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Competence Book Nr. 7
ERP KompaktEnterprise Resource Planning für eine integrierte Ökonomie
Auflage
2015
Anzeigenveröffentlichung
THORSTEN REUPER, KARL M. TRÖGER, FRANK NAUJOKS, MANFRED DEUES, WINFRIED FELSER ET AL.
2 Competence Book - ERP
Partner des Competence Books ERP
EDITORIAL
3Competence Book - ERP
E
RP-Lösungen gehören seit vielen Jahren zum Standard in Wirtschaftsunterneh-
men. Die Umfragen innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus, die der VDMA
alle zwei Jahre zu IT-Systemen durchführt zeigen, dass fast 100% der Unterneh-
men derartige Lösungen einsetzen.
Der hohe Grad an Rationalisierung und Prozessbeschleunigung, der mit dem Einsatz
dieser Systeme gewonnen wurde, wird als selbstverständlich hingenommen und damit
kaum mehr beachtet. Tatsächlich ist ERP heute eine Selbstverständlichkeit, allerdings
eine Selbstverständlichkeit mit großem Potential. Nicht umsonst arbeiten tagaus tagein
Hunderte von Mitarbeitern in den einschlägigen Softwarehäusern daran, diese Lösun-
gen weiter zu entwickeln und zu verbessern.
Um den oben genannten Sachverhalt mehr in das Bewusstsein der Nutzer zu rücken und
nahe liegende Entwicklungen aufzuzeigen, hat der VDMA die Kampagne ERP 2020
gestartet. Einerseits geht es darum, dass das Nutzenpotential, welches die Unternehmen
durch die Bezahlung der Lizenzgebühren erwerben, auch bei den Nutzern ankommt.
Dies gelingt nur, wenn auch die aktuellen Versionen der Softwareprodukte eingesetzt
und ihre funktionalen Potenziale auch tatsächlich für eine zukunftsfähige Wertschöp-
fung genutzt werden. Kommen veraltete Release-Stände zum Einsatz oder werden neue
Chancen bzw. Opportunitäten nicht genutzt, kann man in diesem Sinne schon von Ver-
schwendung sprechen!
Zum anderen kommt derzeit grundlegend Bewegung in das Thema ERP. Wie beim
Wechsel von ASCII-basierten Terminals zu Windows basierten Client-Server- Lösungen
stehen wir heute wieder vor einem Paradigmenwechsel. Dieser wird sich jedoch weit
dynamischer und rascher vollziehen als der Vorgenannte.
Getrieben vom Megatrend der Mobilität, die in mehr und mehr Arbeitsbereichen ge-
fordert wird, und von modernen Endgeräten, mit denen die nächste Nutzergeneration
völlig neue Kommunikationsgewohnheiten entwickelt hat, wird nun auch ERP mobil,
vernetzt und in der Anwendung ergonomischer, im Sinne von Einfachheit und Benut-
zerführung. Nicht nur die Generation Y bevorzugt eine andere „work life balance“, wel-
che eine flexiblere und mobile Erbringung ihres Leistungsbeitrags für das Unternehmen
ermöglicht. Auch in anderen Bereichen ist das ortsungebundene Arbeiten unaufhaltsam
auf dem Vormarsch. Dies geht heute weit über die klassischen Außendienstbereiche wie
Vertrieb oder Kundendienst und Service hinaus. Eine moderne Industrienation kann
es sich schlicht nicht leisten, ihre Mitarbeiterinnen, welche gut ausgebildet und moti-
viert maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beitragen, einfach zie-
hen zu lassen, wenn diese sich vorübergehend dafür entscheiden, ihre Familie in den
Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Vielmehr müssen technische und organisatorische
Voraussetzungen dafür geschaffen werden, diese Mitarbeiterinnen über moderne und
sichere Homeoffice Arbeitsplätze an ihre Unternehmen zu binden.
ERP 2020:
Zukunft,aberkeineScience-Fiction
Zum Autor Volker Schnittler:
Seit Oktober 2001 ist Volker
Schnittler als Referent für kauf-
männische Unternehmenssoftware
wie ERP, PPS, MES und Varian-
tenkonfigurationslösungen bei der
Abteilung Informatik des VDMA
beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch
den PPS-Anwender/Anbieter-Dia-
log und ist Mitglied im Forschungs-
beirat des fir (Aachen).
Es lohnt sich also, sich dem Thema ERP
wieder etwas intensiver zuzuwenden und
das vorliegende Competence Book wird
sicherlich seinen Anteil daran haben, Er-
kenntnisse zu stiften und wichtige Ent-
wicklungstendenzen zu verdeutlichen.
Dabei wünsche ich recht viel Erfolg!
Ihr Volker Schnittler
Fachreferent kaufmännische Unterneh-
menssoftware, VDMA - Informatik
Einleitung Grundlagen Anwendungen &
Lösungsbausteine
INHALT
4 Competence Book - ERP
6	 Unser Kompetenz-Netzwerk
	 Partner des Competence
Books
7	 Editorial Volker Schnittler
	 ERP 2020 Zukunft, aber keine
	 Science Fiction
10	 Grußwort Frank Naujoks
	 Gerüstet für den Wettbewerb 	
	von morgen
11	 Grußwort Otto Schell
	 ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 	
	um Zukunftsfähigkeit
12	 Grußwort Thorsten Reuper
	 ERP der Zukunft - die Zukunft 	
	des ERP hat gerade erst 		
	begonnen
13	 Grußwort Manfred Deues
	 Maximale
	Prozesstransparenz
14	 Zahlen kompakt
	 Infografik ERP
18	 Statements
	 Statements zu ERP
22	 ERP 2020 I
	 Roundtable zu ERP 2020
32	 ERP 2020 I
	 Die ERP 2020-Initiative des 	
	VDMA vorgestellt
35	 ERP 2020 II
	 21 Thesen für das
	 ERP der 	Zukunft
40	 ERPAuswahl		 		
Die Zeit ist reif: Ein neues
	ERP-Auswahlverfahren
45	 ERP Einführung I
	 Stolperfallen bei der
	ERP-Einführung
47	 ERP Einführung II
	 ERP-Systeme einführen:
	 In drei Phasen zum Erfolg
50	 ERP Betrieb
	 ERP-Systeme wirtschaftlich
betreiben
54	 Wandlungsfähigkeit
	 Mehr Wandlungsfähigkeit
dank moderner ERP-Software
56	 ERP Trends	I
	 Vier Megatrends fordern
	 die gesamte IT-Industrie
60	 ERP Trends II
	 ERP Trends 2015
64	 ERP Trends III
	 Ihre digitale Zukunft und
warum Sie schon heute über
Ihr ERP nachdenken sollten!
68 	 ERP Trends IV
	 ERP/PPS im Kontext von
Industrie 4.0
74	 ERP 2020 III
	 Mobility, Connectivity,
	 Usability: Empirie zur
	 Trilogie der ERP 2020
76	 ERP 2020 IV
	 Mobility auf dem Vormarsch
78	 ERP 2020 V
	 Usability als Erfolgsfaktor
80	 ERP 2020 VI
	 Connectivity schafft die Basis
82	 Mobility
	 Das Büro in der Westentasche
	 Business-Software wird mobil
84	 Cloud
	 ERP in der Cloud
	 Zwei Trends zeichnen sich ab
86	 Usability
	 ERP 2020 und Industrie 4.0
	 Usability - next steps
88	 Herausforderungen	
	Herausforderung
	Prozessoptimierung
91	 Integration
	 Vorteile einer ERP/MES-
	Integration
93	 Internationalisierung
	 Wie ERP-Systeme
	 internationale Geschäftspro-	
	zesse unterstützen
96	 Branchenorientierung
	 ERP für Einzel- und Auftrags-
fertigung ist anders!
Case Studies &
Produktinformationen
Branchenübersicht
138	 Informationsquellen
139	 Unternehmen
144	 Experten
150	 Veranstaltungen
152	 Glossar zum Thema ERP
Impressum
Verantwortlich für das Competence Book
i.S. des TDG:
Geschäftsadresse:
NetSkill Solutions GmbH
Salierring 43
50677 Köln
Tel.: 0221 / 716 144 0
E-Mail: info@netskill.de
Geschäftsführer:
Dr. Winfried Felser
Amtsgericht Köln
HRB 82780
Steuernummer:
5214/5813/2595
Layout & Design:
Ahad Pirahmadian
© Copyright 2015 NetSkill Solutions GmbH - alle
Rechte vorbehalten.
INHALT
5Competence Book - ERP
102	 Bergbau (KUMAVISION)
	 KUMAVISION factory für
Förderanlagen imBergbau
105	 Maschinenring Agrar (Asseco)
	 Maschinenring Österreich:
	 Ring frei für APplus
107	 Sanitär (Microsoft)
	 Mit Dynamics AX 2012
	 schlank in die Zukunft
109	 Kunststoff (COSMO CONSULT)
	 Integrierte Module statt
	Individualprogrammierung
112	 Metall (IAS)
	 Metallverarbeiter erreicht
große Synergien im
Datenmanagement
114	 Elektrotechnik (IAS)
	 Hohe Umsatzsteigerung bei
Jean Müller GmbH
120	 Fahrrad (Asseco)
	 Der Weltmarktführer für
Luftpumpen und
Schutzbleche ist mit APplus
für die Zukunft gerüstet
122	 Machinenbau (ams.Solution)
	 Wachstum organisieren	
126	 Diverse (COSMO CONSULT)
	 Ein Partner für alle Fälle
130	 Machinenbau (ams.Solution)
	 Auf Draht bei Aumann
134	 Weitere Case Studies
GRUßWORT - MICROSOFT DEUTSCHLAND GMBH
6 Competence Book - ERP
Gerüstet für den Wettbewerb von
morgen
Sehr geehrte Leser,
diedeutscheFertigungsindustriegenießtweltweiteinenexzellen-
ten Ruf. Viele „Hidden Champions“ dominieren aus Deutschland
heraus den Weltmarkt mit ihren hochspezialisierten Angeboten.
Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben der Ausgangsidee die
stetige Verbesserung, das Offensein für Neues sowie eine ausge-
prägte Spezialisierung und Fokussierung. Dabei helfen integrier-
te ERP-Systeme, weltweit einheitliche Prozesse umzusetzen.
Veränderungen müssen im unternehmerischen Alltag gestaltet
werden und idealerweise wird man selbst zum Trendsetter. The-
men wie Globalisierung, Internet der Dinge aber auch ein effizi-
enter Materialeinsatz treiben die Fertigungsindustrie seit Jahren
um und setzen Rahmenbedingungen, in denen erfolgreiche Un-
ternehmen agieren und gestalten.
Fragt man heute Fertiger nach den Treibern für ihre IT-Investi-
tionen ertönt der Dreiklang aus erhöhter Produktivität, redu-
zierten Kosten und verbesserten Geschäftsprozessen. Zwar sind
die kurzfristigen ökonomischen Aussichten eher unsicher, doch
langfristiges profitables Wachstum basiert auf weltweit integrier-
ten Wertschöpfungsketten, die in der Lage sind, sich schnell än-
dernden Bedingungen anzupassen. Für Fertigungsunternehmen
bedeutet dies, dass sie ihre weltweiten Aktivitäten weiter ausbau-
en müssen bei gleichzeitiger Prozessstandardisierung über Lan-
desgrenzen hinweg. Dabei spielen Themen wie Cloud, Big Data,
Social Business und Mobility fürdie Konzeption von IT-Systemen
zunehmend eine wettbewerbsentscheidende Rolle und müssen
durch ERP- und CRM-Lösungen abgebildet werden.
Die nächste Welle an Produktivitätsverbesserungen wird nicht
in kleinen Schritten ablaufen. Vielmehr erwarten Fertigungsun-
ternehmen von ihren IT-Investitionen in moderne IT-Infrastruk-
tur deutliche Produktivitätsverbesserungen in sehr kurzer Zeit.
Microsoft beispielsweise liefert dazu die Plattform-Technologie,
damit Anwender eine IT-infrastruktur bestehend aus Server, Sha-
repoint, Lync, Office 365, CRM und natürlich Dynamics ERP aus
einem Guss erhalten. Das Ganze ergänzt um das tiefe Branchen-
wissen der Partner lässt Anwender sehr gut gerüstet in den Wett-
bewerb von morgen ziehen.
Ihr Frank Naujoks
Zum Autor Frank Naujoks:
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produkt-
manager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META
Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann
der Universität zu Köln.
GRUßWORT - DSAG E. V.
7Competence Book - ERP
ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um
Zukunftsfähigkeit
Liebe Leserinnen und Leser,
Die Standardisierung von Prozessen, die Reduzierung von Syste-
men, die Harmonisierung von Stammdaten oder die Compliance
sind wohl die meist genannten Themen der letzten Jahre, im Zu-
sammenhang mit einem Business Case für die Einführung eines
ERP-Systems wie beispielsweise SAP. Hier steht die Effizienz der
Strukturen und Systeme im Vordergrund.
Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile aber geändert.
Neue Technologien erlauben nahezu unbegrenzte Möglichkeiten
in der Datenauswertung und (fast) real-time Prozesse eröffnen
erweiterte Spielräume für die Prozessintegration auch in der
Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Da rein aus Anwen-
dersicht die Verarbeitung großer Datenmengen kaum mehr eine
Rolle spielt, ergeben sich weitere Felder für integrative Ansätze,
wie zum Beispiel Simulationsmodelle, die im Bereich der Proto-
typen eingesetzt werden. Hinzu kommen Bereiche wie Mobility
und Cloud. Hierbei ist festzustellen, dass die Grenzen mobiler
Anwendungen oder der Nutzen bzw. der Einstieg in die Cloud
noch nicht in dem Maße greifbar sind, um ganzheitliche Ent-
scheidungen über entsprechende Projekte treffen zu können.
In dem Zusammenhang wird die Frage zu beantworten sein, wie
sich die neuen Technologien nicht nur auf die ERP-Systeme, son-
dern letztlich auf das gesamte Unternehmen und seine Zukunfts-
fähigkeit auswirken. Auf der Suche nach einer entsprechenden
Antwort beschäftigen sich viele Unternehmen derzeit noch sehr
mit Konsolidierungs- oder Harmonisierungsprojekten, um ihre
gewachsenen Strukturen zu vereinfachen. Das heißt, momentan
wird viel getestet und versucht, punktuell die auftretenden Pro-
bleme zu lösen.
Das entspricht aber nicht unbedingt dem ERP-Gedanken. Hier
stehen letztendlich die Standardisierung und vor allem die In-
tegration im Vordergrund. Die damit verbundenen Aufgaben zu
meistern, führt bei vielen Unternehmen zu einem Wettlauf ge-
gen die Zeit, um die Vorteile von „real time“-Anwendungen wett-
bewerbstechnisch nutzen zu können.
Die Herausforderungen für den ERP-Markt liegen damit klar
auf der Hand: Die Hersteller müssen ihren Kunden eine Strate-
gie aufzeigen, wie die Produkte weiterentwickelt werden, ohne
dass sie ihre Integrationsstärke und Compliance verlieren. Zu-
dem müssen die Lösungen ohne große technische und finanzi-
elle Aufwände in die bestehenden IT-Landschaften einzubinden
sein, um den gestiegenen Business-Anforderungen gerecht zu
werden. Auf dieser Basis könnte dann auch der Wettlauf mit der
Zeit um die Zukunftsfähigkeit gewonnen werden.
Diese Entwicklung entscheidend zu beeinflussen und dabei als
Stimme der Anwender zu agieren ist Aufgabe der DSAG. Hierfür
hat sich der Vorstand entsprechend aufgestellt.
Ihr Otto Schell
Zum Autor Otto Schell:
Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG)
e.V. ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse. Daneben leitet er u.a.
den Arbeitskreis Globalisierung und ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gremien so-
wie im internationalen Umfeld der SAP-Anwendergruppen.
Otto Schell leitet als SAP Business Process Manager das EMEA SAP Business
CCoE eines globalen Automobilherstellers. In dieser Rolle ist er in globalen und
regionalen Transformation/SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP
CCoEs vertraut.
GRUßWORT - ASSECO SOLUTIONS AG
8 Competence Book - ERP
ERP der Zukunft - die Zukunft des
ERP hat gerade erst begonnen
Liebe Leserinnen und Leser,
aktuelle Prognosen für die zukünftige Entwicklung von ERP
konfrontieren uns mit Schlagwörtern wie „Multisite“, „Mobili-
ty“, „Usability“, „Cloud“ sowie allen voran „Industrie 4.0“. Einige
dieser Konzepte sind bereits heute weit verbreitet, etwa „Cloud
Computing“, welches sich auch zunehmend im Geschäftsbereich
großer Beliebtheit erfreut. Andere Trends hingegen werden als
Goldener Weg proklamiert, obwohl die Umsetzung in der Reali-
tät tendenziell noch in den Kinderschuhen steckt – so etwa bei
Industrie 4.0. Dennoch wird oft der Anschein erweckt, Unter-
nehmen müssten ihre Produktionsabläufe so schnell wie möglich
auf die dezentrale Vernetzung umstellen, um zukunftsfähig zu
bleiben – besser heute noch als morgen.
Auch politisch wird das Thema aktuell heiß diskutiert. Der Vor-
teil einer solchen medialen Aufmerksamkeit liegt dabei auf der
Hand: Sie schafft Bewusstsein, einschließlich der technischen
und organisatorischen Herausforderungen, die dem Konzept zu-
grunde liegen und denen auch wir ERP-Hersteller auf die eine
oder andere Weise gerecht werden müssen. Allen voran zählen
hierzu natürlich die Sicherheitsaspekte, wie der Schutz solcher
Systeme vor Spionage und Manipulation. Zudem tun sich Kon-
zeptfragen auf: Wie viel Dezentralität ist wünschenswert? Wie
viel Autonomie ist für die vernetzten Maschinen wirklich sinn-
voll? Fragen wie diese müssen geklärt werden, doch wäre es ver-
messen und unrealistisch, schon heute oder morgen mit umfas-
senden Lösungen aufwarten zu wollen. Denn diese benötigen
Zeit – und viele wertvolle Schlüsse werden wir erst aus der Erfah-
rung ziehen können.
Um eine gute Grundlage hierfür zu schaffen, sind ERP-Hersteller
allerdings bereits heute gefordert, diese Entwicklung aktiv mit-
zugestalten – denn ihre Produkte beeinflussen die Effizienz und
Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in zentraler Weise und bil-
den so den Kern der geschäftlichen Prozesse. Noch befinden wir
uns am Anfang dieser Entwicklung, und dies gibt uns die Chance,
die Fortentwicklung des Konzepts von Anfang an aktiv zum Po-
sitiven mitzugestalten. Die Zukunft bleibt also spannend – denn
für ERP hat sie gerade erst begonnen.
Ganz indiesem Sinnewünsche ich Ihneneine informative Lektüre.
Herzliche Grüße Ihr Thorsten Reuper
Zum Autor Thorsten Reuper:
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist
Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit ei-
nem umfassenden technischen Hintergrund, der weit-
reichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten
Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des techni-
schen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, stra-
tegisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten
Funktionserweiterungen und einem besonderen Augen-
merk auf die Ergonomie der Software. Dies soll insbeson-
dere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar-
beit mit Kunden und Interessenten realisiert werden.
9Competence Book - ERP
GRUßWORT - AMS.SOLUTION AG
MaximaleProzesstransparenz
Sehr geehrte Leser,
Einzel- und Auftragsfertiger haben eine harte Nuss zu knacken.
Ohne dass ihnen alle Detailinformationen vorliegen, müssen sie
mehrmonatige, zum Teil mehrjährige Aufträge sicher organisie-
ren. Hierbei ist höchste Präzision geboten: Angesichts sechs- bis
achtstelliger Investitionssummen bergen selbst kleinere Pla-
nungsfehler ein erhebliches Gefahrenpotenzial.
In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns daher ausschließlich
mit der Frage beschäftigt, wie Einzelfertiger aus dem Anlagen-,
Werkzeug- und Sondermaschinenbau, dem Stahl- und Metallbau,
der Innenausstattung und der Werftenindustrie ihr komplexes Pro-
jektgeschäft wettbewerbsfähig managen. Die Quintessenz unserer
Erfahrungen: Je höher die Prozesstransparenz ist, desto wirtschaft-
licher lassen sich knapper werdende Ressourcen zuteilen, desto si-
cherer die immer enger gesetzten Liefertermine halten und desto
umfassender die ständig steigenden Kundenwünsche erfüllen.
Als Beratungs- und Standardsoftware-Spezialist für die Pro-
zessoptimierung von Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigern
sind wir das einzige europaweit tätige Unternehmen, das mit
dieser ausschließlichen Fokussierung am Markt ist. Inzwischen
erschließen beinahe 500 Unternehmen signifikante Wettbe-
werbsvorteile mit unserer Gesamtlösung, dem integrierten Auf-
tragsmanagementsystem ams.erp, das alle Geschäftsbereiche
vollständig vernetzt. Angefangen bei Marketing und Vertrieb
inklusive Kalkulation reicht die Prozessunterstützung über Kon-
struktion, Fertigung und Beschaffung bis zu Auslieferung, Mon-
tage und Service Management.
Unabhängige Marktbeobachter bestätigen, dass unser Portfo-
lio die Anforderungen des Zielmarkts besonders gut erfüllt. Die
Gründe dafür sind so vielfältig wie das Geschäft der Einzel- und
Auftragsfertiger. Eine ganze Reihe davon zeigen unsere Kunden-
berichte. In ihrem Zentrum stehen die Automatisierungsspezia-
listen Aumann aus Espelkamp und Hahn Automation aus Rhein-
böllen. Beide Einzelfertiger nutzen die Transparenz unserer
Lösungen, um ihr anspruchsvolles Projektgeschäft wirtschaftlich
und terminsicher zu steuern. Zudem zeigen die Texte, wie sich
die Anwender fortwährend neue Vorteile im härter werdenden
Wettbewerb verschaffen.
Eine spannende Lektüre wünscht
Manfred Deues, Vorstand ams.Solution AG
Zum Autor Manfred Deues:
Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran-
che tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und stu-
dierte Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäfts-
führender Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH
eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für
die Bereiche Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010
erfolgte die Umfirmierung der hinrichts+müller GmbH in
die ams.Solution AG, dessen Vorstand er seit Gründung
angehört. Im gleichen Jahr ernannte ihn der Europäische
Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeit-
raum fällt auch die Einrichtung des Instituts für Einzel-
fertiger (ife), dessen Initiator und Mitbegründer Manfred
Deues ist.
INFOGRAFIK
Infografik ERP
ERP-Tops und -Flops
1
		
Top 5
		
Flop 5
Neue User-Interfaces müssen sich an 		
mobiles Arbeiten anpassen
Bedarf an umfassender Informationsver-
fügbarkeit enorm gestiegen
Informationsaustausch nimmt zu, da 		
Austauschsfrequenz kurzzyklischer
ERP müssen auf unterschiedlichen
Endgeräte jederzeit/überall verfügbar sein
Keine 1-System-Lösung,
Multi-System-Landschaft
Qualitätsstandards für Einführung von ERP
zur Bewertung Anbieter
Bedienung von ERP intuitiv und ohne 		
Schulung möglich
Einige wenige standardisierte Datenmodelle
von wenigen Anbietern vorgegeben
Arbeiten mit gleichen Werkzeugen wie im
Privatbereich (BYOD, ...)
Strukturierte Verfahren zur
Nutzenbewertung von ERP-Systemen
Gründe für ERP-Projekte
3
50,7% Altsystem nicht mehr leistungsfähig genug
22,5% Schlechte Durchgängigkeit / Übersicht
	
12,7 % Firmenwachstum
8,5 % Flexible Organisationsentwicklung	
5,6% Sonstiges	
10 Competence Book - ERP
INFOGRAFIK
Top 5 Optimierungsbedarf bei ERP-Software
4
89%
Prozesse schneller und
effizienter machen
80%
Prozesse verschlan-
ken und vereinfachen
62%
Die Agilität / Anpas-
sungsfähigkeit der
Prozesse erhöhen
61%
Kundenzufriedenheit
mit der Auftragsab-
wicklung verbessern
61%
Transparenz der
Geschäftsprozesse
erhöhen
Ziele von ERP-Projekte
3
Effizientere
Auftragsabwicklung
Einheitlich integrierte
IT-Landschaft
Überblick / Aktuelle
Daten
Optimierung der
Geschäftsprozesse
Transparenz
Modernisierung
32,4%
26,8%
25,4%
23,9%
16,9%
16,9%
Probleme bei ERP-Projekten
3
Zeitüberschreitung
Aufwändige
Mitarbeiterschulungen
Nicht definierte
Unternehmensprozesse
Widerstände im Haus
Probleme bei der
Datenintegration
Schnittstellenprobleme
21,1%
14,1%
11,3%
9,9%
9,9%
5,6%
Top 5 Auswahlkriterien von ERP-Software
5
65% 48% 33% 28% 28%
Funktionalität Flexibilität SW KMU-Eignung /
Praktikabilität
Kosten / Nutzen Fachkompetenz &
Auftreten
11Competence Book - ERP
INFOGRAFIK
Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte
3
26,8%
Guter Support
14,1%
Gute Planung / Know
How
11,3%
Beratungsleistungen
des ERP-Anbieters
5,6%
Gute Schulungen
5,6%
Geringer Implemen-
tierungsaufwand
4,2%
Transparenz
Unterstützung von mobilen Plattformen durch ERP-Produkte
5
0 1 2 3 4 5
34% 27% 15% 13% 5% 6%
Anzahl unterstützter
Mobilplattformen
Top 5 Nutzen von ERP-Systemen
6
Top 5 Formate für überbetrieblichen Datenaustausch
bei ERP-Systemen
6
55% 51%
40% 38% 36%
Prozesse schnell &
einfach
Informationen
schnell & einfach
Information korrekt &
nützlich
Rückverfolgbarkeit
von Informationen
Durchgängige Pro-
zess-Unterstützung
59%
EDIFACT
21%
DATANORM
19%
ODETTE
17%
VDA-FS
13%
ANSI X 12
12 Competence Book - ERP
INFOGRAFIK
Quellen:
(1) http://www.competence-site.de/downloads/45/32/i_file_1134046/21_thesen_erp_2020_final.pdf
(2) http://www.competence-site.de/usability/ERP2020-Usability-als-Erfolgsfaktor
(3) http://www.competence-site.de/ERP-Systeme/Betriebliche-Anwendungssysteme-Usability-ERP-Systemen
(4) http://www.computerwoche.de/i/detail/artikel/2537779/1/946381/EL_1367850380368342367536/
(5) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/Karsten-Sontow-zu-Mobility-der-ERP-2020
(6) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/ERP-2020-Connectivity
Welche mobilen Plattformen
werden durch ERP-Produkte
unterstützt?
