Auktion: 29. September 2021
BÜCHER, BUCHMALEREI & AUTOGRAPHEN
Lot 109
Lot 235
AUKTION IBID 122
Bieten ab 21.09 bis 5./6.10.2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Gemälde,ZeichnungenGrafikAlterMeisterdes19.Jhs.
BücherAutographen,Schmuck,Möbel,Uhren,Varia,Porzellan
IBID ALTEGRAFIKZEICHNUNGEN
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
IBID BÜCHER  AUTOGRAPHEN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBIDMÖBELUHREN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBIDVARIASKULPTUREN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBID PORZELLAN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBID SCHMUCK
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER  DES 19. JHS.
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
AUKTIONSPROGRAMM
AUKTIONEN SEPTEMBER 2021 (A198  IBID 122)
TEPPICHE
Donnerstag,30.September2021,9.30 Uhr
Lot 1501 – 1583
SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN
Donnerstag,30.September2021,11.00 Uhr
Lot 1301 – 1368
MÖBEL, PENDULEN,
SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN
Donnerstag,30.September2021,13.00 Uhr
Lot 1001 – 1248
ANTIKE WAFFEN
Donnerstag,30.September2021,17.00 Uhr
Lot 1401 – 1498
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
Auktion: 30. September 2021
DECORATIVE ARTS
MÖBEL, UHREN, SILBER, PORZELLAN, TEPPICHE
ANTIKE WAFFEN, SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN
DECORATIVE
ARTS
A198
SEPTEMBER
2021
BÜCHER  AUTOGRAPHEN
Mittwoch, 29. September 2021, 14.00 Uhr
Lot 101 – 363  501 – 527
SEPTEMBER
2021
Auktion: 29. September 2021
BÜCHER, BUCHMALEREI  AUTOGRAPHEN
BÜCHER,
BUCHMALEREI

AUTOGRAPHEN
A198
ALTE GRAFIK
Freitag, 1. Oktober 2021, 10.30 Uhr
Lot 3601 – 3636
ZEICHNUNGEN
Freitag, 1. Oktober 2021, 11.00 Uhr
Lot 3401 – 3488
GEMÄLDE ALTER MEISTER
Freitag, 1. Oktober 2021, 14.00 Uhr
Lot 3001 – 3072
GEMÄLDE DES 19. JH.
Freitag, 1. Oktober 2021, 16.00 Uhr
Lot 3201 – 3253
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
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A198
OKTOBER
2021
GEMÄLDE
ALTER
MEISTER
UND
DES
19.
JH.,
ZEICHNUNGEN
UND
ALTE
GRAFIK
Auktion: 1. Oktober 2021
GEMÄLDE ALTER MEISTER  DES 19. JH.
ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK
Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Koller Auktionen ist Partner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und
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EURO-Schätzungen
Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.08 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung.
Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken.
Bücher		  S. 1
Buchmalerei, Autographen  Manuskripte		  S. 101
Abkürzungen 		  S. 129
Register		  S. 130
Adressen 		  S. 132
Auktionsbedingungen 		  S. 134
Auktions-Auftrag		  S. 136
AUKTIONEN
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
Helvetica 101 – 117
Geschichte  Kulturgeschichte 118 – 132
Literatur des 17. – 19. Jahrhunderts 133 – 154
Moderne Literatur 155 – 197
Varia 198 – 209
Kunst  Kunstgewerbe 210 – 216
Topographie  Reisen 217 – 236
Technik  Naturwissenschaften 237 – 284
Alte Drucke  Bibeln 285 – 337
Bücher
AUKTION
Mittwoch, 29. September 2021, 14 Uhr
VORBESICHTIGUNG
Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr
English descriptions upon request.
Zusätzliche Abbildungen:
www.kollerauktionen.ch
Dr. Andreas Terwey
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 44
terwey@kollerauktionen.ch
Gabriel Müller, M.A.
Tel. +41 44 445 63 40
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| 2
Helvetica
Bücher | Helvetica
101
ALPEN UND ALPINISMUS - Saussure, Hora-
ce-Benedict de. Reisen durch die Alpen, nebst
einem Versuche über die Naturgeschichte der
Gegenden von Genf. Aus dem Französischen
übers. und mit Anmerkungen bereichert [von J.
S. Wyttenbach]. 4 Bände. Mit gest. Titelvignette,
2 gefalt. Kupferstichkarten und 14 (13 gefalt.)
Kupfertafeln. Leipzig, Junius, 1781-1788. 8°.
Ganzleder der Zeit mit 2 Rückenschildern und
Rückenvergoldung (Rücken etwas aufgehellt,
Ecken leicht berieben und bestossen).
PMM 247 c - Poggendorff II, 755 - Wäber I, 39
- Zittel 82 - Beringer 44 - Lehner 296 - Fromm
23656 - Lonchamp 2615 - DSB XII, 121. - Erste
deutsche Ausgabe. - Enthält grösstenteils geo-
logische Beobachtungen zur Gletscherbildung,
Untersuchungen zum Wasser des Genfer Sees
und von Gesteinsbildungen. - Horace Benedict
de Saussure (1740-1799) gilt als einer der Be-
gründer des Fachgebietes der Geologie und Mi-
neralogie der Gebirge. Er bestieg als zweiter den
Montblanc, stellte dessen Höhe fest und leitete
damit die alpine Touristik ein. Seine Bedeutung
für die Geologie liegt in der geologisch-physi-
kalischen Betrachtungsweise und im Einsatz
der von ihm entwickelten Messinstrumente (z.
B. Haarhygrometer zur Feuchtigkeitsbestim-
mung). Die von ihm durchgeführten Experi-
mente machen ihn zum ersten experimentellen
Forscher auf dem Gebiet der Petrologie. Das
Hauptfeld seiner wissenschaftlichen Tätigkeit
liegt in der Umgebung des Montblanc und in den
Walliser Alpen. - Er hat aber auch „die Schönhei-
ten der Hochalpen voll erfasst und aufgezeigt,
und so ist denn der landschaftlich beschrei-
bende Teil seines Werkes im alpinen Schrifttum
einzig auf lange Zeit hinaus“ (Lehner). - Schwach
gebräunt, Vorsätze etwas leimschattig. - Auf
fliegendem Vorsatz alte handschriftliche Besitz-
vermerke (unleserlich).
CHF 1 800 / 2 500
(€ 1 670 / 2 310)
102
Andreae, J. G. R. Briefe aus der Schweiz.
Mit gest. Titelvignette (Schweizer Karte), 10
Textvignetten und 18 teils mehrfach gefalt. Kup-
fertafeln von Schellenberg, Holzhalb und Pfen-
ninger. Zweiter Abdruck. Zürich und Winterthur,
J. C. Füessli Sohn, 1776. 4°. XXII, 245 (recte 345)
S., [1] Bl. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rücken-
schild und floraler Rückenvergoldung (VGelenk
mit stärkerem Einriss am oberen Kapital, Kanten
etwas bestossen, Deckel fleckig).
Barth 17539 - Lonchamp 118 - Thanner 609f.
- Holzmann/B. 7570. - Zweiter Druck, der erste
mit den Anmerkungen Wyttenbachs und den
Illustrationen von Schellenberg. Der Hanno-
veraner Apotheker Johann Gerhard Reinhard
Andreä besuchte auf einer Schweizer Reise
den Naturforscher Johannes Gessner, einen
Nachkommen des berühmten Conrad Gessner.
Der Stich von Holzhalb nach J.C. Vogler zeigt die
Rheinbrücke bei Schaffhausen. - Auf schönem
Velin, eine Lage etwas gebräunt. - Feuchtfleck in
der oberen Ecke, bei wenigen Tafeln bis knapp in
die Darstellung reichend; anfangs leicht stock-
bzw. fingerfleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
103
BASEL - Bruckner, Daniel. Versuch einer Be-
schreibung historischer und natürlicher Merk-
würdigkeiten der Landschaft Basel. 23 Stücke
in 7 Bänden. Mit 6 grenz- oder teilkolor. gefalt.
Kupferkarten, 53 (statt 54, davon 47 gefalt.)
gest. Ansichten, 50 (statt 52, davon 49 gefalt.
und 1 kolor.) Kupfertafeln sowie zahlr. Titel- und
Textholzschnitten (teils in Wiederholung) von
J.-A. Chovin, J. R. Holzhalb, I. R. Metzger, nach
E. Buchel u.a. Basel, E. Thurneysen, 1749-1770.
8°. Spätere Halblederbände mit je 2 Rücken-
schildern und unter Verwendung alter Decken
mit goldgepr. Wappensupralibros und Motto des
Hosenbandordens.
Barth 19683 - Lonchamp 465 - Haller I, 841
- Feller/Bonjour 481f. - Wäber 112 - Studer,
Geschichte der physischen Geographie der
Schweiz, 1863, S. 343: „Die wichtigste Arbeit
über specielle Topographie aus dieser Zeit“. -
Die beiden ersten Stücke in zweiter (1764 bzw.
1770), die übrigen in erster Ausgabe. - Kom-
plette Folge dieser bedeutendsten Regio-
nalgeschichte der Schweiz mit ausführlicher
Beschreibung von Topographie, Ortsgeschich-
te, Genealogie, Archäologie, Botanik, Zoologie
u. Mineralogie der Basler Region. Dank des
Basler Juristen Daniel Bruckner, einem Kenner
der einheimischen Quellenbestände, entstand
„das Muster einer Heimatkunde auf wissen-
schaftlicher Grundlage“ (F./B.). Ergänzung fand
seine Arbeit in den Beiträgen des Ratsmitglieds
Friedrich Zwinger u. des Kaufmanns Johann
Jakob Bavier, welche die Beschreibung der Bota-
nik, Zoologie bzw. der Petrefakten übernahmen.
- Die Veduten aus der Region Basel, die gest.
Tafeln mit Darstellungen von Petrefakten, Fos-
silien, Burgen und archäolgischen Fundstücken.
- Sehr gutes und sauberes Exemplar.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
102
101
| 3
104
BASEL - Kirchenordnung - Ordnung so ain
Ersame Statt Basel den ersten tag Apprilis in irer
Statt und Landtschafft fürohin zehalten erkannt.
Mit gr. Wappenholzschnitt auf Titel. [Augsburg,
Philipp Ulhart d.Ä.], 1529. Kl.-4°. [20] Bll. (d.l.w.)
