83. Management 3.0 Stammtisch
09.11.2020
Effectuation
JetztMöglichkeiten Fertig
Begrüßung und
Ankommen
Unsere Agenda 09.11.2020
Zeit der
Unsicherheit,
Ungewissheit
Eine andere
Entscheidungs-
logik
... wie selbst
nutzen?
[Tools]
Socializing und
Ausklang
Warm-up
3 Personen
5 Minuten
3 Gemeinsamkeiten
finden
Und was verbindet
Euch mit
Management 3.0 ?
2
Unsere Welt…
3
Unsicherheit - Ungewissheit
4
5
Nach Frank Knight
„Risk, uncertainty
and profil“, 1921
Das Urnen-Experiment
Unter Ungewissheit handeln
wie ein Entrepreneur
6
Saras Sarasvathy, University of Virginia
 Erforschte systematisch, wie erfolgreiche
Mehrfachgründer vorgehen.
 Ergebnis:
Erfolgreiche Mehrfachgründer entscheiden und handeln
unter Ungewissheit nach einer eigenen Logik
Effectuation
Kausale Logik
7
4 Prinzipien und 1 „Metaprinzip“
8
Metaprinzip - Grundüberzeugung:
Die Zukunft ist (mit-)gestaltbar!
2. Leistbaren Verlust definieren:
Was will ich maximal einsetzen, bspw.
Zeit, Geld, Material, Kontakten…?
3. Unerwartetes nutzen:
Welche möglichen Hebel
bieten mir Zufälle und Störungen?
4. Partnerschaften eingehen:
Wer ist bereit, mit zu machen, sich einzubringen und mit zu gestalten?
 Welche Mittel haben wir zusammen? Welche neuen Ziele werden damit möglich?
Handlungs-
anlass!
1. Verfügbare Mittel analysieren („Bird in Hand“):
- wer bin ich? – was weiß ich? – wen kenne ich?
 Welche Ziele und Ergebnisse sind damit möglich und erreichbar?
Sarasvathy, www.effectuation.com, Juli 2017
Effectuation Prozess
9
Verfügbare Mittel
Leistbarer Verlust
Handlungsoptionen
Partner, die sich
einbringen wollen
Neue Mittel
Neue Ideen und Ziele
Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen
Handlungsanlass
!
Effectuation Prozess
10
Verfügbare Mittel
Leistbarer Verlust
Handlungsoptionen
Partner, die sich
einbringen wollen
Neue Mittel
Neue Ideen und Ziele
Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen
Handlungsanlass
!
• Kleine
gemeinsame
Projekte
• Jam Sessions
• Design
Thinking mit
Rapid
Prototyping
• Hackathons
• …
Beide Logiken
zugleich im Blick
Kausale Logik und Effectuation sind
kein Entweder-Oder.
Welche Herangehensweise sich primär
anbietet, hängt vom Unfang der
Ungewissheit bzw. vom verfügbaren
Wissen ab.
Oft können wir dies aber auch gar nicht
einschätzen.
Dann lohnt die Chance auf Anreicherung
um neue Sichtweisen und Ideen durch
Effectuation.
11
Exkurs:
Noch keine
fertige
Theorie!
12
Effectuation Toolbox
13
Effectuation als Methode
14
Nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
Zu Effectuation wurde mittlerweile eine ganze Toolbox an Formaten entwickelt. Effectuation
wird damit als Methode nutzbar, die eingeführt und strukturiert eingesetzt werden kann.
Effektuieren
ist erlernbar
15
Profiling – ist mein Projekt ungewiss?
16
Mögliche Leitfragen zum Profiling
Planbarkeit der Zukunft:
 Was genau bestimmt die Zukunft?
 Was ist vorhersehbar? Was ist unvorhersehbar?
 Was müsste sein, damit die Zukunft planbar wird?
Verhandelbarkeit der Ziele:
 Welche Zielvorstellungen gibt es bereits? Wie spezifisch werden
diese formuliert?
 Welcher Stakeholder hat welchen Einfluss?
 Wo bestehen welche Zielkonflikte?
Eindeutigkeit der Information:
 Welche Informationen liegen vor? Wo können wir nach benötigten
Informationen suchen? Bspw.: Was sagen die Stakeholder? Wie
beurteilen informierte Außenstehende die Situation?
 Welche Widersprüche bestehen?
