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1
Seminare mit Parti-Stimmung
Parti ist die Kurzform von Partizipation und kann gerne mit Party verwechselt werden. Partys
zeichnen sich durch folgende Merkmale aus: Spaß, Freude, Menschen kennen lernen, gutes Essen
und Musik , Gastgeber und Gäste, ein wenig Programm und viel Freiraum. Von Partys können wir
viel über erfolgreiche Veranstaltungen lernen, aber nur Partys zu
machen reicht nicht.
Wer die Teilnehmer in den Mittelpunkt eines Seminares stellt
macht einen Paradigmenwechsel; nicht der Inhalt und die
Kompetenz des Referenten werden maßgeblich abgerufen,
sondern das Wissen der Teilnehmer wird ergänzt durch das
Wissen des Referenten.
Parti-Seminare garantieren deshalb drei Dinge:
1. Begeisterte Teilnehmer durch Teilnehmerzentrierung
2. Gelungener Wissenstransfer
3. Hohe Vernetzungsquote
Wir lernen mehr und behalten es länger, wenn wir etwas selber tun (schreiben, diskutieren, basteln,
testen etc.) und, wenn wir dabei positive Gefühle haben. Diese Erkenntnisse der Hirnforschung kann
man auf unterschiedliche Weise in Seminarabläufe integrieren. Trainer, die Parti-Seminare machen,
gehen in ihrer Seminarkonzeption weg von Frontalunterricht oder „Druckbefüllung für Ingenieure“
wie ein Kollege mir einmal berichtet hat, hin zu Überlegungen, wie Teilnehmer in das Seminar
einbezogen und beteiligt werden können. Diese Trainer gehen davon aus, dass die Teilnehmer mehr
wissen als er.
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Nachfolgend sind ein paar Tipps beschrieben, wie man Seminare auflockern und Parti-Stimmung
erzeugen kann. Jeder Trainer sollte sich die Tipps raussuchen, die für ihn passen, andere passend
machen und neue erfinden.
Pre Seminar – Beteiligung vor- und nach dem Seminar
Eine Möglichkeit Teilnehmer schon vor dem Seminar zu beteiligen und ihren
Wissensstand in die Seminarplanung miteinzubeziehen ist ein „Vorher-
Feedbackformular“ zu entwickeln. Auf diesem können sie ihre Kenntnisse,
Erfahrungen und Wünsche an das Seminar formulieren können. Ich empfehle
das über ein online Gruppen-Mindmap-Tool zu machen. Hier haben alle Teilnehmer die Möglichkeit
ihre Erfahrungen und Wünsche in ein Dokument einzutragen. Sie sehen was die anderen Teilnehmer
einbringen und welche Themen von Interesse sind. Tool siehe: Mindmeister
Die Ergebnisse des Gruppen-Mindmap sollte man zu Beginn des Seminars vorstellen.
Aktivierung und Bewegung
Wenn wir acht Stunden nur sitzen, um zu lernen, dann ist das für viele Menschen
anstrengend und oft nicht so effizient, als wenn Trainer Bewegung in den
Seminarablauf miteinplanen.
Sie haben sicher das Bild vor Augen wie Schauspieler hin und hergehen, um einen
Text zu lernen. Und so geht es einigen von uns. Wir lernen besser, wenn wir uns
zwischendurch bewegen. Dies kann durch das Umräumen von Stühlen erfolgen, weil wir von einer
großen Gruppe in eine Kleingruppenarbeit gehen. Wir wechseln die Räume und buchen als Trainer
bewusst einen Raum, der weiter entfernt von unserem eigentlichen Raum liegt. Oder wir machen
nach der Mittagspause eine Gehung, bei
der je zwei Personen eine Aufgabe
bekommen, die sie erörtern sollen. Nach
dieser, etwa 20 minütigen, Gehung werden
die Ergebnisse im Plenum dargestellt.
Eine weitere schnelle Aktion ist der
Teilnehmer-TED. Jeder Teilnehmer hat eine
rote, gelbe und grüne Moderationskarte
vor sich liegen. Der Trainer stellt nun
zwischendurch Fragen, wie „Wer ist der
Meinung das….“ Die Teilnehmer
signalisieren mit der Farbe der Karten
(Rot=Ablehnung, Grün= Zustimmung, Gelb=
Weiß nicht) ihre Meinung zu der Frage.
