Competence Book Nr. 7 
ERP Kompakt 
Enterprise Ressource Planning für eine integrierte Ökonomie
Einleitung Grundlagen Anwendungen & 
Lösungsbausteine 
5 Editorial Volker Schnittler 
ERP 2020 
Zukunft, aber keine 
Science Fiction 
6 Grußwort Frank Naujoks 
Gerüstet für den Wettbewerb 
von morgen 
7 Grußwort Otto Schell 
ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 
um Zukunftsfähigkeit 
8 Grußwort Thorsten Reuper 
ERP der Zukunft - die Zukunft 
des ERP hat gerade erst 
begonnen 
9 Grußwort Manfred Deues 
Maximale 
Prozesstransparenz 
10 Zahlen kompakt 
Infografik ERP 
14 Statements 
Statements zu ERP 
20 ERP 2020 I 
Roundtable zu ERP 2020 
28 ERP 2020 II 
Die ERP 2020-Initiative des 
VDMA vorgestellt 
31 ERP 2020 III 
21 Thesen für das 
ERP der Zukunft 
36 ERP Auswahl 
Die Zeit ist reif: Ein neues 
ERP-Auswahlverfahren 
41 ERP Einführung I 
So vermeiden Sie 
Stolperfallen bei der 
ERP-Einführung 
43 ERP Einführung II 
ERP-Systeme einführen: 
In drei Phasen zum Erfolg 
46 Wandlungsfähigkeit 
Mehr Wandlungsfähigkeit 
dank moderner ERP 
48 ERP Trends I 
Vier Megatrends fordern 
die gesamte IT-Industrie 
52 ERP Trends II 
ERP Trends 2014 
57 ERP 2020 IV 
Eine Einführung zu den 
ERP-2020-Reports 
59 ERP 2020 V 
Mobility, Connectivity, 
Usability: Empirie zur 
Trilogie der ERP 2020 
65 Mobility 
Das Büro in der Westentasche 
Business-Software wird mobil 
67 Cloud 
ERP in der Cloud 
Zwei Trends zeichnen sich ab 
69 Usability 
ERP 2020 und Industrie 4.0 
Usability - next steps 
71 Herausforderungen 
Herausforderung 
Prozessoptimierung 
74 Integration 
Vorteile einer ERP/MES-Integration 
76 Internationalisierung 
Wie ERP-Systeme 
internationale Geschäftspro-zesse 
unterstützen 
79 Fertiger 
ERP für Einzel- und 
Auftragsfertiger 
4 Unser Kompetenz-Netzwerk 
Partner des 
Competence Books 
INHALT 
2 Competence Book - ERP
Case Studies & 
Produktinformationen 
Branchenübersicht 
85 Kumavision 
ERP-Lösung KUMAVISION 
factory für Förderanlagen im 
Bergbau 
88 Asseco 
Maschinenring Österreich: 
Ring frei für APplus 
90 Microsoft 
Mit Dynamics AX 2012 
schlank in die Zukunft 
92 Cosmo Consult 
Integrierte Module statt 
Individualprogrammierung 
95 Asseco 
Der Weltmarktführer für 
Luftpumpen und 
Schutzbleche ist mit APplus 
für die Zukunft gerüstet 
97 ams.Solution AG 
Wachstum organisieren 
101 COSMO CONSULT AG 
Ein Partner für alle Fälle 
104 ams.Solution AG 
Auf Draht bei Aumann 
106 Diverse Branchen 
Weitere Case Studies und 
Produktinformationen unse-rer 
Partner 
112 Informationsquellen 
114 Unternehmen 
119 Experten 
126 Glossar 
Impressum 
Verantwortlich für das Competence Book i.S. des 
TDG: 
Geschäftsadresse: 
NetSkill AG 
Salierring 43 
50677 Köln 
Tel.: 0221 / 716 144 0 
E-Mail: info@netskill.de 
Vorstand: 
Dr. Winfried Felser 
Aufsichtsratsvorsitzender: 
Michael Felser 
Amtsgericht Köln 
HRB 58503 
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: 
DE209010121 
Projektleitung: 
Maximilian Herzogenrath 
Layout & Design: 
Martina Mittermüller 
Quellenangabe Inhaltsverzeichnis: 
© Copyright 2013 NetSkill AG - alle Rechte 
vorbehalten. 
INHALT 
Competence Book - ERP 3
PARTNER - SPONSOREN DES COMPETENCE BOOKS 
Partner des Competence Books ERP 
4 Competence Book - ERP
EDITORIAL 
ERP 2020: 
Zukunft, aber keine Science-Fiction 
ERP-Lösungen gehören seit vielen 
Jahren zum Standard in Wirt-schaftsunternehmen. 
Die Umfra-gen 
innerhalb des Maschinen- und Anla-genbaus, 
die der VDMA alle zwei Jahre zu 
IT-Systemen durchführt zeigen, dass fast 
100% der Unternehmen derartige Lösun-gen 
einsetzen. 
Der hohe Grad an Rationalisierung und 
Prozessbeschleunigung, der mit dem Ein-satz 
dieser Systeme gewonnen wurde, wird 
als selbstverständlich hingenommen und 
damit kaum mehr beachtet. Tatsächlich 
ist ERP heute eine Selbstverständlichkeit, 
allerdings eine Selbstverständlichkeit mit 
großem Potential. Nicht umsonst arbeiten 
tagaus tagein Hunderte von Mitarbeitern 
in den einschlägigen Softwarehäusern da-ran, 
diese Lösungen weiter zu entwickeln 
und zu verbessern. 
Um den oben genannten Sachverhalt 
mehr in das Bewusstsein der Nutzer zu 
rücken und nahe liegende Entwicklungen 
aufzuzeigen, hat der VDMA die Kampa-gne 
ERP 2020 gestartet. Einerseits geht 
es darum, dass das Nutzenpotential, wel-ches 
die Unternehmen durch die Bezah-lung 
der Lizenzgebühren erwerben, auch 
bei den Nutzern ankommt. Dies gelingt 
nur, wenn auch die aktuellen Versionen 
der Softwareprodukte eingesetzt und ihre 
funktionalen Potenziale auch tatsächlich 
für eine zukunftsfähige Wertschöpfung 
genutzt werden. Kommen veraltete Re-lease- 
Stände zum Einsatz oder werden 
neue Chancen bzw. Opportunitäten nicht 
genutzt, kann man in diesem Sinne schon 
von Verschwendung sprechen! 
Zum anderen kommt derzeit grundlegend 
Bewegung in das Thema ERP. Wie beim 
Wechsel von ASCII-basierten Terminals 
zu Windows basierten Client-Server- Lö-sungen 
stehen wir heute wieder vor einem 
Paradigmenwechsel. Dieser wird sich je-doch 
weit dynamischer und rascher voll-ziehen 
als der Vorgenannte. 
Getrieben vom Megatrend der Mobilität, 
die in mehr und mehr Arbeitsbereichen 
gefordert wird, und von modernen End-geräten, 
mit denen die nächste Nutzerge-neration 
völlig neue Kommunikationsge-wohnheiten 
entwickelt hat, wird nun auch 
ERP mobil, vernetzt und in der Anwen-dung 
ergonomischer, im Sinne von Ein-fachheit 
und Benutzerführung. Nicht nur 
die Generation Y bevorzugt eine andere 
„work life balance“, welche eine flexiblere 
und mobile Erbringung ihres Leistungs-beitrags 
für das Unternehmen ermög-licht. 
Auch in anderen Bereichen ist das 
ortsungebundene Arbeiten unaufhaltsam 
auf dem Vormarsch. Dies geht heute weit 
über die klassischen Außendienstberei-che 
wie Vertrieb oder Kundendienst und 
Service hinaus. Eine moderne Industrie-nation 
kann es sich schlicht nicht leisten, 
ihre Mitarbeiterinnen, welche gut aus-gebildet 
und motiviert maßgeblich zum 
wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen 
beitragen, einfach ziehen zu lassen, wenn 
diese sich vorübergehend dafür entschei-den, 
ihre Familie in den Mittelpunkt ih-res 
Lebens zu stellen. Vielmehr müssen 
technische und organisatorische Voraus-setzungen 
dafür geschaffen werden, die-se 
Mitarbeiterinnen über moderne und 
sichere Homeoffice Arbeitsplätze an ihre 
Unternehmen zu binden. 
Es lohnt sich also, sich dem Thema ERP 
wieder etwas intensiver zuzuwenden und 
das vorliegende Competence Book wird 
Zum Autor Volker Schnittler: 
Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler 
als Referent für kaufmännische Unter-nehmenssoftware 
wie ERP, PPS, MES 
und Variantenkonfigurationslösungen 
bei der Abteilung Informatik des VDMA 
beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch 
den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog 
und ist Mitglied im Forschungsbeirat 
des fir (Aachen). 
sicherlich seinen Anteil daran haben, Er-kenntnisse 
zu stiften und wichtige Ent-wicklungstendenzen 
zu verdeutlichen. 
Dabei wünsche ich recht viel Erfolg! 
Ihr Volker Schnittler 
Fachreferent kaufmännische Unterneh-menssoftware, 
VDMA - Informatik 
Competence Book - ERP 5
GRUSSWORT - MICROSOFT DEUTSCHLAND GMBH 
Gerüstet für den Wett-bewerb 
von morgen 
Sehr geehrte Leser, 
die deutsche Fertigungsindustrie genießt weltweit einen 
exzellenten Ruf. Viele „Hidden Champions“ dominieren 
aus Deutschland heraus den Weltmarkt mit ihren hochspe-zialisierten 
Angeboten. Für den Erfolg ausschlaggebend ist 
neben der Ausgangsidee die stetige Verbesserung, das Of-fensein 
für Neues sowie eine ausgeprägte Spezialisierung 
und Fokussierung. Dabei helfen integrierte ERP-Systeme, 
weltweit einheitliche Prozesse umzusetzen. 
Veränderungen müssen im unternehmerischen Alltag 
gestaltet werden und idealerweise wird man selbst zum 
Trendsetter. Themen wie Globalisierung, Internet der Din-ge 
aber auch ein effizienter Materialeinsatz treiben die Fer-tigungsindustrie 
seit Jahren um und setzen Rahmenbedin-gungen, 
in denen erfolgreiche Unternehmen agieren und 
gestalten. 
Fragt man heute Fertiger nach den Treibern für ihre IT-In-vestitionen 
ertönt der Dreiklang aus erhöhter Produktivi-tät, 
reduzierten Kosten und verbesserten Geschäftsprozes-sen. 
Zwar sind die kurzfristigen ökonomischen Aussichten 
eher unsicher, doch langfristiges profitables Wachstum 
basiert auf weltweit integrierten Wertschöpfungsketten, 
die in der Lage sind, sich schnell ändernden Bedingungen 
anzupassen. Für Fertigungsunternehmen bedeutet dies, 
dass sie ihre weltweiten Aktivitäten weiter ausbauen müs-sen 
bei gleichzeitiger Prozessstandardisierung über Lan-desgrenzen 
hinweg. Dabei spielen Themen wie Cloud, Big 
Data, Social Business und Mobility für die Konzeption von 
IT-Systemen zunehmend eine wettbewerbsentscheidende 
Rolle und müssen durch ERP- und CRM-Lösungen abge-bildet 
werden. 
Die nächste Welle an Produktivitätsverbesserungen wird 
nicht in kleinen Schritten ablaufen. Vielmehr erwarten 
Fertigungsunternehmen von ihren IT-Investitionen in 
moderne IT-Infrastruktur deutliche Produktivitätsverbes-serungen 
in sehr kurzer Zeit. Microsoft beispielsweise lie-fert 
dazu die Plattform-Technologie, damit Anwender eine 
IT-infrastruktur bestehend aus Server, Sharepoint, Lync, 
Office 365, CRM und natürlich Dynamics ERP aus einem 
Guss erhalten. Das Ganze ergänzt um das tiefe Branchen-wissen 
der Partner lässt Anwender sehr gut gerüstet in den 
Wettbewerb von morgen ziehen. 
Ihr 
Frank Naujoks 
Zum Autor Frank Naujoks: 
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Pro-duktmanager 
Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei 
META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kauf-mann 
der Universität zu Köln. 
6 Competence Book - ERP
GRUSSWORT - DSAG E. V. 
ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um 
Zukunftsfähigkeit 
Die Standardisierung von Prozessen, die Redu-zierung 
von Systemen, die Harmonisierung von 
Stammdaten oder die Compliance sind wohl die 
meist genannten Themen der letzten Jahre, im Zusam-menhang 
mit einem Business Case für die Einführung 
eines ERP-Systems wie beispielsweise SAP. Hier steht die 
Effizienz der Strukturen und Systeme im Vordergrund. 
Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile aber 
geändert. Neue Technologien erlauben nahezu unbe-grenzte 
Möglichkeiten in der Datenauswertung und (fast) 
real-time Prozesse eröffnen erweiterte Spielräume für 
die Prozessintegration auch in der Maschine-zu-Maschi-ne- 
Kommunikation. Da rein aus Anwendersicht die Ver-arbeitung 
großer Datenmengen kaum mehr eine Rolle 
spielt, ergeben sich weitere Felder für integrative Ansätze, 
wie zum Beispiel Simulationsmodelle, die im Bereich der 
Prototypen eingesetzt werden. Hinzu kommen Bereiche 
wie Mobility und Cloud. Hierbei ist festzustellen, dass die 
Grenzen mobiler Anwendungen oder der Nutzen bzw. der 
Einstieg in die Cloud noch nicht in dem Maße greifbar 
sind, um ganzheitliche Entscheidungen über entsprechen-de 
Projekte treffen zu können. 
In dem Zusammenhang wird die Frage zu beantworten 
sein, wie sich die neuen Technologien nicht nur auf die 
ERP-Systeme, sondern letztlich auf das gesamte Unter-nehmen 
und seine Zukunftsfähigkeit auswirken. Auf der 
Suche nach einer entsprechenden Antwort beschäftigen 
sich viele Unternehmen derzeit noch sehr mit Konsolidie-rungs- 
oder Harmonisierungsprojekten, um ihre gewach-senen 
Strukturen zu vereinfachen. Das heißt, momentan 
wird viel getestet und versucht, punktuell die auftretenden 
Probleme zu lösen. 
Das entspricht aber nicht unbedingt dem ERP-Gedanken. 
Hier stehen letztendlich die Standardisierung und vor al-lem 
die Integration im Vordergrund. Die damit verbunde-nen 
Aufgaben zu meistern, führt bei vielen Unternehmen 
zu einem Wettlauf gegen die Zeit, um die Vorteile von „real 
time“-Anwendungen wettbewerbstechnisch nutzen zu 
können. 
Die Herausforderungen für den ERP-Markt liegen damit 
klar auf der Hand: Die Hersteller müssen ihren Kunden 
eine Strategie aufzeigen, wie die Produkte weiterentwi-ckelt 
werden, ohne dass sie ihre Integrationsstärke und 
Compliance verlieren. Zudem müssen die Lösungen ohne 
große technische und finanzielle Aufwände in die beste-henden 
IT-Landschaften einzubinden sein, um den gestie-genen 
Business-Anforderungen gerecht zu werden. Auf 
dieser Basis könnte dann auch der Wettlauf mit der Zeit 
um die Zukunftsfähigkeit gewonnen werden. 
Diese Entwicklung entscheidend zu beeinflussen und da-bei 
als Stimme der Anwender zu agieren ist Aufgabe der 
DSAG. Hierfür hat sich der Vorstand entsprechend aufge-stellt. 
Zum Autor Otto Schell: 
Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. 
ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse, Ressort Branchen. Daneben 
leitet er u.a. den Arbeitskreis Globalisierung und ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gre-mien 
sowie im internationalen Umfeld der SAP-Anwendergruppen. 
Otto Schell leitet als SAP Business Process Manager das EMEA SAP Business CCoE 
eines globalen Automobilherstellers. In dieser Rolle ist er in globalen und regionalen 
Transformation/SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP CCoEs vertraut. 
Competence Book - ERP 7
GRUSSWORT - ASSECO SOLUTIONS AG 
ERP der Zukunft 
die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 
Liebe Leserinnen und Leser, 
aktuelle Prognosen für die zukünftige Entwicklung von ERP 
konfrontieren uns mit Schlagwörtern wie „Multisite“, „Mobili-ty“, 
„Usability“, „Cloud“ sowie allen voran „Industrie 4.0“. Einige 
dieser Konzepte sind bereits heute weit verbreitet, etwa „Cloud 
Computing“, welches sich auch zunehmend im Geschäftsbereich 
großer Beliebtheit erfreut. Andere Trends hingegen werden als 
Goldener Weg proklamiert, obwohl die Umsetzung in der Reali-tät 
tendenziell noch in den Kinderschuhen steckt – so etwa bei 
Industrie 4.0. Dennoch wird oft der Anschein erweckt, Unter-nehmen 
müssten ihre Produktionsabläufe so schnell wie möglich 
auf die dezentrale Vernetzung umstellen, um zukunftsfähig zu 
bleiben – besser heute noch als morgen. 
Auch politisch wird das Thema aktuell heiß diskutiert. Der Vor-teil 
einer solchen medialen Aufmerksamkeit liegt dabei auf der 
Hand: Sie schafft Bewusstsein, einschließlich der technischen 
und organisatorischen Herausforderungen, die dem Konzept zu-grunde 
liegen und denen auch wir ERP-Hersteller auf die eine 
oder andere Weise gerecht werden müssen. Allen voran zählen 
hierzu natürlich die Sicherheitsaspekte, wie der Schutz solcher 
Systeme vor Spionage und Manipulation. Zudem tun sich Kon-zeptfragen 
auf: Wie viel Dezentralität ist wünschenswert? Wie 
viel Autonomie ist für die vernetzten Maschinen wirklich sinn-voll? 
Fragen wie diese müssen geklärt werden, doch wäre es ver-messen 
und unrealistisch, schon heute oder morgen mit umfas-senden 
Lösungen aufwarten zu wollen. Denn diese benötigen 
Zeit – und viele wertvolle Schlüsse werden wir erst aus der Erfah-rung 
ziehen können. 
Um eine gute Grundlage hierfür zu schaffen, sind ERP-Hersteller 
allerdings bereits heute gefordert, diese Entwicklung aktiv mit-zugestalten 
– denn ihre Produkte beeinflussen die Effizienz und 
Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in zentraler Weise und bil-den 
so den Kern der geschäftlichen Prozesse. Noch befinden wir 
uns am Anfang dieser Entwicklung, und dies gibt uns die Chance, 
die Fortentwicklung des Konzepts von Anfang an aktiv zum Po-sitiven 
mitzugestalten. Die Zukunft bleibt also spannend – denn 
für ERP hat sie gerade erst begonnen. 
Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine informative Lek-türe. 
Herzliche Grüße Ihr Thorsten Reuper 
Zu Thorsten Reuper: 
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist 
Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit einem 
umfassenden technischen Hintergrund, der weitreichen-de 
Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unter-nehmen 
vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen 
Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch 
ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funkti-onserweiterungen 
und einem besonderen Augenmerk auf 
die Ergonomie der Software. Dies soll insbesondere durch 
eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kun-den 
und Interessenten realisiert werden. 
8 Competence Book - ERP
GRUSSWORT - AMS.SOLUTION AG 
Maximale Prozesstransparenz 
Sehr geehrte Leser, 
Einzel- und Auftragsfertiger haben eine harte Nuss zu kna-cken. 
Ohne dass ihnen alle Detailinformationen vorliegen, 
müssen sie mehrmonatige, zum Teil mehrjährige Aufträge 
sicher organisieren. Hierbei ist höchste Präzision geboten: 
Angesichts sechs- bis achtstelliger Investitionssummen 
bergen selbst kleinere Planungsfehler ein erhebliches Ge-fahrenpotenzial. 
In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns daher aus-schließlich 
mit der Frage beschäftigt, wie Einzelfertiger 
aus dem Anlagen-, Werkzeug- und Sondermaschinenbau, 
dem Stahl- und Metallbau, der Innenausstattung und der 
Werftenindustrie ihr komplexes Projektgeschäft wettbe-werbsfähig 
managen. Die Quintessenz unserer Erfahrun-gen: 
Je höher die Prozesstransparenz ist, desto wirtschaft-licher 
lassen sich knapper werdende Ressourcen zuteilen, 
desto sicherer die immer enger gesetzten Liefertermine 
halten und desto umfassender die ständig steigenden Kun-denwünsche 
erfüllen. 
Als Beratungs- und Standardsoftware-Spezialist für die 
Prozessoptimierung von Einzel-, Auftrags- und Varian-tenfertigern 
sind wir das einzige europaweit tätige Unter-nehmen, 
das mit dieser ausschließlichen Fokussierung 
am Markt ist. Inzwischen erschließen beinahe 500 Un-ternehmen 
signifikante Wettbewerbsvorteile mit unserer 
Gesamtlösung, dem integrierten Auftragsmanagement-system 
ams.erp, das alle Geschäftsbereiche vollständig 
vernetzt. Angefangen bei Marketing und Vertrieb inklusi-ve 
Kalkulation reicht die Prozessunterstützung über Kon-struktion, 
Fertigung und Beschaffung bis zu Auslieferung, 
Montage und Service Management. 
Unabhängige Marktbeobachter bestätigen, dass unser 
Portfolio die Anforderungen des Zielmarkts besonders 
gut erfüllt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie das Ge-schäft 
der Einzel- und Auftragsfertiger. Eine ganze Reihe 
davon zeigen die beiden anschließenden Kundenberichte. 
In ihrem Zentrum stehen die Automatisierungsspezialis-ten 
Aumann aus Espelkamp und Hahn Automation aus 
Rheinböllen. Beide Einzelfertiger nutzen die Transparenz 
unserer Lösungen, um ihr anspruchsvolles Projektgeschäft 
wirtschaftlich und terminsicher zu steuern. Zudem zeigen 
die Texte, wie sich die Anwender fortwährend neue Vortei-le 
im härter werdenden Wettbewerb verschaffen. 
Eine spannende Lektüre wünscht, 
Manfred Deues, Vorstand ams.Solution AG 
Zum Autor Manfred Deues: 
Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran-che 
tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und studier-te 
Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäftsführender 
Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. 
In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche 
Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Um-firmierung 
der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution 
AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im glei-chen 
Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat 
zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch die 
Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen In-itiator 
und Mitbegründer Manfred Deues ist. 
Competence Book - ERP 9
INFOGRAFIK 
Infografik ERP 
ERP-Tops und -Flops1 
Top 5 
Flop 5 
Neue User-Interfaces müssen sich an 
mobiles Arbeiten anpassen 
Bedarf an umfassender Informationsver-fügbarkeit 
enorm gestiegen 
Informationsaustausch nimmt zu, da 
Austauschsfrequenz kurzzyklischer 
ERP müssen auf unterschiedlichen 
Endgeräte jederzeit/überall verfügbar sein 
Keine 1-System-Lösung, 
Multi-System-Landschaft 
Qualitätsstandards für Einführung von ERP 
zur Bewertung Anbieter 
Bedienung von ERP intuitiv und ohne 
Schulung möglich 
Einige wenige standardisierte Datenmodelle 
von wenigen Anbietern vorgegeben 
Arbeiten mit gleichen Werkzeugen wie im 
Privatbereich (BYOD, ...) 
Strukturierte Verfahren zur 
Nutzenbewertung von ERP-Systemen 
Gründe für ERP-Projekte3 
50,7% Altsystem nicht mehr leistungsfähig genug 
22,5% Schlechte Durchgängigkeit / Übersicht 
12,7 % Firmenwachstum 
8,5 % Flexible Organisationsentwicklung 
5,6% Sonstiges 
10 Competence Book - ERP
INFOGRAFIK 
Top 5 Auswahlkriterien von ERP-Software5 
65% 48% 33% 28% 28% 
Top 5 Optimierungsbedarf bei ERP-Software4 
89% 
Prozesse schneller und 
effizienter machen 
80% 
Prozesse verschlan-ken 
und vereinfachen 
62% 
Die Agilität / Anpas-sungsfähigkeit 
der 
Prozesse erhöhen 
61% 
Kundenzufriedenheit 
mit der Auftragsab-wicklung 
verbessern 
61% 
Transparenz der 
Geschäftsprozesse 
erhöhen 
Ziele eines ERP-Projektes3 
Effizientere Auftragsab-wicklung 
Einheitlich integrierte 
IT-Landschaft 
Überblick / Aktuelle 
Daten 
Optimierung der Ge-schäftsprozesse 
Transparenz 
Modernisierung 
32,4% 
26,8% 
25,4% 
23,9% 
16,9% 
16,9% 
Probleme bei ERP-Projekten3 
Zeitüberschreitung 
Aufwändige Mitarbei-terschulungen 
Nicht definierte Unter-nehmensprozesse 
Widerstände im Haus 
Probleme bei der 
Datenintegration 
Schnittstellenprob-leme 
21,1% 
14,1% 
11,3% 
9,9% 
9,9% 
5,6% 
Funktionalität Flexibilität SW KMU-Eignung / 
Praktikabilität 
Kosten / Nutzen Fachkompetenz & 
Auftreten 
Competence Book - ERP 11
INFOGRAFIK 
Top 5 Nutzen von ERP-Systemen6 
Top 5 Formate für überbetrieblichen Datenaustausch 
bei ERP-Systemen6 
Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte3 
26,8% 
Guter Support 
14,1% 
Gute Planung / Know 
How 
11,3% 
Beratungsleistungen 
des ERP-Anbieters 
5,6% 
Gute Schulungen 
5,6% 
Geringer Implemen-tierungsaufwand 
4,2% 
Transparenz 
Unterstützung von mobilen Plattformen durch ERP-Produkte5 
34% 27% 15% 13% 5% 6% 
Anzahl unterstützter 
Mobilplattformen 
0 1 2 3 4 5 
55% 51% 
40% 38% 36% 
Prozesse schnell & 
einfach 
Informationen 
schnell & einfach 
Information korrekt & 
nützlich 
Rückverfolgbarkeit 
von Informationen 
Durchgängige Pro-zess- 
Unterstützung 
59% 
EDIFACT 
21% 
DATANORM 
19% 
ODETTE 
17% 
VDA-FS 
13% 
ANSI X 12 
12 Competence Book - ERP
INFOGRAFIK 
Welche mobilen Plattformen 
werden durch ERP-Produkte 
unterstützt?5 
Windows Mobile-basierte 
Geräte 
IPhone 
IPad 
Android-basierte Geräte 
(Google) 
Palm WebOS basierte Geräte 
Blackberry 
66% 
32% 
31% 
23% 
15% 
14% 
Quellen: 
(1) http://www.competence-site.de/downloads/45/32/i_file_1134046/21_thesen_erp_2020_final.pdf 
(2) http://www.competence-site.de/usability/ERP2020-Usability-als-Erfolgsfaktor 
(3) Gronau 
(4) http://www.computerwoche.de/i/detail/artikel/2537779/1/946381/EL_1367850380368342367536/ 
(5) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/Karsten-Sontow-zu-Mobility-der-ERP-2020 
(6) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/ERP-2020-Connectivity 
(7) http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning 
Gründe für die 
Systemauswahl3 
Funktionalität 
Branchen-/ Mittelstands-lösung 
Umfangreiches Modulan-gebot 
/ Erweiterbarkeit 
Preis-Leistungs-Ver-hältnis 
Positive Erfahrungen mit 
Anbieter 
29,6% 
28,2% 
26,8% 
26,8% 
22,5% 
Competence Book - ERP 13
STATEMENTS 
Statements zu ERP 
Wir sind uns sicher, dass ERP 
auch weiterhin im Mittelpunkt 
des unternehmerischen IT-Ge-füges 
Die Frage nach der Bedeutung 
eines ERP-Systems in der nahen 
Zukunft lässt sich nicht so ein-fach 
beantworten.2 
ERP-Systeme werden in der Zukunft 
DIE zentralen Steuerungseinheiten 
– insbesondere in mittelständischen 
Betrieben – sein.3 
Eine wesentliche Herausforderung 
des ERP-Systems der Zukunft: die 
punktgenaue, aber gleichzeitig 
einfache Verfügbarkeit von Infor-mationen. 
Bedeutung ERP 
Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es 
nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich 
sein und für alle Beteiligten gleich.4 
Ich würde prognostizieren, dass es Systeme mit dem heutigen Zu-schnitt 
gar nicht mehr geben wird, weitergedacht führt das unwei-gerlich 
zu einem anderen ERP-Begriff als wir ihn heute kennen.2 
Wir sind auf den Weg in eine Appisierung der Anwen-dungs- 
Der Trend – wie schon seit längerer Zeit 
zu beobachten – geht dabei klar zu zen-tralen, 
integriert arbeitenden Systemen, 
die in der Lage sind, alle Unternehmens-prozesse 
zu verknüpfen, zu steuern und 
entsprechend abzubilden.3 
Zukunft 
ERP 
Die Anforderungen 
an das ERP-Sys-tem 
werden künf-tig 
weitaus an-spruchsvoller 
sein 
als dies bisher der 
Fall war.1 
stehen wird.1 
1 
Workloads.4 
14 Competence Book - ERP
STATEMENTS 
Es wird immer mehr zur Selbstverständ-lichkeit, 
über die mobilen Geräte nicht nur 
jederzeit im Unternehmen vorgehaltene 
Daten abzurufen, sondern auch Informa-tionen 
zurückzugeben.1 
Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die 
in die Unternehmen kommen, nutzen bereits 
heute vor allem im privaten Bereich bereits 
alle erdenklichen mobilen Geräte.1 
Devices ziehen in den 
Shopfloor ein und es 
werden andere Möglich-keiten 
der Interaktion mit 
der Software selbst, aber 
auch mit den beteiligten 
Menschen und genutz-ten 
Maschinen, möglich.2 
Mobility & 
Usability 
Für eine All- und Jederzeit-Verfüg-barkeit 
müssen mobile Geräte durch-gängig 
Einzug im Unternehmen er-halten, 
denn sie gewährleisten die 
Wir gehen davon aus, 
dass das Tablet auch im 
Geschäftsleben seinen 
Siegeszug antreten und 
das Notebook in abseh-barer 
Zeit verdrängen 
wird.1 
Professionelle Mobilität wird zu-künftig 
einen noch höheren Stel-lenwert 
einnehmen, als dies be-reits 
heute der Fall ist.3 
Die innerbetriebliche und unternehmens-übergreifende 
Kollaboration sind seit langer 
Zeit die Top-Themen bei der Implementie-rung 
von ERP- und MES-Systemen.2 
Connectivity, Daten 
& Kollaboration 
Um die Aufgabenstellung „Kommunikation und Kollaboration“ zu-friedenstellend 
auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch 
umfangreicheren Datenaustausches zwischen den Unternehmen.3 
Konnektivität.1 
Dieser Konnektivitäts-Ent-wicklung 
kann sich kein 
Anbieter entziehen – es 
bleibt die Frage, ob für 
den Anwender daraus ein 
Technologie-Zoo entsteht 
oder eine möglichst ho-mogene 
Applikationsland-schaft. 
Hier wird es aus 
Anbietersicht noch Konso-lidierungswellen 
geben.4 
Competence Book - ERP 15
STATEMENTS 
Agile Produktionssysteme erfordern in 
gleichem Maße agile Softwaresysteme 
zur Planung, Simulation und Steuerung 
der Herstellungsprozesse (Internet der 
Services).2 
Das ERP-System wird zu-künftig 
wie auch heute 
schon als der „große Res-sourcenvorhalter 
hier für 
eine Planungs- und Steue-rungshoheit 
verantwortlich 
sein.3 
ERP-Funktionen 
& Architekturen 
Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Systeme on-Premise 
oder On-Demand oder teils-teils betreiben wird.4 
Reuper, Thorsten3 
thorsten.reuper@asseco.de 
Chief Technology Officer (CTO) 
Asseco Solutions GmbH 
Das ERP der Zukunft wird ein hochinteg-riertes 
Gesamtsystem sein, das anwen-derorientiert 
ausgerichtet ist und über 
eine hohes Maß und Flexibilität und Mo-bilität 
verfügt.1 
Quellen: 
1: Patrick Siegmung, mesonic software gmbh 
2: Karl Tröger, PSIPENTA Software Systems GmbH 
Siegmund, Patrick1 
psiegmund@mesonic.com 
Geschäftsführer Deutschland 
mesonic software gmbh 
Naujoks, Frank4 
Frank.Naujoks@microsoft.com 
Product Marketing Manager Dynamics AX 
Microsoft Deutschland GmbH 
Tröger, Karl2 
KTroeger@psipenta.de 
Leiter Produktmanagement ERP 
PSIPENTA Software Systems GmbH 
Quellen: 
3: Thorsten Reuper, Asseco Solutions GmbH 
4: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH 
16 Competence Book - ERP
Competence Book - ERP 17
GRUNDLAGEN
Einleitung Grundlagen Anwendungen & 
Lösungsbausteine 
5 Editorial Volker Schnittler 
ERP 2020 
Zukunft, aber keine 
Science Fiction 
6 Grußwort Frank Naujoks 
Gerüstet für den Wettbewerb 
von morgen 
7 Grußwort Otto Schell 
ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 
um Zukunftsfähigkeit 
8 Grußwort Thorsten Reuper 
ERP der Zukunft - die Zukunft 
des ERP hat gerade erst 
begonnen 
9 Grußwort Manfred Deues 
Maximale 
Prozesstransparenz 
10 Zahlen kompakt 
Infografik ERP 
14 Statements 
Statements zu ERP 
20 ERP 2020 I 
Roundtable zu ERP 2020 
28 ERP 2020 II 
Die ERP 2020-Initiative des 
VDMA vorgestellt 
31 ERP 2020 III 
21 Thesen für das 
ERP der Zukunft 
36 ERP Auswahl 
Die Zeit ist reif: Ein neues 
ERP-Auswahlverfahren 
41 ERP Einführung I 
So vermeiden Sie 
Stolperfallen bei der 
ERP-Einführung 
43 ERP Einführung II 
ERP-Systeme einführen: 
In drei Phasen zum Erfolg 
46 Wandlungsfähigkeit 
Mehr Wandlungsfähigkeit 
dank moderner ERP 
48 ERP Trends I 
Vier Megatrends fordern 
die gesamte IT-Industrie 
52 ERP Trends II 
ERP Trends 2014 
57 ERP 2020 IV 
Eine Einführung zu den 
ERP-2020-Reports 
59 ERP 2020 V 
Mobility, Connectivity, 
Usability: Empirie zur 
Trilogie der ERP 2020 
65 Mobility 
Das Büro in der Westentasche 
Business-Software wird mobil 
67 Cloud 
ERP in der Cloud 
Zwei Trends zeichnen sich ab 
69 Usability 
ERP 2020 und Industrie 4.0 
Usability - next steps 
71 Herausforderungen 
Herausforderung 
Prozessoptimierung 
74 Integration 
Vorteile einer ERP/MES-Integration 
76 Internationalisierung 
Wie ERP-Systeme 
internationale Geschäftspro-zesse 
unterstützen 
79 Fertiger 
ERP für Einzel- und 
Auftragsfertiger 
4 Unser Kompetenz-Netzwerk 
Partner des 
Competence Books 
INHALT 
Competence Book - ERP 19
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
Delphi-Roundtable ERP 2020 
Commodity oder Zentrale für eine mobile, nutzerzentrierte 
und kollaborative Ökonomie? 
Auszug aus dem Roundtable mit Experten von Microsoft, PSIPENTA, Asseco, mesonic. COSMO Consult 
„Wir sind uns sicher, dass ERP 
auch weiterhin im Mittelpunkt 
des unternehmerischen IT-Ge-füges 
stehen wird“ - Patrick Siegmund 
Mobilität, Usability, Connectivity, Industrie 4.0, Enter-prise 
2.0, … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten ste-hen 
für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. 
Und wo steht das ERP-System in Zukunft bzw. wo sollte es im 
Jahr 2020 stehen? Das ist die zentrale Frage, die sich die VD-MA- 
Initiative ERP-2020 stellt und wir freuen uns, dass wir ge-meinsam 
und mit Unterstützung von Trovarit und dem RWTH 
Aachen /FIR führende Köpfe der Branche zur Zukunft des ERP 
befragen können. Dabei konnte bereits die Studie ERP-2020 
des FIR im Auftrag des VDMA zentrale Erkenntnisse durch die 
Befragung der Anwendung gewinnen und die auch wichtigs-ten 
Trends (Mobilität, Usaibility, Connectivity) identifizieren. 
In diesem Roundtable geht es daher darum, zusam-men 
mit den führenden Köpfen der Branche die-se 
Perspektiven zu vertiefen und zu konkretisieren! 
Bedeutung ERP-Systeme im Jahr 2020 - Commodity 
oder Zentrale? 
Mobilität, Usability, Connectivity, Kollaboration, Indust-rie 
4.0, Enterprise 2.0 … - eine Vielzahl von Begrifflichkei-ten 
stehen für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. 
Werden damit andere Systeme (z.B. CRM, Social Software) 
in den Mittelpunkt des Interesses rücken oder erfordert ge-rade 
eine mobile, nutzerzentrierte, vernetzte und kollabo-rative 
Ökonomie die Integration durch zentrale ERP-Syste-me 
mehr denn je? Wie wichtig ist also Ihrer Meinung nach 
das ERP-System der Zukunft („2020“)? 
Patrick Siegmund 
Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt 
des unternehmerischen IT-Gefüges stehen wird. Allerdings wer-den 
die Anforderungen an das ERP-System künftig weitaus an-spruchsvoller 
sein als dies bisher der Fall war. 
Gerade wirklich integrierte Systeme (z.B. ERP und CRM) werden 
mehr und mehr die Unternehmen erobern. Schon seit einigen 
Jahren zeichnet sich ab, dass Insellösungen immer häufiger durch 
integrierte Lösungen ersetzt werden. Denn nur Systeme, die auf 
ein- und dieselbe Datenbank zugreifen, können die notwendigen 
Informationen für den Anwender bedarfsgerecht zusammenstel-len 
- und zwar so, dass diese Informationen alle Unternehmens-und 
Geschäftsbereiche umfassen. 
Hier liegt eine wesentliche Herausforderung des ERP-Systems 
der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfüg-barkeit 
von Informationen. Umfangreiche Datenmengen müssen 
sich heute genauso wie in Zukunft jederzeit und an jedem Ort 
heranziehen sowie be- bzw. verarbeiten lassen, damit die Unter-nehmen 
sie sowohl für operative als auch für strategische Ent-scheidungen 
optimal nutzen können. 
Integrierte und zentrale ERP-Systeme werden künftig das Herz 
im Kreislauf der IT-Landschaft darstellen und damit weiterhin als 
zentrales Organ im Unternehmen fungieren. 
Uwe Bergmann 
Wichtige den je zuvor. Man kann jedoch das ERP System nicht 
einzeln betrachten, sondern nur als Teil einer ganzheitlichen 
Unternehmenssoftware. Das ERP System bildet dabei die Zen-trale 
in der die Unternehmensprozesse abgebildet werden. Was 
sich ändert ist die Art und Weise wie wir mit den Systemen ar-beiten 
oder wie wir auf Daten und Informationen zugreifen. ERP 
Systeme müssen sich stärker den Nutzern anpassen. Die Arbeits-welt 
wird mobiler, flexibler, individueller und internationaler, 
20 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
Zu Thorsten Reuper: 
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein be-sonders 
versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der 
weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unternehmen vor-weisen 
kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent 
verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktions-erweiterungen 
und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Soft-ware. 
Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar-beit 
mit Kunden und Interessenten realisiert werden. 
„ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE 
zentralen Steuerungseinheiten – insbeson-dere 
in mittelständischen Betrieben – sein.“ 
- Thorsten Reuper 
gleichzeitig wachsen die Datenmengen 
und die Komplexität von Prozessen und 
Zusammenhängen. Moderne Unterneh-menssoftware 
muss flexibel nutzbar, ein-fach 
bedienbar und auf verschieden End-geräten, 
überall verfügbar sein. 
Karl Tröger 
Die Frage nach der Bedeutung eines 
ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt 
sich nicht so einfach beantworten. Wer-den 
heutige Lösungen und zukunftsori-entierte 
Ansätze weitergedacht führt das 
unweigerlich zu einem anderen ERP-Be-griff 
als wir ihn heute kennen. 
Ich würde prognostizieren, dass es Sys-teme 
mit dem heutigen Zuschnitt gar 
nicht mehr geben wird. Vielleicht noch 
nicht im Jahr 2020. Doch schon heute 
haben wir Schwierigkeiten, die System-grenzen 
von ERP und MES und weiteren 
Bausteinen einer Unternehmenssoftware 
voneinander abzugrenzen. Die erwartete 
zunehmende Autonomie der Planungs-einheiten 
erfordert weiterentwickeltere 
Kommunikationslösungen zur Integrati-on 
dieser autonomen Einheiten. Meiner 
Meinung nach steht noch nicht fest, ob 
es eine zentrale oder viele miteinander 
kommunizierende Intelligenzen in den 
Unternehmen geben wird. 
Der ungebrochene Drang nach der Mobi-lisierung 
der Geschäftsprozesse führt zu 
einem neuen Verständnis insbesondere 
von Usability und Connectivity. Informa-tionen 
müssen sicher und jederzeit ver-fügbar 
sein und zielgenau dem Anwender 
präsentiert werden. 
Social Media Komponenten werden eine 
größere Rolle als heute spielen. Dabei 
geht es allerdings nicht um Informations-austausch 
wie wir ihn aus dem privaten 
Bereich kennen sondern um die Förde-rung 
der Zusammenarbeit von Menschen 
zur Lösung von Aufgabenstellungen im 
Produktionsumfeld. Die Konsolidierung 
und Verfügbarmachung von „gemein-schaftlichem“ 
Wissen steht ganz deutlich 
im Vordergrund. 
Thorsten Reuper 
Nachdem sich der Einsatz von Anwen-dungssoftware 
zur Unterstützung der 
Ressourcenplanung bereits in den ver-gangenen 
Jahren zu einem immer be-deutsamer 
werdenden Faktor für den Er-folg 
eines Unternehmens entwickelt hat, 
werden ERP-Systeme in der Zukunft DIE 
zentralen Steuerungseinheiten – insbe-sondere 
in mittelständischen Betrieben – 
sein. Der Trend – wie schon seit längerer 
Zeit zu beobachten – geht dabei klar zu 
zentralen, integriert arbeitenden Syste-men, 
die in der Lage sind, alle Unterneh-mensprozesse 
zu verknüpfen, zu steuern 
und entsprechend abzubilden. Insellö-sungen, 
die – zum Beispiel auf Basis von 
Webservices – nicht integriert werden 
können, werden dann zunehmend eine 
aussterbende Spezies darstellen. 
Frank Naujoks 
Wir sind auf den Weg in eine Appisie-rung 
der Anwendungs-Workloads. Ge-nehmigungen 
können via Smartphone 
erteilt werden, genauso wie Umsatzana- 
Competence Book - ERP 21
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
Zu Frank Naujoks: 
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und 
verantwortet als Produktmanager Microsoft Dynamics AX. 
Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, 
Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Dip-lom- 
Kaufmann der Universität zu Köln. 
lysen mal eben auf dem Tablet durchgeführt werden. Auch nur 
kurzfristig genutzte Apps werden programmiert, um bestimm-te, 
eher kleinteilige Aufgaben zu erfüllen. Aber idealerweise 
greifen die Apps auf eine einheitliche Datenbasis zurück – es 
müssen also keine Diskussionen mehr über den Ursprung der 
Datenquelle und deren Vertrauenswürdigkeit geführt werden, 
weil die Informationen für alle gleich sind. 
Die Aufgabe der Anbieter wird es sein, die Systeme so auszu-gestalten, 
dass das Zusammenspiel von unterschiedlichen 
Anwendungen einwandfrei funktioniert und das bspw. Apps 
schnell erstellt werden können. 
Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die 
Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich. 
ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Mobility und Usability! 
In der ERP-2020-Studie war ein Ergebnis besonders klar: 
ERP-Systeme müssen 2020 auf unterschiedlichen Endge-räten 
jederzeit und überall verfügbar sein und neue User 
Interfaces müssen sich an dieses neue mobile Arbeiten an-passen. 
Was sind für Sie die wichtigsten Entwicklungen, die das 
Thema Mobilität treiben, und was sind die wichtigsten mo-bilen 
Anwendungsszenarien und -prozesse, wenn wir Rich-tung 
2020 blicken? Welche Anforderungen ergeben sich 
dabei für die Usability? Werden wir z.B. mit den gleichen 
Werkzeugen wie im Privatbereich arbeiten (BYOD) und die 
Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne Schulung 
möglich sein? Was also bedeutet für Sie und ihr Unterneh-men 
die neue Nutzerzentrierung konkret? 
Thorsten Reuper 
Professionelle Mobilität wird zukünftig einen noch höheren 
Stellenwert einnehmen, als dies bereits heute der Fall ist. Sich 
immer stärker verändernde Arbeitswelten machen eine wach-sende 
Anpassung der Technologie sowohl innerhalb eines Un-ternehmens 
– etwa im Bereich mobiler Prozesssteuerung, Lager, 
Wareneingang (z.B. durch mobile Endgeräte) – als auch extern 
– etwa durch mobile Prozessfreigabe, Workflowsteuerung oder 
Informationstransfers – notwendig. 
Frank Naujoks 
Die Intelligenz der Systeme wird sich zunehmend unterhalb der 
Benutzeroberfläche abspielen – ganz schulungslos wird wahr-scheinlich 
ein Power-user nicht auskommen, aber eine Bedie-nungsvereinfachung 
ist die letzten Jahre schon deutlich zu beob-achten. 
Beispielsweise auch durch den Einsatz von Touch-Devices 
und Voice- oder Gestensteuerung. 
BYOD birgt die Gefahr der Security und Administrierbarkeit für 
die Unternehmen wieder ins Aufmerksamkeitsfeld zurück. Sup-portunterstützung 
ist auch ein Thema – hier werdena sich noch 
einzelne Modelle je nach Unternehmen herausbilden, was tole-riert 
wird und was nicht. 
Mobilität wird sehr stark getrieben durch Endgeräteverfügbar-keit, 
Netzabdeckung und Usability der Software / Apps. Hier ist 
HTML5 sicherlich das Mittel der Wahl, da die unterschiedlichen 
Devices und Betriebssysteme sonst zu teuer zu unterhalten sind. 
Zu berücksichtigen ist eine Anpassung bspw. der Zeilenabstände 
von Anwendungen , je nachdem ob es ein Laptop oder ein Tab-let 
/ Smartphone ist. Hier steigen die Anforderungen an die Pro-grammierer 
mit der Vielzahl der Gerätetypen deutlich an. 
Patrick Siegmund 
Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unterneh-men 
kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Be-reich 
bereits alle erdenklichen mobilen Geräte. Das ist einer von 
mehreren Gründen, warum das mobile Arbeiten Einzug in die 
Unternehmen erhalten hat und dies in Zukunft weiter verstärkt 
tun wird. 
Es wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit, über die mobilen 
Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten 
abzurufen, sondern auch Informationen zurückzugeben. Bereits 
heute sind die Anfänge, z.B. mit dem mobilen Erfassen von An- 
22 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
geboten und Aufträgen oder der Annahme und Abwicklung von 
Serviceaufträgen vor Ort, getan. Künftig jedoch werden Anwen-der 
alle erdenklichen Funktionalitäten einer integrierten Unter-nehmenslösung 
von ERP und CRM mobil nutzen wollen. Und 
genau das erfordert wiederum eine punktuelle und anwendero-rientierte 
Darstellung und Nutzung von Daten und Funktionen. 
Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben 
seinen Siegeszug antreten und das Notebook in absehbarer Zeit 
verdrängen wird. Eine klare Aufforderung an die ERP-Hersteller 
besteht darin, die mobilen Lösungen für diese Endgeräte derart 
benutzerfreundlich und selbsterklärend zu gestalten, dass für 
ihre Anwendung kein zusätzlicher Schulungsaufwand entsteht. 
Die Herausforderung liegt schon in der vorgelagerten Analyse 
und Organisation der ERP-Lösung, denn vorab muss die Daten-verfügbarkeit 
sowie der Prozessverlauf geklärt werden: Welche 
Daten und Funktionen stehen einem Anwender in welcher Form 
zur Verfügung? 
Für die sogenannten „Key-User“ der Fachabteilungen im Unter-nehmen, 
z.B. in der Buchhaltung oder der Auftragsverwaltung, 
werden aber sicher durch die immer komplexer werdenden An-wendungen 
gesonderte Schulungsmaßnahmen unumgänglich 
bleiben. 
Uwe Bergmann 
Der generelle Trend zum flexibleren und mobileren Arbeiten 
macht vor der Nut-zung von einem ERP-System nicht halt. Die 
Gesellschaft und das Nutzerverhalten verändern sich. Heute 
hat jeder bereits ein Smartphone oder ein Tablet, ausschließlich 
oder als Ergänzung zum PC oder Notebook. Selbstverständlich 
wird die Nutzungserfahrung im privaten Bereich die Erwartun-gen 
im geschäftlichen Bereich beeinflussen und umgekehrt. Die 
Bedingung der Systeme muss vor allem intuitiv und einfach sein. 
Mit unserem Leitbild „Business Software für Menschen“ stellen 
wir den Menschen in den Mittelpunkt, um Systeme zu schaffen 
die sich optimal an den Bedürfnissen und Rollen der Menschen 
orientieren die mit der Software arbeiten. 
Karl Tröger 
Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbedin-gungen 
für die genutzte Software werden sich mit der fortschreiten-den 
Definition und Umsetzung der Konzepte im Zusammenhang 
mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv ändern. Neue und 
mobile Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere 
Möglichkeiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch 
mit den beteiligten Menschen und genutzten Maschinen, möglich. 
Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größeren 
Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer Reduk-tion 
der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur Lösung der 
gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation von Informati-onen 
und Daten (Eingeweihte kennen den Unterschied) hängt von 
mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess und der Organisation, 
den gegebenen Hilfsmitteln und Werkzeugen, der zum aktuellen 
Zu Patrick Siegmund: 
Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick 
Siegmund familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor 
der 41-jährige 2011 ebenso beruflich zu mesonic stieß, 
war er u.a. für Unternehmen im Bereich ePayment, Cont-ent 
Providing sowie Rechtehandel tätig. 
Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in 
Deutschland steht Patrick Siegmund für die konsequen-te 
und zukunftsorientierte Weiterführung der mittlerweile 
30-jährigen mesonic-Tradition. 
Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem Standort und nicht zuletzt vom 
sozialen Umfeld. Gerade die sozialen Aspekte werden eine immer 
größere Rolle spielen. Die Förderung der Zusammenarbeit der 
Menschen im Produktionsprozess und das Teilen von Wissen zur 
Lösung der Aufgaben wird eine massive Steigerung der Effizienz 
mit sich bringen. 
Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interakti-onsschnittstelle 
stellt eine wichtige Komponente dar. Es muss 
zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa-ces 
zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi-vidualität 
(Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss 
aufgelöst werden. ERP- und MES-Systeme müssen zukünftig als 
Assistenzsystem und Tutor der Anwender zu verstehen. 
Competence Book - ERP 23
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
und wie unterstützen Sie 
die Zunahme an Kommunikation und 
Kollaboration innerhalb von und zwi-schen 
Unternehmen? 
Uwe Bergmann 
Als Microsoft Dynamics Partner verfügen 
wir nicht nur über die ERP Funktionali-täten 
sondern über das gesamte Lösungs-portfolio 
von Microsoft. Die Integration 
von Microsoft Office, Exchange, Share- 
Point sowie Power BI oder auch Office 
365 in das ERP System bietet bereits 
heute die Möglichkeit mit strukturierten 
und unstrukturierten Daten in flexiblen 
Teams zu arbeiten. Die integrierten Ge-samtlösungen 
sind zudem in der Cloud 
verfügbar. 
Karl Tröger 
Die innerbetriebliche und unternehmen-sübergreifende 
Kollaboration sind seit 
langer Zeit die Top-Themen bei der Im-plementierung 
von ERP- und MES-Sys-temen. 
Die mit der zunehmenden Ar-beitsteilung 
einhergehende Zerlegung 
klassischer Wertschöpfungsketten erfor-dert 
effiziente Methoden der Zusammen-arbeit. 
Die steigende Vorleistungsquote 
im Verhältnis zur eigenen Wertschöp-fung 
in der deutschen Industrie belegt 
diesen Trend. 
PSIPENTA unterstützt beide Formen 
der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit 
Kunden erarbeitet und ständig weiter 
verfeinert bietet PSIPENTA eine konfigu-rierbare 
Mehrwerksteuerung an. Das Ge-samtunternehmen 
kann so als logistische 
Einheit aus einem Guss agieren. Wesent-liche 
Stammdaten (Master Data) stehen 
jederzeit und ohne aufwändige Synchro-nisationsvorgänge 
allen Einheiten zur 
Verfügung. Vorkonfigurierte Prozesse 
erleichtern die Einbindung neuer Stand-orte 
in das interne Wertschöpfungsnetz-werk. 
Das zentrale Systemkonzept erlei-chert 
zudem die Administration. 
Die unternehmensübergreifende Kolla-boration 
wird auf unterschiedliche Weise 
unterstützt. Zum Einen sind besonders 
in der Automobilindustrie etablierte 
und standardisierte Kommunikations-wege 
und Protokolle verfügbar (EDI). 
Zum Anderen steht mit der myOpenfac-tory- 
Plattform eine weitere Lösung zur 
unternehmensübergreifenden Kommu-nikation 
zur Verfügung. Viele der füh-renden 
ERP-Systeme bieten Adapter zur 
Verbindung mit der Plattform an. Dar-über 
hinaus kann myOpenFactory viele 
Standardformate (z.B. openTrans, EAN-COM, 
OCI, …) verarbeiten. 
All diese Möglichkeiten werden in Zu-kunft 
nicht mehr ausreichen, um den 
Anforderungen der Industrie zu genügen. 
Zunehmende Autonomie und kleiner 
werdende Planungseinheiten erfordern 
noch flexiblere Gestaltungsmöglichkei-ten 
der Wertschöpfungsketten. Die dy-namische 
Zusammenarbeit in wechseln-den 
Wertschöpfungsnetzwerken (eine 
der Grundideen im Zusammenhang mit 
Industrie 4.0) benötigt andere Lösungen 
Zum Autor Karl M. Tröger: 
Karl Tröger, Leiter Product Marketing, verantwortet die strategische Ausrichtung 
des Produktportfolios bei der PSI AG. Auf Basis seiner nationalen und internatio-nalen 
Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwischen 
Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-Engineering dar. Seine Erfahrun-gen 
sammelte er als Senior Product Engineer bei einem kanadisch-israelischen 
Konzern, als IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwicklung für 
ERP-Lösungen innerhalb der PSI AG. 
Aktuell arbeitet die PSIPENTA an einer 
komplett neuen Oberfläche und einem 
modernen Interaktionsdesign. Im Vor-dergrund 
stehen dabei die Vereinfachung 
der Nutzung und die deutlich erleichterte 
Personalisierung. Die strenge Orientie-rung 
an Aufgaben und Prozessen soll die 
Effizienz bei der Bedienung der Systeme 
nachhaltig steigern. In Zusammenarbeit 
mit der Usergroup werden Prozessanaly-sen 
durchgeführt. Das Ziel dieser Analy-sen 
ist die Ermittlung von Best Practices 
für unterschiedliche Branchen und Fer-tigungstypologien. 
Diese Best Practices 
fließen in das visuelle und das Interakti-onsdesign 
ein. 
ERP-Trends/Treiber bis 2020 – 
Connectivity, Daten und Kollabora-tion! 
Die ERP-2020-Studie zeigte auch, dass 
ERP-Anwender eine Konnektivität im 
doppelten Sinne erwarten. Zum einen 
ist die Daten-/Informations-Konnek-tivität 
im Sinne einer umfassenden 
Informationsverfügbarkeit wesentlich. 
Zum anderen erfordert die „neue“ Öko-nomie 
auch ein mehr an Kommunika-tion 
und Kollaboration. 
Auch diese Anwender-Anforderungen 
erfordern konkrete Lösungskonzepte 
der ERP-Anbieter. Wie gelingt die All-und 
Jederzeit-Verfügbarkeit von (zum 
Teil sicher auch unstrukturierten) In-formationen 
24 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
zur Unterstützung der Zusammenarbeit. 
Die Synchronisation aller (ggf. temporär) 
beteiligten Parteien in diesen Netzwer-ken 
hinsichtlich technologischer und 
kommerzieller Informationen in Echtzeit 
wird einer der wesentlichen Faktoren für 
den Erfolg dieser Konzepte sein. Zur Lö-sung 
dieser Aufgabenstellungen werden 
neue bzw. weiterentwickelte Kommuni-kationsmöglichkeiten 
benötigt. Cloud 
Computing kann dabei die Integration 
und Synchronisation technologisch un-terstützen. 
Insofern geht es nicht nur 
um Connectivity an sich sondern zuneh-mend 
um Konzepte zur Steigerung der 
„Kollaborations-Produktivität“. 
Thorsten Reuper 
Um die Aufgabenstellung „Kommunikati-on 
und Kollaboration“ zufriedenstellend 
auszuführen, bedarf es auch zukünftig 
eines noch umfangreicheren Datenaus-tausches 
zwischen den Unternehmen, 
wie z.B. zwischen Kunde und Lieferant. 
Wir unterstützen und verfügen hier über 
eigene Lösungen – und dies in Verbin-dung 
mit Unternehmen, die sich auf das 
Routing und Mapping zwischen Kun-de 
und Lieferant (Bestellung/Auftrag) 
spezialisiert haben. Innerhalb eines Un-ternehmens 
werden Werk-zu-Werk-Be-ziehungen 
ebenfalls durch unsere Stan-dardfunktionen 
unterstützt. 
Frank Naujoks 
Cloud und Big Data sind da sicherlich die 
Treiber für eine Vernetzung und Sicht-barmachung 
von Zusammenhängen. 
Yammer bietet sich als Kommunikations-plattform 
innerhalb des Unternehmens 
und in geschlossenen Communities an, 
Microsoft Social Listening bringt die 
Meinung außerhalb des Unternehmens 
nach innen. Die Kunst wird es sein, aus 
all den Informationssilos ein Gesamtbild 
zusammenzusetzen. Hinzu kommen 
dann noch Integrationspunkte in die Of-fice 
Welt, Mail, aber auch die Einbindung 
von Geodaten, Wetter etc. 
Hinzu kommen, bspw. aus Daten-schutz- 
Gründen, Private Cloud-Anfor-derungen 
zur Kommunikation innerhalb 
und außerhalb des Unternehmens. 
Dieser Konnektivitäts-Entwicklung kann 
sich kein Anbieter entziehen – es bleibt 
die Frage, ob für den Anwender daraus 
ein Technologie-Zoo entsteht oder eine 
möglichst homogene Applikationsland-schaft. 
Hier wird es aus Anbietersicht 
noch Konsolidierungswellen geben. 
Patrick Siegmund 
Für eine All- und Jederzeit-Verfügbarkeit 
müssen mobile Geräte wie Smartphones 
und Tablets durchgängig Einzug im Un-ternehmen 
erhalten, denn sie gewähr-leisten 
die Konnektivität. Voraussetzung 
hierfür ist jedoch die mobile Nutzbarkeit 
der ERP-Systeme, sei es durch brows-erbasierte 
Oberflächen – wie wir sie für 
unsere WinLine-Programme bereits seit 
geraumer Zeit anbieten - oder aber in 
Zukunft durch echte App-Anwendun-gen. 
Dabei sind verschiedene Varianten 
vorstellbar, z.B. eine App je Unterneh-mensbereich 
bzw. Funktionsbereich der 
ERP-Lösung oder auch die Umsetzung 
rein rollenbasierter Apps. In einigen Teil-bereichen 
haben wir die echte mobile 
Nutzbarkeit unserer Business-Software 
bereits umgesetzt, weitere werden folgen. 
Die Kommunikation innerhalb der Un-ternehmen 
ist mit modernen ERP-Lö-sungen 
(idealerweise mit integrierten 
CRM-Funktionen) bereits heute möglich. 
Wir realisieren dies in unseren Program-men 
durch die eigenständige Umsetzung 
individueller Unternehmensprozesse 
mit Hilfe eines integrierten Tools für das 
Workflowmanagement. Damit kann ein 
durchgängiger Kommunikationsfluss, 
z.B. durch die automatisierte Weitergabe 
von Informationen und Daten, erreicht 
werden - sowohl innerbetrieblich als 
auch im Austausch mit anderen Unter-nehmen. 
Man denke hierbei nur an typi-sche 
Abläufe bei der Serviceabwicklung 
oder an die Weiterleitung von Belegvor-gängen 
wie Aufträge und Rechnungen. 
Auch eine Kommunikation über social 
media-Kanäle sollte nicht unterschätzt 
werden. Die „Generation Y“ nutzt die-se 
Medien heute bereits stark im priva-ten 
Bereich, so dass davon ausgegangen 
werden kann, dass die Bedeutung dieser 
Medien auch für die geschäftliche Kom-munikation 
zunehmen wird. Aus diesem 
Grund ist eine Integration von Social-Me-dia 
in unsere WinLine ERP-Programme 
vorgesehen. 
ERP-Funktionen und Architekturen 
für das Jahr 2020?! 
Neben den bisher genannten nichtfunk-tionalen 
Anforderungen an ERP-Sys-teme 
der Zukunft (Mobility, Usability, 
Connectivity) werden sich potenziell bis 
2020 aber auch die Planungslogik und 
die Systemarchitektur der Systeme wei-terentwickeln. 
Welche Veränderungen erwarten Sie 
persönlich noch im Bereich Ressourcen-planung 
und Systemarchitektur? Bleibt 
alles im wesentlich planersich beim Al-ten? 
Werden ERP-Systeme mehr oder 
weniger an Planung in einer kollabora- 
„Die innerbetriebliche und unternehmensübergreifende Kollabora-tion 
sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Implementierung 
von ERP- und MES-Systemen.“ - Karl Tröger 
Competence Book - ERP 25
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
tiven Planungs-Architektur übernehmen? Welche Rolle spielt 
der Mensch in diesen Szenarien? Und wie gelingt die archi-tektonische 
Zukunftsfähigkeit am besten? Setzen wir auf 
das eine integrierte Gesamtsystem oder die prozessvernetzte 
Multi-System-Landschaft? 
Frank Naujoks 
Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob 
er die Systeme on-Premise oder On-Demand oder teils-teils be-treiben 
wird. Diese Wahlfreihet wird in den nächsten Jahren die 
Diskussion bei der Entscheidung für die IT-Ökosysteme domi-nieren 
und bringt dem Kunden die Freiheit, nach Bedarf seine 
Entscheidungen zu treffen und auch zu ändern. 
Planungskomponenten werden durch predictive Analytics Sys-teme 
immer weiter die Anwendungen erobern. Dabei wird die 
Intelligenz zunehmend hinter die Benutzeroberfläche verlagert 
– und die Anforderungen an den normalen Anwender werden 
sinken. Umgekehrt werden die Anforderungen an bestimmte 
Personenkreise immer höher werden – die für die Intelligenz 
der Systeme zu sorgen haben. 
Patrick Siegmund 
Für uns ist ein ganz klarer Trend erkennbar: Das ERP der Zu-kunft 
wird ein hochintegriertes Gesamtsystem sein, das anwen-derorientiert 
ausgerichtet ist und über eine hohes Maß und 
Flexibilität und Mobilität verfügt. Dabei werden künftig nicht 
nur die bisher als üblich verstandenen Unternehmensressour-cen, 
wie z.B. Adressen, Produkte, Mitarbeiter und Maschinen 
im ERP-System vorgehalten. Flexibel gestaltbare Anwendungen 
und Prozesse ermöglichen es den Unternehmen, alle erdenkli-chen 
Ressourcen zu verwalten, zu planen und entsprechende 
Prozesse zu automatisieren. Als Beispiele seien hier unter ande-rem 
die Organisation von Verträgen, Räumlichkeiten oder des 
Fuhrparks genannt. Und dies alles mit dem Ziel, mit Hilfe einer 
zentralen Verwaltung und einer optimierten Prozessautomati-sierung 
sowohl erhebliche Einsparungen in Bezug auf den Zeit-und 
Kostenaufwand als auch Umsatzsteigerungen zu erzielen. 
Dabei ist jedoch immer zu bedenken, dass die immer umfang-reicher 
und komplexer werdenden Systeme für den Einzelnen 
auch anwendbar bleiben. Dies kann durch eine Optimierung 
und Automatisierung der Prozessorganisation sowie durch die 
punktuell und anwenderspezifische Bereitstellung von Teilbe-reichen 
oder sogar nur einzelnen Funktionen einer ERP-Kom-plettlösung 
realisiert werden. 
Ebenso wichtig wird es sein, unabhängig vom Ort und einge-setzten 
Device (Desktop, Tablet, Smartphone und künftige 
Endgeräte), Zugriff auf alle Anwendungsbereiche zu haben. Um 
dies zu gewährleisten, glauben wir, dass sich als Standard der 
Zukunft die Weiterentwicklung von HTML5 herauskristallisie-ren 
wird. 
Thorsten Reuper 
Das ERP-System wird zukünftig wie auch heute schon als der 
„große Ressourcenvorhalter und -planer“ agieren. Jedoch wer-den 
zukünftig vermehrt die flexiblen APS/MES-Systeme hier 
für eine Planungs- und Steuerungshoheit verantwortlich sein 
und dies natürlich prozessvernetzt mit dem ERP-System. Daher 
kann man bei einer guten Integration dieser Komponenten auch 
beruhigt von einem „integrierten Gesamtsystem“ sprechen. Ich 
selbst sehe den Mensch zukünftig unter ERP 2020 noch aktiver 
als „Bediener“ und „Kontrolleur“. 
Karl Tröger 
Agile Produktionssysteme erfordern in gleichem Maße agile 
Softwaresysteme zur Planung, Simulation und Steuerung der 
Herstellungsprozesse (Internet der Services). Heutige zent-ralistisch 
geprägte Konzepte werden mit der fortschreitenden 
Entwicklung der CPS durch smarte und hochauflösende de-zentrale 
Systeme ersetzt (werden müssen). Die vorherige Si-mulation 
von Produktionssituationen und die Ableitung von 
optimierten Szenarios in mehr und mehr autonomen Einheiten 
wird eine Steigerung der Effizienz zukünftiger Produktionspro-zesse 
bewirken. Die produktionsnahe IT wird mit der Automa-tisierungsebene 
verschmelzen. 
Hochauflösende Produktionsregelungssysteme benutzen rie-sige 
Datenmengen von hochentwickelten Sensoren zur Be-urteilung 
der tatsächlichen Situation. Die Daten und daraus 
gewonnen Informationen müssen unter Berücksichtigung des 
gegebenen Kontext aufbereitet werden und dienen der zielge-richteten 
Beeinflussung der aktuellen Produktionsparameter. 
Es geht nicht mehr nur um die Etablierung eines Berichtswe-sens 
und die Beurteilung einer Situation quasi „post mortem“. 
Die erhobenen Daten (Big Data) steuern den Prozess und un-terstützen 
bei der Ausregelung von Störungen in Echtzeit. 
Meiner Auffassung nach wird es kein integriertes Gesamtsystem 
geben. Die Landschaft wird genauso komplex bleiben wie sie 
heute ist oder sogar komplexer werden. Neue Aufgabenstellun-gen 
erfordern neue oder weiterentwickelte Lösungsbausteine. 
Die Integration aller Systeme oder Lösungsbausteine bekommt 
in diesem Zusammenhang einen ganz anderen Stellenwert. 
Der Mensch wird nicht verdrängt, ganz im Gegenteil – seine Be-dürfnisse 
müssen in Zukunft viel stärker bei der Planung von 
Unternehmen berücksichtigt werden. Das Eco-System „Indust-rie 
4.0“ besteht eben nicht nur aus „Smart factories“ und intel-ligenten 
die Produktion steuernden Produkten mit Gedächtnis. 
Es geht darum, den Menschen hochwertige und kreative Arbeit 
verrichten zu lassen und ihm die Möglichkeit zur Ausbalancie-rung 
des Lebens zwischen Arbeit und Freizeit zu geben. Genau-so 
flexibel wie die von Menschen beherrschten Produktionssys-teme 
der Zukunft. 
26 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - VIRTUAL ROUNDTABLE 
Uwe Bergmann 
Diese nichtfunktionalen Anforderungen 
haben natürlich auch einen direkten Effekt 
auf die funktionalen Anforderungen und 
die Systemarchitektur. Wenn Ressourcen 
mobiler, flexibler und internationaler ein-gesetzt 
werden oder auch verfügbar sind, 
hat dies auch einen Einfluss auf die Planung 
von Ressourcen. ERP Systeme der Zukunft 
müssen intelligente Lösungen zur Optimie-rung 
des Ressourceneinsatzes schaffen. Bei 
der Systemarchitektur besteht die gleiche 
Herausforderung. Systeme müssen überall 
verfügbar und skalierbar sein um den Men-schen 
in Ihren Rollen, Aufgaben und Ent-scheidungen 
eine optimale Unterstützung 
zu bieten. 
Zu Uwe Bergmann: 
Geschäftsführer COSMO CONSULT GmbH und Vorstandsvorsitzender der 
COSMO CONSULT AG 
„Wir Schaffen Software-Lösungen die 
dem Menschen bei seiner täglichen 
Arbeit optimal unterstützt.“ - Uwe Bergmann 
Competence Book - ERP 27
GRUNDLAGEN - ERP 2020-INITIATIVE 
Die ERP 2020-Initiative des VDMA – 
Zukunftsfähige ERP-Lösungen durch den Dialog von Anbieter 
und Anwendern 
Autor: Volker Schnittler, Fachreferent kaufmännische Unternehmenssoftware, VDMA - Informatik 
Seit fast 40 Jahren begleitet und berät der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagen-bau 
e.V.) seine Mitgliedsunternehmen bei der Auswahl und Einführung von PPS und ERP. Der 
Fachverband Software im VDMA ist mit über 340 Mitgliedsunternehmen aus der IT-Branche die 
Nummer 2 in Deutschland. Rund 70 dieser Mitgliedsunternehmen befassen sich in ihren Produk-ten 
und Dienstleistungen mit ERP. Dabei profitieren die Mitgliedsunternehmen des VDMA davon, 
dass sich im Verband Anwender und Anbieter von IT-Lösungen gegenüberstehen. Vor diesem Hin-tergrund 
hat der VDMA die Kampagne ERP-2020 gestartet, um auch für ERP-Systeme den Dialog 
zwischen IT-Anbietern und -Anwendern zum beidseitigen Nutzen zu fördern. Wir freuen uns sehr, 
dass Volker Schnittler, Fachreferent beim VDMA und Koordinator der Kampagne ERP-2020, uns 
kompetent Auskunft über die Kampagne und die Zukunft der ERP-Systeme gibt! 
Der Fachverband Software im 
VDMA vorgestellt 
Wenige wissen, dass der Fachverband 
Software die Nummer 2 bei den Soft-wareverbänden 
in Deutschland ist. 
Tatsächlich versammelt der VDMA 
(Verband Deutscher Maschinen- und 
Anlagenbau e.V.) in seinem Fachver-band 
Software über 340 der wichtigs-ten 
IT-Unternehmen Deutschlands 
und profitiert zusätzlich vor allem da-von, 
dass sich im Verband Anwender 
und Anbieter von IT-Lösungen gegen-überstehen. 
Wie kam es zur Gründung des Fach-verbands 
Software im VDMA? Was 
erwarten Ihre Mitglieder vom Fachver-band? 
Was sind aktuell Ihre wichtigs-ten 
Aktivitäten? 
Volker Schnittler: 
Der Fachverband Software wurde vor über 
einem Jahrzehnt gegründet. Hintergrund 
war die Erkenntnis, dass sich der Maschi-nen- 
und Anlagenbau auch mit seinen 
wichtigen Komponenten- und Dienstleis-tungszulieferern 
vernetzen muss. Dazu 
gehören neben den Lieferanten von Au-tomatisierungskomponenten 
natürlich 
auch die Lieferanten von Softwarelösun-gen. 
Da heute weder Maschinen noch 
Geschäftsprozesse in Unternehmen ohne 
die permanente Unterstützung von Soft-ware 
denkbar sind, reicht die Palette von 
Mitgliedsunternehmen im Fachverband 
Software natürlich von Anbietern von 
Steuerungssoftware bis hin zur Anwen-dungssoftware. 
Je nach Ausprägung dieses Softwareange-bots 
entwickelt sich hierbei ein partner-schaftlicher 
und nutzenorientierter Dia-log 
zwischen Anwendern und Anbietern 
der jeweiligen Softwarelösungen. Somit 
sehen wir es als die wichtigste Aufgabe an, 
für diesen Dialog eine Plattform zu lie-fern, 
auf der sich Anwender und Anbieter 
begegnen und zum beiderseitigen Nutzen 
austauschen können. 
28 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN- ERP 2020-INITIATIVE 
VDMA-Initiative ERP 2020 
Sie haben im vergangenen Jahr die 
Kampagne ERP-2020 gestartet. Wel-che 
Unternehmen beteiligen sich am 
Dialog zwischen Anwendern und An-bietern? 
Was sind die Ziele dieser Kam-pagne 
und welche Maßnahmen konn-ten 
bereits realisiert werden? 
Volker Schnittler: 
Es sind natürlich vor allem die rund 70 
Mitgliedsunternehmen im Fachverband 
Software, die Produkte und Dienstleistun-gen 
rund um ERP anbieten. Auf der ande-ren 
Seite aber genauso die Anwender von 
ERP. Der VDMA unterstützt ja bereits seit 
fast vier Jahrzehnten seine Mitgliedsunter-nehmen 
bei der Systemauswahl, zunächst 
bei PPS und heute natürlich bei ERP. 
Wenn Sie sich vor Augen führen, dass wir 
die IT-Leiter aus rund 150 Unternehmen 
in einem Fachkreis Infortmatik informell 
organisiert haben oder dass durchschnitt-lich 
einmal pro Woche eine Anfrage eines 
Mitgliedsunternehmens bezüglich einer 
ERP-Auswahl bei mir eingeht, können Sie 
sich ein Bild vom Potential diese Themas 
machen. 
ERP ist in den Unternehmen des Ma-schinen- 
und Anlagenbaus zur Selbstver-ständlichkeit 
geworden. Eine Commodi-ty 
wie der Strom, der aus der Steckdose 
kommt. Es ist jedoch eine Commodity mit 
viel Potential, die sich ständig verändert 
und verbessert. 
Weil ERP so selbstverständlich genutzt, 
aber als unverzichtbares Rückgrat sämt-licher 
kaufmännischer Geschäftspro-zesse 
heute im Unternehmen so wenig 
im Bewusstsein ist und sich gleichzeitig 
nachhaltig und umfangreich verändern 
muss und wird, haben wir im VDMA die 
Kampagne ERP 2020 gestartet. Wir wol-len 
Potentiale und Möglichkeiten zu noch 
intensiverer Nutzung für höheren Un-ternehmenserfolg 
genauso aufzeigen wie 
zukünftige Anforderungen der Nutzer aus 
unserer Branche, dem Maschinen- und 
Anlagenbau, um die Hersteller der Syste-me 
zu motivieren, diese zum Nutzen der 
Anwender weiter zu entwickeln. 
Wir haben in den vergangenen Tagen intensive und sehr interessante Gespräche zu ei-nem 
nachhaltigen Engagement auf der CeBIT geführt. Dabei haben wir folgende Vor-stellungen 
für die kommende CeBIT entwickelt: 
• Der VDMA wird auf der CeBIT mit einem Informationsstand vertreten sein. 
• Wir werden weiterhin versuchen, einen Gemeinschaftsstand für Mitgliedsunter-nehmen 
auf der CeBIT zu organisieren. Voraussetzung dafür ist, dass wir mindes-tens 
6 interessierte Mitgliedsunternehmen finden. 
• Wir werden das gesamte ERP Forum, das von Trovarit organisiert und betrieben 
wird unter dem Titel „ERP 2020“ fahren. 
• Inhaltlich werden wir Anbieter einladen, zu Ihrer Roadmap ERP 2020 usability, mo-bility 
und connectivity auf dem ERP 2020 Forum Stellung zu nehmen. Dazu stehen 
wir in diesem Zusammenhang für alle Anbieter offen, natürlich auch für diejenigen, 
welche ihre Systeme in anderen Branchen als dem Maschinen- und Anlagenbau 
anbieten. 
• Wir planen außerdem „ERP 2020 Guided Tours“, die sich auch auf die oben genann-ten 
Themen beziehen sollen und den Messebesuchern einen Einblick verschaffen 
sollen, was die Anbieter bereits hinsichtlich usability, mobility und connectivity 
zeigen können. 
• Wir wollen die ERP-Anbieter, die wir erreichen und die auf die CeBIT gehen wol-len, 
thematisch eng einbinden und dazu zu einem „Task Force“ Termin zum VDMA 
nach Frankfurt einladen. 
• Wir werden mit den CeBIT Studio Mittelstand abstimmen, wie wir die Themen, 
die wir im Zusammenhang mit ERP 2020 diskutieren, auch auf dieser Plattform 
anbieten können. 
Zum Autor Volker Schnittler: 
Seit Oktober 2001 ist Volker 
Schnittler als Referent für kauf-männische 
Unternehmenssoft-ware 
wie ERP, PPS, MES und 
Variantenkonfigurationslösun-gen 
bei der Abteilung Informa-tik 
des VDMA beschäftigt. Dort 
leitet er u. a. auch den PPS-An-wender/ 
Anbieter-Dialog und ist 
Mitglied im Forschungsbeirat 
des fir (Aachen). 
Competence Book - ERP 29
GRUNDLAGEN - ERP 2020-INITIATIVE 
Ergebnisse der Umfrage ERP-2020? 
U.a. wurde eine Umfrage bei Anwendern und Anbietern zum 
Thema ERP-2020 gestartet. Drei Themen-Schwerpunkte 
haben sich dabei heraus kristallisiert. Können Sie diese The-men- 
Schwerpunkte skizzieren? Was sind die Treiber hinter 
diesen Themen/ Trends? Wie gut sind die ERP-Anbieter auf 
diese Themen vorbereitet? 
Volker Schnittler: 
In der Tat haben wir drei Schwerpunktthemen aus unseren Be-fragungen 
identifiziert, die eng miteinander zusammen hängen 
und die wir als erstes adressiert haben. Es handelt sich hierbei 
um die Themen mobility, usability und connectivity. Dabei ist die 
Mobilität, das ortsungebundene Arbeiten, das für immer mehr 
Mitarbeiter aus Unternehmen maßgeblich wird, natürlich der 
Treiber. Nicht nur der Vertrieb und der Service arbeiten heute au-ßerhalb 
des Unternehmens, auch viele Mitarbeiterinnen, die sich 
vorübergehend für eine Verlagerung ihres Lebensmittelpunktes 
in Richtung der Familie entscheiden, wollen und müssen wir mit 
ihrer Kompetenz für unsere Unternehmen erhalten. Also müssen 
diese Möglichkeiten erhalten bleiben, um auch von externer Stel-le 
weiterhin zum Erfolg der Untenehmen beitragen zu können. 
Mit der Mobilität kommen natürlich moderne Endgeräte ins 
Spiel, die sich von ihrer Oberflächengestaltung und Ergonomie 
an ganz anderen Maßstäben orientieren als die Windows orien-tierte 
Vorgängergeneration. Durch die Verfügbarkeit von Smart-phones 
und Tablets und den dadurch erzeugten Marktdruck 
kommen die Hersteller von ERP an diesen Tendenzen natürlich 
nicht mehr vorbei. 
Schließlich ist da noch das Thema der connectivity, der Mögich-keit 
sich überall und jederzeit mit den Unternehmensoftwaresys-temen 
verbinden zu können. Ohne diese Möglichkeit macht Mo-bilität 
wenig Sinn. 
Wir konnten auf einer Veranstaltung, auf der die führenden Her-steller 
von ERP ihre Entwicklungsroadmap zu diesen Themen 
beim VDMA vorgestellt haben, durchaus beobachten, dass die 
Anbieter da bislang unterschiedlich weit gekommen sind. Wich-tiger 
war jedoch, dass sie alle die richtige Roadmap im Kopf ha-ben 
und die Entwicklungstendenzen richtig deuten. 
Pläne ERP-2020 für 2014? 
Im Jahr 2014 planen Sie eine Vielzahl von Maßnahmen, u.a. 
eine Hausmesse, bei der ERP-Anbieter konkrete Lösungs-anforderungen 
umsetzen müssen. Zudem sind Sie auf den 
wichtigen IT-Messen präsent. Was ist dort jeweils im Detail 
geplant? 
Volker Schnittler: 
Auf unserer ERP 2020 Hausmesse, die am 14. Mai 2014 in Flörs-heim 
bei Frankfurt stattfindet, werden wir an ein bewährtes 
Veranstaltungsformat anknüpfen. Dies besteht darin, dass alle 
vertretenen Anbieter eine Aufgabenstellung vorgegeben bekom-men, 
die sie dann auf ihren Messeständen mit ihren Software-lösungen 
abbilden müssen. In diesem Jahr wird das ein Szenario 
aus dem Bereich Servicemanagement sein, das unsere Themen 
mobility, usability und connectivity genauso adressiert wie zahl-reiche 
funktionale Verbesserungen im Serviceprozess. Die Besu-cher 
der Hausmesse kennen dieses Szenario und können so die 
Systeme gut miteinander vergleichen und sich über die jeweilige 
Lösungsphilosophie den gezeigten Produkten annähern. 
Neben unserer eigenen ERP 2020 Hausmesse werden wir noch 
auf der CeBIT vertreten sein. Was wir dort planen, habe ich weiter 
oben beschrieben. Auf der Hannover Messe sind wir ideeller Trä-ger 
der Leitmesse Digital Factory und betreiben seit vielen Jahren 
einen Gemeinschaftsstand für die Mitgliedsunternehmen des 
Fachverbandes Software. Ein weiteres Highlight ist unsere 2-tä-gige 
Tagung zu MES, die wir im Auftrag der Messe gemeinsam 
mit dem VDI, NAMUR und dem ZVEI ausrichten. Auch mit den 
Aachener ERP-Tagen des FIR gibt es eine jahrelange Zusammen-arbeit. 
Dort bieten wir eine Erfahrungsaustauschveranstaltung 
zu Lösungen aus dem Variantenmanagement für Mitgliedsun-ternehmen 
des VDMA und Unternehmen aus dem Cluster Pro-duktion 
in NRW an. Auf der Messe IT & Business, deren ideeller 
Träger ebenfalls der Fachverband Software ist, werden wir unter 
anderem unseren traditionellen VDMA IT-Leiter Treff anbieten, 
sowie unsere Business Intelligence Tagung und eine Veranstal-tung 
rund um CRM. 
„ERP ist in den Unternehmen des Maschinen- und 
Anlagenbaus zur Selbstverständlichkeit geworden. 
[...] Es ist jedoch eine Commodity mit viel Potential, 
die sich ständig verändert und verbessert“ - Volker Schnittler 
30 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - THESEN FÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 
ERP 2020 - 21 Thesen 
für das ERP der Zukunft 
Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „ERP 2020 – Roadmap in die Zukunft“ des Verbands 
Deutscher Maschinen‐ und Anlagenbau e.V. (VDMA), der Trovarit AG und des FIR an der 
RWTH Aachen, sollen zukünftige Entwicklungen und Trends im Bereich ERP‐Systeme, 
Enterprise-Resource-Planning, untersucht, in Zusammenarbeit mit der Industrie validiert 
und anschließend publiziert werden. Hierbei stehen der Nutzen und das Potenzial dieser 
Softwarelösungen im Betrachtungsfokus. 
AUTOREN: Dipl.-Wirt.-Ing. Dennis Schiemann, Aachen und Dominik Frey M.Sc., Aachen 
Aus der gemeinsamen Betrachtung der vierten industriel-len 
Revolution und der globalen wachsenden Relevanz 
von ERP-Systemen resultiert die Notwendigkeit die Ent-wicklung 
dieser Branche in den kommenden Jahren zu beleuch-ten. 
Das Ergebnis einer Roadmap in die Zukunft bis zum Jahr 
Diese kennzeichnet sich durch eine Auswahl an Themenberei-chen, 
welche die Schnittmenge aus Industrie 4.0 und dem ERP-Markt 
bilden, dargestellt in Abbildung 1. Neben einer Identifi-kation 
der relevanten Themenbereiche des ERP-Marktes durch 
Erfahrungskompetenz der drei Expertenhäuser erfolgte die um-fragebasierte 
Validierung durch Anwender und Anbieter unter 
anderem auf den Aachener ERP-Tagen. Ein Anwender-Anbieter 
Dialog bildete beim VDMA in Frankfurt einen zentralen Teil des 
Vorhabens ab. Die Themenbereiche definieren sich wie folgt: 
Mobility wird verstanden als die Fähigkeit jederzeit, überall und 
mit jedem beliebigen Gerät auf Applikationen und Informatio-nen 
einer Unternehmenssoftware zugreifen zu können. 
Connectivity ist die Fähigkeit von ERP, mit unterschiedlichen 
Systemen über Schnittstellen zu kommunizieren. 
Collaboration steht für die Zusammenarbeit und Kommunika-tion 
von Menschen und Organisationen über Grenzen, Systeme, 
Zeitzonen und geographische Entfernungen hinweg. 
Funktionalität und Anpassbarkeit bietet anforderungsge-rechte 
Methoden und Verfahren für die Lösung volatiler Anfor-derungen 
sowie der Veränderung von Geschäftsprozesslogik in 
den Unternehmenssoftwaresystemen. 
Ressourcenplanung beinhaltet die autonome Entscheidungs-findung 
unter der Bedingung schwindender Ressourcenverfüg-barkeit 
Dienstleistungsmethoden und –qualität zeichnet sich durch 
messbare Qualitätsstandards und nachvollziehbare Nutzen-bewertung 
sowie standardisierte Leistungsverzeichnisse für 
ERP-Dienstleistungen aus. 
Usability umfasst die Handhabbarkeit, die Benutzbarkeit von 
Systemen und die Softwareergonomie. 
Zum Autor Dennis Schiemann: 
Dennis Schiemann studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau 
und Vertiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen 
Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am 
Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Produktions-management 
und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen Forschungs- und 
Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthemen am FIR liegen im Prozess- und Auf-tragsmanagement 
sowie in der ERP-Auswahl. 
2020 ist die Initiative ERP 2020. 
Competence Book - ERP 31
GRUNDLAGEN - THESEN FÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 
Abbildung 1: Themenbereiche der Initiative ERP 2020 (Bilder: © Fotolia) 
Neben der Identifikation der Themenbereiche wurden Thesen 
formuliert und Zukunftsszenarien daraus abgeleitet. Insbeson-dere 
die Themen Mobility, Connectivity und Usability weisen in 
ihren Ausprägungen große Schnittmengen auf. Eine Top-These 
und die damit verbundenen Herausforderungen spiegelt dies wider. 
2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf 
mobilen Geräten, das User-Interface an die neuen Anforde-rungen 
angepasst haben. 
Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen zeigen sich be-sonders 
im Bereich Connectivity, Mobility und Usability. Bei dem 
Arbeiten auf mobilen Geräten existieren heutzutage noch viele 
Defizite. Die Usability stellt dabei eine zentrale Voraussetzung 
für Mobility dar und ist heutzutage nicht gegeben. Usability gilt 
hierbei insbesondere unter dem Aspekt der Komplexitätsbe-herrschung 
und nicht ausschließlich unter der Benutzerfreund-lichkeit. 
Die Gestaltung von mobilen ERP-Lösungen muss voll-ständig 
anders aussehen als die bekannten User Interfaces, was 
neben den geräteadäquaten Sichten auch entsprechende Funk-tionalitäten 
beinhaltet. Durch die fehlenden Anwendungsfälle 
in diesem Bereich sind vielfach auch zusätzliche Investitionen 
seitens der Geschäftsführung gehemmt. 
Das resultierende Zukunftsszenario zeichnet sich dadurch aus, 
dass die Usability im Sinne der Komplexitätsbeherrschung an-gepasst 
wird. Das mobile ERP erkennt automatisch auf welchem 
Mobile Device es benutzt wird und passt automatisch dessen In-terface 
und Funktionsumfang an die Größe bzw. das Handling 
des Mobile Device an. Hierbei muss abhängig vom User auch der 
Bedienvorgang differenziert werden. Der Low-Level-User benö-tigt 
keine Schulungen, da die genutzten Funktionalitäten intu-itiv 
bedienbar sind. Power-User benötigt weiterhin Schulungen 
im System, da dieser die Wirkungszusammenhänge kennen und 
die Hintergründe überblicken muss. Für die Mitarbeiter in den 
Unternehmen führt dies sowohl in der IT als auch in den Fachab-teilungen 
zu der Notwendigkeit prozessorientiert zu denken und 
entsprechendes Know-How aufzubauen. In den Unternehmen 
werden somit zukünftig noch stärker die Qualifikationsprofile 
der Anwender differenziert. Anwender mit Prozessverantwor-tung 
brauchen speziell ausgebildete Fähigkeiten. Anwender mit 
geringerem Qualifikationsstandard werden noch stärker geführt 
werden müssen. 
Fazit 
Insgesamt führt die Analyse der Thesen zur Notwendigkeit von 
zentralen Entwicklungen im ERP-Umfeld. Die Qualifikations-profile 
der einzelnen Anwender werden stärker unterschieden 
und die Software wird darauf abgestimmt. Es liegen zukünftig 
differenzierte Prozessmodelle sowohl für zentrale als auch für 
regional verteilte Prozesse vor. Diese bilden die Entscheidungs-grundlage 
für Integration und die Diversifizierung von ERP-Sys-temen. 
Um dies zu nutzen ist eine zeitliche, örtliche und ge-räteunabhängige, 
konstante Verfügbarkeit die Voraussetzung. 
Ubiquitäres Internet bildet die Grundlage für echtzeitfähige, 
mobile Kommunikationstechniken. 
32 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - THESEN FÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 
Abbildung 2: Verknüpfung von Ressourcenplanung und –steuerung mit IuK-Technologien 
Als Antwort auf die Frage „Was muss man tun um erfolgreich 
zu sein?“ wurden die Verknüpfung der Ressourcenplanung 
und –steuerung mit den Informations- und Kommunikations 
(IuK)-Technologien identifiziert und in Abbildung 2 dargestellt. 
Hierbei gewinnt die Integration in Form von Schnittstellen-Stan-dards 
an Bedeutung. Diese müssen zunehmend ausgebaut wer-den. 
„Offlinefähige Onlinesysteme“, welche synchronisiert und 
je nach Sicherheitsbedarf und Connectivity-Möglichkeiten ska-liert 
werden können, bilden ein technologisches Standbein. Die 
Usability muss neben der Softwareergonomie und der Benutzer-freundlichkeit 
als Aspekt der Komplexitätsbeherrschung ausge-baut 
werden. Dies gewinnt auch dadurch an Bedeutung, dass die 
Komplexitätsreduzierung für den Anwender in der Regel zu ei-ner 
Komplexitätssteigerung in der IT führt. Um die Komplexität 
der Systemlandschaften zu beherrschen, braucht es neue Metho-den 
und Ansätze zum Management der Applikationslandschaft. 
Die weiteren Aktivitäten der Initiative ERP 2020 werden unter 
anderem auf den 21. Aachener ERP-Tagen vom 03.06.-05.06.2014 
unter dem Motto „ERP-Potenziale demonstrieren“ präsentiert. 
Details zu den 21 Thesen finden Sie in Abbildung 3. 
Kontaktdaten: 
Dipl.-Wirt.-Ing. Dennis Schiemann 
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Produktionsmanagement 
Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V. an der RWTH Aachen 
Pontdriesch 14/16 
D-52062 Aachen 
Tel: +49 241 47705-425 
Fax: +49 241 47705-199 
Dennis.Schiemann@fir.rwth-aachen.de 
www.fir.rwth-aachen.de 
Zum Autor Dominik Frey: 
Dominik Frey studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau und 
Vertiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen 
Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter 
am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Pro-duktionsmanagement 
und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen For-schungs- 
und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthemen am FIR liegen in 
der Produktionsplanung sowie in der ERP-Auswahl. 
Competence Book - ERP 33
GRUNDLAGEN - THESEN FÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 
1. Mobility / Usability 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 1 In 2020 sind aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der 
wachsenden Internationalisierung neue Arbeitsformen und -modelle notwendig. 
Daher müssen ERP-Systeme in Zukunft auf unterschiedlichen Endgeräten 
jederzeit und überall verfügbar sein. 2,27 4 
These 2 2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf mobilen 
Geräten, das User-Interface an die neuen Anforderungen angepasst haben. 2,43 1 
These 3 2020 muss das Arbeiten im ERP-System mit den gleichen Werkzeugen 
wie im Privatbereich erfolgen („Bring your own device“ bzw. Verknüpfung von 
Social Media mit Business Netzwerken). 1,39 17 
These 4 2020 ist die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne 
Schulungsaufwand möglich. 1,32 19 
2. Connectivity / Daten 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 5 2020 wird der Bedarf an zeitnaher und räumlich uneingeschränkter 
Informationsverfügbarkeit enorm gestiegen sein. 2,39 2 
These 6 2020 wird es einige wenige quasi-standardisierte Datenmodelle geben, 
die von wenigen Anbietern vorgegeben und von allen anderen Anbietern 
eingesetzt bzw. verwendet werden. 1,34 19 
These 7 In 2020 wird die Datenkommunikation zwischen unterschiedlichen 
Systemen durch standardisierte Datenformate erleichtert. 1,79 12 
These 8 2020 ist eine Verzahnung aller Planungsebenen, von der Ebene der 
Supply Chain bis zur produzierenden Maschinenebene, inklusive eines 
einheitlichen Austausches mit entsprechenden Datenformaten und 
Softwaresystemen für die Ressourcenplanung Industriestandard. 1,53 15 
3. Kooperation / Collaboration 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 9 In 2020 entstehen beim Arbeiten mit ERP-Systemen ohne die 
Verwendung von bereichsübergreifenden Kooperations-Werkzeugen gravierende 
Wettbewerbsnachteile (u.a. Produktivitätsverluste). 2,16 6 
These 10 In 2020 nimmt der Informationsaustausch massiv zu, da die 
Austauschfrequenz kurzzyklischer ist. 2,30 3 
These 11 In 2020 ist der Informationsaustausch unstrukturierter, da die Anzahl 
der Beteiligten an weltweiten Standorten zunimmt. 1,84 10 
These 12 2020 sind zentrale Plattformen zur Zusammenarbeit zwischen rechtlich 
eigenständigen Unternehmen ein elementarer Faktor für die 
Wettbewerbsfähigkeit im globalisierten Umfeld. 2,02 8 
4. Ressourcenplanung 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 13 2020 ist der Mitarbeiter stärker in die autonome Entscheidungsfindung 
eingebunden. Hierfür sind neuartige Informationsdarstellungsformen und - 
bereitstellungsformen zur Entscheidungsunterstützung notwendig. 1,68 14 
These 14 2020 sind Energieeffizienz und -flexibilität unter der Bedingung 
schwindender Verfügbarkeit von energetischen Ressourcen ein zentraler Aspekt 
der Ressourcenplanung. 2,11 7 
5. Funktionalität / Architektur 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 15 2020 ermöglichen neue Architekturen wie bspw. Service-orientierte 
Architekturen (SoA) eine Entkopplung von Programm- und Ausführungslogik, 
wodurch die Flexibilität der ERP-Systeme gesteigert wird (die Prozessschicht 
wird die dirigierende Schicht). 1,80 11 
These 16 In 2020 wird die Vergangenheit gezeigt haben, dass es eine vollständige 
Integration im Sinne einer "1-System-Landschaft" (Monolith) nicht gibt und 
auch zukünftig nicht geben wird. 2,20 5 
34 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - THESEN FÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 
6. Dienstleistungsmethoden / -qualität 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 17 2020 wird es Qualitätsstandards für die Einführung von ERP-Systemen 
geben, an denen der Anbieter anhand von qualitativen sowie quantitativen 
Kriterien beurteilt werden kann. 1,28 21 
These 18 2020 wird das Dienstleistungsangebot von ERP-Anbietern in hohem 
Maße standardisiert und modularisiert sein (Leistungsverzeichnisse). 1,41 17 
These 19 2020 gibt es strukturierte Verfahren zur Nutzenbewertung von ERP-Systemen, 
die zusätzlich das Aufzeigen von Handlungspotenzialen ermöglichen. 1,51 16 
These 20 2020 werden die Kosten für IT und ERP-Systeme aufgrund erhöhtem 
Administrations- und Komplexitätsaufwand gestiegen sein. 1,92 9 
These 21 2020 wird die IT-Abteilung sehr viel stärker das unternehmensspezifische 
Prozessmanagement verantworten. 1,71 13 
7. Top-Five 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 2 
2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf mobilen 
Geräten, das User-Interface an die neuen Anforderungen angepasst haben. 2,43 1 
These 5 
2020 wird der Bedarf an zeitnaher und räumlich uneingeschränkter 
Informationsverfügbarkeit enorm gestiegen sein. 2,39 2 
These 10 
In 2020 nimmt der Informationsaustausch massiv zu, da die 
Austauschfrequenz kurzzyklischer ist. 2,30 3 
These 1 
In 2020 sind aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der 
wachsenden Internationalisierung neue Arbeitsformen und -modelle notwendig. 
