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Die Augsburger UniPAd-Studie: 
Wie nutzen Studierende Tablets? 
Virtueller Vortrag im Rahmen des Online-Events zum Themenspecial 
„Mobiles Lernen“ von e-teaching.org am 08.12.2014 
[Team der UniPAd-Studie an der Universität Augsburg über die Laufzeit von 2012 bis 2014: 
Prof. Dr. Kerstin Mayrberger, Dr. Frederic Adler, Dipl. Päd. Patrick Bettinger, Hannah Dürnberger, M.A., 
Kathrin Galley, M.A. & Isabell Mühlich, M.A.] 
Prof.&Dr.&Kers+n&Mayrberger& 
Universität&Hamburg&|&Interdisziplinäres&Zentrum&für&universitäres&Lehren&und&Lernen&(IZuLL)& 
1
Agenda 
I. Anlass & Projektkontext „UniPAd“ 
II. Fragestellung & Untersuchungsdesign 
III. Ergebnisse Teil A: „Grundbefragung“ 
IV. Ergebnisse Teil B: „Entgrenzung“ 
V. Folgerungen & Fazit 
© ioannis kounadeas - Fotolia.com 
2
Anlass & Projektkontext „UniPAd“ 
3
Mediatisierung des Alltags & „Hype“ Mobiles Lernen 
Bild: http://www.livenet.de/themen/gesellschaft/medien/207539-religion_in_der_digitalen_medienwelt.html 
4
iPads [Mobile Endgeräte] im Studium 
5
Konzeptioneller Rahmen: PLE 
• PLE – Persönliche Lernumgebung 
Lernende organisieren sich und ihren Prozess des 
Wissenserwerbs mit Hilfe digitaler, vernetzter, mobiler 
Medien und im sozialen Austausch selbstständig 
(in Anlehnung an Attwell, 2007; Schaffert & Kalz, 2009) 
• Fokus: die PLE Studierender zwischen Alltag und Studium 
• Selbststeuerung und Vernetzung 
• Individualisierung und Kooperation/Kollaboration 
• technischer und sozialer Kontext der Nutzung 
• Entgrenzung 
6
Konzeptioneller Rahmen: Entgrenzung 
➡ Integration von mobilen Endgeräten in formale Bildungskontexte als eine 
Bedingung entgrenzten Lernens (Kirchhöfer, 2004) 
• „Unter Entgrenzung des Lernens wird die Auflösung bisheriger Strukturen und 
Formen regulierender Begrenzung von Lernen verstanden.“ (ebd., S. 109) 
• Dimensionen entgrenzten Lernens (ebd., S. 110) 
Zeit | Raum | Arbeitsmittel/Medien | Inhalt | Soziale Form | Institution | Biographie 
➡ Entgrenzung aus (medien-)didaktischer Sicht: 
• Auflösung formal bedingter Grenzen von Lernszenarien mit digitalen Medien 
und Öffnung formalen Lernens hin zur Einbindung von und Verbindung mit 
informellem Lernen (vgl. Overwien, 2005) 
• Grenzverschiebung, -überschreitung und -verletzung 
7
Fragestellung & Untersuchungsdesign 
8
UniPAd 
iPads im Studium 
an der Uni Augsburg 
➡ Inwiefern wirkt sich die regelmäßige, freie 
Verwendung eines Tablets auf die Gestalt der 
PLE und die studiumsrelevante Nutzung aus? 
!! 
- 2012-2014 Laufzeit 
- Tablets (hier: iPads) 
als Anker zur Exploration der PLE 
- Studierende (BA & MA; medienaffin) 
- 1:1 – Ausstattung 
- freie Nutzung 
- Erhebung: Befragung (Methodenmix) 
- Auswertung: deskriptiv und kategoriengeleitet 
9
Erhebung in Form von Befragung 
Interview inkl. Lautem Denken 
10 
Fragebogen 
& Narrative Landkarte 
Gruppendiskussion
Entwicklung des Studiendesigns 
Teil A: Online-Grundbefragung (je Semester von SoSe 2012-SoSe 2014) 
Teil B: Qualitative Befragung (SoSe 2012, WiSe 12/13 & SoSe 2014) 
‣ Implementierung I 
im BA/MA MuK 
‣ 41 StudienTN 
‣ 8 Fälle (viel/wenig) 
‣ Narrative Landkarte I 
‣ iPads im Studienalltag 
SoSe 2012 (Pilot) 
„freie“ iPad-Nutzung 
im Studium & 
Gestalt der PLE 
‣ Implementierung II 
im BA/MA MuK 
‣ 48 StudienTN 
‣ 6-8 „best cases“ 
‣ Narrative Landkarte II 
‣ Intervention als Basis 
‣ Mobiles Studieren & Lernen 
WiSe 2012/13 
SoSe 13 
Gestalt der PLE & 
Prozesse, Genese, 
Bedeutung 
Fokus Zeit 
‣ Einsatz im BA/MA MuK 
‣ 30 Studien TN 
‣ 4 Gruppendiskussionen 
‣ Sampling: viel-wenig-kaum; 
4 TN je Gruppe 
‣ [Gestaltungsentscheidungen 
der eigenen Lernumgebung] 
‣ Entgrenzung 
SoSe 14 
Gestalt der PLE & 
Entgrenzung 
11
Ergebnisse Teil A: Grundbefragung 
12
Teilstudie A ‚Grundbefragung‘ 
• Durchschnittlich 39 Studierende (BA, MA; über alle Semester) 
• Online-Befragung (2012-2014): schriftlich, standardisiert, 
Selbsteinschätzung 
• hier: Daten aus SoSe 2014 nach längerer Nutzung, N = 30 
• Interpretation von deskriptiven Daten (keine Kausalitäten) 
• Leitende Fragen der Teilstudie „Grundbefragung“: 
• Für welche Zwecke nutzen Studierende in welcher Form 
elektronische Geräte und Dienste im Studium? 