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Resonanz erzeugen – Gefühle ansprechen
Menschen haben alle ähnliche Bedürfnisse, und obwohl sie so unterschiedlich sind. Es gibt ein paar
Gemeinsamkeiten, die für die meisten wichtig sind.
Hirnforscher bestätigen seit Jahren, dass gute Gefühle für das Lernen wichtig sind. Wir lernen mehr,
behalten das Gelernte länger und können es für Transferlösungen einsetzen, wenn wir guter
Stimmung bei der Wissensaufnahme sind.
Für die Planung von Seminaren heißt das, dass man darauf achten sollte positive Gefühle bei den
Teilnehmern hervorzurufen. Zum Beispiel erzeugt Musik am Anfang oder in der Pause eine andere
Stimmung und lockert auf. (Wie bei einer Party ;-))
Menschen fühlen sich wohler, wenn sie andere Menschen kennen und ihnen Vertrauen
entgegenbringen. TIPP: Schaffen Sie also zu Beginn Möglichkeiten des persönlichen Kennenlernens
und damit meine ich nicht eine der üblichen Vorstellungsrunden.
Hier ein paar Möglichkeiten
Kennenlern-Quicky: Zu Beginn stellen sich je drei Personen, die sich nicht kennen zusammen,
sollen sich kurz vorstellen und erläutern, wie sie heute zum Seminar gekommen sind. Zeit 4
Minuten und dann ein Wechsel. Wieder stehen drei Personen zusammen und erläutern die Frage
„Der beste Urlaub, den ich gemacht habe“, wieder 4 Minuten und dann könnten man noch
einmal Wechsel und die Frage stellen „Was darf heute auf keinen Fall im Seminar passieren?“.
Die Fragen können sie anpassen und auch die Zeiten. Eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre
braucht aber Zeit zum Aufbauen und deswegen sollten Trainer diese Kennenlernzeit einplanen.
Der Wissenstransfer im Anschluss geht dann umso schneller. Der Nutzen für die Teilnehmer:
Wohlfühlatmosphäre und etwa sechs Personen, die sich kennengelernt haben.
Jetzt kann man sich noch in der Gruppe, wie üblich vorstellen, damit man einen Überblick über
die Teilnehmer hat.
Betroffenheit als Wissenstransferturbo
Eine weitere Möglichkeit Resonanz bei den Teilnehmern zu erzeugen und Beteiligung zu
ermöglichen ist es, die Erfahrung der Teilnehmer zu dem Seminarthema immer wieder
abzufragen. Der Wissenstransfer wird optimiert, wenn der Trainer es schafft eine persönliche
Betroffenheit der Seminarmitglieder zu dem Thema herzustellen. Das erfolgt über die
Darstellung von Geschichten, Erfahrungen und Lösungsansätzen. Sie werden merken, dass
besonders diese Sequenzen von den Teilnehmern sehr geschätzt werden, weil sie von den
praktischen Erfahrungen der anderen profitieren.
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Wissens-Transfer – vom Trainer zu den
Teilnehmern, zwischen den Teilnehmern und zum Trainer
In Parti-Seminaren versteht sich der Trainer als Moderator, Lehrer und Lernender. Seine wichtigste
Rolle ist die des Moderators. Er sollte sich während des Seminars, im Vorfeld und im Nachgang für
die Lernprozesse der Gruppe verantwortlich fühlen und diese über verschiedene Angebote
optimieren. Dies tut er sowohl auf einer fachlichen, wie auch auf einer methodischen Ebene. Für die
methodische Ebene sind hier noch ein paar Tipps:
Transfer durch Visualisierung.
