Soft Skills Basic II
Soft Skills Basic II                                                                     




                       In halt
                                 Vorwort                                                  3

                                 Teil C: Führung und Teamarbeit
                                 Erfolgsfaktor Führungstechnik                               4
                                 Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern         9
                                 Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management      15
                                 Ursachen und Tipps gegen Mobbing                        19
                                 Erfolgreich durch Teamarbeit                            3
                                 Tipps  Tools für Ihr nächstes Power-Meeting            6




                                 Teil D: Der perfekte Auftritt
                                 Knigge – Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen   33
                                 So finden Sie Ihren individuellen Business Style        38


                                 Teil E: Der Weg zur starken Persönlichkeit
                                 Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein            43
                                 Sie haben Stärken und Schwächen!                        47
                                 Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs     51
                                 Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht!     55


                                 Impressum                                               60

                                 Was ist die CoachAcademy?                               61
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                                     Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit diesem zweiten Band zum Thema Soft Skills            Übrigens feiern wir mit diesem eBooklet ein kleines
möchten wir Ihren Blick auf die Schlüsselqualifika-      Jubiläum: 0 Ausgaben haben wir in den letzten
tionen richten, die sich mit der Führung von Mitar-      zwei Jahren veröffentlicht. Die Anzahl der gela-
beitern, dem Arbeiten im Team sowie dem großen           denen Dokumente zeigt uns, dass die geneigte
Komplex der Stärkung der eigenen Persönlichkeit          Leserschaft diese Publikationen offensichtlich zu
nach Außen und Innen beschäftigen. Diese Themen          schätzen weiß und als willkommene Unterstützung
sind von erheblicher Relevanz, nicht nur für Ihre per-   bei der Erreichung ihrer Ziele zu Rate zieht. Dies
sönlichen Aussichten im Beruf sondern auch für die       freut uns sehr und wir möchten uns daher bei Ihnen
Unternehmen, die stets die verbesserte Produktivi-       an dieser Stelle ausdrücklich für die meist positive
tät ihrer Mitarbeiter im Auge haben.                     Resonanz bedanken.

                                                         Viel Spaß bei der Lektüre dieses eBooklets
                                                         wünschen Ihnen

                                                         Carolin Lüdemann, Heiko Lüdemann
                                                         und das Team der www.coachacademy.de
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Te i l C : Führung und Teamarbeit



                        Erfolgsfaktor
                        Führungstechnik

                        Wie und wodurch bringen Sie sich selbst und
                        Ihre Mitarbeiter dahin, dass Sie sich für ge-
                        meinsame Ziele engagieren, ihre Kompetenz
                        ausschöpfen und Spitzenleistungen erbrin-
                        gen? Die Antwort lautet: In erster Linie durch
                        eine exzellente Führungstechnik.



                        Führung hat in jedem Unternehmen entscheidende
                        Bedeutung. Die Arbeit von jedem Vorgesetzten oder
                        Chef – aber auch von Mitarbeitern, die mit Kollegen
                        zusammen arbeiten – ist eine Arbeit mit Menschen.
                        Es ist daher für so gut wie für jeden Menschen
                        wichtig, sowohl einen bestimmten Führungsstil als
                        auch Führungsinstrumente zu beherrschen. Wich-
                        tig deshalb, weil die Kompetenz, Motivation und
                        schließlich die Leistungen jedes Einzelnen damit
                        gesteigert werden können. Und damit auch immer
                        Ihr Erfolg als Führungskraft - und der Unterneh-
                        menserfolg an sich!
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Damit wir uns richtig verstehen: Führungsstile und        Die verschiedenen Führungsmodelle
Führungsinstrumente zu beherrschen ist nicht nur
für Vorgesetzte von entscheidender Bedeutung.             Über das Themengebiet Führung existieren unend-
Wenn Sie selbst mit anderen Menschen zusammen             lich viele Modelle und Konzepte. Es wäre in erster
arbeiten, ist es auch für Sie von Vorteil, wenn Sie mit   Linie verwirrend, diese alle oder teilweise hier aufzu-
Ihren Kollegen durch einen abgeschwächten Füh-            führen. Stattdessen werden wir uns mit dem einzig
rungsstil erfolgreich kooperieren können!                 fairen und langfristig erfolgreichen Führungsstil, dem
                                                          „Situationsabhängigen Führungsstil“ beschäftigen.

Was bedeutet Führung?                                     Bei dem Situationsabhängigen Führungsstil muss
                                                          unser Verhalten von folgenden beiden Bedingungen
Alle reden über „Führung“. Meist haben wir uns aber       abhängig gemacht werden:
keine Gedanken darüber gemacht, was dieses Wort
eigentlich genau bedeutet. Deshalb überlegen Sie           } Menschen sind unterschiedlich und verfügen
jetzt einmal für zwei Minuten: Welche Definition ha-         über wechselnde Leistungsfähigkeit.
ben Sie spontan für den Begriff „Führung“ parat?
                                                           } Ein Führungsstil muss sich den angestrebten
                                                             Zielen und zur Verfügung stehenden Ressour-
Fangen wir mit dem Duden an: Dieser gibt für Füh-
                                                             cen anpassen.
rung keine Definition an, nur verschiedene Wortar-
ten mit dem gleichen Wortstamm wie zum Beispiel
Führungsaufgabe, Führungsanspruch, Führungs-              Sobald Sie einen Mitarbeiter an eine neue Aufgabe
kraft, Führungsetage, Führungsspitze und so wei-          heranführen, werden Sie bei ihm vier aufeinander
ter. Die herkömmliche und bewährte Definition ver-        folgende Phasen erleben: Zuerst die Phase der Be-
schiedener Managementexperten gibt da schon               geisterung, dann die Phase der Desillusionierung,
mehr Aufschluss. Demnach ist Führung richtung-            dieser folgt die Phase der Annäherung und schließ-
weisendes Einwirken auf Menschen mit der Absicht,         lich die angestrebte Phase der Selbstständigkeit.
ein konkretes Ziel gemeinsam zu erreichen.                Übrigens: auch bei sich selbst können Sie diese vier
                                                          Phasen beobachten, wenn Sie eine neue Aufgabe
                                                          in Angriff nehmen!
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Die Phase der Begeisterung                            Die Phase der Annäherung

 } Motivation hoch                                     } Motivation steigend

 } Können sehr gering                                  } Können mittel

 } Präzise Anforderungen erforderlich                  } Realistischere Einschätzung der Anforde-
                                                         rungen
 } Dennoch erste Erfolgserlebnisse aufgrund
   geringer Erwartungshaltung                          } Wachsende Zahl der Erfolgserlebnisse führt
                                                         zu steigender Motivation
 } Viel Lob und Anerkennung erforderlich
                                                       } Hilfestellung auf Anforderung



Die Phase der Desillusionierung                       Die Phase der Selbstständigkeit

 } Motivation gering                                   } Motivation hoch

 } Können zunehmend                                    } Können hoch

 } Erwartungshaltung zu hoch                           } Sucht sich Aufgaben, arbeitet selbstständig

 } Geringe Zahl der Erfolgserlebnisse führt zu         } Hohe Zahl an Erfolgserlebnissen
   Enttäuschung
                                                       } Kann Ergebnisse selbst interpretieren
 } Hilfestellung am konkreten Beispiel erforderlich
                                                       } Höhere Anforderungen stellen oder neue Auf-
                                                         gaben zuweisen
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Führungsinstrument: Ziele                              } Wir machen deutlich, wie wichtig die erbrachte
                                                         Leistung für das Erreichen unserer Ziele ist.
Ja, Sie haben richtig gelesen: Ziele sind Führungs-
                                                       } Lob soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur
instrumente! Ziele haben nämlich mehrere Vorteile:
                                                         Tagesordnung über.

 } Lenken die Tätigkeit des Mitarbeiters in die        } Wir sind Coach, nicht Polizist!
   gewünschte Richtung

 } Ziele sollen mit dem Mitarbeiter gemeinsam
                                                      Führungsinstrument: Kritik
   definiert werden

 } Ziele sollen konkret, messbar, erreichbar, rele-   Auch Kritik ist ein Führungsinstrument, das wir ne-
   vant und nachprüfbar sein                          ben Lob und Zielen ab und an verwenden. Beach-
                                                      ten Sie unbedingt folgende Grundsätze, wenn Sie
 } Ziele werden schriftlich festgehalten
                                                      Kritik einsetzen:
 } Ziele machen nur Sinn, wenn wir bei deren Re-
   alisierung durch den betreffenden Mitarbeiter       } Wir sagen unseren Mitarbeitern von vornher-
   als Coach zur Verfügung stehen und ständig            ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir
   Feedback geben                                        von ihrer Leistung halten.

                                                       } Berechtigte Kritik muss sofort erfolgen.

Führungsinstrument: Lob                                } Wir erklären im Detail, was falsch gemacht
                                                         wurde und welche Wirkung es auf uns und
Ein weiteres Führungsinstrument ist Lob. Um Lob          unsere Ziele hat.
auch tatsächlich als Führungsinstrument einsetzen
                                                       } Kritik soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur
zu können, sollten Sie Folgendes beachten:
                                                         Tagesordnung über, Pause.

 } Wir sagen unseren Mitarbeitern von vornher-         } Wir machen deutlich, dass wir von dem be-
   ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir         treffenden Mitarbeiter viel halten, aber nicht in
   von ihrer Leistung halten.                            dieser speziellen Situation.

 } Lob muss aufrichtig sein.                           } Wir sind nicht nachtragend.

 } Lob soll zeitnah ausgesprochen werden.
Soft Skills Basic II                                  Erfolgsfaktor Führungstechnik   8




Jeder hat das Zeug zum Spitzenkönner!

Potenziell sind alle Menschen Spitzenkönner - wir
müssen nur herausfinden, wo Mitarbeiter (oder wir
selbst) gerade stehen und von dort aus weiterhel-
fen.

Es ist durchaus nicht als negativ anzusehen, wenn
sich ein Mitarbeiter auf einer niederen Entwick-
lungsstufe befindet. Im Gegenteil, wir alle werden
uns immer wieder auf einer dieser niederen Stufen
wiederfinden. Entscheidend ist, dass wir uns auf-
machen, ein höheres Niveau zu erklimmen!

Noch eines zum Schluss: Im ureigensten Interesse
sollte jede Führungskraft bestrebt sein, Mitarbeiter
zu selbstständigem und selbstverantwortlichem
Handeln zu führen. Anderenfalls darf sich keiner
wundern, wenn die ganze Arbeit auf dem eigenen
Tisch liegen bleibt ...
Soft Skills Basic II                                                       9




                       Konfliktmanagemen t :
                       Konflikte diplomatis c h
                       meistern
                       Um Konflikte auszutragen und diese in einen kons-
                       truktiven Prozess des Ausgleichs münden zu las-
                       sen, bedarf es einer sorgfältigen Analyse der Situ-
                       ation. In jedem Konflikt - privat oder beruflich - gibt
                       es zumeist drei Parteien: Der Angegriffene, der An-
                       greifer und die Beobachter.



                       Der Angegriffene

                        } 1. Konfliktphase: Verstimmung, Verärge-
                          rung (Wehret den Anfängen!)

                       Wenn Sie sich in der Rolle des Opfers sehen, ist es
                       wichtig zu reflektieren! Stellen Sie sich zur Klärung
                       der kritischen Situation folgende Fragen: Was be-
                       drückt Sie genau? Wo genau verschlechtert sich die
                       Beziehung zu einer der Personen im Arbeits- oder
                       Lebensumfeld? Analysieren Sie ihre Gefühle und
                       betrachten Sie hierbei auch die anderen Akteure.
Soft Skills Basic II                                         Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern   10




Wenn Sie Ihre eigene Position, Ihren eigenen Stand-      } 2. Konfliktphase: Schlagabtausch
punkt überprüft haben, sollten Sie sich mit einer an-      (Offener Konflikt)
deren unbeteiligten Person besprechen! Sie müssen
diese Person gewissenhaft auswählen. In diesem          In der Verstimmungsphase, der ersten Konfliktpha-
Gespräch können Sie neutrale Beurteilungen und          se, nimmt die Sachebene noch einen großen Raum
Einschätzungen kennen lernen und mit Ihrer eige-        ein. Die zweite Konfliktphase, der Schlagabtausch,
nen Sichtweise ergänzen und vergleichen.                ist emotionaler, radikaler und von Abgrenzungen und
                                                        Angriffen gleichermaßen geprägt. Kompromisse,
Stellen Sie sich und dem Gesprächspartner fol-          Vereinbarungen und Abmachungen sind nicht mehr
gende kritische Fragen: Ist das alles nur eine vor-     möglich. Es herrschen Misstrauen, Furcht, Rache
übergehende Schlechtwetterlage, ein persönliches        und Feindbilder.
Tief auf beiden oder nur auf einer Seite? Sind sie
vielleicht gar nicht gemeint?                           Auch wenn Ihre Situation sich bereits so zugespitzt
                                                        hat, sollten Sie sich an die drei Schritte der Ausein-
Nun kommt das Handeln! Sie haben die kritische Si-      andersetzung halten. Beginnen Sie wieder mit dem
tuation durchdacht und durchgesprochen. In dieser       ersten Schritt, dem Reflektieren.
Konfliktphase ist es nun möglich, mit dem Angrei-
fer im Gespräch Lösungsvorschläge auf sachlicher        Stellen Sie sich folgenden Fragen: Kennen Sie die-
Ebene zu sammeln. Treffen Sie Abmachungen und           se Situation schon von früheren Arbeitsplätzen, aus
halten Sie sich daran. Aber gedulden Sie sich – al-     der Schule oder aus Ihrer Kindheit? Worum geht es
les braucht Zeit, auch die Realisierung Ihrer gemein-   wirklich? Was sind die wahren Motive dieses Wi-
samen guten Vorsätze. Werden Sie aktiv soweit es        derstreits? Versetzen Sie sich in die Rolle des An-
geht. Stellt sich keine Realisierung der Abmachung      greifers.
ein, müssen sie das Gespräch zur Vereinbarung
noch einmal wiederholen. Zeigen Sie in Ihrem Ver-       Besprechen Sie sich mit allen neutralen Menschen,
halten, dass Sie alles sehr ernst nehmen und Ihnen      die es in ihrem Umfeld gibt, holen Sie sich so viele
eine Lösung der Spannungen am Herzen liegt.             Sichtweisen wie möglich ein. Zum Besprechen ge-
                                                        hören auch „Selbsthilfegruppen für Mobbing-Op-
                                                        fer“. All dies sind keine Resignationen oder Rück-
                                                        zugsgefechte, Sie erweitern nur Ihr psychisches
                                                        und mentales Instrumentarium und Sie werden sich
                                                        ihrer Verhaltensalternativen immer bewusster. Die
                                                        Gespräche müssen offen und vertrauensvoll sein.
Soft Skills Basic II                                            Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern   11




Nun müssen Sie auf den Gegner zugehen und ihn               } Wie viel Kraft haben Sie noch? Lohnt sich ein
im Schlagabtausch sachlich fragen, was er von Ih-             Weiterkämpfen?
nen erwartet. Sie verlieren dabei keinen Zacken aus
                                                            } Was kann man Ihnen noch alles antun, wo
der Krone, denn Sie können dem Gegner im glei-
                                                              sind sie noch verwundbar?
chen Atemzug sagen, was Sie von ihm erwarten.
Es sind Vereinbarungen getroffen und nicht gehal-           } Gibt es noch andere neutrale Personen, denen
ten worden. Vielleicht sind diese unhaltbar gewor-            sie als professionelle Schlichter und Vermittler
den oder sie wurden falsch verstanden.                        vertrauen können?

Ihr Gegner ist feindselig? Ihr Handeln muss jetzt ein      Ein Besprechen mit ihrem Gegner ist nicht mehr
eindeutiges und notwendiges Abgrenzen sein. Zei-           möglich. Sprechen Sie jetzt mit sogenannten Kon-
gen Sie ruhig ihre Verletzung, igeln Sie sich nicht ein.   fliktmanagern und Teamentwicklern. Jetzt muss al-
Das wäre falscher Stolz und zeigt mehr Schwächen           les unter vier Augen ablaufen und vielleicht ist unter
als Stärken. Gehen Sie auch hier auf Helfer und Un-        den Beratern jemand dabei, der noch ein letztes
terstützer zu. Kontern Sie mit sachlich ausgespro-         Vermittlungsangebot unternehmen kann. Beden-
chenen Konsequenzen, andere Ausdrucksformen                ken Sie: Diese dritte Phase ist absolut. Es geht um
sind hier unglaubwürdig und theatralisch.                  die maximale Schädigung des Gegners, mit allen
                                                           Mitteln, Rechtsbrüchen und Übergriffen.

 } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge
   (Absolutheit und Härte)                                 Der Angreifer

In dieser Phase ist Ihr Arbeitsplatz in Gefahr. Achten      } 1. Konfliktphase:
Sie beim Reflektieren auf folgende Punkte:                    Verstimmung, Spannungen

 } Was würde ein Ausstieg aus diesem                       Zunächst sind Sie als Täter noch im selbstkritischen,
   Arbeitsumfeld für Sie bedeuten?                         sich selbst hinterfragenden Stadium: Sie spüren,
                                                           dass etwas los ist. Sie haben möglicherweise je-
 } Welche Alternativen gibt es?
                                                           manden brüskiert, verletzt oder bloßgestellt. Sie
 } Wer kann Ihnen bei einem Um- und Neuein-                sind aktiv, Sie suchen noch nach Möglichkeiten, auf
   stieg behilflich sein?                                  den anderen zuzugehen. Handeln ist Ihnen in dieser
                                                           Phase wichtig. Sie nehmen die Sachen in die Hand,
Soft Skills Basic II                                        Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern   1




stellen sich der Situation und können auf die Kolle-   Das sind alles aktive, handlungsaktivierende Fragen!
gen, den Chef oder den Abteilungsleiter zugehen.
                                                       Sie sind nun derjenige, der handelt, der aufräu-
In einer zweiten Phase stehen Sie vor den Ent-         men will und Klarheiten schafft. Also bieten Sie Ge-
scheidung, ob sie gemäß ihrer Ziele auf die verletz-   spräche, sachliche Auseinandersetzungen an. Sie
te Person zugehen und sie ansprechen können.           gehen selbstkritisch mit diesem Konflikt um. Sie
Sie nehmen die Person ernst. Sie leisten aktives       schauen nach den wirklichen Ursachen, Anlässen
Verständnis. Sie haben bei den gemeinsam offen         und Auslösern.
analysierten Verärgerungen und Beleidigungen ver-
standen, worum es Ihrem Kollegen geht und verein-      Jetzt zeigen Sie, dass Sie wirklich erhaben sind,
baren nun, dass Sie entsprechend der gemeinsam         dass Sie die Situation beherrschen. Sie können
erarbeiteten Lösungen handeln werden.                  sich distanzieren und können mit einem gewissen
                                                       Abstand betrachten. Dadurch gewinnen Sie Macht
                                                       und Einfluss.
 } 2. Konfliktphase:
   Schlagabtausch, Zusammenstoß                         } Sie sind nicht mit gekränkter Haltung in den
                                                          Konflikt gegangen.
Je nachdem ob Sie sich im Stadium des Schlag-
                                                        } Sie können immer wieder einen Schritt auf den
abtauschs befinden oder sich in den permanenten
                                                          anderen zugehen.
„Kampf“ begeben haben, müssen Sie sich fragen:
  } Was sind Ihre wirklichen Motive?                    } Sie sind nicht kleinherzig.

 } Ist die aggressive Auseinandersetzung                } Sie können gut einstecken.
   notwendig?
                                                        } Sie müssen nicht zurückschlagen.
 } Was löst der oder die andere bei Ihnen aus?
                                                        } Sie können sich sagen: „Das stört doch keinen
 } Was verärgert Sie so?                                  großen Geist.“

 } Laufen hier Projektionen, Übertragungen ab?
Soft Skills Basic II                                         Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern   13




 } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge                Der Beobachter

Der Konflikt hat an Härte und Radikalität eindeutig      } 1. Konfliktphase:
zugenommen. Ging es anfangs noch um ein ak-                Verstimmung, Spannungen
tives Minimieren der Verletzung, der Verstimmung,
geht es jetzt letztlich um die maximale Schädigung
des Gegners. Dazu scheinen alle Strategien, Tak-        Sind sie wirklich so neutral oder freuen sie sich schon
tiken und Techniken erlaubt: Rechtsbrüche und           auf die Vernichtungsschläge? Seien Sie ehrlich zu
Übergriffe und Grenzverletzungen sind an der Ta-        selbst! Oder haben Sie Furcht, weil Sie der Nächste
ges- und Büroordnung. In dieser Phase nun sind          sind, der vernichtet werden soll? Oder sind Sie der
Sie nur noch schwer in der Lage, Ihre Interessen fair   konsequent-radikale „Raushalter“, der absolute Un-
zu vertreten. Es besteht die Gefahr, dass Sie vom       parteiische, fliehen vielleicht sogar vor dem Konflikt.
„produktiv-positiven Täter“ zum „aggressiv-nega-        Fragen Sie sich, warum Sie jeweils so reagieren, so
tiven Täter“ werden.                                    fühlen. Entscheiden Sie auch für sich früh genug,
                                                        wer in dem Konflikt Täter, wer Opfer ist.
Stellen Sie sich folgende Fragen ganz bewusst:
Was hinter steckt meinen Aggressionen? Bin ich          Sind Sie innerlich so neutral-objektiv aber auch so
verunsichert, habe ich Furcht, brauche ich Neben-       standhaltend, dass Sie ein Gespräch für die ange-
kriegsschauplätze? Habe ich schon mal so etwas          spannten, verstimmten Parteien anbieten können?
erlebt?                                                 Ein Gespräch, das die Spannung reduziert - eines,
Denken Sie immer auch an unnötige Konsequenzen,         das entlastet. Hüten Sie sich davor, sich mit einer
verlieren Sie nicht den Überblick, beherrschen Sie      Partei zu identifizieren - bleiben Sie unparteiisch!
sich, den Gegner und die Situation. Jetzt benötigen
Sie die Hilfe eines Kollegen oder Freundes, der zu      Die aktive Gestaltung der Konfliktvermeidung bzw.
Ihnen positiv aber auch kritisch und distanziert ein-   -lösung könnte jetzt von Ihnen ausgehen. Jetzt sind
gestellt ist: Wie nimmt dieser die Situation wahr?      konstruktive Mittelwege gefragt. Achten Sie darauf,
Welche Positionen sind für ihn deutlich sichtbar?       keine Missetaten oder Fehler gleich festzumachen
Suchen Sie unter Umständen professionelle Unter-        – das facht den Konflikt erst richtig an!
stützung: Schlichter, Vermittler, Konfliktmanager.
Geben Sie Fehler zu! Sie sind an Objektivität inter-
essiert! Und zeigen Sie, dass Sie sich über die Zu-
spitzung und Tiefe des Konflikts bewusst sind.
Soft Skills Basic II                                         Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern   14




 } 2. Konfliktphase:                                     } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge
   Schlagabtausch, Zusammenstoß
                                                        Leider müssen Sie jetzt mit aller Vermittlung aufhö-
Auch hier ist die Versuchung, in den Konflikt hin-      ren. Ihre Unterstützung soll jetzt derjenige bekom-
eingezogen zu werden, sehr groß. Vorsicht und           men, der Sie benötigt. Davor müssen Sie natürlich
Umsicht, ja Wachsamkeit sind für Sie jetzt das Ent-     einen klaren Standpunkt beziehen. Besprechen
scheidende. Noch ist der Konflikt zu lösen, also        und zeigen Sie Ihre Gefühle, ihre Betroffenheit. Re-
aktiv ins Positive zu gestalten. Informieren Sie sich   den Sie mit den Menschen im beruflichen Umfeld
über alle Beweggründe, Auslöser und Ursachen            und machen Sie auf das sich anbahnende, zer-
des Konflikts. Haben Sie überhaupt Macht, hört Ih-      störerische Desaster aufmerksam. Helfen Sie dem
nen überhaupt jemand von den verfeindeten Par-          hinzugezogenen, professionellen Vertrauensmann.
teien zu? Wenn ja - vermitteln Sie! Beruhigen Sie       Zeigen Sie, dass sie die Situation so nicht akzeptie-
und schwächen Sie die Konfrontation ab. Machen          ren und gut heißen.
Sie den beiden Parteien deutlich, dass Sie diese
Stufe der Verschärfung nicht akzeptieren und kei-
nem Schaden zufügen werden. Bieten Sie sich als
Mittelsmann an oder suchen Sie andere Kollegen
für diese Funktion.
Soft Skills Basic II                                             15




                       Interkulturelle Komp e-
                       tenz und Diversity
                       Management

                       Schlagwörter wie „Interkulturelles Manage-
                       ment“ oder auch „Interkulturelle Kompetenz“
                       tauchen immer wieder in den Medien auf – da-
                       bei sind kulturbedingte Unterschiede nur ein
                       Teil dessen, was uns voneinander unterschei-
                       det und zur Vielfalt der Humanressourcen
                       eines Unternehmens beiträgt. Diese Vielfalt
                       produktiv für ein Unternehmen zu machen,
                       wird in den USA unter dem Stichwort „Diversi-
                       ty Management“ diskutiert.
Soft Skills Basic II                                          Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management   16




Konzept aus den USA                                      Geschlecht oder auch die sexuelle Orientierung. Die
                                                         dritte Schicht der „Diversity“ umfasst z. B. die Re-
Die Allianz AG implementiert es gerade, die Deut-        ligion, den geographischen Lebensraum, das Ein-
sche Bank hat es schon und bei Ford wird es              kommen und den Familienstand eines Menschen.
schon lange angewendet: Diversity Management.            Das berufliche Aufgabenfeld, die Seniorität oder
Wie viele Managementkonzepte stammt auch die             die (Führungs-)Ebene, auf der Personen arbeiten,
Idee, die kulturelle und menschliche Vielfalt der Mit-   erfasst die vierte, organisations-orientierte Schicht.
arbeitenden für das Unternehmen gewinnbringend           In Nordamerika längst verbreitet, ist das komplexe
zu nutzen, ursprünglich aus den USA. Kein Wunder         Konzept des Diversity-Managements in Deutsch-
also, dass US-Unternehmen wie Coca-Cola, Kraft           land bisher erst in die Etagen der großen, trendan-
Foods oder Procter  Gamble längst nicht nur die         gebenden Unternehmen vorgedrungen. Hingegen
Idee aufgegriffen haben, sondern diese Konzepte          haben die Aspekte des Diversity-Managementkon-
anwenden und Diversity Manager in ihren Personal-        zeptes, die sich mit den kulturellen Unterschieden
abteilungen inzwischen genauso selbstverständlich        von Menschen befassen, bereits auch in Deutsch-
geworden sind wie z. B. Compensation  Benefits          land breite Resonanz gefunden.
Manager.

                                                         Interkulturelles Management in Deutschland
Was ist Diversity und was managen Diversity
Experten?                                                Längst sind es nicht mehr nur die großen, be-
                                                         kannten Firmen wie die Dax-30-Unternehmen, die
Menschen unterscheiden sich zunächst in ihrer Per-       interkulturelle Kompetenz fordern und im Zuge der
sönlichkeit. Diese bildet sozusagen den Kern un-         Laufbahn ihrer Mitarbeitenden honorieren. Auch
serer angeborenen Verschiedenartigkeit. Um diesen        mittelständische, Unternehmen nennen in ihren Jo-
Kern herum befinden sich nach dem Diversity-Mo-          banzeigen die Fähigkeit in internationalen Teams zu
dell von Gardenswartz  Rowe (1) drei „Schichten“,       arbeiten als gewünschte Fähigkeit. Bei der Planung
die gefüllt sind mit Aspekten (auch „Dimensionen“        der weiteren Karriere ihrer Mitarbeitenden spielt das
genannt), anhand derer sich Menschen voneinan-           Thema Interkulturalität ebenfalls eine Rolle.
der wesentlich unterscheiden können.                     Um ihre Mitarbeitenden fit für den internationalen
Neben unserer Persönlichkeit zählt man zu den per        Einsatz zu machen, bieten Unternehmen Nach-
Geburt bestimmten, kaum bzw. nicht veränderbaren         wuchskräften sowie Fach- und Führungskräften in-
Dimensionen: Das Alter, die physischen Fähigkeiten       terkulturelle Trainings an. Je nach Ressourcen der
(Behinderung/Nichtbehinderung), die Ethnie, das          unternehmenseigenen Personal-Abteilung werden
Soft Skills Basic II                                          Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management   17




sie von internen Trainern durchgeführt oder von be-      Was ist interkulturelle Kompetenz?
auftragten externen Anbietern. Die Investitionen in
Internationalisierung und ein Mehr an Interkulturali-    Angesichts eines sich internationalisierenden Um-
tät wirken sich langfristig aus: Ford z. B. bietet den   felds in der deutschen Gesellschaft benötigen mehr
Mitarbeitenden eine Online-Zeitung in Türkisch, da-      und mehr Mitarbeitende eines Unternehmens,
neben sind Deutsch und Englisch Unternehmens-            Schüler und Studierende ebenso wie Ärzte oder
sprache.                                                 Polizisten die Fähigkeit „interkultureller Kompetenz“.
                                                         Sie brauchen diese Fähigkeit unbedingt, wenn sie
Doch nicht nur Unternehmen bemühen sich, kul-            erfolgreich mit Angehörigen anderer Kulturen und
turbedingte Unterschiede zu berücksichtigen. So          ethnischen Gruppen kommunizieren wollen, d.h.
finden sich in den Mensen deutscher Universitäten        deren verbale und nonverbale Signale angemessen
neben verschiedenen Fleischgerichten auch stets          interpretieren und darauf entsprechend zu reagie-
ein vegetarisches Gericht und ein Fleischgericht         ren. So lassen sich nicht nur Missverständnisse ver-
ohne Schweinefleisch. Auf interkontinentalen Flü-        meiden, sondern es entsteht auch ein Kommunika-
gen gehören kosher meals zum Standardangebot             tionsklima „auf Augenhöhe“, in dem die Agierenden
der Airlines.                                            sich gleichermaßen sicher fühlen.
                                                         Interkulturell kompetente Menschen begegnen sich
So unterschiedlich wie die Beispiele sind, so ver-       als gleichberechtigte Partner, die sich möglicher
schieden sind auch die Angebote, die aus einem           kulturbedingter     (Kommunikations-)Unterschiede
Konzept des interkulturellen Managements ent-            bewusst sind und daher keine übermäßige Zurück-
stehen können. Das „eine“ Konzept, um kulturelle         haltung oder Vorsicht üben müssen. So lässt sich
Unterschiedlichkeit zu managen, gibt es nicht. Viel-     am leichtesten voneinander lernen, miteinander zu
mehr bedeutet interkulturelles Management jeweils        Übereinstimmungen kommen oder auch einmal
die Intention, den in einem Unternehmen, einer Uni-      unterschiedliche Meinungen fair und angemessen
versität, Schule, Organisation etc. anzutreffenden,      diskutieren. Aber wie ist interkulturelle Kompetenz
kulturbedingten Unterschieden Rechnung zu tra-           überhaupt erlernbar? Lässt sich einmal Erlerntes
gen und Synergieeffekte zu schaffen. Letzteres ist       auf jede Kultur und Ethnie anwenden?
allerdings immer langfristig zu sehen.
Soft Skills Basic II                                           Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management   18




Anbieter interkultureller Weiterbildung unterschei-     kommunizieren in Frankreich“ weisen auf kultur-
den grundsätzlich zwei Formen von Trainings: Zum        bzw. länderspezifische Inhalte hin. Sie fokussieren
einen gibt es Angebote zum Erwerb von Hand-             auf die Spezifika eines bestimmten Kulturraumes,
lungskompetenz allgemein für den Umgang mit An-         einer Kultur oder eines Landes.
gehörigen anderer Kulturen. Entsprechend basieren
diese Trainings auf einem so genannten kulturallge-     Je nachdem, ob die Seminare allgemein zugäng-
meinen Ansatz. Ziel ist es, bei den Teilnehmenden       lich sind oder spezifisch auf die Bedürfnisse der
ein Bewusstsein zu schaffen für die kulturbedingten     Teilnehmenden ausgerichtet werden, grenzt sich
Unterschiede im Denken und Handeln allgemein,           der Themenrahmen oft noch enger ab. Verhand-
die in der Interaktion mit Personen unterschiedlicher   lungsführung, arbeitsrechtliche Grundlagen, Ge-
Kulturen auftreten können. In Rollenspielen, Fallstu-   haltsspannen und die durchschnittliche Dauer einer
dien und Übungen behandeln die Teilnehmenden            Patentanmeldung in einem Zielland sind eher für
Themen, die in jeder Kultur eine Rolle spielen, sich    künftig entsandte Manager hilfreich, weniger aber
jedoch kulturspezifisch anders darstellen können        für Ärzte oder Mitarbeitende in Forschung und Leh-
(z. B. das Verhältnis von Frau – Mann). In kulturall-   re. Unternehmen wie DaimlerChrysler, Bosch oder
gemeinen Trainings erfolgt eine Sensibilisierung der    VW lassen ihre Mitarbeitenden entsprechend kul-
Teilnehmenden für Kulturdivergenzen, die sie im         tur- und themenorientiert trainieren. Bei ihnen ist
Alltag erkennen und ihnen kompetent begegnen            die Teilnahme an einem interkulturellen Training ein
können, da ihnen dank dem Training eine Palette         Pflichtbaustein auf dem Weg in eine internationale
von situationsangemessenen Verhaltensweisen zur         Karriere, der den Mitarbeitenden sogar vertraglich
Verfügung steht. Trainings mit kulturallgemeinem        zugesichert wird.
Ansatz eignen sich vor allem für Mitglieder interna-
tionaler Teams, in denen Angehörige mehrerer Kul-
turen miteinander arbeiten.