• Welche Rolle spielen Tablets für die Befragten? 
13
Zusammenfassende Erkenntnisse (SoSe 2013) 
• Bereits gute Geräteausstattung der PLE Studierender 
auch ohne Tablet 
• Geringes Bewusstsein für PLE bei Studierenden 
• Enge Auffassung von Lernen (v.a. beschränkt auf 
Memorieren von Faktenwissen) 
• Trennung von Studium und Freizeit fällt mehrheitlich 
schwer umzusetzen 
(Bettinger, Adler, Mayrberger & Dürnberger 201413)
Medienbesitz Studierender 
Welche&Medien&besitzen&Sie?&& 
100%# 
90%# 
80%# 
70%# 
60%# 
50%# 
40%# 
30%# 
20%# 
10%# 
0%# 
Handy# 
Smartphone# 
Laptop/Netbook# 
DesktopAPC# 
iPod#touch# 
mp3#player# 
## 
## 
## 
SoSe#13#(n=46) # # # #SoSe#14#(n=30)# 
15
Nutzung von mobilen Endgeräten 
• Einschränkungen bei der Nutzung v.a. beeinflusst durch 
Zeit, Ort und Funktionalität (Netzzugang) 
• Smartphone spielt eine immer größere Rolle: sowohl 
unterwegs als auch Zuhause häufig wichtigstes Hilfsmittel 
bei verschiedenen Aktivitäten 
• Mobile und z.T. vernetzte Geräte vor allem bei 
ungeplanten, spontanen Zeitfenstern dominierend 
• Laptop und analoge Hilfsmittel in festen, geplanten 
Zeiträumen von Bedeutung 
16
Nutzungshäufigkeit SoSe 13 
0%# 10%# 20%# 30%# 40%# 50%# 60%# 70%# 80%# 90%# 100%# 
Nutzungshäufigkeit.zu.unterschiedlichen.Zeiten.(SoSe.13,.n=46). 
Zwischendurch,#in#Wartezeiten#(z.B.#in#der#Bahn#oder#zwischen#Seminaren)# 
Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#noGeren,#nachtragen#oder##will# 
Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#nachschlagen#will# 
Zwischendurch,#wenn#überraschend#Zeit#ist,#kurz#etwas#zu#erledigen# 
Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#sich#spontan#ergeben# 
Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#ich#flexibel#festlege#und#dann#frei#halte# 
Zu#festen,#immer#gleichen#Zeiten,#die#ich#extra#frei#halte# 
## 
nie# selten# eher#häufig# sehr#häufig# 
## 
## 
## 
17
Nutzungshäufigkeit SoSe 14 
0%# 10%# 20%# 30%# 40%# 50%# 60%# 70%# 80%# 90%# 100%# 
Nutzungshäufigkeit.zu.unterschiedlichen.Zeiten.(SoSe.14,.n=30). 
Zwischendurch,#in#Wartezeiten#(z.B.#in#der#Bahn#oder#zwischen#Seminaren)# 
Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#noGeren,#nachtragen#oder##will# 
Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#nachschlagen#will# 
Zwischendurch,#wenn#überraschend#Zeit#ist,#kurz#etwas#zu#erledigen# 
Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#sich#spontan#ergeben# 
Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#ich#flexibel#festlege#und#dann#frei#halte# 
Zu#festen,#immer#gleichen#Zeiten,#die#ich#extra#frei#halte# 
nie# selten# eher#häufig# sehr#häufig# 
## 
## 
## 
## 
18
Ergebnisse Teil B: „Entgrenzung“ 
19
Umgang mit Entgrenzung 
➡ Erkenntnisse bezüglich Perspektive der Studierenden (SoSe 2013) 
• Ambivalente Aussagen in Bezug auf die Bewertung der Vermischung von 
Studium und Freizeit 
• Vermischung wird häufig als unumgänglich empfunden 
• Tendenziell erhöhte Anforderungen an Selbststeuerung u. Selbstorganisation 
• Einfluss der Tablets/mobilen Endgeräte auf Entgrenzung des Lernens unklar: 
Zunehmende Auflösung von Grenzen des Lernens durch mobile Endgeräte? 
➡ Leitende Fragen für vertiefende Untersuchung (SoSe 2014): 
Wie beschreiben Studierende ihre ‚studienspezifische Work-Life-Balance‘? 
Welche Strategien nutzen sie zur Bewältigung dieser? 
Welche Merkmale von Entgrenzung werden genannt? 
Welche Rolle spielen digitale, vernetzte, mobile Medien? 
20
• Räumliche Trennung 
(Wohn- und Studienort) 
förderlich 
• Örtliche Abwesenheiten 
(Heimatbesuche oder 
Urlaube) werden mit 
Gruppen meistens 
abgesprochen, sodass 
die Abwesenheit sich 
nicht negativ auf die 
Gruppenarbeit auswirkt. 