Informationen werden hauptsächlich über das Auge aufgenommen. Das Sinnesorgan Auge nimmt
deshalb bei Wissenstransferprozessen eine wichtige Rolle ein. PowerPoint Präsentation nutzen diese
Funktion bereits, aber die Bilder sind flüchtig und am Ende können wir uns nur noch an wenig aus der
Präsentation erinnern und es ist schwer in Diskussionen dann darauf Bezug zu nehmen. Ein Handout
ist für viele eine Hilfe, da man sich auch hier schon Notizen machen kann. Bei Fragen der Teilnehmer
blättern viele hin und her, bis man die richtige Stelle gefunden hat und manchmal lenkt uns ein
Handout auch ab, weil wir dem Referenten nicht mehr zu hören und etwas verpassen.
Wenn wir auf großflächigem Papier (Flipchart, Metaplanwand) etwas festhalten und an die Wände
im Seminarraum hängen, können alle Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt die Inhalte und Fragen noch
einmal anschauen. Auch Teilnehmer, denen es vielleicht zu schnell ging können sich die Inhalte
verinnerlichen und auch später noch Ergänzungen machen. Wenn etwas unklar ist, kann der
Teilnehmer nach vorne gehen und selber etwas zeichnen oder anschreiben.
Hier ist die Flexibilität des Trainers gefragt, der auf diese „Gedankensprünge“ eingehen kann. Dieses
Vorgehen entspricht jedoch eher der Funktionsweise unseres Gehirns, da wir nicht linear denken,
sondern immer wieder gedanklich springen und über neue Assoziationen neue Gedanken und Fragen
erhalten.
Sind die Teilnehmer mit bunten Post-its ausgestattet, so kann ihr Wissen auf die Post-its geschrieben
und an die Flipchart oder Pinnwände gepostet werden. So haben Trainer einen Teil des Wissens-
Schatzes, der in den Köpfen der Teilnehmer ist herausgeholt und visualisiert.
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5
Interaktion im Seminar und danach
.
Interaktionen zwischen den Teilnehmern sind wichtig, damit der Wissenstransfer im Seminar erhöht
und im Anschluss Wissensnetzwerke geknüpft werden können. Planen Sie deswegen Diskussionen
und Kleingruppenarbeit ein, bei dem sich die Teilnehmer selber Wissen erarbeiten. Die Teilnehmer
präsentieren, fassen zusammen und sind kritischer Begleiter. Interaktionen in der Gruppen festigen
die Gruppen und die Inhalte in den Köpfen. Doch was passiert nach dem Seminar?
Die wichtigste Zeit im Seminar ist die Zeit nach dem Seminar, denn hier zeigt sich ob ein
Wissenstransfer gelingt oder eben nicht. Trainer können verschiedene Tools nutzen, um die
Teilnehmer auch nach dem Seminar in Interaktion zu bringen, eine Vernetzung weiter zu fördern und
den Austausch von Wissen zu ermöglichen. So kann man auf dem Businessportal XING Themen
Gruppen eingerichtet. Diese kann auf Wunsch der Teilnehmer entweder offen oder geschlossen
angelegt werden. Der Vorteil der XING Gruppe ist, dass die Gruppe immer die aktuellen Kontaktdaten
der Seminarteilnehmer haben. Somit kann auch später unkompliziert Kontakt aufgenommen werden.
In die Xing-Gruppen können Artikel eingestellt werden, die z.B. auch auf einem Blog bei WordPress
oder Blogspot stehen. Der Blog ist das zentrale Medium für die Wissensverbreitung. Hier können,
Präsentationen, Videos und Bilder eingebunden werden. (Dies geht bei XING nicht) Die Blogs sind
kostenfrei und schnell auch von Laien angelegt.
In der Seitenleiste des Blogs kann man zudem die neusten Tweets (Kurzmeldungen) zu dem
Seminarthema oder auch Informationen zu neuen Bildungsangebot des Trainers lesen.
Tweets sind Kurzmeldungen auf Twitter (140 Zeichen). Hashtags erlauben die semantische
Verschlagwortung von Tweets durch Markieren bestimmter Worte oder Kürzel, denen das
Doppelkreuz “#” vorangestellt wird (z.B. #recycling) Twitter hat eine Suchfunktion zu den Hashtags
und bündelt diese, so dass man sie schnell erfassen kann.
