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IT / Technik
Facebook’s Erben
Facebook kauft WhatsApp,Threema schlägt Telegram in Sachen Sicherheit und
neue Netzwerke drängen in den Markt: Aus aktuellem Anlass widmet sich dieser
Artikel dem Trend in Sozialen Netzwerken, welche Alternativen zu Facebook es
gibt und was dies für Unternehmen und Unternehmer bedeutet.
wohl einfach: immer mehr Freunde wan-
derten vom mühsam zu verstehenden,
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zu kommunizieren.
Grund Nummer eins: Uncool
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überaltern zunehmend. Welche jungen
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D
ie wohl grösste Firmenübernahme
im Bereich Digitaler Startups kam
wie ein Paukenschlag: 19 Milliar-
den Dollar hat Facebook für den Mes-
sager-Dienst WhatsApp und seine rund
450 Millionen User im Februar dieses
Jahr bezahlt. Noch Ende Oktober war-
tete Facebook mit einer überraschenden
Meldung auf: junge Menschen zwischen
18 und 25 Jahren laufen dem Netzwerk
zunehmend davon. Zwar gewinnt das
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weiter, allerdings in anderen Ziel- und
Altersgruppen. So überraschend dies
in den schweizer und deutschen Me-
dien aufgenommen wurde: bereits am
11. August bloggte die 13 jährige Ruby
Karp auf der Trend-Plattform mashable.
com: “I’m a teen living in New York. All
of my friends have social networks (…)
but lately, I’ve been noticing something
different. Facebook is losing teens, and I
think I know why.” / „Ich bin ein Teenager
aus New York. Alle meine Freunde nut-
zen Soziale Netzwerke (...) aber in letzter
Zeit habe ich einen Unterschied bemerkt.
Facebook verliert Teenager und ich weiss
wieso.“ Der Beweggrund dahinter war
4 interview Magazin, Nr. 1 / 2014
IT / Technik
oder gar Grosseltern. Während Facebook
in der Nutzergruppe ab 40 zulegte (+40%
seit 2010), gaben gemäss einer Studie
des US-Forschungsinstituts Pew 42% der
18- bis 29-Jährigen und 34% der 30- bis
49-Jährigen an, im letzten Jahr weniger
Zeit täglich auf Facebook verbracht zu
haben als zuvor. Wechselnde, komplexe
Einstellungen der Privatsphäre verfehlten
ebenfalls ihre Wirkung nicht: wenn etwas
zu kompliziert wird, kehren Jugendliche
der Komplex lieber den Rücken.
Grund Nummer zwei:
Alternativen
Der zweite Grund ist wie eingangs an-
getönt trivialer: Die Alternativen haben
zugenommen – und zwar massiv. Der-
zeit zählt man über 300 Social Media
Plattformen. Darunter die Veteranen wie
Twitter (Kurznachrichten) oder Fours-
quare (Check-In’s), die Newcomer Pinte-
rest (Online Sammlungen) oder Tumblr
(Mikro-Blogging) und allen voran: Insta-
gram. Der Dienst entspricht dem neuen
Selbstverständnis der heutigen Jugend:
zeig mir was Du tust und ich sage Dir
wer Du bist. Nicht viel schreiben, nur
fotografieren, keine komplexen Sicher-
heits- und Privatsphäreneinstellungen
(Privat oder Öffentlich) und sehr wenig
Text. Dieser Trend hatte auch Facebook
erkannt, als es 2012 Instagram für USD 1
Milliarde kaufte und nun auch WhatsApp
einverleibte. Wer nun eine Abwanderung
der Messengerdienste befürchtet wird
(vorerst) enttäuscht: rund 91 Prozent aller
Anwender kommunizieren auch weiterhin
mit WhatsApp, wie eine repräsentative
Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes
comparis.ch im März ergab. Daran konn-
ten auch die Alternativen Threema und
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Die Hidden-Champions
Aber welche Netzwerke sind nun in der
zweiten und dritten Reihe? Immer mehr
wird klar, dass der Sieg auf dem Mobil-
telefon ausgemacht werden wird: social,
local und natürlich: mobile. Eine Webseite
im klassischen Sinn inklusive Navigation ist
für die Ü30 und älteren unter uns immer
noch eine Anlaufstellte mit Orientierungs-
faktor. Die Generationen nach uns, sind
aber bereits sehr angetan von WhatsApp
und Snapchat, Telegram und Threema.