 Lassen sich aus den verfügbaren Informationen
Handlungsempfehlungen ableiten?
Dynamik der Veränderung:
 Wie schnell ändern sich die Rahmenbedingungen?
 Hat die Veränderungsgeschwindigkeit sich in letzter Zeit verändert?
 Sind zukünftige sprunghafte Veränderungen denkbar oder
wahrscheinlich?
Ausmaß der Komplexität:
 Wie gut lässt sich beschreiben, wie sich das System verhält (reagiert,
funktioniert)?
 Wie groß ist die Anzahl der Elemente des Systems und wie stark sind
diese miteinander vernetzt?
 Gibt es Konsens über Best- oder Good-Practices für die Situation?
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Mittelinventar Leitfragen:
„Wer ich bin“: Hier geht es um den eigenen
Charakter, persönliche Eigenschaften, eigene
Stärken und Vorlieben, Wünsche und Werte – all
das, was die eigene Persönlichkeit und Individualität
ausmacht.
„Was ich weiß“: Im Fokus stehen hier die eigene
berufliche Ausbildung, der Werdegang, Fähigkeiten
und Fertigkeiten, Erfahrungen und konkrete
Tätigkeiten, die man ausgeübt hat. Hinzu kommen
Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die außerhalb
der Arbeitswelt erworben wurden – etwa durch
Hobbys oder in anderen Bereichen des Privatlebens.
Hinzu kommen weitere Ressourcen und Quellen
(Bücher, zeitnah buchbare Seminare, Videos, …), die
zur Verfügung stehen. (Mit Ressourcen sind hier
„Dinge“ gemeint, die sich nicht verbrauchen).
„Wen ich kenne“: Denkt an n all die Menschen, die
Ihr in den einzelnen Stationen des bisherigen Lebens
kennengelernt habt – besonders jene, die Euch gut
kennen und die Ihr sofort kontaktieren könntet.
Ferner das persönliche und berufliche Netzwerk
(Kunden, Lieferanten, Partner, Interessenten,
Mitbewerber, Meinungsmacher,…)
Was von mir passt zum Thema? (Fit)
17
Quelle: Heiko Bartlog nach: Michael Faschingbauer: Effectuation.
[Tool]
Getting started
18
1. Überlegt zunächst, welches Thema oder
Anlass Ihr für die Übung nehmen wollt.
Dann überlegt Ihr, welche Mittel Ihr in
Bezug auf diesen Handlungsanlass selbst
bereits zur Verfügung habt.
2. Im nächsten Schritt überlegt ihr, was Euer
leistbarer Einsatz für das Thema ist.
3. Aus verfügbaren Mitteln und leistbarem
Einsatz leitet Ihr Eure Handlungsoptionen
ab:
Wichtig ist, dass vor allem die nächsten
Schritte ganz konkret sind. Bspw.:
 Herrn Müller morgen um 10:00 anrufen
 Im Internet morgen Nachmittag
wichtige Aspekte recherchieren…
Welche Handlungsoptionen könnten sich
daraus ergeben …?
Welches Ziel wird erreichbar …?
[Tool]
Partnerschaften
19
Effectuators gehen Partnerschaften mit denen ein,
die sich einbringen wollen
Offene Beitragseinladungen und Verhandlungen mit
einer Haltung „ja, und…“ statt „ja, aber…“ zielen auf
gemeinsames Co-Kreieren
Zum Handlungsanlass entstehen so gemeinsame
neue Ideen und Handlungsoptionen
Marktplatz
der Macher
Ein häufig genutztes Tool ist der „Marktplatz der
Macher“. Es ist Open-Space-basiert, integriert dabei
aber die Prinzipien von Effectuation.
Der Marktplatz steht in der Regel unter einem
definierten Handlungsanlass. Alle Teilnehmer sind
eingeladen, ihre Ideen in den Marktplatz einzu-
bringen. Dieser lebt von den Dialogen, die die
Teilnehmer führen: Es geht um Beitragseinladungen,
um andere „ins Boot zu holen“ und aus den Ideen
gemeinsame neue Ideen zu kreieren.
Die Ideen werden als sog. Schnellboote definiert:
Jedes Schnellboot bleibt in der Verantwortung
seines Captains, der auf dem Marktplatz versucht,
Partner zu finden (Crew). Ob das Schnellboot
tatsächlich gestartet wird, einen Hafen erreicht oder
unterwegs strandet oder wieder zum Hafen
zurückkehrt – alles ist erlaubt und erwünscht.