Zum anderen werden viele Trainings mit einem kul-
turspezifischen Ansatz durchgeführt. Wer als Expat-     (1) Die Amerikanerinnen Lee Gardenswartz und Anita Rowe
riate vor einem längeren Auslandseinsatz in China       forschen seit circa 25 Jahren zum Thema Diversity; das in die-
steht oder zukünftig für den Absatz der Produkte im     sem Artikel beschriebene Diversity-Modell wurde von ihnen in
französischen Markt verantwortlich zeichnet, kann       Diverse Teams at Work (Burr Ridge, IL: Irwin Professional Pub-
sich in kulturspezifischen Seminaren das nötige         lishing, 1994) vorgestellt und nimmt seinerseits Bezug auf Di-
Rüstzeug holen. Titel wie „Verhandeln mit Chine-        mensionen, die Marylin Loden und Judy Rosener in Workforce
sen“, „Doing business in the U.S.“ oder „Erfolgreich    America (Business One Irwin, 1991) darstellen.
Soft Skills Basic II                                                   19




                       Ursachen und Tipp s
                       gegen Mobbing

                       “Mobbing“ zählt in der Arbeitswelt bereits zur
                       Alltagssprache. Kaum zu glauben, aber jeder
                       zehnte Arbeitnehmer wird mindestens ein Mal
                       im Leben „gemobbt“. Mobbing belastet die
                       gesamte Kommunikation eines Unternehmens
                       - auch die Unbeteiligter!
                       Es gibt mittlerweile immer mehr „Mobbingop-
                       fer“ in Deutschland! Das englische Verb „mob“
                       wird übersetzt als lärmend oder herfallend.
                       Doch ab wann gilt jemand als „Mobber“?



                       Ursachen für Mobbing

                       Stressbelastung am Arbeitsplatz ist nichts Unge-
                       wöhnliches. Es gibt jedoch große Unterschiede in
                       der individuellen Stresswahrnehmung und -verar-
                       beitung, Stressfaktoren, die nicht abgebaut oder in
                       sonstiger Weise bewältigt werden, können zu psy-
                       chosomatischen Erkrankungen und somit zu Konf-
                       likten und zu Mobbing führen.
Soft Skills Basic II                                                    Ursachen und Tipps gegen Mobbing   0




Die Pseudoharmonie                                     Gibt es typische Mobbing-Opfer?

In vielen Unternehmen sind Streit und Konflikte un-    Nach bisherigen Erkenntnissen kann zwar grund-
erwünscht, statt dessen besteht eine stillschwei-      sätzlich jeder Mobbing-Opfer werden. Aber die
gende Verpflichtung zur „Pseudoharmonie“. Unter        Wahrscheinlichkeit ist nicht bei jedem Menschen
dieser Oberfläche brodeln dann die Konflikte, die      gleich. Die Forschungsrichtung Viktimologie hat
somit der beste Nährboden für Mobbing sind.            als Teilgebiet der Kriminologie unter Beteiligung
                                                       der Psychologie die besonderen Verhaltenseigen-
                                                       arten und die diesen zugrundeliegenden Attitüden
Hierarchie und Hackordnung                             von Opfern sehr sorgfaltig analysiert und empirisch
                                                       überzeugend belegt. Folgende „viktimologische An-
Bei Mobbing geht es oft um Macht und Einfluss -        reize“ können vom potentiellen Opfer ausgehen und
Faktoren, die in stark hierarchischen Strukturen von   machen Mobbing ihm gegenüber wahrscheinlicher.
besonderer Bedeutung sind. Im Rahmen der Rang-
und Hackordnungskämpfe geht es häufig brutal zur       Viktimologische Anreize können z.B. sein:
Sache. In einem Feld der nicht offenen Auseinander-      } Leistungsprobleme (wenig Kenntnisse und
setzung und der anonymisierten Konkurrenz ist das           Fertigkeiten, hohe Fehlerquote, mangelnde
Ausmaß der erlebten Bedrohung von innen oft noch            Leistungsbereitschaft, Überaktivität)
größer als eine mögliche Bedrohung von außen.
                                                        } gestörte Persönlichkeit (Arroganz, Distanzlo-
                                                          sigkeit, Nervosität, Choleriker, Unpünktlichkeit,
                                                          Selbstunsicherheit, unangemessenes Verhalten)
Arbeitsinhalte und „Langeweile-Mobbing“
                                                        } soziale Anpassungsprobleme (Absonderung,
Auch diese tragen zur Entwicklung von Mobbing             Schüchternheit, Kompetenzüberschreitung
bei. Beispielsweise entwickelt sich „Langeweile-          et cetera)
Mobbing“ an Arbeitsplätzen, die geringe geistige
                                                        } Auffälligkeit der äußeren Erscheinung (groß,
Anforderungen an die Beschäftigten stellen, wo
                                                          klein, dick, dünn, Behinderungen, Kleidungsstil)
diese systematisch unterfordert sind und die Lern-
fähigkeit und Kreativität behindert werden.             } Krankheiten (Epilepsie, Akne, Hautausschlag,
                                                          Diabetes, Körpergeruch)
Soft Skills Basic II                                                      Ursachen und Tipps gegen Mobbing   1




Tipps gegen Mobbing                                     Was tun, wenn die Situation eskaliert?

Was lässt sich dagegen tun, damit es gar nicht erst     Je länger Sie Mobbing dulden, desto schwieriger
dazu kommt, gemobbt zu werden? Es gibt viele            lässt sich das Problem lösen. Menschen handeln
Aktionen durch Mitarbeiter, die der Karriere scha-      und denken nicht immer logisch. Darüber hinaus
den können. Die Grenzen zwischen Geschmacklo-           sind sie individuell verschieden. Daher gibt es kei-
sigkeiten, bösen Scherzen und Straftatbeständen         ne Musterlösung. Einige Verhaltensmuster liegen
sind oft fließend. Manchmal muss man über Dinge         jedoch fast immer vor. Manche Kollegen mobben
hinwegsehen. Trotzdem sollten gewisse Tendenzen         nur, weil es die anderen auch tun. Man will eben
gleich im Keim erstickt werden, damit die Karrie-       dazugehören. Den Vorgesetzten darauf anzuspre-
repläne keinen Schaden nehmen. Zunächst sollten         chen ist jedoch eine heikle Angelegenheit. Man gilt
Sie für sich selbst Ihre persönlichen Schwachpunkte     schnell als „Petze“. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf
notieren.                                               zu bewahren.



Machen Sie es Mobbern schwer                              } 1. Informationen sammeln
                                                        Zunächst sollten Sie Informationen sammeln. Auch
Keiner kennt Sie besser, als Sie sich selbst. Gera-     bei denjenigen, die Ihnen individuell zur Seite ste-
de dies ist Ihr persönlicher Vorteil. Nutzen Sie ihn!   hen. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Betrof-
Machen Sie es möglichen Mobbern so unbequem             fenen und tauschen sich aus.
wie möglich. Je unbequemer das Opfer, desto un-
interessanter wird es für den Mobber. Zunächst
sollten Sie Ihre persönlichen Schwachpunkte notie-        } 2. Opferrolle ablehnen
ren. Dazu zählt zum Beispiel mangelndes Durchset-       Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen. Überneh-
zungsvermögen, Inkonsequenz, Hemmungen, die             men Sie Verantwortung für sich selbst und werden
eigenen Interessen zu verwirklichen, Angst vor Ver-     aktiv. Viele begehen den Fehler, zunächst stillzuhal-
antwortung oder Angst vor den Folgen von Erfolg.        ten in der Hoffnung, dass sich alles von alleine erle-
                                                        digen wird. Dies ist selten der Fall. Wer sich zu viel
                                                        gefallen lässt, bietet sich nämlich geradezu für die
                                                        Rolle als Opfer an.
Soft Skills Basic II                                                   Ursachen und Tipps gegen Mobbing   




 } 3. Aktivität statt Passivität                        } 6. Klartext vor versammelter Mannschaft
Werden Sie aktiv! Es gibt viele Möglichkeiten, sein   Wenn das Gespräch unter vier Augen wirkungslos
Auftreten und seine Wirkung nach außen zu opti-       bleib, dann stellen Sie ihn vor versammelter Mann-
mieren. Dazu zählen zum Beispiel Rhetoriksemi-        schaft zur Rede. Dies erfordert viel Mut, Selbstbe-
nare, Selbstbehauptungskurse, Weiterbildungen,        wusstsein und Zivilcourage. Stellen Sie klar, dass
persönliches Coaching. Scheuen Sie sich nicht,        Sie nicht dulden, dass zum Beispiel schlecht über
gegebenenfalls therapeutische Hilfe in Anspruch zu    Sie geredet wird.
nehmen.

                                                         } 7. Wenn es hart auf hart kommt
  } 4. Verbündete suchen                              Falls alle Versuche scheitern, gibt es zwei Mög-
Suchen Sie Verbündete. Freunden Sie sich mit Kol-     lichkeiten. Entweder Sie kämpfen sich durch (alle
legen an. Bei Gesprächen mit Vorgesetzten bietet      Instanzen), oder Sie wechseln den Job. Ob es sich
es sich an, allgemein auf Spannungen und Unstim-      lohnt, seine ganze Gesundheit und Energie aufs
migkeiten in der Abteilung hinzuweisen. Namen         Spiel zu setzen, um mit Kollegen klarzukommen,
brauchen nicht genannt zu werden. Informieren Sie     die einem nur Böses wollen, muss jeder selbst ent-
ebenso den Betriebsrat.                               scheiden. Es gibt nämlich auch faire Firmen, die ein
                                                      gutes Betriebsklima, leistungsgerechte Bezahlung
                                                      und realistische Aufstiegschancen bieten.
  } 5. Vier-Augen-Gespräch
Bevor Sie den oder die vermeintlichen „Übeltäter“
vor versammelter Mannschaft an den Pranger stel-
len, sollten Sie fairerweise um ein „Vier-Augen-Ge-
spräch“ bitten. Vielleicht gehen Sie mit den/dem
Betreffenden Kaffee trinken und sprechen die An-
gelegenheit ganz konkret an. Manchmal erledigt
sich das Problem dann von alleine.
Soft Skills Basic II                                                  3




                       Erfolgreich durch
                       Teamarbeit

                       Fast immer ist von Anforderungen an ein ein-
                       gespieltes Team die Rede, das blind aufeinan-
                       der vertrauend alle Widrigkeiten meistert, Ne-
                       gativerlebnisse wegsteckt und ausschließlich
                       dem Erfolg verschrieben ist. Was aber macht
                       erfolgreiche Teamarbeit wirklich aus und wie
                       muss oder soll ich mich verhalten, damit ich
                       einen positiven Beitrag leiste? Kann ich auch
                       als überzeugter Einzelkämpfer im Team er-
                       folgreich sein, oder bin ich dann eher der Stör-
                       faktor, der den Gesamterfolg verhindert?



                       Was ist ein Team?

                       Vielleicht sollte zunächst einmal der Begriff Team
                       definiert werden: Das Erreichen gemeinsamer Ziele
                       durch gegenseitige Unterstützung und Berücksich-
                       tigung der Stärken und Schwächen jedes Einzel-
                       nen. Größe und Zusammensetzung des Teams sind
                       ebenfalls wichtig, da zielgerichtetes Vorgehen ein
                       hohes Maß an Selbstdisziplin sowie Ehrlichkeit und
                       Offenheit im Umgang miteinander erfordert. Hin-
Soft Skills Basic II                                                               Erfolgreich durch Teamarbeit   4




zu kommt ein sachliches Einschätzen der eigenen            Probleme für Teameinsteiger
Grenzen, Kompromissbereitschaft und der positive
Umgang mit Konflikten. Nicht jedes Teammitglied            Neuzugänge in Teams haben es oft schwer, Zu-
verfügt über gleichgeartete Talente; die richtige Mi-      gang zu einer vermeintlich gut funktionierenden und
schung ist entscheidend.                                   eingeschworenen Gemeinschaft zu finden. Es wer-
                                                           den ihnen manchmal bewusst, gelegentlich auch
                                                           unbewusst, Stolpersteine in den Weg gelegt - von
Ohne Kommunikation geht nichts                             Fehlinformationen über Zurückhaltung wesentlicher
                                                           Details bis hin zur persönlichen Ablehnung, für die
Vor dem Hintergrund, gemeinsame Ziele schnell zu           es allem Anschein nach keine greifbaren Gründe
erreichen, treten in der Auslegung einzelner Schritte      gibt. Das darf man nicht unterschätzen, denn ein-
immer wieder Spannungen und Reibungen auf und              mal aufgebaute Fronten sind nur mühsam wieder
einzelne Mitglieder beklagen sich über mangelnde Ak-       einzureißen und führen häufig zu einer Haltung, die
zeptanz innerhalb des Teams, da ihre Vorschläge nur        Leistung verhindert, Frust aufbaut und letztlich der
bedingt Zustimmung finden. Diese Hürden können nur         Sache und dem Einzelnen nicht dienlich ist. In sol-
durch direkte und unmittelbare Kommunikation über-         chen Situationen sollte man einen klaren Kopf be-
wunden werden. So wird Misstrauen vermieden, denn          halten, die Aussprache suchen und eigene Vorstel-
Misstrauen baut sich dort leichter ab, wo Zugehörigkeit    lungen und Wünsche deutlich machen.
und der Wunsch nach Identifikation (mit der Sache) ver-
wirklicht werden. Bewusste Identifikation ist Teil einer
Philosophie, nach der es auch bei Fehlentscheidungen       Ein Team teilt Erfolg und Misserfolg
keinen Rechtfertigungszwang geben darf.
                                                           Bei allem Selbstbewusstsein darf man nicht außer
                                                           Acht lassen, dass ein Team einen Kopf benötigt,
Rollenverteilung                                           der in letzter Konsequenz Meinungen analysiert, an
                                                           den Anforderungen der Sache misst und - falls er-
Innerhalb eines Teams sollte jeder seine Rolle su-         forderlich - eine Entscheidung trifft, die nicht immer
chen und finden. Der Prozess des Kennenlernens             auf die Zustimmung aller Beteiligten stößt. Dies soll-
kann Verhaltensweisen nachhaltig beeinflussen und          te möglich sein, ohne die weitere Zusammenarbeit
wird dies in den meisten Fällen auch tun. Wird ein         negativ zu beeinflussen, kann aber nicht bedeuten,
Team neu zusammengestellt, können die Mitglieder           dass sich der „Leader“ alle Erfolge selbst zurechnet
die Aufgaben immer anders verteilen, bis sich eine         und die Misserfolge ausschließlich auf das Fehlver-
Struktur bewährt.                                          halten der Teammitglieder zurückführt.
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Nur wer bereit ist für Neues, kann sich entwickeln     Erkennen Sie die Erfolge Anderer an
Besonders perfide wird es, wenn unter dem Deck-
mantel des Teamgeistes einzelne Mitglieder ihre Ei-    Wer unfähig ist, Erfolge Anderer zu akzeptieren und
genheiten ausleben und so mangelnde Fähigkeiten        anzuerkennen und daraus für sich selbst zu lernen,
oder fehlende soziale Kompetenz verschleiern.          sondern einen einmal eingeschlagenen Weg mit
Ein rüder Umgangston ist nicht gleichzusetzen mit      grober Rücksichtslosigkeit verfolgt und unbeirrt von
Durchsetzungsfähigkeit! Werden solche Auswüch-         Tatsachen und Gegebenheiten andere Meinungen
se gezügelt, setzt Teamarbeit einen wichtigen Lern-    gegen bessere Überzeugung nicht gelten lässt,
prozess in Gang, der insbesondere weniger erfah-       wird sicher nicht mit Rückendeckung rechnen kön-
renen, aber hoch motivierten Mitarbeitern zugute       nen, falls sich der eingeschlagene Weg irgendwann
kommt. Hier wird ihnen die Chance geboten, ihre        als falsch erweisen sollte.
Fähigkeiten zu demonstrieren, Mängel auszubü-          Teamarbeit darf nicht zu einem stammtischartigen
geln, sich mit einer Sache und dem Unternehmen         Diskutierklub werden, sondern muss Teil einer Stra-
zu identifizieren und Weichen für die berufliche Zu-   tegie sein: Dann wird der Erfolg des Teams auch
kunft zu stellen. Neue Wege zu gehen, darf dabei       der eigene sein.
für die Karriere nicht nachteilig sein, denn wenn
man nur das tut, was man kann, wird man nur das
bleiben, was man ist.
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                       Tipps  Tools
                       für Ihr nächstes
                       Power-Meeting

                       Vertane Zeit oder Power-Meeting? Was aus
                       Ihrer nächsten Besprechung wird, ist keine
                       Frage des Zufalls, sondern hängt auch von
                       Ihnen ab - als Teilnehmer oder als Moderator.
                       Wir stellen Ihnen die wichtigsten Regeln und
                       Tools vor, damit Ihre zukünftigen Meetings er-
                       folgreicher verlaufen.



                       Sinn und Zweck von Meetings

                       Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen zur
                       Besprechung wichtiger Themen sind aus dem heu-
                       tigen Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Sie die-
                       nen mehreren Zwecken:
                          } dem Austausch von Informationen

                        } der Erarbeitung von Strategien zur Lösung von
                          Problemen

                        } der Organisation von teamorientierten Arbeits-
                          prozessen
Soft Skills Basic II                                            Tipps  Tools für Ihr nächstes Power-Meeting   7




Der Vorteil des Meetings selbst ist die direkte          } Zu starker Verkündigungscharakter
Kommunikation zwischen den Beteiligten. Anders        Hier wird nur in eine Richtung kommuniziert. Feed-
als etwa der E-Mail-Verkehr oder der Umlauf von       back ist nicht erwünscht. Konsequenz: Die Anwe-
Unterlagen kann in einer gemeinsamen Bespre-          senden fragen sich, warum sie da sind. Hätte man
chung schnell ein einheitliches Informationsniveau    lieber als E-Mail gelesen...
hergestellt werden. Deshalb sind Meetings immer
dann optimal, wenn Entscheidungen gefällt wer-
den sollen, zu denen viele Beteiligte gehört werden     } Zu viele Selbstdarsteller
müssen; oder dann, wenn sich Teams über die           Wenn sich zu viele Teilnehmer in ausschweifenden,
Verteilung von Arbeitspaketen abstimmen wollen.       sachfremden Ausführungen verlieren, um sich als
Gut geeignet sind sie auch für die Kommunikation      vermeintlich tolle Redner zu präsentieren, gerät das
von komplexen Informationen, denn es stellt sich      eigentliche Ziel des Meetings aus dem Blick.
im Verlauf schnell heraus, ob das Gesagte verstan-
den wurde. Sehr wichtig sind Meetings auch dann,
wenn in einer Gruppe kreativ an Lösungen gearbei-       } Zu viele Detail-Diskussionen
tet werden soll.                                      Wenn die kommunizierten Informationen nur einen
                                                      kleinen Teil der Anwesenden betreffen, kann es bei
                                                      diesen Nicht-Betroffenen schnell zu Konzentrati-
Meetings können auch nerven ...                       onsproblemen kommen...

Meetings sind also dazu geeignet, komplexe Kom-       Ob ein Meeting gelingt, hängt also zum einen von
munikationsvorgänge durch physische Präsenz zu        der Organisation ab (Die richtigen Teilnehmer zum
regeln. Und da beginnt auch schon das Problem:        richtigen Thema?) und zum anderen von der Durch-
Um schlechte und damit meist überflüssige Mee-        führung.
tings handelt es sich dann, wenn dieser Kommuni-
kationsprozess gestört wird. Die wichtigsten Stör-
faktoren sind zumeist:
Soft Skills Basic II                                                Tipps  Tools für Ihr nächstes Power-Meeting   8




Tipps für Teilnehmer an Meetings                            } Richtige Platzwahl
                                                          Wenn es eine feste Sitzordnung gibt, können Sie
  } Gut vorbereiten                                       diesen Punkt überlesen. Wenn nicht, setzen Sie
Völlig klar: Nur gut vorbreitet kann man sich als Teil-   sich immer so, dass Sie mit dem Moderator einfach
nehmer erfolgreich an einem Meeting beteiligen.           Blickkontakt halten können. Es wird Ihnen dann eher
Beginnen Sie sofort dann mit Ihrer Vorbereitung,          möglich sein, das Wort zu ergreifen. Wenn es kei-
sobald Sie zu dem Termin eingeladen wurden. Vor           nen Moderator gibt, setzen Sie sich auf einen Platz,
allem, wenn Sie einen eigenen Punkt auf der Agen-         von dem aus Sie die Runde gut im Blick haben.
da haben wollen. Informationen sammeln, Ideen
notieren, Vorschläge strukturieren - das schaffen
Sie nicht 30 Minuten vor dem Meeting!                       } Wer zuhört, kann mitreden.
                                                          Zuhören ist die Voraussetzung, um das Wort zu
                                                          ergreifen. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner aus-
  } Tischvorlagen rechtzeitig verteilen                   reden und fordern Sie das gleiche Recht auch für
Wenn Sie Ihr Projekt vorstellen und durchsetzen           sich. Machen Sie sich Notizen, um präzise auf die
wollen, erarbeiten Sie ein Hand-out. Dieses sollte        vorgetragenen Argumente eingehen zu können.
„kurz  gut“ sein - nicht „lang  weilig“! Wichtig: das
Papier rechtzeitig verteilen (mind. drei Tage vorher)
und nicht erst in der Sitzung. Dann sind alle genervt       } Ihr Fehler? Nach vorn schauen!
und negativ eingestellt, weil sich keiner vorbereiten     Verzichten Sie immer darauf, zu begründen, warum
konnte.                                                   etwas schief gegangen ist oder nicht termingerecht
                                                          fertig wird. Nichts interessiert Ihre Vorgesetzten
                                                          weniger. Gehen Sie davon aus, dass diese selber
  } Pünktlich erscheinen                                  wissen, warum etwas nicht geklappt hat. Was Sie
Effiziente Meetings beginnen und enden pünktlich.         dagegen unbedingt erörtern sollten, wie Sie solche
Sorgen Sie dafür, dass es nicht an Ihnen liegt, wenn      Fehler in Zukunft vermeiden werden.
sich der Beginn verzögert. Ihr Vorteil, wenn Sie als
erster den Raum betreten: Freie Platzwahl, Chance
auf Smalltalk mit den eintreffenden Kollegen/Chefs,
ein Moment der Konzentration...
Soft Skills Basic II                                              Tipps  Tools für Ihr nächstes Power-Meeting   9




  } Projekt durchsetzen                                   } Keiner hat’s gelesen …
Legen Sie niemals ein perfektes Konzept vor! Las-       Die Kollegen hören Ihnen nicht zu, sondern studie-
sen Sie ein paar Ecken stehen, an denen die An-         ren erst jetzt Ihre Vorlage. Was nun? Reagieren Sie
deren sich reiben können. Die übrigen Teilnehmer        angemessen je nach Umfang: Kleine Pause einle-
werden einen Punktsieg genießen und Ihre weiteren       gen, langsamer reden oder eine kurze tour d‘horizon
Vorschläge gehen wahrscheinlich ohne längere Dis-       lassen den anderen Teilnehmern die Chance, sich
kussionen durch. Um das zu erreichen, sollte die        Ihr Papier kurz anzusehen.
„Schwachstelle“ ganz oben auf Ihrer Vorlage ste-
hen. Sind solche Ecken dank Ihrer perfekten Vorbe-
reitung nicht zu finden, wird man auf die vollendeten     } Ende gut alles gut.
Rundungen einschlagen, bis sie kantig sind.             Am Ende eines Meetings werden vom Moderator
                                                        meistens die Ergebnisse zusammengefasst. Für
                                                        Sie heißt das: Sie verlassen das Meeting erst dann,
  } Smalltalk nervt!                                    wenn Sie konkret wissen, welches Arbeitspaket Ih-
Small Talk stört immer dann, wenn konzentrierte         nen zugedacht wurde. Mit Termin! Fassen Sie Ihre
Arbeit unterbrochen wird und sachferne Dinge er-        „To-Do-Liste“ ruhig noch einmal zusammen: „Ich
örtert werden. Solche Äußerungen können die             habe es so verstanden, dass ich …“.
Stimmungslage entscheidend beeinflussen. Wenn
es kein anderer tut, reißen Sie das Stimmungsruder
herum, indem Sie eine witzige Bemerkung machen
und damit wieder in freundlicheres Fahrwasser ge-
raten.
Soft Skills Basic II                                             Tipps  Tools für Ihr nächstes Power-Meeting   30




Tipps für Moderatoren von Meetings                       } Visualisieren Sie
                                                       Die erfolgreichste Methode, um allen Teilnehmern
  } Raum checken                                       den Diskussionsstand „vor Augen zu halten“ be-
Als Moderator sorgen Sie dafür, dass die Trümmer-      steht in einer Visualisierung. Schreiben Sie alle Ar-
landschaft verschwindet, die die Vertreterversamm-     gumente auf eine Flipchart und ordnen Sie diese
lung von gestern Abend in Ihrem Besprechungs-          Kategorien zu. Erstellen Sie eine Liste mit den bes-
raum hinterlassen hat. Denn mit einer perfekt          ten Vorschlägen. Dies erleichtert die Bearbeitung
vorbereiteten Besprechung sagen Sie auch viel          von Problemstellungen enorm.
über sich selbst aus!

                                                         } Störungen integrieren
  } Technik prüfen                                     Ganz gleich, ob der Kellner Getränke serviert oder
Nur benutztes Papier auf der Flipchart? Beamer         die Sekretärin dem Chef einen Zettel reicht, nen-
oder Overheadprojektor defekt? Solche Pannen           nen Sie die Störung beim Namen und begrüßen Sie
kommen in einem gut vorbereiteten Meeting nicht        sie stellvertretend für alle Anwesenden. Mit diesem
vor. Prüfen Sie deshalb die Technik rechtzeitig!       kleinen Trick schaffen Sie das fast Unmögliche: Die
                                                       Aufmerksamkeit ist wieder bei Ihnen und Sie haben
                                                       den Fortgang des Meetings erneut in der Hand!
  } Begrüßung
Als Moderator ist es an Ihnen, die Teilnehmer zu
begrüßen, sie ggfs. untereinander vorzustellen und       } Unvorbereitete Teilnehmer
einen Einstieg in das Meeting zu geben. Beginnen       Sie rufen ein Thema auf und bitten einen Teilneh-
Sie auf jeden Fall pünktlich. Und wenn sich Teilneh-   mer um seinen Beitrag. Reaktion: Ein entsetztes
mer verspäten, warten Sie höchstens fünf Minuten!      Gesicht. Der hat es völlig vergessen. Ihre Reaktion:
Notfalls den Punkt „Verschiedenes“ vorziehen.          Nicht nervös werden, ist ja nicht Ihre Schuld. Ein-
                                                       fach mal eine Peinlichkeitspause lassen, damit so
                                                       was nicht mehr vorkommt.
  } Moderieren Sie
Als Moderator sind Sie in einer neutralen Position.
Sie verfolgen die Diskussion, erteilen oder entzie-
hen das Wort, sammeln die Ergebnisse und fassen
diese zusammen, leiten auf ein neues Thema über
und erklären Sinn und Zweck der Diskussion.
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  } Kein Fachchinesisch                                aufgenommen. Es gibt Erinnerungsfunktionen usw.
Als Moderator sorgen Sie für die richtige Kommu-       All diese Funktionen machen Outlook zu einem sehr
nikation. Bei gemischten Teams ist daher kein Platz    effektiven Tool, um Meetings zu organisieren.
für Fachbegriffe. Diese Spielregel müssen Sie als
Moderator zu Beginn des Meetings bekannt geben
und im weiteren Verlauf einfordern.                      } Der Besprechungsraum
                                                       Ein Tisch, genügend Sitzgelegenheiten, Ruhe, Luft
                                                       und Licht - in einem Besprechungsraum muss alles
  } Zeitfenster einhalten                              stimmen, sonst werden Meetings schnell zu unkon-
Grundsätzlich müssen Sie Ihren Zeitplan immer im       zentrierten Pflichtveranstaltungen, die von den Teil-
Auge behalten. Nehmen Sie sich bei Zeitknappheit       nehmern lieber jetzt als gleich verlassen werden.
das Recht heraus, einzelne Punkte aus der Dis-
kussion herauszulösen und an Ad-hoc-Ausschüs-
se oder in die Klärung durch Einzelgespräche zu          } Erfrischungen
verweisen. Kündigen Sie das Ende des Meetings          Meistens genügt eine Flasche Wasser, um die beim
rechtzeitig an, indem Sie fünf bis zehn Minuten vor-   Sprechen ausgetrockneten Kehlen wieder zu erfri-
her die Schlussrunde einläuten.                        schen. Erfrischungen sollten daher unbedingt bereit
                                                       gehalten werden. Von Esswaren ist allerdings bes-
                                                       ser abzusehen - das lenkt einfach nur ab. Ein Tipp:
Die wichtigsten Meeting-Werkzeuge                      Halten Sie ein paar Servietten bereit, falls mal ein
                                                       kleines Missgeschick passiert ...
   } MS Outlook
Integriert in das Office-Paket von Microsoft - und
damit in 80% aller Unternehmen anzutreffen - ist          } Uhr
das Programm Outlook. Neben der E-Mail-Funk-           Meetings sollen pünktlich beginnen und zum ver-
tion enthält es auch umfangreiche Möglichkeiten,       einbarten Zeitpunkt beendet werden. Ohne Zeit-
um einen Termin-Kalender zu führen und Meetings        messer kommen Sie daher nicht klar. Ist auch nütz-
zu organisieren. Denn untereinander vernetzte PCs      lich, wenn Sie vortragen wollen: Man verschätzt
können diese Kalender bei anderen anzeigen, so         sich manchmal sehr in der Zeit, die man redet. Eine
dass jeder sehen kann, wann Termine möglich sind.      Faustregel bei Reden vom Blatt: 1 Seite (30 Zeilen
Es können Einladungen geschrieben werden und           á 60 Anschläge) entsprechen in etwa fünf Minuten
Bestätigungen werden automatisch in den Kalender       Vortragszeit.
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  } Papier  Stift                                      } Die Agenda
Gehen Sie niemals ohne! Und wenn Sie es beson-        Ob Sie es Agenda, TOP oder Tagesordnung nennen
ders gut machen wollen, besorgen Sie sich einen       - eine Liste mit den Themen, die in dem Meeting
schönen Füller und einen feinen Notizblock. Damit     besprochen und der Reihe nach abgearbeitet wer-
signalisieren Sie gegenüber den anderen Teilneh-      den sollen, müssen Sie haben. Eine optimale Agen-
mern: Ich nehme dieses Meeting ernst und es ist       da enthält auch Angaben, wieviel Zeit jeder Punkt
wichtig.                                              beanspruchen darf und wer den TOP mit einem
                                                      Beitrag eröffnet, ob es sich um eine reine Info han-
                                                      delt oder eine Diskussion dazu erwünscht ist. Und
  } Flipchart                                         vergessen Sie den Punkt „Sonstiges“ am Schluss
Die Staffelei mit den DIN A1 großen Blättern hat      nicht: Da können dann ungeliebte Zwischenrufer
sich durchgesetzt, um bei einer Besprechung Ideen     und Abschweifer immer drauf verwiesen werden…
zu sammeln oder Gedanken zu visualisieren. Dazu
brauchen Sie natürlich noch zwei weitere Dinge:
Leere Blätter und Stifte. Vorher checken!               } Das Protokoll
                                                      Wichtigstes Tool für die Nachbereitung einer Be-
                                                      sprechung ist das Protokoll. Vom inhaltlichen Auf-
  } Notebook  Beamer                                 bau ähnelt es oft der Agenda, d.h. Teilnehmer, Ort,
Diese technisch nicht ganz einfach zu handha-         Zeit und Themen werden auch hier aufgeführt. Das
benden Geräte verbreiten sich zunehmend - die         Protokoll enthält selbstverständlich das, was bei der
Anschaffungs-Preise sind im Sinkflug. Wenn Sie        Besprechung herausgekommen ist: Die Ergebnisse.
eine Präsentation mit dem Beamer projezieren wol-     Diese in kurzen knappen Sätzen zusammenzufas-
len, müssen Sie vor dem Beginn des Meetings die       sen ist Aufgabe des vor Meetingbeginn bestimmten
Technik prüfen. Denn schlechter als mit einer Panne   Protokollanten. Protokolle sind daher vor allem in
können Sie Ihren Vortrag nicht beginnen! Eventuell    Besprechungen mit Kunden wichtig. In diesem Fall
müssen Sie auch äußere Lichteinflüsse noch weg-       sollten diese sehr sorgfältig gelesen und ggfs auf
dämmen oder für eine Projektionsfläche sorgen -       Änderungen bestanden werden, denn andernfalls
sonst gibts Bildmatsch.                               kann es teuer werden.
Soft Skills Basic II                                                         33




Te i l D : Der perfekte Auftritt


                           Knigge – Gute Karriere-
                           chancen mit guten
                           Umgangsformen

                           Gerade im Berufsleben kann man noch so gute
                           Zeugnisse und Referenzen vorlegen: Schlech-
                           te Manieren gelten als absolute Karrierekiller!
                           Gute Karrierechancen haben vor allem dieje-
                           nigen, die über gutes Benehmen und Parkett-
                           sicherheit verfügen...