WhatsApp verwandelt das persönliche
Adressbuch in einen Chatroom, in wel-
chem Bilder und Videos einfach geteilt,
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gen verteilt werden können. Snapchat hat
sich auf eine besondere Nische speziali-
siert: so kann man mit der App Snapchat
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bar machen, von 5 bis 60 Sekunden ist
es dem Übermittelnden überlassen, wie
lange die Nachricht zu sehen ist. Wird ein
Bildschirmfoto gemacht, erhält der Ab-
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ber 2013 hatte der Gründer von Snapchat
ein Angebot von Facebook in der Höhe
von USD 3 Milliarden ausgeschlagen. Nun
hat Facebook bei WhatsApp zugeschla-
gen und besitzt nun über 450 Millionen
Telefonnummern, Chat-Geschichten und
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täglich unterhalten – zumindest das die
allgemeine Befürchtung.
Netzwerke der nächsten
Generation
Wohin geht die Reise in diesem hart
umkämpften und oft unübersichtlichen
Markt? Der Trend ist wie angetönt: Social
– Local - Mobile. Menschen wollen zwar
international informiert sein, interagieren
wollen sie jedoch lokal und zwar mit Men-
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len wie sie selbst: Dazu gibt es Riffer (für
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und Webseiten können einfach gefunden
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den USA sowie Deutschland besitzen.
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licher, lokaler und vor allem mobil sein
sollen, so sind zwei Netzwerke auf sehr
gutem Weg Facebook & Co den Rang
abzulaufen oder von eben jenen akqui-
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diese nach Europa und in die Schweiz
rollen werden: Path.com und Highlig.ht
(man beachte die Aufteilung von Name
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beides sind Apps, keine Websiten und
erlauben dem Benutzer sein eigenes,
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Tagesablauf wiederzugeben – inklusive
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selbst über Teilnahme und Freigabe.
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ausgeschaltet. Über Botschafter, und
gesponserte Geschichten im grossen
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RedBull es mit Stratos bereits getan hat)
werden die Karten ab 2014 nochmals neu
gemischt werden.
Kontakt
Roger Basler
Betriebsökonom FH
Unternehmens-Architekt
Geschäftsführer
Unternehmens-Architekt
Pflanzschulstrasse 33
CH-8400 Winterthur
Tel. 	 +41 (0)44 586 07 97
basler@unternehmens-architekt.ch
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5interview Magazin, Nr. 1 / 2014

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Generation Z - wie arbeitet die nächste Generation
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Warum der Chief Digital Officer sich selber abschafft
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Facebooks Erben Interview Magazin 2014