Moderner Halbpergamentband unter Verwen-
dung eines alten Druckes in Rot und Schwarz für
die Deckelbezüge.
VD16 B 632 - Kuczynski 2081 - Schottenloher,
Ulhart, 188 - vgl. Hieronymus, Oberrheinische
Buchillustration 2, 444. - Am 1. April 1529
verkündete der Rat der Stadt Basel durch seinen
Bürgermeister Adelberg Meyer zum Pfeil diese
reformierte Kirchenordnung, die aber auch
öffentlich rechtliche Vorgänge regelte. Sie war
in Kooperation mit Johann Oecolampad, dem
Haupt der Basler Kirche entstanden und mar-
kiert die endgültige Einführung der Reformation
in dieser Stadt. - Titel im Bug sauber restauriert,
alte Signatur auf Titel, erste Blatt etwas fleckig in
den Rändern.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
105
Füssli, Johann Caspar. Geschichte und Ab-
bildung der besten Mahler in der Schweitz. 2
Bände. Mit 2 gest. Frontisp., 37 gest. Portraits,
10 (3 gefalt.) Tafeln und 55 Vignetten von
Johann Rudolf Füssli. Zürich, David Gessner,
1755-1757. 8°. [13] Bll., 160; 250 (recte: 246) S.
Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückenschil-
dern und linearer Rückenvergoldung.
Barth 26574 - Lonchamp 1128 (nennt fälschli-
cherweise 47 Portraits). - Erste Ausgabe. - Pag.
springt in Bd. 2 von S. 64 auf 69. Ohne Taf. 7. Es
fehlen wohl 7 Bl. (Vorrede zu Tl 2). - Im zweiten
Band bringt das Werk eine ausführliche Be-
schreibung des vom Zürcher Johann Balthasar
Keller (1638-1702) geleiteten Gusses der Reit-
erstatue Louis XIV., der seinerzeit als technische
Meisterleistung galt, in französischer Sprache
und durch 10 Kupfer illustriert.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
106
GOLDENER BUND - Der Alten, Löblichen,
Mannlichen Eydgenossen oder Helvetier, bes-
tendige Vereinigung, und Pündnussen, welche
sich mit leib, guet und bluet, zusammen ver-
schrieben, unnd verbunden, mit und bey einan-
der im alten Catholischen Römischen Glauben,
zu leben und sterben, geschehen zu Lucern den
4. Octob. 1586. Mit gr. Titelholzschnitt von Al-
exander Mair (im Text wiederholt) . München, A.
Berg, 1588. Kl.-4°. [36] Bll. Moderner Pappband.
VD16 S 4803 - Barth 1783a - Haller V, 596. -
Eine von vier Ausgaben im gleichen Jahr. - Der
1586 begründete und bis 1798 bestehende
Goldene Bund war der separate Zusammen-
schluss der katholischen Orte der Eidgenos-
senschaft (Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug,
Luzern sowie Freiburg und Solothurn) unter den
Bedingungen des konfessionellen Dauerkon-
flikts innerhalb der Schweiz der Frühen Neuzeit.
- Titelei im Bug verstärkt. Durchgehende,
anfangs stärkere Feuchtflecke, ansonsten nur
gering gebräunt.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
103 104
| 4
Bücher | Helvetica
107*
GRAUBÜNDEN - Guler von Weineck, Johann.
Raetia: Das ist, Aussführliche und wahrhaffte
Beschreibung Der dreyen Loblichen Grawen
Bündten un[d] anderer Retischen völcker. Mit
breiter figürlicher Titelbordüre, 5 (1 mehrfach
gefalt.) doppelblattgr. Kupferstichkarten, 5
doppelblattgr. Stammtafeln und zahlr. Text-
holzschnitten sowie Druckermarke am Schluss.
[Zürich, Johann Rudolf Wolff, 1616]. Folio. [4] (st.
7), 225 Bll., [1] w., [7] (st. 14) Bll. Pergament im
Stil der Zeit mit hs. Rückentitel (VDeckel etwas
verzogen, leicht fleckig, Rücken etwas gebräunt,
schwach bestossen).
VD17 3:004397C - Barth 20316 - Lonchamp
1353 - Wäber 327 - Haller IV, 814 - Feller/
Bonjour 387. - Erste Ausgabe. - Es fehlt die
Dedicatio, das gest. Portrait Gulers, die Ge-
samtkarte der Schweiz, der Wappenkupfer und
7 Blatt Register. - Die erste deutschsprachige
Chronik Graubündens. Der Autor Johann Guler
von Weineck (1562-1637) entstammte einem
vornehmen Davoser Geschlecht, studierte in
Chur, Zürich und Basel und wurde mit kaum 20
Jahren Landschreiber des Zehngerichtenbun-
des. Seine Weltläufigkeit äusserte sich in seinem
aussenpolitischen Interesse für Venezianer und
Franzosen, was auch in der Widmung seiner
„Rätia“ an Ludwig XIII. zum Ausdruck kommt.
Die historisch-topographische Schilderung
Graubündens stellt zugleich das bedeutendste
Druckwerk der Offizin Wolf, der Nachfolgerin
Froschauers, dar. Besonders eindrucksvoll auch
die doppelblattgrossen Karten des Zolliker
Pfarrers und Mathematikers M. Hirzgartner (vgl.
Blumer 85). - Die schöne Titelbordüre oben und
unten mit 2 kleinen Ansichten von Augsburg und
Chur. - Etwas gebräunt und stockfleckig, leicht
feuchtrandig, stellenweise tintenfleckig, letzte
Blatt mit Fehlstellen und Ausrissen (Textverlust),
letztes Blatt auf Japan aufgezogen. - Prove-
nienz: hs. Besitzvermerk auf gest. Titel von
Hieronymus Dietegen v. Salis-Seewis (1632-
1705), Exlibris des Schweizer Architekten Fritz
Stehlin (1861–1923), einige hs. Besitzvermerke
von alter Hand auf Vorsatz und gest. Titel.
CHF 400 / 700
(€ 370 / 650)
108*
- Huber, C[aspar]. Album von St. Moritz in Ober-
engadin Ct. Graubünden. Mit gest. kolor. Titel u.
kolor. Vignette, 12 kolorierten und montierten
Aquatinta-Tafeln und 4 kolor. Vignetten (davon
3 auf 1 Tafel) sowie 1 lithogr. Übersichts-Karte.
Zürich, H. Füessli  Comp., um 1860. Quer-Folio.
16 S. Roter Original-Leinenband mit goldgepr.
Deckeltitel und Bordüren (sauber restauriert,
Deckel leicht fleckig).
Barth 20542 - Weber, 207, 204. - Mit den sehr
schön kolorierten Ansichten von St. Moritz (3),
Morteratsch-Gletscher, Pontresina, Samaden
(2), Sils, Bernina-Pass etc. - Der Textteil mit
separatem Titelblatt und Druckvermerk David
Bürkli, Zürich. - Vorsätze erneuert, 1 Träger-
karton etwas fleckig, ebenso das Blatt mit
den 3 Vignetten. Die Karte mit hinterlegtem
Randeinriss.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
109
Locher, [Johann Emanuel]. Recueil de por-
traits et costumes suisses les plus élégants,
usités dans les 22 cantons accompagné d‘un
supplément. Mit 32 montierten, gouachierten
Trachtenkupfern. Bern u. Basel, J. P. Lamy, [um
1820]. 4°. [2] Bll., Tafeln jeweils mit 1 Bl. Erläute-
rung. Grüner Original-Pappband mit goldgepr.
Deckelschild und Deckelbordüre sowie dreiseit.
Goldschnitt (Ecken und Kapitale bestossen,
Rücken mit Fehlstellen im Bezug, Deckel leicht
aufgebogen).
Vgl. Lipperheide Ga 30 - Colas 872 - Hiler 240
(geben jeweils nur 30 Tafeln an) - Nicht bei
Lonchamp. - Eines der schönsten und gesuch-
testen Trachtenwerke der Schweiz, gemeinhin
(und wohl fälschlich) Gottfried Locher zuge-
schrieben. - Die Tafeln, jeweils im Format von
ca. 21,5 x 17 cm, auf braunen Trägerkartons mit
schwarzen Umrahmungslinien montiert und mit
Schutzhemdchen versehen. Das Begleitblatt
stellt die jeweilige Tracht sowie ihre Trägerin
namentlich vor - es sind dies 22 Damen für die
Kantone sowie 10 zusätzliche als Supplement.
- Text leicht gebräunt und stellenweise gering
fingerfleckig. Die Tafeln im oberen Bildbereich
teils minim fleckig bzw. gewellt, ansonsten sehr
schönes Exemplar. - Gest. allegorische Verlags-
werbung von J. P. Lamy auf Spiegel montiert.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
108
| 5
109
| 6
Bücher | Helvetica
110
MERIAN - Z[eiller], M[artin]. Topographi-
ae Helvetiae, Rhaetiae, et Valesiae: Das ist,
Beschreibung unnd eygentliche Abbildung der
vornehmsten Stätte und Plätze in der hoch-
löblichen Eydgnossschafft... In dieser andern
Edition mit sondernm Fleiss durchgangen,
und von vorigen Fehlern corrigirt, vermehrt
und gebessert. Mit Kupfertitel, 2 doppelblattgr.
Kupferstichkarten und 77 Ansichten auf 58
(51 doppelblattgr., 1 gefalt.) Tafeln. Frankfurt a.
M., Matthäus Merian, 1642. Folio. 72 S., [3] Bll.
Moderner Halbpergament-Einband.
VD17 23:301700F - Schuchhard 62 A - Wüth-
rich IV, 1. - Erste Ausgabe. - Unserem Exemplar
wurde der Drucktitel von 1654 beigebunden,
ebenso die erst in späterer Auflage vorhande-
ne Vogelschau-Karte von Pfäfers. - Ohne das
Kupferverzeichnis am Schluss. - Die Vogel-
schau-Ansicht von Zürich mit kl. Randausriss
und kl. Bildverlust, die Gesamtansicht von Zürich
in den Seitenrändern beschnitten (Bildverlust),
die zweite Vogelschau-Ansicht von Solothurn
bis knapp in die Darstellung beschnitten.
Gebräunt und durchgehend fingerfleckig im
Unterrand, einige Tafeln mit hinterlegten Rand-
einrissen.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
111
REVOLUTIONSKRIEGE - An die grosse Nazion
mit langen Fingern und derben Pausbacken.