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6
BU: Postkarten als Handout
Wissenstransfer geht auch offline. Ich habe zu einem Seminarthema eine Postkarte gemacht, auf der
die wichtigsten Begriffe mit kleinen Illustrationen abgebildet war. Dies soll der Erinnerung dienen.
Und vielleicht findet die Karte ja an der einen oder anderen Pinnwand ihren Platz.
Fazit: Parti-Seminare stellen die Teilnehmer in den Mittelpunkt. Dadurch werden
Wissenstransferprozesse optimiert und Wissensnetzwerke geknüpft. Phasen in denen es einen
wissensintensiven Input gibt, wechseln mit Phasen in denen in Kleingruppen gearbeitet wird. In
diesen Gruppenarbeiten wird eigenes Wissen mit dem neuen Wissen in Verbindung gebracht, erste
Überlegungen angestellt, wie ein Problem in der Praxis gelöst werden kann, und man profitiert von
den Erfahrungen der anderen Gruppenmitgliedern. Die Teilnehmer sind aktiv bei der Sache, lernen
sich untereinander kennen. Visualisierungen auf Papier werden intensiv genutzt und Bewegung
wird in den Ablauf eingeplant.
Stillsitzen und zuhören war gestern. Parti und Wohlfühlatmosphäre beim Lernen ist heute.
Tanja Föhr, Innovationskulturmanagerin, Dipl. Geographin, Business Coach, Visual Facilitator
FÖHR - Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen
Themen und Leistungen: Innovationskultur – Nährboden für die Wettbewerbsfähigkeit von
Unternehmen. Prozessbegleitung, Innovationsmanagement, Zukunfts- und Trendworkshops,
Innovationscoaching
Innovationskommunikation – Sprachrohr für neue Ideen und Veränderungsprozesse Moderation,
Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Graphic Recording, Illustrationen, Seminare
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7
Franz-Nause Strasse 16 * 30453 Hannover * Tel. 0511 220 22 894 * foehr@foehrwissenstransfer.de *
www.innovationskommunikation.org
5 Schritte zur Parti-Stimmung
Pre – Vor dem Seminar
Auch vor dem Seminar kann man Teilnehmer einbeziehen und Wissen abrufen.
Eine Möglichkeit ist ein schriftliches Vorherfeedback mit Fragen zum
Wissensstand, eine andere ist es ein Gruppen-Mindmap online einzurichten, bei
dem jeder seine Wünsche formulieren kann und einen Überblick über die anderen
Teilnehmer bekommt. (siehe Mindmaster)
Aktivierung. Im Seminar
Menschen sind aufmerksamer, wenn Trainer Bewegung in den Seminarablauf
einplanen. Das können kleine Stühlerück-Aktionen sein, eine Gehung mit
Aufgabe nach der Mittagspause oder eine Energie-Übung . Aktivierung findet
statt über kleine Diskussionsrunden, spontane Teilnehmerpräsentation und
Abfragen und Stimmungsbilder.
Resonanz. Im Seminar.
Good mood lernt besser. Wenn Trainer die Teilnehmer im Seminar positiv-emotional
erreichen, dann lernen sie mehr. Dies kann über Humor passieren, über aktives Zuhören
bei Praxisbeispielen, die die Teilnehmer vortragen, oder im direkten Ansprechen von
negativen Gefühlen, die man wahrnimmt. Wenn der Trainer in Resonanz mit dem
Teilnehmern geht, dann fühlen sich alle wohl und bringen sich mit ihrem Wissen ein.
Transfer von Wissen optimieren.
Wissenstransfer wird durch Beteiligung der Teilnehmer optimiert. Beteiligen Sie die
Teilnehmer immer wieder und nutzen Sie Visualisierungen mehr auf Papier, und weniger
auf PowerPoint Präsentationen, um Inhalte und Prozesse einfach und pointiert
darzustellen. Verteilen Sie Post-it s und lassen Sie die Teilnehmer Inhalte an den
Papierwänden ergänzen.
Interaktion
Interaktionen im Seminar, wie Diskussion oder Kleingruppenarbeit, festigen Wissen
und fördern die Netzwerkbildung unter den Teilnehmern. Doch auch nach einem
Seminar können über Social Media Tools weiter Wissen ausgetauscht und
Interaktionen gefördert werden.