• „Und ich denke, man hat auch die 
Möglichkeit, sich auch mal auszuklinken, 
wenn man das nicht möchte. Also (..) ich 
kenn das ja selbst von Freunden 
beziehungsweise Kommilitonen, dass sie 
dann auch sagen: „So, ich bin jetzt die 
nächsten drei vier Tage nicht in 
Augsburg, sondern bin verreist und ich 
bin deswegen auch einfach nicht 
erreichbar“. Und dann ist das auch ok. 
Die haben vorher Bescheid gesagt… 
(G3, D, P. 32)“ 
• „Andere dürfen dann auch die 
Forschungsarbeit fertig schreiben und 
abschicken: Liebe Grüße vom Strand, 
passt schon so, schick ab. /lacht/ (G2, 
P. 823)“ 
Raum 
21
• Trennung fällt durch 
Personen schwer, weil 
Freunde auch 
Kommilitonen sind (abends) 
• Gruppenarbeit braucht viel 
Zeit zur Abstimmung, die 
wiederum häufig über 
Medien läuft [MuK Spezifik] 
• freie Zeiteinteilung befördert 
möglicherweise 
Entgrenzungstendenzen 
• „Ich finde aber, (es ist dafür mehr) 
eine freiere Zeiteinteilung. (Das war 
in der Schule so) von acht bis eins 
Schule, dann kommt man heim, 
dann isst man und dann macht man 
Hausaufgaben. ( ) Aber ich finde halt 
so in der Uni, da ist man mal in der 
Uni zwei Stunden, dann hat man 
aber das nächste Mal erst wieder 
am Nachmittag, aber dazwischen 
(ist halt) trotzdem die Zeit. Entweder 
man geht irgendwie in die Stadt 
oder man ist halt an der Uni und 
dadurch ist man insgesamt mehr mit 
der Uni beschäftigt. Aber (mehr) zu 
verschiedenen Zeiten. (G2, D, P. 
51)“ 
Zeit 
22
• Ambivalente Haltung (Tenor: 
hilfreich für effektives Arbeiten und 
zugleich problematisch durch 
ständige Erreichbarkeit) 
• Erreichbarkeit, Medien und 
Entgrenzung hängen eng 
zusammen - durch Medien wird 
die Entgrenzung beständiger (u.a. 
sind Studierende mittels 
Smartphone immer greifbar und 
können überall vom Studium 
eingeholt werden) 
• Kompetenz im Umgang mit 
Entgrenzung entscheidend 
• „/ähm/ Ich find das auch ein bisschen /ähm/ ja 
komisch, das auf die Technik son bisschen sozusagen 
abzuschieben. Weil im Endeffekt hilft sie uns ja nur. Also 
ich find, das sind dann schon eher die Leute, wo man 
sich denkt, /ähm/ die sollten sich mal überlegen, ob 
jetzt wirklich um 23 Uhr ne Mail noch angebracht ist 
oder ob man das irgendwie ein bisschen anders 
machen kann. Also ich find, dass da eher die Technik 
hilft. Also es ist klar /ähm/, sie kann auch ins Negative 
gehen, aber also ich find, ich find, das sind primär 
schon eher die Leute einfach. (G1, B, P. 16)“ 
• „Und dann wenn man schon auf Facebook ist, dann 
schaut man halt mal schnell in die Gruppe von /ähm/ 
dem Seminar und dann krieg ich das natürlich sofort 
mit, wenn da jemand was reinpostet und eben eine 
Frage stellt (G3, P. 42)“ 
• „Also ich muss sagen, meistens finde ich das eigentlich 
gut. Weil ich /ähm/ oft, also das ist ja generell auch 
sowas, dass ich weiß, wenn irgendwo auf der Welt was 
zusammenbricht (ne Eilmeldung). Wenn irgendetwas 
ist, dann bin ich einfach da. Das ist schon gut (G3, B, P. 
31)“ 
Medien 
23
• soziale Entgrenzung 
größtenteils keine 
Probleme (u.a. hat man 
jemanden, den man 
jederzeit nach Rat fragen 
kann, was Universitäres 
anbelangt) 
• „Ja das ist das, was du 
gesagt hast. Dass man 
befreundet ist mit seinen 
Kommilitonen. /alle 
stimmen zu/ Und vielleicht 
mal abends ein Bier trinkt 
und man doch über das 
Seminar redet, was einen 
geärgert hat, oder was 
gut gelaufen ist, und was 
man als nächstes machen 
könnte (G3, A P. 41).“ 
Sozialform 
24
• Kombination aus Medien 
und Gruppenarbeit führt 
zur Mehrbelastung, weil 
Aufgaben virtuell 
(selbstverordnet) gelöst 
werden (sollen) 
• „Also mir is aufgefallen. im ersten Semester, da wars, also 
wars halt so für mich schon ziemlich extrem. Weil ich aus 
nem Studium vorher kam, das schon relativ geregelt war 
und /ähm/ dann eben im ersten Semester hier die 
komplette Projektarbeit und dann hat man auch mit den 
Kommilitonen halt viel zu tun. Und da hat auch wieder einer 
nur so Zeit, der andere wieder so Zeit. Und da wars 
eigentlich schon wirklich so, dass ich das komplette erste 
Semester mein Handy ständig anhatte, um 23 Uhr noch 
Mails gecheckt hab, ob irgendwas jetzt ist, weil einfach, 
wenn man auf die eine Sache nicht geantwortet hat, dann 
konnte der andere am nächsten Tag nicht weiterarbeiten. 