Zürich und Basel, 1799. 16 S. Neue Rücken-Bro-
schur.
Weller I, 181 (ohne Nennung des wirklichen
Druckortes) - nicht bei Holzmann/B. - Kein Ex-
emplar über KVK auffindbar. - Satirische Schrift
auf das Hegemonialstreben des revolutionären
Frankreichs und gleichzeitig Warnung an die
Schweizer vor den angeblichen Segnungen der
Revolution. Frankreich wird unterstellt, den Ex-
port der Revolution von Anfang an als Mittel zur
finanziellen Ausbeutung („lange Finger“) seiner
Nachbarländer zu betreiben, dem Mann mit
den derben Pausbacken (Napoleon Bonaparte)
treibt es wegen der Gier nach dem schnöden
Mammon sogar bis nach Ägypten. So sollen die
wackeren Schweizer sich nicht mit einem fran-
zösischen Bürgerbrief kaufen lassen, der ihnen
die finanzielle und politische Eigenständigkeit
nur rauben würde. - Gebräunt und angestaubt,
erste Blatt etwas eselsohrig. - Titel monogram-
miert „Fr. H.“.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
112
[Ruchat, Abraham]. État et délices de la Suisse.
Ou Description historique et géographique
des treize cantons suisses et de leurs alliés.
Nouvelle édition. 6 Teile in 2 Bänden. Mit 2 gest.
Frontispices und 12 (statt 68) Kupfertafeln.
Neuchâtel, S. Fauche, 1778. 4°. [2] Bll., IV S., 454
S., [1] Bl.; [2] Bll., 391 S. Lederbände d. Z. (etwas
bestossen, Deckelbezüge mit Schabspuren).
Barth 17230 - Lonchamp 2560 - Wäber I, 38
vgl. Feller/B. 529 f. - Vierte Ausgabe, die erste
in Quarto. - Die erste Ausgabe hatte Ruchat
1714 unter dem Pseudonym „Gottlieb Kypseler“
in Leiden erscheinen lassen. „Er ist der erste
grosse Geschichtsschreiber, den die Waadt
hervorgebracht hat.“ (F./B.). - Exemplar ohne
die Karten. - Etwas gebräunt und stellenweise
stockfleckig.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
113
Stumpf, Johannes. Gemeiner loblicher Eydgno-
schafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick
wirdiger thaaten beschreybung. 13 Teile in 1
Band. Mit 5 doppelblattgrossen u. 8 blattgros-
sen Holzschnittkarten sowie ca. 4000 Text- u.
Wappenholzschnitten. Zürich, Ch. Froschauer,
1548. Folio. [5] Bll., 332 Bll., [10] Bll. (d.l.w.), 467
Bll., [10] Bll. Blindgepr. Schweinsleder d. Z. mit 8
Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken (Schliessen
defekt, eine lose beiliegend; stärker fleckig und
etwas bestossen).
110
| 7
VD16 S 9864 - BM STC German 839 - Vischer
C 396 - Barth 10216 - Haller IV, 396 - Lon-
champ 2819 - Feller/B. S. 180 ff. - Leemann-van
Elck, Froschauer S. 106ff. - Erste Ausgabe der
bedeutendsten gedruckten Schweizer Chronik
des 16. Jahrhunderts mit den grossartigen
Holzschnitten von Hans Asper, Heinrich Vogt-
herr, Rudolf und Johann Wyssenbach u. a. - „Mit
dieser Chronik erreicht die Reihe der schwei-
zergeschichtlichen Druckwerke ihren Höhe-
punkt; sie zeichnet sich durch eine bis anhin nie
gebotene Fülle an hochwertigem Bildschmuck
aus. Sie überbietet darin selbst die berühmte
1493 in Nürnberg erschienene Weltchronik von
Hartmann Schedel. Gegen 4000 Abb. schmü-
cken das Monumentalwerk, wobei freilich,
wie damals üblich, gleiche Stöcke des öfteren
verwendet wurden [...]; die Fülle der Abbildungen
ist überwältigend“ (L.-v. E.). - Anfangs stärker
feucht- bzw. fingerfleckig in den Rändern, kl.
Läsuren teils hinterlegt; ansonsten ordentliches
Exemplar. - Provenienz: Hs. Besitzvermerk
Eduard Merian auf Vorsatz, dat. 1842.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
114
TOTENTANZ - Frölich, Huldrich. Zwen To-
dentäntz: Deren der eine zu Bern dem Anderen
Ort Hochloblicher Eydtgnoschafft zu Sant
Barfüssern: Der Ander aber zu Basel dem
Neundten Ort gemelter Eydtgnoschafft auff S.
Predigers Kirchhof mit Teutschen Versen, darzu
auch die Lateinischen kommen, ordenlich sind
verzeichnet. Titel in Rot und Schwarz. Mit 60
Textholzschnitten (teils in Wiederholung). Jede
Seite mit umlaufender Holzschnitt-Bordüre.
Basel, Huldrich Frölich, 1588. 19 x 15,2 cm. [7]
Bll., CIII S., [1] Bl. Spätere Rückenbroschur.
VD16 Z 710 - Massmann D 1 - Hieronymus,
Petri/Schwabe 582 - Riggenbach, R.: Der Buch-
drucker Huldrich Frölich, „Plauensis, jetzt Burger
zu Basel“. In: Basler Zeitschrift für Geschichte
und Altertumskunde 58-59 (1959), S. 215-229.
- Erste Ausgabe, von grosser Seltenheit. - Kein
Exemplar an einer internationalen Auktion seit
1950 nachweisbar. - „Huldreich Frölich von
Plauen, Burger von Basel, wo er am 3. Februar
1610 starb, gab diese Nachschnitte des holbei-
nischen Todtentanzes an als Abbildungen des
Baseler Todtentanz-Gemäldes und verbreitete
damit eine bis in die neuesten Zeiten fortdau-
ernde Verwirrung, die seit 1715 bis 1796 Conrad
Mechel befördert, indem er jene Schnitte des
GS etc. von 1576 unter gleichem Titel immer
wieder auflegte... Die Verwirrung befestigte sich
dadurch, dass von Anfang an Bilder des Baseler
öffentlichen Todtentanzes eingemischt waren...
- Die von H. Frölich zugegebene lateinische
Uebersetzung des Baseler Todtentanzes findet
sich 1584 schon in Casparis Laudismanni...
Decennalia mundanae peregrinationis... In der
Vorrede aber schreibt sich Frölich die Arbeit zu.“
(M.). - Etwas gebräunt bzw. leicht feuchtfleckig,
vereinzelte kl. Tintenflecke; ab S. 53 winzi-
ger Wurmgang im Bildbereich. Letztes Blatt
verso mit alten Marginalien. – Insgesamt gutes
Exemplar.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
115
ZEITSCHRIFTEN - Neujahrsstück herausge-
geben von der Künstlergesellschaft in Zürich
auf das Jahr 1805 (bis 1840), d.i. erstes bis
sechsunddreissigstes Stück (in einem Band). Mit
zahlr. tls. farbigen Tafeln. (Zürich, Druck für die
Künstlergesellschaft, 1804-1839). 22 x 19 cm.
Pappband der Zeit mit hs. RSchild (berieben und
bestossen).
Jedem Heft lag mindestens eine Tafel bei,
später auch zwei, gelegentlich gab es auch
eine Vignette auf dem ersten Blatt. Reizvoll,
teils farbig im Stil der Zeit illustriert mit Port-
räts, Genreszenen, Landschaften u.a. Bringt
Biographisches zu den Künstlern: J.H. Fuessli,
A. Graff, Aberli, J. Weber, H. Maurer, C. Gessner,
J.M. Usteri u.a. - Umschläge nicht beigebunden,
gelegentlich etwas gebräunt und braunfleckig,
meist aber recht frisch.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
113 116
| 8
Bücher | Helvetica
116
ZÜRICH - Egli, Jean. Album der Stadt Zürich
(Deckeltitel). Folge von 10 farb. lithogr. Tafeln.
[Zürich], Ruff und Hofer, ca. 1860. Quer-4°.
OLeinen-Flügelmappe mit goldgepr. Deckel-
titel und Vignette (etw. bestossen, Rücken mit
Läsuren).
Seltene Ansichtenfolge, zu sehen sind: Hôtel
Baur (Poststrasse), Rathaus, Polytechnikum,
Ansicht von der Bürgliterasse, Wasserkirche mit
Quai etc. - In den Rändern leicht stockfleckig.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
117
[Zurlauben, Beat Fidel Baron de]. Tableaux
topographiques, pittoresques, physiques,
historiques, moraux, politiques, littéraires de la
Suisse. 5 in 4 Bänden. (2 Text- u. 2 Tafel-Bände
sowie 1 „Table analytique“ v. E. A. Quétant ).
Mit 1 gest. Frontispiz von Née nach Moreau
le jeune, 2 gest. Titeln und 2 gest. Vortiteln, 2
gest. Kopfvignetten (davon 1 mit 2 Portraits
von Zurlauben u. De la Borde), 6 doppelblattgr.
Karten, 2 doppelblattgr. Plänen u. 241 (davon 1
doppelblattgr.) Kupfertafeln. Paris, L‘Imprimerie
de Clousier, 1780-1786. Gr.-Folio. Marmorier-
te Kalbslederbände d. Z. mit je zwei goldgepr.
Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung,
goldgepr. Deckel- und Innenkantenbordüren,
sowie dreiseitigem Goldschnitt (Kapitale etwas
bestossen und teils mit kleinen Ausbrüchen
bzw. Fehlstellen im Bezug, Rücken mit kleinen
Wurmspuren, schwache Bereibungen an Bün-
den, Gelenken und Kanten).
Barth 17338 - Cohen/R.1075 - Feller/Bonjour
505 ff. - Haller I, 235 - Lonchamp 3362 - Wäber
38 - Brunet V, 1546 - Lewine S. 581. - Zweite
Ausgabe des grössten und berühmtesten
Schweizer Ansichtenwerkes des 18. Jhs. Enthält
mehrheitlich Ansichten der bedeutendsten
Orte, Berge, Seen, Karten (1 Generalkarte, Ba-
sel, Berner Oberland, Neuchatel u. Schaffhau-
sen) u. 2 Pläne (Basel und „plan perspectif“ mit
Bergpanorama der Zentralschweiz), historische
Ereignisse, Münz- u. Siegelbilder. - Mit „Table
analytique“ im 4. Band angebunden. - In den Sei-
tenrändern minimal gebräunt, vereinzelt leicht
stockfleckig. Insgesamt sauberes Exemplar in
prachtvollen Einbänden der Zeit.