20
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Schnellboote definieren
Die Schnellboote werden auf einem
vorgedruckten Template skizziert und
diese Kurzbeschreibung wird während
der Fahrt nach Bedarf aktualisiert.
Es geht darum, wirklich nur wenige
erste Schritte zu gehen, mit
minimalen Ressourcen an Zeit, Geld
und Material, um ein Thema zu
erkunden und Ungewissheit zu
reduzieren.
21
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Schnellboot-Monitor
22
Es hat sich bewährt, eine transparente
Übersicht über alle Schnellboote auf einem
Schnellboote-Monitor herzustellen.
Dieser Monitor ist auf den ersten Blick
ähnlich aufgebaut wie ein Kanban-Board,
ohne dass allerdings die Kanban-Regeln
gelten. In einem regelmäßigen Schnellboote-
StandUp (bspw. als Daily oder Weekly) stellen
die Captains gemeinsam Transparenz her, in
welchem Status sich ein Schnellboot gerade
befindet. Dies gibt den anderen Teilnehmern
die Möglichkeit eine Unterstützung als Crew-
Mitglied anzubieten und sich einzubringen
(Prinzip Partner gewinnen, kokreativ weiter
gestalten).
Ein Schnellboot-Monitor dient der gemein-
samen Transparenz über alle Initiativen und
ihren erreichten Status. Auch „versenkte“
oder zurück (in den Hafen) gebrachte
Schnellboote werden gewertschätzt.
[Tool]
Commitometer
23 | ©
Mit diesem Tool macht eine Gruppe oder
Team die Verbindlichkeit transparent, die die
Mitglieder bzgl. einer Maßnahme aktuell
verspüren.
Am einfachsten und schnellsten geht es, wenn
sich alle Beteiligte auf einer vereinbarten
Skala aufstellen, die auf dem Fußboden
markiert wird.
Liegt die Verbindlichkeit eines Mitglied
unterhalb von ca. 60% kann darüber
verhandelt werden, welche Bedingungen
erfüllt sein müssten, damit der Betreffende
auf der Skala einen Schritt weiter nach oben
geht: „Was müsste zusätzlich sein?“ oder
„Was müsste anders sein?“
Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation.
Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln.
[Tool]
Infos
24
Literatur und Links
• Faschingbauer, Michael: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln,
Stuttgart 2017
• Plattform der Effectuation Experts: www.effectuation.at
Michael Faschingbauer, Prof. Dietmar Grichnik – Universität St. Gallen, Prof. René Maurer – ESCP Europe,
Saras Sarasvathy – University of Virginia, Effectuation Experts der Community
• Faschingbauer, Michael; Mauer, René: www.effectuation-intelligence.biz
• Mallow, Birgit: FirstBird Experten-Webinar Intrapreneure – eine Frage des Recruiting?
https://de.slideshare.net/BMA17/expertenwebinar-intrapreneure-eine-frage-des-recruiting
• Birgit Mallow: Effectuation Expert – Praktiker
https://www.effectuation.at/project/birgit-mallow-muenchen/
25
26
Birgit Mallow
Organisationsentwicklung und Prozessberatung
München und Dresden
+49 171 / 276 42 61 | bma@mallow-consulting.de | www.mallow-consulting.de
 Agile Facilitator (Coaching, Consulting und Training, Workshops)
und ausgebildete Systemisch-Agile Organisationsbegleiterin
 Agile Produkt-/Konzept-Entwicklung und –Service-Erbringung
mit Scrum, Kanban, ScrumBan, Agile Skalierung (SAFe, LeSS, …)
Business Agility mit Flight Levels (Flight Levels Coach)
 Agile Organisation – Wertschöpfungsorganisation
undogmatisch inspiriert von Organisationsdesign Future Leadership | Intrinsify,
Kollegial geführtem Unternehmen, Soziokratie/S3/Holakratie, BetaCodex
 Effectuation Expert
 Agile Transformationen und Organisationsentwicklung
Akkreditierter Consultant Barrett Analytics (Barrett Values Centre),
Großgruppenkonferenzen, OpenSpace Agility / OpenSpace Beta
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/birgit-mallow-b3812b49
XING: http://www.xing.com/profile/Birgit_Mallow
Twitter: @BirgitMallow
Noch Fragen? Dann fragt mich doch!