Daher müssen ERP-Systeme in Zukunft auf unterschiedlichen Endgeräten 
jederzeit und überall verfügbar sein. 2,27 4 
These 16 
In 2020 wird die Vergangenheit gezeigt haben, dass es eine vollständige 
Integration im Sinne einer "1-System-Landschaft" (Monolith) nicht gibt und 
auch zukünftig nicht geben wird. 2,20 5 
Botschaft: Innovationen in den Dimensionen Mobility (1), Usability (2), Connectivity (5, 10), Architektur (16) 
8. Flop-Five 
Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking 
These 17 
2020 wird es Qualitätsstandards für die Einführung von ERP-Systemen 
geben, an denen der Anbieter anhand von qualitativen sowie quantitativen 
Kriterien beurteilt werden kann. 1,28 21 
These 4 
2020 ist die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne 
Schulungsaufwand möglich. 1,32 20 
These 6 
2020 wird es einige wenige quasi-standardisierte Datenmodelle geben, 
die von wenigen Anbietern vorgegeben und von allen anderen Anbietern 
eingesetzt bzw. verwendet werden. 1,34 19 
These 3 
2020 muss das Arbeiten im ERP-System mit den gleichen Werkzeugen 
wie im Privatbereich erfolgen („Bring your own device“ bzw. Verknüpfung von 
Social Media mit Business Netzwerken). 1,39 18 
These 18 2020 wird das Dienstleistungsangebot von ERP-Anbietern in hohem 
Maße standardisiert und modularisiert sein (Leistungsverzeichnisse). 1,41 17 
Botschaft: Aber keine Wunder bei Mobility (3), Usability (4), Connectivity (6), Dienstleistung (17, 18) 
Erläuterungen zur Zustimmung 
Trifft gar nicht zu 0,00 
Trifft weniger zu 1,00 
Trifft überwiegend zu 2,00 
Trifft vollkommen zu 3,00 
Trifft im Durchschnitt eher gar nicht / weniger zu < 1,4 
Trifft im Durchschnitt eher überwiegend / vollkommen zu > 1,6 
Abbildung 3: ERP 2020 - Auswertung der 21 Thesen 
Competence Book - ERP 35
GRUNDLAGEN - EIN NEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN 
Die Zeit ist reif: Ein neues 
ERP-Auswahlverfahren 
Seit etwa 20 Jahren werden nach scheinbar bewährten Prinzipien ERP-Auswahlverfahren 
durchgeführt. Zahlreiche Berater haben sich etabliert und schwören auf die jeweils von ihnen 
favorisierte Art, ein neues ERP-System für ein Unternehmen oder eine öffentliche Einrichtung 
auszuwählen. Doch die Annahmen, unter denen früher Auswahlverfahren durchgeführt wur-den, 
lassen sich kaum noch halten. Immer mehr Probleme treten mit Versprechungen auf, die 
von den Anbietern in der Auswahlphase gegeben werden und die dann zu erheblichen Kosten-und 
Zeitüberschreitungen in der Einführungsphase führen, weil sie sich als nicht stichhaltig 
erwiesen haben. 
AUTOR: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau, Center for Enterprise Research, Universität Potsdam 
Abb. 1: Probleme im Auswahlverfahren 
Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Potsdam 
Consulting, die im Rahmen ihrer Prozess- und Stra-tegieberatung 
auch zahlreiche ERP-Auswahlprozesse 
begleitet hat, hat das Center for Enterprise Research an 
der Universität Potsdam nun einen neuen ERP-Auswahlprozess 
entwickelt, der die zahlreichen Fehler der Vergangenheit vermei-det 
und zudem wesentlich besser als früher an die individuellen 
Bedürfnisse der Unternehmen anpassbar ist, die ein ERP-System 
suchen. 
Probleme im Auswahlverfahren 
Als falsch hat sich erwiesen, bereits ohne Kenntnis des Zielsys-tems 
eine Sollprozessgestaltung anzustoßen, ebenso falsch ist es, 
eine komplette Modellierung des derzeitigen - und vermutlich 
bald abzulösenden - Ist-Zustandes vor-zunehmen. In beiden Fäl-len 
wird hoher Aufwand verursacht, obwohl Timing und Ergeb-nisnutzen 
nicht stimmen. 
Um sich ein Bild vom Anbieter und seinem System zu machen, 
sind Präsentationen in der Auswahlphase unerlässlich. Um nicht 
in wenig sinnvolle Standardpräsentationen des Anbieters hin-einzulaufen, 
müssen knappe Szenarien aus den wichtigsten Un-ternehmensbereichen 
konzipiert werden, die Stammdaten und 
auswahlentscheidende Funktionen des Systems miteinander ver-knüpfen. 
Bei Zeitknappheit im Bereich der Anforderungsanalyse 
besteht die Gefahr, die falschen Aspekte zu Szenarien zu verdich-ten. 
Da jedes Unternehmen und jede Organisation anders ist, lau-fen 
Auswahlverfahren, die ausschließlich auf internetbasierten 
Merkmalslisten mit Tausenden von Einträgen basieren, häufig in 
die falsche Richtung: Hier gewinnt meist das funktionsstärkste 
System, nicht aber das am besten passende. 
36 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - EIN NEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN 
Allerdings erkennen die führenden Mitarbeiter der Kunden die-se 
und andere Probleme der Auswahlphase häufig nicht. Die so 
genannte „ERP-Reife“ der Unternehmen bestimmt sehr stark 
die Notwendigkeit einzelner Schritte im Auswahlprozess. Die 
ERP-Reife wird auf der Basis mehrerer Aspekte individuell ermit-telt, 
u.a.: 
• Gibt es eine (aktuelle) Prozessdokumentation und entspre-chen 
die tatsächlichen Abläufe zumindest grob dieser Do-kumentation? 
• Wird schon prozessorientiert gearbeitet (abteilungsüber-greifend 
und auf die Erzielung eines Wertes für einen Kun-den 
hin)? 
• Besteht ein Bewusstsein für die Bedeutung des Stammda-tenmanagements 
und existiert sogar ein Prozess, mit dem 
die Qualität der Stammdaten sichergestellt wird? 
• Existieren Support- und Wartungsstrukturen, sowohl auf 
Anbieterseite als auch unternehmensintern (Key User)? 
• Sind Erfahrungen mit ERP-Systemen vorhanden oder wird 
bisher überwiegend mit Tabellenkalkulationen und Text-programmen 
gearbeitet? 
• Wie qualifiziert sind die beteiligten Mitarbeiter zu ERP-Sys-temen? 
• Gibt es eine IT-Strategie, die ggf. sogar in die Unternehmens-strategie 
und das Geschäftsmodell eingebettet ist? 
Jedes „Nein“ auf eine dieser Fragen führt zu einem anderen Zu-schnitt 
des Auswahlprozesses. Auch die Einschätzung der Kun-den 
zu den präsentierten Systemen ist bei mangelnder Erfahrung 
mit ERP-Systemen weniger stark zu gewichten als bei ERP-erfah-renen 
Benutzern. So wird beispielsweise bei mangelnder Erfahrung 
die Usability eines ERP-Systems nicht sachlich beurteilt, sondern aus-schließlich 
danach, wie sehr die präsentierten Oberflächen bekann-ten 
Office-Produkten ähneln. Solche Bewertungen sind kaum für das 
Treffen einer Auswahlentscheidung verwendbar. 
Gerade bei Unternehmen, die zum ersten Mal ein ERP-System 
auswählen, lassen sich kaum A-Anforderungen generieren, die 
zur Differenzierung von Anbie-tern geeignet sind. Weil noch kei-ne 
ausgereiften Datenstrukturen oder Prozessabläufe existieren, 
kommen tatsächlich viele marktverfügbare ERP-Systeme für das 
suchende Unternehmen infrage. Es muss also neben den diffe-renzierenden 
A-Anforderungen im Auswahlprojekt unbedingt 
weitere Kriterien geben, nach denen Anbieter differenziert wer-den 
können. Dies können sein: 
• Auszeichnungen unabhängiger Gremien 
• Unabhängige Informationen über den Anbieter, etwa in se-riösen 
Fach-medien 
• Veröffentlichte Anwenderberichte aus der gleichen Branche 
(„Success Stories“) 
• Präsenz der Anbieter in der Fachöffentlichkeit 
Gelegentlich kommt es zu Irritationen, weil dem Kunden des 
Auswahlberaters nicht genau präsent ist, welche Beraterleistun-gen 
er tatsächlich eingekauft hat. Insbesondere bei - an sich wün-schenswerten 
- Festpreisangeboten - neigen Führungskräfte des 
ERP-suchenden Unternehmens dazu, weitere Leistungen einzu-fordern, 
obwohl diese weder der Sicherstellung des Auswahlziels 
dienen noch derzeit erforderlich sind. Diese Irritationen müssen 
im Vorfeld durch ein eindeutiges Angebot, ggf. mit bereits vorher 
erkennbaren Erweiterungs- und Kürzungsoptionen, ausgeräumt 
werden. 
Obwohl die Beschreibungen der zu präsentierenden Szenari-en 
bereits Antworten auf die wichtigste Vertriebsfrage liefern 
(„Was ist dem Kunden besonders wichtig = wo hat er derzeit die 
Zum Autor Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau: 
Norbert Gronau gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, die nicht nur Brücken 
zwischen Wissenschaft und Praxis bauen, sondern diese auch mehrmals täglich 
überqueren. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Electronic 
Government an der Universität Potsdam und wissenschaftlicher Direktor des dort 
angesiedelten Centers for Enterprise Research. Unter der Leitung von Professor 
Gronau forschen über 30 Mitarbeiter zur integrierten Gestaltung von Geschäfts-prozessen 
und Unternehmenssoftware wie etwa ERP-Systemen sowie zu den 
Grundlagen von Wissen, Lernen und Bilden. 
Professor Gronau ist ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Technik-wissenschaften 
und Gründungsherausgeber der Fachzeitschriften ERP Manage-ment 
und PRODUCTIVITY Management (früher PPS Management). 
Gemeinsam mit der von ihm initiierten Potsdam Consulting Group hat er mehre-re 
Bundesministerien, Länder und Kommunen, Großunternehmen wie Lufthansa 
Technik, Roche Diagnostics, Robert Bosch und IKEA, aber auch Mittelständler 
wie Bahlsen, OKE, Waskönig&Walter, Hofmann Menü und viele andere beraten. 
Competence Book - ERP 37
GRUNDLAGEN - EIN NEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN 
Abb. 2: Ziele der ERP-Auswahl 
meisten Probleme“), bereiten sich einige 
ERP-Anbieter nur unzureichend auf die 
Kundenpräsentation vor. Offenbar ist den 
Anbietern nicht klar, dass ein schlechter 
Eindruck in einer Kundenpräsentation die 
Chancen, den Auftrag zu gewinnen, nahe-zu 
vollständig ruiniert. 
ERP-Auswahlverfahren werden in der Re-gel 
nicht aufgrund langfristiger strategi-scher 
Planungen durchgeführt, sondern 
weil der Schmerz aufgrund der unzurei-chenden 
Leistungen der gegenwärtig ein-gesetzten 
Systeme unerträglich geworden 
ist. Nachdem sich der Kunde - endlich 
- entschieden hat, ein neues ERP-System 
einzuführen, steht „nur noch“ der Aus-wahlprozess 
zwischen ihm und der Er-reichung 
seines Zieles. Daher kommt es 
vor, dass der Kunde das Auswahlverfahren 
unter erheblichen Zeitdruck setzt. Ein 
guter Auswahlprozess gerät nicht unter 
Zeitdruck, zumal der Zeitbedarf in der 
Auswahlphase wesentlich vom Antwort-verhalten 
der Anbieter beeinflusst wird. 
Während Auswahlberater den Markt, die 
Systeme und (hoffentlich) deren Tech-nologie 
gut kennen und diese Aspekte in 
die Auswahl einfließen lassen, basiert die 
Einschätzung des Kunden weitgehend auf 
seinem Bauchgefühl. Das führt dazu, dass 
der Kunde seine Auswahlentscheidung 
nach anderen Kriterien trifft als der Bera-ter. 
Ein Auswahlverfahren muss erklären, 
wie der Berater zu seiner Einschätzung 
gelangt ist. 
Anforderungen an ein zeitgemäßes 
ERP-Auswahlverfahren 
Wichtigstes Ziel des Auswahlverfahrens 
ist es, das „richtige“, zum suchenden Kun-den 
jetzt und in Zukunft passende System 
auszuwählen. Bestandteil dieses Ziels ist 
es auch, den „richtigen“, ebenso passenden 
Anbieter auszusuchen. Gerade bei System-häusern, 
die Branchenlösungen auf der 
Basis von Sage, Microsoft oder SAP anbie-ten, 
ist dies ein wichtiges Teilziel, denn die 
Branchenkenntnisse der Systemhäuser un-terscheiden 
sich erheblich. 
Die Entscheidung über ein neues 
ERP-System muss auch wirtschaftliche Er-wägungen 
mit berücksichtigen. Auswahl-verfahren, 
die Betriebskosten oder den 
betriebswirtschaftlichen Nutzen eines 
neuen Systems nicht einbeziehen, enthal-ten 
dem Kunden wertvolle entscheidungs-relevante 
Informationen vor. 
Der Auswahlprozess muss zügig durch-geführt 
werden, da sich sonst zwischen 
Festlegung der auswahlrelevanten Anfor-derungen 
und Umsetzung dieser in einem 
neuen ERP-System zu viele Veränderungen 
bei Produktspektrum, Organisation und 
Prozessen ergeben könnten, die die Ein-führungsdauer 
verlängern und verteuern. 
Wirtschaftlich ist ein Auswahlprozess, wenn 
er sich auf die wesentlichen Anforderungen 
des Kunden an das neue ERP-System be-schränkt 
und nicht alle mög-lichen und 
wünschenswerten Analysen voranstellt. 
Dazu müssen vor allem die individuellen 
gegenwärtigen und zukünftigen Bedarfe des 
Kunden erkannt werden. Neben der Abfrage 
aller Führungskräfte und der Verwendung 
standardisierter Checklisten sind weitere 
Instrumente einzusetzen. 
Das Auswahlverfahren muss zwingend an 
den jeweiligen ERP-Reifegrad des Kunden 
angepasst werden. Erfahrene Berater nut-zen 
dazu eine Checkliste, die eine schnelle 
Einordnung des Kunden in ein Reifegrad-modell 
ermöglichen. 
Um Anforderungen aufzunehmen, Be-denken 
zu erkennen und die Ergebnisse 
des Entscheidungsprozesses in der Orga-nisation 
zu verankern, sind Führungskräf-te 
und Key User unbedingt zu beteiligen. 
Die Beteiligung kann in Mitentscheidung, 
Mitwirkung oder Information bestehen, je 
nach gelebter Kultur im Anwenderunter-nehmen. 
Es ist erforderlich, dass der Kunde das 
Auswahlergebnis und sein Zustandekom-men 
nachvollziehen kann. Da es sich bei 
Auswahlverfahren um multikriterielle 
Mehrpersonenentscheidungen handelt, 
die im Falle einer Realisierung erhebliche 
Bindungswirkung für die Organisation 
entfalten, muss die Nachvoll-ziehbarkeit 
gegeben sein. 
Vorgehensmodell der ERP-Auswahl 
Das auf den vorstehend beschriebenen 
Überlegungen basierende Auswahlver-fahren 
von Potsdam Consulting und dem 
Center for Enterprise Research ist in Abb. 
3 dargestellt. 
In einer der eigentlichen ERP-Auswahl 
vorgelagerten Phase wird das Vorge-hensmodell 
an die Belange des jeweili-gen 
Kunden angepasst. Dazu wird der 
ERP-Reifegrad des Kunden ermittelt, die 
Zielsetzung, die mit dem ERP-Projekt ver- 
38 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - EIN NEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN 
Abb. 3: Auswahlverfahren (alle Schritte) 
bunden ist (z.B. problembasiert oder wachstumsorientiert). Es 
wird ermittelt, welches Prozessverständnis und welche Prozess-dokumentation 
beim Kunden vorhanden ist. Schließlich wird 
die vorhandene IT-Architektur und andere derzeit laufende oder 
geplante IT-/Prozessprojekte erhoben. Basierend darauf werden 
diejenigen Schritte vorgeschlagen, die angesichts der ERP-Reife 
des Kunden angemessen sind. 
Als erster inhaltlicher Schritt erfolgt eine Analyse der wichtigsten 
wertschöpfenden Geschäftsprozesse beim Kunden. Je nach Un-ternehmensgröße 
und ERP-Reife kann dies in einem Workshop 
erfolgen, dem eine Aufnahme der wesentlichen Abläufe folgt. 
Zu jedem Auswahlprozess gehört eine ROI-Analyse der betriebs-wirtschaftlichen 
Nutzeneffekte des neuen ERP-Systems. Diese 
kann - mit leicht veränderter Zielstellung - zu verschiedenen 
Zeitpunkten durchgeführt werden. Ein erster möglicher Zeit-punkt 
wäre die Erhebung der Ist-Prozesse, um mögliche in der 
Anbieterpräsentation vorzuführende Szenarien auch nach ihrer 
wirtschaftlichen Bedeutung gewichten zu können. 
Nach der Erhebung der Ist-Prozesse, ggf. ergänzt durch eine 
ROI-Analyse, kann eine Zieldefinition für das ERP-Projekt vor-geschlagen 
und abgestimmt werden. Bei Entscheidungen im 
Verlauf der Auswahlphase kann dann wieder auf diese Grundla-ge 
zurückgegriffen werden. Dies verhindert sogenannte „Moving 
Targets“ mit einhergehender steigender Unzufriedenheit bei allen 
Beteiligten über den zunehmend schleppenden Projektverlauf. 
Einer der wichtigsten Schritte im Auswahlprozess ist die Fest-legung 
der aus-wahlrelevanten Anforderungen. Darunter sind 
diejenigen Anforderungen zu verstehen, die es gestatten, die 
Eignung der ERP-Systeme differenziert für den vorliegenden Fall 
zu bewerten. Es geht nicht darum, alle überhaupt relevanten An-forderungen 
zu ermitteln, sondern nur solche, die geeignete von 
weniger geeigneten Systemen unterscheiden. Das umfasst Funk-tionen, 
Schnittstellen, Datenmodelle und Integrationswerkzeu-ge, 
etwa zur Datenintegration oder Prozessmodellierung. Dieser 
Schritt baut auf der Phase Ist-Prozesse analysieren auf, weil dort 
die auswahlrelevanten Aspekte ermittelt werden. 
Das Marktscreening wird typischerweise durch die externen Be-rater 
durchgeführt, die an dieser Stelle ihre Markt- und Anbieter-kenntnis 
einbringen. 
Um speziell die für eine Auswahlentscheidung relevanten Daten-modelle 
und Funktionen beurteilen zu können, müssen nach der 
Festlegung der Anforderungen gemeinsam mit dem Kunden Prä-sentationsszenarien 
entwickelt werden, die es ermöglichen, in 
kurzer Zeit zu erkennen, welche Funktionen das System im Stan-dard 
mitbringt. Effizienz bei den Präsentationen ist deshalb so 
wichtig, weil ein Tag, an dem ca. zehn Fach- und Führungskräf-te 
an einer ERP-Präsentation teilnehmen, ca. 5000 EUR interne 
Personalkosten verursacht. Wenn dann die Standardpräsentati-on 
des Anbieters gezeigt und der Standardfunktionsumfang vor-gestellt 
wird, dann dient das nicht der Reduzierung der Unsicher-heit 
bei der Auswahl. 
Competence Book - ERP 39
GRUNDLAGEN - EIN NEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN 
Leider ist es so, dass Anbieter trotz der Entwicklung von knappen 
kundenspezifischen Szenarien unvorbereitet zur Präsentation 
beim Kunden erscheinen oder zumindest so wirken. In diesem 
Fall kann die Anbieterpräsentation nicht ihre Funktion der Er-höhung 
der Auswahlsicherheit wahrnehmen. Beim Kunden wird 
wertvolle Zeit und Produktivität vergeudet. Aus diesem Grund 
ist es unumgänglich, eine zusätzliche Stufe der Qualifizierung 
durchzuführen, den Webcast mit dem Beraterteam. Unter nahe-zu 
realen Bedingungen wird vom Anbieter ein Dry-Run der für 
den Kunden vorgesehenen Funktionen anhand der vorbereiteten 
Szenarien durchgeführt. 
Diejenigen Anbieter, die die Präqualifizierung erfolgreich durch-laufen 
haben, erhalten die Gelegenheit, vor ihrem potenziellen 
Kunden die verabredeten Szenarien zu präsentieren. Kunde und 
Berater bewerten die Präsentation u.a. hinsichtlich Funktiona-lität, 
Branchenkompetenz und Usability. Diese Bewertungen 
bilden eine wichtige Grundlage für den Entscheidungsvorschlag. 
Während funktionale und ergonomische Aspekte sehr gut in ei-ner 
Anbieterpräsentation ermittelt werden können, ist das Ver-halten 
des Anbieters im Einführungsprojekt und seine Leistung 
in Wartung und Support nur durch einen Besuch von Referenz-kunden 
zu erfragen. Daher wird empfohlen, einen Besuch bei 
einigen Referenzkunden des bevorzugten Anbieters an die An-bieterpräsentationen 
anzuschließen. Eine spezielle Checkliste 
für Referenzbesuche ist z.B. in [1] enthalten. 
ERP-unsichere Key-User müssen darin geschult werden, pro-zessorientiert 
zu denken und betriebliche Abläufe in einen ge-danklichen 
Zusammenhang zum ERP-System zu bringen. Das 
ERP-Labor des Center for Enterprise Research bietet dazu anbie-terunabhängige 
Unterstützung. 
Nach Anbieterpräsentation und Referenzkundenbesuch fehlt 
für eine Entscheidung noch die finanzielle Sicherheit. Angebo-te 
des Anbieters nach den Präsentationen haben typischerweise 
nur den Charakter von Richtangeboten, können also nicht zur 
detaillierten Budgetplanung verwendet werden. Daher empfeh-len 
das Center for Enterprise Research und Potsdam Consulting, 
einen ersten Schritt zur Realisierung bereits vor Abschluss des 
endgültigen Vertrags zu gehen: In einem Prozessworkshop, der 
die Abbildung der Sollprozesse im ERP-System klärt und vor 
allem den Softwareanbieter in die Lage versetzt, ein verbindli-ches 
Festpreisangebot für den Projektaufwand abzugeben. Ide-alerweise 
nimmt der Softwareanbieter die Dokumentation der 
Workshopergebnisse in einem vereinbarten Format (einfaches 
Prozessmodell mit Angabe der Rollen und Informationssystem-funktion) 
vor. Ferner hilft der Workshop dabei, einen Termin-plan 
für das Projekt aufzustellen, weil der zeitliche Anpassungs-auf- 
wand an Prozessen und Systemen festgestellt werden kann. 
Als Ergebnis des Prozessworkshops kann ein Lastenheft erstellt 
werden, das die notwendigen Funktionen, Stammdaten und 
Belege beschreibt und zum Bestandteil des mit dem Anbieter 
auszuhandelnden Vertrags wird. Es ist empfehlenswert, das Las-tenheft 
(anders als die Prozessbeschreibungen) nicht durch den 
Anbieter erstellen zu lassen, sondern durch das eigene Projekt-team 
oder den Auswahlberater. 
Als Ergebnis des Prozessworkshops erstellt der Anbieter ein Fest-preisangebot, 
das zur Basis der sich anschließenden Vertragsver-handlungen 
gemacht wird. Nach erfolgreichem Abschluss der 
Verhandlungen kann die Implementierung des neuen Systems 
beginnen! 
Das vollständige Whitepaper zur ERP-Auswahl kann kostenlos heun-tergeladen 
werden unter www.erp-management.de/whitepaper 
Literatur 
[1] Gronau, N.: Handbuch der ERP-Auswahl. Berlin 2012 
Kontakt 
Center for Enterprise Research an der Universität Potsdam 
Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau 
Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government 
Universität Potsdam 
August-Bebel-Str. 89; 14482 Potsdam 
Tel. ++49 331/ 977-3322, Fax -3406 ngronau@lswi.de www.lswi.de 
40 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN- ERP EINFÜHRUNG 
So vermeiden Sie Stolperfallen 
bei der ERP-Einführung 
AUTOR: Peter Behrens 
Die Einführung einer ERP-Lösung ist auch bei kleinen und mittelständischen Unter-nehmen 
mittlerweile ein komplexes Unterfangen. Allein schon die Suche nach einer 
geeigneten Lösung stellt sich häufig als sehr aufwändig heraus. Um eine erfolgver-sprechende 
Implementierung zu gewährleisten, sollten Unternehmen bei der Suche und der 
Entscheidung für eine ERP-Software folgende wichtige Faktoren berücksichtigen. 
Faktor 1: Funktionelle Anforderungen 
Wichtig sind natürlich die derzeitigen An-forderungen 
eines Unternehmens. Dabei 
sind aber auch zukünftig geplante Um-setzungen 
und Forderungen des Mark-tes 
zu berücksichtigen. Der Einsatz einer 
Unternehmenslösung ist in der Regel eine 
Investition für viele Jahre. So sollte die 
Software die Möglichkeit bieten, auch zu-künftig 
geplante Maßnahmen abzubilden. 
Genau das setzt einen modularen Aufbau 
der Software voraus. Viele Lösungen bie-ten 
dieses modulare System, so dass mit 
einer „schlanken“ Lösung begonnen wer-den 
kann, die im Folgenden weiter ausge-baut 
wird. 
Faktor 2: Technologische Anforderungen 
Neben den funktionellen Anforderungen 
sollten auch die geforderten Anwendungs-und 
Einsatzmöglichkeiten eines ERP-Sys-tems 
in die Entscheidung einbezogen wer-den. 
Hierbei sind z. B. folgende Fragen zu 
klären: 
• Erfolgt die Installation im eigenen 
Haus oder wird eine Cloud- bzw. 
Hosting-Lösung bevorzugt? 
• Soll die Software über eine klassische 
oder eine browserbasierte Oberfläche 
verfügen? 
• Ist ein mobiler Datenzugriff via 
Smartphone und Tablet gefordert? 
Am Markt existieren verschiedene Ansät-ze. 
Einige wenige Anbieter bieten inner-halb 
einer Lösung alle Varianten an. Dies 
bietet den Anwendern den Vorteil, dass 
im Unternehmen der Zugriff klassisch 
über Client-Server-Technologie erfolgt, 
jedoch zusätzlich die Zugriffsmöglichkeit 
via Internetbrowser sowie mobiler Geräte 
gegeben ist. 
Faktor 3: Referenzen 
Bei der ERP-Auswahl ist auf eine passende 
Anzahl an Referenzen zu achten, besten-falls 
aus der gleichen Branche. Man möch-te 
ja ungern „der Erste“ sein. 
Faktor 4: Kosten 
Natürlich spielt auch der finanzielle As-pekt 
eine erhebliche Rolle. Häufig werden 
dabei aber nur die Kosten der Implemen-tierung 
berücksichtigt. Diese umfassen 
aber meist nur die Softwarelizenzen und 
die notwendigen Dienstleistungen bis 
zum Echtbetrieb. 
Doch wie entwickeln sich die laufenden 
Kosten, z. B. der Pflegevertrag? Kann die-ser 
wahlweise abgeschlossen werden oder 
ist er obligatorisch? Ebenso unterschei-den 
sich die Inhalte der Pflegeverträge 
der Anbieter häufig: Sind wirklich alle 
zukünftigen Updates enthalten? Oder ist 
ein Nachkauf bei z. B. Technologiesprün- 
gen erforderlich? Alles Fragen, die vor der 
Entscheidung für eine ERP-Lösung positiv 
beantwortet sein sollten. 
Faktor 5: Zukunftssicherheit 
Da es sich bei der Entscheidung für eine 
neue ERP-Lösung um eine langfristige 
Investition handelt, spielt die Zukunftssi-cherheit 
des Anbieters eine entscheidende 
Rolle. Viele Informationen dazu liefert die 
Historie des Softwareherstellers: 
• Wie lange ist das Unternehmen am 
Markt? 
• Wie viele Anwenderunternehmen 
arbeiten bereits mit dieser Software-lösung? 
• Ist eine Kundenzufriedenheit erkenn-bar? 
Unser Tipp: Kundenzufrieden-heitsstudien 
können hier aufschluss-reich 
sein. 
• Wer lenkt das Herstellerunterneh-men? 
Ist es inhabergeführt und durch 
Eigenkapital finanziert oder handelt 
es sich um einen von Investoren ge-steuerten 
Konzern? 
Bei letzter Frage müssen kleine und mit-telständische 
Unternehmen für sich ent-scheiden, 
welcher Unternehmensführung 
sie das größere Vertrauen schenken. 
Competence Book - ERP 41
GRUNDLAGEN- ERP EINFÜHRUNG 
Verfolgte Ziele 
Es gibt viele Gründe für die Anschaffung einer (neuen) ERP-Soft-ware. 
Statistisch betrachtet werden in erster Linie immer wieder 
folgende Ziele angestrebt: 
• Vereinfachung der Prozesse 
• Automatisierung der Prozesse 
• schnellerer Zugriff auf alle Informationen 
• Aussagekräftige Informationen 
• höhere Datenintegration 
All diese Anforderungen lassen sich nur umsetzen, wenn auch 
alle Unternehmenszweige sowie Abteilungen miteinander ver-knüpft 
sind. Und exakt dafür ist der Einsatz einer einheitlichen 
Komplettlösung bereichsübergreifend notwendig. 
Unternehmen sollten daher darauf achten, keine neuen „Insellö-sungen“ 
für einzelne Geschäftsbereiche zu schaffen, sondern auf 
eine Softwarelösung setzen, die einen möglichst hohen Integrati-onsgrad 
in vielen Unternehmensbereichen aufweist. 
Das Projektmanagement 
Ist die Vorentscheidung getroffen, ist ein professionelles Projekt-management 
für den Erfolg des Gesamtprojekts unerlässlich. 
Unzufriedenheit bei ERP-Einführungen basiert in den meisten 
Fällen nicht auf unzureichenden Funktionalitäten der Software, 
sondern auf einer unzureichenden Vorbereitung sowie man-gelnden 
Projektführung. Die Umsetzung eines erfolgreichen 
ERP-Projekts sollte in mehreren Phasen erfolgen. 
Die Dokumentation 
Neben der Erstellung eines Lasten-/Pflichtenheftes sollten auch 
alle nachträglich getroffenen Absprachen schriftlich festgehalten 
werden. Ein Nutzungsleitfaden kann zudem als Nachschlage-werk 
dienen und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erleichtern. 
Zum Autor Peter Behrens 
Peter Behrens ist Diplomkaufmann, seit 16 Jahren in der ERP-Branche tätig und verantwortet den 
Vertrieb der ERP-Lösung WinLine in Deutschland. Als Spezialist für den indirekten Vertrieb baut er 
kontinuierlich den Vertriebskanal des Unternehmens aus und schöpft seine Erfahrungen aus einer 
Vielzahl an ERP-Einführungen. 
42 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN- ERP-SYSTEME EINFÜHREN 
ERP-Systeme einführen: 
In drei Phasen zum Erfolg 
Autor: Thorsten Reuper, Asseco Solutions AG 
Mit der Auswahl der richtigen, weil auf die konkreten Unternehmensanforderungen am 
besten passenden ERP-Lösung allein ist es nicht getan, um ein ERP-Projekt erfolgreich 
zu machen. Eine wichtige Hürde auf diesem Weg stellt die Implementierungsphase dar, 
in der schon viele Vorhaben gescheitert sind. Die Anwender sollten deshalb bereits im Auswahl-verfahren 
danach fragen, ob sich die Einführungsmethodik des Herstellers bewährt hat. Lässt sich 
diese Frage nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten, sollte ernsthaft über Alternativen nachgedacht 
werden. 
Die Asseco Solutions setzt in diesem Zusammenhang auf ihre 
Drei-Phasen-Einführungsmethodik, die ihre Tauglichkeit in 
zahlreichen erfolgreich umgesetzten Projekten am Markt unter 
Beweis gestellt hat. Sie wird kontinuierlich verbessert und an die 
Anforderungen des Marktes angepasst. 
Erweiterter Projektbegriff 
Ausgangspunkt der Methodik ist ein erweiterter Projektbegriff. 
Denn bei der Asseco Solutions ist bereits die Vertriebsphase in-tegraler 
Bestandteil eines Projektes. Dies beginnt in der Projek-tanbahnung 
mit der Bewertung und Freigabe eines Leads, einer 
Projektkalkulation sowie einer Projektrisikobewertung. Alle In-formationen 
zusammen bilden die Grundlage zur Übergabe des 
Projektes an das Projektteam. 
Der Einsatz des APplus-eigenen Projektmoduls für die Abbil-dung 
des gesamten Projektes ist dabei von großer Bedeutung. 
Die Projektleiter und das Projektteam verfügen so über hoch-automatisierte 
Informationen zu sämtlichen Plandaten und 
Fortschrittszahlen, die zu jedem Zeitpunkt eine Projektbewer-tung 
nach mitlaufender Kalkulation oder POC („percentage of 
completion“) zulassen. Des Weiteren entsteht eine präzise Do-kumentation 
sämtlicher Projektvorgänge. Unterstützt wird der 
Beratungsprozess durch eine softwaregestützte Standardpro-zessdokumentation. 
Kundenindividuelle Prozessabläufe können 
einfach als Besonderheit eingefügt und in der Kundeninstalla-tion 
geändert und dokumentiert werden. Die Gesamtlösung ist 
dabei flexibel genug, um beliebige Änderungen im Verlauf der 
Einführung vornehmen zu können. Die gesamte Projektplanung 
und -dokumentation liegt auf einer Internetplattform, auf die 
der Kunde zugreifen kann. Dabei kann eingestellt werden, ob er 
nur lesend auf die Dokumente zugreifen darf (z.B. Budgetplan) 
oder gemeinsam mit dem Asseco-Projektteam das Dokument 
(z.B. To-Do-Liste) bearbeiten kann. Mit den drei Grundelemen-ten, 
bestehend aus einem professionellen Projektteam, einer 
leistungsfähigen Organisationssoftware sowie einer modernen 
Projekteinführungsmethodik, schafft die Asseco Solutions die 
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektverlauf. 
Phase 1: Projektvorbereitung 
In der Vorbereitungsphase werden die Grundlagen des Projektes 
definiert: angefangen bei den verschiedenen SMART (spezifisch, 
messbar, akzeptiert, relevant und terminiert) formulierten Pro-jektzielen 
über das Informieren und Motivieren der Mitarbei-ter 
sowie die konkrete Einführungsstrategie – etwa „Big-Bang“ 
oder modulweise – bis hin zu einem detaillierten Projektplan. 
Die Vorbereitungsphase hat gegenüber der Realisierungsphase 
in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen, da hier 
entscheidende Grundsteine für den gesamten Projekterfolg ge-legt 
werden. 
Eine Grundschulung mit APplus gibt dem Kunden die Möglich-keit, 
Begriffswelt und Ablauf der neuen Software kennenzuler-nen, 
so dass Beratungsgespräche effizient abgehalten werden 
können. 
Competence Book - ERP 43
GRUNDLAGEN- ERP-SYSTEME EINFÜHREN 
Auf Basis einer grundlegenden Analyse 
und Dokumentation der bestehenden 
Geschäftsprozesse sowie des bei den er-fahrenen 
Beratern bereits vorhandenen 
Branchen-Know-hows wird der Kunde 
so betreut, dass mit der Einführung von 
APplus der größtmögliche Nutzen aus 
dem Zusammenspiel optimierter Prozesse 
und einer modernen Standard-ERP-Soft-ware 
generiert werden kann. Wichtig ist 
dabei auch die Erstellung eines präzisen 
Projektablaufplans unter Berücksichti-gung 
mitlaufender Berichte zur stetigen 
Überprüfung von Ziel-, Qualitäts- und 
Terminvorgaben sowie des Budgets. 
Zudem liegt ein wichtiger Fokus auf der 
Motivation der Endanwender und der Ak-zeptanz 
der neuen Software. Eine nicht 
zu unterschätzende Aufgabe der Projekt-leitung 
besteht demzufolge in der konti-nuierlichen 
Werbung für die neue Lösung 
und Aufklärung über die damit verbunde-nen 
Ablaufänderungen für die Mitarbeiter 
in den einzelnen Abteilungen. Sind alle 
Prozesse erkannt, definiert und dokumen-tiert, 
tritt der Lenkungsausschuss zusam-men 
und leitet den Übergang in die zweite 
Phase ein. 
Der Lenkungsausschuss setzt sich aus den 
beiden Projektverantwortlichen des An-bieters 
und des Anwenderunternehmens 
sowie den Entscheidern der Geschäftslei-tung 
des Kunden und der Asseco Solu-tions 
zusammen. In diesem Kreis werden 
die Erreichung der Zielvorgaben, mögli-che 
Abweichungen, eventuell aufgetrete-ne 
Probleme sowie die nächsten Schritte 
besprochen. Zentrale Themen des Len-kungsausschusses 
sind zudem die in der 
Vorbereitungsphase konkretisierten Ter-min- 
und Budgetpläne. 
Sind alle Themen im grünen Bereich, dann 
kann das Projekt in breitem Konsens und 
auf Basis einer sauber abgestimmten In-formationslage 
in die Realisierungsphase 
eintreten. Dadurch lassen sich die meisten 
Risiken und Probleme in den Folgephasen 
deutlich minimieren. 
Phase 2: Die Realisierung 
In der Realisierungsphase werden die 
Ergebnisse der Vorbereitungsphase 
umgesetzt. Es werden sowohl Prozes-soptimierungen 
mit den Key-Usern als 
auch Individualisierungen am Stan-dard- 
ERP-System durchgeführt. Dabei 
achten die Asseco-Berater streng darauf, 
Prozesse einerseits so weit wie möglich im 
Standard abzubilden, andererseits aber 
auch wichtige Individualisierungen zuzu-lassen, 
die gerade im Mittelstand oft für 
einen optimalen Prozess benötigt werden. 
Im Vordergrund steht dabei immer ein 
möglichst positiver ROI-Wert. 
Bei der Einführung der verschiedenen 
ERP-Module werden die Abläufe in den 
Abteilungen noch einmal abgeglichen, um 
die Anwenderakzeptanz zu fördern und 
den größtmöglichen Nutzen mit APplus 
zu erreichen. Hier wird das Arbeitsauf-kommen 
bei den Mitarbeitern etwa zu 
Messen oder in umsatzstarken Monaten 
ebenso berücksichtigt wie die Doppelar-beiten, 
die bei einer eventuellen Einfüh-rung 
in Teilschritten auf die Beschäftigten 
zukommen. Den Abschluss jeder Modu-leinführung 
markieren Integrationstests 
und Schulungen der Key-User am fertigen 
System. 
Alle Schritte der ERP-Einführung wer-den 
bei der Asseco Solutions durch einen 
leistungsfähigen Baukasten zur Projek- 
Zum Autor Thorsten Reuper: 
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tä-tig, 
ist Thorsten Reuper ein besonders versierter 
Mann mit einem umfassenden technischen Hinter-grund, 
der weitreichende Erfahrungen in verschie-denen 
renommierten Unternehmen vorweisen 
kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwort-lichen 
ist die konsequent verfolgte, strategisch 
ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten 
Funktionserweiterungen und einem besonderen 
Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies 
soll insbesondere durch eine enge und vertrauens-volle 
Zusammenarbeit mit Kunden und Interessen-ten 
realisiert werden. Der verheiratete Vater einer 
Tochter verbringt seine freien Stunden am liebsten 
mit der Familie – entweder beim Wandern, auf 
ausgedehnten Radtouren oder beim Shoppen in 
Berlin. 
44 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - ERP-SYSTEME EINFÜHREN 
teinführungsmethodik unterstützt. Dieser besteht aus sogenannten Muss-, Soll- und 
Kann-Hilfsmitteln, die je nach Projektgröße, Projektorganisation oder Kundentyp fle-xibel 
eingesetzt werden können. Neben einer Termin-, Reihenfolge- und Ressourcen-planung 
ermöglichen diese Hilfsmittel eine Fortschrittskontrolle und enthalten des 
Weiteren Formulare für Protokolle, Checklisten und Konzepte. Ganz entscheidend ist 
ein Plan, der offene Aktivitäten eines Projektes darstellt und über vereinbarte Termine 
informiert. Diese sind klar nach Verantwortungsbereich und Priorität strukturiert. Wei-tere 
wichtige Hilfsmittel sind die Prozessdokumentationssoftware IMS sowie die Test-protokollvorgaben. 
Über die Projekthilfsmittel werden sämtliche Vorgänge im Projekt 
umfassend dokumentiert. Damit ist zugleich die Voraussetzung für ein permanentes 
Projektcontrolling sowie den langfristigen Support gegeben. 
Phase 3: Inbetriebnahme und Produktivstart 
Mit dem Abschluss der Realisierungsphase tritt erneut der Lenkungsausschuss zusam-men, 
um den bisherigen Projektverlauf zu analysieren und mögliche Risiken bei der 
Inbetriebnahme zu beurteilen. Beim integrierten Produktivstart sehr vieler Prozessbe-reiche 
stellt der Gesamttest mit den Endbenutzern eine große Herausforderung dar. Nur 
eine intensive, möglichst umfangreiche Testphase kann bestehende Risiken minimieren 
und einen erfolgreichen Produktivstart gewährleisten. 
Die letzte Phase besteht neben dem Test aus zwei Schritten: der Anwenderschulung 
sowie der produktiven Datenübernahme. Die Asseco Solutions verfolgt das „Train-the- 
Trainer“-Konzept, in dem die Key-User ihre Endanwender selbst schulen und nur punk-tuell 
von Asseco-Beratern unterstützt 
werden. Dieses Verfahren stellt sicher, 
dass ein optimaler Know-how-Transfer 
stattfindet. Sind die Anwender für die 
Nutzung des neuen Systems geschult und 
haben sie sich in der Testphase intensiv 
mit dem System auseinandergesetzt, er-folgen 
die produktive Datenübernahme 
und der eigentliche Echtstart. 
Neben der bereits beschriebenen Vor-gehensweise 
bietet die Asseco Solutions 
auch die „Schulende Projekteinführung“ 
an. Dieser Ansatz ist allerdings nur für 
Kunden geeignet, die bestimmte Voraus-setzungen 
erfüllen. Dann ist er jedoch 
hocheffizient und damit schneller und 
kostengünstiger umsetzbar. Zu den zu er-füllenden 
Kriterien gehören eine nahe am 
Software-Standard gehaltene Einführung, 
bekannte Sollprozesse auf der Kundensei-te 
sowie ein kompetentes Projektteam, das 
selbständig Entscheidungen treffen und 
umsetzen kann. 
„Bei der Einführung der verschiedenen 
ERP-Module werden die Abläufe in den 
Abteilungen noch einmal abgeglichen, um 
die Anwenderakzeptanz zu fördern und 
den größtmöglichen Nutzen mit APplus 
zu erreichen.“ - Thorsten Reuper 
Competence Book - ERP 45
GRUNDLAGEN - WANDLUNGSFÄHIGKEIT DANK ERP 
Mehr Wandlungsfähigkeit dank 
moderner ERP-Software 
Mit integrierter Unternehmenssoftware erfolgreich den 
Herausforderungen des Wettbewerbs begegnen 
Die Anforderungen des Marktes an 
mittelständische Unternehmen sind 
immens: Sie müssen schnell, flexi-bel 
und innovativ sein. Gleichzeitig 
gilt es, sich mit wettbewerbsfähigen 
Preisen gegen eine globale Konkur-renz 
zu behaupten. Die Einführung 
einer modernen ERP-Software zur 
Unternehmenssteuerung ist ein ge-eignetes 
Instrument, um die geforder-te 
Wandlungsfähigkeit zu erreichen. 
ERP-Software wird somit für mittel-ständische 
Unternehmen zunehmend 
auch zu einer strategischen Aufgabe. 
AUTOR Armin Schneider-Lenhof 
Der Beitrag zeigt anhand sechs ausgewählter Anwenderbeispiele, warum gerade jetzt dafür der 
richtige Zeitpunkt ist und welche Vorteile aus Kosten- und Nutzensicht die auf Microsoft Dynamics 
NAV basierenden ERP-Branchenlösungen der KUMAVISION AG eröffnen. 
Vorteil 1: Best Practice bereits im 
Standard 
Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfun-den 
werden! Gegenüber individuell entwi-ckelter 
Software bieten Branchenlösungen 
einen zentralen Vorteil: Sie bringen die 
Erfahrung aus zahlreichen erfolgreich re-alisierten 
Projekten bereits im Standard 
mit – der kostspielige, individuelle Pro-grammieraufwand 
wird damit nachhal-tig 
minimiert. Im Dialog mit Anwendern 
entwickelte Funktionen decken bran-chenspezifische 
Anforderungen passge-nau 
ab. Die laufende Weiterentwicklung 
durch den Anbieter ermöglicht zeitnahen 
Zugriff auf neue Technologien. 
Vorteil 2: Alle Kosten im Blick 
Fertigungsunternehmen verfügen oft über 
eine hohe manuelle Wertschöpfung. Nicht 
nur in der Angebotsphase, sondern auch 
bei Make or Buy-Entscheidungen ist eine 
transparente Sicht auf die tatsächlichen 
Kosten unerlässlich. Das Zusammenspiel 
aus ERP-Software und Betriebsdatener-fassung 
(BDE) versetzt Unternehmen in 
die Lage, die einzelnen Arbeitsschritte ex-akt 
zu erfassen und detailliert nachzukal-kulieren. 
„Die Fertigung ist für uns dank 
Kumavision keine Black Box. Kalkulation 
und Preisfindung können wir auf Grund-lage 
belastbarer Daten durchführen. 
Selbst individuelle Produkte können wir 
jetzt zuverlässig kalkulieren“, erklärt Ste-fan 
Alber, kaufmännischer Leiter (CFO) 
bei JOTEC, Hechingen. 
Vorteil 3: Reibungslose Prozesse in 
Lager und Logistik 
Eine hohe Lieferfähigkeit fördert die 
Kundenzufriedenheit. Effiziente Abläufe 
und ein vorausschauendes Produktions-und 
Bestellwesen sind dafür die Voraus-setzung. 
Wie Fertiger dabei von einer 
ERP-Lösung unterstützt werden, zeigt das 
Beispiel des Vorarlberger Unternehmens 
High Q-Laser: „Mit der Einführung von 
Kumavision factory konnten wir die Ver-fügbarkeit 
unserer Komponenten um 40% 
46 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - WANDLUNGSFÄHIGKEIT DANK ERP 
steigern und gleichzeitig den Lagerwert um über 30% reduzie-ren“, 
so Supply Chain Manager Harald Krestel. Der Einsatz von 
moderner Barcode- und Scannertechnologie beschleunigt da-bei 
nicht nur die Prozesse, sondern beugt auch zuverlässig Ver-wechslungen 
und Fehleinlagerungen vor. 
40 % konnte die Verfügbarkeit 
der Komponenten durch die 
Einführung von Kumavision 
factory gesteigert werden 
Vorteil 4: Weniger Zeit, weniger Fehler 
Moderne ERP-Software ermöglicht die bidirektionale Anbindung 
von CAD- und PIM-Lösungen. Der zeitaufwändige, fehleranfälli-ge 
manuelle Abgleich entfällt. Ein Beispiel: Werden Kaufteile in 
der ERP-Software Kumavision factory angelegt, stehen diese auch 
im CAD-System unmittelbar zur Verfügung. „Wir sparen hier je 
nach Anwendungsszenario zwischen 10 und 30 Prozent Zeit ein, 
da wir auf eine parallele Datenpflege verzichten und damit auch 
Inkonsistenzen vermeiden“, berichtet der CAD-Administrator 
der Gebr. Bellmer Maschinenfabrik aus Niefern-Öschelbronn. 
Auch der vielfach geforderte elektronische Datenaustausch mit 
Kunden und Lieferanten (EDI) lässt sich einfach einrichten. Da-mit 
lassen sich Bestellungen, Lieferscheine, Rechnungen etc. auf 
Knopfdruck in Sekunden übertragen – und zwar in beiden Rich-tungen. 
Die dazu erforderlichen Daten werden automatisch von 
dem ERP-System generiert und verarbeitet. 
Vorteil 5: Garantierte Investitionssicherheit 
ERP-Software kann das Wachstums eines Unternehmens fördern 
und begleiten: „Unsere ERP-Software ist so flexibel und skalier-bar, 
dass unsere 200 Mitarbeiter heute damit genauso erfolgreich 
arbeiten wie die 30 Mitarbeiter vor zehn Jahren“, sagt Christian 
Puritscher, Geschäftsführer des Medizintechnikfertigers OPED 
mit Sitz im bayerischen Valley. Die von OPED eingesetzte Kuma-vision- 
Branchensoftware basiert auf Microsoft Dynamics NAV. 
Microsoft garantiert die Weiterentwicklung bis mindestens 2027, 
so dass auch hier wichtige Planungs- und Zukunftssicherheit ge-boten 
wird. 
Vorteil 6: Schneller Return on Investment 
Die Erfahrung aus zahlreichen Projekten zeigt: Die Einführung 
einer ERP-Software rechnet sich. Viele Kunden der Kumavisi-on 
erreichen nach kurzer Zeit den Return On Invest. Dank des 
Einsatzes agiler Methoden verliert auch die Einführung einer 
ERP-Software ihren Schrecken, wie das positive Feedback der 
Allweier Präzisionsteile GmbH aus Überlingen zeigt: „Mittelstän-dische 
Unternehmen können nicht für jede kleine Aufgabe einen 
Mitarbeiter abstellen. Gemeinsam mit Kumavision haben wir das 
Projekt mit geringem Personalaufwand gestemmt. Das war rich-tig 
gute Arbeit.“ 
Der richtige Zeitpunkt: jetzt 
Optimierte Prozesse, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, gestei-gerte 
Transparenz: Mittelständische Unternehmen profitieren 
von der Einführung einer ERP-Software in mehrfacher Hinsicht. 
Unabhängig von der konjunkturellen Lage, kann die Antwort auf 
die eingangs gestellte Frage nach dem richtigen Zeitpunkt daher 
nur „jetzt“ lauten. Denn Wandlungs- und Handlungsfähigkeit ist 
in jeder Situation gefordert. 
Zum Autor Armin Schneider-Lenhof: 
Armin Schneider-Lenhof ist langjähriger Marketingleiter der KUMAVISION AG, Mark-dorf. 
Seine fachliche Expertise bezieht der studierte Wirtschaftswissenschaftler aus 25 
Jahren Tätigkeit für namhafte ERP- bzw. PPS-Anbieter. 
Competence Book - ERP 47
GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERN DIE IT-INDUSTRIE 
Vier Megatrends fordern 
die gesamte IT-Industrie 
Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud Computing und mobile Endgeräte am Arbeitsplatz 
Autor: Thorsten Reuper, Asseco Solutions AG 
Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud Computing und mobile Endgeräte am Arbeitsplatz – 
gleich vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie heraus. Herr Dr. Winfried Felser, Vor-stand 
der NetSkill AG, hat mit dem Technikchef der Asseco Solutions, Thorsten Reuper, darü-ber 
gesprochen, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf den ERP-Markt haben. 
Herr Reuper, Sie sind für die Entwick-lungsaktivitäten 
eines ERP-Herstellers 
für mittelständische Betriebe zuständig. 
Wie schätzen Sie die Folgen der aktuellen 
IT-Megatrends auf die ERP-Industrie ein? 
Thorsten Reuper 
Die ERP-Hersteller sind von allen Trends, 
die Sie erwähnt haben, unmittelbar be-troffen. 
Und sie dürfen nicht nur darauf 
reagieren, sondern müssen sie aktiv mit-gestalten. 
Denn im ERP-System schlägt 
das Herz der Unternehmen. Unabhängig 
davon, wie die Trends heißen und welche 
Auswirkungen sie haben, am Ende müs-sen 
Unternehmen immer wirtschaftlich 
arbeiten und Gewinne erzielen. Und zur 
Steuerung der dafür notwendigen Prozes-se 
bleibt die ERP-Lösung auch in Zukunft 
das führende System. 
Aber sind die Hersteller nicht überfordert 
angesichts von Entwicklungen, die IT-Gi-ganten 
wie Google oder Apple maßgeblich 
bestimmen? 
Thorsten Reuper 
Das Gute an Trends ist, dass es eine Wei-le 
dauert, bis sie nach der ersten heißen 
Phase der zum Teil aufgeregt geführten 
Diskussionen in den Medien auch in der 
Realität und im Unternehmensalltag an-kommen. 
Und zwar aus den verschiedens-ten 
Gründen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: 
Ja, private Endgeräte haben im Unterneh-mensalltag 
Einzug gehalten. Technisch 
gesehen ist es auch gar nicht so schwer, 
die Geräte in das Unternehmensnetzwerk 
einzubinden. Allerdings ist das ja keine 
rein technische Frage, sondern enthält 
unter anderem auch zahlreiche rechtliche 
und sicherheitsrelevante Aspekte. Ergibt 
es wirklich Sinn, wenn alle Mitarbeiter 
von allen ihren privaten Endgeräten aus 
von überall her auf alle Unternehmensan-wendungen 
und -daten zugreifen dürfen? 
Natürlich nicht. Und die Diskussion, was 
sinnvoll ist und was nicht, muss in Ruhe 
geführt werden. Dabei stellt sich sehr 
schnell heraus, dass in der Regel nur in 
einzelnen Bereichen, zum Beispiel bei der 
mobilen Datenerfassung im Lager oder 
beim sicheren Zugriff der Manager auf die 
Finanzanwendungen, Handlungsbedarf 
besteht. 
Wie sieht es dann beim Thema Industrie 
4.0 aus? Man hat ja manchmal den Ein-druck, 
dass nur das Unternehmen überle-ben 
wird, das diese Idee morgen schon in 
allen Bereichen verwirklicht. 
Thorsten Reuper 
Industrie 4.0 ist, technisch gesehen, zu-nächst 
einmal nichts anderes als das In-ternet 
der Dinge in der Fertigung. Oder 
anders ausgedrückt: Das Produkt spricht 
mit der Maschine und die Maschine 
spricht mit dem System. Was so revoluti-onär 
klingt, ist in Wahrheit eine weitere, 
wenngleich wichtige Stufe in einer evolu- 
„Das Gute an Trends ist, dass es eine Wei-le 
dauert, bis sie nach der ersten heißen 
Phase der zum Teil aufgeregt geführten 
Diskussionen in den Medien auch in der 
Realität und im Unternehmensalltag 
ankommen.“ - Thorsten Reuper 
48 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERN DIE IT-INDUSTRIE 
tionären Entwicklung. Denn die für Industrie 4.0 nötigen Technologien und Standards 
wie SOAP, Web Services, XML, RFID oder TCP/IP sind ja schon vorhanden. Jetzt kommt 
es darauf an, dass diese intelligent dazu genutzt werden, die verschiedenen Ebenen wie 
ERP oder MES, die bislang nur lose miteinander gekoppelt waren und dazu oftmals pro-prietäre 
Protokolle benutzten, nahtlos zu verbinden. Wie das funktionieren könnte, ist 
zum Beispiel in der digitalen Demonstrationsfabrik der RWTH Aachen zu beobachten, 
an der wir uns als Vertreter der ERP-Industrie beteiligen. Im Übrigen müssen wir da-bei 
darauf achten, den miteinander sprechenden Komponenten im Produktionsprozess 
nicht wieder spezielle Dialekte anzutrainieren, nur weil sich dadurch etwaige Verstän-digungsschwierigkeiten 
vermeintlich einfacher und schneller lösen lassen. Denn das 
würde sich später unweigerlich rächen. 
Was gibt es denn außer der Technik zu klären? Die Diskussion wird doch vor allem tech-nisch 
und bisweilen auch politisch geführt. Und für den Standort Deutschland und seine 
langfristige Wettbewerbsfähigkeit sind doch wohl nicht die ERP-Hersteller verantwortlich 
– oder doch? 
Thorsten Reuper 
Die politische Diskussion des Themas Industrie 4.0 hat den Vorteil, dass dadurch in 
kurzer Zeit ein allgemeines Bewusstsein für die zugrunde liegende Problematik geschaf-fen 
wird. Dafür sind wir allen an dieser Diskussion Beteiligten dankbar. Aber Sie haben 
Recht: Natürlich ist es unser Ziel, unsere Kunden mit Hilfe unserer Lösungen in ihren 
Bemühungen um langfristige Wettbewerbserfolge zu unterstützen. Aber dafür tragen 
wir weder die alleinige noch letzte Verantwortung. Was es aus unserer Sicht vordringlich 
zu klären gilt, sind die noch ungeklärten kaufmännischen und sonstigen Fragen von 
Industrie 4.0, die aus den technischen Möglichkeiten heraus entstehen. 
Könnten Sie uns ein paar Beispiele für die 
noch offenen Fragen nennen? 
Thorsten Reuper 
Das zweite Grundprinzip von Industrie 
4.0 ist neben der Kommunikation die 
Dezentralität. Zu Ende gedacht bedeutet 
das, dass die Produkte und Maschinen 
völlig frei entscheiden können, welchen 
Ablauf sie in der Fertigung wählen. Das 
kann dann zwar der schnellste Ablauf, 
aber auch der teuerste sein. Das wäre aber 
sicher nicht im Sinne des Erfinders. Oder 
wenn jedes Bauteil seine sämtlichen mate-rialspezifischen 
Informationen digital mit 
sich trägt, kann ein einziger erfolgreicher 
digitaler Spionageakt den kompletten 
Ruin des Herstellers nach sich ziehen. Wir 
müssen also in realitätsnahen Versuchen 
klären, wie viel Dezentralität, wie viel In-formationsdichte 
und wie viel Kommuni-kation 
sinnvoll sind. Und die Antworten 
werden nicht heute oder schon morgen 
vorliegen, sondern Zeit brauchen. 
Zum Autor Thorsten Reuper: 
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tä-tig, 
ist Thorsten Reuper ein besonders versierter 
Mann mit einem umfassenden technischen Hinter-grund, 
der weitreichende Erfahrungen in verschie-denen 
renommierten Unternehmen vorweisen 
kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwort-lichen 
ist die konsequent verfolgte, strategisch 
ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten 
Funktionserweiterungen und einem besonderen 
Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies 
soll insbesondere durch eine enge und vertrauens-volle 
Zusammenarbeit mit Kunden und Interessen-ten 
realisiert werden. Der verheiratete Vater einer 
Tochter verbringt seine freien Stunden am liebsten 
mit der Familie – entweder beim Wandern, auf 
ausgedehnten Radtouren oder beim Shoppen in 
Berlin. 
Competence Book - ERP 49
GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERN DIE IT-INDUSTRIE 
Das klingt fast so, als wäre die einfachste Aufgabe bei neuen 
Trends die Beherrschung der Technik. Andererseits wurde schon 
vor mehr als zehn Jahren die voll automatisierte Lieferkette un-ter 
dem Schlagwort SCM versprochen und lässt bis heute auf 
sich warten. Das hat viele Anwender speziell aus der Industrie 
misstrauisch gemacht. 
Thorsten Reuper 
Natürlich haben Sie Recht. Einfach ist es nicht. Und ich behaupte 
auch nicht, dass wir bei Asseco auf alle Aspekte und Herausfor-derungen 
von Technologietrends vollständige und fertige Ant-worten 
hätten. Aber wir haben es geschafft, das Potenzial von 
Zukunftstechnologien richtig einzuschätzen und dadurch in un-seren 
Lösungen schon beizeiten die Grundlagen zu schaffen, um 
mit den Megatrends von heute nicht nur mitgehen, sondern sie 
sogar zu unserem und dem Vorteil unserer Kunden heute schon 
nutzen zu können. Ich möchte nur ein Beispiel hierfür heraus-greifen: 
Wir haben uns schon Anfang des letzten Jahrzehnts da-für 
entschieden, unser ERP-System komplett auf Web-Technolo-gien 
mit einer sauberen Mehrschichtenarchitektur umzustellen, 
und haben zu diesem Zweck unsere Lösung komplett neu pro-grammiert. 
Das war für einen mittelständischen ERP-Hersteller 
wie uns ein Kraftakt, gleichzeitig aber wegweisend für die ganze 
Branche. Schauen Sie sich doch nur einmal an, wie mühsam die-ser 
Weg selbst für die Schwergewichte der ERP-Industrie ist. Wir 
unterstützen technologisch schon seit mehr als zehn Jahren das, 
was heute Cloud oder Internet der Dinge heißt. 
War das Zufall oder hat Asseco im Gegensatz zu anderen hellse-herische 
Fähigkeiten? 
Thorsten Reuper 
Weder das eine noch das andere. Die Entwicklungsabteilung ei-nes 
Softwareherstellers darf nie nur die Anforderungen des Au-genblicks 
im Sinn haben, sondern muss daneben auch eine Art 
Grundlagenforschung betreiben. In der zweiten Hälfte der 1990er 
Jahre wurde klar, dass das Internet die Infrastruktur der Zukunft 
sein würde, für alle IT-Dienste und 
-Anwendungen. Welche genau das einmal sein würden, stand 
hingegen noch in den Sternen. Es ist wie bei der öffentlichen In-frastruktur, 
bei Straßen und Schulen. Investitionen in diese Be-reiche 
zahlen sich immer aus. Sie unnötig auf die lange Bank zu 
schieben, führt später zu überhöhten Kosten und entgangenen 
Gewinnen. Das ist einer der Gründe, warum wir aktiv mit For-schungsinstituten 
und Verbänden zusammenarbeiten und Geld 
in die Grundlagenforschung investieren. Das gehört auch zu den 
Aufgaben eines Softwareherstellers. 
Nun sind Technologie, Betriebswirtschaft und Produktion die eine 
Sache. Man hat den ERP-Herstellern in der Vergangenheit oft vor-geworfen, 
sie kümmerten sich um alles, nur nicht um die Anwen-der. 
Thorsten Reuper 
Das war und ist leider in vielen Fällen ein berechtigter Vorwurf, 
der allerdings in der technischen Historie begründet liegt. Als 
wir auf die Internettechnologie umgestiegen sind, haben wir 
auch die ergonomischen Möglichkeiten erkannt, die der Browser 
als Benutzeroberfläche bietet. Von Anfang an haben wir deshalb 
konsequent die ergonomischen Prinzipien nach DIN-Norm wie 
Erwartungskonformität oder Fehlertoleranz umgesetzt. Solche 
„Die Entwicklungsabteilung eines 
Softwareherstellers darf nie nur die 
Anforderungen des Augenblicks im 
Sinn haben, sondern muss daneben 
auch eine Art Grundlagenforschung 
betreiben.“ - Thorsten Reuper 
50 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERN DIE IT-INDUSTRIE 
„Ich bin überzeugt, dass sich das Kon-zept 
Cloud Computing langfristig 
durchsetzen wird. Ein Grund wird im 
Übrigen Industrie 4.0 sein.“ - Thorsten Reuper 
Prinzipien kann man, technisch gesehen, im Nachhinein nur 
schwer einbauen, sondern muss sie von Anfang an in der Ent-wicklung 
berücksichtigen. Auch das ist ein Grund, das Neue 
nicht nur aufgeregt zu diskutieren, sondern erst einmal gründ-lich 
durchzudenken. Danach freilich sollte man schnell handeln 
und die entwickelten Konzepte konsequent umsetzen. 
Aber besteht nicht doch die Gefahr, von überraschenden Entwick-lungen 
wie dem Erfolg von Smartphones oder Tablets, der sich zu 
einem guten Teil auf dem Bedienkomfort dieser Geräte gründet, 
überrannt zu werden? 
Thorsten Reuper 
Diese Gefahr besteht freilich immer, sie ist Teil des unterneh-merischen 
Risikos. Aber auch hier profitieren wir von den stra-tegischen 
Entscheidungen der Vergangenheit. Wir setzen auf 
Microsoft-Technologie und unterstützen deshalb berührungs-empfindliche 
Bildschirme, seit Windows 8 auf dem Markt ist. 
Außerdem arbeiten wir gerade daran, unsere ERP-Oberfläche 
auf Basis von HTML5 in Richtung responsives Webdesign wei-terzuentwickeln. 
Unsere Website funktioniert schon nach die-sem 
Prinzip und ihre Darstellung passt sich automatisch den 
grafischen Möglichkeiten Ihres Endgeräts an. Das ist aber nur 
ein Schritt, wir müssen nicht mehr den ganzen Weg gehen. Wir 
müssen nicht bei Adam und Eva anfangen und zum Beispiel von 
einem fetten Client auf den Browser umsteigen. 
Sie sagten, dass Asseco Solutions schon seit mehr als zehn Jahren 
Cloud Computing beherrscht. Was ist denn der aktuelle Stand die-ses 
Konzepts in Sachen ERP? 
Thorsten Reuper 
Auch dieses Thema weist eher evolutionären Charakter auf. Das 
erkennen Sie schon daran, dass viel darüber geredet wird, dass 
aber demgegenüber die Akzeptanz bei den Kunden deutlich 
hinterherhinkt. Und das zu Recht: Denn Cloud Computing ist 
wieder einmal nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch 
der Sicherheit und des Rechts. In den ERP-Daten ruht der Schatz 
des deutschen Mittelstands, der im weltweiten Maßstab eine sehr 
große Anzahl an Weltmarktführern hervorgebracht hat. Viele 
Staaten und Unternehmen aus allen Teilen der Welt dürften ein 
Interesse daran haben, an dieses wertvolle geistige Eigentum zu 
gelangen. 
Das heißt, Cloud Computing ist im Grunde gar kein Thema? 
Thorsten Reuper 
Ich bin überzeugt, dass sich das Konzept langfristig durchsetzen 
wird. Ein Grund wird im Übrigen Industrie 4.0 sein. Denn wir 
werden viele Maschinendaten über die Cloud entlang der unter-nehmensübergreifenden 
Liefer- und Wertschöpfungskette aus-tauschen 
müssen. Die technischen Voraussetzungen sind dafür 
in unserem System bereits gegeben. Dazu zählen insbesondere 
die vollständige Webbasierung und die Multimandantenfähig-keit 
inklusive Multi-Site-Unterstützung. Dennoch fällt die Nach-frage 
nach APplus aus der Cloud noch eher gering aus, wir bewe-gen 
uns hier immer noch eher im Bereich des Cloud-Modells, das 
früher schlicht Hosting oder ASP genannt wurde. Aber das wird 
sich ändern. Insbesondere bei den Klein- und Kleinstfirmen, die 
Kapitalinvestitionen scheuen, sehen wir ein sehr großes Poten-zial. 
Blicken wir etwas in die Zukunft: ERP 2020 – wie wird das Ihrer 
Meinung nach aussehen? 
Thorsten Reuper 
Vieles von dem, was wir hier diskutiert haben, wird sich 2020 in 
einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. So wer-den 
wir uns hoffentlich auf die nötigen Standards geeinigt und 
diese auch erprobt haben, damit Kunden ohne größere Mühen 
das Konzept von Industrie 4.0 bei sich im Unternehmen einfüh-ren 
können. 
Kunden müssen aber nicht nur von einer Idee überzeugt sein, 
sondern auch über die finanziellen und personellen Ressourcen 
verfügen, um neue Ideen umzusetzen. Wie reagieren Sie darauf? 
Thorsten Reuper: Indem wir nicht reagieren, sondern diesen 
Weg durch eine kluge, evolutionäre Releasepolitik ebnen. So nä-hern 
wir uns gemeinsam mit den Unternehmen dem großen Ziel, 
Schritt für Schritt zwar, dafür aber beharrlich und konsequent. 
Competence Book - ERP 51
GRUNDLAGEN - ERP TRENDS 2014 
ERP Trends 2014 
Beobachtungen im Markt und Trends 
AUTOR: Ralf Korb, BARC GmbH 
Big Data / BI / Analytics 
Das Datensammeln gelingt den Unternehmen seit einigen Jahren 
schon sehr gut. Zunehmend interessieren sie sich auch für die 
Auswertung und, fast noch wichtiger, die Zurverfügungstellung 
von Echtzeitdaten, um auf Basis aktueller Daten Entscheidun-gen 
treffen zu können. Dies betrifft Abverkaufs Zahlen und damit 
Produktionsvorgaben genauso wie Mitarbeitereinsatzplanung 
und beispielsweise die Einbeziehung von Wetterdaten im Agrar-bereich 
für die Absatzprognoseplanung. 
Neu für ERP-Systeme ist der Zwang, die strukturierten Daten mit 
unstrukturierten Daten aus externen Quellen zu kombinieren. 
Dies führt zu einem weiteren Anstieg der zu verarbeitenden Da-tenmengen 
und erhöht den Druck, kosteneffizient und schnell 
zu analysieren. 
Zwar scheint der Hype rund um Big Data seinem Höhepunkt 
entgegenzusteuern, doch die Umsetzung bei den Unternehmen 
hält damit noch nicht Schritt. So müssen die neu entstandenen 
großen Datenmengen in der Regel in ein separates BI-System zu 
Analysezwecken überführt werden. Die große Herausforderung 
für Unternehmen wird es sein, die unterschiedlichen Informa-tionsquellen 
aus unstrukturierten und strukturierten Daten zu 
integrieren. SAP ist mit der In-memory-Datenbank HANA ak-tuell 
in der Vorreiterrolle und versucht diese, technologisch in 
den eigenen Produkten zu integrieren und den Bestandskunden 
schmackhaft zu machen. 
Hybride Systeme / Cloud 
Zwar nimmt der Anteil der Unternehmen, die auf eine Cloud- 
ERP-Lösung setzen zu. Doch die Unsicherheit wo wirklich Da-tensicherheit 
herrscht, hat erst einmal für einen weiteren Dämp-fer 
in der zumindest im deutschsprachigen Raum eher kritischen 
Öffentlichkeit geführt. Es ist zwar durchaus richtig und notwen-dig, 
dass sich Anwender mit dem Thema auseinandersetzen, 
doch setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass eine reine 
Cloud-Lösung nicht das Allheilmittel ist. Wenn Cloud, dann lie-ber 
Hybride Lösungsansätze. 
Vielmehr sind Konzepte interessant, die dem Anwender die 
Wahlfreiheit lässt. Je nach Bedarf können Lastspitzen oder Nie-derlassungen 
per Cloud aufgefangen werden, während in der 
Zentrale klassisch die on-premise-Version im Einsatz ist. 
Für Großunternehmen spielen Cloud-Szenarien durchaus auch 
eine Rolle, aktuell aber eher im Bereich der Verwaltungsfunkti-onalitäten, 
beispielsweise im Bereich Human Capital Manage-ment 
und der Buchhaltung oder als Möglichkeit, Niederlassun-gen 
anzubinden. 
Internet der Dinge / Industrie 4.0 
Seit einigen Jahren schon geistert das „Internet der Dinge“ 
durch die Gazetten, beispielsweise in Form des Selbst-bestellen-den 
Kühlschranks. So langsam zeichnen sich erfreulicherwei-se 
Standardisierungstendenzen ab – und damit sinkt die Angst 
der Anwender, auf das falsche, proprietäre System zu setzen. So 
zeichnet sich ein Standard für die drahtlose Kommunikation ab, 
Bluetooth hat über die letzten Jahre hier entsprechende Vorarbeit 
im Bereich Tablet, PC und Handy geleistet. Zunehmend haben 
sich Plattformen und Hubs herausgebildet, die es übernehmen, 
einzelne Teilnehmer zu verbinden. Ich bin davon überzeugt das 
diese Plattformen werden weiter an Popularität gewinnen. 
52 Competence Book - ERP
GRUNDLAGEN - ERP TRENDS 2014 
Schon weit fortgeschritten sind Telematik-Dienste, sowohl in der privaten als auch der 
kommerziellen Nutzung. RFID, obwohl in einigen Unternehmen schon seit mehreren 
Jahren in der Testphase, wartet immer noch auf den flächendeckenden Durchbruch. 
Dies ist der fehlenden Infrastruktur bei Lesegeräten einerseits, andererseits aber auch 
immer noch zu hohen Kosten für passive und aktive Chips geschuldet. 
ERP-seitig bedeutet das Internet der Dinge ein weiteres Anwachsen der strukturierten 
und unstrukturierten Datenmengen – die es zu verarbeiten und auszuwerten gilt. Hier 
spielt das Schlagwort Big Data wieder eine Rolle - in diesem Bereich haben Anwender 
wie Anbieter noch einige Hausaufgaben zu erledigen. 
User Interface / Mobility 
Die Appisierung der ERP-Funktionalität steht aktuell erst am Anfang. Durch den Ein-satz 
mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets erforderliche Änderungen in der 
Benutzerführung fördern den Trend zur funktionalen Aufgliederung. Für einzelne Auf-gaben 
wie Reisekostenabrechnung – vielleicht sogar mit integrierter Scanmöglichkeit 
der Belege -, Urlaubsanträge aber auch Zeiterfassung von Service-Technikern bietet sich 
die Erstellung von Apps an. Der Trend zum Smartphone ist ungebrochen, die Erfassung 
muss schnell gehen – komplexe, auf Monitor/Tastatur/Maus-Bedienung ausgerichtete 
Eingabesysteme kommen schnell an die Grenzen der Anwenderakzeptanz. Es liegt also 
nahe, Einzelfunktionalität Touch-optimiert zur Verfügung zu stellen, um diese Anfor-derungen 
zu erfüllen. 
Social ERP 
Die Interaktion innerhalb von Unternehmen und innerhalb von geschlossenen Benut-zergruppen 
wird zunehmend in Anwendungen verlagert, die ähnlich wie Facebook 
funktionieren. Denn die eher informelle Kommunikation in solchen sozialen ersetzt 
einerseits virtuell das Gang-Gespräch, bietet aber andererseits den Vorteil, dass Infor-mationen 
durch Suchfunktion archiviert und abrufbar sind und sich quasi automatisch 
der Wissensspeicher des Unternehmens füllt. So schwappen Kommunikationsmetho-den, 
die Mitarbeiter aus dem privaten Umfeld kennen, zunehmend in die Unternehmen 
und sorgen dort auf längere Sicht auch für einen Wandel der Kommunikationskultur. 
Allerdings müssen Anwender bereit sein, diesen Weg zu gehen und zur Not alte Kom-munikationsmodelle 
rigoros abstellen. Eine parallele Weiterführung von beispielsweise 
Email ist inkonsequent und wird voraussichtlich nur zu unbefriedigenden Ergebnissen 
führen. 
„Neu für ERP-Systeme ist der Zwang, 
die strukturierten Daten mit un-strukturierten 
Daten aus externen 
Quellen zu kombinieren.“ - Ralf Korb 
Zum Autor Ralf Korb: 
Ralf Korb kann seit 1986 auf eine 
über 25-jährige Erfahrung in der 
IT zurückblicken. Er begann seine 
Karriere Mitte der 80er Jahre im 
Anschluß an sein BWL Studium in 
Köln als Systemberater und Ver-triebsrepräsentant 
bei der Bull AG, 
arbeitete als Produktmanager für 
die Esselte Meto GmbH, und war 
bei Systems Union und Update 
Marketing als Marketingleiter Zen-traleuropa 
tätig. Bis 2002 war Ralf 
Korb als Vice President Marketing 
und Business Relations und Mem-ber 
of the Board bei Team Brendel 
AG tätig. Im Anschluß an eine 4 
jährige Analystentätigkeit bei der 
Hewson Group als Research Direc-tor 
und einer freien publizistischen 
Tätigkeit hat er Anfang 2007 eine 
Managementaufgabe im Security 
Umfeld übernommen. Korb verant-wortete 
bei der Check Point Tech-nolgies 
GmbH das Marketing für 
CE und ist der Hewson Group als 
Senior Research Fellow und Advi-sor 
weiterhin verbunden. 
Mit seinem Wechsel zu asfc, einem 
Messeveranstalter aus Fürth präg-te, 
er das Bild der Messe CRM-ex-po 
maßgeblich von 2009 - 2012. 
Competence Book - ERP 53
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ANWENDUNGEN & 
LÖSUNGSBAUSTEINE
Einleitung Grundlagen Anwendungen & 
Lösungsbausteine 
5 Editorial Volker Schnittler 
ERP 2020 
Zukunft, aber keine 
Science Fiction 
6 Grußwort Frank Naujoks 
Gerüstet für den Wettbewerb 
von morgen 
7 Grußwort Otto Schell 
ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit 
um Zukunftsfähigkeit 
8 Grußwort Thorsten Reuper 
ERP der Zukunft - die Zukunft 
des ERP hat gerade erst 
begonnen 
9 Grußwort Manfred Deues 
Maximale 
Prozesstransparenz 
10 Zahlen kompakt 
Infografik ERP 
14 Statements 
Statements zu ERP 
20 ERP 2020 I 
Roundtable zu ERP 2020 
28 ERP 2020 II 
Die ERP 2020-Initiative des 
VDMA vorgestellt 
31 ERP 2020 III 
21 Thesen für das 
ERP der Zukunft 
36 ERP Auswahl 
Die Zeit ist reif: Ein neues 
ERP-Auswahlverfahren 
41 ERP Einführung I 
So vermeiden Sie 
Stolperfallen bei der 
ERP-Einführung 
43 ERP Einführung II 
ERP-Systeme einführen: 
In drei Phasen zum Erfolg 
46 Wandlungsfähigkeit 
Mehr Wandlungsfähigkeit 
dank moderner ERP 
48 ERP Trends I 
Vier Megatrends fordern 
die gesamte IT-Industrie 
52 ERP Trends II 
ERP Trends 2014 
57 ERP 2020 IV 
Eine Einführung zu den 
ERP-2020-Reports 
59 ERP 2020 V 
Mobility, Connectivity, 
Usability: Empirie zur 
Trilogie der ERP 2020 
65 Mobility 
Das Büro in der Westentasche 
Business-Software wird mobil 
67 Cloud 
ERP in der Cloud 
Zwei Trends zeichnen sich ab 
69 Usability 
ERP 2020 und Industrie 4.0 
Usability - next steps 
71 Herausforderungen 
Herausforderung 
Prozessoptimierung 
74 Integration 
Vorteile einer ERP/MES-Integration 
76 Internationalisierung 
Wie ERP-Systeme 
internationale Geschäftspro-zesse 
unterstützen 
79 Fertiger 
ERP für Einzel- und 
Auftragsfertiger 
4 Unser Kompetenz-Netzwerk 
Partner des 
Competence Books 
INHALT 
56 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP 2020-MOBILITY, CONNECTIVITY, USABILITY 
Mobility, Connectivity, Usability 
eine Einführung zu den ERP-2020-Reports 
AUTOR: Volker Schnittler 
ERP ist in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagen-baus 
zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine Commo-dity 
wie der Strom, der aus der Steckdose kommt. Es ist 
jedoch eine Commodity mit viel Potential, die sich ständig ver-ändert 
und verbessert. 
Weil ERP so selbstverständlich genutzt, aber als unverzichtbares 
Rückgrat sämtlicher kaufmännischer Geschäftsprozesse heute 
im Unternehmen so wenig im Bewusstsein ist und sich gleichzei-tig 
nachhaltig und umfangreich verändern muss und wird, haben 
wir vom VDMA die Kampagne ERP 2020 gestartet. 
Wissenschaftlich und inhaltlich wird diese Kampagne vom FIR 
Aachen und von unserem Mitglied, der Trovarit AG, begleitet 
und unterstützt. 
Wir wollen Potentiale und Möglichkeiten zu noch intensiverer 
Nutzung für höheren Unternehmenserfolg genauso aufzeigen 
wie zukünftige Anforderungen der Nutzer aus unserer Branche, 
dem Maschinen- und Anlagenbau, um die Hersteller der Systeme 
zu motivieren, diese zum Nutzen der Anwender weiter zu ent-wickeln. 
Durch ein verändertes Nutzerverhalten und daher hoher Markt-dynamik 
drängen die drei Schlüssel-Themen Mobility, Connec-tivity 
und Usability in den Fokus. Diese Themen werden daher 
auch in den drei Competence Reports zur ERP 2020-Kampagne 
beleuchtet. Im Folgenden wollen wir vorab kurz skizzieren, was 
wir unter diesen Themen verstehen und warum diese Themen für 
uns relevant sind. 
Mobility von ERP: 
Mobility ist für uns im ERP-Kontext die Fähigkeit jederzeit, über-all 
und mit jedem beliebigen Gerät auf Applikationen und In-formationen 
einer Unternehmenssoftware zugreifen zu können. 
Mobilität ist ein Megatrend in allen Bereichen der Unternehmen. 
Die Relevanz der Mobilität ergibt sich aus einer Vielzahl von Fak-toren: 
• Klassisch sind Vertriebsaußendienst und der Service 
schon immer „mobil“ unterwegs. Heute können sie deutlich 
umfassender unterstützt werden. 
• Zunehmend ist die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten aber 
auch generell ein Instrument, um Mitarbeiter zu gewin-nen 
und zu binden: 
• Junge Mitarbeiter stellen heute andere Ansprüche als 
ihre Vorgänger an ihre Arbeitswelt. Sie wünschen die 
neue Flexibilität der Mobilität 
• Aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für 
eine Phase ihres Lebens ihren Lebensmittelpunkt in 
die Familie verlegen, müssen unter diesen Umständen 
an das Unternehmen angedockt werden 
• Generell können schließlich innovative, flexiblen Ar-beitszeitmodelle 
einfach mit mobilem Arbeiten rea-lisiert 
werden 
• Mobilität schafft aber auch nach außen Mehrwert für Un-ternehmen, 
da neue Geschäfts- und Wertschöpfungsmo-delle 
möglich werden. 
• Mobilität schafft schließlich volkswirtschaftlichen Nut-zen 
und nachhaltige Entlastung von Natur und Infrastruk-tur, 
weil für die Leistungserbringung keine unnötigen Orts-wechsel 
vollzogen werden müssen. 
„Durch ein verändertes Nutzerverhalten und daher hoher 
Marktdynamik drängen die drei Schlüssel-Themen Mobility, 
Connectivity und Usability in den Fokus“ - Volker Schnittler 
Competence Book - ERP 57
ANWENDUNGEN - ERP 2020-MOBILITY, CONNECTIVITY, USABILITY 
Connectivity von ERP: 
Connectivity ist für uns im ERP-Kontext 
die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Sys-temen 
über Schnittstellen zu kommuni-zieren. 
Connectivity ist als Möglichkeit, zu jeder 
Zeit und an jedem Ort „verbunden“ zu 
sein, eine notwendige Voraussetzung für 
die gewünschte Mobilität. Als führendes 
System für die Abwicklung kaufmänni-scher 
Unternehmensprozesse ist ERP die 
verbindende „single source of truth“. Dies 
setzt voraus, dass die Daten in ERP kon-sistent 
und redundanzfrei sind und von 
anderen Unternehmenssystemen genutzt 
werden. 
Für die Nutzung der Daten ist es erforder-lich, 
Regeln und Standards für den Da-tenaustausch 
zu vereinbaren. In diesem 
Zusammenhang ist es erforderlich, die 
Schnittstellen zwischen den Unterneh-menssoftwaresystemen 
bezüglich ihrer 
Integrationsplattformen, ihrer System-architekturen, 
ihrer Datenformate und 
Syntax kompatibel zu machen. Ziel ist, die 
Daten der Systeme gegenseitig in Echtzeit 
auszutauschen und zu nutzen. 
Usability von ERP: 
Usability ist für uns im ERP-Kontext die Fähigkeit der einfachen Handhabbarkeit und 
Benutzbarkeit von Systemen, insbesondere durch Softwareergonomie 
Auch Usability ist wie Connectivity eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche 
Mobility. Was bei Smart Devices im privaten Bereich längst „State of the Art“ ist, wird 
zunehmend auch für Business Software gefordert. Im Fokus steht vor allem die Ergono-mie 
der Softwarelösungen. Während in den vergangenen 30 Jahren vor allem die Funkti-onalität 
von ERP vorangetrieben wurde, gilt es nun, die entstandene Leistungsfähigkeit 
aber auch die resultierende Komplexität zu beherrschen. 
Das betrifft einerseits die Erlernbarkeit der Nutzung, also den Schulungsaufwand, der 
heute mit enormem Aufwand und selten nachhaltig umgesetzt werden kann. Eine Her-ausforderung 
ist weiterhin ein differenziertes Nutzerverhalten von „digital immigrants“, 
also der Nutzer, die IT im Laufe ihres Berufslebens kennen gelernt haben und der „di-gital 
natives“ die keine Welt ohne IT mehr kennen. Darauf müssen Unternehmenssoft-warsysteme 
flexibel reagieren können. 
Zukünftige Systeme werden den Nutzer weit mehr als es heute der Fall ist durch die 
Funktionen führen oder lotsen. So wird ein wirksames Workflow-Management möglich, 
wo heute die Nutzer noch nach Belieben links und rechts am vorgesehenen Workflow 
vorbei arbeiten. Zur Begrenzung der Komplexität werden Rollenkonzepte genauso hilf-reich 
sein wie „virtuelle Desktops“, die dem Benutzer zu jeder Zeit und an jedem Ort 
eine gewohnte Arbeitsumgebung bieten, in der er sich leicht zu Recht finden kann.Die 
Mensch-Maschine Schnittstelle wird jenseits von Tastatur und Maus durch die Möglich-keit 
der Steuerung durch Sprache, Gestik und Haptik ergänzt werden. 
Die Gestaltung von Abläufen und Prozessen wird sich vielleicht bis hin zur „gamificati-on“ 
entwickeln, die dem Systembenutzer Spaß bei der Durchführung seiner Aufgaben 
vermittelt und ein Erreichen des Prozessziels nicht nur sachlich sondern auch emotio-nal 
als höchst erstrebenswert erscheinen lässt. 
Mit diesem Dreiklang von Mobility, Connectity und Usability können ERP-Systeme Un-ternehmen 
noch zukunftsfähiger für die Herausforderungen 2020 und darüber hinaus 
machen. Wir begleiten als VDMA diesen Prozess gerne mit. 
Zum Autor Volker Schnittler: 
Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kaufmännische 
Unternehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigura-tionslösungen 
bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort 
leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied im 
Forschungsbeirat des fir (Aachen). 
58 Competence Book - ERP
ERP 2020 Teil I: 
Mobility auf dem Vormarsch 
AUTOR Karsten Sontow 
ERP goes Mobile - Zwei Drittel der ERP-Produkte unterstützen Smartphone oder Tab-let- 
Computer. Mobile Computing etabliert sich als Bestandteil von ERP-Lösungen – 
das zeigen Auswertungen aus dem IT-Matchmaker® der Trovarit, der größten Daten-bank 
mit ERP-Lösungen im deutschsprachigen Raum 
40% 
35% 
30% 
25% 
20% 
15% 
10% 
5% 
0% 
0 1 2 3 4 5 
Anteil der Lösungen (N=229) 
Anzahl unterstützter Mobilplattformen 
© 2014 Trovarit AG 
ANWENDUNGEN - ERP-2020 MOBILITY 
Rund zwei Drittel der ERP-Systeme unterstützen den Zugriff per Smartphone oder Tablet. Knapp die Hälfte davon ist allerdings auf eine Mobil-Technologie 
beschränkt (Quelle: Trovarit AG) 
Demnach unterstützt knapp zwei Drit-tel 
aller 229 untersuchten ERP-PRodukte 
zumindest eine der am Markt vertretenen 
Mobil-Plattformen und ist damit über-haupt 
für den mobilen Einsatz mit Smart-phone 
oder Tablet aufgestellt. Allerdings 
ist fast die Hälfte dieser ERP-Lösungen 
auf eine Mobilplattform beschränkt (z.B. 
iOS oder Windows Mobile oder Android). 
Ein Umstand der angesichts der Vielfalt an 
Endgeräten, die erfahrungsgemäß aus der 
weit verbreiteten Strategie des „Bring Your 
Own Device“ (BYOD) resultiert, durchaus 
relevante Einschränkungen der mobilen 
Nutzbarkeit mit sich bringt 
Betrachtet man genauer, welche Mo-bil- 
Plattformen durch die 229 ERP-Pro-dukte 
unterstützt werden, dann liegen 
die Window Mobile-basierten Geräte mit 
deutlich über 50 Prozent vorne, gefolgt 
vom iPhone und iPad mit jeweils gut 30%. 
Die bei Smart-Phones und Tablets mittler-weile 
am weitesten verbreitete Plattform 
„Android“ wird dagegen nur von knapp 25 
Prozent der Lösungen unterstützt. 
Der überproportional hohe Anteil der 
Windows Mobile Plattform ist sicherlich 
auch darauf zurückzuführen, dass sowohl 
Server- als auch Client-Technologien aus 
dem Hause Microsoft im ERP-Segment 
die mit Abstand am weitesten verbreite- 
Competence Book - ERP 59
Prozesse optimieren 
Schneller Zugriff auf Informationen 
Bessere Information 
Prozesse automatisieren 
Höhere Prozessintegration 
Höhere Datenintegration 
Anzahl Systeme reduzieren 
Sicherheit / Datensicherheit erhöhen 
IT-Aufwand und -Kosten senken 
Bessere Performance der IT 
Prozess-Kosten senken 
Bessere externe Integration (EDI) 
Komplexität der IT reduzieren 
IT "unter Kontrolle" der GF bringen 
ANWENDUNGEN - ERP-2020 MOBILITY 
-20% -10% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 
Anteil der Projekte 
Sonstige 
Trend '00/'10 
2009/2010 (n = 417) 
1999/2000 (n = 1.387) 
©2012, Trovarit AG, Aachen 
Anwender wollen optimierte Prozesse und schnellen Informationszugriff. Damit ist immer öfter auch eine mobile 
Nutzung von ERP-Software verbunden. (Quelle: Trovarit AG) 
ten Plattformen darstellen. 
So unterstützen knapp 90% 
der ERP-Produkte einen 
Windows-Server und gar 
98,5% zumindest einen der 
Windows-Clients. Auch 
diese Asymmetrie zwischen 
den Technologien der Busi-ness- 
Software einerseits und 
den – oft durch persönliche 
Präferenzen bestimmten – 
Mobile Devices wirft derzeit 
noch Fragen bzgl. der „Mo-bility“ 
von ERP-Software auf. 
Die Motivation für den mo-bilen 
Einsatz von ERP-Lö-sungen 
auf Seiten der An-wender 
dokumentiert die 
Trovarit-Studie „ERP in der 
Praxis“ bereits in 2012: Die 
Befragung von mehr als 
2.200 ERP-Anwendern er-gab, 
dass schneller Zugriff 
auf Informationen auf Platz 
zwei der wichtigsten Ziele 
des Einsatzes von ERP-Soft-ware 
darstellt. Diese Rang-folge 
trifft insbesondere auf 
den Mittelstand zu, der die 
ERP-Lösung als ein zentra-les 
Werkzeug zur Verbesse-rung 
der Geschäftsprozesse 
betrachtet und auch mit 
dieser Zielsetzung in neue 
ERP-Software investiert. Bei 
den großen Unternehmen 
werden ERP-Investitionen 
dagegen eher durch Themen 
wie „Prozess- und Datenin-tegration“ 
sowie die Konso-lidierung 
der IT-Landschaft“ 
motiviert. 
Zum Autor Dr. Karsten Sontow 
Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Grün-der 
und Vorstand der Trovarit AG, Aachen, 
einem Spezialisten für die Evaluation von 
Business Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). 
Dort verantwortet er die Bereiche Marketing, 
Account Management, Research und Finan-zen. 
Dr. Sontow studierte Maschinenbau und 
Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und 
am Massachussetts Institute of Technology in 
Cambridge, USA. Seinen Doktortitel im Ma-schinenbau 
erwarb er an der RWTH Aachen. 
60 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP 2020 USABILITY 
ERP 2020 Teil II: 
Usability als Erfolgsfaktor 
AUTOR Karsten Sontow 
Usability von ERP-Lösungen – Neue Konzepte sind notwendig. Folgt man den 2.200 
Teilnehmern der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“, dann lassen sich die wichtigsten 
Ziele des ERP-Einsatzes in einem Satz zusammenfassen: „‚Schneller Zugriff‘ auf ‚bes-sere 
Informationen‘ um die ‚Geschäftsprozesse zu optimieren‘“. Diese Ziele lassen sich nur 
erreichen, wenn die Rechnung nicht ohne den Endanwender des Werkzeugs „ERP-Software“ 
gemacht wird. Schließlich ist letztlich der Anwender vielfach Lieferant und fast immer Ab-nehmer 
der Daten und Informationen, die in der ERP-Lösung verarbeitet werden. 
Stete Herausforderung Sichere Basis 
Legende Kategorien 
Implementierungspartner 
Projektergebnis 
System 
Wartungspartner 
Gesamteindruck 
Mitarbeiter-Schulung 
Beratung 
/ Support 
Gesamteindruck 
Funktionalität 
Branchen-kompetenz 
Engagement 
Projektmanagement 
Gesamteindruck 
Customizing 
Projektergebnis 
Zielerreichung 
Budgettreue 
Account-Manager 
Personalaufwand 
Termintreue 
Eigenentwicklungs-anteil 
Hotline / Support 
Mittelwert 
Schulungs-/ Informations-angebot 
Updates/Release-Wechsel 
Schnittstellen 
Ergonomie 
Performance 
Release-Fähigkeit 
Formulare & Auswertungen 
KMU-Tauglichkeit 
Preis-/ Leistungsverhältnis 
Anpassbarkeit / Flexibilität 
Stabilität 
Böse Überraschungen Spreu & Weizen 
©2012, Trovarit AG, Aachen 
Zufriedenheit (1,0 – „mangelhaft“; 5,0 – „sehr gut“) hoch 
0,4 
1,4 
3,5 4,5 
niedrig 
© 2012 Trovarit AG 
Das scheint in der Praxis auch ähnlich 
gesehen zu werden. Zumindest zählen 
Aspekte wie die „Praktikabilität“ und „Er-gonomie“ 
der ERP-Software mit zu den 
wichtigen Kriterien bei der Auswahl einer 
ERP-Lösung. Allerdings deutlich nach As-pekten 
wie der „Funktionalität“ und der 
„Flexibilität“ der Software. 
Diese Priorisierung ist zwar insofern nach-vollziehbar, 
als über die Funktionalität der 
ERP-Software die gesuchte Unterstützung 
der Geschäftsprozesse erreicht wird. Mit 
der Forderung nach Flexibilität wird au-ßerdem 
dem Umstand Rechnung getra-gen, 
dass Unternehmensstrukturen kaum 
für längere Zeit unverändert bleiben. 
Gleichzeitig birgt aber die zunehmende 
Digitalisierung von Geschäftsprozessen 
– nicht zuletzt auch getrieben durch im-mer 
umfassendere und leistungsfähigere 
ERP-Lösungen – erhebliche Herausforde-rungen 
für den Anwender: Mit den wach-senden 
Möglichkeiten geht eine deutlich 
steigende Komplexität der Software ein-her. 
Insbesondere neuen Mitarbeitern so-wie 
„gelegentlichen Nutzern“ fällt da die 
Orientierung schwer. 
So wundert es wenig, dass die Anwender-freundlichkeit 
in der Vergangenheit nicht 
gerade zu den ausgesprochenen Stärken 
Usability ist keine Stärke von ERP-Systemen. Anwenderbefragungen offenbaren: ERP-Installationen 
weisen in den meisten Fällen deutlichen Handlungsbedarf im Hinblick auf die Anwenderfreundlichkeit 
auf (Quelle: Trovarit AG) 
Competence Book - ERP 61
ANWENDUNGEN - ERP-2020 USABILITY 
Updates/Release-Wechsel Schnittstellen 
Ergonomie Release-Fähigkeit 
Formulare & Auswertungen Preis-/Leistungsverhältnis 
Jahr des letzten Release-Wechsels 
4,50 
4,25 
4,00 
3,75 
3,50 
3,25 
3,00 
2,75 
©2012, Trovarit AG, Aachen 
<2006 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 
Ein Silberstreif am Horizont der Anwenderfreundlichkeit von ERP-Systemen – je aktueller der Release-Stand umso besser die Software-Ergonomie. Offenbar 
haben die ERP-Hersteller in den letzten Jahren die Herausforderung angenommen. (Quelle: Trovarit AG) 
von ERP-Lösungen zählte. Tatsächlich 
vergeben hier nahezu alle Anwender seit 
Jahren eher mäßige Noten. 
Diese Kritik ist auch vor dem Hintergrund 
zu sehen, dass Anwender heute aus dem 
privaten Bereich ausgesprochen anwen-derfreundliche, 
selbsterklärende Software 
gewohnt sind. Das kleine Kind, das intui-tiv 
eine Smartphone-App richtig bedient, 
stellt sicherlich eine Referenz dar, von der 
ERP-Lösungen derzeit meist noch weit 
entfernt sind. 
Ob nun getrieben durch die regelmäßige 
Kritik ihrer Kunden, angeregt durch das 
Vorbild vieler „App“lications oder schlicht 
aufgrund der Tatsache, dass die Effizienz 
des ERP-Einsatzes durch eine gute Ergo-nomie 
verstärkt zum Verkaufsargument 
wird: Die ERP-Hersteller nehmen die Usa-bility 
ihrer Software offenbar zunehmend 
ernst. 
Mit dem Ziel einer neuen „User Experien-ce“ 
investieren sie verstärkt in neue Ansät-ze 
wie z.B. 
• eine benutzerzentrierte, rollenba-sierte 
Oberflächengestaltung 
• Workflows zur besseren Anwender-führung 
und 
• „App“lifizierung komplexer Business 
Software 
Und diese Anstrengungen scheinen sich 
auszuzahlen, denn Anwender mit moder-nen 
ERP-Lösungen auf aktuellem Relea-se- 
Stand bewerten die Anwenderfreund-lichkeit 
ihrer ERP-Lösung deutlich besser 
als Anwender mit älteren Software-Instal-lationen. 
62 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP 2020 CONNECTIVITY 
ERP 2020 Teil III: 
Connectivity schafft die Basis 
AUTOR Karsten Sontow 
Den im Rahmen der VDMA-Initiative „ERP2020“ befragten Experten zufolge wird der 
Bedarf an einer zeitnahen, räumlich uneingeschränkten Verfügbarkeit von Planungs-und 
Steuerungsinformationen in absehbarer Zukunft enorm steigen. Eingebettet in 
die betriebliche und überbetriebliche Anwendungslandschaft kommt dabei ERP-Lösungen 
eine bedeutende Rolle zu: Zum einen beschreiben die in ERP-Systemen verarbeiteten Daten 
(z.B. Artikel- und Kundenstamm, Konten und Kostenstellen, Arbeitspläne und Stücklisten) 
und deren Beziehungen die Geschäftslogik eines Unternehmens. Zum anderen werden in 
den ERP-Lösungen die hierfür gültigen Schlüssel und Klassifikationen vergeben und geführt. 