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Seminare mit Parti-Stimmung. Teilnehmerzentrierung für guten Wissenstransfer und lebendige Netzwerke.

  • 1. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 1 Seminare mit Parti-Stimmung Parti ist die Kurzform von Partizipation und kann gerne mit Party verwechselt werden. Partys zeichnen sich durch folgende Merkmale aus: Spaß, Freude, Menschen kennen lernen, gutes Essen und Musik , Gastgeber und Gäste, ein wenig Programm und viel Freiraum. Von Partys können wir viel über erfolgreiche Veranstaltungen lernen, aber nur Partys zu machen reicht nicht. Wer die Teilnehmer in den Mittelpunkt eines Seminares stellt macht einen Paradigmenwechsel; nicht der Inhalt und die Kompetenz des Referenten werden maßgeblich abgerufen, sondern das Wissen der Teilnehmer wird ergänzt durch das Wissen des Referenten. Parti-Seminare garantieren deshalb drei Dinge: 1. Begeisterte Teilnehmer durch Teilnehmerzentrierung 2. Gelungener Wissenstransfer 3. Hohe Vernetzungsquote Wir lernen mehr und behalten es länger, wenn wir etwas selber tun (schreiben, diskutieren, basteln, testen etc.) und, wenn wir dabei positive Gefühle haben. Diese Erkenntnisse der Hirnforschung kann man auf unterschiedliche Weise in Seminarabläufe integrieren. Trainer, die Parti-Seminare machen, gehen in ihrer Seminarkonzeption weg von Frontalunterricht oder „Druckbefüllung für Ingenieure“ wie ein Kollege mir einmal berichtet hat, hin zu Überlegungen, wie Teilnehmer in das Seminar einbezogen und beteiligt werden können. Diese Trainer gehen davon aus, dass die Teilnehmer mehr wissen als er.
  • 2. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 2 Nachfolgend sind ein paar Tipps beschrieben, wie man Seminare auflockern und Parti-Stimmung erzeugen kann. Jeder Trainer sollte sich die Tipps raussuchen, die für ihn passen, andere passend machen und neue erfinden. Pre Seminar – Beteiligung vor- und nach dem Seminar Eine Möglichkeit Teilnehmer schon vor dem Seminar zu beteiligen und ihren Wissensstand in die Seminarplanung miteinzubeziehen ist ein „Vorher- Feedbackformular“ zu entwickeln. Auf diesem können sie ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Wünsche an das Seminar formulieren können. Ich empfehle das über ein online Gruppen-Mindmap-Tool zu machen. Hier haben alle Teilnehmer die Möglichkeit ihre Erfahrungen und Wünsche in ein Dokument einzutragen. Sie sehen was die anderen Teilnehmer einbringen und welche Themen von Interesse sind. Tool siehe: Mindmeister Die Ergebnisse des Gruppen-Mindmap sollte man zu Beginn des Seminars vorstellen. Aktivierung und Bewegung Wenn wir acht Stunden nur sitzen, um zu lernen, dann ist das für viele Menschen anstrengend und oft nicht so effizient, als wenn Trainer Bewegung in den Seminarablauf miteinplanen. Sie haben sicher das Bild vor Augen wie Schauspieler hin und hergehen, um einen Text zu lernen. Und so geht es einigen von uns. Wir lernen besser, wenn wir uns zwischendurch bewegen. Dies kann durch das Umräumen von Stühlen erfolgen, weil wir von einer großen Gruppe in eine Kleingruppenarbeit gehen. Wir wechseln die Räume und buchen als Trainer bewusst einen Raum, der weiter entfernt von unserem eigentlichen Raum liegt. Oder wir machen nach der Mittagspause eine Gehung, bei der je zwei Personen eine Aufgabe bekommen, die sie erörtern sollen. Nach dieser, etwa 20 minütigen, Gehung werden die Ergebnisse im Plenum dargestellt. Eine weitere schnelle Aktion ist der Teilnehmer-TED. Jeder Teilnehmer hat eine rote, gelbe und grüne Moderationskarte vor sich liegen. Der Trainer stellt nun zwischendurch Fragen, wie „Wer ist der Meinung das….“ Die Teilnehmer signalisieren mit der Farbe der Karten (Rot=Ablehnung, Grün= Zustimmung, Gelb= Weiß nicht) ihre Meinung zu der Frage.