Effectuation - 83. Management 3.0 Stammtisch München

  • 1.
    83. Management 3.0Stammtisch 09.11.2020 Effectuation
  • 2.
    JetztMöglichkeiten Fertig Begrüßung und Ankommen UnsereAgenda 09.11.2020 Zeit der Unsicherheit, Ungewissheit Eine andere Entscheidungs- logik ... wie selbst nutzen? [Tools] Socializing und Ausklang
  • 3.
    Warm-up 3 Personen 5 Minuten 3Gemeinsamkeiten finden Und was verbindet Euch mit Management 3.0 ? 2
  • 4.
  • 5.
  • 6.
    5 Nach Frank Knight „Risk,uncertainty and profil“, 1921 Das Urnen-Experiment
  • 7.
    Unter Ungewissheit handeln wieein Entrepreneur 6 Saras Sarasvathy, University of Virginia  Erforschte systematisch, wie erfolgreiche Mehrfachgründer vorgehen.  Ergebnis: Erfolgreiche Mehrfachgründer entscheiden und handeln unter Ungewissheit nach einer eigenen Logik Effectuation
  • 8.
  • 9.
    4 Prinzipien und1 „Metaprinzip“ 8 Metaprinzip - Grundüberzeugung: Die Zukunft ist (mit-)gestaltbar! 2. Leistbaren Verlust definieren: Was will ich maximal einsetzen, bspw. Zeit, Geld, Material, Kontakten…? 3. Unerwartetes nutzen: Welche möglichen Hebel bieten mir Zufälle und Störungen? 4. Partnerschaften eingehen: Wer ist bereit, mit zu machen, sich einzubringen und mit zu gestalten?  Welche Mittel haben wir zusammen? Welche neuen Ziele werden damit möglich? Handlungs- anlass! 1. Verfügbare Mittel analysieren („Bird in Hand“): - wer bin ich? – was weiß ich? – wen kenne ich?  Welche Ziele und Ergebnisse sind damit möglich und erreichbar? Sarasvathy, www.effectuation.com, Juli 2017
  • 10.
    Effectuation Prozess 9 Verfügbare Mittel LeistbarerVerlust Handlungsoptionen Partner, die sich einbringen wollen Neue Mittel Neue Ideen und Ziele Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen Handlungsanlass !
  • 11.
    Effectuation Prozess 10 Verfügbare Mittel LeistbarerVerlust Handlungsoptionen Partner, die sich einbringen wollen Neue Mittel Neue Ideen und Ziele Unerwartetes, Zufälle, Störungen als Chancen nutzen Handlungsanlass ! • Kleine gemeinsame Projekte • Jam Sessions • Design Thinking mit Rapid Prototyping • Hackathons • …
  • 12.
    Beide Logiken zugleich imBlick Kausale Logik und Effectuation sind kein Entweder-Oder. Welche Herangehensweise sich primär anbietet, hängt vom Unfang der Ungewissheit bzw. vom verfügbaren Wissen ab. Oft können wir dies aber auch gar nicht einschätzen. Dann lohnt die Chance auf Anreicherung um neue Sichtweisen und Ideen durch Effectuation. 11
  • 13.
  • 14.
  • 15.
    Effectuation als Methode 14 Nach:Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. Zu Effectuation wurde mittlerweile eine ganze Toolbox an Formaten entwickelt. Effectuation wird damit als Methode nutzbar, die eingeführt und strukturiert eingesetzt werden kann.
  • 16.
  • 17.
    Profiling – istmein Projekt ungewiss? 16 Mögliche Leitfragen zum Profiling Planbarkeit der Zukunft:  Was genau bestimmt die Zukunft?  Was ist vorhersehbar? Was ist unvorhersehbar?  Was müsste sein, damit die Zukunft planbar wird? Verhandelbarkeit der Ziele:  Welche Zielvorstellungen gibt es bereits? Wie spezifisch werden diese formuliert?  Welcher Stakeholder hat welchen Einfluss?  Wo bestehen welche Zielkonflikte? Eindeutigkeit der Information:  Welche Informationen liegen vor? Wo können wir nach benötigten Informationen suchen? Bspw.: Was sagen die Stakeholder? Wie beurteilen informierte Außenstehende die Situation?  Welche Widersprüche bestehen?  Lassen sich aus den verfügbaren Informationen Handlungsempfehlungen ableiten? Dynamik der Veränderung:  Wie schnell ändern sich die Rahmenbedingungen?  Hat die Veränderungsgeschwindigkeit sich in letzter Zeit verändert?  Sind zukünftige sprunghafte Veränderungen denkbar oder wahrscheinlich? Ausmaß der Komplexität:  Wie gut lässt sich beschreiben, wie sich das System verhält (reagiert, funktioniert)?  Wie groß ist die Anzahl der Elemente des Systems und wie stark sind diese miteinander vernetzt?  Gibt es Konsens über Best- oder Good-Practices für die Situation? Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 18.