Damit ist das ERP-System für viele wichtige Daten die „Single Source of Truth“. 
n = 2.131 
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 
Prozesse schnell & einfach 
Informationen schnell & einfach 
Information korrekt & nützlich 
Rückverfolgbarkeit von Informationen 
Durchgängige Prozess-Unterstützung 
Prozessautomatisierung 
Transparenz & Prozessverständnis 
Aussagekräftige Kennzahlen 
Reduzierte Fehlerhäufigkeit & -Folgen 
Reduzierte IT-Komplexität 
Einfache & schnelle externe Zusammenarbeit 
Reduktion Dokumentationsaufwand 
Höhere IT-Sicherheit 
Reduziert Prozesskosten 
Reduziert IT-Aufwand & -Kosten 
Einfachere internationale Zusammenarbeit 
Schnellere Entscheidungen 
Sonstiger Nutzen 
©2012, Trovarit AG, Aachen 
Anteil der Projekte 
Der Nutzen von ERP-Systemen - ERP-Lösungen leisten durch die schnelle Bereitstellung hochwertiger 
Planungs- und Steuerungsinformationen einen signifikanten Beitrag zur Beschleunigung und Integration 
betrieblicher Abläufe (Quelle: Trovarit AG) 
Um diese zentrale Rolle ausfüllen zu kön-nen 
steigen die Anforderrungen an die 
Integrationsfähigkeit von ERP-Lösungen 
enorm. Als „Connectivity“ bezeichnen 
die VDMA-Experten diese Fähigkeit von 
ERP-Systemen, mit unterschiedlichsten 
Systemen kommunizieren zu können. 
Connectivity - als Voraussetzung für 
schnelle und ortsunabhängige Informati-onsversorgung 
- ist dabei recht umfassend 
ausgelegt. Sie adressiert die Integrations-fähigkeit 
von ERP-Lösungen entlang der 
inner- und überbetrieblichen Prozess-ketten 
ebenso wie die kommunikative 
Einbindung der Anwender, sei es über 
mobile Endgeräte oder auch über Social 
Media. Last but not Least steht Connec-tivity 
für die An- bzw. Einbindung von 
Daten und Datenquellen wie Sensor- und 
Steuerungsdaten aus Maschinen und Pro-dukten, 
Content und Dokumenten sowie 
externe Informationsservices (z.B. Wirt-schafts- 
oder Produktdatenbanken). 
Mit dem Ziel, dass alle Systeme Daten 
gegenseitig in Echtzeit austauschen und 
nutzen können, soll letztlich eine durch-gängige 
Prozessunterstützung erreicht 
werden. Hierfür ist es notwendig, Schnitt-stellen 
zwischen den Software-Systemen 
zu harmonisieren und zwar im Hinblick 
Competence Book - ERP 63
ANWENDUNGEN - ERP-2020 CONNECTIVITY 
EDIFACT 
DATANORM 
ODETTE 
VDA-FS 
ANSI X12 
GAEB 
BMEcat 
SWIFT 
Pricat 
myOpenFactory 
AIAG 
IceCat 
IFC 
TDCC 
-10% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 
EDIFACT ist das am weitesten verbreitete Format für den überbetrieblichen Datenaustausch bei ERP-Systemen (Quelle: Trovarit AG) 
auf die genutzten Integrationsplattformen 
und Systemarchitekturen ebenso wie be-züglich 
der Datenformate und des Syntax. 
Dabei setzen die im Rahmen der VD-MA- 
Initiative „ERP2020“ befragten Exper-ten 
darauf, dass zukünftig einheitliche, 
offene Standards für Datenformate die 
Kommunikation zwischen den verschie-denen 
Systemen deutlich vereinfachen. 
Die Gefahr, dass einige Plattformanbieter 
ein „Oligopol“ weniger „Quasi-Standards“ 
für Datenmodelle und –formate bilden, 
wird dagegen als weniger wahrscheinlich 
eingestuft. 
Dennoch offenbart die Untersuchung 
auch die Herausforderung, vor der An-wender 
und Anbieter stehen: So sind die 
Experten durchaus unsicher, ob bereits im 
Anteil der Lösungen (N=229) 
Jahr 2020 eine „durchgängige Verzahnung 
aller Planungsebenen, von der Ebene der 
Supply Chain bis zur produzierenden 
Maschinenebene, inklusive eines einheit-lichen 
Austausches mit entsprechenden 
Datenformaten und Softwaresystemen für 
die Ressourcenplanung“ den Alltag in den 
Betrieben beschreibt. 
Dass in den letzten Jahren bzgl. der 
Connectivity von ERP-Lösungen einiges 
passiert zeigt die Trovarit-Studie „ERP in 
der Praxis“, bei der über 2.200 Anwender 
unter anderem ihre Zufriedenheit mit den 
Schnittstellen ihrer ERP-Lösung zu Proto-koll 
gegeben haben. Demnach schneiden 
moderne ERP-Lösungen auf aktuellem 
Release-Stand deutlich besser als ältere 
Software-Installationen 
Dieser positive Trend ist auf offenere 
Strukturen der ERP-Systeme zurückzu-führen 
und schlägt sich vor allem beim 
Austausch strukturierter Daten nieder. 
Eine noch weitgehend neue Herausfor-derung 
stellt dagegen die Öffnung der 
ERP-Systeme gegenüber den unstruktu-rierten 
Daten der Social Media, des Colla-boration 
Management sowie aus dem Be-reich 
des Enterprise Content Management 
dar. 
64 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWARE WIRD MOBIL 
Das Büro in der Westentasche 
Business-Software wird mobil 
Smartphones und Tablet-PCs gewinnen in Unternehmen immer größere Bedeutung. 
AUTOR Claudia Harth 
Daher steigt auch die Nachfrage, wichtige Daten wie Geschäftszahlen oder Kundenin-formationen 
aus dem ERP- und CRM-System mobil abrufen und editieren zu können. 
Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unternehme-rischen 
Prozesse ist bei mittleren und größeren Unternehmen 
in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe. Dabei beträgt der 
durchschnittliche Lebenszyklus eines solchen Systems etwa 10-15 
Jahre. Ein langer Zeitraum, in dem sich die Anforderungen der 
Unternehmen an die Lösung stetig weiterentwickeln. Als trei-bend 
erweisen sich dabei veränderte wirtschaftliche Rahmen-bedingungen 
(z.B. konjunkturbedingt oder durch gesetzliche 
Änderungen), verstärkter Wettbewerbsdruck, steigende Kosten 
sowie höhere Kundenanforderungen, die ein hohes Maß an Pro-duktindividualität 
und bestmöglichen Kundenservice erfordern. 
Tagtäglich haben es Unternehmen also mit Herausforderungen 
zu tun, die Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz in den 
unternehmerischen Prozessen verlangen. Ein ERP-System muss 
hierbei zügig und gebündelt die qualitativ hochwertigen Infor-mationen 
und Daten bereitstellen und unterliegt somit während 
seines operativen Einsatzes im Unternehmen einer kontinuierli-chen 
Weiterentwicklung, um den sich verändernden Ansprüchen 
zu genügen. In funktioneller Hinsicht machten dabei in jüngster 
Vergangenheit die Einbindung von CRM- oder BI-Funktionen 
von sich Reden. Technisch betrachtet stehen Trends wie Cloud 
Computing und vor allem mobile Lösungen im Fokus. 
Neue Chancen durch größere Mobilität 
Die Mobilität von Kunden, Lieferanten, aber auch eigenen Mit-arbeitern 
hat – dank Smartphones und Tablets - in den vergan-genen 
Jahren rasant zugenommen. Vor dem Abflug noch schnell 
die letzten Kundenanfragen beantworten, im Zug Auswertungen 
und Analysen vorbereiten und während des Kundenbesuchs 
neue Aufträge eingeben oder Einsatzberichte erfassen – das mo-bile 
Business eröffnet für Unternehmen eine Vielzahl von neuen 
Einsatzmöglichkeiten. Der direkte Online-Zugriff auf die Daten 
der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware ermöglicht 
ferner einen hohen Grad an Auskunftsbereitschaft, Servicequa-lität 
und Arbeitseffizienz. Die damit einhergehende schnellere 
Verarbeitungsgeschwindigkeit bedeutet Wettbewerbsvorteile 
und größere Wertschöpfung. 
Durch den bereits erwähnten stetig zunehmenden Wettbewerbs-und 
Zeitdruck ist speziell die zeitnahe Kundenansprache und 
-bindung in kleinen und mittelständischen Unternehmen im-mens 
wichtig. Mobile Business-Lösungen greifen hier unterstüt-zend 
ein. Mit dem Büro in der Westentasche werden die unter-wegs 
erfassten Informationen direkt in das lokale Softwaresystem 
im Firmenstandort eingespeist und stehen damit den Kollegin-nen 
und Kollegen vor Ort umgehend zur Verfügung. So werden 
Anfragen schneller bearbeitet, die Kundenzufriedenheit steigt. 
Mobiles ERP und CRM als untrennbare Einheit 
Kommt neben den typischen ERP-Funktionen, beispielhaft der 
Auftragserfassung oder dem Zugriff auf die Daten in der Finanz-buchhaltung, 
mit einem integrierten CRM-System ein weiteres 
Puzzleteil hinzu, wird es eine ganz runde Sache. Denn dann wer-den 
zwei verschiedene Sichtweisen auf ein- und dieselben Daten 
möglich. 
Im Back-Office unterstützt die ERP-Lösung die operativen Ar-beitsprozesse 
und stellt Daten und Fakten für das CRM-Pro-gramm 
zur Verfügung. Dort wiederum werden die Informationen 
zu Kunden, Lieferanten, Interessenten und anderen Kontakten 
übersichtlich aufbereitet, was dann einen ganzheitlichen Blick 
auf das Kundenbeziehungs- und Servicemanagement ermög- 
Competence Book - ERP 65
ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWARE WIRD MOBIL 
licht. CRM-Systeme stellen daher eine 
unverzichtbare Unterstützung bei der 
Gewinnung, Betreuung und Bindung von 
Bestands- und Neukunden dar. 
Damit diese Automatisierung der Ge-schäftsabläufe 
innerhalb des Unterneh-mens 
reibungslos funktioniert, sollten 
sowohl die ERP- als auch die CRM-Lösung 
auf eine gemeinsame Datenbank zugrei-fen. 
Das vermeidet zum einen Probleme 
bei der Datenübertragung über Schnitt-stellen 
und stellt zum anderen sicher, dass 
beide Systeme auf der gleichen Datenbasis 
arbeiten und damit durchgängig aktuelle 
Zahlen und Informationen liefern. 
mesonic WinLine macht mobil 
Die mesonic WinLine-Programme spie-geln 
die gesamte Palette betriebswirt-schaftlicher 
Anforderungen wider. Appli-kationen 
für die Bereiche ERP, CRM, BI 
und das mobile Business sind vollständig 
integriert und greifen auf eine gemeinsa-me 
Datenbank zu, was zu einer optimalen 
Datentransparenz und –qualität führt. 
Die Bearbeitungsmöglichkeit der Daten 
im System über den mobilen Online-Zu-griff 
bringt zusätzliche Vorteile mit sich. 
So können Anwender in Echtzeit direkt 
über das Internet im System arbeiten, 
um beispielsweise Belege zu erfassen 
oder Analysen und Auswertungen zu fah-ren. 
Der Zeitgewinn ist enorm und somit 
punkten Unternehmen, die konsequent 
auf mobile Anwendungen setzen, durch 
ein positives Image und sichern sich 
handfeste Wettbewerbsvorteile. Wettbe-werbsvorteile 
entstehen übrigens nicht 
nur extern bei der Kundengewinnung, 
sondern ebenso intern bei der Gewinnung 
von neuen Mitarbeiterinnen und Mitar-beitern, 
die ein modernes Arbeitsumfeld 
nicht nur schätzen, sondern heutzutage 
erwarten. 
Zum Autor Claudia Harth: 
Diplomökonomin Claudia Harth zeichnet sich seit 15 Jahren beim 
ERP-/CRM-Softwarehersteller mesonic für die Bereiche Marketing 
& PR verantwortlich. In dieser Zeit haben viele Themen & Trends 
die ERP-Branche bestimmt. Das mobile Business ist davon sicher 
eines der spannendsten. Als PR-Expertin blickt Claudia Harth auf 
zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurück. 
„Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unterneh-merischen 
Prozesse ist bei mittleren und größeren Unterneh-men 
in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe.“ - Claudia Harth 
66 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP IN DER CLOUD 
ERP in der Cloud 
Zwei Trends zeichnen sich ab 
AUTOR Frank Naujoks 
IT wie Strom aus der Steckdose beziehen – die Vision ist seit Jahren in den Köpfen, doch 
langsam erst folgen die Anbieter einigen wenigen Pionieren und komplettieren das eigene 
Angebot. 
„Dabei sind aktuell zwei Trends zu beobachten: Komplette 
Suites und kleine Nischenlösungen scheinen von der Nach-frage 
nach Cloud-basierter Software überdurchschnittlich 
zu profitieren.“ - Frank Naujoks 
Neben der Auswahl der passenden Software spielen auch 
Fragen des Betriebskonzepts bei IT-Projekte und damit der 
Software-Entscheidung eine immer größere Rolle, da der 
Kostendruck in den Unternehmen stetig präsent ist. Um die Un-ternehmen 
zu entlasten, bietet Microsoft nicht nur in den be-reits 
bekannten Bereichen Office 365 und CRM entsprechende 
Lösungen an, sondern auch ERP in the Cloud. So stellt Microsoft 
für Dynamics NAV 2013 dem Kunden mehrere Möglichkeiten zur 
Verfügung, eine ERP-Lösung zu betreiben. Ganz klassisch mit 
gekauften Lizenzen unter eigener Verantwortung als sogenann-ten 
On-Premise-Betrieb, als Hosting-Betrieb beim Partner oder 
in einem Microsoft-eigenen Rechenzentrum in Europa, bei dem 
der Kunde die Lizenzen im Software-as-a-Service (SaaS)-Modell 
bezieht. Der Vorteil des Microsoft-Ansatzes ist eine einheitliche 
technologische Basis aller drei Angebote; der Kunde kann ohne 
Schwierigkeiten seine Daten von einer Betriebsform in die andere 
verlagern, wenn ihm dies opportun erscheint. 
Das Interesse an Lösungen, die berechenbare und stabile Cost of 
Ownership bieten, hat auch vor dem Hintergrund ausufernder 
Upgrade-Projekte bei Anwendern zugenommen. Nachdem die 
ERP-Ergänzungen auf SaaS-Basis – angefangen bei der Personal-verwaltung 
bis hin zu CRM fast schon zur normalen IT-Ausstat-tung 
von Unternehmen gehören, gewinnen auch ERP-SaaS-Lö-sung 
an Fahrt. 
Dabei sind aktuell zwei Trends zu beobachten: Komplette Suites 
und kleine Nischenlösungen scheinen von der Nachfrage nach 
Cloud-basierter Software überdurchschnittlich zu profitieren. 
Durch die Verfügbarkeit von Cloud-basierten Entwicklungsum-gebungen 
können Anbieter auch kleinere funktionale Anforde-rungen 
lösen und erreichen dennoch ein großes Publikum. 
Besondere Vorteile für Anwender bieten sogenannte „gemischte 
Betriebskonzepte“. Dabei verfügen sowohl die installierte Version 
als auch die on-Demand- genutzte Software über eine einheit-liche 
Architektur und Datenstruktur, so dass ein Wechsel zwi-schen 
den Betriebskonzepten problemlos für Anwender durch-führbar 
ist, ohne das vorgenommene Anpassungen geändert oder 
umständliche Datenmigrationen vorgenommen werden müssen. 
Anwender können sich ihre Applikationslandschaft aus einem 
breiten Spektrum an Angeboten und Anbietern frei zusammen-stellen. 
Durch die in der Regel angebotenen Testmöglichkeiten 
von bis zu drei Monaten, haben Unternehmen die Möglichkeit, 
sich mit Funktionalität und Bedienkonzept der Software intensiv 
auseinander zu setzen und einen ausführlichen Test durchzufüh-ren. 
Trotz der Euphorie sollten Anwender nicht die Kosten für die 
allzu leicht zu benutzenden Angebote aus den Augen verlieren. 
Auch eine klare Vorgabe zu den eingesetzten Produkten vor dem 
Hintergrund einer einheitlichen IT- und Applikationsstrategie 
scheint geboten. Sonst entsteht der nächste „Technologiezoo“ – 
und damit eine gefährliche Kostenfalle. 
Aus Sicht der Anwender stellen sich die Rahmenbedingungen 
von SaaS-ERP-Angeboten wie folgt dar: 
Competence Book - ERP 67
ANWENDUNGEN - ERP IN DER CLOUD 
• System wird ohne Aufbau von Infrastruktur – quasi aus der Steckdose – bezogen 
• Notwendig sind ein Rechner mit einem Internet-Browser und eine entsprechen-de 
Verbindung, eine Installation ist nicht notwendig. Für den Einsatz in einer Bü-roumgebung 
ist das eine funktionierende Konstellation. Zu klären sind offline-Ar-beitsmöglichkeiten, 
beispielsweise die Zugriffsmöglichkeiten mobiler Mitarbeiter. 
• Die Applikation bietet hohe Standards mit entsprechender Zertifizierung in Bezug 
auf Datensicherheit, Performance und Verfügbarkeit 
• Entsprechende Service-Level-Agreements und Zertifizierungen erreichen in der 
Regel eine sehr gute Verfügbarkeit und meistens auch einen besseren Schutzlevel 
als Server, die in KMU-Unternehmen installiert sind. Zusätzlich garantiert der An-bieter 
auch Back-Up- und Recovery-Szenarien. 
• Anwender müssen klären, welche gesetzlichen Grundlagen gegebenenfalls die Ver-wendung 
ihrer ERP- oder Kundendaten einschränken und welcher Gesetzgebung 
der Anbieter unterliegt. In diesem Bereich sollten Unternehmen nicht leichtfertig 
agieren, sondern sich mit dem Thema Datenschutz und Datensicherheit ausführ-lich 
und eingehend beschäftigen. 
• Die Bezahlung erfolgt periodisch nach diversen „pay-per-use“-Modellen 
• In der Regel bestimmen die Komponenten Laufzeit, Anzahl Nutzer und Funktions-umfang 
den Preis – eine echte verbrauchsabhängige Abrechnung ist das zwar noch 
nicht, doch diese Modelle sind kalkulierbar und schützen vor bösen Überraschun-gen. 
Es sind keine Anfangsinvestitionen für Software und gegebenenfalls Hardware 
notwendig und entsprechend wird die Liquidität geschont. 
• Das System kann sehr einfach – in der Regel ohne IT-Fachwissen oder Bera-tungs- 
Know-How – konfiguriert werden 
• Dies hat allerdings den Nachteil, dass Anwender sich im Rahmen der Herstellervor-gaben 
bewegen müssen und so manche geliebte Eigenart ihrer Abläufe aufgeben 
müssen. 
• Die Systemoberfläche ist sehr einfach und intuitiv und kann (weitgehend) ohne 
Schulung erlernt und bedient werden. 
• Die Systemfunktionalität kann durch eine weitgehend nicht reglementierte und 
unabhängig agierende Entwickler-Community erweitert werden 
• Erweiterungen werden in der Regel über entsprechende Systemmarktplätze bereit-gestellt. 
Microsoft bietet beispielsweise mit entsprechenden Entwicklerwerkzeu-gen 
Partnern die Möglichkeit, funktionale Ergänzungen aber auch ganze Branchen-templates 
nach einem Zertifizierungsprozess zur Verfügung zu stellen. 
Den Vorteilen von SaaS-ERP wie kalku-lierbare 
Kosten, Standardisierung, Securi-ty 
und Back-up-Szenarien stehen von den 
Anwendern abzuwägende Nachteile wie 
eingeschränkte Anpassbarkeit der Anwen-dung, 
der Zwang zur permanenten On-line- 
Verfügbarkeit der Anwender, kaum 
vorhandene Branchentemplates und gege-benenfalls 
Datenschutzfragen gegenüber. 
Es zeichnen sich aktuell zwei Segmente 
ab, die für SaaS-ERP-Anwendungen sich 
entscheiden: Schnell wachsende Mittel-ständler 
bevorzugt aus dem Dienstleis-tungsbereich, 
die über eine heterogene 
IT-Landschaft verfügen und Finanzbuch-haltung, 
CRM, Projektmanagement-Soft-ware 
etc. harmonisieren wollen sowie 
Unternehmen, die für Tochter- oder 
Landesgesellschaften eine schnell einzu-führende 
Lösung suchen, die mit ihrem 
existierenden System in der Zentrale ver-bunden 
werden soll. 
Zum Autor Frank Naujoks: 
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Pro-duktmanager 
Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei 
META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kauf-mann 
der Universität zu Köln. 
68 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP 2020 UND INDUSTRIE 4.0 
ERP 2020 und Industrie 4.0 
Usability - next steps 
AUTOR: Karl M. Tröger, PSIpenta Software Systems GmbH 
Zukünftige Entwicklungen im Umfeld von betriebswirtschaftlicher Software – seien es 
ERP- oder MES-Systeme – werden durch einen neuen Anspruch an die Usability der 
Anwendungen beeinflusst. Damit ist nicht gemeint, dass die Thematik heute keine 
Rolle spielen würde. Die Gebrauchstauglichkeit der Software ist bereits heute ein wesentli-ches 
Kriterium für die Auswahlbility von Softwarelösungen zur Steuerung der Produktion. 
„Usability“ wird in Zukunft aber noch deutlich an Gewicht gewinnen. 
„Zudem werden wir aber auch über neue Funktionalitäten und Pro-zesse 
nachdenken müssen, die sich jetzt als Option durch die neue 
Mobilität und Entwicklungen wie Industrie 4.0 und Technologien 
wie Google Glasses ergeben.“ - Karl M. Tröger 
Industrie 4.0 als Treiber 
Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbe-dingungen 
für die genutzte Software werden sich mit der fort-schreitenden 
Definition und Umsetzung der Konzepte im Zu-sammenhang 
mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv 
ändern. Die angestrebte Flexibilität der Produktionssysteme in 
der Fabrik der Zukunft strahlt folgerichtig auf die Nutzungskon-zepte 
der verwendeten Software aus. Neue und mobile Devices 
ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglichkeiten 
der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den betei-ligten 
Menschen und genutzten Maschinen, möglich. Diese und 
weitere Aspekte zwingen die Anwender und die Hersteller, dass 
Konstrukt „User Interface“ neu zu denken und sich, zumindest 
teilweise, von althergebrachten Paradigmen bei der Gestaltung 
des Frontends einer Softwarelösung zu trennen. 
Reduktion auf das Wesentliche, Effizienz 
Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größe-ren 
Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer 
Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur 
Lösung der gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation 
von Informationen und Daten (Eingeweihte kennen den Unter-schied) 
hängt von mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess 
und der Organisation, den gegebenen Hilfsmitteln und Werk-zeugen, 
der zum aktuellen Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem 
Standort und nicht zuletzt vom sozialen Umfeld. Gerade die so-zialen 
Aspekte werden eine immer größere Rolle spielen. Die För-derung 
der Zusammenarbeit der Menschen im Produktionspro-zess 
und das Teilen von Wissen zur Lösung der Aufgaben kann 
eine massive Steigerung der Effizienz mit sich bringen. Ein Mittel 
zur Erfassung der Anforderungen an die Oberflächen selbst als 
auch an die Interaktion mit der Software und dem Prozess sind 
Informationsbedarfsanalysen. Diese Analysen stellen die Verbin-dung 
zwischen dem objektiven (der Aufgabe) und dem subjekti-ven 
(vom Menschen abhängigen) Informationsbedarf her. 
Personalisierung 
Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interaktions-schnittstelle 
stellt eine weitere wichtige Komponente dar. Es muss 
zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa-ces 
zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi-vidualität 
(Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss 
aufgelöst werden. 
Competence Book - ERP 69
ANWENDUNGEN - ERP 2020 UND INDUSTRIE 4.0 
Neue Perspektiven: Interaktivität, loca-tion 
based Services, ..., neue Funktio-nalitäten/ 
Prozesse 
ERP- und MES-Systeme sind als Assis-tenzsystem 
und Tutor der Anwender zu 
verstehen. Daraus lassen sich weitere An-forderungen 
an die Benutzerschnittstelle 
ableiten. Interaktive Visualisierungen un-terstützen 
beispielsweise bei der Erfassung 
des Zustandes des Produktionssystems. In 
Verbindung mit location-based-services 
kann die Informationsbereitstellung ziel-gerichtet 
und auf den aktuellen Standort 
bezogen erfolgen. Zudem werden wir aber 
auch über neue Funktionalitäten und Pro-zesse 
nachdenken müssen, die sich jetzt 
als Option durch die neue Mobilität und 
Entwicklungen wie Industrie 4.0 und 
Technologien wie Google Glasses ergeben. 
Quintessenz: Anwenderzentrierung als 
Zukunft! 
Diese und weitere Gesichtspunkte werden 
zukünftige Entwicklungen im Kontext be-triebswirtschaftlicher 
Softwarelösungen 
nachhaltig beeinflussen. Ein Umdenken 
aller Beteiligten in Richtung Vereinfa-chung 
scheint notwendig zu sein. Der teil-weise 
über Jahrzehnte gewachsene Funk-tionsumfang 
in Verbindung mit riesigen 
Datenmengen steht auf dem Prüfstand. 
Die von Anwendern gewünschte Komple-xität 
heutiger Lösungen muss hinter einer 
massiv gesteigerten Usability „versteckt“ 
werden. Aus der zunehmenden Mobili-sierung 
und der damit notwendigen Ver-längerung 
der Geschäftsprozesse in das 
Internet lassen sich zukünftige Nutzungs-konzepte 
ableiten. Anwenderzentrierten 
Entwicklungskonzepten wird die Zukunft 
gehören! 
70 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - HERAUSFORDERUNG PROZESSOPTIMIERUNG 
Herausforderung Prozessoptimierung 
Autor: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH 
Den meisten Produktionsbetrieben ist durchaus bewusst, dass nachhaltige Wettbe-werbsfähigkeit 
nur über permanente Prozessoptimierung zu erreichen ist. Kaum ein 
Unternehmen kann es sich daher noch leisten, bei Planung, Qualität und Termin-treue 
„Fünf gerade sein zu lassen“. Längst geht es nicht mehr allein um das interne Zusam-menspiel 
von Planung, Produktion oder Materialbeschaffung. Inzwischen rückt die Effizienz 
ganzer Lieferkette in den Fokus. 
„Im Vergleich zu früher haben wir deutlich 
mehr Einblick in unsere Geschäftsprozesse. 
Vor allem die Materialbewegungen sind jetzt 
besser nachzuvollziehen.“ - Microsoft Dynamics AX Anwender Norbert Michalik 
Wegen der stark steigenden Komplexität der Prozesse und dem 
oft undurchsichtigen Zusammenspiel der Produktionsfaktoren 
fällt der IT die Schlüsselrolle bei Optimierungsprogrammen zu. 
Doch viele mittelständische Betriebe haben das Potenzial ihrer 
betagten Systeme weitgehend ausgeschöpft. Das spiegelt sich 
auch in den Zielen wider, die beispielsweise Fertigungsbetriebe 
mit ihren IT-Projekten verfolgen. So fand das Beratungsunter-nehmen 
Detecon im Auftrag des IT-Branchenverbands BITKOM 
heraus, dass vor allem die Konsolidierung heterogener IT-Land-schaften 
im Fokus von ERP-Projekten steht. Weil die IT-Integ-ration 
bei Expansionen leider zurückgestellt wird, arbeiten viele 
Fertigungsbetrieben in fragmentierten IT-Landschaften. Die Fol-ge: 
unnötig hohe Aufwände bei Wartung, Pflege und Know-how- 
Transfer. Hinzu kommen Reibungsverluste bei internen Abstim-mungs- 
und Konsolidierungsläufen. 
Von einer modernen, integrierten IT-Infrastruktur versprechen 
sich CIOs vor allem: 
• effizientere, schnellere Geschäftsprozesse 
• mehr Datentransparenz 
• eine tiefere Prozessintegration mit Kunden und Lieferanten 
• mehr Einblick in den Produktionsprozess und 
• sicherere Geschäftsentscheidungen 
Drum prüfe, wer sich ewig bindet 
Der Knackpunkt bei ERP-Projekten liegt in der Planung. Fehler 
lassen sich später kaum noch ausbügeln. Umso genauer sollten 
im Vorfeld die eigenen Geschäftsprozesse analysiert werden. Die 
Ergebnisse sind Grundlage der Marktsondierung. Fehlen hierfür 
die notwendigen Kapazitäten ist es sinnvoller, externe Experten 
zu beauftragen, als aus Zeitgründen zu schludern. Spezialisierte 
Berater besitzen häufig profunde Marktkenntnisse und können 
die Wahl des Softwarepartners zweckdienlich begleiten. 
Unternehmen mit komplexen, über Jahre gewachsenen Struk-turen 
sollten sich bei der Realisierung auf die Kernprozesse 
konzentrieren. Wenn ERP-Projekte scheitern, dann oft, weil 
sich die Beteiligten zu viel auf einmal vornehmen. Die meisten 
Fertigungsbetriebe verbinden mit einem Softwarewechsel den 
Wunsch nach effizienteren Prozessen. Derartige Verbesserungen 
lassen sich jedoch nur mit erfahrenen Partnern umsetzen, die ein 
erhebliches Branchenwissen in das Projekt einbringen. Der Bran-chen- 
Know-how ist damit oberste Pflicht. Doch es gibt weitere 
Kriterien: 
• ERP-Projekte sind aufwendig und teuer. Um überraschend 
kurze Lebenszyklen zu vermeiden sollte der Anbieter sol- 
Competence Book - ERP 71
ANWENDUNGEN - HERAUSFORDERUNG PROZESSOPTIMIERUNG 
vent sein, über eine gewisse Markt-bedeutung 
und eine zukunftssichere 
Technologie verfügen 
• Je länger ein Anbieter am Markt ist, 
desto breiter sind meist Wissen und 
Erfahrungen, auch auf Seite der Im-plementiuerungspartner 
Nur moderne Technik ist in der Lage, die 
notwendige Transparenz in die zuneh-mend 
komplexer werden Abläufe zu brin-gen. 
Nur die IT ist in der Lage, das stetig 
steigende Datenvolumen schultern. Inte-grierte 
ERP-Systeme sind dabei in beson-deren 
Maße geeignet. Hier gibt es weder 
Schnittstellen noch Systembrüche. Pro-duktionsrelevante 
Informationen stehen 
dadurch zeitnah zur Verfügung. „Bereits 
im Vertrieb werden die kurz-, mittel- und 
langfristigen Umsatzprognosen mit Ein-trittswahrscheinlichkeiten 
gewichtet. Da-durch 
können wir Materialbeschaffung 
und Produktionsplanung optimieren“, 
gibt Michael Schweers ein Beispiel. Hinzu 
kommt, dass viele ERP-Systeme auf mo-derner 
Technologie basieren. Sie lassen 
sich damit bestens in vertikale Lieferket-ten 
oder heterogene IT-Landschaften ein-binden. 
Hatten früher Speziallösungen in Sachen 
Funktionsumfang die Nase vorn, herrscht 
inzwischen Gleichstand. Das liegt zum ei-nen 
daran, dass ERP-Anbieter zuletzt viel 
in den Ausbau ihrer Produktionsmodule 
investiert haben. Zum anderen entwickeln 
viele ehemalige Spezialisten ihre Lösun-gen 
mittlerweile unter dem Deckmantel 
moderner ERP-Systeme – um nicht eines 
Tages technisch abgehängt zu werden. 
Bei gleicher Ausstattung spielen ERP-Sys-teme 
ihre Trumpfkarte aus: Die Integra-tion. 
Innerhalb einer ERP-Software ist es 
sehr viel einfacher, Kommunikations- und 
Informationsflüsse zu steuern. „Bei integ-rierten 
Prozessen fallen Fehler schnell auf. 
Unsere Mitarbeiter stimmen sich heute 
besser ab. Dadurch ist das Verständnis 
für die betriebliche Leistungserstellung 
gestiegen“, erklärt Michael Schweers, Ge-schäftsführer 
der Schweers Informations-technologie, 
einem Anbieter von mobilen 
Erfassungsgeräten für Politessen, und 
Microsoft Dynamics AX Kunde. Hinzu 
kommt die vereinfachte Abstimmung mit 
Unternehmensbereichen, die nur unmit-telbar 
an der betrieblichen Wertschöp-fung 
beteiligt sind. Hierzu gehören etwa 
Qualitätssicherung, Instandhaltung oder 
Anlagenmanagement. Der reibungslose 
Informationsaustausch entlang der Pro-zesskette 
erhöht die Transparenz. Daten, 
die sonst mühsam zusammenzutragen 
sind, stehen im ERP-Umfeld per Knopf-druck 
zur Verfügung. „Im Vergleich zu 
früher haben wir deutlich mehr Einblick 
in unsere Geschäftsprozesse. Vor allem 
die Materialbewegungen sind jetzt besser 
nachzuvollziehen“, erklärt Microsoft Dy-namics 
AX Anwender Norbert Michalik, 
Prokurist des Verpackungsspezialisten 
bekuplast. Zeitnahe Informationen ver-bessern 
nicht nur die laufende Produk-tionsplanung. 
Unternehmen profitieren 
gleich von mehreren Effekten: 
• Die verbesserte Planung reduziert die 
Lagerhaltung. Dadurch sinkt die Ka-pitalbindung 
• Engpässe werden frühzeitig erkannt, 
Kostensteigerungen im Vorfeld ver-mieden 
• Das verlässliche Ressourcenmanage-ment 
verbessert die Termintreue und 
erhöht die Kundenzufriedenheit 
• Die gewonnene Transparenz vermei-det 
Fehlentscheidungen 
• Vorhandene Ressourcen sind bes-ser 
ausgelastet, dass verringert die 
Durchlaufzeiten und erhöht die Pro-duktivität. 
Zum Autor Frank Naujoks: 
„Bei integrierten Prozessen fallen Fehler schnell 
auf. Unsere Mitarbeiter stimmen sich heute besser 
ab. Dadurch ist das Verständnis für die betriebliche 
Leistungserstellung gestiegen.“ 
- Michael Schweers, Schweers Informationstechnologie 
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produktma-nager 
Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, 
Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der Univer-sität 
zu Köln. 
72 Competence Book - ERP
Leistungs-stark. 
Agil. 
Einfach. 
Microsoft Dynamics AX – 
Basis sicherer Entscheidungen 
Mit Microsoft Dynamics AX 
können Sie zentrale Geschäfts-prozesse 
zusammenführen und 
Routineaufgaben automatisieren. 
Die Workfl ows können fl exibel 
modifi ziert werden, bis sie für Ihr 
Unternehmen optimal sind. So 
steigern Sie die Produktivität Ihres 
Unternehmens und sind für 
zukünftige Änderungen bestens 
vorbereitet. 
Competence Book - ERP 73
ANWENDUNGEN - VORTEILE EINER ERP / MES-INTEGRATION 
Vorteile einer 
ERP/MES-Integration 
AUTOR: Karl M. Tröger (PSIPENTA Software Systems GmbH) www.competence-site.de/Vorteile-MES-Integration 
Eine möglichst genaue Produktionsplanung benötigt stets 
aktuelle Informationen über den Ist-Zustand in der Pro-duktion. 
Dies kann durch eine tiefe Integration der Pla-nungswelt 
(ERP) mit der Durchsetzungsebene (MES) erreicht 
werden. Funktionierende Regelkreise zwischen Planung und 
Produktion unterstützen bei der Erreichung auch anspruchs-voller 
Ziele produzierender Unternehmen. Intelligente Algorith-men 
und Simulationen zeigen Wege und Möglichkeiten zur Op-timierung 
von Reihenfolgen oder auch geeignete Maßnahmen 
im Störungsfall auf. 
Schwankende Auftragseingänge und teilweise komplexe Pro-duktionsstrukturen 
kennzeichnen heutige Fertigungsprozesse. 
Kunden erwarten bei einem hohen Individualisierungsgrad der 
Enderzeugnisse kurze Lieferzeiten und die Einhaltung der zu-gesagten 
Liefertermine. Wirtschaftliche Produktionsprozesse, 
pünktliche Lieferungen und eine optimierte Lagerhaltung sind 
Grundvoraussetzungen zur Sicherung der Wettbewerbsfähig-keit. 
Dabei sind insbesondere die Prozessgeschwindigkeit zu er-höhen, 
die Bevorratung zu minimieren, die Produktionsabläufe 
zu harmonisieren und die Durchlaufzeiten zu verkürzen. 
Der aktuelle Zustand der Produktion muss zu jedem Zeitpunkt 
verlässlich verfügbar sein. Abweichungen von der Planung 
werden so sichtbar und Gegenmaßnahmen zur Behebung von 
Störungen oder Engpässen können eingeleitet und deren Wirk-samkeit 
kontrolliert werden. Hierzu existieren standardisierte 
Kennzahlen (Key Performance Indicator), deren Herleitung und 
Anwendung beispielsweise im VDMA-Einheitsblatt 66412 be-schrieben 
wird. 
Die Herausforderung besteht in der Integration der Prozesse 
an der Schnittstelle zwischen Unternehmensebene (ERP) und 
Betriebsleitebene (MES). Während ERP-Systeme eher admi-nistrierende 
und auf übergeordneter Ebene unternehmensweit 
logistische und betriebswirtschaftliche Prozesse steuern, sind 
MES-Systeme sehr eng mit der Produktionslinie verbunden und 
dienen der laufenden Optimierung der Produktion und der Er- 
fassung von Informationen und technischen Parametern des 
Herstellungsprozesses. Diese Daten können vielfältiger Natur 
sein: Zeit- und Mengenmeldungen, Qualitätsdaten, Zustände 
von Maschinen und Anlagen, Störungen und ihre Ursachen. 
Somit spiegeln diese Informationen den Zustand des Produkti-onssystems 
wider, und genau dies wiederum hat Einfluss auf die 
Produktionsplanung in ERP-Systemen. 
Die notwendige Tiefe der Integration der Planungs- und Durch-setzungssysteme 
hängt von den gewünschten Einsatzszenarien 
und den durch MES-Systeme abgedeckten Aufgabenbereichen 
ab. Die Richtlinie VDI 5600 beschreibt die typischen Aufgaben 
von MES-Systemen: Feinplanung und Feinsteuerung, Betriebs-mittelmanagement, 
Materialmanagement, Personalmanage-ment, 
Datenerfassung, Leistungsanalyse, Qualitätsmanagement 
und Informationsmanagement. Es ist zu erwarten, dass die 
Grenzen zwischen ERP- und MES-Systemen zunehmend ver-schwimmen. 
Die Unternehmensebene integriert sich mehr und 
mehr in die Betriebsleitebene. Die Erfüllung typischer Aufgaben 
von MES-Systemen wird von den ERP-Systemen übernommen 
und klassische Planungsaufgaben der ERP-Systeme gehen teil-weise 
in die MES-Feinplanung über. 
Während bei reinen Rückmeldesystemen die gesamte Pla-nungshoheit 
vollständig im ERP-System verbleibt, können 
MES-Systeme auch Teilbereiche der Feinplanung übernehmen. 
Leitstandslösungen mit der Möglichkeit der Planung gegen be-grenzte 
Kapazitäten helfen bei der Umsetzung der ggf. gröbe-ren 
Vorgaben aus ERP-Systemen. Auf diese Weise entstandene 
neue Reihenfolgen und Termine müssen auf der übergeordneten 
Planungsebene berücksichtigt werden. Nicht zuletzt sorgen mo-derne 
MES-Lösungen für eine effizientere Nutzung von Personal 
und Produktionstechnik. Die Optimierung der Planung bei-spielsweise 
durch Rüstzusammenfassungen, Raffen von Arbeits-folgen 
oder Gruppen- bzw. Parallelarbeit hat somit unmittelbare 
Auswirkungen auf die Ecktermine und die Ausgangsgrößen der 
Material- und Kapazitätsdisposition. 
74 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - VORTEILE EINER ERP / MES-INTEGRATION 
Andererseits bieten (einige) ERP-Systeme heute bereits ausge-reifte 
Funktionen zur Reihenfolgeplanung (Sequenzierung) und 
Optimierung der Ressourcennutzung. APS-Systeme (Advanced 
Planning & Scheduling) decken diese Aufgabenbereiche in ho-hem 
Maße ab. Diese Systeme bieten beispielsweise die Mög-lichkeit, 
szenariobasiert unterschiedlichste Planungsstrategien 
abzubilden: fixe oder variable Arbeitszeitmodelle, Zusammen-fassung 
ähnlicher Arbeitsfolgen, Priorisierungen, Fixtermine 
oder auch Rückstandsauflösung und dringen damit in die klassi-sche 
Domäne von MES-Systemen ein. 
Die Aufgabenteilung zwischen MES- und ERP-System und der 
betrachtete Zeithorizont bestimmen das sinnvolle und notwen-dige 
Integrationsszenario. Ein komponentenbasierter Ansatz 
erleichtert hierbei die Definition der Schnittstellenfunktionen. 
Grundsätzlich bestehen, unabhängig vom gewählten Szenario, 
starke Abhängigkeiten der Systeme untereinander. Die adäquate 
und zeitnahe Verarbeitung der Daten kann nur durch eine tie-fe 
Integration erreicht werden. Beide Systeme bilden einen, je 
nach Fertigungstypologie, mehr oder weniger dynamischen Re-gelkreis. 
Ein typischer Einsatzfall ist die Bereitstellung von Planungsda-ten 
durch das ERP-System und die Rückkopplung der unter-schiedlichsten 
Produktionsdaten in die unternehmensweite Pla-nungswelt. 
Der aktuelle Zustand des Produktionssystems ist von 
wesentlicher Bedeutung für die fortlaufende Planung der Ferti-gungsaufträge. 
Es geht dabei nicht nur um den Status von Auf-trägen 
und die Rückmeldung von Mengen und Zeiten, sondern 
auch um Qualitätsdaten und Prozessparameter. Oftmals werden 
Teilbereiche der Instandhaltung durch MES-Systeme abgedeckt. 
Die Auswirkungen von geplanten Instandhaltungsmaßnahmen 
können simuliert werden. 
Die Ergebnisse der Simulation haben Einfluss auf das Kapazi-tätsangebot. 
Ebenfalls sichtbar werden die Folgen auf bereits 
eingeplante Aufträge. Eine realitätsnahe Planung erfordert da-bei 
einen zeitnahen Abgleich des Kapazitätsangebotes mit dem 
ERP-System. Nicht zuletzt spielen auch Kostenfaktoren eine 
Rolle. Der Steuerung der Produktion nach wirtschaftlichen Ge-sichtspunkten 
kommt eine große Bedeutung zu. Hierzu können 
tief integrierte MES-Systeme einen wesentlichen Beitrag leisten. 
Die regelmäßige Überwachung relevanter Kennzahlen liefert 
Ansatzpunkte zur Optimierung der wertschöpfenden Prozesse 
und zeigt die Wirksamkeit der genutzten Stellhebel auf. 
Fazit 
MES-Systeme bieten die Möglichkeit der sehr feingranularen 
Steuerung der Produktionsprozesse. Im Zusammenspiel mit 
ERP-Systemen und in Abhängigkeit von den bereitgestellten 
Funktionen der einzelnen Systembestandteile existieren ver-schiedene 
Möglichkeiten der Integration. Generell ist eine abge-stimmte 
und auf die Anforderungen des jeweiligen Einsatzfalls 
zugeschnittene Integration von Vorteil. Die Stärken der heute 
bereits weitentwickelten Planungssysteme (z.B. APS) werden 
durch entsprechende MES-Komponenten wirkungsvoll unter-stützt. 
Aktuelle Informationen über den Produktionsprozess 
verbessern die Genauigkeit der Planung erheblich und unter-stützen 
die Ausregelung von allgegenwärtigen Störungen. An-dererseits 
können MES-Systeme mit ebenso ausgereiften Fein-planungskomponenten 
die Durchsetzung (Execution) der Pläne 
aus übergeordneten und in gröberen Zeitabschnitten planenden 
ERP-Systemen unterstützen. Auf diese Weise können sowohl die 
produktionstechnischen als auch wirtschaftlichen Ziele erreicht 
werden. 
Zum Autor Karl Tröger: 
Karl Tröger Leiter Product Marketing, verantwortet die stra-tegische 
Ausrichtung des Produktportfolios bei der PSIPEN-TA 
Software Systems GmbH. 
Auf Basis seiner nationalen und internationalen Stationen in 
der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwi-schen 
Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-En-gineering 
dar. 
Seine Erfahrungen sammelte er als Senior Product En-gineer 
bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als 
IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwick-lung 
für ERP-Lösungen innerhalb der PSIPENTA Software 
Systems GmbH. 
Competence Book - ERP 75
ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEME INTERNATIONAL 
Wie ERP-Systeme internationale 
Geschäftsprozesse unterstützen 
AUTOR Karsten Sontow 
Die zunehmende Vernetzung und Geschwindigkeit von Geschäftsabläufen macht nicht 
an Ländergrenzen halt. Internationalisierung ist daher ein Kernbestandteil erfolg-reicher 
Unternehmensstrategien im globalen Markt. Die gute Nachricht in diesem 
Zusammenhang: Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmensabläufen beschert 
deutschen Firmen zusätzliches Wachstumspotenzial auf dem Weltmarkt, wie eine aktuelle 
Studie des Bitkom belegt. Fast 50 Milliarden Euro Exportumsatz wurde demnach allein im 
Jahr 2012 durch die Digitalisierung generiert. 
Nach Umsatz betrachtet, fördert die zunehmende Durchdringung der Geschäftsprozesse mit IT den internationalen Erfolg deutscher Unternehmen. 
Initiativen wie ERP 2020 und Industrie 4.0 zeigen, dass die 
IT-Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt haben und Anwende-runternehmen 
bei ihrem Transformationsprozess in Richtung 
Echtzeit-Business unterstützen. Doch der Blick in die Praxis des 
deutschen Mittelstands zeigt: Zunächst geht es vor allem darum, 
Standardprozesse wie Angebotserstellung, Auftragsabwicklung 
und Abrechnung auf internationaler Ebene rechtlich einwand-frei 
und so effizient wie möglich abzubilden. Damit das gelingt, 
muss die eingesetzte Unternehmens-Software eine ganze Reihe 
von Voraussetzungen erfüllen – auch dann, wenn das jeweilige 
Anwenderunternehmen selbst keine Standorte im Ausland be-treibt. 
76 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEME INTERNATIONAL 
No English, please 
Mehrsprachigkeit ist eine zentrale Anfor-derung 
an ERP-Systeme für den interna-tionalen 
Geschäftsverkehr. Wer Waren ins 
Ausland liefert, sollte beispielsweise in der 
Lage sein, Lieferscheine in der jeweiligen 
Landessprache auszudrucken, unabhän-gig 
von der Frage, wo sich die Firmenstand-orte 
befinden. Für die ERP-Software be-deutet 
das: Sie muss Unicode-fähig sein, 
um auch Sprachen mit Sonderzeichen 
wie Arabisch oder Russisch verarbeiten zu 
können. Dies gilt natürlich umso mehr, 
wenn eine Firma Standorte im Ausland 
unterhält: In diesem Fall müssen auch 
die Benutzeroberfläche und das Hilfesys-tem 
in der Landessprache verfügbar sein. 
Englisch als „Weltsprache“ ist in vielen 
Ländern kein adäquater Ersatz, weil nicht 
alle Benutzer eines ERP-Systems über den 
dazu nötigen Bildungsstandard oder die 
kulturelle Bereitschaft verfügen. 
Alles rechtens? 
Andere Länder, andere Gesetze – und an-dere 
Währungen. Diese Tatsache macht 
Unternehmen weltweit zu schaffen. Selbst 
innerhalb der EU sind bei einem Stan-dardprozess 
wie der Rechnungserstellung 
unterschiedliche Gegebenheiten wie etwa 
verschiedene Mehrwertsteuersätze zu be-rücksichtigen. 
Hinzu kommt: Nicht nur 
in Deutschland und Europa ändern sich 
die Gesetze. Besonders häufig geschieht 
dies in Staaten wie Russland oder Chi-na. 
Und in Brasilien beispielsweise emp-fehlen 
selbst die Vertreter eines weltweit 
marktführenden ERP-Herstellers, für die 
Buchhaltung lokale Speziallösungen zu 
wählen, da es ihnen nicht wirtschaftlich 
möglich sei, angesichts der häufigen Än-derungen 
der Finanz- und Steuergesetz-gebung 
vor Ort die Aktualität der Systeme 
in diesem Bereich zu gewährleisten. Auch 
Zollbestimmungen und Umweltverord-nungen 
ändern sich vielerorts häufig. 
Multi-Site-Management für 
Intercompany-Prozesse 
Firmen, die mit „verlängerter Werkbank“ 
im Ausland arbeiten, kennen die Aufgabe: 
Der Kunde in Land A bestellt ein Produkt, 
das in Land B gefertigt wird. Lieferschein 
und Rechnung werden von der Unterneh-menszentrale 
in Deutschland erstellt. Da-mit 
dieser Prozess möglichst schnell und 
reibungslos abläuft, ist ein hohes Maß an 
Automatisierung erforderlich. Moderne 
ERP-Lösungen bringen die dazu nöti-ge 
Funktionalität in der Regel mit, doch 
unterscheiden sich die Systeme im De-tail 
teilweise recht deutlich. Entscheider 
sollten sich derartige Abläufe deshalb im 
Hinblick auf die Eignung für das eigene 
Business demonstrieren lassen – unter 
realen Bedingungen. Genauso wichtig 
ist ein zentrales Daten-Management, das 
mit Transparenz in der Buchhaltung und 
möglichst effizientem Controlling schnel-le 
und fundierte unternehmerische Ent-scheidungen 
unterstützt. 
Mehrsprachigkeit liegt bei den Anwendern von ERP-Software im Trend – das zeigt die ERP-Zufriedenheitsstudie von Trovarit: Der Anteil 
der nur einsprachig genutzten Systeme sank von 2008 bis 2012 kontinuierlich. Zuletzt nutzte fast die Hälfte der befragten Anwender 
ihr ERP-System in mindestens zwei Sprachen. 
Competence Book - ERP 77
ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEME INTERNATIONAL 
ERP als Wachstumsförderungspro-gramm 
Wachstum ist ein zentrales Ziel bei jeder 
Internationalisierung. Dabei geht es nicht 
nur um mehr Benutzer und neue Stand-orte. 
Auch eine geänderte Geschäftsform, 
neue Unternehmensbereiche, wie etwa 
eine zugekaufte Fertigung, sowie neue 
Vertriebskanäle müssen Unternehmen 
möglichst schnell und reibungslos inte-grieren, 
wenn sie ihre Markposition aus-bauen 
wollen. ERP-Lösungen müssen 
deshalb in möglichst vielen Dimensionen 
anpassbar sein – das zeigen auch die re-gelmäßigen 
Anwenderbefragungen der 
Trovarit AG. Skalierbarkeit und Flexibi-lität 
sind Kernanforderungen, wenn die 
ERP-Software das internationale Wachs-tum 
fördern und nicht behindern soll. 
Die Zusammenarbeit ist erfolgsent-scheidend 
Aus repräsentativen Befragungen von 
ERP-Anwendern und aus unserer Be-ratungstätigkeit 
wissen wir: Die Zu-sammenarbeit 
zwischen Hersteller, 
Implementierungspartner und Anwen-derunternehmen 
ist entscheidend für 
den Erfolg von ERP-Einführungen. Für 
internationale ERP-Projekt bedeutet das: 
Entscheider sollten von Anfang an gezielt 
nach der Vor-Ort-Unterstützung im Aus-land 
fragen, sowohl während der Imple-mentierungsphase 
als auch danach: 
• Unterhält der Anbieter selbst Stand-orte 
in den Staaten, in denen die Lö-sung 
eingesetzt werden soll? 
• Welche konkreten Services erbringt 
der Hersteller selbst vor Ort? 
• Sind personelle Ressourcen für tech-nische 
Problemlösungen vorhanden? 
• Verfügt der Anbieter über Partner mit 
muttersprachlichen Fachleuten in 
den jeweiligen Ländern? 
• Wie ist die Zusammenarbeit der Nie-derlassungen 
und/oder Partner in 
verschiedenen Ländern geregelt? 
• Welche Qualifikationen haben die 
handelnden Personen in den betei-ligten 
Ländern aufzuweisen? Zertifi-kate? 
Referenzen? 
• Wer ist der zentrale Ansprechpartner 
für den Kunden? 
• Gibt es ein einheitliches, transparen-tes 
Verfahren für die Software-Ein-führung 
mit standardisiertem Be-richtswesen 
über den Projektverlauf? 
• Wie läuft der Roll-Out ab? Ist die 
muttersprachliche Schulung der 
künftigen Benutzer gewährleistet? 
• Wie ist der Support nach der Einfüh-rung 
organisiert? 
• 
Kein System kann alles 
Nach unseren Erkenntnissen gibt es der-zeit 
keinen ERP-Hersteller, dessen Pro-dukte 
weltweit in vollem Funktionsum-fang 
in der gleichen Qualität verfügbar 
sind. In den meisten Fällen wird dies auch 
nicht benötigt. Umso wichtiger ist es, im 
Projektverlauf möglichst früh zu definie-ren 
und zu dokumentieren, welche Anfor-derungen 
wo erfüllt sein müssen, um die 
geeignete Lösung – oder eine Kombinati-on 
verschiedener Lösungen – zu finden. 
Dabei sollten unbedingt auch die geplante 
Entwicklung des Unternehmens und die 
daraus resultierenden künftigen Anfor-derungen 
mit einbezogen werden. In der 
Regel ist es am Schluss eine Frage der Be-wertung 
einzelner Anforderungen, für 
welches System sich der Anwender ent-scheidet. 
Zwei Punkte allerdings sollten 
immer gegeben sein, bevor es an die Re-alisierung 
geht: Muttersprachliche Unter-stützung 
vor Ort und die Möglichkeit zum 
Austausch mit Kunden, die vergleichbare 
Anforderungen haben. 
ERP im Ausland ist mehr als Software 
Zwar sind moderne ERP-Systeme prinzipi-ell 
immer für den internationalen Einsatz 
konzipiert, doch die Tücken der Praxis ste-cken 
im Detail. Dabei geht es nicht nur um 
technische und funktionale Aspekte der 
Software. Vielmehr kommt gerade beim 
internationalen Einsatz den Faktoren Ser-vice 
und Beratung erhebliche Bedeutung 
zu. Denn eine umfassende Funktionalität 
nützt dem Anwender nichts, wenn er nie-manden 
hat, der ihn bei der Einführung 
der Lösung an seinen Auslandsstandorten 
unterstützt. Entscheider, die sich mit der 
Einführung von ERP-Systemen für den in-ternationalen 
Einsatz befassen, sollten da-her 
von Anfang an bedenken, dass es nicht 
nur um die Anforderungen an die Software 
geht. Ebenso wichtig ist beispielsweise die 
Klärung der technischen Randbedingun-gen: 
Welche Leitungen sind mit welchen 
Bandbreiten an den unterschiedlichen 
Standorten verfügbar? In Schwellenlän-dern 
ist häufig auch die Stromversorgung 
ein Thema. Um sicherzugehen, dass keine 
wichtigen Punkte übersehen werden, soll-ten 
Anwender grundsätzlich auf drei Er-folgsfaktoren 
für internationale ERP-Pro-jekte 
achten: 
1. Gehen Sie systematisch vor – sowohl 
bei der Auswahl von Hersteller und 
System, als auch bei der Implemen-tierung 
Ihrer ERP-Lösung. 
2. Sichern Sie sich die Unterstützung 
durch Partner mit Erfahrung in Ihren 
Märkten. 
3. Nehmen Sie Ihre Belegschaft an den 
verschiedenen Standorten mit. Wenn 
Sie wollen, dass Ihre Lösung in Bra-silien, 
Indien, Russland oder China 
genutzt wird, müssen die dortigen 
Anwender nicht nur die Benutzer-oberfläche, 
sondern auch die Logik 
des Systems verstehen. 
Zum Autor Dr. Karsten Sontow 
Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Grün-der 
und Vorstand der Trovarit AG, Aachen, 
einem Spezialisten für die Evaluation von 
Business Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). 
Dort verantwortet er die Bereiche Marketing, 
Account Management, Research und Finan-zen. 
Dr. Sontow studierte Maschinenbau und 
Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und 
am Massachussetts Institute of Technology in 
Cambridge, USA. Seinen Doktortitel im Ma-schinenbau 
erwarb er an der RWTH Aachen. 
78 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP FÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER 
ERP für Einzel- und Auf-tragsfertigung 
ist anders! 
Autor: Manfred Deues, ams.Solution AG 
Manfred Deues, Vorstand der ams.Solution AG, im Gespräch mit Dr. Winfried Felser, 
Herausgeber der Competence-Site.de Vorstand der NetSkill AG zu Herausforderun-gen, 
Lösungen und nachhaltigem Markterfolg 
Der ERP-Markt – Generalisten versus Spezialisten? 
Die ERP-Landschaft wird in weiten Teilen von globalen Ge-neralisten 
wie SAP, Microsoft und Oracle geprägt. Gleich-zeitig 
existiert ein sehr erfolgreicher ERP-Mittelstand 
gerade in der DACH-Region und ams.Solution ist als lang-jähriger 
Marktführer für Einzel- und Auftragsfertiger mit 
seinen Wachstum ein besonders überzeugendes Beispiel für 
die Nachhaltigkeit der Spezialisten im ERP-Markt. 
Warum brauchen wir Ihrer Meinung nach Spezialisten in 
vielen Branchen? Warum können oder wollen z.B. viele Ein-zel- 
und Auftragsfertiger nicht auf die Generalisten im ERP-Markt 
setzen? Was spricht noch für den auch zukünftigen 
Erfolg von heutigen Marktführern wie ams.Solution? 
Manfred Deues 
Ursprünglich bestand der Markt vor allem aus Anbietern, die 
generalistisch aufgestellt waren. Im Einzelfall wurden durch 
Customizing spezifische Anforderungen realisiert. Heute noch 
sind 70% bis 80% des ERP Markts Generalisten. In den Marke-ting- 
Broschüren wirkt es dann allerdings oft so, als ob diese Ge-neralisten 
dann auch Spezialist in ganz vielen Branchen sind. 
In einem Marktvolumen von 20 bis 30 % des Ge-samtmarkts 
existieren heute aber auch wirklich 
fokussierte Spezialisten, die z.T. schon, wie bei 
uns, seit über 20 Jahren oder länger am Markt sehr 
erfolgreich sind. Hier kann man tatsächlich von 
branchenspezifischen Standards in der Software 
und der entsprechenden dedizierten Branchen-kompetenz 
sprechen, beides zusammen macht 
die Kunden in einer Branche zukunftsfähig und 
stellt zugleich eine hohe Kosteneffizienz sicher. 
Generalisten, die nun versuchen über Customi-zing 
bzw. die ein oder andere Installation eine 
ähnliche Branchen-Spezialisierung zu realisie-ren, 
verfügen meistens nicht über die dafür notwendigen um-fassenden 
Branchenkenntnisse. Daher scheitern solche Ansätze 
oft bzw. die Branchen-Spezialisierung bleibt in ihrer Breite und 
Tiefe beschränkt und es entstehen hohe Folgekosten bei der 
Systemeinführung und Systemwartung. Entsprechend unzurei-chend 
sind die sich dadurch ergebenden Prozesse. Der Spezialist 
hingegen verfügt über Mitarbeiter, die bereits über Jahre schon 
in der Branche arbeiten und z.T. selber früher als Anwender 
beziehungsweise Kunde tätig waren. Der Spezialist baut diese 
Kompetenz zudem konsequent mit jedem Projekt aus. So verfü-gen 
Spezialisten von Jahr zu Jahr über ein immer umfassenderes 
Know-how zu branchentypischen Prozessen und Anforderun-gen, 
die auch in den Standard der Software einfließen. 
Daher betonen wir in unserem Claim zunächst spitz das Thema 
ERP („ams.solution - die ERP-Lösung“), um an die Anforderun-gen 
des Marktes anzudocken (Wir brauchen ein „ERP-System“). 
Zugleich macht unser Claim „Prozesse verstehen - Transparenz 
gestalten“ aber diese Branchenkompetenz jenseits der Software 
deutlich. Wir sind ein Prozessberatungs- und Softwarehaus für 
Einzelfertiger. 
Competence Book - ERP 79
ANWENDUNGEN - ERP FÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER 
ERP – Herausforderung für Einzel-fertiger 
und Auftragsfertiger 
Als Fraunhofer-Berater konnte ich 
immer wieder feststellen, dass nicht 
200-seitige Pflichtenhefte zielführend 
sind, sondern das Verständnis der 4-5 
Kernherausforderungen eines ERP-An-wenders. 
Was sind Ihrer Erfahrung nach heute 
die wichtigsten Herausforderungen für 
Einzelfertiger? 
Manfred Deues 
Um hier die besonderen Herausforde-rungen 
der Branche zu verstehen, muss 
man einen Vergleich zwischen einem 
Serienfertiger und einem Einzelfertiger 
anstellen. Der Serienfertiger produziert 
in großen Stückzahlen auf Lager und mit 
geringen Rüstkosten immer wieder seine 
Serien-Produkte, die er marktgetrieben 
vorkonstruiert hat und mittel- und lang-fristig 
planen und kostenseitig abschätzen 
kann. Hier geht es dementsprechend dann 
vor allem um Mengenplanungen, Lage-roptimierungen, 
Logistik etc. 
Bei dem Einzelfertiger sieht es hingegen so 
aus, dass der Kunde und sein individueller 
Produktwunsch im Vordergrund stehen, 
zum Teil werden sogar Unikate für Kunden 
produziert. Daher ist ein leistungsfähiges 
Projektmanagement mit Terminkontrol-le 
und laufender Kostenkalkulation er-folgsentscheidend. 
Auch eine begleiten-de 
Konstruktion und eine wechselnde, 
begleitende Stücklistenverwaltung sind 
aufgrund der hohen Dynamik von beson-derer 
Wichtigkeit. Die Einzelfertigung 
hat zudem z.T. Lieferzeiten bis 12 Monate 
oder länger. Eine leistungsfähige Disposi-tion 
von Teilen mit langer Wiederbeschaf-fungszeit 
sorgt für frühzeitige Bestellun-gen, 
zum Teil schon in der Vertriebsphase. 
Nur so können Sie als Einzelfertiger die 
Komplexität und Dynamik ihres Marktes 
und ihrer Kundenwünsche beherrschen. 
Sie müssen bei der Einzelfertigung ter-min-, 
kosten- und anforderungsgerecht 
fertigen und das selbst dann, wenn durch 
Change Requests nach Beginn der Pro-duktion 
Auftragsänderungen zu berück-sichtigen 
sind. Es kann sogar passieren, 
dass bei der Planung deutlich wird, dass 
sie mit einem Teil der Fertigung oder der 
Konstruktion bereits drei Wochen früher 
hätten beginnen müssen. Dann müssen 
sie auf Sonderschichten oder eine verlän-gerte 
Werkbank zurückgreifen. Wegen 
dieser Besonderheiten habe ich auch das 
Institut für Einzelfertiger gegründet, wo 
wir uns gemeinsam im Netzwerk über He-rausforderungen 
und Lösungen austau-schen. 
ERP – Lösungen (Kernfeatures, 
Konzepte, …) für Einzelfertiger und 
Auftragsfertiger 
ERP-Systeme können in einem her-ausfordernden 
Kontext für den Mit-telstand, 
insbesondere auch für Ein-zel- 
und Autragsfertiger, strategische 
Werkzeuge werden, wenn sie die rich-tigen 
Funktionen / Features unter-stützen, 
aber vor allem wenn sie auch 
zielführend eingeführt und genutzt 
werden. 
Welche Kernfeatures eines ERP-Sys-tems 
sind ihrer Meinung nach heute 
generell in dieser Branche überlebens-wichtig? 
Wie geht man dann idealer-weise 
bei einem ERP-Projekt vor? Ver-stehen, 
konzipieren, realisieren: Was 
können Sie mit diesem Dreischritt an 
Erfolgen erreichen? 
Manfred Deues 
Unternehmen und Organisationen mit 
einem schnellen Wachstum, neuen Ge-schäftsmodellen 
oder sich rechtlich än-dernden 
Bestimmungen brauchen ein 
ERP-System, welches sehr agil und flexibel 
ist. Aufgrund dieser strategischen Trag-weite 
sollte die Auswahl eines ERP-Sys-tems 
Chefsache sein. In Zusammenarbeit 
mit den Key-Usern ist es wichtig, zu Be-ginn 
eine Shortliste der unternehmensin-dividuellen 
wichtigsten Anforderungen 
zu definieren. Bei der ERP-Auswahl spielt 
die Unternehmensgröße eine gravieren-de 
Rolle. Handelt es sich um ein kleines 
(bis 80 Mitarbeiter) oder größeres mittel-ständisches 
Unternehmen, so bestehen 
unterschiedliche Anforderungen an das 
ERP-System. Mittelständische, produ-zierdende 
Unternehmen mit vertikalen 
Herausforderungen sollten immer auf 
Spezialisten setzen. Die notwendigen 
Funktionen werden zu 95% weitgehend 
von unserem Portfolio abgedeckt. Für 
die horizontalen bzw. branchenneutralen 
Aufgaben, z.B. Lohn & Gehalt, Personal-management 
oder Finanzwesen, setzen 
wir selbst auf Partner. Auch bei horizon-talen 
Lösungen sollte man aber nicht nur 
auf Funktionen achten, sondern auch auf 
die gleiche Augenhöhe und den technolo-gischen 
Fit. Wenn man als Mittelständler 
Änderungen bei einem Software-Konzern 
wünscht, ist das u.U. nicht sehr erfolg-reich. 
80 Competence Book - ERP
ANWENDUNGEN - ERP FÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER 
Verstehen, konzipieren, realisieren: Was 
macht dann in der Umsetzung bzw. bei 
diesem Dreischritt am Ende den Erfolg 
aus? Meiner Meinung nach vor allem 
– und auch das betone ich gerne noch 
einmal – die umfassende Branchenkom-petenz 
in den Köpfen der Berater. Was 
ansonsten unser Projektvorgehen bzw. 
unseren Dreischritt angeht, finden Sie 
weitergehende Informationen bei uns 
online (https://www.ams-erp.com/Home/ 
verstehen.aspx). 
So erreichen wir: 
• Eine umfassende Prozesstransparenz 
entlang der gesamten Wertschöp-fungskette. 
• Eine hohe Kalkulationssicherheit bei 
Angeboten und Aufträgen durch Vor-, 
Mitlaufende- und Nachkalkulation 
• Eine Verkürzung der Auftragsdurch-laufzeiten, 
in vielen Geschäftsberei-chen 
mit kurzen Ablaufzyklen und 
hohen Zuwachsraten geht es um 
Schnelligkeit – sowohl im Angebots-wesen 
als auch in der Auftragsab-wicklung. 
• Eine durchgängige und vollständige 
Dokumentation für Projekte durch 
die Möglichkeit, jedem beliebigen 
Datensatz ein Dokument zuzuord-nen. 
Abruf auf Knopfdruck – für das 
gesamtes Projekt. 
• Die Erreichung einer höheren Pro-duktivität 
mit bestehendem Perso-nal. 
• Die Erstellung von Soll-Konzepten 
für Ihre Unternehmensprozesse, De-finierung 
von Standards. 
Was wir damit erreichen wollen? Wir wol-len 
unseren Anspruch für die Prozessopti-mierung 
unserer Kunden in die Tat umset-zen: 
Unsere Kunden sollen in 3- 4 Jahren 
den doppelten Umsatz mit dem gleichen 
Personal meistern! 
ERP für Einzelfertiger und Auftrags-fertiger 
– erfolgreiche Projektbei-spiele 
Grau, treuer Freund, ist alle Theorie. 
Mehr denn je hat Goethe Recht. Bes-ser 
als jede abstrakte Problem- und 
Lösungsbeschreibungen sind konkrete 
Projekterfahrungen. 
Können Sie an 1-2 Kunden den Drei-schritt 
von Herausforderungen – Lö-sungen 
– Einführungen mit ams.Solu-tion 
beispielhaft skizzieren. Wie kam 
es zum Projekt, warum entschied man 
sich für Sie, wie ging man vor und wie 
wurde am Schluss der Erfolg des Pro-jekts 
sichergestellt? 
Manfred Deues 
Hier lasse ich natürlich besonders gerne 
unsere Kunden selbst sprechen: 
Was mich persönlich angeht: Ich möchte 
in diesem Interview zu dieser Frage ein-mal 
mit etwas ganz Unpopulärem anfan-gen. 
Bei uns steht ein Release-Wechsel alle 
12-24 Monate an und das ist dann immer 
ein kleines Projekt einschließlich der Ak-tualisierung 
der Customizing-Funktio-nalitäten. 
Der erfahrene Anwender weiß: 
„Never change a running system“, aber 
irgendwann möchte er natürlich von den 
technologischen und funktionalen Fort-schritten 
profitieren. Das gelingt bei uns 
relativ schmerzfrei. 
Bei den meisten Anbietern, insbesondere 
bei den großen, universellen Anbietern 
bzw. den Generalisten, ist das hingegen 
meistens auch ein großes Projekt, das oft 
hohe Kosten verursacht, vor allem auch 
intern. Viele der davon betroffenen Unter-nehmen 
im Bereich der Einzelfertigung, 
die das erleben mussten, wechseln dann 
zu uns, um in Zukunft nicht immer wieder 
von solchen massiven Release-Wechseln 
betroffen zu sein. Vor allem bei Anbietern, 
die mit vielen Partnern zusammenarbei-ten 
und nur ein Basissystem anbieten, 
stellt der Markt so etwas fest. 
Das bzw. die Ablösung ist oft ein mögli-cher 
Start einer Zusammenarbeit mit uns, 
wobei dann Kunden in der Regel auch 
neue Prozesse und Module implementie-ren 
wollen. 
Zum Start zeigen wir dann dem Kunden, 
was unser System im Standard alles abbil-det. 
Dann sieht der Kunde, dass wir wirk-lich 
Spezialisten sind und erkennt, was 
ihm bisher alles fehlte bzw. er erkennt nun, 
dass es eine Software gibt, die seine Anfor-derungen 
zum größten Teil im Standard 
abbildet. Das höchste Lob für Kompetenz 
ist es, wenn Kunden unsere Mitarbeiter in 
dieser Phase fragen, woher wir das alles 
wissen (was der Kunde braucht) und ob 
unser Mitarbeiter schon einmal bei ihnen 
gearbeitet habe. Natürlich stehen dabei 
nicht nur neue Features im Vordergrund, 
sondern die optimierten Prozesse, die 
aber oft mit unserem System und seinen 
Funktionalitäten deutlich einfacher und 
umfassender abgebildet werden können. 
Standardmäßig sind dann die nächsten 
Schritte – dass wir den Umfang der Ein- 
Competence Book - ERP 81
ANWENDUNGEN - ERP FÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER 
führung beleuchten, wie wir die Prozesse mit unseren Stan-dard- 
Funktionen abbilden können bzw. welche Prozesse sich 
optimieren lassen. Im Einzelnen sind wichtige Teilschritte: 
• Anforderungskatalog / Pflichtenheft 
• Unternehmensbegehung 
• Workshop mit Modellstudie 
• Leichte praxisgerechte Bedienung 
• Prozessanalyse und Dokumentation 
Diese Schritte in der ams-Methode garantieren den Erfolg und 
die Motivation im Projekt. 
Zukunft ERP: Usability, Mobility, Connectivity, Cloud, … 
Sie engagieren sich auch für die Zukunft der Branche, u.a. 
beim BITKOM und dem VDMA. ERP 2020, die Initiative des 
VDMA, hat hier drei Perspektiven identifiziert: Usability, 
Mobility und Connectivity. 
Inwieweit sind das auch Ihrer Meinung nach wichtige 
Schwerpunkte der zukunftsorientierten Entwicklung? Was 
planen Sie persönlich noch bis 2020 und für dieses / das 
nächste Jahr? 
Manfred Deues 
Es gibt z. Zt. eine Vielzahl von Buzzwords, die eher von Anbietern 
als von Kunden getrieben werden. Die Cloud ist z.B. in unserer 
Branche kritisch, wenn es um patentgeschützte Informationen 
unserer Kunden geht. Zum Schluss propagiert man dann aus rei-ner 
Verzweiflung die „private Cloud“, die eigene Installation. Man 
muss in solchen Fällen schauen, dass man da nicht am Markt vor-beiredet. 
Aus diesem Grund haben wir für unsere Branchen auch 
noch keine Cloudlösung realisieren müssen. 
Wir sind grundsätzlich nicht Marketing-/schlagwortorientiert, 
sondern kundenorientiert. Wir sind auch keine Evangelisten für 
jeden neuen Hype, das bezahlt keiner. In unserem Fokus steht 
immer der Kundenerfolg. Manchmal wollen die Kunden im Mit-telstand 
nicht, was die Konzern-Anbieter propagieren. 
Wir sind natürlich zukunftsorientiert, damit wir wettbewerbs-fähig 
bleiben. Usability, Mobility und Connectivity sind daher 
für uns Selbstverständlichkeiten und wir engagieren uns auch 
entsprechend in den Branchen. Dabei sind die Themen zum Teil 
auch nicht ganz neu. 
Schon vor Jahrzehnten haben beispielsweise Fraunhofer, die 
RWTH und andere Universitäten im Bereich der Connectivity 
Branchen-Standards entwickelt. Wir haben grundsätzlich unsere 
Schnittstellen sehr flexibel anpassbar gestaltet, so dass wir über-all 
andocken können. 
Was unsere Zukunftsplanung angeht: Wir schauen hier von Jahr 
zu Jahr, oft zusammen mit unseren Kunden im Kundenentwick-lungsforum. 
Wir haben einen guten Austausch mit unserem 
Markt und sind sowohl technologisch wie auch in den Funktio-nen 
schnell unterwegs. 
Zum Autor Manfred Deues: 
Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran-che 
tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und studier-te 
Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäftsführender 
Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. 
In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche 
Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Um-firmierung 
der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution 
AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im glei-chen 
Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat 
zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch die 
Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen In-itiator 
und Mitbegründer Manfred Deues ist. 
82 Competence Book - ERP
CASE STUDIES & 
PRODUKTINFORMATIONEN
Case Studies & 
Produktinformationen 
Branchenübersicht 
85 Kumavision 
ERP-Lösung KUMAVISION 
factory für Förderanlagen im 
Bergbau 
88 Asseco 
Maschinenring Österreich: 
Ring frei für APplus 
90 Microsoft 
Mit Dynamics AX 2012 
schlank in die Zukunft 
92 Cosmo Consult 
Integrierte Module statt 
Individualprogrammierung 
95 Asseco 
Der Weltmarktführer für 
Luftpumpen und 
Schutzbleche ist mit APplus 
für die Zukunft gerüstet 
97 ams.Solution AG 
Wachstum organisieren 
101 COSMO CONSULT AG 
Ein Partner für alle Fälle 
104 ams.Solution AG 
Auf Draht bei Aumann 
106 Diverse Branchen 
Weitere Case Studies und 
Produktinformationen unse-rer 
Partner 
112 Informationsquellen 
114 Unternehmen 
119 Experten 
126 Glossar 
INHALT 
84 Competence Book - ERP
CASE STUDY - SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION 
ERP-Lösung KUMAVISION factory 
für Förderanlagen im Bergbau 
AUTOR: KUMAVISION AG 
Förderanlagen im Bergbau gehören zu den größten Anlagen, die Menschen je errichtet haben. 
Sie entstehen aus zehntausenden von Einzelteilen. Ihre technischen Parameter werden in 
Maßeinheiten wie Meganewton oder Megawatt beschrieben. Das deutsche Traditionsunter-nehmen 
SIEMAG TECBERG plant, konzipiert und errichtet solche Anlagen in aller Welt. Um von 
der Konstruktionszeichnung bis zur Montage den Überblick zu behalten, setzt das Unternehmen 
die ERP-Branchenlösung KUMAVISION factory auf Basis von Microsoft Dynamics NAV ein. 
Die Historie von SIEMAG TECBERG geht bis auf das Jahr 1871 zu-rück. 
Aus dem Lieferanten für Bergbauzubehör hat sich im Laufe 
des 20. Jahrhunderts der international aufgestellte Systemanbie-ter 
SIEMAG TECBERG entwickelt mit Kunden und Projekten in 
aller Welt. „Wir stellen zwar sehr große und schwere Geräte her. 
Aber wir sind trotzdem eine Manufaktur.“ So beschreibt Stephan 
Sartor, Geschäftsführer bei SIEMAG TECBERG, die Arbeitsweise 
des Unternehmens. Entsprechend hoch ist der Stellenwert von 
Stücklisten und Strukturplänen im ERP-System. Zur Steuerung 
seiner komplexen Abläufe nutzt der Bergbauspezialist Microsoft 
Dynamics NAV, schon seit der „blauen Version“, wie Sartor in An-spielung 
auf die monochrome Bildschirmdarstellung der frühen 
1990er sagt. Zuletzt lief eine hoch spezialisierte und individuell 
programmierte Software auf Basis der Version 3.60. 
Neues Gebäude, neue IT 
Als SIEMAG TECBERG 2007 per Management-Buy-Out eigen-ständig 
an den Markt ging, stellten sich gleich mehrere Her-ausforderungen. 
Denn Kunden, Mitarbeiter und Infrastruktur 
gingen zu SIEMAG TECBERG über. Firmengebäude und IT-Spe-zialisten 
blieben aber beim früheren Mutterkonzern. So musste 
das Unternehmen gleichzeitig ein neues Gebäude beziehen und 
eine neue IT einführen. „Um unsere stark individualisierte Soft-ware 
weiter betreiben zu können, hätten wir Fachleute benötigt, 
die das System von Grund auf kennen“, erklärt Sartor. Deshalb 
beschloss das Management, eine aktuelle Version von Microsoft 
Dynamics NAV einzuführen. 
Nahe am Standard 
Dabei wollte das Unternehmen so nahe wie möglich am Standard 
bleiben. Trotzdem war klar, dass es allein mit dem Funktionsum-fang 
von Microsoft Dynamics NAV nicht getan war. „Wir brauch-ten 
eine Branchenlösung, die unsere speziellen Anforderungen 
im Anlagenbau abdeckt.“ Und die sind – wie auch die Produkte 
des Unternehmens – eine Nummer größer als der Durchschnitt. 
Deshalb ließen sich auch Individualprogrammierungen nicht 
völlig vermeiden. Aber jede individuelle Funktion des alten Sys-tems 
wurde durch einen dreistufigen Filter sortiert: Nice-to-ha-ve- 
Funktionen fielen weg. Bei den anderen suchten die Verant-wortlichen 
nach Wegen, die eigenen Prozesse so umzustellen, 
dass sie doch noch mit dem Standard abgebildet werden konn-ten. 
Nur wenn es keine andere Möglichkeit gab, kamen die Pro-grammierer 
zum Einsatz. Im Ergebnis konnte SIEMAG TECBERG 
zu 90 Prozent die Standards der KUMAVISION-Branchenlösung 
übernehmen. 
Kalkulation aus Erfahrung 
Damit deckt SIEMAG TECBERG fast den gesamten Workflow ab. 
Lediglich Kalkulationen im Vorfeld eines Vertragsabschlusses 
berechnen die Mitarbeiter des Vertriebs mit Excel-Werkzeugen. 
Aber auch hier greifen sie bereits auf Informationen aus ähnli-chen 
Projekten zurück. „Kein Schacht, kein Bergwerk ist iden-tisch 
mit einem anderen“, erklärt Stephan Sartor. „Aber wir verfü-gen 
über 1500 Referenzen, die wir weltweit bereits durchgeführt 
haben.“ Deshalb greift das Unternehmen in der Kalkulationsphase 
Competence Book - ERP 85
CASE STUDY - SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION 
Bild: Siemag Fördermaschine Gotthard 
auf Projekte zurück, die genügend Ähn-lichkeit 
haben, so dass sie für Risikoab-schätzung 
und Kostenrechnung genutzt 
werden können. Wenn eine verbindliche 
Bestellung vorliegt, werden die Excel-Ta-bellen 
aus der Kalkulation mit hunderten 
von Positionen automatisiert in KUMAVI-SION 
factory eingelesen. Strukturpläne 
und Budgets werden automatisch ange-legt. 
Hohe Flexibilität 
In der Phase des Anpassungsengineerings 
greifen die Konstrukteure auf die Pläne 
bereits gebauter Anlagen zurück, über-nehmen 
teilweise vorhandene Strukturen, 
überarbeiten sie und fügen sie zu etwas 
Neuem zusammen. „Hier verlangen wir 
von unserem ERP-System ein außerge-wöhnlich 
hohes Maß an Flexibilität“, er-klärt 
Sartor. Einen Standard gibt es nicht. 
„Es genügt uns nicht, eine Datenstruktur 
komplett per Copy und Paste zu überneh-men. 
Wir müssen die Struktur auf jeder 
Ebene verändern können.“ 
Kompletter Datenumzug 
Die enge Verwebung zwischen alten und 
neuen Projekten setzte auch voraus, dass 
der komplette Datenbestand aus der lan-gen 
Geschichte des Unternehmens in die 
neue SQL-Datenbank der Branchenlö-sung 
fehlerfrei transferiert wurde. Und 
noch eine weitere Eigenheit des Berg-baugeschäfts 
machte den Erhalt der alten 
Datensätze erforderlich: Schachtförder-anlagen 
sind 40 bis 50 Jahre in Betrieb. 
Entsprechend lange müssen die Doku-mentationen 
für Service und Betreuung 
verfügbar sein. „Hier hat KUMAVISION 
mit großem Know-how für einen professi-onellen 
Umzug gesorgt“, so Sartor. 
CAD-Integration und Änderungs-management 
Eine besondere Herausforderung war 
die Anbindung der CAD- und PDM-Konstruktionssysteme 
an das ERP-System. 
Denn im Verlauf des Anpassungs-engineerings 
überarbeiten Konstrukteu-re 
die Zeichnungen – mit direkten Aus-wirkungen 
auf die Stücklisten. SIEMAG 
TECBERG nutzt deshalb eine Universal-schnittstelle 
in KUMAVISION factory, mit 
der online aus den Konstruktionsdaten Ar-tikel- 
und Stücklisten abgeleitet werden. 
Ein integrierter Plausibilisierungsprozess 
erkennt dabei Inkonsistenzen oder Fehler 
und erlaubt auch die Vereinheitlichung 
unterschiedlicher CAD-Systeme auf einen 
86 Competence Book - ERP
CASE STUDY - SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION 
homogenen Artikelstamm. Ein weiterer 
Vorteil ist die vollständige Indexverfol-gung 
der Änderungsstände im ERP-Sys-tem. 
Damit verbleibt die Verantwortung 
für die Zeichnungs- und Artikel- Stück-listenverwaltung 
in der Konstruktion. Es 
entsteht ein durchgängiger Prozess ohne 
Medienbrüche. Ebenso profitiert SIEMAG 
TECBERG vom Änderungsmanagement, 
das in KUMAVISION factory integriert ist. 
Es leitet alle Änderungen von 65 CAD-Ar-beitsplätzen 
sowie die Änderungen der 
Arbeitsvorbereitung direkt in Änderungs-vorschläge 
weiter. Dadurch erhält das Pro-jektmanagement 
valide Informationen, 
wie mit den wachsenden Strukturen und 
Langläufer umgegangen werden soll. 
Komplexe Abwicklung 
Auch die konkrete Abwicklung eines 
Auftrags fällt bei SIEMAG TECBERG auf-grund 
der Projektgröße etwas komplexer 
aus. Stücklisten mit 20.000 Positionen 
sind keine Seltenheit. 80 Prozent der ver-bauten 
Teile kauft das Unternehmen bei 
verschiedenen Lieferanten. Dabei kann es 
zu komplexen Beistell-Stafetten kommen: 
Lieferant A produziert ein Teil, das er für 
Lieferant B beistellen muss, ist aber sei-nerseits 
auf ein Beistellteil von Lieferant 
C angewiesen. „KUMAVISION factory ist 
für uns ein unverzichtbares Werkzeug, um 
diese komplexen Strukturen überhaupt 
beherrschen zu können“, erklärt Sartor. 
Vor allem deshalb, weil Termintreue in 
dieser Branche eine weit größere Bedeu-tung 
hat, als anderswo. „Wenn wir liefern, 
muss alles zu einem festen Termin am Ha-fen 
oder beim Kunden sein. Wir können 
da nicht einfach nachliefern. Ein Zeitver-zug 
ist - auch bedingt durch die weltweite 
geographische Lage der Bergwerke - im-mer 
gleichbedeutend mit einem immen-sen 
Schaden.“ 
DMS inklusive 
KUMAVISION factory ist bis auf weni-ge 
Ausnahmen in allen Bereichen bei 
SIEMAG TECBERG im Einsatz. CAD-In-tegration, 
Materialbeschaffung, Waren-eingangsprüfung, 
Projektmanagement, 
Rechnungsprüfung, Finanzbuchhaltung, 
Controlling nach HGB und IFRS und 
Versand: alles ist in der Branchenlösung 
abgebildet. Zusätzlich ist ein Dokumen-tenmanagementsystem 
(DMS) angebun-den, 
das neben dem fiskalischen Beleg-wesen 
auch Konstruktionszeichnungen 
jederzeit elektronisch abrufbar macht. 
„Wenn unsere Mitarbeiter in KUMA-VISION 
factory auf eine Stücklisten-position 
gehen, können sie mit einem 
einzigen Mausklick die zugehörige Konst-ruktionszeichnung 
öffnen“, erläutert Sartor. 
Fazit 
Für die Zusammenarbeit bilanziert 
Stephan Sartor: „Wir haben durch den 
Umzug und die neue IT im Prinzip ein 
neues Unternehmen im laufenden Betrieb 
gegründet. Unter diesen komplizierten 
Umständen und mit einem sehr sportiven 
Zeitplan, hat KUMAVISION einen sehr 
guten Job gemacht. Natürlich konnte es 
nicht von Anfang an reibungslos funk-tionieren. 
Aber wenn es Probleme gab, 
hat KUMAVISION immer die Ressourcen 
bereitgestellt, um so schnell wie möglich 
gute Ergebnisse zu erzielen.“ Die neue 
Software selbst beurteilt Sartor weniger 
nach den betriebswirtschaftlichen Vortei-len 
als nach den organisatorischen: „Wir 
brauchen ein System, das hoch flexibel ist, 
unsere komplexen Auftragsstrukturen ab-bildet, 
abgeschlossene Projekte für künfti-ge 
nutzbar macht und die Konstruktions-ebene 
einbindet. Und das haben wir mit 
KUMAVISION factory erhalten.“ 
Bild: Siemag Schachtförderanlage Gotthard 
Competence Book - ERP 87
CASE STUDY - ASSECO UND MASCHINENRING ÖSTERREICH 
Maschinenring Österreich: 
Ring frei für APplus 
AUTOR: Asseco Solutions AG 
Der Maschinenring Österreich ist ein genossenschaftlich organisierter, nationaler Zusam-menschluss 
von etwa 77.000 Mitgliedsbetrieben, durch die aktuell mehr als die Hälfte der 
landwirtschaftlichen Nutzfläche der Alpenrepublik bewirtschaftet wird. Als führendes 
Dienstleistungsunternehmen im ländlichen Raum hat es sich der in 90 Vereine, so genannte „Rin-ge“, 
unterteilte Verbund zum Ziel gemacht, die Perspektiven und Chancen der heimischen Land-wirte 
durch eine umfassende Bündelung und Organisation von Kräften und Ressourcen nachhaltig 
zu verbessern – und dies über alle neun Bundesländer hinweg. Der Maschinenring ist insgesamt in 
drei Unternehmensbereiche – Agrar, Service und Personalleasing – gegliedert. 
Maschinenring Agrar, Service, Personalleasing 
Betriebshilfe und Maschinenmanagement zählen zu den historischen Kernaufgaben 
der Maschinenringe. Der inneragrarische Leistungsaustausch zwischen Landwirten 
steht hierbei im Fokus. Ein kosteneffizientes Maschinenmanagement, die Aushilfe bei 
Überkapazitäten sowie Sozialeinsätze in Notsituationen werden auf diese Weise sicher-gestellt. 
Der Maschinenring Agrar bietet Einzel- und Komplettdienstleistungen in den 
Bereichen Ackerbau, Grünland, Forst, Bioenergie, Wein-, Obst- und Spezialkulturenan-bau 
sowie Innenwirtschaft. Maschinengemeinschaften stellen dabei insbesondere bei 
hohen Anschaffungskosten im Bereich der Ernte- oder Düngetechnik sowie der Boden-bearbeitung 
eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu einzelbetrieblichen Investitionen 
dar. 
Als Dienstleister bietet der Maschinenring Service in ganz Österreich Landschafts- und 
Grünraumpflege sowie Winterdienst für Unternehmen, Gemeinden oder Privatperso-nen 
an. Dieser Dienstleistungsbereich hat sich inzwischen zum umsatzstärksten Ge-schäftszweig 
entwickelt. 
Der vor fünfzehn Jahren gegründete Unternehmensbereich Personalleasing vermittelt 
Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft an Unternehmen und Gemeinden. Die 
Beschäftigungsmöglichkeiten als Leasingarbeitskraft sind dabei vielfältig und reichen 
von Tätigkeiten als Schlosser, Schmied, Zimmerer und Tischler über Aufgaben in der 
Maschinen- und Stahlverarbeitung bis hin zu Einsätzen innerhalb der Nahrungs- oder 
Genussmittelindustrie. So setzen über 2.500 Unternehmen in ganz Österreich auf Mit-arbeiter 
der Maschinenring Personal eGen. 
Maschinenring-Spezifika 
Im Falle des Maschinenrings gibt es ge-genüber 
herkömmlichen Unternehmens-strukturen 
individuelle Besonderheiten 
hinsichtlich der Verrechnung und Orga-nisation 
angebotener Dienstleistungen. 
So erbringt der Verbund diese Services im 
Agrarbereich faktisch nicht selbst, sondern 
übernimmt die Vermittlung und wickelt 
im Auftrag und Namen des Dienstleis-ters 
den Zahlungsverkehr mit dem jewei-ligen 
Kunden ab. Da agrarische Kunden 
und Dienstleister auch Vereinsmitglieder 
sind, ist darüber hinaus eine entspre-chende 
Mitgliederverwaltung inklusive 
Mitgliedsbeitragsabrechnung nötig. Bei 
gewerblichen Dienstleistungen wie Win-terdienst 
oder Grünraumpflege fungieren 
Dienstnehmer teilweise gleichzeitig als 
Sublieferanten für auftragsrelevante Gerä-te 
und Maschinen. Eingangsrechnungen 
werden dabei im Gutschriftverfahren für 
diese erstellt. 
88 Competence Book - ERP
CASE STUDY - ASSECO UND MASCHINENRING ÖSTERREICH 
Altsysteme für komplexe 
Unternehmensstrukturen nicht mehr 
zukunftsfähig 
Trotz komplexer Organisations- und Ab-rechnungsstrukturen 
verfügte der Ma-schinenring 
bis Ende 2005 über keine ein-heitliche 
IT-Architektur, sondern bediente 
sich in den Unternehmensbereichen Ser-vice 
und Agrar mit MR2000, Datamax 
und Centura dreier Eigenentwicklungen. 
Diese unterschieden sich in ihren Spezifi-kationen 
– selbst innerhalb der einzelnen 
Dachorganisationen – teilweise vonei-nander 
und waren technologisch in kei-ner 
Weise zukunftsfähig. Es galt deshalb, 
eine Unternehmenssoftware zu eruieren, 
die ohne eine aufwändige Individualpro-grammierung 
bereits im Standard alle re-levanten 
Abläufe – insbesondere Stamm-datenverwaltung 
und Disposition – über 
beide Unternehmensbereiche hinweg 
umfassend und transparent abzubilden in 
der Lage und dennoch an spezifische Pro-zesse 
anpassbar ist. Auf diese Weise sollte 
der Maschinenring, trotz seines föderalen, 
genossenschaftlichen Aufbaus, den tech-nologischen 
Unterbau eines modernen 
Wirtschaftsunternehmens erhalten. 
APplus überzeugt 
Nach intensiver Marktbeobachtung im 
Rahmen eines Auswahlverfahrens standen 
zwei Lösungen zur Disposition, wobei die 
Entscheidung der Verantwortlichen des 
Maschinenrings nach Prüfung aller wich-tigen 
Kriterien im Jahr 2005 auf APplus 
fiel. Ausschlaggebend waren hierbei vor 
allen Dingen – neben der vollständigen 
Web-Basierung – die hohe Anpassbar-keit, 
der technologische Entwicklungs-vorsprung 
sowie der breite Funktions-umfang 
der Lösung. Diese erfolgreiche 
APplus-Implementierung wurde im Sep-tember 
2013 auf die Version 6.0 migriert. 
Der Modulumfang umfasst Vertrieb, 
Einkauf, Materialwirtschaft, AZE, PZE, 
CRM sowie Plantafel. Im Augenblick ar-beiten 
700 User an rund 90 Standorten 
mit APplus. 
APplus in der Praxis 
Durch die Einführung von APplus wurden 
innerhalb des verzweigten Organisati-onsgeflechts 
heute eine homogene Struk-turierung 
der Vertriebsaktivitäten – von 
Angeboten über Aufträge, die Erstellung 
von Lieferscheinen bis hin zu Sammel-rechnungen 
– sowie eine einheitliche 
Stammdatenpflege realisiert. Musste jede 
Filiale bislang ihre Geldflüsse oder die 
Disposition von Personal- und Maschi-nenressourcen 
autark organisieren, sind 
nun ein einheitlicher Zahlungsverkehr 
aller Niederlassungen sowie eine unter-nehmensübergreifende 
Verfügbarkeits-planung 
möglich, die gerade im Personal-leasingbereich 
unabdingbar ist. APplus 
stellt darüber hinaus die technologische 
Basis für neu realisierte Online-Aktivitä-ten 
dar. Damit ist nun jeder Landwirt in der 
Lage, Lieferscheine für erbrachte Leistun-gen 
elektronisch – etwa per Smartphone 
oder PDA – direkt nach Auftragserfüllung 
in das Gesamtsystem zeit- und ortsunab-hängig 
einzupflegen sowie einen GPS-ge-stützten 
Nachweis geleisteter Dienste zu 
erbringen. Das manuelle Ausfüllen von 
Papierdokumenten sowie die persönliche 
Abgabe an einer regionalen Geschäfts-stelle 
entfallen dadurch komplett und die 
Rechtssicherheit des beauftragten Dienst-leisters 
ist im Schadensfall umfassend 
gewährleistet. Auch der Einkauf mit den 
entsprechenden Bestellvorgängen, Lie-ferscheinen 
und Eingangsrechnungen, 
die Materialwirtschaft mit auftragsbe-zogenen 
Zu- und Abgängen – inklusive 
Durchschnittspreisermittlung – sowie das 
Kundenbeziehungsmanagement sind mit 
APplus unternehmensübergreifend ab-bildbar. 
Letzteres besticht hierbei durch 
vielfältige Auswertungsmöglichkeiten in 
den Bereichen Kundenkontakte (Aktivitä-ten), 
Schadensmanagement, Kundenzu-friedenheitsbefragungen, 
ABC-Analysen 
oder Kundenpotenzial-Ermittlung. 
APplus 6.0 als konsequenter 
Folgeschritt 
„Gemeinsam mit den Experten der As-seco 
ist es 2006 gelungen, ein solch um-fangreiches 
ERP-Einführungsprojekt in 
gerade einmal zwölf Monaten erfolgreich 
umzusetzen und einzuführen. Die Im-plementierung 
und Anpassung der Stan-dardsoftware 
an unsere ganz spezifischen 
Anforderungen waren dabei stets von 
einer professionellen, harmonischen Zu-sammenarbeit 
geprägt. Das Ergebnis die-ser 
Bemühungen ist für uns mehr als über-zeugend, 
denn mit APplus sind wir heute 
in der Lage, unsere komplexe Organisati-onsstruktur 
einschließlich unterschied-lichster 
Dienstleistungsbereiche mit nur 
einem einzigen Softwareprodukt steuern 
und abbilden zu können. Das Upgrade 
auf die APplus-Version 6.0 ist für uns des-halb 
der konsequente Folgeschritt zu noch 
mehr Leistungsfähigkeit, Funktionalität 
und Transparenz“, so Stefan Schneider, 
Teamleiter Business Applications bei der 
Maschinenring Österreich GmbH. 
„Ausschlaggebend für APplus waren vor allen Dingen 
– neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe 
Anpassbarkeit, der technologische Entwicklungsvor-sprung 
sowie der breite Funktionsumfang der Lösung.“ 
Competence Book - ERP 89
CASE STUDY - DYNAMICS AX 2012 
Mit Dynamics AX 2012 
schlank in die Zukunft 
AUTOR: Microsoft Dynamics 
Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer im Premium- und Luxus-Seg-ment. 
Das Sortiment umfasst mehr als 5.500 Artikel, fast alle werden in Deutschland pro-duziert. 
Die rund 1.050 Mitarbeiter der Dornbracht Group erwirtschafteten 2012 einen Um-satz 
von knapp 163 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Produktion wird – trotz Finanzkrise – ins 
Ausland verkauft. 
Die IT-Doppelspitze hatte ausgedient 
Seit Anfang der 90er Jahre herrschte in der 
IT-Landschaft so etwas wie Arbeitsteilung: 
Während die Unternehmenssoftware 
Microsoft Dynamics NAV den kaufmänni-schen 
Bereich abdeckte, war im operativen 
Geschäft eine selbst entwickelte Software 
im Einsatz. Als sich das Unternehmen im 
Rahmen eines Optimierungsprojekts ver-stärkt 
dem Lean Management zuwand-te, 
passte die IT-Struktur nicht mehr zur 
Unternehmensstrategie. Dornbracht ent-schied 
sich für Microsoft Dynamics AX. 
Neben der internationalen Ausrichtung 
und der flexiblen Programmstruktur ga-ben 
vor allem Module wie „Lean Manufac-turing“ 
den Ausschlag. 