                           Wer war Knigge?

                           Adolph Freiherr von Knigge (1751 – 1796) gilt als
                           Begründer des guten Tons. Nicht, dass vor ihm
                           kein gutes Benehmen existierte. Er war es aber, der
                           im Jahre 1788 das Regelwerk „Über den Umgang
                           mit Menschen“ veröffentlichte. Es entwickelte sich
                           schnell zum Bestseller. Da sich die Zeiten ändern,
                           muss das Werk ständig aktualisiert werden. Mitt-
                           lerweile sind viele Bücher über gute Manieren auf
                           dem Markt. In fast allem sind sich die Autoren ei-
                           nig. Wer Karriere machen will, sollte die wichtigsten
Soft Skills Basic II                                      Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen   34




Benimmregeln unbedingt kennen, denn gerade im            Tag Frau Maier“. Reicht man zusätzlich die Hand,
Berufsleben kann man noch so gute Zeugnisse vor-         liegt eine Begrüßung vor!
legen: Wer sich nicht benehmen kann, hat ohnehin
verloren!                                                Doch wer reicht wem die Hand bei einer Begrü-
                                                         ßung? Das hängt von der Situation ab. Prinzipiell
                                                         wartet der/die wesentlich Jüngere, ob man ihm/ihr
Grüßen und Begrüßen                                      die Hand reicht. Der Herr wartet, ob die Dame ihm
                                                         die Hand reicht. Anders sieht es aus, wenn sich
Im privaten Alltag ist alles klar: Wer den anderen       zum Beispiel auf einem Empfang zwei Paare treffen.
zuerst sieht, der grüßt zuerst. Oft erkennen sich        Dann gilt folgende Regel: Die Damen geben zuerst
beide im selben Augenblick und grüßen einander           sich, dann den Herren die Hand. Danach reichen
gleichzeitig. Im Geschäftsleben erwartet der Höher-      sich die Herren die Hände.
rangige jedoch, gegrüßt zu werden. Der Praktikant
grüßt also den Abteilungsleiter zuerst – der Abtei-      “Tag Frau Maier, wie geht es dir?“ Mittlerweile gibt
lungsleiter wiederum hat den Geschäftsführer zu-         es die abstrusesten Mischungen schriftlicher und
erst zu begrüßen.                                        mündlicher Anreden. Natürlich ist in diesem Fall ein
                                                         „Guten Tag Frau Maier, wie geht es Ihnen?“ kor-
Auch bei der Vorstellung einander fremder Personen       rekt. Im Zweifel siezen. Im privaten Alltag oder im
gibt es feste Regeln. Generell gilt: Dem Ranghöchs-      Sport ergibt sich schnell ein „Du“. Im Berufsleben
ten wird vorgestellt. Das heißt der Dame wird der        wird einem oft, aber nicht überall, nach der Einar-
Herr vorgestellt bzw. dem/der Älteren wird der/die       beitungszeit ein du angeboten. Doch wie spreche
Jüngere vorgestellt. Das läuft z.B. folgendermaßen       oder schreibe ich einen adeligen Bundestagsabge-
ab: „Frau Hoch, darf ich Ihnen Herrn Tief vorstel-       ordneten an, der sowohl promoviert, als auch ha-
len?“ und im Anschluss (damit Frau Hoch auch             bilitiert hat und zudem über einen Ehrendoktortitel
noch vorgestellt wird) „Herr Tief, darf ich Ihnen Frau   verfügt?
Hoch vorstellen?“. Fertig!
                                                         Herr Prof. Dr.-Jur. Dr. h.c. Ludwig Freiherr von Win-
Grüßen erfolgt oft wortlos, also durch ein kurzes        terhöhensee, MdB? Auch bei barocken Bandwürmer
Kopfnicken mit einem freundlichen Lächeln. Wer           gilt der Grundsatz: „Es kommt darauf an“. Spricht
„guten Tag“ oder „Hallo“ sagt, grüßt ebenfalls.          man ihn an, reicht ein „Professor von Winterhöhen-
Kennt man die Person namentlich, so gilt die For-        see“. Der höhere akademische Grad genügt. Schreibt
mel: „Gruß plus Name“, also zum Beispiel „Guten          man einen Brief, dann gilt der „Bandwurm“.
Soft Skills Basic II                                    Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen   35




Gesprächskultur und Gesprächskiller                    einfach deutlich seinen Namen, sagt, weshalb man
                                                       anruft und verspricht später noch einmal zurückzu-
Missverständnisse kommen unter anderem da-             rufen oder bittet um Rückruf. Hierfür gibt man seine
durch zu Stande, dass sich ein Gesprächspartner        volle Telefonnummer und gegebenenfalls eine Uhr-
beim Reden nicht deutlich ausdrückt und das Ver-       zeit an, zu der man auf jeden Fall erreichbar ist.
stehen für den Gegenüber zum Ratespiel wird.
                                                       Achtung: Heutzutage sind ISDN-Anschlüsse keine
Insbesondere am Telefon gibt es nichts Peinlicheres    Seltenheit. Wer einfach auflegt, bleibt nicht unbe-
für den Gesprächspartner, als wenn er ständig          dingt unerkannt. Insbesondere bei geschäftlichen
nachhaken muss, was der „Nuschler“ gesagt oder         Angelegenheiten macht dies einen schlechten Ein-
gefragt habe.                                          druck. Der Gesprächspartner kann Datum, Uhrzeit
                                                       und Rufnummer des „anonymen“ Anrufers unter
Sowohl privat als auch beruflich gibt es gewisse       Umständen leicht zurückverfolgen.
Regeln, die man beim Telefonieren beachten soll-
te. Zunächst einmal nicht zwischen 0 und 0.15
Uhr anrufen, da die meisten Leute zu dieser Zeit die   Tischmanieren als Visitenkarte für gutes Be-
Nachrichten anschauen. Ansonsten, insbesondere         nehmen
bei Leuten mit Kindern, möglichst vor 1 Uhr an-
rufen. Geschäftliche Telefonate hingegen haben zu      Viele Chefs testen die Parketttauglichkeit eventu-
den jeweiligen Geschäftszeiten zu erfolgen.            eller Mitarbeiter beim Geschäftsessen. Gelegent-
                                                       lich soll es sogar vorkommen, dass Chirurgen zum
Beim Essen und bei Besprechungen gilt für Mobilte-     Hähnchenessen eingeladen werden, um zu testen,
lefone strengste Schweigepflicht. Wer sich lediglich   ob sie es ordnungsgemäß mit Messer und Gabel
mit „Hallo“ am Telefon meldet, ohne seinen Namen       zerlegen können.
zu nennen, tritt einer Studie des Emnid-Instituts zu
Folge bei drei Viertel aller Deutschen ins Fettnäpf-   Man stelle sich folgende Situation vor: Ein festlich
chen.                                                  gedeckter Tisch. Rechts von den Tellern liegen meh-
                                                       rere Messer, links mehrere Gabeln. Eines der Messer
Trotz vieler technischer Innovationen bleibt der       hat eine bauchige Form. Ganz rechts liegt ein großer
Anrufbeantworter für viele noch ein Schreckens-        Löffel, oben ein kleiner Löffel und eine kleine Gabel.
gespenst. Viele hören sich den Ansagetext genau        Ganz links ist ein ganz kleiner Teller platziert. Rechts
an und legen dann auf. Es fehlt der Mut daraufzu-      stehen mehrere verschiedene Sorten von Stilgläsern
sprechen. Doch die Geräte beißen nicht. Man nennt      sowie ein Wasserglas. Womit beginnen?
Soft Skills Basic II                                      Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen   36




Anhand der oben beschriebenen Anordnung lässt            Nicht nur die Körperhaltung ist wichtig, sondern
sich bereits schlussfolgern, was es zu essen gibt:       auch die Art, wie man das Besteck hält. Messer
Vorspeise, Suppe, Fischgericht, Fleisch und ein          müssen in der rechten, Gabeln in der linken, aber
Dessert. Das äußerste Besteck ist für die Vorspeise      Löffel können sowohl in der rechten, als auch in
bestimmt. Der Teller links ist als Brotteller vorgese-   der linken Hand gehalten werden. Heiße Suppen
hen. Die Messerschneiden müssen stets nach in-           et cetera darf man auf gar keinen Fall „kaltpusten“!
nen zeigen. Dies ist nicht irgendeine Regel, sondern     Dies ist ein ganz schlimmer faux pas! Dies gilt auch
hat auch ganz praktische Gründe: Es besteht keine        für Schlürfen. Die Löffelspitze führt man zuerst in
Gefahr, sich versehentlich in die Finger zu schnei-      den Mund, wobei er auf gar keinen Fall bis zum
den. Jetzt muss man sich einfach von außen nach          Rand beladen ist. Dies hat, wie viele andere Regeln
innen arbeiten. Der Löffel ist für die Suppe vorgese-    auch, ganz praktische Gründe: Wer den Löffel zu
hen, das breitere Messer für den Fisch, das normale      voll schöpft riskiert, dass die Suppe überschwappt.
für das Fleisch und die oben liegenden Bestecke für      Die Folge sind dann hässliche Spitzer auf Kleidung
das Dessert.                                             und Tischtuch. Dies gilt übrigens für alle „Esswerk-
                                                         zeuge“. Besonderes abstoßend wirkt man auf seine
Zunächst einmal gilt es, eine ordentliche Sitzhaltung    Tischnachbarn, wenn man mit weit aufgerissenem
einzunehmen. Man sitzt aufrecht, nutzt die gesamte       Mund isst. Dies kann den Anwesenden schnell den
Sitzfläche des Stuhles (also nicht nur die Kante) und    Appetit verderben.
sitzt etwa eine Hand breit von der Tischkante ent-
fernt. Die Hände dürfen lediglich bis zu den Hand-       Während dem Essen goutiert man oft einen Schluck
gelenken auf dem Tisch liegen. Die Arme müssen           Wein, um den Gaumen geschmeidig zu halten,
auf jeden Fall eng am Körper bleiben, damit der          oder um den Genuss zu maximieren. Doch wohin
Sitznachbar keinen Ellbogenkick in die Seite abbe-       mit dem Besteck? Besonders verpönt ist es, wenn
kommt und auf gar keinen Fall dürfen die Ellbogen        man es einfach auf die Tischdecke legt. Nachdem
aufgestützt sein. Extrem abstoßend für seine Tisch-      Tischdecken heutzutage weder als Taschentuch
nachbarn wirkt es, wenn jemand den Ellbogen auf          noch als Putzlappen für verschmierte Hände her-
den Tischkante stützt, den Kopf drauflegt und mit        halten müssen, ist es unangebracht, schmutziges
der rechten Hand Essen schaufelt. Die Gabel muss         Besteck darauf zu legen. Manche stützen Messer
so zum Mund geführt werden, dass sie waagerecht          und Gabel mit bestem Gewissen so auf den Teller-
liegt.                                                   rändern ab, dass die Griffe auf der Tischfläche ab-
                                                         gestützt sind. Das gehört sich aber nicht! Man legt
                                                         das Besteck einfach waagerecht so auf den Teller,
                                                         dass es nicht herunterfallen kann und nicht in das
Soft Skills Basic II                                   Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen   37




Essen gespießt wird. Natürlich hat es wieder einmal   Die Serviette liegt zunächst auf dem Teller oder
einen praktischen Grund: Wer das Besteck seitlich     links daneben. Sie wird weder um den Hals ge-
abstützt riskiert, dass zum Beispiel Soßenreste an    bunden, noch über die Schulter geworfen. Man
den Griffen entlang auf das Tischtuch (oder den       legt sie auf den Schoß, aber erst nachdem der/die
Ärmel des Tischnachbarn) fließen. Dies lässt sich     Gastgeber(In) das Mahl eröffnet haben. Zulässig ist
somit vermeiden.                                      jedoch, sie diskret im Hosen- oder Rockbund oder
                                                      unter einen Gürtel zu klemmen, damit sie nicht auf
Servietten haben eine Vergangenheit. Im 17. Jahr-     den Boden fällt. Tut sie es doch, dann bittet man
hundert pflegten männliche Gäste in das Tischtuch     den Kellner um eine neue. Bei privaten Einladungen
zu schnäuzen. Da Messer und Gabel noch relativ        darf man sie aufheben und weiter benutzen. Auf-
unbekannt waren, wischte man die fettigen Finger      merksame Gastgeber(innen) bringen ihren Gästen
ebenfalls am Tischtuch ab. Als die Serviette ihren    jedoch automatisch eine neue. Ist das Mahl been-
Siegeszug antrat, blieben die kostbaren Tischde-      det, schlägt man sie entgegen ihrem ursprünglichen
cken verschont, und die Kleidung der Gäste eben-      Kniff ein und legt sie links neben den Teller. So er-
so. Ein schlimmer faux pas ist, wer mit der Servi-    kennt beispielsweise der Kellner, dass der Gast sein
ette den Mund einfach abwischt (oder Lippenstift      Mahl beendet hat. Früher legte man Papierserviet-
damit wegschmiert)! Man darf die Lippen lediglich     ten auf das Teller, heute gelten für beide Servietten-
abtupfen und zwar bevor man trinkt. Auf diese Art     typen dieselben Regeln.
vermeidet man hässliche Fettflecken auf dem Glas.
Dann sieht das Glas nicht nur besser aus, sondern
der Inhalt schmeckt auch gleich besser.
Soft Skills Basic II                                              38




                       So finden Sie Ihren
                       individuellen Busine s s
                       Style

                       Neben perfekten Umgangsformen wird in den
                       Unternehmen heute verstärkt Wert auf ein
                       passendes, geschmackvolles Äußeres gelegt.
                       Allerdings wird Ihnen kein Unternehmen der
                       Welt genau sagen können, welche Kleidung
                       oder welches Make-up den Wertvorstellun-
                       gen entspricht, die von dem Unternehmen
                       verkörpert werden. Zwischen klassisch-kon-
                       servativ wie bei den Finanzdienstleistern bis
                       hin zu leger-kreativ wie in der Medienbranche
                       liegt eine erhebliche Spannbreite. Nicht ganz
                       einfach also, immer die richtige Kleidung aus-
                       zuwählen oder das passende Make-up aufzu-
                       legen. Denn Kleidung soll die Persönlichkeit
                       unterstützen und nicht die Funktion einer Uni-
                       form einnehmen.
Soft Skills Basic II                                              So finden Sie Ihren individuellen Business Style   39




Dresscodes: Wo gehört sich was?                         Dieser Look ist angemessen für Jobeinsteiger, im
                                                        mittleren Bereich für Präsentationen oder andere Vor-
Der Dresscode, für den Sie sich entscheiden, ist        führtermine, auf oberer Ebene (auf der nicht die o.g.
davon abhängig, in welchem Unternehmen Sie ar-          förmliche Kleidung erwartet wird) täglich geeignet.
beiten. In einer Agentur für neue Medien herrscht
ein anderer Kleidungsstil als in der klassischen Un-
ternehmensberatung. So gesehen hat jede Branche            } 3. Lockerer Business-Stil bedeutet…
ihren eigenen Dresscode, an dem Sie sich orientie-      … alles, was Sie auch samstags anziehen würden
ren müssen.                                             und trotzdem gut Ihrem Vorstandsvorsitzenden
                                                        auf der Straße begegnen könnten. Für die Da-
Grob gesehen gibt es vier unterschiedliche Dress-       men: Schickes Top (z.B. Bluse), Blazer oder um die
codes, die in jeweils unterschiedlichen Branchen bzw.   Schultern ein Pullover, schmale (meist helle) Hose,
zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden:          flache Schuhe, Schmuck und Accessoires dezent
                                                        und hochwertig
  } 1. Sehr förmlicher Look bedeutet…                   Für die Herren: Sakko (oder um die Schultern ein
… für die Damen: Dunkler Hosenanzug oder Kos-           Pullover), Hemd, (meist helle) Hose
tüm, dezente Accessoires, unauffälliger Schmuck
… für die Herren: Dunkler Anzug mit passendem           Dieser Look ist angemessen für Unternehmen, in
Hemd, eventuell Weste, Krawatte                         denen intern Styling (Mode etc.) wichtig ist. Wenn
                                                        allerdings wichtige Termine (Kunden, Meeting) an-
Dieser Look ist angemessen ab Geschäftsfüh-             stehen, besser zu Kombinationen übergehen.
rerebene in der Wirtschaft (z.B. Banken, Versiche-
rungen, Industrie) und bei führenden Politikern.
                                                          } 4. Bequeme Kleidung bedeutet…
                                                        …Pullover, Sneakers, Polohemd, Jeans etc. und ist
 } 2. Kombinationen bedeuten…                           geeignet, wenn Sie ausschließlich privat unterwegs
… für die Damen: Zusammenspiel von Blazer und           sind oder im Einmann-Unternehmen ohne direkten
andersfarbigem Rock oder Hose. Als lebendige Ac-        Außenkontakt arbeiten.
cessoires sind z.B. Halstücher geeignet.
… für die Herren: Zusammenspiel von Sakko und
dunkler Hose sowie Hemd und Krawatte.
Soft Skills Basic II                                             So finden Sie Ihren individuellen Business Style   40




Frühling oder Winter:                                     } Der Frühlingstyp
Welcher Farbtyp sind Sie?                               Typbeschreibung
                                                        Hautfarbe: Pfirsichrosa bis Goldbeige, oft mit Som-
In der Farb- und Stilberatung unterscheidet man         mersprossen und Neigung zur Rotwangigkeit
vier unterschiedliche Farbtypen. Diese orientieren      Haarfarbe: Warmes Blond oder Rot bis hin zu Braun
sich an den vier Jahreszeiten und heißen dem ent-       mit Goldschimmer.
sprechend Frühling-, Sommer-, Herbst- und Win-          Augenfarbe: Blau, Grün, Wasserblau, Goldbraun
tertyp. Jeder Mensch kann sich in einem der vier
Farbtypen wiederfinden – Mischtypen gibt es nicht.      Passende Farbwahl: Beige, Goldbraun, Creme,
                                                        Pastelltöne
Was sind die Vorteile desjenigen, der sich „seines“     Ungünstige Farben: Harte Kontraste (schwarz/
Farbtyps bewusst ist? Ganz einfach: Er wirkt – und      weiß), kalte Farben
zwar typgerecht - harmonisch und übereinstim-           Stil: sportlich, natürlich
mend. Ganz zu schweigen davon, dass teure Fehl-         Accessoires: goldfarben
einkäufe unpassender Kleidung der Vergangenheit
angehören.
                                                          } Der Sommertyp
Es ist nicht ganz einfach, sich selbst einem der vier   Typbeschreibung
Farbtypen zuzuordnen. Bei Unsicherheiten sollten        Hautfarbe: bläulicher Unterton, hellhäutig, rosig-
Sie Ihre Farbentscheidung noch einmal von einem         beige; in der Sonne Neigung zu guter Bräune
professionellen Anbieter überprüfen lassen. Zumal       Haarfarbe: In der Kindheit blond; im Laufe der Zeit
dort mit einer Farbpalette von bis zu 10 Farben        nachgedunkelt bis maximal mittelbraun
gearbeitet werden kann. Anderenfalls könnte sich        Augenfarbe: Blau, Grün, Grau, Haselnussbraun
die Farbentscheidung genau in die falsche Rich-
tung bewegen – und die falschen Farben bewirken         Passende Farbwahl: Kalte Pastelltöne wie Mint,
erstaunliche Veränderungen. Fältchen, Augenringe        Hellgrau, Hellblau, alle Blaugrüntöne, blaustichige
oder Rötungen können bei falscher Farbwahl deut-        Pink-/Rot-/Malventöne
lich hervorstechen – und umgekehrt bei richtiger        Ungünstige Farben: gelbliche Beigetöne, Erdtöne,
Farbwahl überspielt werden.                             warme Farbtöne
                                                        Stil: sportlich feminin/männlich
                                                        Accessoires: Silber, Platin, Weißgold
Soft Skills Basic II                                             So finden Sie Ihren individuellen Business Style   41




  } Der Herbsttyp                                       Passende Farbwahl: Kühle, kräftige Farben mit
Der Herbsttyp ist weit verbreitet; viele Menschen er-   bläulichem Unterton basierend auf weiß, schwarz,
kennen sich in ihm wieder.                              grau, schwarzblau, bordeaux.
                                                        Ungünstige Farben: Erdtöne, Gold
Typbeschreibung                                         Stil: puristisch, klar
Hautfarbe: echt Rothaarig mit hellem bis dunklem        Accessoires: Silber, Platin, Weißgold
Hautton und Sommersprossen/extrem heller Haut-
typ mit elfenbeinfarbenem Teint/tiefbronzefarbener
Hauttyp                                                 Orientieren Sie sich an Ihrem Farbtyp, so können
Haarfarbe: In der Kindheit oft Goldblond; später        Sie Ihre Persönlichkeit wirkungsvoll unterstreichen
Kastanienbraun, Kupferrot, Goldblond, warmes            und auf einfache Art und Weise mehr Wirkung er-
Braun mit rötlichem Schimmer                            zielen. Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp: Bei
Augenfarbe: meist Braun, selten Grün oder Blau          Unsicherheiten einfach vor den Spiegel stellen und
                                                        verschiedene Farben anhalten – die Wirkung ist fas-
Passende Farbwahl: Warme Farben mit gelblichem          zinierend.
Unterton wie Erdfarben, Rosttöne, Kupfer, Karamel-
braun, Kamelhaarbraun
Ungünstige Farben: schwarz, weiß, pink, kalt            ABC der edlen Dresscodes
Stil: rustikal, sportlich
Accessoires: Gold                                       So manche Kleidervorschrift birgt Ihre Stolperstei-
                                                        ne. Damit Ihnen diese Fettnäpfchen erspart blei-
                                                        ben, hier einige Hinweise.
  } Der Wintertyp
Tybeschreibung                                          Zunächst einmal: Angaben zur Kleidervorschrift
Hautfarbe: Oft bläulicher Unterton; manchmal oliv-      richten sich immer an die Herren. Wie sich die Da-
farben mit blass-gelblichem Unterton; manchmal          men zu kleiden haben, ist daraus abzuleiten...
hell
Haarfarbe: dunkel; d.h. hellbraun bis hin zu blau-        } Black Tie
schwarz. In der Kindheit manchmal weizenblond           Dieser Dresscode steht nicht etwa für die „schwarze
Augenfarbe: Braun, Grün, Blau                           Krawatte“ sondern bedeutet, dass Sie einen Smo-
                                                        king tragen müssen. Zur „Ausrüstung“ gehören au-
                                                        ßerdem ein schwarzes Hemd mit verstärktem Kra-
Soft Skills Basic II                                               So finden Sie Ihren individuellen Business Style   4




gen und Doppelmanschetten, Kummerbund und                  } Cut
Einstecktuch, schwarze Fliege, schwarze elegante         Der Cut (auch Morning Coat genannt) ist der Frack
Schuhe. Die Dame trägt eine schwarze lange Robe.         für den Tag, also für Anlässe, die vor 15 Uhr stattfin-
Ihre Abendtasche muss kleiner sein als der Kopf.         den. Zum Cut trägt man die gestreifte Stresemann-
Accessoires dürfen farbig sein.                          hose, graue Weste, weißes Kragenhemd mit silber-
                                                         grauer Krawatte, grauen Zylinder, sowie am linken
                                                         Revers eine weiße oder rote Nelke.
 } Business Casual
Faustregel: „Wie im Büro“. Hemd und Jackett bzw.
Hosenanzug oder Kostüm, Krawatte ist nicht zwin-           } Smart Casual
gend. Jeans und Sneakers/Turnschuhe jedoch               Dieser Hinweis steht meist in Einladungen, die after-
meist nicht erwünscht.                                   work stattfinden. Hier ist konservative Businessklei-
                                                         dung entsprechend dem täglichen Dresscode Ihrer
                                                         Firma der richtige Stil. Für die Dame gilt entspre-
  } Casual                                               chend das Gleiche.
Findet sich dieser Begriff auf Ihrer Einladung, so ist
gehobene Freizeitkleidung angesagt. Das bedeu-
tet im Detail: Gebügelte Baumwollhose, Polohemd            } White Tie
und Jackett. Alternativ geht auch ein Hemd ohne          Dieser Hinweis bedeutet, dass Sie einen Frack tra-
Krawatte und (damit es angezogener aussieht) ein         gen müssen. Der Frack wird immer erst nach 15
Pullover um die Schultern.                               Uhr oder im Idealfall am Abend getragen. Dazu ge-
                                                         hört als „Ausrüstung“ ein schwarzer Zylinder, eine
                                                         weiße Weste, ein weißes Frackhemd, Umschlag-
  } Cocktail                                             manschetten, eine weiße Schleife und schwar-
Wenn, dann erst ab 16 Uhr und bei eleganten Anläs-       ze Lackschuhe. Achtung: Nur Kellner tragen eine
sen. Der Herr trägt: Hochgeschlossenen, dunklen          schwarze Schleife zum Frack!! Für die Dame gilt es,
Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd, dunkle Krawat-         ein bodenlanges Abendkleid in schwarz, weiß oder
te und Schnürschuhe. Für die Dame ist der „Klas-         grau zu tragen.
siker“ schlechthin angesagt: Das kleine Schwarze.
Schultern, Dekolleté und Bein (erst ab Knie) dürfen
gezeigt werden.
Soft Skills Basic II                                                       43




Te i l E : Der Weg zur starken Persönlichkei t


                         Tipps für ein ver-
                         bessertes Selbstbe-
                         wusstsein

                         Viele Menschen möchten gerne selbstbewuss-
                         ter sein. Sie bewundern andere für ihr forsches
                         und offenes Auftreten und finden sich selbst
                         zu schüchtern oder zu unsicher. Aus diesem
                         Grund haben wir für Sie die wichtigsten Tipps
                         für mehr Selbstsicherheit zusammengefasst.