Und /ähm/ also das hab ich dann auch im zweiten 
Semester sehr schnell abgestellt /lacht/, aber halt auch nur 
effektiv, weil nachm Semester wir uns dann einfach mal in 
diesen Gruppen zusammengesetzt haben und gesagt 
haben: „Ne, so geht das nicht". Also 23 Uhr Mail, die wird 
nicht mehr beantwortet, Schluss /lacht/. Da wird nicht mehr 
telefoniert und da wird auch nicht mehr aufs Handy 
geguckt. Also da ists mir dann schon, also im ersten 
Semester extrem aufgefallen. (G1, B P. 12)“ 
• „Mhm, man ist auch immer erreichbar, wenn man jetzt auch 
noch beruflich was mit sozialen Medien macht, dann ist 
man (damit ja in beruflicher Hinsicht) aktiv und privat noch. 
[ …] So auch das ( ) zu trennen also bei mir ist das ziemlich 
vermischt momentan beruflich und privat. (Weil man) eben 
auch beruflich damit macht. /lacht/ (G2, A, P. 46)“ 
Sozialform & Medien 
25
• Lernen mit 
beschränktem 
Verständnis (z.B. ist das 
Schreiben von 
Hausarbeiten nicht 
gleich Lernen! ) 
• Entgrenztes Lernen wird 
als solches nicht 
wahrgenommen. 
• „Ich glaub, das ist zu diesem Zeitpunkt 
schwierig, weil wir ja nicht mehr lernen. 
Also wir sind ja alle schon in der 
Schreibphase, also Schreib-/ 
Recherchephase (G1, B, P. 49).“ 
• „Ja, dass man sich halt selber damit 
wirklich auseinandersetzt. Halt nicht nur 
sagt, ich schaue mir jetzt irgendwie nur 
den einen Teil an, den ich jetzt brauche, 
um meine Aufgabe, die ich von der 
Gruppe bekommen habe, zu erfüllen. 
Sondern zu sagen „ok, vielleicht wäre 
es ganz interessant, wenn ich den Rest 
auch noch weiß“ oder halt für mich 
persönlich. Also das war das, was mir 
auch immer schwer gefallen ist (G4, B, 
P. 459). 
Verständnis von Lernen 
26
Welche Strategien kommen zum Umgang mit „Entgrenzung“ 
zum Einsatz? Welche Rolle spielen die Medien? 
• Abhängigkeit von Priorität (Studium, Alltag) 
• Strategien des Zeitmanagements (u.a. To-Do-Listen) 
• Geräte ausschalten/ in anderen Raum verbannen/nur zu bestimmten Zeiten nutzen 
• Relativ reflektierte, ambivalente Haltung gegenüber Medien 
๏ sie helfen dabei, Arbeiten zu erledigen und schneller zu kommunizieren 
๏ sie tragen die Mitschuld an der Entgrenzung und sorgen teilweise für Stress 
๏ hier spezifisch: Persönliche Treffen nehmen zugunsten der Nutzung von Onlinetools 
zur Aufgabenbewältigung ab 
➡ Entgrenzung lässt sich insgesamt weiterhin als Ambivalenz beschreiben: 
zwischen Zufriedenheit, Akzeptanz und Belastung 
27
Folgerungen & Fazit 
28
Folgerungen Teil A 
• Tablets/iPads in der UniPAd-Studie… 
• nehmen sie dabei gegenüber dem Smartphone eine untergeordnete Rolle ein 
• besetzen vor allem Nischen, die sich zwischen der flexiblen, spontanen 
Smartphonenutzung und den geplanten Nutzungszeiten des Laptops 
eröffnen 
• haben einen relevanten Stellenwert für die PLE, doch der scheint unbewusst 
• verändern Nutzungsweisen auch über einen längeren Zeitraum kaum 
• werden von Rahmenbedingungen in der Nutzungsintensität beeinflussen 
• und zur Verfügung stehende Applikationen verändern tradierte und bewährte 
Arbeitsweisen (mit analogen Hilfsmitteln) nur sehr zögerlich 
29
Folgerungen Teil B: Entgrenzung 
• Entgrenztes Lernen ist bei Studien-TN kein bewusstes Thema (Lernverständnis) 
• Ambivalenz der Arbeitsorganisation mit digitalen, vernetzen, mobilen Medien bei 
Studien-TN zwischen Zufriedenheit, Akzeptanz und Belastung 
• Entgrenzungseinschätzung abhängig von tradierten Lernformen im 
Studiengang („Freiheiten“), Studienphase (BA, MA), Selbstorganisationsfähigkeit 
und Zeitmanagement) sowie Mediennutzungstyp (?) 
➡ Frage nach tatsächlicher Relevanz von „realistischen“ didaktischen Szenarien 
mit mobilen Endgeräten, die an die studiumsbezogene Lebenswelt anknüpfen 
➡ Annahme: Mobile Endgeräte spielen eine untergeordnete Rolle hinsichtlich des 
(medien-)didaktischen Gesamtkonzepts 
30
Mediendidaktische Folgerung: Übergangsituation 
„Hype“ Mobiles Lernen 
& 
Mobile Endgeräte 
als Ermöglicher 
(Didaktik) 
Mobile Endgeräte 
als Optimierer 
(Organisation) 
➡ Selbststeuerung & -organisation 
➡ Partizipative Mediendidaktik (Zeit) 
31
Vielen Dank! 