5
Windows Mobile-basierte
Geräte
IPhone
IPad
Android-basierte Geräte
(Google)
Palm WebOS basierte Geräte
Blackberry
66%
32%
31%
23%
15%
14%
Gründe für die
Systemauswahl
3
Funktionalität
Branchen-/ Mittelstandslösung
Umfangreiches Modulangebot
/ Erweiterbarkeit
Preis-Leistungs-Verhältnis
Positive Erfahrungen mit
Anbieter
29,6%
28,2%
26,8%
26,8%
22,5%
13Competence Book - ERP
STATEMENTS
14 Competence Book - ERP
Der Trend – wie schon seit längerer Zeit
zu beobachten – geht dabei klar zu zen-
tralen, integriert arbeitenden Systemen,
die in der Lage sind, alle Unternehmens-
prozesse zu verknüpfen, zu steuern und
entsprechend abzubilden.3
Die Anforderungen
an das ERP-Sys-
tem werden künf-
tig weitaus an-
spruchsvoller sein
als dies bisher der
Fall war.1
Wir sind uns sicher, dass ERP
auch weiterhin im Mittelpunkt
des unternehmerischen IT-Ge-
füges stehen wird.1
ERP-Systeme werden in der Zukunft
DIE zentralen Steuerungseinheiten
– insbesondere in mittelständischen
Betrieben – sein.3
Die Frage nach der Bedeutung
eines ERP-Systems in der nahen
Zukunft lässt sich nicht so ein-
fach beantworten.2
EinewesentlicheHerausforderung
des ERP-Systems der Zukunft: die
punktgenaue, aber gleichzeitig
einfache Verfügbarkeit von Infor-
mationen.1
Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es
nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich
sein und für alle Beteiligten gleich.4
Statements zu ERP
Bedeutung
ERP
Zukunft
ERP
Ich würde prognostizieren, dass es Systeme mit dem heutigen Zu-
schnitt gar nicht mehr geben wird, weitergedacht führt das unwei-
gerlich zu einem anderen ERP-Begriff als wir ihn heute kennen.2
Wir sind auf den Weg in eine Appisierung der Anwen-
dungs-Workloads.4
STATEMENTS
15Competence Book - ERP
Es wird immer mehr zur Selbstverständ-
lichkeit, über die mobilen Geräte nicht nur
jederzeit im Unternehmen vorgehaltene
Daten abzurufen, sondern auch Informa-
tionen zurückzugeben.1
Um die Aufgabenstellung „Kommunikation und Kollaboration“ zu-
friedenstellend auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch
umfangreicheren Datenaustausches zwischen den Unternehmen.3
Für eine All- und Jederzeit-Verfüg-
barkeit müssen mobile Geräte durch-
gängig Einzug im Unternehmen er-
halten, denn sie gewährleisten die
Konnektivität.1
Devices ziehen in den
Shopfloor ein und es
werden andere Möglich-
keiten der Interaktion mit
der Software selbst, aber
auch mit den beteiligten
Menschen und genutz-
ten Maschinen, möglich.2
Mobility &
Usability
Wir gehen davon aus,
dass das Tablet auch im
Geschäftsleben seinen
Siegeszug antreten und
das Notebook in abseh-
barer Zeit verdrängen
wird.1
Die innerbetriebliche und unternehmens-
übergreifende Kollaboration sind seit langer
Zeit die Top-Themen bei der Implementie-
rung von ERP- und MES-Systemen.2
Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die
in die Unternehmen kommen, nutzen bereits
heute vor allem im privaten Bereich bereits
alle erdenklichen mobilen Geräte.1
Professionelle Mobilität wird zu-
künftig einen noch höheren Stel-
lenwert einnehmen, als dies be-
reits heute der Fall ist.3
Connectivity, Daten
& Kollaboration
Dieser Konnektivitäts-Ent-
wicklung kann sich kein
Anbieter entziehen – es
bleibt die Frage, ob für
den Anwender daraus ein
Technologie-Zoo entsteht
oder eine möglichst ho-
mogene Applikationsland-
schaft. Hier wird es aus
Anbietersicht noch Konso-
lidierungswellen geben.4
Reuper, Thorsten3
thorsten.reuper@asseco.de
Chief Technology Officer (CTO)
Asseco Solutions GmbH
Siegmund, Patrick1
psiegmund@mesonic.com
Geschäftsführer Deutschland
mesonic software gmbh
Naujoks, Frank4
Frank.Naujoks@microsoft.com
Product Marketing Manager Dynamics AX
Microsoft Deutschland GmbH
Tröger, Karl M.2
KTroeger@psipenta.de
Head of Product Management
PSIPENTA Software Systems GmbH
Quellen:
1: Patrick Siegmung, mesonic software gmbh
2: Karl M. Tröger, PSIPENTA Software Systems GmbH
3: Thorsten Reuper, Asseco Solutions GmbH
4: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH
STATEMENTS
16 Competence Book - ERP
Das ERP der Zukunft wird ein hochinteg-
riertes Gesamtsystem sein, das anwen-
derorientiert ausgerichtet ist und über
eine hohes Maß und Flexibilität und Mo-
bilität verfügt.1
Das ERP-System wird zu-
künftig wie auch heute
schon als der „große Res-
sourcenvorhalter hier für
eine Planungs- und Steue-
rungshoheit verantwortlich
sein.3
Agile Produktionssysteme erfordern in
gleichem Maße agile Softwaresysteme
zur Planung, Simulation und Steuerung
der Herstellungsprozesse (Internet der
Services).2
Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Systeme on-Premise
oder On-Demand oder teils-teils betreiben wird.4
ERP-Funktionen
& Architekturen
Systeme im Zufriedenheitsportfolio
„Zufriedenheit insgesamt“ (i.A.d. Kundenbasis)
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
„Wir sind uns sicher, dass ERP
auch weiterhin im Mittelpunkt
des unternehmerischen IT-Ge-
füges stehen wird“ – Patrick Siegmund
18 Competence Book - ERP
Delphi-RoundtableERP2020
Commodity oder Zentrale für eine mobile, nutzerzentrierte
und kollaborative Ökonomie?
M
obilität, Usability, Connectivity, Industrie 4.0, Enter-
prise 2.0, … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten steht
für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Und
wo stehtdas ERP-System in Zukunft bzw. wo solltees im Jahr 2020
stehen? Das ist die zentrale Frage, die sich die VDMA-Initiative
ERP-2020 stellt und wir freuen uns, dass wir gemeinsam und mit
Unterstützung von Trovarit und dem RWTH Aachen /FIR füh-
rende Köpfe der Branche zur Zukunft des ERP befragen konnten.
Dabei konnte bereits die Studie ERP-2020 des FIR im Auftrag des
VDMA zentrale Erkenntnisse durch die Befragung der Anwender
gewinnen und die auch wichtigsten Trends (Mobilität, Usability,
Connectivity) identifizieren.
In diesem Roundtable geht es daher darum, zusammen mit den
führenden Köpfen der Branche diese Perspektiven zu vertiefen
und zu konkretisieren!
Bedeutung ERP-Systeme im Jahr 2020 - Commodity oder
Zentrale?
Mobilität, Usability, Connectivity, Kollaboration, Industrie
4.0, Enterprise 2.0 … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten
steht für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Wer-
den damit andere Systeme (z.B. CRM, Social Software) in
den Mittelpunkt des Interesses rücken oder erfordert gerade
eine mobile, nutzerzentrierte, vernetzte und kollaborati-
ve Ökonomie die Integration durch zentrale ERP-Systeme
mehr denn je? Wie wichtig ist also Ihrer Meinung nach das
ERP-System der Zukunft („2020“)?
Patrick Siegmund
Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt
des unternehmerischen IT-Gefüges stehen wird. Allerdings wer-
den die Anforderungen an das ERP-System künftig weitaus an-
spruchsvoller sein als dies bisher der Fall war.
Gerade wirklich integrierte Systeme (z.B. ERP und CRM) werden
mehr und mehr die Unternehmen erobern. Schon seit einigen
Jahren zeichnet sich ab, dass Insellösungen immer häufigerdurch
integrierte Lösungen ersetzt werden. Denn nur Systeme, die auf
ein- und dieselbe Datenbank zugreifen, können die notwendigen
Informationen für den Anwender bedarfsgerecht zusammenstel-
len - und zwar so, dass diese Informationen alle Unternehmens-
und Geschäftsbereiche umfassen.
Hier liegt eine wesentliche Herausforderung des ERP-Systems
der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfüg-
barkeit von Informationen. Umfangreiche Datenmengen müssen
sich heute genauso wie in Zukunft jederzeit und an jedem Ort
heranziehen sowie be- bzw. verarbeiten lassen, damit die Unter-
nehmen sie sowohl für operative als auch für strategische Ent-
scheidungen optimal nutzen können.
Integrierte und zentrale ERP-Systeme werden künftig das Herz
im Kreislauf der IT-Landschaft darstellen und damit weiterhin als
zentrales Organ im Unternehmen fungieren.
Uwe Bergmann
Wichtiger denn je zuvor. Man kann jedoch das ERP-System nicht
einzeln betrachten, sondern nur als Teil einer ganzheitlichen Un-
ternehmenssoftware. Das ERP System bildet dabei die Zentrale,
in der die Unternehmensprozesse abgebildet werden. Was sich
ändert, ist die Art und Weise, wie wir mit den Systemen arbeiten
oder wie wir auf Daten und Informationen zugreifen. ERP-Syste-
me müssen sich stärker den Nutzern anpassen. Die Arbeitswelt
wird mobiler, flexibler, individueller und internationaler, gleich-
zeitig wachsen die Datenmengen und die Komplexität von Pro-
Auszug aus dem Roundtable mit Experten von Microsoft, PSIPENTA, Asseco, mesonic, COSMO CONSULT.
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
„ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE
zentralen Steuerungseinheiten – insbesondere in
mittelständischen Betrieben – sein.“ – Thorsten Reuper
19Competence Book - ERP
zessen und Zusammenhängen. Moderne
Unternehmenssoftware muss flexibel
nutzbar, einfach bedienbar und auf ver-
schiedenen Endgeräten überall verfügbar
sein.
Karl M. Tröger
Die Frage nach der Bedeutung eines
ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt
sich nicht so einfach beantworten. Wer-
den heutige Lösungen und zukunftsorien-
tierte Ansätze weitergedacht führt das un-
weigerlich zu einem anderen ERP-Begriff
als wir ihn heute kennen.
Ich würde prognostizieren, dass es Syste-
me mit dem heutigen Zuschnitt gar nicht
mehr geben wird. Vielleicht noch nicht im
Jahr 2020. Doch schon heute haben wir
Schwierigkeiten, die Systemgrenzen von
ERP und MES und weiteren Bausteinen ei-
ner Unternehmenssoftware voneinander
abzugrenzen. Die erwartete zunehmende
Autonomie der Planungseinheiten erfor-
dert weiterentwickeltere Kommunikati-
onslösungen zur Integration dieser auto-
nomen Einheiten. Meiner Meinung nach
steht noch nicht fest, ob es eine zentrale
oder viele miteinander kommunizierende
Intelligenzen in den Unternehmen geben
wird.
Der ungebrochene Drang nach der Mobi-
lisierung der Geschäftsprozesse führt zu
einem neuen Verständnis insbesondere
von Usability und Connectivity. Informa-
tionen müssen sicher und jederzeit ver-
fügbar sein und zielgenau dem Anwender
präsentiert werden.
Social Media Komponenten werden eine
größere Rolle als heute spielen. Dabei geht
es allerdings nicht um Informationsaus-
tausch wie wir ihn aus dem privaten Be-
reich kennen sondern um die Förderung
der Zusammenarbeit von Menschen zur
Lösung von Aufgabenstellungen im Pro-
duktionsumfeld. Die Konsolidierung und
Verfügbarmachung von „gemeinschaftli-
chem“ Wissen steht ganz deutlich im Vor-
dergrund.
Thorsten Reuper
Nachdem sich der Einsatz von Anwen-
dungssoftware zur Unterstützung der
Ressourcenplanung bereits in den vergan-
genen Jahren zu einem immer bedeutsa-
mer werdenden Faktor für den Erfolg ei-
nes Unternehmens entwickelt hat, werden
ERP-Systeme in der Zukunft DIE zentra-
len Steuerungseinheiten – insbesondere
in mittelständischen Betrieben – sein. Der
Trend – wie schon seit längerer Zeit zu
beobachten – geht dabei klar zu zentra-
len, integriert arbeitenden Systemen, die
in der Lage sind, alle Unternehmenspro-
zesse zu verknüpfen, zu steuern und ent-
sprechend abzubilden. Insellösungen, die
– zum Beispiel auf Basis von Webservices
– nicht integriert werden können, werden
dann zunehmend eine aussterbende Spe-
zies darstellen.
Frank Naujoks
Wir sind auf den Weg in eine Appisierung
der Anwendungs-Workloads. Genehmi-
gungen können via Smartphone erteilt
werden, genauso wie Umsatzanalysen mal
eben auf dem Tablet durchgeführt wer-
den. Auch nur kurzfristig genutzte Apps
werden programmiert, um bestimmte,
eher kleinteilige Aufgaben zu erfüllen.
Aber idealerweise greifen die Apps auf
eine einheitliche Datenbasis zurück – es
Zu Thorsten Reuper:
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein be-
sonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der
weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unternehmen vor-
weisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent
verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktions-
erweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Soft-
ware. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar-
beit mit Kunden und Interessenten realisiert werden.
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
20 Competence Book - ERP
müssen also keine Diskussionen mehr über den Ursprung der
Datenquelle und deren Vertrauenswürdigkeit geführt werden,
weil die Informationen für alle gleich sind.
Die Aufgabe der Anbieter wird es sein, die Systeme so auszuge-
stalten, dass das Zusammenspiel von unterschiedlichen Anwen-
dungen einwandfrei funktioniert und das bspw. Apps schnell er-
stellt werden können.
Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die
Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich.
ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Mobility und Usability!
In der ERP-2020-Studie war ein Ergebnis besonders klar:
ERP-Systeme müssen 2020 auf unterschiedlichen Endge-
räten jederzeit und überall verfügbar sein und neue User
Interfaces müssen sich an dieses neue mobile Arbeiten an-
passen.
Was sind für Sie die wichtigsten Entwicklungen, die das
Thema Mobilität treiben, und was sind die wichtigsten mo-
bilen Anwendungsszenarien und -prozesse, wenn wir Rich-
tung 2020 blicken? Welche Anforderungen ergeben sich
dabei für die Usability? Werden wir z.B. mit den gleichen
Werkzeugen wie im Privatbereich arbeiten (BYOD) und
wird die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne
Schulung möglich sein? Was also bedeutet für Sie und ihr
Unternehmen die neue Nutzerzentrierung konkret?
Thorsten Reuper
Professionelle Mobilität wird zukünftig einen noch höheren
Stellenwert einnehmen, als dies bereits heute der Fall ist. Sich
immer stärker verändernde Arbeitswelten machen eine wach-
sende Anpassung der Technologie sowohl innerhalb eines Un-
ternehmens – etwa im Bereich mobiler Prozesssteuerung, Lager,
Wareneingang (z.B. durch mobile Endgeräte) – als auch extern
– etwa durch mobile Prozessfreigabe, Workflowsteuerung oder
Informationstransfers – notwendig.
Frank Naujoks
Die Intelligenz der Systeme wird sich zunehmend unterhalb der
Benutzeroberfläche abspielen – ganz schulungslos wird wahr-
scheinlich ein Power-user nicht auskommen, aber eine Bedie-
nungsvereinfachung ist die letzten Jahre schon deutlich zu beob-
achten. Beispielsweiseauchdurchden EinsatzvonTouch-Devices
und Voice- oder Gestensteuerung.
BYOD birgt die Gefahr der Security und Administrierbarkeit für
die Unternehmen wieder ins Aufmerksamkeitsfeld zurück. Sup-
portunterstützung ist auch ein Thema – hier werdena sich noch
einzelne Modelle je nach Unternehmen herausbilden, was tole-
riert wird und was nicht.
Mobilität wird sehr stark getrieben durch Endgeräteverfügbar-
keit, Netzabdeckung und Usability der Software / Apps. Hier ist
HTML5 sicherlich das Mittel der Wahl, da die unterschiedlichen
Devices und Betriebssysteme sonst zu teuer zu unterhalten sind.
Zu berücksichtigen ist eine Anpassung bspw. der Zeilenabstände
von Anwendungen , je nachdem ob es ein Laptop oder ein Tab-
let / Smartphone ist. Hier steigen die Anforderungen an die Pro-
grammierer mit der Vielzahl der Gerätetypen deutlich an.
Patrick Siegmund
Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unterneh-
men kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Be-
reich bereits alle erdenklichen mobilen Geräte. Das ist einer von
mehreren Gründen, warum das mobile Arbeiten Einzug in die
Unternehmen erhalten hat und dies in Zukunft weiter verstärkt
tun wird.
Es wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit, über die mobilen
Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten
abzurufen, sondern auch Informationen zurückzugeben. Bereits
heute sind die Anfänge, z.B. mit dem mobilen Erfassen von An-
geboten und Aufträgen oder der Annahme und Abwicklung von
Serviceaufträgen vor Ort, getan. Künftig jedoch werden Anwen-
Zu Frank Naujoks:
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und
verantwortet als Produktmanager Microsoft Dynamics AX.
Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group,
Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Dip-
lom-Kaufmann der Universität zu Köln.
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
21Competence Book - ERP
der alle erdenklichen Funktionalitäten einer integrierten Unter-
nehmenslösung von ERP und CRM mobil nutzen wollen. Und
genau das erfordert wiederum eine punktuelle und anwendero-
rientierte Darstellung und Nutzung von Daten und Funktionen.
Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben
seinen Siegeszug antreten und das Notebook in absehbarer Zeit
verdrängen wird. Eine klare Aufforderung an die ERP-Hersteller
besteht darin, die mobilen Lösungen für diese Endgeräte derart
benutzerfreundlich und selbsterklärend zu gestalten, dass für
ihre Anwendung kein zusätzlicher Schulungsaufwand entsteht.
Die Herausforderung liegt schon in der vorgelagerten Analyse
und Organisation der ERP-Lösung, denn vorab muss die Daten-
verfügbarkeit sowie der Prozessverlauf geklärt werden: Welche
Daten und Funktionen stehen einem Anwender in welcher Form
zur Verfügung?
Für die sogenannten „Key-User“ der Fachabteilungen im Unter-
nehmen, z.B. in der Buchhaltung oder der Auftragsverwaltung,
werden aber sicher durch die immer komplexer werdenden An-
wendungen gesonderte Schulungsmaßnahmen unumgänglich
bleiben.
Uwe Bergmann
Der generelle Trend zum flexibleren und mobileren Arbeiten
macht vor der Nutzung eines ERP-Systems nicht halt. Die Ge-
sellschaft und das Nutzerverhalten verändern sich. Heute hat je-
der bereits ein Smartphone oder ein Tablet, ausschließlich oder
als Ergänzung zum PC oder Notebook. Selbstverständlich wird
die Nutzungserfahrung im privaten Bereich die Erwartungen im
geschäftlichen Bereich beeinflussen und umgekehrt. Die Bedie-
nung der Systeme muss vor allem intuitiv und einfach sein. Mit
unserem Leitbild „Business Software für Menschen“ stellen wir
den Menschen in den Mittelpunkt, um Systeme zu schaffen, die
sich optimal an den Bedürfnissen und Rollen der Menschen ori-
entieren, die mit der Software arbeiten.
Karl M. Tröger
Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbe-
dingungen für die genutzte Software werden sich mit der fort-
schreitenden Definition und Umsetzung der Konzepte im Zu-
sammenhang mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv
ändern. Neue und mobile Devices ziehen in den Shopfloor ein
und es werden andere Möglichkeiten der Interaktion mit der
Software selbst, aber auch mit den beteiligten Menschen und ge-
nutzten Maschinen, möglich.
Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größe-
ren Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer
Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur
Lösung der gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation
von Informationen und Daten (Eingeweihte kennen den Unter-
schied) hängt von mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess
und der Organisation, den gegebenen Hilfsmitteln und Werk-
zeugen, der zum aktuellen Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem
Standort und nicht zuletzt vom sozialen Umfeld. Gerade die
sozialen Aspekte werden eine immer größere Rolle spielen. Die
Förderung der Zusammenarbeit der Menschen im Produktions-
prozess und das Teilen von Wissen zur Lösung der Aufgaben wird
eine massive Steigerung der Effizienz mit sich bringen.
Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interakti-
onsschnittstelle stellt eine wichtige Komponente dar. Es muss
zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa-
ces zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi-
vidualität (Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss
Zu Patrick Siegmund:
Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick
Siegmund familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor
der 41-jährige 2011 ebenso beruflich zu mesonic stieß,
war er u.a. für Unternehmen im Bereich ePayment, Cont-
ent Providing sowie Rechtehandel tätig.
Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in
Deutschland steht Patrick Siegmund für die konsequen-
te und zukunftsorientierte Weiterführung der mittlerweile
30-jährigen mesonic-Tradition.
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
22 Competence Book - ERP
aufgelöst werden. ERP- und MES-Systeme
müssen zukünftig als Assistenzsystem
und Tutor der Anwender zu verstehen.
Aktuell arbeitet die PSIPENTA an einer
komplett neuen Oberfläche und einem
modernen Interaktionsdesign. Im Vor-
dergrund stehen dabei die Vereinfachung
der Nutzung und die deutlich erleichterte
Personalisierung. Die strenge Orientie-
rung an Aufgaben und Prozessen soll die
Effizienz bei der Bedienung der Systeme
nachhaltig steigern. In Zusammenarbeit
mit der Usergroup werden Prozessanaly-
sen durchgeführt. Das Ziel dieser Analy-
sen ist die Ermittlung von Best Practices
für unterschiedliche Branchen und Fer-
tigungstypologien. Diese Best Practices
fließen in das visuelle und das Interakti-
onsdesign ein.
ERP-Trends/Treiber bis 2020 –
Connectivity, Daten und Kollaboration!
Die ERP-2020-Studie zeigte auch, dass
ERP-Anwender eine Konnektivität im
doppelten Sinne erwarten. Zum einen
ist die Daten-/Informations-Konnek-
tivität im Sinne einer umfassenden
Informationsverfügbarkeit wesentlich.
Zum anderen erfordert die „neue“ Öko-
nomie auch ein Mehr an Kommunika-
tion und Kollaboration.
Auch diese Anwender-Anforderungen
erfordern konkrete Lösungskonzepte
der ERP-Anbieter. Wie gelingt die All-
und Jederzeit-Verfügbarkeit von (zum
Teil sicher auch unstrukturierten) In-
formationen und wie unterstützen Sie
die Zunahme an Kommunikation und
Kollaboration innerhalb von und zwi-
schen Unternehmen?
Uwe Bergmann
Als Microsoft Dynamics-Partner verfügen
wir nicht nur über die ERP-Funktionali-
täten sondern über das gesamte Lösungs-
portfolio von Microsoft. Die Integration
von Microsoft Office, Exchange, Share-
Point sowie Power -BI oderauch Office 365
in das ERP System bietet bereits heute die
Möglichkeit mit strukturierten und un-
strukturierten Daten in flexiblen Teams zu
arbeiten. Die integrierten Gesamtlösun-
gen sind zudem in der Cloud verfügbar.
Karl M. Tröger
Die innerbetriebliche und unternehmen-
sübergreifende Kollaboration sind seit
langer Zeit die Top-Themen bei der Imple-
mentierung von ERP- und MES-Systemen.
Die mit der zunehmenden Arbeitsteilung
einhergehende Zerlegung klassischer
Wertschöpfungsketten erfordert effiziente
Methoden der Zusammenarbeit. Die stei-
gende Vorleistungsquote im Verhältnis
zur eigenen Wertschöpfung in der deut-
schen Industrie belegt diesen Trend.
PSIPENTA unterstützt beide Formen
der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit
Kunden erarbeitet und ständig weiter
verfeinert bietet PSIPENTA eine konfigu-
rierbare Mehrwerksteuerung an. Das Ge-
samtunternehmen kann so als logistische
Einheit aus einem Guss agieren. Wesent-
liche Stammdaten (Master Data) stehen
jederzeit und ohne aufwändige Synchro-
nisationsvorgänge allen Einheiten zur
Verfügung. Vorkonfigurierte Prozesse er-
leichtern die Einbindung neuer Standorte
in das interne Wertschöpfungsnetzwerk.
Das zentrale Systemkonzept erleichert zu-
dem die Administration.
Die unternehmensübergreifende Kolla-
boration wird auf unterschiedliche Weise
unterstützt. Zum Einen sind besonders
in der Automobilindustrie etablierte und
standardisierte Kommunikationswege
und Protokolle verfügbar (EDI). Zum An-
deren steht mit der myOpenfactory-Platt-
form eine weitere Lösung zur unterneh-
mensübergreifenden Kommunikation zur
Verfügung. Viele der führenden ERP-Sys-
teme bieten Adapter zur Verbindung mit
der Plattform an. Darüber hinaus kann
myOpenFactory viele Standardformate
(z.B. openTrans, EANCOM, OCI, …) ver-
arbeiten.
All diese Möglichkeiten werden in Zu-
kunft nicht mehr ausreichen, um den
Anforderungen der Industrie zu genügen.
Zunehmende Autonomie und kleiner
werdende Planungseinheiten erfordern
noch flexiblere Gestaltungsmöglichkei-
ten der Wertschöpfungsketten. Die dy-
namische Zusammenarbeit in wechseln-
den Wertschöpfungsnetzwerken (eine
der Grundideen im Zusammenhang mit
Industrie 4.0) benötigt andere Lösungen
zur Unterstützung der Zusammenarbeit.
Zu Karl M. Tröger:
Karl M. Tröger, Head of Product Management, verantwortet die strategische Aus-
richtung des Produktportfolios bei der PSIPENTA Software Systems GmbH. Auf
Basis seiner nationalen und internationalen Stationen in der Fertigungsindustrie,
stellt er heute das Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft und dem
Software-Engineering dar. Seine Erfahrungen sammelte er als Senior Product En-
gineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als IT-Projektleiter sowie spä-
ter als Leiter der Produktentwicklung für ERP-Lösungen innerhalb der PSIPENTA
Software Systems GmbH.