Wechsel mit optimierten Prozessen 
Im Frühjahr 2009 startete das Projekt in 
die Analysephase. Als kurze Zeit später ein 
Brand vom Nachbargrundstück übergriff, 
machte Dornbracht aus der Not eine Tu-gend 
und modernisierte die betroffenen 
Produktionsbereiche. Die optimierten 
Prozesse veränderten auch das ERP-Pro-jekt. 
Um die verlorene Zeit zumindest teilweise aufzuholen, erhöhte das Projektteam 
die Schlagzahl und sicherte sich die Unterstützung des Microsoft-Partners STZ Business 
Consulting. Anpassungen waren beispielsweise bei der Preiskalkulation erforderlich. 
Zudem wurde im Zuge der Prozessoptimierung das Fertigwarenlager an einen Logistik-dienstleister 
ausgelagert. 
Schnittstellen gewährleisten Systemintegration 
Seit Ostern 2012 sind rund 600 Arbeitsplätze mit Dynamics AX 2012 ausgestattet. Ne-ben 
der Unternehmenszentrale in Iserlohn gehören hierzu auch 15 internationale Han-delsvertretungen. 
Im Rahmen zweier Folgeprojekte kamen inzwischen ein detailliertes 
Rollen- und Berechtigungskonzept sowie ein Business Intelligence (BI)-System hinzu. 
Kennzahlen werden dabei als Business Cockpits unter Microsoft SharePoint 2013 bereit-gestellt. 
Schlanke Prozesse, transparente Zahlen 
Heute, knapp anderthalb Jahre nach dem Systemwechsel, erntet Dornbracht die Früch-te 
des Projekts. „In zentralen Unternehmensbereichen wie der Produktion oder dem 
Auftragsmanagement arbeiten wir absolut ‚Lean‘ – und schneller als zuvor“, betont Hu-bertus 
Meisterjahn, Leiter Informationstechnik und Organisation bei der Aloys F. Dorn-bracht 
GmbH & Co. KG. Benötigte man früher in der Montage lange Zeit zwei Schichten, 
wechselt das Unternehmen heute spätestens nach einem Jahr in den Einschichtbetrieb. 
„Das liegt vor allem an der gewonnenen Transparenz und dem Lean Management. Mit 
Dynamics AX können wir jeden Prozess detailliert verfolgen“, erklärt Hubertus Meis-terjahn. 
Dynamics AX bedeutet für den IT-Leiter ein wichtiges Stück Investitionssi-cherheit. 
Schließlich sei die Software ein innovatives Produkt, das in der Vergangenheit 
ständig verfeinert wurde. 
90 Competence Book - ERP
CASE STUDY - DYNAMICS AX 2012 
Ausgangssituation 
Lange Zeit arbeitete Dornbracht in den 
kaufmännischen und operativen Unter-nehmensbereichen 
mit unterschiedlichen 
Systemen. Die mangelnde Integration vie-ler 
Geschäftsprozesse ließ sich mit der ver-änderten 
Unternehmensstrategie und den 
gestiegenen Anforderungen nicht mehr 
vereinbaren. 
Lösung 
Dornbracht entschied sich für Microsoft 
Dynamics AX. Ausschlaggebend war, dass 
Dynamics AX mit Modulen wie „Lean Ma-nagement“ 
optimal zur neuen Strategie 
passte. Aus technischer Sicht konnte auf 
vorhandenes Wissen zurückgegriffen wer-den. 
Nutzen 
Dornbracht arbeitet heute in schlanken 
Strukturen und kann sich schneller auf 
Veränderungen einstellen. Transparente 
Prozessinformationen und Geschäftszah-len 
vereinfachen die Unternehmenssteue-rung. 
Künftige Anforderungen lassen sich 
flexibler umsetzen. 
„Mit Dynamics AX 2012 können wir jeden Prozess 
detailliert verfolgen. Abweichungen sind sofort zu 
erkennen. Laufende Verbesserungen lassen sich 
dadurch einfach und effizient umsetzen.“ 
Hubertus Meisterjahn, Leiter Informationstechnik und Organisation bei der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG. 
Competence Book - ERP 91
CASE STUDY - INTEGRIERTE MODULE 
Integrierte Module statt 
Individualprogrammierung 
AUTOR: COSMO CONSULT AG 
Im Jahre 1822 beginnt die Historie der Firma Röchling mit einer Kohlenhandlung. Heute steht 
die Röchling-Gruppe für höchste Kompetenz in Sachen Kunststoff. Mit fortschrittlichsten Be-arbeitungs- 
und Veredelungsverfahren und in modernsten Produktionsprozessen fertigt das 
Unternehmen thermo- und duroplastische Kunststoffe für jeden denkbaren Industriebereich. Zu-dem 
bietet Röchling seit 2013 nach der Anschaffung einer Anlage für selektives Lasersintern als 
erster Hersteller weltweit komplexeste Fertigteile im 3D-Druck-Verfahren an. Unterteilt ist die Fir-mengruppe 
in den Geschäftsbereich Hochleistungskunststoffe mit einem Produktspektrum von 
Halbzeugen wie Platten, Rund-, Hohl- und Flachstäben über Profile und Formgussteile bis zu me-chanisch 
bearbeiteten Fertigteilen. Der zweite Bereich Automobil-Kunststoffe versorgt weltweit 
Automobilhersteller und Systemlieferanten mit technologisch anspruchsvollen Kunststoffanwen-dungen. 
Die Gruppe ist mit 60 Standorten in 20 Ländern vertreten und erwirtschaftete in 2012 mit 
7.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro. 
Mit Individualität in die Sackgasse 
Seit 1998 setzt man bei der Röchling En-gineering 
Plastics KG in Haren an der 
Ems die kaufmännische Unternehmens-software 
von Navision, heute Microsoft 
Dynamics NAV, ein. „Heute sind wir mit 
340 Usern einer der größten Dynamics 
NAV-Anwender und haben in den vergan-genen 
15 Jahren viel, viel Erfahrung mit 
der Software gesammelt“, weiß Andreas 
Paschke, Head of Organisational Develop-ment. 
Von den fast 800 Mitarbeitern in 
Haren gibt es keinen, der nicht in irgend-einer 
Form auf der Basis des ERP-Systems 
arbeitet. Selbst die Lieferanten müssen 
sich mit ihren LKWs beim Werkschutz im 
System an- und später wieder abmelden. 
„Mit unserer ERP-Software konnten wir 
mittlerweile tatsächlich das Unternehmen 
komplett abbilden“, berichtet Paschke. Al-lerdings 
war das nicht von Beginn an so. 
92 Competence Book - ERP
CASE STUDY - INTEGRIERTE MODULE 
Bei der Einführung der neuen Software 
versprach man den Mitarbeitern, sie 
könnten auch weiterhin mit dem neuen 
System so arbeiten, wie mit den bisherigen 
inzwischen veralteten Insellösungen. Aber 
schon bald merkte man, dass damit der 
Grundstein für eine Entwicklungssack-gasse 
gelegt war. Durch zu viele Anpas-sungen 
und Sonderprogrammierungen – 
die Mitarbeiter wollten ja so wie gewohnt 
arbeiten – entstand ein stark individuali-siertes 
System, das einerseits zwar hoch 
produktiv war, andererseits aber nicht 
mehr update-fähig. Paschke verdeutlicht: 
„Wir hatten ein Verhältnis von 80/20, also 
80 Prozent selbst programmiert und nur 
noch 20 Prozent Standard.“ Eine sinnvol-le 
Weiterentwicklung war da nicht mehr 
möglich. 
Auf ein Neues 
Die Lösung hieß Reengineering: die Ab-lösung 
eines hoch individualisierten Pro-dukts 
durch die neueste Standardsoftware 
Dynamics NAV. „Ein Projekt mit der Über-schrift 
‚Zurück zum Standard‘. Da ging es 
darum, alte Zöpfe abzuschneiden“, erin-nert 
sich Paschke. Ein Ziel bestand vor 
allem darin, das Verhältnis von Anpassun-gen 
zum Standard umzukehren, also 20/ 
80 statt 80/20. So ging man 2006 daran, 
das gesamte Unternehmen umzukrem-peln; 
Stammdaten, Datenstrukturen – al-les 
wurde erneuert und mit Testdatenban-ken 
und Probeläufen durchgespielt und 
abgesichert. „Aber ich darf nicht verheh-len, 
dass man bei so einem Projekt auch 
in Grenzsituationen kommt“, gibt Paschke 
zu, „Mit einer Fabrik unter Volllast im Hin-tergrund 
– zig tausend Tonnen pro Jahr – 
inklusive der erforderlichen Logistik kann 
ein Fehler schon fast existenzielle Züge 
annehmen.“ In so einer Situation zahlt es 
sich aus, wenn man mit einem langjähri-gen 
IT-Partner zusammenarbeitet. 
Mit dem Microsoft-Partner Cosmo 
Consult, einem Branchenspezialisten für 
die Fertigungsindustrie, projektorientier-te 
Dienstleister sowie die Zulieferindus-trie, 
hatte man bei Röchling seit vielen 
Jahren gemeinsam gute Erfahrungen ge-macht. 
Die Berater kannten die Abläufe 
im Unternehmen und konnten die Keyu-ser, 
die aus allen Abteilungen stammten, 
so schulen, dass alle Tests korrekt abliefen 
und das neue System später in den Ab-teilungen 
problemlos umgesetzt wurde. 
Aber Paschke weiß auch: „Wenn so ein 
Projekt funktionieren soll, muss man die 
Hälfte der Verantwortung intern über-nehmen. 
Man darf nicht einfach sagen, 
hier ist euer Geld und wir möchten zum 
1.1. starten.“ Er verweist darauf, dass die 
Berater Programmier- und Strategieprofis 
sind, aber den Meistern im Betrieb kaum 
sagen können, wie sie ihre Prozesse besser 
machen sollen. Hier ist Partnerschaft und 
Kooperation auf Augenhöhe gefragt. 
Erweiterter Standard 
Zwar gab es Rückschläge, so musste der 
Echtstart einmal verschoben werden, weil 
in einer Phase der Hochbeschäftigung kei-ne 
Mitarbeiter zu Schulungszwecken oder 
„Der individuelle Standard – ein Paradoxon? Auf jeden 
Fall eine Sackgasse, wenn Customizing und Standard 
im falschen Verhältnis zueinander stehen. Die Lösung 
bieten branchenspezifische Module, die sich in den Stan-dard 
integrieren lassen.“ - Volker Vorburg 
Competence Book - ERP 93
gar Datenübergaben abgezogen werden 
konnten. Daher gab es zunächst nur einen 
Teilstart für den Bereich Lohn und Gehalt, 
der aber reibungslos funktionierte – eben-so 
wie die spätere Einführung von Modu-len 
wie Auftragsfertigung, Prozessferti-gung, 
Workflow, Qualitätsmanagement 
und Lieferantenbewertung sowie eines 
grafischen Leitstands für die Prozessferti-gung. 
Anschaulich beschreibt Paschke die 
ersten Erfahrungen mit der neuen Navisi-on- 
Version: „Stellen Sie sich vor, Sie haben 
im Auto eine zehn Jahre alte Technik und 
steigen auf ein High-Tech-Fahrzeug um. 
In der IT ist der Unterschied noch viel 
eklatanter. Für uns war es, als würden wir 
eine völlig neue Software einführen.“ 
So steuert jetzt das ERP-System die kom-pletten 
Logistikabläufe einschließlich der 
Erstellung der Warenbegleitpapiere für 
die Kunden. Auch die Stapler steuert Dy-namics 
NAV über WLAN. Dieses Modul 
entwickelte Röchling ebenso gemeinsam 
mit Cosmo Consult wie das Modul Pro-zessfertigung, 
das jetzt zum Branchenlö-sungsportfolio 
der Cosmo Consult-Grup-pe 
gehört. Laut Paschke ist Dynamics NAV 
eine ausgesprochen flexible Software, die 
sich leicht an die eigenen Bedürfnisse an-passen 
lässt, aber da liegt auch die Gefahr 
eines zu hohen Anteils an Eigenprogram-mierungen. 
Darum ist er froh über die aus 
der Praxis entwickelten, zertifizierten und 
updatefähigen Branchenlösungen seines 
IT-Partners, die völlig in das ERP-System 
integriert werden. So ließ sich das ange-strebte 
20/80-Verhältnis bei hoher Funk-tionalität 
erreichen. 
Allerdings ist das Projekt schon wieder 
sechs Jahre alt und daher denkt man be-reits 
an das nächste große Upgrade. Auch 
diesmal will sich Paschke wieder gut zwei 
Jahre Zeit für die Vorbereitung lassen. Er 
betont, wie wichtig ein Partner ist, der 
CASE STUDY - INTEGRIERTE MODULE 
über spezifische Branchenlösungen ver-fügt, 
die sich völlig in den Standard in-tegrieren 
lassen: „Cosmo Consult hat mit 
uns jahrelang Erfahrungen gesammelt 
und Module für Dynamics NAV ständig 
in unserem Sinn weiterentwickelt, das ist 
für uns unbezahlbar. So wollen wir beim 
kommenden Projekt ein 10/90-Verhältnis 
erreichen, ein realistisches Ziel.“ 
94 Competence Book - ERP
CASE STUDY - ASSECO UND SKS 
„Pump up the Volume“ 
Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutz-bleche 
ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 
AUTOR: Asseco Solutions AG 
Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Sundern – 
Weltmarktführer in der Herstellung von Fahrradluftpumpen und Schutzblechen – kann 
auf eine eindrucksvolle, fast 100-jährige Historie zurückblicken. Nachdem sich das Unter-nehmen 
seit 1932 ganz der Luftpumpenfertigung verschrieben hatte, gelang 1956 mit dem Beginn 
der Kunststoffpumpenproduktion ein entscheidender wirtschaftlicher Durchbruch. 
Bis in die Anfänge der 1990er Jahre do-minierte 
die Massenfertigung für die 
Erstausrüstung von Fahrrädern das Pro-duktportfolio 
in diesem Geschäftsbereich. 
Heute prägen hochwertige Mini- und 
Stand- sowie anspruchsvolle Spezialpum-pen 
für den ambitionierten Radsportler 
das Sortiment des Unternehmens. Durch 
die Übernahme einer englischen Tradi-tionsmarke 
gelang 1983 der strategische 
Einstieg in den Markt für Schutzbleche – 
in der Firmenterminologie SKS Radschüt-zer 
genannt. Fünf Jahre später wurde mit 
der Serienfertigung von extrudierten Rad-schützern 
begonnen, die später als Chro-moplastics 
zu einer weltweiten Referenz 
für Radschutz-Systeme werden sollten. 
Mit der Entwicklung des ersten „Quick-Re-lease 
Dirtboard-Sets“ für Mountainbikes 
avancierte die SKS Metaplast Scheffer 
Klute GmbH 1999 auch in diesem – stark 
wachsenden – Zubehör-Segment zum Pi-onier 
und Marktführer. Wurden ab dem 
Jahr 2003 mit der Fertigung von Bike Tools 
wie etwa Werkzeugen, Reifenhebern oder 
Luftdruckmessgeräten weitere Produkt-bereiche 
des After Sales Marktes erschlos-sen, 
beschreibt die Produktion hochin-novativer 
Kettenschützer seit 2006 die 
konsequente Entwicklung von SKS-Ger-many 
zum breit aufgestellten Systemlie-feranten 
für die moderne Fahrradindustrie. Flaschenhalter, Taschen oder Textilien im 
Corporate Design runden das professionelle und trendbewusste Image stimmig ab. 
Neben dem Fahrradzubehör-Bereich ist die aus drei Einzelunternehmen bestehende 
Unternehmensgruppe mit insgesamt 800 Mitarbeitern jedoch auch noch in der Auto-mobilzulieferindustrie 
sowie der Herstellung von Lifestyle-Accessoires aus Edelstahl 
tätig. 
Gesteigerte Zukunftsfähigkeit durch leistungsstarke ERP-Technologie 
Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH hatte bis in das Jahr 2000 ein auf Unix-Basis 
geschriebenes Tool im Einsatz, bei dem sich Änderungen jedoch nur sehr schwer um-setzen 
ließen und relativ langwierig gestalteten. Um in Zukunft unkomplizierter und 
schneller agieren und reagieren zu können, entschied man sich deshalb dafür, ein ganz-heitliches 
System einzuführen, das die Möglichkeit bot, für alle eingebundenen Mitar-beiter 
zeit- und ortsunabhängig einen identischen Informationsstand zu gewährleisten. 
Neben einer Erhöhung der Transparenz während des gesamten Produktionsablaufes 
standen jedoch noch weitere Anforderungen auf der Agenda des Sundener Unterneh-mens. 
So sollte das System in der Lage sein, die Ressourcen- und Kapazitätsplanung 
nachhaltig zu verbessern, die Liefertreue durch eine optimierte Bestandsführung und 
Produktionsplanung zu steigern sowie Varianten im Stamm zu verwalten. Darüber 
hinaus wurde neben der Möglichkeit zur Einbindung eines Lagerverwaltungs-, CRM-und 
CAQ-Systems sowie eines Online-Shops eine DFÜ-Anbindung, die einfache Ver-knüpfung 
mit hinterlegten Dokumenten oder Zeichnungen sowie eine unkomplizierte 
Auswertung über Excel-Listen gefordert. Da die Lösungen der Asseco Solutions schon 
immer über einen äußerst breit aufgestellten Standard bei gleichzeitig hoher Flexibilität 
verfügen und dadurch die unkomplizierte Umsetzung individueller Wünsche problem-los 
möglich ist, entschieden sich die Unternehmensverantwortlichen nach eingehender 
Prüfung der am Markt etablierten Lösungen innerhalb eines finalen Auswahlverfahrens 
für P2 – die Vorgängerlösung von APplus. Die Migration auf die noch modernere Lösung 
fand dann im Jahr 2010 statt. 
Competence Book - ERP 95
CASE STUDY - ASSECO UND SKS 
Breites Spektrum optimierter Abläufe mit APplus 
Seit dem Umstieg auf die Lösungen der Asseco Solutions konnten 
alle gestellten Anforderungen umfassend umgesetzt bzw. erfüllt 
werden. Die ganzheitliche Systemstruktur wird inzwischen von 
allen Seiten in den verschiedensten unternehmerischen Abläu-fen 
maximal genutzt. Durch optimierte Kalkulationen war man 
in der Lage, die Fertigungslaufzeiten zu beschleunigen sowie die 
Gesamtproduktivität in den letzten beiden Jahren um fünf bis 
zehn Prozent zu steigern. Die Erhöhung der Transparenz in der 
Planung schlug sich in einer umfassend perfektionierten Kapa-zitätsauslastung 
zu Buche. Mithilfe der Informationen aus den 
AG-Meldungen und einer sauberen Arbeitsplanstruktur konnten 
zudem eine detailliertere und straffere Personaldisposition reali-siert 
und hinsichtlich einiger Arbeitsabläufe die Zahl personeller 
Ressourcen um zehn bis fünfzehn Prozent herabgesetzt werden. 
Viele früher manuell auszuführende Arbeiten oder Auswertun-gen 
sind inzwischen obsolet. 
Über APplus wurde außerdem ein Webshop realisiert, der eine 
Übernahme von 62 Prozent der Aufträge ins System möglich 
macht. Diese werden dort über eine Schnittstelle in APplus ver-arbeitet 
– und dies ohne erhöhten Mitarbeiterbedarf. Eine trans-parentere 
und effizientere Bestandsführung und Produktions-planung 
haben darüber hinaus zu einer spürbaren Verbesserung 
bei der Liefertreue und einer dadurch gesteigerten Kundenzu-friedenheit 
geführt. So können bestellte Artikel durch die direkte 
Kommunikation zwischen dem B-to-B-Shop innerhalb von 48 
Stunden ab Bestelleingang beim Kunden angeliefert werden. 
Im Augenblick arbeiten 150 User in der Unternehmenszentrale 
der SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH in Sundern mit APplus. 
In naher Zukunft wird auch das Tochterunternehmen Blomus 
GmbH – preisgekrönter Hersteller von Lifestyle-Accessoires aus 
Edelstahl – mit weiteren Anwendern in das System eingebunden. 
Die entsprechende Projektierungsphase mit lösungsspezifischen 
Workshops hat bereits begonnen. 
Ein Résumé, das für sich selbst spricht 
„Die größten Vorteile nach Einführung von APplus bestehen darin, 
dass wir unsere Bestände nun sehr genau kennen und wissen, 
in welchem Status sich unsere Aufträge befinden. Und dies von 
der Auftragseingabe bis zur Produktion. Da der Faktor Zeit ei-nen 
immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor darstellt, ist dies ein 
ungemein bedeutender wirtschaftlicher Gesichtspunkt. Unsere 
Wünsche an das System waren es, flexibler zu werden, Prozes-se 
besser steuern zu können und auf diese Weise schneller zu 
wichtigen Lösungsansätzen zu kommen. Diese Wünsche wur-den 
durch APplus zu 100 Prozent erfüllt. Die ERPII-Lösung der 
Asseco Solutions ist für uns das Herz aller Prozesse und steuert 
die kompletten Abläufe unseres Unternehmens umfassend und 
erfolgreich“, so Michael Beste, Geschäftsführer der SKS Metaplast 
Scheffer Klute GmbH. 
SKS und APplus live und in Farbe: 
www.applus-erp.de/sks 
„Seit dem Umstieg auf die Lösungen der Asseco 
Solutions konnten alle gestellten Anforderungen 
umfassend umgesetzt bzw. erfüllt werden.“ 
96 Competence Book - ERP
CASE STUDY - AMS UND HAHN 
Wachstum organisieren 
und beherrschen 
AUTOR: ams.Solution AG 
Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Sundern – 
Weltmarktführer in der Herstellung von Fahrradluftpumpen und Schutzblechen – kann 
auf eine eindrucksvolle, fast 100-jährige Historie zurückblicken. Nachdem sich das Unter-nehmen 
seit 1932 ganz der Luftpumpenfertigung verschrieben hatte, gelang 1956 mit dem Beginn 
der Kunststoffpumpenproduktion ein entscheidender wirtschaftlicher Durchbruch. 
Die Anforderungen von Einzelfertigern an IT-Systeme unter-scheiden 
sich grundlegend von denen ihrer Kollegen aus der Seri-enfertigung. 
Während letzteren schon zu Produktionsbeginn das 
volle Set an Stücklisten und Arbeitsplänen zur Feinplanung vor-liegt, 
startet die Einzelfertigung schon lange vor Abschluss des 
Konstruktionsprozesses. Anders als in der Wiederholfertigung 
üblich, können Einzelfertiger Konstruktion, Beschaffung und 
Produktion nicht in getrennten Phasen nacheinander abwickeln. 
Vielmehr werden die bereits entwickelten Baugruppen direkt 
an die Produktionsverantwortlichen übergeben, damit diese die 
entsprechenden Fertigungsprozesse einleiten können. Auf diese 
Weise entsteht die so genannte wachsende Stückliste, die jedes 
Projekt im Sondermaschinenbau begleitet. Sie erfordert flexib-le 
IT-Systeme für die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) 
beziehungsweise das Enterprise Resource Planning (ERP). 
Die meisten handelsüblichen ERP-Systeme können jedoch die-se 
Flexibilität nicht bieten. Sie sind für die speziellen Anforde-rungen 
von Einzel- und Auftragsfertigern nicht ausgelegt und 
können beispielsweise die wachsende Stückliste nicht adäquat 
abbilden. Gleichzeitig sind sie für einen Einzelfertiger häufig 
überdimensioniert und damit im Kosten-Nutzen-Verhältnis 
nicht mehr preiswert, da ein Großteil ihrer Funktionalitäten 
nicht zur Anwendung kommt. 
Wachstum erzeugt Handlungsbedarf 
Auch für die Firma Hahn Automation aus Rheinböllen kam ein 
solch umfassendes System nicht in Frage, als sie sich vor die Not-wendigkeit 
gestellt sah, ihre IT-Ausstattung zu erneuern. 1992 
quasi „in der Garage“ gegründet, war das Unternehmen seitdem 
stetig gewachsen. Als Komplettanbieter für Automatisierungs-lösungen 
entwickelt, fertigt, montiert und programmiert Hahn 
Anlagen zur Verbauung von Gummi, Metall und Kunststoffen. 
Mehr als 80 Prozent der Kunden sind Automobilzulieferer, die 
restlichen knapp 20 Prozent verteilen sich auf die Kunststoff ver-arbeitende 
Industrie. Mittlerweile sorgen rund 150 Mitarbeiter 
dafür, dass die Kundenaufträge umgesetzt werden (siehe auch 
Kasten „Hahn Automation im Überblick“). 
Mit zunehmender Steigerung von Auftragsvolumen und Mitar-beiterzahl 
wurde deutlich, dass das vorhandene PPS-System dem 
Unternehmenswachstum nicht mehr gewachsen war. 2004 führte 
Hahn einen Workshop mit leitenden Mitarbeitern durch, der zu 
dem Ergebnis kam, ein leistungsfähiges, umfassendes ERP-Sys-tem 
anstelle des bisherigen PPS-Systems „PPS Express“ einzufüh-ren. 
Jörg Kilb, damaliger Diplomand und heutiger Assistent der 
Geschäftsführung, erinnert sich: „Die Mitarbeiter hatten Hand-lungsbedarf 
in der generellen Unternehmensorganisation gese-hen. 
Das betraf vor allem die unternehmensweite Termin- und 
Kapazitätsplanung. Außerdem hielten sie eine größere Transpa-renz 
in der Aufbauorganisation für wünschenswert. Schließlich 
wurde auch angeregt, ein geeignetes IT-System einzuführen, um 
die Gesamtheit der Unternehmensaktivitäten adäquat abbilden 
zu können.“ 
Demgegenüber hatten sich zur damaligen Zeit die einzelnen 
Abteilungen zahlreiche „Insellösungen“ geschaffen, um die vor-und 
nachgelagerten Prozesse zu steuern, welche das PPS-System 
nicht abdeckte. So wurden Angebote in MS Word geschrieben, 
während Auftragslisten mit Abrechnungen, Anzahlungen und 
andere kalkulatorische Vorgänge in Excel gepflegt wurden. Eben-falls 
in Excel wurden Leistungsfortschritte oder der Bestand an 
Halbfertigfabrikaten dokumentiert. Die Lohnbuchhaltung ar- 
Competence Book - ERP 97
CASE STUDY - AMS UND HAHN 
dem bestand das Risiko, dass dieselbe 
Baugruppe zwei- oder dreimal gefertigt 
wurde. Dieses Problem trat insbesondere 
dann auf, wenn es vorab produzierte Bau-gruppen 
im Rahmen der finalen Beschaf-fung 
mit baugleichen, doch erst später ge-orderten 
Baugruppen abzugleichen galt. 
Um Mehrfachbestellungen zu vermeiden, 
müsse man immer wieder manuell Listen 
abgleichen, was mit einem erheblichen 
zeitlichen Aufwand verbunden sei, so 
Kilb. Hier könne nur ein durchgängiges 
ERP-System Abhilfe schaffen, das ein ab-teilungsübergreifendes 
Auftragsmanage-ment 
ermöglicht. 
Hinzu kam, dass bei einem gewachsenen 
Unternehmen wie Hahn der Chef und 
Gründer nicht mehr persönlich in alle Pro-jekte 
involviert sein kann. Dies erfordert 
eine umfassende Lösung und Vernetzung 
aller Abteilungen, um jederzeit schnelle 
Auskunftsfähigkeit zu gewährleisten. 
Neues Anforderungsprofil 
So entstand aus der Analyse der Schwach-stellen 
eine „Wunschliste“ und ein An-forderungsprofil 
für das neue System. Es 
sollte nicht nur die Vorkalkulation, son-dern 
auch eine mitlaufende Nachkalku-lation 
leisten, und eine auftragsbezogene 
Ablauforganisation mit entsprechender 
Termin- und Kapazitätsplanung ermögli-chen. 
„Produzieren und Planen auf einem 
Niveau, so lautete die Zielvorgabe“ fasst 
Jörg Kilb zusammen. 
Bei der Suche nach einem geeigneten An-bieter 
verschafften sich die IT-Verantwort-lichen 
von Hahn im Internet eine Mark-tübersicht 
und besuchten Workshops. 
Durch einen Artikel in einer Fachzeit-schrift 
wurde Jörg Kilb auf das Auftrags-managementsystem 
ams.erp aufmerksam, 
das das Beratungs- und Softwarehaus 
ams.Solution AG speziell auf die Bedarfe 
von Einzel-, Auftrags- und Variantenferti-gern 
ausgerichtet hat. 
Zur Endausscheidung mit zwei weiteren 
Anbietern zog Hahn Key User aus Berei-chen 
wie Konstruktion, Fertigung, Ein-kauf 
und Vertrieb hinzu. Hier konnte ams 
seine Branchenerfahrung und das Wissen 
um die speziellen Probleme eines Auf-tragsfertigers 
in die Waagschale werfen. 
beitete händisch mit Datev. Auch Ein-und 
Ausgänge von Rechnungen wurden 
manuell in Datev eingebucht. Zudem gab 
es keine direkte elektronische Verbindung 
zwischen Wareneingang und Rechnungs-prüfung. 
Herausforderung Stückliste 
Als gravierendstes Problem erwies sich 
der Umgang mit den Summenstücklis-ten. 
„Wenn man mit Summenstücklisten 
arbeitet, hat man keine Möglichkeit mehr, 
bei Aufträgen auf einzelne Baugruppen 
nachzukalkulieren“, erklärt Jörg Kilb. Zu- 
98 Competence Book - ERP
CASE STUDY - AMS UND HAHN 
„Wenn wir von Abschlagsrechnungen, 
mitlaufender Kalkulation oder Vorab-Be-stellungen 
gesprochen haben, konnten die 
ams-Verantwortlichen Wege aufzeigen, 
wie man dabei am besten vorgeht“, erin-nert 
sich Jörg Kilb. Die Mitbewerber hin-gegen 
hätten nicht erkannt, wo der eigent-liche 
Handlungs- und Lösungsbedarf lag, 
so Kilb. „ams war der einzige Bewerber, der 
unsere Stückliste umsetzen konnte. Die 
anderen haben mit Muster-Stücklisten 
gearbeitet.“ 
Übersichtliche Baugruppenlisten 
Nach einer sechsmonatigen Einführung 
ging das neue ERP-System im August 2005 
bei Hahn „live“. In einer Übergangsphase 
bis zum Jahresende gab es noch einen 
Parallelbetrieb mit den alten Systemen. 
Währenddessen wurden Stammdaten von 
Kunden, Partnern und Lieferanten auf-gespielt. 
Der endgültige Schnitt erfolgte 
zum Jahreswechsel. Seitdem nutzen 45 
Hahn-Anwender das integrierte Auftrags-managementsystem. 
Die große Summenstückliste, welche 
die Teilesuche so erschwert hatte, gehört 
seither der Vergangenheit an. Mit dem 
neuen ERP-System zergliedert Hahn die 
Stücklisten in übersichtliche Baugrup-penlisten. 
Zudem ist die Verantwortung 
für die Stücklisten und deren Pflege in die 
Konstruktion verlagert. Dort erstellen die 
Mitarbeiter die jeweilige Stückliste mit 
einer CAD-Datei, deren Auftragsdaten 
an das ERP-System übergeben werden. 
Früher musste der Einkauf Excel-Listen 
über die Teile erstellen, was mit einer ver-gleichsweise 
höheren Fehleranfälligkeit 
verbunden war. Angesichts der langen 
Lieferzeiten von großen Baugruppen und 
Komponenten wie Motoren oder Robo-tern 
machen sich die Vorteile der integ-rierten 
Lösung nachdrücklich bemerkbar. 
Denn durch sie lässt sich die „wachsende 
Stückliste“ abbilden und damit jederzeit 
die Nachverfolgbarkeit der Teile und der 
Überblick über die Kosten sichern. Dop-pel- 
und Dreifachbestellungen wird so der 
Boden entzogen. 
Zusätzliche Transparenz gewinnt Hahn 
durch die integrierte Betriebsdaten- und 
Personalzeiterfassung. In der Montage-halle 
erfassen Monteure und Fertigungs-mitarbeiter 
ihre Auftragszeiten über sechs 
Software-Terminals per Barcode-Scanner. 
Alle anderen Mitarbeiter wie etwa die 
Konstrukteure „stempeln“ ihre Zeit direkt 
am PC. Die Erfassung der Auftragszeiten 
für die intern gefertigten Teile führt zu 
einer präziseren Preisberechnung. „Die 
Schwankungen zwischen Vorkalkulation 
und tatsächlichem Ergebnis fallen viel 
geringer aus“, bilanziert Andreas Huhn, 
kaufmännischer Leiter bei Hahn, zufrie-den. 
Angebotskalkulation verbessern 
Inzwischen hat Hahn Automation auch 
die ersten Wiederholprojekte gefahren 
und einzelne Anlagen zum zweiten oder 
dritten Mal gebaut. Für die Erstellung ent-sprechender 
Angebote hat die genaue Er-fassung 
von Arbeitsstunden ebenfalls ei-nen 
positiven Effekt. Aufgrund der bereits 
gemachten Erfahrungen bei vergleichba-ren 
oder identischen Aufträgen lassen sich 
der voraussichtliche Arbeitsaufwand und 
die Gesamtkosten viel genauer angeben. 
Für die Preisberechnung erwiesen sich 
die erfassten Auftragsdaten als sehr hilf-reich. 
„Darüber hinaus können wir uns die 
Transparenz des Auftragsmanagement-systems 
auch im direkten Kundenkontakt 
zunutze machen, indem wir den Kunden 
am System zeigen, wie wir Ressourcen und 
Termine planen“, erläutert Jörg Kilb. 
Um die Vorteile der integrierten ERP-Lö-sung 
umfassend nutzen zu können, muss-te 
Hahn einige Prozesse umgestalten 
respektive neu einführen. So war es not-wendig, 
eine Arbeitsvorbereitung einzu-richten, 
um beispielsweise die mechanisch 
zu fertigenden Teile zu planen. Die allge-meine 
Planung der Entwicklungsphasen 
wie Konstruktion, Software-Engineering 
und Montage erfolgt nun in wöchentli-chen 
Meetings und wird im ERP-System 
abgebildet. Für Aufträge oberhalb einer 
bestimmten Summe legen die Verantwort-lichen 
Termin- und Ressourcenpläne an. 
Größere Transparenz entsteht auch im 
Vertriebswesen, da Aufträge Mitarbeitern 
zugeordnet werden können und die aus-gegangenen 
Angebote mit Auftragswahr-scheinlichkeiten 
gekennzeichnet werden. 
„Durch ams wird eine vorausschauende 
Planung möglich. Aufgrund des zu er- 
„Transparenz, durchgängige Ressourcen- und 
Terminplanung sowie mitlaufende Kalkulation, 
sind als hervorstechende Merkmale des ERP-Sys-tems 
zu nennen“ - Andreas Huhn 
Competence Book - ERP 99
CASE STUDY - AMS UND HAHN 
wartenden Arbeitsaufkommens in Ver-bindung 
mit der bestehenden Kapazi-tätsauslastung 
können wir frühzeitig auf 
mögliche Ressourcenengpässe reagieren“, 
bemerktJörg Kilb. 
Steuerungswerkzeug für die 
Geschäftsführung 
Auch die komplette Unternehmensspit-ze 
von Hahn arbeitet regelmäßig mit der 
Lösung. Gründer und Geschäftsführer 
Thomas Hahn, der sich vor allem um 
kaufmännische Belange und die Unter-nehmensorganisation 
kümmert, nutzt das 
System unter anderem zur Überwachung 
der Liquidität. Zudem holt er sich die je-weils 
neuesten Informationen und Kenn-zahlen 
über Angebote, Auftragseingang 
und Umsatz ein. Auch die Betreuung von 
langjährigen Kunden übernimmt der Chef 
selbst, für den mitlaufende Kalkulation 
und Kapazitätsplanung die wichtigsten 
Bestandteile des ERP-Systems sind. 
Sein Vorstandskollege Frank Konrad, der 
als Geschäftsführer für Vertrieb und Kon-struktion 
zuständig ist, nutzt vor allem 
die Möglichkeiten des Systems in Sachen 
Ressourcenpflege und Terminpläne. Ge-schäftsführer 
Marco Unverzagt unterste-hen 
die Bereiche Service, Montage, Ferti-gung 
und Planung. Er verschafft sich den 
Überblick über das Ersatzteilangebot und 
die Service-Einsätze. Dies erleichtert ihm 
die Abrechnung von Aufträgen und die 
Personal- und Urlaubsplanung für Auf-tragsspitzen. 
So wirkt die integrierte Lö-sung 
wie ein Unternehmens-„Cockpit“. 
„Unter dem Strich haben wir nun ein 
schlankes, transparentes System, das ohne 
großen Schulungsaufwand zu beherr-schen 
ist. Viele Funktionen erschließen 
sich zudem intuitiv, da sie der Windows- 
Welt ähneln“ resümiert Jörg Kilb, der als 
Projektleiter für die ERP-Einführung ver-antwortlich 
war. Zudem profitiere man 
von der Erfahrung von ams im Sonder-maschinenbau. 
Auch habe sich der Erfah-rungsaustausch 
mit anderen Nutzern als 
sehr hilfreich erwiesen. 
„Transparenz, durchgängige Ressourcen-und 
Terminplanung sowie mitlaufende 
Kalkulation“, nennt Andreas Huhn als 
hervorstechende Merkmale des ERP-Sys-tems. 
„Die Geschäftsführung kann die 
Gesamtkosten jederzeit durch Zugriff auf 
die mitlaufende Kalkulation überwachen 
und ihre Planung laufend anpassen.“ Bes-ser 
könne „Lean-Management“ nicht rea-lisiert 
werden. 
100 Competence Book - ERP
CASE STUDY - COSMO CONSULT 
COSMO CONSULT: 
Ein Partner für alle Fälle 
AUTOR: COSMO CONSULT AG 
Seit über 15 Jahren unterstützt die COSMO CONSULT Unternehmensgruppe ihre Kunden bei 
der Durchführung nationaler und internationaler Projekte zur Einführung der ERP-Lösungen 
Microsoft Dynamics NAV (ehemals Navision) und Microsoft Dynamics AX (ehemals Axapta). 
Mit ihrem Motto Business-Software für Menschen präsentiert sich die international tätige COSMO 
CONSULT Unternehmensgruppe aber nicht nur als Microsoft-Partner, sondern auch als Partner 
ihrer Kunden und Anwender. Spezialisiert auf die Implementierung und das Systemmanagement 
von Branchen- und Business-Lösungen auf der Basis modernster Software-Technologien entwickelt 
COSMO CONSULT zudem branchenorientierte Gesamtlösungen für mittelständische Fertigungs-, 
Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, für die ein umfangreiche Branchen- und Speziallö-sungen 
auf Basis von Microsoft Dynamics und QlikView zur Verfügung stehen, die sich nahtlos in 
die Navision-Systemwelt einfügen und als voll integrierte Softwaresysteme in allen Bereichen eines 
Unternehmens eingesetzt und genutzt werden können. 
ERP – Das persönliche Rückgrat 
Enterprise Resource Planning(ERP)-Sys-teme 
– zunächst rein betriebswirtschaft-lich 
konzipiert, dann zu einem Organis-mus 
aus betriebswirtschaftlicher Software 
und Systemen zur Produktionsplanung 
und -steuerung (PPS) vereint – müssen 
heute immer höhere Anforderungen und 
neue Aufgaben erfüllen, einschließlich 
der Berücksichtigung internationalen 
Steuerrechts und verschiedenster juristi-scher 
Erfordernisse. Die komplexen An-wendungsprogramme 
haben die Aufgabe, 
alle Ressourcen und operativen Prozesse 
eines Unternehmens zu verwalten und zu 
steuern. Zu den Funktionen zählen unter 
anderem das Auftragsmanagement, das 
Personalmanagement, Finanz- und Rech-nungswesen, 
E-Commerce, Einkauf, Ver-trieb 
und vieles mehr. 
Ein ERP-System muss heute Expertenfunktionen wie Variantenkonfigurationen, Servi-ceabhandlungen, 
mobile Prozesse innerhalb des Unternehmens, Projektabhandlungen, 
Projektplanungen, Projektbewertungen und Vieles mehr beinhalten. Oder das The-ma 
„Entwicklung“: Die Entwicklung neuer Anlagen oder Maschinen nimmt bei vielen 
ERP-Kunden einen ausgesprochen hohen Stellenwert ein, die Kosten der Entwicklung 
werden dagegen selten sinnvoll überwacht. Wie beeinflussen die Entwicklungskosten 
das Herz des Unternehmens? Wie schlagen sie sich in der weiteren Verarbeitung nie-der? 
Das sind Dinge, die ein ERP-System heute bewerten muss. So gilt ein moderner 
ERP-Standard als zentrales Steuerungsmittel und nicht zu Unrecht als das Rückgrat ei-nes 
Unternehmens. 
COSMO CONSULT – Die persönliche Wirbelsäule 
Diesen Forderungen wird COSMO CONSULT mit den ERP-Standards Microsoft Dyna-mics 
NAV und Microsoft Dynamics AX gerecht. COSMO CONSULT arbeitet mit der am 
PMI-Standard (Project Management Institut) orientierten Einführungsmethodik für 
IT-Projekte. Alle Projekte werden konsequent nach der SureStep-Methode beim Kun-den 
implementiert. Das bedeutet für die Kunden maximale Sicherheit und Transparenz. 
Zudem bieten ERP-Standards ohne größeres Customizing den Vorteil, Updates und 
Competence Book - ERP 101
CASE STUDY - COSMO CONSULT 
Upgrades ohne erheblichen zusätzlichen 
Aufwand vorzunehmen. Je näher eine 
Installation am Standard ist, desto einfa-cher 
die Aktualisierung auf den neuesten 
Stand der informationstechnologischen 
Möglichkeiten. Zahlreiche von COSMO 
CONSULT entwickelte und von Microsoft 
zertifizierte, branchenorientierte Module 
machen den ERP-Standard schließlich zur 
individuellen und branchenspezifischen 
Lösung. Ausgereift und tief in den Stan-dard 
integriert, erfordern Updates keinen 
weiteren Anpassungsaufwand. 
Darüber hinaus ergänzt COSMO 
CONSULT sein Leistungsspektrum mit 
Microsoft Dynamics CRM und dem Do-kumentenmanagement- 
und Portalsys-tem 
Microsoft Office SharePoint. Mit dem 
Business Intelligence-Tool cc|bi 4dyna-mics 
auf der Basis von QlikView haben die 
Anwender alle Daten ihres Unternehmens 
jederzeit strukturiert und aussagekräftig 
verfügbar. Im Gegensatz zu klassischen 
Konnektoren ist cc|bi 4dynamics nicht 
nur reine Schnittstellentechnologie zu 
Dynamics NAV und Dynamics AX, son-dern 
liefert Kunden fertige Dashboards 
und Reports – sogenannten Business 
Content – für ihre Microsoft Dynamics 
ERP-Lösung. Bereit gestellt werden Aus-wertungen, 
Analysen und Kennzahlen 
für die Geschäftsbereiche Vertrieb und 
Verkauf, Einkauf und Beschaffung, Fi-nanzbuchhaltung 
und Controlling, Forde-rungs- 
und Debitorenmanagement, Lager 
und Logistik, Projektmanagement und 
Projektsteuerung sowie Produktion und 
Fertigung. 
Mit weiteren zertifizierten Branchen- und 
Speziallösungen auf der Basis von Micro-soft 
Dynamics trägt COSMO CONSULT 
sowohl den unterschiedlichen Bedürf-nissen 
seiner Zielbranchen als auch den 
speziellen Anforderungen seiner Kunden 
auf Basis von flexiblen Standardproduk-ten 
Rechnung. Mit den selbstentwickelten 
Lösungen werden leistungsstarke Werk-zeuge 
zur Verfügung gestellt, die den An-sprüchen 
der verschiedenen Rollen in Un-ternehmen 
optimal gerecht werden. 
Die Praxis: 
So zeigen diese wenigen Beispiele exemp-larisch, 
wie hocheffizient und kostenspa-rend 
ein ERP-System arbeiten kann, wenn 
man die technische und die kaufmän-nisch- 
administrative Welt über den reinen 
Datenaustausch hinaus quasi verheiratet. 
Nicht nur Daten hin und her schieben, 
sondern durchgängige Prozessketten dar-stellen 
und unterstützen ist gefordert. 
Daher gehört es zur Philosophie von COS-MO 
CONSULT, externe Systeme voll ins 
ERP-System zu integrieren. Ein modernes 
ERP-System muss durch Datenintegrati-on 
zur zentralen Datendrehscheibe eines 
Unternehmens werden. Aber da es um Bu-siness- 
Software für Menschen geht, sollen 
aber auch noch die Menschen, die Anwen-der 
zu Wort kommen. Einige Beispiele sol-len 
zeigen, wie durch COSMO CONSULT 
der Standard zur Individualsoftware gerät: 
Der Individualfertiger: 
Bei der Ackermann GmbH, Wiesenbronn, 
einem in dritter Generation geführten Fa-milienunternehmen, 
liegen die Schwer-punkte 
auf dem 
Laden-, Messe- und 
Innenausbau, Zu-lieferteilen, 
der Pro-duktentwicklung 
sowie der Architek-tur 
und Kunstob-jekten. 
Holz- und 
Holzwerkstoffe, Mi-nera 
lwerkstof f e , 
Gips- und Gipsfa-serwerkstoffe, 
Me-tall 
sowie Textilien, 
Leder und Schaum-stoffe 
werden mit 
einem vielseitigen 
Maschinenpark be-arbeitet. 
Manfred 
Weid, Prokurist 
und technischer 
Gesamtbetriebslei-ter, 
beschreibt die 
Aufgaben so: „Im 
Prinzip sind wir der 
Zulieferer für den 
Ladenbauer, den 
Messebauer oder 
den Architekten. 
Also für gewerbliche 
Kunden, die wiede-rum 
einen Endkun-den 
haben.“ 
Das bis 2010 genutzte, speziell für Hand-werksbetriebe 
genutzte ERP-System war 
dem Unternehmen aber zu statisch. „Wir 
sind reine Individualfertiger. Wir brau-chen 
ein dynamisches System, in dem wir 
permanent benutzerspezifische Anpas-sungen 
für unsere oft sehr komplexen und 
unterschiedlichen Aufträge vornehmen 
können. Das reicht vom Ausfräsen einer 
Tischplatte bis zum Lichttestmodell für 
den Louvre in Abu Dhabi, das komplett 
in Aluminium gefertigt werden musste“, 
so Weid. Daher wurde 2011 Microsoft Dy-namics 
NAV eingeführt, da man hier den 
klaren Vorteil sah, das Programm indivi-duell 
an die Ackermann-Prozesse anpas-sen 
zu können. Als wichtige Ergänzung 
sollte noch eine BDE-Lösung zum opti-malen 
Erfolg beitragen. 
„Mit COSMO CONSULT gab es dann ein 
Meeting und wir merkten schnell, dass 
die mit cc|bde eine selbst entwickelte Lö- 
102 Competence Book - ERP
sung hatten, bei der gerade die Punkte 
klar ausdefiniert waren, die uns beschäf-tigten. 
Und unsere offenen Frage wurden 
schnell, konzentriert und vor allem fach-kundig 
bearbeitet“, erinnert sich Weid. 
Wichtig für die Entscheidung für cc|b-de 
war auch, dass sich die von Microsoft 
zertifizierte Lösung total in Dynamics 
NAV integrieren lässt. „Für einen mittel-ständischen 
Betrieb ist es ein Argument, 
wenn Zusatzmodule bei einem Update 
nicht extra aufwändig und kostenintensiv 
angepasst werden müssen“, fügt Weid an 
und resümiert: „Dass das BDE von COS-MO 
CONSULT so offen und flexibel ist, 
dass wir es auch später noch jederzeit an-passen 
können, war ein wichtiger Grund, 
warum wir uns dafür entschieden haben. 
Das hat mit anderen Branchenlösungen 
nur sehr schwer oder gar nicht funktio-niert. 
Zudem unterstützt die Flexibilität, 
die uns der Standard von Dynamics NAV 
und die COSMO CONSULT-Lösung bie-ten, 
in hohem Maße unsere innovative 
Individualfertigung.“ Des Weiteren er-möglicht 
die BDE die direkte Kontrolle der 
laufenden Aufträge und eine bessere Aus-sagefähigkeit 
über ihren aktuellen Status. 
Die Zeitersparnis durch den Wegfall von 
Eingaben und doppelten Listen sowie die 
schnellere, zeitnahe Abrechnung der Pro-jekte 
sind weitere beachtliche Vorteile von 
cc|bde. 
Der Internethändler: 
Als der Online-Brillenhändler Mister Spex 
im Frühjahr 2008 an den Markt ging, re-agierte 
die Branche zunächst skeptisch. 
Doch Qualität und ein faires Preis-Leis-tungs- 
Verhältnis führten rasch zum Er-folg. 
Entscheidend für die rasante Ent-wicklung 
war auch der Kundenservice, 
das riesige Sortiment mit den mehr als 
5.000 Korrektions- und Sonnenbrillen 
und die gelungene Präsentation im Web-shop. 
Zahlreiche Filterfunktionen helfen 
hier, die eigene Wunschbrille in wenigen 
Schritten inklusive Gestell, Gläsern und 
gegebenenfalls Tönung auszuwählen. 
In Sachen Unternehmenssoftware setzte 
Mister Spex zunächst auf eine Eigenent-wicklung, 
die ein Buchhaltungssystem er-gänzte. 
Doch wegen des rasanten Wachs-tums 
musste man Prioritäten setzen. „Wir 
haben noch viel vor und wollen uns künf-tig 
voll auf das ‚Front-end’ konzentrieren. 
Um den notwendigen Spielraum zu schaf-fen, 
war es daher sinnvoll, die Prozesse in 
der Buchhaltung, Auftragsbearbeitung 
und Logistik zu standardisieren und vom 
Frontend ins Backend zu verlagern“, er-klärt 
Hannes Schrödter, Leiter des Pro-duktmanagements. 
Ende 2010 ging ein Projektteam mit ei-nem 
detaillierten Fragebogen bewaffnet 
in die Marktsondierung. Einen wichtigen 
Aspekt bildete dabei die Flexibilität der 
Programmstruktur. Schließlich galt es, 
die zahlreichen Besonderheiten der Au-genoptik 
abzubilden und das vorhandene 
E-Commerce-System anzubinden. „Wir 
haben uns einige Installationen live ange-sehen 
und schnell erkannt, dass Microsoft 
im Mittelstand einen guten Ruf genießt“, 
so Schrödter. So fiel Ende 2010 die Wahl 
auf Microsoft Dynamics NAV und den 
Microsoft-Partner COSMO CONSULT. 
Den Auftakt bei der Implementierung 
machte Ende Januar 2011 die Finanzbuch-haltung. 
Im Frühjahr begann dann die 
Umstellung des operativen Geschäfts mit 
einer detaillierten Prozessanalyse. Der 
Flowcharter „Microsoft Visio“ und die von 
Microsoft speziell entwickelte Projektme-thodik 
Sure Step halfen dabei. Zusätzlich 
setzte das Projektteam das Workflow-Mo-dul 
„cc|workflow“ von COSMO CONSULT 
CASE STUDY - COSMO CONSULT 
ein, um die Geschäftsprozesse in Dyna-mics 
NAV optimal abzubilden. „Wir hat-ten 
viele eigene Optimierungsideen, hiel-ten 
uns aber – wo immer es sich anbot – an 
den Standard von Dynamics NAV“, erklärt 
Schrödter. 
Hinzu kamen Schnittstellen zu diversen 
Zahlungsdienstleistern und dem haus-eigenen 
E-Commerce-System. Letzteres 
wurde mit einem speziell entwickelten 
Web-Service an Dynamics NAV angebun-den. 
Eine Herausforderung der besonde-ren 
Art war das hohe Datenvolumen. So 
musste man rund eine halbe Million Da-tensätze 
aus dem Vorgängersystem über-nehmen 
– und in Spitzenzeiten kommen 
täglich bis zu 3.000 weitere Aufträge aus 
dem Webshop hinzu. 
Seit September 2011 begleiten hoch auto-matisierte 
Prozesse das Geschäft von Mis-ter 
Spex. Kunden erhalten bei jeder Auf-tragsänderung 
automatisch in Dynamics 
NAV ausgelöste E-Mail-Bestätigungen. 
Zahlungseingänge bucht die Unterneh-menssoftware 
weitgehend automatisch. 
In der Logistik sorgen Artikelreservie-rungen 
und Bestellvorschläge für bessere 
Prozesseffizienz. „Das Automatisierungs-niveau 
ist heute deutlich gestiegen. Ent-scheidend 
ist für uns jedoch etwas ande-res: 
Wir haben jetzt die Perspektive, auf 
Basis einer gesunden Infrastruktur weiter 
zu wachsen und Teile der IT je nach Bedarf 
zu verlagern. COSMO CONSULT hat mit 
offener Kommunikation, professionellem 
Qualitätsmanagement und gut vorberei-teten 
Workshops bestätigt, dass wir da-mals 
die richtige Entscheidung getroffen 
haben“, freut sich Schrödter und sieht in 
der Zusammenarbeit eine perfekte Basis 
für Folgeprojekte. 
Competence Book - ERP 103
CASE STUDY - AMS UND AUMANN 
Auf Draht bei Aumann 
komplexe Automatisierungsprojekte mit 
durchgängigem Auftragsmanagement steuern 
AUTOR: ams.Solution AG 
Aumann zählt zu den weltweit führenden Maschinenbauern im Bereich Drahtlackier- und 
Spulenwickeltechnik. Hinzu kommt die Automation von vielfältigen Herstellungsprozes-sen. 
Dabei ist Aumann global der einzige Anbieter, der über das Know-how und die Er-fahrung 
von der Drahtherstellung über das Bewickeln bis hin zur umfangreichen Montage des 
Endproduktes verfügt. Kernmarkt ist die Herstellung von Maschinen für die Fahrzeugindustrie, 
mit denen sich Elektromotoren und elektronische Komponenten fertigen lassen. Hierbei erstellt 
der Sondermaschinenbauer kundenspezifisch Fertigungssysteme. Um die kapitalintensiven Pro-jekte 
nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich zum Erfolg zu führen, strebt Aumann ein 
Höchstmaß an Prozesstransparenz an. Das Unternehmen gewinnt diese Sicht durch ein Auf-trags- 
managementsystem, das sämtliche Abläufe von der Konstruktion über die Beschaffung und 
Fertigung bis zur Montage und Auslieferung vernetzt und in Echtzeit auswertbar macht. 
„Mit Erfahrung in der Wickeltechnik und in der Automation 
von Herstellungsprozessen unterscheiden wir uns vom nationa-len 
und internationalen Wettbewerb“, erklärt Guido Reckmann, 
Mitglied der Geschäftsführung von Aumann, und erläutert: „Die 
Mehrzahl unserer Projekte beschränkt sich keineswegs nur auf 
die Lieferung der Wickel- und Drahtlackiertechnik. Stattdessen 
durchdenken wir den gesamten Fertigungsprozess des Kunden 
und konzipieren eine Anlage, auf der er die Herstellung seines 
Endprodukts in all ihren Einzelschritten automatisieren kann.“ 
Das Anwendungsspektrum ist groß. Im Zentrum stehen Motoren 
für diverse Elektroniksysteme in Autos, wie zum Beispiel Stellan-triebe, 
Zentralverriegelungen oder Antiblockiersysteme. Hinzu 
kommt eine Reihe weiterer Zielmärkte. Unter anderem errichtet 
Aumann Montagelinien für Pumpen- und Ventilhersteller oder 
Anbieter von Medizintechnik. Komplette Fertigungsstraßen kön-nen 
bis zu 100 Meter lang sein und haben ein Volumen von bis zu 
8 Mio. Euro. Hierbei konzentriert sich der Einzelfertiger auf die 
Bereiche Ideenfindung, Konstruktion und SPS-Programmierung. 
Da das Unternehmen keine eigene Vorfertigung vorhält, kauft es 
die Fertigungsteile in einem Netzwerk von Partnerunternehmen 
ein. Gleiches gilt für die Zuführ-, Schweiß-, Press-, Löt-, Kleb-und 
Prüftechnik, die Aumann in seine Automationslösungen 
integriert. Der Materialanteil am Gesamtumsatz liegt daher bei 
rund 50%. 
104 Competence Book - ERP
CASE STUDY - AMS UND AUMANN 
„Um komplexe Automatisierungsauf-träge 
erfolgreich zu steuern, müssen 
wir den Projektfortschritt über die ge-samte 
Wert-schöpfungskette hinweg 
transparent machen. Hierzu brauchen 
wir präzise Online-Informationen“, be-tont 
Guido Reckmann: „Nur wenn wir 
den Arbeitsfortschritt, die Budgettreue 
und den Lieferstatus aller Teilprojekte 
kennen, gewinnen wir eine ausreichen-de 
Planungs-sicherheit. In unserer alten 
EDV-Welt war eine solche Sicht jedoch 
nur ansatzweise zu haben.“ Bis Ende 2009 
stützte sich die Informationstechnologie 
des mittelständischen Unternehmens auf 
mehrere Einzellösungen, die sich um eine 
Standardsoftware für die Materialwirt-schaft 
und eine davon losgelöste Finanz-buchhaltung 
rankten. Die unterschiedli-chen 
Systeme waren über einen Zeitraum 
von drei Jahrzehnten gewachsen, so dass 
ein unternehmensweiter Datenaustausch 
nur eingeschränkt möglich war. 
Erschwerend kam hinzu, dass die Lösun-gen 
auf einer veralteten AS/400-Plattform 
liefen. „Insbesondere neuen Mitarbei-tern 
fiel es zunehmend schwerer, sich das 
Fachwissen anzueignen, um die Anwen-dungen 
nutzen zu können“, erinnert sich 
Guido Reckmann, der seit 2009 den IT-Be-reich 
verantwortet. Doch auch alt gedien-te 
Mitarbeiter stießen recht schnell an 
ihre Grenzen. Abfragen aus dem System 
und geänderte oder neue Berichtsforma-te 
konnte nur ein einziger zentraler EDV 
Mitarbeiter erstellen, der dementspre-chend 
stark ausgelastet war. 
Systemwechsel 
Angesichts der permanent steigenden 
Anforderungen im Projekt-controlling 
machte sich Aumann 2009 auf die Suche 
nach einer geeigneten betriebswirtschaft-lichen 
Unternehmenssoftware (engl. 
Enterprise Resource Planning, ERP). Ziel 
war es, sämtliche Wert-schöpfungspro-zesse 
in einer einzigen IT-Lösung abzubil-den. 
Nach einem viermonatigen Auswahl-verfahren 
entschied sich Aumann für das 
Auftragsmanagementsystem ams.erp, das 
die ams.Solution AG speziell für die Ein-zelfertigung 
ausgelegt hat. Den Ausschlag 
gaben die Spezialisierung der Unterneh-menssoftware 
und das Prozess-wissen der 
ams-Berater. 
„Um unsere Entscheidung abzusichern, 
haben wir eine Art Probefahrt in der neu-en 
Software gemacht. Mitarbeiter aus al-len 
Geschäftsbereichen erhielten Zugriff 
auf eine Testumgebung, um typische 
Geschäftsprozesse durchzuspielen“, be-schreibt 
Guido Reckmann das damalige 
Vorgehen. „Diese Probefahrt war sehr 
aufschlussreich. Wenn man selbst buchen 
muss, lernt man die Qualität einer Soft-ware 
deutlich schneller kennen, als wenn 
man nur dem Anbieter über die Schulter 
schaut.“ Ihr Hauptaugenmerk legten die 
Testfahrer auf die Frage, ob sie ihr Pro-jektmanagement 
inklusive der Terminver-folgung 
ausreichend abbilden konnten. 
Hierzu wurde eine Reihe prototypischer 
Aufträge in der Testumgebung angelegt 
und vollständig durchgespielt. 
Gemeinsam mit den ams-Beratern brach-te 
Aumann die neue Geschäftssoftware 
dann innerhalb von vier Monaten an den 
Start. Das mittelständische Unternehmen 
nutzte den modularen Aufbau von ams. 
erp und führte zunächst die Zeitwirtschaft 
und einen Monat später das Kundenda-tenmanagement 
(CRM Modul) ein. Das 
Vorziehen der Zeitwirtschaft bot sich an, 
da sich die Lösung sinnvoll nutzen lässt, 
ohne dass die übrigen ERP-Informationen 
vorliegen müssen. „Auf diese Weise konn-ten 
sich unsere Anwender schrittweise an 
das neue System gewöhnen“, hebt Guido 
Reckmann hervor und fügt hinzu: „Die-ses 
Vorgehen kann ich jedem empfehlen, 
dessen Ressourcen stark eingegrenzt sind. 
Mit dem Vorziehen der Zeitwirtschaft 
erledigt man ein ganz wesentliches Ar-beitspaket 
vorab. Viele Anwender unter-schätzen, 
welch hohen Beratungs- und 
Einstellungsaufwand gerade die Zeitwirt-schaft 
mit sich bringt.“ 
Losgröße eins 
Aumann entschied sich bewusst gegen in-dividuelle 
Anpassungen und bildete alle 
Arbeitsabläufe im Standard der neuen Ge-schäfts- 
software ab. Der Auftragsdurch-lauf 
reicht von der Planung, Projek-tie-rung 
und Kalkulation über Konstruktion, 
Disposition, Einkauf, Montage, Inbetrieb-nahme 
und Optimierung bis zu Versand 
und Endmontage. Hierbei nutzte der Son-dermaschinenbauer 
die Einführung, um 
seine Produktdaten zu bereinigen. Ob-wohl 
Aumann naturgemäß mit der Los-größe 
eins fertigt, waren die Anwender im 
alten System dazu gezwungen gewesen, 
jedes verwendete Teil als einzelnen Artikel 
anzulegen. Auf diese Weise war ein Arti-kelstamm 
von einer Viertelmillion Teilen 
herangewachsen. Nach eingehender Ana-lyse 
blieben gerade einmal 8000 Artikel 
übrig, bei denen das Einführungs-Team 
davon ausging, dass diese Teile auch in 
Folgeprojekten noch einmal zum Einsatz 
kommen könnten. 
Guido Reckmann ist sich sicher, dass Au-manns 
Produktentwickler die zurück-gewonnene 
Übersichtlichkeit bewahren 
werden: „Seit dem Systemwechsel pro-fitieren 
wir davon, dass wir in ams.erp 
vorzugsweise auch mit sogenannten Auf-tragsteilen 
arbeiten können. Da wir diese 
O-Teile rein auftragsspezifisch anlegen, 
brauchen wir sie nicht weiterzupflegen, 
wenn der zugehörige Auftrag abgeschlos-sen 
ist. Auf diese Weise halten wir den 
Artikelstamm schlank und leicht adminis-trierbar.“ 
Variantenkonfiguration 
Zusätzliche Transparenz verschafft sich 
Aumann bei der Konzeption der Ferti-gungslinien. 
Hier nutzt das Unternehmen 
den in ams.erp integrierten Variantenge-nerator, 
um die große Auswahl geeigneter 
und bereits eingesetzter Technologien 
transparent zu machen. Geschäftsführer 
Guido Reckmann erläutert das Vorgehen: 
„Eine Produktionslinie besteht aus einer 
Kette hintereinandergeschalteter Statio-nen, 
welche die einzelnen Fertigungs- und 
Montageschritte abbilden. Jede Station 
setzt sich aus einer Reihe unterschiedli-cher 
Komponenten zusammen. Was diese 
Komponenten kosten und was sie können, 
ist uns zumindest in Varianten bekannt. 
Mit dem Variantengenerator strukturieren 
wir dieses Marktwissen und standardisie-ren 
unsere gesamten Geschäftsprozesse.“ 
In einer späteren Ausbaustufe will Au-mann 
eine Zusatzfunktion des Genera-tors 
nutzen, die darin besteht, Stücklis-ten 
aus den Konfi-gurationen abzuleiten. 
Diese Stücklisten dienen dann als Aus-gangs- 
punkt für die Konstrukteure, um 
Competence Book - ERP 105
CASE STUDY - AMS UND AUMANN 
die vorkonfigurierte Anlagenkompo-nente auftragsspezifisch 
weiterzuentwickeln. Bei den hauseigenen Standardwickelma-schinen 
hat der Einzelfertiger die Grundlagen-arbeit bereits ab-geschlossen 
und die Fertigungsstücklisten aller gängigen Varian-ten 
eingepflegt. 
Mitlaufende Kalkulation 
Im Mittel organisiert Aumann etwa 30 Projekte, die parallel lau-fen 
oder sich zumindest in Teilen überschneiden. Typischerweise 
liegen die Durchlaufzeiten bei 10 bis 18 Monaten. Ob der Auf-tragsverlauf 
den Zeit- und Budgetplänen entspricht, zeigt die 
mitlaufende Kalku-lation: Permanent gleicht das Auftragsma-nagementsystem 
die Ist- mit den Solldaten ab und zeichnet ein 
detailliertes Bild des aktuellen Projektfortschritts. Da die mitlau-fende 
Kalkulation eventuelle Schief-lagen bereits in ihrer Entste-hung 
erkennbar macht, gewinnen die Verantwortlichen Zeit, um 
Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. 
Aumanns Führungsmannschaft arbeitet mit Dashboards, welche 
die erfolgskritischen Informationen eines Auftrags in einer ein-zigen 
Benutzeroberfläche zusammenführen. Dank der Integra-tion 
in das Auftragsmanagementsystem treffen die Projektdaten 
in Echtzeit ein. Die Kennzahlen dienen der Budgetkontrolle, der 
Überwachung des Projektfortschritts sowie dem Ressourcen-, 
Kapazitäts- und Materialmanagement. Zudem geben die Das-hboards 
den Finanzie-rungsgrad und die Zahlungsplanung der 
Aufträge wieder. Zeigt sich ein Handlungsbedarf, so gelangen die 
Anwender per Mausklick in die Bereiche des Auftragsmanage-ments, 
in denen sie die Ursachen-analyse vertiefen und erforder-liche 
Ausgleichsmaßnahmen wirt-schaftlich einleiten können. 
Unternehmenskennzahlen 
„Für die Geschäftsführung haben wir ein eigenes Manage-ment- 
Dashboard entwickelt. Dieses zusätzliche Dashboard 
erlaubt es uns, die Informationen des Auftragsmanagements 
auftragsübergreifend zu verdichten“, erklärt Guido Reckmann 
und fügt hinzu: „Eine solche Eigenentwicklung ist im Übrigen 
alles andere als Hexerei. Da ams.erp die Entwicklungsumgebung 
Microsoft SQL Server Reporting Services unterstützt, reichen 
normale SQL-Kenntnisse, um sich ein solches Dashboard maß-zuschneidern.“ 
Das Finanz-Dashboard gewährt den Managern sowohl eine ak-tuelle 
als auch eine zukunftsbezogene Sicht auf den Geschäfts-verlauf. 
Die Lösung stützt sich vor allem auf die Daten der Fi-nanzbuchhaltung 
und der Kostenrechnung. Es entsteht ein 
vollständiges Set an Ist- und Plan-Kennzahlen, die zum Beispiel 
über die Gesamtheit der zu erwartenden Finanzbewegungen in-formieren. 
Zudem erhalten die Führungskräfte eine Umsatzvor-schau, 
die den Auftragsbestand und die damit einhergehenden 
Rechnungstermine auswertet. Die Umsatzvorschau lässt sich 
zeitlich erweitern, indem das Controlling die Umsatzerwartung 
der noch offenen Angebote mit einrechnet. „Mit diesen Informa-tionen 
sichern wir die Liquidität des gesamten Unternehmens“, 
fasst Geschäftsführer Guido Reckmann den Nutzen der Kenn-zahlen 
zusammen. „Auf diese Weise erschließen wir das erfor-derliche 
Wissen, um die betriebswirtschaftlichen Risiken unserer 
Generalunternehmerprojekte sicher zu beherrschen.“ 
106 Competence Book - ERP
ams 
Die ERP-Lösung 
Prozesse verstehen. Transparenz gestalten.
CASE STUDY - WEITERE CASE STUDY´S 
Weitere Case Study´s 
und Produktinformationen unserer Partner 
Anwenderbericht „Beckhoff Automation GmbH“ 
Die Beckhoff Automation GmbH, ein Anbieter von Steuerungslösungen für alle Bereiche der Automatisierung, hat 
mit der Digitalen Personalakte von HS ein effizientes System zur Personalverwaltung seiner rund 2.000 Mitarbeiter 
eingeführt. Zu den Vorteilen der elektronischen Lösung zählt aus Sicht der Benutzerinnen insbesondere der Zeitge-winn, 
etwa durch die automatische Dokumentenablage. 
www.hamburger-software.de/referenzen 
Anwenderbericht „Wilhelm Schmitt GmbH“ 
Die Wilhelm Schmitt GmbH, im Jahr 1935 als Installations- und Heizungsbauunternehmen gegründet, bietet heute 
ein breites Leistungsspektrum an: von Heiz- und Kältetechnik über Gebäudetechnik bis hin zu Blockheizkraftwerken. 
Mit Hilfe der ERP-Lösungen von HS behält der Familienbetrieb den kaufmännischen Überblick. Der Buchhaltungs-leiter 
schätzt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis der Software. 
www.hamburger-software.de/referenzen 
Case Study „Jakob Müller AG“ 
Als Weltmarktführer hält der Sondermaschinenbauer Jakob Müller AG bei Bandwebmaschinen die Spitzenposition. 
Ob in China, Deutschland, der Schweiz oder in den USA – weltweit setzen die Schweizer auf das ERP-System oxai-on. 
Voraussetzung für die Herstellung der Maschinen ist eine exakte Produktionsplanung und Materialdisposition. Im 
Mittelpunkt steht ein flexibler Variantenkonfigurator. 
www.competence-site.de/Case-Study-Jakob-Mueller-AG 
Case Study „Lindner Group“ 
Die Lindner-Gruppe behält stets den Überblick, wenn es um die Abwicklung komplexer Bauprojekte geht. Großen 
Anteil hat das integrierte Projektmanagement der ERP-Software von oxaion. Ob Kosten, Material, Termine oder 
Dokumente – im Projektmanagement ist alles strukturiert und transparent abgebildet. Lindner beschäftigt weltweit 
rund 4800 Mitarbeiter und ist in 20 Ländern vertreten. Immer im Einsatz: die ERP-Software von oxaion. 
www.competence-site.de/Case-Study-Lindner-Group 
108 Competence Book - ERP
Anwenderbericht „Kurt Schmidt GmbH“ 
CASE STUDY - WEITERE CASE STUDY´S 
Kurt Schmidt fertigt CNC-Sonderteile und Komponenten aus nahezu allen Werkstoffen. Mitte 2005 übernahm man 
mit Zeidler & Uhl einen Hersteller von Behältern, Rohr- und Blechteilen mit 50 Mitarbeitern, nahm ERP von AP 
heraus und setzt seither dort auch JOBDISPO ein. 2014 folgte dann NIWAR nach dem gleichen Prinzip, um auch 
bei dem Trommel- und Spulenhersteller alles herauszuholen. 
www.fauser.ag/referenzen 
Anwenderbericht „MLS Lanny GmbH“ 
Die MLS Lanny GmbH entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Ventile für die unterschiedlichsten Anwendungen 
in der Fluidtechnik. Die Stärke der MLS Lanny GmbH ist die Entwicklung von Sonderlösungen, die flexibel an jeden 
Kunden angepasst werden. Seit dem Jahr 2011 unterstützt die JOBDISPO Suite den reibungslosen Ablauf bei MLS 
in der Fertigung sowie in der Planung von Ventilen. 
www.fauser.ag/referenzen 
Competence Book - ERP 109
BRANCHENÜBERSICHT 
110 Competence Book - ERP
Case Studies & 
Produktinformationen 
Branchenübersicht 
85 Kumavision 
ERP-Lösung KUMAVISION 
factory für Förderanlagen im 
Bergbau 
88 Asseco 
Maschinenring Österreich: 
Ring frei für APplus 
90 Microsoft 
Mit Dynamics AX 2012 
schlank in die Zukunft 
92 Cosmo Consult 
Integrierte Module statt 
Individualprogrammierung 
95 Asseco 
Der Weltmarktführer für 
Luftpumpen und 
Schutzbleche ist mit APplus 
für die Zukunft gerüstet 
97 ams.Solution AG 
Wachstum organisieren 
101 COSMO CONSULT AG 
Ein Partner für alle Fälle 
104 ams.Solution AG 
Auf Draht bei Aumann 
106 Diverse Branchen 
Weitere Case Studies und 
Produktinformationen unse-rer 
Partner 
112 Informationsquellen 
114 Unternehmen 
119 Experten 
126 Glossar 
INHALT 
Competence Book - ERP 111
BRANCHENÜBERSICHT - INFORMATIONSQUELLEN 
Informationsquellen 
Wikipedia, Richtlinien und Normen 
Wikipediabeiträge zu ERP 
In Wikipedia finden Sie zum Thema MES u.a. folgende Beiträge: 
de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning 
Anwenderbericht „Beckhoff Automation GmbH“ 
Die Beckhoff Automation GmbH, ein Anbieter von Steuerungslösungen für alle Bereiche der Automatisierung, hat 
mit der Digitalen Personalakte von HS ein effizientes System zur Personalverwaltung seiner rund 2.000 Mitarbeiter 
eingeführt. Zu den Vorteilen der elektronischen Lösung zählt aus Sicht der Benutzerinnen insbesondere der Zeitge-winn, 
etwa durch die automatische Dokumentenablage. 
www.hamburger-software.de/referenzen 
Anwenderbericht „Wilhelm Schmitt GmbH“ 
Die Wilhelm Schmitt GmbH, im Jahr 1935 als Installations- und Heizungsbauunternehmen gegründet, bietet heute 
ein breites Leistungsspektrum an: von Heiz- und Kältetechnik über Gebäudetechnik bis hin zu Blockheizkraftwerken. 
Mit Hilfe der ERP-Lösungen von HS behält der Familienbetrieb den kaufmännischen Überblick. Der Buchhaltungs-leiter 
schätzt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis der Software. 
www.hamburger-software.de/referenzen 
INFO 
Infotext... 
112 Competence Book - ERP
Unternehmen 
Microsoft 
www.microsoft.com/de-de/ 
Tel.: +49 221801010-97 
Ihr Kontakt: Frank Naujoks 
Frank.Naujoks@microsoft.com 
Microsoft ist weltweit führender Hersteller von Standardsoftware, 
Services und Lösungen. Sie helfen Menschen sowie Unternehmen 
aller Branchen und Größen ihr Potenzial voll zu entfalten. Sicherheit 
und Zuverlässigkeit, Innovation und Integration sowie Offenheit und 
Interoperabilität stehen bei der Entwicklung aller Microsoft-Produkte 
im Mittelpunkt. Microsoft Dynamics steht für integrierte, flexible Un-ternehmenssoftware, 
die zur langfristigen Sicherung Ihres Erfolgs bei-trägt 
und Sie darin unterstützt, schnell fundierte Geschäftsentschei-dungen 
zu treffen. Ob Customer Relationship Management (CRM) 
oder Enterprise Resource Planning (ERP), ob Finanzmanagement, 
Supply Chain Management oder Business Intelligence und Repor-ting: 
Mit Microsoft Dynamics werden täglich anfallende Aufgaben und 
zentrale Geschäftsprozesse durchgängig automatisiert und optimiert. 
www.microsoftdynamics.de 
KUMAVISION AG 
www.kumavision.de 
Tel.: +49 754 4966-300 
Ihr Kontakt: Armin Schneider-Lenhof 
armin.schneider-lenhof@kumavision.com 
Kumavision AG entwickelt und implementiert ERP-Systeme für mittel-ständische 
Unternehmen auf Basis der modernen Softwareplattform 
Microsoft Dynamics NAV. Seit vielen Jahren auf die Fertigungsindus-trie 
spezialisiert, ergänzen Branchenlösungen für Handel, Healthcare 
und Professional Services sowie CRM- und DMS-Lösungen das 
Portfolio. Mit 280 Mitarbeitern an 14 Standorten gehört Kumavision 
zu den leistungsfähigsten Partnern für Microsoft Businesslösungen in 
Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über 600 Kunden profi-tieren 
bereits von dem Erfahrungspotenzial des in Markdorf am Bo-densee 
ansässigen IT-Dienstleisters. 
BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 
114 Competence Book - ERP
BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 
ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG 
www.oracle.com/de 
Tel.: 
Ihr Kontakt: 
xxx@oracle.com 
Oracle entwickelt Hardware und Software, die für den Einsatz in der 
Cloud und im Rechenzentrum optimal aufeinander abgestimmt sind. 
380.000 Kunden jeder Größe und Branche setzen in 145 Ländern 
der Welt Produkte und Lösungen von Oracle ein. Im Fiskaljahr 2013, 
das zum 31. Mai 2013 endete, erzielte Oracle weltweit einen Umsatz 
von 37,2 Milliarden US-Dollar. Oracle beschäftigt weltweit 108.000 
Mitarbeiter, darunter 32.000 Entwickler, 18.000 Support-Mitarbeiter 
und 17.000 Consulting-Experten. 
Ihr Unternehmen 
www.ihrunternehmen.com 
Tel.: +49 00 0000 0000 
Ihr Kontakt: 
info@ihrunternehmen.com 
Harit esciendis sae doluptatust voluptis acerfer ectiis nonemquam 
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blanisquo occus. 
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COSMO CONSULT Gruppe 
www.cosmoconsult.com 
Tel.: +49 303 43815-0 
Ihr Kontakt: Katja Damm 
info@cosmoconsult.com 
COSMO CONSULT hat auf die Implementierung und das System-management 
von Branchen- und Business-Lösungen auf Basis 
moderner Software Technologien spezialisiert. Für die branchenori-entierten 
Gesamtlösungen für mittelständische Fertigungs-, Dienst-leistungs- 
und Handelsunternehmen steht zudem ein umfangreiches 
Angebot an Branchen- und Speziallösungen auf Basis von Microsoft 
Dynamics und QlikView zur Verfügung. 
Darüber hinaus ergänzt COSMO CONSULT das Leistungsspektrum 
mit dem CRM-System Microsoft Dynamics CRM und dem Doku-mentenmanagement- 
und Portalsystem Microsoft SharePoint, die 
sich nahtlos in die Systemwelt des ERP-Systems einfügen. 
Competence Book - ERP 115
Asseco Solutions AG 
www.asseco.com 
Tel.: +49 721 91432-0 
Ihr Kontakt: Thorsten Reuper 
info@asseco.de 
Bei der Asseco Solutions handelt es sich um den Zusammenschluss 
technologisch führender ERP-Anbieter aus fünf Nationen innerhalb 
der Asseco-Gruppe. Die einzelnen Unternehmen profilierten sich be-reits 
in der Vergangenheit mit technologisch und funktional führenden 
Lösungen als kompetente Partner für internetbasierende Unterneh-menssoftware 
in ihren jeweiligen Ländern. Das umfangreiche Portfo-lio 
an ERP-Technologien der Asseco Solutions geht dabei weit über 
das Leistungsspektrum herkömmlicher ERP-Lösungen hinaus und 
integriert durchgängig eine nahezu unbegrenzte Anzahl an zusätzli-chen 
Funktionalitäten. Die Asseco Solutions garantiert mit über 700 
Beschäftigten und durch den Einsatz modernster Web-Technologien 
(Web Services, XML, SOAP) eine langfristige Investitionssicherheit, 
einfache und kostengünstige Administration und hohe Benutzerak-zeptanz 
bei einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Maß-geschneiderte 
Lösungen für die unterschiedlichsten Unternehmens-größen 
und Branchen - neben Industrie und öffentlicher Verwaltung 
auch Gastronomie - stehen für eine konsequente Kunden- und 
Marktorientierung. Die Asseco Solutions gehört zur Asseco-Gruppe 
mit über 16.600 Mitarbeitern. 
PSIPENTA Software Systems GmbH 
www.psipenta.de 
Tel.: +49 800 377496-8 
Ihr Kontakt: Peter Dibbern 
pdibbern@psipenta.de 
SAP Deutschland AG & 
Co. KG 
www.sap.de/mittelstand 
Tel.: +49 622 77474-74 
Ihr Kontakt: Jochen Wießler 
jochen.wiessler@sap.com 
godesys AG 
www.godesys.de 
Tel.: +49 6131 959 77-0 
Ihr Kontakt: Godelef Kühl 
godelef.kuehl@godesys.de 
BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 
116 Competence Book - ERP
HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG 
www.hamburger-software.de 
Tel.: +49 406 32 97-333 
Ihr Kontakt: Kai Eickhof 
leitung.pmm@hamburger-software.de 
Seit 1979 am Markt, bietet HS als einer der führenden deutschen 
Hersteller modulare ERP-Software für Auftragsbearbeitung, Finanz-buch 
¬haltung, Lohnabrechnung und Personalmanagement (u. a. 
Digitale Personalakte) an. Ebenfalls erhältlich: Archiv- und Dokumen-tenmanagementlösungen. 
mesonic software gmbh 
www.mesonic.com 
Tel.: +49 4263 93 90-0 
Ihr Kontakt: Heike Strangmann 
hstrangmann@mesonic.com 
mesonic entwickelt seit 1978 Standardsoftwareprogramme für ERP, 
CRM, PPS und mobile Anwendungen in kleinen und mittelständi-schen 
Unternehmen. Die Lösungen des international tätigen Herstel-lers 
kommen in mehreren Tausend Unternehmen aus allen Bereichen 
von Handel, Dienstleistung, Industrie, Verbänden und Vereinen zum 
Einsatz. Den Vertrieb und die Kundenbetreuung vor Ort übernehmen 
qualifizierte und autorisierte Fachhandelspartner. 
oxaion ag 
www.oxaion.de 
Tel.: +49 724 35 90 67 77 
Ihr Kontakt: Stephan Dürr 
Stephan.Duerr@oxaion.de 
Die oxaion ag zählt zu den führenden Anbietern betriebswirtschaft-licher 
Komplettsoftware für den Mittelstand. Neben den klassischen 
ERP-Modulen wie Warenwirtschaft, Vertrieb und Produktion decken 
die Lösungen eine Vielzahl weiterer Themen ab. Die Software ist in-ternational 
ausgerichtet und steht in zahlreichen Sprachversionen zur 
Verfügung. 
BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 
Competence Book - ERP 117
FAUSER AG 
www.fauser.ag 
Tel.: +49 8105 77 98 - 0 
Ihr Kontakt: Marc-Antonio Schubert 
anfrage@fauser.ag 
Die FAUSER AG ist bereits seit 1994 ein international tätiger Soft-warehersteller 
und Lösungsanbieter für mittelständische Industrieun-ternehmen. 
An fünf Standorten in Deutschland und Ungarn entwi-ckelt, 
vertreibt und wartet die FAUSER AG Softwarelösungen für die 
Produktion. 
ams.Solution AG 
www.ams-erp.com 
Tel.: +49 2131 40669-0 
Ihr Kontakt: Manfred Deues 
info@ams-erp.com 
Das Beratungs- und Softwarehaus ams.Solution AG ist Spezialist für 
Entwicklung, Implementierung und Betreuung von kundenorientierten 
ERP-Lösungen im Maschinen-, Anlagen-, Metall- und Innenausbau. 
Auf Basis der Standardsoftware ams.erp realisiert ams schlanke 
Unternehmensorganisationen speziell für die Einzel-, Auftrags- und 
Variantenfertigung. Das Auftragsmanagementsystem ams.erp setzt 
sämtliche Anforderungen für Einzel- und Auftragsfertiger des VD-MA- 
IT-Workshops erfolgreich um. Europaweit wurden mehr als 650 
Kundenprojekte mit mehr als 22.000 Anwendern erfolgreich abge-schlossen. 
2014 zeichnete die Initiative Mittelstand die ams.Soluti-on 
AG mit dem Innovationspreis-IT aus. Zudem erhält ams.Solution 
Bestnoten für sein Beratungsangebot: Der Unternehmens­vergleich 
Top Consultant hat für die Jahre 2014/2015 bestätigt, dass die 
ams-Berater die komplexen Anforderungen ihres Zielmarktes kom-petent 
erfüllen. 
BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 
118 Competence Book - ERP
Experten 
Gronau, Norbert (Dr.-Ing.) 
Norbert.Gronau@wi.uni-potsdam.de 
Universitätsprofessor 
Universität Potsdam 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
Norbert Gronau gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, die nicht nur 
Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis bauen, sondern diese auch 
mehrmals täglich überqueren. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirt-schaftsinformatik 
und Electronic Government an der Universität Pots-dam 
und wissenschaftlicher Direktor des dort angesiedelten Centers for 
Enterprise Research. Unter der Leitung von Professor Gronau forschen 
über 30 Mitarbeiter zur integrierten Gestaltung von Geschäftsprozes-sen 
und Unternehmenssoftware wie etwa ERP-Systemen sowie zu den 
Grundlagen von Wissen, Lernen und Bilden. 
Wochinger, Thomas (Dipl.-Wi.-Ing.) 
Gruppenleiter 
Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik 
und Automatisierung (IPA) 
Dipl.-Wi.-Ing. Thomas Wochinger ist Gruppenleiter Produktionsplanung 
und -steuerung in der Abteilung Auftragsmanagement und Wertschöp-fungsnetze 
des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automa-tisierung 
(IPA). 
Sontow, Karsten 
Karsten.Sontow@trovarit.com 
Vorstand 
Trovarit AG 
Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Gründer und Vorstand der Tro-varit 
AG, Aachen, einem Spezialisten für die Evaluation von Business 
Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). Dort verantwortet er die Bereiche 
Marketing, Account Management, Research und Finanzen. Dr. Sontow 
studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen 
und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. 
Seinen Doktortitel im Maschinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. 
Competence Book - ERP 119
Schnittler, Volker 
Volker.Schnittler@vdma.org 
Referent für ERP- und PPS-Systeme 
VDMA 
Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kaufmännische 
Unternehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigurati-onslösungen 
bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort 
leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied 
im Forschungsbeirat des fir (Aachen). 
Dibbern, Peter 
PDibbern@psipenta.de 
Leiter Geschäftsentwicklung 
PSIPENTA Software Systems GmbH 
Peter Dibbern ist heute Leiter Geschäftsentwicklung und Mitglied der 
PSIPENTA Geschäftsleitung. Er zeichnet für die internationale Vermark-tung 
sowie die prozessorientierte und funktionale Weiterentwicklung der 
ERP-Standardsoftware PSIpenta verantwortlich. Sein Engagement bei 
der 100%igen PSI-Tochter startete er 2002 als Marketingleiter mit der 
Neupositionierung des ERP-Portfolios PSIpenta im deutschen Markt. 
Die ERP-Lösung PSIpenta gehört aktuell zu den meist verbreiteten 
Branchenlösungen im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland 
und zeichnet sich durch umfangreiche Funktionalität und einen hohen 
Bekanntheitsgrand im Marktsegment aus. 
Schneider-Lenhof, Armin 
Armin.Schneider-Lenhof@kumavision.de 
Leiter Marketing 
Kumavision AG 
Armin Schneider-Lenhof ist langjähriger Marketingleiter der KUMAVISION 
AG, Markdorf. Seine fachliche Expertise bezieht der studierte Wirt-schaftswissenschaftler 
aus 25 Jahren Tätigkeit für namhafte ERP- bzw. 
PPS-Anbieter. 
Tröger, Karl 
KTroeger@psipenta.de 
Leiter Produktmanagement ERP 
PSIPENTA Software Systems GmbH 
Karl Tröger Leiter Product Marketing, verantwortet die strategische 
Ausrichtung des Produktportfolios bei der PSI AG. Auf Basis seiner 
nationalen und internationalen Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt 
er heute das Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft und 
dem Software-Engineering dar. Seine Erfahrungen sammelte er als 
Senior Product Engineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, 
als IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwicklung für 
ERP-Lösungen innerhalb der PSI AG. 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
120 Competence Book - ERP
Frey, Dominik 
Dominik.Frey@fir.rwth-aachen.de 
Projektingenieur 
FIR e.V. an der RWTH Aachen 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
Dominik Frey studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung 
Maschinenbau und Vertie-fungsrichtung Produktionstechnik an der 
Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. 
Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungs-institut 
für Rationa-lisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich 
Produktionsmanagement und arbeitet dort zudem als Projektingenieur 
in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen 
Schwer-punktthemen am FIR liegen in der Produktionsplanung sowie in 
der ERP-Auswahl. 
Schiemann, Dennis 
Dennis.Schiemann@fir.rwth-aachen.de 
Wissenschaftlicher Mitarbeiter 
Produktionsmanagement 
FIR e.V. an der RWTH Aachen 
Dennis Schiemann studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung 
Maschinenbau und Ver-tiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rhei-nisch- 
Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit 
promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für 
Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Produktionsma-nagement 
und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen 
Forschungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthe-men 
am FIR liegen im Prozess- und Auftragsmanagement sowie in der 
ERP-Auswahl. 
Bingler, Dirk 
Sprecher der Geschäftsführung 
GUS Deutschland GmbH 
Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker Dirk Bingler ist Vorsitzender des 
Arbeitskreises ERP im BITKOM. Hauptberuflich ist er Sprecher der Ge-schäftsführung 
der GUS Deutschland GmbH und verantwortlich für das 
Software-, Beratungs- und Servicegeschäft des Kölner ERP-Spezialisten 
für die Prozessindustrie mit über 140 Mitarbeitern in Deutschland. 
Reuper, Thorstenv 
thorsten.reuper@asseco.de 
Chief Technology Officer (CTO) 
Asseco Solutions GmbH 
Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reu-per 
ein besonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen 
Hintergrund, der weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renom-mierten 
Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen 
Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete 
Produktentwicklung mit gezielten Funktionserweiterungen und einem 
besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies soll ins-besondere 
durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit 
Kunden und Interessenten realisiert werden. 
Competence Book - ERP 121
Korb, Ralf 
RalfKorb@web.de 
Unternehmer, Analyst und freier Journalist 
BARC GmbH 
Ralf Korb kann seit 1986 auf eine über 25jährige Erfahrung in der IT 
zurückblicken. Er begann seine Karriere Mitte der 80er Jahre im An-schluß 
an sein BWL Studium in Köln als Systemberater und Vertriebsre-präsentant 
bei der Bull AG, arbeitete als Produktmanager für die Esselte 
Meto GmbH, und war bei Systems Union und Update Marketing als 
Marketingleiter Zentraleuropa tätig. Mit seinem Wechsel zu asfc, einem 
Messeveranstalter aus Fürth prägte, er das Bild der Messe CRM-expo 
maßgeblich von 2009 - 2012. 
Schell, Otto 
Otto.Schell@gm.com 
GME SAP Business Process Manager 
Deutschsprachige 
SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) 
Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe 
(DSAG) e.V. ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse, Res-sort 
Branchen. Daneben leitet er u.a. den Arbeitskreis Globalisierung und 
ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gremien sowie im internationalen Umfeld 
der SAP-Anwendergruppen. Otto Schell leitet als SAP Business Process 
Manager das EMEA SAP Business CCoE eines globalen Automobilher-stellers. 
In dieser Rolle ist er in globalen und regionalen Transformation/ 
SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP CCoEs vertraut. 
Naujoks, Frank 
Frank.Naujoks@microsoft.com 
Product Marketing Manager Dynamics AX 
Microsoft Deutschland GmbH 
Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als 
Produktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Sta-tionen 
bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss 
als Diplom-Kaufmann der Universität zu Köln. 
Schenk, Michael 
Michael.Schenk@fir.rwth-aachen.de 
Senior Projektmanager 
FIR an der RWTH Aachen 
Die Suche nach der passenden IT-Lösung stellt Unternehmen immer wie-der 
vor große Herausforderungen. Seit mehr als 30 Jahren unterstützt 
das FIR deshalb erfolgreich als neutraler Partner Unternehmen bei der 
Auswahl und Einführung von IT-Systemen. Herr Schenks Branchenfokus 
liegt im Bereich des Maschinenbaus und der Metallerzeugung und -be-arbeitung. 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
122 Competence Book - ERP
Eickhof, Kai 
leitung.pmm@hamburger-software.de 
Leitung Produktmanagement & Marketing 
HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
Kai Eickhof leitet das Produktmanagement und Marketing beim 
ERP-Hersteller HS - Hamburger Software. Erste berufliche Erfahrungen 
in der IT-Branche sammelte Eickhof, nach dem Studium der Betriebs-wirtschaftslehre 
in Hamburg, als Produktmanager bei BenQ Deutsch-land. 
Seifert, Christian 
Produktmanager 
HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG 
Christian Seifert verantwortet als Produktmanager die personalwirt-schaftlichen 
Lösungen des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software. 
Seinen beruflichen Werdegang startete Seifert, nach dem Studium der 
Wirtschaftswissenschaften in Oldenburg und Växjö, als Personalreferent 
bei der comdirect bank. 
Eickhof, Kai 
leitung.pmm@hamburger-software.de 
Leitung Produktmanagement & Marketing 
HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG 
Kai Eickhof leitet das Produktmanagement und Marketing beim 
ERP-Hersteller HS - Hamburger Software. Erste berufliche Erfahrungen 
in der IT-Branche sammelte Eickhof, nach dem Studium der Betriebs-wirtschaftslehre 
in Hamburg, als Produktmanager bei BenQ Deutsch-land. 
Seifert, Christian 
Produktmanager 
HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG 
Christian Seifert verantwortet als Produktmanager die personalwirt-schaftlichen 
Lösungen des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software. 
Seinen beruflichen Werdegang startete Seifert, nach dem Studium der 
Wirtschaftswissenschaften in Oldenburg und Växjö, als Personalreferent 
bei der comdirect bank. 
Korbeck, Volker 
volker.korbeck@fauser.ag 
Leitung Technisches Consulting 
FAUSER AG 
Volker Korbeck ist bereits seit 2000 bei der FAUSER AG. Bevor er in 
den beratenden Bereich wechselte, war er 10 Jahre Leiter der Kunden-betreuung 
und weiß dadurch was ERP-Anwender wirklich benötigen. 
Schubert, Marc-Antonio 
marc-schubert@fauser.ag 
Geschäftsstellenleiter Nord 
FAUSER AG 
Bereits seit 1992 ist Herr Schubert im ERP-Vertrieb tätig. Seit 2001 
betreut er die Lösungen der FAUSER AG, darunter JOBDISPO ERP. Er 
gilt als Experte im Bereich Auftragsabwicklung und Organisation. 
Competence Book - ERP 123
Behrens, Peter 
pbehrens@mesonic.com 
Leitung Vertrieb & Partnerbetreuung 
Deutschland 
mesonic software gmbh 
Peter Behrens ist Diplomkaufmann, seit 16 Jahren in der ERP-Branche 
tätig und verantwortet den Vertrieb der ERP-Lösung WinLine in Deutsch-land. 
Als Spezialist für den indirekten Vertrieb baut er kontinuierlich den 
Vertriebskanal des Unternehmens aus und schöpft seine Erfahrungen 
aus einer Vielzahl an ERP-Einführungen. 
Harth, Claudia 
charth@mesonic.com 
Leitung Marketing & PR Deutschland 
mesonic software gmbh 
Diplomökonomin Claudia Harth zeichnet sich seit 15 Jahren beim 
ERP-/CRM-Softwarehersteller mesonic für die Bereiche Marketing 
& PR verantwortlich. In dieser Zeit haben viele Themen & Trends die 
ERP-Branche bestimmt. Das mobile Business ist davon sicher eines 
der spannendsten. Als PR-Expertin blickt Claudia Harth auf zahlreiche 
Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurück. 
Siegmund, Patrick 
psiegmund@mesonic.com 
Geschäftsführer Deutschland 
mesonic software gmbh 
Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick Siegmund 
familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor der 41-jährige 2011 
ebenso beruflich zu mesonic stieß, war er u.a. für Unternehmen im Be-reich 
ePayment, Content Providing sowie Rechtehandel tätig. 
Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in Deutschland steht 
Patrick Siegmund für die konsequente und zukunftsorientierte Weiter-führung 
der mittlerweile 30-jährigen mesonic-Tradition. 
Kühl, Godelef 
godelef.kuehl@godesys.de 
Vorstand 
godesys AG 
Godelef Kühl, Jahrgang 1967, ist als Vorstandsvorsitzender und 
Hauptaktionär für die Geschäfte der godesys AG mit Sitz in Mainz ver-antwortlich. 
Gegründet hat Kühl godesys 1992 als GmbH; die Umwand-lung 
in eine AG erfolgte Anfang 2004. 
Godelef Kühl, Jahrgang 1967, ist als Vorstandsvorsitzender und 
Hauptaktionär für die Geschäfte der godesys AG mit Sitz in Mainz ver-antwortlich. 
Gegründet hat Kühl godesys 1992 als GmbH; die Umwand-lung 
in eine AG erfolgte Anfang 2004. 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
124 Competence Book - ERP
Deues, Manfred 
M.Deues@ams-erp.com 
Mitglied des Vorstands 
Vertrieb | Marketing | Verwaltung 
ams.Solution AG 
BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 
Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Branche tätig. 1997 
ist der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirt (EDV/Orga-nisation) 
als geschäftsführender Gesellschafter in die hinrichts+müller 
GmbH eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Berei-che 
Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Umfirmierung 
der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution AG, dessen Vorstand er 
seit Gründung angehört. Im gleichen Jahr ernannte ihn der Europäische 
Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch 
die Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen Initiator und 
Mitbegründer Manfred Deues ist. 
Competence Book - ERP 125
Glossar zum Thema ERP 
A 
Absatzplan 
Der Absatzplan stellt das Absatzpotential 
dar, d.h. er drückt aus, wie viel von dem 
jeweiligen Erzeugnis bzw. der jeweiligen 
Produktgruppe verkauft werden kann. Der 
Absatzplan ist Ausgangspunkt für die Pro-duktionsplanung. 
Add-on 
Nach dem Client/Server-Prinzip an ein 
vorhandenes PPS-System angebundenes 
Programm, das zur Optimierung schwacher 
bzw. fehlender PPS-Funktionen eingesetzt 
wird. 
API 
Application Programming Interface: Schnitt-stelle, 
über die Software des Anwenders und 
von Drittanbietern an kommerziellen Pro-gramme 
angekoppelt werden kann. 