Prof. Dr. Kerstin Mayrberger 
! 
Universität Hamburg 
Interdisziplinäres Zentrum für universitäres Lehren und Lernen (IZuLL) 
Leitung (komm.) | Professur für Lehren und Lernen in der Hochschule 
! 
http://www.izull.uni-hamburg.de/ [im Aufbau] 
! 
kerstin.mayrberger@uni-hamburg.de 
kerstin.mayrberger.de 
32

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Die UniPAd-Studie: Wie nutzen Studierende Tablets?

  • 1. Die Augsburger UniPAd-Studie: Wie nutzen Studierende Tablets? Virtueller Vortrag im Rahmen des Online-Events zum Themenspecial „Mobiles Lernen“ von e-teaching.org am 08.12.2014 [Team der UniPAd-Studie an der Universität Augsburg über die Laufzeit von 2012 bis 2014: Prof. Dr. Kerstin Mayrberger, Dr. Frederic Adler, Dipl. Päd. Patrick Bettinger, Hannah Dürnberger, M.A., Kathrin Galley, M.A. & Isabell Mühlich, M.A.] Prof.&Dr.&Kers+n&Mayrberger& Universität&Hamburg&|&Interdisziplinäres&Zentrum&für&universitäres&Lehren&und&Lernen&(IZuLL)& 1
  • 2. Agenda I. Anlass & Projektkontext „UniPAd“ II. Fragestellung & Untersuchungsdesign III. Ergebnisse Teil A: „Grundbefragung“ IV. Ergebnisse Teil B: „Entgrenzung“ V. Folgerungen & Fazit © ioannis kounadeas - Fotolia.com 2
  • 3. Anlass & Projektkontext „UniPAd“ 3
  • 4. Mediatisierung des Alltags & „Hype“ Mobiles Lernen Bild: http://www.livenet.de/themen/gesellschaft/medien/207539-religion_in_der_digitalen_medienwelt.html 4
  • 6. Konzeptioneller Rahmen: PLE • PLE – Persönliche Lernumgebung Lernende organisieren sich und ihren Prozess des Wissenserwerbs mit Hilfe digitaler, vernetzter, mobiler Medien und im sozialen Austausch selbstständig (in Anlehnung an Attwell, 2007; Schaffert & Kalz, 2009) • Fokus: die PLE Studierender zwischen Alltag und Studium • Selbststeuerung und Vernetzung • Individualisierung und Kooperation/Kollaboration • technischer und sozialer Kontext der Nutzung • Entgrenzung 6
  • 7. Konzeptioneller Rahmen: Entgrenzung ➡ Integration von mobilen Endgeräten in formale Bildungskontexte als eine Bedingung entgrenzten Lernens (Kirchhöfer, 2004) • „Unter Entgrenzung des Lernens wird die Auflösung bisheriger Strukturen und Formen regulierender Begrenzung von Lernen verstanden.“ (ebd., S. 109) • Dimensionen entgrenzten Lernens (ebd., S. 110) Zeit | Raum | Arbeitsmittel/Medien | Inhalt | Soziale Form | Institution | Biographie ➡ Entgrenzung aus (medien-)didaktischer Sicht: • Auflösung formal bedingter Grenzen von Lernszenarien mit digitalen Medien und Öffnung formalen Lernens hin zur Einbindung von und Verbindung mit informellem Lernen (vgl. Overwien, 2005) • Grenzverschiebung, -überschreitung und -verletzung 7
  • 9. UniPAd iPads im Studium an der Uni Augsburg ➡ Inwiefern wirkt sich die regelmäßige, freie Verwendung eines Tablets auf die Gestalt der PLE und die studiumsrelevante Nutzung aus? !! - 2012-2014 Laufzeit - Tablets (hier: iPads) als Anker zur Exploration der PLE - Studierende (BA & MA; medienaffin) - 1:1 – Ausstattung - freie Nutzung - Erhebung: Befragung (Methodenmix) - Auswertung: deskriptiv und kategoriengeleitet 9
  • 10. Erhebung in Form von Befragung Interview inkl. Lautem Denken 10 Fragebogen & Narrative Landkarte Gruppendiskussion
  • 11. Entwicklung des Studiendesigns Teil A: Online-Grundbefragung (je Semester von SoSe 2012-SoSe 2014) Teil B: Qualitative Befragung (SoSe 2012, WiSe 12/13 & SoSe 2014) ‣ Implementierung I im BA/MA MuK ‣ 41 StudienTN ‣ 8 Fälle (viel/wenig) ‣ Narrative Landkarte I ‣ iPads im Studienalltag SoSe 2012 (Pilot) „freie“ iPad-Nutzung im Studium & Gestalt der PLE ‣ Implementierung II im BA/MA MuK ‣ 48 StudienTN ‣ 6-8 „best cases“ ‣ Narrative Landkarte II ‣ Intervention als Basis ‣ Mobiles Studieren & Lernen WiSe 2012/13 SoSe 13 Gestalt der PLE & Prozesse, Genese, Bedeutung Fokus Zeit ‣ Einsatz im BA/MA MuK ‣ 30 Studien TN ‣ 4 Gruppendiskussionen ‣ Sampling: viel-wenig-kaum; 4 TN je Gruppe ‣ [Gestaltungsentscheidungen der eigenen Lernumgebung] ‣ Entgrenzung SoSe 14 Gestalt der PLE & Entgrenzung 11
  • 12. Ergebnisse Teil A: Grundbefragung 12