CHF 7 000 / 10 000
(€ 6 480 / 9 260)
117
117
| 9
Geschichte  Kulturgeschichte
118
FRANKREICH - Ferron, Arnoul le. De rebus gestis Gallorum libri IX.
Ad Historiam Pauli Aemylii additi, perducta historia usque ad tempora
Henrici II. Francorum Regis. Tertia editio nunc recens aucta  recognita.
[UND:] Du Tillet, Jean. Chronicon De Regibus Francorum, a Faramundo
usque ad Franciscum Primum. 2 in 1 Band. Paris, Michel Vascosan, 1555
und 1551. 8°. 310 S., [2] w., [82] Bll., Pergament d. Z. mit goldgeprägtem
Rückenschild (ob. Kapital fehlend, leicht bestossen, gebräunt und etwas
fleckig).
Dritte Ausgabe (erstmals 1549 in Paris erschienen). - Arnoul Le Ferron
(1515-1563) war Magistrat und Historiker von und in Bordeaux. Ange-
bunden eine Tabellarische Chronik der französischen Herrscher vom
mythischen König Faramund bis auf Heinrich II. - Jeweils handgezeich-
neter Leistenrahmen, Titel mit Unterstreichungen. - Leicht gebräunt,
Vorsätz etwas angestaubt. - Auf Vorsatz alter hs. Besitzvermerk „J. C.
Bolza“ und „Cajetanus“.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
119
- Velly, [Paul-François], [Claude] Villaret u. a. Histoire de France, depuis
l‘établissement de la monarchie, jusqu‘au règne de Louis XIV. 30 Bände.
Paris, Saillant  Nyon, 1775-1786. Kl.-8°. Marmorierte Kalbslederbände
d. Z. mit je 2 farb. Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung.
Cioranescu 63133. - Es erschienen noch weitere Fortsetzungen von
anderen Autoren. - Dekorative Reihe.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
120
GROSSBRITANNIEN - Happel, Eberhard Werner. Fortuna Brittannica,
oder Brittannischer Glücks-Wechsel: Fürstellend Eine kurtzbündi-
ge Beschreibung aller Königen von Engelland, und des schier stets
unglückseeligen Hauses Stuart. Insonderheit aber den ausführlichen
Lebens-Lauf Caroli II. und des jüngst unglücklich entwichenen Königs
Jacobi II. ... Fortgesetzet, biß zur Erhebung des jetzigen großmäch-
tigen Königs Wilhelm von Oranien. und: Hibernia vindicata oder des
Britannischen Glücks-Wechsels anderer Theil. Fürstellend das durch
die Waffen Wilhelmi III. eroberten Königreich Irland. 2 Teile in 1 Band.
Mit insgesamt 40 (10 gefalteten) Kupfertafeln. Hamburg, Wiering,
(1689)-1691. Kl.-4°. [4] Bll., 226 (recte 206) S. und 4 Anhänge: 16 S.,
[8] Bll., [8] Bll., [4] Bll, [4] Bll., 265 S., [3] Bll. und 2 weitere Anhänge (in
gemeinsamer Paginierung): 64 S. Blindgeprägter Schweinslederband
über Holzdeckeln mit 2 Schließen, datiert 1693 (gedunkelt, vord.
Innengelenk angeplatzt).
VD17 7:693809Z (Tl. 1) u. 3:301474R (Tl. 2) - Vgl. Dünnhaupt III, 18.I u.
II (kennt nur eine von 3 Varianten, die hier vorliegende nicht; Kollati-
on ungenau) - Graesse III, 208. - In Teil 1 u.a. mit Porträts von Karl I.,
Cromwell, Karl II., Jakob II. und Wilhelm von Oranien, dem Auslaufen
der holländischen Flotte, Landung Wilhelms in Dartmouth, Krönung
Wilhelms, Versammlung des Parlaments, im 2. Teil, Irland behandelnd,
eine gefaltete Irland-Karte und Stadtansichten von Dublin, Waterford,
Limmerick u.a., unter der Darstellung jeweils mit Text begleitet. - Die
Anhänge enthalten einen Auszug aus den englischen Poenal-Geset-
zen, den Krönungsakt Wilhelms und Marias, Die Krönungspredigt und
eine Beschreibung des englischen Parlaments sowie im 2. Teil einen
Bericht von der See-Bataille zwischen England und Holland gegen
Frankreich und den „Bericht von der ... schrecklichen Conspiration,
welche König William und die Königin Maria von dem Thron zu stossen
...“. - Titel Rot und Schwarz gedruckt, ohne die bei Dünnhaupt ange-
gebene Adresse von Hertel in Leipzig und ohne Jahreszahl. - Papier-
bedingt leicht gebräunt, die Zwischentitel der einzelnen Teile mit teils
ausgebrochenen Blattweisern.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
120
| 10
Bücher | Geschichte  Kulturgeschichte
121
HUGENOTTEN - Languet, Hubert (Pseudo-
nym: Étienne Junius Brutus). De la Puissance
légitime du Prince sur le Peuple, et du Peuple
sur le Prince. Traduit en François. O. O. u. Dr.
[wohl Genf, François Estienne], 1581. Kl.-8°. 264
S. Lederband d. 18. Jhs. mit goldgeprägtem
Rückenschild und Rückenvergoldung.
USTC 6639 - Adams L 151 - IA. 126.097 (unter
Brutus) - Moeckli 100 - vgl. PMM 94. - Erste
französische Ausgabe des berühmten politi-
schen Traktates „Vindiciae contra tyrannos“.
- Hubert Languet (1518-1581) war Hugenotte,
Diplomat und Freund Melanchthons. Seine Au-
torschaft ist in der Forschung noch nicht völlig
gesichert, möglicher Verfasser könnte auch Phi-
lippe Duplessis-Mornay sein. - Etwas gebräunt,
die ersten 3 Bll. mit kl. Feuchtfleck im Unterrand.
Gelöschter hs. Besitzvermerk auf Titel.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
122
MILITARIA - Leitfaden zum Unterricht in der
Artillerie für die Königl. Preuss. Brigade-Schu-
len dieser Waffe. Mit 11 mehrfach gefalteten
Kupferkarten. Berlin, Reimer, 1818. 4°. XVI,
504 S. Halblederband d. Z. mit goldgeprägtem
Rückentitel sowie reicher Rückenverzierung
(minimal berieben).
Umfangreiches, in 14 Abteilungen geglieder-
tes Lehrbuch für die korrekte Handhabe der
Artillerie, setzt sich unter anderem mit Pulver,
Geschützen, verschiedenen Fahrzeugen und
Ausrüstung auseinander. - In den Rändern mini-
mal gebräunt. - Vorsatz gestempelt Bibliothe-
que des Crénées.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
123
- Rigel, Franz Xaver. Der siebenjährige Kampf
auf der Pyrenäischen Halbinsel vom Jahre
1807-1814. 3 Bände. Mit 3 gest. Frontispizen
von Karcher und Schnell, 4 mehrfach gefalteten
Kupferkarten sowie 5 blattgrossen Kupfertafeln.
Rastatt, beim Verfasser, 1819-21. 4°. Halble-
debände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln
sowie Bandzahl (minimal berieben, Rücken
minimal abgeschabt).
Palau 267.981 - Kircheisen 3176b - ADB 28,
608. - Erste Ausgabe. - Wichtiges Erstlings-
werk über die spanischen Freiheitskämpfe des
Militärhistorikers Rigel (1783-1852), der als
badischer Hauptmann selbst an den Feldzügen
teilgenommen hat. Mit zahlr. landeskundlichen
Beschreibungen. - Minimal gebräunt, Tafeln
vereinzelt stockfleckig.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
124
- Schaper, Christoph von. Vie Militaire du
Maréchal Prince Ferdinand Duc de Brunsvic et
de Lunebourg pendant la guerre de sept ans
en Westphalie. 2 Bände. Magdeburg (Bd. II:
Nürnberg), o. Dr., 1796-98. 8°. XVI S., 311 S., [9]
Bll.; VIII S., [3] Bll., 413 S., [2] Bll. Pappbände d. Z.
mit goldgeprägten Rückenschildern (minimal
berieben).
Barbier IV, 977. - Vorliegende Bände geben
Einblick in die militärische Laufbahn Ferdinand
von Braunschweig-Wolfenbüttels während
des siebenjährigen Krieges. Beim Ausbruch
des Siebenjährigen Kriegs im August 1756
führte er eine der drei in Sachsen einrückenden
Heersäulen der preußischen Armee. Bei dem
Einrücken in Böhmen im April 1757 führte er die
Vorhut und trug viel zum Sieg in der Schlacht
bei Prag am 6. Mai bei. Ferdinand wusste in der
Folge die gesunkene Moral seiner Soldaten so
zu heben, dass sie fast immer Sieger über das
weit stärkere französische Heer blieben. - Band
II mit vereinzelten Stockflecken. - Provenienz:
Gestochenes Exlibris auf Vorsatz. - Stempel
Baron Reille auf Titel.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
125
- Scharnhorst, Gerhard Johann David von.
Handbuch für Officiere in den angewandten
Theilen der Krieges-Wissenschaften. Erster und
zweiter Teil (von 4) in 2 Bänden. Mit 2 Falttabel-
len und 18 (statt 19) gest. Falttafeln. Hannover,
Helwing, 1815-1817. 8°. IV, 420 S. [15] Bll.; XXIV,
533 S., [2] Bll. Halblederbände d. Z. mit goldgepr.
Rückentiteln und Bandzahl (etwas berieben, mi-
nimal beschabt, Vergoldung und Goldprägung
bei Band 2 etwas abgeplatzt).
Spätere Ausgabe. - Ohne die 1820 und 1829
erschienenen Teile 3 (Von der Taktik) und 4 (Von
der Strategie). - Handelt von der Einrichtung der
Geschütze, Kugeln, Pulver, Bomben, Grana-
ten sowie deren Wirkung. - Minim gebräunt,
ansonsten saubere Exemplare. - Handschriftl.
Vermerk auf Vortitel, Stempel Bibliotheque des
Crénées auf Titeln.