Back-Office 
Das Back-Office dient der unternehmen-sinternen 
Verarbeitung aller Prozesse, wie 
z.B. die Weiterbearbeitung von Bestellungen 
oder Reklamationen. 
Das Back Office dient als Schnittstelle zu 
Front-Office-Systemen. 
Computer Aided Design (CAD) 
Computer Aided Design: Computergestützte 
Konstruktionslösungen, eine Software, die 
von Ingenieuren, Konstrukteuren, Techni-schen 
Zeichnern oder Architekten eingesetzt 
wird, um technische Zeichnungen und Kon-struktionen 
zu erzeugen. Mit 3D-CAD-Pro-grammen 
lassen sich Modelle erzeugen, 
die einen räumlichen, dreidimensionalen 
Eindruck des Objektes vermitteln. Hier un-terscheidet 
man zwischen Drahtmodell-Sys-temen, 
flächenorientierten und volumenori-entierten 
Systemen. 
Arbeitsplan 
Informationsträger der Arbeitsplanung. Mit 
dieser Hilfe schreibt der Arbeitsplaner dem 
Betrieb vor, wie im Einzelnen die Fertigung 
der Erzeugnisse, Teilerzeugnisse und Einzel-teile 
vorzunehmen ist. Beschreibung der Ab-laufabschnittsfolge 
und der Arbeitssysteme, 
die für eine schrittweise Aufgabendurchfüh-rung 
erforderlich sind. 
B 
BDE 
Betriebsdatenerfassung: System, das Perso-nal-, 
Zeiterfassungs- und Maschinendaten 
registriert und verwaltet. 
Bruttobedarfsrechner 
Die Bruttobedarfsrechnung ist die Umset-zung 
des Fertigungsprogramms in Bestell-und 
Fertigungsaufträgen für Rohmaterial, 
Teile und Baugruppen ohne Berücksichti-gung 
der Bestände. 
C 
C++ 
Objektorientierte Weiterentwicklung der Pro-grammiersprache 
C 
Client 
Ein Computer (Arbeitsplatz), der auf Netz-werk- 
Ressourcen, die auf einem Server 
gespeichert sind, zurückgreift. 
Client-Server-Modell 
Die Grundidee des Client-Server-Ansatzes, 
der Mitte der 70er Jahre im PARC-Labor 
von Xerox entwickelt wurde, besteht darin, 
Computerleistungen unter verschiedenen 
Benutzern aufzuteilen, wobei man einen 
Schritt weiter als beim Time-Sharing geht. 
Ausgehend von einem Arbeitsplatzrechner 
kann der Benutzer auf spezialisierte, über ein 
Netzwerk verteilte Dienste zugreifen. Hierbei 
ermittelt der Client Anforderungen an den 
Server. 
Computer numerical control (CNC) 
CNC (computerized numerical control): Nu-merische 
Maschinensteuerung auf Basis 
eines Computers, (früher) im Gegensatz zu 
NCMaschinen, die auf Basis von Lochstrei-fen 
arbeiteten. 
BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 
126 Competence Book - ERP
CPS-Plattform 
Plattformkonstrukt, das Hardware-, Soft-ware 
und Kommunikationssysteme mit 
grundlegenden standardisierten CPS-Ver-mittlungs-, 
Interoperabilitäts- und Quali-ty- 
of- Service-Diensten (QoS-Diensten) für 
Implementierung und Management von 
Cyber-Physical Systems und ihren Anwen-dungen 
sowie deren Einbindung in Wert-schöpfungsnetzwerke 
umfasst. CPS-Platt-formdienste 
mit ihrer Grundfunktionalität 
für Realisierung, verlässlichen Betrieb und 
Evolution von Cyber-Physical Systems sind 
integraler Bestandteil domänenspezifischer 
CPS-Anwendungsplattformen. Sie sichern 
die domänen- und unternehmensübergrei-fende 
Gesamtfunktionalität und -qualität auf 
technischer Systemebene, beispielsweise 
durch QoS-fähige Kommunikation, Dienste 
für IT-Sicherheit oder für Selbstdiagnose, 
Selbstheilung und Rekonfiguration. 
Customizing 
Anpassung einer Standard-ERP-Lösung an 
die Bedürfnisse des Kunden. 
D 
Durchlaufzeit 
Durchlauf von Arbeitsgegenständen durch 
die einzelnen Arbeitsplätze. Die Durchlaufzeit 
ergibt sich aus der Differenz von Fertigungs-termin 
und Anlieferungstermin. 
Zeitspanne, die ein bestimmtes Arbeitsob-jekt, 
beginnend mit dem Zeitpunkt der Be-reitstellung 
für den ersten Arbeitsgang und 
endend mit dem Zeitpunkt des Vollzuges 
des letzten Arbeitsganges, benötigt, um den 
vorgeschriebenen Weg über die einzelnen 
Bearbeitungsstellen zurückzulegen. 
Datenschutz 
Der Schutz des Einzelnen vor Beeinträchti-gung 
seines Persönlichkeitsrechts in Bezug 
auf Personenbezogene Daten. 
Datenbankserver 
Computersystem, das in einem nach dem 
Client-Server-Modell organisierten Netzwerk 
die Rolle des Servers übernimmt. Da die 
Verknüpfung von Computern und lokalen 
Netzwerken zu größeren Verbänden immer 
mehr an Bedeutung gewinnt, arbeitet jede 
neuzeitliche Multiuser-Datenbank mit einem 
Datenbankserver. Eines der wichtigsten Pro-bleme 
besteht in diesem Zusammenhang 
darin, mehrere Datenbank-Server im Netz 
agieren zu lassen, ohne dass sich diese in 
die Quere kommen. 
Digitales Vertragsmanagement 
Digitales Vertragsmanagement umfasst das 
Management von Verrägen aller Art: Ver-tragserstellung/ 
Genehmigung, Vertragsver-waltung, 
Fristenkontrolle sowie Liquiditäts-planung. 
Capable-to-Promise (CTP) 
Capable-to-Promise: Lieferterminermittlung 
E 
Disposition 
Disposition ist eine Tätigkeit um Art, Menge 
und Zeitpunkt eines bestimmten Bedarfs 
festzustellen und in Bestell- beziehungswei-se 
Liefermengen in Bestell- oder Lieferter-mine 
umzuplanen. 
DMS 
Dokumenten-Management-Systeme dienen 
der datenbankgestützten Verwaltung elekt-ronischer 
Dokumente. 
EAI 
Enterprise Application Integration: Middlewa-re- 
Lösung, die die Integration von Anwen-dungen 
vereinfacht. 
ECM 
Enterprise-Content-Management-Systeme 
umfassen die Technologien zur Erfassung, 
Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und 
Bereitstellung von Content und Dokumenten 
zur Unterstützung organisatorischer Prozes-se 
im Unternehmen. 
EDI 
Electronic Data Interchange: Automatisier-ter 
Austausch genormter Daten zwischen 
Geschäftspartnern; Bestandteil des E-Com-merce. 
Edifact 
Electronic Data Interchange For Administ-ration 
Commerce and Transport: Weltweit 
gültiger EDI-Standard (ISO 9735) mit Nach-richtentypen 
für ein branchenübergreifendes 
Spektrum von Geschäftsvorfällen, etwa zum 
Austausch von Bestellungen. Nachteil von 
Edifact: Edifact-Lösungen sind relativ teu-er 
und komplex. Edifact erhält zunehmend 
Wettbewerb durch XML-basierende Lösun-gen 
zum Datenaustausch. 
EDM 
Engineering Data Management: EDM-Sys-teme 
unterstützen die Datenintegration von 
vorhandenen Bereichslösungen wie CAD, 
CAM oder PPS im Unternehmen. 
BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 
Competence Book - ERP 127
Elektronische Archivierung 
Elektronische Archivierung steht für die un-veränderbare, 
langzeitige Aufbewahrung 
elektronischer Information. 
Enterprise Resource Planning (ERP) 
Enterprise Resource Planning: Hier werden 
unternehmensübergreifende Software-Lö-sungen 
zusammengefasst, die zum Opti-mieren 
von Geschäftsprozessen eingesetzt 
werden. Darunter versteht man eine voll-ständig 
integrierte Software-Lösung für Fer-tigung, 
Finanzen, Logistik, Personal, Vertrieb 
u.a. 
Feinplanung 
Prozess zur detaillierten Planung aller Ar-beitsschritte 
für die Auftragsabwicklung in 
der Fertigung. 
F 
Fifo 
First In, First Out: Einlagerungsstrategie, bei 
der die zuerst eingelagerten Produkte das 
Lager auch zuerst wieder verlassen. 
Fortschrittszahlen-Konzept 
Dabei werden Bedarf und Verbrauch als 
Summenkurve über dem Planungshorizont 
dargestellt. Diese Darstellung ist für Soll- und 
Ist-Werte geeignet, so dass Rückstand, Vor-lauf 
und die Ein-/Auslaufproblematik einfach 
und ohne zusätzliche Verfahrensschritte ab-gewickelt 
werden können. Das Fortschritts-zahlen- 
Konzept wird meist im JIT-Umfeld 
genutzt, wenn Zulieferer und Hersteller im 
ständigen Dialog Soll und Ist der bestellten 
Produkte vergleichen. 
G 
Gantt-Diagramm 
Graphische Darstellungen, die durch den 
Vergleich von Ist und Soll den Arbeitsfort-schritt 
feststellen sollen. Sie werden insbe-sondere 
in der Ablaufplanung als Ablaufdia-gramme 
verwendet. 
Geschäftsprozess-Optimierung 
Aktivitäten zur Verbesserung der Wertschöp-fung 
eines Geschäfts-Prozesses, auch als 
Business Reengineering bezeichnet. 
I 
iCenter 
Komplexe, automatisierte Eingangsrech-nungsverarbeitung 
mit Scannen der Be-lege, 
Extrahieren des Inhalts, Validieren mit 
Bestell-/Wareneingangsdaten, Übergabe in 
den Freigabe-Workflow sowie Buchung und 
anschließender revisionssicherer Archivie-rung. 
Implementierung 
Die Umsetzung einer Planung in die Wirk-lichkeit 
(englisch implementation: Ausfüh-rung, 
Durchführung, Erfüllung); in der Regel 
die Übernahme eines Programms in ein 
Computersystem. Zur Implementierung ge-hören 
Testläufe, Anfangsüberwachung und 
Benutzerschulung. Die Implementierung ist 
Bestandteil des gesamten Softwareentwick-lungsprozesses. 
BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 
Integration 
Herstellung eines Ganzen, einer Einheit aus 
Differenziertem. Von Integration spricht man 
in Hinblick auf Computersysteme z.B. dann, 
wenn es möglich ist über alle eingesetzten 
Anwendungsprogramme auf dieselben Da-ten 
(Datenbank) zuzugreifen. 
Interface 
Schnittstelle: physische Eigenschaften der 
Verbindungsleitungen zwischen zwei Einrich-tungen 
oder zwei Systemen. MMI bezeich-net 
mit Mensch-Maschine-Interface z.B. die 
Bedienoberfläche als Schnittstelle zwischen 
Computer und Mensch. 
Internet 
Das Internet ist das weltweit größte Com-puternetzwerk, 
das aus vielen miteinander 
verbundenen Netzwerken und einzelnen 
Ressourcen besteht. Zu den wichtigsten 
Diensten des Internets gehören die elektro-nische 
Post (E-Mail), Informationen (WWW), 
Dateitransfer (FTP) und Diskussionsforen 
(Usenet/Newsgroups). 
Intranet 
Netzwerk für die Informationsverarbeitung 
innerhalb eines Unternehmens oder einer 
Organisation. 
128 Competence Book - ERP
J 
Java 
Java ist eine von Sun entwickelte objekto-rientierte 
und damit plattformunabhängige 
Programmiersprache, da Java-Programme 
nicht auf Maschinencode, sondern auf ei-nem 
speziellen Bytecode basieren. Aus den 
Quelltexten wird durch einen Compiler ein 
Zwischencode übersetzt, der von einem ge-eigneten 
Interpreter auf beliebigen Rechnern 
abgearbeitet werden kann, dadurch können 
Java-Programme auf allen Rechnerplattfor-men 
laufen, für die ein passendes Interpre-terprogramm 
existiert. 
K 
Konfigurationssystem 
Expertensystem, welches das Wissen der 
Konstrukteure enthält. Der Verkäufer kann 
damit im Verkaufsgespräch eine passende 
Produktkonfiguration für den Kunden aus-wählen 
und sofort ein Angebot abgeben. 
M 
MES 
Manufacturing Execution System: Ferti-gungs- 
und Prozessleitsystem, Bindeglied 
zwischen SPS oder IPC auf der Fertigungs-und 
Prozess-Seite sowie ERP-Systemen in 
der Administration. MES-Lösungen decken 
die leittechnischen Anforderungen von der 
Steuerungsebene bis hin zur Produktions-leitebene 
ab. MES-Lösungen umfassen u.a. 
Scada-Funktionalitäten sowie MDE- und 
BDE-Funktionalitäten, um Prozess-, Maschi-nen- 
und Betriebsdaten sowohl online als 
auch offline erfassen, archivieren und aus-werten 
zu können. 
N 
NC/CNC 
Numerical Control/Computerized Numerical 
Control: Werkzeugmaschinensteuerung, im 
Unterschied zur SPS für zeitkritische Abläufe 
geeignet. 
O 
Open Database Connectivity (ODBC) 
Open Database Connectivity. Von Microsoft 
entwickelte Schnittstelle, mit der Programme 
und andere Datenbanken auf SQL-Daten-banken 
zugreifen können. 
Odette 
Organisation for Data Exchange by Tele-transmission 
in Europe - Protokoll zur Da-tenübertragung 
im EDI-Bereich, das vor al-lem 
in der Automobil- und –Zulieferindustrie 
eingesetzt wird. 
P 
Product Data Management (PDM) 
Product Data Management: System zur 
Produktdatenverwaltung. Durch den Einsatz 
der PDM-Technologie soll erreicht werden, 
dass alle Beteiligten (etwa Zulieferer und 
Hersteller) eines kompletten Systems mit 
den jeweils aktuellen Versionen und Varian-ten 
arbeitet. 
Produktkonfigurator 
Produktkonfiguratoren unterstützen das Va-riantenmanagement, 
in dem sie die Gestal-tung 
kundenindividueller Produktvarianten 
unter Berücksichtigung der technischen 
Möglichkeiten erlauben. 
PPS 
Produktionsplanung und –Steuerung: Orga-nisatorischer 
Teil von ERP, steht heute auch 
allgemein für betriebswirtschaftliche Stan-dardsoftware. 
S 
Scada 
Supervisory Control and Data Acquisition: 
Systeme, die in der Industrie eingesetzt 
werden, um den Fertigungsablauf zu über-wachen. 
Sie sind in hohem Maße konfigu-rierbar 
und normalerweise per SPS mit der 
Fertigung verknüpft. 
Schnittstelle 
Unter dem Begriff Schnittstelle, auch Inter-face 
genannt, werden alle Verbindungen 
(Übergangsstellen) zusammengefasst, über 
die eine DVKomponente mit einer anderen 
in Kontakt treten kann. Zu diesen Kompo-nenten 
zählen Hardware und Software und 
auch der Mensch, der in das Datenver-arbeitungsgeschehen 
einbezogen ist. Je 
nach der Art, wie die Informationen an der 
Schnittstelle übergeben werden, spricht man 
von seriellen und parallelen Schnittstellen. 
BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 
Competence Book - ERP 129
Supply-Chain-Management (SCM) 
Supply-Chain-Management: Abstimmung 
aller logischen Vorgänge und Funktionen 
innerhalb der Versorgungskette vom Lie-feranten 
bis zum Verbraucher mit der Ziel-setzung, 
den Kundenservice zu optimieren 
und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. 
SCM-Systeme verzahnen die gesamte 
unternehmensinterne und -externe Wert-schöpfungskette 
vom Rohmateriallieferanten 
bis hin zum Endkunden, indem alle relevan-ten 
Daten zwischen den Gliedern der Kette 
ausgetauscht werden. 
Stammdaten 
Datenbestand, auf dem Geschäftsprozesse 
aufbauen und der über einen längeren Zeit-raum 
gültig ist, z.B. Stücklisten. 
Stückliste 
Die Stückliste enthält die Mengen aller 
Gruppen, Teile und Rohstoffe, die für die 
Fertigung einer Einheit des Erzeugnisses 
oder einer Gruppe erforderlich sind. Außer-dem 
kann sie weitere Stammdaten sowie 
Strukturdaten der Erzeugnisse, Gruppen und 
Teile enthalten. Sie dient in erster Linie als 
Grundlage für die Arbeitsplanerstellung und 
die Teile- und Rohstoffermittlung. 
T 
Time to Market 
Der Begriff bezeichnet den Zeitraum von der 
Entwicklung eines Produktes bis hin zu sei-ner 
Marktreife. Die Dauer dieses Zeitraumes 
wird bei immer kürzer werdenden Markt-, 
Produkt-, und Technologiezyklen für den 
Erfolg des Unternehmens immer entschei-dender. 
V 
Virtual Private Network 
Virtual Private Network: Internet-basierende 
Plattform für eine geschlossene Benutzer-gruppe. 
W 
Workflow 
Computergestützte Automatisierung von 
Geschäftsprozessen, Vorgängen oder Wei-terleitung 
von elektronischen Dokumenten 
(daher auch oft als Vorgangsbearbeitung 
bezeichnet), 
BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 
x 
XML 
Extensible Markup Language: Eine sehr 
einfach aufgebaute Sprache für das WWW, 
abgeleitet von der SGML-Sprache. XML soll 
künftig den schnellen und sicheren Aus-tausch 
von Informationen mit sehr komple-xen 
Strukturen zwischen völlig unterschiedli-chen 
Systemen, wie etwa ERPApplikationen, 
im E-Business-Bereich ermöglichen. , 
Z 
Zulieferkette 
Abfolge von Lieferungen externer Ge-schäftspartner 
über den gesamten Prozess 
bis zur Auslieferung eines Produktes an den 
Endverbraucher. 
Mit freundlicher Unterstützung der PSIPENTA Software Systems GmbH 
130 Competence Book - ERP
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Competence Book - ERP 131
STATEMENTS 
WIR DANKEN UNSEREN PARTNERN 
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Erp competence book_20141017

  • 1.
    Competence Book Nr.7 ERP Kompakt Enterprise Ressource Planning für eine integrierte Ökonomie
  • 2.
    Einleitung Grundlagen Anwendungen& Lösungsbausteine 5 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 6 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 7 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 8 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 9 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 10 Zahlen kompakt Infografik ERP 14 Statements Statements zu ERP 20 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 28 ERP 2020 II Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 31 ERP 2020 III 21 Thesen für das ERP der Zukunft 36 ERP Auswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 41 ERP Einführung I So vermeiden Sie Stolperfallen bei der ERP-Einführung 43 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 46 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP 48 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 52 ERP Trends II ERP Trends 2014 57 ERP 2020 IV Eine Einführung zu den ERP-2020-Reports 59 ERP 2020 V Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 65 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 67 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 69 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 71 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 74 Integration Vorteile einer ERP/MES-Integration 76 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro-zesse unterstützen 79 Fertiger ERP für Einzel- und Auftragsfertiger 4 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books INHALT 2 Competence Book - ERP
  • 3.
    Case Studies & Produktinformationen Branchenübersicht 85 Kumavision ERP-Lösung KUMAVISION factory für Förderanlagen im Bergbau 88 Asseco Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus 90 Microsoft Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft 92 Cosmo Consult Integrierte Module statt Individualprogrammierung 95 Asseco Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutzbleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 97 ams.Solution AG Wachstum organisieren 101 COSMO CONSULT AG Ein Partner für alle Fälle 104 ams.Solution AG Auf Draht bei Aumann 106 Diverse Branchen Weitere Case Studies und Produktinformationen unse-rer Partner 112 Informationsquellen 114 Unternehmen 119 Experten 126 Glossar Impressum Verantwortlich für das Competence Book i.S. des TDG: Geschäftsadresse: NetSkill AG Salierring 43 50677 Köln Tel.: 0221 / 716 144 0 E-Mail: info@netskill.de Vorstand: Dr. Winfried Felser Aufsichtsratsvorsitzender: Michael Felser Amtsgericht Köln HRB 58503 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE209010121 Projektleitung: Maximilian Herzogenrath Layout & Design: Martina Mittermüller Quellenangabe Inhaltsverzeichnis: © Copyright 2013 NetSkill AG - alle Rechte vorbehalten. INHALT Competence Book - ERP 3
  • 4.
    PARTNER - SPONSORENDES COMPETENCE BOOKS Partner des Competence Books ERP 4 Competence Book - ERP
  • 5.
    EDITORIAL ERP 2020: Zukunft, aber keine Science-Fiction ERP-Lösungen gehören seit vielen Jahren zum Standard in Wirt-schaftsunternehmen. Die Umfra-gen innerhalb des Maschinen- und Anla-genbaus, die der VDMA alle zwei Jahre zu IT-Systemen durchführt zeigen, dass fast 100% der Unternehmen derartige Lösun-gen einsetzen. Der hohe Grad an Rationalisierung und Prozessbeschleunigung, der mit dem Ein-satz dieser Systeme gewonnen wurde, wird als selbstverständlich hingenommen und damit kaum mehr beachtet. Tatsächlich ist ERP heute eine Selbstverständlichkeit, allerdings eine Selbstverständlichkeit mit großem Potential. Nicht umsonst arbeiten tagaus tagein Hunderte von Mitarbeitern in den einschlägigen Softwarehäusern da-ran, diese Lösungen weiter zu entwickeln und zu verbessern. Um den oben genannten Sachverhalt mehr in das Bewusstsein der Nutzer zu rücken und nahe liegende Entwicklungen aufzuzeigen, hat der VDMA die Kampa-gne ERP 2020 gestartet. Einerseits geht es darum, dass das Nutzenpotential, wel-ches die Unternehmen durch die Bezah-lung der Lizenzgebühren erwerben, auch bei den Nutzern ankommt. Dies gelingt nur, wenn auch die aktuellen Versionen der Softwareprodukte eingesetzt und ihre funktionalen Potenziale auch tatsächlich für eine zukunftsfähige Wertschöpfung genutzt werden. Kommen veraltete Re-lease- Stände zum Einsatz oder werden neue Chancen bzw. Opportunitäten nicht genutzt, kann man in diesem Sinne schon von Verschwendung sprechen! Zum anderen kommt derzeit grundlegend Bewegung in das Thema ERP. Wie beim Wechsel von ASCII-basierten Terminals zu Windows basierten Client-Server- Lö-sungen stehen wir heute wieder vor einem Paradigmenwechsel. Dieser wird sich je-doch weit dynamischer und rascher voll-ziehen als der Vorgenannte. Getrieben vom Megatrend der Mobilität, die in mehr und mehr Arbeitsbereichen gefordert wird, und von modernen End-geräten, mit denen die nächste Nutzerge-neration völlig neue Kommunikationsge-wohnheiten entwickelt hat, wird nun auch ERP mobil, vernetzt und in der Anwen-dung ergonomischer, im Sinne von Ein-fachheit und Benutzerführung. Nicht nur die Generation Y bevorzugt eine andere „work life balance“, welche eine flexiblere und mobile Erbringung ihres Leistungs-beitrags für das Unternehmen ermög-licht. Auch in anderen Bereichen ist das ortsungebundene Arbeiten unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Dies geht heute weit über die klassischen Außendienstberei-che wie Vertrieb oder Kundendienst und Service hinaus. Eine moderne Industrie-nation kann es sich schlicht nicht leisten, ihre Mitarbeiterinnen, welche gut aus-gebildet und motiviert maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen beitragen, einfach ziehen zu lassen, wenn diese sich vorübergehend dafür entschei-den, ihre Familie in den Mittelpunkt ih-res Lebens zu stellen. Vielmehr müssen technische und organisatorische Voraus-setzungen dafür geschaffen werden, die-se Mitarbeiterinnen über moderne und sichere Homeoffice Arbeitsplätze an ihre Unternehmen zu binden. Es lohnt sich also, sich dem Thema ERP wieder etwas intensiver zuzuwenden und das vorliegende Competence Book wird Zum Autor Volker Schnittler: Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kaufmännische Unter-nehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigurationslösungen bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied im Forschungsbeirat des fir (Aachen). sicherlich seinen Anteil daran haben, Er-kenntnisse zu stiften und wichtige Ent-wicklungstendenzen zu verdeutlichen. Dabei wünsche ich recht viel Erfolg! Ihr Volker Schnittler Fachreferent kaufmännische Unterneh-menssoftware, VDMA - Informatik Competence Book - ERP 5
  • 6.
    GRUSSWORT - MICROSOFTDEUTSCHLAND GMBH Gerüstet für den Wett-bewerb von morgen Sehr geehrte Leser, die deutsche Fertigungsindustrie genießt weltweit einen exzellenten Ruf. Viele „Hidden Champions“ dominieren aus Deutschland heraus den Weltmarkt mit ihren hochspe-zialisierten Angeboten. Für den Erfolg ausschlaggebend ist neben der Ausgangsidee die stetige Verbesserung, das Of-fensein für Neues sowie eine ausgeprägte Spezialisierung und Fokussierung. Dabei helfen integrierte ERP-Systeme, weltweit einheitliche Prozesse umzusetzen. Veränderungen müssen im unternehmerischen Alltag gestaltet werden und idealerweise wird man selbst zum Trendsetter. Themen wie Globalisierung, Internet der Din-ge aber auch ein effizienter Materialeinsatz treiben die Fer-tigungsindustrie seit Jahren um und setzen Rahmenbedin-gungen, in denen erfolgreiche Unternehmen agieren und gestalten. Fragt man heute Fertiger nach den Treibern für ihre IT-In-vestitionen ertönt der Dreiklang aus erhöhter Produktivi-tät, reduzierten Kosten und verbesserten Geschäftsprozes-sen. Zwar sind die kurzfristigen ökonomischen Aussichten eher unsicher, doch langfristiges profitables Wachstum basiert auf weltweit integrierten Wertschöpfungsketten, die in der Lage sind, sich schnell ändernden Bedingungen anzupassen. Für Fertigungsunternehmen bedeutet dies, dass sie ihre weltweiten Aktivitäten weiter ausbauen müs-sen bei gleichzeitiger Prozessstandardisierung über Lan-desgrenzen hinweg. Dabei spielen Themen wie Cloud, Big Data, Social Business und Mobility für die Konzeption von IT-Systemen zunehmend eine wettbewerbsentscheidende Rolle und müssen durch ERP- und CRM-Lösungen abge-bildet werden. Die nächste Welle an Produktivitätsverbesserungen wird nicht in kleinen Schritten ablaufen. Vielmehr erwarten Fertigungsunternehmen von ihren IT-Investitionen in moderne IT-Infrastruktur deutliche Produktivitätsverbes-serungen in sehr kurzer Zeit. Microsoft beispielsweise lie-fert dazu die Plattform-Technologie, damit Anwender eine IT-infrastruktur bestehend aus Server, Sharepoint, Lync, Office 365, CRM und natürlich Dynamics ERP aus einem Guss erhalten. Das Ganze ergänzt um das tiefe Branchen-wissen der Partner lässt Anwender sehr gut gerüstet in den Wettbewerb von morgen ziehen. Ihr Frank Naujoks Zum Autor Frank Naujoks: Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Pro-duktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kauf-mann der Universität zu Köln. 6 Competence Book - ERP
  • 7.
    GRUSSWORT - DSAGE. V. ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit Die Standardisierung von Prozessen, die Redu-zierung von Systemen, die Harmonisierung von Stammdaten oder die Compliance sind wohl die meist genannten Themen der letzten Jahre, im Zusam-menhang mit einem Business Case für die Einführung eines ERP-Systems wie beispielsweise SAP. Hier steht die Effizienz der Strukturen und Systeme im Vordergrund. Die Rahmenbedingungen haben sich mittlerweile aber geändert. Neue Technologien erlauben nahezu unbe-grenzte Möglichkeiten in der Datenauswertung und (fast) real-time Prozesse eröffnen erweiterte Spielräume für die Prozessintegration auch in der Maschine-zu-Maschi-ne- Kommunikation. Da rein aus Anwendersicht die Ver-arbeitung großer Datenmengen kaum mehr eine Rolle spielt, ergeben sich weitere Felder für integrative Ansätze, wie zum Beispiel Simulationsmodelle, die im Bereich der Prototypen eingesetzt werden. Hinzu kommen Bereiche wie Mobility und Cloud. Hierbei ist festzustellen, dass die Grenzen mobiler Anwendungen oder der Nutzen bzw. der Einstieg in die Cloud noch nicht in dem Maße greifbar sind, um ganzheitliche Entscheidungen über entsprechen-de Projekte treffen zu können. In dem Zusammenhang wird die Frage zu beantworten sein, wie sich die neuen Technologien nicht nur auf die ERP-Systeme, sondern letztlich auf das gesamte Unter-nehmen und seine Zukunftsfähigkeit auswirken. Auf der Suche nach einer entsprechenden Antwort beschäftigen sich viele Unternehmen derzeit noch sehr mit Konsolidie-rungs- oder Harmonisierungsprojekten, um ihre gewach-senen Strukturen zu vereinfachen. Das heißt, momentan wird viel getestet und versucht, punktuell die auftretenden Probleme zu lösen. Das entspricht aber nicht unbedingt dem ERP-Gedanken. Hier stehen letztendlich die Standardisierung und vor al-lem die Integration im Vordergrund. Die damit verbunde-nen Aufgaben zu meistern, führt bei vielen Unternehmen zu einem Wettlauf gegen die Zeit, um die Vorteile von „real time“-Anwendungen wettbewerbstechnisch nutzen zu können. Die Herausforderungen für den ERP-Markt liegen damit klar auf der Hand: Die Hersteller müssen ihren Kunden eine Strategie aufzeigen, wie die Produkte weiterentwi-ckelt werden, ohne dass sie ihre Integrationsstärke und Compliance verlieren. Zudem müssen die Lösungen ohne große technische und finanzielle Aufwände in die beste-henden IT-Landschaften einzubinden sein, um den gestie-genen Business-Anforderungen gerecht zu werden. Auf dieser Basis könnte dann auch der Wettlauf mit der Zeit um die Zukunftsfähigkeit gewonnen werden. Diese Entwicklung entscheidend zu beeinflussen und da-bei als Stimme der Anwender zu agieren ist Aufgabe der DSAG. Hierfür hat sich der Vorstand entsprechend aufge-stellt. Zum Autor Otto Schell: Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse, Ressort Branchen. Daneben leitet er u.a. den Arbeitskreis Globalisierung und ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gre-mien sowie im internationalen Umfeld der SAP-Anwendergruppen. Otto Schell leitet als SAP Business Process Manager das EMEA SAP Business CCoE eines globalen Automobilherstellers. In dieser Rolle ist er in globalen und regionalen Transformation/SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP CCoEs vertraut. Competence Book - ERP 7
  • 8.
    GRUSSWORT - ASSECOSOLUTIONS AG ERP der Zukunft die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen Liebe Leserinnen und Leser, aktuelle Prognosen für die zukünftige Entwicklung von ERP konfrontieren uns mit Schlagwörtern wie „Multisite“, „Mobili-ty“, „Usability“, „Cloud“ sowie allen voran „Industrie 4.0“. Einige dieser Konzepte sind bereits heute weit verbreitet, etwa „Cloud Computing“, welches sich auch zunehmend im Geschäftsbereich großer Beliebtheit erfreut. Andere Trends hingegen werden als Goldener Weg proklamiert, obwohl die Umsetzung in der Reali-tät tendenziell noch in den Kinderschuhen steckt – so etwa bei Industrie 4.0. Dennoch wird oft der Anschein erweckt, Unter-nehmen müssten ihre Produktionsabläufe so schnell wie möglich auf die dezentrale Vernetzung umstellen, um zukunftsfähig zu bleiben – besser heute noch als morgen. Auch politisch wird das Thema aktuell heiß diskutiert. Der Vor-teil einer solchen medialen Aufmerksamkeit liegt dabei auf der Hand: Sie schafft Bewusstsein, einschließlich der technischen und organisatorischen Herausforderungen, die dem Konzept zu-grunde liegen und denen auch wir ERP-Hersteller auf die eine oder andere Weise gerecht werden müssen. Allen voran zählen hierzu natürlich die Sicherheitsaspekte, wie der Schutz solcher Systeme vor Spionage und Manipulation. Zudem tun sich Kon-zeptfragen auf: Wie viel Dezentralität ist wünschenswert? Wie viel Autonomie ist für die vernetzten Maschinen wirklich sinn-voll? Fragen wie diese müssen geklärt werden, doch wäre es ver-messen und unrealistisch, schon heute oder morgen mit umfas-senden Lösungen aufwarten zu wollen. Denn diese benötigen Zeit – und viele wertvolle Schlüsse werden wir erst aus der Erfah-rung ziehen können. Um eine gute Grundlage hierfür zu schaffen, sind ERP-Hersteller allerdings bereits heute gefordert, diese Entwicklung aktiv mit-zugestalten – denn ihre Produkte beeinflussen die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von Unternehmen in zentraler Weise und bil-den so den Kern der geschäftlichen Prozesse. Noch befinden wir uns am Anfang dieser Entwicklung, und dies gibt uns die Chance, die Fortentwicklung des Konzepts von Anfang an aktiv zum Po-sitiven mitzugestalten. Die Zukunft bleibt also spannend – denn für ERP hat sie gerade erst begonnen. Ganz in diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine informative Lek-türe. Herzliche Grüße Ihr Thorsten Reuper Zu Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der weitreichen-de Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unter-nehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funkti-onserweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kun-den und Interessenten realisiert werden. 8 Competence Book - ERP
  • 9.
    GRUSSWORT - AMS.SOLUTIONAG Maximale Prozesstransparenz Sehr geehrte Leser, Einzel- und Auftragsfertiger haben eine harte Nuss zu kna-cken. Ohne dass ihnen alle Detailinformationen vorliegen, müssen sie mehrmonatige, zum Teil mehrjährige Aufträge sicher organisieren. Hierbei ist höchste Präzision geboten: Angesichts sechs- bis achtstelliger Investitionssummen bergen selbst kleinere Planungsfehler ein erhebliches Ge-fahrenpotenzial. In den vergangenen 25 Jahren haben wir uns daher aus-schließlich mit der Frage beschäftigt, wie Einzelfertiger aus dem Anlagen-, Werkzeug- und Sondermaschinenbau, dem Stahl- und Metallbau, der Innenausstattung und der Werftenindustrie ihr komplexes Projektgeschäft wettbe-werbsfähig managen. Die Quintessenz unserer Erfahrun-gen: Je höher die Prozesstransparenz ist, desto wirtschaft-licher lassen sich knapper werdende Ressourcen zuteilen, desto sicherer die immer enger gesetzten Liefertermine halten und desto umfassender die ständig steigenden Kun-denwünsche erfüllen. Als Beratungs- und Standardsoftware-Spezialist für die Prozessoptimierung von Einzel-, Auftrags- und Varian-tenfertigern sind wir das einzige europaweit tätige Unter-nehmen, das mit dieser ausschließlichen Fokussierung am Markt ist. Inzwischen erschließen beinahe 500 Un-ternehmen signifikante Wettbewerbsvorteile mit unserer Gesamtlösung, dem integrierten Auftragsmanagement-system ams.erp, das alle Geschäftsbereiche vollständig vernetzt. Angefangen bei Marketing und Vertrieb inklusi-ve Kalkulation reicht die Prozessunterstützung über Kon-struktion, Fertigung und Beschaffung bis zu Auslieferung, Montage und Service Management. Unabhängige Marktbeobachter bestätigen, dass unser Portfolio die Anforderungen des Zielmarkts besonders gut erfüllt. Die Gründe dafür sind so vielfältig wie das Ge-schäft der Einzel- und Auftragsfertiger. Eine ganze Reihe davon zeigen die beiden anschließenden Kundenberichte. In ihrem Zentrum stehen die Automatisierungsspezialis-ten Aumann aus Espelkamp und Hahn Automation aus Rheinböllen. Beide Einzelfertiger nutzen die Transparenz unserer Lösungen, um ihr anspruchsvolles Projektgeschäft wirtschaftlich und terminsicher zu steuern. Zudem zeigen die Texte, wie sich die Anwender fortwährend neue Vortei-le im härter werdenden Wettbewerb verschaffen. Eine spannende Lektüre wünscht, Manfred Deues, Vorstand ams.Solution AG Zum Autor Manfred Deues: Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran-che tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und studier-te Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäftsführender Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Um-firmierung der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im glei-chen Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch die Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen In-itiator und Mitbegründer Manfred Deues ist. Competence Book - ERP 9
  • 10.
    INFOGRAFIK Infografik ERP ERP-Tops und -Flops1 Top 5 Flop 5 Neue User-Interfaces müssen sich an mobiles Arbeiten anpassen Bedarf an umfassender Informationsver-fügbarkeit enorm gestiegen Informationsaustausch nimmt zu, da Austauschsfrequenz kurzzyklischer ERP müssen auf unterschiedlichen Endgeräte jederzeit/überall verfügbar sein Keine 1-System-Lösung, Multi-System-Landschaft Qualitätsstandards für Einführung von ERP zur Bewertung Anbieter Bedienung von ERP intuitiv und ohne Schulung möglich Einige wenige standardisierte Datenmodelle von wenigen Anbietern vorgegeben Arbeiten mit gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich (BYOD, ...) Strukturierte Verfahren zur Nutzenbewertung von ERP-Systemen Gründe für ERP-Projekte3 50,7% Altsystem nicht mehr leistungsfähig genug 22,5% Schlechte Durchgängigkeit / Übersicht 12,7 % Firmenwachstum 8,5 % Flexible Organisationsentwicklung 5,6% Sonstiges 10 Competence Book - ERP
  • 11.
    INFOGRAFIK Top 5Auswahlkriterien von ERP-Software5 65% 48% 33% 28% 28% Top 5 Optimierungsbedarf bei ERP-Software4 89% Prozesse schneller und effizienter machen 80% Prozesse verschlan-ken und vereinfachen 62% Die Agilität / Anpas-sungsfähigkeit der Prozesse erhöhen 61% Kundenzufriedenheit mit der Auftragsab-wicklung verbessern 61% Transparenz der Geschäftsprozesse erhöhen Ziele eines ERP-Projektes3 Effizientere Auftragsab-wicklung Einheitlich integrierte IT-Landschaft Überblick / Aktuelle Daten Optimierung der Ge-schäftsprozesse Transparenz Modernisierung 32,4% 26,8% 25,4% 23,9% 16,9% 16,9% Probleme bei ERP-Projekten3 Zeitüberschreitung Aufwändige Mitarbei-terschulungen Nicht definierte Unter-nehmensprozesse Widerstände im Haus Probleme bei der Datenintegration Schnittstellenprob-leme 21,1% 14,1% 11,3% 9,9% 9,9% 5,6% Funktionalität Flexibilität SW KMU-Eignung / Praktikabilität Kosten / Nutzen Fachkompetenz & Auftreten Competence Book - ERP 11
  • 12.
    INFOGRAFIK Top 5Nutzen von ERP-Systemen6 Top 5 Formate für überbetrieblichen Datenaustausch bei ERP-Systemen6 Erfolgsfaktoren für ERP-Projekte3 26,8% Guter Support 14,1% Gute Planung / Know How 11,3% Beratungsleistungen des ERP-Anbieters 5,6% Gute Schulungen 5,6% Geringer Implemen-tierungsaufwand 4,2% Transparenz Unterstützung von mobilen Plattformen durch ERP-Produkte5 34% 27% 15% 13% 5% 6% Anzahl unterstützter Mobilplattformen 0 1 2 3 4 5 55% 51% 40% 38% 36% Prozesse schnell & einfach Informationen schnell & einfach Information korrekt & nützlich Rückverfolgbarkeit von Informationen Durchgängige Pro-zess- Unterstützung 59% EDIFACT 21% DATANORM 19% ODETTE 17% VDA-FS 13% ANSI X 12 12 Competence Book - ERP
  • 13.
    INFOGRAFIK Welche mobilenPlattformen werden durch ERP-Produkte unterstützt?5 Windows Mobile-basierte Geräte IPhone IPad Android-basierte Geräte (Google) Palm WebOS basierte Geräte Blackberry 66% 32% 31% 23% 15% 14% Quellen: (1) http://www.competence-site.de/downloads/45/32/i_file_1134046/21_thesen_erp_2020_final.pdf (2) http://www.competence-site.de/usability/ERP2020-Usability-als-Erfolgsfaktor (3) Gronau (4) http://www.computerwoche.de/i/detail/artikel/2537779/1/946381/EL_1367850380368342367536/ (5) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/Karsten-Sontow-zu-Mobility-der-ERP-2020 (6) http://www.competence-site.de/erp-standardsoftware/ERP-2020-Connectivity (7) http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning Gründe für die Systemauswahl3 Funktionalität Branchen-/ Mittelstands-lösung Umfangreiches Modulan-gebot / Erweiterbarkeit Preis-Leistungs-Ver-hältnis Positive Erfahrungen mit Anbieter 29,6% 28,2% 26,8% 26,8% 22,5% Competence Book - ERP 13
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    STATEMENTS Statements zuERP Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Ge-füges Die Frage nach der Bedeutung eines ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt sich nicht so ein-fach beantworten.2 ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE zentralen Steuerungseinheiten – insbesondere in mittelständischen Betrieben – sein.3 Eine wesentliche Herausforderung des ERP-Systems der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfügbarkeit von Infor-mationen. Bedeutung ERP Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich.4 Ich würde prognostizieren, dass es Systeme mit dem heutigen Zu-schnitt gar nicht mehr geben wird, weitergedacht führt das unwei-gerlich zu einem anderen ERP-Begriff als wir ihn heute kennen.2 Wir sind auf den Weg in eine Appisierung der Anwen-dungs- Der Trend – wie schon seit längerer Zeit zu beobachten – geht dabei klar zu zen-tralen, integriert arbeitenden Systemen, die in der Lage sind, alle Unternehmens-prozesse zu verknüpfen, zu steuern und entsprechend abzubilden.3 Zukunft ERP Die Anforderungen an das ERP-Sys-tem werden künf-tig weitaus an-spruchsvoller sein als dies bisher der Fall war.1 stehen wird.1 1 Workloads.4 14 Competence Book - ERP
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    STATEMENTS Es wirdimmer mehr zur Selbstverständ-lichkeit, über die mobilen Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten abzurufen, sondern auch Informa-tionen zurückzugeben.1 Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unternehmen kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Bereich bereits alle erdenklichen mobilen Geräte.1 Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglich-keiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den beteiligten Menschen und genutz-ten Maschinen, möglich.2 Mobility & Usability Für eine All- und Jederzeit-Verfüg-barkeit müssen mobile Geräte durch-gängig Einzug im Unternehmen er-halten, denn sie gewährleisten die Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben seinen Siegeszug antreten und das Notebook in abseh-barer Zeit verdrängen wird.1 Professionelle Mobilität wird zu-künftig einen noch höheren Stel-lenwert einnehmen, als dies be-reits heute der Fall ist.3 Die innerbetriebliche und unternehmens-übergreifende Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Implementie-rung von ERP- und MES-Systemen.2 Connectivity, Daten & Kollaboration Um die Aufgabenstellung „Kommunikation und Kollaboration“ zu-friedenstellend auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch umfangreicheren Datenaustausches zwischen den Unternehmen.3 Konnektivität.1 Dieser Konnektivitäts-Ent-wicklung kann sich kein Anbieter entziehen – es bleibt die Frage, ob für den Anwender daraus ein Technologie-Zoo entsteht oder eine möglichst ho-mogene Applikationsland-schaft. Hier wird es aus Anbietersicht noch Konso-lidierungswellen geben.4 Competence Book - ERP 15
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    STATEMENTS Agile Produktionssystemeerfordern in gleichem Maße agile Softwaresysteme zur Planung, Simulation und Steuerung der Herstellungsprozesse (Internet der Services).2 Das ERP-System wird zu-künftig wie auch heute schon als der „große Res-sourcenvorhalter hier für eine Planungs- und Steue-rungshoheit verantwortlich sein.3 ERP-Funktionen & Architekturen Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Systeme on-Premise oder On-Demand oder teils-teils betreiben wird.4 Reuper, Thorsten3 thorsten.reuper@asseco.de Chief Technology Officer (CTO) Asseco Solutions GmbH Das ERP der Zukunft wird ein hochinteg-riertes Gesamtsystem sein, das anwen-derorientiert ausgerichtet ist und über eine hohes Maß und Flexibilität und Mo-bilität verfügt.1 Quellen: 1: Patrick Siegmung, mesonic software gmbh 2: Karl Tröger, PSIPENTA Software Systems GmbH Siegmund, Patrick1 psiegmund@mesonic.com Geschäftsführer Deutschland mesonic software gmbh Naujoks, Frank4 Frank.Naujoks@microsoft.com Product Marketing Manager Dynamics AX Microsoft Deutschland GmbH Tröger, Karl2 KTroeger@psipenta.de Leiter Produktmanagement ERP PSIPENTA Software Systems GmbH Quellen: 3: Thorsten Reuper, Asseco Solutions GmbH 4: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH 16 Competence Book - ERP
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    Einleitung Grundlagen Anwendungen& Lösungsbausteine 5 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 6 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 7 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 8 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 9 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 10 Zahlen kompakt Infografik ERP 14 Statements Statements zu ERP 20 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 28 ERP 2020 II Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 31 ERP 2020 III 21 Thesen für das ERP der Zukunft 36 ERP Auswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 41 ERP Einführung I So vermeiden Sie Stolperfallen bei der ERP-Einführung 43 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 46 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP 48 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 52 ERP Trends II ERP Trends 2014 57 ERP 2020 IV Eine Einführung zu den ERP-2020-Reports 59 ERP 2020 V Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 65 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 67 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 69 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 71 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 74 Integration Vorteile einer ERP/MES-Integration 76 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro-zesse unterstützen 79 Fertiger ERP für Einzel- und Auftragsfertiger 4 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books INHALT Competence Book - ERP 19
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE Delphi-Roundtable ERP 2020 Commodity oder Zentrale für eine mobile, nutzerzentrierte und kollaborative Ökonomie? Auszug aus dem Roundtable mit Experten von Microsoft, PSIPENTA, Asseco, mesonic. COSMO Consult „Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Ge-füges stehen wird“ - Patrick Siegmund Mobilität, Usability, Connectivity, Industrie 4.0, Enter-prise 2.0, … - eine Vielzahl von Begrifflichkeiten ste-hen für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Und wo steht das ERP-System in Zukunft bzw. wo sollte es im Jahr 2020 stehen? Das ist die zentrale Frage, die sich die VD-MA- Initiative ERP-2020 stellt und wir freuen uns, dass wir ge-meinsam und mit Unterstützung von Trovarit und dem RWTH Aachen /FIR führende Köpfe der Branche zur Zukunft des ERP befragen können. Dabei konnte bereits die Studie ERP-2020 des FIR im Auftrag des VDMA zentrale Erkenntnisse durch die Befragung der Anwendung gewinnen und die auch wichtigs-ten Trends (Mobilität, Usaibility, Connectivity) identifizieren. In diesem Roundtable geht es daher darum, zusam-men mit den führenden Köpfen der Branche die-se Perspektiven zu vertiefen und zu konkretisieren! Bedeutung ERP-Systeme im Jahr 2020 - Commodity oder Zentrale? Mobilität, Usability, Connectivity, Kollaboration, Indust-rie 4.0, Enterprise 2.0 … - eine Vielzahl von Begrifflichkei-ten stehen für die Zukunft von Ökonomie und Technologie. Werden damit andere Systeme (z.B. CRM, Social Software) in den Mittelpunkt des Interesses rücken oder erfordert ge-rade eine mobile, nutzerzentrierte, vernetzte und kollabo-rative Ökonomie die Integration durch zentrale ERP-Syste-me mehr denn je? Wie wichtig ist also Ihrer Meinung nach das ERP-System der Zukunft („2020“)? Patrick Siegmund Wir sind uns sicher, dass ERP auch weiterhin im Mittelpunkt des unternehmerischen IT-Gefüges stehen wird. Allerdings wer-den die Anforderungen an das ERP-System künftig weitaus an-spruchsvoller sein als dies bisher der Fall war. Gerade wirklich integrierte Systeme (z.B. ERP und CRM) werden mehr und mehr die Unternehmen erobern. Schon seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass Insellösungen immer häufiger durch integrierte Lösungen ersetzt werden. Denn nur Systeme, die auf ein- und dieselbe Datenbank zugreifen, können die notwendigen Informationen für den Anwender bedarfsgerecht zusammenstel-len - und zwar so, dass diese Informationen alle Unternehmens-und Geschäftsbereiche umfassen. Hier liegt eine wesentliche Herausforderung des ERP-Systems der Zukunft: die punktgenaue, aber gleichzeitig einfache Verfüg-barkeit von Informationen. Umfangreiche Datenmengen müssen sich heute genauso wie in Zukunft jederzeit und an jedem Ort heranziehen sowie be- bzw. verarbeiten lassen, damit die Unter-nehmen sie sowohl für operative als auch für strategische Ent-scheidungen optimal nutzen können. Integrierte und zentrale ERP-Systeme werden künftig das Herz im Kreislauf der IT-Landschaft darstellen und damit weiterhin als zentrales Organ im Unternehmen fungieren. Uwe Bergmann Wichtige den je zuvor. Man kann jedoch das ERP System nicht einzeln betrachten, sondern nur als Teil einer ganzheitlichen Unternehmenssoftware. Das ERP System bildet dabei die Zen-trale in der die Unternehmensprozesse abgebildet werden. Was sich ändert ist die Art und Weise wie wir mit den Systemen ar-beiten oder wie wir auf Daten und Informationen zugreifen. ERP Systeme müssen sich stärker den Nutzern anpassen. Die Arbeits-welt wird mobiler, flexibler, individueller und internationaler, 20 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE Zu Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reuper ein be-sonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renommierten Unternehmen vor-weisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktions-erweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Soft-ware. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenar-beit mit Kunden und Interessenten realisiert werden. „ERP-Systeme werden in der Zukunft DIE zentralen Steuerungseinheiten – insbeson-dere in mittelständischen Betrieben – sein.“ - Thorsten Reuper gleichzeitig wachsen die Datenmengen und die Komplexität von Prozessen und Zusammenhängen. Moderne Unterneh-menssoftware muss flexibel nutzbar, ein-fach bedienbar und auf verschieden End-geräten, überall verfügbar sein. Karl Tröger Die Frage nach der Bedeutung eines ERP-Systems in der nahen Zukunft lässt sich nicht so einfach beantworten. Wer-den heutige Lösungen und zukunftsori-entierte Ansätze weitergedacht führt das unweigerlich zu einem anderen ERP-Be-griff als wir ihn heute kennen. Ich würde prognostizieren, dass es Sys-teme mit dem heutigen Zuschnitt gar nicht mehr geben wird. Vielleicht noch nicht im Jahr 2020. Doch schon heute haben wir Schwierigkeiten, die System-grenzen von ERP und MES und weiteren Bausteinen einer Unternehmenssoftware voneinander abzugrenzen. Die erwartete zunehmende Autonomie der Planungs-einheiten erfordert weiterentwickeltere Kommunikationslösungen zur Integrati-on dieser autonomen Einheiten. Meiner Meinung nach steht noch nicht fest, ob es eine zentrale oder viele miteinander kommunizierende Intelligenzen in den Unternehmen geben wird. Der ungebrochene Drang nach der Mobi-lisierung der Geschäftsprozesse führt zu einem neuen Verständnis insbesondere von Usability und Connectivity. Informa-tionen müssen sicher und jederzeit ver-fügbar sein und zielgenau dem Anwender präsentiert werden. Social Media Komponenten werden eine größere Rolle als heute spielen. Dabei geht es allerdings nicht um Informations-austausch wie wir ihn aus dem privaten Bereich kennen sondern um die Förde-rung der Zusammenarbeit von Menschen zur Lösung von Aufgabenstellungen im Produktionsumfeld. Die Konsolidierung und Verfügbarmachung von „gemein-schaftlichem“ Wissen steht ganz deutlich im Vordergrund. Thorsten Reuper Nachdem sich der Einsatz von Anwen-dungssoftware zur Unterstützung der Ressourcenplanung bereits in den ver-gangenen Jahren zu einem immer be-deutsamer werdenden Faktor für den Er-folg eines Unternehmens entwickelt hat, werden ERP-Systeme in der Zukunft DIE zentralen Steuerungseinheiten – insbe-sondere in mittelständischen Betrieben – sein. Der Trend – wie schon seit längerer Zeit zu beobachten – geht dabei klar zu zentralen, integriert arbeitenden Syste-men, die in der Lage sind, alle Unterneh-mensprozesse zu verknüpfen, zu steuern und entsprechend abzubilden. Insellö-sungen, die – zum Beispiel auf Basis von Webservices – nicht integriert werden können, werden dann zunehmend eine aussterbende Spezies darstellen. Frank Naujoks Wir sind auf den Weg in eine Appisie-rung der Anwendungs-Workloads. Ge-nehmigungen können via Smartphone erteilt werden, genauso wie Umsatzana- Competence Book - ERP 21
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE Zu Frank Naujoks: Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Dip-lom- Kaufmann der Universität zu Köln. lysen mal eben auf dem Tablet durchgeführt werden. Auch nur kurzfristig genutzte Apps werden programmiert, um bestimm-te, eher kleinteilige Aufgaben zu erfüllen. Aber idealerweise greifen die Apps auf eine einheitliche Datenbasis zurück – es müssen also keine Diskussionen mehr über den Ursprung der Datenquelle und deren Vertrauenswürdigkeit geführt werden, weil die Informationen für alle gleich sind. Die Aufgabe der Anbieter wird es sein, die Systeme so auszu-gestalten, dass das Zusammenspiel von unterschiedlichen Anwendungen einwandfrei funktioniert und das bspw. Apps schnell erstellt werden können. Ohne das vielgerühmte Backbone ERP wird es nicht gehen – die Daten sollen ja verlässlich sein und für alle Beteiligten gleich. ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Mobility und Usability! In der ERP-2020-Studie war ein Ergebnis besonders klar: ERP-Systeme müssen 2020 auf unterschiedlichen Endge-räten jederzeit und überall verfügbar sein und neue User Interfaces müssen sich an dieses neue mobile Arbeiten an-passen. Was sind für Sie die wichtigsten Entwicklungen, die das Thema Mobilität treiben, und was sind die wichtigsten mo-bilen Anwendungsszenarien und -prozesse, wenn wir Rich-tung 2020 blicken? Welche Anforderungen ergeben sich dabei für die Usability? Werden wir z.B. mit den gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich arbeiten (BYOD) und die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne Schulung möglich sein? Was also bedeutet für Sie und ihr Unterneh-men die neue Nutzerzentrierung konkret? Thorsten Reuper Professionelle Mobilität wird zukünftig einen noch höheren Stellenwert einnehmen, als dies bereits heute der Fall ist. Sich immer stärker verändernde Arbeitswelten machen eine wach-sende Anpassung der Technologie sowohl innerhalb eines Un-ternehmens – etwa im Bereich mobiler Prozesssteuerung, Lager, Wareneingang (z.B. durch mobile Endgeräte) – als auch extern – etwa durch mobile Prozessfreigabe, Workflowsteuerung oder Informationstransfers – notwendig. Frank Naujoks Die Intelligenz der Systeme wird sich zunehmend unterhalb der Benutzeroberfläche abspielen – ganz schulungslos wird wahr-scheinlich ein Power-user nicht auskommen, aber eine Bedie-nungsvereinfachung ist die letzten Jahre schon deutlich zu beob-achten. Beispielsweise auch durch den Einsatz von Touch-Devices und Voice- oder Gestensteuerung. BYOD birgt die Gefahr der Security und Administrierbarkeit für die Unternehmen wieder ins Aufmerksamkeitsfeld zurück. Sup-portunterstützung ist auch ein Thema – hier werdena sich noch einzelne Modelle je nach Unternehmen herausbilden, was tole-riert wird und was nicht. Mobilität wird sehr stark getrieben durch Endgeräteverfügbar-keit, Netzabdeckung und Usability der Software / Apps. Hier ist HTML5 sicherlich das Mittel der Wahl, da die unterschiedlichen Devices und Betriebssysteme sonst zu teuer zu unterhalten sind. Zu berücksichtigen ist eine Anpassung bspw. der Zeilenabstände von Anwendungen , je nachdem ob es ein Laptop oder ein Tab-let / Smartphone ist. Hier steigen die Anforderungen an die Pro-grammierer mit der Vielzahl der Gerätetypen deutlich an. Patrick Siegmund Die „neue Generation“ von Mitarbeitern, die in die Unterneh-men kommen, nutzen bereits heute vor allem im privaten Be-reich bereits alle erdenklichen mobilen Geräte. Das ist einer von mehreren Gründen, warum das mobile Arbeiten Einzug in die Unternehmen erhalten hat und dies in Zukunft weiter verstärkt tun wird. Es wird immer mehr zur Selbstverständlichkeit, über die mobilen Geräte nicht nur jederzeit im Unternehmen vorgehaltene Daten abzurufen, sondern auch Informationen zurückzugeben. Bereits heute sind die Anfänge, z.B. mit dem mobilen Erfassen von An- 22 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE geboten und Aufträgen oder der Annahme und Abwicklung von Serviceaufträgen vor Ort, getan. Künftig jedoch werden Anwen-der alle erdenklichen Funktionalitäten einer integrierten Unter-nehmenslösung von ERP und CRM mobil nutzen wollen. Und genau das erfordert wiederum eine punktuelle und anwendero-rientierte Darstellung und Nutzung von Daten und Funktionen. Wir gehen davon aus, dass das Tablet auch im Geschäftsleben seinen Siegeszug antreten und das Notebook in absehbarer Zeit verdrängen wird. Eine klare Aufforderung an die ERP-Hersteller besteht darin, die mobilen Lösungen für diese Endgeräte derart benutzerfreundlich und selbsterklärend zu gestalten, dass für ihre Anwendung kein zusätzlicher Schulungsaufwand entsteht. Die Herausforderung liegt schon in der vorgelagerten Analyse und Organisation der ERP-Lösung, denn vorab muss die Daten-verfügbarkeit sowie der Prozessverlauf geklärt werden: Welche Daten und Funktionen stehen einem Anwender in welcher Form zur Verfügung? Für die sogenannten „Key-User“ der Fachabteilungen im Unter-nehmen, z.B. in der Buchhaltung oder der Auftragsverwaltung, werden aber sicher durch die immer komplexer werdenden An-wendungen gesonderte Schulungsmaßnahmen unumgänglich bleiben. Uwe Bergmann Der generelle Trend zum flexibleren und mobileren Arbeiten macht vor der Nut-zung von einem ERP-System nicht halt. Die Gesellschaft und das Nutzerverhalten verändern sich. Heute hat jeder bereits ein Smartphone oder ein Tablet, ausschließlich oder als Ergänzung zum PC oder Notebook. Selbstverständlich wird die Nutzungserfahrung im privaten Bereich die Erwartun-gen im geschäftlichen Bereich beeinflussen und umgekehrt. Die Bedingung der Systeme muss vor allem intuitiv und einfach sein. Mit unserem Leitbild „Business Software für Menschen“ stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt, um Systeme zu schaffen die sich optimal an den Bedürfnissen und Rollen der Menschen orientieren die mit der Software arbeiten. Karl Tröger Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbedin-gungen für die genutzte Software werden sich mit der fortschreiten-den Definition und Umsetzung der Konzepte im Zusammenhang mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv ändern. Neue und mobile Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglichkeiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den beteiligten Menschen und genutzten Maschinen, möglich. Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größeren Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer Reduk-tion der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur Lösung der gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation von Informati-onen und Daten (Eingeweihte kennen den Unterschied) hängt von mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess und der Organisation, den gegebenen Hilfsmitteln und Werkzeugen, der zum aktuellen Zu Patrick Siegmund: Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick Siegmund familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor der 41-jährige 2011 ebenso beruflich zu mesonic stieß, war er u.a. für Unternehmen im Bereich ePayment, Cont-ent Providing sowie Rechtehandel tätig. Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in Deutschland steht Patrick Siegmund für die konsequen-te und zukunftsorientierte Weiterführung der mittlerweile 30-jährigen mesonic-Tradition. Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem Standort und nicht zuletzt vom sozialen Umfeld. Gerade die sozialen Aspekte werden eine immer größere Rolle spielen. Die Förderung der Zusammenarbeit der Menschen im Produktionsprozess und das Teilen von Wissen zur Lösung der Aufgaben wird eine massive Steigerung der Effizienz mit sich bringen. Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interakti-onsschnittstelle stellt eine wichtige Komponente dar. Es muss zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa-ces zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi-vidualität (Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss aufgelöst werden. ERP- und MES-Systeme müssen zukünftig als Assistenzsystem und Tutor der Anwender zu verstehen. Competence Book - ERP 23
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE und wie unterstützen Sie die Zunahme an Kommunikation und Kollaboration innerhalb von und zwi-schen Unternehmen? Uwe Bergmann Als Microsoft Dynamics Partner verfügen wir nicht nur über die ERP Funktionali-täten sondern über das gesamte Lösungs-portfolio von Microsoft. Die Integration von Microsoft Office, Exchange, Share- Point sowie Power BI oder auch Office 365 in das ERP System bietet bereits heute die Möglichkeit mit strukturierten und unstrukturierten Daten in flexiblen Teams zu arbeiten. Die integrierten Ge-samtlösungen sind zudem in der Cloud verfügbar. Karl Tröger Die innerbetriebliche und unternehmen-sübergreifende Kollaboration sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Im-plementierung von ERP- und MES-Sys-temen. Die mit der zunehmenden Ar-beitsteilung einhergehende Zerlegung klassischer Wertschöpfungsketten erfor-dert effiziente Methoden der Zusammen-arbeit. Die steigende Vorleistungsquote im Verhältnis zur eigenen Wertschöp-fung in der deutschen Industrie belegt diesen Trend. PSIPENTA unterstützt beide Formen der Zusammenarbeit. Gemeinsam mit Kunden erarbeitet und ständig weiter verfeinert bietet PSIPENTA eine konfigu-rierbare Mehrwerksteuerung an. Das Ge-samtunternehmen kann so als logistische Einheit aus einem Guss agieren. Wesent-liche Stammdaten (Master Data) stehen jederzeit und ohne aufwändige Synchro-nisationsvorgänge allen Einheiten zur Verfügung. Vorkonfigurierte Prozesse erleichtern die Einbindung neuer Stand-orte in das interne Wertschöpfungsnetz-werk. Das zentrale Systemkonzept erlei-chert zudem die Administration. Die unternehmensübergreifende Kolla-boration wird auf unterschiedliche Weise unterstützt. Zum Einen sind besonders in der Automobilindustrie etablierte und standardisierte Kommunikations-wege und Protokolle verfügbar (EDI). Zum Anderen steht mit der myOpenfac-tory- Plattform eine weitere Lösung zur unternehmensübergreifenden Kommu-nikation zur Verfügung. Viele der füh-renden ERP-Systeme bieten Adapter zur Verbindung mit der Plattform an. Dar-über hinaus kann myOpenFactory viele Standardformate (z.B. openTrans, EAN-COM, OCI, …) verarbeiten. All diese Möglichkeiten werden in Zu-kunft nicht mehr ausreichen, um den Anforderungen der Industrie zu genügen. Zunehmende Autonomie und kleiner werdende Planungseinheiten erfordern noch flexiblere Gestaltungsmöglichkei-ten der Wertschöpfungsketten. Die dy-namische Zusammenarbeit in wechseln-den Wertschöpfungsnetzwerken (eine der Grundideen im Zusammenhang mit Industrie 4.0) benötigt andere Lösungen Zum Autor Karl M. Tröger: Karl Tröger, Leiter Product Marketing, verantwortet die strategische Ausrichtung des Produktportfolios bei der PSI AG. Auf Basis seiner nationalen und internatio-nalen Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-Engineering dar. Seine Erfahrun-gen sammelte er als Senior Product Engineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwicklung für ERP-Lösungen innerhalb der PSI AG. Aktuell arbeitet die PSIPENTA an einer komplett neuen Oberfläche und einem modernen Interaktionsdesign. Im Vor-dergrund stehen dabei die Vereinfachung der Nutzung und die deutlich erleichterte Personalisierung. Die strenge Orientie-rung an Aufgaben und Prozessen soll die Effizienz bei der Bedienung der Systeme nachhaltig steigern. In Zusammenarbeit mit der Usergroup werden Prozessanaly-sen durchgeführt. Das Ziel dieser Analy-sen ist die Ermittlung von Best Practices für unterschiedliche Branchen und Fer-tigungstypologien. Diese Best Practices fließen in das visuelle und das Interakti-onsdesign ein. ERP-Trends/Treiber bis 2020 – Connectivity, Daten und Kollabora-tion! Die ERP-2020-Studie zeigte auch, dass ERP-Anwender eine Konnektivität im doppelten Sinne erwarten. Zum einen ist die Daten-/Informations-Konnek-tivität im Sinne einer umfassenden Informationsverfügbarkeit wesentlich. Zum anderen erfordert die „neue“ Öko-nomie auch ein mehr an Kommunika-tion und Kollaboration. Auch diese Anwender-Anforderungen erfordern konkrete Lösungskonzepte der ERP-Anbieter. Wie gelingt die All-und Jederzeit-Verfügbarkeit von (zum Teil sicher auch unstrukturierten) In-formationen 24 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE zur Unterstützung der Zusammenarbeit. Die Synchronisation aller (ggf. temporär) beteiligten Parteien in diesen Netzwer-ken hinsichtlich technologischer und kommerzieller Informationen in Echtzeit wird einer der wesentlichen Faktoren für den Erfolg dieser Konzepte sein. Zur Lö-sung dieser Aufgabenstellungen werden neue bzw. weiterentwickelte Kommuni-kationsmöglichkeiten benötigt. Cloud Computing kann dabei die Integration und Synchronisation technologisch un-terstützen. Insofern geht es nicht nur um Connectivity an sich sondern zuneh-mend um Konzepte zur Steigerung der „Kollaborations-Produktivität“. Thorsten Reuper Um die Aufgabenstellung „Kommunikati-on und Kollaboration“ zufriedenstellend auszuführen, bedarf es auch zukünftig eines noch umfangreicheren Datenaus-tausches zwischen den Unternehmen, wie z.B. zwischen Kunde und Lieferant. Wir unterstützen und verfügen hier über eigene Lösungen – und dies in Verbin-dung mit Unternehmen, die sich auf das Routing und Mapping zwischen Kun-de und Lieferant (Bestellung/Auftrag) spezialisiert haben. Innerhalb eines Un-ternehmens werden Werk-zu-Werk-Be-ziehungen ebenfalls durch unsere Stan-dardfunktionen unterstützt. Frank Naujoks Cloud und Big Data sind da sicherlich die Treiber für eine Vernetzung und Sicht-barmachung von Zusammenhängen. Yammer bietet sich als Kommunikations-plattform innerhalb des Unternehmens und in geschlossenen Communities an, Microsoft Social Listening bringt die Meinung außerhalb des Unternehmens nach innen. Die Kunst wird es sein, aus all den Informationssilos ein Gesamtbild zusammenzusetzen. Hinzu kommen dann noch Integrationspunkte in die Of-fice Welt, Mail, aber auch die Einbindung von Geodaten, Wetter etc. Hinzu kommen, bspw. aus Daten-schutz- Gründen, Private Cloud-Anfor-derungen zur Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Dieser Konnektivitäts-Entwicklung kann sich kein Anbieter entziehen – es bleibt die Frage, ob für den Anwender daraus ein Technologie-Zoo entsteht oder eine möglichst homogene Applikationsland-schaft. Hier wird es aus Anbietersicht noch Konsolidierungswellen geben. Patrick Siegmund Für eine All- und Jederzeit-Verfügbarkeit müssen mobile Geräte wie Smartphones und Tablets durchgängig Einzug im Un-ternehmen erhalten, denn sie gewähr-leisten die Konnektivität. Voraussetzung hierfür ist jedoch die mobile Nutzbarkeit der ERP-Systeme, sei es durch brows-erbasierte Oberflächen – wie wir sie für unsere WinLine-Programme bereits seit geraumer Zeit anbieten - oder aber in Zukunft durch echte App-Anwendun-gen. Dabei sind verschiedene Varianten vorstellbar, z.B. eine App je Unterneh-mensbereich bzw. Funktionsbereich der ERP-Lösung oder auch die Umsetzung rein rollenbasierter Apps. In einigen Teil-bereichen haben wir die echte mobile Nutzbarkeit unserer Business-Software bereits umgesetzt, weitere werden folgen. Die Kommunikation innerhalb der Un-ternehmen ist mit modernen ERP-Lö-sungen (idealerweise mit integrierten CRM-Funktionen) bereits heute möglich. Wir realisieren dies in unseren Program-men durch die eigenständige Umsetzung individueller Unternehmensprozesse mit Hilfe eines integrierten Tools für das Workflowmanagement. Damit kann ein durchgängiger Kommunikationsfluss, z.B. durch die automatisierte Weitergabe von Informationen und Daten, erreicht werden - sowohl innerbetrieblich als auch im Austausch mit anderen Unter-nehmen. Man denke hierbei nur an typi-sche Abläufe bei der Serviceabwicklung oder an die Weiterleitung von Belegvor-gängen wie Aufträge und Rechnungen. Auch eine Kommunikation über social media-Kanäle sollte nicht unterschätzt werden. Die „Generation Y“ nutzt die-se Medien heute bereits stark im priva-ten Bereich, so dass davon ausgegangen werden kann, dass die Bedeutung dieser Medien auch für die geschäftliche Kom-munikation zunehmen wird. Aus diesem Grund ist eine Integration von Social-Me-dia in unsere WinLine ERP-Programme vorgesehen. ERP-Funktionen und Architekturen für das Jahr 2020?! Neben den bisher genannten nichtfunk-tionalen Anforderungen an ERP-Sys-teme der Zukunft (Mobility, Usability, Connectivity) werden sich potenziell bis 2020 aber auch die Planungslogik und die Systemarchitektur der Systeme wei-terentwickeln. Welche Veränderungen erwarten Sie persönlich noch im Bereich Ressourcen-planung und Systemarchitektur? Bleibt alles im wesentlich planersich beim Al-ten? Werden ERP-Systeme mehr oder weniger an Planung in einer kollabora- „Die innerbetriebliche und unternehmensübergreifende Kollabora-tion sind seit langer Zeit die Top-Themen bei der Implementierung von ERP- und MES-Systemen.“ - Karl Tröger Competence Book - ERP 25
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE tiven Planungs-Architektur übernehmen? Welche Rolle spielt der Mensch in diesen Szenarien? Und wie gelingt die archi-tektonische Zukunftsfähigkeit am besten? Setzen wir auf das eine integrierte Gesamtsystem oder die prozessvernetzte Multi-System-Landschaft? Frank Naujoks Die Zukunft wird hybrid sein – und der Kunde kann wählen, ob er die Systeme on-Premise oder On-Demand oder teils-teils be-treiben wird. Diese Wahlfreihet wird in den nächsten Jahren die Diskussion bei der Entscheidung für die IT-Ökosysteme domi-nieren und bringt dem Kunden die Freiheit, nach Bedarf seine Entscheidungen zu treffen und auch zu ändern. Planungskomponenten werden durch predictive Analytics Sys-teme immer weiter die Anwendungen erobern. Dabei wird die Intelligenz zunehmend hinter die Benutzeroberfläche verlagert – und die Anforderungen an den normalen Anwender werden sinken. Umgekehrt werden die Anforderungen an bestimmte Personenkreise immer höher werden – die für die Intelligenz der Systeme zu sorgen haben. Patrick Siegmund Für uns ist ein ganz klarer Trend erkennbar: Das ERP der Zu-kunft wird ein hochintegriertes Gesamtsystem sein, das anwen-derorientiert ausgerichtet ist und über eine hohes Maß und Flexibilität und Mobilität verfügt. Dabei werden künftig nicht nur die bisher als üblich verstandenen Unternehmensressour-cen, wie z.B. Adressen, Produkte, Mitarbeiter und Maschinen im ERP-System vorgehalten. Flexibel gestaltbare Anwendungen und Prozesse ermöglichen es den Unternehmen, alle erdenkli-chen Ressourcen zu verwalten, zu planen und entsprechende Prozesse zu automatisieren. Als Beispiele seien hier unter ande-rem die Organisation von Verträgen, Räumlichkeiten oder des Fuhrparks genannt. Und dies alles mit dem Ziel, mit Hilfe einer zentralen Verwaltung und einer optimierten Prozessautomati-sierung sowohl erhebliche Einsparungen in Bezug auf den Zeit-und Kostenaufwand als auch Umsatzsteigerungen zu erzielen. Dabei ist jedoch immer zu bedenken, dass die immer umfang-reicher und komplexer werdenden Systeme für den Einzelnen auch anwendbar bleiben. Dies kann durch eine Optimierung und Automatisierung der Prozessorganisation sowie durch die punktuell und anwenderspezifische Bereitstellung von Teilbe-reichen oder sogar nur einzelnen Funktionen einer ERP-Kom-plettlösung realisiert werden. Ebenso wichtig wird es sein, unabhängig vom Ort und einge-setzten Device (Desktop, Tablet, Smartphone und künftige Endgeräte), Zugriff auf alle Anwendungsbereiche zu haben. Um dies zu gewährleisten, glauben wir, dass sich als Standard der Zukunft die Weiterentwicklung von HTML5 herauskristallisie-ren wird. Thorsten Reuper Das ERP-System wird zukünftig wie auch heute schon als der „große Ressourcenvorhalter und -planer“ agieren. Jedoch wer-den zukünftig vermehrt die flexiblen APS/MES-Systeme hier für eine Planungs- und Steuerungshoheit verantwortlich sein und dies natürlich prozessvernetzt mit dem ERP-System. Daher kann man bei einer guten Integration dieser Komponenten auch beruhigt von einem „integrierten Gesamtsystem“ sprechen. Ich selbst sehe den Mensch zukünftig unter ERP 2020 noch aktiver als „Bediener“ und „Kontrolleur“. Karl Tröger Agile Produktionssysteme erfordern in gleichem Maße agile Softwaresysteme zur Planung, Simulation und Steuerung der Herstellungsprozesse (Internet der Services). Heutige zent-ralistisch geprägte Konzepte werden mit der fortschreitenden Entwicklung der CPS durch smarte und hochauflösende de-zentrale Systeme ersetzt (werden müssen). Die vorherige Si-mulation von Produktionssituationen und die Ableitung von optimierten Szenarios in mehr und mehr autonomen Einheiten wird eine Steigerung der Effizienz zukünftiger Produktionspro-zesse bewirken. Die produktionsnahe IT wird mit der Automa-tisierungsebene verschmelzen. Hochauflösende Produktionsregelungssysteme benutzen rie-sige Datenmengen von hochentwickelten Sensoren zur Be-urteilung der tatsächlichen Situation. Die Daten und daraus gewonnen Informationen müssen unter Berücksichtigung des gegebenen Kontext aufbereitet werden und dienen der zielge-richteten Beeinflussung der aktuellen Produktionsparameter. Es geht nicht mehr nur um die Etablierung eines Berichtswe-sens und die Beurteilung einer Situation quasi „post mortem“. Die erhobenen Daten (Big Data) steuern den Prozess und un-terstützen bei der Ausregelung von Störungen in Echtzeit. Meiner Auffassung nach wird es kein integriertes Gesamtsystem geben. Die Landschaft wird genauso komplex bleiben wie sie heute ist oder sogar komplexer werden. Neue Aufgabenstellun-gen erfordern neue oder weiterentwickelte Lösungsbausteine. Die Integration aller Systeme oder Lösungsbausteine bekommt in diesem Zusammenhang einen ganz anderen Stellenwert. Der Mensch wird nicht verdrängt, ganz im Gegenteil – seine Be-dürfnisse müssen in Zukunft viel stärker bei der Planung von Unternehmen berücksichtigt werden. Das Eco-System „Indust-rie 4.0“ besteht eben nicht nur aus „Smart factories“ und intel-ligenten die Produktion steuernden Produkten mit Gedächtnis. Es geht darum, den Menschen hochwertige und kreative Arbeit verrichten zu lassen und ihm die Möglichkeit zur Ausbalancie-rung des Lebens zwischen Arbeit und Freizeit zu geben. Genau-so flexibel wie die von Menschen beherrschten Produktionssys-teme der Zukunft. 26 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - VIRTUALROUNDTABLE Uwe Bergmann Diese nichtfunktionalen Anforderungen haben natürlich auch einen direkten Effekt auf die funktionalen Anforderungen und die Systemarchitektur. Wenn Ressourcen mobiler, flexibler und internationaler ein-gesetzt werden oder auch verfügbar sind, hat dies auch einen Einfluss auf die Planung von Ressourcen. ERP Systeme der Zukunft müssen intelligente Lösungen zur Optimie-rung des Ressourceneinsatzes schaffen. Bei der Systemarchitektur besteht die gleiche Herausforderung. Systeme müssen überall verfügbar und skalierbar sein um den Men-schen in Ihren Rollen, Aufgaben und Ent-scheidungen eine optimale Unterstützung zu bieten. Zu Uwe Bergmann: Geschäftsführer COSMO CONSULT GmbH und Vorstandsvorsitzender der COSMO CONSULT AG „Wir Schaffen Software-Lösungen die dem Menschen bei seiner täglichen Arbeit optimal unterstützt.“ - Uwe Bergmann Competence Book - ERP 27
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    GRUNDLAGEN - ERP2020-INITIATIVE Die ERP 2020-Initiative des VDMA – Zukunftsfähige ERP-Lösungen durch den Dialog von Anbieter und Anwendern Autor: Volker Schnittler, Fachreferent kaufmännische Unternehmenssoftware, VDMA - Informatik Seit fast 40 Jahren begleitet und berät der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagen-bau e.V.) seine Mitgliedsunternehmen bei der Auswahl und Einführung von PPS und ERP. Der Fachverband Software im VDMA ist mit über 340 Mitgliedsunternehmen aus der IT-Branche die Nummer 2 in Deutschland. Rund 70 dieser Mitgliedsunternehmen befassen sich in ihren Produk-ten und Dienstleistungen mit ERP. Dabei profitieren die Mitgliedsunternehmen des VDMA davon, dass sich im Verband Anwender und Anbieter von IT-Lösungen gegenüberstehen. Vor diesem Hin-tergrund hat der VDMA die Kampagne ERP-2020 gestartet, um auch für ERP-Systeme den Dialog zwischen IT-Anbietern und -Anwendern zum beidseitigen Nutzen zu fördern. Wir freuen uns sehr, dass Volker Schnittler, Fachreferent beim VDMA und Koordinator der Kampagne ERP-2020, uns kompetent Auskunft über die Kampagne und die Zukunft der ERP-Systeme gibt! Der Fachverband Software im VDMA vorgestellt Wenige wissen, dass der Fachverband Software die Nummer 2 bei den Soft-wareverbänden in Deutschland ist. Tatsächlich versammelt der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) in seinem Fachver-band Software über 340 der wichtigs-ten IT-Unternehmen Deutschlands und profitiert zusätzlich vor allem da-von, dass sich im Verband Anwender und Anbieter von IT-Lösungen gegen-überstehen. Wie kam es zur Gründung des Fach-verbands Software im VDMA? Was erwarten Ihre Mitglieder vom Fachver-band? Was sind aktuell Ihre wichtigs-ten Aktivitäten? Volker Schnittler: Der Fachverband Software wurde vor über einem Jahrzehnt gegründet. Hintergrund war die Erkenntnis, dass sich der Maschi-nen- und Anlagenbau auch mit seinen wichtigen Komponenten- und Dienstleis-tungszulieferern vernetzen muss. Dazu gehören neben den Lieferanten von Au-tomatisierungskomponenten natürlich auch die Lieferanten von Softwarelösun-gen. Da heute weder Maschinen noch Geschäftsprozesse in Unternehmen ohne die permanente Unterstützung von Soft-ware denkbar sind, reicht die Palette von Mitgliedsunternehmen im Fachverband Software natürlich von Anbietern von Steuerungssoftware bis hin zur Anwen-dungssoftware. Je nach Ausprägung dieses Softwareange-bots entwickelt sich hierbei ein partner-schaftlicher und nutzenorientierter Dia-log zwischen Anwendern und Anbietern der jeweiligen Softwarelösungen. Somit sehen wir es als die wichtigste Aufgabe an, für diesen Dialog eine Plattform zu lie-fern, auf der sich Anwender und Anbieter begegnen und zum beiderseitigen Nutzen austauschen können. 28 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN- ERP 2020-INITIATIVE VDMA-Initiative ERP 2020 Sie haben im vergangenen Jahr die Kampagne ERP-2020 gestartet. Wel-che Unternehmen beteiligen sich am Dialog zwischen Anwendern und An-bietern? Was sind die Ziele dieser Kam-pagne und welche Maßnahmen konn-ten bereits realisiert werden? Volker Schnittler: Es sind natürlich vor allem die rund 70 Mitgliedsunternehmen im Fachverband Software, die Produkte und Dienstleistun-gen rund um ERP anbieten. Auf der ande-ren Seite aber genauso die Anwender von ERP. Der VDMA unterstützt ja bereits seit fast vier Jahrzehnten seine Mitgliedsunter-nehmen bei der Systemauswahl, zunächst bei PPS und heute natürlich bei ERP. Wenn Sie sich vor Augen führen, dass wir die IT-Leiter aus rund 150 Unternehmen in einem Fachkreis Infortmatik informell organisiert haben oder dass durchschnitt-lich einmal pro Woche eine Anfrage eines Mitgliedsunternehmens bezüglich einer ERP-Auswahl bei mir eingeht, können Sie sich ein Bild vom Potential diese Themas machen. ERP ist in den Unternehmen des Ma-schinen- und Anlagenbaus zur Selbstver-ständlichkeit geworden. Eine Commodi-ty wie der Strom, der aus der Steckdose kommt. Es ist jedoch eine Commodity mit viel Potential, die sich ständig verändert und verbessert. Weil ERP so selbstverständlich genutzt, aber als unverzichtbares Rückgrat sämt-licher kaufmännischer Geschäftspro-zesse heute im Unternehmen so wenig im Bewusstsein ist und sich gleichzeitig nachhaltig und umfangreich verändern muss und wird, haben wir im VDMA die Kampagne ERP 2020 gestartet. Wir wol-len Potentiale und Möglichkeiten zu noch intensiverer Nutzung für höheren Un-ternehmenserfolg genauso aufzeigen wie zukünftige Anforderungen der Nutzer aus unserer Branche, dem Maschinen- und Anlagenbau, um die Hersteller der Syste-me zu motivieren, diese zum Nutzen der Anwender weiter zu entwickeln. Wir haben in den vergangenen Tagen intensive und sehr interessante Gespräche zu ei-nem nachhaltigen Engagement auf der CeBIT geführt. Dabei haben wir folgende Vor-stellungen für die kommende CeBIT entwickelt: • Der VDMA wird auf der CeBIT mit einem Informationsstand vertreten sein. • Wir werden weiterhin versuchen, einen Gemeinschaftsstand für Mitgliedsunter-nehmen auf der CeBIT zu organisieren. Voraussetzung dafür ist, dass wir mindes-tens 6 interessierte Mitgliedsunternehmen finden. • Wir werden das gesamte ERP Forum, das von Trovarit organisiert und betrieben wird unter dem Titel „ERP 2020“ fahren. • Inhaltlich werden wir Anbieter einladen, zu Ihrer Roadmap ERP 2020 usability, mo-bility und connectivity auf dem ERP 2020 Forum Stellung zu nehmen. Dazu stehen wir in diesem Zusammenhang für alle Anbieter offen, natürlich auch für diejenigen, welche ihre Systeme in anderen Branchen als dem Maschinen- und Anlagenbau anbieten. • Wir planen außerdem „ERP 2020 Guided Tours“, die sich auch auf die oben genann-ten Themen beziehen sollen und den Messebesuchern einen Einblick verschaffen sollen, was die Anbieter bereits hinsichtlich usability, mobility und connectivity zeigen können. • Wir wollen die ERP-Anbieter, die wir erreichen und die auf die CeBIT gehen wol-len, thematisch eng einbinden und dazu zu einem „Task Force“ Termin zum VDMA nach Frankfurt einladen. • Wir werden mit den CeBIT Studio Mittelstand abstimmen, wie wir die Themen, die wir im Zusammenhang mit ERP 2020 diskutieren, auch auf dieser Plattform anbieten können. Zum Autor Volker Schnittler: Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kauf-männische Unternehmenssoft-ware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigurationslösun-gen bei der Abteilung Informa-tik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-An-wender/ Anbieter-Dialog und ist Mitglied im Forschungsbeirat des fir (Aachen). Competence Book - ERP 29
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    GRUNDLAGEN - ERP2020-INITIATIVE Ergebnisse der Umfrage ERP-2020? U.a. wurde eine Umfrage bei Anwendern und Anbietern zum Thema ERP-2020 gestartet. Drei Themen-Schwerpunkte haben sich dabei heraus kristallisiert. Können Sie diese The-men- Schwerpunkte skizzieren? Was sind die Treiber hinter diesen Themen/ Trends? Wie gut sind die ERP-Anbieter auf diese Themen vorbereitet? Volker Schnittler: In der Tat haben wir drei Schwerpunktthemen aus unseren Be-fragungen identifiziert, die eng miteinander zusammen hängen und die wir als erstes adressiert haben. Es handelt sich hierbei um die Themen mobility, usability und connectivity. Dabei ist die Mobilität, das ortsungebundene Arbeiten, das für immer mehr Mitarbeiter aus Unternehmen maßgeblich wird, natürlich der Treiber. Nicht nur der Vertrieb und der Service arbeiten heute au-ßerhalb des Unternehmens, auch viele Mitarbeiterinnen, die sich vorübergehend für eine Verlagerung ihres Lebensmittelpunktes in Richtung der Familie entscheiden, wollen und müssen wir mit ihrer Kompetenz für unsere Unternehmen erhalten. Also müssen diese Möglichkeiten erhalten bleiben, um auch von externer Stel-le weiterhin zum Erfolg der Untenehmen beitragen zu können. Mit der Mobilität kommen natürlich moderne Endgeräte ins Spiel, die sich von ihrer Oberflächengestaltung und Ergonomie an ganz anderen Maßstäben orientieren als die Windows orien-tierte Vorgängergeneration. Durch die Verfügbarkeit von Smart-phones und Tablets und den dadurch erzeugten Marktdruck kommen die Hersteller von ERP an diesen Tendenzen natürlich nicht mehr vorbei. Schließlich ist da noch das Thema der connectivity, der Mögich-keit sich überall und jederzeit mit den Unternehmensoftwaresys-temen verbinden zu können. Ohne diese Möglichkeit macht Mo-bilität wenig Sinn. Wir konnten auf einer Veranstaltung, auf der die führenden Her-steller von ERP ihre Entwicklungsroadmap zu diesen Themen beim VDMA vorgestellt haben, durchaus beobachten, dass die Anbieter da bislang unterschiedlich weit gekommen sind. Wich-tiger war jedoch, dass sie alle die richtige Roadmap im Kopf ha-ben und die Entwicklungstendenzen richtig deuten. Pläne ERP-2020 für 2014? Im Jahr 2014 planen Sie eine Vielzahl von Maßnahmen, u.a. eine Hausmesse, bei der ERP-Anbieter konkrete Lösungs-anforderungen umsetzen müssen. Zudem sind Sie auf den wichtigen IT-Messen präsent. Was ist dort jeweils im Detail geplant? Volker Schnittler: Auf unserer ERP 2020 Hausmesse, die am 14. Mai 2014 in Flörs-heim bei Frankfurt stattfindet, werden wir an ein bewährtes Veranstaltungsformat anknüpfen. Dies besteht darin, dass alle vertretenen Anbieter eine Aufgabenstellung vorgegeben bekom-men, die sie dann auf ihren Messeständen mit ihren Software-lösungen abbilden müssen. In diesem Jahr wird das ein Szenario aus dem Bereich Servicemanagement sein, das unsere Themen mobility, usability und connectivity genauso adressiert wie zahl-reiche funktionale Verbesserungen im Serviceprozess. Die Besu-cher der Hausmesse kennen dieses Szenario und können so die Systeme gut miteinander vergleichen und sich über die jeweilige Lösungsphilosophie den gezeigten Produkten annähern. Neben unserer eigenen ERP 2020 Hausmesse werden wir noch auf der CeBIT vertreten sein. Was wir dort planen, habe ich weiter oben beschrieben. Auf der Hannover Messe sind wir ideeller Trä-ger der Leitmesse Digital Factory und betreiben seit vielen Jahren einen Gemeinschaftsstand für die Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes Software. Ein weiteres Highlight ist unsere 2-tä-gige Tagung zu MES, die wir im Auftrag der Messe gemeinsam mit dem VDI, NAMUR und dem ZVEI ausrichten. Auch mit den Aachener ERP-Tagen des FIR gibt es eine jahrelange Zusammen-arbeit. Dort bieten wir eine Erfahrungsaustauschveranstaltung zu Lösungen aus dem Variantenmanagement für Mitgliedsun-ternehmen des VDMA und Unternehmen aus dem Cluster Pro-duktion in NRW an. Auf der Messe IT & Business, deren ideeller Träger ebenfalls der Fachverband Software ist, werden wir unter anderem unseren traditionellen VDMA IT-Leiter Treff anbieten, sowie unsere Business Intelligence Tagung und eine Veranstal-tung rund um CRM. „ERP ist in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus zur Selbstverständlichkeit geworden. [...] Es ist jedoch eine Commodity mit viel Potential, die sich ständig verändert und verbessert“ - Volker Schnittler 30 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - THESENFÜR DAS ERP DER ZUKUNFT ERP 2020 - 21 Thesen für das ERP der Zukunft Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „ERP 2020 – Roadmap in die Zukunft“ des Verbands Deutscher Maschinen‐ und Anlagenbau e.V. (VDMA), der Trovarit AG und des FIR an der RWTH Aachen, sollen zukünftige Entwicklungen und Trends im Bereich ERP‐Systeme, Enterprise-Resource-Planning, untersucht, in Zusammenarbeit mit der Industrie validiert und anschließend publiziert werden. Hierbei stehen der Nutzen und das Potenzial dieser Softwarelösungen im Betrachtungsfokus. AUTOREN: Dipl.-Wirt.-Ing. Dennis Schiemann, Aachen und Dominik Frey M.Sc., Aachen Aus der gemeinsamen Betrachtung der vierten industriel-len Revolution und der globalen wachsenden Relevanz von ERP-Systemen resultiert die Notwendigkeit die Ent-wicklung dieser Branche in den kommenden Jahren zu beleuch-ten. Das Ergebnis einer Roadmap in die Zukunft bis zum Jahr Diese kennzeichnet sich durch eine Auswahl an Themenberei-chen, welche die Schnittmenge aus Industrie 4.0 und dem ERP-Markt bilden, dargestellt in Abbildung 1. Neben einer Identifi-kation der relevanten Themenbereiche des ERP-Marktes durch Erfahrungskompetenz der drei Expertenhäuser erfolgte die um-fragebasierte Validierung durch Anwender und Anbieter unter anderem auf den Aachener ERP-Tagen. Ein Anwender-Anbieter Dialog bildete beim VDMA in Frankfurt einen zentralen Teil des Vorhabens ab. Die Themenbereiche definieren sich wie folgt: Mobility wird verstanden als die Fähigkeit jederzeit, überall und mit jedem beliebigen Gerät auf Applikationen und Informatio-nen einer Unternehmenssoftware zugreifen zu können. Connectivity ist die Fähigkeit von ERP, mit unterschiedlichen Systemen über Schnittstellen zu kommunizieren. Collaboration steht für die Zusammenarbeit und Kommunika-tion von Menschen und Organisationen über Grenzen, Systeme, Zeitzonen und geographische Entfernungen hinweg. Funktionalität und Anpassbarkeit bietet anforderungsge-rechte Methoden und Verfahren für die Lösung volatiler Anfor-derungen sowie der Veränderung von Geschäftsprozesslogik in den Unternehmenssoftwaresystemen. Ressourcenplanung beinhaltet die autonome Entscheidungs-findung unter der Bedingung schwindender Ressourcenverfüg-barkeit Dienstleistungsmethoden und –qualität zeichnet sich durch messbare Qualitätsstandards und nachvollziehbare Nutzen-bewertung sowie standardisierte Leistungsverzeichnisse für ERP-Dienstleistungen aus. Usability umfasst die Handhabbarkeit, die Benutzbarkeit von Systemen und die Softwareergonomie. Zum Autor Dennis Schiemann: Dennis Schiemann studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau und Vertiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Produktions-management und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthemen am FIR liegen im Prozess- und Auf-tragsmanagement sowie in der ERP-Auswahl. 2020 ist die Initiative ERP 2020. Competence Book - ERP 31
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    GRUNDLAGEN - THESENFÜR DAS ERP DER ZUKUNFT Abbildung 1: Themenbereiche der Initiative ERP 2020 (Bilder: © Fotolia) Neben der Identifikation der Themenbereiche wurden Thesen formuliert und Zukunftsszenarien daraus abgeleitet. Insbeson-dere die Themen Mobility, Connectivity und Usability weisen in ihren Ausprägungen große Schnittmengen auf. Eine Top-These und die damit verbundenen Herausforderungen spiegelt dies wider. 2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf mobilen Geräten, das User-Interface an die neuen Anforde-rungen angepasst haben. Die sich hieraus ergebenden Herausforderungen zeigen sich be-sonders im Bereich Connectivity, Mobility und Usability. Bei dem Arbeiten auf mobilen Geräten existieren heutzutage noch viele Defizite. Die Usability stellt dabei eine zentrale Voraussetzung für Mobility dar und ist heutzutage nicht gegeben. Usability gilt hierbei insbesondere unter dem Aspekt der Komplexitätsbe-herrschung und nicht ausschließlich unter der Benutzerfreund-lichkeit. Die Gestaltung von mobilen ERP-Lösungen muss voll-ständig anders aussehen als die bekannten User Interfaces, was neben den geräteadäquaten Sichten auch entsprechende Funk-tionalitäten beinhaltet. Durch die fehlenden Anwendungsfälle in diesem Bereich sind vielfach auch zusätzliche Investitionen seitens der Geschäftsführung gehemmt. Das resultierende Zukunftsszenario zeichnet sich dadurch aus, dass die Usability im Sinne der Komplexitätsbeherrschung an-gepasst wird. Das mobile ERP erkennt automatisch auf welchem Mobile Device es benutzt wird und passt automatisch dessen In-terface und Funktionsumfang an die Größe bzw. das Handling des Mobile Device an. Hierbei muss abhängig vom User auch der Bedienvorgang differenziert werden. Der Low-Level-User benö-tigt keine Schulungen, da die genutzten Funktionalitäten intu-itiv bedienbar sind. Power-User benötigt weiterhin Schulungen im System, da dieser die Wirkungszusammenhänge kennen und die Hintergründe überblicken muss. Für die Mitarbeiter in den Unternehmen führt dies sowohl in der IT als auch in den Fachab-teilungen zu der Notwendigkeit prozessorientiert zu denken und entsprechendes Know-How aufzubauen. In den Unternehmen werden somit zukünftig noch stärker die Qualifikationsprofile der Anwender differenziert. Anwender mit Prozessverantwor-tung brauchen speziell ausgebildete Fähigkeiten. Anwender mit geringerem Qualifikationsstandard werden noch stärker geführt werden müssen. Fazit Insgesamt führt die Analyse der Thesen zur Notwendigkeit von zentralen Entwicklungen im ERP-Umfeld. Die Qualifikations-profile der einzelnen Anwender werden stärker unterschieden und die Software wird darauf abgestimmt. Es liegen zukünftig differenzierte Prozessmodelle sowohl für zentrale als auch für regional verteilte Prozesse vor. Diese bilden die Entscheidungs-grundlage für Integration und die Diversifizierung von ERP-Sys-temen. Um dies zu nutzen ist eine zeitliche, örtliche und ge-räteunabhängige, konstante Verfügbarkeit die Voraussetzung. Ubiquitäres Internet bildet die Grundlage für echtzeitfähige, mobile Kommunikationstechniken. 32 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - THESENFÜR DAS ERP DER ZUKUNFT Abbildung 2: Verknüpfung von Ressourcenplanung und –steuerung mit IuK-Technologien Als Antwort auf die Frage „Was muss man tun um erfolgreich zu sein?“ wurden die Verknüpfung der Ressourcenplanung und –steuerung mit den Informations- und Kommunikations (IuK)-Technologien identifiziert und in Abbildung 2 dargestellt. Hierbei gewinnt die Integration in Form von Schnittstellen-Stan-dards an Bedeutung. Diese müssen zunehmend ausgebaut wer-den. „Offlinefähige Onlinesysteme“, welche synchronisiert und je nach Sicherheitsbedarf und Connectivity-Möglichkeiten ska-liert werden können, bilden ein technologisches Standbein. Die Usability muss neben der Softwareergonomie und der Benutzer-freundlichkeit als Aspekt der Komplexitätsbeherrschung ausge-baut werden. Dies gewinnt auch dadurch an Bedeutung, dass die Komplexitätsreduzierung für den Anwender in der Regel zu ei-ner Komplexitätssteigerung in der IT führt. Um die Komplexität der Systemlandschaften zu beherrschen, braucht es neue Metho-den und Ansätze zum Management der Applikationslandschaft. Die weiteren Aktivitäten der Initiative ERP 2020 werden unter anderem auf den 21. Aachener ERP-Tagen vom 03.06.-05.06.2014 unter dem Motto „ERP-Potenziale demonstrieren“ präsentiert. Details zu den 21 Thesen finden Sie in Abbildung 3. Kontaktdaten: Dipl.-Wirt.-Ing. Dennis Schiemann Wissenschaftlicher Mitarbeiter Produktionsmanagement Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) e.V. an der RWTH Aachen Pontdriesch 14/16 D-52062 Aachen Tel: +49 241 47705-425 Fax: +49 241 47705-199 Dennis.Schiemann@fir.rwth-aachen.de www.fir.rwth-aachen.de Zum Autor Dominik Frey: Dominik Frey studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau und Vertiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Pro-duktionsmanagement und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen For-schungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthemen am FIR liegen in der Produktionsplanung sowie in der ERP-Auswahl. Competence Book - ERP 33