                         Beim Thema Selbstbewusstsein geht es in erster
                         Linie darum, wie Sie zu sich stehen und wie Sie sich
                         selbst annehmen können. An der Einstellung zu sich
                         selbst zu arbeiten kostet durchaus Kraft und Ener-
                         gie. Bevor Sie weiter lesen, sollten Sie sich fragen,
                         ob sie dazu bereit sind. Ja? Prima, dann los!
Soft Skills Basic II                                             Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein   44




Forschen Sie nach den Ursachen                        Lernen Sie sich selbst besser kennen

Wissen Sie, warum Ihr Selbstbewusstsein nicht so      Sich selbst besser kennen zu lernen, ist ein wich-
stark ist, wie Sie es sich wünschen? Oftmals lie-     tiger Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbewusst-
gen die Gründe hierfür in der Kindheit. Sätze wie     sein. Oft ist das Bild, das wir von uns selbst haben,
„Lass das sein, das schaffst du sowieso nicht.“       stark verzerrt. Wir empfinden uns beispielsweise
oder „Was soll aus dir bloß mal werden?“ prägen       dicker oder unfähiger, als wir es tatsächlich sind.
viele Menschen über Jahrzehnte hinweg. Darüber        Jeder Mensch hat viele liebenswerte Seiten, Fähig-
hinaus können auch einzelne Erlebnisse, wie das       keiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die
Verlassenwerden von einem wichtigen Menschen,         ihn wertvoll und einzigartig machen. Versuchen Sie,
zu mangelndem Selbstbewusstsein führen.               sich selbst aus einer freundlichen Distanz zu beob-
                                                      achten und so kennen zu lernen, wie Sie einen an-
Nutzen Sie die folgenden Fragen, um die möglichen     deren Menschen kennen lernen würden - offen und
Ursachen für einen eventuellen Mangel Ihres Selbst-   neugierig.
bewusstseins zu finden:

 } Welche Botschaften über sich selbst haben          Lernen Sie, sich anzunehmen
   Sie in der Kindheit gehört? Was hat man direkt
   zu Ihnen gesagt und was wurde über Sie             Nur wer sich selbst annehmen kann und zu sich
   gesagt?                                            selbst steht, hat Selbstbewusstsein und wirkt
                                                      selbstsicher nach außen. Sich selbst anzunehmen,
 } Was stand in Ihrem Zeugnis über Sie?
                                                      scheint für viele Menschen schwer zu sein. Wir kriti-
 } Wie sind die Menschen in Ihrem Umfeld damit        sieren uns, hadern mit unserer Figur, unserer Intelli-
   umgegangen, wenn Sie etwas falsch gemacht          genz und unserem Aussehen. Meistens sind wir mit
   haben?                                             uns selbst strenger, als wir es mit jedem anderen
                                                      Menschen wären.
 } Wie groß ist oder war das Selbstbewusstsein
   Ihrer Eltern?
                                                      Probieren Sie dagegen einmal folgende Übung
 } Sind Sie verlassen worden? Wenn ja von wem         aus: Setzen Sie sich vor einen Spiegel, schauen
   und wie sind Sie damit umgegangen?                 Sie sich selbst in die Augen und sagen Sie sich „...
                                                      (Ihr Name), Du bist ein wundervoller und wertvoller
                                                      Mensch - ich mag Dich.“ Machen Sie sich keine Sor-
                                                      gen, wenn Sie sich mit dieser Übung schwer tun. Es
Soft Skills Basic II                                                Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein   45




fällt tatsächlich vielen Menschen schwer, sich etwas     Lernen Sie, mit Kritik umzugehen
Nettes zu sagen. Dabei ist das sehr wichtig: Sich
selbst zu mögen, ist eine Grundvoraussetzung für         Die Kritik eines Menschen ist nichts anderes als sei-
ein zufriedenes und glückliches Leben. Mehr noch         ne ganz persönliche Meinung. Ein anderer Mensch
- sich selbst zu lieben, ist die Basis dafür, auch an-   kann schon wieder etwas ganz anderes denken.
dere lieben zu können.                                   Lassen Sie nicht zu, dass Kritiker Ihr Selbstbe-
                                                         wusstsein erschüttern. Wichtig: Hören Sie sich Kri-
Deshalb: Stoppen Sie sich selbst, wann immer Sie         tik offen an, seien Sie bereit etwas dazuzulernen
etwas denken, das sich folgendermaßen anhört:            und entscheiden Sie selbst, welcher Meinung Sie
„Na toll, ich mache immer alles falsch.“ Je öfter        folgen möchten.
Sie sich eine solche innere Kritik bewusst machen,
umso leichter wird es Ihnen fallen, diese Sätze
durch etwas Versöhnliches zu ersetzen, wie „Na ja,       Lernen Sie „Nein“ zu sagen
das war nicht so toll, aber das nächste Mal mache
ich es viel besser.“                                     Selbstbewusst zu sein, heißt auch, zu wissen, was
                                                         gut für einen ist und was nicht. Üben Sie sich des-
                                                         halb darin, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn Sie
Entscheiden Sie selbst                                   etwas nicht möchten - tun Sie es freundlich aber
                                                         bestimmt und vor allem ohne schlechtes Gewissen.
Wir sind es gewohnt, andere Menschen um ihre             Wenn Sie anfangs zu große Schwierigkeiten damit
Meinung zu fragen. Wir orientieren uns an Vorschlä-      haben, dann fangen Sie mit einem „Ich überlege es
gen anderer und hoffen mit deren Rat das „Rich-          mir“ an. Auch kleine Schritte führen zum Erfolg!
tige“ zu tun. Je mehr Sie die vermeintliche Sicher-
heit bei Anderen suchen, desto abhängiger machen
Sie sich von deren Urteil. Lernen Sie, sich selbst zu    Arbeiten Sie an Ihrer Ausstrahlung
vertrauen. Gewöhnen Sie sich daher an, Ihre Ent-
scheidungen (bei denen es nur um Sie geht) alleine       Unsere Ausstrahlung ist entscheidend dafür, wie
zu treffen - wenn nötig auch entgegen der Meinung        selbstsicher wir auf andere Menschen wirken. Das
anderer.                                                 Interessante: Wenn wir positiv und selbstbewusst
                                                         wirken, baut das Feedback anderer Menschen un-
                                                         ser Selbstbewusstsein noch weiter auf. Dadurch
                                                         entsteht eine kleine Erfolgsspirale.
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Für Ihre Ausstrahlung ist vor allem Folgendes wichtig:     } Kleidung, Frisur und Äußeres
                                                         Entscheidend ist weniger, welche Kleidung Sie tra-
  } Körpersprache                                        gen oder welche Figur Sie haben - entscheidend
Die Körpersprache ist wesentlich bedeutungsvoller,       ist, dass Sie sich wohl fühlen. Passen Sie sich Ih-
als viele vermuten - sie macht den größten Teil un-      rem Umfeld nur so weit an, dass Sie nicht vollkom-
serer Kommunikation aus! Achten Sie deshalb ab           men unpassend gekleidet sind (es sei denn, Sie
sofort auf die Körpersprache anderer Menschen            fühlen sich damit wirklich wohl - aber wer tut das
und vor allen Dingen auf Ihre eigene. Welche Hal-        schon?).
tung, Mimik und Gestik wirkt offen und positiv, wel-
che unsicher und verschlossen? Überlegen Sie sich
einmal: Wie bewegt sich ein selbstbewusster, er-         Führen Sie Buch über Ihre Erfolge
folgreicher Mensch? Machen Sie es ihm nach!
                                                         Legen Sie sich Ihr ganz persönliches Erfolgsbuch
                                                         an. Schreiben Sie darin alles auf, was Sie erreicht
  } Sprache                                              haben - große und auch kleine Dinge. Schneiden
Die Art, wie Sie sprechen, die Lautstärke, Betonung      Sie sich Fotos aus Zeitschriften aus, die Ihren Erfolg
und Wortwahl hat Wirkung auf Ihre Zuhörer. Wenn          symbolisieren oder malen Sie etwas dazu. Blättern
Sie sich mit einer wohlklingenden, kräftigen Stim-       Sie immer wieder in diesem Buch und werden Sie
me Gehör verschaffen können, gibt Ihnen das viel         nicht müde, Ihre Erfolge zu feiern!
Sicherheit. Ihre Stimme können Sie bei Bedarf in
einem guten Rhetorikkurs trainieren.
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                       Sie haben Stärken
                       und Schwächen!

                       Die größte aller Schwäche ist zu fürchten
                       schwach zu sein.
                                                                   (J.B.Bossout)


                       Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das
                       man zur Verfügung hat.
                                                               (Theodor Storm)



                       Viele Menschen hadern mit ihren Schwächen,
                       anstatt sich ihrer Stärken zu besinnen. Scha-
                       de – denn die meisten von ihnen könnten so
                       viel mehr erreichen, wenn Sie ihre Stärken
                       ausbauen würden, anstatt ihre Schwächen
                       auf Mittelmaß heraufzuschrauben. Wenn Sie
                       sich bewusst sind, wo Ihre Stärken liegen und
                       diese nutzen, werden Sie Spitzenleistungen
                       erbringen!
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Eine Frage zur Einstimmung                                Eine Frage der Generation?

Was glauben Sie, was Ihnen mehr helfen wird, sich         Jüngere Menschen neigen dazu, ihre Schwächen
zu verbessern: Die Kenntnis Ihrer Stärken oder die        möglichst genau kennen zu wollen. Sie sehen in
Kenntnis Ihrer Schwächen? Stellen Sie sich vor, Sie       ihren Schwächen einen großen Hemmschuh für ihr
haben folgende Wahlmöglichkeit: Sie dürfen sich           berufliches Vorankommen. Dieses Verhalten ist ver-
für ein einziges Seminar entscheiden. In dem einen        ständlich, denn in der Phase der beruflichen Erstori-
werden Sie Ihre Stärken um 10 Prozent verbessern          entierung weiß man ja noch nicht so genau, was in
und in dem anderen Ihre Schwächen um 50 Prozent           der Praxis für Anforderungen bestehen. Stellt man
reduzieren. Wofür werden Sie sich entscheiden?            diese Frage älteren Menschen, kehrt sich das Ergeb-
                                                          nis der Befragung um. Ältere Menschen haben ge-
Stellen Sie diese Fragen doch einmal Ihren Freun-         lernt, ihre Schwächen zu akzeptieren, und wollen es
den und Bekannten. Hören Sie intensiv zu und ler-         in der Regel auch nicht mehr allen Recht machen.
nen Sie die unterschiedlichsten Argumentationen
und Ihre Gesprächspartner besser kennen. Da es
kein Richtig oder Falsch gibt, ist es nicht erforder-     Was motiviert einen Menschen?
lich, dass Sie Ihre Gesprächspartner zu einer Po-
sition bekehren. Dies würde im Normalfall nur zu          Nehmen wir einmal an, Sie hätten ein Kind, und
unnötigen Streitgesprächen führen.                        eines Tages kommt Ihr Kind mit seinem Zeugnis
                                                          nach Hause. Da steht es nun schwarz auf weiß:
Hören Sie einfach zu und nehmen Sie wahr, wie             Biologie , Mathematik , Geschichte 3, Sport ,
Menschen dazu neigen ihre Schwächen zu recht-             Physik 1, Deutsch 3, Englisch 5. Über welche Note
fertigen, zu verteidigen und für ihre aktuelle Situati-   werden Sie mit Ihrem Kind am längsten reden?
on verantwortlich zu machen. Die gängigsten For-
mulierungen lauten zum Beispiel: „Wenn ich mehr           In der Praxis sieht es so aus, dass die meisten Eltern
Berufserfahrung hätte...“, „Wenn ich etwas ande-          mit Ihrem Kind am längsten über die schlechteste
res studiert hätte...“ oder „Wenn ich einen anderen       Note sprechen werden. Das ist in der Regel nicht
Chef hätte...“                                            sehr motivierend. Keine Frage, eine fünf in Englisch
                                                          ist nicht besonders gut. Darüber muss man reden
                                                          – aber wie lange? Kinder – und auch Erwachsene
                                                          - sind viel leichter über Erfolgserlebnisse zu motivie-
                                                          ren. Und Erfolgserlebnisse haben wir in der Regel
                                                          da, wo wir unsere Stärken haben.
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Ist es sinnvoll, überwiegend an seinen                   Angstzustände durchleben und sich ständig davor
Schwächen zu arbeiten?                                   fürchten „ertappt“ zu werden.

Die Antwort lautet eindeutig „Nein!“ Wenn wir            Die meisten Menschen haben Angst vor ihren
schwerpunktmäßig an unseren Schwächen arbei-             Schwächen. Die Angst ist aber der größte Feind
ten, werden wir in der Regel nur drei Dinge erreichen:   Ihres Erfolgs. Denken Sie daran: Nicht die Dinge
Schadensbegrenzung, Fehlschläge verhindern und           selbst beunruhigen Sie, sondern die Vorstellung da-
Mittelmaß. Aber nie werden wir herausragende             von. Die einzige Lösung dagegen lautet: Handeln
Leistungen erzielen.                                     Sie! Stellen Sie sich der Angst und machen Sie den
Herausragende Leistungen kommen immer aus                ersten Schritt. Sie werden sehen, wie schnell Ihr
unseren Stärken. Natürlich ist es für das Kind, das      Handeln Ihre Ängste auflöst.
eine fünf in Englisch hat, wichtig, soweit an einer
Notenverbesserung zu arbeiten, dass die Verset-
zung in die nächste Klasse nicht gefährdet ist. Es       Nutzten Sie Ihre Begabungen
wird jedoch keinen Sinn haben, eine eins oder zwei
in Englisch anzustreben. Diese Zeit sollte viel besser   Sind Sie der Meinung, dass Sie bei der göttlichen
in die offensichtlich vorhandene naturwissenschaft-      Verteilung von Talenten und Naturbegabungen nur
liche Begabung investiert werden!                        unzureichend berücksichtigt wurden? Eine ganz
                                                         falsche Frage, denn entscheidend ist doch nicht,
                                                         was Sie alles nicht haben, entscheidend ist, was Sie
Stellen Sie sich Ihren Schwächen – jeder hat             aus dem machen, was Ihnen zur Verfügung steht.
welche!
                                                         Nur selten bekommt derjenige das größte Stück
Für unsere Stärken werden wir von unseren Mit-           vom Kuchen, der über die größte Begabung ver-
menschen geachtet und respektiert. Da wir aber           fügt. In den meisten Fällen ist am Ende derjenige
rundum gefallen wollen, sind uns unsere Schwä-           vorne, der gelernt hat sich selbst anzunehmen und
chen eine unangenehme Last, die es abzuschütteln         seine Stärken gezielt einzusetzen. Wenn Sie nicht
gilt. Von diesem Wunsch sollten wir uns allerdings       die gleichen Talente haben wie Ihre Mitmenschen,
so schnell wie möglich lösen. Denn gerade diese          dann müssen Sie möglicherweise andere Wege
Mischung aus Stärken und Schwächen macht uns             gehen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Erfolg
als Mensch unverwechselbar - hierin ist unsere Per-      nicht von der Anzahl Ihrer Talente abhängig ist,
sönlichkeit verwurzelt! Es gibt sehr viele Menschen,     sondern vielmehr davon, was Sie aus Ihren Ta-
die, um ihre Schwächen zu verbergen, regelrechte         lenten machen.
Soft Skills Basic II                                                       Sie haben Stärken und Schwächen!   50




Bauen Sie Ihre Stärken aus. Jetzt!                       Zu guter Letzt

Beginnen Sie umgehend damit, Ihre Stärken aus-           Lernen Sie, sich mit den Dingen abzufinden die Sie
zubauen. Konzentrieren Sie sich auf das was Sie          nicht ändern können - ändern Sie stattdessen Ihre
können. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein durch          Einstellung. Wenn es regnet, spielt es für den Regen
Erfolgserlebnisse.                                       keine Rolle, ob Sie lachen oder traurig sind. Für Sie
                                                         macht es allerdings einen sehr großen Unterschied.
Erstellen Sie eine Liste mit all Ihren Stärken und
Schwächen. Machen Sie sich nichts vor und seien          Wenn Ihnen die eine oder andere Begabung fehlt,
Sie ehrlich zu sich selbst. Da, wo Sie wirklich Schwä-   werden Sie diesen Zustand nicht ändern, indem Sie
chen haben, die Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele         neidisch oder eifersüchtig auf Andere sind. Im Ge-
im Weg sind, sollten Sie sich Kooperationspartner        genteil, Sie werden dann eher von Ihren Mitmenschen
suchen. Suchen Sie hierfür den Kontakt zu Men-           gemieden. Nehmen Sie sich selbst an und zeigen Sie,
schen, die genau in Ihrem Defizitbereich ihre Stär-      dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind und ge-
ken haben und umgeben Sie sich mit Personen, die         lernt haben, damit entsprechend umzugehen.
Sie unterstützen können.
Nehmen Sie sich ein neues Blatt Papier und schrei-       Betrachten Sie Ihre Situation und überlegen Sie sich
ben Sie all Ihre Stärken, Talente, Fähigkeiten und       was Sie ändern können. Sicherlich werden Sie nicht
bisherigen Erfolge noch einmal auf das neue Blatt.       alles auf ein Mal ändern können. Manche Dinge benö-
Schreiben Sie Ihre Stärken in Ihrer schönsten Schrift.   tigen einfach Zeit. Aber wenn Sie niemals anfangen,
Diese Liste tragen Sie nun in Zukunft ständig mit        dann werden Sie gar nichts ändern. Machen Sie sich
sich. Diese Liste ist Ihr Schlüssel zu mehr Selbst-      einen konkreten Plan und nehmen Sie sich selber in
bewusstsein. Immer wenn Sie in Zukunft zögern,           die Pflicht, einen Schritt nach dem anderen zu tun.
lesen Sie sich „Ihre“ Potenzialliste durch und Sie
werden spüren, wie viel Energie Ihnen die Kenntnis       Wenn Sie sich diese Ratschläge zu Herzen neh-
und Erinnerung an Ihre Stärken gibt.                     men, werden Sie eine positive, selbstbewusste und
                                                         leistungsstarke Persönlichkeit. Sie strahlen Souve-
                                                         ränität aus und man wird Ihnen gerne verantwor-
                                                         tungsvolle Aufgaben übertragen. Denn: Ihre Mit-
                                                         menschen und auch Ihre Vorgesetzen merken, ob
                                                         Sie unter Druck stehen oder ob Sie mit sich selbst
                                                         im Reinen sind.
Soft Skills Basic II                                               51




                       Self Talk - Die Kuns t
                       des positiven Selbs t-
                       gesprächs

                       Stellen Sie sich einmal vor, zwei Menschen be-
                       kommen die gleiche Aufgabe: ein Kartenhaus
                       bauen. Der eine sagt: „Ich kann es probieren,
                       vielleicht klappt es.“ Der andere sagt: „Ohgot-
                       tohgott, bei mir klappt das eh nicht.“ Wessen
                       Kartenhaus wird zuerst stehen? Unabhängig
                       davon, ob Sie glauben, Sie können etwas errei-
                       chen, oder ob Sie glauben, sie können etwas
                       nicht erreichen, Sie haben in jedem Fall Recht.
                       Das, was Sie glauben, entsteht aus dem, was
                       Sie sich selbst immer wieder einreden, aus Ih-
                       rem Self Talk.
Soft Skills Basic II                                            Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs   5




Was ist Self Talk?                                        Woher kommt negativer Self Talk?

Self Talk ist unsere eigene Kommunikation mit uns         Oftmals haben wir uns unseren (negativen) Self
selbst und über uns selbst. Hierbei gibt es drei          Talk unbewusst angewöhnt. Dies kann während
Möglichkeiten:                                            der Kindheit geschehen sein oder erst später. Wird
                                                          einem Kind immer wieder gesagt, es sei dumm, so
 } Sätze, die wir über uns zu uns selbst laut             verinnerlicht es diesen Gedanken und sagt irgend-
   sagen.                                                 wann selbst, es sei dumm.
                                                          Ähnlich verhält es sich mit kontinuierlich eingebläu-
 } Sätze, die wir über uns zu anderen Menschen
                                                          ten Sätzen wie „Das brauchst du erst gar nicht an-
   laut sagen.
                                                          fangen, das kannst du eh nicht, bei dir klappt das
 } Gedanken der Selbstreflexion, also das, was wir        eh nicht.“ Oder mit negativem, pessimistischen
   über uns selbst denken (leise, ohne Sprache).          Denken, das von den Eltern vorgelebt und vom
                                                          Kind via Self Talk übernommen wird. Vielleicht hat
Wie wir über uns sprechen oder denken beeinflusst         tatsächlich einmal etwas nicht geklappt. Das kann
viel. Positiver, ermutigender Self Talk motiviert und     passieren. Verweilen Sie dann nicht in Gedanken bei
hat einen guten Einfluss auf das Wohlbefinden. Ne-        früheren Fehlern. Das bringt Ihnen nichts. Lernen
gativer Self Talk hingegen führt bis hin zu Unsicher-     Sie aus den Fehlern und gehen Sie weiter. Wenn Sie
heit, Selbstzweifel, Lustlosigkeit, Unzufriedenheit,      aus irgendeinem Grund nichts daraus lernen kön-
Unmotiviertheit, Unglücklichkeit, und vielem unan-        nen, dann gehen Sie erst recht weiter. Nehmen sie
genehmen mehr.                                            sich vor, es das nächste Mal auf eine andere Art zu
                                                          probieren. Schauen Sie nicht zurück. Beim Auto-
Bei den meisten Menschen ist Self Talk eher ne-           fahren können Sie ja auch nicht erfolgreich vorwärts
gativer Art. Man redet sich ein, dass irgendwelche        fahren, wenn Sie permanent in den Rückspiegel
Aufgaben zu schwierig sind. Man bremst sich da-           starren.
durch ab, traut sich weniger an die Dinge heran und
wird sie deswegen eher nicht in Angriff nehmen.
Man wird mit einer solchen Einstellung nur die we-
niger schwierigen Aufgaben erreichen und wird so
in seiner anfänglichen Einstellung bestätigt - als sich
selbst erfüllende Prophezeiung.
Soft Skills Basic II                                           Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs   53




Warum ist Self Talk so entscheidend?                    Anders ausgedrückt: Self Talk ist gleichsam eine
                                                        sich selbsterfüllende Prophezeiung. Durch das,
Je öfter wir einen Gedanken denken, desto mehr          woran wir wirklich glauben, verursachen wir bereits,
glauben wir daran, dass der Gedanke stimmt. Wir         dass wir es erreichen. Prophezeien Sie sich etwas
reden uns den Gedanken ein, unabhängig davon,           Positives!
ob der Gedanke wirklich korrekt ist. Dies funkti-
oniert in positiver, wie in negativer Hinsicht. Wohl
am treffendsten beschreibt dies Napoleon Hill um        Tipps für positiveren Self Talk
1930: Everything a mind can conceive and believe,
it will achieve. (Alles, was man sich vorstellen kann     } Hören Sie sich selber zu!
und bei dem man wirklich an dessen Realisierbar-        Schärfen Sie Ihr Bewusstsein, wie sie mit sich selbst
keit glaubt, wird man erreichen).                       kommunizieren. Kaufen Sie sich als Helfer eine Arm-
Diese Erkenntnis ist nichts Neues. Erste Belege fin-    banduhr, die jede Stunde piepst. Jede volle Stun-
den sich bereits im . Jahrhundert im Talmud:           de halten Sie dann kurz inne, um wahrzunehmen,
                                                        wie Sie gerade mit sich selbst sprechen. Manche
 } Achte auf deine Gedanken, denn sie werden            respektlose Frechheiten, die man sich selbst gele-
   deine Worte.                                         gentlich sagt (z.B. „Ich Trottel“), würde man sich von
                                                        anderen nicht sagen lassen.
 } Achte auf deine Worte, denn sie werden deine
   Handlungen.
                                                          } Unterlassen Sie negativen Self Talk!
 } Achte auf deine Handlungen, denn sie werden          Warum sollten Sie sich selbst fertig machen? Dafür
   deine Gewohnheiten.                                  gibt es keinen Grund. Gehen sie gut mit sich um.
 } Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie wer-
   den dein Charakter.
                                                          } Sprechen Sie ermutigend mit sich selbst!
 } Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein        Sagen sie nicht: „Ich kann dies oder jenes nicht.“
   Schicksal.                                           Ermutigen Sie sich. Sagen sie statt dessen: „Wenn
                                                        ich mich anstrenge, kann ich das schaffen!“ oder
                                                        „Ich habe ähnliche Situationen schon früher ge-
                                                        meistert!“ oder „Andere können das, also kann ich
                                                        das auch!“
Soft Skills Basic II                                            Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs   54




 } Bringen Sie Ihre Stärken ein!                           } Sagen Sie, wie Sie etwas wollen, statt wie
Sagen Sie sich: „Ich kann es schaffen, weil ich so            etwas sein sollte.
mutig / ehrgeizig / höflich / redegewandt / fleißig /    Wenn Ihnen etwas nicht passt, dann sagen Sie sich
ausdauernd / loyal / kommunikativ / optimistisch /       im Self Talk lieber, wie Sie es in der Zukunft haben
gebildet / realistisch / anständig / freundlich / was-   wollen, statt zu lamentieren, wie es jetzt sein sollte.
auch-immer bin...“                                       Offensichtlich ist es ja derzeit anders, als es Ihnen
                                                         beliebt. Wie aber sollte es sein? Ein gegenwärtiger
                                                         Zustand lässt sich nicht mehr beeinflussen, wohl
   } Wählen Sie Ihre Worte sorgfältig.                   aber ein zukünftiger.
Ihre Worte werden langfristig zu dem, was Sie glau-
ben. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie daher
manche Worte aus ihrem Sprachgebrauch strei-               } Wiederholen Sie Förderliches
chen. Dazu gehört beispielsweise das Wort „muss“.        Sätze Ihres Self Talks, die förderlich sind, sollten Sie
Sie müssen nichts. Überhaupt nichts! Wann immer          so oft wie möglich wiederholen. So schadet es Ih-
Sie sich einreden, sie müssten irgendetwas, reden        rer Karriere beispielsweise nicht, wenn Sie im Self
Sie sich damit automatisch ein, dass andere Men-         Talk öfters sagen „Erst die Arbeit, dann das Vergnü-
schen oder irgendwelche äußeren Umstände für             gen!“ oder „Wenn ich will, kann ich alles schaffen!“
Sie Entscheidungen treffen. Dieser so genannte           oder „Wenn ich etwas nicht schaffe, dann ändere
externe Lokus der Kontrolle ist unangenehm. Der          ich meine Herangehensweise und probiere es noch
Mensch will in sich das Gefühl der Kontrolle über        mal, solange, bis ich Erfolg habe!“ oder „Ich glaube,
seine Entscheidungen haben, also einen internen          dass alles gut wird!“.
Lokus der Kontrolle. Streichen sie das Wort „muss“!
Übernehmen Sie die Verantwortung für sich und
entscheiden sich statt dessen für oder gegen et-           } Üben Sie positiven Self Talk regelmäßig
was. Ein weiteres zu streichendes Wort ist „unmög-       Begrüßen Sie den Tag und sich jeden Morgen po-
lich“. Der Erfolgsautor Napoleon Hill soll in seinem     sitiv. Sagen Sie sich: „Es wird ein guter Tag!“, „Was
Wörterbuch das Wort unmöglich sogar herausge-            ich mir vorgenommen habe, wird gelingen!“, „Heute
schnitten haben.                                         Abend werde ich meinem Ziel ein Stück näher ge-
                                                         kommen sein!“. Jeden Abend könnten Sie ein paar
                                                         Highlights des Tages noch einmal Revue passieren
                                                         lassen und sich sagen, was sie gut gemacht ha-
                                                         ben.
Soft Skills Basic II                                              55




                       Entscheidungsfähigkeit:
                       Entscheiden leicht
                       gemacht!

                       Die Fähigkeit, in einer Situation aus mehreren
                       Möglichkeiten die optimale Handlungsopti-
                       on auszuwählen und umzusetzen, ist nicht
                       bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt.
                       Allerdings sind in den meisten Berufen Be-
                       denkenträger und Zauderer weniger gelitten.
                       Vielmehr wird vom Mitarbeiter erwartet, dass
                       er selbstständig und auf der Basis rationaler
                       Argumente tragfähige Entscheidungen fällt.
                       Wie Sie selbst entscheidungsfähiger werden
                       können, skizzieren wir Ihnen in dem folgenden
                       Artikel.
Soft Skills Basic II                                         Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht!   56




Wie entstehen Entscheidungen?                           braucht mehr Kraft, um Pfade anzulegen. Derartige
                                                        „Fußspuren“ helfen, Entscheidungen zu treffen. Je
Nicht immer können wir frei entscheiden. Glückli-       mehr „Fußspuren“ ein Mensch kennt, desto mehr
cherweise! In bedrohlichen Stresssituationen ten-       Entscheidungsoptionen hat er. Übliche „Trampel-
diert der Mensch zu einer von drei grundlegenden        pfade“ für Entscheidungen sind Kriterien wie „Im
Entscheidungen, bekannt als Fight, Flight und Free-     Zweifel das Gesündere“, „Das Bekannte eher als
ze. Diese Programme werden vom Stammhirn, dem           das Unbekannte“, „Das mit dem höchsten Nutzen
ältesten Teil unseres Gehirns, in Sekundenbruchtei-     zuerst“, „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“.
len gestartet. Sie dienen dazu, unser Überleben zu
sichern, indem wir im Angesicht einer Gefahr kämp-
fen, flüchten oder uns tot stellen. In allen anderen,   Der Gedanke der Zeitverschwendung
weniger stressigen Situationen können wir jedoch
frei entscheiden. Dies ermöglicht uns der Neocor-       Eine wichtige Maxime lautet: Das Verzögern von
tex, der evolutionsgeschichtlich neueste Teil unseres   Entscheidungen bringt keine Vorteile.
Gehirns. Dieses so genannte Großhirn ist ungeheu-       Stellen Sie sich hierzu folgendes Bild vor: Ein Esel
er leistungsstark und hilft uns Dinge genauestens zu    steht ganz allein in der Mitte zwischen zwei gleich
durchdenken. Leider braucht das Entscheiden da-         großen Häufen von frischem, duftendem Heu. Er
durch manchmal unnötig lang – oder findet gar nicht     grübelt und überlegt, kann aber keinen rationalen
statt. Es sei denn, man trainiert das Entscheiden…      Grund erkennen, weswegen er den einen Haufen
                                                        dem anderen vorziehen sollte. Beide Häufen sind
                                                        gleich gut. Nach ein paar Wochen ist er abgema-
Trampelpfade im Gehirn                                  gert, nach ein paar Monaten tot. Furchtbar! Sich
                                                        nicht zu Entscheiden, ist ebenfalls eine Entschei-
Das Gehirn arbeitet in etwa wie folgt: Wenn man         dung. Es ist die Entscheidung zum Warten und da-
einen Gedankengang zum ersten Mal denkt, ist das        mit zur Zeitverschwendung. Langes Warten bringt
so, als ob man auf frischem Schnee eine - neuronale     also nichts. Ergo: Trainieren Sie es, Entscheidungen
- Fußspur hinterlässt. Beim zweiten Mal tritt man in    zu treffen.
bekannte Fußstapfen. Beim 100. Mal hat man ei-
nen ausgetretenen Weg, den man bestimmt nicht
verfehlt. Die Fußspuren für Entscheidungen werden
ab der frühesten Kindheit gelernt. Neue Pfade hin-
zuzufügen ist bis ins hohe Alter möglich. Allerdings
ist dann der Schnee zunehmend vereist und man
Soft Skills Basic II                                            Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht!   57




Wege aus der Unentschlossenheit                           findet nicht immer im Kopf statt, aber sicher nicht
                                                          ganz ohne ihn. Letztendlich sollte man sich mit dem
Es gibt viele Wege, um dem lähmenden Stadium              Ergebnis wohl fühlen und daher auch das Herz be-
der Unentschlossenheit zu entfliehen. Manche füh-         fragen. Kurz gesagt: Eine Entscheidung muss kopf-,
ren ans Ziel, manche nicht…                               herz-, und bauchverträglich sein. Normalerweise ist
                                                          das gegeben, wenn die Entscheidung mit persön-
                                                          lichen Werten im Einklang ist, also mit dem, wonach
  } A. Was funktioniert nicht?                            der Entscheidende im Leben strebt.
Entscheidungen, insbesondere existentielle und
persönlich wichtige Entscheidungen, muss man
selbst treffen. Eine Abschiebung dieser Verantwor-        Tipps zum Training Ihrer Entscheidungs-
tung funktioniert nicht, weder das Abschieben auf         fähigkeit
den Zufall, noch auf andere Leute. Niemand will sich
langfristig z. B. dem Ergebnis eines Münzwurfs un-          } 1. Verabschieden Sie sich
terordnen. Würfeln funktioniert ebenfalls nicht. Wür-            von der Perfektion.
fel, die statt der Zahlen 1 bis 6 die Aufschriften Ja!,
Nein!, Sofort!, Vielleicht!, Später!, Besser Nicht! ha-   Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Alle Konse-
ben, erwecken zwar den Eindruck, beim Entschei-           quenzen in ihrer vollen Tragweite wird man jedoch
den zu helfen, bringen aber letztendlich nichts.          möglicherweise gar nicht überblicken können. Es
                                                          gibt also keine „perfekte“ Entscheidung. Ein Restri-
Und nur das zu tun, was Andere empfehlen, funk-           siko bleibt immer. Sie dürfen Sich auch mal irren.
tioniert leider ebenso nicht. Der Grund dafür ist fol-
gender: Für die Konsequenzen einer Entscheidung
müssen Sie selbst geradestehen - nicht der Würfel,          } 2. Verabschieden Sie sich
nicht andere Leute.                                              von der Harmoniesucht.