    Mittelinventar Leitfragen: „Wer ichbin“: Hier geht es um den eigenen Charakter, persönliche Eigenschaften, eigene Stärken und Vorlieben, Wünsche und Werte – all das, was die eigene Persönlichkeit und Individualität ausmacht. „Was ich weiß“: Im Fokus stehen hier die eigene berufliche Ausbildung, der Werdegang, Fähigkeiten und Fertigkeiten, Erfahrungen und konkrete Tätigkeiten, die man ausgeübt hat. Hinzu kommen Wissen, Erfahrungen und Fähigkeiten, die außerhalb der Arbeitswelt erworben wurden – etwa durch Hobbys oder in anderen Bereichen des Privatlebens. Hinzu kommen weitere Ressourcen und Quellen (Bücher, zeitnah buchbare Seminare, Videos, …), die zur Verfügung stehen. (Mit Ressourcen sind hier „Dinge“ gemeint, die sich nicht verbrauchen). „Wen ich kenne“: Denkt an n all die Menschen, die Ihr in den einzelnen Stationen des bisherigen Lebens kennengelernt habt – besonders jene, die Euch gut kennen und die Ihr sofort kontaktieren könntet. Ferner das persönliche und berufliche Netzwerk (Kunden, Lieferanten, Partner, Interessenten, Mitbewerber, Meinungsmacher,…) Was von mir passt zum Thema? (Fit) 17 Quelle: Heiko Bartlog nach: Michael Faschingbauer: Effectuation. [Tool]
  • 19.
    Getting started 18 1. Überlegtzunächst, welches Thema oder Anlass Ihr für die Übung nehmen wollt. Dann überlegt Ihr, welche Mittel Ihr in Bezug auf diesen Handlungsanlass selbst bereits zur Verfügung habt. 2. Im nächsten Schritt überlegt ihr, was Euer leistbarer Einsatz für das Thema ist. 3. Aus verfügbaren Mitteln und leistbarem Einsatz leitet Ihr Eure Handlungsoptionen ab: Wichtig ist, dass vor allem die nächsten Schritte ganz konkret sind. Bspw.:  Herrn Müller morgen um 10:00 anrufen  Im Internet morgen Nachmittag wichtige Aspekte recherchieren… Welche Handlungsoptionen könnten sich daraus ergeben …? Welches Ziel wird erreichbar …? [Tool]
  • 20.
    Partnerschaften 19 Effectuators gehen Partnerschaftenmit denen ein, die sich einbringen wollen Offene Beitragseinladungen und Verhandlungen mit einer Haltung „ja, und…“ statt „ja, aber…“ zielen auf gemeinsames Co-Kreieren Zum Handlungsanlass entstehen so gemeinsame neue Ideen und Handlungsoptionen
  • 21.
    Marktplatz der Macher Ein häufiggenutztes Tool ist der „Marktplatz der Macher“. Es ist Open-Space-basiert, integriert dabei aber die Prinzipien von Effectuation. Der Marktplatz steht in der Regel unter einem definierten Handlungsanlass. Alle Teilnehmer sind eingeladen, ihre Ideen in den Marktplatz einzu- bringen. Dieser lebt von den Dialogen, die die Teilnehmer führen: Es geht um Beitragseinladungen, um andere „ins Boot zu holen“ und aus den Ideen gemeinsame neue Ideen zu kreieren. Die Ideen werden als sog. Schnellboote definiert: Jedes Schnellboot bleibt in der Verantwortung seines Captains, der auf dem Marktplatz versucht, Partner zu finden (Crew). Ob das Schnellboot tatsächlich gestartet wird, einen Hafen erreicht oder unterwegs strandet oder wieder zum Hafen zurückkehrt – alles ist erlaubt und erwünscht. 20 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 22.