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
23Competence Book - ERP
Die Synchronisation aller (ggf. temporär)
beteiligten Parteien in diesen Netzwer-
ken hinsichtlich technologischer und
kommerzieller Informationen in Echtzeit
wird einer der wesentlichen Faktoren für
den Erfolg dieser Konzepte sein. Zur Lö-
sung dieser Aufgabenstellungen werden
neue bzw. weiterentwickelte Kommuni-
kationsmöglichkeiten benötigt. Cloud
Computing kann dabei die Integration
und Synchronisation technologisch un-
terstützen. Insofern geht es nicht nur um
Connectivity an sich sondern zunehmend
um Konzepte zur Steigerung der „Kollabo-
rations-Produktivität“.
Thorsten Reuper
Um die Aufgabenstellung „Kommunikati-
on und Kollaboration“ zufriedenstellend
auszuführen, bedarf es auch zukünftig
eines noch umfangreicheren Datenaus-
tausches zwischen den Unternehmen, wie
z.B. zwischen Kunde und Lieferant. Wir
unterstützen und verfügen hier über eige-
ne Lösungen – und dies in Verbindung mit
Unternehmen, die sich auf das Routing
und Mapping zwischen Kunde und Lie-
ferant (Bestellung/Auftrag) spezialisiert
haben. Innerhalb eines Unternehmens
werden Werk-zu-Werk-Beziehungen
ebenfalls durch unsere Standardfunktio-
nen unterstützt.
Frank Naujoks
Cloud und Big Data sind da sicherlich die
Treiber für eine Vernetzung und Sichtbar-
machung von Zusammenhängen. Yammer
bietet sich als Kommunikationsplattform
innerhalb des Unternehmens und in ge-
schlossenen Communities an, Microsoft
Social Listening bringt die Meinung au-
ßerhalb des Unternehmens nach innen.
Die Kunst wird es sein, aus all den Infor-
mationssilos ein Gesamtbild zusammen-
zusetzen. Hinzu kommen dann noch In-
tegrationspunkte in die Office Welt, Mail,
aber auch die Einbindung von Geodaten,
Wetter etc.
Hinzu kommen, bspw. aus Daten-
schutz-Gründen, Private Cloud-Anfor-
derungen zur Kommunikation innerhalb
und außerhalb des Unternehmens.
Dieser Konnektivitäts-Entwicklung kann
sich kein Anbieter entziehen – es bleibt
die Frage, ob für den Anwender daraus ein
Technologie-Zoo entsteht oder eine mög-
lichst homogene Applikationslandschaft.
Hier wird es aus Anbietersicht noch Kon-
solidierungswellen geben.
Patrick Siegmund
Für eine All- und Jederzeit-Verfügbarkeit
müssen mobile Geräte wie Smartphones
und Tablets durchgängig Einzug im Un-
ternehmen erhalten, denn sie gewähr-
leisten die Konnektivität. Voraussetzung
hierfür ist jedoch die mobile Nutzbarkeit
der ERP-Systeme, sei es durch browserba-
sierte Oberflächen – wie wir sie für unsere
WinLine-Programme bereits seit gerau-
mer Zeit anbieten - oder aber in Zukunft
durch echte App-Anwendungen. Dabei
sind verschiedene Varianten vorstellbar,
z.B. eine App je Unternehmensbereich
bzw. Funktionsbereich der ERP-Lösung
oder auch die Umsetzung rein rollen-
basierter Apps. In einigen Teilbereichen
haben wir die echte mobile Nutzbarkeit
unserer Business-Software bereits umge-
setzt, weitere werden folgen.
Die Kommunikation innerhalb der Unter-
nehmen ist mit modernen ERP-Lösungen
(idealerweise mit integrierten CRM-Funk-
tionen) bereits heute möglich. Wir reali-
sieren dies in unseren Programmen durch
die eigenständige Umsetzung individuel-
ler Unternehmensprozesse mit Hilfe eines
integrierten Tools für das Workflowma-
nagement. Damit kann ein durchgängiger
Kommunikationsfluss, z.B. durch die au-
tomatisierte Weitergabe von Informatio-
nen und Daten, erreicht werden - sowohl
innerbetrieblich als auch im Austausch
mit anderen Unternehmen. Man denke
hierbei nur an typische Abläufe bei der
Serviceabwicklung oder an die Weiter-
leitung von Belegvorgängen wie Aufträge
und Rechnungen.
Auch eine Kommunikation über social
media-Kanäle sollte nicht unterschätzt
werden. Die „Generation Y“ nutzt diese
Medien heute bereits stark im privaten Be-
reich, so dass davon ausgegangen werden
kann, dass die Bedeutung dieser Medien
auch für die geschäftliche Kommunikati-
on zunehmen wird. Aus diesem Grund ist
eine Integration von Social-Media in unse-
re WinLine ERP-Programme vorgesehen.
„Die innerbetriebliche und unternehmensübergreifende
Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der
Implementierung von ERP- und MES-Systemen.“ – Karl M. Tröger
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
24 Competence Book - ERP
ERP-Funktionen und Architekturen für
das Jahr 2020?!
Neben den bisher genannten nicht-
funktionalen Anforderungen an
ERP-Systeme der Zukunft (Mobility,
Usability, Connectivity) werden sich
potenziell bis 2020 aber auch die Pla-
nungslogik und die Systemarchitektur
der Systeme weiterentwickeln.
Welche Veränderungen erwarten Sie
persönlich noch im Bereich Ressour-
cenplanung und Systemarchitektur?
Bleibt alles im Wesentlich planerich
beim Alten? Werden ERP-Systeme
mehr oder weniger die Planung in ei-
ner kollaborativen Planungsarchitek-
tur übernehmen? Welche Rolle spielt
der Mensch in diesen Szenarien? Und
wie gelingt die architektonische Zu-
kunftsfähigkeit am besten? Setzen wir
auf das eine integrierte Gesamtsystem
oder die prozessvernetzte Multi-Sys-
tem-Landschaft?
Frank Naujoks
Die Zukunft wird hybrid sein – und der
Kunde kann wählen, ob er die Syste-
me on-Premise oder On-Demand oder
teils-teils betreiben wird. Diese Wahlf-
reihet wird in den nächsten Jahren die
Diskussion bei der Entscheidung für die
IT-Ökosysteme dominieren und bringt
dem Kunden die Freiheit, nach Bedarf sei-
ne Entscheidungen zu treffen und auch zu
ändern.
Planungskomponenten werden durch
predictive Analytics Systeme immer wei-
ter die Anwendungen erobern. Dabei wird
die Intelligenz zunehmend hinter die Be-
nutzeroberfläche verlagert – und die An-
forderungen an den normalen Anwender
werden sinken. Umgekehrt werden die
Anforderungen an bestimmte Personen-
kreise immer höher werden – die für die
Intelligenz der Systeme zu sorgen haben.
Patrick Siegmund
Für uns ist ein ganz klarer Trend erkenn-
bar: Das ERP der Zukunft wird ein hoch-
integriertes Gesamtsystem sein, das an-
wenderorientiert ausgerichtet ist und über
eine hohes Maß und Flexibilität und Mo-
bilität verfügt. Dabei werden künftig nicht
nur die bisher als üblich verstandenen Un-
ternehmensressourcen, wie z.B. Adressen,
Produkte, Mitarbeiter und Maschinen im
ERP-System vorgehalten. Flexibel gestalt-
bare Anwendungen und Prozesse ermög-
lichen es den Unternehmen, alle erdenkli-
chen Ressourcen zu verwalten, zu planen
und entsprechende Prozesse zu automa-
tisieren. Als Beispiele seien hier unter
anderem die Organisation von Verträgen,
Räumlichkeiten oder des Fuhrparks ge-
nannt. Und dies alles mit dem Ziel, mit
Hilfe einer zentralen Verwaltung und ei-
ner optimierten Prozessautomatisierung
sowohl erhebliche Einsparungen in Bezug
auf den Zeit-und Kostenaufwand als auch
Umsatzsteigerungen zu erzielen.
Dabei ist jedoch immer zu bedenken, dass
die immer umfangreicher und komplexer
werdenden Systeme für den Einzelnen
auch anwendbar bleiben. Dies kann durch
eine Optimierung und Automatisierung
der Prozessorganisation sowie durch
die punktuell und anwenderspezifische
Bereitstellung von Teilbereichen oder
sogar nur einzelnen Funktionen einer
ERP-Komplettlösung realisiert werden.
Ebenso wichtig wird es sein, unabhängig
vom Ort und eingesetzten Device (Desk-
top, Tablet, Smartphone und künftige
Endgeräte), Zugriff auf alle Anwendungs-
bereiche zu haben. Um dies zu gewähr-
leisten, glauben wir, dass sich als Standard
der Zukunft die Weiterentwicklung von
HTML5 herauskristallisieren wird.
Thorsten Reuper
Das ERP-System wird zukünftig wie auch
heute schon als der „große Ressourcenvor-
halter und -planer“ agieren. Jedoch wer-
den zukünftig vermehrt die flexiblen APS/
MES-Systeme hier für eine Planungs- und
Steuerungshoheit verantwortlich sein und
dies natürlich prozessvernetzt mit dem
ERP-System. Daher kann man bei einer
guten Integration dieser Komponenten
auch beruhigtvon einem „integrierten Ge-
samtsystem“ sprechen. Ich selbst sehe den
Mensch zukünftig unter ERP 2020 noch
aktiver als „Bediener“ und „Kontrolleur“.
Karl M. Tröger
Agile Produktionssysteme erfordern in
gleichem Maße agile Softwaresysteme
zur Planung, Simulation und Steuerung
der Herstellungsprozesse (Internet der
Services). Heutige zentralistisch geprägte
Konzepte werden mit der fortschreiten-
den Entwicklung der CPS durch smarte
und hochauflösende dezentrale Systeme
ersetzt (werden müssen). Die vorherige
Simulation von Produktionssituationen
und die Ableitung von optimierten Sze-
narios in mehr und mehr autonomen Ein-
heiten wird eine Steigerung der Effizienz
zukünftiger Produktionsprozesse bewir-
ken. Die produktionsnahe IT wird mit der
Automatisierungsebene verschmelzen.
Hochauflösende Produktionsregelungs-
systeme benutzen riesige Datenmengen
von hochentwickelten Sensoren zur Be-
urteilung der tatsächlichen Situation. Die
Daten und daraus gewonnen Informatio-
nen müssen unter Berücksichtigung des
gegebenen Kontext aufbereitet werden
und dienen der zielgerichteten Beeinflus-
sung der aktuellen Produktionsparameter.
Es geht nicht mehr nur um die Etablierung
eines Berichtswesens und die Beurteilung
einer Situation quasi „post mortem“. Die
erhobenen Daten (Big Data) steuern den
Prozess und unterstützen bei der Ausrege-
lung von Störungen in Echtzeit.
Meiner Auffassung nach wird es kein
integriertes Gesamtsystem geben. Die
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE
25Competence Book - ERP
Landschaft wird genauso komplex bleiben wie sie heute ist oder
sogar komplexer werden. Neue Aufgabenstellungen erfordern
neue oder weiterentwickelte Lösungsbausteine. Die Integration
aller Systeme oder Lösungsbausteine bekommt in diesem Zu-
sammenhang einen ganz anderen Stellenwert. Der Mensch wird
nicht verdrängt, ganz im Gegenteil – seine Bedürfnisse müssen in
Zukunft viel stärker bei der Planung von Unternehmen berück-
sichtigt werden. Das Eco-System „Industrie 4.0“ besteht eben
nicht nur aus „Smart factories“ und intelligenten die Produktion
steuernden Produkten mit Gedächtnis.
Es geht darum, den Menschen hochwertige und kreative Arbeit
verrichten zu lassen und ihm die Möglichkeit zur Ausbalancie-
rung des Lebens zwischen Arbeit und Freizeit zu geben. Genauso
flexibel wie die von Menschen beherrschten Produktionssysteme
der Zukunft.
Uwe Bergmann
Diese nichtfunktionalen Anforderungen haben natürlich auch
einen direkten Effekt auf die funktionalen Anforderungen und
die Systemarchitektur. Wenn Ressourcen mobiler, flexibler und
internationaler eingesetzt werden oder auch verfügbar sind,
hat dies auch einen Einfluss auf die Planung von Ressourcen.
ERP-Systeme der Zukunft müssen intelligente Lösungen zur Op-
timierung des Ressourceneinsatzes schaffen. Bei der Systemar-
chitektur besteht die gleiche Herausforderung. Systeme müssen
überall verfügbar und skalierbar sein, um den Menschen in Ihren
Rollen, Aufgaben und Entscheidungen eine optimale Unterstüt-
zung zu bieten.
„Wir schaffen Software-Lösungen,
die den Menschen bei seiner täglichen
Arbeit optimal unterstützt.“ – Uwe Bergmann
Zu Uwe Bergmann:
Geschäftsführer COSMO CONSULT GmbH und
Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG
GRUNDLAGEN
Einleitung Grundlagen Anwendungen &
Lösungsbausteine
INHALT
27Competence Book - ERP
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	 Partner des Competence
Books
7	 Editorial Volker Schnittler
	 ERP 2020 Zukunft, aber keine
	 Science Fiction
10	 Grußwort Frank Naujoks
	 Gerüstet für den Wettbewerb 	
	von morgen
11	 Grußwort Otto Schell
	 ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 	
	um Zukunftsfähigkeit
12	 Grußwort Thorsten Reuper
	 ERP der Zukunft - die Zukunft 	
	des ERP hat gerade erst 		
	begonnen
13	 Grußwort Manfred Deues
	Maximale
	Prozesstransparenz
14	 Zahlen kompakt
	 Infografik ERP
18	 Statements
	 Statements zu ERP
22	 ERP 2020 I
	 Roundtable zu ERP 2020
32	 ERP 2020 I
	 Die ERP 2020-Initiative des 	
	VDMA vorgestellt
35	 ERP 2020 II
	 21 Thesen für das
	 ERP der 	Zukunft
40	 ERPAuswahl		 		
Die Zeit ist reif: Ein neues
	ERP-Auswahlverfahren
45	 ERP Einführung I
	 Stolperfallen bei der
	ERP-Einführung
47	 ERP Einführung II
	 ERP-Systeme einführen:
	 In drei Phasen zum Erfolg
50	 ERP Betrieb
	 ERP-Systeme wirtschaftlich
betreiben
54	 Wandlungsfähigkeit
	 Mehr Wandlungsfähigkeit
dank moderner ERP-Software
56	 ERP Trends	I
	 Vier Megatrends fordern
	 die gesamte IT-Industrie
60	 ERP Trends II
	 ERP Trends 2015
64	 ERP Trends III
	 Ihre digitale Zukunft und
warum Sie schon heute über
Ihr ERP nachdenken sollten!
68 	 ERP Trends IV
	 ERP/PPS im Kontext von
Industrie 4.0
74	 ERP 2020 III
	 Mobility, Connectivity,
	 Usability: Empirie zur
	 Trilogie der ERP 2020
76	 ERP 2020 IV
	 Mobility auf dem Vormarsch
78	 ERP 2020 V
	 Usability als Erfolgsfaktor
80	 ERP 2020 VI
	 Connectivity schafft die Basis
82	 Mobility
	 Das Büro in der Westentasche
	 Business-Software wird mobil
84	 Cloud
	 ERP in der Cloud
	 Zwei Trends zeichnen sich ab
86	 Usability
	 ERP 2020 und Industrie 4.0
	 Usability - next steps
88	 Herausforderungen	
	Herausforderung
	Prozessoptimierung
91	 Integration
	 Vorteile einer ERP/MES-
	Integration
93	 Internationalisierung
	 Wie ERP-Systeme
	 internationale Geschäftspro-	
	zesse unterstützen
96	 Branchenorientierung
	 ERP für Einzel- und Auftrags-
fertigung ist anders!
ANWENDUNGEN &
LÖSUNGSBAUSTEINE
Einleitung Grundlagen Anwendungen &
Lösungsbausteine
6	 Unser Kompetenz-Netzwerk
	 Partner des Competence
Books
7	 Editorial Volker Schnittler
	 ERP 2020 Zukunft, aber keine
	 Science Fiction
10	 Grußwort Frank Naujoks
	 Gerüstet für den Wettbewerb 	
	von morgen
11	 Grußwort Otto Schell
	 ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 	
	um Zukunftsfähigkeit
12	 Grußwort Thorsten Reuper
	 ERP der Zukunft - die Zukunft 	
	des ERP hat gerade erst 		
	begonnen
13	 Grußwort Manfred Deues
	Maximale
	Prozesstransparenz
14	 Zahlen kompakt
	 Infografik ERP
18	 Statements
	 Statements zu ERP
22	 ERP 2020 I
	 Roundtable zu ERP 2020
32	 ERP 2020 I	
	 Die ERP 2020-Initiative des 	
	VDMA vorgestellt
35	 ERP 2020 II
	 21 Thesen für das
	 ERP der 	Zukunft
40	 ERPAuswahl		 		
Die Zeit ist reif: Ein neues
	ERP-Auswahlverfahren
45	 ERP Einführung I
	 Stolperfallen bei der
	ERP-Einführung
47	 ERP Einführung II
	 ERP-Systeme einführen:
	 In drei Phasen zum Erfolg
50	 ERP Betrieb
	 ERP-Systeme wirtschaftlich
betreiben
54	 Wandlungsfähigkeit
	 Mehr Wandlungsfähigkeit
dank moderner ERP-Software
56	 ERP Trends	I
	 Vier Megatrends fordern
	 die gesamte IT-Industrie
60	 ERP Trends II
	 ERP Trends 2015
64	 ERP Trends III
	 Ihre digitale Zukunft und
warum Sie schon heute über
Ihr ERP nachdenken sollten!
68 	 ERP Trends IV
	 ERP/PPS im Kontext von
Industrie 4.0
74	 ERP 2020 III
	 Mobility, Connectivity,
	 Usability: Empirie zur
	 Trilogie der ERP 2020
76	 ERP 2020 IV
	 Mobility auf dem Vormarsch
78	 ERP 2020 V
	 Usability als Erfolgsfaktor
80	 ERP 2020 VI
	 Connectivity schafft die Basis
82	 Mobility
	 Das Büro in der Westentasche
	 Business-Software wird mobil
84	 Cloud
	 ERP in der Cloud
	 Zwei Trends zeichnen sich ab
86	 Usability
	 ERP 2020 und Industrie 4.0
	 Usability - next steps
88	 Herausforderungen	
	Herausforderung
	Prozessoptimierung
91	 Integration
	 Vorteile einer ERP/MES-
	Integration
93	 Internationalisierung
	 Wie ERP-Systeme
	 internationale Geschäftspro-	
	zesse unterstützen
96	 Branchenorientierung
	 ERP für Einzel- und Auftrags-
fertigung ist anders!
INHALT
29Competence Book - ERP
CASE STUDIES &
PRODUKTINFORMATIONEN
Case Studies &
Produktinformationen
Branchenübersicht
98	 Informationsquellen
100	 Unternehmen
105	 Experten
		
110	 Glossar
INHALT
31Competence Book - ERP
102	 Bergbau (KUMAVISION)
	 KUMAVISION factory für
Förderanlagen imBergbau
105	 Maschinenring Agrar (Asseco)
	 Maschinenring Österreich:
	 Ring frei für APplus
107	 Sanitär (Microsoft)
	 Mit Dynamics AX 2012
	 schlank in die Zukunft
109	 Kunststoff (COSMO CONSULT)
	 Integrierte Module statt
	Individualprogrammierung
112	 Metall (IAS)
	 Metallverarbeiter erreicht
große Synergien im
Datenmanagement
114	 Elektrotechnik (IAS)
	 Hohe Umsatzsteigerung bei
Jean Müller GmbH
120	 Fahrrad (Asseco)
	 Der Weltmarktführer für
Luftpumpen und
Schutzbleche ist mit APplus
für die Zukunft gerüstet
122	 Machinenbau (ams.Solution)
	 Wachstum organisieren	
126	 Diverse (COSMO CONSULT)
	 Ein Partner für alle Fälle
130	 Machinenbau (ams.Solution)
	 Auf Draht bei Aumann
134	 Weitere Case Studies
CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION)
32 Competence Book - ERP
ERP-Lösung KUMAVISION factory
für Förderanlagen im Bergbau
Förderanlagen im Bergbau gehören zu den größten Anlagen, die Menschen je errichtet ha-
ben. Sie entstehen aus zehntausenden von Einzelteilen. Ihre technischen Parameter werden
in Maßeinheiten wie Meganewton oder Megawatt beschrieben. Das deutsche Traditionsun-
ternehmen SIEMAG TECBERG plant, konzipiert und errichtet solche Anlagen in aller Welt.
Um von der Konstruktionszeichnung bis zur Montage den Überblick zu behalten, setzt das
Unternehmen die ERP-Branchenlösung KUMAVISION factory auf Basis von Microsoft Dy-
namics NAV ein.
D
ie Historie von SIEMAG TECBERG geht bis auf das Jahr
1871 zurück. Aus dem Lieferanten für Bergbauzubehör hat
sich im Laufe des 20. Jahrhunderts der international auf-
gestellte Systemanbieter SIEMAG TECBERG entwickelt mit Kun-
den und Projekten in aller Welt. „Wir stellen zwar sehr große und
schwere Geräte her. Aber wir sind trotzdem eine Manufaktur.“ So
beschreibtStephanSartor, Geschäftsführerbei SIEMAGTECBERG,
die Arbeitsweise des Unternehmens. Entsprechend hoch ist der
Stellenwert von Stücklisten und Strukturplänen im ERP-System.
Zur Steuerung seiner komplexen Abläufe nutzt der Bergbauspezi-
alist Microsoft Dynamics NAV, schon seit der „blauen Version“, wie
Sartor in Anspielung auf die monochrome Bildschirmdarstellung
der frühen 1990er sagt. Zuletzt lief eine hoch spezialisierte und in-
dividuell programmierte Software auf Basis der Version 3.60.
Neues Gebäude, neue IT
Als SIEMAG TECBERG 2007 per Management-Buy-Out eigen-
ständig an den Markt ging, stellten sich gleich mehrere Her-
ausforderungen. Denn Kunden, Mitarbeiter und Infrastruktur
gingen zu SIEMAG TECBERG über. Firmengebäude und IT-Spe-
zialisten blieben aber beim früheren Mutterkonzern. So musste
das Unternehmen gleichzeitig ein neues Gebäude beziehen und
eine neue IT einführen. „Um unsere stark individualisierte Soft-
ware weiter betreiben zu können, hätten wir Fachleute benötigt,
die das System von Grund auf kennen“, erklärt Sartor. Deshalb
beschloss das Management, eine aktuelle Version von Microsoft
Dynamics NAV einzuführen.
Nahe am Standard
Dabei wollte das Unternehmen so nahe wie möglich am Standard
bleiben. Trotzdem war klar, dass es allein mit dem Funktionsum-
fang von Microsoft Dynamics NAV nicht getan war. „Wir brauch-
ten eine Branchenlösung, die unsere speziellen Anforderungen
im Anlagenbau abdeckt.“ Und die sind – wie auch die Produkte
des Unternehmens – eine Nummer größer als der Durchschnitt.
Deshalb ließen sich auch Individualprogrammierungen nicht
völlig vermeiden. Aber jede individuelle Funktion des alten Sys-
tems wurde durch einen dreistufigen Filter sortiert: Nice-to-ha-
ve-Funktionen fielen weg. Bei den anderen suchten die Verant-
wortlichen nach Wegen, die eigenen Prozesse so umzustellen,
dass sie doch noch mit dem Standard abgebildet werden konn-
ten. Nur wenn es keine andere Möglichkeit gab, kamen die Pro-
grammierer zum Einsatz. Im Ergebnis konnte SIEMAG TECBERG
zu 90 Prozent die Standards der KUMAVISION-Branchenlösung
übernehmen.
Kalkulation aus Erfahrung
Damit deckt SIEMAG TECBERG fast den gesamten Workflow ab.
Lediglich Kalkulationen im Vorfeld eines Vertragsabschlusses
berechnen die Mitarbeiter des Vertriebs mit Excel-Werkzeugen.
Aber auch hier greifen sie bereits auf Informationen aus ähnli-
chen Projekten zurück. „Kein Schacht, kein Bergwerk ist iden-
tisch mit einem anderen“, erklärt Stephan Sartor. „Aber wir verfü-
gen über 1500 Referenzen, die wir weltweit bereits durchgeführt
haben.“ Deshalb greift das Unternehmen in der Kalkulationsphase
HERAUSGEBER: KUMAVISION AG
CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION)
33Competence Book - ERP
auf Projekte zurück, die genügend Ähn-
lichkeit haben, so dass sie für Risikoab-
schätzung und Kostenrechnung genutzt
werden können. Wenn eine verbindliche
Bestellung vorliegt, werden die Excel-Ta-
bellen aus der Kalkulation mit hunderten
von Positionen automatisiert in KUMAVI-
SION factory eingelesen. Strukturpläne
und Budgets werden automatisch ange-
legt.
Hohe Flexibilität
In der Phase des Anpassungsengineerings
greifen die Konstrukteure auf die Pläne
bereits gebauter Anlagen zurück, über-
nehmen teilweise vorhandene Strukturen,
überarbeiten sie und fügen sie zu etwas
Neuem zusammen. „Hier verlangen wir
von unserem ERP-System ein außerge-
wöhnlich hohes Maß an Flexibilität“, er-
klärt Sartor. Einen Standard gibt es nicht.
„Es genügt uns nicht, eine Datenstruktur
komplett per Copy und Paste zu überneh-
men. Wir müssen die Struktur auf jeder
Ebene verändern können.“
Kompletter Datenumzug
Die enge Verwebung zwischen alten und
neuen Projekten setzte auch voraus, dass
der komplette Datenbestand aus der lan-
gen Geschichte des Unternehmens in die
neue SQL-Datenbank der Branchenlö-
sung fehlerfrei transferiert wurde. Und
noch eine weitere Eigenheit des Berg-
baugeschäfts machte den Erhalt der alten
Datensätze erforderlich: Schachtförder-
anlagen sind 40 bis 50 Jahre in Betrieb.
Entsprechend lange müssen die Doku-
mentationen für Service und Betreuung
verfügbar sein. „Hier hat KUMAVISION
mit großem Know-how für einen professi-
onellen Umzug gesorgt“, so Sartor.
