart 2017 • Plattform der Effectuation Experts: www.effectuation.at Michael Faschingbauer, Prof. Dietmar Grichnik – Universität St. Gallen, Prof. René Maurer – ESCP Europe, Saras Sarasvathy – University of Virginia, Effectuation Experts der Community • Faschingbauer, Michael; Mauer, René: www.effectuation-intelligence.biz • Mallow, Birgit: FirstBird Experten-Webinar Intrapreneure – eine Frage des Recruiting? https://www.firstbird.com/de/webinar-ansehen-mitarbeiter-zu-intrapreneuren-machen/ https://de.slideshare.net/BMA17/expertenwebinar-intrapreneure-eine-frage-des-recruiting 32
  • 33.
    Noch Fragen? Dannfragt mich doch! 33 Birgit Mallow Organisationsentwicklung und Prozessberatung +49 171 / 276 42 61 bma@mallow-consulting.de www.mallow-consulting.de Diplom-Informatikerin der Fachrichtung Psychologie Management Consulting seit rund 20 Jahren Organisationsentwicklerin mit dem Fokus  Agile Coach und Facilitator ausgebildete Systemisch-Agile Organisationsbegleiterin, agile Vorgehensweisen / agile Organisation / agile Trainings  Professional Scrum Master (PSM), Professional Scrum Product Owner (PSPO), Certified SAFe Program Consultant (SPC). Certified LeSS Practitioner, Kanban Management Professional (KMP), Design Thinking Coach, Zertifizierter Effectuation Expert, Freie Soziokratie-Beraterin, Business Agility mit den Flight Levels  Transformationsprozesse & werteorientierter Kulturwandel (Akkreditierter CTT Consultant, Barrett Values Centre)  Business Process Management (Certified OECB2), agile BPM