CHF 150 / 250
(€ 140 / 230)
126
- [Vogt, Heinrich Joseph]. Ernstfeuerwerkerei
für die königlich preussische Artillerie. Mit 12
mehrfach gefalteten (11 handkolorierten) Kup-
fertafeln. Berlin, Georg Reimer, 1818. 8°. XII, 233
S. Halblederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel
(minimal beschabt und Ecken bestossen).
Holzmann-Boh. II 1782. - Erste Ausgabe. -
Enthält Ausführungen über die Anfertigung
von Feuerwerkskörpern, Munition, Zündungen,
sowie der Anlage und Einrichtung Laboratorien.
- Vorsätze leimschattig, ansonsten nur minimal
gebräunt. - Stempel Bibliothèque de Pourtalès
aux Crénées auf Vortitel und Titel.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
127
- Vorschriften für topographische Zeichnun-
gen in der Königlich Bayerischen Armee. Mit
42 (davon 15 kolorierten) lithograph. Tafeln.
München, G. Franz, 1845. 8°. Tafeln auf Leinen
aufgezogen, in Originalschuber mit gest. Titel
(winzige vereinzelte Stockfleckchen, Schuber
etwas berieben).
Seltenes Exemplar mit schön erhaltenen
Tafeln über Graduierung und trigonometrische
Bezeichnungen, Flüssen, Befestigungen, Glet-
scher, Gebirge am Königssee. - Minimal fleckig,
ansonsten wohlerhalten.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
128
- Artillerie - Saueracker, Heinrich Wilhelm. Hand-
buch der praktischen Artillerie-Wissenschaft.
3 Bände. Mit gest. Titelvignette sowie 21 gest.,
mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Dresden,
Walther, 1789-1792. 8°. Halblederbände d. Z.
(Rückenschilder entfernt, etwas berieben und
fleckig).
Sehr seltenes Exemplar über den Gebrauch von
Waffen, Schiesspulver, die Theorie des Werfens
und Schiessens. Mit detaillierten Faltkarten über
Taktiken und Aufstellungen. - Minimal gebräunt,
vereinzelt etwas stockfleckig.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
129
- Uniformen - Escher, Albert von und Paul de
Vallière. Gravures militaires. Les dernières
milices cantonales [1800-1848]. 12 Mappen
mit zus. 240 montierten farbigen Uniform-Ta-
feln. [Lausanne, Editions d‘Art Suisse Ancien,
1937-1944]. 4°. Farbige Original-Pappmappen
in Schubern. Jeder Mappe mit montiertem
Inhaltsverzeichnis auf Innendeckel sowie einge-
legtem Textheft.
Thieme-B. XI, 24 f. - Vollständige Folge mit 3
Serien in jeweils 4 Abteilungen: Infanterie I-IV.
- Artillerie I-IV. - Cavalerie I-IV. - Wohlerhalten
und sauber.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
| 11
130
Necker, [Jacques]. Compte rendu au roi. Au
mois de Janvier 1781. Mit gest. Portrait-Fronti-
spiz, 1 mehrf. gefalt. typogr. Tabelle und 2 kolor.
Faltkarten. Paris, Imprimerie Royale, 1781. 4°. [2]
Bll., 116 S. Marmor. Kalbsleder d. Z. mit Rücken-
schild (Rücken und Gelenke mit Schabspuren,
Ecken bestossen).
Cioranescu II, 47908 - Kress B 360 - Stamm-
hammer 96. - Zweiter, im Jahr der Erstausgabe
erschienener Druck. Der erste Druck war aus-
schliesslich für den Gebrauch bei Hofe gedacht.
Der berühmte Bericht über den miserablen
Zustand der öffentlichen Kassen Frankreichs
und namentlich über die Verschwendung
des Hofes führte zur Entlassung Neckers als
Generaldirektor der Finanzen unter Ludwig
XVI. - BEIGEBUNDEN: 1. [Saint Vincent, R. de].
Observations modestes d‘un citoyen, sur les
opérations de finances de M. Necker, et sur son
compte rendu. O. O. u. J. 55 S. - 2. Lettre de M.
Le Marquis de Carraccioli a M. D‘Alembert. 27
S. - 3. Mémoire donné au roi, par M. Necker, en
1778. O. O., [1781]. [2] Bll., 26 S. - Sowie 4 weite-
re Flugschriften zum Thema. - Etwas gebräunt
und stellenweise leicht stockfleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
131
ÖKONOMIE - Malthus, T[homas] R[obert].
An essay on the principle of population; or, a
view of its past and present effects on human
happinesss. The third edition. 2 Bände. London,
J. Johnson, 1806. 8°. XVI, 505 S., [30] Bll. (Index);
VII, 559 S. Leder d. Z. mit Rückenschildern und
linearer Rückenvergoldung (etwas berieben und
beschabt).
Kress B.5067 - Goldsmiths 19210 - Einaudi
3669. - Dritte, überarbeitete und im zweiten
Band um einen Anhang (S. 505-559) erweiter-
te Fassung, in der Malthus auf Kritik an seiner
Bevölkerungslehre antwortet. „The ‚Essay‘ was
highly influential in the progress of thought in
early 19th century Europe. This simple genera-
lization on population increase, and the social
policy Malthus advocated were widely discus-
sed“ (PMM 251). - Folgenreich war vor allem die
Rezeption durch Darwin und die Evolutionsthe-
orie. - Stellenweise leicht stockfleckig, zumeist
in den Rändern.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
132
POLEN - Rulhière, Cl[aude-Carloman de]. His-
toire de l‘anarchie de Pologne, et du démem-
brement de cette république (...). Suivie des
Anecdotes sur la révolution de Russie, en 1762.
4 Bände. Paris, Dersenne u.a., 1807. 8°. Halble-
derbände d. Z. mit je 2 goldgepr. Rückenschil-
dern (signiert Grosclaude, Metz; leicht berieben
und fleckig, ein Rücken stärker).
Monglond VII, 641. - Erste Ausgabe, posthum
erschienen. - Rulhière (1735-1791) begleitete
1760 den französischen Botschafter Baron de
Breteuil als Gesandtschaftssekretär nach Sankt
Petersburg, wo er 1762 Zeuge des Putsches
von Katharina II. wurde. Nach einer Reise dorthin
1776 begann er eine Geschichte Polens zu
verfassen, die unvollendet blieb und erst in der
vorliegenden Fassung erschien. - Stellenweise
minim stockfleckig.
CHF 140 / 200
(€ 130 / 190)
131
129
| 12
Literatur des 17. - 19. Jhs.
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
133
Berlepsch, Emilie von. Sommerstunden. Erster
Band. Mit gest. Portrait-Frontispiz und Titel-
vignette. Zürich, Orell, Füssli und Comp., 1794.
8°. 231 S. Interims-Broschur mit handschriftl.
Rückentitel (minimal feucht- und stockfleckig,
etwas berieben, Ecken bestossen).
[Erste Ausgabe]. - Mit persönlicher Widmung
von Von Berlepsch an ihre Freundin C. Zeerleder,
Bern 1795, auf Vortitel. - Dieser Band mit Ver-
sen und Prosa erschien erstmals 1794. Emilie
von Berlepsch (1755-1830) kann zum Kreis der
literarisch begabten Frauen rund um Goethe ge-
zählt werden, die sich bereits im 18. Jahrhundert
für ihre Emanzipation einsetzten. - Minimal mit
vereinzelten Stockfleckchen.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
134
BODONI - Tasso, Torquato. Aminta. Favola
boschereccia, ora per la prima volta alla sua vera
lezione ridotta. Mit gestochener Portraitvignet-
te auf dem Titel und Wappenvignette. Crisopoli
[Parma], Bodoni, 1789. 4° (31,5 x 23,7 cm). [1]
w. Bl., [6] Bll., 14 S., [1] Bl., 142 S., [1] w. Bl. Roter
Maroquin-Meistereinband (sign. Bradel l‘Ainé);
mit goldgepr. Rückentitel, Rücken- und Deckel-
fileten, Innenkantenbordüre und dreiseit. Gold-
schnitt. Spiegel und Vorsätze mit türkisfarbenen
Seidenbezügen (Ecken leicht bestossen).
Brooks 379 - De Lama II, 54 - Weiss 111. - Die
Vignetten mit dem Portrait Tassos und dem
Wappen der Fürstin Malaspina, der das Werk
gewidmet ist. Laut Brooks wurden jeweils 50
Exemplare auf „carta in doppia ducale“ und
„carta d‘Anonnay“ gedruckt. - Einer der schöns-
ten und seltensten Bodonidrucke in einem
prachtvollen Einband von François-Paul Bradel
(aktiv zwischen 1770 und 1795). - Ohne das
Avis-Blatt am Schluss, das nicht allen Exempla-
ren beigegeben wurde. - Leicht gebräunt bzw.
staubfleckig in den Rändern, teils auch etwas
stockfleckig; insgesamt sehr schönes und
breitrandiges Exemplar. - Exlibris auf Spiegel.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
135
- Thomson, James. The Seasons. Parma, Bodo-
ni, 1794. 4°. (32,3 x 25,2 cm). [2] w. Bll., [3] Bll., XII,
248 S., [1] w. Bl. Kalbslederband d. Z. mit 2 farb.
Rückenschildern und dreiseit. Goldschnitt (Kapi-
tale etwas lädiert, Ecken bestossen, Gelenkein-
risse u. kl. Fehlstellen in den Gelenkbezügen).
Brooks 532. - Sehr schönes, in den breiten
Rändern stellenweise leicht stockfleckiges
Exemplar. - Wappenstempel auf Titelblatt.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
133 134
| 13
136
Bräcker, Ulrich. Sämtliche Schriften des armen
Mannes im Tockenburg. 2 Bände. Mit zwei
Titelvignetten Gessners und 8 Kupfern von
Schellenberg. Zürich, Orell, Gessner, Füssli und
Compagnie, 1789-1792. 8°. [1] Bl., VII S., [1]
Bl., 300 S.; LXXII S., [1] Bl., S. 75-287. Moderne
hellbraune Maroquin-Einbände im Stil d. Z. mit
Rückentitel, linearer Rückenvergoldung und De-
ckelfileten. Goldgepr. Monogramm „H“ jeweils
auf beiden Deckeln.