  • 1. IT / Technik Facebook’s Erben Facebook kauft WhatsApp,Threema schlägt Telegram in Sachen Sicherheit und neue Netzwerke drängen in den Markt: Aus aktuellem Anlass widmet sich dieser Artikel dem Trend in Sozialen Netzwerken, welche Alternativen zu Facebook es gibt und was dies für Unternehmen und Unternehmer bedeutet. wohl einfach: immer mehr Freunde wan- derten vom mühsam zu verstehenden, sich immer mehr zum Selbstdarstellungs- netzwerk entwickelnden Facebook weg hin zu direkteren Methoden mit Freunden zu kommunizieren. Grund Nummer eins: Uncool Der erste Grund: die Sozialen-Netzwerke überaltern zunehmend. Welche jungen Menschen wollen sich schon auf demsel- ben Platz etablieren wie ihre Eltern, Lehrer D ie wohl grösste Firmenübernahme im Bereich Digitaler Startups kam wie ein Paukenschlag: 19 Milliar- den Dollar hat Facebook für den Mes- sager-Dienst WhatsApp und seine rund 450 Millionen User im Februar dieses Jahr bezahlt. Noch Ende Oktober war- tete Facebook mit einer überraschenden Meldung auf: junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren laufen dem Netzwerk zunehmend davon. Zwar gewinnt das Netzwerk in absoluten Zahlen und wächst weiter, allerdings in anderen Ziel- und Altersgruppen. So überraschend dies in den schweizer und deutschen Me- dien aufgenommen wurde: bereits am 11. August bloggte die 13 jährige Ruby Karp auf der Trend-Plattform mashable. com: “I’m a teen living in New York. All of my friends have social networks (…) but lately, I’ve been noticing something different. Facebook is losing teens, and I think I know why.” / „Ich bin ein Teenager aus New York. Alle meine Freunde nut- zen Soziale Netzwerke (...) aber in letzter Zeit habe ich einen Unterschied bemerkt. Facebook verliert Teenager und ich weiss wieso.“ Der Beweggrund dahinter war 4 interview Magazin, Nr. 1 / 2014
  • 2. IT / Technik oder gar Grosseltern. Während Facebook in der Nutzergruppe ab 40 zulegte (+40% seit 2010), gaben gemäss einer Studie des US-Forschungsinstituts Pew 42% der 18- bis 29-Jährigen und 34% der 30- bis 49-Jährigen an, im letzten Jahr weniger Zeit täglich auf Facebook verbracht zu haben als zuvor. Wechselnde, komplexe Einstellungen der Privatsphäre verfehlten ebenfalls ihre Wirkung nicht: wenn etwas zu kompliziert wird, kehren Jugendliche der Komplex lieber den Rücken. Grund Nummer zwei: Alternativen Der zweite Grund ist wie eingangs an- getönt trivialer: Die Alternativen haben zugenommen – und zwar massiv. Der- zeit zählt man über 300 Social Media Plattformen. Darunter die Veteranen wie Twitter (Kurznachrichten) oder Fours- quare (Check-In’s), die Newcomer Pinte- rest (Online Sammlungen) oder Tumblr (Mikro-Blogging) und allen voran: Insta- gram. Der Dienst entspricht dem neuen Selbstverständnis der heutigen Jugend: zeig mir was Du tust und ich sage Dir wer Du bist. Nicht viel schreiben, nur fotografieren, keine komplexen Sicher- heits- und Privatsphäreneinstellungen (Privat oder Öffentlich) und sehr wenig Text. Dieser Trend hatte auch Facebook erkannt, als es 2012 Instagram für USD 1 Milliarde kaufte und nun auch WhatsApp einverleibte. Wer nun eine Abwanderung der Messengerdienste befürchtet wird (vorerst) enttäuscht: rund 91 Prozent aller Anwender kommunizieren auch weiterhin mit WhatsApp, wie eine repräsentative Umfrage des Internet-Vergleichsdienstes comparis.ch im März ergab. Daran konn- ten auch die Alternativen Threema und Telegram nichts ändern. Die Hidden-Champions Aber welche Netzwerke sind nun in der zweiten und dritten Reihe? Immer mehr wird klar, dass der Sieg auf dem Mobil- telefon ausgemacht werden wird: social, local und natürlich: mobile. Eine Webseite im klassischen Sinn inklusive Navigation ist für die Ü30 und älteren unter uns immer noch eine Anlaufstellte mit Orientierungs- faktor. Die Generationen nach uns, sind aber bereits sehr angetan von WhatsApp und Snapchat, Telegram und Threema. WhatsApp verwandelt das persönliche Adressbuch in einen Chatroom, in wel- chem Bilder und Videos einfach geteilt, Standorte übermittelt und Statusmeldun- gen