Presseinformation

Stuttgart, 10. August 2011




von Michael Beck


Die Marktmeinung aus Stuttgart



Infolge der Nachwirkungen der Bonitätsherabstufung der USA-
Schulden auf AA+ durch die Ratingagentur S&P markierte der
deutsche Aktienindex DAX mit dem zehnten Verlusttag in Folge
einen neuen Rekord. Zumindest deutet der Kursverlauf des
zehnten Verlusttages darauf hin, dass der Schluss-Sell-off hinter
uns liegt. Die massiven Intraday-Verluste von zeitweise -7
Prozent   konnten    nahezu      vollständig   aufgeholt   werden.
Stützungskäufe von Staatsfonds in Asien und Käufe großer
Fonds verhinderten unter anderem den großen Absturz an
diesem Tag. Die US-amerikanischen Börsen reagierten danach
zunächst sehr verschnupft auf die Weigerung der Fed, ein neues
Staatsanleihen-Kaufprogramm aufzulegen, drehten aber deutlich
ins Plus, nachdem die Ankündigung der Fed, ihre Leitzinsen bis
2013 bei nahe null zu belassen, für Beruhigung sorgte.


Diese Erholung setzte sich in Asien und Europa fort, sodass es
nun zu einer Verschnaufpause kommen kann. Unserer Meinung
nach ist eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums, mit der
schon seit längerem gerechnet wird, nun in den Kursen
enthalten. Eine massive „Weltrezession“ ist nicht in Sicht, daher
dürfte der Abwärtsdruck an den Märkten etwas nachlassen. Die
Angst davor wird aber, wenn auch etwas vermindert, die
nächsten Wochen bestimmen. Hauptprobleme bleiben nach wie
vor die ungelösten Schuldenprobleme in den USA und Europa
sowie die Inflationstendenzen in wichtigen Märkten wie China


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und Indien. Die Flutung der Finanzmärkte mit weiterem Geld
sorgt kurzfristig für Entspannung, löst aber nicht die strukturellen
Probleme. Die Marktteilnehmer werden weiterhin mit Argusaugen
jede Wirtschaftsnachricht aus den USA dahingehend prüfen,
inwieweit ein Rückfall in die Rezession verhindert werden kann.
Unabdingbar ist eine schnelle Lösung der Schuldenkrise in
Europa.   Die     Unstimmigkeiten        innerhalb   der    europäischen
Staaten und äußerst unprofessionelle Aussagen wichtiger
Protagonisten verschärfen die Lage eher, als dass sie zur
Beruhigung beitragen. Die Hoffnungen auf einen ruhigen
Sommer scheinen daher zu trügen.


Für langfristig orientierte Investoren bieten sich auf dem
gedrückten Kursniveau Einstiegschancen. Die nächsten Tage
müssen     aber     erst   zeigen,       ob    die   Irrationalität   vieler
Marktteilnehmer ganz gewichen ist. Kurzfristig orientierten
Anlegern bieten sich bei diesen Volatilitäten gute Chancen, der
hohen     Risiken    kurzfristig     starker     Schwankungen         bzw.
Kursrückgänge muss man sich aber bewusst sein.


Kontakt für den Leser:
Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG
Arnim E. Kogge
Leiter Private Banking
Leiter Institutional Banking
Mitglied des Direktoriums
Börsenplatz 1
70174 Stuttgart
Telefon +49 711-21 48-232
Telefax +49 711-21 48-250
marion.schuster@privatbank.de
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DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART

  • 1.
    Presseinformation Stuttgart, 10. August2011 von Michael Beck Die Marktmeinung aus Stuttgart Infolge der Nachwirkungen der Bonitätsherabstufung der USA- Schulden auf AA+ durch die Ratingagentur S&P markierte der deutsche Aktienindex DAX mit dem zehnten Verlusttag in Folge einen neuen Rekord. Zumindest deutet der Kursverlauf des zehnten Verlusttages darauf hin, dass der Schluss-Sell-off hinter uns liegt. Die massiven Intraday-Verluste von zeitweise -7 Prozent konnten nahezu vollständig aufgeholt werden. Stützungskäufe von Staatsfonds in Asien und Käufe großer Fonds verhinderten unter anderem den großen Absturz an diesem Tag. Die US-amerikanischen Börsen reagierten danach zunächst sehr verschnupft auf die Weigerung der Fed, ein neues Staatsanleihen-Kaufprogramm aufzulegen, drehten aber deutlich ins Plus, nachdem die Ankündigung der Fed, ihre Leitzinsen bis 2013 bei nahe null zu belassen, für Beruhigung sorgte. Diese Erholung setzte sich in Asien und Europa fort, sodass es nun zu einer Verschnaufpause kommen kann. Unserer Meinung nach ist eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums, mit der schon seit längerem gerechnet wird, nun in den Kursen enthalten. Eine massive „Weltrezession“ ist nicht in Sicht, daher dürfte der Abwärtsdruck an den Märkten etwas nachlassen. Die Angst davor wird aber, wenn auch etwas vermindert, die nächsten Wochen bestimmen. Hauptprobleme bleiben nach wie vor die ungelösten Schuldenprobleme in den USA und Europa sowie die Inflationstendenzen in wichtigen Märkten wie China . .
  • 2.
    und Indien. DieFlutung der Finanzmärkte mit weiterem Geld sorgt kurzfristig für Entspannung, löst aber nicht die strukturellen Probleme. Die Marktteilnehmer werden weiterhin mit Argusaugen jede Wirtschaftsnachricht aus den USA dahingehend prüfen, inwieweit ein Rückfall in die Rezession verhindert werden kann. Unabdingbar ist eine schnelle Lösung der Schuldenkrise in Europa. Die Unstimmigkeiten innerhalb der europäischen Staaten und äußerst unprofessionelle Aussagen wichtiger Protagonisten verschärfen die Lage eher, als dass sie zur Beruhigung beitragen. Die Hoffnungen auf einen ruhigen Sommer scheinen daher zu trügen. Für langfristig orientierte Investoren bieten sich auf dem gedrückten Kursniveau Einstiegschancen. Die nächsten Tage müssen aber erst zeigen, ob die Irrationalität vieler Marktteilnehmer ganz gewichen ist. Kurzfristig orientierten Anlegern bieten sich bei diesen Volatilitäten gute Chancen, der hohen Risiken kurzfristig starker Schwankungen bzw. Kursrückgänge muss man sich aber bewusst sein. Kontakt für den Leser: Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG Arnim E. Kogge Leiter Private Banking Leiter Institutional Banking Mitglied des Direktoriums Börsenplatz 1 70174 Stuttgart Telefon +49 711-21 48-232 Telefax +49 711-21 48-250 marion.schuster@privatbank.de www.privatbank.de 2