  • 13. Teilstudie A ‚Grundbefragung‘ • Durchschnittlich 39 Studierende (BA, MA; über alle Semester) • Online-Befragung (2012-2014): schriftlich, standardisiert, Selbsteinschätzung • hier: Daten aus SoSe 2014 nach längerer Nutzung, N = 30 • Interpretation von deskriptiven Daten (keine Kausalitäten) • Leitende Fragen der Teilstudie „Grundbefragung“: • Für welche Zwecke nutzen Studierende in welcher Form elektronische Geräte und Dienste im Studium? • Welche Rolle spielen Tablets für die Befragten? 13
  • 14. Zusammenfassende Erkenntnisse (SoSe 2013) • Bereits gute Geräteausstattung der PLE Studierender auch ohne Tablet • Geringes Bewusstsein für PLE bei Studierenden • Enge Auffassung von Lernen (v.a. beschränkt auf Memorieren von Faktenwissen) • Trennung von Studium und Freizeit fällt mehrheitlich schwer umzusetzen (Bettinger, Adler, Mayrberger & Dürnberger 201413)
  • 15. Medienbesitz Studierender Welche&Medien&besitzen&Sie?&& 100%# 90%# 80%# 70%# 60%# 50%# 40%# 30%# 20%# 10%# 0%# Handy# Smartphone# Laptop/Netbook# DesktopAPC# iPod#touch# mp3#player# ## ## ## SoSe#13#(n=46) # # # #SoSe#14#(n=30)# 15
  • 16. Nutzung von mobilen Endgeräten • Einschränkungen bei der Nutzung v.a. beeinflusst durch Zeit, Ort und Funktionalität (Netzzugang) • Smartphone spielt eine immer größere Rolle: sowohl unterwegs als auch Zuhause häufig wichtigstes Hilfsmittel bei verschiedenen Aktivitäten • Mobile und z.T. vernetzte Geräte vor allem bei ungeplanten, spontanen Zeitfenstern dominierend • Laptop und analoge Hilfsmittel in festen, geplanten Zeiträumen von Bedeutung 16
  • 17. Nutzungshäufigkeit SoSe 13 0%# 10%# 20%# 30%# 40%# 50%# 60%# 70%# 80%# 90%# 100%# Nutzungshäufigkeit.zu.unterschiedlichen.Zeiten.(SoSe.13,.n=46). Zwischendurch,#in#Wartezeiten#(z.B.#in#der#Bahn#oder#zwischen#Seminaren)# Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#noGeren,#nachtragen#oder##will# Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#nachschlagen#will# Zwischendurch,#wenn#überraschend#Zeit#ist,#kurz#etwas#zu#erledigen# Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#sich#spontan#ergeben# Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#ich#flexibel#festlege#und#dann#frei#halte# Zu#festen,#immer#gleichen#Zeiten,#die#ich#extra#frei#halte# ## nie# selten# eher#häufig# sehr#häufig# ## ## ## 17
  • 18. Nutzungshäufigkeit SoSe 14 0%# 10%# 20%# 30%# 40%# 50%# 60%# 70%# 80%# 90%# 100%# Nutzungshäufigkeit.zu.unterschiedlichen.Zeiten.(SoSe.14,.n=30). Zwischendurch,#in#Wartezeiten#(z.B.#in#der#Bahn#oder#zwischen#Seminaren)# Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#noGeren,#nachtragen#oder##will# Zwischendurch,#wenn#ich#schnell#etwas#nachschlagen#will# Zwischendurch,#wenn#überraschend#Zeit#ist,#kurz#etwas#zu#erledigen# Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#sich#spontan#ergeben# Zu#unterschiedlichen#Zeiten,#die#ich#flexibel#festlege#und#dann#frei#halte# Zu#festen,#immer#gleichen#Zeiten,#die#ich#extra#frei#halte# nie# selten# eher#häufig# sehr#häufig# ## ## ## ## 18
  • 19. Ergebnisse Teil B: „Entgrenzung“ 19
  • 20. Umgang mit Entgrenzung ➡ Erkenntnisse bezüglich Perspektive der Studierenden (SoSe 2013) • Ambivalente Aussagen in Bezug auf die Bewertung der Vermischung von Studium und Freizeit • Vermischung wird häufig als unumgänglich empfunden • Tendenziell erhöhte Anforderungen an Selbststeuerung u. Selbstorganisation • Einfluss der Tablets/mobilen Endgeräte auf Entgrenzung des Lernens unklar: Zunehmende Auflösung von Grenzen des Lernens durch mobile Endgeräte? ➡ Leitende Fragen für vertiefende Untersuchung (SoSe 2014): Wie beschreiben Studierende ihre ‚studienspezifische Work-Life-Balance‘? Welche Strategien nutzen sie zur Bewältigung dieser? Welche Merkmale von Entgrenzung werden genannt? Welche Rolle spielen digitale, vernetzte, mobile Medien? 20
  • 21. • Räumliche Trennung (Wohn- und Studienort) förderlich • Örtliche Abwesenheiten (Heimatbesuche oder Urlaube) werden mit Gruppen meistens abgesprochen, sodass die Abwesenheit sich nicht negativ auf die Gruppenarbeit auswirkt. • „Und ich denke, man hat auch die Möglichkeit, sich auch mal auszuklinken, wenn man das nicht möchte. Also (..) ich kenn das ja selbst von Freunden beziehungsweise Kommilitonen, dass sie dann auch sagen: „So, ich bin jetzt die nächsten drei vier Tage nicht in Augsburg, sondern bin verreist und ich bin deswegen auch einfach nicht erreichbar“. Und dann ist das auch ok. Die haben vorher Bescheid gesagt… (G3, D, P. 32)“ • „Andere dürfen dann auch die Forschungsarbeit fertig schreiben und abschicken: Liebe Grüße vom Strand, passt schon so, schick ab. /lacht/ (G2, P. 823)“ Raum 21