CAD-Integration und Änderungs-
management
Eine besondere Herausforderung war
die Anbindung der CAD- und PDM-
Konstruktionssysteme an das ERP-
System. Denn im Verlauf des Anpassungs-
engineerings überarbeiten Konstrukteu-
re die Zeichnungen – mit direkten Aus-
wirkungen auf die Stücklisten. SIEMAG
TECBERG nutzt deshalb eine Universal-
schnittstelle in KUMAVISION factory, mit
deronlineausden Konstruktionsdaten Ar-
tikel- und Stücklisten abgeleitet werden.
Ein integrierter Plausibilisierungsprozess
erkennt dabei Inkonsistenzen oder Fehler
und erlaubt auch die Vereinheitlichung
unterschiedlicher CAD-Systeme auf einen
Fördermaschine Gotthard, Quelle: SIEMAG TECBERG
CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION)
34 Competence Book - ERP
homogenen Artikelstamm. Ein weiterer
Vorteil ist die vollständige Indexverfol-
gung der Änderungsstände im ERP-Sys-
tem. Damit verbleibt die Verantwortung
für die Zeichnungs- und Artikel- Stück-
listenverwaltung in der Konstruktion. Es
entsteht ein durchgängiger Prozess ohne
Medienbrüche. Ebenso profitiert SIEMAG
TECBERG vom Änderungsmanagement,
das in KUMAVISION factory integriert ist.
Es leitet alle Änderungen von 65 CAD-Ar-
beitsplätzen sowie die Änderungen der
Arbeitsvorbereitung direkt in Änderungs-
vorschläge weiter. Dadurch erhält das Pro-
jektmanagement valide Informationen,
wie mit den wachsenden Strukturen und
Langläufer umgegangen werden soll.
Komplexe Abwicklung
Auch die konkrete Abwicklung eines
Auftrags fällt bei SIEMAG TECBERG auf-
grund der Projektgröße etwas komplexer
aus. Stücklisten mit 20.000 Positionen
sind keine Seltenheit. 80 Prozent der ver-
bauten Teile kauft das Unternehmen bei
verschiedenen Lieferanten. Dabei kann es
zu komplexen Beistell-Stafetten kommen:
Lieferant A produziert ein Teil, das er für
Lieferant B beistellen muss, ist aber sei-
nerseits auf ein Beistellteil von Lieferant
C angewiesen. „KUMAVISION factory ist
für uns ein unverzichtbares Werkzeug, um
diese komplexen Strukturen überhaupt
beherrschen zu können“, erklärt Sartor.
Vor allem deshalb, weil Termintreue in
dieser Branche eine weit größere Bedeu-
tung hat, als anderswo. „Wenn wir liefern,
muss alles zu einem festen Termin am Ha-
fen oder beim Kunden sein. Wir können
da nicht einfach nachliefern. Ein Zeitver-
zug ist - auch bedingt durch die weltweite
geographische Lage der Bergwerke - im-
mer gleichbedeutend mit einem immen-
sen Schaden.“
DMS inklusive
KUMAVISION factory ist bis auf weni-
ge Ausnahmen in allen Bereichen bei
SIEMAG TECBERG im Einsatz. CAD-In-
tegration, Materialbeschaffung, Waren-
eingangsprüfung, Projektmanagement,
Rechnungsprüfung, Finanzbuchhaltung,
Controlling nach HGB und IFRS und Ver-
sand: alles ist in der Branchenlösung ab-
gebildet. Zusätzlich ist ein Dokumenten-
managementsystem (DMS) angebunden, das neben dem fiskalischen Belegwesen auch
Konstruktionszeichnungen jederzeit elektronisch abrufbar macht. „Wenn unsere Mitar-
beiterin KUMAVISION factoryauf eineStücklistenpositiongehen, könnensiemiteinem
einzigen Mausklick die zugehörige Konstruktionszeichnung öffnen“, erläutert Sartor.
Fazit
Für die Zusammenarbeit bilanziert Stephan Sartor: „Wir haben durch den Umzug und
die neue IT im Prinzip ein neues Unternehmen im laufenden Betrieb gegründet. Unter
diesen komplizierten Umständen und mit einem sehr sportiven Zeitplan, hat KUMA-
VISION einen sehr guten Job gemacht. Natürlich konnte es nicht von Anfang an rei-
bungslos funktionieren. Aber wenn es Probleme gab, hat KUMAVISION immer die Res-
sourcen bereitgestellt, um so schnell wie möglich gute Ergebnisse zu erzielen.“ Die neue
Software selbst beurteilt Sartor weniger nach den betriebswirtschaftlichen Vorteilen als
nach den organisatorischen: „Wir brauchen ein System, das hoch flexibel ist, unsere
komplexen Auftragsstrukturen abbildet, abgeschlossene Projekte für künftige nutzbar
macht und die Konstruktionsebene einbindet. Und das haben wir mit KUMAVISION
factory erhalten.“
Schachtförderanlage Gotthard, Quelle: SIEMAG TECBERG
CASE STUDY - MASCHINENRING AGRAR (ASSECO)
35Competence Book - ERP
Maschinenring Österreich:
RingfreifürAPplus
D
er Maschinenring Österreich ist ein genossenschaftlich organisierter, nationaler Zusam-
menschluss von etwa 77.000 Mitgliedsbetrieben, durch die aktuell mehr als die Hälfte der
landwirtschaftlichen Nutzfläche der Alpenrepublik bewirtschaftet wird. Als führendes
Dienstleistungsunternehmen im ländlichen Raum hat es sich der in 90 Vereine, so genannte „Rin-
ge“, unterteilte Verbund zum Ziel gemacht, die Perspektiven und Chancen der heimischen Land-
wirte durch eine umfassende Bündelung und Organisation von Kräften und Ressourcen nachhaltig
zu verbessern – und dies über alle neun Bundesländer hinweg. Der Maschinenring ist insgesamt in
drei Unternehmensbereiche – Agrar, Service und Personalleasing – gegliedert.
Maschinenring Agrar, Service, Personalleasing
Betriebshilfe und Maschinenmanagement zählen zu den historischen Kernaufgaben
der Maschinenringe. Der inneragrarische Leistungsaustausch zwischen Landwirten
steht hierbei im Fokus. Ein kosteneffizientes Maschinenmanagement, die Aushilfe bei
Überkapazitäten sowie Sozialeinsätze in Notsituationen werden auf diese Weise sicher-
gestellt. Der Maschinenring Agrar bietet Einzel- und Komplettdienstleistungen in den
Bereichen Ackerbau, Grünland, Forst, Bioenergie, Wein-, Obst- und Spezialkulturenan-
bau sowie Innenwirtschaft. Maschinengemeinschaften stellen dabei insbesondere bei
hohen Anschaffungskosten im Bereich der Ernte- oder Düngetechnik sowie der Boden-
bearbeitung eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu einzelbetrieblichen Investitionen
dar.
Als Dienstleister bietet der Maschinenring Service in ganz Österreich Landschafts- und
Grünraumpflege sowie Winterdienst für Unternehmen, Gemeinden oder Privatperso-
nen an. Dieser Dienstleistungsbereich hat sich inzwischen zum umsatzstärksten Ge-
schäftszweig entwickelt.
Der vor fünfzehn Jahren gegründete Unternehmensbereich Personalleasing vermittelt
Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft an Unternehmen und Gemeinden. Die
Beschäftigungsmöglichkeiten als Leasingarbeitskraft sind dabei vielfältig und reichen
von Tätigkeiten als Schlosser, Schmied, Zimmerer und Tischler über Aufgaben in der
Maschinen- und Stahlverarbeitung bis hin zu Einsätzen innerhalb der Nahrungs- oder
Genussmittelindustrie. So setzen über 2.500 Unternehmen in ganz Österreich auf Mit-
arbeiter der Maschinenring Personal eGen.
Maschinenring-Spezifika
Im Falle des Maschinenrings gibt es ge-
genüber herkömmlichen Unternehmens-
strukturen individuelle Besonderheiten
hinsichtlich der Verrechnung und Orga-
nisation angebotener Dienstleistungen.
So erbringt der Verbund diese Services im
Agrarbereichfaktischnichtselbst,sondern
übernimmt die Vermittlung und wickelt
im Auftrag und Namen des Dienstleis-
ters den Zahlungsverkehr mit dem jewei-
ligen Kunden ab. Da agrarische Kunden
und Dienstleister auch Vereinsmitglieder
sind, ist darüber hinaus eine entspre-
chende Mitgliederverwaltung inklusive
Mitgliedsbeitragsabrechnung nötig. Bei
gewerblichen Dienstleistungen wie Win-
terdienst oder Grünraumpflege fungieren
Dienstnehmer teilweise gleichzeitig als
Sublieferanten für auftragsrelevante Gerä-
te und Maschinen. Eingangsrechnungen
werden dabei im Gutschriftverfahren für
diese erstellt.
HERAUSGEBER: Asseco Solutions AG
CASE STUDY - MASCHINENRING AGRAR (ASSECO)
36 Competence Book - ERP
Altsysteme für komplexe
Unternehmensstrukturen nicht mehr
zukunftsfähig
Trotz komplexer Organisations- und Ab-
rechnungsstrukturen verfügte der Ma-
schinenring bis Ende 2005 über keine ein-
heitliche IT-Architektur, sondern bediente
sich in den Unternehmensbereichen Ser-
vice und Agrar mit MR2000, Datamax
und Centura dreier Eigenentwicklungen.
Diese unterschieden sich in ihren Spezifi-
kationen – selbst innerhalb der einzelnen
Dachorganisationen – teilweise vonei-
nander und waren technologisch in kei-
ner Weise zukunftsfähig. Es galt deshalb,
eine Unternehmenssoftware zu eruieren,
die ohne eine aufwändige Individualpro-
grammierung bereits im Standard alle re-
levanten Abläufe – insbesondere Stamm-
datenverwaltung und Disposition – über
beide Unternehmensbereiche hinweg
umfassend und transparent abzubilden in
der Lage und dennoch an spezifische Pro-
zesse anpassbar ist. Auf diese Weise sollte
der Maschinenring, trotz seines föderalen,
genossenschaftlichen Aufbaus, den tech-
nologischen Unterbau eines modernen
Wirtschaftsunternehmens erhalten.
APplus überzeugt
Nach intensiver Marktbeobachtung im
Rahmen eines Auswahlverfahrens standen
zwei Lösungen zur Disposition, wobei die
Entscheidung der Verantwortlichen des
Maschinenrings nach Prüfung aller wich-
tigen Kriterien im Jahr 2005 auf APplus
fiel. Ausschlaggebend waren hierbei vor
allen Dingen – neben der vollständigen
Web-Basierung – die hohe Anpassbar-
keit, der technologische Entwicklungs-
vorsprung sowie der breite Funktions-
umfang der Lösung. Diese erfolgreiche
APplus-Implementierung wurde im Sep-
tember 2013 auf die Version 6.0 migriert.
Der Modulumfang umfasst Vertrieb,
Einkauf, Materialwirtschaft, AZE, PZE,
CRM sowie Plantafel. Im Augenblick ar-
beiten 700 User an rund 90 Standorten
mit APplus.
APplus in der Praxis
Durch die Einführung von APplus wurden
innerhalb des verzweigten Organisati-
onsgeflechts heute eine homogene Struk-
turierung der Vertriebsaktivitäten – von
Angeboten über Aufträge, die Erstellung
von Lieferscheinen bis hin zu Sammel-
rechnungen – sowie eine einheitliche
Stammdatenpflege realisiert. Musste jede
Filiale bislang ihre Geldflüsse oder die
Disposition von Personal- und Maschi-
nenressourcen autark organisieren, sind
nun ein einheitlicher Zahlungsverkehr
aller Niederlassungen sowie eine unter-
nehmensübergreifende Verfügbarkeits-
planung möglich, die gerade im Personal-
leasingbereich unabdingbar ist. APplus
stellt darüber hinaus die technologische
Basis für neu realisierte Online-Aktivitä-
tendar. Damitistnun jederLandwirtinder
Lage, Lieferscheine für erbrachte Leistun-
gen elektronisch – etwa per Smartphone
oder PDA – direkt nach Auftragserfüllung
in das Gesamtsystem zeit- und ortsunab-
hängig einzupflegen sowie einen GPS-ge-
stützten Nachweis geleisteter Dienste zu
erbringen. Das manuelle Ausfüllen von
Papierdokumenten sowie die persönliche
Abgabe an einer regionalen Geschäfts-
stelle entfallen dadurch komplett und die
Rechtssicherheit des beauftragten Dienst-
leisters ist im Schadensfall umfassend
gewährleistet. Auch der Einkauf mit den
entsprechenden Bestellvorgängen, Lie-
ferscheinen und Eingangsrechnungen,
die Materialwirtschaft mit auftragsbe-
zogenen Zu- und Abgängen – inklusive
Durchschnittspreisermittlung – sowie das
Kundenbeziehungsmanagement sind mit
APplus unternehmensübergreifend ab-
bildbar. Letzteres besticht hierbei durch
vielfältige Auswertungsmöglichkeiten in
den Bereichen Kundenkontakte (Aktivitä-
ten), Schadensmanagement, Kundenzu-
friedenheitsbefragungen, ABC-Analysen
oder Kundenpotenzial-Ermittlung.
APplus 6.0 als konsequenter
Folgeschritt
„Gemeinsam mit den Experten der As-
seco ist es 2006 gelungen, ein solch um-
fangreiches ERP-Einführungsprojekt in
gerade einmal zwölf Monaten erfolgreich
umzusetzen und einzuführen. Die Im-
plementierung und Anpassung der Stan-
dardsoftware an unsere ganz spezifischen
Anforderungen waren dabei stets von
einer professionellen, harmonischen Zu-
sammenarbeit geprägt. Das Ergebnis die-
ser Bemühungen ist für uns mehr als über-
zeugend, denn mit APplus sind wir heute
in der Lage, unsere komplexe Organisati-
onsstruktur einschließlich unterschied-
lichster Dienstleistungsbereiche mit nur
einem einzigen Softwareprodukt steuern
und abbilden zu können. Das Upgrade
auf die APplus-Version 6.0 ist für uns des-
halb der konsequente Folgeschritt zu noch
mehr Leistungsfähigkeit, Funktionalität
und Transparenz“, so Stefan Schneider,
Teamleiter Business Applications bei der
Maschinenring Österreich GmbH.
„Ausschlaggebend für APplus waren vor allen Dingen
– neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe
Anpassbarkeit, der technologische Entwicklungsvor-
sprung sowie der breite Funktionsumfang der Lösung.“
CASE STUDY - SANITÄR (MICROSOFT)
37Competence Book - ERP
Mit Dynamics AX 2012
schlank in die Zukunft
Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer im Premium- und Luxus-Seg-
ment. Das Sortiment umfasst mehr als 5.500 Artikel, fast alle werden in Deutschland produ-
ziert. Die rund 1.050 Mitarbeiter der Dornbracht Group erwirtschafteten 2012 einen Umsatz
von knapp 163 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Produktion wird – trotz Finanzkrise –
ins Ausland verkauft.
D
ie IT-Doppelspitze hatte ausgedient
Seit Anfang der 90er Jahre herrschte in der IT-Landschaft
so etwas wie Arbeitsteilung: Während die Unternehmens-
software Microsoft Dynamics NAV den kaufmännischen Bereich
abdeckte, war im operativen Geschäft eine selbst entwickelte
Software im Einsatz. Als sich das Unternehmen im Rahmen eines
Optimierungsprojekts verstärkt dem Lean Management zuwand-
te, passte die IT-Struktur nicht mehr zur Unternehmensstrategie.
Dornbracht entschied sich für Microsoft Dynamics AX. Neben der
internationalen Ausrichtung und der flexiblen Programmstruktur
gaben vor allem Module wie „Lean Manufacturing“ den Ausschlag.
Wechsel mit optimierten Prozessen
Im Frühjahr 2009 startete das Projekt in die Analysephase. Als
kurze Zeit später ein Brand vom Nachbargrundstück übergriff,
machte Dornbracht aus der Not eine Tugend und modernisierte
die betroffenen Produktionsbereiche. Die optimierten Prozesse
veränderten auch das ERP-Projekt. Um die verlorene Zeit zumin-
dest teilweise aufzuholen, erhöhte das Projektteam die Schlag-
zahl und sicherte sich die Unterstützung des Microsoft-Partners
STZ Business Consulting. Anpassungen waren beispielsweise bei
der Preiskalkulation erforderlich. Zudem wurde im Zuge der Pro-
zessoptimierung das Fertigwarenlager an einen Logistikdienst-
leister ausgelagert.
Schnittstellen gewährleisten Systemintegration
Seit Ostern 2012 sind rund 600 Arbeitsplätze mit Dynamics AX
2012 ausgestattet. Neben der Unternehmenszentrale in Iserlohn
gehören hierzu auch 15 internationale Handelsvertretungen. Im
Rahmen zweier Folgeprojekte kamen inzwischen ein detailliertes
Rollen- und Berechtigungskonzept sowie ein Business Intelli-
gence (BI)-System hinzu. Kennzahlen werden dabei als Business
Cockpits unter Microsoft SharePoint 2013 bereitgestellt.
Schlanke Prozesse, transparente Zahlen
Heute erntet Dornbracht die Früchte des Projekts. „In zentralen
Unternehmensbereichen wie der Produktion oder dem Auftrags-
management arbeiten wir absolut ‚Lean‘ – und schneller als zu-
vor“, betont Hubertus Meisterjahn, Leiter Informationstechnik
und Organisation bei der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG.
Benötigte man früher in der Montage lange Zeit zwei Schichten,
wechselt das Unternehmen heute spätestens nach einem Jahr in
den Einschichtbetrieb. „Das liegt vor allem an der gewonnenen
Transparenz und dem Lean Management. Mit Dynamics AX
können wir jeden Prozess detailliert verfolgen“, erklärt Hubertus
Meisterjahn. Dynamics AX bedeutet für den IT-Leiter ein wichti-
ges Stück Investitionssicherheit. Schließlich sei die Software ein
innovatives Produkt, das in der Vergangenheit ständig verfeinert
wurde.
HERAUSGEBER: Microsoft Dynamics
CASE STUDY - SANITÄR (MICROSOFT)
„Mit Dynamics AX 2012 können wir jeden Prozess
detailliert verfolgen. Abweichungen sind sofort zu
erkennen. Laufende Verbesserungen lassen sich
dadurch einfach und effizient umsetzen.“ –HubertusMeisterjahn
38 Competence Book - ERP
Ausgangssituation
Lange Zeit arbeitete Dornbracht in den
kaufmännischen und operativen Unter-
nehmensbereichen mit unterschiedlichen
Systemen. Die mangelnde Integration vie-
ler Geschäftsprozesse ließ sich mit derver-
änderten Unternehmensstrategie und den
gestiegenen Anforderungen nicht mehr
vereinbaren.
Lösung
Dornbracht entschied sich für Micro-
soft Dynamics AX. Ausschlaggebend
war, dass Dynamics AX mit Modulen wie
„Lean Management“ optimal zur neuen
Strategie passte. Aus technischer Sicht
konnte auf vorhandenes Wissen zurück-
gegriffen werden.
Nutzen
Dornbracht arbeitet heute in schlanken
Strukturen und kann sich schneller auf
Veränderungen einstellen. Transparente
Prozessinformationen und Geschäftszah-
len vereinfachen die Unternehmenssteue-
rung. Künftige Anforderungen lassen sich
flexibler umsetzen.
Quelle: Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG
CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT)
39Competence Book - ERP
Integrierte Module statt
Individualprogrammierung
Im Jahre 1822 beginntdie Historieder Firma Röchling miteiner Kohlenhandlung. Heutesteht
die Röchling-Gruppe für höchste Kompetenz in Sachen Kunststoff. Mit fortschrittlichsten
Bearbeitungs- und Veredelungsverfahren und in modernsten Produktionsprozessen fertigt
das Unternehmen thermo- und duroplastische Kunststoffe für jeden denkbaren Industrie-
bereich. Zudem bietet Röchling seit 2013 nach der Anschaffung einer Anlage für selektives
Lasersintern als erster Hersteller weltweit komplexeste Fertigteile im 3D-Druck-Verfahren
an. Unterteilt ist die Firmengruppe in den Geschäftsbereich Hochleistungskunststoffe mit
einem Produktspektrum von Halbzeugen wie Platten, Rund-, Hohl- und Flachstäben über
Profile und Formgussteile bis zu mechanisch bearbeiteten Fertigteilen. Der zweite Bereich
Automobil-Kunststoffe versorgt weltweit Automobilhersteller und Systemlieferanten mit
technologisch anspruchsvollen Kunststoffanwendungen. Die Gruppe ist mit 60 Standorten
in 20 Ländern vertreten und erwirtschaftete in 2012 mit 7.300 Mitarbeitern einen Umsatz
von 1,1 Mrd. Euro.
M
it Individualität in die Sackgasse
Seit 1998 setzt man bei der
Röchling Engineering Plastics
KG in Haren an der Ems die kaufmänni-
sche Unternehmenssoftware von Navisi-
on, heute Microsoft Dynamics NAV, ein.
„Heute sind wir mit 340 Usern einer der
größten Dynamics NAV-Anwender und
haben in den vergangenen 15 Jahren viel,
viel Erfahrung mit der Software gesam-
melt“, weiß Andreas Paschke, Head of Or-
ganisational Development. Von den fast
800 Mitarbeitern in Haren gibt es keinen,
der nicht in irgendeiner Form auf der Basis
des ERP-Systems arbeitet. Selbst die Liefe-
ranten müssen sich mit ihren LKWs beim
Werkschutz im System an- und später
wieder abmelden. „Mit unserer ERP-Soft-
ware konnten wir mittlerweile tatsächlich
das Unternehmen komplett abbilden“, be-
richtet Paschke. Allerdings war das nicht
von Beginn an so.
HERAUSGEBER: COSMO CONSULT AG
Quelle: Röchling Gruppe
CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT)
„Der individuelle Standard – ein Paradoxon? Auf jeden
Fall eine Sackgasse, wenn Customizing und Standard
im falschen Verhältnis zueinander stehen. Die Lösung
bieten branchenspezifische Module, die sich in den Stan-
dard integrieren lassen.“ – Volker Vorburg
40 Competence Book - ERP
Bei der Einführung der neuen Softwarever-
sprach man den Mitarbeitern, sie könnten
auch weiterhin mit dem neuen System so
arbeiten, wie mit den bisherigen inzwi-
schenveralteten Insellösungen. Aberschon
bald merkte man, dass damit der Grund-
stein füreine Entwicklungssackgassegelegt
war. Durch zu viele Anpassungen und Son-
derprogrammierungen – die Mitarbeiter
wollten ja so wie gewohnt arbeiten – ent-
stand ein stark individualisiertes System,
das einerseits zwar hoch produktiv war,
andererseits aber nicht mehr update-fähig.
Paschke verdeutlicht: „Wir hatten ein Ver-
hältnis von 80/20, also 80 Prozent selbst
programmiert und nur noch 20 Prozent
Standard.“ Eine sinnvolle Weiterentwick-
lung war da nicht mehr möglich.
Auf ein Neues
Die Lösung hieß Reengineering: die Ab-
lösung eines hoch individualisierten Pro-
dukts durch die neueste Standardsoftware
Dynamics NAV. „Ein Projekt mit der Über-
schrift ‚Zurück zum Standard‘. Da ging es
darum, alte Zöpfe abzuschneiden“, erin-
nert sich Paschke. Ein Ziel bestand vor
allem darin, das Verhältnis von Anpassun-
gen zum Standard umzukehren, also 20/
80 statt 80/20. So ging man 2006 daran,
das gesamte Unternehmen umzukrem-
peln; Stammdaten, Datenstrukturen – al-
les wurde erneuert und mit Testdatenban-
ken und Probeläufen durchgespielt und
abgesichert. „Aber ich darf nicht verheh-
len, dass man bei so einem Projekt auch
in Grenzsituationen kommt“, gibt Paschke
zu, „Miteiner Fabrik unterVolllast im Hin-
tergrund – zig tausend Tonnen pro Jahr –
inklusive der erforderlichen Logistik kann
ein Fehler schon fast existenzielle Züge
annehmen.“ In so einer Situation zahlt es
sich aus, wenn man mit einem langjähri-
gen IT-Partner zusammenarbeitet.
Mit dem Microsoft-Partner Cosmo
Consult, einem Branchenspezialisten für
die Fertigungsindustrie, projektorientier-
te Dienstleister sowie die Zulieferindus-
trie, hatte man bei Röchling seit vielen
Jahren gemeinsam gute Erfahrungen ge-
macht. Die Berater kannten die Abläufe
im Unternehmen und konnten die Keyu-
ser, die aus allen Abteilungen stammten,
so schulen, dass alle Tests korrekt abliefen
und das neue System später in den Ab-
teilungen problemlos umgesetzt wurde.
Aber Paschke weiß auch: „Wenn so ein
Projekt funktionieren soll, muss man die
Hälfte der Verantwortung intern über-
nehmen. Man darf nicht einfach sagen,
hier ist euer Geld und wir möchten zum
1.1. starten.“ Er verweist darauf, dass die
Berater Programmier- und Strategieprofis
sind, aber den Meistern im Betrieb kaum
sagen können, wie sie ihre Prozesse besser
machen sollen. Hier ist Partnerschaft und
Kooperation auf Augenhöhe gefragt.
Erweiterter Standard
Zwar gab es Rückschläge, so musste der
Echtstart einmal verschoben werden, weil
in einer Phase der Hochbeschäftigung kei-
ne Mitarbeiter zu Schulungszwecken oder
gar Datenübergaben abgezogen werden
konnten. Daher gab es zunächst nur einen
Teilstart für den Bereich Lohn und Gehalt,
Quelle: Röchling Gruppe
CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT)
41Competence Book - ERP
der aber reibungslos funktionierte – eben-
so wie die spätere Einführung von Modu-
len wie Auftragsfertigung, Prozessferti-
gung, Workflow, Qualitätsmanagement
und Lieferantenbewertung sowie eines
grafischen Leitstands für die Prozessferti-
gung. Anschaulich beschreibt Paschke die
ersten Erfahrungen mit der neuen Navisi-
on-Version: „Stellen Sie sich vor, Sie haben
im Auto eine zehn Jahre alte Technik und
steigen auf ein High-Tech-Fahrzeug um.