                                                          Es ist eher unwahrscheinlich, dass jeder mit jeder
  } B. Was funktioniert?                                  Entscheidung zufrieden ist. Eine Redensart illus-
Wie kommt man von Unentschlossenheit zu einer             triert dies trefflich: „Allen Leuten recht getan ist eine
Entscheidung? Möglicherweise kann man gele-               Kunst, die keiner kann.“
gentlich sofort „aus dem Bauch heraus“ eine Ent-
scheidung treffen. Falls das nicht der Fall ist, lässt
sich folgender Tipp geben: Eine gute Entscheidung
Soft Skills Basic II                                          Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht!   58




 } 3. Trainieren Sie!                                   zu finden. Fragen Sie eventuell Experten oder erfah-
                                                        rene Freunde, wie sie die Situation sehen. Eventuell
Üben Sie sich zunächst an Entscheidungen, die Ih-       gibt es ja eine bessere Option, als die, die Sie bisher
nen leichter fallen. Hierzu zwei konkrete Vorschläge.   gesehen haben.
Erstens: Wenn Sie im Supermarkt einkaufen, fragen
Sie sich bei jedem Produkt ab sofort „Brauch ich
das“ oder „Will ich das?“. Nur das, das Sie brau-        } 5. Betrachten Sie Pro  Contra.
chen, legen Sie in den Einkaufswagen. Das trainiert
Sie beim Entscheiden und spart Geld. Zweitens:          Betrachten Sie die Entscheidungsmöglichkeiten
Kaufen Sie sich einen Schredder (Papier-Häckse-         und stellen Sie sich vier Fragen: Was spricht rational
ler). Bei jedem Papier, das Sie reinstecken, treffen    dafür? Was spricht rational dagegen? Was spricht
Sie eine unwiderrufliche und sofort wirkende Ent-       vom Gefühl her dafür? Was spricht vom Gefühl her
scheidung. Das trainiert Sie im Entscheiden und         dagegen? Trainieren Sie es, bewusst bei jeder Ent-
schafft Ordnung. Wenn Sie 1.000 derartige Ent-          scheidung diese vier Fragen zu stellen. Noch ein
scheidungen getroffen haben, werden sie schneller       Tipp: Malen Sie sich vor Ihrem inneren Auge ein
reagieren, wenn Sie dann jemand fragt, ob Sie mit       Bild, was Sie sehen, denken und fühlen würden,
ins Kino kommen wollen.                                 falls diese Möglichkeit Realität wäre. Wenn das,
                                                        was sie sehen, mit Herz und Kopf im Einklang ist,
                                                        spricht wenig dagegen.
 } 4. Suchen Sie weitere Optionen.

Oftmals empfindet man eine Entscheidung als Ent-         } 6. Wagen Sie den Sprung ins Ungewisse.
weder/Oder-Wahl zwischen mehreren Optionen.
Dies ist meistens nicht die vollständige Situati-       An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins
on. Allein aus logischen Gründen gibt es bei den        Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst eine gute
Wahlmöglichkeiten A oder B auch noch die Mög-           Entscheidung schlecht ist, wenn sie zu spät erfolgt.
lichkeiten A und B sowie weder A noch B. Dazu           Zweitens, weil es in den meisten Fällen so etwas
kommen gegebenenfalls weitere Möglichkeiten (C,         wie eine Gewissheit gar nicht gibt. Tun Sie es!!!
D, ...) und eine Unzahl von Kombinationsmöglich-
keiten. Bemühen Sie sich darum, weitere Optionen
Soft Skills Basic II                                  Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht!   59




 } 7. Erhöhen Sie den Entscheidungsdruck

Falls Sie nach Schritt 6 noch nicht entschieden ha-
ben, kann es sinnvoll sein, den Entscheidungsdruck
vorsichtig zu erhöhen. Manchen hilft hier eine Sand-
uhr, bis zu deren Ablaufen man sich entschieden
haben muss. Andere bevorzugen das Entscheiden
zu beschleunigen, indem sie im Winter im Freien bei
Eiseskälte entscheiden. Wieder andere, die zu Geld
kommen wollen, geben ihr ganzes Geld aus, um
den Druck neues zu bekommen zu erhöhen, nach
der Devise „Ärmer reicher werden!“. Krisen fördern
also schnelle Entscheidungen. Normalerweise soll-
ten erfahrungsgemäß die Entscheidungshilfen 1-6
genügen.



Nun müssen Sie sich nur noch trauen, das, wozu
Sie sich entschieden haben, auch umzusetzen.
Zögern Sie nicht länger. Entscheiden Sie sich ent-
schieden zu entscheiden!
Soft Skills Basic II                                                                         60