    Schnellboote definieren Die Schnellbootewerden auf einem vorgedruckten Template skizziert und diese Kurzbeschreibung wird während der Fahrt nach Bedarf aktualisiert. Es geht darum, wirklich nur wenige erste Schritte zu gehen, mit minimalen Ressourcen an Zeit, Geld und Material, um ein Thema zu erkunden und Ungewissheit zu reduzieren. 21 Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 23.
    Schnellboot-Monitor 22 Es hat sichbewährt, eine transparente Übersicht über alle Schnellboote auf einem Schnellboote-Monitor herzustellen. Dieser Monitor ist auf den ersten Blick ähnlich aufgebaut wie ein Kanban-Board, ohne dass allerdings die Kanban-Regeln gelten. In einem regelmäßigen Schnellboote- StandUp (bspw. als Daily oder Weekly) stellen die Captains gemeinsam Transparenz her, in welchem Status sich ein Schnellboot gerade befindet. Dies gibt den anderen Teilnehmern die Möglichkeit eine Unterstützung als Crew- Mitglied anzubieten und sich einzubringen (Prinzip Partner gewinnen, kokreativ weiter gestalten). Ein Schnellboot-Monitor dient der gemein- samen Transparenz über alle Initiativen und ihren erreichten Status. Auch „versenkte“ oder zurück (in den Hafen) gebrachte Schnellboote werden gewertschätzt. [Tool]
  • 24.
    Commitometer 23 | © Mitdiesem Tool macht eine Gruppe oder Team die Verbindlichkeit transparent, die die Mitglieder bzgl. einer Maßnahme aktuell verspüren. Am einfachsten und schnellsten geht es, wenn sich alle Beteiligte auf einer vereinbarten Skala aufstellen, die auf dem Fußboden markiert wird. Liegt die Verbindlichkeit eines Mitglied unterhalb von ca. 60% kann darüber verhandelt werden, welche Bedingungen erfüllt sein müssten, damit der Betreffende auf der Skala einen Schritt weiter nach oben geht: „Was müsste zusätzlich sein?“ oder „Was müsste anders sein?“ Quelle: Michael Faschingbauer: Effectuation. Wie erfolgreicheUnternehmer denken, entscheiden und handeln. [Tool]
  • 25.
  • 26.
    Literatur und Links •Faschingbauer, Michael: Effectuation: Wie erfolgreiche Unternehmer denken, entscheiden und handeln, Stuttgart 2017 • Plattform der Effectuation Experts: www.effectuation.at Michael Faschingbauer, Prof. Dietmar Grichnik – Universität St. Gallen, Prof. René Maurer – ESCP Europe, Saras Sarasvathy – University of Virginia, Effectuation Experts der Community • Faschingbauer, Michael; Mauer, René: www.effectuation-intelligence.biz • Mallow, Birgit: FirstBird Experten-Webinar Intrapreneure – eine Frage des Recruiting? https://de.slideshare.net/BMA17/expertenwebinar-intrapreneure-eine-frage-des-recruiting • Birgit Mallow: Effectuation Expert – Praktiker https://www.effectuation.at/project/birgit-mallow-muenchen/ 25
  • 27.
    26 Birgit Mallow Organisationsentwicklung undProzessberatung München und Dresden +49 171 / 276 42 61 | bma@mallow-consulting.de | www.mallow-consulting.de  Agile Facilitator (Coaching, Consulting und Training, Workshops) und ausgebildete Systemisch-Agile Organisationsbegleiterin  Agile Produkt-/Konzept-Entwicklung und –Service-Erbringung mit Scrum, Kanban, ScrumBan, Agile Skalierung (SAFe, LeSS, …) Business Agility mit Flight Levels (Flight Levels Coach)  Agile Organisation – Wertschöpfungsorganisation undogmatisch inspiriert von Organisationsdesign Future Leadership | Intrinsify, Kollegial geführtem Unternehmen, Soziokratie/S3/Holakratie, BetaCodex  Effectuation Expert  Agile Transformationen und Organisationsentwicklung Akkreditierter Consultant Barrett Analytics (Barrett Values Centre), Großgruppenkonferenzen, OpenSpace Agility / OpenSpace Beta LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/birgit-mallow-b3812b49 XING: http://www.xing.com/profile/Birgit_Mallow Twitter: @BirgitMallow Noch Fragen? Dann fragt mich doch!