In der IT ist der Unterschied noch viel
eklatanter. Für uns war es, als würden wir
eine völlig neue Software einführen.“
So steuert jetzt das ERP-System die kom-
pletten Logistikabläufe einschließlich der
Erstellung der Warenbegleitpapiere für
die Kunden. Auch die Stapler steuert Dy-
namics NAV über WLAN. Dieses Modul
entwickelte Röchling ebenso gemeinsam
mit Cosmo Consult wie das Modul Pro-
zessfertigung, das jetzt zum Branchenlö-
sungsportfolio der Cosmo Consult-Grup-
pe gehört. Laut Paschke ist Dynamics NAV
eine ausgesprochen flexible Software, die
sich leicht an die eigenen Bedürfnisse an-
passen lässt, aber da liegt auch die Gefahr
eines zu hohen Anteils an Eigenprogram-
mierungen. Darum ist er froh über die aus
der Praxis entwickelten, zertifizierten und
updatefähigen Branchenlösungen seines
IT-Partners, die völlig in das ERP-System
integriert werden. So ließ sich das ange-
strebte 20/80-Verhältnis bei hoher Funk-
tionalität erreichen.
Allerdings ist das Projekt schon wieder
sechs Jahre alt und daher denkt man be-
reits an das nächste große Upgrade. Auch
diesmal will sich Paschke wieder gut zwei
Jahre Zeit für die Vorbereitung lassen. Er
betont, wie wichtig ein Partner ist, der
über spezifische Branchenlösungen ver-
fügt, die sich völlig in den Standard in-
tegrieren lassen: „Cosmo Consult hat mit
uns jahrelang Erfahrungen gesammelt
und Module für Dynamics NAV ständig
in unserem Sinn weiterentwickelt, das ist
für uns unbezahlbar. So wollen wir beim
kommenden Projekt ein 10/90-Verhältnis
erreichen, ein realistisches Ziel.“
Quelle: Röchling Gruppe
42 Competence Book - ERP
Metallverarbeiter erreicht große
Synergien im Datenmanagement
Nutzen eines zentralen und quelloffenen ERP-Systems
Als die Unternehmensgruppe Hühoco die großen Datenmengen ihrer Standorte in der be-
stehenden heterogenen Systemlandschaft nicht mehr wie gewünscht steuern konnte, suchte
der stahl- und metallverarbeitende Konzern nach einer neuen Lösung. Diese sollte flexibel,
einheitlich und hoch integriert sein, um bei Bedarf Branchenprozesse auch selbst hinzufü-
gen zu können.
D
ie Hühoco Group ist ein international tätiger, mittelstän-
discher Konzern aus dem metallverarbeitenden Gewer-
be. Die Unternehmen bedienen mehr als 30 Branchen
etwa aus Automobil- sowie Elektronikindustrie und bieten eine
breite Produktpalette von Systemlösungen veredelter Metallpro-
dukte. Die Leistungsvielfalt reicht von der Kaltband- und Lack-
herstellung über das Walzen und die Beschichtung beziehungs-
weise Bearbeitung des Bandes im Rollschneid-/Stanzverfahren
bis hin zur Herstellung von präzisen Stanz- und Biegeteilen. Die
komplexen Prozesszusammenhänge sowie branchentypische
Anforderungen machen eine anpassungsfähige und flexible Un-
ternehmenssoftware erforderlich. Da die historisch gewachsene
Systemumgebung der Gruppe ab einem gewissen Punkt an ihre
Grenzen stieß, entschied der Metallverarbeiter die Einführung
einer Enterprise Resource Planning-Lösung (ERP) für die fünf
Unternehmen an den Standorten in Wuppertal und Bad Salzun-
gen. Branchenspezifische Anforderungen - wie die softwareseiti-
ge Abbildung von Coils, Chargen oder Walztechnologien - prägen
auch den IT-Alltag innerhalb der Unternehmensgruppe. Ebenso
erfordern zahlreiche Vorschriften sowie DIN- und EN-Normen
eine detaillierte Erfassung von Merkmalen innerhalb der Stamm-
daten zum Beispiel für Materialien, Lieferanten und Fertigung.
Flexibilität und nachhaltige Unternehmenssteuerung
Um all diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, enthielt
das Pflichtenheft im Systemauswahlprozess der Unternehmens-
gruppe viele individuelle Funktionsanforderungen. Somit war
die Möglichkeit, jederzeit selbst Anpassungen vorzunehmen
und die Software mit vertretbarem Aufwand weiterentwickeln
zu können, eine Grundvoraussetzung an das neue ERP-System.
André Bovenkamp, Geschäftsführer der Hühoco-Gruppe, schil-
dert: „Die technologischen Potenziale des Systems und der brei-
te Funktionsumfang sollten uns eine umfangreiche Gestaltung
ermöglichen.“ Innerhalb der Gruppe liefert die HFP Bandstahl
GmbH & Co. KG kaltgewalzten Bandstahl an die Hühoco Metall-
oberflächenveredelung GmbH, diese produziert wiederum Alumi-
nium- und Edelstahlbänder in Lohnveredelung für die Bereiche:
elektrolytische Verzinkung, Bandbeschichtung, Längsteilen und
Spulen. Diese Prozesse mussten im System abgebildet werden.
Eine weitere Anforderung war die Schaffung einer ‚Lean-Produc-
tion‘, um die Aufträge mit möglichst wenig Verschwendung sowie
termin- und quantitätsgerecht abzuwickeln.
Deshalb waren eine detaillierte Planung des gesamten Produk-
tionsdurchlaufes sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und
Dokumentation wichtige Themen bei dem Implementierungs-
projekt. „Da unsere Produktion acht- beziehungsweise neunstu-
fig ist, standen auch eine effektive Fertigungssteuerung und ein
gruppenweites Frühwarnsystemganzobenauf derAnforderungs-
liste“, erklärt Michael Frank, Geschäftsführer der Konzerntochter
SIV GmbH & Co. KG Stanz-Biegetechnik und Vertriebsleiter von
HFP. Nach dem detaillierten Vergleich mehrerer Anbieter ent-
schieden sich die Projektverantwortlichen im Fertigungsbetrieb
für die Unternehmenslösung caniasERP der Industrial Applicati-
on Software GmbH. Für die Fertigungsunternehmen spielte der
offene Quellcode der Software eine entscheidende Rolle. „Die
Tatsache, dass wir mithilfe der integrierten Entwicklungsum-
gebung ‚Tool for Redesign of the Operational Interface and the
Application‘ (TROIA) die Applikation eigenständig anpassen
konnten, war für uns einer der wesentlichen Faktoren. Die offene
Softwarearchitektur versprach Flexibilität und niedrige Reakti-
onszeiten“, führt Frank aus.
AUTORIN: Anna Seel, Industrial Application Software GmbH
CASE STUDY - METALL (IAS)
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Competence Book ERP - Enterprise Resource Planning

  • 1. Competence Book Nr. 7 ERP KompaktEnterprise Resource Planning für eine integrierte Ökonomie Auflage 2015 Anzeigenveröffentlichung THORSTEN REUPER, KARL M. TRÖGER, FRANK NAUJOKS, MANFRED DEUES, WINFRIED FELSER ET AL.
  • 2. 2 Competence Book - ERP Partner des Competence Books ERP
  • 3. EDITORIAL 3Competence Book - ERP E RP-Lösungen gehören seit vielen Jahren zum Standard in Wirtschaftsunterneh- men. Die Umfragen innerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus, die der VDMA alle zwei Jahre zu IT-Systemen durchführt zeigen, dass fast 100% der Unterneh- men derartige Lösungen einsetzen. Der hohe Grad an Rationalisierung und Prozessbeschleunigung, der mit dem Einsatz dieser Systeme gewonnen wurde, wird als selbstverständlich hingenommen und damit kaum mehr beachtet. Tatsächlich ist ERP heute eine Selbstverständlichkeit, allerdings eine Selbstverständlichkeit mit großem Potential. Nicht umsonst arbeiten tagaus tagein Hunderte von Mitarbeitern in den einschlägigen Softwarehäusern daran, diese Lösun- gen weiter zu entwickeln und zu verbessern. Um den oben genannten Sachverhalt mehr in das Bewusstsein der Nutzer zu rücken und nahe liegende Entwicklungen aufzuzeigen, hat der VDMA die Kampagne ERP 2020 gestartet. Einerseits geht es darum, dass das Nutzenpotential, welches die Unternehmen durch die Bezahlung der Lizenzgebühren erwerben, auch bei den Nutzern ankommt. Dies gelingt nur, wenn auch die aktuellen Versionen der Softwareprodukte eingesetzt und ihre funktionalen Potenziale auch tatsächlich für eine zukunftsfähige Wertschöp- fung genutzt werden. Kommen veraltete Release-Stände zum Einsatz oder werden neue Chancen bzw. Opportunitäten nicht genutzt, kann man in diesem Sinne schon von Ver- schwendung sprechen! Zum anderen kommt derzeit grundlegend Bewegung in das Thema ERP. Wie beim Wechsel von ASCII-basierten Terminals zu Windows basierten Client-Server- Lösungen stehen wir heute wieder vor einem Paradigmenwechsel. Dieser wird sich jedoch weit dynamischer und rascher vollziehen als der Vorgenannte. Getrieben vom Megatrend der Mobilität, die in mehr und mehr Arbeitsbereichen ge- fordert wird, und von modernen Endgeräten, mit denen die nächste Nutzergeneration völlig neue Kommunikationsgewohnheiten entwickelt hat, wird nun auch ERP mobil, vernetzt und in der Anwendung ergonomischer, im Sinne von Einfachheit und Benut- zerführung. Nicht nur die Generation Y bevorzugt eine andere „work life balance“, wel- che eine flexiblere und mobile Erbringung ihres Leistungsbeitrags für das Unternehmen ermöglicht. Auch in anderen Bereichen ist das ortsungebundene Arbeiten unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Dies geht heute weit über die klassischen Außendienstbereiche wie Vertrieb oder Kundendienst und Service hinaus. Eine moderne Industrienation kann es sich schlicht nicht leisten, ihre Mitarbeiterinnen, welche gut ausgebildet und moti- viert maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beitragen, einfach zie- hen zu lassen, wenn diese sich vorübergehend dafür entscheiden, ihre Familie in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Vielmehr müssen technische und organisatorische Voraussetzungen dafür geschaffen werden, diese Mitarbeiterinnen über moderne und sichere Homeoffice Arbeitsplätze an ihre Unternehmen zu binden. ERP 2020: Zukunft,aberkeineScience-Fiction Zum Autor Volker Schnittler: Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kauf- männische Unternehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Varian- tenkonfigurationslösungen bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dia- log und ist Mitglied im Forschungs- beirat des fir (Aachen). Es lohnt sich also, sich dem Thema ERP wieder etwas intensiver zuzuwenden und das vorliegende Competence Book wird sicherlich seinen Anteil daran haben, Er- kenntnisse zu stiften und wichtige Ent- wicklungstendenzen zu verdeutlichen. Dabei wünsche ich recht viel Erfolg! Ihr Volker Schnittler Fachreferent kaufmännische Unterneh- menssoftware, VDMA - Informatik
  • 4. Einleitung Grundlagen Anwendungen & Lösungsbausteine INHALT 4 Competence Book - ERP 6 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books 7 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 10 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 11 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 12 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 13 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 14 Zahlen kompakt Infografik ERP 18 Statements Statements zu ERP 22 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 32 ERP 2020 I Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 35 ERP 2020 II 21 Thesen für das ERP der Zukunft 40 ERPAuswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 45 ERP Einführung I Stolperfallen bei der ERP-Einführung 47 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 50 ERP Betrieb ERP-Systeme wirtschaftlich betreiben 54 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP-Software 56 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 60 ERP Trends II ERP Trends 2015 64 ERP Trends III Ihre digitale Zukunft und warum Sie schon heute über Ihr ERP nachdenken sollten! 68 ERP Trends IV ERP/PPS im Kontext von Industrie 4.0 74 ERP 2020 III Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 76 ERP 2020 IV Mobility auf dem Vormarsch 78 ERP 2020 V Usability als Erfolgsfaktor 80 ERP 2020 VI Connectivity schafft die Basis 82 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 84 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 86 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 88 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 91 Integration Vorteile einer ERP/MES- Integration 93 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro- zesse unterstützen 96 Branchenorientierung ERP für Einzel- und Auftrags- fertigung ist anders!
  • 5. Case Studies & Produktinformationen Branchenübersicht 138 Informationsquellen 139 Unternehmen 144 Experten 150 Veranstaltungen 152 Glossar zum Thema ERP Impressum Verantwortlich für das Competence Book i.S. des TDG: Geschäftsadresse: NetSkill Solutions GmbH Salierring 43 50677 Köln Tel.: 0221 / 716 144 0 E-Mail: info@netskill.de Geschäftsführer: Dr. Winfried Felser Amtsgericht Köln HRB 82780 Steuernummer: 5214/5813/2595 Layout & Design: Ahad Pirahmadian © Copyright 2015 NetSkill Solutions GmbH - alle Rechte vorbehalten. INHALT 5Competence Book - ERP 102 Bergbau (KUMAVISION) KUMAVISION factory für Förderanlagen imBergbau 105 Maschinenring Agrar (Asseco) Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus 107 Sanitär (Microsoft) Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft 109 Kunststoff (COSMO CONSULT) Integrierte Module statt Individualprogrammierung 112 Metall (IAS) Metallverarbeiter erreicht große Synergien im Datenmanagement 114 Elektrotechnik (IAS) Hohe Umsatzsteigerung bei Jean Müller GmbH 120 Fahrrad (Asseco) Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutzbleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 122 Machinenbau (ams.Solution) Wachstum organisieren 126 Diverse (COSMO CONSULT) Ein Partner für alle Fälle 130 Machinenbau (ams.Solution) Auf Draht bei Aumann 134 Weitere Case Studies
  • 6. GRUßWORT - MICROSOFT DEUTSCHLAND GMBH 6 Competence Book - ERP Gerüstet für den Wettbewerb von morgen Sehr geehrte Leser, diedeutscheFertigungsindustriegenießtweltweiteinenexzellen- ten Ruf. Viele „Hidden Champions“ dominieren aus Deutschland heraus den Weltmarkt mit ihren hochspezialisierten Angeboten. Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben der Ausgangsidee die stetige Verbesserung, das Offensein für Neues sowie eine ausge- prägte Spezialisierung und Fokussierung. Dabei helfen integrier- te ERP-Systeme, weltweit einheitliche Prozesse umzusetzen. Veränderungen müssen im unternehmerischen Alltag gestaltet werden und idealerweise wird man selbst zum Trendsetter. The- men wie Globalisierung, Internet der Dinge aber auch ein effizi- enter Materialeinsatz treiben die Fertigungsindustrie seit Jahren um und setzen Rahmenbedingungen, in denen erfolgreiche Un- ternehmen agieren und gestalten. Fragt man heute Fertiger nach den Treibern für ihre IT-Investi- tionen ertönt der Dreiklang aus erhöhter Produktivität, redu- zierten Kosten und verbesserten Geschäftsprozessen. Zwar sind die kurzfristigen ökonomischen Aussichten eher unsicher, doch langfristiges profitables Wachstum basiert auf weltweit integrier- ten Wertschöpfungsketten, die in der Lage sind, sich schnell än- dernden Bedingungen anzupassen. Für Fertigungsunternehmen bedeutet dies, dass sie ihre weltweiten Aktivitäten weiter ausbau- en müssen bei gleichzeitiger Prozessstandardisierung über Lan- desgrenzen hinweg. Dabei spielen Themen wie Cloud, Big Data, Social Business und Mobility fürdie Konzeption von IT-Systemen zunehmend eine wettbewerbsentscheidende Rolle und müssen durch ERP- und CRM-Lösungen abgebildet werden. Die nächste Welle an Produktivitätsverbesserungen wird nicht in kleinen Schritten ablaufen. Vielmehr erwarten Fertigungsun- ternehmen von ihren IT-Investitionen in moderne IT-Infrastruk- tur deutliche Produktivitätsverbesserungen in sehr kurzer Zeit. Microsoft beispielsweise liefert dazu die Plattform-Technologie, damit Anwender eine IT-infrastruktur bestehend aus Server, Sha- repoint, Lync, Office 365, CRM und natürlich Dynamics ERP aus einem Guss erhalten. Das Ganze ergänzt um das tiefe Branchen- wissen der Partner lässt Anwender sehr gut gerüstet in den Wett- bewerb von morgen ziehen. Ihr Frank Naujoks Zum Autor Frank Naujoks: Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produkt- manager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der Universität zu Köln.
  • 7. GRUßWORT - DSAG E. V. 7Competence Book - ERP ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit Liebe Leserinnen und Leser, Die Standardisierung von Prozessen, die Reduzierung von Syste- men, die Harmonisierung von Stammdaten oder die Compliance sind wohl die meist genannten Themen der letzten Jahre, im Zu- sammenhang mit einem Business Case für die Einführung eines ERP-Systems wie beispielsweise SAP. Hier steht die Effizienz der Strukturen und Systeme im Vordergrund. Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile aber geändert. Neue Technologien erlauben nahezu unbegrenzte Möglichkeiten in der Datenauswertung und (fast) real-time Prozesse eröffnen erweiterte Spielräume für die Prozessintegration auch in der Maschine-zu-Maschine-Kommunikation. Da rein aus Anwen- dersicht die Verarbeitung großer Datenmengen kaum mehr eine Rolle spielt, ergeben sich weitere Felder für integrative Ansätze, wie zum Beispiel Simulationsmodelle, die im Bereich der Proto- typen eingesetzt werden. Hinzu kommen Bereiche wie Mobility und Cloud. Hierbei ist festzustellen, dass die Grenzen mobiler Anwendungen oder der Nutzen bzw. der Einstieg in die Cloud noch nicht in dem Maße greifbar sind, um ganzheitliche Ent- scheidungen über entsprechende Projekte treffen zu können. In dem Zusammenhang wird die Frage zu beantworten sein, wie sich die neuen Technologien nicht nur auf die ERP-Systeme, son- dern letztlich auf das gesamte Unternehmen und seine Zukunfts- fähigkeit auswirken. Auf der Suche nach einer entsprechenden Antwort beschäftigen sich viele Unternehmen derzeit noch sehr mit Konsolidierungs- oder Harmonisierungsprojekten, um ihre gewachsenen Strukturen zu vereinfachen. Das heißt, momentan wird viel getestet und versucht, punktuell die auftretenden Pro- bleme zu lösen. Das entspricht aber nicht unbedingt dem ERP-Gedanken. Hier stehen letztendlich die Standardisierung und vor allem die In- tegration im Vordergrund. Die damit verbundenen Aufgaben zu meistern, führt bei vielen Unternehmen zu einem Wettlauf ge- gen die Zeit, um die Vorteile von „real time“-Anwendungen wett- bewerbstechnisch nutzen zu können. Die Herausforderungen für den ERP-Markt liegen damit klar auf der Hand: Die Hersteller müssen ihren Kunden eine Strate- gie aufzeigen, wie die Produkte weiterentwickelt werden, ohne dass sie ihre Integrationsstärke und Compliance verlieren. Zu- dem müssen die Lösungen ohne große technische und finanzi- elle Aufwände in die bestehenden IT-Landschaften einzubinden sein, um den gestiegenen Business-Anforderungen gerecht zu werden. Auf dieser Basis könnte dann auch der Wettlauf mit der Zeit um die Zukunftsfähigkeit gewonnen werden. Diese Entwicklung entscheidend zu beeinflussen und dabei als Stimme der Anwender zu agieren ist Aufgabe der DSAG. Hierfür hat sich der Vorstand entsprechend aufgestellt. Ihr Otto Schell Zum Autor Otto Schell: Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse. Daneben leitet er u.a. den Arbeitskreis Globalisierung und ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gremien so- wie im internationalen Umfeld der SAP-Anwendergruppen. Otto Schell leitet als SAP Business Process Manager das EMEA SAP Business CCoE eines globalen Automobilherstellers. In dieser Rolle ist er in globalen und regionalen Transformation/SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP CCoEs vertraut.
  • 8. GRUßWORT - ASSECO SOLUTIONS AG 8 Competence Book - ERP ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen Liebe Leserinnen und Leser, aktuelle Prognosen für die zukünftige Entwicklung von ERP konfrontieren uns mit Schlagwörtern wie „Multisite“, „Mobili- ty“, „Usability“, „Cloud“ sowie allen voran „Industrie 4.0“. Einige dieser Konzepte sind bereits heute weit verbreitet, etwa „Cloud Computing“, welches sich auch zunehmend im Geschäftsbereich großer Beliebtheit erfreut. Andere Trends hingegen werden als Goldener Weg proklamiert, obwohl die Umsetzung in der Reali- tät tendenziell noch in den Kinderschuhen steckt – so etwa bei Industrie 4.0. Dennoch wird oft der Anschein erweckt, Unter- nehmen müssten ihre Produktionsabläufe so schnell wie möglich auf die dezentrale Vernetzung umstellen, um zukunftsfähig zu bleiben – besser heute noch als morgen. Auch politisch wird das Thema aktuell heiß diskutiert. Der Vor- teil einer solchen medialen Aufmerksamkeit liegt dabei auf der Hand: Sie schafft Bewusstsein, einschließlich der technischen und organisatorischen Herausforderungen, die dem Konzept zu- grunde liegen und denen auch wir ERP-Hersteller auf die eine oder andere Weise gerecht werden müssen. Allen voran zählen hierzu natürlich die Sicherheitsaspekte, wie der Schutz solcher Systeme vor Spionage und Manipulation. Zudem tun sich Kon- zeptfragen auf: Wie viel Dezentralität ist wünschenswert? Wie viel Autonomie ist für die vernetzten Maschinen wirklich sinn- voll? Fragen wie diese müssen geklärt werden, doch wäre es ver- messen und unrealistisch, schon heute oder morgen mit umfas- senden Lösungen aufwarten zu wollen. Denn diese benötigen Zeit – und viele wertvolle Schlüsse werden wir erst aus der Erfah- rung ziehen können. Um eine gute Grundlage hierfür zu schaffen, sind ERP-Hersteller allerdings bereits heute gefordert, diese Entwicklung aktiv mit- zugestalten – denn ihre Produkte beeinflussen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in zentraler Weise und bil- den so den Kern der geschäftlichen Prozesse. Noch befinden wir uns am Anfang dieser Entwicklung, und dies gibt uns die Chance, die Fortentwicklung des Konzepts von Anfang an aktiv zum Po- sitiven mitzugestalten. Die Zukunft bleibt also spannend – denn für ERP hat sie gerade erst begonnen. Ganz indiesem Sinnewünsche ich Ihneneine informative Lektüre. Herzliche Grüße Ihr Thorsten Reuper Zum Autor Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit ei- nem umfassenden technischen Hintergrund, der weit- reichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des techni- schen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, stra- tegisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktionserweiterungen und einem besonderen Augen- merk auf die Ergonomie der Software. Dies soll insbeson- dere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar- beit mit Kunden und Interessenten realisiert werden.
  • 9. 9Competence Book - ERP GRUßWORT - AMS.SOLUTION AG MaximaleProzesstransparenz Sehr geehrte Leser, Einzel- und Auftragsfertiger haben eine harte Nuss zu knacken. Ohne dass ihnen alle Detailinformationen vorliegen, müssen sie mehrmonatige, zum Teil mehrjährige Aufträge sicher organisie- ren. Hierbei ist höchste Präzision geboten: Angesichts sechs- bis achtstelliger Investitionssummen bergen selbst kleinere Pla- nungsfehler ein erhebliches Gefahrenpotenzial. In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns daher ausschließlich mit der Frage beschäftigt, wie Einzelfertiger aus dem Anlagen-, Werkzeug- und Sondermaschinenbau, dem Stahl- und Metallbau, der Innenausstattung und der Werftenindustrie ihr komplexes Pro- jektgeschäft wettbewerbsfähig managen. Die Quintessenz unserer Erfahrungen: Je höher die Prozesstransparenz ist, desto wirtschaft- licher lassen sich knapper werdende Ressourcen zuteilen, desto si- cherer die immer enger gesetzten Liefertermine halten und desto umfassender die ständig steigenden Kundenwünsche erfüllen. Als Beratungs- und Standardsoftware-Spezialist für die Pro- zessoptimierung von Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigern sind wir das einzige europaweit tätige Unternehmen, das mit dieser ausschließlichen Fokussierung am Markt ist. Inzwischen erschließen beinahe 500 Unternehmen signifikante Wettbe- werbsvorteile mit unserer Gesamtlösung, dem integrierten Auf- tragsmanagementsystem ams.erp, das alle Geschäftsbereiche vollständig vernetzt. Angefangen bei Marketing und Vertrieb inklusive Kalkulation reicht die Prozessunterstützung über Kon- struktion, Fertigung und Beschaffung bis zu Auslieferung, Mon- tage und Service Management. Unabhängige Marktbeobachter bestätigen, dass unser Portfo- lio die Anforderungen des Zielmarkts besonders gut erfüllt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie das Geschäft der Einzel- und Auftragsfertiger. Eine ganze Reihe davon zeigen unsere Kunden- berichte. In ihrem Zentrum stehen die Automatisierungsspezia- listen Aumann aus Espelkamp und Hahn Automation aus Rhein- böllen. Beide Einzelfertiger nutzen die Transparenz unserer Lösungen, um ihr anspruchsvolles Projektgeschäft wirtschaftlich und terminsicher zu steuern. Zudem zeigen die Texte, wie sich die Anwender fortwährend neue Vorteile im härter werdenden Wettbewerb verschaffen. Eine spannende Lektüre wünscht Manfred Deues, Vorstand ams.Solution AG Zum Autor Manfred Deues: Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran- che tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und stu- dierte Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäfts- führender Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Umfirmierung der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im gleichen Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeit- raum fällt auch die Einrichtung des Instituts für Einzel- fertiger (ife), dessen Initiator und Mitbegründer Manfred Deues ist.