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Soft Skills Teil 2 von 2

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    Soft Skills BasicII In halt Vorwort 3 Teil C: Führung und Teamarbeit Erfolgsfaktor Führungstechnik 4 Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 9 Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 15 Ursachen und Tipps gegen Mobbing 19 Erfolgreich durch Teamarbeit 3 Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 6 Teil D: Der perfekte Auftritt Knigge – Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 33 So finden Sie Ihren individuellen Business Style 38 Teil E: Der Weg zur starken Persönlichkeit Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 43 Sie haben Stärken und Schwächen! 47 Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 51 Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 55 Impressum 60 Was ist die CoachAcademy? 61
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    Soft Skills BasicII 3 Vorwort Liebe Leserin, lieber Leser, mit diesem zweiten Band zum Thema Soft Skills Übrigens feiern wir mit diesem eBooklet ein kleines möchten wir Ihren Blick auf die Schlüsselqualifika- Jubiläum: 0 Ausgaben haben wir in den letzten tionen richten, die sich mit der Führung von Mitar- zwei Jahren veröffentlicht. Die Anzahl der gela- beitern, dem Arbeiten im Team sowie dem großen denen Dokumente zeigt uns, dass die geneigte Komplex der Stärkung der eigenen Persönlichkeit Leserschaft diese Publikationen offensichtlich zu nach Außen und Innen beschäftigen. Diese Themen schätzen weiß und als willkommene Unterstützung sind von erheblicher Relevanz, nicht nur für Ihre per- bei der Erreichung ihrer Ziele zu Rate zieht. Dies sönlichen Aussichten im Beruf sondern auch für die freut uns sehr und wir möchten uns daher bei Ihnen Unternehmen, die stets die verbesserte Produktivi- an dieser Stelle ausdrücklich für die meist positive tät ihrer Mitarbeiter im Auge haben. Resonanz bedanken. Viel Spaß bei der Lektüre dieses eBooklets wünschen Ihnen Carolin Lüdemann, Heiko Lüdemann und das Team der www.coachacademy.de
  • 4.
    Soft Skills BasicII 4 Te i l C : Führung und Teamarbeit Erfolgsfaktor Führungstechnik Wie und wodurch bringen Sie sich selbst und Ihre Mitarbeiter dahin, dass Sie sich für ge- meinsame Ziele engagieren, ihre Kompetenz ausschöpfen und Spitzenleistungen erbrin- gen? Die Antwort lautet: In erster Linie durch eine exzellente Führungstechnik. Führung hat in jedem Unternehmen entscheidende Bedeutung. Die Arbeit von jedem Vorgesetzten oder Chef – aber auch von Mitarbeitern, die mit Kollegen zusammen arbeiten – ist eine Arbeit mit Menschen. Es ist daher für so gut wie für jeden Menschen wichtig, sowohl einen bestimmten Führungsstil als auch Führungsinstrumente zu beherrschen. Wich- tig deshalb, weil die Kompetenz, Motivation und schließlich die Leistungen jedes Einzelnen damit gesteigert werden können. Und damit auch immer Ihr Erfolg als Führungskraft - und der Unterneh- menserfolg an sich!
  • 5.
    Soft Skills BasicII Erfolgsfaktor Führungstechnik 5 Damit wir uns richtig verstehen: Führungsstile und Die verschiedenen Führungsmodelle Führungsinstrumente zu beherrschen ist nicht nur für Vorgesetzte von entscheidender Bedeutung. Über das Themengebiet Führung existieren unend- Wenn Sie selbst mit anderen Menschen zusammen lich viele Modelle und Konzepte. Es wäre in erster arbeiten, ist es auch für Sie von Vorteil, wenn Sie mit Linie verwirrend, diese alle oder teilweise hier aufzu- Ihren Kollegen durch einen abgeschwächten Füh- führen. Stattdessen werden wir uns mit dem einzig rungsstil erfolgreich kooperieren können! fairen und langfristig erfolgreichen Führungsstil, dem „Situationsabhängigen Führungsstil“ beschäftigen. Was bedeutet Führung? Bei dem Situationsabhängigen Führungsstil muss unser Verhalten von folgenden beiden Bedingungen Alle reden über „Führung“. Meist haben wir uns aber abhängig gemacht werden: keine Gedanken darüber gemacht, was dieses Wort eigentlich genau bedeutet. Deshalb überlegen Sie } Menschen sind unterschiedlich und verfügen jetzt einmal für zwei Minuten: Welche Definition ha- über wechselnde Leistungsfähigkeit. ben Sie spontan für den Begriff „Führung“ parat? } Ein Führungsstil muss sich den angestrebten Zielen und zur Verfügung stehenden Ressour- Fangen wir mit dem Duden an: Dieser gibt für Füh- cen anpassen. rung keine Definition an, nur verschiedene Wortar- ten mit dem gleichen Wortstamm wie zum Beispiel Führungsaufgabe, Führungsanspruch, Führungs- Sobald Sie einen Mitarbeiter an eine neue Aufgabe kraft, Führungsetage, Führungsspitze und so wei- heranführen, werden Sie bei ihm vier aufeinander ter. Die herkömmliche und bewährte Definition ver- folgende Phasen erleben: Zuerst die Phase der Be- schiedener Managementexperten gibt da schon geisterung, dann die Phase der Desillusionierung, mehr Aufschluss. Demnach ist Führung richtung- dieser folgt die Phase der Annäherung und schließ- weisendes Einwirken auf Menschen mit der Absicht, lich die angestrebte Phase der Selbstständigkeit. ein konkretes Ziel gemeinsam zu erreichen. Übrigens: auch bei sich selbst können Sie diese vier Phasen beobachten, wenn Sie eine neue Aufgabe in Angriff nehmen!
  • 6.
    Soft Skills BasicII Erfolgsfaktor Führungstechnik 6 Die Phase der Begeisterung Die Phase der Annäherung } Motivation hoch } Motivation steigend } Können sehr gering } Können mittel } Präzise Anforderungen erforderlich } Realistischere Einschätzung der Anforde- rungen } Dennoch erste Erfolgserlebnisse aufgrund geringer Erwartungshaltung } Wachsende Zahl der Erfolgserlebnisse führt zu steigender Motivation } Viel Lob und Anerkennung erforderlich } Hilfestellung auf Anforderung Die Phase der Desillusionierung Die Phase der Selbstständigkeit } Motivation gering } Motivation hoch } Können zunehmend } Können hoch } Erwartungshaltung zu hoch } Sucht sich Aufgaben, arbeitet selbstständig } Geringe Zahl der Erfolgserlebnisse führt zu } Hohe Zahl an Erfolgserlebnissen Enttäuschung } Kann Ergebnisse selbst interpretieren } Hilfestellung am konkreten Beispiel erforderlich } Höhere Anforderungen stellen oder neue Auf- gaben zuweisen
  • 7.
    Soft Skills BasicII Erfolgsfaktor Führungstechnik 7 Führungsinstrument: Ziele } Wir machen deutlich, wie wichtig die erbrachte Leistung für das Erreichen unserer Ziele ist. Ja, Sie haben richtig gelesen: Ziele sind Führungs- } Lob soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur instrumente! Ziele haben nämlich mehrere Vorteile: Tagesordnung über. } Lenken die Tätigkeit des Mitarbeiters in die } Wir sind Coach, nicht Polizist! gewünschte Richtung } Ziele sollen mit dem Mitarbeiter gemeinsam Führungsinstrument: Kritik definiert werden } Ziele sollen konkret, messbar, erreichbar, rele- Auch Kritik ist ein Führungsinstrument, das wir ne- vant und nachprüfbar sein ben Lob und Zielen ab und an verwenden. Beach- ten Sie unbedingt folgende Grundsätze, wenn Sie } Ziele werden schriftlich festgehalten Kritik einsetzen: } Ziele machen nur Sinn, wenn wir bei deren Re- alisierung durch den betreffenden Mitarbeiter } Wir sagen unseren Mitarbeitern von vornher- als Coach zur Verfügung stehen und ständig ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir Feedback geben von ihrer Leistung halten. } Berechtigte Kritik muss sofort erfolgen. Führungsinstrument: Lob } Wir erklären im Detail, was falsch gemacht wurde und welche Wirkung es auf uns und Ein weiteres Führungsinstrument ist Lob. Um Lob unsere Ziele hat. auch tatsächlich als Führungsinstrument einsetzen } Kritik soll wirken. Wir gehen nicht sofort zur zu können, sollten Sie Folgendes beachten: Tagesordnung über, Pause. } Wir sagen unseren Mitarbeitern von vornher- } Wir machen deutlich, dass wir von dem be- ein, dass wir ihnen mitteilen werden, was wir treffenden Mitarbeiter viel halten, aber nicht in von ihrer Leistung halten. dieser speziellen Situation. } Lob muss aufrichtig sein. } Wir sind nicht nachtragend. } Lob soll zeitnah ausgesprochen werden.
  • 8.
    Soft Skills BasicII Erfolgsfaktor Führungstechnik 8 Jeder hat das Zeug zum Spitzenkönner! Potenziell sind alle Menschen Spitzenkönner - wir müssen nur herausfinden, wo Mitarbeiter (oder wir selbst) gerade stehen und von dort aus weiterhel- fen. Es ist durchaus nicht als negativ anzusehen, wenn sich ein Mitarbeiter auf einer niederen Entwick- lungsstufe befindet. Im Gegenteil, wir alle werden uns immer wieder auf einer dieser niederen Stufen wiederfinden. Entscheidend ist, dass wir uns auf- machen, ein höheres Niveau zu erklimmen! Noch eines zum Schluss: Im ureigensten Interesse sollte jede Führungskraft bestrebt sein, Mitarbeiter zu selbstständigem und selbstverantwortlichem Handeln zu führen. Anderenfalls darf sich keiner wundern, wenn die ganze Arbeit auf dem eigenen Tisch liegen bleibt ...
  • 9.
    Soft Skills BasicII 9 Konfliktmanagemen t : Konflikte diplomatis c h meistern Um Konflikte auszutragen und diese in einen kons- truktiven Prozess des Ausgleichs münden zu las- sen, bedarf es einer sorgfältigen Analyse der Situ- ation. In jedem Konflikt - privat oder beruflich - gibt es zumeist drei Parteien: Der Angegriffene, der An- greifer und die Beobachter. Der Angegriffene } 1. Konfliktphase: Verstimmung, Verärge- rung (Wehret den Anfängen!) Wenn Sie sich in der Rolle des Opfers sehen, ist es wichtig zu reflektieren! Stellen Sie sich zur Klärung der kritischen Situation folgende Fragen: Was be- drückt Sie genau? Wo genau verschlechtert sich die Beziehung zu einer der Personen im Arbeits- oder Lebensumfeld? Analysieren Sie ihre Gefühle und betrachten Sie hierbei auch die anderen Akteure.
  • 10.
    Soft Skills BasicII Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 10 Wenn Sie Ihre eigene Position, Ihren eigenen Stand- } 2. Konfliktphase: Schlagabtausch punkt überprüft haben, sollten Sie sich mit einer an- (Offener Konflikt) deren unbeteiligten Person besprechen! Sie müssen diese Person gewissenhaft auswählen. In diesem In der Verstimmungsphase, der ersten Konfliktpha- Gespräch können Sie neutrale Beurteilungen und se, nimmt die Sachebene noch einen großen Raum Einschätzungen kennen lernen und mit Ihrer eige- ein. Die zweite Konfliktphase, der Schlagabtausch, nen Sichtweise ergänzen und vergleichen. ist emotionaler, radikaler und von Abgrenzungen und Angriffen gleichermaßen geprägt. Kompromisse, Stellen Sie sich und dem Gesprächspartner fol- Vereinbarungen und Abmachungen sind nicht mehr gende kritische Fragen: Ist das alles nur eine vor- möglich. Es herrschen Misstrauen, Furcht, Rache übergehende Schlechtwetterlage, ein persönliches und Feindbilder. Tief auf beiden oder nur auf einer Seite? Sind sie vielleicht gar nicht gemeint? Auch wenn Ihre Situation sich bereits so zugespitzt hat, sollten Sie sich an die drei Schritte der Ausein- Nun kommt das Handeln! Sie haben die kritische Si- andersetzung halten. Beginnen Sie wieder mit dem tuation durchdacht und durchgesprochen. In dieser ersten Schritt, dem Reflektieren. Konfliktphase ist es nun möglich, mit dem Angrei- fer im Gespräch Lösungsvorschläge auf sachlicher Stellen Sie sich folgenden Fragen: Kennen Sie die- Ebene zu sammeln. Treffen Sie Abmachungen und se Situation schon von früheren Arbeitsplätzen, aus halten Sie sich daran. Aber gedulden Sie sich – al- der Schule oder aus Ihrer Kindheit? Worum geht es les braucht Zeit, auch die Realisierung Ihrer gemein- wirklich? Was sind die wahren Motive dieses Wi- samen guten Vorsätze. Werden Sie aktiv soweit es derstreits? Versetzen Sie sich in die Rolle des An- geht. Stellt sich keine Realisierung der Abmachung greifers. ein, müssen sie das Gespräch zur Vereinbarung noch einmal wiederholen. Zeigen Sie in Ihrem Ver- Besprechen Sie sich mit allen neutralen Menschen, halten, dass Sie alles sehr ernst nehmen und Ihnen die es in ihrem Umfeld gibt, holen Sie sich so viele eine Lösung der Spannungen am Herzen liegt. Sichtweisen wie möglich ein. Zum Besprechen ge- hören auch „Selbsthilfegruppen für Mobbing-Op- fer“. All dies sind keine Resignationen oder Rück- zugsgefechte, Sie erweitern nur Ihr psychisches und mentales Instrumentarium und Sie werden sich ihrer Verhaltensalternativen immer bewusster. Die Gespräche müssen offen und vertrauensvoll sein.
  • 11.
    Soft Skills BasicII Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 11 Nun müssen Sie auf den Gegner zugehen und ihn } Wie viel Kraft haben Sie noch? Lohnt sich ein im Schlagabtausch sachlich fragen, was er von Ih- Weiterkämpfen? nen erwartet. Sie verlieren dabei keinen Zacken aus } Was kann man Ihnen noch alles antun, wo der Krone, denn Sie können dem Gegner im glei- sind sie noch verwundbar? chen Atemzug sagen, was Sie von ihm erwarten. Es sind Vereinbarungen getroffen und nicht gehal- } Gibt es noch andere neutrale Personen, denen ten worden. Vielleicht sind diese unhaltbar gewor- sie als professionelle Schlichter und Vermittler den oder sie wurden falsch verstanden. vertrauen können? Ihr Gegner ist feindselig? Ihr Handeln muss jetzt ein Ein Besprechen mit ihrem Gegner ist nicht mehr eindeutiges und notwendiges Abgrenzen sein. Zei- möglich. Sprechen Sie jetzt mit sogenannten Kon- gen Sie ruhig ihre Verletzung, igeln Sie sich nicht ein. fliktmanagern und Teamentwicklern. Jetzt muss al- Das wäre falscher Stolz und zeigt mehr Schwächen les unter vier Augen ablaufen und vielleicht ist unter als Stärken. Gehen Sie auch hier auf Helfer und Un- den Beratern jemand dabei, der noch ein letztes terstützer zu. Kontern Sie mit sachlich ausgespro- Vermittlungsangebot unternehmen kann. Beden- chenen Konsequenzen, andere Ausdrucksformen ken Sie: Diese dritte Phase ist absolut. Es geht um sind hier unglaubwürdig und theatralisch. die maximale Schädigung des Gegners, mit allen Mitteln, Rechtsbrüchen und Übergriffen. } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge (Absolutheit und Härte) Der Angreifer In dieser Phase ist Ihr Arbeitsplatz in Gefahr. Achten } 1. Konfliktphase: Sie beim Reflektieren auf folgende Punkte: Verstimmung, Spannungen } Was würde ein Ausstieg aus diesem Zunächst sind Sie als Täter noch im selbstkritischen, Arbeitsumfeld für Sie bedeuten? sich selbst hinterfragenden Stadium: Sie spüren, dass etwas los ist. Sie haben möglicherweise je- } Welche Alternativen gibt es? manden brüskiert, verletzt oder bloßgestellt. Sie } Wer kann Ihnen bei einem Um- und Neuein- sind aktiv, Sie suchen noch nach Möglichkeiten, auf stieg behilflich sein? den anderen zuzugehen. Handeln ist Ihnen in dieser Phase wichtig. Sie nehmen die Sachen in die Hand,
  • 12.
    Soft Skills BasicII Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 1 stellen sich der Situation und können auf die Kolle- Das sind alles aktive, handlungsaktivierende Fragen! gen, den Chef oder den Abteilungsleiter zugehen. Sie sind nun derjenige, der handelt, der aufräu- In einer zweiten Phase stehen Sie vor den Ent- men will und Klarheiten schafft. Also bieten Sie Ge- scheidung, ob sie gemäß ihrer Ziele auf die verletz- spräche, sachliche Auseinandersetzungen an. Sie te Person zugehen und sie ansprechen können. gehen selbstkritisch mit diesem Konflikt um. Sie Sie nehmen die Person ernst. Sie leisten aktives schauen nach den wirklichen Ursachen, Anlässen Verständnis. Sie haben bei den gemeinsam offen und Auslösern. analysierten Verärgerungen und Beleidigungen ver- standen, worum es Ihrem Kollegen geht und verein- Jetzt zeigen Sie, dass Sie wirklich erhaben sind, baren nun, dass Sie entsprechend der gemeinsam dass Sie die Situation beherrschen. Sie können erarbeiteten Lösungen handeln werden. sich distanzieren und können mit einem gewissen Abstand betrachten. Dadurch gewinnen Sie Macht und Einfluss. } 2. Konfliktphase: Schlagabtausch, Zusammenstoß } Sie sind nicht mit gekränkter Haltung in den Konflikt gegangen. Je nachdem ob Sie sich im Stadium des Schlag- } Sie können immer wieder einen Schritt auf den abtauschs befinden oder sich in den permanenten anderen zugehen. „Kampf“ begeben haben, müssen Sie sich fragen: } Was sind Ihre wirklichen Motive? } Sie sind nicht kleinherzig. } Ist die aggressive Auseinandersetzung } Sie können gut einstecken. notwendig? } Sie müssen nicht zurückschlagen. } Was löst der oder die andere bei Ihnen aus? } Sie können sich sagen: „Das stört doch keinen } Was verärgert Sie so? großen Geist.“ } Laufen hier Projektionen, Übertragungen ab?
  • 13.
    Soft Skills BasicII Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 13 } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge Der Beobachter Der Konflikt hat an Härte und Radikalität eindeutig } 1. Konfliktphase: zugenommen. Ging es anfangs noch um ein ak- Verstimmung, Spannungen tives Minimieren der Verletzung, der Verstimmung, geht es jetzt letztlich um die maximale Schädigung des Gegners. Dazu scheinen alle Strategien, Tak- Sind sie wirklich so neutral oder freuen sie sich schon tiken und Techniken erlaubt: Rechtsbrüche und auf die Vernichtungsschläge? Seien Sie ehrlich zu Übergriffe und Grenzverletzungen sind an der Ta- selbst! Oder haben Sie Furcht, weil Sie der Nächste ges- und Büroordnung. In dieser Phase nun sind sind, der vernichtet werden soll? Oder sind Sie der Sie nur noch schwer in der Lage, Ihre Interessen fair konsequent-radikale „Raushalter“, der absolute Un- zu vertreten. Es besteht die Gefahr, dass Sie vom parteiische, fliehen vielleicht sogar vor dem Konflikt. „produktiv-positiven Täter“ zum „aggressiv-nega- Fragen Sie sich, warum Sie jeweils so reagieren, so tiven Täter“ werden. fühlen. Entscheiden Sie auch für sich früh genug, wer in dem Konflikt Täter, wer Opfer ist. Stellen Sie sich folgende Fragen ganz bewusst: Was hinter steckt meinen Aggressionen? Bin ich Sind Sie innerlich so neutral-objektiv aber auch so verunsichert, habe ich Furcht, brauche ich Neben- standhaltend, dass Sie ein Gespräch für die ange- kriegsschauplätze? Habe ich schon mal so etwas spannten, verstimmten Parteien anbieten können? erlebt? Ein Gespräch, das die Spannung reduziert - eines, Denken Sie immer auch an unnötige Konsequenzen, das entlastet. Hüten Sie sich davor, sich mit einer verlieren Sie nicht den Überblick, beherrschen Sie Partei zu identifizieren - bleiben Sie unparteiisch! sich, den Gegner und die Situation. Jetzt benötigen Sie die Hilfe eines Kollegen oder Freundes, der zu Die aktive Gestaltung der Konfliktvermeidung bzw. Ihnen positiv aber auch kritisch und distanziert ein- -lösung könnte jetzt von Ihnen ausgehen. Jetzt sind gestellt ist: Wie nimmt dieser die Situation wahr? konstruktive Mittelwege gefragt. Achten Sie darauf, Welche Positionen sind für ihn deutlich sichtbar? keine Missetaten oder Fehler gleich festzumachen Suchen Sie unter Umständen professionelle Unter- – das facht den Konflikt erst richtig an! stützung: Schlichter, Vermittler, Konfliktmanager. Geben Sie Fehler zu! Sie sind an Objektivität inter- essiert! Und zeigen Sie, dass Sie sich über die Zu- spitzung und Tiefe des Konflikts bewusst sind.
  • 14.
    Soft Skills BasicII Konfliktmanagement: Konflikte diplomatisch meistern 14 } 2. Konfliktphase: } 3. Konfliktphase: Vernichtungsschläge Schlagabtausch, Zusammenstoß Leider müssen Sie jetzt mit aller Vermittlung aufhö- Auch hier ist die Versuchung, in den Konflikt hin- ren. Ihre Unterstützung soll jetzt derjenige bekom- eingezogen zu werden, sehr groß. Vorsicht und men, der Sie benötigt. Davor müssen Sie natürlich Umsicht, ja Wachsamkeit sind für Sie jetzt das Ent- einen klaren Standpunkt beziehen. Besprechen scheidende. Noch ist der Konflikt zu lösen, also und zeigen Sie Ihre Gefühle, ihre Betroffenheit. Re- aktiv ins Positive zu gestalten. Informieren Sie sich den Sie mit den Menschen im beruflichen Umfeld über alle Beweggründe, Auslöser und Ursachen und machen Sie auf das sich anbahnende, zer- des Konflikts. Haben Sie überhaupt Macht, hört Ih- störerische Desaster aufmerksam. Helfen Sie dem nen überhaupt jemand von den verfeindeten Par- hinzugezogenen, professionellen Vertrauensmann. teien zu? Wenn ja - vermitteln Sie! Beruhigen Sie Zeigen Sie, dass sie die Situation so nicht akzeptie- und schwächen Sie die Konfrontation ab. Machen ren und gut heißen. Sie den beiden Parteien deutlich, dass Sie diese Stufe der Verschärfung nicht akzeptieren und kei- nem Schaden zufügen werden. Bieten Sie sich als Mittelsmann an oder suchen Sie andere Kollegen für diese Funktion.
  • 15.
    Soft Skills BasicII 15 Interkulturelle Komp e- tenz und Diversity Management Schlagwörter wie „Interkulturelles Manage- ment“ oder auch „Interkulturelle Kompetenz“ tauchen immer wieder in den Medien auf – da- bei sind kulturbedingte Unterschiede nur ein Teil dessen, was uns voneinander unterschei- det und zur Vielfalt der Humanressourcen eines Unternehmens beiträgt. Diese Vielfalt produktiv für ein Unternehmen zu machen, wird in den USA unter dem Stichwort „Diversi- ty Management“ diskutiert.
  • 16.
    Soft Skills BasicII Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 16 Konzept aus den USA Geschlecht oder auch die sexuelle Orientierung. Die dritte Schicht der „Diversity“ umfasst z. B. die Re- Die Allianz AG implementiert es gerade, die Deut- ligion, den geographischen Lebensraum, das Ein- sche Bank hat es schon und bei Ford wird es kommen und den Familienstand eines Menschen. schon lange angewendet: Diversity Management. Das berufliche Aufgabenfeld, die Seniorität oder Wie viele Managementkonzepte stammt auch die die (Führungs-)Ebene, auf der Personen arbeiten, Idee, die kulturelle und menschliche Vielfalt der Mit- erfasst die vierte, organisations-orientierte Schicht. arbeitenden für das Unternehmen gewinnbringend In Nordamerika längst verbreitet, ist das komplexe zu nutzen, ursprünglich aus den USA. Kein Wunder Konzept des Diversity-Managements in Deutsch- also, dass US-Unternehmen wie Coca-Cola, Kraft land bisher erst in die Etagen der großen, trendan- Foods oder Procter Gamble längst nicht nur die gebenden Unternehmen vorgedrungen. Hingegen Idee aufgegriffen haben, sondern diese Konzepte haben die Aspekte des Diversity-Managementkon- anwenden und Diversity Manager in ihren Personal- zeptes, die sich mit den kulturellen Unterschieden abteilungen inzwischen genauso selbstverständlich von Menschen befassen, bereits auch in Deutsch- geworden sind wie z. B. Compensation Benefits land breite Resonanz gefunden. Manager. Interkulturelles Management in Deutschland Was ist Diversity und was managen Diversity Experten? Längst sind es nicht mehr nur die großen, be- kannten Firmen wie die Dax-30-Unternehmen, die Menschen unterscheiden sich zunächst in ihrer Per- interkulturelle Kompetenz fordern und im Zuge der sönlichkeit. Diese bildet sozusagen den Kern un- Laufbahn ihrer Mitarbeitenden honorieren. Auch serer angeborenen Verschiedenartigkeit. Um diesen mittelständische, Unternehmen nennen in ihren Jo- Kern herum befinden sich nach dem Diversity-Mo- banzeigen die Fähigkeit in internationalen Teams zu dell von Gardenswartz Rowe (1) drei „Schichten“, arbeiten als gewünschte Fähigkeit. Bei der Planung die gefüllt sind mit Aspekten (auch „Dimensionen“ der weiteren Karriere ihrer Mitarbeitenden spielt das genannt), anhand derer sich Menschen voneinan- Thema Interkulturalität ebenfalls eine Rolle. der wesentlich unterscheiden können. Um ihre Mitarbeitenden fit für den internationalen Neben unserer Persönlichkeit zählt man zu den per Einsatz zu machen, bieten Unternehmen Nach- Geburt bestimmten, kaum bzw. nicht veränderbaren wuchskräften sowie Fach- und Führungskräften in- Dimensionen: Das Alter, die physischen Fähigkeiten terkulturelle Trainings an. Je nach Ressourcen der (Behinderung/Nichtbehinderung), die Ethnie, das unternehmenseigenen Personal-Abteilung werden
  • 17.
    Soft Skills BasicII Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 17 sie von internen Trainern durchgeführt oder von be- Was ist interkulturelle Kompetenz? auftragten externen Anbietern. Die Investitionen in Internationalisierung und ein Mehr an Interkulturali- Angesichts eines sich internationalisierenden Um- tät wirken sich langfristig aus: Ford z. B. bietet den felds in der deutschen Gesellschaft benötigen mehr Mitarbeitenden eine Online-Zeitung in Türkisch, da- und mehr Mitarbeitende eines Unternehmens, neben sind Deutsch und Englisch Unternehmens- Schüler und Studierende ebenso wie Ärzte oder sprache. Polizisten die Fähigkeit „interkultureller Kompetenz“. Sie brauchen diese Fähigkeit unbedingt, wenn sie Doch nicht nur Unternehmen bemühen sich, kul- erfolgreich mit Angehörigen anderer Kulturen und turbedingte Unterschiede zu berücksichtigen. So ethnischen Gruppen kommunizieren wollen, d.h. finden sich in den Mensen deutscher Universitäten deren verbale und nonverbale Signale angemessen neben verschiedenen Fleischgerichten auch stets interpretieren und darauf entsprechend zu reagie- ein vegetarisches Gericht und ein Fleischgericht ren. So lassen sich nicht nur Missverständnisse ver- ohne Schweinefleisch. Auf interkontinentalen Flü- meiden, sondern es entsteht auch ein Kommunika- gen gehören kosher meals zum Standardangebot tionsklima „auf Augenhöhe“, in dem die Agierenden der Airlines. sich gleichermaßen sicher fühlen. Interkulturell kompetente Menschen begegnen sich So unterschiedlich wie die Beispiele sind, so ver- als gleichberechtigte Partner, die sich möglicher schieden sind auch die Angebote, die aus einem kulturbedingter (Kommunikations-)Unterschiede Konzept des interkulturellen Managements ent- bewusst sind und daher keine übermäßige Zurück- stehen können. Das „eine“ Konzept, um kulturelle haltung oder Vorsicht üben müssen. So lässt sich Unterschiedlichkeit zu managen, gibt es nicht. Viel- am leichtesten voneinander lernen, miteinander zu mehr bedeutet interkulturelles Management jeweils Übereinstimmungen kommen oder auch einmal die Intention, den in einem Unternehmen, einer Uni- unterschiedliche Meinungen fair und angemessen versität, Schule, Organisation etc. anzutreffenden, diskutieren. Aber wie ist interkulturelle Kompetenz kulturbedingten Unterschieden Rechnung zu tra- überhaupt erlernbar? Lässt sich einmal Erlerntes gen und Synergieeffekte zu schaffen. Letzteres ist auf jede Kultur und Ethnie anwenden? allerdings immer langfristig zu sehen.
  • 18.
    Soft Skills BasicII Interkulturelle Kompetenz und Diversity Management 18 Anbieter interkultureller Weiterbildung unterschei- kommunizieren in Frankreich“ weisen auf kultur- den grundsätzlich zwei Formen von Trainings: Zum bzw. länderspezifische Inhalte hin. Sie fokussieren einen gibt es Angebote zum Erwerb von Hand- auf die Spezifika eines bestimmten Kulturraumes, lungskompetenz allgemein für den Umgang mit An- einer Kultur oder eines Landes. gehörigen anderer Kulturen. Entsprechend basieren diese Trainings auf einem so genannten kulturallge- Je nachdem, ob die Seminare allgemein zugäng- meinen Ansatz. Ziel ist es, bei den Teilnehmenden lich sind oder spezifisch auf die Bedürfnisse der ein Bewusstsein zu schaffen für die kulturbedingten Teilnehmenden ausgerichtet werden, grenzt sich Unterschiede im Denken und Handeln allgemein, der Themenrahmen oft noch enger ab. Verhand- die in der Interaktion mit Personen unterschiedlicher lungsführung, arbeitsrechtliche Grundlagen, Ge- Kulturen auftreten können. In Rollenspielen, Fallstu- haltsspannen und die durchschnittliche Dauer einer dien und Übungen behandeln die Teilnehmenden Patentanmeldung in einem Zielland sind eher für Themen, die in jeder Kultur eine Rolle spielen, sich künftig entsandte Manager hilfreich, weniger aber jedoch kulturspezifisch anders darstellen können für Ärzte oder Mitarbeitende in Forschung und Leh- (z. B. das Verhältnis von Frau – Mann). In kulturall- re. Unternehmen wie DaimlerChrysler, Bosch oder gemeinen Trainings erfolgt eine Sensibilisierung der VW lassen ihre Mitarbeitenden entsprechend kul- Teilnehmenden für Kulturdivergenzen, die sie im tur- und themenorientiert trainieren. Bei ihnen ist Alltag erkennen und ihnen kompetent begegnen die Teilnahme an einem interkulturellen Training ein können, da ihnen dank dem Training eine Palette Pflichtbaustein auf dem Weg in eine internationale von situationsangemessenen Verhaltensweisen zur Karriere, der den Mitarbeitenden sogar vertraglich Verfügung steht. Trainings mit kulturallgemeinem zugesichert wird. Ansatz eignen sich vor allem für Mitglieder interna- tionaler Teams, in denen Angehörige mehrerer Kul- turen miteinander arbeiten. Zum anderen werden viele Trainings mit einem kul- turspezifischen Ansatz durchgeführt. Wer als Expat- (1) Die Amerikanerinnen Lee Gardenswartz und Anita Rowe riate vor einem längeren Auslandseinsatz in China forschen seit circa 25 Jahren zum Thema Diversity; das in die- steht oder zukünftig für den Absatz der Produkte im sem Artikel beschriebene Diversity-Modell wurde von ihnen in französischen Markt verantwortlich zeichnet, kann Diverse Teams at Work (Burr Ridge, IL: Irwin Professional Pub- sich in kulturspezifischen Seminaren das nötige lishing, 1994) vorgestellt und nimmt seinerseits Bezug auf Di- Rüstzeug holen. Titel wie „Verhandeln mit Chine- mensionen, die Marylin Loden und Judy Rosener in Workforce sen“, „Doing business in the U.S.“ oder „Erfolgreich America (Business One Irwin, 1991) darstellen.
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    Soft Skills BasicII 19 Ursachen und Tipp s gegen Mobbing “Mobbing“ zählt in der Arbeitswelt bereits zur Alltagssprache. Kaum zu glauben, aber jeder zehnte Arbeitnehmer wird mindestens ein Mal im Leben „gemobbt“. Mobbing belastet die gesamte Kommunikation eines Unternehmens - auch die Unbeteiligter! Es gibt mittlerweile immer mehr „Mobbingop- fer“ in Deutschland! Das englische Verb „mob“ wird übersetzt als lärmend oder herfallend. Doch ab wann gilt jemand als „Mobber“? Ursachen für Mobbing Stressbelastung am Arbeitsplatz ist nichts Unge- wöhnliches. Es gibt jedoch große Unterschiede in der individuellen Stresswahrnehmung und -verar- beitung, Stressfaktoren, die nicht abgebaut oder in sonstiger Weise bewältigt werden, können zu psy- chosomatischen Erkrankungen und somit zu Konf- likten und zu Mobbing führen.
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    Soft Skills BasicII Ursachen und Tipps gegen Mobbing 0 Die Pseudoharmonie Gibt es typische Mobbing-Opfer? In vielen Unternehmen sind Streit und Konflikte un- Nach bisherigen Erkenntnissen kann zwar grund- erwünscht, statt dessen besteht eine stillschwei- sätzlich jeder Mobbing-Opfer werden. Aber die gende Verpflichtung zur „Pseudoharmonie“. Unter Wahrscheinlichkeit ist nicht bei jedem Menschen dieser Oberfläche brodeln dann die Konflikte, die gleich. Die Forschungsrichtung Viktimologie hat somit der beste Nährboden für Mobbing sind. als Teilgebiet der Kriminologie unter Beteiligung der Psychologie die besonderen Verhaltenseigen- arten und die diesen zugrundeliegenden Attitüden Hierarchie und Hackordnung von Opfern sehr sorgfaltig analysiert und empirisch überzeugend belegt. Folgende „viktimologische An- Bei Mobbing geht es oft um Macht und Einfluss - reize“ können vom potentiellen Opfer ausgehen und Faktoren, die in stark hierarchischen Strukturen von machen Mobbing ihm gegenüber wahrscheinlicher. besonderer Bedeutung sind. Im Rahmen der Rang- und Hackordnungskämpfe geht es häufig brutal zur Viktimologische Anreize können z.B. sein: Sache. In einem Feld der nicht offenen Auseinander- } Leistungsprobleme (wenig Kenntnisse und setzung und der anonymisierten Konkurrenz ist das Fertigkeiten, hohe Fehlerquote, mangelnde Ausmaß der erlebten Bedrohung von innen oft noch Leistungsbereitschaft, Überaktivität) größer als eine mögliche Bedrohung von außen. } gestörte Persönlichkeit (Arroganz, Distanzlo- sigkeit, Nervosität, Choleriker, Unpünktlichkeit, Selbstunsicherheit, unangemessenes Verhalten) Arbeitsinhalte und „Langeweile-Mobbing“ } soziale Anpassungsprobleme (Absonderung, Auch diese tragen zur Entwicklung von Mobbing Schüchternheit, Kompetenzüberschreitung bei. Beispielsweise entwickelt sich „Langeweile- et cetera) Mobbing“ an Arbeitsplätzen, die geringe geistige } Auffälligkeit der äußeren Erscheinung (groß, Anforderungen an die Beschäftigten stellen, wo klein, dick, dünn, Behinderungen, Kleidungsstil) diese systematisch unterfordert sind und die Lern- fähigkeit und Kreativität behindert werden. } Krankheiten (Epilepsie, Akne, Hautausschlag, Diabetes, Körpergeruch)
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    Soft Skills BasicII Ursachen und Tipps gegen Mobbing 1 Tipps gegen Mobbing Was tun, wenn die Situation eskaliert? Was lässt sich dagegen tun, damit es gar nicht erst Je länger Sie Mobbing dulden, desto schwieriger dazu kommt, gemobbt zu werden? Es gibt viele lässt sich das Problem lösen. Menschen handeln Aktionen durch Mitarbeiter, die der Karriere scha- und denken nicht immer logisch. Darüber hinaus den können. Die Grenzen zwischen Geschmacklo- sind sie individuell verschieden. Daher gibt es kei- sigkeiten, bösen Scherzen und Straftatbeständen ne Musterlösung. Einige Verhaltensmuster liegen sind oft fließend. Manchmal muss man über Dinge jedoch fast immer vor. Manche Kollegen mobben hinwegsehen. Trotzdem sollten gewisse Tendenzen nur, weil es die anderen auch tun. Man will eben gleich im Keim erstickt werden, damit die Karrie- dazugehören. Den Vorgesetzten darauf anzuspre- repläne keinen Schaden nehmen. Zunächst sollten chen ist jedoch eine heikle Angelegenheit. Man gilt Sie für sich selbst Ihre persönlichen Schwachpunkte schnell als „Petze“. Jetzt gilt es, einen kühlen Kopf notieren. zu bewahren. Machen Sie es Mobbern schwer } 1. Informationen sammeln Zunächst sollten Sie Informationen sammeln. Auch Keiner kennt Sie besser, als Sie sich selbst. Gera- bei denjenigen, die Ihnen individuell zur Seite ste- de dies ist Ihr persönlicher Vorteil. Nutzen Sie ihn! hen. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Betrof- Machen Sie es möglichen Mobbern so unbequem fenen und tauschen sich aus. wie möglich. Je unbequemer das Opfer, desto un- interessanter wird es für den Mobber. Zunächst sollten Sie Ihre persönlichen Schwachpunkte notie- } 2. Opferrolle ablehnen ren. Dazu zählt zum Beispiel mangelndes Durchset- Lassen Sie sich nicht zum Opfer machen. Überneh- zungsvermögen, Inkonsequenz, Hemmungen, die men Sie Verantwortung für sich selbst und werden eigenen Interessen zu verwirklichen, Angst vor Ver- aktiv. Viele begehen den Fehler, zunächst stillzuhal- antwortung oder Angst vor den Folgen von Erfolg. ten in der Hoffnung, dass sich alles von alleine erle- digen wird. Dies ist selten der Fall. Wer sich zu viel gefallen lässt, bietet sich nämlich geradezu für die Rolle als Opfer an.
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    Soft Skills BasicII Ursachen und Tipps gegen Mobbing } 3. Aktivität statt Passivität } 6. Klartext vor versammelter Mannschaft Werden Sie aktiv! Es gibt viele Möglichkeiten, sein Wenn das Gespräch unter vier Augen wirkungslos Auftreten und seine Wirkung nach außen zu opti- bleib, dann stellen Sie ihn vor versammelter Mann- mieren. Dazu zählen zum Beispiel Rhetoriksemi- schaft zur Rede. Dies erfordert viel Mut, Selbstbe- nare, Selbstbehauptungskurse, Weiterbildungen, wusstsein und Zivilcourage. Stellen Sie klar, dass persönliches Coaching. Scheuen Sie sich nicht, Sie nicht dulden, dass zum Beispiel schlecht über gegebenenfalls therapeutische Hilfe in Anspruch zu Sie geredet wird. nehmen. } 7. Wenn es hart auf hart kommt } 4. Verbündete suchen Falls alle Versuche scheitern, gibt es zwei Mög- Suchen Sie Verbündete. Freunden Sie sich mit Kol- lichkeiten. Entweder Sie kämpfen sich durch (alle legen an. Bei Gesprächen mit Vorgesetzten bietet Instanzen), oder Sie wechseln den Job. Ob es sich es sich an, allgemein auf Spannungen und Unstim- lohnt, seine ganze Gesundheit und Energie aufs migkeiten in der Abteilung hinzuweisen. Namen Spiel zu setzen, um mit Kollegen klarzukommen, brauchen nicht genannt zu werden. Informieren Sie die einem nur Böses wollen, muss jeder selbst ent- ebenso den Betriebsrat. scheiden. Es gibt nämlich auch faire Firmen, die ein gutes Betriebsklima, leistungsgerechte Bezahlung und realistische Aufstiegschancen bieten. } 5. Vier-Augen-Gespräch Bevor Sie den oder die vermeintlichen „Übeltäter“ vor versammelter Mannschaft an den Pranger stel- len, sollten Sie fairerweise um ein „Vier-Augen-Ge- spräch“ bitten. Vielleicht gehen Sie mit den/dem Betreffenden Kaffee trinken und sprechen die An- gelegenheit ganz konkret an. Manchmal erledigt sich das Problem dann von alleine.