  • 22. • Trennung fällt durch Personen schwer, weil Freunde auch Kommilitonen sind (abends) • Gruppenarbeit braucht viel Zeit zur Abstimmung, die wiederum häufig über Medien läuft [MuK Spezifik] • freie Zeiteinteilung befördert möglicherweise Entgrenzungstendenzen • „Ich finde aber, (es ist dafür mehr) eine freiere Zeiteinteilung. (Das war in der Schule so) von acht bis eins Schule, dann kommt man heim, dann isst man und dann macht man Hausaufgaben. ( ) Aber ich finde halt so in der Uni, da ist man mal in der Uni zwei Stunden, dann hat man aber das nächste Mal erst wieder am Nachmittag, aber dazwischen (ist halt) trotzdem die Zeit. Entweder man geht irgendwie in die Stadt oder man ist halt an der Uni und dadurch ist man insgesamt mehr mit der Uni beschäftigt. Aber (mehr) zu verschiedenen Zeiten. (G2, D, P. 51)“ Zeit 22
  • 23. • Ambivalente Haltung (Tenor: hilfreich für effektives Arbeiten und zugleich problematisch durch ständige Erreichbarkeit) • Erreichbarkeit, Medien und Entgrenzung hängen eng zusammen - durch Medien wird die Entgrenzung beständiger (u.a. sind Studierende mittels Smartphone immer greifbar und können überall vom Studium eingeholt werden) • Kompetenz im Umgang mit Entgrenzung entscheidend • „/ähm/ Ich find das auch ein bisschen /ähm/ ja komisch, das auf die Technik son bisschen sozusagen abzuschieben. Weil im Endeffekt hilft sie uns ja nur. Also ich find, das sind dann schon eher die Leute, wo man sich denkt, /ähm/ die sollten sich mal überlegen, ob jetzt wirklich um 23 Uhr ne Mail noch angebracht ist oder ob man das irgendwie ein bisschen anders machen kann. Also ich find, dass da eher die Technik hilft. Also es ist klar /ähm/, sie kann auch ins Negative gehen, aber also ich find, ich find, das sind primär schon eher die Leute einfach. (G1, B, P. 16)“ • „Und dann wenn man schon auf Facebook ist, dann schaut man halt mal schnell in die Gruppe von /ähm/ dem Seminar und dann krieg ich das natürlich sofort mit, wenn da jemand was reinpostet und eben eine Frage stellt (G3, P. 42)“ • „Also ich muss sagen, meistens finde ich das eigentlich gut. Weil ich /ähm/ oft, also das ist ja generell auch sowas, dass ich weiß, wenn irgendwo auf der Welt was zusammenbricht (ne Eilmeldung). Wenn irgendetwas ist, dann bin ich einfach da. Das ist schon gut (G3, B, P. 31)“ Medien 23
  • 24. • soziale Entgrenzung größtenteils keine Probleme (u.a. hat man jemanden, den man jederzeit nach Rat fragen kann, was Universitäres anbelangt) • „Ja das ist das, was du gesagt hast. Dass man befreundet ist mit seinen Kommilitonen. /alle stimmen zu/ Und vielleicht mal abends ein Bier trinkt und man doch über das Seminar redet, was einen geärgert hat, oder was gut gelaufen ist, und was man als nächstes machen könnte (G3, A P. 41).“ Sozialform 24
  • 25. • Kombination aus Medien und Gruppenarbeit führt zur Mehrbelastung, weil Aufgaben virtuell (selbstverordnet) gelöst werden (sollen) • „Also mir is aufgefallen. im ersten Semester, da wars, also wars halt so für mich schon ziemlich extrem. Weil ich aus nem Studium vorher kam, das schon relativ geregelt war und /ähm/ dann eben im ersten Semester hier die komplette Projektarbeit und dann hat man auch mit den Kommilitonen halt viel zu tun. Und da hat auch wieder einer nur so Zeit, der andere wieder so Zeit. Und da wars eigentlich schon wirklich so, dass ich das komplette erste Semester mein Handy ständig anhatte, um 23 Uhr noch Mails gecheckt hab, ob irgendwas jetzt ist, weil einfach, wenn man auf die eine Sache nicht geantwortet hat, dann konnte der andere am nächsten Tag nicht weiterarbeiten. Und /ähm/ also das hab ich dann auch im zweiten Semester sehr schnell abgestellt /lacht/, aber halt auch nur effektiv, weil nachm Semester wir uns dann einfach mal in diesen Gruppen