  • 10. INFOGRAFIK Infografik ERP ERP-Tops und -Flops 1 Top 5 Flop 5 Neue User-Interfaces müssen sich an mobiles Arbeiten anpassen Bedarf an umfassender Informationsver- fügbarkeit enorm gestiegen Informationsaustausch nimmt zu, da Austauschsfrequenz kurzzyklischer ERP müssen auf unterschiedlichen Endgeräte jederzeit/überall verfügbar sein Keine 1-System-Lösung, Multi-System-Landschaft Qualitätsstandards für Einführung von ERP zur Bewertung Anbieter Bedienung von ERP intuitiv und ohne Schulung möglich Einige wenige standardisierte Datenmodelle von wenigen Anbietern vorgegeben Arbeiten mit gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich (BYOD, ...) Strukturierte Verfahren zur Nutzenbewertung von ERP-Systemen Gründe für ERP-Projekte 3 50,7% Altsystem nicht mehr leistungsfähig genug 22,5% Schlechte Durchgängigkeit / Übersicht 12,7 % Firmenwachstum 8,5 % Flexible Organisationsentwicklung 5,6% Sonstiges 10 Competence Book - ERP
  • 11. INFOGRAFIK Top 5 Optimierungsbedarf bei ERP-Software 4 89% Prozesse schneller und effizienter machen 80% Prozesse verschlan- ken und vereinfachen 62% Die Agilität / Anpas- sungsfähigkeit der Prozesse erhöhen 61% Kundenzufriedenheit mit der Auftragsab- wicklung verbessern 61% Transparenz der Geschäftsprozesse erhöhen Ziele von ERP-Projekte 3 Effizientere Auftragsabwicklung Einheitlich integrierte IT-Landschaft Überblick / Aktuelle Daten Optimierung der Geschäftsprozesse Transparenz Modernisierung 32,4% 26,8% 25,4% 23,9% 16,9% 16,9% Probleme bei ERP-Projekten 3 Zeitüberschreitung Aufwändige Mitarbeiterschulungen Nicht definierte Unternehmensprozesse Widerstände im Haus Probleme bei der Datenintegration Schnittstellenprobleme 21,1% 14,1% 11,3% 9,9% 9,9% 5,6% Top 5 Auswahlkriterien von ERP-Software 5 65% 48% 33% 28% 28% Funktionalität Flexibilität SW KMU-Eignung / Praktikabilität Kosten / Nutzen Fachkompetenz & Auftreten 11Competence Book - ERP
  • 12. INFOGRAFIK Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte 3 26,8% Guter Support 14,1% Gute Planung / Know How 11,3% Beratungsleistungen des ERP-Anbieters 5,6% Gute Schulungen 5,6% Geringer Implemen- tierungsaufwand 4,2% Transparenz Unterstützung von mobilen Plattformen durch ERP-Produkte 5 0 1 2 3 4 5 34% 27% 15% 13% 5% 6% Anzahl unterstützter Mobilplattformen Top 5 Nutzen von ERP-Systemen 6 Top 5 Formate für überbetrieblichen Datenaustausch bei ERP-Systemen 6 55% 51% 40% 38% 36% Prozesse schnell & einfach Informationen schnell & einfach Information korrekt & nützlich Rückverfolgbarkeit von Informationen Durchgängige Pro- zess-Unterstützung 59% EDIFACT 21% DATANORM 19% ODETTE 17% VDA-FS 13% ANSI X 12 12 Competence Book - ERP
  • 13. INFOGRAFIK Quellen: (1) http://www.competence-site.de/downloads/45/32/i_file_1134046/21_thesen_erp_2020_final.pdf (2) http://www.competence-site.de/usability/ERP2020-Usability-als-Erfolgsfaktor (3) http://www.competence-site.de/ERP-Systeme/Betriebliche-Anwendungssysteme-Usability-ERP-Systemen (4) http://www.computerwoche.de/i/detail/artikel/2537779/1/946381/EL_1367850380368342367536/ (5) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/Karsten-Sontow-zu-Mobility-der-ERP-2020 (6) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/ERP-2020-Connectivity Welche mobilen Plattformen werden durch ERP-Produkte unterstützt? 5 Windows Mobile-basierte Geräte IPhone IPad Android-basierte Geräte (Google) Palm WebOS basierte Geräte Blackberry 66% 32% 31% 23% 15% 14% Gründe für die Systemauswahl 3 Funktionalität Branchen-/ Mittelstandslösung Umfangreiches Modulangebot / Erweiterbarkeit Preis-Leistungs-Verhältnis Positive Erfahrungen mit Anbieter 29,6% 28,2% 26,8% 26,8% 22,5% 13Competence Book - ERP
  • 14. STATEMENTS 14 Competence Book - ERP Der Trend – wie schon seit längerer Zeit zu beobachten – geht dabei klar zu zen- tralen, integriert arbeitenden Systemen, die in der Lage sind, alle Unternehmens- prozesse zu verknüpfen, zu steuern und entsprechend abzubilden.3 Die Anforderungen an das ERP-Sys- tem werden künf- tig weitaus an- spruchsvoller sein als dies bisher der Fall war.1 Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Ge- füges stehen wird.1 ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE zentralen Steuerungseinheiten – insbesondere in mittelständischen Betrieben – sein.3 Die Frage nach der Bedeutung eines ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt sich nicht so ein- fach beantworten.2 EinewesentlicheHerausforderung des ERP-Systems der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfügbarkeit von Infor- mationen.1 Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich.4 Statements zu ERP Bedeutung ERP Zukunft ERP Ich würde prognostizieren, dass es Systeme mit dem heutigen Zu- schnitt gar nicht mehr geben wird, weitergedacht führt das unwei- gerlich zu einem anderen ERP-Begriff als wir ihn heute kennen.2 Wir sind auf den Weg in eine Appisierung der Anwen- dungs-Workloads.4
  • 15. STATEMENTS 15Competence Book - ERP Es wird immer mehr zur Selbstverständ- lichkeit, über die mobilen Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten abzurufen, sondern auch Informa- tionen zurückzugeben.1 Um die Aufgabenstellung „Kommunikation und Kollaboration“ zu- friedenstellend auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch umfangreicheren Datenaustausches zwischen den Unternehmen.3 Für eine All- und Jederzeit-Verfüg- barkeit müssen mobile Geräte durch- gängig Einzug im Unternehmen er- halten, denn sie gewährleisten die Konnektivität.1 Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglich- keiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den beteiligten Menschen und genutz- ten Maschinen, möglich.2 Mobility & Usability Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben seinen Siegeszug antreten und das Notebook in abseh- barer Zeit verdrängen wird.1 Die innerbetriebliche und unternehmens- übergreifende Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Implementie- rung von ERP- und MES-Systemen.2 Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unternehmen kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Bereich bereits alle erdenklichen mobilen Geräte.1 Professionelle Mobilität wird zu- künftig einen noch höheren Stel- lenwert einnehmen, als dies be- reits heute der Fall ist.3 Connectivity, Daten & Kollaboration Dieser Konnektivitäts-Ent- wicklung kann sich kein Anbieter entziehen – es bleibt die Frage, ob für den Anwender daraus ein Technologie-Zoo entsteht oder eine möglichst ho- mogene Applikationsland- schaft. Hier wird es aus Anbietersicht noch Konso- lidierungswellen geben.4
  • 16. Reuper, Thorsten3 thorsten.reuper@asseco.de Chief Technology Officer (CTO) Asseco Solutions GmbH Siegmund, Patrick1 psiegmund@mesonic.com Geschäftsführer Deutschland mesonic software gmbh Naujoks, Frank4 Frank.Naujoks@microsoft.com Product Marketing Manager Dynamics AX Microsoft Deutschland GmbH Tröger, Karl M.2 KTroeger@psipenta.de Head of Product Management PSIPENTA Software Systems GmbH Quellen: 1: Patrick Siegmung, mesonic software gmbh 2: Karl M. Tröger, PSIPENTA Software Systems GmbH 3: Thorsten Reuper, Asseco Solutions GmbH 4: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH STATEMENTS 16 Competence Book - ERP Das ERP der Zukunft wird ein hochinteg- riertes Gesamtsystem sein, das anwen- derorientiert ausgerichtet ist und über eine hohes Maß und Flexibilität und Mo- bilität verfügt.1 Das ERP-System wird zu- künftig wie auch heute schon als der „große Res- sourcenvorhalter hier für eine Planungs- und Steue- rungshoheit verantwortlich sein.3 Agile Produktionssysteme erfordern in gleichem Maße agile Softwaresysteme zur Planung, Simulation und Steuerung der Herstellungsprozesse (Internet der Services).2 Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Systeme on-Premise oder On-Demand oder teils-teils betreiben wird.4 ERP-Funktionen & Architekturen
  • 17. Systeme im Zufriedenheitsportfolio „Zufriedenheit insgesamt“ (i.A.d. Kundenbasis)
  • 18. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE „Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Ge- füges stehen wird“ – Patrick Siegmund 18 Competence Book - ERP Delphi-RoundtableERP2020 Commodity oder Zentrale für eine mobile, nutzerzentrierte und kollaborative Ökonomie? M obilität, Usability, Connectivity, Industrie 4.0, Enter- prise 2.0, … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten steht für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Und wo stehtdas ERP-System in Zukunft bzw. wo solltees im Jahr 2020 stehen? Das ist die zentrale Frage, die sich die VDMA-Initiative ERP-2020 stellt und wir freuen uns, dass wir gemeinsam und mit Unterstützung von Trovarit und dem RWTH Aachen /FIR füh- rende Köpfe der Branche zur Zukunft des ERP befragen konnten. Dabei konnte bereits die Studie ERP-2020 des FIR im Auftrag des VDMA zentrale Erkenntnisse durch die Befragung der Anwender gewinnen und die auch wichtigsten Trends (Mobilität, Usability, Connectivity) identifizieren. In diesem Roundtable geht es daher darum, zusammen mit den führenden Köpfen der Branche diese Perspektiven zu vertiefen und zu konkretisieren! Bedeutung ERP-Systeme im Jahr 2020 - Commodity oder Zentrale? Mobilität, Usability, Connectivity, Kollaboration, Industrie 4.0, Enterprise 2.0 … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten steht für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Wer- den damit andere Systeme (z.B. CRM, Social Software) in den Mittelpunkt des Interesses rücken oder erfordert gerade eine mobile, nutzerzentrierte, vernetzte und kollaborati- ve Ökonomie die Integration durch zentrale ERP-Systeme mehr denn je? Wie wichtig ist also Ihrer Meinung nach das ERP-System der Zukunft („2020“)? Patrick Siegmund Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Gefüges stehen wird. Allerdings wer- den die Anforderungen an das ERP-System künftig weitaus an- spruchsvoller sein als dies bisher der Fall war. Gerade wirklich integrierte Systeme (z.B. ERP und CRM) werden mehr und mehr die Unternehmen erobern. Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass Insellösungen immer häufigerdurch integrierte Lösungen ersetzt werden. Denn nur Systeme, die auf ein- und dieselbe Datenbank zugreifen, können die notwendigen Informationen für den Anwender bedarfsgerecht zusammenstel- len - und zwar so, dass diese Informationen alle Unternehmens- und Geschäftsbereiche umfassen. Hier liegt eine wesentliche Herausforderung des ERP-Systems der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfüg- barkeit von Informationen. Umfangreiche Datenmengen müssen sich heute genauso wie in Zukunft jederzeit und an jedem Ort heranziehen sowie be- bzw. verarbeiten lassen, damit die Unter- nehmen sie sowohl für operative als auch für strategische Ent- scheidungen optimal nutzen können. Integrierte und zentrale ERP-Systeme werden künftig das Herz im Kreislauf der IT-Landschaft darstellen und damit weiterhin als zentrales Organ im Unternehmen fungieren. Uwe Bergmann Wichtiger denn je zuvor. Man kann jedoch das ERP-System nicht einzeln betrachten, sondern nur als Teil einer ganzheitlichen Un- ternehmenssoftware. Das ERP System bildet dabei die Zentrale, in der die Unternehmensprozesse abgebildet werden. Was sich ändert, ist die Art und Weise, wie wir mit den Systemen arbeiten oder wie wir auf Daten und Informationen zugreifen. ERP-Syste- me müssen sich stärker den Nutzern anpassen. Die Arbeitswelt wird mobiler, flexibler, individueller und internationaler, gleich- zeitig wachsen die Datenmengen und die Komplexität von Pro- Auszug aus dem Roundtable mit Experten von Microsoft, PSIPENTA, Asseco, mesonic, COSMO CONSULT.
  • 19. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE „ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE zentralen Steuerungseinheiten – insbesondere in mittelständischen Betrieben – sein.“ – Thorsten Reuper 19Competence Book - ERP zessen und Zusammenhängen. Moderne Unternehmenssoftware muss flexibel nutzbar, einfach bedienbar und auf ver- schiedenen Endgeräten überall verfügbar sein. Karl M. Tröger Die Frage nach der Bedeutung eines ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt sich nicht so einfach beantworten. Wer- den heutige Lösungen und zukunftsorien- tierte Ansätze weitergedacht führt das un- weigerlich zu einem anderen ERP-Begriff als wir ihn heute kennen. Ich würde prognostizieren, dass es Syste- me mit dem heutigen Zuschnitt gar nicht mehr geben wird. Vielleicht noch nicht im Jahr 2020. Doch schon heute haben wir Schwierigkeiten, die Systemgrenzen von ERP und MES und weiteren Bausteinen ei- ner Unternehmenssoftware voneinander abzugrenzen. Die erwartete zunehmende Autonomie der Planungseinheiten erfor- dert weiterentwickeltere Kommunikati- onslösungen zur Integration dieser auto- nomen Einheiten. Meiner Meinung nach steht noch nicht fest, ob es eine zentrale oder viele miteinander kommunizierende Intelligenzen in den Unternehmen geben wird. Der ungebrochene Drang nach der Mobi- lisierung der Geschäftsprozesse führt zu einem neuen Verständnis insbesondere von Usability und Connectivity. Informa- tionen müssen sicher und jederzeit ver- fügbar sein und zielgenau dem Anwender präsentiert werden. Social Media Komponenten werden eine größere Rolle als heute spielen. Dabei geht es allerdings nicht um Informationsaus- tausch wie wir ihn aus dem privaten Be- reich kennen sondern um die Förderung der Zusammenarbeit von Menschen zur Lösung von Aufgabenstellungen im Pro- duktionsumfeld. Die Konsolidierung und Verfügbarmachung von „gemeinschaftli- chem“ Wissen steht ganz deutlich im Vor- dergrund. Thorsten Reuper Nachdem sich der Einsatz von Anwen- dungssoftware zur Unterstützung der Ressourcenplanung bereits in den vergan- genen Jahren zu einem immer bedeutsa- mer werdenden Faktor für den Erfolg ei- nes Unternehmens entwickelt hat, werden ERP-Systeme in der Zukunft DIE zentra- len Steuerungseinheiten – insbesondere in mittelständischen Betrieben – sein. Der Trend – wie schon seit längerer Zeit zu beobachten – geht dabei klar zu zentra- len, integriert arbeitenden Systemen, die in der Lage sind, alle Unternehmenspro- zesse zu verknüpfen, zu steuern und ent- sprechend abzubilden. Insellösungen, die – zum Beispiel auf Basis von Webservices – nicht integriert werden können, werden dann zunehmend eine aussterbende Spe- zies darstellen. Frank Naujoks Wir sind auf den Weg in eine Appisierung der Anwendungs-Workloads. Genehmi- gungen können via Smartphone erteilt werden, genauso wie Umsatzanalysen mal eben auf dem Tablet durchgeführt wer- den. Auch nur kurzfristig genutzte Apps werden programmiert, um bestimmte, eher kleinteilige Aufgaben zu erfüllen. Aber idealerweise greifen die Apps auf eine einheitliche Datenbasis zurück – es Zu Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein be- sonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unternehmen vor- weisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktions- erweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Soft- ware. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar- beit mit Kunden und Interessenten realisiert werden.
  • 20. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 20 Competence Book - ERP müssen also keine Diskussionen mehr über den Ursprung der Datenquelle und deren Vertrauenswürdigkeit geführt werden, weil die Informationen für alle gleich sind. Die Aufgabe der Anbieter wird es sein, die Systeme so auszuge- stalten, dass das Zusammenspiel von unterschiedlichen Anwen- dungen einwandfrei funktioniert und das bspw. Apps schnell er- stellt werden können. Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich. ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Mobility und Usability! In der ERP-2020-Studie war ein Ergebnis besonders klar: ERP-Systeme müssen 2020 auf unterschiedlichen Endge- räten jederzeit und überall verfügbar sein und neue User Interfaces müssen sich an dieses neue mobile Arbeiten an- passen. Was sind für Sie die wichtigsten Entwicklungen, die das Thema Mobilität treiben, und was sind die wichtigsten mo- bilen Anwendungsszenarien und -prozesse, wenn wir Rich- tung 2020 blicken? Welche Anforderungen ergeben sich dabei für die Usability? Werden wir z.B. mit den gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich arbeiten (BYOD) und wird die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne Schulung möglich sein? Was also bedeutet für Sie und ihr Unternehmen die neue Nutzerzentrierung konkret? Thorsten Reuper Professionelle Mobilität wird zukünftig einen noch höheren Stellenwert einnehmen, als dies bereits heute der Fall ist. Sich immer stärker verändernde Arbeitswelten machen eine wach- sende Anpassung der Technologie sowohl innerhalb eines Un- ternehmens – etwa im Bereich mobiler Prozesssteuerung, Lager, Wareneingang (z.B. durch mobile Endgeräte) – als auch extern – etwa durch mobile Prozessfreigabe, Workflowsteuerung oder Informationstransfers – notwendig. Frank Naujoks Die Intelligenz der Systeme wird sich zunehmend unterhalb der Benutzeroberfläche abspielen – ganz schulungslos wird wahr- scheinlich ein Power-user nicht auskommen, aber eine Bedie- nungsvereinfachung ist die letzten Jahre schon deutlich zu beob- achten. Beispielsweiseauchdurchden EinsatzvonTouch-Devices und Voice- oder Gestensteuerung. BYOD birgt die Gefahr der Security und Administrierbarkeit für die Unternehmen wieder ins Aufmerksamkeitsfeld zurück. Sup- portunterstützung ist auch ein Thema – hier werdena sich noch einzelne Modelle je nach Unternehmen herausbilden, was tole- riert wird und was nicht. Mobilität wird sehr stark getrieben durch Endgeräteverfügbar- keit, Netzabdeckung und Usability der Software / Apps. Hier ist HTML5 sicherlich das Mittel der Wahl, da die unterschiedlichen Devices und Betriebssysteme sonst zu teuer zu unterhalten sind. Zu berücksichtigen ist eine Anpassung bspw. der Zeilenabstände von Anwendungen , je nachdem ob es ein Laptop oder ein Tab- let / Smartphone ist. Hier steigen die Anforderungen an die Pro- grammierer mit der Vielzahl der Gerätetypen deutlich an. Patrick Siegmund Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unterneh- men kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Be- reich bereits alle erdenklichen mobilen Geräte. Das ist einer von mehreren Gründen, warum das mobile Arbeiten Einzug in die Unternehmen erhalten hat und dies in Zukunft weiter verstärkt tun wird. Es wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit, über die mobilen Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten abzurufen, sondern auch Informationen zurückzugeben. Bereits heute sind die Anfänge, z.B. mit dem mobilen Erfassen von An- geboten und Aufträgen oder der Annahme und Abwicklung von Serviceaufträgen vor Ort, getan. Künftig jedoch werden Anwen- Zu Frank Naujoks: Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Dip- lom-Kaufmann der Universität zu Köln.
  • 21. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 21Competence Book - ERP der alle erdenklichen Funktionalitäten einer integrierten Unter- nehmenslösung von ERP und CRM mobil nutzen wollen. Und genau das erfordert wiederum eine punktuelle und anwendero- rientierte Darstellung und Nutzung von Daten und Funktionen. Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben seinen Siegeszug antreten und das Notebook in absehbarer Zeit verdrängen wird. Eine klare Aufforderung an die ERP-Hersteller besteht darin, die mobilen Lösungen für diese Endgeräte derart benutzerfreundlich und selbsterklärend zu gestalten, dass für ihre Anwendung kein zusätzlicher Schulungsaufwand entsteht. Die Herausforderung liegt schon in der vorgelagerten Analyse und Organisation der ERP-Lösung, denn vorab muss die Daten- verfügbarkeit sowie der Prozessverlauf geklärt werden: Welche Daten und Funktionen stehen einem Anwender in welcher Form zur Verfügung? Für die sogenannten „Key-User“ der Fachabteilungen im Unter- nehmen, z.B. in der Buchhaltung oder der Auftragsverwaltung, werden aber sicher durch die immer komplexer werdenden An- wendungen gesonderte Schulungsmaßnahmen unumgänglich bleiben. Uwe Bergmann Der generelle Trend zum flexibleren und mobileren Arbeiten macht vor der Nutzung eines ERP-Systems nicht halt. Die Ge- sellschaft und das Nutzerverhalten verändern sich. Heute hat je- der bereits ein Smartphone oder ein Tablet, ausschließlich oder als Ergänzung zum PC oder Notebook. Selbstverständlich wird die Nutzungserfahrung im privaten Bereich die Erwartungen im geschäftlichen Bereich beeinflussen und umgekehrt. Die Bedie- nung der Systeme muss vor allem intuitiv und einfach sein. Mit unserem Leitbild „Business Software für Menschen“ stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt, um Systeme zu schaffen, die sich optimal an den Bedürfnissen und Rollen der Menschen ori- entieren, die mit der Software arbeiten. Karl M. Tröger Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbe- dingungen für die genutzte Software werden sich mit der fort- schreitenden Definition und Umsetzung der Konzepte im Zu- sammenhang mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv ändern. Neue und mobile Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglichkeiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den beteiligten Menschen und ge- nutzten Maschinen, möglich. Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größe- ren Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur Lösung der gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation von Informationen und Daten (Eingeweihte kennen den Unter- schied) hängt von mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess und der Organisation, den gegebenen Hilfsmitteln und Werk- zeugen, der zum aktuellen Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem Standort und nicht zuletzt vom sozialen Umfeld. Gerade die sozialen Aspekte werden eine immer größere Rolle spielen. Die Förderung der Zusammenarbeit der Menschen im Produktions- prozess und das Teilen von Wissen zur Lösung der Aufgaben wird eine massive Steigerung der Effizienz mit sich bringen. Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interakti- onsschnittstelle stellt eine wichtige Komponente dar. Es muss zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa- ces zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi- vidualität (Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss Zu Patrick Siegmund: Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick Siegmund familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor der 41-jährige 2011 ebenso beruflich zu mesonic stieß, war er u.a. für Unternehmen im Bereich ePayment, Cont- ent Providing sowie Rechtehandel tätig. Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in Deutschland steht Patrick Siegmund für die konsequen- te und zukunftsorientierte Weiterführung der mittlerweile 30-jährigen mesonic-Tradition.
  • 22. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 22 Competence Book - ERP aufgelöst werden. ERP- und MES-Systeme müssen zukünftig als Assistenzsystem und Tutor der Anwender zu verstehen. Aktuell arbeitet die PSIPENTA an einer komplett neuen Oberfläche und einem modernen Interaktionsdesign. Im Vor- dergrund stehen dabei die Vereinfachung der Nutzung und die deutlich erleichterte Personalisierung. Die strenge Orientie- rung an Aufgaben und Prozessen soll die Effizienz bei der Bedienung der Systeme nachhaltig steigern. In Zusammenarbeit mit der Usergroup werden Prozessanaly- sen durchgeführt. Das Ziel dieser Analy- sen ist die Ermittlung von Best Practices für unterschiedliche Branchen und Fer- tigungstypologien. Diese Best Practices fließen in das visuelle und das Interakti- onsdesign ein. ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Connectivity, Daten und Kollaboration! Die ERP-2020-Studie zeigte auch, dass ERP-Anwender eine Konnektivität im doppelten Sinne erwarten. Zum einen ist die Daten-/Informations-Konnek- tivität im Sinne einer umfassenden Informationsverfügbarkeit wesentlich. Zum anderen erfordert die „neue“ Öko- nomie auch ein Mehr an Kommunika- tion und Kollaboration. Auch diese Anwender-Anforderungen erfordern konkrete Lösungskonzepte der ERP-Anbieter. Wie gelingt die All- und Jederzeit-Verfügbarkeit von (zum Teil sicher auch unstrukturierten) In- formationen und wie unterstützen Sie die Zunahme an Kommunikation und Kollaboration innerhalb von und zwi- schen Unternehmen? Uwe Bergmann Als Microsoft Dynamics-Partner verfügen wir nicht nur über die ERP-Funktionali- täten sondern über das gesamte Lösungs- portfolio von Microsoft. Die Integration von Microsoft Office, Exchange, Share- Point sowie Power -BI oderauch Office 365 in das ERP System bietet bereits heute die Möglichkeit mit strukturierten und un- strukturierten Daten in flexiblen Teams zu arbeiten. Die integrierten Gesamtlösun- gen sind zudem in der Cloud verfügbar. Karl M. Tröger Die innerbetriebliche und unternehmen- sübergreifende Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Imple- mentierung von ERP- und MES-Systemen. Die mit der zunehmenden Arbeitsteilung einhergehende Zerlegung klassischer Wertschöpfungsketten erfordert effiziente Methoden der Zusammenarbeit. Die stei- gende Vorleistungsquote im Verhältnis zur eigenen Wertschöpfung in der deut- schen Industrie belegt diesen Trend. PSIPENTA unterstützt beide Formen der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Kunden erarbeitet und ständig weiter verfeinert bietet PSIPENTA eine konfigu- rierbare Mehrwerksteuerung an. Das Ge- samtunternehmen kann so als logistische Einheit aus einem Guss agieren. Wesent- liche Stammdaten (Master Data) stehen jederzeit und ohne aufwändige Synchro- nisationsvorgänge allen Einheiten zur Verfügung. Vorkonfigurierte Prozesse er- leichtern die Einbindung neuer Standorte in das interne Wertschöpfungsnetzwerk. Das zentrale Systemkonzept erleichert zu- dem die Administration. Die unternehmensübergreifende Kolla- boration wird auf unterschiedliche Weise unterstützt. Zum Einen sind besonders in der Automobilindustrie etablierte und standardisierte Kommunikationswege und Protokolle verfügbar (EDI). Zum An- deren steht mit der myOpenfactory-Platt- form eine weitere Lösung zur unterneh- mensübergreifenden Kommunikation zur Verfügung. Viele der führenden ERP-Sys- teme bieten Adapter zur Verbindung mit der Plattform an. Darüber hinaus kann myOpenFactory viele Standardformate (z.B. openTrans, EANCOM, OCI, …) ver- arbeiten. All diese Möglichkeiten werden in Zu- kunft nicht mehr ausreichen, um den Anforderungen der Industrie zu genügen. Zunehmende Autonomie und kleiner werdende Planungseinheiten erfordern noch flexiblere Gestaltungsmöglichkei- ten der Wertschöpfungsketten. Die dy- namische Zusammenarbeit in wechseln- den Wertschöpfungsnetzwerken (eine der Grundideen im Zusammenhang mit Industrie 4.0) benötigt andere Lösungen zur Unterstützung der Zusammenarbeit. Zu Karl M. Tröger: Karl M. Tröger, Head of Product Management, verantwortet die strategische Aus- richtung des Produktportfolios bei der PSIPENTA Software Systems GmbH. Auf Basis seiner nationalen und internationalen Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-Engineering dar. Seine Erfahrungen sammelte er als Senior Product En- gineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als IT-Projektleiter sowie spä- ter als Leiter der Produktentwicklung für ERP-Lösungen innerhalb der PSIPENTA Software Systems GmbH.