Goedeke V, 541, 4, 2 - Rümann 113 - Borst 593
- Leemann-van Elck, Die zürcherische Buchil-
lustration S. 172. - Erste Ausgabe, von Hans
Heinrich Füssli herausgegeben. Der erste Band
enthält Bräkers Lebensgeschichte, vorliegend
in der besseren Ausgabe auf Schreibpapier mit
den Kupfern; der zweite einen Ausschnitt aus
seinem Tagebuch. - Ulrich Bräker (1735 -1798)
war zuerst Hirtenjunge und dann Weber. Später
trat er als Söldner in die Armee Friedrichs II. ein,
aus welcher er aber vor seiner ersten Schlacht
1756 desertierte. Er schlug sich in die Schweiz
zurück und versuchte sein Glück als Bauer. Seine
Lebensgeschichte gilt als eine der bedeutends-
ten Autobiographien der deutschen Sprache.
- Gering gebräunt, vereinzelt minim stock- oder
fingerfleckig. Gutes Exemplar.
CHF 1 600 / 2 400
(€ 1 480 / 2 220)
137
Cervantes Saavedra, Miguel de. El ingenioso hi-
dalgo Don Quijote de la Mancha. Commentado
por Don Diego Clemencin. 6 Bände. Mit 1 gest.
Frontispiz. Madrid, D. E. Aguado, 1833-1839. 4°.
Marmorierte Lederbände d. Z. mit je 2 goldgepr.
Rückenschildern (Kanten etwas beschabt).
Palau 52063. - Stellenweise etwas stockfleckig,
das Frontispiz stärker. Zahlreiche Unterstrei-
chungen. - Stempel auf Titeln, Exlibris einer
Leihbibliothek auf Spiegeln. - Dekorative Reihe.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
138*
KORAN - Johann Andreas Endter. Al-Koranum
Mahumedanum: Das ist Der Türcken Religion,
Gesetz und Gotteslästerliche Lehr: Mit einer
Schrifftmässigen Widerlegung der Jüdischen
Fabeln/ Mahumedischen Träumen; närrischen
und verführischen Menschentands [...] Mit gest.
Frontispiz. Nürnberg, J. A. Endter, 1664. Kl.-4°.
[3] Bll., 928 S., [28] Bll., Pergamentband d. Z.
über 5 durchgez. Bünden mit goldgeprägtem
Deckelmonogramm und Jahreszahl 1682 (et-
was fleckig, Schliessbänder entfernt).
VD 17 3:600222K - Pfannmüller S. 141 u. 149.
- Laut Pfannmüller „keine Wiederauflage des
Werkes von Salomon Schweigger von 1616,
sondern bei dieser Ausgabe ist der Verfasser
der Verleger Joh. Andreas Endter selbst“. -
Durchgehend gleichmässig gebräunt, die ersten
Blatt mit Feuchtfleck im oberen Drittel.-
Provenienz: Hs. Besitzvermerk Johann Graf von
Herberstein auf Titel. - Gest. Wappen-Exlibris
Christoph Wentzel von Nostitz (1643/8?-1712)
auf Spiegel.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
138
136
| 14
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
139
La Fontaine, Jean de. Contes et nouvelles en
vers. Nouvelle edition enrichie de tailles-douces.
2 Teile in 1 Band. Mit gest. Frontispiz und 58
Textkupfern von R. de Hooghe. Amsterdam,
H. Desbordes, 1685. 8°. [8] Bll., 236 S., [4] Bll.,
216 S. Lederband d. Z. mit Rückentitel und Rü-
ckenvergoldung (diese etwas verblasst, etwas
berieben und beschabt, Rücken mit kl. Fehlstelle
am Fuss).
Tchemerzine VI, 375 - Cohen/R. 555 f. - Sander
1038 - Hollstein IX, 591-648 - Landwehr, De
Hooghe 62 - Erste illustrierte Ausgabe, erster
Druck (von 3), mit den bei Tchemerzine genann-
ten Merkmalen (Teil 1, S. 211 mit 11 Zeilen Text;
Teil 2, erste Seite der Vorrede mit 17 Zeilen).
- Wenig gebräunt, stellenweise leicht finger-
fleckig, ansonsten ordentliches Exemplar mit
den schönen Kupfern in kräftigen Abdrucken.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
140
LEXIKA - Bayle, Pierre. Dictionaire historique et
critique. Cinquieme edition, revue, corrigée et aug-
mentée. Avec la vie de l‘auteur, par Mr. des Maizeaux.
5 Bände. Mit gestochenen Titelvignetten (in Wieder-
holung) von Jan Schenk und 1 grossen gestochenen
Kopfvignette. Amsterdam, Compagnie des libraires,
1734. Folio. Ganzleder d. Z. mit 2 goldgeprägten
Rückenschildern und floraler Rückenvergoldung,
Stehkantenvergoldung, goldgeprägter Besitzver-
merk auf dem VSpiegel Bd. 1 (leicht berieben, Ecken
etwas bestossen, teils etwas beschabt und schwach
fleckig).
Brunet I, 711: „Edition la plus belle et qui a été
longtemps la plus recherché de ce dictionnaire.“ -
PMM 155 b - Graesse I, 314 - Zischka S. 7. - vgl. P.
Ract-Madoux, Reliures françaises du XVIIe siècle, Nr.
41 und 44 („A Monsieur Nervet“). - Fünfte Ausgabe,
die beste und ausführlichste, die einzige, die die An-
merkungen von Leclerc aufweist. - Leicht gebräunt,
nur wenig Stockflecken, Titel teils oben etwas knapp
beschnitten, Band 3 leichter Wurmgang im weissen
Rand vorne (ohne Textverlust). - Provenienz: Aus der
Bibliothek von M. Nevet mit goldgeprägtem Besitz-
vermerk auf vorderem Spiegel „A. Monsieur. Nervet“,
gest. Exlibris „Alvaro Valozza“.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
140
139
| 15
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| 16
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
141
LEXIKA - Diderot, [Denis] - D‘Alembert, [Jean Le
Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné
des sciences, des art et des métiers... 17
Textbände, 4 Supplementbände, 11 (in 12) Ta-
felbände in zus. 33 Bänden. Mit 1 gestochenen
Frontispiz (zus. mit dem seltenen Erklärungs-
blatt von Diderot), 1 gefalteten und gestoche-
nem Stammbaum, 2786 (recte: 3129), davon
253 doppelblattgrossen und 19 mehrfach gefal-
teten) Kupfertafeln sowie 7 gefalteten Tabellen.
Paris, Briasson u. a., 1751-1772 (Textbde. 1-7 u.
Tafelbde. 1-10); Neufchâstel (d. i. Paris), Faulche,
1765 (Textbde. 8-17); Amsterdam, Panckoucke
u. Rey, 1776-1777 (Supplemente u. Supple-
ment-Tafelband). Folio. Marmorierte Kalbsldr.
d.Zt. mit Aussenkantenverg. sowie reicher
Rückenverg. u. 2 Rückenschildern (Deckel teils
berieben u. kratzspurig, gel. restauriert).
Adams, Diderot I, G1 - Tchemerzine IV, 434-435
- PMM 200 – Brunet II, 700 – Graesse II, 389 –
Ebert 6709. - Originale Ausgabe mit allen Tafel-
und Supplement-Bänden, ohne die Indexbände,
komplett mit allen Tafeln ! - Die Encyclopédie,
von Diderot und D‘Alembert herausgegeben,
die selbst auch einen grossen Teil der insge-
samt gegen 72000 Artikel verantworteten, gilt
als das bedeutendste Werk der Aufklärung. Sie
ist heute eine der herausragenden Quellen für
die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des
18. Jhs. „Ein Monument in der Geschichte des
europäischen Denkens; der Gipfelpunkt des
Zeitalters der Vernunft“ (PMM). Diderot beauf-
sichtigte auch den grössten Teil der speziell
angefertigten Kupferstiche. Die detailreichen,
meist grossformatigen Abbildungen illustrieren
Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und
wurden eigens für diese Enzyklopädie herge-
stellt. Der Kupferstich mit dem Stammbaum der
Erkenntnis zeigt, wie alle Künste und Wissen-
schaften aus den drei geistigen Fähigkeiten
hervorspriessen: Vernunft, Erinnerung und
Einbildungskraft. Gott und die heilige Schrift
hatten hier keinen Platz, was das Unternehmen
für Kirche und Staat so gefährlich machte: „Die
Philosophie bildet [auf dem Kupferstich] den
Stamm des Baumes, während die Theologie
ein entfernter Ast in der Nähe der schwarzen
Magie ist. Diderot und d‘Alembert hatten die
alte Königin der Wissenschaften entthront. Sie
hatten die erkennbare Welt neu geordnet und
den Menschen darin neu orientiert, während
sie Gott hinausdrängten.“ (Darnton, Glänzende
Geschäfte, S. 16). Diderot und D‘Alembert be-
absichtigten mit dem Werk, nicht nur das ganze
Wissen ihrer Zeit zu bündeln und zusammen-
zutragen, sondern auch das Denken der Men-
schen im Sinn der Aufklärung zu beeinflussen
und zu verändern. Sie verzichteten weitgehend
auf historische und biographische Artikel, legten
dafür umso mehr Wert auf die Behandlung der
angewandten mechanischen Künste, denen
sie gleichberechtigten Status neben Kunst und
Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr
als 4000 gedruckten Exemplaren fand rund
die Hälfte ausserhalb Frankreichs einen Käufer,
obgleich Hof, Kirche, und Richterschaft ausser
sich vor Empörung waren. Im Jahr 1759 wurden
die bis dahin veröfentlichten sieben Bände vom
Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom
Papst auf den Index gesetzt. Nach jahrelan-
gem Rechsstreit konnten die übrigen Bände
doch noch in „Neufchâstel“ (Druckort Paris)
und Amsterdam erscheinen. - Die Divergenz
hinsichtlich der genannten Tafelzahl auf Titelei,
dem Buchbinder-Aviso, dem Inhaltsverzeich-
nis und der bibliographischen Literatur ergibt
sich aus der unterschiedlichen Zählweise der
Mehrfachtafeln. Zusammen sind es tatsächlich
3129 (Einzel)-Tafeln, wobei Doppel-, Tripel- und
Quadrupel-Tafeln als 2, 3 oder 4 (Einzel)-Tafeln
gezählt wurden. - Textband 4 anfangs wurms-
purig mit minimalem Buchstabenverlust, Text-
band 8 im oberen Rand etwas wasserspurig und
wellig, Textband 14 die ersten 4 Lagen mit Na-
gespuren und Papierverlusten im weissen Rand,
Supplement-Tafelband unbeschnitten, im Rand
teils gering wellig und angestaubt. - Insgesamt
sehr schönes, vollständiges Exemplar in guten
bis prachtvollen zeitgenössischen Einbänden. -
Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
CHF 25 000 / 35 000
(€ 23 150 / 32 410)
| 17
| 18
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
142
LEXIKA - Golius, Jacobus. Lexicon Arabico-La-
tinum, contextum ex probatioribus orientis lexi-
cographis. Accedit index latinus copiosissimus
[...]. Mit gest. Titelvignette. Leiden, Bonaventure
u. Abraham Elzevier, 1653. Folio. 2921 Spalten,
[20] Bll. Pergamentband d. Z. mit blindgeprägten
Deckeln (Rücken fehlt, stärker fleckig, berieben
und bestossen).