verteilt werden können. Snapchat hat sich auf eine besondere Nische speziali- siert: so kann man mit der App Snapchat Bilder nur für eine bestimmte Zeit verfüg- bar machen, von 5 bis 60 Sekunden ist es dem Übermittelnden überlassen, wie lange die Nachricht zu sehen ist. Wird ein Bildschirmfoto gemacht, erhält der Ab- sender eine Nachricht. Erst Mitte Novem- ber 2013 hatte der Gründer von Snapchat ein Angebot von Facebook in der Höhe von USD 3 Milliarden ausgeschlagen. Nun hat Facebook bei WhatsApp zugeschla- gen und besitzt nun über 450 Millionen Telefonnummern, Chat-Geschichten und kann sehen, worüber sich die User tag- täglich unterhalten – zumindest das die allgemeine Befürchtung. Netzwerke der nächsten Generation Wohin geht die Reise in diesem hart umkämpften und oft unübersichtlichen Markt? Der Trend ist wie angetönt: Social – Local - Mobile. Menschen wollen zwar international informiert sein, interagieren wollen sie jedoch lokal und zwar mit Men- schen, welche die gleichen Interessen tei- len wie sie selbst: Dazu gibt es Riffer (für Gitaristen), Goodreads (für Bücherfans), RedKaraoke (Sie erraten es) sowie Next- door (für die Nachbarschaft). Alle Apps und Webseiten können einfach gefunden und getestet werden. Auch wenn derzeit die meisten Netzwerke grosse Nutzer in den USA sowie Deutschland besitzen. Wenn Netzwerke also vemehrt persön- licher, lokaler und vor allem mobil sein sollen, so sind zwei Netzwerke auf sehr gutem Weg Facebook & Co den Rang abzulaufen oder von eben jenen akqui- riert zu werden. Diese zu erwähnenden zwei Newcomer sind bereits Champions in den USA und die Frage bleibt, wann diese nach Europa und in die Schweiz rollen werden: Path.com und Highlig.ht (man beachte die Aufteilung von Name und Domain). Das besondere daran: beides sind Apps, keine Websiten und erlauben dem Benutzer sein eigenes, kleines lokales Netzwerk auf- und aus- zubauen. Path.com ist eine App, welche dem Benutzer erlaubt, seinen ganzen Tagesablauf wiederzugeben – inklusive wann diese Person aufsteht oder zu Bett geht. Highlig.ht hingegen setzt ganz auf den „sechsten Sinn“. So zeigt die App an, wenn Highlighter in der Nähe sind, welche gemeinsamen Freunde und Inte- ressen man hat (auch wenn man nicht mit ihnen befreundet ist) und wenn Freunde in die Nähe kommen, benachrichtigt die App mich selbständig. BigBrother mit Stalking-Funktion lässt grüssen. Aber auch hier gilt: jeder Nutzer entscheidet selbst über Teilnahme und Freigabe. Chancen für Unternehmer und Unternehmen? Was bedeutet dies für Unternehmer und Unternehmen? Facebook und Twitter werden nach wie vor die dominierenden Netzwerke sein und bleiben, zumindest bis 2016. KMU tun sich gut daran, den Markt zu beobachten und zu analysieren, welche Zielgruppe in welchem Netzwerk wirklich Sinn macht. Für Marken und Kon- sumgüter heisst es jedoch, dass selbst klassische Online-Kampagnen je länger je weniger funktionieren, ganz einfach weil sich die User dem Zugang entziehen. Mit persönlichen, lokalisierten Netzwerken werden Anzeigen faktisch immer mehr ausgeschaltet. Über Botschafter, und gesponserte Geschichten im grossen Stil, geteilt über alle Netzwerke (so wie RedBull es mit Stratos bereits getan hat) werden die Karten ab 2014 nochmals neu gemischt werden. Kontakt Roger Basler Betriebsökonom FH Unternehmens-Architekt Geschäftsführer Unternehmens-Architekt Pflanzschulstrasse 33 CH-8400 Winterthur Tel. +41 (0)44 586 07 97 basler@unternehmens-architekt.ch www.unternehmens-architekt.ch 5interview Magazin, Nr. 1 / 2014