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    Soft Skills BasicII 3 Erfolgreich durch Teamarbeit Fast immer ist von Anforderungen an ein ein- gespieltes Team die Rede, das blind aufeinan- der vertrauend alle Widrigkeiten meistert, Ne- gativerlebnisse wegsteckt und ausschließlich dem Erfolg verschrieben ist. Was aber macht erfolgreiche Teamarbeit wirklich aus und wie muss oder soll ich mich verhalten, damit ich einen positiven Beitrag leiste? Kann ich auch als überzeugter Einzelkämpfer im Team er- folgreich sein, oder bin ich dann eher der Stör- faktor, der den Gesamterfolg verhindert? Was ist ein Team? Vielleicht sollte zunächst einmal der Begriff Team definiert werden: Das Erreichen gemeinsamer Ziele durch gegenseitige Unterstützung und Berücksich- tigung der Stärken und Schwächen jedes Einzel- nen. Größe und Zusammensetzung des Teams sind ebenfalls wichtig, da zielgerichtetes Vorgehen ein hohes Maß an Selbstdisziplin sowie Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang miteinander erfordert. Hin-
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    Soft Skills BasicII Erfolgreich durch Teamarbeit 4 zu kommt ein sachliches Einschätzen der eigenen Probleme für Teameinsteiger Grenzen, Kompromissbereitschaft und der positive Umgang mit Konflikten. Nicht jedes Teammitglied Neuzugänge in Teams haben es oft schwer, Zu- verfügt über gleichgeartete Talente; die richtige Mi- gang zu einer vermeintlich gut funktionierenden und schung ist entscheidend. eingeschworenen Gemeinschaft zu finden. Es wer- den ihnen manchmal bewusst, gelegentlich auch unbewusst, Stolpersteine in den Weg gelegt - von Ohne Kommunikation geht nichts Fehlinformationen über Zurückhaltung wesentlicher Details bis hin zur persönlichen Ablehnung, für die Vor dem Hintergrund, gemeinsame Ziele schnell zu es allem Anschein nach keine greifbaren Gründe erreichen, treten in der Auslegung einzelner Schritte gibt. Das darf man nicht unterschätzen, denn ein- immer wieder Spannungen und Reibungen auf und mal aufgebaute Fronten sind nur mühsam wieder einzelne Mitglieder beklagen sich über mangelnde Ak- einzureißen und führen häufig zu einer Haltung, die zeptanz innerhalb des Teams, da ihre Vorschläge nur Leistung verhindert, Frust aufbaut und letztlich der bedingt Zustimmung finden. Diese Hürden können nur Sache und dem Einzelnen nicht dienlich ist. In sol- durch direkte und unmittelbare Kommunikation über- chen Situationen sollte man einen klaren Kopf be- wunden werden. So wird Misstrauen vermieden, denn halten, die Aussprache suchen und eigene Vorstel- Misstrauen baut sich dort leichter ab, wo Zugehörigkeit lungen und Wünsche deutlich machen. und der Wunsch nach Identifikation (mit der Sache) ver- wirklicht werden. Bewusste Identifikation ist Teil einer Philosophie, nach der es auch bei Fehlentscheidungen Ein Team teilt Erfolg und Misserfolg keinen Rechtfertigungszwang geben darf. Bei allem Selbstbewusstsein darf man nicht außer Acht lassen, dass ein Team einen Kopf benötigt, Rollenverteilung der in letzter Konsequenz Meinungen analysiert, an den Anforderungen der Sache misst und - falls er- Innerhalb eines Teams sollte jeder seine Rolle su- forderlich - eine Entscheidung trifft, die nicht immer chen und finden. Der Prozess des Kennenlernens auf die Zustimmung aller Beteiligten stößt. Dies soll- kann Verhaltensweisen nachhaltig beeinflussen und te möglich sein, ohne die weitere Zusammenarbeit wird dies in den meisten Fällen auch tun. Wird ein negativ zu beeinflussen, kann aber nicht bedeuten, Team neu zusammengestellt, können die Mitglieder dass sich der „Leader“ alle Erfolge selbst zurechnet die Aufgaben immer anders verteilen, bis sich eine und die Misserfolge ausschließlich auf das Fehlver- Struktur bewährt. halten der Teammitglieder zurückführt.
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    Soft Skills BasicII Erfolgreich durch Teamarbeit 5 Nur wer bereit ist für Neues, kann sich entwickeln Erkennen Sie die Erfolge Anderer an Besonders perfide wird es, wenn unter dem Deck- mantel des Teamgeistes einzelne Mitglieder ihre Ei- Wer unfähig ist, Erfolge Anderer zu akzeptieren und genheiten ausleben und so mangelnde Fähigkeiten anzuerkennen und daraus für sich selbst zu lernen, oder fehlende soziale Kompetenz verschleiern. sondern einen einmal eingeschlagenen Weg mit Ein rüder Umgangston ist nicht gleichzusetzen mit grober Rücksichtslosigkeit verfolgt und unbeirrt von Durchsetzungsfähigkeit! Werden solche Auswüch- Tatsachen und Gegebenheiten andere Meinungen se gezügelt, setzt Teamarbeit einen wichtigen Lern- gegen bessere Überzeugung nicht gelten lässt, prozess in Gang, der insbesondere weniger erfah- wird sicher nicht mit Rückendeckung rechnen kön- renen, aber hoch motivierten Mitarbeitern zugute nen, falls sich der eingeschlagene Weg irgendwann kommt. Hier wird ihnen die Chance geboten, ihre als falsch erweisen sollte. Fähigkeiten zu demonstrieren, Mängel auszubü- Teamarbeit darf nicht zu einem stammtischartigen geln, sich mit einer Sache und dem Unternehmen Diskutierklub werden, sondern muss Teil einer Stra- zu identifizieren und Weichen für die berufliche Zu- tegie sein: Dann wird der Erfolg des Teams auch kunft zu stellen. Neue Wege zu gehen, darf dabei der eigene sein. für die Karriere nicht nachteilig sein, denn wenn man nur das tut, was man kann, wird man nur das bleiben, was man ist.
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    Soft Skills BasicII 6 Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting Vertane Zeit oder Power-Meeting? Was aus Ihrer nächsten Besprechung wird, ist keine Frage des Zufalls, sondern hängt auch von Ihnen ab - als Teilnehmer oder als Moderator. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Regeln und Tools vor, damit Ihre zukünftigen Meetings er- folgreicher verlaufen. Sinn und Zweck von Meetings Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen zur Besprechung wichtiger Themen sind aus dem heu- tigen Büroalltag nicht mehr wegzudenken. Sie die- nen mehreren Zwecken: } dem Austausch von Informationen } der Erarbeitung von Strategien zur Lösung von Problemen } der Organisation von teamorientierten Arbeits- prozessen
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 7 Der Vorteil des Meetings selbst ist die direkte } Zu starker Verkündigungscharakter Kommunikation zwischen den Beteiligten. Anders Hier wird nur in eine Richtung kommuniziert. Feed- als etwa der E-Mail-Verkehr oder der Umlauf von back ist nicht erwünscht. Konsequenz: Die Anwe- Unterlagen kann in einer gemeinsamen Bespre- senden fragen sich, warum sie da sind. Hätte man chung schnell ein einheitliches Informationsniveau lieber als E-Mail gelesen... hergestellt werden. Deshalb sind Meetings immer dann optimal, wenn Entscheidungen gefällt wer- den sollen, zu denen viele Beteiligte gehört werden } Zu viele Selbstdarsteller müssen; oder dann, wenn sich Teams über die Wenn sich zu viele Teilnehmer in ausschweifenden, Verteilung von Arbeitspaketen abstimmen wollen. sachfremden Ausführungen verlieren, um sich als Gut geeignet sind sie auch für die Kommunikation vermeintlich tolle Redner zu präsentieren, gerät das von komplexen Informationen, denn es stellt sich eigentliche Ziel des Meetings aus dem Blick. im Verlauf schnell heraus, ob das Gesagte verstan- den wurde. Sehr wichtig sind Meetings auch dann, wenn in einer Gruppe kreativ an Lösungen gearbei- } Zu viele Detail-Diskussionen tet werden soll. Wenn die kommunizierten Informationen nur einen kleinen Teil der Anwesenden betreffen, kann es bei diesen Nicht-Betroffenen schnell zu Konzentrati- Meetings können auch nerven ... onsproblemen kommen... Meetings sind also dazu geeignet, komplexe Kom- Ob ein Meeting gelingt, hängt also zum einen von munikationsvorgänge durch physische Präsenz zu der Organisation ab (Die richtigen Teilnehmer zum regeln. Und da beginnt auch schon das Problem: richtigen Thema?) und zum anderen von der Durch- Um schlechte und damit meist überflüssige Mee- führung. tings handelt es sich dann, wenn dieser Kommuni- kationsprozess gestört wird. Die wichtigsten Stör- faktoren sind zumeist:
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 8 Tipps für Teilnehmer an Meetings } Richtige Platzwahl Wenn es eine feste Sitzordnung gibt, können Sie } Gut vorbereiten diesen Punkt überlesen. Wenn nicht, setzen Sie Völlig klar: Nur gut vorbreitet kann man sich als Teil- sich immer so, dass Sie mit dem Moderator einfach nehmer erfolgreich an einem Meeting beteiligen. Blickkontakt halten können. Es wird Ihnen dann eher Beginnen Sie sofort dann mit Ihrer Vorbereitung, möglich sein, das Wort zu ergreifen. Wenn es kei- sobald Sie zu dem Termin eingeladen wurden. Vor nen Moderator gibt, setzen Sie sich auf einen Platz, allem, wenn Sie einen eigenen Punkt auf der Agen- von dem aus Sie die Runde gut im Blick haben. da haben wollen. Informationen sammeln, Ideen notieren, Vorschläge strukturieren - das schaffen Sie nicht 30 Minuten vor dem Meeting! } Wer zuhört, kann mitreden. Zuhören ist die Voraussetzung, um das Wort zu ergreifen. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner aus- } Tischvorlagen rechtzeitig verteilen reden und fordern Sie das gleiche Recht auch für Wenn Sie Ihr Projekt vorstellen und durchsetzen sich. Machen Sie sich Notizen, um präzise auf die wollen, erarbeiten Sie ein Hand-out. Dieses sollte vorgetragenen Argumente eingehen zu können. „kurz gut“ sein - nicht „lang weilig“! Wichtig: das Papier rechtzeitig verteilen (mind. drei Tage vorher) und nicht erst in der Sitzung. Dann sind alle genervt } Ihr Fehler? Nach vorn schauen! und negativ eingestellt, weil sich keiner vorbereiten Verzichten Sie immer darauf, zu begründen, warum konnte. etwas schief gegangen ist oder nicht termingerecht fertig wird. Nichts interessiert Ihre Vorgesetzten weniger. Gehen Sie davon aus, dass diese selber } Pünktlich erscheinen wissen, warum etwas nicht geklappt hat. Was Sie Effiziente Meetings beginnen und enden pünktlich. dagegen unbedingt erörtern sollten, wie Sie solche Sorgen Sie dafür, dass es nicht an Ihnen liegt, wenn Fehler in Zukunft vermeiden werden. sich der Beginn verzögert. Ihr Vorteil, wenn Sie als erster den Raum betreten: Freie Platzwahl, Chance auf Smalltalk mit den eintreffenden Kollegen/Chefs, ein Moment der Konzentration...
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 9 } Projekt durchsetzen } Keiner hat’s gelesen … Legen Sie niemals ein perfektes Konzept vor! Las- Die Kollegen hören Ihnen nicht zu, sondern studie- sen Sie ein paar Ecken stehen, an denen die An- ren erst jetzt Ihre Vorlage. Was nun? Reagieren Sie deren sich reiben können. Die übrigen Teilnehmer angemessen je nach Umfang: Kleine Pause einle- werden einen Punktsieg genießen und Ihre weiteren gen, langsamer reden oder eine kurze tour d‘horizon Vorschläge gehen wahrscheinlich ohne längere Dis- lassen den anderen Teilnehmern die Chance, sich kussionen durch. Um das zu erreichen, sollte die Ihr Papier kurz anzusehen. „Schwachstelle“ ganz oben auf Ihrer Vorlage ste- hen. Sind solche Ecken dank Ihrer perfekten Vorbe- reitung nicht zu finden, wird man auf die vollendeten } Ende gut alles gut. Rundungen einschlagen, bis sie kantig sind. Am Ende eines Meetings werden vom Moderator meistens die Ergebnisse zusammengefasst. Für Sie heißt das: Sie verlassen das Meeting erst dann, } Smalltalk nervt! wenn Sie konkret wissen, welches Arbeitspaket Ih- Small Talk stört immer dann, wenn konzentrierte nen zugedacht wurde. Mit Termin! Fassen Sie Ihre Arbeit unterbrochen wird und sachferne Dinge er- „To-Do-Liste“ ruhig noch einmal zusammen: „Ich örtert werden. Solche Äußerungen können die habe es so verstanden, dass ich …“. Stimmungslage entscheidend beeinflussen. Wenn es kein anderer tut, reißen Sie das Stimmungsruder herum, indem Sie eine witzige Bemerkung machen und damit wieder in freundlicheres Fahrwasser ge- raten.
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 30 Tipps für Moderatoren von Meetings } Visualisieren Sie Die erfolgreichste Methode, um allen Teilnehmern } Raum checken den Diskussionsstand „vor Augen zu halten“ be- Als Moderator sorgen Sie dafür, dass die Trümmer- steht in einer Visualisierung. Schreiben Sie alle Ar- landschaft verschwindet, die die Vertreterversamm- gumente auf eine Flipchart und ordnen Sie diese lung von gestern Abend in Ihrem Besprechungs- Kategorien zu. Erstellen Sie eine Liste mit den bes- raum hinterlassen hat. Denn mit einer perfekt ten Vorschlägen. Dies erleichtert die Bearbeitung vorbereiteten Besprechung sagen Sie auch viel von Problemstellungen enorm. über sich selbst aus! } Störungen integrieren } Technik prüfen Ganz gleich, ob der Kellner Getränke serviert oder Nur benutztes Papier auf der Flipchart? Beamer die Sekretärin dem Chef einen Zettel reicht, nen- oder Overheadprojektor defekt? Solche Pannen nen Sie die Störung beim Namen und begrüßen Sie kommen in einem gut vorbereiteten Meeting nicht sie stellvertretend für alle Anwesenden. Mit diesem vor. Prüfen Sie deshalb die Technik rechtzeitig! kleinen Trick schaffen Sie das fast Unmögliche: Die Aufmerksamkeit ist wieder bei Ihnen und Sie haben den Fortgang des Meetings erneut in der Hand! } Begrüßung Als Moderator ist es an Ihnen, die Teilnehmer zu begrüßen, sie ggfs. untereinander vorzustellen und } Unvorbereitete Teilnehmer einen Einstieg in das Meeting zu geben. Beginnen Sie rufen ein Thema auf und bitten einen Teilneh- Sie auf jeden Fall pünktlich. Und wenn sich Teilneh- mer um seinen Beitrag. Reaktion: Ein entsetztes mer verspäten, warten Sie höchstens fünf Minuten! Gesicht. Der hat es völlig vergessen. Ihre Reaktion: Notfalls den Punkt „Verschiedenes“ vorziehen. Nicht nervös werden, ist ja nicht Ihre Schuld. Ein- fach mal eine Peinlichkeitspause lassen, damit so was nicht mehr vorkommt. } Moderieren Sie Als Moderator sind Sie in einer neutralen Position. Sie verfolgen die Diskussion, erteilen oder entzie- hen das Wort, sammeln die Ergebnisse und fassen diese zusammen, leiten auf ein neues Thema über und erklären Sinn und Zweck der Diskussion.
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 31 } Kein Fachchinesisch aufgenommen. Es gibt Erinnerungsfunktionen usw. Als Moderator sorgen Sie für die richtige Kommu- All diese Funktionen machen Outlook zu einem sehr nikation. Bei gemischten Teams ist daher kein Platz effektiven Tool, um Meetings zu organisieren. für Fachbegriffe. Diese Spielregel müssen Sie als Moderator zu Beginn des Meetings bekannt geben und im weiteren Verlauf einfordern. } Der Besprechungsraum Ein Tisch, genügend Sitzgelegenheiten, Ruhe, Luft und Licht - in einem Besprechungsraum muss alles } Zeitfenster einhalten stimmen, sonst werden Meetings schnell zu unkon- Grundsätzlich müssen Sie Ihren Zeitplan immer im zentrierten Pflichtveranstaltungen, die von den Teil- Auge behalten. Nehmen Sie sich bei Zeitknappheit nehmern lieber jetzt als gleich verlassen werden. das Recht heraus, einzelne Punkte aus der Dis- kussion herauszulösen und an Ad-hoc-Ausschüs- se oder in die Klärung durch Einzelgespräche zu } Erfrischungen verweisen. Kündigen Sie das Ende des Meetings Meistens genügt eine Flasche Wasser, um die beim rechtzeitig an, indem Sie fünf bis zehn Minuten vor- Sprechen ausgetrockneten Kehlen wieder zu erfri- her die Schlussrunde einläuten. schen. Erfrischungen sollten daher unbedingt bereit gehalten werden. Von Esswaren ist allerdings bes- ser abzusehen - das lenkt einfach nur ab. Ein Tipp: Die wichtigsten Meeting-Werkzeuge Halten Sie ein paar Servietten bereit, falls mal ein kleines Missgeschick passiert ... } MS Outlook Integriert in das Office-Paket von Microsoft - und damit in 80% aller Unternehmen anzutreffen - ist } Uhr das Programm Outlook. Neben der E-Mail-Funk- Meetings sollen pünktlich beginnen und zum ver- tion enthält es auch umfangreiche Möglichkeiten, einbarten Zeitpunkt beendet werden. Ohne Zeit- um einen Termin-Kalender zu führen und Meetings messer kommen Sie daher nicht klar. Ist auch nütz- zu organisieren. Denn untereinander vernetzte PCs lich, wenn Sie vortragen wollen: Man verschätzt können diese Kalender bei anderen anzeigen, so sich manchmal sehr in der Zeit, die man redet. Eine dass jeder sehen kann, wann Termine möglich sind. Faustregel bei Reden vom Blatt: 1 Seite (30 Zeilen Es können Einladungen geschrieben werden und á 60 Anschläge) entsprechen in etwa fünf Minuten Bestätigungen werden automatisch in den Kalender Vortragszeit.
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    Soft Skills BasicII Tipps Tools für Ihr nächstes Power-Meeting 3 } Papier Stift } Die Agenda Gehen Sie niemals ohne! Und wenn Sie es beson- Ob Sie es Agenda, TOP oder Tagesordnung nennen ders gut machen wollen, besorgen Sie sich einen - eine Liste mit den Themen, die in dem Meeting schönen Füller und einen feinen Notizblock. Damit besprochen und der Reihe nach abgearbeitet wer- signalisieren Sie gegenüber den anderen Teilneh- den sollen, müssen Sie haben. Eine optimale Agen- mern: Ich nehme dieses Meeting ernst und es ist da enthält auch Angaben, wieviel Zeit jeder Punkt wichtig. beanspruchen darf und wer den TOP mit einem Beitrag eröffnet, ob es sich um eine reine Info han- delt oder eine Diskussion dazu erwünscht ist. Und } Flipchart vergessen Sie den Punkt „Sonstiges“ am Schluss Die Staffelei mit den DIN A1 großen Blättern hat nicht: Da können dann ungeliebte Zwischenrufer sich durchgesetzt, um bei einer Besprechung Ideen und Abschweifer immer drauf verwiesen werden… zu sammeln oder Gedanken zu visualisieren. Dazu brauchen Sie natürlich noch zwei weitere Dinge: Leere Blätter und Stifte. Vorher checken! } Das Protokoll Wichtigstes Tool für die Nachbereitung einer Be- sprechung ist das Protokoll. Vom inhaltlichen Auf- } Notebook Beamer bau ähnelt es oft der Agenda, d.h. Teilnehmer, Ort, Diese technisch nicht ganz einfach zu handha- Zeit und Themen werden auch hier aufgeführt. Das benden Geräte verbreiten sich zunehmend - die Protokoll enthält selbstverständlich das, was bei der Anschaffungs-Preise sind im Sinkflug. Wenn Sie Besprechung herausgekommen ist: Die Ergebnisse. eine Präsentation mit dem Beamer projezieren wol- Diese in kurzen knappen Sätzen zusammenzufas- len, müssen Sie vor dem Beginn des Meetings die sen ist Aufgabe des vor Meetingbeginn bestimmten Technik prüfen. Denn schlechter als mit einer Panne Protokollanten. Protokolle sind daher vor allem in können Sie Ihren Vortrag nicht beginnen! Eventuell Besprechungen mit Kunden wichtig. In diesem Fall müssen Sie auch äußere Lichteinflüsse noch weg- sollten diese sehr sorgfältig gelesen und ggfs auf dämmen oder für eine Projektionsfläche sorgen - Änderungen bestanden werden, denn andernfalls sonst gibts Bildmatsch. kann es teuer werden.
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    Soft Skills BasicII 33 Te i l D : Der perfekte Auftritt Knigge – Gute Karriere- chancen mit guten Umgangsformen Gerade im Berufsleben kann man noch so gute Zeugnisse und Referenzen vorlegen: Schlech- te Manieren gelten als absolute Karrierekiller! Gute Karrierechancen haben vor allem dieje- nigen, die über gutes Benehmen und Parkett- sicherheit verfügen... Wer war Knigge? Adolph Freiherr von Knigge (1751 – 1796) gilt als Begründer des guten Tons. Nicht, dass vor ihm kein gutes Benehmen existierte. Er war es aber, der im Jahre 1788 das Regelwerk „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlichte. Es entwickelte sich schnell zum Bestseller. Da sich die Zeiten ändern, muss das Werk ständig aktualisiert werden. Mitt- lerweile sind viele Bücher über gute Manieren auf dem Markt. In fast allem sind sich die Autoren ei- nig. Wer Karriere machen will, sollte die wichtigsten
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    Soft Skills BasicII Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 34 Benimmregeln unbedingt kennen, denn gerade im Tag Frau Maier“. Reicht man zusätzlich die Hand, Berufsleben kann man noch so gute Zeugnisse vor- liegt eine Begrüßung vor! legen: Wer sich nicht benehmen kann, hat ohnehin verloren! Doch wer reicht wem die Hand bei einer Begrü- ßung? Das hängt von der Situation ab. Prinzipiell wartet der/die wesentlich Jüngere, ob man ihm/ihr Grüßen und Begrüßen die Hand reicht. Der Herr wartet, ob die Dame ihm die Hand reicht. Anders sieht es aus, wenn sich Im privaten Alltag ist alles klar: Wer den anderen zum Beispiel auf einem Empfang zwei Paare treffen. zuerst sieht, der grüßt zuerst. Oft erkennen sich Dann gilt folgende Regel: Die Damen geben zuerst beide im selben Augenblick und grüßen einander sich, dann den Herren die Hand. Danach reichen gleichzeitig. Im Geschäftsleben erwartet der Höher- sich die Herren die Hände. rangige jedoch, gegrüßt zu werden. Der Praktikant grüßt also den Abteilungsleiter zuerst – der Abtei- “Tag Frau Maier, wie geht es dir?“ Mittlerweile gibt lungsleiter wiederum hat den Geschäftsführer zu- es die abstrusesten Mischungen schriftlicher und erst zu begrüßen. mündlicher Anreden. Natürlich ist in diesem Fall ein „Guten Tag Frau Maier, wie geht es Ihnen?“ kor- Auch bei der Vorstellung einander fremder Personen rekt. Im Zweifel siezen. Im privaten Alltag oder im gibt es feste Regeln. Generell gilt: Dem Ranghöchs- Sport ergibt sich schnell ein „Du“. Im Berufsleben ten wird vorgestellt. Das heißt der Dame wird der wird einem oft, aber nicht überall, nach der Einar- Herr vorgestellt bzw. dem/der Älteren wird der/die beitungszeit ein du angeboten. Doch wie spreche Jüngere vorgestellt. Das läuft z.B. folgendermaßen oder schreibe ich einen adeligen Bundestagsabge- ab: „Frau Hoch, darf ich Ihnen Herrn Tief vorstel- ordneten an, der sowohl promoviert, als auch ha- len?“ und im Anschluss (damit Frau Hoch auch bilitiert hat und zudem über einen Ehrendoktortitel noch vorgestellt wird) „Herr Tief, darf ich Ihnen Frau verfügt? Hoch vorstellen?“. Fertig! Herr Prof. Dr.-Jur. Dr. h.c. Ludwig Freiherr von Win- Grüßen erfolgt oft wortlos, also durch ein kurzes terhöhensee, MdB? Auch bei barocken Bandwürmer Kopfnicken mit einem freundlichen Lächeln. Wer gilt der Grundsatz: „Es kommt darauf an“. Spricht „guten Tag“ oder „Hallo“ sagt, grüßt ebenfalls. man ihn an, reicht ein „Professor von Winterhöhen- Kennt man die Person namentlich, so gilt die For- see“. Der höhere akademische Grad genügt. Schreibt mel: „Gruß plus Name“, also zum Beispiel „Guten man einen Brief, dann gilt der „Bandwurm“.
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    Soft Skills BasicII Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 35 Gesprächskultur und Gesprächskiller einfach deutlich seinen Namen, sagt, weshalb man anruft und verspricht später noch einmal zurückzu- Missverständnisse kommen unter anderem da- rufen oder bittet um Rückruf. Hierfür gibt man seine durch zu Stande, dass sich ein Gesprächspartner volle Telefonnummer und gegebenenfalls eine Uhr- beim Reden nicht deutlich ausdrückt und das Ver- zeit an, zu der man auf jeden Fall erreichbar ist. stehen für den Gegenüber zum Ratespiel wird. Achtung: Heutzutage sind ISDN-Anschlüsse keine Insbesondere am Telefon gibt es nichts Peinlicheres Seltenheit. Wer einfach auflegt, bleibt nicht unbe- für den Gesprächspartner, als wenn er ständig dingt unerkannt. Insbesondere bei geschäftlichen nachhaken muss, was der „Nuschler“ gesagt oder Angelegenheiten macht dies einen schlechten Ein- gefragt habe. druck. Der Gesprächspartner kann Datum, Uhrzeit und Rufnummer des „anonymen“ Anrufers unter Sowohl privat als auch beruflich gibt es gewisse Umständen leicht zurückverfolgen. Regeln, die man beim Telefonieren beachten soll- te. Zunächst einmal nicht zwischen 0 und 0.15 Uhr anrufen, da die meisten Leute zu dieser Zeit die Tischmanieren als Visitenkarte für gutes Be- Nachrichten anschauen. Ansonsten, insbesondere nehmen bei Leuten mit Kindern, möglichst vor 1 Uhr an- rufen. Geschäftliche Telefonate hingegen haben zu Viele Chefs testen die Parketttauglichkeit eventu- den jeweiligen Geschäftszeiten zu erfolgen. eller Mitarbeiter beim Geschäftsessen. Gelegent- lich soll es sogar vorkommen, dass Chirurgen zum Beim Essen und bei Besprechungen gilt für Mobilte- Hähnchenessen eingeladen werden, um zu testen, lefone strengste Schweigepflicht. Wer sich lediglich ob sie es ordnungsgemäß mit Messer und Gabel mit „Hallo“ am Telefon meldet, ohne seinen Namen zerlegen können. zu nennen, tritt einer Studie des Emnid-Instituts zu Folge bei drei Viertel aller Deutschen ins Fettnäpf- Man stelle sich folgende Situation vor: Ein festlich chen. gedeckter Tisch. Rechts von den Tellern liegen meh- rere Messer, links mehrere Gabeln. Eines der Messer Trotz vieler technischer Innovationen bleibt der hat eine bauchige Form. Ganz rechts liegt ein großer Anrufbeantworter für viele noch ein Schreckens- Löffel, oben ein kleiner Löffel und eine kleine Gabel. gespenst. Viele hören sich den Ansagetext genau Ganz links ist ein ganz kleiner Teller platziert. Rechts an und legen dann auf. Es fehlt der Mut daraufzu- stehen mehrere verschiedene Sorten von Stilgläsern sprechen. Doch die Geräte beißen nicht. Man nennt sowie ein Wasserglas. Womit beginnen?
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    Soft Skills BasicII Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 36 Anhand der oben beschriebenen Anordnung lässt Nicht nur die Körperhaltung ist wichtig, sondern sich bereits schlussfolgern, was es zu essen gibt: auch die Art, wie man das Besteck hält. Messer Vorspeise, Suppe, Fischgericht, Fleisch und ein müssen in der rechten, Gabeln in der linken, aber Dessert. Das äußerste Besteck ist für die Vorspeise Löffel können sowohl in der rechten, als auch in bestimmt. Der Teller links ist als Brotteller vorgese- der linken Hand gehalten werden. Heiße Suppen hen. Die Messerschneiden müssen stets nach in- et cetera darf man auf gar keinen Fall „kaltpusten“! nen zeigen. Dies ist nicht irgendeine Regel, sondern Dies ist ein ganz schlimmer faux pas! Dies gilt auch hat auch ganz praktische Gründe: Es besteht keine für Schlürfen. Die Löffelspitze führt man zuerst in Gefahr, sich versehentlich in die Finger zu schnei- den Mund, wobei er auf gar keinen Fall bis zum den. Jetzt muss man sich einfach von außen nach Rand beladen ist. Dies hat, wie viele andere Regeln innen arbeiten. Der Löffel ist für die Suppe vorgese- auch, ganz praktische Gründe: Wer den Löffel zu hen, das breitere Messer für den Fisch, das normale voll schöpft riskiert, dass die Suppe überschwappt. für das Fleisch und die oben liegenden Bestecke für Die Folge sind dann hässliche Spitzer auf Kleidung das Dessert. und Tischtuch. Dies gilt übrigens für alle „Esswerk- zeuge“. Besonderes abstoßend wirkt man auf seine Zunächst einmal gilt es, eine ordentliche Sitzhaltung Tischnachbarn, wenn man mit weit aufgerissenem einzunehmen. Man sitzt aufrecht, nutzt die gesamte Mund isst. Dies kann den Anwesenden schnell den Sitzfläche des Stuhles (also nicht nur die Kante) und Appetit verderben. sitzt etwa eine Hand breit von der Tischkante ent- fernt. Die Hände dürfen lediglich bis zu den Hand- Während dem Essen goutiert man oft einen Schluck gelenken auf dem Tisch liegen. Die Arme müssen Wein, um den Gaumen geschmeidig zu halten, auf jeden Fall eng am Körper bleiben, damit der oder um den Genuss zu maximieren. Doch wohin Sitznachbar keinen Ellbogenkick in die Seite abbe- mit dem Besteck? Besonders verpönt ist es, wenn kommt und auf gar keinen Fall dürfen die Ellbogen man es einfach auf die Tischdecke legt. Nachdem aufgestützt sein. Extrem abstoßend für seine Tisch- Tischdecken heutzutage weder als Taschentuch nachbarn wirkt es, wenn jemand den Ellbogen auf noch als Putzlappen für verschmierte Hände her- den Tischkante stützt, den Kopf drauflegt und mit halten müssen, ist es unangebracht, schmutziges der rechten Hand Essen schaufelt. Die Gabel muss Besteck darauf zu legen. Manche stützen Messer so zum Mund geführt werden, dass sie waagerecht und Gabel mit bestem Gewissen so auf den Teller- liegt. rändern ab, dass die Griffe auf der Tischfläche ab- gestützt sind. Das gehört sich aber nicht! Man legt das Besteck einfach waagerecht so auf den Teller, dass es nicht herunterfallen kann und nicht in das
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    Soft Skills BasicII Knigge - Gute Karrierechancen mit guten Umgangsformen 37 Essen gespießt wird. Natürlich hat es wieder einmal Die Serviette liegt zunächst auf dem Teller oder einen praktischen Grund: Wer das Besteck seitlich links daneben. Sie wird weder um den Hals ge- abstützt riskiert, dass zum Beispiel Soßenreste an bunden, noch über die Schulter geworfen. Man den Griffen entlang auf das Tischtuch (oder den legt sie auf den Schoß, aber erst nachdem der/die Ärmel des Tischnachbarn) fließen. Dies lässt sich Gastgeber(In) das Mahl eröffnet haben. Zulässig ist somit vermeiden. jedoch, sie diskret im Hosen- oder Rockbund oder unter einen Gürtel zu klemmen, damit sie nicht auf Servietten haben eine Vergangenheit. Im 17. Jahr- den Boden fällt. Tut sie es doch, dann bittet man hundert pflegten männliche Gäste in das Tischtuch den Kellner um eine neue. Bei privaten Einladungen zu schnäuzen. Da Messer und Gabel noch relativ darf man sie aufheben und weiter benutzen. Auf- unbekannt waren, wischte man die fettigen Finger merksame Gastgeber(innen) bringen ihren Gästen ebenfalls am Tischtuch ab. Als die Serviette ihren jedoch automatisch eine neue. Ist das Mahl been- Siegeszug antrat, blieben die kostbaren Tischde- det, schlägt man sie entgegen ihrem ursprünglichen cken verschont, und die Kleidung der Gäste eben- Kniff ein und legt sie links neben den Teller. So er- so. Ein schlimmer faux pas ist, wer mit der Servi- kennt beispielsweise der Kellner, dass der Gast sein ette den Mund einfach abwischt (oder Lippenstift Mahl beendet hat. Früher legte man Papierserviet- damit wegschmiert)! Man darf die Lippen lediglich ten auf das Teller, heute gelten für beide Servietten- abtupfen und zwar bevor man trinkt. Auf diese Art typen dieselben Regeln. vermeidet man hässliche Fettflecken auf dem Glas. Dann sieht das Glas nicht nur besser aus, sondern der Inhalt schmeckt auch gleich besser.
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    Soft Skills BasicII 38 So finden Sie Ihren individuellen Busine s s Style Neben perfekten Umgangsformen wird in den Unternehmen heute verstärkt Wert auf ein passendes, geschmackvolles Äußeres gelegt. Allerdings wird Ihnen kein Unternehmen der Welt genau sagen können, welche Kleidung oder welches Make-up den Wertvorstellun- gen entspricht, die von dem Unternehmen verkörpert werden. Zwischen klassisch-kon- servativ wie bei den Finanzdienstleistern bis hin zu leger-kreativ wie in der Medienbranche liegt eine erhebliche Spannbreite. Nicht ganz einfach also, immer die richtige Kleidung aus- zuwählen oder das passende Make-up aufzu- legen. Denn Kleidung soll die Persönlichkeit unterstützen und nicht die Funktion einer Uni- form einnehmen.
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    Soft Skills BasicII So finden Sie Ihren individuellen Business Style 39 Dresscodes: Wo gehört sich was? Dieser Look ist angemessen für Jobeinsteiger, im mittleren Bereich für Präsentationen oder andere Vor- Der Dresscode, für den Sie sich entscheiden, ist führtermine, auf oberer Ebene (auf der nicht die o.g. davon abhängig, in welchem Unternehmen Sie ar- förmliche Kleidung erwartet wird) täglich geeignet. beiten. In einer Agentur für neue Medien herrscht ein anderer Kleidungsstil als in der klassischen Un- ternehmensberatung. So gesehen hat jede Branche } 3. Lockerer Business-Stil bedeutet… ihren eigenen Dresscode, an dem Sie sich orientie- … alles, was Sie auch samstags anziehen würden ren müssen. und trotzdem gut Ihrem Vorstandsvorsitzenden auf der Straße begegnen könnten. Für die Da- Grob gesehen gibt es vier unterschiedliche Dress- men: Schickes Top (z.B. Bluse), Blazer oder um die codes, die in jeweils unterschiedlichen Branchen bzw. Schultern ein Pullover, schmale (meist helle) Hose, zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden: flache Schuhe, Schmuck und Accessoires dezent und hochwertig } 1. Sehr förmlicher Look bedeutet… Für die Herren: Sakko (oder um die Schultern ein … für die Damen: Dunkler Hosenanzug oder Kos- Pullover), Hemd, (meist helle) Hose tüm, dezente Accessoires, unauffälliger Schmuck … für die Herren: Dunkler Anzug mit passendem Dieser Look ist angemessen für Unternehmen, in Hemd, eventuell Weste, Krawatte denen intern Styling (Mode etc.) wichtig ist. Wenn allerdings wichtige Termine (Kunden, Meeting) an- Dieser Look ist angemessen ab Geschäftsfüh- stehen, besser zu Kombinationen übergehen. rerebene in der Wirtschaft (z.B. Banken, Versiche- rungen, Industrie) und bei führenden Politikern. } 4. Bequeme Kleidung bedeutet… …Pullover, Sneakers, Polohemd, Jeans etc. und ist } 2. Kombinationen bedeuten… geeignet, wenn Sie ausschließlich privat unterwegs … für die Damen: Zusammenspiel von Blazer und sind oder im Einmann-Unternehmen ohne direkten andersfarbigem Rock oder Hose. Als lebendige Ac- Außenkontakt arbeiten. cessoires sind z.B. Halstücher geeignet. … für die Herren: Zusammenspiel von Sakko und dunkler Hose sowie Hemd und Krawatte.
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    Soft Skills BasicII So finden Sie Ihren individuellen Business Style 40 Frühling oder Winter: } Der Frühlingstyp Welcher Farbtyp sind Sie? Typbeschreibung Hautfarbe: Pfirsichrosa bis Goldbeige, oft mit Som- In der Farb- und Stilberatung unterscheidet man mersprossen und Neigung zur Rotwangigkeit vier unterschiedliche Farbtypen. Diese orientieren Haarfarbe: Warmes Blond oder Rot bis hin zu Braun sich an den vier Jahreszeiten und heißen dem ent- mit Goldschimmer. sprechend Frühling-, Sommer-, Herbst- und Win- Augenfarbe: Blau, Grün, Wasserblau, Goldbraun tertyp. Jeder Mensch kann sich in einem der vier Farbtypen wiederfinden – Mischtypen gibt es nicht. Passende Farbwahl: Beige, Goldbraun, Creme, Pastelltöne Was sind die Vorteile desjenigen, der sich „seines“ Ungünstige Farben: Harte Kontraste (schwarz/ Farbtyps bewusst ist? Ganz einfach: Er wirkt – und weiß), kalte Farben zwar typgerecht - harmonisch und übereinstim- Stil: sportlich, natürlich mend. Ganz zu schweigen davon, dass teure Fehl- Accessoires: goldfarben einkäufe unpassender Kleidung der Vergangenheit angehören. } Der Sommertyp Es ist nicht ganz einfach, sich selbst einem der vier Typbeschreibung Farbtypen zuzuordnen. Bei Unsicherheiten sollten Hautfarbe: bläulicher Unterton, hellhäutig, rosig- Sie Ihre Farbentscheidung noch einmal von einem beige; in der Sonne Neigung zu guter Bräune professionellen Anbieter überprüfen lassen. Zumal Haarfarbe: In der Kindheit blond; im Laufe der Zeit dort mit einer Farbpalette von bis zu 10 Farben nachgedunkelt bis maximal mittelbraun gearbeitet werden kann. Anderenfalls könnte sich Augenfarbe: Blau, Grün, Grau, Haselnussbraun die Farbentscheidung genau in die falsche Rich- tung bewegen – und die falschen Farben bewirken Passende Farbwahl: Kalte Pastelltöne wie Mint, erstaunliche Veränderungen. Fältchen, Augenringe Hellgrau, Hellblau, alle Blaugrüntöne, blaustichige oder Rötungen können bei falscher Farbwahl deut- Pink-/Rot-/Malventöne lich hervorstechen – und umgekehrt bei richtiger Ungünstige Farben: gelbliche Beigetöne, Erdtöne, Farbwahl überspielt werden. warme Farbtöne Stil: sportlich feminin/männlich Accessoires: Silber, Platin, Weißgold
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    Soft Skills BasicII So finden Sie Ihren individuellen Business Style 41 } Der Herbsttyp Passende Farbwahl: Kühle, kräftige Farben mit Der Herbsttyp ist weit verbreitet; viele Menschen er- bläulichem Unterton basierend auf weiß, schwarz, kennen sich in ihm wieder. grau, schwarzblau, bordeaux. Ungünstige Farben: Erdtöne, Gold Typbeschreibung Stil: puristisch, klar Hautfarbe: echt Rothaarig mit hellem bis dunklem Accessoires: Silber, Platin, Weißgold Hautton und Sommersprossen/extrem heller Haut- typ mit elfenbeinfarbenem Teint/tiefbronzefarbener Hauttyp Orientieren Sie sich an Ihrem Farbtyp, so können Haarfarbe: In der Kindheit oft Goldblond; später Sie Ihre Persönlichkeit wirkungsvoll unterstreichen Kastanienbraun, Kupferrot, Goldblond, warmes und auf einfache Art und Weise mehr Wirkung er- Braun mit rötlichem Schimmer zielen. Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp: Bei Augenfarbe: meist Braun, selten Grün oder Blau Unsicherheiten einfach vor den Spiegel stellen und verschiedene Farben anhalten – die Wirkung ist fas- Passende Farbwahl: Warme Farben mit gelblichem zinierend. Unterton wie Erdfarben, Rosttöne, Kupfer, Karamel- braun, Kamelhaarbraun Ungünstige Farben: schwarz, weiß, pink, kalt ABC der edlen Dresscodes Stil: rustikal, sportlich Accessoires: Gold So manche Kleidervorschrift birgt Ihre Stolperstei- ne. Damit Ihnen diese Fettnäpfchen erspart blei- ben, hier einige Hinweise. } Der Wintertyp Tybeschreibung Zunächst einmal: Angaben zur Kleidervorschrift Hautfarbe: Oft bläulicher Unterton; manchmal oliv- richten sich immer an die Herren. Wie sich die Da- farben mit blass-gelblichem Unterton; manchmal men zu kleiden haben, ist daraus abzuleiten... hell Haarfarbe: dunkel; d.h. hellbraun bis hin zu blau- } Black Tie schwarz. In der Kindheit manchmal weizenblond Dieser Dresscode steht nicht etwa für die „schwarze Augenfarbe: Braun, Grün, Blau Krawatte“ sondern bedeutet, dass Sie einen Smo- king tragen müssen. Zur „Ausrüstung“ gehören au- ßerdem ein schwarzes Hemd mit verstärktem Kra-