Willems 723 - Pieters S. 148. - Erste Ausgabe.
- Das vorliegende Exemplar zählt zu den Haupt-
werken und des niederländischen Orientalisten
und Mathematikers Golius. Das Lexicon Arabi-
co-Latinum hat sich ebenso als Standardwerk
der Orientalistik etabliert. Enge Verbindungen
mit Gelehrten wie René Descartes prägten Go-
lius‘ Lehrprogramm nachhaltig und trugen seine
Arbeiten über die Grenzen Europas hinaus. -
Minimal gebräunt, vereinzelte Falten, ansonsten
gut erhalten. - Handschriftlicher Vermerk auf
Spiegel „K. F. Köhler in Leipzig“. - BEIGEGE-
BEN: Buxtorf, Johannes. Lexicon Chaldaicum,
Talmudicum et Rabbinicum [...]. Gest. Titel, ohne
gest. Frontispiz. Basel, L. König, 1640. Folio. [6]
Bl., 2680 Spalten, [32] Bl. Pergamentband d.
Z. (Rücken fehlt, stärker fleckig, berieben und
bestossen). Graesse I, 584 - Brunet 1432 - Fürst
I, 138 - Steinschneider 329. - Minimal gebräunt,
vereinzelt etwas (stock-)fleckig.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
143
- Moreri, Louis. Le grand Dictionaire historique
ou le Mélange curieux de l‘Histoire sacrée
et profane: qui contient en abregé l‘Histoire
fabuleuse Des Dieux  des Heros de l‘Antiquité
Payenne... Novelle et derniere édtion revue, cor-
rigée et augmentée. 4 Teile und 4 Supplement
in 8 Bänden. Mit gest. Titel als Frontispiz, gest.
Portrait, 2 grosse gest. Kopfvignetten und 2
gest. Initalen von S. Thomassin nach Desmarets
und De Troye. Paris, D. Mariette, 1718 und Basel,
J. Christ, 1745 (Supplement). Folio. Spätere
HPergament-Einbände mit Rückentitel um 1900
(schwach bestossen).
Vgl. Goldsmith M 1419 - Seemann 456 - Ciora-
nescu 50442 - Zischka XXXVII, für das Supple-
ment vgl. Peche, Bibliotheca lexicorum, 458 (nur
spätere Ausgabe). - „1674 wagte der Franzose
Louis Moréri (1643-1680) die Herausgabe
eines nichtlateinischen, in einer Landessprache
abgefassten Lexikons. Der ‚Grand Dictionnaire
Historique‘ ist eine bedeutendere Leistung als
die eben genannten Werke, inhaltlich steht das
Buch am Anfang einer neuen Entwicklung und
es sollte zum Ausgangspunkt für eine neue
Reihe von Nachfolgern und fremdländischen
Bearbeitungen werden“ (Zischka). Erstmal 1674
als einbändiges Werk erschienen, bis 1759
in mindestens zwanzig weiteren Ausgaben.
- Unbeschnitten. - Leicht gebräunt, stellen-
weise etwas stock- und braun- sowie leicht
feuchtfleckig, stellenweise leichte Randläsuren,
teils verso verstärkt oder ergänzt, jedoch ohne
Textverlust. - Auf Titel hs. Besitzvermerk, gest.
Exlibris „Alvaro Valozza“.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
144
Longus. Pastoralium de Daphnide et Chloë, Libri
Quatuor. Graece et Latine [...]. Editio nova. Mit
gest. Frontispiz und 29 Kupfertafeln von Audran,
sowie 41 gest. Vignetten von Fokke, 8 von Eisen
und Cochin. Paris, 1754. 4°. 175 S. Lederband
d.Z. mit goldgeprägtem Rückenschild, floraler
Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten,
goldgeprägten Innenkanten-Bordüren und drei-
seitigem Goldschnitt. In späterem, marmorier-
ten Schuber (Kapitale und Gelenke mit kleinen
Bereibungen, gering fleckig).
Cohen/R. 652f. - Sander 1225. - „Und nicht
bloss damals, sondern so lange sie lebten, führ-
ten sie ein Hirtenleben, verehrten die Götter, die
Nymphen, den Pan, den Eros, schafften grosse
Herden von Schafen und Ziegen an und kannten
keine süssere Kost als Obst und Milch.“ (Longos:
Daphnide et Chloë). - Provenienz: Gestochenes
Exlibris Geoffrey D Hobson auf Vorsatz. Hand-
schriftlicher Vermerk Peter Spencer auf freiem
Vorsatzblatt. - Vereinzelte Stockflecken sowie
minimale Bräunung entlang der Ränder.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
142 144
143
| 19
145
Meyer von Knonau, Ludwig. Neue Fabeln. Dritte
vermehrte und verb. Auflage. Mit gest. Titel-
vignette, radiertem Frontispiz und 58 radierten
Tafeln. Zürich, Orell und Comp., 1757. 8°. [22]
Bll., 170 S., [1] Bl. Etwas späterer marmorier-
ter Pappband mit Rückenschild (Kapitale und
Gelenke mit Fehlstellen im Bezug, Kanten und
Ecken bestossen, Block leicht verzogen).
VD18 10857516 (abweichende Kollation)
- Lanckoronska/Oehler II, 149 - Kat. Fabula
docet 127. - Erste illustrierte Ausgabe mit den
Radierungen von Daniel Düringer nach den
Vorzeichnungen seines Schwiegervaters Lud-
wig Meyer von Knonau. „Da seine Tierskizzen,
ähnlich wie die Fabeln, auf wirklich Erlebtem und
Beobachtetem beruhen, sind sie von grosser
Natürlichkeit und Frische.“ (L./Oe.). Am Schluss
ein „Anhang von einichen Gedichten“: „Die
Schweinshaxe.“ / „Der Linden-Hof in Zürich.“
/ „Der Lauf der Welt.“ - Etwas stock- bzw.
feuchtfleckig in den Rändern, gelegentlich
auch stärker, eine Radierung mit kl. Löchlein im
Bildbereich, eine Textseite mit Randausriss u. kl.
Buchstabenverlusten.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
146
PHILOSOPHIE - Nietzsche, Friedrich. Beiträge
zur Quellenkunde und Kritik des Laertius Dioge-
nes. Gratulationsschrift des Pædagogiums zu
Basel. Basel, Carl Schultze, 1870. 4°. [2] Bll., 36, 7
S. Halbleder um 1900 mit goldgepr. Rückentitel
u. Rückenvergoldung.
Schaberg 18. - Sehr seltene frühe Veröffentli-
chung, wohl nur in 100 Exemplaren gedruckt.
Erschien anlässlich der Feier der fünfzigjährigen
Lehrtätigkeit von Franz Dorotheus Gerlach
(1793-1876), gewidmet von seinen Amtsge-
nossen. Am Schluss mit der „Berichterstattung
[...] über den im Schuljahr 1869 und 1870 erteil-
ten Unterricht“, in dem auch die Berufung von
Nietzsche aus Leipzig nach Basel 1869 erwähnt
wird. Nietzsche trat als Griechischdozent die
Nachfolge des ans Hamburger Johanneum
berufenen Adolf Kiesling an und unterrichtete
die 3. Klasse an 6 Wochenstunden. - Durchge-
hend schwache vertikale Knickfalte, stellenweise
leicht stockfleckig, Titel mit kl. Stempelrest.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
147
[Restif de la Bretonne, N.-E.] La paysane
pervertie, ou les dangers de la ville. 8 Teile in 4
Bänden. Mit 8 gest. Frontispices und 29 (statt
30) Kupfertafeln von Louis Binet. Den Haag,
Duchesne, 1784. 8°. Halblederbände des 19.
Jhs. mit je 2 grünen Rückenschildern (etwas
berieben).
Cohen/R. 872 - Sander 1705 - Cioranescu
52700 - Fürstenberg 117: „Als einer der ersten
Bahnbrecher des Directoire-Stils in der Illustra-
tion dürfte Louis Binet anzusehen sein. Er war
fast ausschließlich der Illustrator Restif de la
Bretonnes und hat die Werke dieses unruhigen
Geistes mit einer Unzahl von Kupfern ausge-
stattet, gelegentlich von Gehilfen unterstützt ...
(Die Kupfer) verblüffen durch die Wespentaillen
und die kleinen Köpfe und Füßchen der in die
Länge gezogenen weiblichen Figuren. Scheinbar
ist Binet hiermit auf die Wünsche seines Autors
eingegangen, der ihn völlig beherrschte. Übri-
gens sind diese Kupfer gegenständlich meist
recht interessant, einmal weil sie die phantas-
tischen Gedankengänge Restifs wiedergeben,
dann weil sie uns so manche Einblicke in die
Moden und Sitten der Übergangszeit vor und
während der Revolution gewähren“. - Band I
mit den häufig fehlenden Kupfern „Mannon
présente“ (S. 71) und „Edmond convalescent“
(S. 145). - Etwas gebräunt und stockfleckig;
unbeschnitten.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
145 146
| 20
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
148
Schreibmeisterbücher - Waser, Anna. Schrei-
büebung Auf jeziger Zeit gebräüchliche
Haubtsprachen eÿngerichtet, Und durch Anna
Waser von Zürich, so wol nach ihren als ihrer
Schwesteren, Anna Maria und Elisabet der
Maleren freÿen eigenhändigen Verfassungen
ins Kupfer gebracht, und, Als die Erstlinge dieser
Arbeit, denen Kunstliebenden und Anfangenden
zum besten wolmeinlich an den Tag verfertiget.
Mit gest. Titel und 13 Kupfertafeln. [Zürich,
Sebstverlag], 1708. Quer-4°. [14] Bll. Moderner
Pappband mit Rückenschild.