  • 3. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 3 Resonanz erzeugen – Gefühle ansprechen Menschen haben alle ähnliche Bedürfnisse, und obwohl sie so unterschiedlich sind. Es gibt ein paar Gemeinsamkeiten, die für die meisten wichtig sind. Hirnforscher bestätigen seit Jahren, dass gute Gefühle für das Lernen wichtig sind. Wir lernen mehr, behalten das Gelernte länger und können es für Transferlösungen einsetzen, wenn wir guter Stimmung bei der Wissensaufnahme sind. Für die Planung von Seminaren heißt das, dass man darauf achten sollte positive Gefühle bei den Teilnehmern hervorzurufen. Zum Beispiel erzeugt Musik am Anfang oder in der Pause eine andere Stimmung und lockert auf. (Wie bei einer Party ;-)) Menschen fühlen sich wohler, wenn sie andere Menschen kennen und ihnen Vertrauen entgegenbringen. TIPP: Schaffen Sie also zu Beginn Möglichkeiten des persönlichen Kennenlernens und damit meine ich nicht eine der üblichen Vorstellungsrunden. Hier ein paar Möglichkeiten Kennenlern-Quicky: Zu Beginn stellen sich je drei Personen, die sich nicht kennen zusammen, sollen sich kurz vorstellen und erläutern, wie sie heute zum Seminar gekommen sind. Zeit 4 Minuten und dann ein Wechsel. Wieder stehen drei Personen zusammen und erläutern die Frage „Der beste Urlaub, den ich gemacht habe“, wieder 4 Minuten und dann könnten man noch einmal Wechsel und die Frage stellen „Was darf heute auf keinen Fall im Seminar passieren?“. Die Fragen können sie anpassen und auch die Zeiten. Eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre braucht aber Zeit zum Aufbauen und deswegen sollten Trainer diese Kennenlernzeit einplanen. Der Wissenstransfer im Anschluss geht dann umso schneller. Der Nutzen für die Teilnehmer: Wohlfühlatmosphäre und etwa sechs Personen, die sich kennengelernt haben. Jetzt kann man sich noch in der Gruppe, wie üblich vorstellen, damit man einen Überblick über die Teilnehmer hat. Betroffenheit als Wissenstransferturbo Eine weitere Möglichkeit Resonanz bei den Teilnehmern zu erzeugen und Beteiligung zu ermöglichen ist es, die Erfahrung der Teilnehmer zu dem Seminarthema immer wieder abzufragen. Der Wissenstransfer wird optimiert, wenn der Trainer es schafft eine persönliche Betroffenheit der Seminarmitglieder zu dem Thema herzustellen. Das erfolgt über die Darstellung von Geschichten, Erfahrungen und Lösungsansätzen. Sie werden merken, dass besonders diese Sequenzen von den Teilnehmern sehr geschätzt werden, weil sie von den praktischen Erfahrungen der anderen profitieren.