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    Soft Skills BasicII So finden Sie Ihren individuellen Business Style 4 gen und Doppelmanschetten, Kummerbund und } Cut Einstecktuch, schwarze Fliege, schwarze elegante Der Cut (auch Morning Coat genannt) ist der Frack Schuhe. Die Dame trägt eine schwarze lange Robe. für den Tag, also für Anlässe, die vor 15 Uhr stattfin- Ihre Abendtasche muss kleiner sein als der Kopf. den. Zum Cut trägt man die gestreifte Stresemann- Accessoires dürfen farbig sein. hose, graue Weste, weißes Kragenhemd mit silber- grauer Krawatte, grauen Zylinder, sowie am linken Revers eine weiße oder rote Nelke. } Business Casual Faustregel: „Wie im Büro“. Hemd und Jackett bzw. Hosenanzug oder Kostüm, Krawatte ist nicht zwin- } Smart Casual gend. Jeans und Sneakers/Turnschuhe jedoch Dieser Hinweis steht meist in Einladungen, die after- meist nicht erwünscht. work stattfinden. Hier ist konservative Businessklei- dung entsprechend dem täglichen Dresscode Ihrer Firma der richtige Stil. Für die Dame gilt entspre- } Casual chend das Gleiche. Findet sich dieser Begriff auf Ihrer Einladung, so ist gehobene Freizeitkleidung angesagt. Das bedeu- tet im Detail: Gebügelte Baumwollhose, Polohemd } White Tie und Jackett. Alternativ geht auch ein Hemd ohne Dieser Hinweis bedeutet, dass Sie einen Frack tra- Krawatte und (damit es angezogener aussieht) ein gen müssen. Der Frack wird immer erst nach 15 Pullover um die Schultern. Uhr oder im Idealfall am Abend getragen. Dazu ge- hört als „Ausrüstung“ ein schwarzer Zylinder, eine weiße Weste, ein weißes Frackhemd, Umschlag- } Cocktail manschetten, eine weiße Schleife und schwar- Wenn, dann erst ab 16 Uhr und bei eleganten Anläs- ze Lackschuhe. Achtung: Nur Kellner tragen eine sen. Der Herr trägt: Hochgeschlossenen, dunklen schwarze Schleife zum Frack!! Für die Dame gilt es, Anzug, Hose mit Bügelfalte, Hemd, dunkle Krawat- ein bodenlanges Abendkleid in schwarz, weiß oder te und Schnürschuhe. Für die Dame ist der „Klas- grau zu tragen. siker“ schlechthin angesagt: Das kleine Schwarze. Schultern, Dekolleté und Bein (erst ab Knie) dürfen gezeigt werden.
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    Soft Skills BasicII 43 Te i l E : Der Weg zur starken Persönlichkei t Tipps für ein ver- bessertes Selbstbe- wusstsein Viele Menschen möchten gerne selbstbewuss- ter sein. Sie bewundern andere für ihr forsches und offenes Auftreten und finden sich selbst zu schüchtern oder zu unsicher. Aus diesem Grund haben wir für Sie die wichtigsten Tipps für mehr Selbstsicherheit zusammengefasst. Beim Thema Selbstbewusstsein geht es in erster Linie darum, wie Sie zu sich stehen und wie Sie sich selbst annehmen können. An der Einstellung zu sich selbst zu arbeiten kostet durchaus Kraft und Ener- gie. Bevor Sie weiter lesen, sollten Sie sich fragen, ob sie dazu bereit sind. Ja? Prima, dann los!
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    Soft Skills BasicII Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 44 Forschen Sie nach den Ursachen Lernen Sie sich selbst besser kennen Wissen Sie, warum Ihr Selbstbewusstsein nicht so Sich selbst besser kennen zu lernen, ist ein wich- stark ist, wie Sie es sich wünschen? Oftmals lie- tiger Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbewusst- gen die Gründe hierfür in der Kindheit. Sätze wie sein. Oft ist das Bild, das wir von uns selbst haben, „Lass das sein, das schaffst du sowieso nicht.“ stark verzerrt. Wir empfinden uns beispielsweise oder „Was soll aus dir bloß mal werden?“ prägen dicker oder unfähiger, als wir es tatsächlich sind. viele Menschen über Jahrzehnte hinweg. Darüber Jeder Mensch hat viele liebenswerte Seiten, Fähig- hinaus können auch einzelne Erlebnisse, wie das keiten, Eigenschaften und Verhaltensweisen, die Verlassenwerden von einem wichtigen Menschen, ihn wertvoll und einzigartig machen. Versuchen Sie, zu mangelndem Selbstbewusstsein führen. sich selbst aus einer freundlichen Distanz zu beob- achten und so kennen zu lernen, wie Sie einen an- Nutzen Sie die folgenden Fragen, um die möglichen deren Menschen kennen lernen würden - offen und Ursachen für einen eventuellen Mangel Ihres Selbst- neugierig. bewusstseins zu finden: } Welche Botschaften über sich selbst haben Lernen Sie, sich anzunehmen Sie in der Kindheit gehört? Was hat man direkt zu Ihnen gesagt und was wurde über Sie Nur wer sich selbst annehmen kann und zu sich gesagt? selbst steht, hat Selbstbewusstsein und wirkt selbstsicher nach außen. Sich selbst anzunehmen, } Was stand in Ihrem Zeugnis über Sie? scheint für viele Menschen schwer zu sein. Wir kriti- } Wie sind die Menschen in Ihrem Umfeld damit sieren uns, hadern mit unserer Figur, unserer Intelli- umgegangen, wenn Sie etwas falsch gemacht genz und unserem Aussehen. Meistens sind wir mit haben? uns selbst strenger, als wir es mit jedem anderen Menschen wären. } Wie groß ist oder war das Selbstbewusstsein Ihrer Eltern? Probieren Sie dagegen einmal folgende Übung } Sind Sie verlassen worden? Wenn ja von wem aus: Setzen Sie sich vor einen Spiegel, schauen und wie sind Sie damit umgegangen? Sie sich selbst in die Augen und sagen Sie sich „... (Ihr Name), Du bist ein wundervoller und wertvoller Mensch - ich mag Dich.“ Machen Sie sich keine Sor- gen, wenn Sie sich mit dieser Übung schwer tun. Es
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    Soft Skills BasicII Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 45 fällt tatsächlich vielen Menschen schwer, sich etwas Lernen Sie, mit Kritik umzugehen Nettes zu sagen. Dabei ist das sehr wichtig: Sich selbst zu mögen, ist eine Grundvoraussetzung für Die Kritik eines Menschen ist nichts anderes als sei- ein zufriedenes und glückliches Leben. Mehr noch ne ganz persönliche Meinung. Ein anderer Mensch - sich selbst zu lieben, ist die Basis dafür, auch an- kann schon wieder etwas ganz anderes denken. dere lieben zu können. Lassen Sie nicht zu, dass Kritiker Ihr Selbstbe- wusstsein erschüttern. Wichtig: Hören Sie sich Kri- Deshalb: Stoppen Sie sich selbst, wann immer Sie tik offen an, seien Sie bereit etwas dazuzulernen etwas denken, das sich folgendermaßen anhört: und entscheiden Sie selbst, welcher Meinung Sie „Na toll, ich mache immer alles falsch.“ Je öfter folgen möchten. Sie sich eine solche innere Kritik bewusst machen, umso leichter wird es Ihnen fallen, diese Sätze durch etwas Versöhnliches zu ersetzen, wie „Na ja, Lernen Sie „Nein“ zu sagen das war nicht so toll, aber das nächste Mal mache ich es viel besser.“ Selbstbewusst zu sein, heißt auch, zu wissen, was gut für einen ist und was nicht. Üben Sie sich des- halb darin, auch mal „Nein“ zu sagen, wenn Sie Entscheiden Sie selbst etwas nicht möchten - tun Sie es freundlich aber bestimmt und vor allem ohne schlechtes Gewissen. Wir sind es gewohnt, andere Menschen um ihre Wenn Sie anfangs zu große Schwierigkeiten damit Meinung zu fragen. Wir orientieren uns an Vorschlä- haben, dann fangen Sie mit einem „Ich überlege es gen anderer und hoffen mit deren Rat das „Rich- mir“ an. Auch kleine Schritte führen zum Erfolg! tige“ zu tun. Je mehr Sie die vermeintliche Sicher- heit bei Anderen suchen, desto abhängiger machen Sie sich von deren Urteil. Lernen Sie, sich selbst zu Arbeiten Sie an Ihrer Ausstrahlung vertrauen. Gewöhnen Sie sich daher an, Ihre Ent- scheidungen (bei denen es nur um Sie geht) alleine Unsere Ausstrahlung ist entscheidend dafür, wie zu treffen - wenn nötig auch entgegen der Meinung selbstsicher wir auf andere Menschen wirken. Das anderer. Interessante: Wenn wir positiv und selbstbewusst wirken, baut das Feedback anderer Menschen un- ser Selbstbewusstsein noch weiter auf. Dadurch entsteht eine kleine Erfolgsspirale.
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    Soft Skills BasicII Tipps für ein verbessertes Selbstbewusstsein 46 Für Ihre Ausstrahlung ist vor allem Folgendes wichtig: } Kleidung, Frisur und Äußeres Entscheidend ist weniger, welche Kleidung Sie tra- } Körpersprache gen oder welche Figur Sie haben - entscheidend Die Körpersprache ist wesentlich bedeutungsvoller, ist, dass Sie sich wohl fühlen. Passen Sie sich Ih- als viele vermuten - sie macht den größten Teil un- rem Umfeld nur so weit an, dass Sie nicht vollkom- serer Kommunikation aus! Achten Sie deshalb ab men unpassend gekleidet sind (es sei denn, Sie sofort auf die Körpersprache anderer Menschen fühlen sich damit wirklich wohl - aber wer tut das und vor allen Dingen auf Ihre eigene. Welche Hal- schon?). tung, Mimik und Gestik wirkt offen und positiv, wel- che unsicher und verschlossen? Überlegen Sie sich einmal: Wie bewegt sich ein selbstbewusster, er- Führen Sie Buch über Ihre Erfolge folgreicher Mensch? Machen Sie es ihm nach! Legen Sie sich Ihr ganz persönliches Erfolgsbuch an. Schreiben Sie darin alles auf, was Sie erreicht } Sprache haben - große und auch kleine Dinge. Schneiden Die Art, wie Sie sprechen, die Lautstärke, Betonung Sie sich Fotos aus Zeitschriften aus, die Ihren Erfolg und Wortwahl hat Wirkung auf Ihre Zuhörer. Wenn symbolisieren oder malen Sie etwas dazu. Blättern Sie sich mit einer wohlklingenden, kräftigen Stim- Sie immer wieder in diesem Buch und werden Sie me Gehör verschaffen können, gibt Ihnen das viel nicht müde, Ihre Erfolge zu feiern! Sicherheit. Ihre Stimme können Sie bei Bedarf in einem guten Rhetorikkurs trainieren.
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    Soft Skills BasicII 47 Sie haben Stärken und Schwächen! Die größte aller Schwäche ist zu fürchten schwach zu sein. (J.B.Bossout) Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat. (Theodor Storm) Viele Menschen hadern mit ihren Schwächen, anstatt sich ihrer Stärken zu besinnen. Scha- de – denn die meisten von ihnen könnten so viel mehr erreichen, wenn Sie ihre Stärken ausbauen würden, anstatt ihre Schwächen auf Mittelmaß heraufzuschrauben. Wenn Sie sich bewusst sind, wo Ihre Stärken liegen und diese nutzen, werden Sie Spitzenleistungen erbringen!
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    Soft Skills BasicII Sie haben Stärken und Schwächen! 48 Eine Frage zur Einstimmung Eine Frage der Generation? Was glauben Sie, was Ihnen mehr helfen wird, sich Jüngere Menschen neigen dazu, ihre Schwächen zu verbessern: Die Kenntnis Ihrer Stärken oder die möglichst genau kennen zu wollen. Sie sehen in Kenntnis Ihrer Schwächen? Stellen Sie sich vor, Sie ihren Schwächen einen großen Hemmschuh für ihr haben folgende Wahlmöglichkeit: Sie dürfen sich berufliches Vorankommen. Dieses Verhalten ist ver- für ein einziges Seminar entscheiden. In dem einen ständlich, denn in der Phase der beruflichen Erstori- werden Sie Ihre Stärken um 10 Prozent verbessern entierung weiß man ja noch nicht so genau, was in und in dem anderen Ihre Schwächen um 50 Prozent der Praxis für Anforderungen bestehen. Stellt man reduzieren. Wofür werden Sie sich entscheiden? diese Frage älteren Menschen, kehrt sich das Ergeb- nis der Befragung um. Ältere Menschen haben ge- Stellen Sie diese Fragen doch einmal Ihren Freun- lernt, ihre Schwächen zu akzeptieren, und wollen es den und Bekannten. Hören Sie intensiv zu und ler- in der Regel auch nicht mehr allen Recht machen. nen Sie die unterschiedlichsten Argumentationen und Ihre Gesprächspartner besser kennen. Da es kein Richtig oder Falsch gibt, ist es nicht erforder- Was motiviert einen Menschen? lich, dass Sie Ihre Gesprächspartner zu einer Po- sition bekehren. Dies würde im Normalfall nur zu Nehmen wir einmal an, Sie hätten ein Kind, und unnötigen Streitgesprächen führen. eines Tages kommt Ihr Kind mit seinem Zeugnis nach Hause. Da steht es nun schwarz auf weiß: Hören Sie einfach zu und nehmen Sie wahr, wie Biologie , Mathematik , Geschichte 3, Sport , Menschen dazu neigen ihre Schwächen zu recht- Physik 1, Deutsch 3, Englisch 5. Über welche Note fertigen, zu verteidigen und für ihre aktuelle Situati- werden Sie mit Ihrem Kind am längsten reden? on verantwortlich zu machen. Die gängigsten For- mulierungen lauten zum Beispiel: „Wenn ich mehr In der Praxis sieht es so aus, dass die meisten Eltern Berufserfahrung hätte...“, „Wenn ich etwas ande- mit Ihrem Kind am längsten über die schlechteste res studiert hätte...“ oder „Wenn ich einen anderen Note sprechen werden. Das ist in der Regel nicht Chef hätte...“ sehr motivierend. Keine Frage, eine fünf in Englisch ist nicht besonders gut. Darüber muss man reden – aber wie lange? Kinder – und auch Erwachsene - sind viel leichter über Erfolgserlebnisse zu motivie- ren. Und Erfolgserlebnisse haben wir in der Regel da, wo wir unsere Stärken haben.
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    Soft Skills BasicII Sie haben Stärken und Schwächen! 49 Ist es sinnvoll, überwiegend an seinen Angstzustände durchleben und sich ständig davor Schwächen zu arbeiten? fürchten „ertappt“ zu werden. Die Antwort lautet eindeutig „Nein!“ Wenn wir Die meisten Menschen haben Angst vor ihren schwerpunktmäßig an unseren Schwächen arbei- Schwächen. Die Angst ist aber der größte Feind ten, werden wir in der Regel nur drei Dinge erreichen: Ihres Erfolgs. Denken Sie daran: Nicht die Dinge Schadensbegrenzung, Fehlschläge verhindern und selbst beunruhigen Sie, sondern die Vorstellung da- Mittelmaß. Aber nie werden wir herausragende von. Die einzige Lösung dagegen lautet: Handeln Leistungen erzielen. Sie! Stellen Sie sich der Angst und machen Sie den Herausragende Leistungen kommen immer aus ersten Schritt. Sie werden sehen, wie schnell Ihr unseren Stärken. Natürlich ist es für das Kind, das Handeln Ihre Ängste auflöst. eine fünf in Englisch hat, wichtig, soweit an einer Notenverbesserung zu arbeiten, dass die Verset- zung in die nächste Klasse nicht gefährdet ist. Es Nutzten Sie Ihre Begabungen wird jedoch keinen Sinn haben, eine eins oder zwei in Englisch anzustreben. Diese Zeit sollte viel besser Sind Sie der Meinung, dass Sie bei der göttlichen in die offensichtlich vorhandene naturwissenschaft- Verteilung von Talenten und Naturbegabungen nur liche Begabung investiert werden! unzureichend berücksichtigt wurden? Eine ganz falsche Frage, denn entscheidend ist doch nicht, was Sie alles nicht haben, entscheidend ist, was Sie Stellen Sie sich Ihren Schwächen – jeder hat aus dem machen, was Ihnen zur Verfügung steht. welche! Nur selten bekommt derjenige das größte Stück Für unsere Stärken werden wir von unseren Mit- vom Kuchen, der über die größte Begabung ver- menschen geachtet und respektiert. Da wir aber fügt. In den meisten Fällen ist am Ende derjenige rundum gefallen wollen, sind uns unsere Schwä- vorne, der gelernt hat sich selbst anzunehmen und chen eine unangenehme Last, die es abzuschütteln seine Stärken gezielt einzusetzen. Wenn Sie nicht gilt. Von diesem Wunsch sollten wir uns allerdings die gleichen Talente haben wie Ihre Mitmenschen, so schnell wie möglich lösen. Denn gerade diese dann müssen Sie möglicherweise andere Wege Mischung aus Stärken und Schwächen macht uns gehen. Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Erfolg als Mensch unverwechselbar - hierin ist unsere Per- nicht von der Anzahl Ihrer Talente abhängig ist, sönlichkeit verwurzelt! Es gibt sehr viele Menschen, sondern vielmehr davon, was Sie aus Ihren Ta- die, um ihre Schwächen zu verbergen, regelrechte lenten machen.
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    Soft Skills BasicII Sie haben Stärken und Schwächen! 50 Bauen Sie Ihre Stärken aus. Jetzt! Zu guter Letzt Beginnen Sie umgehend damit, Ihre Stärken aus- Lernen Sie, sich mit den Dingen abzufinden die Sie zubauen. Konzentrieren Sie sich auf das was Sie nicht ändern können - ändern Sie stattdessen Ihre können. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein durch Einstellung. Wenn es regnet, spielt es für den Regen Erfolgserlebnisse. keine Rolle, ob Sie lachen oder traurig sind. Für Sie macht es allerdings einen sehr großen Unterschied. Erstellen Sie eine Liste mit all Ihren Stärken und Schwächen. Machen Sie sich nichts vor und seien Wenn Ihnen die eine oder andere Begabung fehlt, Sie ehrlich zu sich selbst. Da, wo Sie wirklich Schwä- werden Sie diesen Zustand nicht ändern, indem Sie chen haben, die Ihnen beim Erreichen Ihrer Ziele neidisch oder eifersüchtig auf Andere sind. Im Ge- im Weg sind, sollten Sie sich Kooperationspartner genteil, Sie werden dann eher von Ihren Mitmenschen suchen. Suchen Sie hierfür den Kontakt zu Men- gemieden. Nehmen Sie sich selbst an und zeigen Sie, schen, die genau in Ihrem Defizitbereich ihre Stär- dass Sie sich Ihrer Schwächen bewusst sind und ge- ken haben und umgeben Sie sich mit Personen, die lernt haben, damit entsprechend umzugehen. Sie unterstützen können. Nehmen Sie sich ein neues Blatt Papier und schrei- Betrachten Sie Ihre Situation und überlegen Sie sich ben Sie all Ihre Stärken, Talente, Fähigkeiten und was Sie ändern können. Sicherlich werden Sie nicht bisherigen Erfolge noch einmal auf das neue Blatt. alles auf ein Mal ändern können. Manche Dinge benö- Schreiben Sie Ihre Stärken in Ihrer schönsten Schrift. tigen einfach Zeit. Aber wenn Sie niemals anfangen, Diese Liste tragen Sie nun in Zukunft ständig mit dann werden Sie gar nichts ändern. Machen Sie sich sich. Diese Liste ist Ihr Schlüssel zu mehr Selbst- einen konkreten Plan und nehmen Sie sich selber in bewusstsein. Immer wenn Sie in Zukunft zögern, die Pflicht, einen Schritt nach dem anderen zu tun. lesen Sie sich „Ihre“ Potenzialliste durch und Sie werden spüren, wie viel Energie Ihnen die Kenntnis Wenn Sie sich diese Ratschläge zu Herzen neh- und Erinnerung an Ihre Stärken gibt. men, werden Sie eine positive, selbstbewusste und leistungsstarke Persönlichkeit. Sie strahlen Souve- ränität aus und man wird Ihnen gerne verantwor- tungsvolle Aufgaben übertragen. Denn: Ihre Mit- menschen und auch Ihre Vorgesetzen merken, ob Sie unter Druck stehen oder ob Sie mit sich selbst im Reinen sind.
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    Soft Skills BasicII 51 Self Talk - Die Kuns t des positiven Selbs t- gesprächs Stellen Sie sich einmal vor, zwei Menschen be- kommen die gleiche Aufgabe: ein Kartenhaus bauen. Der eine sagt: „Ich kann es probieren, vielleicht klappt es.“ Der andere sagt: „Ohgot- tohgott, bei mir klappt das eh nicht.“ Wessen Kartenhaus wird zuerst stehen? Unabhängig davon, ob Sie glauben, Sie können etwas errei- chen, oder ob Sie glauben, sie können etwas nicht erreichen, Sie haben in jedem Fall Recht. Das, was Sie glauben, entsteht aus dem, was Sie sich selbst immer wieder einreden, aus Ih- rem Self Talk.
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    Soft Skills BasicII Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 5 Was ist Self Talk? Woher kommt negativer Self Talk? Self Talk ist unsere eigene Kommunikation mit uns Oftmals haben wir uns unseren (negativen) Self selbst und über uns selbst. Hierbei gibt es drei Talk unbewusst angewöhnt. Dies kann während Möglichkeiten: der Kindheit geschehen sein oder erst später. Wird einem Kind immer wieder gesagt, es sei dumm, so } Sätze, die wir über uns zu uns selbst laut verinnerlicht es diesen Gedanken und sagt irgend- sagen. wann selbst, es sei dumm. Ähnlich verhält es sich mit kontinuierlich eingebläu- } Sätze, die wir über uns zu anderen Menschen ten Sätzen wie „Das brauchst du erst gar nicht an- laut sagen. fangen, das kannst du eh nicht, bei dir klappt das } Gedanken der Selbstreflexion, also das, was wir eh nicht.“ Oder mit negativem, pessimistischen über uns selbst denken (leise, ohne Sprache). Denken, das von den Eltern vorgelebt und vom Kind via Self Talk übernommen wird. Vielleicht hat Wie wir über uns sprechen oder denken beeinflusst tatsächlich einmal etwas nicht geklappt. Das kann viel. Positiver, ermutigender Self Talk motiviert und passieren. Verweilen Sie dann nicht in Gedanken bei hat einen guten Einfluss auf das Wohlbefinden. Ne- früheren Fehlern. Das bringt Ihnen nichts. Lernen gativer Self Talk hingegen führt bis hin zu Unsicher- Sie aus den Fehlern und gehen Sie weiter. Wenn Sie heit, Selbstzweifel, Lustlosigkeit, Unzufriedenheit, aus irgendeinem Grund nichts daraus lernen kön- Unmotiviertheit, Unglücklichkeit, und vielem unan- nen, dann gehen Sie erst recht weiter. Nehmen sie genehmen mehr. sich vor, es das nächste Mal auf eine andere Art zu probieren. Schauen Sie nicht zurück. Beim Auto- Bei den meisten Menschen ist Self Talk eher ne- fahren können Sie ja auch nicht erfolgreich vorwärts gativer Art. Man redet sich ein, dass irgendwelche fahren, wenn Sie permanent in den Rückspiegel Aufgaben zu schwierig sind. Man bremst sich da- starren. durch ab, traut sich weniger an die Dinge heran und wird sie deswegen eher nicht in Angriff nehmen. Man wird mit einer solchen Einstellung nur die we- niger schwierigen Aufgaben erreichen und wird so in seiner anfänglichen Einstellung bestätigt - als sich selbst erfüllende Prophezeiung.
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    Soft Skills BasicII Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 53 Warum ist Self Talk so entscheidend? Anders ausgedrückt: Self Talk ist gleichsam eine sich selbsterfüllende Prophezeiung. Durch das, Je öfter wir einen Gedanken denken, desto mehr woran wir wirklich glauben, verursachen wir bereits, glauben wir daran, dass der Gedanke stimmt. Wir dass wir es erreichen. Prophezeien Sie sich etwas reden uns den Gedanken ein, unabhängig davon, Positives! ob der Gedanke wirklich korrekt ist. Dies funkti- oniert in positiver, wie in negativer Hinsicht. Wohl am treffendsten beschreibt dies Napoleon Hill um Tipps für positiveren Self Talk 1930: Everything a mind can conceive and believe, it will achieve. (Alles, was man sich vorstellen kann } Hören Sie sich selber zu! und bei dem man wirklich an dessen Realisierbar- Schärfen Sie Ihr Bewusstsein, wie sie mit sich selbst keit glaubt, wird man erreichen). kommunizieren. Kaufen Sie sich als Helfer eine Arm- Diese Erkenntnis ist nichts Neues. Erste Belege fin- banduhr, die jede Stunde piepst. Jede volle Stun- den sich bereits im . Jahrhundert im Talmud: de halten Sie dann kurz inne, um wahrzunehmen, wie Sie gerade mit sich selbst sprechen. Manche } Achte auf deine Gedanken, denn sie werden respektlose Frechheiten, die man sich selbst gele- deine Worte. gentlich sagt (z.B. „Ich Trottel“), würde man sich von anderen nicht sagen lassen. } Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Handlungen. } Unterlassen Sie negativen Self Talk! } Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Warum sollten Sie sich selbst fertig machen? Dafür deine Gewohnheiten. gibt es keinen Grund. Gehen sie gut mit sich um. } Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie wer- den dein Charakter. } Sprechen Sie ermutigend mit sich selbst! } Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Sagen sie nicht: „Ich kann dies oder jenes nicht.“ Schicksal. Ermutigen Sie sich. Sagen sie statt dessen: „Wenn ich mich anstrenge, kann ich das schaffen!“ oder „Ich habe ähnliche Situationen schon früher ge- meistert!“ oder „Andere können das, also kann ich das auch!“
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    Soft Skills BasicII Self Talk - Die Kunst des positiven Selbstgesprächs 54 } Bringen Sie Ihre Stärken ein! } Sagen Sie, wie Sie etwas wollen, statt wie Sagen Sie sich: „Ich kann es schaffen, weil ich so etwas sein sollte. mutig / ehrgeizig / höflich / redegewandt / fleißig / Wenn Ihnen etwas nicht passt, dann sagen Sie sich ausdauernd / loyal / kommunikativ / optimistisch / im Self Talk lieber, wie Sie es in der Zukunft haben gebildet / realistisch / anständig / freundlich / was- wollen, statt zu lamentieren, wie es jetzt sein sollte. auch-immer bin...“ Offensichtlich ist es ja derzeit anders, als es Ihnen beliebt. Wie aber sollte es sein? Ein gegenwärtiger Zustand lässt sich nicht mehr beeinflussen, wohl } Wählen Sie Ihre Worte sorgfältig. aber ein zukünftiger. Ihre Worte werden langfristig zu dem, was Sie glau- ben. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie daher manche Worte aus ihrem Sprachgebrauch strei- } Wiederholen Sie Förderliches chen. Dazu gehört beispielsweise das Wort „muss“. Sätze Ihres Self Talks, die förderlich sind, sollten Sie Sie müssen nichts. Überhaupt nichts! Wann immer so oft wie möglich wiederholen. So schadet es Ih- Sie sich einreden, sie müssten irgendetwas, reden rer Karriere beispielsweise nicht, wenn Sie im Self Sie sich damit automatisch ein, dass andere Men- Talk öfters sagen „Erst die Arbeit, dann das Vergnü- schen oder irgendwelche äußeren Umstände für gen!“ oder „Wenn ich will, kann ich alles schaffen!“ Sie Entscheidungen treffen. Dieser so genannte oder „Wenn ich etwas nicht schaffe, dann ändere externe Lokus der Kontrolle ist unangenehm. Der ich meine Herangehensweise und probiere es noch Mensch will in sich das Gefühl der Kontrolle über mal, solange, bis ich Erfolg habe!“ oder „Ich glaube, seine Entscheidungen haben, also einen internen dass alles gut wird!“. Lokus der Kontrolle. Streichen sie das Wort „muss“! Übernehmen Sie die Verantwortung für sich und entscheiden sich statt dessen für oder gegen et- } Üben Sie positiven Self Talk regelmäßig was. Ein weiteres zu streichendes Wort ist „unmög- Begrüßen Sie den Tag und sich jeden Morgen po- lich“. Der Erfolgsautor Napoleon Hill soll in seinem sitiv. Sagen Sie sich: „Es wird ein guter Tag!“, „Was Wörterbuch das Wort unmöglich sogar herausge- ich mir vorgenommen habe, wird gelingen!“, „Heute schnitten haben. Abend werde ich meinem Ziel ein Stück näher ge- kommen sein!“. Jeden Abend könnten Sie ein paar Highlights des Tages noch einmal Revue passieren lassen und sich sagen, was sie gut gemacht ha- ben.
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    Soft Skills BasicII 55 Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! Die Fähigkeit, in einer Situation aus mehreren Möglichkeiten die optimale Handlungsopti- on auszuwählen und umzusetzen, ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt. Allerdings sind in den meisten Berufen Be- denkenträger und Zauderer weniger gelitten. Vielmehr wird vom Mitarbeiter erwartet, dass er selbstständig und auf der Basis rationaler Argumente tragfähige Entscheidungen fällt. Wie Sie selbst entscheidungsfähiger werden können, skizzieren wir Ihnen in dem folgenden Artikel.
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    Soft Skills BasicII Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 56 Wie entstehen Entscheidungen? braucht mehr Kraft, um Pfade anzulegen. Derartige „Fußspuren“ helfen, Entscheidungen zu treffen. Je Nicht immer können wir frei entscheiden. Glückli- mehr „Fußspuren“ ein Mensch kennt, desto mehr cherweise! In bedrohlichen Stresssituationen ten- Entscheidungsoptionen hat er. Übliche „Trampel- diert der Mensch zu einer von drei grundlegenden pfade“ für Entscheidungen sind Kriterien wie „Im Entscheidungen, bekannt als Fight, Flight und Free- Zweifel das Gesündere“, „Das Bekannte eher als ze. Diese Programme werden vom Stammhirn, dem das Unbekannte“, „Das mit dem höchsten Nutzen ältesten Teil unseres Gehirns, in Sekundenbruchtei- zuerst“, „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. len gestartet. Sie dienen dazu, unser Überleben zu sichern, indem wir im Angesicht einer Gefahr kämp- fen, flüchten oder uns tot stellen. In allen anderen, Der Gedanke der Zeitverschwendung weniger stressigen Situationen können wir jedoch frei entscheiden. Dies ermöglicht uns der Neocor- Eine wichtige Maxime lautet: Das Verzögern von tex, der evolutionsgeschichtlich neueste Teil unseres Entscheidungen bringt keine Vorteile. Gehirns. Dieses so genannte Großhirn ist ungeheu- Stellen Sie sich hierzu folgendes Bild vor: Ein Esel er leistungsstark und hilft uns Dinge genauestens zu steht ganz allein in der Mitte zwischen zwei gleich durchdenken. Leider braucht das Entscheiden da- großen Häufen von frischem, duftendem Heu. Er durch manchmal unnötig lang – oder findet gar nicht grübelt und überlegt, kann aber keinen rationalen statt. Es sei denn, man trainiert das Entscheiden… Grund erkennen, weswegen er den einen Haufen dem anderen vorziehen sollte. Beide Häufen sind gleich gut. Nach ein paar Wochen ist er abgema- Trampelpfade im Gehirn gert, nach ein paar Monaten tot. Furchtbar! Sich nicht zu Entscheiden, ist ebenfalls eine Entschei- Das Gehirn arbeitet in etwa wie folgt: Wenn man dung. Es ist die Entscheidung zum Warten und da- einen Gedankengang zum ersten Mal denkt, ist das mit zur Zeitverschwendung. Langes Warten bringt so, als ob man auf frischem Schnee eine - neuronale also nichts. Ergo: Trainieren Sie es, Entscheidungen - Fußspur hinterlässt. Beim zweiten Mal tritt man in zu treffen. bekannte Fußstapfen. Beim 100. Mal hat man ei- nen ausgetretenen Weg, den man bestimmt nicht verfehlt. Die Fußspuren für Entscheidungen werden ab der frühesten Kindheit gelernt. Neue Pfade hin- zuzufügen ist bis ins hohe Alter möglich. Allerdings ist dann der Schnee zunehmend vereist und man
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    Soft Skills BasicII Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 57 Wege aus der Unentschlossenheit findet nicht immer im Kopf statt, aber sicher nicht ganz ohne ihn. Letztendlich sollte man sich mit dem Es gibt viele Wege, um dem lähmenden Stadium Ergebnis wohl fühlen und daher auch das Herz be- der Unentschlossenheit zu entfliehen. Manche füh- fragen. Kurz gesagt: Eine Entscheidung muss kopf-, ren ans Ziel, manche nicht… herz-, und bauchverträglich sein. Normalerweise ist das gegeben, wenn die Entscheidung mit persön- lichen Werten im Einklang ist, also mit dem, wonach } A. Was funktioniert nicht? der Entscheidende im Leben strebt. Entscheidungen, insbesondere existentielle und persönlich wichtige Entscheidungen, muss man selbst treffen. Eine Abschiebung dieser Verantwor- Tipps zum Training Ihrer Entscheidungs- tung funktioniert nicht, weder das Abschieben auf fähigkeit den Zufall, noch auf andere Leute. Niemand will sich langfristig z. B. dem Ergebnis eines Münzwurfs un- } 1. Verabschieden Sie sich terordnen. Würfeln funktioniert ebenfalls nicht. Wür- von der Perfektion. fel, die statt der Zahlen 1 bis 6 die Aufschriften Ja!, Nein!, Sofort!, Vielleicht!, Später!, Besser Nicht! ha- Jede Entscheidung hat Konsequenzen. Alle Konse- ben, erwecken zwar den Eindruck, beim Entschei- quenzen in ihrer vollen Tragweite wird man jedoch den zu helfen, bringen aber letztendlich nichts. möglicherweise gar nicht überblicken können. Es gibt also keine „perfekte“ Entscheidung. Ein Restri- Und nur das zu tun, was Andere empfehlen, funk- siko bleibt immer. Sie dürfen Sich auch mal irren. tioniert leider ebenso nicht. Der Grund dafür ist fol- gender: Für die Konsequenzen einer Entscheidung müssen Sie selbst geradestehen - nicht der Würfel, } 2. Verabschieden Sie sich nicht andere Leute. von der Harmoniesucht. Es ist eher unwahrscheinlich, dass jeder mit jeder } B. Was funktioniert? Entscheidung zufrieden ist. Eine Redensart illus- Wie kommt man von Unentschlossenheit zu einer triert dies trefflich: „Allen Leuten recht getan ist eine Entscheidung? Möglicherweise kann man gele- Kunst, die keiner kann.“ gentlich sofort „aus dem Bauch heraus“ eine Ent- scheidung treffen. Falls das nicht der Fall ist, lässt sich folgender Tipp geben: Eine gute Entscheidung
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    Soft Skills BasicII Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 58 } 3. Trainieren Sie! zu finden. Fragen Sie eventuell Experten oder erfah- rene Freunde, wie sie die Situation sehen. Eventuell Üben Sie sich zunächst an Entscheidungen, die Ih- gibt es ja eine bessere Option, als die, die Sie bisher nen leichter fallen. Hierzu zwei konkrete Vorschläge. gesehen haben. Erstens: Wenn Sie im Supermarkt einkaufen, fragen Sie sich bei jedem Produkt ab sofort „Brauch ich das“ oder „Will ich das?“. Nur das, das Sie brau- } 5. Betrachten Sie Pro Contra. chen, legen Sie in den Einkaufswagen. Das trainiert Sie beim Entscheiden und spart Geld. Zweitens: Betrachten Sie die Entscheidungsmöglichkeiten Kaufen Sie sich einen Schredder (Papier-Häckse- und stellen Sie sich vier Fragen: Was spricht rational ler). Bei jedem Papier, das Sie reinstecken, treffen dafür? Was spricht rational dagegen? Was spricht Sie eine unwiderrufliche und sofort wirkende Ent- vom Gefühl her dafür? Was spricht vom Gefühl her scheidung. Das trainiert Sie im Entscheiden und dagegen? Trainieren Sie es, bewusst bei jeder Ent- schafft Ordnung. Wenn Sie 1.000 derartige Ent- scheidung diese vier Fragen zu stellen. Noch ein scheidungen getroffen haben, werden sie schneller Tipp: Malen Sie sich vor Ihrem inneren Auge ein reagieren, wenn Sie dann jemand fragt, ob Sie mit Bild, was Sie sehen, denken und fühlen würden, ins Kino kommen wollen. falls diese Möglichkeit Realität wäre. Wenn das, was sie sehen, mit Herz und Kopf im Einklang ist, spricht wenig dagegen. } 4. Suchen Sie weitere Optionen. Oftmals empfindet man eine Entscheidung als Ent- } 6. Wagen Sie den Sprung ins Ungewisse. weder/Oder-Wahl zwischen mehreren Optionen. Dies ist meistens nicht die vollständige Situati- An irgendeinem Punkt muss man den Sprung ins on. Allein aus logischen Gründen gibt es bei den Ungewisse wagen. Erstens, weil selbst eine gute Wahlmöglichkeiten A oder B auch noch die Mög- Entscheidung schlecht ist, wenn sie zu spät erfolgt. lichkeiten A und B sowie weder A noch B. Dazu Zweitens, weil es in den meisten Fällen so etwas kommen gegebenenfalls weitere Möglichkeiten (C, wie eine Gewissheit gar nicht gibt. Tun Sie es!!! D, ...) und eine Unzahl von Kombinationsmöglich- keiten. Bemühen Sie sich darum, weitere Optionen
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    Soft Skills BasicII Entscheidungsfähigkeit: Entscheiden leicht gemacht! 59 } 7. Erhöhen Sie den Entscheidungsdruck Falls Sie nach Schritt 6 noch nicht entschieden ha- ben, kann es sinnvoll sein, den Entscheidungsdruck vorsichtig zu erhöhen. Manchen hilft hier eine Sand- uhr, bis zu deren Ablaufen man sich entschieden haben muss. Andere bevorzugen das Entscheiden zu beschleunigen, indem sie im Winter im Freien bei Eiseskälte entscheiden. Wieder andere, die zu Geld kommen wollen, geben ihr ganzes Geld aus, um den Druck neues zu bekommen zu erhöhen, nach der Devise „Ärmer reicher werden!“. Krisen fördern also schnelle Entscheidungen. Normalerweise soll- ten erfahrungsgemäß die Entscheidungshilfen 1-6 genügen. Nun müssen Sie sich nur noch trauen, das, wozu Sie sich entschieden haben, auch umzusetzen. Zögern Sie nicht länger. Entscheiden Sie sich ent- schieden zu entscheiden!
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    Soft Skills BasicII 60 Impressum CoachAcademy Perspektive GmbH Silberburgstraße 187 70178 Stuttgart Telefon: 0711.658357 00 Fax: 0711.658357 11 info@coachacademy.de www.coachacademy.de Autoren dieser Ausgabe: Das Team der CoachAcademy Herausgeber: Heiko Lüdemann (V.i.S.d.P.) Redaktionsleitung: Carolin Lüdemann Redaktion: Dirk Baranek DTP-Grafik: vierelemente.com Ausgabe Version 1.0 (Januar 007) Urheberrecht:Alle Artikel, Beiträge, Abbildungen und Fotos in- nerhalb von CoachAcademy sind urheberrechtlich geschützt. Eine Nutzung dieser Inhalte für nicht-private Zwecke bedarf der schriftlichen Genehmigung der Geschäftsführung von CoachAcademy.
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    Soft Skills BasicII 61 Wa s i s t die CoachAcademy? CoachAcademy ist das Karrierenetzwerk des Stutt- garter Bildungsträgers Perspektive GmbH, der seit 1996 junge Menschen berät, trainiert und coacht. Auf den Internetseiten der CoachAcademy stehen Studenten, Absolventen und Berufseinsteigern re- daktionelle Beiträge zu den Themen Beruf, Karriere und Unternehmen zur Verfügung - und jeden Monat kommen weitere hinzu. Jährlich nehmen mehr als .000 junge Frauen und Männer die Gelegenheit wahr und trainieren für ihren beruflichen Erfolg. CoachAcademy bietet Karriereberatungen und Einzelcoachings sowie Seminare zu Managementtechniken, Führungs- techniken und Kommunikationstechniken an und ergänzt somit die akademische Ausbildung um wichtige Schlüsselqualifikationen. Unterstützt wird das Projekt unter anderem vom Arbeitgeberverband Südwestmetall, der IHK Heil- bronn-Franken und dem Würth-Konzern. Weitere Infos unter www.coachacademy.de