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    GRUNDLAGEN - THESENFÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 1. Mobility / Usability Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 1 In 2020 sind aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der wachsenden Internationalisierung neue Arbeitsformen und -modelle notwendig. Daher müssen ERP-Systeme in Zukunft auf unterschiedlichen Endgeräten jederzeit und überall verfügbar sein. 2,27 4 These 2 2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf mobilen Geräten, das User-Interface an die neuen Anforderungen angepasst haben. 2,43 1 These 3 2020 muss das Arbeiten im ERP-System mit den gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich erfolgen („Bring your own device“ bzw. Verknüpfung von Social Media mit Business Netzwerken). 1,39 17 These 4 2020 ist die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne Schulungsaufwand möglich. 1,32 19 2. Connectivity / Daten Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 5 2020 wird der Bedarf an zeitnaher und räumlich uneingeschränkter Informationsverfügbarkeit enorm gestiegen sein. 2,39 2 These 6 2020 wird es einige wenige quasi-standardisierte Datenmodelle geben, die von wenigen Anbietern vorgegeben und von allen anderen Anbietern eingesetzt bzw. verwendet werden. 1,34 19 These 7 In 2020 wird die Datenkommunikation zwischen unterschiedlichen Systemen durch standardisierte Datenformate erleichtert. 1,79 12 These 8 2020 ist eine Verzahnung aller Planungsebenen, von der Ebene der Supply Chain bis zur produzierenden Maschinenebene, inklusive eines einheitlichen Austausches mit entsprechenden Datenformaten und Softwaresystemen für die Ressourcenplanung Industriestandard. 1,53 15 3. Kooperation / Collaboration Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 9 In 2020 entstehen beim Arbeiten mit ERP-Systemen ohne die Verwendung von bereichsübergreifenden Kooperations-Werkzeugen gravierende Wettbewerbsnachteile (u.a. Produktivitätsverluste). 2,16 6 These 10 In 2020 nimmt der Informationsaustausch massiv zu, da die Austauschfrequenz kurzzyklischer ist. 2,30 3 These 11 In 2020 ist der Informationsaustausch unstrukturierter, da die Anzahl der Beteiligten an weltweiten Standorten zunimmt. 1,84 10 These 12 2020 sind zentrale Plattformen zur Zusammenarbeit zwischen rechtlich eigenständigen Unternehmen ein elementarer Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit im globalisierten Umfeld. 2,02 8 4. Ressourcenplanung Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 13 2020 ist der Mitarbeiter stärker in die autonome Entscheidungsfindung eingebunden. Hierfür sind neuartige Informationsdarstellungsformen und - bereitstellungsformen zur Entscheidungsunterstützung notwendig. 1,68 14 These 14 2020 sind Energieeffizienz und -flexibilität unter der Bedingung schwindender Verfügbarkeit von energetischen Ressourcen ein zentraler Aspekt der Ressourcenplanung. 2,11 7 5. Funktionalität / Architektur Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 15 2020 ermöglichen neue Architekturen wie bspw. Service-orientierte Architekturen (SoA) eine Entkopplung von Programm- und Ausführungslogik, wodurch die Flexibilität der ERP-Systeme gesteigert wird (die Prozessschicht wird die dirigierende Schicht). 1,80 11 These 16 In 2020 wird die Vergangenheit gezeigt haben, dass es eine vollständige Integration im Sinne einer "1-System-Landschaft" (Monolith) nicht gibt und auch zukünftig nicht geben wird. 2,20 5 34 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - THESENFÜR DAS ERP DER ZUKUNFT 6. Dienstleistungsmethoden / -qualität Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 17 2020 wird es Qualitätsstandards für die Einführung von ERP-Systemen geben, an denen der Anbieter anhand von qualitativen sowie quantitativen Kriterien beurteilt werden kann. 1,28 21 These 18 2020 wird das Dienstleistungsangebot von ERP-Anbietern in hohem Maße standardisiert und modularisiert sein (Leistungsverzeichnisse). 1,41 17 These 19 2020 gibt es strukturierte Verfahren zur Nutzenbewertung von ERP-Systemen, die zusätzlich das Aufzeigen von Handlungspotenzialen ermöglichen. 1,51 16 These 20 2020 werden die Kosten für IT und ERP-Systeme aufgrund erhöhtem Administrations- und Komplexitätsaufwand gestiegen sein. 1,92 9 These 21 2020 wird die IT-Abteilung sehr viel stärker das unternehmensspezifische Prozessmanagement verantworten. 1,71 13 7. Top-Five Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 2 2020 muss sich, durch die Arbeit mit ERP-Systemen auf mobilen Geräten, das User-Interface an die neuen Anforderungen angepasst haben. 2,43 1 These 5 2020 wird der Bedarf an zeitnaher und räumlich uneingeschränkter Informationsverfügbarkeit enorm gestiegen sein. 2,39 2 These 10 In 2020 nimmt der Informationsaustausch massiv zu, da die Austauschfrequenz kurzzyklischer ist. 2,30 3 These 1 In 2020 sind aufgrund der demographischen Entwicklung sowie der wachsenden Internationalisierung neue Arbeitsformen und -modelle notwendig. Daher müssen ERP-Systeme in Zukunft auf unterschiedlichen Endgeräten jederzeit und überall verfügbar sein. 2,27 4 These 16 In 2020 wird die Vergangenheit gezeigt haben, dass es eine vollständige Integration im Sinne einer "1-System-Landschaft" (Monolith) nicht gibt und auch zukünftig nicht geben wird. 2,20 5 Botschaft: Innovationen in den Dimensionen Mobility (1), Usability (2), Connectivity (5, 10), Architektur (16) 8. Flop-Five Thesen Perspektiven 2020 Zustimmung Ranking These 17 2020 wird es Qualitätsstandards für die Einführung von ERP-Systemen geben, an denen der Anbieter anhand von qualitativen sowie quantitativen Kriterien beurteilt werden kann. 1,28 21 These 4 2020 ist die Bedienung von ERP-Systemen intuitiv und ohne Schulungsaufwand möglich. 1,32 20 These 6 2020 wird es einige wenige quasi-standardisierte Datenmodelle geben, die von wenigen Anbietern vorgegeben und von allen anderen Anbietern eingesetzt bzw. verwendet werden. 1,34 19 These 3 2020 muss das Arbeiten im ERP-System mit den gleichen Werkzeugen wie im Privatbereich erfolgen („Bring your own device“ bzw. Verknüpfung von Social Media mit Business Netzwerken). 1,39 18 These 18 2020 wird das Dienstleistungsangebot von ERP-Anbietern in hohem Maße standardisiert und modularisiert sein (Leistungsverzeichnisse). 1,41 17 Botschaft: Aber keine Wunder bei Mobility (3), Usability (4), Connectivity (6), Dienstleistung (17, 18) Erläuterungen zur Zustimmung Trifft gar nicht zu 0,00 Trifft weniger zu 1,00 Trifft überwiegend zu 2,00 Trifft vollkommen zu 3,00 Trifft im Durchschnitt eher gar nicht / weniger zu < 1,4 Trifft im Durchschnitt eher überwiegend / vollkommen zu > 1,6 Abbildung 3: ERP 2020 - Auswertung der 21 Thesen Competence Book - ERP 35
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    GRUNDLAGEN - EINNEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren Seit etwa 20 Jahren werden nach scheinbar bewährten Prinzipien ERP-Auswahlverfahren durchgeführt. Zahlreiche Berater haben sich etabliert und schwören auf die jeweils von ihnen favorisierte Art, ein neues ERP-System für ein Unternehmen oder eine öffentliche Einrichtung auszuwählen. Doch die Annahmen, unter denen früher Auswahlverfahren durchgeführt wur-den, lassen sich kaum noch halten. Immer mehr Probleme treten mit Versprechungen auf, die von den Anbietern in der Auswahlphase gegeben werden und die dann zu erheblichen Kosten-und Zeitüberschreitungen in der Einführungsphase führen, weil sie sich als nicht stichhaltig erwiesen haben. AUTOR: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau, Center for Enterprise Research, Universität Potsdam Abb. 1: Probleme im Auswahlverfahren Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Potsdam Consulting, die im Rahmen ihrer Prozess- und Stra-tegieberatung auch zahlreiche ERP-Auswahlprozesse begleitet hat, hat das Center for Enterprise Research an der Universität Potsdam nun einen neuen ERP-Auswahlprozess entwickelt, der die zahlreichen Fehler der Vergangenheit vermei-det und zudem wesentlich besser als früher an die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen anpassbar ist, die ein ERP-System suchen. Probleme im Auswahlverfahren Als falsch hat sich erwiesen, bereits ohne Kenntnis des Zielsys-tems eine Sollprozessgestaltung anzustoßen, ebenso falsch ist es, eine komplette Modellierung des derzeitigen - und vermutlich bald abzulösenden - Ist-Zustandes vor-zunehmen. In beiden Fäl-len wird hoher Aufwand verursacht, obwohl Timing und Ergeb-nisnutzen nicht stimmen. Um sich ein Bild vom Anbieter und seinem System zu machen, sind Präsentationen in der Auswahlphase unerlässlich. Um nicht in wenig sinnvolle Standardpräsentationen des Anbieters hin-einzulaufen, müssen knappe Szenarien aus den wichtigsten Un-ternehmensbereichen konzipiert werden, die Stammdaten und auswahlentscheidende Funktionen des Systems miteinander ver-knüpfen. Bei Zeitknappheit im Bereich der Anforderungsanalyse besteht die Gefahr, die falschen Aspekte zu Szenarien zu verdich-ten. Da jedes Unternehmen und jede Organisation anders ist, lau-fen Auswahlverfahren, die ausschließlich auf internetbasierten Merkmalslisten mit Tausenden von Einträgen basieren, häufig in die falsche Richtung: Hier gewinnt meist das funktionsstärkste System, nicht aber das am besten passende. 36 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - EINNEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN Allerdings erkennen die führenden Mitarbeiter der Kunden die-se und andere Probleme der Auswahlphase häufig nicht. Die so genannte „ERP-Reife“ der Unternehmen bestimmt sehr stark die Notwendigkeit einzelner Schritte im Auswahlprozess. Die ERP-Reife wird auf der Basis mehrerer Aspekte individuell ermit-telt, u.a.: • Gibt es eine (aktuelle) Prozessdokumentation und entspre-chen die tatsächlichen Abläufe zumindest grob dieser Do-kumentation? • Wird schon prozessorientiert gearbeitet (abteilungsüber-greifend und auf die Erzielung eines Wertes für einen Kun-den hin)? • Besteht ein Bewusstsein für die Bedeutung des Stammda-tenmanagements und existiert sogar ein Prozess, mit dem die Qualität der Stammdaten sichergestellt wird? • Existieren Support- und Wartungsstrukturen, sowohl auf Anbieterseite als auch unternehmensintern (Key User)? • Sind Erfahrungen mit ERP-Systemen vorhanden oder wird bisher überwiegend mit Tabellenkalkulationen und Text-programmen gearbeitet? • Wie qualifiziert sind die beteiligten Mitarbeiter zu ERP-Sys-temen? • Gibt es eine IT-Strategie, die ggf. sogar in die Unternehmens-strategie und das Geschäftsmodell eingebettet ist? Jedes „Nein“ auf eine dieser Fragen führt zu einem anderen Zu-schnitt des Auswahlprozesses. Auch die Einschätzung der Kun-den zu den präsentierten Systemen ist bei mangelnder Erfahrung mit ERP-Systemen weniger stark zu gewichten als bei ERP-erfah-renen Benutzern. So wird beispielsweise bei mangelnder Erfahrung die Usability eines ERP-Systems nicht sachlich beurteilt, sondern aus-schließlich danach, wie sehr die präsentierten Oberflächen bekann-ten Office-Produkten ähneln. Solche Bewertungen sind kaum für das Treffen einer Auswahlentscheidung verwendbar. Gerade bei Unternehmen, die zum ersten Mal ein ERP-System auswählen, lassen sich kaum A-Anforderungen generieren, die zur Differenzierung von Anbie-tern geeignet sind. Weil noch kei-ne ausgereiften Datenstrukturen oder Prozessabläufe existieren, kommen tatsächlich viele marktverfügbare ERP-Systeme für das suchende Unternehmen infrage. Es muss also neben den diffe-renzierenden A-Anforderungen im Auswahlprojekt unbedingt weitere Kriterien geben, nach denen Anbieter differenziert wer-den können. Dies können sein: • Auszeichnungen unabhängiger Gremien • Unabhängige Informationen über den Anbieter, etwa in se-riösen Fach-medien • Veröffentlichte Anwenderberichte aus der gleichen Branche („Success Stories“) • Präsenz der Anbieter in der Fachöffentlichkeit Gelegentlich kommt es zu Irritationen, weil dem Kunden des Auswahlberaters nicht genau präsent ist, welche Beraterleistun-gen er tatsächlich eingekauft hat. Insbesondere bei - an sich wün-schenswerten - Festpreisangeboten - neigen Führungskräfte des ERP-suchenden Unternehmens dazu, weitere Leistungen einzu-fordern, obwohl diese weder der Sicherstellung des Auswahlziels dienen noch derzeit erforderlich sind. Diese Irritationen müssen im Vorfeld durch ein eindeutiges Angebot, ggf. mit bereits vorher erkennbaren Erweiterungs- und Kürzungsoptionen, ausgeräumt werden. Obwohl die Beschreibungen der zu präsentierenden Szenari-en bereits Antworten auf die wichtigste Vertriebsfrage liefern („Was ist dem Kunden besonders wichtig = wo hat er derzeit die Zum Autor Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau: Norbert Gronau gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, die nicht nur Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis bauen, sondern diese auch mehrmals täglich überqueren. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government an der Universität Potsdam und wissenschaftlicher Direktor des dort angesiedelten Centers for Enterprise Research. Unter der Leitung von Professor Gronau forschen über 30 Mitarbeiter zur integrierten Gestaltung von Geschäfts-prozessen und Unternehmenssoftware wie etwa ERP-Systemen sowie zu den Grundlagen von Wissen, Lernen und Bilden. Professor Gronau ist ordentliches Mitglied der Deutschen Akademie der Technik-wissenschaften und Gründungsherausgeber der Fachzeitschriften ERP Manage-ment und PRODUCTIVITY Management (früher PPS Management). Gemeinsam mit der von ihm initiierten Potsdam Consulting Group hat er mehre-re Bundesministerien, Länder und Kommunen, Großunternehmen wie Lufthansa Technik, Roche Diagnostics, Robert Bosch und IKEA, aber auch Mittelständler wie Bahlsen, OKE, Waskönig&Walter, Hofmann Menü und viele andere beraten. Competence Book - ERP 37
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    GRUNDLAGEN - EINNEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN Abb. 2: Ziele der ERP-Auswahl meisten Probleme“), bereiten sich einige ERP-Anbieter nur unzureichend auf die Kundenpräsentation vor. Offenbar ist den Anbietern nicht klar, dass ein schlechter Eindruck in einer Kundenpräsentation die Chancen, den Auftrag zu gewinnen, nahe-zu vollständig ruiniert. ERP-Auswahlverfahren werden in der Re-gel nicht aufgrund langfristiger strategi-scher Planungen durchgeführt, sondern weil der Schmerz aufgrund der unzurei-chenden Leistungen der gegenwärtig ein-gesetzten Systeme unerträglich geworden ist. Nachdem sich der Kunde - endlich - entschieden hat, ein neues ERP-System einzuführen, steht „nur noch“ der Aus-wahlprozess zwischen ihm und der Er-reichung seines Zieles. Daher kommt es vor, dass der Kunde das Auswahlverfahren unter erheblichen Zeitdruck setzt. Ein guter Auswahlprozess gerät nicht unter Zeitdruck, zumal der Zeitbedarf in der Auswahlphase wesentlich vom Antwort-verhalten der Anbieter beeinflusst wird. Während Auswahlberater den Markt, die Systeme und (hoffentlich) deren Tech-nologie gut kennen und diese Aspekte in die Auswahl einfließen lassen, basiert die Einschätzung des Kunden weitgehend auf seinem Bauchgefühl. Das führt dazu, dass der Kunde seine Auswahlentscheidung nach anderen Kriterien trifft als der Bera-ter. Ein Auswahlverfahren muss erklären, wie der Berater zu seiner Einschätzung gelangt ist. Anforderungen an ein zeitgemäßes ERP-Auswahlverfahren Wichtigstes Ziel des Auswahlverfahrens ist es, das „richtige“, zum suchenden Kun-den jetzt und in Zukunft passende System auszuwählen. Bestandteil dieses Ziels ist es auch, den „richtigen“, ebenso passenden Anbieter auszusuchen. Gerade bei System-häusern, die Branchenlösungen auf der Basis von Sage, Microsoft oder SAP anbie-ten, ist dies ein wichtiges Teilziel, denn die Branchenkenntnisse der Systemhäuser un-terscheiden sich erheblich. Die Entscheidung über ein neues ERP-System muss auch wirtschaftliche Er-wägungen mit berücksichtigen. Auswahl-verfahren, die Betriebskosten oder den betriebswirtschaftlichen Nutzen eines neuen Systems nicht einbeziehen, enthal-ten dem Kunden wertvolle entscheidungs-relevante Informationen vor. Der Auswahlprozess muss zügig durch-geführt werden, da sich sonst zwischen Festlegung der auswahlrelevanten Anfor-derungen und Umsetzung dieser in einem neuen ERP-System zu viele Veränderungen bei Produktspektrum, Organisation und Prozessen ergeben könnten, die die Ein-führungsdauer verlängern und verteuern. Wirtschaftlich ist ein Auswahlprozess, wenn er sich auf die wesentlichen Anforderungen des Kunden an das neue ERP-System be-schränkt und nicht alle mög-lichen und wünschenswerten Analysen voranstellt. Dazu müssen vor allem die individuellen gegenwärtigen und zukünftigen Bedarfe des Kunden erkannt werden. Neben der Abfrage aller Führungskräfte und der Verwendung standardisierter Checklisten sind weitere Instrumente einzusetzen. Das Auswahlverfahren muss zwingend an den jeweiligen ERP-Reifegrad des Kunden angepasst werden. Erfahrene Berater nut-zen dazu eine Checkliste, die eine schnelle Einordnung des Kunden in ein Reifegrad-modell ermöglichen. Um Anforderungen aufzunehmen, Be-denken zu erkennen und die Ergebnisse des Entscheidungsprozesses in der Orga-nisation zu verankern, sind Führungskräf-te und Key User unbedingt zu beteiligen. Die Beteiligung kann in Mitentscheidung, Mitwirkung oder Information bestehen, je nach gelebter Kultur im Anwenderunter-nehmen. Es ist erforderlich, dass der Kunde das Auswahlergebnis und sein Zustandekom-men nachvollziehen kann. Da es sich bei Auswahlverfahren um multikriterielle Mehrpersonenentscheidungen handelt, die im Falle einer Realisierung erhebliche Bindungswirkung für die Organisation entfalten, muss die Nachvoll-ziehbarkeit gegeben sein. Vorgehensmodell der ERP-Auswahl Das auf den vorstehend beschriebenen Überlegungen basierende Auswahlver-fahren von Potsdam Consulting und dem Center for Enterprise Research ist in Abb. 3 dargestellt. In einer der eigentlichen ERP-Auswahl vorgelagerten Phase wird das Vorge-hensmodell an die Belange des jeweili-gen Kunden angepasst. Dazu wird der ERP-Reifegrad des Kunden ermittelt, die Zielsetzung, die mit dem ERP-Projekt ver- 38 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - EINNEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN Abb. 3: Auswahlverfahren (alle Schritte) bunden ist (z.B. problembasiert oder wachstumsorientiert). Es wird ermittelt, welches Prozessverständnis und welche Prozess-dokumentation beim Kunden vorhanden ist. Schließlich wird die vorhandene IT-Architektur und andere derzeit laufende oder geplante IT-/Prozessprojekte erhoben. Basierend darauf werden diejenigen Schritte vorgeschlagen, die angesichts der ERP-Reife des Kunden angemessen sind. Als erster inhaltlicher Schritt erfolgt eine Analyse der wichtigsten wertschöpfenden Geschäftsprozesse beim Kunden. Je nach Un-ternehmensgröße und ERP-Reife kann dies in einem Workshop erfolgen, dem eine Aufnahme der wesentlichen Abläufe folgt. Zu jedem Auswahlprozess gehört eine ROI-Analyse der betriebs-wirtschaftlichen Nutzeneffekte des neuen ERP-Systems. Diese kann - mit leicht veränderter Zielstellung - zu verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt werden. Ein erster möglicher Zeit-punkt wäre die Erhebung der Ist-Prozesse, um mögliche in der Anbieterpräsentation vorzuführende Szenarien auch nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichten zu können. Nach der Erhebung der Ist-Prozesse, ggf. ergänzt durch eine ROI-Analyse, kann eine Zieldefinition für das ERP-Projekt vor-geschlagen und abgestimmt werden. Bei Entscheidungen im Verlauf der Auswahlphase kann dann wieder auf diese Grundla-ge zurückgegriffen werden. Dies verhindert sogenannte „Moving Targets“ mit einhergehender steigender Unzufriedenheit bei allen Beteiligten über den zunehmend schleppenden Projektverlauf. Einer der wichtigsten Schritte im Auswahlprozess ist die Fest-legung der aus-wahlrelevanten Anforderungen. Darunter sind diejenigen Anforderungen zu verstehen, die es gestatten, die Eignung der ERP-Systeme differenziert für den vorliegenden Fall zu bewerten. Es geht nicht darum, alle überhaupt relevanten An-forderungen zu ermitteln, sondern nur solche, die geeignete von weniger geeigneten Systemen unterscheiden. Das umfasst Funk-tionen, Schnittstellen, Datenmodelle und Integrationswerkzeu-ge, etwa zur Datenintegration oder Prozessmodellierung. Dieser Schritt baut auf der Phase Ist-Prozesse analysieren auf, weil dort die auswahlrelevanten Aspekte ermittelt werden. Das Marktscreening wird typischerweise durch die externen Be-rater durchgeführt, die an dieser Stelle ihre Markt- und Anbieter-kenntnis einbringen. Um speziell die für eine Auswahlentscheidung relevanten Daten-modelle und Funktionen beurteilen zu können, müssen nach der Festlegung der Anforderungen gemeinsam mit dem Kunden Prä-sentationsszenarien entwickelt werden, die es ermöglichen, in kurzer Zeit zu erkennen, welche Funktionen das System im Stan-dard mitbringt. Effizienz bei den Präsentationen ist deshalb so wichtig, weil ein Tag, an dem ca. zehn Fach- und Führungskräf-te an einer ERP-Präsentation teilnehmen, ca. 5000 EUR interne Personalkosten verursacht. Wenn dann die Standardpräsentati-on des Anbieters gezeigt und der Standardfunktionsumfang vor-gestellt wird, dann dient das nicht der Reduzierung der Unsicher-heit bei der Auswahl. Competence Book - ERP 39
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    GRUNDLAGEN - EINNEUES ERP-AUSWAHLVERFAHREN Leider ist es so, dass Anbieter trotz der Entwicklung von knappen kundenspezifischen Szenarien unvorbereitet zur Präsentation beim Kunden erscheinen oder zumindest so wirken. In diesem Fall kann die Anbieterpräsentation nicht ihre Funktion der Er-höhung der Auswahlsicherheit wahrnehmen. Beim Kunden wird wertvolle Zeit und Produktivität vergeudet. Aus diesem Grund ist es unumgänglich, eine zusätzliche Stufe der Qualifizierung durchzuführen, den Webcast mit dem Beraterteam. Unter nahe-zu realen Bedingungen wird vom Anbieter ein Dry-Run der für den Kunden vorgesehenen Funktionen anhand der vorbereiteten Szenarien durchgeführt. Diejenigen Anbieter, die die Präqualifizierung erfolgreich durch-laufen haben, erhalten die Gelegenheit, vor ihrem potenziellen Kunden die verabredeten Szenarien zu präsentieren. Kunde und Berater bewerten die Präsentation u.a. hinsichtlich Funktiona-lität, Branchenkompetenz und Usability. Diese Bewertungen bilden eine wichtige Grundlage für den Entscheidungsvorschlag. Während funktionale und ergonomische Aspekte sehr gut in ei-ner Anbieterpräsentation ermittelt werden können, ist das Ver-halten des Anbieters im Einführungsprojekt und seine Leistung in Wartung und Support nur durch einen Besuch von Referenz-kunden zu erfragen. Daher wird empfohlen, einen Besuch bei einigen Referenzkunden des bevorzugten Anbieters an die An-bieterpräsentationen anzuschließen. Eine spezielle Checkliste für Referenzbesuche ist z.B. in [1] enthalten. ERP-unsichere Key-User müssen darin geschult werden, pro-zessorientiert zu denken und betriebliche Abläufe in einen ge-danklichen Zusammenhang zum ERP-System zu bringen. Das ERP-Labor des Center for Enterprise Research bietet dazu anbie-terunabhängige Unterstützung. Nach Anbieterpräsentation und Referenzkundenbesuch fehlt für eine Entscheidung noch die finanzielle Sicherheit. Angebo-te des Anbieters nach den Präsentationen haben typischerweise nur den Charakter von Richtangeboten, können also nicht zur detaillierten Budgetplanung verwendet werden. Daher empfeh-len das Center for Enterprise Research und Potsdam Consulting, einen ersten Schritt zur Realisierung bereits vor Abschluss des endgültigen Vertrags zu gehen: In einem Prozessworkshop, der die Abbildung der Sollprozesse im ERP-System klärt und vor allem den Softwareanbieter in die Lage versetzt, ein verbindli-ches Festpreisangebot für den Projektaufwand abzugeben. Ide-alerweise nimmt der Softwareanbieter die Dokumentation der Workshopergebnisse in einem vereinbarten Format (einfaches Prozessmodell mit Angabe der Rollen und Informationssystem-funktion) vor. Ferner hilft der Workshop dabei, einen Termin-plan für das Projekt aufzustellen, weil der zeitliche Anpassungs-auf- wand an Prozessen und Systemen festgestellt werden kann. Als Ergebnis des Prozessworkshops kann ein Lastenheft erstellt werden, das die notwendigen Funktionen, Stammdaten und Belege beschreibt und zum Bestandteil des mit dem Anbieter auszuhandelnden Vertrags wird. Es ist empfehlenswert, das Las-tenheft (anders als die Prozessbeschreibungen) nicht durch den Anbieter erstellen zu lassen, sondern durch das eigene Projekt-team oder den Auswahlberater. Als Ergebnis des Prozessworkshops erstellt der Anbieter ein Fest-preisangebot, das zur Basis der sich anschließenden Vertragsver-handlungen gemacht wird. Nach erfolgreichem Abschluss der Verhandlungen kann die Implementierung des neuen Systems beginnen! Das vollständige Whitepaper zur ERP-Auswahl kann kostenlos heun-tergeladen werden unter www.erp-management.de/whitepaper Literatur [1] Gronau, N.: Handbuch der ERP-Auswahl. Berlin 2012 Kontakt Center for Enterprise Research an der Universität Potsdam Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Gronau Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Electronic Government Universität Potsdam August-Bebel-Str. 89; 14482 Potsdam Tel. ++49 331/ 977-3322, Fax -3406 ngronau@lswi.de www.lswi.de 40 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN- ERP EINFÜHRUNG So vermeiden Sie Stolperfallen bei der ERP-Einführung AUTOR: Peter Behrens Die Einführung einer ERP-Lösung ist auch bei kleinen und mittelständischen Unter-nehmen mittlerweile ein komplexes Unterfangen. Allein schon die Suche nach einer geeigneten Lösung stellt sich häufig als sehr aufwändig heraus. Um eine erfolgver-sprechende Implementierung zu gewährleisten, sollten Unternehmen bei der Suche und der Entscheidung für eine ERP-Software folgende wichtige Faktoren berücksichtigen. Faktor 1: Funktionelle Anforderungen Wichtig sind natürlich die derzeitigen An-forderungen eines Unternehmens. Dabei sind aber auch zukünftig geplante Um-setzungen und Forderungen des Mark-tes zu berücksichtigen. Der Einsatz einer Unternehmenslösung ist in der Regel eine Investition für viele Jahre. So sollte die Software die Möglichkeit bieten, auch zu-künftig geplante Maßnahmen abzubilden. Genau das setzt einen modularen Aufbau der Software voraus. Viele Lösungen bie-ten dieses modulare System, so dass mit einer „schlanken“ Lösung begonnen wer-den kann, die im Folgenden weiter ausge-baut wird. Faktor 2: Technologische Anforderungen Neben den funktionellen Anforderungen sollten auch die geforderten Anwendungs-und Einsatzmöglichkeiten eines ERP-Sys-tems in die Entscheidung einbezogen wer-den. Hierbei sind z. B. folgende Fragen zu klären: • Erfolgt die Installation im eigenen Haus oder wird eine Cloud- bzw. Hosting-Lösung bevorzugt? • Soll die Software über eine klassische oder eine browserbasierte Oberfläche verfügen? • Ist ein mobiler Datenzugriff via Smartphone und Tablet gefordert? Am Markt existieren verschiedene Ansät-ze. Einige wenige Anbieter bieten inner-halb einer Lösung alle Varianten an. Dies bietet den Anwendern den Vorteil, dass im Unternehmen der Zugriff klassisch über Client-Server-Technologie erfolgt, jedoch zusätzlich die Zugriffsmöglichkeit via Internetbrowser sowie mobiler Geräte gegeben ist. Faktor 3: Referenzen Bei der ERP-Auswahl ist auf eine passende Anzahl an Referenzen zu achten, besten-falls aus der gleichen Branche. Man möch-te ja ungern „der Erste“ sein. Faktor 4: Kosten Natürlich spielt auch der finanzielle As-pekt eine erhebliche Rolle. Häufig werden dabei aber nur die Kosten der Implemen-tierung berücksichtigt. Diese umfassen aber meist nur die Softwarelizenzen und die notwendigen Dienstleistungen bis zum Echtbetrieb. Doch wie entwickeln sich die laufenden Kosten, z. B. der Pflegevertrag? Kann die-ser wahlweise abgeschlossen werden oder ist er obligatorisch? Ebenso unterschei-den sich die Inhalte der Pflegeverträge der Anbieter häufig: Sind wirklich alle zukünftigen Updates enthalten? Oder ist ein Nachkauf bei z. B. Technologiesprün- gen erforderlich? Alles Fragen, die vor der Entscheidung für eine ERP-Lösung positiv beantwortet sein sollten. Faktor 5: Zukunftssicherheit Da es sich bei der Entscheidung für eine neue ERP-Lösung um eine langfristige Investition handelt, spielt die Zukunftssi-cherheit des Anbieters eine entscheidende Rolle. Viele Informationen dazu liefert die Historie des Softwareherstellers: • Wie lange ist das Unternehmen am Markt? • Wie viele Anwenderunternehmen arbeiten bereits mit dieser Software-lösung? • Ist eine Kundenzufriedenheit erkenn-bar? Unser Tipp: Kundenzufrieden-heitsstudien können hier aufschluss-reich sein. • Wer lenkt das Herstellerunterneh-men? Ist es inhabergeführt und durch Eigenkapital finanziert oder handelt es sich um einen von Investoren ge-steuerten Konzern? Bei letzter Frage müssen kleine und mit-telständische Unternehmen für sich ent-scheiden, welcher Unternehmensführung sie das größere Vertrauen schenken. Competence Book - ERP 41
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    GRUNDLAGEN- ERP EINFÜHRUNG Verfolgte Ziele Es gibt viele Gründe für die Anschaffung einer (neuen) ERP-Soft-ware. Statistisch betrachtet werden in erster Linie immer wieder folgende Ziele angestrebt: • Vereinfachung der Prozesse • Automatisierung der Prozesse • schnellerer Zugriff auf alle Informationen • Aussagekräftige Informationen • höhere Datenintegration All diese Anforderungen lassen sich nur umsetzen, wenn auch alle Unternehmenszweige sowie Abteilungen miteinander ver-knüpft sind. Und exakt dafür ist der Einsatz einer einheitlichen Komplettlösung bereichsübergreifend notwendig. Unternehmen sollten daher darauf achten, keine neuen „Insellö-sungen“ für einzelne Geschäftsbereiche zu schaffen, sondern auf eine Softwarelösung setzen, die einen möglichst hohen Integrati-onsgrad in vielen Unternehmensbereichen aufweist. Das Projektmanagement Ist die Vorentscheidung getroffen, ist ein professionelles Projekt-management für den Erfolg des Gesamtprojekts unerlässlich. Unzufriedenheit bei ERP-Einführungen basiert in den meisten Fällen nicht auf unzureichenden Funktionalitäten der Software, sondern auf einer unzureichenden Vorbereitung sowie man-gelnden Projektführung. Die Umsetzung eines erfolgreichen ERP-Projekts sollte in mehreren Phasen erfolgen. Die Dokumentation Neben der Erstellung eines Lasten-/Pflichtenheftes sollten auch alle nachträglich getroffenen Absprachen schriftlich festgehalten werden. Ein Nutzungsleitfaden kann zudem als Nachschlage-werk dienen und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erleichtern. Zum Autor Peter Behrens Peter Behrens ist Diplomkaufmann, seit 16 Jahren in der ERP-Branche tätig und verantwortet den Vertrieb der ERP-Lösung WinLine in Deutschland. Als Spezialist für den indirekten Vertrieb baut er kontinuierlich den Vertriebskanal des Unternehmens aus und schöpft seine Erfahrungen aus einer Vielzahl an ERP-Einführungen. 42 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN- ERP-SYSTEME EINFÜHREN ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg Autor: Thorsten Reuper, Asseco Solutions AG Mit der Auswahl der richtigen, weil auf die konkreten Unternehmensanforderungen am besten passenden ERP-Lösung allein ist es nicht getan, um ein ERP-Projekt erfolgreich zu machen. Eine wichtige Hürde auf diesem Weg stellt die Implementierungsphase dar, in der schon viele Vorhaben gescheitert sind. Die Anwender sollten deshalb bereits im Auswahl-verfahren danach fragen, ob sich die Einführungsmethodik des Herstellers bewährt hat. Lässt sich diese Frage nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten, sollte ernsthaft über Alternativen nachgedacht werden. Die Asseco Solutions setzt in diesem Zusammenhang auf ihre Drei-Phasen-Einführungsmethodik, die ihre Tauglichkeit in zahlreichen erfolgreich umgesetzten Projekten am Markt unter Beweis gestellt hat. Sie wird kontinuierlich verbessert und an die Anforderungen des Marktes angepasst. Erweiterter Projektbegriff Ausgangspunkt der Methodik ist ein erweiterter Projektbegriff. Denn bei der Asseco Solutions ist bereits die Vertriebsphase in-tegraler Bestandteil eines Projektes. Dies beginnt in der Projek-tanbahnung mit der Bewertung und Freigabe eines Leads, einer Projektkalkulation sowie einer Projektrisikobewertung. Alle In-formationen zusammen bilden die Grundlage zur Übergabe des Projektes an das Projektteam. Der Einsatz des APplus-eigenen Projektmoduls für die Abbil-dung des gesamten Projektes ist dabei von großer Bedeutung. Die Projektleiter und das Projektteam verfügen so über hoch-automatisierte Informationen zu sämtlichen Plandaten und Fortschrittszahlen, die zu jedem Zeitpunkt eine Projektbewer-tung nach mitlaufender Kalkulation oder POC („percentage of completion“) zulassen. Des Weiteren entsteht eine präzise Do-kumentation sämtlicher Projektvorgänge. Unterstützt wird der Beratungsprozess durch eine softwaregestützte Standardpro-zessdokumentation. Kundenindividuelle Prozessabläufe können einfach als Besonderheit eingefügt und in der Kundeninstalla-tion geändert und dokumentiert werden. Die Gesamtlösung ist dabei flexibel genug, um beliebige Änderungen im Verlauf der Einführung vornehmen zu können. Die gesamte Projektplanung und -dokumentation liegt auf einer Internetplattform, auf die der Kunde zugreifen kann. Dabei kann eingestellt werden, ob er nur lesend auf die Dokumente zugreifen darf (z.B. Budgetplan) oder gemeinsam mit dem Asseco-Projektteam das Dokument (z.B. To-Do-Liste) bearbeiten kann. Mit den drei Grundelemen-ten, bestehend aus einem professionellen Projektteam, einer leistungsfähigen Organisationssoftware sowie einer modernen Projekteinführungsmethodik, schafft die Asseco Solutions die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Projektverlauf. Phase 1: Projektvorbereitung In der Vorbereitungsphase werden die Grundlagen des Projektes definiert: angefangen bei den verschiedenen SMART (spezifisch, messbar, akzeptiert, relevant und terminiert) formulierten Pro-jektzielen über das Informieren und Motivieren der Mitarbei-ter sowie die konkrete Einführungsstrategie – etwa „Big-Bang“ oder modulweise – bis hin zu einem detaillierten Projektplan. Die Vorbereitungsphase hat gegenüber der Realisierungsphase in den vergangenen Jahren an Bedeutung zugenommen, da hier entscheidende Grundsteine für den gesamten Projekterfolg ge-legt werden. Eine Grundschulung mit APplus gibt dem Kunden die Möglich-keit, Begriffswelt und Ablauf der neuen Software kennenzuler-nen, so dass Beratungsgespräche effizient abgehalten werden können. Competence Book - ERP 43
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    GRUNDLAGEN- ERP-SYSTEME EINFÜHREN Auf Basis einer grundlegenden Analyse und Dokumentation der bestehenden Geschäftsprozesse sowie des bei den er-fahrenen Beratern bereits vorhandenen Branchen-Know-hows wird der Kunde so betreut, dass mit der Einführung von APplus der größtmögliche Nutzen aus dem Zusammenspiel optimierter Prozesse und einer modernen Standard-ERP-Soft-ware generiert werden kann. Wichtig ist dabei auch die Erstellung eines präzisen Projektablaufplans unter Berücksichti-gung mitlaufender Berichte zur stetigen Überprüfung von Ziel-, Qualitäts- und Terminvorgaben sowie des Budgets. Zudem liegt ein wichtiger Fokus auf der Motivation der Endanwender und der Ak-zeptanz der neuen Software. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe der Projekt-leitung besteht demzufolge in der konti-nuierlichen Werbung für die neue Lösung und Aufklärung über die damit verbunde-nen Ablaufänderungen für die Mitarbeiter in den einzelnen Abteilungen. Sind alle Prozesse erkannt, definiert und dokumen-tiert, tritt der Lenkungsausschuss zusam-men und leitet den Übergang in die zweite Phase ein. Der Lenkungsausschuss setzt sich aus den beiden Projektverantwortlichen des An-bieters und des Anwenderunternehmens sowie den Entscheidern der Geschäftslei-tung des Kunden und der Asseco Solu-tions zusammen. In diesem Kreis werden die Erreichung der Zielvorgaben, mögli-che Abweichungen, eventuell aufgetrete-ne Probleme sowie die nächsten Schritte besprochen. Zentrale Themen des Len-kungsausschusses sind zudem die in der Vorbereitungsphase konkretisierten Ter-min- und Budgetpläne. Sind alle Themen im grünen Bereich, dann kann das Projekt in breitem Konsens und auf Basis einer sauber abgestimmten In-formationslage in die Realisierungsphase eintreten. Dadurch lassen sich die meisten Risiken und Probleme in den Folgephasen deutlich minimieren. Phase 2: Die Realisierung In der Realisierungsphase werden die Ergebnisse der Vorbereitungsphase umgesetzt. Es werden sowohl Prozes-soptimierungen mit den Key-Usern als auch Individualisierungen am Stan-dard- ERP-System durchgeführt. Dabei achten die Asseco-Berater streng darauf, Prozesse einerseits so weit wie möglich im Standard abzubilden, andererseits aber auch wichtige Individualisierungen zuzu-lassen, die gerade im Mittelstand oft für einen optimalen Prozess benötigt werden. Im Vordergrund steht dabei immer ein möglichst positiver ROI-Wert. Bei der Einführung der verschiedenen ERP-Module werden die Abläufe in den Abteilungen noch einmal abgeglichen, um die Anwenderakzeptanz zu fördern und den größtmöglichen Nutzen mit APplus zu erreichen. Hier wird das Arbeitsauf-kommen bei den Mitarbeitern etwa zu Messen oder in umsatzstarken Monaten ebenso berücksichtigt wie die Doppelar-beiten, die bei einer eventuellen Einfüh-rung in Teilschritten auf die Beschäftigten zukommen. Den Abschluss jeder Modu-leinführung markieren Integrationstests und Schulungen der Key-User am fertigen System. Alle Schritte der ERP-Einführung wer-den bei der Asseco Solutions durch einen leistungsfähigen Baukasten zur Projek- Zum Autor Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tä-tig, ist Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hinter-grund, der weitreichende Erfahrungen in verschie-denen renommierten Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwort-lichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktionserweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauens-volle Zusammenarbeit mit Kunden und Interessen-ten realisiert werden. Der verheiratete Vater einer Tochter verbringt seine freien Stunden am liebsten mit der Familie – entweder beim Wandern, auf ausgedehnten Radtouren oder beim Shoppen in Berlin. 44 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - ERP-SYSTEMEEINFÜHREN teinführungsmethodik unterstützt. Dieser besteht aus sogenannten Muss-, Soll- und Kann-Hilfsmitteln, die je nach Projektgröße, Projektorganisation oder Kundentyp fle-xibel eingesetzt werden können. Neben einer Termin-, Reihenfolge- und Ressourcen-planung ermöglichen diese Hilfsmittel eine Fortschrittskontrolle und enthalten des Weiteren Formulare für Protokolle, Checklisten und Konzepte. Ganz entscheidend ist ein Plan, der offene Aktivitäten eines Projektes darstellt und über vereinbarte Termine informiert. Diese sind klar nach Verantwortungsbereich und Priorität strukturiert. Wei-tere wichtige Hilfsmittel sind die Prozessdokumentationssoftware IMS sowie die Test-protokollvorgaben. Über die Projekthilfsmittel werden sämtliche Vorgänge im Projekt umfassend dokumentiert. Damit ist zugleich die Voraussetzung für ein permanentes Projektcontrolling sowie den langfristigen Support gegeben. Phase 3: Inbetriebnahme und Produktivstart Mit dem Abschluss der Realisierungsphase tritt erneut der Lenkungsausschuss zusam-men, um den bisherigen Projektverlauf zu analysieren und mögliche Risiken bei der Inbetriebnahme zu beurteilen. Beim integrierten Produktivstart sehr vieler Prozessbe-reiche stellt der Gesamttest mit den Endbenutzern eine große Herausforderung dar. Nur eine intensive, möglichst umfangreiche Testphase kann bestehende Risiken minimieren und einen erfolgreichen Produktivstart gewährleisten. Die letzte Phase besteht neben dem Test aus zwei Schritten: der Anwenderschulung sowie der produktiven Datenübernahme. Die Asseco Solutions verfolgt das „Train-the- Trainer“-Konzept, in dem die Key-User ihre Endanwender selbst schulen und nur punk-tuell von Asseco-Beratern unterstützt werden. Dieses Verfahren stellt sicher, dass ein optimaler Know-how-Transfer stattfindet. Sind die Anwender für die Nutzung des neuen Systems geschult und haben sie sich in der Testphase intensiv mit dem System auseinandergesetzt, er-folgen die produktive Datenübernahme und der eigentliche Echtstart. Neben der bereits beschriebenen Vor-gehensweise bietet die Asseco Solutions auch die „Schulende Projekteinführung“ an. Dieser Ansatz ist allerdings nur für Kunden geeignet, die bestimmte Voraus-setzungen erfüllen. Dann ist er jedoch hocheffizient und damit schneller und kostengünstiger umsetzbar. Zu den zu er-füllenden Kriterien gehören eine nahe am Software-Standard gehaltene Einführung, bekannte Sollprozesse auf der Kundensei-te sowie ein kompetentes Projektteam, das selbständig Entscheidungen treffen und umsetzen kann. „Bei der Einführung der verschiedenen ERP-Module werden die Abläufe in den Abteilungen noch einmal abgeglichen, um die Anwenderakzeptanz zu fördern und den größtmöglichen Nutzen mit APplus zu erreichen.“ - Thorsten Reuper Competence Book - ERP 45
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    GRUNDLAGEN - WANDLUNGSFÄHIGKEITDANK ERP Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP-Software Mit integrierter Unternehmenssoftware erfolgreich den Herausforderungen des Wettbewerbs begegnen Die Anforderungen des Marktes an mittelständische Unternehmen sind immens: Sie müssen schnell, flexi-bel und innovativ sein. Gleichzeitig gilt es, sich mit wettbewerbsfähigen Preisen gegen eine globale Konkur-renz zu behaupten. Die Einführung einer modernen ERP-Software zur Unternehmenssteuerung ist ein ge-eignetes Instrument, um die geforder-te Wandlungsfähigkeit zu erreichen. ERP-Software wird somit für mittel-ständische Unternehmen zunehmend auch zu einer strategischen Aufgabe. AUTOR Armin Schneider-Lenhof Der Beitrag zeigt anhand sechs ausgewählter Anwenderbeispiele, warum gerade jetzt dafür der richtige Zeitpunkt ist und welche Vorteile aus Kosten- und Nutzensicht die auf Microsoft Dynamics NAV basierenden ERP-Branchenlösungen der KUMAVISION AG eröffnen. Vorteil 1: Best Practice bereits im Standard Das Rad muss nicht jedes Mal neu erfun-den werden! Gegenüber individuell entwi-ckelter Software bieten Branchenlösungen einen zentralen Vorteil: Sie bringen die Erfahrung aus zahlreichen erfolgreich re-alisierten Projekten bereits im Standard mit – der kostspielige, individuelle Pro-grammieraufwand wird damit nachhal-tig minimiert. Im Dialog mit Anwendern entwickelte Funktionen decken bran-chenspezifische Anforderungen passge-nau ab. Die laufende Weiterentwicklung durch den Anbieter ermöglicht zeitnahen Zugriff auf neue Technologien. Vorteil 2: Alle Kosten im Blick Fertigungsunternehmen verfügen oft über eine hohe manuelle Wertschöpfung. Nicht nur in der Angebotsphase, sondern auch bei Make or Buy-Entscheidungen ist eine transparente Sicht auf die tatsächlichen Kosten unerlässlich. Das Zusammenspiel aus ERP-Software und Betriebsdatener-fassung (BDE) versetzt Unternehmen in die Lage, die einzelnen Arbeitsschritte ex-akt zu erfassen und detailliert nachzukal-kulieren. „Die Fertigung ist für uns dank Kumavision keine Black Box. Kalkulation und Preisfindung können wir auf Grund-lage belastbarer Daten durchführen. Selbst individuelle Produkte können wir jetzt zuverlässig kalkulieren“, erklärt Ste-fan Alber, kaufmännischer Leiter (CFO) bei JOTEC, Hechingen. Vorteil 3: Reibungslose Prozesse in Lager und Logistik Eine hohe Lieferfähigkeit fördert die Kundenzufriedenheit. Effiziente Abläufe und ein vorausschauendes Produktions-und Bestellwesen sind dafür die Voraus-setzung. Wie Fertiger dabei von einer ERP-Lösung unterstützt werden, zeigt das Beispiel des Vorarlberger Unternehmens High Q-Laser: „Mit der Einführung von Kumavision factory konnten wir die Ver-fügbarkeit unserer Komponenten um 40% 46 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - WANDLUNGSFÄHIGKEITDANK ERP steigern und gleichzeitig den Lagerwert um über 30% reduzie-ren“, so Supply Chain Manager Harald Krestel. Der Einsatz von moderner Barcode- und Scannertechnologie beschleunigt da-bei nicht nur die Prozesse, sondern beugt auch zuverlässig Ver-wechslungen und Fehleinlagerungen vor. 40 % konnte die Verfügbarkeit der Komponenten durch die Einführung von Kumavision factory gesteigert werden Vorteil 4: Weniger Zeit, weniger Fehler Moderne ERP-Software ermöglicht die bidirektionale Anbindung von CAD- und PIM-Lösungen. Der zeitaufwändige, fehleranfälli-ge manuelle Abgleich entfällt. Ein Beispiel: Werden Kaufteile in der ERP-Software Kumavision factory angelegt, stehen diese auch im CAD-System unmittelbar zur Verfügung. „Wir sparen hier je nach Anwendungsszenario zwischen 10 und 30 Prozent Zeit ein, da wir auf eine parallele Datenpflege verzichten und damit auch Inkonsistenzen vermeiden“, berichtet der CAD-Administrator der Gebr. Bellmer Maschinenfabrik aus Niefern-Öschelbronn. Auch der vielfach geforderte elektronische Datenaustausch mit Kunden und Lieferanten (EDI) lässt sich einfach einrichten. Da-mit lassen sich Bestellungen, Lieferscheine, Rechnungen etc. auf Knopfdruck in Sekunden übertragen – und zwar in beiden Rich-tungen. Die dazu erforderlichen Daten werden automatisch von dem ERP-System generiert und verarbeitet. Vorteil 5: Garantierte Investitionssicherheit ERP-Software kann das Wachstums eines Unternehmens fördern und begleiten: „Unsere ERP-Software ist so flexibel und skalier-bar, dass unsere 200 Mitarbeiter heute damit genauso erfolgreich arbeiten wie die 30 Mitarbeiter vor zehn Jahren“, sagt Christian Puritscher, Geschäftsführer des Medizintechnikfertigers OPED mit Sitz im bayerischen Valley. Die von OPED eingesetzte Kuma-vision- Branchensoftware basiert auf Microsoft Dynamics NAV. Microsoft garantiert die Weiterentwicklung bis mindestens 2027, so dass auch hier wichtige Planungs- und Zukunftssicherheit ge-boten wird. Vorteil 6: Schneller Return on Investment Die Erfahrung aus zahlreichen Projekten zeigt: Die Einführung einer ERP-Software rechnet sich. Viele Kunden der Kumavisi-on erreichen nach kurzer Zeit den Return On Invest. Dank des Einsatzes agiler Methoden verliert auch die Einführung einer ERP-Software ihren Schrecken, wie das positive Feedback der Allweier Präzisionsteile GmbH aus Überlingen zeigt: „Mittelstän-dische Unternehmen können nicht für jede kleine Aufgabe einen Mitarbeiter abstellen. Gemeinsam mit Kumavision haben wir das Projekt mit geringem Personalaufwand gestemmt. Das war rich-tig gute Arbeit.“ Der richtige Zeitpunkt: jetzt Optimierte Prozesse, verbesserte Wettbewerbsfähigkeit, gestei-gerte Transparenz: Mittelständische Unternehmen profitieren von der Einführung einer ERP-Software in mehrfacher Hinsicht. Unabhängig von der konjunkturellen Lage, kann die Antwort auf die eingangs gestellte Frage nach dem richtigen Zeitpunkt daher nur „jetzt“ lauten. Denn Wandlungs- und Handlungsfähigkeit ist in jeder Situation gefordert. Zum Autor Armin Schneider-Lenhof: Armin Schneider-Lenhof ist langjähriger Marketingleiter der KUMAVISION AG, Mark-dorf. Seine fachliche Expertise bezieht der studierte Wirtschaftswissenschaftler aus 25 Jahren Tätigkeit für namhafte ERP- bzw. PPS-Anbieter. Competence Book - ERP 47
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    GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERNDIE IT-INDUSTRIE Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud Computing und mobile Endgeräte am Arbeitsplatz Autor: Thorsten Reuper, Asseco Solutions AG Industrie 4.0, Internet der Dinge, Cloud Computing und mobile Endgeräte am Arbeitsplatz – gleich vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie heraus. Herr Dr. Winfried Felser, Vor-stand der NetSkill AG, hat mit dem Technikchef der Asseco Solutions, Thorsten Reuper, darü-ber gesprochen, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf den ERP-Markt haben. Herr Reuper, Sie sind für die Entwick-lungsaktivitäten eines ERP-Herstellers für mittelständische Betriebe zuständig. Wie schätzen Sie die Folgen der aktuellen IT-Megatrends auf die ERP-Industrie ein? Thorsten Reuper Die ERP-Hersteller sind von allen Trends, die Sie erwähnt haben, unmittelbar be-troffen. Und sie dürfen nicht nur darauf reagieren, sondern müssen sie aktiv mit-gestalten. Denn im ERP-System schlägt das Herz der Unternehmen. Unabhängig davon, wie die Trends heißen und welche Auswirkungen sie haben, am Ende müs-sen Unternehmen immer wirtschaftlich arbeiten und Gewinne erzielen. Und zur Steuerung der dafür notwendigen Prozes-se bleibt die ERP-Lösung auch in Zukunft das führende System. Aber sind die Hersteller nicht überfordert angesichts von Entwicklungen, die IT-Gi-ganten wie Google oder Apple maßgeblich bestimmen? Thorsten Reuper Das Gute an Trends ist, dass es eine Wei-le dauert, bis sie nach der ersten heißen Phase der zum Teil aufgeregt geführten Diskussionen in den Medien auch in der Realität und im Unternehmensalltag an-kommen. Und zwar aus den verschiedens-ten Gründen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Ja, private Endgeräte haben im Unterneh-mensalltag Einzug gehalten. Technisch gesehen ist es auch gar nicht so schwer, die Geräte in das Unternehmensnetzwerk einzubinden. Allerdings ist das ja keine rein technische Frage, sondern enthält unter anderem auch zahlreiche rechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte. Ergibt es wirklich Sinn, wenn alle Mitarbeiter von allen ihren privaten Endgeräten aus von überall her auf alle Unternehmensan-wendungen und -daten zugreifen dürfen? Natürlich nicht. Und die Diskussion, was sinnvoll ist und was nicht, muss in Ruhe geführt werden. Dabei stellt sich sehr schnell heraus, dass in der Regel nur in einzelnen Bereichen, zum Beispiel bei der mobilen Datenerfassung im Lager oder beim sicheren Zugriff der Manager auf die Finanzanwendungen, Handlungsbedarf besteht. Wie sieht es dann beim Thema Industrie 4.0 aus? Man hat ja manchmal den Ein-druck, dass nur das Unternehmen überle-ben wird, das diese Idee morgen schon in allen Bereichen verwirklicht. Thorsten Reuper Industrie 4.0 ist, technisch gesehen, zu-nächst einmal nichts anderes als das In-ternet der Dinge in der Fertigung. Oder anders ausgedrückt: Das Produkt spricht mit der Maschine und die Maschine spricht mit dem System. Was so revoluti-onär klingt, ist in Wahrheit eine weitere, wenngleich wichtige Stufe in einer evolu- „Das Gute an Trends ist, dass es eine Wei-le dauert, bis sie nach der ersten heißen Phase der zum Teil aufgeregt geführten Diskussionen in den Medien auch in der Realität und im Unternehmensalltag ankommen.“ - Thorsten Reuper 48 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERNDIE IT-INDUSTRIE tionären Entwicklung. Denn die für Industrie 4.0 nötigen Technologien und Standards wie SOAP, Web Services, XML, RFID oder TCP/IP sind ja schon vorhanden. Jetzt kommt es darauf an, dass diese intelligent dazu genutzt werden, die verschiedenen Ebenen wie ERP oder MES, die bislang nur lose miteinander gekoppelt waren und dazu oftmals pro-prietäre Protokolle benutzten, nahtlos zu verbinden. Wie das funktionieren könnte, ist zum Beispiel in der digitalen Demonstrationsfabrik der RWTH Aachen zu beobachten, an der wir uns als Vertreter der ERP-Industrie beteiligen. Im Übrigen müssen wir da-bei darauf achten, den miteinander sprechenden Komponenten im Produktionsprozess nicht wieder spezielle Dialekte anzutrainieren, nur weil sich dadurch etwaige Verstän-digungsschwierigkeiten vermeintlich einfacher und schneller lösen lassen. Denn das würde sich später unweigerlich rächen. Was gibt es denn außer der Technik zu klären? Die Diskussion wird doch vor allem tech-nisch und bisweilen auch politisch geführt. Und für den Standort Deutschland und seine langfristige Wettbewerbsfähigkeit sind doch wohl nicht die ERP-Hersteller verantwortlich – oder doch? Thorsten Reuper Die politische Diskussion des Themas Industrie 4.0 hat den Vorteil, dass dadurch in kurzer Zeit ein allgemeines Bewusstsein für die zugrunde liegende Problematik geschaf-fen wird. Dafür sind wir allen an dieser Diskussion Beteiligten dankbar. Aber Sie haben Recht: Natürlich ist es unser Ziel, unsere Kunden mit Hilfe unserer Lösungen in ihren Bemühungen um langfristige Wettbewerbserfolge zu unterstützen. Aber dafür tragen wir weder die alleinige noch letzte Verantwortung. Was es aus unserer Sicht vordringlich zu klären gilt, sind die noch ungeklärten kaufmännischen und sonstigen Fragen von Industrie 4.0, die aus den technischen Möglichkeiten heraus entstehen. Könnten Sie uns ein paar Beispiele für die noch offenen Fragen nennen? Thorsten Reuper Das zweite Grundprinzip von Industrie 4.0 ist neben der Kommunikation die Dezentralität. Zu Ende gedacht bedeutet das, dass die Produkte und Maschinen völlig frei entscheiden können, welchen Ablauf sie in der Fertigung wählen. Das kann dann zwar der schnellste Ablauf, aber auch der teuerste sein. Das wäre aber sicher nicht im Sinne des Erfinders. Oder wenn jedes Bauteil seine sämtlichen mate-rialspezifischen Informationen digital mit sich trägt, kann ein einziger erfolgreicher digitaler Spionageakt den kompletten Ruin des Herstellers nach sich ziehen. Wir müssen also in realitätsnahen Versuchen klären, wie viel Dezentralität, wie viel In-formationsdichte und wie viel Kommuni-kation sinnvoll sind. Und die Antworten werden nicht heute oder schon morgen vorliegen, sondern Zeit brauchen. Zum Autor Thorsten Reuper: Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tä-tig, ist Thorsten Reuper ein besonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hinter-grund, der weitreichende Erfahrungen in verschie-denen renommierten Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwort-lichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktionserweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies soll insbesondere durch eine enge und vertrauens-volle Zusammenarbeit mit Kunden und Interessen-ten realisiert werden. Der verheiratete Vater einer Tochter verbringt seine freien Stunden am liebsten mit der Familie – entweder beim Wandern, auf ausgedehnten Radtouren oder beim Shoppen in Berlin. Competence Book - ERP 49
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    GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERNDIE IT-INDUSTRIE Das klingt fast so, als wäre die einfachste Aufgabe bei neuen Trends die Beherrschung der Technik. Andererseits wurde schon vor mehr als zehn Jahren die voll automatisierte Lieferkette un-ter dem Schlagwort SCM versprochen und lässt bis heute auf sich warten. Das hat viele Anwender speziell aus der Industrie misstrauisch gemacht. Thorsten Reuper Natürlich haben Sie Recht. Einfach ist es nicht. Und ich behaupte auch nicht, dass wir bei Asseco auf alle Aspekte und Herausfor-derungen von Technologietrends vollständige und fertige Ant-worten hätten. Aber wir haben es geschafft, das Potenzial von Zukunftstechnologien richtig einzuschätzen und dadurch in un-seren Lösungen schon beizeiten die Grundlagen zu schaffen, um mit den Megatrends von heute nicht nur mitgehen, sondern sie sogar zu unserem und dem Vorteil unserer Kunden heute schon nutzen zu können. Ich möchte nur ein Beispiel hierfür heraus-greifen: Wir haben uns schon Anfang des letzten Jahrzehnts da-für entschieden, unser ERP-System komplett auf Web-Technolo-gien mit einer sauberen Mehrschichtenarchitektur umzustellen, und haben zu diesem Zweck unsere Lösung komplett neu pro-grammiert. Das war für einen mittelständischen ERP-Hersteller wie uns ein Kraftakt, gleichzeitig aber wegweisend für die ganze Branche. Schauen Sie sich doch nur einmal an, wie mühsam die-ser Weg selbst für die Schwergewichte der ERP-Industrie ist. Wir unterstützen technologisch schon seit mehr als zehn Jahren das, was heute Cloud oder Internet der Dinge heißt. War das Zufall oder hat Asseco im Gegensatz zu anderen hellse-herische Fähigkeiten? Thorsten Reuper Weder das eine noch das andere. Die Entwicklungsabteilung ei-nes Softwareherstellers darf nie nur die Anforderungen des Au-genblicks im Sinn haben, sondern muss daneben auch eine Art Grundlagenforschung betreiben. In der zweiten Hälfte der 1990er Jahre wurde klar, dass das Internet die Infrastruktur der Zukunft sein würde, für alle IT-Dienste und -Anwendungen. Welche genau das einmal sein würden, stand hingegen noch in den Sternen. Es ist wie bei der öffentlichen In-frastruktur, bei Straßen und Schulen. Investitionen in diese Be-reiche zahlen sich immer aus. Sie unnötig auf die lange Bank zu schieben, führt später zu überhöhten Kosten und entgangenen Gewinnen. Das ist einer der Gründe, warum wir aktiv mit For-schungsinstituten und Verbänden zusammenarbeiten und Geld in die Grundlagenforschung investieren. Das gehört auch zu den Aufgaben eines Softwareherstellers. Nun sind Technologie, Betriebswirtschaft und Produktion die eine Sache. Man hat den ERP-Herstellern in der Vergangenheit oft vor-geworfen, sie kümmerten sich um alles, nur nicht um die Anwen-der. Thorsten Reuper Das war und ist leider in vielen Fällen ein berechtigter Vorwurf, der allerdings in der technischen Historie begründet liegt. Als wir auf die Internettechnologie umgestiegen sind, haben wir auch die ergonomischen Möglichkeiten erkannt, die der Browser als Benutzeroberfläche bietet. Von Anfang an haben wir deshalb konsequent die ergonomischen Prinzipien nach DIN-Norm wie Erwartungskonformität oder Fehlertoleranz umgesetzt. Solche „Die Entwicklungsabteilung eines Softwareherstellers darf nie nur die Anforderungen des Augenblicks im Sinn haben, sondern muss daneben auch eine Art Grundlagenforschung betreiben.“ - Thorsten Reuper 50 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN- MEGATRENDS FORDERNDIE IT-INDUSTRIE „Ich bin überzeugt, dass sich das Kon-zept Cloud Computing langfristig durchsetzen wird. Ein Grund wird im Übrigen Industrie 4.0 sein.“ - Thorsten Reuper Prinzipien kann man, technisch gesehen, im Nachhinein nur schwer einbauen, sondern muss sie von Anfang an in der Ent-wicklung berücksichtigen. Auch das ist ein Grund, das Neue nicht nur aufgeregt zu diskutieren, sondern erst einmal gründ-lich durchzudenken. Danach freilich sollte man schnell handeln und die entwickelten Konzepte konsequent umsetzen. Aber besteht nicht doch die Gefahr, von überraschenden Entwick-lungen wie dem Erfolg von Smartphones oder Tablets, der sich zu einem guten Teil auf dem Bedienkomfort dieser Geräte gründet, überrannt zu werden? Thorsten Reuper Diese Gefahr besteht freilich immer, sie ist Teil des unterneh-merischen Risikos. Aber auch hier profitieren wir von den stra-tegischen Entscheidungen der Vergangenheit. Wir setzen auf Microsoft-Technologie und unterstützen deshalb berührungs-empfindliche Bildschirme, seit Windows 8 auf dem Markt ist. Außerdem arbeiten wir gerade daran, unsere ERP-Oberfläche auf Basis von HTML5 in Richtung responsives Webdesign wei-terzuentwickeln. Unsere Website funktioniert schon nach die-sem Prinzip und ihre Darstellung passt sich automatisch den grafischen Möglichkeiten Ihres Endgeräts an. Das ist aber nur ein Schritt, wir müssen nicht mehr den ganzen Weg gehen. Wir müssen nicht bei Adam und Eva anfangen und zum Beispiel von einem fetten Client auf den Browser umsteigen. Sie sagten, dass Asseco Solutions schon seit mehr als zehn Jahren Cloud Computing beherrscht. Was ist denn der aktuelle Stand die-ses Konzepts in Sachen ERP? Thorsten Reuper Auch dieses Thema weist eher evolutionären Charakter auf. Das erkennen Sie schon daran, dass viel darüber geredet wird, dass aber demgegenüber die Akzeptanz bei den Kunden deutlich hinterherhinkt. Und das zu Recht: Denn Cloud Computing ist wieder einmal nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Sicherheit und des Rechts. In den ERP-Daten ruht der Schatz des deutschen Mittelstands, der im weltweiten Maßstab eine sehr große Anzahl an Weltmarktführern hervorgebracht hat. Viele Staaten und Unternehmen aus allen Teilen der Welt dürften ein Interesse daran haben, an dieses wertvolle geistige Eigentum zu gelangen. Das heißt, Cloud Computing ist im Grunde gar kein Thema? Thorsten Reuper Ich bin überzeugt, dass sich das Konzept langfristig durchsetzen wird. Ein Grund wird im Übrigen Industrie 4.0 sein. Denn wir werden viele Maschinendaten über die Cloud entlang der unter-nehmensübergreifenden Liefer- und Wertschöpfungskette aus-tauschen müssen. Die technischen Voraussetzungen sind dafür in unserem System bereits gegeben. Dazu zählen insbesondere die vollständige Webbasierung und die Multimandantenfähig-keit inklusive Multi-Site-Unterstützung. Dennoch fällt die Nach-frage nach APplus aus der Cloud noch eher gering aus, wir bewe-gen uns hier immer noch eher im Bereich des Cloud-Modells, das früher schlicht Hosting oder ASP genannt wurde. Aber das wird sich ändern. Insbesondere bei den Klein- und Kleinstfirmen, die Kapitalinvestitionen scheuen, sehen wir ein sehr großes Poten-zial. Blicken wir etwas in die Zukunft: ERP 2020 – wie wird das Ihrer Meinung nach aussehen? Thorsten Reuper Vieles von dem, was wir hier diskutiert haben, wird sich 2020 in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. So wer-den wir uns hoffentlich auf die nötigen Standards geeinigt und diese auch erprobt haben, damit Kunden ohne größere Mühen das Konzept von Industrie 4.0 bei sich im Unternehmen einfüh-ren können. Kunden müssen aber nicht nur von einer Idee überzeugt sein, sondern auch über die finanziellen und personellen Ressourcen verfügen, um neue Ideen umzusetzen. Wie reagieren Sie darauf? Thorsten Reuper: Indem wir nicht reagieren, sondern diesen Weg durch eine kluge, evolutionäre Releasepolitik ebnen. So nä-hern wir uns gemeinsam mit den Unternehmen dem großen Ziel, Schritt für Schritt zwar, dafür aber beharrlich und konsequent. Competence Book - ERP 51
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    GRUNDLAGEN - ERPTRENDS 2014 ERP Trends 2014 Beobachtungen im Markt und Trends AUTOR: Ralf Korb, BARC GmbH Big Data / BI / Analytics Das Datensammeln gelingt den Unternehmen seit einigen Jahren schon sehr gut. Zunehmend interessieren sie sich auch für die Auswertung und, fast noch wichtiger, die Zurverfügungstellung von Echtzeitdaten, um auf Basis aktueller Daten Entscheidun-gen treffen zu können. Dies betrifft Abverkaufs Zahlen und damit Produktionsvorgaben genauso wie Mitarbeitereinsatzplanung und beispielsweise die Einbeziehung von Wetterdaten im Agrar-bereich für die Absatzprognoseplanung. Neu für ERP-Systeme ist der Zwang, die strukturierten Daten mit unstrukturierten Daten aus externen Quellen zu kombinieren. Dies führt zu einem weiteren Anstieg der zu verarbeitenden Da-tenmengen und erhöht den Druck, kosteneffizient und schnell zu analysieren. Zwar scheint der Hype rund um Big Data seinem Höhepunkt entgegenzusteuern, doch die Umsetzung bei den Unternehmen hält damit noch nicht Schritt. So müssen die neu entstandenen großen Datenmengen in der Regel in ein separates BI-System zu Analysezwecken überführt werden. Die große Herausforderung für Unternehmen wird es sein, die unterschiedlichen Informa-tionsquellen aus unstrukturierten und strukturierten Daten zu integrieren. SAP ist mit der In-memory-Datenbank HANA ak-tuell in der Vorreiterrolle und versucht diese, technologisch in den eigenen Produkten zu integrieren und den Bestandskunden schmackhaft zu machen. Hybride Systeme / Cloud Zwar nimmt der Anteil der Unternehmen, die auf eine Cloud- ERP-Lösung setzen zu. Doch die Unsicherheit wo wirklich Da-tensicherheit herrscht, hat erst einmal für einen weiteren Dämp-fer in der zumindest im deutschsprachigen Raum eher kritischen Öffentlichkeit geführt. Es ist zwar durchaus richtig und notwen-dig, dass sich Anwender mit dem Thema auseinandersetzen, doch setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass eine reine Cloud-Lösung nicht das Allheilmittel ist. Wenn Cloud, dann lie-ber Hybride Lösungsansätze. Vielmehr sind Konzepte interessant, die dem Anwender die Wahlfreiheit lässt. Je nach Bedarf können Lastspitzen oder Nie-derlassungen per Cloud aufgefangen werden, während in der Zentrale klassisch die on-premise-Version im Einsatz ist. Für Großunternehmen spielen Cloud-Szenarien durchaus auch eine Rolle, aktuell aber eher im Bereich der Verwaltungsfunkti-onalitäten, beispielsweise im Bereich Human Capital Manage-ment und der Buchhaltung oder als Möglichkeit, Niederlassun-gen anzubinden. Internet der Dinge / Industrie 4.0 Seit einigen Jahren schon geistert das „Internet der Dinge“ durch die Gazetten, beispielsweise in Form des Selbst-bestellen-den Kühlschranks. So langsam zeichnen sich erfreulicherwei-se Standardisierungstendenzen ab – und damit sinkt die Angst der Anwender, auf das falsche, proprietäre System zu setzen. So zeichnet sich ein Standard für die drahtlose Kommunikation ab, Bluetooth hat über die letzten Jahre hier entsprechende Vorarbeit im Bereich Tablet, PC und Handy geleistet. Zunehmend haben sich Plattformen und Hubs herausgebildet, die es übernehmen, einzelne Teilnehmer zu verbinden. Ich bin davon überzeugt das diese Plattformen werden weiter an Popularität gewinnen. 52 Competence Book - ERP
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    GRUNDLAGEN - ERPTRENDS 2014 Schon weit fortgeschritten sind Telematik-Dienste, sowohl in der privaten als auch der kommerziellen Nutzung. RFID, obwohl in einigen Unternehmen schon seit mehreren Jahren in der Testphase, wartet immer noch auf den flächendeckenden Durchbruch. Dies ist der fehlenden Infrastruktur bei Lesegeräten einerseits, andererseits aber auch immer noch zu hohen Kosten für passive und aktive Chips geschuldet. ERP-seitig bedeutet das Internet der Dinge ein weiteres Anwachsen der strukturierten und unstrukturierten Datenmengen – die es zu verarbeiten und auszuwerten gilt. Hier spielt das Schlagwort Big Data wieder eine Rolle - in diesem Bereich haben Anwender wie Anbieter noch einige Hausaufgaben zu erledigen. User Interface / Mobility Die Appisierung der ERP-Funktionalität steht aktuell erst am Anfang. Durch den Ein-satz mobiler Endgeräte wie Smartphones und Tablets erforderliche Änderungen in der Benutzerführung fördern den Trend zur funktionalen Aufgliederung. Für einzelne Auf-gaben wie Reisekostenabrechnung – vielleicht sogar mit integrierter Scanmöglichkeit der Belege -, Urlaubsanträge aber auch Zeiterfassung von Service-Technikern bietet sich die Erstellung von Apps an. Der Trend zum Smartphone ist ungebrochen, die Erfassung muss schnell gehen – komplexe, auf Monitor/Tastatur/Maus-Bedienung ausgerichtete Eingabesysteme kommen schnell an die Grenzen der Anwenderakzeptanz. Es liegt also nahe, Einzelfunktionalität Touch-optimiert zur Verfügung zu stellen, um diese Anfor-derungen zu erfüllen. Social ERP Die Interaktion innerhalb von Unternehmen und innerhalb von geschlossenen Benut-zergruppen wird zunehmend in Anwendungen verlagert, die ähnlich wie Facebook funktionieren. Denn die eher informelle Kommunikation in solchen sozialen ersetzt einerseits virtuell das Gang-Gespräch, bietet aber andererseits den Vorteil, dass Infor-mationen durch Suchfunktion archiviert und abrufbar sind und sich quasi automatisch der Wissensspeicher des Unternehmens füllt. So schwappen Kommunikationsmetho-den, die Mitarbeiter aus dem privaten Umfeld kennen, zunehmend in die Unternehmen und sorgen dort auf längere Sicht auch für einen Wandel der Kommunikationskultur. Allerdings müssen Anwender bereit sein, diesen Weg zu gehen und zur Not alte Kom-munikationsmodelle rigoros abstellen. Eine parallele Weiterführung von beispielsweise Email ist inkonsequent und wird voraussichtlich nur zu unbefriedigenden Ergebnissen führen. „Neu für ERP-Systeme ist der Zwang, die strukturierten Daten mit un-strukturierten Daten aus externen Quellen zu kombinieren.“ - Ralf Korb Zum Autor Ralf Korb: Ralf Korb kann seit 1986 auf eine über 25-jährige Erfahrung in der IT zurückblicken. Er begann seine Karriere Mitte der 80er Jahre im Anschluß an sein BWL Studium in Köln als Systemberater und Ver-triebsrepräsentant bei der Bull AG, arbeitete als Produktmanager für die Esselte Meto GmbH, und war bei Systems Union und Update Marketing als Marketingleiter Zen-traleuropa tätig. Bis 2002 war Ralf Korb als Vice President Marketing und Business Relations und Mem-ber of the Board bei Team Brendel AG tätig. Im Anschluß an eine 4 jährige Analystentätigkeit bei der Hewson Group als Research Direc-tor und einer freien publizistischen Tätigkeit hat er Anfang 2007 eine Managementaufgabe im Security Umfeld übernommen. Korb verant-wortete bei der Check Point Tech-nolgies GmbH das Marketing für CE und ist der Hewson Group als Senior Research Fellow und Advi-sor weiterhin verbunden. Mit seinem Wechsel zu asfc, einem Messeveranstalter aus Fürth präg-te, er das Bild der Messe CRM-ex-po maßgeblich von 2009 - 2012. Competence Book - ERP 53
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    Hand aufs Herz:Ist Ihr Unternehmen schon dort, wo Sie hinwollen? Finden Sie es heraus! business-performance-index.de Business Performance Index BPI Unterstützt vom Wissen ist besser als glauben. Darum erhält der Mittelstand mit dem Business-Performance-Index jetzt die Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen: Wo steht mein Unternehmen? Wie gut sind meine Geschäftsprozesse organisiert? Wie weit ist der Wettbewerb? Checken Sie jetzt Ihre Performance im brancheninternen Vergleich – es lohnt sich: www.business-performance-index.de Zusätzlich zum BPI-Online-Check fi nden Sie hier Studien zum BPI Mittelstand und zu den Branchen- BPIs Fertigung, Dienstleistung und Handel als Download. Sie haben die grundlegende Standortbestimmung des BPI-Online-Checks genutzt? Sie möchten Ihre Unternehmensleistung in der Tiefe analysieren und konkrete Ansätze zur Optimierung kennenlernen? Dann melden Sie sich zum BPI-Value-Workshop an – für Teilnehmer des BPI-Online-Checks aktuell kostenlos. Premiumpartner Mobility DACH Branchenpartner Fertigung
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    Einleitung Grundlagen Anwendungen& Lösungsbausteine 5 Editorial Volker Schnittler ERP 2020 Zukunft, aber keine Science Fiction 6 Grußwort Frank Naujoks Gerüstet für den Wettbewerb von morgen 7 Grußwort Otto Schell ERP: Ein Wettlauf mit der Zeit um Zukunftsfähigkeit 8 Grußwort Thorsten Reuper ERP der Zukunft - die Zukunft des ERP hat gerade erst begonnen 9 Grußwort Manfred Deues Maximale Prozesstransparenz 10 Zahlen kompakt Infografik ERP 14 Statements Statements zu ERP 20 ERP 2020 I Roundtable zu ERP 2020 28 ERP 2020 II Die ERP 2020-Initiative des VDMA vorgestellt 31 ERP 2020 III 21 Thesen für das ERP der Zukunft 36 ERP Auswahl Die Zeit ist reif: Ein neues ERP-Auswahlverfahren 41 ERP Einführung I So vermeiden Sie Stolperfallen bei der ERP-Einführung 43 ERP Einführung II ERP-Systeme einführen: In drei Phasen zum Erfolg 46 Wandlungsfähigkeit Mehr Wandlungsfähigkeit dank moderner ERP 48 ERP Trends I Vier Megatrends fordern die gesamte IT-Industrie 52 ERP Trends II ERP Trends 2014 57 ERP 2020 IV Eine Einführung zu den ERP-2020-Reports 59 ERP 2020 V Mobility, Connectivity, Usability: Empirie zur Trilogie der ERP 2020 65 Mobility Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil 67 Cloud ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab 69 Usability ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps 71 Herausforderungen Herausforderung Prozessoptimierung 74 Integration Vorteile einer ERP/MES-Integration 76 Internationalisierung Wie ERP-Systeme internationale Geschäftspro-zesse unterstützen 79 Fertiger ERP für Einzel- und Auftragsfertiger 4 Unser Kompetenz-Netzwerk Partner des Competence Books INHALT 56 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERP2020-MOBILITY, CONNECTIVITY, USABILITY Mobility, Connectivity, Usability eine Einführung zu den ERP-2020-Reports AUTOR: Volker Schnittler ERP ist in den Unternehmen des Maschinen- und Anlagen-baus zur Selbstverständlichkeit geworden. Eine Commo-dity wie der Strom, der aus der Steckdose kommt. Es ist jedoch eine Commodity mit viel Potential, die sich ständig ver-ändert und verbessert. Weil ERP so selbstverständlich genutzt, aber als unverzichtbares Rückgrat sämtlicher kaufmännischer Geschäftsprozesse heute im Unternehmen so wenig im Bewusstsein ist und sich gleichzei-tig nachhaltig und umfangreich verändern muss und wird, haben wir vom VDMA die Kampagne ERP 2020 gestartet. Wissenschaftlich und inhaltlich wird diese Kampagne vom FIR Aachen und von unserem Mitglied, der Trovarit AG, begleitet und unterstützt. Wir wollen Potentiale und Möglichkeiten zu noch intensiverer Nutzung für höheren Unternehmenserfolg genauso aufzeigen wie zukünftige Anforderungen der Nutzer aus unserer Branche, dem Maschinen- und Anlagenbau, um die Hersteller der Systeme zu motivieren, diese zum Nutzen der Anwender weiter zu ent-wickeln. Durch ein verändertes Nutzerverhalten und daher hoher Markt-dynamik drängen die drei Schlüssel-Themen Mobility, Connec-tivity und Usability in den Fokus. Diese Themen werden daher auch in den drei Competence Reports zur ERP 2020-Kampagne beleuchtet. Im Folgenden wollen wir vorab kurz skizzieren, was wir unter diesen Themen verstehen und warum diese Themen für uns relevant sind. Mobility von ERP: Mobility ist für uns im ERP-Kontext die Fähigkeit jederzeit, über-all und mit jedem beliebigen Gerät auf Applikationen und In-formationen einer Unternehmenssoftware zugreifen zu können. Mobilität ist ein Megatrend in allen Bereichen der Unternehmen. Die Relevanz der Mobilität ergibt sich aus einer Vielzahl von Fak-toren: • Klassisch sind Vertriebsaußendienst und der Service schon immer „mobil“ unterwegs. Heute können sie deutlich umfassender unterstützt werden. • Zunehmend ist die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten aber auch generell ein Instrument, um Mitarbeiter zu gewin-nen und zu binden: • Junge Mitarbeiter stellen heute andere Ansprüche als ihre Vorgänger an ihre Arbeitswelt. Sie wünschen die neue Flexibilität der Mobilität • Aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die für eine Phase ihres Lebens ihren Lebensmittelpunkt in die Familie verlegen, müssen unter diesen Umständen an das Unternehmen angedockt werden • Generell können schließlich innovative, flexiblen Ar-beitszeitmodelle einfach mit mobilem Arbeiten rea-lisiert werden • Mobilität schafft aber auch nach außen Mehrwert für Un-ternehmen, da neue Geschäfts- und Wertschöpfungsmo-delle möglich werden. • Mobilität schafft schließlich volkswirtschaftlichen Nut-zen und nachhaltige Entlastung von Natur und Infrastruk-tur, weil für die Leistungserbringung keine unnötigen Orts-wechsel vollzogen werden müssen. „Durch ein verändertes Nutzerverhalten und daher hoher Marktdynamik drängen die drei Schlüssel-Themen Mobility, Connectivity und Usability in den Fokus“ - Volker Schnittler Competence Book - ERP 57
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    ANWENDUNGEN - ERP2020-MOBILITY, CONNECTIVITY, USABILITY Connectivity von ERP: Connectivity ist für uns im ERP-Kontext die Fähigkeit, mit unterschiedlichen Sys-temen über Schnittstellen zu kommuni-zieren. Connectivity ist als Möglichkeit, zu jeder Zeit und an jedem Ort „verbunden“ zu sein, eine notwendige Voraussetzung für die gewünschte Mobilität. Als führendes System für die Abwicklung kaufmänni-scher Unternehmensprozesse ist ERP die verbindende „single source of truth“. Dies setzt voraus, dass die Daten in ERP kon-sistent und redundanzfrei sind und von anderen Unternehmenssystemen genutzt werden. Für die Nutzung der Daten ist es erforder-lich, Regeln und Standards für den Da-tenaustausch zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang ist es erforderlich, die Schnittstellen zwischen den Unterneh-menssoftwaresystemen bezüglich ihrer Integrationsplattformen, ihrer System-architekturen, ihrer Datenformate und Syntax kompatibel zu machen. Ziel ist, die Daten der Systeme gegenseitig in Echtzeit auszutauschen und zu nutzen. Usability von ERP: Usability ist für uns im ERP-Kontext die Fähigkeit der einfachen Handhabbarkeit und Benutzbarkeit von Systemen, insbesondere durch Softwareergonomie Auch Usability ist wie Connectivity eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Mobility. Was bei Smart Devices im privaten Bereich längst „State of the Art“ ist, wird zunehmend auch für Business Software gefordert. Im Fokus steht vor allem die Ergono-mie der Softwarelösungen. Während in den vergangenen 30 Jahren vor allem die Funkti-onalität von ERP vorangetrieben wurde, gilt es nun, die entstandene Leistungsfähigkeit aber auch die resultierende Komplexität zu beherrschen. Das betrifft einerseits die Erlernbarkeit der Nutzung, also den Schulungsaufwand, der heute mit enormem Aufwand und selten nachhaltig umgesetzt werden kann. Eine Her-ausforderung ist weiterhin ein differenziertes Nutzerverhalten von „digital immigrants“, also der Nutzer, die IT im Laufe ihres Berufslebens kennen gelernt haben und der „di-gital natives“ die keine Welt ohne IT mehr kennen. Darauf müssen Unternehmenssoft-warsysteme flexibel reagieren können. Zukünftige Systeme werden den Nutzer weit mehr als es heute der Fall ist durch die Funktionen führen oder lotsen. So wird ein wirksames Workflow-Management möglich, wo heute die Nutzer noch nach Belieben links und rechts am vorgesehenen Workflow vorbei arbeiten. Zur Begrenzung der Komplexität werden Rollenkonzepte genauso hilf-reich sein wie „virtuelle Desktops“, die dem Benutzer zu jeder Zeit und an jedem Ort eine gewohnte Arbeitsumgebung bieten, in der er sich leicht zu Recht finden kann.Die Mensch-Maschine Schnittstelle wird jenseits von Tastatur und Maus durch die Möglich-keit der Steuerung durch Sprache, Gestik und Haptik ergänzt werden. Die Gestaltung von Abläufen und Prozessen wird sich vielleicht bis hin zur „gamificati-on“ entwickeln, die dem Systembenutzer Spaß bei der Durchführung seiner Aufgaben vermittelt und ein Erreichen des Prozessziels nicht nur sachlich sondern auch emotio-nal als höchst erstrebenswert erscheinen lässt. Mit diesem Dreiklang von Mobility, Connectity und Usability können ERP-Systeme Un-ternehmen noch zukunftsfähiger für die Herausforderungen 2020 und darüber hinaus machen. Wir begleiten als VDMA diesen Prozess gerne mit. Zum Autor Volker Schnittler: Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kaufmännische Unternehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigura-tionslösungen bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied im Forschungsbeirat des fir (Aachen). 58 Competence Book - ERP
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    ERP 2020 TeilI: Mobility auf dem Vormarsch AUTOR Karsten Sontow ERP goes Mobile - Zwei Drittel der ERP-Produkte unterstützen Smartphone oder Tab-let- Computer. Mobile Computing etabliert sich als Bestandteil von ERP-Lösungen – das zeigen Auswertungen aus dem IT-Matchmaker® der Trovarit, der größten Daten-bank mit ERP-Lösungen im deutschsprachigen Raum 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 0 1 2 3 4 5 Anteil der Lösungen (N=229) Anzahl unterstützter Mobilplattformen © 2014 Trovarit AG ANWENDUNGEN - ERP-2020 MOBILITY Rund zwei Drittel der ERP-Systeme unterstützen den Zugriff per Smartphone oder Tablet. Knapp die Hälfte davon ist allerdings auf eine Mobil-Technologie beschränkt (Quelle: Trovarit AG) Demnach unterstützt knapp zwei Drit-tel aller 229 untersuchten ERP-PRodukte zumindest eine der am Markt vertretenen Mobil-Plattformen und ist damit über-haupt für den mobilen Einsatz mit Smart-phone oder Tablet aufgestellt. Allerdings ist fast die Hälfte dieser ERP-Lösungen auf eine Mobilplattform beschränkt (z.B. iOS oder Windows Mobile oder Android). Ein Umstand der angesichts der Vielfalt an Endgeräten, die erfahrungsgemäß aus der weit verbreiteten Strategie des „Bring Your Own Device“ (BYOD) resultiert, durchaus relevante Einschränkungen der mobilen Nutzbarkeit mit sich bringt Betrachtet man genauer, welche Mo-bil- Plattformen durch die 229 ERP-Pro-dukte unterstützt werden, dann liegen die Window Mobile-basierten Geräte mit deutlich über 50 Prozent vorne, gefolgt vom iPhone und iPad mit jeweils gut 30%. Die bei Smart-Phones und Tablets mittler-weile am weitesten verbreitete Plattform „Android“ wird dagegen nur von knapp 25 Prozent der Lösungen unterstützt. Der überproportional hohe Anteil der Windows Mobile Plattform ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass sowohl Server- als auch Client-Technologien aus dem Hause Microsoft im ERP-Segment die mit Abstand am weitesten verbreite- Competence Book - ERP 59
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    Prozesse optimieren SchnellerZugriff auf Informationen Bessere Information Prozesse automatisieren Höhere Prozessintegration Höhere Datenintegration Anzahl Systeme reduzieren Sicherheit / Datensicherheit erhöhen IT-Aufwand und -Kosten senken Bessere Performance der IT Prozess-Kosten senken Bessere externe Integration (EDI) Komplexität der IT reduzieren IT "unter Kontrolle" der GF bringen ANWENDUNGEN - ERP-2020 MOBILITY -20% -10% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% Anteil der Projekte Sonstige Trend '00/'10 2009/2010 (n = 417) 1999/2000 (n = 1.387) ©2012, Trovarit AG, Aachen Anwender wollen optimierte Prozesse und schnellen Informationszugriff. Damit ist immer öfter auch eine mobile Nutzung von ERP-Software verbunden. (Quelle: Trovarit AG) ten Plattformen darstellen. So unterstützen knapp 90% der ERP-Produkte einen Windows-Server und gar 98,5% zumindest einen der Windows-Clients. Auch diese Asymmetrie zwischen den Technologien der Busi-ness- Software einerseits und den – oft durch persönliche Präferenzen bestimmten – Mobile Devices wirft derzeit noch Fragen bzgl. der „Mo-bility“ von ERP-Software auf. Die Motivation für den mo-bilen Einsatz von ERP-Lö-sungen auf Seiten der An-wender dokumentiert die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“ bereits in 2012: Die Befragung von mehr als 2.200 ERP-Anwendern er-gab, dass schneller Zugriff auf Informationen auf Platz zwei der wichtigsten Ziele des Einsatzes von ERP-Soft-ware darstellt. Diese Rang-folge trifft insbesondere auf den Mittelstand zu, der die ERP-Lösung als ein zentra-les Werkzeug zur Verbesse-rung der Geschäftsprozesse betrachtet und auch mit dieser Zielsetzung in neue ERP-Software investiert. Bei den großen Unternehmen werden ERP-Investitionen dagegen eher durch Themen wie „Prozess- und Datenin-tegration“ sowie die Konso-lidierung der IT-Landschaft“ motiviert. Zum Autor Dr. Karsten Sontow Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Grün-der und Vorstand der Trovarit AG, Aachen, einem Spezialisten für die Evaluation von Business Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). Dort verantwortet er die Bereiche Marketing, Account Management, Research und Finan-zen. Dr. Sontow studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel im Ma-schinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. 60 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERP2020 USABILITY ERP 2020 Teil II: Usability als Erfolgsfaktor AUTOR Karsten Sontow Usability von ERP-Lösungen – Neue Konzepte sind notwendig. Folgt man den 2.200 Teilnehmern der Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“, dann lassen sich die wichtigsten Ziele des ERP-Einsatzes in einem Satz zusammenfassen: „‚Schneller Zugriff‘ auf ‚bes-sere Informationen‘ um die ‚Geschäftsprozesse zu optimieren‘“. Diese Ziele lassen sich nur erreichen, wenn die Rechnung nicht ohne den Endanwender des Werkzeugs „ERP-Software“ gemacht wird. Schließlich ist letztlich der Anwender vielfach Lieferant und fast immer Ab-nehmer der Daten und Informationen, die in der ERP-Lösung verarbeitet werden. Stete Herausforderung Sichere Basis Legende Kategorien Implementierungspartner Projektergebnis System Wartungspartner Gesamteindruck Mitarbeiter-Schulung Beratung / Support Gesamteindruck Funktionalität Branchen-kompetenz Engagement Projektmanagement Gesamteindruck Customizing Projektergebnis Zielerreichung Budgettreue Account-Manager Personalaufwand Termintreue Eigenentwicklungs-anteil Hotline / Support Mittelwert Schulungs-/ Informations-angebot Updates/Release-Wechsel Schnittstellen Ergonomie Performance Release-Fähigkeit Formulare & Auswertungen KMU-Tauglichkeit Preis-/ Leistungsverhältnis Anpassbarkeit / Flexibilität Stabilität Böse Überraschungen Spreu & Weizen ©2012, Trovarit AG, Aachen Zufriedenheit (1,0 – „mangelhaft“; 5,0 – „sehr gut“) hoch 0,4 1,4 3,5 4,5 niedrig © 2012 Trovarit AG Das scheint in der Praxis auch ähnlich gesehen zu werden. Zumindest zählen Aspekte wie die „Praktikabilität“ und „Er-gonomie“ der ERP-Software mit zu den wichtigen Kriterien bei der Auswahl einer ERP-Lösung. Allerdings deutlich nach As-pekten wie der „Funktionalität“ und der „Flexibilität“ der Software. Diese Priorisierung ist zwar insofern nach-vollziehbar, als über die Funktionalität der ERP-Software die gesuchte Unterstützung der Geschäftsprozesse erreicht wird. Mit der Forderung nach Flexibilität wird au-ßerdem dem Umstand Rechnung getra-gen, dass Unternehmensstrukturen kaum für längere Zeit unverändert bleiben. Gleichzeitig birgt aber die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen – nicht zuletzt auch getrieben durch im-mer umfassendere und leistungsfähigere ERP-Lösungen – erhebliche Herausforde-rungen für den Anwender: Mit den wach-senden Möglichkeiten geht eine deutlich steigende Komplexität der Software ein-her. Insbesondere neuen Mitarbeitern so-wie „gelegentlichen Nutzern“ fällt da die Orientierung schwer. So wundert es wenig, dass die Anwender-freundlichkeit in der Vergangenheit nicht gerade zu den ausgesprochenen Stärken Usability ist keine Stärke von ERP-Systemen. Anwenderbefragungen offenbaren: ERP-Installationen weisen in den meisten Fällen deutlichen Handlungsbedarf im Hinblick auf die Anwenderfreundlichkeit auf (Quelle: Trovarit AG) Competence Book - ERP 61
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    ANWENDUNGEN - ERP-2020USABILITY Updates/Release-Wechsel Schnittstellen Ergonomie Release-Fähigkeit Formulare & Auswertungen Preis-/Leistungsverhältnis Jahr des letzten Release-Wechsels 4,50 4,25 4,00 3,75 3,50 3,25 3,00 2,75 ©2012, Trovarit AG, Aachen <2006 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 Ein Silberstreif am Horizont der Anwenderfreundlichkeit von ERP-Systemen – je aktueller der Release-Stand umso besser die Software-Ergonomie. Offenbar haben die ERP-Hersteller in den letzten Jahren die Herausforderung angenommen. (Quelle: Trovarit AG) von ERP-Lösungen zählte. Tatsächlich vergeben hier nahezu alle Anwender seit Jahren eher mäßige Noten. Diese Kritik ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass Anwender heute aus dem privaten Bereich ausgesprochen anwen-derfreundliche, selbsterklärende Software gewohnt sind. Das kleine Kind, das intui-tiv eine Smartphone-App richtig bedient, stellt sicherlich eine Referenz dar, von der ERP-Lösungen derzeit meist noch weit entfernt sind. Ob nun getrieben durch die regelmäßige Kritik ihrer Kunden, angeregt durch das Vorbild vieler „App“lications oder schlicht aufgrund der Tatsache, dass die Effizienz des ERP-Einsatzes durch eine gute Ergo-nomie verstärkt zum Verkaufsargument wird: Die ERP-Hersteller nehmen die Usa-bility ihrer Software offenbar zunehmend ernst. Mit dem Ziel einer neuen „User Experien-ce“ investieren sie verstärkt in neue Ansät-ze wie z.B. • eine benutzerzentrierte, rollenba-sierte Oberflächengestaltung • Workflows zur besseren Anwender-führung und • „App“lifizierung komplexer Business Software Und diese Anstrengungen scheinen sich auszuzahlen, denn Anwender mit moder-nen ERP-Lösungen auf aktuellem Relea-se- Stand bewerten die Anwenderfreund-lichkeit ihrer ERP-Lösung deutlich besser als Anwender mit älteren Software-Instal-lationen. 62 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERP2020 CONNECTIVITY ERP 2020 Teil III: Connectivity schafft die Basis AUTOR Karsten Sontow Den im Rahmen der VDMA-Initiative „ERP2020“ befragten Experten zufolge wird der Bedarf an einer zeitnahen, räumlich uneingeschränkten Verfügbarkeit von Planungs-und Steuerungsinformationen in absehbarer Zukunft enorm steigen. Eingebettet in die betriebliche und überbetriebliche Anwendungslandschaft kommt dabei ERP-Lösungen eine bedeutende Rolle zu: Zum einen beschreiben die in ERP-Systemen verarbeiteten Daten (z.B. Artikel- und Kundenstamm, Konten und Kostenstellen, Arbeitspläne und Stücklisten) und deren Beziehungen die Geschäftslogik eines Unternehmens. Zum anderen werden in den ERP-Lösungen die hierfür gültigen Schlüssel und Klassifikationen vergeben und geführt. Damit ist das ERP-System für viele wichtige Daten die „Single Source of Truth“. n = 2.131 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Prozesse schnell & einfach Informationen schnell & einfach Information korrekt & nützlich Rückverfolgbarkeit von Informationen Durchgängige Prozess-Unterstützung Prozessautomatisierung Transparenz & Prozessverständnis Aussagekräftige Kennzahlen Reduzierte Fehlerhäufigkeit & -Folgen Reduzierte IT-Komplexität Einfache & schnelle externe Zusammenarbeit Reduktion Dokumentationsaufwand Höhere IT-Sicherheit Reduziert Prozesskosten Reduziert IT-Aufwand & -Kosten Einfachere internationale Zusammenarbeit Schnellere Entscheidungen Sonstiger Nutzen ©2012, Trovarit AG, Aachen Anteil der Projekte Der Nutzen von ERP-Systemen - ERP-Lösungen leisten durch die schnelle Bereitstellung hochwertiger Planungs- und Steuerungsinformationen einen signifikanten Beitrag zur Beschleunigung und Integration betrieblicher Abläufe (Quelle: Trovarit AG) Um diese zentrale Rolle ausfüllen zu kön-nen steigen die Anforderrungen an die Integrationsfähigkeit von ERP-Lösungen enorm. Als „Connectivity“ bezeichnen die VDMA-Experten diese Fähigkeit von ERP-Systemen, mit unterschiedlichsten Systemen kommunizieren zu können. Connectivity - als Voraussetzung für schnelle und ortsunabhängige Informati-onsversorgung - ist dabei recht umfassend ausgelegt. Sie adressiert die Integrations-fähigkeit von ERP-Lösungen entlang der inner- und überbetrieblichen Prozess-ketten ebenso wie die kommunikative Einbindung der Anwender, sei es über mobile Endgeräte oder auch über Social Media. Last but not Least steht Connec-tivity für die An- bzw. Einbindung von Daten und Datenquellen wie Sensor- und Steuerungsdaten aus Maschinen und Pro-dukten, Content und Dokumenten sowie externe Informationsservices (z.B. Wirt-schafts- oder Produktdatenbanken). Mit dem Ziel, dass alle Systeme Daten gegenseitig in Echtzeit austauschen und nutzen können, soll letztlich eine durch-gängige Prozessunterstützung erreicht werden. Hierfür ist es notwendig, Schnitt-stellen zwischen den Software-Systemen zu harmonisieren und zwar im Hinblick Competence Book - ERP 63