  • 4. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 4 Wissens-Transfer – vom Trainer zu den Teilnehmern, zwischen den Teilnehmern und zum Trainer In Parti-Seminaren versteht sich der Trainer als Moderator, Lehrer und Lernender. Seine wichtigste Rolle ist die des Moderators. Er sollte sich während des Seminars, im Vorfeld und im Nachgang für die Lernprozesse der Gruppe verantwortlich fühlen und diese über verschiedene Angebote optimieren. Dies tut er sowohl auf einer fachlichen, wie auch auf einer methodischen Ebene. Für die methodische Ebene sind hier noch ein paar Tipps: Transfer durch Visualisierung. Informationen werden hauptsächlich über das Auge aufgenommen. Das Sinnesorgan Auge nimmt deshalb bei Wissenstransferprozessen eine wichtige Rolle ein. PowerPoint Präsentation nutzen diese Funktion bereits, aber die Bilder sind flüchtig und am Ende können wir uns nur noch an wenig aus der Präsentation erinnern und es ist schwer in Diskussionen dann darauf Bezug zu nehmen. Ein Handout ist für viele eine Hilfe, da man sich auch hier schon Notizen machen kann. Bei Fragen der Teilnehmer blättern viele hin und her, bis man die richtige Stelle gefunden hat und manchmal lenkt uns ein Handout auch ab, weil wir dem Referenten nicht mehr zu hören und etwas verpassen. Wenn wir auf großflächigem Papier (Flipchart, Metaplanwand) etwas festhalten und an die Wände im Seminarraum hängen, können alle Teilnehmer zu jedem Zeitpunkt die Inhalte und Fragen noch einmal anschauen. Auch Teilnehmer, denen es vielleicht zu schnell ging können sich die Inhalte verinnerlichen und auch später noch Ergänzungen machen. Wenn etwas unklar ist, kann der Teilnehmer nach vorne gehen und selber etwas zeichnen oder anschreiben. Hier ist die Flexibilität des Trainers gefragt, der auf diese „Gedankensprünge“ eingehen kann. Dieses Vorgehen entspricht jedoch eher der Funktionsweise unseres Gehirns, da wir nicht linear denken, sondern immer wieder gedanklich springen und über neue Assoziationen neue Gedanken und Fragen erhalten. Sind die Teilnehmer mit bunten Post-its ausgestattet, so kann ihr Wissen auf die Post-its geschrieben und an die Flipchart oder Pinnwände gepostet werden. So haben Trainer einen Teil des Wissens- Schatzes, der in den Köpfen der Teilnehmer ist herausgeholt und visualisiert.
  • 5. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 5 Interaktion im Seminar und danach . Interaktionen zwischen den Teilnehmern sind wichtig, damit der Wissenstransfer im Seminar erhöht und im Anschluss Wissensnetzwerke geknüpft werden können. Planen Sie deswegen Diskussionen und Kleingruppenarbeit ein, bei dem sich die Teilnehmer selber Wissen erarbeiten. Die Teilnehmer präsentieren, fassen zusammen und sind kritischer Begleiter. Interaktionen in der Gruppen festigen die Gruppen und die Inhalte in den Köpfen. Doch was passiert nach dem Seminar? Die wichtigste Zeit im Seminar ist die Zeit nach dem Seminar, denn hier zeigt sich ob ein Wissenstransfer gelingt oder eben nicht. Trainer können verschiedene Tools nutzen, um die Teilnehmer auch nach dem Seminar in Interaktion zu bringen, eine Vernetzung weiter zu fördern und den Austausch von Wissen zu ermöglichen. So kann man auf dem Businessportal XING Themen Gruppen eingerichtet. Diese kann auf Wunsch der Teilnehmer entweder offen oder geschlossen angelegt werden. Der Vorteil der XING Gruppe ist, dass die Gruppe immer die aktuellen Kontaktdaten der Seminarteilnehmer haben. Somit kann auch später unkompliziert Kontakt aufgenommen werden. In die Xing-Gruppen können Artikel eingestellt werden, die z.B. auch auf einem Blog bei WordPress oder Blogspot stehen. Der Blog ist das zentrale Medium für die Wissensverbreitung. Hier können, Präsentationen, Videos und Bilder eingebunden werden. (Dies geht bei XING nicht) Die Blogs sind kostenfrei und schnell auch von Laien angelegt. In der Seitenleiste des Blogs kann man zudem die neusten Tweets (Kurzmeldungen) zu dem Seminarthema oder auch Informationen zu neuen Bildungsangebot des Trainers lesen. Tweets sind Kurzmeldungen auf Twitter (140 Zeichen). Hashtags erlauben die semantische Verschlagwortung von Tweets durch Markieren bestimmter Worte oder Kürzel, denen das Doppelkreuz “#” vorangestellt wird (z.B. #recycling) Twitter hat eine Suchfunktion zu den Hashtags und bündelt diese, so dass man sie schnell erfassen kann.