  • 23. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 23Competence Book - ERP Die Synchronisation aller (ggf. temporär) beteiligten Parteien in diesen Netzwer- ken hinsichtlich technologischer und kommerzieller Informationen in Echtzeit wird einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg dieser Konzepte sein. Zur Lö- sung dieser Aufgabenstellungen werden neue bzw. weiterentwickelte Kommuni- kationsmöglichkeiten benötigt. Cloud Computing kann dabei die Integration und Synchronisation technologisch un- terstützen. Insofern geht es nicht nur um Connectivity an sich sondern zunehmend um Konzepte zur Steigerung der „Kollabo- rations-Produktivität“. Thorsten Reuper Um die Aufgabenstellung „Kommunikati- on und Kollaboration“ zufriedenstellend auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch umfangreicheren Datenaus- tausches zwischen den Unternehmen, wie z.B. zwischen Kunde und Lieferant. Wir unterstützen und verfügen hier über eige- ne Lösungen – und dies in Verbindung mit Unternehmen, die sich auf das Routing und Mapping zwischen Kunde und Lie- ferant (Bestellung/Auftrag) spezialisiert haben. Innerhalb eines Unternehmens werden Werk-zu-Werk-Beziehungen ebenfalls durch unsere Standardfunktio- nen unterstützt. Frank Naujoks Cloud und Big Data sind da sicherlich die Treiber für eine Vernetzung und Sichtbar- machung von Zusammenhängen. Yammer bietet sich als Kommunikationsplattform innerhalb des Unternehmens und in ge- schlossenen Communities an, Microsoft Social Listening bringt die Meinung au- ßerhalb des Unternehmens nach innen. Die Kunst wird es sein, aus all den Infor- mationssilos ein Gesamtbild zusammen- zusetzen. Hinzu kommen dann noch In- tegrationspunkte in die Office Welt, Mail, aber auch die Einbindung von Geodaten, Wetter etc. Hinzu kommen, bspw. aus Daten- schutz-Gründen, Private Cloud-Anfor- derungen zur Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Dieser Konnektivitäts-Entwicklung kann sich kein Anbieter entziehen – es bleibt die Frage, ob für den Anwender daraus ein Technologie-Zoo entsteht oder eine mög- lichst homogene Applikationslandschaft. Hier wird es aus Anbietersicht noch Kon- solidierungswellen geben. Patrick Siegmund Für eine All- und Jederzeit-Verfügbarkeit müssen mobile Geräte wie Smartphones und Tablets durchgängig Einzug im Un- ternehmen erhalten, denn sie gewähr- leisten die Konnektivität. Voraussetzung hierfür ist jedoch die mobile Nutzbarkeit der ERP-Systeme, sei es durch browserba- sierte Oberflächen – wie wir sie für unsere WinLine-Programme bereits seit gerau- mer Zeit anbieten - oder aber in Zukunft durch echte App-Anwendungen. Dabei sind verschiedene Varianten vorstellbar, z.B. eine App je Unternehmensbereich bzw. Funktionsbereich der ERP-Lösung oder auch die Umsetzung rein rollen- basierter Apps. In einigen Teilbereichen haben wir die echte mobile Nutzbarkeit unserer Business-Software bereits umge- setzt, weitere werden folgen. Die Kommunikation innerhalb der Unter- nehmen ist mit modernen ERP-Lösungen (idealerweise mit integrierten CRM-Funk- tionen) bereits heute möglich. Wir reali- sieren dies in unseren Programmen durch die eigenständige Umsetzung individuel- ler Unternehmensprozesse mit Hilfe eines integrierten Tools für das Workflowma- nagement. Damit kann ein durchgängiger Kommunikationsfluss, z.B. durch die au- tomatisierte Weitergabe von Informatio- nen und Daten, erreicht werden - sowohl innerbetrieblich als auch im Austausch mit anderen Unternehmen. Man denke hierbei nur an typische Abläufe bei der Serviceabwicklung oder an die Weiter- leitung von Belegvorgängen wie Aufträge und Rechnungen. Auch eine Kommunikation über social media-Kanäle sollte nicht unterschätzt werden. Die „Generation Y“ nutzt diese Medien heute bereits stark im privaten Be- reich, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Bedeutung dieser Medien auch für die geschäftliche Kommunikati- on zunehmen wird. Aus diesem Grund ist eine Integration von Social-Media in unse- re WinLine ERP-Programme vorgesehen. „Die innerbetriebliche und unternehmensübergreifende Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Implementierung von ERP- und MES-Systemen.“ – Karl M. Tröger
  • 24. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 24 Competence Book - ERP ERP-Funktionen und Architekturen für das Jahr 2020?! Neben den bisher genannten nicht- funktionalen Anforderungen an ERP-Systeme der Zukunft (Mobility, Usability, Connectivity) werden sich potenziell bis 2020 aber auch die Pla- nungslogik und die Systemarchitektur der Systeme weiterentwickeln. Welche Veränderungen erwarten Sie persönlich noch im Bereich Ressour- cenplanung und Systemarchitektur? Bleibt alles im Wesentlich planerich beim Alten? Werden ERP-Systeme mehr oder weniger die Planung in ei- ner kollaborativen Planungsarchitek- tur übernehmen? Welche Rolle spielt der Mensch in diesen Szenarien? Und wie gelingt die architektonische Zu- kunftsfähigkeit am besten? Setzen wir auf das eine integrierte Gesamtsystem oder die prozessvernetzte Multi-Sys- tem-Landschaft? Frank Naujoks Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Syste- me on-Premise oder On-Demand oder teils-teils betreiben wird. Diese Wahlf- reihet wird in den nächsten Jahren die Diskussion bei der Entscheidung für die IT-Ökosysteme dominieren und bringt dem Kunden die Freiheit, nach Bedarf sei- ne Entscheidungen zu treffen und auch zu ändern. Planungskomponenten werden durch predictive Analytics Systeme immer wei- ter die Anwendungen erobern. Dabei wird die Intelligenz zunehmend hinter die Be- nutzeroberfläche verlagert – und die An- forderungen an den normalen Anwender werden sinken. Umgekehrt werden die Anforderungen an bestimmte Personen- kreise immer höher werden – die für die Intelligenz der Systeme zu sorgen haben. Patrick Siegmund Für uns ist ein ganz klarer Trend erkenn- bar: Das ERP der Zukunft wird ein hoch- integriertes Gesamtsystem sein, das an- wenderorientiert ausgerichtet ist und über eine hohes Maß und Flexibilität und Mo- bilität verfügt. Dabei werden künftig nicht nur die bisher als üblich verstandenen Un- ternehmensressourcen, wie z.B. Adressen, Produkte, Mitarbeiter und Maschinen im ERP-System vorgehalten. Flexibel gestalt- bare Anwendungen und Prozesse ermög- lichen es den Unternehmen, alle erdenkli- chen Ressourcen zu verwalten, zu planen und entsprechende Prozesse zu automa- tisieren. Als Beispiele seien hier unter anderem die Organisation von Verträgen, Räumlichkeiten oder des Fuhrparks ge- nannt. Und dies alles mit dem Ziel, mit Hilfe einer zentralen Verwaltung und ei- ner optimierten Prozessautomatisierung sowohl erhebliche Einsparungen in Bezug auf den Zeit-und Kostenaufwand als auch Umsatzsteigerungen zu erzielen. Dabei ist jedoch immer zu bedenken, dass die immer umfangreicher und komplexer werdenden Systeme für den Einzelnen auch anwendbar bleiben. Dies kann durch eine Optimierung und Automatisierung der Prozessorganisation sowie durch die punktuell und anwenderspezifische Bereitstellung von Teilbereichen oder sogar nur einzelnen Funktionen einer ERP-Komplettlösung realisiert werden. Ebenso wichtig wird es sein, unabhängig vom Ort und eingesetzten Device (Desk- top, Tablet, Smartphone und künftige Endgeräte), Zugriff auf alle Anwendungs- bereiche zu haben. Um dies zu gewähr- leisten, glauben wir, dass sich als Standard der Zukunft die Weiterentwicklung von HTML5 herauskristallisieren wird. Thorsten Reuper Das ERP-System wird zukünftig wie auch heute schon als der „große Ressourcenvor- halter und -planer“ agieren. Jedoch wer- den zukünftig vermehrt die flexiblen APS/ MES-Systeme hier für eine Planungs- und Steuerungshoheit verantwortlich sein und dies natürlich prozessvernetzt mit dem ERP-System. Daher kann man bei einer guten Integration dieser Komponenten auch beruhigtvon einem „integrierten Ge- samtsystem“ sprechen. Ich selbst sehe den Mensch zukünftig unter ERP 2020 noch aktiver als „Bediener“ und „Kontrolleur“. Karl M. Tröger Agile Produktionssysteme erfordern in gleichem Maße agile Softwaresysteme zur Planung, Simulation und Steuerung der Herstellungsprozesse (Internet der Services). Heutige zentralistisch geprägte Konzepte werden mit der fortschreiten- den Entwicklung der CPS durch smarte und hochauflösende dezentrale Systeme ersetzt (werden müssen). Die vorherige Simulation von Produktionssituationen und die Ableitung von optimierten Sze- narios in mehr und mehr autonomen Ein- heiten wird eine Steigerung der Effizienz zukünftiger Produktionsprozesse bewir- ken. Die produktionsnahe IT wird mit der Automatisierungsebene verschmelzen. Hochauflösende Produktionsregelungs- systeme benutzen riesige Datenmengen von hochentwickelten Sensoren zur Be- urteilung der tatsächlichen Situation. Die Daten und daraus gewonnen Informatio- nen müssen unter Berücksichtigung des gegebenen Kontext aufbereitet werden und dienen der zielgerichteten Beeinflus- sung der aktuellen Produktionsparameter. Es geht nicht mehr nur um die Etablierung eines Berichtswesens und die Beurteilung einer Situation quasi „post mortem“. Die erhobenen Daten (Big Data) steuern den Prozess und unterstützen bei der Ausrege- lung von Störungen in Echtzeit. Meiner Auffassung nach wird es kein integriertes Gesamtsystem geben. Die
  • 25. GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 25Competence Book - ERP Landschaft wird genauso komplex bleiben wie sie heute ist oder sogar komplexer werden. Neue Aufgabenstellungen erfordern neue oder weiterentwickelte Lösungsbausteine. Die Integration aller Systeme oder Lösungsbausteine bekommt in diesem Zu- sammenhang einen ganz anderen Stellenwert. Der Mensch wird nicht verdrängt, ganz im Gegenteil – seine Bedürfnisse müssen in Zukunft viel stärker bei der Planung von Unternehmen berück- sichtigt werden. Das Eco-System „Industrie 4.0“ besteht eben nicht nur aus „Smart factories“ und intelligenten die Produktion steuernden Produkten mit Gedächtnis. Es geht darum, den Menschen hochwertige und kreative Arbeit verrichten zu lassen und ihm die Möglichkeit zur Ausbalancie- rung des Lebens zwischen Arbeit und Freizeit zu geben. Genauso flexibel wie die von Menschen beherrschten Produktionssysteme der Zukunft. Uwe Bergmann Diese nichtfunktionalen Anforderungen haben natürlich auch einen direkten Effekt auf die funktionalen Anforderungen und die Systemarchitektur. Wenn Ressourcen mobiler, flexibler und internationaler eingesetzt werden oder auch verfügbar sind, hat dies auch einen Einfluss auf die Planung von Ressourcen. ERP-Systeme der Zukunft müssen intelligente Lösungen zur Op- timierung des Ressourceneinsatzes schaffen. Bei der Systemar- chitektur besteht die gleiche Herausforderung. Systeme müssen überall verfügbar und skalierbar sein, um den Menschen in Ihren Rollen, Aufgaben und Entscheidungen eine optimale Unterstüt- zung zu bieten. „Wir schaffen Software-Lösungen, die den Menschen bei seiner täglichen Arbeit optimal unterstützt.“ – Uwe Bergmann Zu Uwe Bergmann: Geschäftsführer COSMO CONSULT GmbH und Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG
  • 27. Einleitung Grundlagen Anwendungen & Lösungsbausteine INHALT 27Competence Book - ERP 6 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books 7 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 10 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 11 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 12 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 13 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 14 Zahlen kompakt Infografik ERP 18 Statements Statements zu ERP 22 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 32 ERP 2020 I Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 35 ERP 2020 II 21 Thesen für das ERP der Zukunft 40 ERPAuswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 45 ERP Einführung I Stolperfallen bei der ERP-Einführung 47 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 50 ERP Betrieb ERP-Systeme wirtschaftlich betreiben 54 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP-Software 56 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 60 ERP Trends II ERP Trends 2015 64 ERP Trends III Ihre digitale Zukunft und warum Sie schon heute über Ihr ERP nachdenken sollten! 68 ERP Trends IV ERP/PPS im Kontext von Industrie 4.0 74 ERP 2020 III Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 76 ERP 2020 IV Mobility auf dem Vormarsch 78 ERP 2020 V Usability als Erfolgsfaktor 80 ERP 2020 VI Connectivity schafft die Basis 82 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 84 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 86 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 88 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 91 Integration Vorteile einer ERP/MES- Integration 93 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro- zesse unterstützen 96 Branchenorientierung ERP für Einzel- und Auftrags- fertigung ist anders!
  • 29. Einleitung Grundlagen Anwendungen & Lösungsbausteine 6 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books 7 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 10 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 11 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 12 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 13 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 14 Zahlen kompakt Infografik ERP 18 Statements Statements zu ERP 22 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 32 ERP 2020 I Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 35 ERP 2020 II 21 Thesen für das ERP der Zukunft 40 ERPAuswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 45 ERP Einführung I Stolperfallen bei der ERP-Einführung 47 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 50 ERP Betrieb ERP-Systeme wirtschaftlich betreiben 54 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP-Software 56 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 60 ERP Trends II ERP Trends 2015 64 ERP Trends III Ihre digitale Zukunft und warum Sie schon heute über Ihr ERP nachdenken sollten! 68 ERP Trends IV ERP/PPS im Kontext von Industrie 4.0 74 ERP 2020 III Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 76 ERP 2020 IV Mobility auf dem Vormarsch 78 ERP 2020 V Usability als Erfolgsfaktor 80 ERP 2020 VI Connectivity schafft die Basis 82 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 84 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 86 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 88 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 91 Integration Vorteile einer ERP/MES- Integration 93 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro- zesse unterstützen 96 Branchenorientierung ERP für Einzel- und Auftrags- fertigung ist anders! INHALT 29Competence Book - ERP
  • 31. Case Studies & Produktinformationen Branchenübersicht 98 Informationsquellen 100 Unternehmen 105 Experten 110 Glossar INHALT 31Competence Book - ERP 102 Bergbau (KUMAVISION) KUMAVISION factory für Förderanlagen imBergbau 105 Maschinenring Agrar (Asseco) Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus 107 Sanitär (Microsoft) Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft 109 Kunststoff (COSMO CONSULT) Integrierte Module statt Individualprogrammierung 112 Metall (IAS) Metallverarbeiter erreicht große Synergien im Datenmanagement 114 Elektrotechnik (IAS) Hohe Umsatzsteigerung bei Jean Müller GmbH 120 Fahrrad (Asseco) Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutzbleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 122 Machinenbau (ams.Solution) Wachstum organisieren 126 Diverse (COSMO CONSULT) Ein Partner für alle Fälle 130 Machinenbau (ams.Solution) Auf Draht bei Aumann 134 Weitere Case Studies
  • 32. CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION) 32 Competence Book - ERP ERP-Lösung KUMAVISION factory für Förderanlagen im Bergbau Förderanlagen im Bergbau gehören zu den größten Anlagen, die Menschen je errichtet ha- ben. Sie entstehen aus zehntausenden von Einzelteilen. Ihre technischen Parameter werden in Maßeinheiten wie Meganewton oder Megawatt beschrieben. Das deutsche Traditionsun- ternehmen SIEMAG TECBERG plant, konzipiert und errichtet solche Anlagen in aller Welt. Um von der Konstruktionszeichnung bis zur Montage den Überblick zu behalten, setzt das Unternehmen die ERP-Branchenlösung KUMAVISION factory auf Basis von Microsoft Dy- namics NAV ein. D ie Historie von SIEMAG TECBERG geht bis auf das Jahr 1871 zurück. Aus dem Lieferanten für Bergbauzubehör hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts der international auf- gestellte Systemanbieter SIEMAG TECBERG entwickelt mit Kun- den und Projekten in aller Welt. „Wir stellen zwar sehr große und schwere Geräte her. Aber wir sind trotzdem eine Manufaktur.“ So beschreibtStephanSartor, Geschäftsführerbei SIEMAGTECBERG, die Arbeitsweise des Unternehmens. Entsprechend hoch ist der Stellenwert von Stücklisten und Strukturplänen im ERP-System. Zur Steuerung seiner komplexen Abläufe nutzt der Bergbauspezi- alist Microsoft Dynamics NAV, schon seit der „blauen Version“, wie Sartor in Anspielung auf die monochrome Bildschirmdarstellung der frühen 1990er sagt. Zuletzt lief eine hoch spezialisierte und in- dividuell programmierte Software auf Basis der Version 3.60. Neues Gebäude, neue IT Als SIEMAG TECBERG 2007 per Management-Buy-Out eigen- ständig an den Markt ging, stellten sich gleich mehrere Her- ausforderungen. Denn Kunden, Mitarbeiter und Infrastruktur gingen zu SIEMAG TECBERG über. Firmengebäude und IT-Spe- zialisten blieben aber beim früheren Mutterkonzern. So musste das Unternehmen gleichzeitig ein neues Gebäude beziehen und eine neue IT einführen. „Um unsere stark individualisierte Soft- ware weiter betreiben zu können, hätten wir Fachleute benötigt, die das System von Grund auf kennen“, erklärt Sartor. Deshalb beschloss das Management, eine aktuelle Version von Microsoft Dynamics NAV einzuführen. Nahe am Standard Dabei wollte das Unternehmen so nahe wie möglich am Standard bleiben. Trotzdem war klar, dass es allein mit dem Funktionsum- fang von Microsoft Dynamics NAV nicht getan war. „Wir brauch- ten eine Branchenlösung, die unsere speziellen Anforderungen im Anlagenbau abdeckt.“ Und die sind – wie auch die Produkte des Unternehmens – eine Nummer größer als der Durchschnitt. Deshalb ließen sich auch Individualprogrammierungen nicht völlig vermeiden. Aber jede individuelle Funktion des alten Sys- tems wurde durch einen dreistufigen Filter sortiert: Nice-to-ha- ve-Funktionen fielen weg. Bei den anderen suchten die Verant- wortlichen nach Wegen, die eigenen Prozesse so umzustellen, dass sie doch noch mit dem Standard abgebildet werden konn- ten. Nur wenn es keine andere Möglichkeit gab, kamen die Pro- grammierer zum Einsatz. Im Ergebnis konnte SIEMAG TECBERG zu 90 Prozent die Standards der KUMAVISION-Branchenlösung übernehmen. Kalkulation aus Erfahrung Damit deckt SIEMAG TECBERG fast den gesamten Workflow ab. Lediglich Kalkulationen im Vorfeld eines Vertragsabschlusses berechnen die Mitarbeiter des Vertriebs mit Excel-Werkzeugen. Aber auch hier greifen sie bereits auf Informationen aus ähnli- chen Projekten zurück. „Kein Schacht, kein Bergwerk ist iden- tisch mit einem anderen“, erklärt Stephan Sartor. „Aber wir verfü- gen über 1500 Referenzen, die wir weltweit bereits durchgeführt haben.“ Deshalb greift das Unternehmen in der Kalkulationsphase HERAUSGEBER: KUMAVISION AG
  • 33. CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION) 33Competence Book - ERP auf Projekte zurück, die genügend Ähn- lichkeit haben, so dass sie für Risikoab- schätzung und Kostenrechnung genutzt werden können. Wenn eine verbindliche Bestellung vorliegt, werden die Excel-Ta- bellen aus der Kalkulation mit hunderten von Positionen automatisiert in KUMAVI- SION factory eingelesen. Strukturpläne und Budgets werden automatisch ange- legt. Hohe Flexibilität In der Phase des Anpassungsengineerings greifen die Konstrukteure auf die Pläne bereits gebauter Anlagen zurück, über- nehmen teilweise vorhandene Strukturen, überarbeiten sie und fügen sie zu etwas Neuem zusammen. „Hier verlangen wir von unserem ERP-System ein außerge- wöhnlich hohes Maß an Flexibilität“, er- klärt Sartor. Einen Standard gibt es nicht. „Es genügt uns nicht, eine Datenstruktur komplett per Copy und Paste zu überneh- men. Wir müssen die Struktur auf jeder Ebene verändern können.“ Kompletter Datenumzug Die enge Verwebung zwischen alten und neuen Projekten setzte auch voraus, dass der komplette Datenbestand aus der lan- gen Geschichte des Unternehmens in die neue SQL-Datenbank der Branchenlö- sung fehlerfrei transferiert wurde. Und noch eine weitere Eigenheit des Berg- baugeschäfts machte den Erhalt der alten Datensätze erforderlich: Schachtförder- anlagen sind 40 bis 50 Jahre in Betrieb. Entsprechend lange müssen die Doku- mentationen für Service und Betreuung verfügbar sein. „Hier hat KUMAVISION mit großem Know-how für einen professi- onellen Umzug gesorgt“, so Sartor. CAD-Integration und Änderungs- management Eine besondere Herausforderung war die Anbindung der CAD- und PDM- Konstruktionssysteme an das ERP- System. Denn im Verlauf des Anpassungs- engineerings überarbeiten Konstrukteu- re die Zeichnungen – mit direkten Aus- wirkungen auf die Stücklisten. SIEMAG TECBERG nutzt deshalb eine Universal- schnittstelle in KUMAVISION factory, mit deronlineausden Konstruktionsdaten Ar- tikel- und Stücklisten abgeleitet werden. Ein integrierter Plausibilisierungsprozess erkennt dabei Inkonsistenzen oder Fehler und erlaubt auch die Vereinheitlichung unterschiedlicher CAD-Systeme auf einen Fördermaschine Gotthard, Quelle: SIEMAG TECBERG
  • 34. CASE STUDY - BERGBAU (KUMAVISION) 34 Competence Book - ERP homogenen Artikelstamm. Ein weiterer Vorteil ist die vollständige Indexverfol- gung der Änderungsstände im ERP-Sys- tem. Damit verbleibt die Verantwortung für die Zeichnungs- und Artikel- Stück- listenverwaltung in der Konstruktion. Es entsteht ein durchgängiger Prozess ohne Medienbrüche. Ebenso profitiert SIEMAG TECBERG vom Änderungsmanagement, das in KUMAVISION factory integriert ist. Es leitet alle Änderungen von 65 CAD-Ar- beitsplätzen sowie die Änderungen der Arbeitsvorbereitung direkt in Änderungs- vorschläge weiter. Dadurch erhält das Pro- jektmanagement valide Informationen, wie mit den wachsenden Strukturen und Langläufer umgegangen werden soll. Komplexe Abwicklung Auch die konkrete Abwicklung eines Auftrags fällt bei SIEMAG TECBERG auf- grund der Projektgröße etwas komplexer aus. Stücklisten mit 20.000 Positionen sind keine Seltenheit. 80 Prozent der ver- bauten Teile kauft das Unternehmen bei verschiedenen Lieferanten. Dabei kann es zu komplexen Beistell-Stafetten kommen: Lieferant A produziert ein Teil, das er für Lieferant B beistellen muss, ist aber sei- nerseits auf ein Beistellteil von Lieferant C angewiesen. „KUMAVISION factory ist für uns ein unverzichtbares Werkzeug, um diese komplexen Strukturen überhaupt beherrschen zu können“, erklärt Sartor. Vor allem deshalb, weil Termintreue in dieser Branche eine weit größere Bedeu- tung hat, als anderswo. „Wenn wir liefern, muss alles zu einem festen Termin am Ha- fen oder beim Kunden sein. Wir können da nicht einfach nachliefern. Ein Zeitver- zug ist - auch bedingt durch die weltweite geographische Lage der Bergwerke - im- mer gleichbedeutend mit einem immen- sen Schaden.“ DMS inklusive KUMAVISION factory ist bis auf weni- ge Ausnahmen in allen Bereichen bei SIEMAG TECBERG im Einsatz. CAD-In- tegration, Materialbeschaffung, Waren- eingangsprüfung, Projektmanagement, Rechnungsprüfung, Finanzbuchhaltung, Controlling nach HGB und IFRS und Ver- sand: alles ist in der Branchenlösung ab- gebildet. Zusätzlich ist ein Dokumenten- managementsystem (DMS) angebunden, das neben dem fiskalischen Belegwesen auch Konstruktionszeichnungen jederzeit elektronisch abrufbar macht. „Wenn unsere Mitar- beiterin KUMAVISION factoryauf eineStücklistenpositiongehen, könnensiemiteinem einzigen Mausklick die zugehörige Konstruktionszeichnung öffnen“, erläutert Sartor. Fazit Für die Zusammenarbeit bilanziert Stephan Sartor: „Wir haben durch den Umzug und die neue IT im Prinzip ein neues Unternehmen im laufenden Betrieb gegründet. Unter diesen komplizierten Umständen und mit einem sehr sportiven Zeitplan, hat KUMA- VISION einen sehr guten Job gemacht. Natürlich konnte es nicht von Anfang an rei- bungslos funktionieren. Aber wenn es Probleme gab, hat KUMAVISION immer die Res- sourcen bereitgestellt, um so schnell wie möglich gute Ergebnisse zu erzielen.“ Die neue Software selbst beurteilt Sartor weniger nach den betriebswirtschaftlichen Vorteilen als nach den organisatorischen: „Wir brauchen ein System, das hoch flexibel ist, unsere komplexen Auftragsstrukturen abbildet, abgeschlossene Projekte für künftige nutzbar macht und die Konstruktionsebene einbindet. Und das haben wir mit KUMAVISION factory erhalten.“ Schachtförderanlage Gotthard, Quelle: SIEMAG TECBERG