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    ANWENDUNGEN - ERP-2020CONNECTIVITY EDIFACT DATANORM ODETTE VDA-FS ANSI X12 GAEB BMEcat SWIFT Pricat myOpenFactory AIAG IceCat IFC TDCC -10% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% EDIFACT ist das am weitesten verbreitete Format für den überbetrieblichen Datenaustausch bei ERP-Systemen (Quelle: Trovarit AG) auf die genutzten Integrationsplattformen und Systemarchitekturen ebenso wie be-züglich der Datenformate und des Syntax. Dabei setzen die im Rahmen der VD-MA- Initiative „ERP2020“ befragten Exper-ten darauf, dass zukünftig einheitliche, offene Standards für Datenformate die Kommunikation zwischen den verschie-denen Systemen deutlich vereinfachen. Die Gefahr, dass einige Plattformanbieter ein „Oligopol“ weniger „Quasi-Standards“ für Datenmodelle und –formate bilden, wird dagegen als weniger wahrscheinlich eingestuft. Dennoch offenbart die Untersuchung auch die Herausforderung, vor der An-wender und Anbieter stehen: So sind die Experten durchaus unsicher, ob bereits im Anteil der Lösungen (N=229) Jahr 2020 eine „durchgängige Verzahnung aller Planungsebenen, von der Ebene der Supply Chain bis zur produzierenden Maschinenebene, inklusive eines einheit-lichen Austausches mit entsprechenden Datenformaten und Softwaresystemen für die Ressourcenplanung“ den Alltag in den Betrieben beschreibt. Dass in den letzten Jahren bzgl. der Connectivity von ERP-Lösungen einiges passiert zeigt die Trovarit-Studie „ERP in der Praxis“, bei der über 2.200 Anwender unter anderem ihre Zufriedenheit mit den Schnittstellen ihrer ERP-Lösung zu Proto-koll gegeben haben. Demnach schneiden moderne ERP-Lösungen auf aktuellem Release-Stand deutlich besser als ältere Software-Installationen Dieser positive Trend ist auf offenere Strukturen der ERP-Systeme zurückzu-führen und schlägt sich vor allem beim Austausch strukturierter Daten nieder. Eine noch weitgehend neue Herausfor-derung stellt dagegen die Öffnung der ERP-Systeme gegenüber den unstruktu-rierten Daten der Social Media, des Colla-boration Management sowie aus dem Be-reich des Enterprise Content Management dar. 64 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWAREWIRD MOBIL Das Büro in der Westentasche Business-Software wird mobil Smartphones und Tablet-PCs gewinnen in Unternehmen immer größere Bedeutung. AUTOR Claudia Harth Daher steigt auch die Nachfrage, wichtige Daten wie Geschäftszahlen oder Kundenin-formationen aus dem ERP- und CRM-System mobil abrufen und editieren zu können. Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unternehme-rischen Prozesse ist bei mittleren und größeren Unternehmen in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe. Dabei beträgt der durchschnittliche Lebenszyklus eines solchen Systems etwa 10-15 Jahre. Ein langer Zeitraum, in dem sich die Anforderungen der Unternehmen an die Lösung stetig weiterentwickeln. Als trei-bend erweisen sich dabei veränderte wirtschaftliche Rahmen-bedingungen (z.B. konjunkturbedingt oder durch gesetzliche Änderungen), verstärkter Wettbewerbsdruck, steigende Kosten sowie höhere Kundenanforderungen, die ein hohes Maß an Pro-duktindividualität und bestmöglichen Kundenservice erfordern. Tagtäglich haben es Unternehmen also mit Herausforderungen zu tun, die Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz in den unternehmerischen Prozessen verlangen. Ein ERP-System muss hierbei zügig und gebündelt die qualitativ hochwertigen Infor-mationen und Daten bereitstellen und unterliegt somit während seines operativen Einsatzes im Unternehmen einer kontinuierli-chen Weiterentwicklung, um den sich verändernden Ansprüchen zu genügen. In funktioneller Hinsicht machten dabei in jüngster Vergangenheit die Einbindung von CRM- oder BI-Funktionen von sich Reden. Technisch betrachtet stehen Trends wie Cloud Computing und vor allem mobile Lösungen im Fokus. Neue Chancen durch größere Mobilität Die Mobilität von Kunden, Lieferanten, aber auch eigenen Mit-arbeitern hat – dank Smartphones und Tablets - in den vergan-genen Jahren rasant zugenommen. Vor dem Abflug noch schnell die letzten Kundenanfragen beantworten, im Zug Auswertungen und Analysen vorbereiten und während des Kundenbesuchs neue Aufträge eingeben oder Einsatzberichte erfassen – das mo-bile Business eröffnet für Unternehmen eine Vielzahl von neuen Einsatzmöglichkeiten. Der direkte Online-Zugriff auf die Daten der betriebswirtschaftlichen Unternehmenssoftware ermöglicht ferner einen hohen Grad an Auskunftsbereitschaft, Servicequa-lität und Arbeitseffizienz. Die damit einhergehende schnellere Verarbeitungsgeschwindigkeit bedeutet Wettbewerbsvorteile und größere Wertschöpfung. Durch den bereits erwähnten stetig zunehmenden Wettbewerbs-und Zeitdruck ist speziell die zeitnahe Kundenansprache und -bindung in kleinen und mittelständischen Unternehmen im-mens wichtig. Mobile Business-Lösungen greifen hier unterstüt-zend ein. Mit dem Büro in der Westentasche werden die unter-wegs erfassten Informationen direkt in das lokale Softwaresystem im Firmenstandort eingespeist und stehen damit den Kollegin-nen und Kollegen vor Ort umgehend zur Verfügung. So werden Anfragen schneller bearbeitet, die Kundenzufriedenheit steigt. Mobiles ERP und CRM als untrennbare Einheit Kommt neben den typischen ERP-Funktionen, beispielhaft der Auftragserfassung oder dem Zugriff auf die Daten in der Finanz-buchhaltung, mit einem integrierten CRM-System ein weiteres Puzzleteil hinzu, wird es eine ganz runde Sache. Denn dann wer-den zwei verschiedene Sichtweisen auf ein- und dieselben Daten möglich. Im Back-Office unterstützt die ERP-Lösung die operativen Ar-beitsprozesse und stellt Daten und Fakten für das CRM-Pro-gramm zur Verfügung. Dort wiederum werden die Informationen zu Kunden, Lieferanten, Interessenten und anderen Kontakten übersichtlich aufbereitet, was dann einen ganzheitlichen Blick auf das Kundenbeziehungs- und Servicemanagement ermög- Competence Book - ERP 65
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    ANWENDUNGEN - BUSINESS-SOFTWAREWIRD MOBIL licht. CRM-Systeme stellen daher eine unverzichtbare Unterstützung bei der Gewinnung, Betreuung und Bindung von Bestands- und Neukunden dar. Damit diese Automatisierung der Ge-schäftsabläufe innerhalb des Unterneh-mens reibungslos funktioniert, sollten sowohl die ERP- als auch die CRM-Lösung auf eine gemeinsame Datenbank zugrei-fen. Das vermeidet zum einen Probleme bei der Datenübertragung über Schnitt-stellen und stellt zum anderen sicher, dass beide Systeme auf der gleichen Datenbasis arbeiten und damit durchgängig aktuelle Zahlen und Informationen liefern. mesonic WinLine macht mobil Die mesonic WinLine-Programme spie-geln die gesamte Palette betriebswirt-schaftlicher Anforderungen wider. Appli-kationen für die Bereiche ERP, CRM, BI und das mobile Business sind vollständig integriert und greifen auf eine gemeinsa-me Datenbank zu, was zu einer optimalen Datentransparenz und –qualität führt. Die Bearbeitungsmöglichkeit der Daten im System über den mobilen Online-Zu-griff bringt zusätzliche Vorteile mit sich. So können Anwender in Echtzeit direkt über das Internet im System arbeiten, um beispielsweise Belege zu erfassen oder Analysen und Auswertungen zu fah-ren. Der Zeitgewinn ist enorm und somit punkten Unternehmen, die konsequent auf mobile Anwendungen setzen, durch ein positives Image und sichern sich handfeste Wettbewerbsvorteile. Wettbe-werbsvorteile entstehen übrigens nicht nur extern bei der Kundengewinnung, sondern ebenso intern bei der Gewinnung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitar-beitern, die ein modernes Arbeitsumfeld nicht nur schätzen, sondern heutzutage erwarten. Zum Autor Claudia Harth: Diplomökonomin Claudia Harth zeichnet sich seit 15 Jahren beim ERP-/CRM-Softwarehersteller mesonic für die Bereiche Marketing & PR verantwortlich. In dieser Zeit haben viele Themen & Trends die ERP-Branche bestimmt. Das mobile Business ist davon sicher eines der spannendsten. Als PR-Expertin blickt Claudia Harth auf zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurück. „Der Einsatz von ERP-Software zur Steuerung der unterneh-merischen Prozesse ist bei mittleren und größeren Unterneh-men in Deutschland heutzutage Gang und Gäbe.“ - Claudia Harth 66 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERPIN DER CLOUD ERP in der Cloud Zwei Trends zeichnen sich ab AUTOR Frank Naujoks IT wie Strom aus der Steckdose beziehen – die Vision ist seit Jahren in den Köpfen, doch langsam erst folgen die Anbieter einigen wenigen Pionieren und komplettieren das eigene Angebot. „Dabei sind aktuell zwei Trends zu beobachten: Komplette Suites und kleine Nischenlösungen scheinen von der Nach-frage nach Cloud-basierter Software überdurchschnittlich zu profitieren.“ - Frank Naujoks Neben der Auswahl der passenden Software spielen auch Fragen des Betriebskonzepts bei IT-Projekte und damit der Software-Entscheidung eine immer größere Rolle, da der Kostendruck in den Unternehmen stetig präsent ist. Um die Un-ternehmen zu entlasten, bietet Microsoft nicht nur in den be-reits bekannten Bereichen Office 365 und CRM entsprechende Lösungen an, sondern auch ERP in the Cloud. So stellt Microsoft für Dynamics NAV 2013 dem Kunden mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, eine ERP-Lösung zu betreiben. Ganz klassisch mit gekauften Lizenzen unter eigener Verantwortung als sogenann-ten On-Premise-Betrieb, als Hosting-Betrieb beim Partner oder in einem Microsoft-eigenen Rechenzentrum in Europa, bei dem der Kunde die Lizenzen im Software-as-a-Service (SaaS)-Modell bezieht. Der Vorteil des Microsoft-Ansatzes ist eine einheitliche technologische Basis aller drei Angebote; der Kunde kann ohne Schwierigkeiten seine Daten von einer Betriebsform in die andere verlagern, wenn ihm dies opportun erscheint. Das Interesse an Lösungen, die berechenbare und stabile Cost of Ownership bieten, hat auch vor dem Hintergrund ausufernder Upgrade-Projekte bei Anwendern zugenommen. Nachdem die ERP-Ergänzungen auf SaaS-Basis – angefangen bei der Personal-verwaltung bis hin zu CRM fast schon zur normalen IT-Ausstat-tung von Unternehmen gehören, gewinnen auch ERP-SaaS-Lö-sung an Fahrt. Dabei sind aktuell zwei Trends zu beobachten: Komplette Suites und kleine Nischenlösungen scheinen von der Nachfrage nach Cloud-basierter Software überdurchschnittlich zu profitieren. Durch die Verfügbarkeit von Cloud-basierten Entwicklungsum-gebungen können Anbieter auch kleinere funktionale Anforde-rungen lösen und erreichen dennoch ein großes Publikum. Besondere Vorteile für Anwender bieten sogenannte „gemischte Betriebskonzepte“. Dabei verfügen sowohl die installierte Version als auch die on-Demand- genutzte Software über eine einheit-liche Architektur und Datenstruktur, so dass ein Wechsel zwi-schen den Betriebskonzepten problemlos für Anwender durch-führbar ist, ohne das vorgenommene Anpassungen geändert oder umständliche Datenmigrationen vorgenommen werden müssen. Anwender können sich ihre Applikationslandschaft aus einem breiten Spektrum an Angeboten und Anbietern frei zusammen-stellen. Durch die in der Regel angebotenen Testmöglichkeiten von bis zu drei Monaten, haben Unternehmen die Möglichkeit, sich mit Funktionalität und Bedienkonzept der Software intensiv auseinander zu setzen und einen ausführlichen Test durchzufüh-ren. Trotz der Euphorie sollten Anwender nicht die Kosten für die allzu leicht zu benutzenden Angebote aus den Augen verlieren. Auch eine klare Vorgabe zu den eingesetzten Produkten vor dem Hintergrund einer einheitlichen IT- und Applikationsstrategie scheint geboten. Sonst entsteht der nächste „Technologiezoo“ – und damit eine gefährliche Kostenfalle. Aus Sicht der Anwender stellen sich die Rahmenbedingungen von SaaS-ERP-Angeboten wie folgt dar: Competence Book - ERP 67
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    ANWENDUNGEN - ERPIN DER CLOUD • System wird ohne Aufbau von Infrastruktur – quasi aus der Steckdose – bezogen • Notwendig sind ein Rechner mit einem Internet-Browser und eine entsprechen-de Verbindung, eine Installation ist nicht notwendig. Für den Einsatz in einer Bü-roumgebung ist das eine funktionierende Konstellation. Zu klären sind offline-Ar-beitsmöglichkeiten, beispielsweise die Zugriffsmöglichkeiten mobiler Mitarbeiter. • Die Applikation bietet hohe Standards mit entsprechender Zertifizierung in Bezug auf Datensicherheit, Performance und Verfügbarkeit • Entsprechende Service-Level-Agreements und Zertifizierungen erreichen in der Regel eine sehr gute Verfügbarkeit und meistens auch einen besseren Schutzlevel als Server, die in KMU-Unternehmen installiert sind. Zusätzlich garantiert der An-bieter auch Back-Up- und Recovery-Szenarien. • Anwender müssen klären, welche gesetzlichen Grundlagen gegebenenfalls die Ver-wendung ihrer ERP- oder Kundendaten einschränken und welcher Gesetzgebung der Anbieter unterliegt. In diesem Bereich sollten Unternehmen nicht leichtfertig agieren, sondern sich mit dem Thema Datenschutz und Datensicherheit ausführ-lich und eingehend beschäftigen. • Die Bezahlung erfolgt periodisch nach diversen „pay-per-use“-Modellen • In der Regel bestimmen die Komponenten Laufzeit, Anzahl Nutzer und Funktions-umfang den Preis – eine echte verbrauchsabhängige Abrechnung ist das zwar noch nicht, doch diese Modelle sind kalkulierbar und schützen vor bösen Überraschun-gen. Es sind keine Anfangsinvestitionen für Software und gegebenenfalls Hardware notwendig und entsprechend wird die Liquidität geschont. • Das System kann sehr einfach – in der Regel ohne IT-Fachwissen oder Bera-tungs- Know-How – konfiguriert werden • Dies hat allerdings den Nachteil, dass Anwender sich im Rahmen der Herstellervor-gaben bewegen müssen und so manche geliebte Eigenart ihrer Abläufe aufgeben müssen. • Die Systemoberfläche ist sehr einfach und intuitiv und kann (weitgehend) ohne Schulung erlernt und bedient werden. • Die Systemfunktionalität kann durch eine weitgehend nicht reglementierte und unabhängig agierende Entwickler-Community erweitert werden • Erweiterungen werden in der Regel über entsprechende Systemmarktplätze bereit-gestellt. Microsoft bietet beispielsweise mit entsprechenden Entwicklerwerkzeu-gen Partnern die Möglichkeit, funktionale Ergänzungen aber auch ganze Branchen-templates nach einem Zertifizierungsprozess zur Verfügung zu stellen. Den Vorteilen von SaaS-ERP wie kalku-lierbare Kosten, Standardisierung, Securi-ty und Back-up-Szenarien stehen von den Anwendern abzuwägende Nachteile wie eingeschränkte Anpassbarkeit der Anwen-dung, der Zwang zur permanenten On-line- Verfügbarkeit der Anwender, kaum vorhandene Branchentemplates und gege-benenfalls Datenschutzfragen gegenüber. Es zeichnen sich aktuell zwei Segmente ab, die für SaaS-ERP-Anwendungen sich entscheiden: Schnell wachsende Mittel-ständler bevorzugt aus dem Dienstleis-tungsbereich, die über eine heterogene IT-Landschaft verfügen und Finanzbuch-haltung, CRM, Projektmanagement-Soft-ware etc. harmonisieren wollen sowie Unternehmen, die für Tochter- oder Landesgesellschaften eine schnell einzu-führende Lösung suchen, die mit ihrem existierenden System in der Zentrale ver-bunden werden soll. Zum Autor Frank Naujoks: Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Pro-duktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kauf-mann der Universität zu Köln. 68 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERP2020 UND INDUSTRIE 4.0 ERP 2020 und Industrie 4.0 Usability - next steps AUTOR: Karl M. Tröger, PSIpenta Software Systems GmbH Zukünftige Entwicklungen im Umfeld von betriebswirtschaftlicher Software – seien es ERP- oder MES-Systeme – werden durch einen neuen Anspruch an die Usability der Anwendungen beeinflusst. Damit ist nicht gemeint, dass die Thematik heute keine Rolle spielen würde. Die Gebrauchstauglichkeit der Software ist bereits heute ein wesentli-ches Kriterium für die Auswahlbility von Softwarelösungen zur Steuerung der Produktion. „Usability“ wird in Zukunft aber noch deutlich an Gewicht gewinnen. „Zudem werden wir aber auch über neue Funktionalitäten und Pro-zesse nachdenken müssen, die sich jetzt als Option durch die neue Mobilität und Entwicklungen wie Industrie 4.0 und Technologien wie Google Glasses ergeben.“ - Karl M. Tröger Industrie 4.0 als Treiber Die Umweltbedingungen in der Produktion und die Einsatzbe-dingungen für die genutzte Software werden sich mit der fort-schreitenden Definition und Umsetzung der Konzepte im Zu-sammenhang mit dem Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ massiv ändern. Die angestrebte Flexibilität der Produktionssysteme in der Fabrik der Zukunft strahlt folgerichtig auf die Nutzungskon-zepte der verwendeten Software aus. Neue und mobile Devices ziehen in den Shopfloor ein und es werden andere Möglichkeiten der Interaktion mit der Software selbst, aber auch mit den betei-ligten Menschen und genutzten Maschinen, möglich. Diese und weitere Aspekte zwingen die Anwender und die Hersteller, dass Konstrukt „User Interface“ neu zu denken und sich, zumindest teilweise, von althergebrachten Paradigmen bei der Gestaltung des Frontends einer Softwarelösung zu trennen. Reduktion auf das Wesentliche, Effizienz Begrenzte Bildschirmgrößen und der Wunsch nach einer größe-ren Effizienz bei der Benutzung der Software zwingen zu einer Reduktion der Inhalte auf das Wesentliche und Wichtige zur Lösung der gestellten Aufgaben. Die zielgerichtete Präsentation von Informationen und Daten (Eingeweihte kennen den Unter-schied) hängt von mehreren Faktoren ab: der Rolle im Prozess und der Organisation, den gegebenen Hilfsmitteln und Werk-zeugen, der zum aktuellen Zeitpunkt gestellten Aufgabe, dem Standort und nicht zuletzt vom sozialen Umfeld. Gerade die so-zialen Aspekte werden eine immer größere Rolle spielen. Die För-derung der Zusammenarbeit der Menschen im Produktionspro-zess und das Teilen von Wissen zur Lösung der Aufgaben kann eine massive Steigerung der Effizienz mit sich bringen. Ein Mittel zur Erfassung der Anforderungen an die Oberflächen selbst als auch an die Interaktion mit der Software und dem Prozess sind Informationsbedarfsanalysen. Diese Analysen stellen die Verbin-dung zwischen dem objektiven (der Aufgabe) und dem subjekti-ven (vom Menschen abhängigen) Informationsbedarf her. Personalisierung Die Individualisierbarkeit und Personalisierung der Interaktions-schnittstelle stellt eine weitere wichtige Komponente dar. Es muss zukünftig noch einfacher sein, aufgabenorientierte User-Interfa-ces zu gestalten. Der vermeintliche Widerspruch zwischen Indi-vidualität (Anwenderbezug) und Uniformität (Standard) muss aufgelöst werden. Competence Book - ERP 69
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    ANWENDUNGEN - ERP2020 UND INDUSTRIE 4.0 Neue Perspektiven: Interaktivität, loca-tion based Services, ..., neue Funktio-nalitäten/ Prozesse ERP- und MES-Systeme sind als Assis-tenzsystem und Tutor der Anwender zu verstehen. Daraus lassen sich weitere An-forderungen an die Benutzerschnittstelle ableiten. Interaktive Visualisierungen un-terstützen beispielsweise bei der Erfassung des Zustandes des Produktionssystems. In Verbindung mit location-based-services kann die Informationsbereitstellung ziel-gerichtet und auf den aktuellen Standort bezogen erfolgen. Zudem werden wir aber auch über neue Funktionalitäten und Pro-zesse nachdenken müssen, die sich jetzt als Option durch die neue Mobilität und Entwicklungen wie Industrie 4.0 und Technologien wie Google Glasses ergeben. Quintessenz: Anwenderzentrierung als Zukunft! Diese und weitere Gesichtspunkte werden zukünftige Entwicklungen im Kontext be-triebswirtschaftlicher Softwarelösungen nachhaltig beeinflussen. Ein Umdenken aller Beteiligten in Richtung Vereinfa-chung scheint notwendig zu sein. Der teil-weise über Jahrzehnte gewachsene Funk-tionsumfang in Verbindung mit riesigen Datenmengen steht auf dem Prüfstand. Die von Anwendern gewünschte Komple-xität heutiger Lösungen muss hinter einer massiv gesteigerten Usability „versteckt“ werden. Aus der zunehmenden Mobili-sierung und der damit notwendigen Ver-längerung der Geschäftsprozesse in das Internet lassen sich zukünftige Nutzungs-konzepte ableiten. Anwenderzentrierten Entwicklungskonzepten wird die Zukunft gehören! 70 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - HERAUSFORDERUNGPROZESSOPTIMIERUNG Herausforderung Prozessoptimierung Autor: Frank Naujoks, Microsoft Deutschland GmbH Den meisten Produktionsbetrieben ist durchaus bewusst, dass nachhaltige Wettbe-werbsfähigkeit nur über permanente Prozessoptimierung zu erreichen ist. Kaum ein Unternehmen kann es sich daher noch leisten, bei Planung, Qualität und Termin-treue „Fünf gerade sein zu lassen“. Längst geht es nicht mehr allein um das interne Zusam-menspiel von Planung, Produktion oder Materialbeschaffung. Inzwischen rückt die Effizienz ganzer Lieferkette in den Fokus. „Im Vergleich zu früher haben wir deutlich mehr Einblick in unsere Geschäftsprozesse. Vor allem die Materialbewegungen sind jetzt besser nachzuvollziehen.“ - Microsoft Dynamics AX Anwender Norbert Michalik Wegen der stark steigenden Komplexität der Prozesse und dem oft undurchsichtigen Zusammenspiel der Produktionsfaktoren fällt der IT die Schlüsselrolle bei Optimierungsprogrammen zu. Doch viele mittelständische Betriebe haben das Potenzial ihrer betagten Systeme weitgehend ausgeschöpft. Das spiegelt sich auch in den Zielen wider, die beispielsweise Fertigungsbetriebe mit ihren IT-Projekten verfolgen. So fand das Beratungsunter-nehmen Detecon im Auftrag des IT-Branchenverbands BITKOM heraus, dass vor allem die Konsolidierung heterogener IT-Land-schaften im Fokus von ERP-Projekten steht. Weil die IT-Integ-ration bei Expansionen leider zurückgestellt wird, arbeiten viele Fertigungsbetrieben in fragmentierten IT-Landschaften. Die Fol-ge: unnötig hohe Aufwände bei Wartung, Pflege und Know-how- Transfer. Hinzu kommen Reibungsverluste bei internen Abstim-mungs- und Konsolidierungsläufen. Von einer modernen, integrierten IT-Infrastruktur versprechen sich CIOs vor allem: • effizientere, schnellere Geschäftsprozesse • mehr Datentransparenz • eine tiefere Prozessintegration mit Kunden und Lieferanten • mehr Einblick in den Produktionsprozess und • sicherere Geschäftsentscheidungen Drum prüfe, wer sich ewig bindet Der Knackpunkt bei ERP-Projekten liegt in der Planung. Fehler lassen sich später kaum noch ausbügeln. Umso genauer sollten im Vorfeld die eigenen Geschäftsprozesse analysiert werden. Die Ergebnisse sind Grundlage der Marktsondierung. Fehlen hierfür die notwendigen Kapazitäten ist es sinnvoller, externe Experten zu beauftragen, als aus Zeitgründen zu schludern. Spezialisierte Berater besitzen häufig profunde Marktkenntnisse und können die Wahl des Softwarepartners zweckdienlich begleiten. Unternehmen mit komplexen, über Jahre gewachsenen Struk-turen sollten sich bei der Realisierung auf die Kernprozesse konzentrieren. Wenn ERP-Projekte scheitern, dann oft, weil sich die Beteiligten zu viel auf einmal vornehmen. Die meisten Fertigungsbetriebe verbinden mit einem Softwarewechsel den Wunsch nach effizienteren Prozessen. Derartige Verbesserungen lassen sich jedoch nur mit erfahrenen Partnern umsetzen, die ein erhebliches Branchenwissen in das Projekt einbringen. Der Bran-chen- Know-how ist damit oberste Pflicht. Doch es gibt weitere Kriterien: • ERP-Projekte sind aufwendig und teuer. Um überraschend kurze Lebenszyklen zu vermeiden sollte der Anbieter sol- Competence Book - ERP 71
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    ANWENDUNGEN - HERAUSFORDERUNGPROZESSOPTIMIERUNG vent sein, über eine gewisse Markt-bedeutung und eine zukunftssichere Technologie verfügen • Je länger ein Anbieter am Markt ist, desto breiter sind meist Wissen und Erfahrungen, auch auf Seite der Im-plementiuerungspartner Nur moderne Technik ist in der Lage, die notwendige Transparenz in die zuneh-mend komplexer werden Abläufe zu brin-gen. Nur die IT ist in der Lage, das stetig steigende Datenvolumen schultern. Inte-grierte ERP-Systeme sind dabei in beson-deren Maße geeignet. Hier gibt es weder Schnittstellen noch Systembrüche. Pro-duktionsrelevante Informationen stehen dadurch zeitnah zur Verfügung. „Bereits im Vertrieb werden die kurz-, mittel- und langfristigen Umsatzprognosen mit Ein-trittswahrscheinlichkeiten gewichtet. Da-durch können wir Materialbeschaffung und Produktionsplanung optimieren“, gibt Michael Schweers ein Beispiel. Hinzu kommt, dass viele ERP-Systeme auf mo-derner Technologie basieren. Sie lassen sich damit bestens in vertikale Lieferket-ten oder heterogene IT-Landschaften ein-binden. Hatten früher Speziallösungen in Sachen Funktionsumfang die Nase vorn, herrscht inzwischen Gleichstand. Das liegt zum ei-nen daran, dass ERP-Anbieter zuletzt viel in den Ausbau ihrer Produktionsmodule investiert haben. Zum anderen entwickeln viele ehemalige Spezialisten ihre Lösun-gen mittlerweile unter dem Deckmantel moderner ERP-Systeme – um nicht eines Tages technisch abgehängt zu werden. Bei gleicher Ausstattung spielen ERP-Sys-teme ihre Trumpfkarte aus: Die Integra-tion. Innerhalb einer ERP-Software ist es sehr viel einfacher, Kommunikations- und Informationsflüsse zu steuern. „Bei integ-rierten Prozessen fallen Fehler schnell auf. Unsere Mitarbeiter stimmen sich heute besser ab. Dadurch ist das Verständnis für die betriebliche Leistungserstellung gestiegen“, erklärt Michael Schweers, Ge-schäftsführer der Schweers Informations-technologie, einem Anbieter von mobilen Erfassungsgeräten für Politessen, und Microsoft Dynamics AX Kunde. Hinzu kommt die vereinfachte Abstimmung mit Unternehmensbereichen, die nur unmit-telbar an der betrieblichen Wertschöp-fung beteiligt sind. Hierzu gehören etwa Qualitätssicherung, Instandhaltung oder Anlagenmanagement. Der reibungslose Informationsaustausch entlang der Pro-zesskette erhöht die Transparenz. Daten, die sonst mühsam zusammenzutragen sind, stehen im ERP-Umfeld per Knopf-druck zur Verfügung. „Im Vergleich zu früher haben wir deutlich mehr Einblick in unsere Geschäftsprozesse. Vor allem die Materialbewegungen sind jetzt besser nachzuvollziehen“, erklärt Microsoft Dy-namics AX Anwender Norbert Michalik, Prokurist des Verpackungsspezialisten bekuplast. Zeitnahe Informationen ver-bessern nicht nur die laufende Produk-tionsplanung. Unternehmen profitieren gleich von mehreren Effekten: • Die verbesserte Planung reduziert die Lagerhaltung. Dadurch sinkt die Ka-pitalbindung • Engpässe werden frühzeitig erkannt, Kostensteigerungen im Vorfeld ver-mieden • Das verlässliche Ressourcenmanage-ment verbessert die Termintreue und erhöht die Kundenzufriedenheit • Die gewonnene Transparenz vermei-det Fehlentscheidungen • Vorhandene Ressourcen sind bes-ser ausgelastet, dass verringert die Durchlaufzeiten und erhöht die Pro-duktivität. Zum Autor Frank Naujoks: „Bei integrierten Prozessen fallen Fehler schnell auf. Unsere Mitarbeiter stimmen sich heute besser ab. Dadurch ist das Verständnis für die betriebliche Leistungserstellung gestiegen.“ - Michael Schweers, Schweers Informationstechnologie Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produktma-nager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Stationen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der Univer-sität zu Köln. 72 Competence Book - ERP
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    Leistungs-stark. Agil. Einfach. Microsoft Dynamics AX – Basis sicherer Entscheidungen Mit Microsoft Dynamics AX können Sie zentrale Geschäfts-prozesse zusammenführen und Routineaufgaben automatisieren. Die Workfl ows können fl exibel modifi ziert werden, bis sie für Ihr Unternehmen optimal sind. So steigern Sie die Produktivität Ihres Unternehmens und sind für zukünftige Änderungen bestens vorbereitet. Competence Book - ERP 73
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    ANWENDUNGEN - VORTEILEEINER ERP / MES-INTEGRATION Vorteile einer ERP/MES-Integration AUTOR: Karl M. Tröger (PSIPENTA Software Systems GmbH) www.competence-site.de/Vorteile-MES-Integration Eine möglichst genaue Produktionsplanung benötigt stets aktuelle Informationen über den Ist-Zustand in der Pro-duktion. Dies kann durch eine tiefe Integration der Pla-nungswelt (ERP) mit der Durchsetzungsebene (MES) erreicht werden. Funktionierende Regelkreise zwischen Planung und Produktion unterstützen bei der Erreichung auch anspruchs-voller Ziele produzierender Unternehmen. Intelligente Algorith-men und Simulationen zeigen Wege und Möglichkeiten zur Op-timierung von Reihenfolgen oder auch geeignete Maßnahmen im Störungsfall auf. Schwankende Auftragseingänge und teilweise komplexe Pro-duktionsstrukturen kennzeichnen heutige Fertigungsprozesse. Kunden erwarten bei einem hohen Individualisierungsgrad der Enderzeugnisse kurze Lieferzeiten und die Einhaltung der zu-gesagten Liefertermine. Wirtschaftliche Produktionsprozesse, pünktliche Lieferungen und eine optimierte Lagerhaltung sind Grundvoraussetzungen zur Sicherung der Wettbewerbsfähig-keit. Dabei sind insbesondere die Prozessgeschwindigkeit zu er-höhen, die Bevorratung zu minimieren, die Produktionsabläufe zu harmonisieren und die Durchlaufzeiten zu verkürzen. Der aktuelle Zustand der Produktion muss zu jedem Zeitpunkt verlässlich verfügbar sein. Abweichungen von der Planung werden so sichtbar und Gegenmaßnahmen zur Behebung von Störungen oder Engpässen können eingeleitet und deren Wirk-samkeit kontrolliert werden. Hierzu existieren standardisierte Kennzahlen (Key Performance Indicator), deren Herleitung und Anwendung beispielsweise im VDMA-Einheitsblatt 66412 be-schrieben wird. Die Herausforderung besteht in der Integration der Prozesse an der Schnittstelle zwischen Unternehmensebene (ERP) und Betriebsleitebene (MES). Während ERP-Systeme eher admi-nistrierende und auf übergeordneter Ebene unternehmensweit logistische und betriebswirtschaftliche Prozesse steuern, sind MES-Systeme sehr eng mit der Produktionslinie verbunden und dienen der laufenden Optimierung der Produktion und der Er- fassung von Informationen und technischen Parametern des Herstellungsprozesses. Diese Daten können vielfältiger Natur sein: Zeit- und Mengenmeldungen, Qualitätsdaten, Zustände von Maschinen und Anlagen, Störungen und ihre Ursachen. Somit spiegeln diese Informationen den Zustand des Produkti-onssystems wider, und genau dies wiederum hat Einfluss auf die Produktionsplanung in ERP-Systemen. Die notwendige Tiefe der Integration der Planungs- und Durch-setzungssysteme hängt von den gewünschten Einsatzszenarien und den durch MES-Systeme abgedeckten Aufgabenbereichen ab. Die Richtlinie VDI 5600 beschreibt die typischen Aufgaben von MES-Systemen: Feinplanung und Feinsteuerung, Betriebs-mittelmanagement, Materialmanagement, Personalmanage-ment, Datenerfassung, Leistungsanalyse, Qualitätsmanagement und Informationsmanagement. Es ist zu erwarten, dass die Grenzen zwischen ERP- und MES-Systemen zunehmend ver-schwimmen. Die Unternehmensebene integriert sich mehr und mehr in die Betriebsleitebene. Die Erfüllung typischer Aufgaben von MES-Systemen wird von den ERP-Systemen übernommen und klassische Planungsaufgaben der ERP-Systeme gehen teil-weise in die MES-Feinplanung über. Während bei reinen Rückmeldesystemen die gesamte Pla-nungshoheit vollständig im ERP-System verbleibt, können MES-Systeme auch Teilbereiche der Feinplanung übernehmen. Leitstandslösungen mit der Möglichkeit der Planung gegen be-grenzte Kapazitäten helfen bei der Umsetzung der ggf. gröbe-ren Vorgaben aus ERP-Systemen. Auf diese Weise entstandene neue Reihenfolgen und Termine müssen auf der übergeordneten Planungsebene berücksichtigt werden. Nicht zuletzt sorgen mo-derne MES-Lösungen für eine effizientere Nutzung von Personal und Produktionstechnik. Die Optimierung der Planung bei-spielsweise durch Rüstzusammenfassungen, Raffen von Arbeits-folgen oder Gruppen- bzw. Parallelarbeit hat somit unmittelbare Auswirkungen auf die Ecktermine und die Ausgangsgrößen der Material- und Kapazitätsdisposition. 74 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - VORTEILEEINER ERP / MES-INTEGRATION Andererseits bieten (einige) ERP-Systeme heute bereits ausge-reifte Funktionen zur Reihenfolgeplanung (Sequenzierung) und Optimierung der Ressourcennutzung. APS-Systeme (Advanced Planning & Scheduling) decken diese Aufgabenbereiche in ho-hem Maße ab. Diese Systeme bieten beispielsweise die Mög-lichkeit, szenariobasiert unterschiedlichste Planungsstrategien abzubilden: fixe oder variable Arbeitszeitmodelle, Zusammen-fassung ähnlicher Arbeitsfolgen, Priorisierungen, Fixtermine oder auch Rückstandsauflösung und dringen damit in die klassi-sche Domäne von MES-Systemen ein. Die Aufgabenteilung zwischen MES- und ERP-System und der betrachtete Zeithorizont bestimmen das sinnvolle und notwen-dige Integrationsszenario. Ein komponentenbasierter Ansatz erleichtert hierbei die Definition der Schnittstellenfunktionen. Grundsätzlich bestehen, unabhängig vom gewählten Szenario, starke Abhängigkeiten der Systeme untereinander. Die adäquate und zeitnahe Verarbeitung der Daten kann nur durch eine tie-fe Integration erreicht werden. Beide Systeme bilden einen, je nach Fertigungstypologie, mehr oder weniger dynamischen Re-gelkreis. Ein typischer Einsatzfall ist die Bereitstellung von Planungsda-ten durch das ERP-System und die Rückkopplung der unter-schiedlichsten Produktionsdaten in die unternehmensweite Pla-nungswelt. Der aktuelle Zustand des Produktionssystems ist von wesentlicher Bedeutung für die fortlaufende Planung der Ferti-gungsaufträge. Es geht dabei nicht nur um den Status von Auf-trägen und die Rückmeldung von Mengen und Zeiten, sondern auch um Qualitätsdaten und Prozessparameter. Oftmals werden Teilbereiche der Instandhaltung durch MES-Systeme abgedeckt. Die Auswirkungen von geplanten Instandhaltungsmaßnahmen können simuliert werden. Die Ergebnisse der Simulation haben Einfluss auf das Kapazi-tätsangebot. Ebenfalls sichtbar werden die Folgen auf bereits eingeplante Aufträge. Eine realitätsnahe Planung erfordert da-bei einen zeitnahen Abgleich des Kapazitätsangebotes mit dem ERP-System. Nicht zuletzt spielen auch Kostenfaktoren eine Rolle. Der Steuerung der Produktion nach wirtschaftlichen Ge-sichtspunkten kommt eine große Bedeutung zu. Hierzu können tief integrierte MES-Systeme einen wesentlichen Beitrag leisten. Die regelmäßige Überwachung relevanter Kennzahlen liefert Ansatzpunkte zur Optimierung der wertschöpfenden Prozesse und zeigt die Wirksamkeit der genutzten Stellhebel auf. Fazit MES-Systeme bieten die Möglichkeit der sehr feingranularen Steuerung der Produktionsprozesse. Im Zusammenspiel mit ERP-Systemen und in Abhängigkeit von den bereitgestellten Funktionen der einzelnen Systembestandteile existieren ver-schiedene Möglichkeiten der Integration. Generell ist eine abge-stimmte und auf die Anforderungen des jeweiligen Einsatzfalls zugeschnittene Integration von Vorteil. Die Stärken der heute bereits weitentwickelten Planungssysteme (z.B. APS) werden durch entsprechende MES-Komponenten wirkungsvoll unter-stützt. Aktuelle Informationen über den Produktionsprozess verbessern die Genauigkeit der Planung erheblich und unter-stützen die Ausregelung von allgegenwärtigen Störungen. An-dererseits können MES-Systeme mit ebenso ausgereiften Fein-planungskomponenten die Durchsetzung (Execution) der Pläne aus übergeordneten und in gröberen Zeitabschnitten planenden ERP-Systemen unterstützen. Auf diese Weise können sowohl die produktionstechnischen als auch wirtschaftlichen Ziele erreicht werden. Zum Autor Karl Tröger: Karl Tröger Leiter Product Marketing, verantwortet die stra-tegische Ausrichtung des Produktportfolios bei der PSIPEN-TA Software Systems GmbH. Auf Basis seiner nationalen und internationalen Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwi-schen Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-En-gineering dar. Seine Erfahrungen sammelte er als Senior Product En-gineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwick-lung für ERP-Lösungen innerhalb der PSIPENTA Software Systems GmbH. Competence Book - ERP 75
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    ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEMEINTERNATIONAL Wie ERP-Systeme internationale Geschäftsprozesse unterstützen AUTOR Karsten Sontow Die zunehmende Vernetzung und Geschwindigkeit von Geschäftsabläufen macht nicht an Ländergrenzen halt. Internationalisierung ist daher ein Kernbestandteil erfolg-reicher Unternehmensstrategien im globalen Markt. Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang: Die zunehmende Digitalisierung von Unternehmensabläufen beschert deutschen Firmen zusätzliches Wachstumspotenzial auf dem Weltmarkt, wie eine aktuelle Studie des Bitkom belegt. Fast 50 Milliarden Euro Exportumsatz wurde demnach allein im Jahr 2012 durch die Digitalisierung generiert. Nach Umsatz betrachtet, fördert die zunehmende Durchdringung der Geschäftsprozesse mit IT den internationalen Erfolg deutscher Unternehmen. Initiativen wie ERP 2020 und Industrie 4.0 zeigen, dass die IT-Anbieter die Zeichen der Zeit erkannt haben und Anwende-runternehmen bei ihrem Transformationsprozess in Richtung Echtzeit-Business unterstützen. Doch der Blick in die Praxis des deutschen Mittelstands zeigt: Zunächst geht es vor allem darum, Standardprozesse wie Angebotserstellung, Auftragsabwicklung und Abrechnung auf internationaler Ebene rechtlich einwand-frei und so effizient wie möglich abzubilden. Damit das gelingt, muss die eingesetzte Unternehmens-Software eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllen – auch dann, wenn das jeweilige Anwenderunternehmen selbst keine Standorte im Ausland be-treibt. 76 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEMEINTERNATIONAL No English, please Mehrsprachigkeit ist eine zentrale Anfor-derung an ERP-Systeme für den interna-tionalen Geschäftsverkehr. Wer Waren ins Ausland liefert, sollte beispielsweise in der Lage sein, Lieferscheine in der jeweiligen Landessprache auszudrucken, unabhän-gig von der Frage, wo sich die Firmenstand-orte befinden. Für die ERP-Software be-deutet das: Sie muss Unicode-fähig sein, um auch Sprachen mit Sonderzeichen wie Arabisch oder Russisch verarbeiten zu können. Dies gilt natürlich umso mehr, wenn eine Firma Standorte im Ausland unterhält: In diesem Fall müssen auch die Benutzeroberfläche und das Hilfesys-tem in der Landessprache verfügbar sein. Englisch als „Weltsprache“ ist in vielen Ländern kein adäquater Ersatz, weil nicht alle Benutzer eines ERP-Systems über den dazu nötigen Bildungsstandard oder die kulturelle Bereitschaft verfügen. Alles rechtens? Andere Länder, andere Gesetze – und an-dere Währungen. Diese Tatsache macht Unternehmen weltweit zu schaffen. Selbst innerhalb der EU sind bei einem Stan-dardprozess wie der Rechnungserstellung unterschiedliche Gegebenheiten wie etwa verschiedene Mehrwertsteuersätze zu be-rücksichtigen. Hinzu kommt: Nicht nur in Deutschland und Europa ändern sich die Gesetze. Besonders häufig geschieht dies in Staaten wie Russland oder Chi-na. Und in Brasilien beispielsweise emp-fehlen selbst die Vertreter eines weltweit marktführenden ERP-Herstellers, für die Buchhaltung lokale Speziallösungen zu wählen, da es ihnen nicht wirtschaftlich möglich sei, angesichts der häufigen Än-derungen der Finanz- und Steuergesetz-gebung vor Ort die Aktualität der Systeme in diesem Bereich zu gewährleisten. Auch Zollbestimmungen und Umweltverord-nungen ändern sich vielerorts häufig. Multi-Site-Management für Intercompany-Prozesse Firmen, die mit „verlängerter Werkbank“ im Ausland arbeiten, kennen die Aufgabe: Der Kunde in Land A bestellt ein Produkt, das in Land B gefertigt wird. Lieferschein und Rechnung werden von der Unterneh-menszentrale in Deutschland erstellt. Da-mit dieser Prozess möglichst schnell und reibungslos abläuft, ist ein hohes Maß an Automatisierung erforderlich. Moderne ERP-Lösungen bringen die dazu nöti-ge Funktionalität in der Regel mit, doch unterscheiden sich die Systeme im De-tail teilweise recht deutlich. Entscheider sollten sich derartige Abläufe deshalb im Hinblick auf die Eignung für das eigene Business demonstrieren lassen – unter realen Bedingungen. Genauso wichtig ist ein zentrales Daten-Management, das mit Transparenz in der Buchhaltung und möglichst effizientem Controlling schnel-le und fundierte unternehmerische Ent-scheidungen unterstützt. Mehrsprachigkeit liegt bei den Anwendern von ERP-Software im Trend – das zeigt die ERP-Zufriedenheitsstudie von Trovarit: Der Anteil der nur einsprachig genutzten Systeme sank von 2008 bis 2012 kontinuierlich. Zuletzt nutzte fast die Hälfte der befragten Anwender ihr ERP-System in mindestens zwei Sprachen. Competence Book - ERP 77
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    ANWENDUNGEN - ERP-SYSTEMEINTERNATIONAL ERP als Wachstumsförderungspro-gramm Wachstum ist ein zentrales Ziel bei jeder Internationalisierung. Dabei geht es nicht nur um mehr Benutzer und neue Stand-orte. Auch eine geänderte Geschäftsform, neue Unternehmensbereiche, wie etwa eine zugekaufte Fertigung, sowie neue Vertriebskanäle müssen Unternehmen möglichst schnell und reibungslos inte-grieren, wenn sie ihre Markposition aus-bauen wollen. ERP-Lösungen müssen deshalb in möglichst vielen Dimensionen anpassbar sein – das zeigen auch die re-gelmäßigen Anwenderbefragungen der Trovarit AG. Skalierbarkeit und Flexibi-lität sind Kernanforderungen, wenn die ERP-Software das internationale Wachs-tum fördern und nicht behindern soll. Die Zusammenarbeit ist erfolgsent-scheidend Aus repräsentativen Befragungen von ERP-Anwendern und aus unserer Be-ratungstätigkeit wissen wir: Die Zu-sammenarbeit zwischen Hersteller, Implementierungspartner und Anwen-derunternehmen ist entscheidend für den Erfolg von ERP-Einführungen. Für internationale ERP-Projekt bedeutet das: Entscheider sollten von Anfang an gezielt nach der Vor-Ort-Unterstützung im Aus-land fragen, sowohl während der Imple-mentierungsphase als auch danach: • Unterhält der Anbieter selbst Stand-orte in den Staaten, in denen die Lö-sung eingesetzt werden soll? • Welche konkreten Services erbringt der Hersteller selbst vor Ort? • Sind personelle Ressourcen für tech-nische Problemlösungen vorhanden? • Verfügt der Anbieter über Partner mit muttersprachlichen Fachleuten in den jeweiligen Ländern? • Wie ist die Zusammenarbeit der Nie-derlassungen und/oder Partner in verschiedenen Ländern geregelt? • Welche Qualifikationen haben die handelnden Personen in den betei-ligten Ländern aufzuweisen? Zertifi-kate? Referenzen? • Wer ist der zentrale Ansprechpartner für den Kunden? • Gibt es ein einheitliches, transparen-tes Verfahren für die Software-Ein-führung mit standardisiertem Be-richtswesen über den Projektverlauf? • Wie läuft der Roll-Out ab? Ist die muttersprachliche Schulung der künftigen Benutzer gewährleistet? • Wie ist der Support nach der Einfüh-rung organisiert? • Kein System kann alles Nach unseren Erkenntnissen gibt es der-zeit keinen ERP-Hersteller, dessen Pro-dukte weltweit in vollem Funktionsum-fang in der gleichen Qualität verfügbar sind. In den meisten Fällen wird dies auch nicht benötigt. Umso wichtiger ist es, im Projektverlauf möglichst früh zu definie-ren und zu dokumentieren, welche Anfor-derungen wo erfüllt sein müssen, um die geeignete Lösung – oder eine Kombinati-on verschiedener Lösungen – zu finden. Dabei sollten unbedingt auch die geplante Entwicklung des Unternehmens und die daraus resultierenden künftigen Anfor-derungen mit einbezogen werden. In der Regel ist es am Schluss eine Frage der Be-wertung einzelner Anforderungen, für welches System sich der Anwender ent-scheidet. Zwei Punkte allerdings sollten immer gegeben sein, bevor es an die Re-alisierung geht: Muttersprachliche Unter-stützung vor Ort und die Möglichkeit zum Austausch mit Kunden, die vergleichbare Anforderungen haben. ERP im Ausland ist mehr als Software Zwar sind moderne ERP-Systeme prinzipi-ell immer für den internationalen Einsatz konzipiert, doch die Tücken der Praxis ste-cken im Detail. Dabei geht es nicht nur um technische und funktionale Aspekte der Software. Vielmehr kommt gerade beim internationalen Einsatz den Faktoren Ser-vice und Beratung erhebliche Bedeutung zu. Denn eine umfassende Funktionalität nützt dem Anwender nichts, wenn er nie-manden hat, der ihn bei der Einführung der Lösung an seinen Auslandsstandorten unterstützt. Entscheider, die sich mit der Einführung von ERP-Systemen für den in-ternationalen Einsatz befassen, sollten da-her von Anfang an bedenken, dass es nicht nur um die Anforderungen an die Software geht. Ebenso wichtig ist beispielsweise die Klärung der technischen Randbedingun-gen: Welche Leitungen sind mit welchen Bandbreiten an den unterschiedlichen Standorten verfügbar? In Schwellenlän-dern ist häufig auch die Stromversorgung ein Thema. Um sicherzugehen, dass keine wichtigen Punkte übersehen werden, soll-ten Anwender grundsätzlich auf drei Er-folgsfaktoren für internationale ERP-Pro-jekte achten: 1. Gehen Sie systematisch vor – sowohl bei der Auswahl von Hersteller und System, als auch bei der Implemen-tierung Ihrer ERP-Lösung. 2. Sichern Sie sich die Unterstützung durch Partner mit Erfahrung in Ihren Märkten. 3. Nehmen Sie Ihre Belegschaft an den verschiedenen Standorten mit. Wenn Sie wollen, dass Ihre Lösung in Bra-silien, Indien, Russland oder China genutzt wird, müssen die dortigen Anwender nicht nur die Benutzer-oberfläche, sondern auch die Logik des Systems verstehen. Zum Autor Dr. Karsten Sontow Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Grün-der und Vorstand der Trovarit AG, Aachen, einem Spezialisten für die Evaluation von Business Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). Dort verantwortet er die Bereiche Marketing, Account Management, Research und Finan-zen. Dr. Sontow studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel im Ma-schinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. 78 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERPFÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER ERP für Einzel- und Auf-tragsfertigung ist anders! Autor: Manfred Deues, ams.Solution AG Manfred Deues, Vorstand der ams.Solution AG, im Gespräch mit Dr. Winfried Felser, Herausgeber der Competence-Site.de Vorstand der NetSkill AG zu Herausforderun-gen, Lösungen und nachhaltigem Markterfolg Der ERP-Markt – Generalisten versus Spezialisten? Die ERP-Landschaft wird in weiten Teilen von globalen Ge-neralisten wie SAP, Microsoft und Oracle geprägt. Gleich-zeitig existiert ein sehr erfolgreicher ERP-Mittelstand gerade in der DACH-Region und ams.Solution ist als lang-jähriger Marktführer für Einzel- und Auftragsfertiger mit seinen Wachstum ein besonders überzeugendes Beispiel für die Nachhaltigkeit der Spezialisten im ERP-Markt. Warum brauchen wir Ihrer Meinung nach Spezialisten in vielen Branchen? Warum können oder wollen z.B. viele Ein-zel- und Auftragsfertiger nicht auf die Generalisten im ERP-Markt setzen? Was spricht noch für den auch zukünftigen Erfolg von heutigen Marktführern wie ams.Solution? Manfred Deues Ursprünglich bestand der Markt vor allem aus Anbietern, die generalistisch aufgestellt waren. Im Einzelfall wurden durch Customizing spezifische Anforderungen realisiert. Heute noch sind 70% bis 80% des ERP Markts Generalisten. In den Marke-ting- Broschüren wirkt es dann allerdings oft so, als ob diese Ge-neralisten dann auch Spezialist in ganz vielen Branchen sind. In einem Marktvolumen von 20 bis 30 % des Ge-samtmarkts existieren heute aber auch wirklich fokussierte Spezialisten, die z.T. schon, wie bei uns, seit über 20 Jahren oder länger am Markt sehr erfolgreich sind. Hier kann man tatsächlich von branchenspezifischen Standards in der Software und der entsprechenden dedizierten Branchen-kompetenz sprechen, beides zusammen macht die Kunden in einer Branche zukunftsfähig und stellt zugleich eine hohe Kosteneffizienz sicher. Generalisten, die nun versuchen über Customi-zing bzw. die ein oder andere Installation eine ähnliche Branchen-Spezialisierung zu realisie-ren, verfügen meistens nicht über die dafür notwendigen um-fassenden Branchenkenntnisse. Daher scheitern solche Ansätze oft bzw. die Branchen-Spezialisierung bleibt in ihrer Breite und Tiefe beschränkt und es entstehen hohe Folgekosten bei der Systemeinführung und Systemwartung. Entsprechend unzurei-chend sind die sich dadurch ergebenden Prozesse. Der Spezialist hingegen verfügt über Mitarbeiter, die bereits über Jahre schon in der Branche arbeiten und z.T. selber früher als Anwender beziehungsweise Kunde tätig waren. Der Spezialist baut diese Kompetenz zudem konsequent mit jedem Projekt aus. So verfü-gen Spezialisten von Jahr zu Jahr über ein immer umfassenderes Know-how zu branchentypischen Prozessen und Anforderun-gen, die auch in den Standard der Software einfließen. Daher betonen wir in unserem Claim zunächst spitz das Thema ERP („ams.solution - die ERP-Lösung“), um an die Anforderun-gen des Marktes anzudocken (Wir brauchen ein „ERP-System“). Zugleich macht unser Claim „Prozesse verstehen - Transparenz gestalten“ aber diese Branchenkompetenz jenseits der Software deutlich. Wir sind ein Prozessberatungs- und Softwarehaus für Einzelfertiger. Competence Book - ERP 79
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    ANWENDUNGEN - ERPFÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER ERP – Herausforderung für Einzel-fertiger und Auftragsfertiger Als Fraunhofer-Berater konnte ich immer wieder feststellen, dass nicht 200-seitige Pflichtenhefte zielführend sind, sondern das Verständnis der 4-5 Kernherausforderungen eines ERP-An-wenders. Was sind Ihrer Erfahrung nach heute die wichtigsten Herausforderungen für Einzelfertiger? Manfred Deues Um hier die besonderen Herausforde-rungen der Branche zu verstehen, muss man einen Vergleich zwischen einem Serienfertiger und einem Einzelfertiger anstellen. Der Serienfertiger produziert in großen Stückzahlen auf Lager und mit geringen Rüstkosten immer wieder seine Serien-Produkte, die er marktgetrieben vorkonstruiert hat und mittel- und lang-fristig planen und kostenseitig abschätzen kann. Hier geht es dementsprechend dann vor allem um Mengenplanungen, Lage-roptimierungen, Logistik etc. Bei dem Einzelfertiger sieht es hingegen so aus, dass der Kunde und sein individueller Produktwunsch im Vordergrund stehen, zum Teil werden sogar Unikate für Kunden produziert. Daher ist ein leistungsfähiges Projektmanagement mit Terminkontrol-le und laufender Kostenkalkulation er-folgsentscheidend. Auch eine begleiten-de Konstruktion und eine wechselnde, begleitende Stücklistenverwaltung sind aufgrund der hohen Dynamik von beson-derer Wichtigkeit. Die Einzelfertigung hat zudem z.T. Lieferzeiten bis 12 Monate oder länger. Eine leistungsfähige Disposi-tion von Teilen mit langer Wiederbeschaf-fungszeit sorgt für frühzeitige Bestellun-gen, zum Teil schon in der Vertriebsphase. Nur so können Sie als Einzelfertiger die Komplexität und Dynamik ihres Marktes und ihrer Kundenwünsche beherrschen. Sie müssen bei der Einzelfertigung ter-min-, kosten- und anforderungsgerecht fertigen und das selbst dann, wenn durch Change Requests nach Beginn der Pro-duktion Auftragsänderungen zu berück-sichtigen sind. Es kann sogar passieren, dass bei der Planung deutlich wird, dass sie mit einem Teil der Fertigung oder der Konstruktion bereits drei Wochen früher hätten beginnen müssen. Dann müssen sie auf Sonderschichten oder eine verlän-gerte Werkbank zurückgreifen. Wegen dieser Besonderheiten habe ich auch das Institut für Einzelfertiger gegründet, wo wir uns gemeinsam im Netzwerk über He-rausforderungen und Lösungen austau-schen. ERP – Lösungen (Kernfeatures, Konzepte, …) für Einzelfertiger und Auftragsfertiger ERP-Systeme können in einem her-ausfordernden Kontext für den Mit-telstand, insbesondere auch für Ein-zel- und Autragsfertiger, strategische Werkzeuge werden, wenn sie die rich-tigen Funktionen / Features unter-stützen, aber vor allem wenn sie auch zielführend eingeführt und genutzt werden. Welche Kernfeatures eines ERP-Sys-tems sind ihrer Meinung nach heute generell in dieser Branche überlebens-wichtig? Wie geht man dann idealer-weise bei einem ERP-Projekt vor? Ver-stehen, konzipieren, realisieren: Was können Sie mit diesem Dreischritt an Erfolgen erreichen? Manfred Deues Unternehmen und Organisationen mit einem schnellen Wachstum, neuen Ge-schäftsmodellen oder sich rechtlich än-dernden Bestimmungen brauchen ein ERP-System, welches sehr agil und flexibel ist. Aufgrund dieser strategischen Trag-weite sollte die Auswahl eines ERP-Sys-tems Chefsache sein. In Zusammenarbeit mit den Key-Usern ist es wichtig, zu Be-ginn eine Shortliste der unternehmensin-dividuellen wichtigsten Anforderungen zu definieren. Bei der ERP-Auswahl spielt die Unternehmensgröße eine gravieren-de Rolle. Handelt es sich um ein kleines (bis 80 Mitarbeiter) oder größeres mittel-ständisches Unternehmen, so bestehen unterschiedliche Anforderungen an das ERP-System. Mittelständische, produ-zierdende Unternehmen mit vertikalen Herausforderungen sollten immer auf Spezialisten setzen. Die notwendigen Funktionen werden zu 95% weitgehend von unserem Portfolio abgedeckt. Für die horizontalen bzw. branchenneutralen Aufgaben, z.B. Lohn & Gehalt, Personal-management oder Finanzwesen, setzen wir selbst auf Partner. Auch bei horizon-talen Lösungen sollte man aber nicht nur auf Funktionen achten, sondern auch auf die gleiche Augenhöhe und den technolo-gischen Fit. Wenn man als Mittelständler Änderungen bei einem Software-Konzern wünscht, ist das u.U. nicht sehr erfolg-reich. 80 Competence Book - ERP
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    ANWENDUNGEN - ERPFÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER Verstehen, konzipieren, realisieren: Was macht dann in der Umsetzung bzw. bei diesem Dreischritt am Ende den Erfolg aus? Meiner Meinung nach vor allem – und auch das betone ich gerne noch einmal – die umfassende Branchenkom-petenz in den Köpfen der Berater. Was ansonsten unser Projektvorgehen bzw. unseren Dreischritt angeht, finden Sie weitergehende Informationen bei uns online (https://www.ams-erp.com/Home/ verstehen.aspx). So erreichen wir: • Eine umfassende Prozesstransparenz entlang der gesamten Wertschöp-fungskette. • Eine hohe Kalkulationssicherheit bei Angeboten und Aufträgen durch Vor-, Mitlaufende- und Nachkalkulation • Eine Verkürzung der Auftragsdurch-laufzeiten, in vielen Geschäftsberei-chen mit kurzen Ablaufzyklen und hohen Zuwachsraten geht es um Schnelligkeit – sowohl im Angebots-wesen als auch in der Auftragsab-wicklung. • Eine durchgängige und vollständige Dokumentation für Projekte durch die Möglichkeit, jedem beliebigen Datensatz ein Dokument zuzuord-nen. Abruf auf Knopfdruck – für das gesamtes Projekt. • Die Erreichung einer höheren Pro-duktivität mit bestehendem Perso-nal. • Die Erstellung von Soll-Konzepten für Ihre Unternehmensprozesse, De-finierung von Standards. Was wir damit erreichen wollen? Wir wol-len unseren Anspruch für die Prozessopti-mierung unserer Kunden in die Tat umset-zen: Unsere Kunden sollen in 3- 4 Jahren den doppelten Umsatz mit dem gleichen Personal meistern! ERP für Einzelfertiger und Auftrags-fertiger – erfolgreiche Projektbei-spiele Grau, treuer Freund, ist alle Theorie. Mehr denn je hat Goethe Recht. Bes-ser als jede abstrakte Problem- und Lösungsbeschreibungen sind konkrete Projekterfahrungen. Können Sie an 1-2 Kunden den Drei-schritt von Herausforderungen – Lö-sungen – Einführungen mit ams.Solu-tion beispielhaft skizzieren. Wie kam es zum Projekt, warum entschied man sich für Sie, wie ging man vor und wie wurde am Schluss der Erfolg des Pro-jekts sichergestellt? Manfred Deues Hier lasse ich natürlich besonders gerne unsere Kunden selbst sprechen: Was mich persönlich angeht: Ich möchte in diesem Interview zu dieser Frage ein-mal mit etwas ganz Unpopulärem anfan-gen. Bei uns steht ein Release-Wechsel alle 12-24 Monate an und das ist dann immer ein kleines Projekt einschließlich der Ak-tualisierung der Customizing-Funktio-nalitäten. Der erfahrene Anwender weiß: „Never change a running system“, aber irgendwann möchte er natürlich von den technologischen und funktionalen Fort-schritten profitieren. Das gelingt bei uns relativ schmerzfrei. Bei den meisten Anbietern, insbesondere bei den großen, universellen Anbietern bzw. den Generalisten, ist das hingegen meistens auch ein großes Projekt, das oft hohe Kosten verursacht, vor allem auch intern. Viele der davon betroffenen Unter-nehmen im Bereich der Einzelfertigung, die das erleben mussten, wechseln dann zu uns, um in Zukunft nicht immer wieder von solchen massiven Release-Wechseln betroffen zu sein. Vor allem bei Anbietern, die mit vielen Partnern zusammenarbei-ten und nur ein Basissystem anbieten, stellt der Markt so etwas fest. Das bzw. die Ablösung ist oft ein mögli-cher Start einer Zusammenarbeit mit uns, wobei dann Kunden in der Regel auch neue Prozesse und Module implementie-ren wollen. Zum Start zeigen wir dann dem Kunden, was unser System im Standard alles abbil-det. Dann sieht der Kunde, dass wir wirk-lich Spezialisten sind und erkennt, was ihm bisher alles fehlte bzw. er erkennt nun, dass es eine Software gibt, die seine Anfor-derungen zum größten Teil im Standard abbildet. Das höchste Lob für Kompetenz ist es, wenn Kunden unsere Mitarbeiter in dieser Phase fragen, woher wir das alles wissen (was der Kunde braucht) und ob unser Mitarbeiter schon einmal bei ihnen gearbeitet habe. Natürlich stehen dabei nicht nur neue Features im Vordergrund, sondern die optimierten Prozesse, die aber oft mit unserem System und seinen Funktionalitäten deutlich einfacher und umfassender abgebildet werden können. Standardmäßig sind dann die nächsten Schritte – dass wir den Umfang der Ein- Competence Book - ERP 81
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    ANWENDUNGEN - ERPFÜR EINZEL UND AUFTRAGSFERTIGER führung beleuchten, wie wir die Prozesse mit unseren Stan-dard- Funktionen abbilden können bzw. welche Prozesse sich optimieren lassen. Im Einzelnen sind wichtige Teilschritte: • Anforderungskatalog / Pflichtenheft • Unternehmensbegehung • Workshop mit Modellstudie • Leichte praxisgerechte Bedienung • Prozessanalyse und Dokumentation Diese Schritte in der ams-Methode garantieren den Erfolg und die Motivation im Projekt. Zukunft ERP: Usability, Mobility, Connectivity, Cloud, … Sie engagieren sich auch für die Zukunft der Branche, u.a. beim BITKOM und dem VDMA. ERP 2020, die Initiative des VDMA, hat hier drei Perspektiven identifiziert: Usability, Mobility und Connectivity. Inwieweit sind das auch Ihrer Meinung nach wichtige Schwerpunkte der zukunftsorientierten Entwicklung? Was planen Sie persönlich noch bis 2020 und für dieses / das nächste Jahr? Manfred Deues Es gibt z. Zt. eine Vielzahl von Buzzwords, die eher von Anbietern als von Kunden getrieben werden. Die Cloud ist z.B. in unserer Branche kritisch, wenn es um patentgeschützte Informationen unserer Kunden geht. Zum Schluss propagiert man dann aus rei-ner Verzweiflung die „private Cloud“, die eigene Installation. Man muss in solchen Fällen schauen, dass man da nicht am Markt vor-beiredet. Aus diesem Grund haben wir für unsere Branchen auch noch keine Cloudlösung realisieren müssen. Wir sind grundsätzlich nicht Marketing-/schlagwortorientiert, sondern kundenorientiert. Wir sind auch keine Evangelisten für jeden neuen Hype, das bezahlt keiner. In unserem Fokus steht immer der Kundenerfolg. Manchmal wollen die Kunden im Mit-telstand nicht, was die Konzern-Anbieter propagieren. Wir sind natürlich zukunftsorientiert, damit wir wettbewerbs-fähig bleiben. Usability, Mobility und Connectivity sind daher für uns Selbstverständlichkeiten und wir engagieren uns auch entsprechend in den Branchen. Dabei sind die Themen zum Teil auch nicht ganz neu. Schon vor Jahrzehnten haben beispielsweise Fraunhofer, die RWTH und andere Universitäten im Bereich der Connectivity Branchen-Standards entwickelt. Wir haben grundsätzlich unsere Schnittstellen sehr flexibel anpassbar gestaltet, so dass wir über-all andocken können. Was unsere Zukunftsplanung angeht: Wir schauen hier von Jahr zu Jahr, oft zusammen mit unseren Kunden im Kundenentwick-lungsforum. Wir haben einen guten Austausch mit unserem Markt und sind sowohl technologisch wie auch in den Funktio-nen schnell unterwegs. Zum Autor Manfred Deues: Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Bran-che tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und studier-te Betriebswirt (EDV/Organisation) als geschäftsführender Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Bereiche Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Um-firmierung der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im glei-chen Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch die Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen In-itiator und Mitbegründer Manfred Deues ist. 82 Competence Book - ERP
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    CASE STUDIES & PRODUKTINFORMATIONEN
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    Case Studies & Produktinformationen Branchenübersicht 85 Kumavision ERP-Lösung KUMAVISION factory für Förderanlagen im Bergbau 88 Asseco Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus 90 Microsoft Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft 92 Cosmo Consult Integrierte Module statt Individualprogrammierung 95 Asseco Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutzbleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 97 ams.Solution AG Wachstum organisieren 101 COSMO CONSULT AG Ein Partner für alle Fälle 104 ams.Solution AG Auf Draht bei Aumann 106 Diverse Branchen Weitere Case Studies und Produktinformationen unse-rer Partner 112 Informationsquellen 114 Unternehmen 119 Experten 126 Glossar INHALT 84 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION ERP-Lösung KUMAVISION factory für Förderanlagen im Bergbau AUTOR: KUMAVISION AG Förderanlagen im Bergbau gehören zu den größten Anlagen, die Menschen je errichtet haben. Sie entstehen aus zehntausenden von Einzelteilen. Ihre technischen Parameter werden in Maßeinheiten wie Meganewton oder Megawatt beschrieben. Das deutsche Traditionsunter-nehmen SIEMAG TECBERG plant, konzipiert und errichtet solche Anlagen in aller Welt. Um von der Konstruktionszeichnung bis zur Montage den Überblick zu behalten, setzt das Unternehmen die ERP-Branchenlösung KUMAVISION factory auf Basis von Microsoft Dynamics NAV ein. Die Historie von SIEMAG TECBERG geht bis auf das Jahr 1871 zu-rück. Aus dem Lieferanten für Bergbauzubehör hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts der international aufgestellte Systemanbie-ter SIEMAG TECBERG entwickelt mit Kunden und Projekten in aller Welt. „Wir stellen zwar sehr große und schwere Geräte her. Aber wir sind trotzdem eine Manufaktur.“ So beschreibt Stephan Sartor, Geschäftsführer bei SIEMAG TECBERG, die Arbeitsweise des Unternehmens. Entsprechend hoch ist der Stellenwert von Stücklisten und Strukturplänen im ERP-System. Zur Steuerung seiner komplexen Abläufe nutzt der Bergbauspezialist Microsoft Dynamics NAV, schon seit der „blauen Version“, wie Sartor in An-spielung auf die monochrome Bildschirmdarstellung der frühen 1990er sagt. Zuletzt lief eine hoch spezialisierte und individuell programmierte Software auf Basis der Version 3.60. Neues Gebäude, neue IT Als SIEMAG TECBERG 2007 per Management-Buy-Out eigen-ständig an den Markt ging, stellten sich gleich mehrere Her-ausforderungen. Denn Kunden, Mitarbeiter und Infrastruktur gingen zu SIEMAG TECBERG über. Firmengebäude und IT-Spe-zialisten blieben aber beim früheren Mutterkonzern. So musste das Unternehmen gleichzeitig ein neues Gebäude beziehen und eine neue IT einführen. „Um unsere stark individualisierte Soft-ware weiter betreiben zu können, hätten wir Fachleute benötigt, die das System von Grund auf kennen“, erklärt Sartor. Deshalb beschloss das Management, eine aktuelle Version von Microsoft Dynamics NAV einzuführen. Nahe am Standard Dabei wollte das Unternehmen so nahe wie möglich am Standard bleiben. Trotzdem war klar, dass es allein mit dem Funktionsum-fang von Microsoft Dynamics NAV nicht getan war. „Wir brauch-ten eine Branchenlösung, die unsere speziellen Anforderungen im Anlagenbau abdeckt.“ Und die sind – wie auch die Produkte des Unternehmens – eine Nummer größer als der Durchschnitt. Deshalb ließen sich auch Individualprogrammierungen nicht völlig vermeiden. Aber jede individuelle Funktion des alten Sys-tems wurde durch einen dreistufigen Filter sortiert: Nice-to-ha-ve- Funktionen fielen weg. Bei den anderen suchten die Verant-wortlichen nach Wegen, die eigenen Prozesse so umzustellen, dass sie doch noch mit dem Standard abgebildet werden konn-ten. Nur wenn es keine andere Möglichkeit gab, kamen die Pro-grammierer zum Einsatz. Im Ergebnis konnte SIEMAG TECBERG zu 90 Prozent die Standards der KUMAVISION-Branchenlösung übernehmen. Kalkulation aus Erfahrung Damit deckt SIEMAG TECBERG fast den gesamten Workflow ab. Lediglich Kalkulationen im Vorfeld eines Vertragsabschlusses berechnen die Mitarbeiter des Vertriebs mit Excel-Werkzeugen. Aber auch hier greifen sie bereits auf Informationen aus ähnli-chen Projekten zurück. „Kein Schacht, kein Bergwerk ist iden-tisch mit einem anderen“, erklärt Stephan Sartor. „Aber wir verfü-gen über 1500 Referenzen, die wir weltweit bereits durchgeführt haben.“ Deshalb greift das Unternehmen in der Kalkulationsphase Competence Book - ERP 85
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    CASE STUDY -SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION Bild: Siemag Fördermaschine Gotthard auf Projekte zurück, die genügend Ähn-lichkeit haben, so dass sie für Risikoab-schätzung und Kostenrechnung genutzt werden können. Wenn eine verbindliche Bestellung vorliegt, werden die Excel-Ta-bellen aus der Kalkulation mit hunderten von Positionen automatisiert in KUMAVI-SION factory eingelesen. Strukturpläne und Budgets werden automatisch ange-legt. Hohe Flexibilität In der Phase des Anpassungsengineerings greifen die Konstrukteure auf die Pläne bereits gebauter Anlagen zurück, über-nehmen teilweise vorhandene Strukturen, überarbeiten sie und fügen sie zu etwas Neuem zusammen. „Hier verlangen wir von unserem ERP-System ein außerge-wöhnlich hohes Maß an Flexibilität“, er-klärt Sartor. Einen Standard gibt es nicht. „Es genügt uns nicht, eine Datenstruktur komplett per Copy und Paste zu überneh-men. Wir müssen die Struktur auf jeder Ebene verändern können.“ Kompletter Datenumzug Die enge Verwebung zwischen alten und neuen Projekten setzte auch voraus, dass der komplette Datenbestand aus der lan-gen Geschichte des Unternehmens in die neue SQL-Datenbank der Branchenlö-sung fehlerfrei transferiert wurde. Und noch eine weitere Eigenheit des Berg-baugeschäfts machte den Erhalt der alten Datensätze erforderlich: Schachtförder-anlagen sind 40 bis 50 Jahre in Betrieb. Entsprechend lange müssen die Doku-mentationen für Service und Betreuung verfügbar sein. „Hier hat KUMAVISION mit großem Know-how für einen professi-onellen Umzug gesorgt“, so Sartor. CAD-Integration und Änderungs-management Eine besondere Herausforderung war die Anbindung der CAD- und PDM-Konstruktionssysteme an das ERP-System. Denn im Verlauf des Anpassungs-engineerings überarbeiten Konstrukteu-re die Zeichnungen – mit direkten Aus-wirkungen auf die Stücklisten. SIEMAG TECBERG nutzt deshalb eine Universal-schnittstelle in KUMAVISION factory, mit der online aus den Konstruktionsdaten Ar-tikel- und Stücklisten abgeleitet werden. Ein integrierter Plausibilisierungsprozess erkennt dabei Inkonsistenzen oder Fehler und erlaubt auch die Vereinheitlichung unterschiedlicher CAD-Systeme auf einen 86 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -SIEMAG TECBERG UND KUMAVISION homogenen Artikelstamm. Ein weiterer Vorteil ist die vollständige Indexverfol-gung der Änderungsstände im ERP-Sys-tem. Damit verbleibt die Verantwortung für die Zeichnungs- und Artikel- Stück-listenverwaltung in der Konstruktion. Es entsteht ein durchgängiger Prozess ohne Medienbrüche. Ebenso profitiert SIEMAG TECBERG vom Änderungsmanagement, das in KUMAVISION factory integriert ist. Es leitet alle Änderungen von 65 CAD-Ar-beitsplätzen sowie die Änderungen der Arbeitsvorbereitung direkt in Änderungs-vorschläge weiter. Dadurch erhält das Pro-jektmanagement valide Informationen, wie mit den wachsenden Strukturen und Langläufer umgegangen werden soll. Komplexe Abwicklung Auch die konkrete Abwicklung eines Auftrags fällt bei SIEMAG TECBERG auf-grund der Projektgröße etwas komplexer aus. Stücklisten mit 20.000 Positionen sind keine Seltenheit. 80 Prozent der ver-bauten Teile kauft das Unternehmen bei verschiedenen Lieferanten. Dabei kann es zu komplexen Beistell-Stafetten kommen: Lieferant A produziert ein Teil, das er für Lieferant B beistellen muss, ist aber sei-nerseits auf ein Beistellteil von Lieferant C angewiesen. „KUMAVISION factory ist für uns ein unverzichtbares Werkzeug, um diese komplexen Strukturen überhaupt beherrschen zu können“, erklärt Sartor. Vor allem deshalb, weil Termintreue in dieser Branche eine weit größere Bedeu-tung hat, als anderswo. „Wenn wir liefern, muss alles zu einem festen Termin am Ha-fen oder beim Kunden sein. Wir können da nicht einfach nachliefern. Ein Zeitver-zug ist - auch bedingt durch die weltweite geographische Lage der Bergwerke - im-mer gleichbedeutend mit einem immen-sen Schaden.“ DMS inklusive KUMAVISION factory ist bis auf weni-ge Ausnahmen in allen Bereichen bei SIEMAG TECBERG im Einsatz. CAD-In-tegration, Materialbeschaffung, Waren-eingangsprüfung, Projektmanagement, Rechnungsprüfung, Finanzbuchhaltung, Controlling nach HGB und IFRS und Versand: alles ist in der Branchenlösung abgebildet. Zusätzlich ist ein Dokumen-tenmanagementsystem (DMS) angebun-den, das neben dem fiskalischen Beleg-wesen auch Konstruktionszeichnungen jederzeit elektronisch abrufbar macht. „Wenn unsere Mitarbeiter in KUMA-VISION factory auf eine Stücklisten-position gehen, können sie mit einem einzigen Mausklick die zugehörige Konst-ruktionszeichnung öffnen“, erläutert Sartor. Fazit Für die Zusammenarbeit bilanziert Stephan Sartor: „Wir haben durch den Umzug und die neue IT im Prinzip ein neues Unternehmen im laufenden Betrieb gegründet. Unter diesen komplizierten Umständen und mit einem sehr sportiven Zeitplan, hat KUMAVISION einen sehr guten Job gemacht. Natürlich konnte es nicht von Anfang an reibungslos funk-tionieren. Aber wenn es Probleme gab, hat KUMAVISION immer die Ressourcen bereitgestellt, um so schnell wie möglich gute Ergebnisse zu erzielen.“ Die neue Software selbst beurteilt Sartor weniger nach den betriebswirtschaftlichen Vortei-len als nach den organisatorischen: „Wir brauchen ein System, das hoch flexibel ist, unsere komplexen Auftragsstrukturen ab-bildet, abgeschlossene Projekte für künfti-ge nutzbar macht und die Konstruktions-ebene einbindet. Und das haben wir mit KUMAVISION factory erhalten.“ Bild: Siemag Schachtförderanlage Gotthard Competence Book - ERP 87
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    CASE STUDY -ASSECO UND MASCHINENRING ÖSTERREICH Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus AUTOR: Asseco Solutions AG Der Maschinenring Österreich ist ein genossenschaftlich organisierter, nationaler Zusam-menschluss von etwa 77.000 Mitgliedsbetrieben, durch die aktuell mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Alpenrepublik bewirtschaftet wird. Als führendes Dienstleistungsunternehmen im ländlichen Raum hat es sich der in 90 Vereine, so genannte „Rin-ge“, unterteilte Verbund zum Ziel gemacht, die Perspektiven und Chancen der heimischen Land-wirte durch eine umfassende Bündelung und Organisation von Kräften und Ressourcen nachhaltig zu verbessern – und dies über alle neun Bundesländer hinweg. Der Maschinenring ist insgesamt in drei Unternehmensbereiche – Agrar, Service und Personalleasing – gegliedert. Maschinenring Agrar, Service, Personalleasing Betriebshilfe und Maschinenmanagement zählen zu den historischen Kernaufgaben der Maschinenringe. Der inneragrarische Leistungsaustausch zwischen Landwirten steht hierbei im Fokus. Ein kosteneffizientes Maschinenmanagement, die Aushilfe bei Überkapazitäten sowie Sozialeinsätze in Notsituationen werden auf diese Weise sicher-gestellt. Der Maschinenring Agrar bietet Einzel- und Komplettdienstleistungen in den Bereichen Ackerbau, Grünland, Forst, Bioenergie, Wein-, Obst- und Spezialkulturenan-bau sowie Innenwirtschaft. Maschinengemeinschaften stellen dabei insbesondere bei hohen Anschaffungskosten im Bereich der Ernte- oder Düngetechnik sowie der Boden-bearbeitung eine ökonomisch sinnvolle Alternative zu einzelbetrieblichen Investitionen dar. Als Dienstleister bietet der Maschinenring Service in ganz Österreich Landschafts- und Grünraumpflege sowie Winterdienst für Unternehmen, Gemeinden oder Privatperso-nen an. Dieser Dienstleistungsbereich hat sich inzwischen zum umsatzstärksten Ge-schäftszweig entwickelt. Der vor fünfzehn Jahren gegründete Unternehmensbereich Personalleasing vermittelt Arbeitskräfte aus der Land- und Forstwirtschaft an Unternehmen und Gemeinden. Die Beschäftigungsmöglichkeiten als Leasingarbeitskraft sind dabei vielfältig und reichen von Tätigkeiten als Schlosser, Schmied, Zimmerer und Tischler über Aufgaben in der Maschinen- und Stahlverarbeitung bis hin zu Einsätzen innerhalb der Nahrungs- oder Genussmittelindustrie. So setzen über 2.500 Unternehmen in ganz Österreich auf Mit-arbeiter der Maschinenring Personal eGen. Maschinenring-Spezifika Im Falle des Maschinenrings gibt es ge-genüber herkömmlichen Unternehmens-strukturen individuelle Besonderheiten hinsichtlich der Verrechnung und Orga-nisation angebotener Dienstleistungen. So erbringt der Verbund diese Services im Agrarbereich faktisch nicht selbst, sondern übernimmt die Vermittlung und wickelt im Auftrag und Namen des Dienstleis-ters den Zahlungsverkehr mit dem jewei-ligen Kunden ab. Da agrarische Kunden und Dienstleister auch Vereinsmitglieder sind, ist darüber hinaus eine entspre-chende Mitgliederverwaltung inklusive Mitgliedsbeitragsabrechnung nötig. Bei gewerblichen Dienstleistungen wie Win-terdienst oder Grünraumpflege fungieren Dienstnehmer teilweise gleichzeitig als Sublieferanten für auftragsrelevante Gerä-te und Maschinen. Eingangsrechnungen werden dabei im Gutschriftverfahren für diese erstellt. 88 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -ASSECO UND MASCHINENRING ÖSTERREICH Altsysteme für komplexe Unternehmensstrukturen nicht mehr zukunftsfähig Trotz komplexer Organisations- und Ab-rechnungsstrukturen verfügte der Ma-schinenring bis Ende 2005 über keine ein-heitliche IT-Architektur, sondern bediente sich in den Unternehmensbereichen Ser-vice und Agrar mit MR2000, Datamax und Centura dreier Eigenentwicklungen. Diese unterschieden sich in ihren Spezifi-kationen – selbst innerhalb der einzelnen Dachorganisationen – teilweise vonei-nander und waren technologisch in kei-ner Weise zukunftsfähig. Es galt deshalb, eine Unternehmenssoftware zu eruieren, die ohne eine aufwändige Individualpro-grammierung bereits im Standard alle re-levanten Abläufe – insbesondere Stamm-datenverwaltung und Disposition – über beide Unternehmensbereiche hinweg umfassend und transparent abzubilden in der Lage und dennoch an spezifische Pro-zesse anpassbar ist. Auf diese Weise sollte der Maschinenring, trotz seines föderalen, genossenschaftlichen Aufbaus, den tech-nologischen Unterbau eines modernen Wirtschaftsunternehmens erhalten. APplus überzeugt Nach intensiver Marktbeobachtung im Rahmen eines Auswahlverfahrens standen zwei Lösungen zur Disposition, wobei die Entscheidung der Verantwortlichen des Maschinenrings nach Prüfung aller wich-tigen Kriterien im Jahr 2005 auf APplus fiel. Ausschlaggebend waren hierbei vor allen Dingen – neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe Anpassbar-keit, der technologische Entwicklungs-vorsprung sowie der breite Funktions-umfang der Lösung. Diese erfolgreiche APplus-Implementierung wurde im Sep-tember 2013 auf die Version 6.0 migriert. Der Modulumfang umfasst Vertrieb, Einkauf, Materialwirtschaft, AZE, PZE, CRM sowie Plantafel. Im Augenblick ar-beiten 700 User an rund 90 Standorten mit APplus. APplus in der Praxis Durch die Einführung von APplus wurden innerhalb des verzweigten Organisati-onsgeflechts heute eine homogene Struk-turierung der Vertriebsaktivitäten – von Angeboten über Aufträge, die Erstellung von Lieferscheinen bis hin zu Sammel-rechnungen – sowie eine einheitliche Stammdatenpflege realisiert. Musste jede Filiale bislang ihre Geldflüsse oder die Disposition von Personal- und Maschi-nenressourcen autark organisieren, sind nun ein einheitlicher Zahlungsverkehr aller Niederlassungen sowie eine unter-nehmensübergreifende Verfügbarkeits-planung möglich, die gerade im Personal-leasingbereich unabdingbar ist. APplus stellt darüber hinaus die technologische Basis für neu realisierte Online-Aktivitä-ten dar. Damit ist nun jeder Landwirt in der Lage, Lieferscheine für erbrachte Leistun-gen elektronisch – etwa per Smartphone oder PDA – direkt nach Auftragserfüllung in das Gesamtsystem zeit- und ortsunab-hängig einzupflegen sowie einen GPS-ge-stützten Nachweis geleisteter Dienste zu erbringen. Das manuelle Ausfüllen von Papierdokumenten sowie die persönliche Abgabe an einer regionalen Geschäfts-stelle entfallen dadurch komplett und die Rechtssicherheit des beauftragten Dienst-leisters ist im Schadensfall umfassend gewährleistet. Auch der Einkauf mit den entsprechenden Bestellvorgängen, Lie-ferscheinen und Eingangsrechnungen, die Materialwirtschaft mit auftragsbe-zogenen Zu- und Abgängen – inklusive Durchschnittspreisermittlung – sowie das Kundenbeziehungsmanagement sind mit APplus unternehmensübergreifend ab-bildbar. Letzteres besticht hierbei durch vielfältige Auswertungsmöglichkeiten in den Bereichen Kundenkontakte (Aktivitä-ten), Schadensmanagement, Kundenzu-friedenheitsbefragungen, ABC-Analysen oder Kundenpotenzial-Ermittlung. APplus 6.0 als konsequenter Folgeschritt „Gemeinsam mit den Experten der As-seco ist es 2006 gelungen, ein solch um-fangreiches ERP-Einführungsprojekt in gerade einmal zwölf Monaten erfolgreich umzusetzen und einzuführen. Die Im-plementierung und Anpassung der Stan-dardsoftware an unsere ganz spezifischen Anforderungen waren dabei stets von einer professionellen, harmonischen Zu-sammenarbeit geprägt. Das Ergebnis die-ser Bemühungen ist für uns mehr als über-zeugend, denn mit APplus sind wir heute in der Lage, unsere komplexe Organisati-onsstruktur einschließlich unterschied-lichster Dienstleistungsbereiche mit nur einem einzigen Softwareprodukt steuern und abbilden zu können. Das Upgrade auf die APplus-Version 6.0 ist für uns des-halb der konsequente Folgeschritt zu noch mehr Leistungsfähigkeit, Funktionalität und Transparenz“, so Stefan Schneider, Teamleiter Business Applications bei der Maschinenring Österreich GmbH. „Ausschlaggebend für APplus waren vor allen Dingen – neben der vollständigen Web-Basierung – die hohe Anpassbarkeit, der technologische Entwicklungsvor-sprung sowie der breite Funktionsumfang der Lösung.“ Competence Book - ERP 89
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    CASE STUDY -DYNAMICS AX 2012 Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft AUTOR: Microsoft Dynamics Die Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG ist Weltmarktführer im Premium- und Luxus-Seg-ment. Das Sortiment umfasst mehr als 5.500 Artikel, fast alle werden in Deutschland pro-duziert. Die rund 1.050 Mitarbeiter der Dornbracht Group erwirtschafteten 2012 einen Um-satz von knapp 163 Millionen Euro. Rund 60 Prozent der Produktion wird – trotz Finanzkrise – ins Ausland verkauft. Die IT-Doppelspitze hatte ausgedient Seit Anfang der 90er Jahre herrschte in der IT-Landschaft so etwas wie Arbeitsteilung: Während die Unternehmenssoftware Microsoft Dynamics NAV den kaufmänni-schen Bereich abdeckte, war im operativen Geschäft eine selbst entwickelte Software im Einsatz. Als sich das Unternehmen im Rahmen eines Optimierungsprojekts ver-stärkt dem Lean Management zuwand-te, passte die IT-Struktur nicht mehr zur Unternehmensstrategie. Dornbracht ent-schied sich für Microsoft Dynamics AX. Neben der internationalen Ausrichtung und der flexiblen Programmstruktur ga-ben vor allem Module wie „Lean Manufac-turing“ den Ausschlag. Wechsel mit optimierten Prozessen Im Frühjahr 2009 startete das Projekt in die Analysephase. Als kurze Zeit später ein Brand vom Nachbargrundstück übergriff, machte Dornbracht aus der Not eine Tu-gend und modernisierte die betroffenen Produktionsbereiche. Die optimierten Prozesse veränderten auch das ERP-Pro-jekt. Um die verlorene Zeit zumindest teilweise aufzuholen, erhöhte das Projektteam die Schlagzahl und sicherte sich die Unterstützung des Microsoft-Partners STZ Business Consulting. Anpassungen waren beispielsweise bei der Preiskalkulation erforderlich. Zudem wurde im Zuge der Prozessoptimierung das Fertigwarenlager an einen Logistik-dienstleister ausgelagert. Schnittstellen gewährleisten Systemintegration Seit Ostern 2012 sind rund 600 Arbeitsplätze mit Dynamics AX 2012 ausgestattet. Ne-ben der Unternehmenszentrale in Iserlohn gehören hierzu auch 15 internationale Han-delsvertretungen. Im Rahmen zweier Folgeprojekte kamen inzwischen ein detailliertes Rollen- und Berechtigungskonzept sowie ein Business Intelligence (BI)-System hinzu. Kennzahlen werden dabei als Business Cockpits unter Microsoft SharePoint 2013 bereit-gestellt. Schlanke Prozesse, transparente Zahlen Heute, knapp anderthalb Jahre nach dem Systemwechsel, erntet Dornbracht die Früch-te des Projekts. „In zentralen Unternehmensbereichen wie der Produktion oder dem Auftragsmanagement arbeiten wir absolut ‚Lean‘ – und schneller als zuvor“, betont Hu-bertus Meisterjahn, Leiter Informationstechnik und Organisation bei der Aloys F. Dorn-bracht GmbH & Co. KG. Benötigte man früher in der Montage lange Zeit zwei Schichten, wechselt das Unternehmen heute spätestens nach einem Jahr in den Einschichtbetrieb. „Das liegt vor allem an der gewonnenen Transparenz und dem Lean Management. Mit Dynamics AX können wir jeden Prozess detailliert verfolgen“, erklärt Hubertus Meis-terjahn. Dynamics AX bedeutet für den IT-Leiter ein wichtiges Stück Investitionssi-cherheit. Schließlich sei die Software ein innovatives Produkt, das in der Vergangenheit ständig verfeinert wurde. 90 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -DYNAMICS AX 2012 Ausgangssituation Lange Zeit arbeitete Dornbracht in den kaufmännischen und operativen Unter-nehmensbereichen mit unterschiedlichen Systemen. Die mangelnde Integration vie-ler Geschäftsprozesse ließ sich mit der ver-änderten Unternehmensstrategie und den gestiegenen Anforderungen nicht mehr vereinbaren. Lösung Dornbracht entschied sich für Microsoft Dynamics AX. Ausschlaggebend war, dass Dynamics AX mit Modulen wie „Lean Ma-nagement“ optimal zur neuen Strategie passte. Aus technischer Sicht konnte auf vorhandenes Wissen zurückgegriffen wer-den. Nutzen Dornbracht arbeitet heute in schlanken Strukturen und kann sich schneller auf Veränderungen einstellen. Transparente Prozessinformationen und Geschäftszah-len vereinfachen die Unternehmenssteue-rung. Künftige Anforderungen lassen sich flexibler umsetzen. „Mit Dynamics AX 2012 können wir jeden Prozess detailliert verfolgen. Abweichungen sind sofort zu erkennen. Laufende Verbesserungen lassen sich dadurch einfach und effizient umsetzen.“ Hubertus Meisterjahn, Leiter Informationstechnik und Organisation bei der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG. Competence Book - ERP 91
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    CASE STUDY -INTEGRIERTE MODULE Integrierte Module statt Individualprogrammierung AUTOR: COSMO CONSULT AG Im Jahre 1822 beginnt die Historie der Firma Röchling mit einer Kohlenhandlung. Heute steht die Röchling-Gruppe für höchste Kompetenz in Sachen Kunststoff. Mit fortschrittlichsten Be-arbeitungs- und Veredelungsverfahren und in modernsten Produktionsprozessen fertigt das Unternehmen thermo- und duroplastische Kunststoffe für jeden denkbaren Industriebereich. Zu-dem bietet Röchling seit 2013 nach der Anschaffung einer Anlage für selektives Lasersintern als erster Hersteller weltweit komplexeste Fertigteile im 3D-Druck-Verfahren an. Unterteilt ist die Fir-mengruppe in den Geschäftsbereich Hochleistungskunststoffe mit einem Produktspektrum von Halbzeugen wie Platten, Rund-, Hohl- und Flachstäben über Profile und Formgussteile bis zu me-chanisch bearbeiteten Fertigteilen. Der zweite Bereich Automobil-Kunststoffe versorgt weltweit Automobilhersteller und Systemlieferanten mit technologisch anspruchsvollen Kunststoffanwen-dungen. Die Gruppe ist mit 60 Standorten in 20 Ländern vertreten und erwirtschaftete in 2012 mit 7.300 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro. Mit Individualität in die Sackgasse Seit 1998 setzt man bei der Röchling En-gineering Plastics KG in Haren an der Ems die kaufmännische Unternehmens-software von Navision, heute Microsoft Dynamics NAV, ein. „Heute sind wir mit 340 Usern einer der größten Dynamics NAV-Anwender und haben in den vergan-genen 15 Jahren viel, viel Erfahrung mit der Software gesammelt“, weiß Andreas Paschke, Head of Organisational Develop-ment. Von den fast 800 Mitarbeitern in Haren gibt es keinen, der nicht in irgend-einer Form auf der Basis des ERP-Systems arbeitet. Selbst die Lieferanten müssen sich mit ihren LKWs beim Werkschutz im System an- und später wieder abmelden. „Mit unserer ERP-Software konnten wir mittlerweile tatsächlich das Unternehmen komplett abbilden“, berichtet Paschke. Al-lerdings war das nicht von Beginn an so. 92 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -INTEGRIERTE MODULE Bei der Einführung der neuen Software versprach man den Mitarbeitern, sie könnten auch weiterhin mit dem neuen System so arbeiten, wie mit den bisherigen inzwischen veralteten Insellösungen. Aber schon bald merkte man, dass damit der Grundstein für eine Entwicklungssack-gasse gelegt war. Durch zu viele Anpas-sungen und Sonderprogrammierungen – die Mitarbeiter wollten ja so wie gewohnt arbeiten – entstand ein stark individuali-siertes System, das einerseits zwar hoch produktiv war, andererseits aber nicht mehr update-fähig. Paschke verdeutlicht: „Wir hatten ein Verhältnis von 80/20, also 80 Prozent selbst programmiert und nur noch 20 Prozent Standard.“ Eine sinnvol-le Weiterentwicklung war da nicht mehr möglich. Auf ein Neues Die Lösung hieß Reengineering: die Ab-lösung eines hoch individualisierten Pro-dukts durch die neueste Standardsoftware Dynamics NAV. „Ein Projekt mit der Über-schrift ‚Zurück zum Standard‘. Da ging es darum, alte Zöpfe abzuschneiden“, erin-nert sich Paschke. Ein Ziel bestand vor allem darin, das Verhältnis von Anpassun-gen zum Standard umzukehren, also 20/ 80 statt 80/20. So ging man 2006 daran, das gesamte Unternehmen umzukrem-peln; Stammdaten, Datenstrukturen – al-les wurde erneuert und mit Testdatenban-ken und Probeläufen durchgespielt und abgesichert. „Aber ich darf nicht verheh-len, dass man bei so einem Projekt auch in Grenzsituationen kommt“, gibt Paschke zu, „Mit einer Fabrik unter Volllast im Hin-tergrund – zig tausend Tonnen pro Jahr – inklusive der erforderlichen Logistik kann ein Fehler schon fast existenzielle Züge annehmen.“ In so einer Situation zahlt es sich aus, wenn man mit einem langjähri-gen IT-Partner zusammenarbeitet. Mit dem Microsoft-Partner Cosmo Consult, einem Branchenspezialisten für die Fertigungsindustrie, projektorientier-te Dienstleister sowie die Zulieferindus-trie, hatte man bei Röchling seit vielen Jahren gemeinsam gute Erfahrungen ge-macht. Die Berater kannten die Abläufe im Unternehmen und konnten die Keyu-ser, die aus allen Abteilungen stammten, so schulen, dass alle Tests korrekt abliefen und das neue System später in den Ab-teilungen problemlos umgesetzt wurde. Aber Paschke weiß auch: „Wenn so ein Projekt funktionieren soll, muss man die Hälfte der Verantwortung intern über-nehmen. Man darf nicht einfach sagen, hier ist euer Geld und wir möchten zum 1.1. starten.“ Er verweist darauf, dass die Berater Programmier- und Strategieprofis sind, aber den Meistern im Betrieb kaum sagen können, wie sie ihre Prozesse besser machen sollen. Hier ist Partnerschaft und Kooperation auf Augenhöhe gefragt. Erweiterter Standard Zwar gab es Rückschläge, so musste der Echtstart einmal verschoben werden, weil in einer Phase der Hochbeschäftigung kei-ne Mitarbeiter zu Schulungszwecken oder „Der individuelle Standard – ein Paradoxon? Auf jeden Fall eine Sackgasse, wenn Customizing und Standard im falschen Verhältnis zueinander stehen. Die Lösung bieten branchenspezifische Module, die sich in den Stan-dard integrieren lassen.“ - Volker Vorburg Competence Book - ERP 93