zusammengesetzt haben und gesagt haben: „Ne, so geht das nicht". Also 23 Uhr Mail, die wird nicht mehr beantwortet, Schluss /lacht/. Da wird nicht mehr telefoniert und da wird auch nicht mehr aufs Handy geguckt. Also da ists mir dann schon, also im ersten Semester extrem aufgefallen. (G1, B P. 12)“ • „Mhm, man ist auch immer erreichbar, wenn man jetzt auch noch beruflich was mit sozialen Medien macht, dann ist man (damit ja in beruflicher Hinsicht) aktiv und privat noch. [ …] So auch das ( ) zu trennen also bei mir ist das ziemlich vermischt momentan beruflich und privat. (Weil man) eben auch beruflich damit macht. /lacht/ (G2, A, P. 46)“ Sozialform & Medien 25
  • 26. • Lernen mit beschränktem Verständnis (z.B. ist das Schreiben von Hausarbeiten nicht gleich Lernen! ) • Entgrenztes Lernen wird als solches nicht wahrgenommen. • „Ich glaub, das ist zu diesem Zeitpunkt schwierig, weil wir ja nicht mehr lernen. Also wir sind ja alle schon in der Schreibphase, also Schreib-/ Recherchephase (G1, B, P. 49).“ • „Ja, dass man sich halt selber damit wirklich auseinandersetzt. Halt nicht nur sagt, ich schaue mir jetzt irgendwie nur den einen Teil an, den ich jetzt brauche, um meine Aufgabe, die ich von der Gruppe bekommen habe, zu erfüllen. Sondern zu sagen „ok, vielleicht wäre es ganz interessant, wenn ich den Rest auch noch weiß“ oder halt für mich persönlich. Also das war das, was mir auch immer schwer gefallen ist (G4, B, P. 459). Verständnis von Lernen 26
  • 27. Welche Strategien kommen zum Umgang mit „Entgrenzung“ zum Einsatz? Welche Rolle spielen die Medien? • Abhängigkeit von Priorität (Studium, Alltag) • Strategien des Zeitmanagements (u.a. To-Do-Listen) • Geräte ausschalten/ in anderen Raum verbannen/nur zu bestimmten Zeiten nutzen • Relativ reflektierte, ambivalente Haltung gegenüber Medien ๏ sie helfen dabei, Arbeiten zu erledigen und schneller zu kommunizieren ๏ sie tragen die Mitschuld an der Entgrenzung und sorgen teilweise für Stress ๏ hier spezifisch: Persönliche Treffen nehmen zugunsten der Nutzung von Onlinetools zur Aufgabenbewältigung ab ➡ Entgrenzung lässt sich insgesamt weiterhin als Ambivalenz beschreiben: zwischen Zufriedenheit, Akzeptanz und Belastung 27
  • 29. Folgerungen Teil A • Tablets/iPads in der UniPAd-Studie… • nehmen sie dabei gegenüber dem Smartphone eine untergeordnete Rolle ein • besetzen vor allem Nischen, die sich zwischen der flexiblen, spontanen Smartphonenutzung und den geplanten Nutzungszeiten des Laptops eröffnen • haben einen relevanten Stellenwert für die PLE, doch der scheint unbewusst • verändern Nutzungsweisen auch über einen längeren Zeitraum kaum • werden von Rahmenbedingungen in der Nutzungsintensität beeinflussen • und zur Verfügung stehende Applikationen verändern tradierte und bewährte Arbeitsweisen (mit analogen Hilfsmitteln) nur sehr zögerlich 29
  • 30. Folgerungen Teil B: Entgrenzung • Entgrenztes Lernen ist bei Studien-TN kein bewusstes Thema (Lernverständnis) • Ambivalenz der Arbeitsorganisation mit digitalen, vernetzen, mobilen Medien bei Studien-TN zwischen Zufriedenheit, Akzeptanz und Belastung • Entgrenzungseinschätzung abhängig von tradierten Lernformen im Studiengang („Freiheiten“), Studienphase (BA, MA), Selbstorganisationsfähigkeit und Zeitmanagement) sowie Mediennutzungstyp (?) ➡ Frage nach tatsächlicher Relevanz von „realistischen“ didaktischen Szenarien mit mobilen Endgeräten, die an die studiumsbezogene Lebenswelt anknüpfen ➡ Annahme: Mobile Endgeräte spielen eine untergeordnete Rolle hinsichtlich des (medien-)didaktischen Gesamtkonzepts 30
  • 31. Mediendidaktische Folgerung: Übergangsituation „Hype“ Mobiles Lernen & Mobile Endgeräte als Ermöglicher (Didaktik) Mobile Endgeräte als Optimierer (Organisation) ➡ Selbststeuerung & -organisation ➡ Partizipative Mediendidaktik (Zeit) 31
  • 32. Vielen Dank! Prof. Dr. Kerstin Mayrberger ! Universität Hamburg Interdisziplinäres Zentrum für universitäres Lehren und Lernen (IZuLL) Leitung (komm.) | Professur für Lehren und Lernen in der Hochschule ! http://www.izull.uni-hamburg.de/ [im Aufbau] ! kerstin.mayrberger@uni-hamburg.de kerstin.mayrberger.de 32