  • 35. CASE STUDY - MASCHINENRING AGRAR (ASSECO) 35Competence Book - ERP Maschinenring Österreich: RingfreifürAPplus D er Maschinenring Österreich ist ein genossenschaftlich organisierter, nationaler Zusam- menschluss von etwa 77.000 Mitgliedsbetrieben, durch die aktuell mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Alpenrepublik bewirtschaftet wird. Als führendes Dienstleistungsunternehmen im ländlichen Raum hat es sich der in 90 Vereine, so genannte „Rin- ge“, unterteilte Verbund zum Ziel gemacht, die Perspektiven und Chancen der heimischen Land- wirte durch eine umfassende Bündelung und Organisation von Kräften und Ressourcen nachhaltig zu verbessern – und dies über alle neun Bundesländer hinweg. Der Maschinenring ist insgesamt in drei Unternehmensbereiche – Agrar, Service und Personalleasing – gegliedert. Maschinenring Agrar, Service, Personalleasing Betriebshilfe und Maschinenmanagement zählen zu den historischen Kernaufgaben der Maschinenringe. Der inneragrarische Leistungsaustausch zwischen Landwirten steht hierbei im Fokus. Ein kosteneffizientes Maschinenmanagement, die Aushilfe bei Überkapazitäten sowie Sozialeinsätze in Notsituationen werden auf diese Weise sicher- gestellt. Der Maschinenring Agrar bietet Einzel- und Komplettdienstleistungen in den Bereichen Ackerbau, Grünland, Forst, Bioenergie, Wein-, Obst- und Spezialkulturenan- bau sowie Innenwirtschaft. Maschinengemeinschaften stellen dabei insbesondere bei hohen Anschaffungskosten im Bereich der Ernte- oder Düngetechnik sowie der Boden- bearbeitung eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu einzelbetrieblichen Investitionen dar. Als Dienstleister bietet der Maschinenring Service in ganz Österreich Landschafts- und Grünraumpflege sowie Winterdienst für Unternehmen, Gemeinden oder Privatperso- nen an. Dieser Dienstleistungsbereich hat sich inzwischen zum umsatzstärksten Ge- schäftszweig entwickelt. Der vor fünfzehn Jahren gegründete Unternehmensbereich Personalleasing vermittelt Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft an Unternehmen und Gemeinden. Die Beschäftigungsmöglichkeiten als Leasingarbeitskraft sind dabei vielfältig und reichen von Tätigkeiten als Schlosser, Schmied, Zimmerer und Tischler über Aufgaben in der Maschinen- und Stahlverarbeitung bis hin zu Einsätzen innerhalb der Nahrungs- oder Genussmittelindustrie. So setzen über 2.500 Unternehmen in ganz Österreich auf Mit- arbeiter der Maschinenring Personal eGen. Maschinenring-Spezifika Im Falle des Maschinenrings gibt es ge- genüber herkömmlichen Unternehmens- strukturen individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Verrechnung und Orga- nisation angebotener Dienstleistungen. So erbringt der Verbund diese Services im Agrarbereichfaktischnichtselbst,sondern übernimmt die Vermittlung und wickelt im Auftrag und Namen des Dienstleis- ters den Zahlungsverkehr mit dem jewei- ligen Kunden ab. Da agrarische Kunden und Dienstleister auch Vereinsmitglieder sind, ist darüber hinaus eine entspre- chende Mitgliederverwaltung inklusive Mitgliedsbeitragsabrechnung nötig. Bei gewerblichen Dienstleistungen wie Win- terdienst oder Grünraumpflege fungieren Dienstnehmer teilweise gleichzeitig als Sublieferanten für auftragsrelevante Gerä- te und Maschinen. Eingangsrechnungen werden dabei im Gutschriftverfahren für diese erstellt. HERAUSGEBER: Asseco Solutions AG
  • 36. CASE STUDY - MASCHINENRING AGRAR (ASSECO) 36 Competence Book - ERP Altsysteme für komplexe Unternehmensstrukturen nicht mehr zukunftsfähig Trotz komplexer Organisations- und Ab- rechnungsstrukturen verfügte der Ma- schinenring bis Ende 2005 über keine ein- heitliche IT-Architektur, sondern bediente sich in den Unternehmensbereichen Ser- vice und Agrar mit MR2000, Datamax und Centura dreier Eigenentwicklungen. Diese unterschieden sich in ihren Spezifi- kationen – selbst innerhalb der einzelnen Dachorganisationen – teilweise vonei- nander und waren technologisch in kei- ner Weise zukunftsfähig. Es galt deshalb, eine Unternehmenssoftware zu eruieren, die ohne eine aufwändige Individualpro- grammierung bereits im Standard alle re- levanten Abläufe – insbesondere Stamm- datenverwaltung und Disposition – über beide Unternehmensbereiche hinweg umfassend und transparent abzubilden in der Lage und dennoch an spezifische Pro- zesse anpassbar ist. Auf diese Weise sollte der Maschinenring, trotz seines föderalen, genossenschaftlichen Aufbaus, den tech- nologischen Unterbau eines modernen Wirtschaftsunternehmens erhalten. APplus überzeugt Nach intensiver Marktbeobachtung im Rahmen eines Auswahlverfahrens standen zwei Lösungen zur Disposition, wobei die Entscheidung der Verantwortlichen des Maschinenrings nach Prüfung aller wich- tigen Kriterien im Jahr 2005 auf APplus fiel. Ausschlaggebend waren hierbei vor allen Dingen – neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe Anpassbar- keit, der technologische Entwicklungs- vorsprung sowie der breite Funktions- umfang der Lösung. Diese erfolgreiche APplus-Implementierung wurde im Sep- tember 2013 auf die Version 6.0 migriert. Der Modulumfang umfasst Vertrieb, Einkauf, Materialwirtschaft, AZE, PZE, CRM sowie Plantafel. Im Augenblick ar- beiten 700 User an rund 90 Standorten mit APplus. APplus in der Praxis Durch die Einführung von APplus wurden innerhalb des verzweigten Organisati- onsgeflechts heute eine homogene Struk- turierung der Vertriebsaktivitäten – von Angeboten über Aufträge, die Erstellung von Lieferscheinen bis hin zu Sammel- rechnungen – sowie eine einheitliche Stammdatenpflege realisiert. Musste jede Filiale bislang ihre Geldflüsse oder die Disposition von Personal- und Maschi- nenressourcen autark organisieren, sind nun ein einheitlicher Zahlungsverkehr aller Niederlassungen sowie eine unter- nehmensübergreifende Verfügbarkeits- planung möglich, die gerade im Personal- leasingbereich unabdingbar ist. APplus stellt darüber hinaus die technologische Basis für neu realisierte Online-Aktivitä- tendar. Damitistnun jederLandwirtinder Lage, Lieferscheine für erbrachte Leistun- gen elektronisch – etwa per Smartphone oder PDA – direkt nach Auftragserfüllung in das Gesamtsystem zeit- und ortsunab- hängig einzupflegen sowie einen GPS-ge- stützten Nachweis geleisteter Dienste zu erbringen. Das manuelle Ausfüllen von Papierdokumenten sowie die persönliche Abgabe an einer regionalen Geschäfts- stelle entfallen dadurch komplett und die Rechtssicherheit des beauftragten Dienst- leisters ist im Schadensfall umfassend gewährleistet. Auch der Einkauf mit den entsprechenden Bestellvorgängen, Lie- ferscheinen und Eingangsrechnungen, die Materialwirtschaft mit auftragsbe- zogenen Zu- und Abgängen – inklusive Durchschnittspreisermittlung – sowie das Kundenbeziehungsmanagement sind mit APplus unternehmensübergreifend ab- bildbar. Letzteres besticht hierbei durch vielfältige Auswertungsmöglichkeiten in den Bereichen Kundenkontakte (Aktivitä- ten), Schadensmanagement, Kundenzu- friedenheitsbefragungen, ABC-Analysen oder Kundenpotenzial-Ermittlung. APplus 6.0 als konsequenter Folgeschritt „Gemeinsam mit den Experten der As- seco ist es 2006 gelungen, ein solch um- fangreiches ERP-Einführungsprojekt in gerade einmal zwölf Monaten erfolgreich umzusetzen und einzuführen. Die Im- plementierung und Anpassung der Stan- dardsoftware an unsere ganz spezifischen Anforderungen waren dabei stets von einer professionellen, harmonischen Zu- sammenarbeit geprägt. Das Ergebnis die- ser Bemühungen ist für uns mehr als über- zeugend, denn mit APplus sind wir heute in der Lage, unsere komplexe Organisati- onsstruktur einschließlich unterschied- lichster Dienstleistungsbereiche mit nur einem einzigen Softwareprodukt steuern und abbilden zu können. Das Upgrade auf die APplus-Version 6.0 ist für uns des- halb der konsequente Folgeschritt zu noch mehr Leistungsfähigkeit, Funktionalität und Transparenz“, so Stefan Schneider, Teamleiter Business Applications bei der Maschinenring Österreich GmbH. „Ausschlaggebend für APplus waren vor allen Dingen – neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe Anpassbarkeit, der technologische Entwicklungsvor- sprung sowie der breite Funktionsumfang der Lösung.“
  • 37. CASE STUDY - SANITÄR (MICROSOFT) 37Competence Book - ERP Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer im Premium- und Luxus-Seg- ment. Das Sortiment umfasst mehr als 5.500 Artikel, fast alle werden in Deutschland produ- ziert. Die rund 1.050 Mitarbeiter der Dornbracht Group erwirtschafteten 2012 einen Umsatz von knapp 163 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Produktion wird – trotz Finanzkrise – ins Ausland verkauft. D ie IT-Doppelspitze hatte ausgedient Seit Anfang der 90er Jahre herrschte in der IT-Landschaft so etwas wie Arbeitsteilung: Während die Unternehmens- software Microsoft Dynamics NAV den kaufmännischen Bereich abdeckte, war im operativen Geschäft eine selbst entwickelte Software im Einsatz. Als sich das Unternehmen im Rahmen eines Optimierungsprojekts verstärkt dem Lean Management zuwand- te, passte die IT-Struktur nicht mehr zur Unternehmensstrategie. Dornbracht entschied sich für Microsoft Dynamics AX. Neben der internationalen Ausrichtung und der flexiblen Programmstruktur gaben vor allem Module wie „Lean Manufacturing“ den Ausschlag. Wechsel mit optimierten Prozessen Im Frühjahr 2009 startete das Projekt in die Analysephase. Als kurze Zeit später ein Brand vom Nachbargrundstück übergriff, machte Dornbracht aus der Not eine Tugend und modernisierte die betroffenen Produktionsbereiche. Die optimierten Prozesse veränderten auch das ERP-Projekt. Um die verlorene Zeit zumin- dest teilweise aufzuholen, erhöhte das Projektteam die Schlag- zahl und sicherte sich die Unterstützung des Microsoft-Partners STZ Business Consulting. Anpassungen waren beispielsweise bei der Preiskalkulation erforderlich. Zudem wurde im Zuge der Pro- zessoptimierung das Fertigwarenlager an einen Logistikdienst- leister ausgelagert. Schnittstellen gewährleisten Systemintegration Seit Ostern 2012 sind rund 600 Arbeitsplätze mit Dynamics AX 2012 ausgestattet. Neben der Unternehmenszentrale in Iserlohn gehören hierzu auch 15 internationale Handelsvertretungen. Im Rahmen zweier Folgeprojekte kamen inzwischen ein detailliertes Rollen- und Berechtigungskonzept sowie ein Business Intelli- gence (BI)-System hinzu. Kennzahlen werden dabei als Business Cockpits unter Microsoft SharePoint 2013 bereitgestellt. Schlanke Prozesse, transparente Zahlen Heute erntet Dornbracht die Früchte des Projekts. „In zentralen Unternehmensbereichen wie der Produktion oder dem Auftrags- management arbeiten wir absolut ‚Lean‘ – und schneller als zu- vor“, betont Hubertus Meisterjahn, Leiter Informationstechnik und Organisation bei der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG. Benötigte man früher in der Montage lange Zeit zwei Schichten, wechselt das Unternehmen heute spätestens nach einem Jahr in den Einschichtbetrieb. „Das liegt vor allem an der gewonnenen Transparenz und dem Lean Management. Mit Dynamics AX können wir jeden Prozess detailliert verfolgen“, erklärt Hubertus Meisterjahn. Dynamics AX bedeutet für den IT-Leiter ein wichti- ges Stück Investitionssicherheit. Schließlich sei die Software ein innovatives Produkt, das in der Vergangenheit ständig verfeinert wurde. HERAUSGEBER: Microsoft Dynamics
  • 38. CASE STUDY - SANITÄR (MICROSOFT) „Mit Dynamics AX 2012 können wir jeden Prozess detailliert verfolgen. Abweichungen sind sofort zu erkennen. Laufende Verbesserungen lassen sich dadurch einfach und effizient umsetzen.“ –HubertusMeisterjahn 38 Competence Book - ERP Ausgangssituation Lange Zeit arbeitete Dornbracht in den kaufmännischen und operativen Unter- nehmensbereichen mit unterschiedlichen Systemen. Die mangelnde Integration vie- ler Geschäftsprozesse ließ sich mit derver- änderten Unternehmensstrategie und den gestiegenen Anforderungen nicht mehr vereinbaren. Lösung Dornbracht entschied sich für Micro- soft Dynamics AX. Ausschlaggebend war, dass Dynamics AX mit Modulen wie „Lean Management“ optimal zur neuen Strategie passte. Aus technischer Sicht konnte auf vorhandenes Wissen zurück- gegriffen werden. Nutzen Dornbracht arbeitet heute in schlanken Strukturen und kann sich schneller auf Veränderungen einstellen. Transparente Prozessinformationen und Geschäftszah- len vereinfachen die Unternehmenssteue- rung. Künftige Anforderungen lassen sich flexibler umsetzen. Quelle: Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG
  • 39. CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT) 39Competence Book - ERP Integrierte Module statt Individualprogrammierung Im Jahre 1822 beginntdie Historieder Firma Röchling miteiner Kohlenhandlung. Heutesteht die Röchling-Gruppe für höchste Kompetenz in Sachen Kunststoff. Mit fortschrittlichsten Bearbeitungs- und Veredelungsverfahren und in modernsten Produktionsprozessen fertigt das Unternehmen thermo- und duroplastische Kunststoffe für jeden denkbaren Industrie- bereich. Zudem bietet Röchling seit 2013 nach der Anschaffung einer Anlage für selektives Lasersintern als erster Hersteller weltweit komplexeste Fertigteile im 3D-Druck-Verfahren an. Unterteilt ist die Firmengruppe in den Geschäftsbereich Hochleistungskunststoffe mit einem Produktspektrum von Halbzeugen wie Platten, Rund-, Hohl- und Flachstäben über Profile und Formgussteile bis zu mechanisch bearbeiteten Fertigteilen. Der zweite Bereich Automobil-Kunststoffe versorgt weltweit Automobilhersteller und Systemlieferanten mit technologisch anspruchsvollen Kunststoffanwendungen. Die Gruppe ist mit 60 Standorten in 20 Ländern vertreten und erwirtschaftete in 2012 mit 7.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro. M it Individualität in die Sackgasse Seit 1998 setzt man bei der Röchling Engineering Plastics KG in Haren an der Ems die kaufmänni- sche Unternehmenssoftware von Navisi- on, heute Microsoft Dynamics NAV, ein. „Heute sind wir mit 340 Usern einer der größten Dynamics NAV-Anwender und haben in den vergangenen 15 Jahren viel, viel Erfahrung mit der Software gesam- melt“, weiß Andreas Paschke, Head of Or- ganisational Development. Von den fast 800 Mitarbeitern in Haren gibt es keinen, der nicht in irgendeiner Form auf der Basis des ERP-Systems arbeitet. Selbst die Liefe- ranten müssen sich mit ihren LKWs beim Werkschutz im System an- und später wieder abmelden. „Mit unserer ERP-Soft- ware konnten wir mittlerweile tatsächlich das Unternehmen komplett abbilden“, be- richtet Paschke. Allerdings war das nicht von Beginn an so. HERAUSGEBER: COSMO CONSULT AG Quelle: Röchling Gruppe
  • 40. CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT) „Der individuelle Standard – ein Paradoxon? Auf jeden Fall eine Sackgasse, wenn Customizing und Standard im falschen Verhältnis zueinander stehen. Die Lösung bieten branchenspezifische Module, die sich in den Stan- dard integrieren lassen.“ – Volker Vorburg 40 Competence Book - ERP Bei der Einführung der neuen Softwarever- sprach man den Mitarbeitern, sie könnten auch weiterhin mit dem neuen System so arbeiten, wie mit den bisherigen inzwi- schenveralteten Insellösungen. Aberschon bald merkte man, dass damit der Grund- stein füreine Entwicklungssackgassegelegt war. Durch zu viele Anpassungen und Son- derprogrammierungen – die Mitarbeiter wollten ja so wie gewohnt arbeiten – ent- stand ein stark individualisiertes System, das einerseits zwar hoch produktiv war, andererseits aber nicht mehr update-fähig. Paschke verdeutlicht: „Wir hatten ein Ver- hältnis von 80/20, also 80 Prozent selbst programmiert und nur noch 20 Prozent Standard.“ Eine sinnvolle Weiterentwick- lung war da nicht mehr möglich. Auf ein Neues Die Lösung hieß Reengineering: die Ab- lösung eines hoch individualisierten Pro- dukts durch die neueste Standardsoftware Dynamics NAV. „Ein Projekt mit der Über- schrift ‚Zurück zum Standard‘. Da ging es darum, alte Zöpfe abzuschneiden“, erin- nert sich Paschke. Ein Ziel bestand vor allem darin, das Verhältnis von Anpassun- gen zum Standard umzukehren, also 20/ 80 statt 80/20. So ging man 2006 daran, das gesamte Unternehmen umzukrem- peln; Stammdaten, Datenstrukturen – al- les wurde erneuert und mit Testdatenban- ken und Probeläufen durchgespielt und abgesichert. „Aber ich darf nicht verheh- len, dass man bei so einem Projekt auch in Grenzsituationen kommt“, gibt Paschke zu, „Miteiner Fabrik unterVolllast im Hin- tergrund – zig tausend Tonnen pro Jahr – inklusive der erforderlichen Logistik kann ein Fehler schon fast existenzielle Züge annehmen.“ In so einer Situation zahlt es sich aus, wenn man mit einem langjähri- gen IT-Partner zusammenarbeitet. Mit dem Microsoft-Partner Cosmo Consult, einem Branchenspezialisten für die Fertigungsindustrie, projektorientier- te Dienstleister sowie die Zulieferindus- trie, hatte man bei Röchling seit vielen Jahren gemeinsam gute Erfahrungen ge- macht. Die Berater kannten die Abläufe im Unternehmen und konnten die Keyu- ser, die aus allen Abteilungen stammten, so schulen, dass alle Tests korrekt abliefen und das neue System später in den Ab- teilungen problemlos umgesetzt wurde. Aber Paschke weiß auch: „Wenn so ein Projekt funktionieren soll, muss man die Hälfte der Verantwortung intern über- nehmen. Man darf nicht einfach sagen, hier ist euer Geld und wir möchten zum 1.1. starten.“ Er verweist darauf, dass die Berater Programmier- und Strategieprofis sind, aber den Meistern im Betrieb kaum sagen können, wie sie ihre Prozesse besser machen sollen. Hier ist Partnerschaft und Kooperation auf Augenhöhe gefragt. Erweiterter Standard Zwar gab es Rückschläge, so musste der Echtstart einmal verschoben werden, weil in einer Phase der Hochbeschäftigung kei- ne Mitarbeiter zu Schulungszwecken oder gar Datenübergaben abgezogen werden konnten. Daher gab es zunächst nur einen Teilstart für den Bereich Lohn und Gehalt, Quelle: Röchling Gruppe
  • 41. CASE STUDY - KUNSTSTOFF (COSMO CONSULT) 41Competence Book - ERP der aber reibungslos funktionierte – eben- so wie die spätere Einführung von Modu- len wie Auftragsfertigung, Prozessferti- gung, Workflow, Qualitätsmanagement und Lieferantenbewertung sowie eines grafischen Leitstands für die Prozessferti- gung. Anschaulich beschreibt Paschke die ersten Erfahrungen mit der neuen Navisi- on-Version: „Stellen Sie sich vor, Sie haben im Auto eine zehn Jahre alte Technik und steigen auf ein High-Tech-Fahrzeug um. In der IT ist der Unterschied noch viel eklatanter. Für uns war es, als würden wir eine völlig neue Software einführen.“ So steuert jetzt das ERP-System die kom- pletten Logistikabläufe einschließlich der Erstellung der Warenbegleitpapiere für die Kunden. Auch die Stapler steuert Dy- namics NAV über WLAN. Dieses Modul entwickelte Röchling ebenso gemeinsam mit Cosmo Consult wie das Modul Pro- zessfertigung, das jetzt zum Branchenlö- sungsportfolio der Cosmo Consult-Grup- pe gehört. Laut Paschke ist Dynamics NAV eine ausgesprochen flexible Software, die sich leicht an die eigenen Bedürfnisse an- passen lässt, aber da liegt auch die Gefahr eines zu hohen Anteils an Eigenprogram- mierungen. Darum ist er froh über die aus der Praxis entwickelten, zertifizierten und updatefähigen Branchenlösungen seines IT-Partners, die völlig in das ERP-System integriert werden. So ließ sich das ange- strebte 20/80-Verhältnis bei hoher Funk- tionalität erreichen. Allerdings ist das Projekt schon wieder sechs Jahre alt und daher denkt man be- reits an das nächste große Upgrade. Auch diesmal will sich Paschke wieder gut zwei Jahre Zeit für die Vorbereitung lassen. Er betont, wie wichtig ein Partner ist, der über spezifische Branchenlösungen ver- fügt, die sich völlig in den Standard in- tegrieren lassen: „Cosmo Consult hat mit uns jahrelang Erfahrungen gesammelt und Module für Dynamics NAV ständig in unserem Sinn weiterentwickelt, das ist für uns unbezahlbar. So wollen wir beim kommenden Projekt ein 10/90-Verhältnis erreichen, ein realistisches Ziel.“ Quelle: Röchling Gruppe
  • 42. 42 Competence Book - ERP Metallverarbeiter erreicht große Synergien im Datenmanagement Nutzen eines zentralen und quelloffenen ERP-Systems Als die Unternehmensgruppe Hühoco die großen Datenmengen ihrer Standorte in der be- stehenden heterogenen Systemlandschaft nicht mehr wie gewünscht steuern konnte, suchte der stahl- und metallverarbeitende Konzern nach einer neuen Lösung. Diese sollte flexibel, einheitlich und hoch integriert sein, um bei Bedarf Branchenprozesse auch selbst hinzufü- gen zu können. D ie Hühoco Group ist ein international tätiger, mittelstän- discher Konzern aus dem metallverarbeitenden Gewer- be. Die Unternehmen bedienen mehr als 30 Branchen etwa aus Automobil- sowie Elektronikindustrie und bieten eine breite Produktpalette von Systemlösungen veredelter Metallpro- dukte. Die Leistungsvielfalt reicht von der Kaltband- und Lack- herstellung über das Walzen und die Beschichtung beziehungs- weise Bearbeitung des Bandes im Rollschneid-/Stanzverfahren bis hin zur Herstellung von präzisen Stanz- und Biegeteilen. Die komplexen Prozesszusammenhänge sowie branchentypische Anforderungen machen eine anpassungsfähige und flexible Un- ternehmenssoftware erforderlich. Da die historisch gewachsene Systemumgebung der Gruppe ab einem gewissen Punkt an ihre Grenzen stieß, entschied der Metallverarbeiter die Einführung einer Enterprise Resource Planning-Lösung (ERP) für die fünf Unternehmen an den Standorten in Wuppertal und Bad Salzun- gen. Branchenspezifische Anforderungen - wie die softwareseiti- ge Abbildung von Coils, Chargen oder Walztechnologien - prägen auch den IT-Alltag innerhalb der Unternehmensgruppe. Ebenso erfordern zahlreiche Vorschriften sowie DIN- und EN-Normen eine detaillierte Erfassung von Merkmalen innerhalb der Stamm- daten zum Beispiel für Materialien, Lieferanten und Fertigung. Flexibilität und nachhaltige Unternehmenssteuerung Um all diesen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, enthielt das Pflichtenheft im Systemauswahlprozess der Unternehmens- gruppe viele individuelle Funktionsanforderungen. Somit war die Möglichkeit, jederzeit selbst Anpassungen vorzunehmen und die Software mit vertretbarem Aufwand weiterentwickeln zu können, eine Grundvoraussetzung an das neue ERP-System. André Bovenkamp, Geschäftsführer der Hühoco-Gruppe, schil- dert: „Die technologischen Potenziale des Systems und der brei- te Funktionsumfang sollten uns eine umfangreiche Gestaltung ermöglichen.“ Innerhalb der Gruppe liefert die HFP Bandstahl GmbH & Co. KG kaltgewalzten Bandstahl an die Hühoco Metall- oberflächenveredelung GmbH, diese produziert wiederum Alumi- nium- und Edelstahlbänder in Lohnveredelung für die Bereiche: elektrolytische Verzinkung, Bandbeschichtung, Längsteilen und Spulen. Diese Prozesse mussten im System abgebildet werden. Eine weitere Anforderung war die Schaffung einer ‚Lean-Produc- tion‘, um die Aufträge mit möglichst wenig Verschwendung sowie termin- und quantitätsgerecht abzuwickeln. Deshalb waren eine detaillierte Planung des gesamten Produk- tionsdurchlaufes sowie eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Dokumentation wichtige Themen bei dem Implementierungs- projekt. „Da unsere Produktion acht- beziehungsweise neunstu- fig ist, standen auch eine effektive Fertigungssteuerung und ein gruppenweites Frühwarnsystemganzobenauf derAnforderungs- liste“, erklärt Michael Frank, Geschäftsführer der Konzerntochter SIV GmbH & Co. KG Stanz-Biegetechnik und Vertriebsleiter von HFP. Nach dem detaillierten Vergleich mehrerer Anbieter ent- schieden sich die Projektverantwortlichen im Fertigungsbetrieb für die Unternehmenslösung caniasERP der Industrial Applicati- on Software GmbH. Für die Fertigungsunternehmen spielte der offene Quellcode der Software eine entscheidende Rolle. „Die Tatsache, dass wir mithilfe der integrierten Entwicklungsum- gebung ‚Tool for Redesign of the Operational Interface and the Application‘ (TROIA) die Applikation eigenständig anpassen konnten, war für uns einer der wesentlichen Faktoren. Die offene Softwarearchitektur versprach Flexibilität und niedrige Reakti- onszeiten“, führt Frank aus. AUTORIN: Anna Seel, Industrial Application Software GmbH CASE STUDY - METALL (IAS)