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    gar Datenübergaben abgezogenwerden konnten. Daher gab es zunächst nur einen Teilstart für den Bereich Lohn und Gehalt, der aber reibungslos funktionierte – eben-so wie die spätere Einführung von Modu-len wie Auftragsfertigung, Prozessferti-gung, Workflow, Qualitätsmanagement und Lieferantenbewertung sowie eines grafischen Leitstands für die Prozessferti-gung. Anschaulich beschreibt Paschke die ersten Erfahrungen mit der neuen Navisi-on- Version: „Stellen Sie sich vor, Sie haben im Auto eine zehn Jahre alte Technik und steigen auf ein High-Tech-Fahrzeug um. In der IT ist der Unterschied noch viel eklatanter. Für uns war es, als würden wir eine völlig neue Software einführen.“ So steuert jetzt das ERP-System die kom-pletten Logistikabläufe einschließlich der Erstellung der Warenbegleitpapiere für die Kunden. Auch die Stapler steuert Dy-namics NAV über WLAN. Dieses Modul entwickelte Röchling ebenso gemeinsam mit Cosmo Consult wie das Modul Pro-zessfertigung, das jetzt zum Branchenlö-sungsportfolio der Cosmo Consult-Grup-pe gehört. Laut Paschke ist Dynamics NAV eine ausgesprochen flexible Software, die sich leicht an die eigenen Bedürfnisse an-passen lässt, aber da liegt auch die Gefahr eines zu hohen Anteils an Eigenprogram-mierungen. Darum ist er froh über die aus der Praxis entwickelten, zertifizierten und updatefähigen Branchenlösungen seines IT-Partners, die völlig in das ERP-System integriert werden. So ließ sich das ange-strebte 20/80-Verhältnis bei hoher Funk-tionalität erreichen. Allerdings ist das Projekt schon wieder sechs Jahre alt und daher denkt man be-reits an das nächste große Upgrade. Auch diesmal will sich Paschke wieder gut zwei Jahre Zeit für die Vorbereitung lassen. Er betont, wie wichtig ein Partner ist, der CASE STUDY - INTEGRIERTE MODULE über spezifische Branchenlösungen ver-fügt, die sich völlig in den Standard in-tegrieren lassen: „Cosmo Consult hat mit uns jahrelang Erfahrungen gesammelt und Module für Dynamics NAV ständig in unserem Sinn weiterentwickelt, das ist für uns unbezahlbar. So wollen wir beim kommenden Projekt ein 10/90-Verhältnis erreichen, ein realistisches Ziel.“ 94 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -ASSECO UND SKS „Pump up the Volume“ Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutz-bleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet AUTOR: Asseco Solutions AG Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Sundern – Weltmarktführer in der Herstellung von Fahrradluftpumpen und Schutzblechen – kann auf eine eindrucksvolle, fast 100-jährige Historie zurückblicken. Nachdem sich das Unter-nehmen seit 1932 ganz der Luftpumpenfertigung verschrieben hatte, gelang 1956 mit dem Beginn der Kunststoffpumpenproduktion ein entscheidender wirtschaftlicher Durchbruch. Bis in die Anfänge der 1990er Jahre do-minierte die Massenfertigung für die Erstausrüstung von Fahrrädern das Pro-duktportfolio in diesem Geschäftsbereich. Heute prägen hochwertige Mini- und Stand- sowie anspruchsvolle Spezialpum-pen für den ambitionierten Radsportler das Sortiment des Unternehmens. Durch die Übernahme einer englischen Tradi-tionsmarke gelang 1983 der strategische Einstieg in den Markt für Schutzbleche – in der Firmenterminologie SKS Radschüt-zer genannt. Fünf Jahre später wurde mit der Serienfertigung von extrudierten Rad-schützern begonnen, die später als Chro-moplastics zu einer weltweiten Referenz für Radschutz-Systeme werden sollten. Mit der Entwicklung des ersten „Quick-Re-lease Dirtboard-Sets“ für Mountainbikes avancierte die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH 1999 auch in diesem – stark wachsenden – Zubehör-Segment zum Pi-onier und Marktführer. Wurden ab dem Jahr 2003 mit der Fertigung von Bike Tools wie etwa Werkzeugen, Reifenhebern oder Luftdruckmessgeräten weitere Produkt-bereiche des After Sales Marktes erschlos-sen, beschreibt die Produktion hochin-novativer Kettenschützer seit 2006 die konsequente Entwicklung von SKS-Ger-many zum breit aufgestellten Systemlie-feranten für die moderne Fahrradindustrie. Flaschenhalter, Taschen oder Textilien im Corporate Design runden das professionelle und trendbewusste Image stimmig ab. Neben dem Fahrradzubehör-Bereich ist die aus drei Einzelunternehmen bestehende Unternehmensgruppe mit insgesamt 800 Mitarbeitern jedoch auch noch in der Auto-mobilzulieferindustrie sowie der Herstellung von Lifestyle-Accessoires aus Edelstahl tätig. Gesteigerte Zukunftsfähigkeit durch leistungsstarke ERP-Technologie Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH hatte bis in das Jahr 2000 ein auf Unix-Basis geschriebenes Tool im Einsatz, bei dem sich Änderungen jedoch nur sehr schwer um-setzen ließen und relativ langwierig gestalteten. Um in Zukunft unkomplizierter und schneller agieren und reagieren zu können, entschied man sich deshalb dafür, ein ganz-heitliches System einzuführen, das die Möglichkeit bot, für alle eingebundenen Mitar-beiter zeit- und ortsunabhängig einen identischen Informationsstand zu gewährleisten. Neben einer Erhöhung der Transparenz während des gesamten Produktionsablaufes standen jedoch noch weitere Anforderungen auf der Agenda des Sundener Unterneh-mens. So sollte das System in der Lage sein, die Ressourcen- und Kapazitätsplanung nachhaltig zu verbessern, die Liefertreue durch eine optimierte Bestandsführung und Produktionsplanung zu steigern sowie Varianten im Stamm zu verwalten. Darüber hinaus wurde neben der Möglichkeit zur Einbindung eines Lagerverwaltungs-, CRM-und CAQ-Systems sowie eines Online-Shops eine DFÜ-Anbindung, die einfache Ver-knüpfung mit hinterlegten Dokumenten oder Zeichnungen sowie eine unkomplizierte Auswertung über Excel-Listen gefordert. Da die Lösungen der Asseco Solutions schon immer über einen äußerst breit aufgestellten Standard bei gleichzeitig hoher Flexibilität verfügen und dadurch die unkomplizierte Umsetzung individueller Wünsche problem-los möglich ist, entschieden sich die Unternehmensverantwortlichen nach eingehender Prüfung der am Markt etablierten Lösungen innerhalb eines finalen Auswahlverfahrens für P2 – die Vorgängerlösung von APplus. Die Migration auf die noch modernere Lösung fand dann im Jahr 2010 statt. Competence Book - ERP 95
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    CASE STUDY -ASSECO UND SKS Breites Spektrum optimierter Abläufe mit APplus Seit dem Umstieg auf die Lösungen der Asseco Solutions konnten alle gestellten Anforderungen umfassend umgesetzt bzw. erfüllt werden. Die ganzheitliche Systemstruktur wird inzwischen von allen Seiten in den verschiedensten unternehmerischen Abläu-fen maximal genutzt. Durch optimierte Kalkulationen war man in der Lage, die Fertigungslaufzeiten zu beschleunigen sowie die Gesamtproduktivität in den letzten beiden Jahren um fünf bis zehn Prozent zu steigern. Die Erhöhung der Transparenz in der Planung schlug sich in einer umfassend perfektionierten Kapa-zitätsauslastung zu Buche. Mithilfe der Informationen aus den AG-Meldungen und einer sauberen Arbeitsplanstruktur konnten zudem eine detailliertere und straffere Personaldisposition reali-siert und hinsichtlich einiger Arbeitsabläufe die Zahl personeller Ressourcen um zehn bis fünfzehn Prozent herabgesetzt werden. Viele früher manuell auszuführende Arbeiten oder Auswertun-gen sind inzwischen obsolet. Über APplus wurde außerdem ein Webshop realisiert, der eine Übernahme von 62 Prozent der Aufträge ins System möglich macht. Diese werden dort über eine Schnittstelle in APplus ver-arbeitet – und dies ohne erhöhten Mitarbeiterbedarf. Eine trans-parentere und effizientere Bestandsführung und Produktions-planung haben darüber hinaus zu einer spürbaren Verbesserung bei der Liefertreue und einer dadurch gesteigerten Kundenzu-friedenheit geführt. So können bestellte Artikel durch die direkte Kommunikation zwischen dem B-to-B-Shop innerhalb von 48 Stunden ab Bestelleingang beim Kunden angeliefert werden. Im Augenblick arbeiten 150 User in der Unternehmenszentrale der SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH in Sundern mit APplus. In naher Zukunft wird auch das Tochterunternehmen Blomus GmbH – preisgekrönter Hersteller von Lifestyle-Accessoires aus Edelstahl – mit weiteren Anwendern in das System eingebunden. Die entsprechende Projektierungsphase mit lösungsspezifischen Workshops hat bereits begonnen. Ein Résumé, das für sich selbst spricht „Die größten Vorteile nach Einführung von APplus bestehen darin, dass wir unsere Bestände nun sehr genau kennen und wissen, in welchem Status sich unsere Aufträge befinden. Und dies von der Auftragseingabe bis zur Produktion. Da der Faktor Zeit ei-nen immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor darstellt, ist dies ein ungemein bedeutender wirtschaftlicher Gesichtspunkt. Unsere Wünsche an das System waren es, flexibler zu werden, Prozes-se besser steuern zu können und auf diese Weise schneller zu wichtigen Lösungsansätzen zu kommen. Diese Wünsche wur-den durch APplus zu 100 Prozent erfüllt. Die ERPII-Lösung der Asseco Solutions ist für uns das Herz aller Prozesse und steuert die kompletten Abläufe unseres Unternehmens umfassend und erfolgreich“, so Michael Beste, Geschäftsführer der SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH. SKS und APplus live und in Farbe: www.applus-erp.de/sks „Seit dem Umstieg auf die Lösungen der Asseco Solutions konnten alle gestellten Anforderungen umfassend umgesetzt bzw. erfüllt werden.“ 96 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -AMS UND HAHN Wachstum organisieren und beherrschen AUTOR: ams.Solution AG Die SKS Metaplast Scheffer Klute GmbH mit Sitz im nordrhein-westfälischen Sundern – Weltmarktführer in der Herstellung von Fahrradluftpumpen und Schutzblechen – kann auf eine eindrucksvolle, fast 100-jährige Historie zurückblicken. Nachdem sich das Unter-nehmen seit 1932 ganz der Luftpumpenfertigung verschrieben hatte, gelang 1956 mit dem Beginn der Kunststoffpumpenproduktion ein entscheidender wirtschaftlicher Durchbruch. Die Anforderungen von Einzelfertigern an IT-Systeme unter-scheiden sich grundlegend von denen ihrer Kollegen aus der Seri-enfertigung. Während letzteren schon zu Produktionsbeginn das volle Set an Stücklisten und Arbeitsplänen zur Feinplanung vor-liegt, startet die Einzelfertigung schon lange vor Abschluss des Konstruktionsprozesses. Anders als in der Wiederholfertigung üblich, können Einzelfertiger Konstruktion, Beschaffung und Produktion nicht in getrennten Phasen nacheinander abwickeln. Vielmehr werden die bereits entwickelten Baugruppen direkt an die Produktionsverantwortlichen übergeben, damit diese die entsprechenden Fertigungsprozesse einleiten können. Auf diese Weise entsteht die so genannte wachsende Stückliste, die jedes Projekt im Sondermaschinenbau begleitet. Sie erfordert flexib-le IT-Systeme für die Produktionsplanung und -steuerung (PPS) beziehungsweise das Enterprise Resource Planning (ERP). Die meisten handelsüblichen ERP-Systeme können jedoch die-se Flexibilität nicht bieten. Sie sind für die speziellen Anforde-rungen von Einzel- und Auftragsfertigern nicht ausgelegt und können beispielsweise die wachsende Stückliste nicht adäquat abbilden. Gleichzeitig sind sie für einen Einzelfertiger häufig überdimensioniert und damit im Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht mehr preiswert, da ein Großteil ihrer Funktionalitäten nicht zur Anwendung kommt. Wachstum erzeugt Handlungsbedarf Auch für die Firma Hahn Automation aus Rheinböllen kam ein solch umfassendes System nicht in Frage, als sie sich vor die Not-wendigkeit gestellt sah, ihre IT-Ausstattung zu erneuern. 1992 quasi „in der Garage“ gegründet, war das Unternehmen seitdem stetig gewachsen. Als Komplettanbieter für Automatisierungs-lösungen entwickelt, fertigt, montiert und programmiert Hahn Anlagen zur Verbauung von Gummi, Metall und Kunststoffen. Mehr als 80 Prozent der Kunden sind Automobilzulieferer, die restlichen knapp 20 Prozent verteilen sich auf die Kunststoff ver-arbeitende Industrie. Mittlerweile sorgen rund 150 Mitarbeiter dafür, dass die Kundenaufträge umgesetzt werden (siehe auch Kasten „Hahn Automation im Überblick“). Mit zunehmender Steigerung von Auftragsvolumen und Mitar-beiterzahl wurde deutlich, dass das vorhandene PPS-System dem Unternehmenswachstum nicht mehr gewachsen war. 2004 führte Hahn einen Workshop mit leitenden Mitarbeitern durch, der zu dem Ergebnis kam, ein leistungsfähiges, umfassendes ERP-Sys-tem anstelle des bisherigen PPS-Systems „PPS Express“ einzufüh-ren. Jörg Kilb, damaliger Diplomand und heutiger Assistent der Geschäftsführung, erinnert sich: „Die Mitarbeiter hatten Hand-lungsbedarf in der generellen Unternehmensorganisation gese-hen. Das betraf vor allem die unternehmensweite Termin- und Kapazitätsplanung. Außerdem hielten sie eine größere Transpa-renz in der Aufbauorganisation für wünschenswert. Schließlich wurde auch angeregt, ein geeignetes IT-System einzuführen, um die Gesamtheit der Unternehmensaktivitäten adäquat abbilden zu können.“ Demgegenüber hatten sich zur damaligen Zeit die einzelnen Abteilungen zahlreiche „Insellösungen“ geschaffen, um die vor-und nachgelagerten Prozesse zu steuern, welche das PPS-System nicht abdeckte. So wurden Angebote in MS Word geschrieben, während Auftragslisten mit Abrechnungen, Anzahlungen und andere kalkulatorische Vorgänge in Excel gepflegt wurden. Eben-falls in Excel wurden Leistungsfortschritte oder der Bestand an Halbfertigfabrikaten dokumentiert. Die Lohnbuchhaltung ar- Competence Book - ERP 97
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    CASE STUDY -AMS UND HAHN dem bestand das Risiko, dass dieselbe Baugruppe zwei- oder dreimal gefertigt wurde. Dieses Problem trat insbesondere dann auf, wenn es vorab produzierte Bau-gruppen im Rahmen der finalen Beschaf-fung mit baugleichen, doch erst später ge-orderten Baugruppen abzugleichen galt. Um Mehrfachbestellungen zu vermeiden, müsse man immer wieder manuell Listen abgleichen, was mit einem erheblichen zeitlichen Aufwand verbunden sei, so Kilb. Hier könne nur ein durchgängiges ERP-System Abhilfe schaffen, das ein ab-teilungsübergreifendes Auftragsmanage-ment ermöglicht. Hinzu kam, dass bei einem gewachsenen Unternehmen wie Hahn der Chef und Gründer nicht mehr persönlich in alle Pro-jekte involviert sein kann. Dies erfordert eine umfassende Lösung und Vernetzung aller Abteilungen, um jederzeit schnelle Auskunftsfähigkeit zu gewährleisten. Neues Anforderungsprofil So entstand aus der Analyse der Schwach-stellen eine „Wunschliste“ und ein An-forderungsprofil für das neue System. Es sollte nicht nur die Vorkalkulation, son-dern auch eine mitlaufende Nachkalku-lation leisten, und eine auftragsbezogene Ablauforganisation mit entsprechender Termin- und Kapazitätsplanung ermögli-chen. „Produzieren und Planen auf einem Niveau, so lautete die Zielvorgabe“ fasst Jörg Kilb zusammen. Bei der Suche nach einem geeigneten An-bieter verschafften sich die IT-Verantwort-lichen von Hahn im Internet eine Mark-tübersicht und besuchten Workshops. Durch einen Artikel in einer Fachzeit-schrift wurde Jörg Kilb auf das Auftrags-managementsystem ams.erp aufmerksam, das das Beratungs- und Softwarehaus ams.Solution AG speziell auf die Bedarfe von Einzel-, Auftrags- und Variantenferti-gern ausgerichtet hat. Zur Endausscheidung mit zwei weiteren Anbietern zog Hahn Key User aus Berei-chen wie Konstruktion, Fertigung, Ein-kauf und Vertrieb hinzu. Hier konnte ams seine Branchenerfahrung und das Wissen um die speziellen Probleme eines Auf-tragsfertigers in die Waagschale werfen. beitete händisch mit Datev. Auch Ein-und Ausgänge von Rechnungen wurden manuell in Datev eingebucht. Zudem gab es keine direkte elektronische Verbindung zwischen Wareneingang und Rechnungs-prüfung. Herausforderung Stückliste Als gravierendstes Problem erwies sich der Umgang mit den Summenstücklis-ten. „Wenn man mit Summenstücklisten arbeitet, hat man keine Möglichkeit mehr, bei Aufträgen auf einzelne Baugruppen nachzukalkulieren“, erklärt Jörg Kilb. Zu- 98 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -AMS UND HAHN „Wenn wir von Abschlagsrechnungen, mitlaufender Kalkulation oder Vorab-Be-stellungen gesprochen haben, konnten die ams-Verantwortlichen Wege aufzeigen, wie man dabei am besten vorgeht“, erin-nert sich Jörg Kilb. Die Mitbewerber hin-gegen hätten nicht erkannt, wo der eigent-liche Handlungs- und Lösungsbedarf lag, so Kilb. „ams war der einzige Bewerber, der unsere Stückliste umsetzen konnte. Die anderen haben mit Muster-Stücklisten gearbeitet.“ Übersichtliche Baugruppenlisten Nach einer sechsmonatigen Einführung ging das neue ERP-System im August 2005 bei Hahn „live“. In einer Übergangsphase bis zum Jahresende gab es noch einen Parallelbetrieb mit den alten Systemen. Währenddessen wurden Stammdaten von Kunden, Partnern und Lieferanten auf-gespielt. Der endgültige Schnitt erfolgte zum Jahreswechsel. Seitdem nutzen 45 Hahn-Anwender das integrierte Auftrags-managementsystem. Die große Summenstückliste, welche die Teilesuche so erschwert hatte, gehört seither der Vergangenheit an. Mit dem neuen ERP-System zergliedert Hahn die Stücklisten in übersichtliche Baugrup-penlisten. Zudem ist die Verantwortung für die Stücklisten und deren Pflege in die Konstruktion verlagert. Dort erstellen die Mitarbeiter die jeweilige Stückliste mit einer CAD-Datei, deren Auftragsdaten an das ERP-System übergeben werden. Früher musste der Einkauf Excel-Listen über die Teile erstellen, was mit einer ver-gleichsweise höheren Fehleranfälligkeit verbunden war. Angesichts der langen Lieferzeiten von großen Baugruppen und Komponenten wie Motoren oder Robo-tern machen sich die Vorteile der integ-rierten Lösung nachdrücklich bemerkbar. Denn durch sie lässt sich die „wachsende Stückliste“ abbilden und damit jederzeit die Nachverfolgbarkeit der Teile und der Überblick über die Kosten sichern. Dop-pel- und Dreifachbestellungen wird so der Boden entzogen. Zusätzliche Transparenz gewinnt Hahn durch die integrierte Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung. In der Montage-halle erfassen Monteure und Fertigungs-mitarbeiter ihre Auftragszeiten über sechs Software-Terminals per Barcode-Scanner. Alle anderen Mitarbeiter wie etwa die Konstrukteure „stempeln“ ihre Zeit direkt am PC. Die Erfassung der Auftragszeiten für die intern gefertigten Teile führt zu einer präziseren Preisberechnung. „Die Schwankungen zwischen Vorkalkulation und tatsächlichem Ergebnis fallen viel geringer aus“, bilanziert Andreas Huhn, kaufmännischer Leiter bei Hahn, zufrie-den. Angebotskalkulation verbessern Inzwischen hat Hahn Automation auch die ersten Wiederholprojekte gefahren und einzelne Anlagen zum zweiten oder dritten Mal gebaut. Für die Erstellung ent-sprechender Angebote hat die genaue Er-fassung von Arbeitsstunden ebenfalls ei-nen positiven Effekt. Aufgrund der bereits gemachten Erfahrungen bei vergleichba-ren oder identischen Aufträgen lassen sich der voraussichtliche Arbeitsaufwand und die Gesamtkosten viel genauer angeben. Für die Preisberechnung erwiesen sich die erfassten Auftragsdaten als sehr hilf-reich. „Darüber hinaus können wir uns die Transparenz des Auftragsmanagement-systems auch im direkten Kundenkontakt zunutze machen, indem wir den Kunden am System zeigen, wie wir Ressourcen und Termine planen“, erläutert Jörg Kilb. Um die Vorteile der integrierten ERP-Lö-sung umfassend nutzen zu können, muss-te Hahn einige Prozesse umgestalten respektive neu einführen. So war es not-wendig, eine Arbeitsvorbereitung einzu-richten, um beispielsweise die mechanisch zu fertigenden Teile zu planen. Die allge-meine Planung der Entwicklungsphasen wie Konstruktion, Software-Engineering und Montage erfolgt nun in wöchentli-chen Meetings und wird im ERP-System abgebildet. Für Aufträge oberhalb einer bestimmten Summe legen die Verantwort-lichen Termin- und Ressourcenpläne an. Größere Transparenz entsteht auch im Vertriebswesen, da Aufträge Mitarbeitern zugeordnet werden können und die aus-gegangenen Angebote mit Auftragswahr-scheinlichkeiten gekennzeichnet werden. „Durch ams wird eine vorausschauende Planung möglich. Aufgrund des zu er- „Transparenz, durchgängige Ressourcen- und Terminplanung sowie mitlaufende Kalkulation, sind als hervorstechende Merkmale des ERP-Sys-tems zu nennen“ - Andreas Huhn Competence Book - ERP 99
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    CASE STUDY -AMS UND HAHN wartenden Arbeitsaufkommens in Ver-bindung mit der bestehenden Kapazi-tätsauslastung können wir frühzeitig auf mögliche Ressourcenengpässe reagieren“, bemerktJörg Kilb. Steuerungswerkzeug für die Geschäftsführung Auch die komplette Unternehmensspit-ze von Hahn arbeitet regelmäßig mit der Lösung. Gründer und Geschäftsführer Thomas Hahn, der sich vor allem um kaufmännische Belange und die Unter-nehmensorganisation kümmert, nutzt das System unter anderem zur Überwachung der Liquidität. Zudem holt er sich die je-weils neuesten Informationen und Kenn-zahlen über Angebote, Auftragseingang und Umsatz ein. Auch die Betreuung von langjährigen Kunden übernimmt der Chef selbst, für den mitlaufende Kalkulation und Kapazitätsplanung die wichtigsten Bestandteile des ERP-Systems sind. Sein Vorstandskollege Frank Konrad, der als Geschäftsführer für Vertrieb und Kon-struktion zuständig ist, nutzt vor allem die Möglichkeiten des Systems in Sachen Ressourcenpflege und Terminpläne. Ge-schäftsführer Marco Unverzagt unterste-hen die Bereiche Service, Montage, Ferti-gung und Planung. Er verschafft sich den Überblick über das Ersatzteilangebot und die Service-Einsätze. Dies erleichtert ihm die Abrechnung von Aufträgen und die Personal- und Urlaubsplanung für Auf-tragsspitzen. So wirkt die integrierte Lö-sung wie ein Unternehmens-„Cockpit“. „Unter dem Strich haben wir nun ein schlankes, transparentes System, das ohne großen Schulungsaufwand zu beherr-schen ist. Viele Funktionen erschließen sich zudem intuitiv, da sie der Windows- Welt ähneln“ resümiert Jörg Kilb, der als Projektleiter für die ERP-Einführung ver-antwortlich war. Zudem profitiere man von der Erfahrung von ams im Sonder-maschinenbau. Auch habe sich der Erfah-rungsaustausch mit anderen Nutzern als sehr hilfreich erwiesen. „Transparenz, durchgängige Ressourcen-und Terminplanung sowie mitlaufende Kalkulation“, nennt Andreas Huhn als hervorstechende Merkmale des ERP-Sys-tems. „Die Geschäftsführung kann die Gesamtkosten jederzeit durch Zugriff auf die mitlaufende Kalkulation überwachen und ihre Planung laufend anpassen.“ Bes-ser könne „Lean-Management“ nicht rea-lisiert werden. 100 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -COSMO CONSULT COSMO CONSULT: Ein Partner für alle Fälle AUTOR: COSMO CONSULT AG Seit über 15 Jahren unterstützt die COSMO CONSULT Unternehmensgruppe ihre Kunden bei der Durchführung nationaler und internationaler Projekte zur Einführung der ERP-Lösungen Microsoft Dynamics NAV (ehemals Navision) und Microsoft Dynamics AX (ehemals Axapta). Mit ihrem Motto Business-Software für Menschen präsentiert sich die international tätige COSMO CONSULT Unternehmensgruppe aber nicht nur als Microsoft-Partner, sondern auch als Partner ihrer Kunden und Anwender. Spezialisiert auf die Implementierung und das Systemmanagement von Branchen- und Business-Lösungen auf der Basis modernster Software-Technologien entwickelt COSMO CONSULT zudem branchenorientierte Gesamtlösungen für mittelständische Fertigungs-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen, für die ein umfangreiche Branchen- und Speziallö-sungen auf Basis von Microsoft Dynamics und QlikView zur Verfügung stehen, die sich nahtlos in die Navision-Systemwelt einfügen und als voll integrierte Softwaresysteme in allen Bereichen eines Unternehmens eingesetzt und genutzt werden können. ERP – Das persönliche Rückgrat Enterprise Resource Planning(ERP)-Sys-teme – zunächst rein betriebswirtschaft-lich konzipiert, dann zu einem Organis-mus aus betriebswirtschaftlicher Software und Systemen zur Produktionsplanung und -steuerung (PPS) vereint – müssen heute immer höhere Anforderungen und neue Aufgaben erfüllen, einschließlich der Berücksichtigung internationalen Steuerrechts und verschiedenster juristi-scher Erfordernisse. Die komplexen An-wendungsprogramme haben die Aufgabe, alle Ressourcen und operativen Prozesse eines Unternehmens zu verwalten und zu steuern. Zu den Funktionen zählen unter anderem das Auftragsmanagement, das Personalmanagement, Finanz- und Rech-nungswesen, E-Commerce, Einkauf, Ver-trieb und vieles mehr. Ein ERP-System muss heute Expertenfunktionen wie Variantenkonfigurationen, Servi-ceabhandlungen, mobile Prozesse innerhalb des Unternehmens, Projektabhandlungen, Projektplanungen, Projektbewertungen und Vieles mehr beinhalten. Oder das The-ma „Entwicklung“: Die Entwicklung neuer Anlagen oder Maschinen nimmt bei vielen ERP-Kunden einen ausgesprochen hohen Stellenwert ein, die Kosten der Entwicklung werden dagegen selten sinnvoll überwacht. Wie beeinflussen die Entwicklungskosten das Herz des Unternehmens? Wie schlagen sie sich in der weiteren Verarbeitung nie-der? Das sind Dinge, die ein ERP-System heute bewerten muss. So gilt ein moderner ERP-Standard als zentrales Steuerungsmittel und nicht zu Unrecht als das Rückgrat ei-nes Unternehmens. COSMO CONSULT – Die persönliche Wirbelsäule Diesen Forderungen wird COSMO CONSULT mit den ERP-Standards Microsoft Dyna-mics NAV und Microsoft Dynamics AX gerecht. COSMO CONSULT arbeitet mit der am PMI-Standard (Project Management Institut) orientierten Einführungsmethodik für IT-Projekte. Alle Projekte werden konsequent nach der SureStep-Methode beim Kun-den implementiert. Das bedeutet für die Kunden maximale Sicherheit und Transparenz. Zudem bieten ERP-Standards ohne größeres Customizing den Vorteil, Updates und Competence Book - ERP 101
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    CASE STUDY -COSMO CONSULT Upgrades ohne erheblichen zusätzlichen Aufwand vorzunehmen. Je näher eine Installation am Standard ist, desto einfa-cher die Aktualisierung auf den neuesten Stand der informationstechnologischen Möglichkeiten. Zahlreiche von COSMO CONSULT entwickelte und von Microsoft zertifizierte, branchenorientierte Module machen den ERP-Standard schließlich zur individuellen und branchenspezifischen Lösung. Ausgereift und tief in den Stan-dard integriert, erfordern Updates keinen weiteren Anpassungsaufwand. Darüber hinaus ergänzt COSMO CONSULT sein Leistungsspektrum mit Microsoft Dynamics CRM und dem Do-kumentenmanagement- und Portalsys-tem Microsoft Office SharePoint. Mit dem Business Intelligence-Tool cc|bi 4dyna-mics auf der Basis von QlikView haben die Anwender alle Daten ihres Unternehmens jederzeit strukturiert und aussagekräftig verfügbar. Im Gegensatz zu klassischen Konnektoren ist cc|bi 4dynamics nicht nur reine Schnittstellentechnologie zu Dynamics NAV und Dynamics AX, son-dern liefert Kunden fertige Dashboards und Reports – sogenannten Business Content – für ihre Microsoft Dynamics ERP-Lösung. Bereit gestellt werden Aus-wertungen, Analysen und Kennzahlen für die Geschäftsbereiche Vertrieb und Verkauf, Einkauf und Beschaffung, Fi-nanzbuchhaltung und Controlling, Forde-rungs- und Debitorenmanagement, Lager und Logistik, Projektmanagement und Projektsteuerung sowie Produktion und Fertigung. Mit weiteren zertifizierten Branchen- und Speziallösungen auf der Basis von Micro-soft Dynamics trägt COSMO CONSULT sowohl den unterschiedlichen Bedürf-nissen seiner Zielbranchen als auch den speziellen Anforderungen seiner Kunden auf Basis von flexiblen Standardproduk-ten Rechnung. Mit den selbstentwickelten Lösungen werden leistungsstarke Werk-zeuge zur Verfügung gestellt, die den An-sprüchen der verschiedenen Rollen in Un-ternehmen optimal gerecht werden. Die Praxis: So zeigen diese wenigen Beispiele exemp-larisch, wie hocheffizient und kostenspa-rend ein ERP-System arbeiten kann, wenn man die technische und die kaufmän-nisch- administrative Welt über den reinen Datenaustausch hinaus quasi verheiratet. Nicht nur Daten hin und her schieben, sondern durchgängige Prozessketten dar-stellen und unterstützen ist gefordert. Daher gehört es zur Philosophie von COS-MO CONSULT, externe Systeme voll ins ERP-System zu integrieren. Ein modernes ERP-System muss durch Datenintegrati-on zur zentralen Datendrehscheibe eines Unternehmens werden. Aber da es um Bu-siness- Software für Menschen geht, sollen aber auch noch die Menschen, die Anwen-der zu Wort kommen. Einige Beispiele sol-len zeigen, wie durch COSMO CONSULT der Standard zur Individualsoftware gerät: Der Individualfertiger: Bei der Ackermann GmbH, Wiesenbronn, einem in dritter Generation geführten Fa-milienunternehmen, liegen die Schwer-punkte auf dem Laden-, Messe- und Innenausbau, Zu-lieferteilen, der Pro-duktentwicklung sowie der Architek-tur und Kunstob-jekten. Holz- und Holzwerkstoffe, Mi-nera lwerkstof f e , Gips- und Gipsfa-serwerkstoffe, Me-tall sowie Textilien, Leder und Schaum-stoffe werden mit einem vielseitigen Maschinenpark be-arbeitet. Manfred Weid, Prokurist und technischer Gesamtbetriebslei-ter, beschreibt die Aufgaben so: „Im Prinzip sind wir der Zulieferer für den Ladenbauer, den Messebauer oder den Architekten. Also für gewerbliche Kunden, die wiede-rum einen Endkun-den haben.“ Das bis 2010 genutzte, speziell für Hand-werksbetriebe genutzte ERP-System war dem Unternehmen aber zu statisch. „Wir sind reine Individualfertiger. Wir brau-chen ein dynamisches System, in dem wir permanent benutzerspezifische Anpas-sungen für unsere oft sehr komplexen und unterschiedlichen Aufträge vornehmen können. Das reicht vom Ausfräsen einer Tischplatte bis zum Lichttestmodell für den Louvre in Abu Dhabi, das komplett in Aluminium gefertigt werden musste“, so Weid. Daher wurde 2011 Microsoft Dy-namics NAV eingeführt, da man hier den klaren Vorteil sah, das Programm indivi-duell an die Ackermann-Prozesse anpas-sen zu können. Als wichtige Ergänzung sollte noch eine BDE-Lösung zum opti-malen Erfolg beitragen. „Mit COSMO CONSULT gab es dann ein Meeting und wir merkten schnell, dass die mit cc|bde eine selbst entwickelte Lö- 102 Competence Book - ERP
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    sung hatten, beider gerade die Punkte klar ausdefiniert waren, die uns beschäf-tigten. Und unsere offenen Frage wurden schnell, konzentriert und vor allem fach-kundig bearbeitet“, erinnert sich Weid. Wichtig für die Entscheidung für cc|b-de war auch, dass sich die von Microsoft zertifizierte Lösung total in Dynamics NAV integrieren lässt. „Für einen mittel-ständischen Betrieb ist es ein Argument, wenn Zusatzmodule bei einem Update nicht extra aufwändig und kostenintensiv angepasst werden müssen“, fügt Weid an und resümiert: „Dass das BDE von COS-MO CONSULT so offen und flexibel ist, dass wir es auch später noch jederzeit an-passen können, war ein wichtiger Grund, warum wir uns dafür entschieden haben. Das hat mit anderen Branchenlösungen nur sehr schwer oder gar nicht funktio-niert. Zudem unterstützt die Flexibilität, die uns der Standard von Dynamics NAV und die COSMO CONSULT-Lösung bie-ten, in hohem Maße unsere innovative Individualfertigung.“ Des Weiteren er-möglicht die BDE die direkte Kontrolle der laufenden Aufträge und eine bessere Aus-sagefähigkeit über ihren aktuellen Status. Die Zeitersparnis durch den Wegfall von Eingaben und doppelten Listen sowie die schnellere, zeitnahe Abrechnung der Pro-jekte sind weitere beachtliche Vorteile von cc|bde. Der Internethändler: Als der Online-Brillenhändler Mister Spex im Frühjahr 2008 an den Markt ging, re-agierte die Branche zunächst skeptisch. Doch Qualität und ein faires Preis-Leis-tungs- Verhältnis führten rasch zum Er-folg. Entscheidend für die rasante Ent-wicklung war auch der Kundenservice, das riesige Sortiment mit den mehr als 5.000 Korrektions- und Sonnenbrillen und die gelungene Präsentation im Web-shop. Zahlreiche Filterfunktionen helfen hier, die eigene Wunschbrille in wenigen Schritten inklusive Gestell, Gläsern und gegebenenfalls Tönung auszuwählen. In Sachen Unternehmenssoftware setzte Mister Spex zunächst auf eine Eigenent-wicklung, die ein Buchhaltungssystem er-gänzte. Doch wegen des rasanten Wachs-tums musste man Prioritäten setzen. „Wir haben noch viel vor und wollen uns künf-tig voll auf das ‚Front-end’ konzentrieren. Um den notwendigen Spielraum zu schaf-fen, war es daher sinnvoll, die Prozesse in der Buchhaltung, Auftragsbearbeitung und Logistik zu standardisieren und vom Frontend ins Backend zu verlagern“, er-klärt Hannes Schrödter, Leiter des Pro-duktmanagements. Ende 2010 ging ein Projektteam mit ei-nem detaillierten Fragebogen bewaffnet in die Marktsondierung. Einen wichtigen Aspekt bildete dabei die Flexibilität der Programmstruktur. Schließlich galt es, die zahlreichen Besonderheiten der Au-genoptik abzubilden und das vorhandene E-Commerce-System anzubinden. „Wir haben uns einige Installationen live ange-sehen und schnell erkannt, dass Microsoft im Mittelstand einen guten Ruf genießt“, so Schrödter. So fiel Ende 2010 die Wahl auf Microsoft Dynamics NAV und den Microsoft-Partner COSMO CONSULT. Den Auftakt bei der Implementierung machte Ende Januar 2011 die Finanzbuch-haltung. Im Frühjahr begann dann die Umstellung des operativen Geschäfts mit einer detaillierten Prozessanalyse. Der Flowcharter „Microsoft Visio“ und die von Microsoft speziell entwickelte Projektme-thodik Sure Step halfen dabei. Zusätzlich setzte das Projektteam das Workflow-Mo-dul „cc|workflow“ von COSMO CONSULT CASE STUDY - COSMO CONSULT ein, um die Geschäftsprozesse in Dyna-mics NAV optimal abzubilden. „Wir hat-ten viele eigene Optimierungsideen, hiel-ten uns aber – wo immer es sich anbot – an den Standard von Dynamics NAV“, erklärt Schrödter. Hinzu kamen Schnittstellen zu diversen Zahlungsdienstleistern und dem haus-eigenen E-Commerce-System. Letzteres wurde mit einem speziell entwickelten Web-Service an Dynamics NAV angebun-den. Eine Herausforderung der besonde-ren Art war das hohe Datenvolumen. So musste man rund eine halbe Million Da-tensätze aus dem Vorgängersystem über-nehmen – und in Spitzenzeiten kommen täglich bis zu 3.000 weitere Aufträge aus dem Webshop hinzu. Seit September 2011 begleiten hoch auto-matisierte Prozesse das Geschäft von Mis-ter Spex. Kunden erhalten bei jeder Auf-tragsänderung automatisch in Dynamics NAV ausgelöste E-Mail-Bestätigungen. Zahlungseingänge bucht die Unterneh-menssoftware weitgehend automatisch. In der Logistik sorgen Artikelreservie-rungen und Bestellvorschläge für bessere Prozesseffizienz. „Das Automatisierungs-niveau ist heute deutlich gestiegen. Ent-scheidend ist für uns jedoch etwas ande-res: Wir haben jetzt die Perspektive, auf Basis einer gesunden Infrastruktur weiter zu wachsen und Teile der IT je nach Bedarf zu verlagern. COSMO CONSULT hat mit offener Kommunikation, professionellem Qualitätsmanagement und gut vorberei-teten Workshops bestätigt, dass wir da-mals die richtige Entscheidung getroffen haben“, freut sich Schrödter und sieht in der Zusammenarbeit eine perfekte Basis für Folgeprojekte. Competence Book - ERP 103
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    CASE STUDY -AMS UND AUMANN Auf Draht bei Aumann komplexe Automatisierungsprojekte mit durchgängigem Auftragsmanagement steuern AUTOR: ams.Solution AG Aumann zählt zu den weltweit führenden Maschinenbauern im Bereich Drahtlackier- und Spulenwickeltechnik. Hinzu kommt die Automation von vielfältigen Herstellungsprozes-sen. Dabei ist Aumann global der einzige Anbieter, der über das Know-how und die Er-fahrung von der Drahtherstellung über das Bewickeln bis hin zur umfangreichen Montage des Endproduktes verfügt. Kernmarkt ist die Herstellung von Maschinen für die Fahrzeugindustrie, mit denen sich Elektromotoren und elektronische Komponenten fertigen lassen. Hierbei erstellt der Sondermaschinenbauer kundenspezifisch Fertigungssysteme. Um die kapitalintensiven Pro-jekte nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich zum Erfolg zu führen, strebt Aumann ein Höchstmaß an Prozesstransparenz an. Das Unternehmen gewinnt diese Sicht durch ein Auf-trags- managementsystem, das sämtliche Abläufe von der Konstruktion über die Beschaffung und Fertigung bis zur Montage und Auslieferung vernetzt und in Echtzeit auswertbar macht. „Mit Erfahrung in der Wickeltechnik und in der Automation von Herstellungsprozessen unterscheiden wir uns vom nationa-len und internationalen Wettbewerb“, erklärt Guido Reckmann, Mitglied der Geschäftsführung von Aumann, und erläutert: „Die Mehrzahl unserer Projekte beschränkt sich keineswegs nur auf die Lieferung der Wickel- und Drahtlackiertechnik. Stattdessen durchdenken wir den gesamten Fertigungsprozess des Kunden und konzipieren eine Anlage, auf der er die Herstellung seines Endprodukts in all ihren Einzelschritten automatisieren kann.“ Das Anwendungsspektrum ist groß. Im Zentrum stehen Motoren für diverse Elektroniksysteme in Autos, wie zum Beispiel Stellan-triebe, Zentralverriegelungen oder Antiblockiersysteme. Hinzu kommt eine Reihe weiterer Zielmärkte. Unter anderem errichtet Aumann Montagelinien für Pumpen- und Ventilhersteller oder Anbieter von Medizintechnik. Komplette Fertigungsstraßen kön-nen bis zu 100 Meter lang sein und haben ein Volumen von bis zu 8 Mio. Euro. Hierbei konzentriert sich der Einzelfertiger auf die Bereiche Ideenfindung, Konstruktion und SPS-Programmierung. Da das Unternehmen keine eigene Vorfertigung vorhält, kauft es die Fertigungsteile in einem Netzwerk von Partnerunternehmen ein. Gleiches gilt für die Zuführ-, Schweiß-, Press-, Löt-, Kleb-und Prüftechnik, die Aumann in seine Automationslösungen integriert. Der Materialanteil am Gesamtumsatz liegt daher bei rund 50%. 104 Competence Book - ERP
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    CASE STUDY -AMS UND AUMANN „Um komplexe Automatisierungsauf-träge erfolgreich zu steuern, müssen wir den Projektfortschritt über die ge-samte Wert-schöpfungskette hinweg transparent machen. Hierzu brauchen wir präzise Online-Informationen“, be-tont Guido Reckmann: „Nur wenn wir den Arbeitsfortschritt, die Budgettreue und den Lieferstatus aller Teilprojekte kennen, gewinnen wir eine ausreichen-de Planungs-sicherheit. In unserer alten EDV-Welt war eine solche Sicht jedoch nur ansatzweise zu haben.“ Bis Ende 2009 stützte sich die Informationstechnologie des mittelständischen Unternehmens auf mehrere Einzellösungen, die sich um eine Standardsoftware für die Materialwirt-schaft und eine davon losgelöste Finanz-buchhaltung rankten. Die unterschiedli-chen Systeme waren über einen Zeitraum von drei Jahrzehnten gewachsen, so dass ein unternehmensweiter Datenaustausch nur eingeschränkt möglich war. Erschwerend kam hinzu, dass die Lösun-gen auf einer veralteten AS/400-Plattform liefen. „Insbesondere neuen Mitarbei-tern fiel es zunehmend schwerer, sich das Fachwissen anzueignen, um die Anwen-dungen nutzen zu können“, erinnert sich Guido Reckmann, der seit 2009 den IT-Be-reich verantwortet. Doch auch alt gedien-te Mitarbeiter stießen recht schnell an ihre Grenzen. Abfragen aus dem System und geänderte oder neue Berichtsforma-te konnte nur ein einziger zentraler EDV Mitarbeiter erstellen, der dementspre-chend stark ausgelastet war. Systemwechsel Angesichts der permanent steigenden Anforderungen im Projekt-controlling machte sich Aumann 2009 auf die Suche nach einer geeigneten betriebswirtschaft-lichen Unternehmenssoftware (engl. Enterprise Resource Planning, ERP). Ziel war es, sämtliche Wert-schöpfungspro-zesse in einer einzigen IT-Lösung abzubil-den. Nach einem viermonatigen Auswahl-verfahren entschied sich Aumann für das Auftragsmanagementsystem ams.erp, das die ams.Solution AG speziell für die Ein-zelfertigung ausgelegt hat. Den Ausschlag gaben die Spezialisierung der Unterneh-menssoftware und das Prozess-wissen der ams-Berater. „Um unsere Entscheidung abzusichern, haben wir eine Art Probefahrt in der neu-en Software gemacht. Mitarbeiter aus al-len Geschäftsbereichen erhielten Zugriff auf eine Testumgebung, um typische Geschäftsprozesse durchzuspielen“, be-schreibt Guido Reckmann das damalige Vorgehen. „Diese Probefahrt war sehr aufschlussreich. Wenn man selbst buchen muss, lernt man die Qualität einer Soft-ware deutlich schneller kennen, als wenn man nur dem Anbieter über die Schulter schaut.“ Ihr Hauptaugenmerk legten die Testfahrer auf die Frage, ob sie ihr Pro-jektmanagement inklusive der Terminver-folgung ausreichend abbilden konnten. Hierzu wurde eine Reihe prototypischer Aufträge in der Testumgebung angelegt und vollständig durchgespielt. Gemeinsam mit den ams-Beratern brach-te Aumann die neue Geschäftssoftware dann innerhalb von vier Monaten an den Start. Das mittelständische Unternehmen nutzte den modularen Aufbau von ams. erp und führte zunächst die Zeitwirtschaft und einen Monat später das Kundenda-tenmanagement (CRM Modul) ein. Das Vorziehen der Zeitwirtschaft bot sich an, da sich die Lösung sinnvoll nutzen lässt, ohne dass die übrigen ERP-Informationen vorliegen müssen. „Auf diese Weise konn-ten sich unsere Anwender schrittweise an das neue System gewöhnen“, hebt Guido Reckmann hervor und fügt hinzu: „Die-ses Vorgehen kann ich jedem empfehlen, dessen Ressourcen stark eingegrenzt sind. Mit dem Vorziehen der Zeitwirtschaft erledigt man ein ganz wesentliches Ar-beitspaket vorab. Viele Anwender unter-schätzen, welch hohen Beratungs- und Einstellungsaufwand gerade die Zeitwirt-schaft mit sich bringt.“ Losgröße eins Aumann entschied sich bewusst gegen in-dividuelle Anpassungen und bildete alle Arbeitsabläufe im Standard der neuen Ge-schäfts- software ab. Der Auftragsdurch-lauf reicht von der Planung, Projek-tie-rung und Kalkulation über Konstruktion, Disposition, Einkauf, Montage, Inbetrieb-nahme und Optimierung bis zu Versand und Endmontage. Hierbei nutzte der Son-dermaschinenbauer die Einführung, um seine Produktdaten zu bereinigen. Ob-wohl Aumann naturgemäß mit der Los-größe eins fertigt, waren die Anwender im alten System dazu gezwungen gewesen, jedes verwendete Teil als einzelnen Artikel anzulegen. Auf diese Weise war ein Arti-kelstamm von einer Viertelmillion Teilen herangewachsen. Nach eingehender Ana-lyse blieben gerade einmal 8000 Artikel übrig, bei denen das Einführungs-Team davon ausging, dass diese Teile auch in Folgeprojekten noch einmal zum Einsatz kommen könnten. Guido Reckmann ist sich sicher, dass Au-manns Produktentwickler die zurück-gewonnene Übersichtlichkeit bewahren werden: „Seit dem Systemwechsel pro-fitieren wir davon, dass wir in ams.erp vorzugsweise auch mit sogenannten Auf-tragsteilen arbeiten können. Da wir diese O-Teile rein auftragsspezifisch anlegen, brauchen wir sie nicht weiterzupflegen, wenn der zugehörige Auftrag abgeschlos-sen ist. Auf diese Weise halten wir den Artikelstamm schlank und leicht adminis-trierbar.“ Variantenkonfiguration Zusätzliche Transparenz verschafft sich Aumann bei der Konzeption der Ferti-gungslinien. Hier nutzt das Unternehmen den in ams.erp integrierten Variantenge-nerator, um die große Auswahl geeigneter und bereits eingesetzter Technologien transparent zu machen. Geschäftsführer Guido Reckmann erläutert das Vorgehen: „Eine Produktionslinie besteht aus einer Kette hintereinandergeschalteter Statio-nen, welche die einzelnen Fertigungs- und Montageschritte abbilden. Jede Station setzt sich aus einer Reihe unterschiedli-cher Komponenten zusammen. Was diese Komponenten kosten und was sie können, ist uns zumindest in Varianten bekannt. Mit dem Variantengenerator strukturieren wir dieses Marktwissen und standardisie-ren unsere gesamten Geschäftsprozesse.“ In einer späteren Ausbaustufe will Au-mann eine Zusatzfunktion des Genera-tors nutzen, die darin besteht, Stücklis-ten aus den Konfi-gurationen abzuleiten. Diese Stücklisten dienen dann als Aus-gangs- punkt für die Konstrukteure, um Competence Book - ERP 105
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    CASE STUDY -AMS UND AUMANN die vorkonfigurierte Anlagenkompo-nente auftragsspezifisch weiterzuentwickeln. Bei den hauseigenen Standardwickelma-schinen hat der Einzelfertiger die Grundlagen-arbeit bereits ab-geschlossen und die Fertigungsstücklisten aller gängigen Varian-ten eingepflegt. Mitlaufende Kalkulation Im Mittel organisiert Aumann etwa 30 Projekte, die parallel lau-fen oder sich zumindest in Teilen überschneiden. Typischerweise liegen die Durchlaufzeiten bei 10 bis 18 Monaten. Ob der Auf-tragsverlauf den Zeit- und Budgetplänen entspricht, zeigt die mitlaufende Kalku-lation: Permanent gleicht das Auftragsma-nagementsystem die Ist- mit den Solldaten ab und zeichnet ein detailliertes Bild des aktuellen Projektfortschritts. Da die mitlau-fende Kalkulation eventuelle Schief-lagen bereits in ihrer Entste-hung erkennbar macht, gewinnen die Verantwortlichen Zeit, um Gegenmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Aumanns Führungsmannschaft arbeitet mit Dashboards, welche die erfolgskritischen Informationen eines Auftrags in einer ein-zigen Benutzeroberfläche zusammenführen. Dank der Integra-tion in das Auftragsmanagementsystem treffen die Projektdaten in Echtzeit ein. Die Kennzahlen dienen der Budgetkontrolle, der Überwachung des Projektfortschritts sowie dem Ressourcen-, Kapazitäts- und Materialmanagement. Zudem geben die Das-hboards den Finanzie-rungsgrad und die Zahlungsplanung der Aufträge wieder. Zeigt sich ein Handlungsbedarf, so gelangen die Anwender per Mausklick in die Bereiche des Auftragsmanage-ments, in denen sie die Ursachen-analyse vertiefen und erforder-liche Ausgleichsmaßnahmen wirt-schaftlich einleiten können. Unternehmenskennzahlen „Für die Geschäftsführung haben wir ein eigenes Manage-ment- Dashboard entwickelt. Dieses zusätzliche Dashboard erlaubt es uns, die Informationen des Auftragsmanagements auftragsübergreifend zu verdichten“, erklärt Guido Reckmann und fügt hinzu: „Eine solche Eigenentwicklung ist im Übrigen alles andere als Hexerei. Da ams.erp die Entwicklungsumgebung Microsoft SQL Server Reporting Services unterstützt, reichen normale SQL-Kenntnisse, um sich ein solches Dashboard maß-zuschneidern.“ Das Finanz-Dashboard gewährt den Managern sowohl eine ak-tuelle als auch eine zukunftsbezogene Sicht auf den Geschäfts-verlauf. Die Lösung stützt sich vor allem auf die Daten der Fi-nanzbuchhaltung und der Kostenrechnung. Es entsteht ein vollständiges Set an Ist- und Plan-Kennzahlen, die zum Beispiel über die Gesamtheit der zu erwartenden Finanzbewegungen in-formieren. Zudem erhalten die Führungskräfte eine Umsatzvor-schau, die den Auftragsbestand und die damit einhergehenden Rechnungstermine auswertet. Die Umsatzvorschau lässt sich zeitlich erweitern, indem das Controlling die Umsatzerwartung der noch offenen Angebote mit einrechnet. „Mit diesen Informa-tionen sichern wir die Liquidität des gesamten Unternehmens“, fasst Geschäftsführer Guido Reckmann den Nutzen der Kenn-zahlen zusammen. „Auf diese Weise erschließen wir das erfor-derliche Wissen, um die betriebswirtschaftlichen Risiken unserer Generalunternehmerprojekte sicher zu beherrschen.“ 106 Competence Book - ERP
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    ams Die ERP-Lösung Prozesse verstehen. Transparenz gestalten.
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    CASE STUDY -WEITERE CASE STUDY´S Weitere Case Study´s und Produktinformationen unserer Partner Anwenderbericht „Beckhoff Automation GmbH“ Die Beckhoff Automation GmbH, ein Anbieter von Steuerungslösungen für alle Bereiche der Automatisierung, hat mit der Digitalen Personalakte von HS ein effizientes System zur Personalverwaltung seiner rund 2.000 Mitarbeiter eingeführt. Zu den Vorteilen der elektronischen Lösung zählt aus Sicht der Benutzerinnen insbesondere der Zeitge-winn, etwa durch die automatische Dokumentenablage. www.hamburger-software.de/referenzen Anwenderbericht „Wilhelm Schmitt GmbH“ Die Wilhelm Schmitt GmbH, im Jahr 1935 als Installations- und Heizungsbauunternehmen gegründet, bietet heute ein breites Leistungsspektrum an: von Heiz- und Kältetechnik über Gebäudetechnik bis hin zu Blockheizkraftwerken. Mit Hilfe der ERP-Lösungen von HS behält der Familienbetrieb den kaufmännischen Überblick. Der Buchhaltungs-leiter schätzt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis der Software. www.hamburger-software.de/referenzen Case Study „Jakob Müller AG“ Als Weltmarktführer hält der Sondermaschinenbauer Jakob Müller AG bei Bandwebmaschinen die Spitzenposition. Ob in China, Deutschland, der Schweiz oder in den USA – weltweit setzen die Schweizer auf das ERP-System oxai-on. Voraussetzung für die Herstellung der Maschinen ist eine exakte Produktionsplanung und Materialdisposition. Im Mittelpunkt steht ein flexibler Variantenkonfigurator. www.competence-site.de/Case-Study-Jakob-Mueller-AG Case Study „Lindner Group“ Die Lindner-Gruppe behält stets den Überblick, wenn es um die Abwicklung komplexer Bauprojekte geht. Großen Anteil hat das integrierte Projektmanagement der ERP-Software von oxaion. Ob Kosten, Material, Termine oder Dokumente – im Projektmanagement ist alles strukturiert und transparent abgebildet. Lindner beschäftigt weltweit rund 4800 Mitarbeiter und ist in 20 Ländern vertreten. Immer im Einsatz: die ERP-Software von oxaion. www.competence-site.de/Case-Study-Lindner-Group 108 Competence Book - ERP
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    Anwenderbericht „Kurt SchmidtGmbH“ CASE STUDY - WEITERE CASE STUDY´S Kurt Schmidt fertigt CNC-Sonderteile und Komponenten aus nahezu allen Werkstoffen. Mitte 2005 übernahm man mit Zeidler & Uhl einen Hersteller von Behältern, Rohr- und Blechteilen mit 50 Mitarbeitern, nahm ERP von AP heraus und setzt seither dort auch JOBDISPO ein. 2014 folgte dann NIWAR nach dem gleichen Prinzip, um auch bei dem Trommel- und Spulenhersteller alles herauszuholen. www.fauser.ag/referenzen Anwenderbericht „MLS Lanny GmbH“ Die MLS Lanny GmbH entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Ventile für die unterschiedlichsten Anwendungen in der Fluidtechnik. Die Stärke der MLS Lanny GmbH ist die Entwicklung von Sonderlösungen, die flexibel an jeden Kunden angepasst werden. Seit dem Jahr 2011 unterstützt die JOBDISPO Suite den reibungslosen Ablauf bei MLS in der Fertigung sowie in der Planung von Ventilen. www.fauser.ag/referenzen Competence Book - ERP 109
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    Case Studies & Produktinformationen Branchenübersicht 85 Kumavision ERP-Lösung KUMAVISION factory für Förderanlagen im Bergbau 88 Asseco Maschinenring Österreich: Ring frei für APplus 90 Microsoft Mit Dynamics AX 2012 schlank in die Zukunft 92 Cosmo Consult Integrierte Module statt Individualprogrammierung 95 Asseco Der Weltmarktführer für Luftpumpen und Schutzbleche ist mit APplus für die Zukunft gerüstet 97 ams.Solution AG Wachstum organisieren 101 COSMO CONSULT AG Ein Partner für alle Fälle 104 ams.Solution AG Auf Draht bei Aumann 106 Diverse Branchen Weitere Case Studies und Produktinformationen unse-rer Partner 112 Informationsquellen 114 Unternehmen 119 Experten 126 Glossar INHALT Competence Book - ERP 111
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    BRANCHENÜBERSICHT - INFORMATIONSQUELLEN Informationsquellen Wikipedia, Richtlinien und Normen Wikipediabeiträge zu ERP In Wikipedia finden Sie zum Thema MES u.a. folgende Beiträge: de.wikipedia.org/wiki/Enterprise-Resource-Planning Anwenderbericht „Beckhoff Automation GmbH“ Die Beckhoff Automation GmbH, ein Anbieter von Steuerungslösungen für alle Bereiche der Automatisierung, hat mit der Digitalen Personalakte von HS ein effizientes System zur Personalverwaltung seiner rund 2.000 Mitarbeiter eingeführt. Zu den Vorteilen der elektronischen Lösung zählt aus Sicht der Benutzerinnen insbesondere der Zeitge-winn, etwa durch die automatische Dokumentenablage. www.hamburger-software.de/referenzen Anwenderbericht „Wilhelm Schmitt GmbH“ Die Wilhelm Schmitt GmbH, im Jahr 1935 als Installations- und Heizungsbauunternehmen gegründet, bietet heute ein breites Leistungsspektrum an: von Heiz- und Kältetechnik über Gebäudetechnik bis hin zu Blockheizkraftwerken. Mit Hilfe der ERP-Lösungen von HS behält der Familienbetrieb den kaufmännischen Überblick. Der Buchhaltungs-leiter schätzt vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis der Software. www.hamburger-software.de/referenzen INFO Infotext... 112 Competence Book - ERP
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    Unternehmen Microsoft www.microsoft.com/de-de/ Tel.: +49 221801010-97 Ihr Kontakt: Frank Naujoks Frank.Naujoks@microsoft.com Microsoft ist weltweit führender Hersteller von Standardsoftware, Services und Lösungen. Sie helfen Menschen sowie Unternehmen aller Branchen und Größen ihr Potenzial voll zu entfalten. Sicherheit und Zuverlässigkeit, Innovation und Integration sowie Offenheit und Interoperabilität stehen bei der Entwicklung aller Microsoft-Produkte im Mittelpunkt. Microsoft Dynamics steht für integrierte, flexible Un-ternehmenssoftware, die zur langfristigen Sicherung Ihres Erfolgs bei-trägt und Sie darin unterstützt, schnell fundierte Geschäftsentschei-dungen zu treffen. Ob Customer Relationship Management (CRM) oder Enterprise Resource Planning (ERP), ob Finanzmanagement, Supply Chain Management oder Business Intelligence und Repor-ting: Mit Microsoft Dynamics werden täglich anfallende Aufgaben und zentrale Geschäftsprozesse durchgängig automatisiert und optimiert. www.microsoftdynamics.de KUMAVISION AG www.kumavision.de Tel.: +49 754 4966-300 Ihr Kontakt: Armin Schneider-Lenhof armin.schneider-lenhof@kumavision.com Kumavision AG entwickelt und implementiert ERP-Systeme für mittel-ständische Unternehmen auf Basis der modernen Softwareplattform Microsoft Dynamics NAV. Seit vielen Jahren auf die Fertigungsindus-trie spezialisiert, ergänzen Branchenlösungen für Handel, Healthcare und Professional Services sowie CRM- und DMS-Lösungen das Portfolio. Mit 280 Mitarbeitern an 14 Standorten gehört Kumavision zu den leistungsfähigsten Partnern für Microsoft Businesslösungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Über 600 Kunden profi-tieren bereits von dem Erfahrungspotenzial des in Markdorf am Bo-densee ansässigen IT-Dienstleisters. BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 114 Competence Book - ERP
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    BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN ORACLE Deutschland B.V. & Co. KG www.oracle.com/de Tel.: Ihr Kontakt: xxx@oracle.com Oracle entwickelt Hardware und Software, die für den Einsatz in der Cloud und im Rechenzentrum optimal aufeinander abgestimmt sind. 380.000 Kunden jeder Größe und Branche setzen in 145 Ländern der Welt Produkte und Lösungen von Oracle ein. Im Fiskaljahr 2013, das zum 31. Mai 2013 endete, erzielte Oracle weltweit einen Umsatz von 37,2 Milliarden US-Dollar. Oracle beschäftigt weltweit 108.000 Mitarbeiter, darunter 32.000 Entwickler, 18.000 Support-Mitarbeiter und 17.000 Consulting-Experten. Ihr Unternehmen www.ihrunternehmen.com Tel.: +49 00 0000 0000 Ihr Kontakt: info@ihrunternehmen.com Harit esciendis sae doluptatust voluptis acerfer ectiis nonemquam sunt autecto berchitem ent ellaboreici optatii simus, sequi adi blanisquo occus. Accuscia doloriosam sitibus, volupta tetur, quaerum dolorpostem non re, corpos dolut aut re pliquatur, et eum que voluptati debis dem que imus, totatem quodios nempos moloribusam, omni restem harume volorrum que endanihit es doluptat esti quate derupient vit laborepe vitatur? Qui unt, audit, cus moluptas dolorae soluptasi bla que voluptatate idust ut volut optas esendesequo mi, et unt, venturi atusaped ea quam quidel invenet audamusae. Officae volorest COSMO CONSULT Gruppe www.cosmoconsult.com Tel.: +49 303 43815-0 Ihr Kontakt: Katja Damm info@cosmoconsult.com COSMO CONSULT hat auf die Implementierung und das System-management von Branchen- und Business-Lösungen auf Basis moderner Software Technologien spezialisiert. Für die branchenori-entierten Gesamtlösungen für mittelständische Fertigungs-, Dienst-leistungs- und Handelsunternehmen steht zudem ein umfangreiches Angebot an Branchen- und Speziallösungen auf Basis von Microsoft Dynamics und QlikView zur Verfügung. Darüber hinaus ergänzt COSMO CONSULT das Leistungsspektrum mit dem CRM-System Microsoft Dynamics CRM und dem Doku-mentenmanagement- und Portalsystem Microsoft SharePoint, die sich nahtlos in die Systemwelt des ERP-Systems einfügen. Competence Book - ERP 115
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    Asseco Solutions AG www.asseco.com Tel.: +49 721 91432-0 Ihr Kontakt: Thorsten Reuper info@asseco.de Bei der Asseco Solutions handelt es sich um den Zusammenschluss technologisch führender ERP-Anbieter aus fünf Nationen innerhalb der Asseco-Gruppe. Die einzelnen Unternehmen profilierten sich be-reits in der Vergangenheit mit technologisch und funktional führenden Lösungen als kompetente Partner für internetbasierende Unterneh-menssoftware in ihren jeweiligen Ländern. Das umfangreiche Portfo-lio an ERP-Technologien der Asseco Solutions geht dabei weit über das Leistungsspektrum herkömmlicher ERP-Lösungen hinaus und integriert durchgängig eine nahezu unbegrenzte Anzahl an zusätzli-chen Funktionalitäten. Die Asseco Solutions garantiert mit über 700 Beschäftigten und durch den Einsatz modernster Web-Technologien (Web Services, XML, SOAP) eine langfristige Investitionssicherheit, einfache und kostengünstige Administration und hohe Benutzerak-zeptanz bei einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis. Maß-geschneiderte Lösungen für die unterschiedlichsten Unternehmens-größen und Branchen - neben Industrie und öffentlicher Verwaltung auch Gastronomie - stehen für eine konsequente Kunden- und Marktorientierung. Die Asseco Solutions gehört zur Asseco-Gruppe mit über 16.600 Mitarbeitern. PSIPENTA Software Systems GmbH www.psipenta.de Tel.: +49 800 377496-8 Ihr Kontakt: Peter Dibbern pdibbern@psipenta.de SAP Deutschland AG & Co. KG www.sap.de/mittelstand Tel.: +49 622 77474-74 Ihr Kontakt: Jochen Wießler jochen.wiessler@sap.com godesys AG www.godesys.de Tel.: +49 6131 959 77-0 Ihr Kontakt: Godelef Kühl godelef.kuehl@godesys.de BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 116 Competence Book - ERP
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    HS - HamburgerSoftware GmbH & Co. KG www.hamburger-software.de Tel.: +49 406 32 97-333 Ihr Kontakt: Kai Eickhof leitung.pmm@hamburger-software.de Seit 1979 am Markt, bietet HS als einer der führenden deutschen Hersteller modulare ERP-Software für Auftragsbearbeitung, Finanz-buch ¬haltung, Lohnabrechnung und Personalmanagement (u. a. Digitale Personalakte) an. Ebenfalls erhältlich: Archiv- und Dokumen-tenmanagementlösungen. mesonic software gmbh www.mesonic.com Tel.: +49 4263 93 90-0 Ihr Kontakt: Heike Strangmann hstrangmann@mesonic.com mesonic entwickelt seit 1978 Standardsoftwareprogramme für ERP, CRM, PPS und mobile Anwendungen in kleinen und mittelständi-schen Unternehmen. Die Lösungen des international tätigen Herstel-lers kommen in mehreren Tausend Unternehmen aus allen Bereichen von Handel, Dienstleistung, Industrie, Verbänden und Vereinen zum Einsatz. Den Vertrieb und die Kundenbetreuung vor Ort übernehmen qualifizierte und autorisierte Fachhandelspartner. oxaion ag www.oxaion.de Tel.: +49 724 35 90 67 77 Ihr Kontakt: Stephan Dürr Stephan.Duerr@oxaion.de Die oxaion ag zählt zu den führenden Anbietern betriebswirtschaft-licher Komplettsoftware für den Mittelstand. Neben den klassischen ERP-Modulen wie Warenwirtschaft, Vertrieb und Produktion decken die Lösungen eine Vielzahl weiterer Themen ab. Die Software ist in-ternational ausgerichtet und steht in zahlreichen Sprachversionen zur Verfügung. BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN Competence Book - ERP 117
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    FAUSER AG www.fauser.ag Tel.: +49 8105 77 98 - 0 Ihr Kontakt: Marc-Antonio Schubert anfrage@fauser.ag Die FAUSER AG ist bereits seit 1994 ein international tätiger Soft-warehersteller und Lösungsanbieter für mittelständische Industrieun-ternehmen. An fünf Standorten in Deutschland und Ungarn entwi-ckelt, vertreibt und wartet die FAUSER AG Softwarelösungen für die Produktion. ams.Solution AG www.ams-erp.com Tel.: +49 2131 40669-0 Ihr Kontakt: Manfred Deues info@ams-erp.com Das Beratungs- und Softwarehaus ams.Solution AG ist Spezialist für Entwicklung, Implementierung und Betreuung von kundenorientierten ERP-Lösungen im Maschinen-, Anlagen-, Metall- und Innenausbau. Auf Basis der Standardsoftware ams.erp realisiert ams schlanke Unternehmensorganisationen speziell für die Einzel-, Auftrags- und Variantenfertigung. Das Auftragsmanagementsystem ams.erp setzt sämtliche Anforderungen für Einzel- und Auftragsfertiger des VD-MA- IT-Workshops erfolgreich um. Europaweit wurden mehr als 650 Kundenprojekte mit mehr als 22.000 Anwendern erfolgreich abge-schlossen. 2014 zeichnete die Initiative Mittelstand die ams.Soluti-on AG mit dem Innovationspreis-IT aus. Zudem erhält ams.Solution Bestnoten für sein Beratungsangebot: Der Unternehmens­vergleich Top Consultant hat für die Jahre 2014/2015 bestätigt, dass die ams-Berater die komplexen Anforderungen ihres Zielmarktes kom-petent erfüllen. BRANCHENÜBERSICHT - UNTERNEHMEN 118 Competence Book - ERP
  • 118.
    Experten Gronau, Norbert(Dr.-Ing.) Norbert.Gronau@wi.uni-potsdam.de Universitätsprofessor Universität Potsdam BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN Norbert Gronau gehört zu den wenigen Persönlichkeiten, die nicht nur Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis bauen, sondern diese auch mehrmals täglich überqueren. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für Wirt-schaftsinformatik und Electronic Government an der Universität Pots-dam und wissenschaftlicher Direktor des dort angesiedelten Centers for Enterprise Research. Unter der Leitung von Professor Gronau forschen über 30 Mitarbeiter zur integrierten Gestaltung von Geschäftsprozes-sen und Unternehmenssoftware wie etwa ERP-Systemen sowie zu den Grundlagen von Wissen, Lernen und Bilden. Wochinger, Thomas (Dipl.-Wi.-Ing.) Gruppenleiter Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) Dipl.-Wi.-Ing. Thomas Wochinger ist Gruppenleiter Produktionsplanung und -steuerung in der Abteilung Auftragsmanagement und Wertschöp-fungsnetze des Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automa-tisierung (IPA). Sontow, Karsten Karsten.Sontow@trovarit.com Vorstand Trovarit AG Dr. Karsten Sontow, Jahrgang 1967, ist Gründer und Vorstand der Tro-varit AG, Aachen, einem Spezialisten für die Evaluation von Business Software (z.B. ERP, CRM, ECM, BI). Dort verantwortet er die Bereiche Marketing, Account Management, Research und Finanzen. Dr. Sontow studierte Maschinenbau und Betriebswirtschaft an der RWTH Aachen und am Massachussetts Institute of Technology in Cambridge, USA. Seinen Doktortitel im Maschinenbau erwarb er an der RWTH Aachen. Competence Book - ERP 119
  • 119.
    Schnittler, Volker Volker.Schnittler@vdma.org Referent für ERP- und PPS-Systeme VDMA Seit Oktober 2001 ist Volker Schnittler als Referent für kaufmännische Unternehmenssoftware wie ERP, PPS, MES und Variantenkonfigurati-onslösungen bei der Abteilung Informatik des VDMA beschäftigt. Dort leitet er u. a. auch den PPS-Anwender/Anbieter-Dialog und ist Mitglied im Forschungsbeirat des fir (Aachen). Dibbern, Peter PDibbern@psipenta.de Leiter Geschäftsentwicklung PSIPENTA Software Systems GmbH Peter Dibbern ist heute Leiter Geschäftsentwicklung und Mitglied der PSIPENTA Geschäftsleitung. Er zeichnet für die internationale Vermark-tung sowie die prozessorientierte und funktionale Weiterentwicklung der ERP-Standardsoftware PSIpenta verantwortlich. Sein Engagement bei der 100%igen PSI-Tochter startete er 2002 als Marketingleiter mit der Neupositionierung des ERP-Portfolios PSIpenta im deutschen Markt. Die ERP-Lösung PSIpenta gehört aktuell zu den meist verbreiteten Branchenlösungen im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und zeichnet sich durch umfangreiche Funktionalität und einen hohen Bekanntheitsgrand im Marktsegment aus. Schneider-Lenhof, Armin Armin.Schneider-Lenhof@kumavision.de Leiter Marketing Kumavision AG Armin Schneider-Lenhof ist langjähriger Marketingleiter der KUMAVISION AG, Markdorf. Seine fachliche Expertise bezieht der studierte Wirt-schaftswissenschaftler aus 25 Jahren Tätigkeit für namhafte ERP- bzw. PPS-Anbieter. Tröger, Karl KTroeger@psipenta.de Leiter Produktmanagement ERP PSIPENTA Software Systems GmbH Karl Tröger Leiter Product Marketing, verantwortet die strategische Ausrichtung des Produktportfolios bei der PSI AG. Auf Basis seiner nationalen und internationalen Stationen in der Fertigungsindustrie, stellt er heute das Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft und dem Software-Engineering dar. Seine Erfahrungen sammelte er als Senior Product Engineer bei einem kanadisch-israelischen Konzern, als IT-Projektleiter sowie später als Leiter der Produktentwicklung für ERP-Lösungen innerhalb der PSI AG. BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 120 Competence Book - ERP
  • 120.
    Frey, Dominik Dominik.Frey@fir.rwth-aachen.de Projektingenieur FIR e.V. an der RWTH Aachen BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN Dominik Frey studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau und Vertie-fungsrichtung Produktionstechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungs-institut für Rationa-lisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Produktionsmanagement und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwer-punktthemen am FIR liegen in der Produktionsplanung sowie in der ERP-Auswahl. Schiemann, Dennis Dennis.Schiemann@fir.rwth-aachen.de Wissenschaftlicher Mitarbeiter Produktionsmanagement FIR e.V. an der RWTH Aachen Dennis Schiemann studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Fachrichtung Maschinenbau und Ver-tiefungsrichtung Produktionstechnik an der Rhei-nisch- Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Derzeit promoviert er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen im Bereich Produktionsma-nagement und arbeitet dort zudem als Projektingenieur in zahlreichen Forschungs- und Industrieprojekten. Seine fachlichen Schwerpunktthe-men am FIR liegen im Prozess- und Auftragsmanagement sowie in der ERP-Auswahl. Bingler, Dirk Sprecher der Geschäftsführung GUS Deutschland GmbH Der diplomierte Wirtschaftsinformatiker Dirk Bingler ist Vorsitzender des Arbeitskreises ERP im BITKOM. Hauptberuflich ist er Sprecher der Ge-schäftsführung der GUS Deutschland GmbH und verantwortlich für das Software-, Beratungs- und Servicegeschäft des Kölner ERP-Spezialisten für die Prozessindustrie mit über 140 Mitarbeitern in Deutschland. Reuper, Thorstenv thorsten.reuper@asseco.de Chief Technology Officer (CTO) Asseco Solutions GmbH Seit mehr als dreißig Jahren in der IT-Branche tätig, ist Thorsten Reu-per ein besonders versierter Mann mit einem umfassenden technischen Hintergrund, der weitreichende Erfahrungen in verschiedenen renom-mierten Unternehmen vorweisen kann. Erklärtes Ziel des technischen Verantwortlichen ist die konsequent verfolgte, strategisch ausgerichtete Produktentwicklung mit gezielten Funktionserweiterungen und einem besonderen Augenmerk auf die Ergonomie der Software. Dies soll ins-besondere durch eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kunden und Interessenten realisiert werden. Competence Book - ERP 121
  • 121.
    Korb, Ralf RalfKorb@web.de Unternehmer, Analyst und freier Journalist BARC GmbH Ralf Korb kann seit 1986 auf eine über 25jährige Erfahrung in der IT zurückblicken. Er begann seine Karriere Mitte der 80er Jahre im An-schluß an sein BWL Studium in Köln als Systemberater und Vertriebsre-präsentant bei der Bull AG, arbeitete als Produktmanager für die Esselte Meto GmbH, und war bei Systems Union und Update Marketing als Marketingleiter Zentraleuropa tätig. Mit seinem Wechsel zu asfc, einem Messeveranstalter aus Fürth prägte, er das Bild der Messe CRM-expo maßgeblich von 2009 - 2012. Schell, Otto Otto.Schell@gm.com GME SAP Business Process Manager Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) Seit 2008 ist Otto Schell in der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) e.V. ehrenamtlicher Vorstand Branchen/Geschäftsprozesse, Res-sort Branchen. Daneben leitet er u.a. den Arbeitskreis Globalisierung und ist aktiv in diversen DSAG/SAP-Gremien sowie im internationalen Umfeld der SAP-Anwendergruppen. Otto Schell leitet als SAP Business Process Manager das EMEA SAP Business CCoE eines globalen Automobilher-stellers. In dieser Rolle ist er in globalen und regionalen Transformation/ SAP-Initiativen vertreten und mit dem Aufbau der SAP CCoEs vertraut. Naujoks, Frank Frank.Naujoks@microsoft.com Product Marketing Manager Dynamics AX Microsoft Deutschland GmbH Frank Naujoks arbeitet seit April 2013 bei Microsoft und verantwortet als Produktmanager Microsoft Dynamics AX. Der ehemalige Analyst, mit Sta-tionen bei META Group, Hewson Group, IDC und i2s, hat einen Abschluss als Diplom-Kaufmann der Universität zu Köln. Schenk, Michael Michael.Schenk@fir.rwth-aachen.de Senior Projektmanager FIR an der RWTH Aachen Die Suche nach der passenden IT-Lösung stellt Unternehmen immer wie-der vor große Herausforderungen. Seit mehr als 30 Jahren unterstützt das FIR deshalb erfolgreich als neutraler Partner Unternehmen bei der Auswahl und Einführung von IT-Systemen. Herr Schenks Branchenfokus liegt im Bereich des Maschinenbaus und der Metallerzeugung und -be-arbeitung. BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 122 Competence Book - ERP
  • 122.
    Eickhof, Kai leitung.pmm@hamburger-software.de Leitung Produktmanagement & Marketing HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN Kai Eickhof leitet das Produktmanagement und Marketing beim ERP-Hersteller HS - Hamburger Software. Erste berufliche Erfahrungen in der IT-Branche sammelte Eickhof, nach dem Studium der Betriebs-wirtschaftslehre in Hamburg, als Produktmanager bei BenQ Deutsch-land. Seifert, Christian Produktmanager HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG Christian Seifert verantwortet als Produktmanager die personalwirt-schaftlichen Lösungen des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software. Seinen beruflichen Werdegang startete Seifert, nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oldenburg und Växjö, als Personalreferent bei der comdirect bank. Eickhof, Kai leitung.pmm@hamburger-software.de Leitung Produktmanagement & Marketing HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG Kai Eickhof leitet das Produktmanagement und Marketing beim ERP-Hersteller HS - Hamburger Software. Erste berufliche Erfahrungen in der IT-Branche sammelte Eickhof, nach dem Studium der Betriebs-wirtschaftslehre in Hamburg, als Produktmanager bei BenQ Deutsch-land. Seifert, Christian Produktmanager HS - Hamburger Software GmbH & Co. KG Christian Seifert verantwortet als Produktmanager die personalwirt-schaftlichen Lösungen des ERP-Herstellers HS - Hamburger Software. Seinen beruflichen Werdegang startete Seifert, nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Oldenburg und Växjö, als Personalreferent bei der comdirect bank. Korbeck, Volker volker.korbeck@fauser.ag Leitung Technisches Consulting FAUSER AG Volker Korbeck ist bereits seit 2000 bei der FAUSER AG. Bevor er in den beratenden Bereich wechselte, war er 10 Jahre Leiter der Kunden-betreuung und weiß dadurch was ERP-Anwender wirklich benötigen. Schubert, Marc-Antonio marc-schubert@fauser.ag Geschäftsstellenleiter Nord FAUSER AG Bereits seit 1992 ist Herr Schubert im ERP-Vertrieb tätig. Seit 2001 betreut er die Lösungen der FAUSER AG, darunter JOBDISPO ERP. Er gilt als Experte im Bereich Auftragsabwicklung und Organisation. Competence Book - ERP 123
  • 123.
    Behrens, Peter pbehrens@mesonic.com Leitung Vertrieb & Partnerbetreuung Deutschland mesonic software gmbh Peter Behrens ist Diplomkaufmann, seit 16 Jahren in der ERP-Branche tätig und verantwortet den Vertrieb der ERP-Lösung WinLine in Deutsch-land. Als Spezialist für den indirekten Vertrieb baut er kontinuierlich den Vertriebskanal des Unternehmens aus und schöpft seine Erfahrungen aus einer Vielzahl an ERP-Einführungen. Harth, Claudia charth@mesonic.com Leitung Marketing & PR Deutschland mesonic software gmbh Diplomökonomin Claudia Harth zeichnet sich seit 15 Jahren beim ERP-/CRM-Softwarehersteller mesonic für die Bereiche Marketing & PR verantwortlich. In dieser Zeit haben viele Themen & Trends die ERP-Branche bestimmt. Das mobile Business ist davon sicher eines der spannendsten. Als PR-Expertin blickt Claudia Harth auf zahlreiche Veröffentlichungen in Fachzeitschriften zurück. Siegmund, Patrick psiegmund@mesonic.com Geschäftsführer Deutschland mesonic software gmbh Bereits seit Kindertagen lebt der studierte Volljurist Patrick Siegmund familiär mit der mesonic software gmbh. Bevor der 41-jährige 2011 ebenso beruflich zu mesonic stieß, war er u.a. für Unternehmen im Be-reich ePayment, Content Providing sowie Rechtehandel tätig. Als Geschäftsführer der mesonic software gmbh in Deutschland steht Patrick Siegmund für die konsequente und zukunftsorientierte Weiter-führung der mittlerweile 30-jährigen mesonic-Tradition. Kühl, Godelef godelef.kuehl@godesys.de Vorstand godesys AG Godelef Kühl, Jahrgang 1967, ist als Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär für die Geschäfte der godesys AG mit Sitz in Mainz ver-antwortlich. Gegründet hat Kühl godesys 1992 als GmbH; die Umwand-lung in eine AG erfolgte Anfang 2004. Godelef Kühl, Jahrgang 1967, ist als Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär für die Geschäfte der godesys AG mit Sitz in Mainz ver-antwortlich. Gegründet hat Kühl godesys 1992 als GmbH; die Umwand-lung in eine AG erfolgte Anfang 2004. BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN 124 Competence Book - ERP
  • 124.
    Deues, Manfred M.Deues@ams-erp.com Mitglied des Vorstands Vertrieb | Marketing | Verwaltung ams.Solution AG BRANCHENÜBERSICHT - EXPERTEN Manfred Deues ist seit mehr als 30 Jahren in der IT-Branche tätig. 1997 ist der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirt (EDV/Orga-nisation) als geschäftsführender Gesellschafter in die hinrichts+müller GmbH eingetreten. In dieser Funktion war er verantwortlich für die Berei-che Vertrieb, Marketing und Verwaltung. 2010 erfolgte die Umfirmierung der hinrichts+müller GmbH in die ams.Solution AG, dessen Vorstand er seit Gründung angehört. Im gleichen Jahr ernannte ihn der Europäische Wirtschaftssenat zum Wirtschaftssenator. In diesen Zeitraum fällt auch die Einrichtung des Instituts für Einzelfertiger (ife), dessen Initiator und Mitbegründer Manfred Deues ist. Competence Book - ERP 125
  • 125.
    Glossar zum ThemaERP A Absatzplan Der Absatzplan stellt das Absatzpotential dar, d.h. er drückt aus, wie viel von dem jeweiligen Erzeugnis bzw. der jeweiligen Produktgruppe verkauft werden kann. Der Absatzplan ist Ausgangspunkt für die Pro-duktionsplanung. Add-on Nach dem Client/Server-Prinzip an ein vorhandenes PPS-System angebundenes Programm, das zur Optimierung schwacher bzw. fehlender PPS-Funktionen eingesetzt wird. API Application Programming Interface: Schnitt-stelle, über die Software des Anwenders und von Drittanbietern an kommerziellen Pro-gramme angekoppelt werden kann. Back-Office Das Back-Office dient der unternehmen-sinternen Verarbeitung aller Prozesse, wie z.B. die Weiterbearbeitung von Bestellungen oder Reklamationen. Das Back Office dient als Schnittstelle zu Front-Office-Systemen. Computer Aided Design (CAD) Computer Aided Design: Computergestützte Konstruktionslösungen, eine Software, die von Ingenieuren, Konstrukteuren, Techni-schen Zeichnern oder Architekten eingesetzt wird, um technische Zeichnungen und Kon-struktionen zu erzeugen. Mit 3D-CAD-Pro-grammen lassen sich Modelle erzeugen, die einen räumlichen, dreidimensionalen Eindruck des Objektes vermitteln. Hier un-terscheidet man zwischen Drahtmodell-Sys-temen, flächenorientierten und volumenori-entierten Systemen. Arbeitsplan Informationsträger der Arbeitsplanung. Mit dieser Hilfe schreibt der Arbeitsplaner dem Betrieb vor, wie im Einzelnen die Fertigung der Erzeugnisse, Teilerzeugnisse und Einzel-teile vorzunehmen ist. Beschreibung der Ab-laufabschnittsfolge und der Arbeitssysteme, die für eine schrittweise Aufgabendurchfüh-rung erforderlich sind. B BDE Betriebsdatenerfassung: System, das Perso-nal-, Zeiterfassungs- und Maschinendaten registriert und verwaltet. Bruttobedarfsrechner Die Bruttobedarfsrechnung ist die Umset-zung des Fertigungsprogramms in Bestell-und Fertigungsaufträgen für Rohmaterial, Teile und Baugruppen ohne Berücksichti-gung der Bestände. C C++ Objektorientierte Weiterentwicklung der Pro-grammiersprache C Client Ein Computer (Arbeitsplatz), der auf Netz-werk- Ressourcen, die auf einem Server gespeichert sind, zurückgreift. Client-Server-Modell Die Grundidee des Client-Server-Ansatzes, der Mitte der 70er Jahre im PARC-Labor von Xerox entwickelt wurde, besteht darin, Computerleistungen unter verschiedenen Benutzern aufzuteilen, wobei man einen Schritt weiter als beim Time-Sharing geht. Ausgehend von einem Arbeitsplatzrechner kann der Benutzer auf spezialisierte, über ein Netzwerk verteilte Dienste zugreifen. Hierbei ermittelt der Client Anforderungen an den Server. Computer numerical control (CNC) CNC (computerized numerical control): Nu-merische Maschinensteuerung auf Basis eines Computers, (früher) im Gegensatz zu NCMaschinen, die auf Basis von Lochstrei-fen arbeiteten. BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR 126 Competence Book - ERP
  • 126.
    CPS-Plattform Plattformkonstrukt, dasHardware-, Soft-ware und Kommunikationssysteme mit grundlegenden standardisierten CPS-Ver-mittlungs-, Interoperabilitäts- und Quali-ty- of- Service-Diensten (QoS-Diensten) für Implementierung und Management von Cyber-Physical Systems und ihren Anwen-dungen sowie deren Einbindung in Wert-schöpfungsnetzwerke umfasst. CPS-Platt-formdienste mit ihrer Grundfunktionalität für Realisierung, verlässlichen Betrieb und Evolution von Cyber-Physical Systems sind integraler Bestandteil domänenspezifischer CPS-Anwendungsplattformen. Sie sichern die domänen- und unternehmensübergrei-fende Gesamtfunktionalität und -qualität auf technischer Systemebene, beispielsweise durch QoS-fähige Kommunikation, Dienste für IT-Sicherheit oder für Selbstdiagnose, Selbstheilung und Rekonfiguration. Customizing Anpassung einer Standard-ERP-Lösung an die Bedürfnisse des Kunden. D Durchlaufzeit Durchlauf von Arbeitsgegenständen durch die einzelnen Arbeitsplätze. Die Durchlaufzeit ergibt sich aus der Differenz von Fertigungs-termin und Anlieferungstermin. Zeitspanne, die ein bestimmtes Arbeitsob-jekt, beginnend mit dem Zeitpunkt der Be-reitstellung für den ersten Arbeitsgang und endend mit dem Zeitpunkt des Vollzuges des letzten Arbeitsganges, benötigt, um den vorgeschriebenen Weg über die einzelnen Bearbeitungsstellen zurückzulegen. Datenschutz Der Schutz des Einzelnen vor Beeinträchti-gung seines Persönlichkeitsrechts in Bezug auf Personenbezogene Daten. Datenbankserver Computersystem, das in einem nach dem Client-Server-Modell organisierten Netzwerk die Rolle des Servers übernimmt. Da die Verknüpfung von Computern und lokalen Netzwerken zu größeren Verbänden immer mehr an Bedeutung gewinnt, arbeitet jede neuzeitliche Multiuser-Datenbank mit einem Datenbankserver. Eines der wichtigsten Pro-bleme besteht in diesem Zusammenhang darin, mehrere Datenbank-Server im Netz agieren zu lassen, ohne dass sich diese in die Quere kommen. Digitales Vertragsmanagement Digitales Vertragsmanagement umfasst das Management von Verrägen aller Art: Ver-tragserstellung/ Genehmigung, Vertragsver-waltung, Fristenkontrolle sowie Liquiditäts-planung. Capable-to-Promise (CTP) Capable-to-Promise: Lieferterminermittlung E Disposition Disposition ist eine Tätigkeit um Art, Menge und Zeitpunkt eines bestimmten Bedarfs festzustellen und in Bestell- beziehungswei-se Liefermengen in Bestell- oder Lieferter-mine umzuplanen. DMS Dokumenten-Management-Systeme dienen der datenbankgestützten Verwaltung elekt-ronischer Dokumente. EAI Enterprise Application Integration: Middlewa-re- Lösung, die die Integration von Anwen-dungen vereinfacht. ECM Enterprise-Content-Management-Systeme umfassen die Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Content und Dokumenten zur Unterstützung organisatorischer Prozes-se im Unternehmen. EDI Electronic Data Interchange: Automatisier-ter Austausch genormter Daten zwischen Geschäftspartnern; Bestandteil des E-Com-merce. Edifact Electronic Data Interchange For Administ-ration Commerce and Transport: Weltweit gültiger EDI-Standard (ISO 9735) mit Nach-richtentypen für ein branchenübergreifendes Spektrum von Geschäftsvorfällen, etwa zum Austausch von Bestellungen. Nachteil von Edifact: Edifact-Lösungen sind relativ teu-er und komplex. Edifact erhält zunehmend Wettbewerb durch XML-basierende Lösun-gen zum Datenaustausch. EDM Engineering Data Management: EDM-Sys-teme unterstützen die Datenintegration von vorhandenen Bereichslösungen wie CAD, CAM oder PPS im Unternehmen. BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Competence Book - ERP 127
  • 127.
    Elektronische Archivierung ElektronischeArchivierung steht für die un-veränderbare, langzeitige Aufbewahrung elektronischer Information. Enterprise Resource Planning (ERP) Enterprise Resource Planning: Hier werden unternehmensübergreifende Software-Lö-sungen zusammengefasst, die zum Opti-mieren von Geschäftsprozessen eingesetzt werden. Darunter versteht man eine voll-ständig integrierte Software-Lösung für Fer-tigung, Finanzen, Logistik, Personal, Vertrieb u.a. Feinplanung Prozess zur detaillierten Planung aller Ar-beitsschritte für die Auftragsabwicklung in der Fertigung. F Fifo First In, First Out: Einlagerungsstrategie, bei der die zuerst eingelagerten Produkte das Lager auch zuerst wieder verlassen. Fortschrittszahlen-Konzept Dabei werden Bedarf und Verbrauch als Summenkurve über dem Planungshorizont dargestellt. Diese Darstellung ist für Soll- und Ist-Werte geeignet, so dass Rückstand, Vor-lauf und die Ein-/Auslaufproblematik einfach und ohne zusätzliche Verfahrensschritte ab-gewickelt werden können. Das Fortschritts-zahlen- Konzept wird meist im JIT-Umfeld genutzt, wenn Zulieferer und Hersteller im ständigen Dialog Soll und Ist der bestellten Produkte vergleichen. G Gantt-Diagramm Graphische Darstellungen, die durch den Vergleich von Ist und Soll den Arbeitsfort-schritt feststellen sollen. Sie werden insbe-sondere in der Ablaufplanung als Ablaufdia-gramme verwendet. Geschäftsprozess-Optimierung Aktivitäten zur Verbesserung der Wertschöp-fung eines Geschäfts-Prozesses, auch als Business Reengineering bezeichnet. I iCenter Komplexe, automatisierte Eingangsrech-nungsverarbeitung mit Scannen der Be-lege, Extrahieren des Inhalts, Validieren mit Bestell-/Wareneingangsdaten, Übergabe in den Freigabe-Workflow sowie Buchung und anschließender revisionssicherer Archivie-rung. Implementierung Die Umsetzung einer Planung in die Wirk-lichkeit (englisch implementation: Ausfüh-rung, Durchführung, Erfüllung); in der Regel die Übernahme eines Programms in ein Computersystem. Zur Implementierung ge-hören Testläufe, Anfangsüberwachung und Benutzerschulung. Die Implementierung ist Bestandteil des gesamten Softwareentwick-lungsprozesses. BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Integration Herstellung eines Ganzen, einer Einheit aus Differenziertem. Von Integration spricht man in Hinblick auf Computersysteme z.B. dann, wenn es möglich ist über alle eingesetzten Anwendungsprogramme auf dieselben Da-ten (Datenbank) zuzugreifen. Interface Schnittstelle: physische Eigenschaften der Verbindungsleitungen zwischen zwei Einrich-tungen oder zwei Systemen. MMI bezeich-net mit Mensch-Maschine-Interface z.B. die Bedienoberfläche als Schnittstelle zwischen Computer und Mensch. Internet Das Internet ist das weltweit größte Com-puternetzwerk, das aus vielen miteinander verbundenen Netzwerken und einzelnen Ressourcen besteht. Zu den wichtigsten Diensten des Internets gehören die elektro-nische Post (E-Mail), Informationen (WWW), Dateitransfer (FTP) und Diskussionsforen (Usenet/Newsgroups). Intranet Netzwerk für die Informationsverarbeitung innerhalb eines Unternehmens oder einer Organisation. 128 Competence Book - ERP
  • 128.
    J Java Javaist eine von Sun entwickelte objekto-rientierte und damit plattformunabhängige Programmiersprache, da Java-Programme nicht auf Maschinencode, sondern auf ei-nem speziellen Bytecode basieren. Aus den Quelltexten wird durch einen Compiler ein Zwischencode übersetzt, der von einem ge-eigneten Interpreter auf beliebigen Rechnern abgearbeitet werden kann, dadurch können Java-Programme auf allen Rechnerplattfor-men laufen, für die ein passendes Interpre-terprogramm existiert. K Konfigurationssystem Expertensystem, welches das Wissen der Konstrukteure enthält. Der Verkäufer kann damit im Verkaufsgespräch eine passende Produktkonfiguration für den Kunden aus-wählen und sofort ein Angebot abgeben. M MES Manufacturing Execution System: Ferti-gungs- und Prozessleitsystem, Bindeglied zwischen SPS oder IPC auf der Fertigungs-und Prozess-Seite sowie ERP-Systemen in der Administration. MES-Lösungen decken die leittechnischen Anforderungen von der Steuerungsebene bis hin zur Produktions-leitebene ab. MES-Lösungen umfassen u.a. Scada-Funktionalitäten sowie MDE- und BDE-Funktionalitäten, um Prozess-, Maschi-nen- und Betriebsdaten sowohl online als auch offline erfassen, archivieren und aus-werten zu können. N NC/CNC Numerical Control/Computerized Numerical Control: Werkzeugmaschinensteuerung, im Unterschied zur SPS für zeitkritische Abläufe geeignet. O Open Database Connectivity (ODBC) Open Database Connectivity. Von Microsoft entwickelte Schnittstelle, mit der Programme und andere Datenbanken auf SQL-Daten-banken zugreifen können. Odette Organisation for Data Exchange by Tele-transmission in Europe - Protokoll zur Da-tenübertragung im EDI-Bereich, das vor al-lem in der Automobil- und –Zulieferindustrie eingesetzt wird. P Product Data Management (PDM) Product Data Management: System zur Produktdatenverwaltung. Durch den Einsatz der PDM-Technologie soll erreicht werden, dass alle Beteiligten (etwa Zulieferer und Hersteller) eines kompletten Systems mit den jeweils aktuellen Versionen und Varian-ten arbeitet. Produktkonfigurator Produktkonfiguratoren unterstützen das Va-riantenmanagement, in dem sie die Gestal-tung kundenindividueller Produktvarianten unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten erlauben. PPS Produktionsplanung und –Steuerung: Orga-nisatorischer Teil von ERP, steht heute auch allgemein für betriebswirtschaftliche Stan-dardsoftware. S Scada Supervisory Control and Data Acquisition: Systeme, die in der Industrie eingesetzt werden, um den Fertigungsablauf zu über-wachen. Sie sind in hohem Maße konfigu-rierbar und normalerweise per SPS mit der Fertigung verknüpft. Schnittstelle Unter dem Begriff Schnittstelle, auch Inter-face genannt, werden alle Verbindungen (Übergangsstellen) zusammengefasst, über die eine DVKomponente mit einer anderen in Kontakt treten kann. Zu diesen Kompo-nenten zählen Hardware und Software und auch der Mensch, der in das Datenver-arbeitungsgeschehen einbezogen ist. Je nach der Art, wie die Informationen an der Schnittstelle übergeben werden, spricht man von seriellen und parallelen Schnittstellen. BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR Competence Book - ERP 129
  • 129.
    Supply-Chain-Management (SCM) Supply-Chain-Management:Abstimmung aller logischen Vorgänge und Funktionen innerhalb der Versorgungskette vom Lie-feranten bis zum Verbraucher mit der Ziel-setzung, den Kundenservice zu optimieren und gleichzeitig die Kosten zu minimieren. SCM-Systeme verzahnen die gesamte unternehmensinterne und -externe Wert-schöpfungskette vom Rohmateriallieferanten bis hin zum Endkunden, indem alle relevan-ten Daten zwischen den Gliedern der Kette ausgetauscht werden. Stammdaten Datenbestand, auf dem Geschäftsprozesse aufbauen und der über einen längeren Zeit-raum gültig ist, z.B. Stücklisten. Stückliste Die Stückliste enthält die Mengen aller Gruppen, Teile und Rohstoffe, die für die Fertigung einer Einheit des Erzeugnisses oder einer Gruppe erforderlich sind. Außer-dem kann sie weitere Stammdaten sowie Strukturdaten der Erzeugnisse, Gruppen und Teile enthalten. Sie dient in erster Linie als Grundlage für die Arbeitsplanerstellung und die Teile- und Rohstoffermittlung. T Time to Market Der Begriff bezeichnet den Zeitraum von der Entwicklung eines Produktes bis hin zu sei-ner Marktreife. Die Dauer dieses Zeitraumes wird bei immer kürzer werdenden Markt-, Produkt-, und Technologiezyklen für den Erfolg des Unternehmens immer entschei-dender. V Virtual Private Network Virtual Private Network: Internet-basierende Plattform für eine geschlossene Benutzer-gruppe. W Workflow Computergestützte Automatisierung von Geschäftsprozessen, Vorgängen oder Wei-terleitung von elektronischen Dokumenten (daher auch oft als Vorgangsbearbeitung bezeichnet), BRANCHENÜBERSICHT - GLOSSAR x XML Extensible Markup Language: Eine sehr einfach aufgebaute Sprache für das WWW, abgeleitet von der SGML-Sprache. XML soll künftig den schnellen und sicheren Aus-tausch von Informationen mit sehr komple-xen Strukturen zwischen völlig unterschiedli-chen Systemen, wie etwa ERPApplikationen, im E-Business-Bereich ermöglichen. , Z Zulieferkette Abfolge von Lieferungen externer Ge-schäftspartner über den gesamten Prozess bis zur Auslieferung eines Produktes an den Endverbraucher. Mit freundlicher Unterstützung der PSIPENTA Software Systems GmbH 130 Competence Book - ERP
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