  • 6. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 6 BU: Postkarten als Handout Wissenstransfer geht auch offline. Ich habe zu einem Seminarthema eine Postkarte gemacht, auf der die wichtigsten Begriffe mit kleinen Illustrationen abgebildet war. Dies soll der Erinnerung dienen. Und vielleicht findet die Karte ja an der einen oder anderen Pinnwand ihren Platz. Fazit: Parti-Seminare stellen die Teilnehmer in den Mittelpunkt. Dadurch werden Wissenstransferprozesse optimiert und Wissensnetzwerke geknüpft. Phasen in denen es einen wissensintensiven Input gibt, wechseln mit Phasen in denen in Kleingruppen gearbeitet wird. In diesen Gruppenarbeiten wird eigenes Wissen mit dem neuen Wissen in Verbindung gebracht, erste Überlegungen angestellt, wie ein Problem in der Praxis gelöst werden kann, und man profitiert von den Erfahrungen der anderen Gruppenmitgliedern. Die Teilnehmer sind aktiv bei der Sache, lernen sich untereinander kennen. Visualisierungen auf Papier werden intensiv genutzt und Bewegung wird in den Ablauf eingeplant. Stillsitzen und zuhören war gestern. Parti und Wohlfühlatmosphäre beim Lernen ist heute. Tanja Föhr, Innovationskulturmanagerin, Dipl. Geographin, Business Coach, Visual Facilitator FÖHR - Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen Themen und Leistungen: Innovationskultur – Nährboden für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Prozessbegleitung, Innovationsmanagement, Zukunfts- und Trendworkshops, Innovationscoaching Innovationskommunikation – Sprachrohr für neue Ideen und Veränderungsprozesse Moderation, Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Graphic Recording, Illustrationen, Seminare
  • 7. FÖHR, Agentur für Wissenstransfer und Innovationskulturen www.innovationskommunikation.org 7 Franz-Nause Strasse 16 * 30453 Hannover * Tel. 0511 220 22 894 * foehr@foehrwissenstransfer.de * www.innovationskommunikation.org 5 Schritte zur Parti-Stimmung Pre – Vor dem Seminar Auch vor dem Seminar kann man Teilnehmer einbeziehen und Wissen abrufen. Eine Möglichkeit ist ein schriftliches Vorherfeedback mit Fragen zum Wissensstand, eine andere ist es ein Gruppen-Mindmap online einzurichten, bei dem jeder seine Wünsche formulieren kann und einen Überblick über die anderen Teilnehmer bekommt. (siehe Mindmaster) Aktivierung. Im Seminar Menschen sind aufmerksamer, wenn Trainer Bewegung in den Seminarablauf einplanen. Das können kleine Stühlerück-Aktionen sein, eine Gehung mit Aufgabe nach der Mittagspause oder eine Energie-Übung . Aktivierung findet statt über kleine Diskussionsrunden, spontane Teilnehmerpräsentation und Abfragen und Stimmungsbilder. Resonanz. Im Seminar. Good mood lernt besser. Wenn Trainer die Teilnehmer im Seminar positiv-emotional erreichen, dann lernen sie mehr. Dies kann über Humor passieren, über aktives Zuhören bei Praxisbeispielen, die die Teilnehmer vortragen, oder im direkten Ansprechen von negativen Gefühlen, die man wahrnimmt. Wenn der Trainer in Resonanz mit dem Teilnehmern geht, dann fühlen sich alle wohl und bringen sich mit ihrem Wissen ein. Transfer von Wissen optimieren. Wissenstransfer wird durch Beteiligung der Teilnehmer optimiert. Beteiligen Sie die Teilnehmer immer wieder und nutzen Sie Visualisierungen mehr auf Papier, und weniger auf PowerPoint Präsentationen, um Inhalte und Prozesse einfach und pointiert darzustellen. Verteilen Sie Post-it s und lassen Sie die Teilnehmer Inhalte an den Papierwänden ergänzen. Interaktion Interaktionen im Seminar, wie Diskussion oder Kleingruppenarbeit, festigen Wissen und fördern die Netzwerkbildung unter den Teilnehmern. Doch auch nach einem Seminar können über Social Media Tools weiter Wissen ausgetauscht und Interaktionen gefördert werden.