Doede 116 - nicht im Ornamentstichkat.
Berlin. - Einzige Ausgabe, das einzige bei Doede
verzeichnete deutschsprachige, von einer
Frau verfasste Schreibmeisterbuch. - Titelblatt
mehrfach hinterlegt, stärker finger- bzw. feucht-
fleckig in den Rändern, eine Tafel mit Braunfleck
in der Darstellung, kleinere Randdefekte sauber
hinterlegt.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
149
Shakespeare, William. The Plays of William Sha-
kespeare. In ten Volumes. With the corrections
and illustrations of various commentators; to
which are added notes by Samuel Johnson
and George Steevens. 10 Bände. Mit gest.
Portrait-Frontispiz. London, gedruckt für C.
Bathurst, W. Strahan [et al.], 1778. 8°. Halbleder-
bände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Orna-
menten und Bandzahl (berieben, fleckig, Bd. I
VGelenke eingerissen, Bd. X Rücken eingerissen
und Fehlstelle unten).
Lowndes 2261. - Zweite Ausgabe. - Enthält fol-
gende Werke Shakespeares: The Tempest, The
Two Gentlemen of Verona, The Merry Wives
of Windsor, Measure for Measure, Comedy of
Errors, Much Ado About Nothing, Love‘s Labour
Lost, Midsummer Night‘s Dream, Merchant of
Venice, As you like it, Taming the Shrew, All‘s
well that ends well, Twelfth Night, Winter‘s Tale,
Macbeth, King John, King Richard II, King Henry
IV, Troilus and Cerssida, Cymbeline, King Lear,
King Henry V, King Henry VI, King Richard III, King
Henry VIII, Coriolanus, Julius Caesar, Antony and
Cleopatra, Timon of Athens, Titus Andronicus,
Romeo and Juliet, Hamlet und Othello. - Ge-
bräunt, teils stock- und feuchtfleckig, vereinzel-
te Knicke.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
150
Sterne, Laurence. Tristram Schandis Leben
und Meinungen. 9 Teile in 4 Bänden. Übersetzt
von Johann Joachim Christoph Bode. Mit 2
gest. Frontispizen. Hamburg, Bohn, 1776. 8°.
Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln,
Bandzahl sowie reicher floraler Rückenvergol-
dung (minimal berieben und beschabt, Band 3
und 4 oberes Kapital leicht eingerissen, leicht
angestaubt).
Goedeke IV/1, 586, 12. - Zweite verbesserte
Auflage. - Exemplar ohne die häufig fehlenden
12 Kupfer von Chodowiecki, dafür mit dem so-
genannten schwarzen Blatt (Teil I, Seite 65/66)
sowie einer der beiden marmorierten Tafeln (Teil
III, Seite 149/150; das für den zweiten Farbdruck
vorgesehene Blatt in Teil IX Seite 55/56 ist
vakat). - Minimal gebräunt, vereinzelt winzige
Stockfleckchen. - Exlibris Dr. Adolf Hoffmann
auf Spiegel.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
151
TOTENTANZ - Merian, Matthäus. Todten-Tantz,
wie derselbe in der löblichen und weit-berühm-
ten Stadt Basel, Als ein Spiegel Menschlicher
Beschaffenheit, gantz künstlich gemahlet und
zusehen ist. Mit gestochener Titelbordüre, 1
ganzseitigem Kupfer (Memento Mori), 1 Kupfer-
tafel (Vexierbild) und 42 Textkupfern. Frankfurt,
J. B. Andreä und H. Hort, [1725]. Kl.-4°. 198 S.,
[1] Bl. Halbpergamentband d. Z. (fleckig, etwas
bestossen).
VD18 10954708 - Wüthrich III, 360, 7 - Opper-
mann 1126 - vgl. Massmann S. 78, 8. - Siebte
Ausgabe, noch von den Originalplatten ge-
druckt. Ebenfalls 1725 erschien eine kollati-
onsgleiche Ausgabe beim gleichen Verleger,
„ob vor oder nachher ist nicht zu entscheiden“
(Wüthrich). - Stärker gebräunt und fingerfleckig,
einige alt hinterlegte Einrisse.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
148
| 21
152
- Meyer, Rudolf u. Conrad. Sterbensspiegel,
das ist sonnenklare Vorstellung menschlicher
Nichtigkeit durch alle Stand und Geschlechter.
Mit gest. Titel und 56 (von 60) fast blattgrossen
Totentanz-Kupfern. Zürich, J. J. Bodmer, 1650.
Kl.-4°. [10] Bll., 166 S., [1] Bl. Moderner Pergam-
entband mit hs. Rückentitel.
VD17 39:152157A - Leemann-van Elck, Zür-
cher. Buchill. 110ff. - Nagler 10, 268, 1 - Faber
du Faur 453 - Massmann S. 50, Nr.1 - Brun II,
382 - Langlois II, S.129 - Lonchamp 2073 -
Erste Ausgabe. - Neben dem Basler Zyklus von
Merian der bedeutendste Schweizer Totent-
anz mit ausserordentlich charakteristischen
Darstellungen. „Ein Gipfelpunkt zürcherischer
Illustrationskunst“ (Leemann-v. E.). - Die Reime
u. Lobgedichte in den Bildern stammen von
Hans Heinrich Rahn, Johann Willhelm Simler,
Jakob Redinger u. Leonhard Ernst von Freyental,
die Kupfer zum grossen Teil von Konrad Meyer
(1618-1689), der auch als Verleger fungierte, u.
seinem älteren Bruder Rudolf (1605-1638). Am
Schluss (ab S. 123) eine Sammlung vierstimmi-
ger Totengesänge mit gedruckten Noten. -
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
153
UTOPIE - Schutz, Sinold, Balthasar von, Philipp
(Pseud.: L. E. v. Faramond). Die glückseligs-
te Insel auf der ganzen Welt oder das Land
der Zufriedenheit. Dessen Regierungs-Art,
Beschaffenheit, Fruchtbarkeit, Sitten der
Einwohner, Religion, Kirchen-Verfassung, und
dergleichen, samt der Gelegenheit wie solches
Land entdecket worden, ausfuhrlich erzehlet
wird. Mit gest. Frontispiz, 1 gest. Faltkarte u. 6
(1 gefalt.) Kupfertafeln. Nürnberg, Georg Peter
Monath, 1749. Kl.-8°. [5] Bll., 250 S., [3] (statt
6) Bll. Schlichter Halblederband. d. späten 19.
Jhdts. (minim berieben).
Vgl. Bloch 3282 - Faber du Faur 417.1638
(Jeweils EA 1723, erschienen unter Pseud. von
Wahrenberg): „This republic, which seems to
be an imitation of Andreae‘s Christenburg, is
governed by a communistic royalism exerci-
sing strict control over all things. Primitive and
patriarchal conditions are praised: for example,
barter trade without the exchange of money,
of which very little is in circulation“. - Hayn/G. II,
234: „Interessante Utopie, mit einigen Bemer-
kungen über Amerika“. - Es fehlen am Schluss
3 Bll. Inhaltsverzeichnis des zweiten Teils. - Etw.
gebräunt, in den Rändern stock- u. stellenweise
feuchtfleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
154
Ziegler, Christiana Mariana von. Moralische
und vermischte Sendschreiben, An einige Ihrer
vertrauten und guten Freunde gestellet. Leipzig,
J. F. Brauns Erben, 1731. 8°. [11] Bll., 416 S.
Interims-Kartonage d. Z. (etw. fleckig, Kapitale
gering bestossen).
Erste Ausgabe. - Seltenes Werk der „Zieglerin“,
die 1730 als erstes und einziges weibliches Mit-
glied in Gottscheds „Deutsche Gesellschaft“ in
Leipzig aufgenommen worden war. Unter ihren
Werken finden sich insgesamt 9 Kantatentexte,
die von Johann Sebastian Bach vertont wurden.
1733 wurde sie in Wittenberg zur „Poeta laurea-
ta“ gekrönt. - Durchgehend gebräunt und etwas
stockfleckig; unbeschnitten.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
151 152
| 22
Bücher | Moderne Literatur
155
ARTIST BOOKS - Bourquin, Thierry - Gindrat,
Yves. La Belle et le Clochard. Mit 6 Original-Ra-
dierungen von Th. Bourquin. Genf, Brises-No-
mades, 1999. 12°. (10 × 10 cm). Leporello mit 16
Segmenten. Eingebunden in Original-Papp-Ein-
band mit montiertem Rückenschild.
Eines von 69 nummerierten Exemplaren (GA).
Auf dem letzten Blatt vom Künstler, Verfasser
und Drucker signiert sowie gestempelt. - „Ce
livre est le dernier sur Terre à avoir été achevé
d‘imprimer avant l‘an 2000“. - Leicht gebräunt. -
BEIGEGEBEN: Bourquin, Th. La Manicoutai. Mit
7 sign. und num. Original-Farbradierungen von
Th. Bourquin. Genf, Editions nomades, 1980.
Qu.-12° (14,2 × 14,7 cm). Lose in Original-Lein-
wand mit mont. Deckelillustration, Papp-Schu-
ber. - Eines von nur 2 Exemplaren „épreuves
d‘artiste“ auf „papier riz népalais“ (GA 12). Im
Impressum vom Künstler signiert. - Schwach
fleckig. - Zus. 2 Bde.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
156
Bayros, Franz von - Dante Alighieri. La Divina
Commedia. A cura di Carlo Toth. 3 Teile in 1
Band. Mit 60 montierten farbigen Tafeln nach
Bayros. Wien u.a., Amalthea, 1921. 4°. Origi-
nal-Halbpergamentband mit goldgepr. Deckel-
vignette. In Papp-Schuber (dieser etwas fleckig
und bestossen).
Mambelli 604 - Brettschneider 41. - Eines von
250 numerierten Exemplaren der italienischen
Ausgabe, die neben der italienisch-deutschen
Parallelausgabe erschien. - Das Widmunsgblatt
an Sofia Gräfin Schönborn-Buchheim von Bay-
ros signiert. - Wohlerhalten.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
157
Bazaine, Jean - Delahaye, Alain. L‘être perdu. Mit
4 signierten Farblithographien von J. Bazaine.
[Paris,] Maeght, 1977. 4°. [2] w. Bll., 41 S., [2]
Bll., [2] w. Bll. Lose Lagen in Original-Umschlag,
Leinendecken und Schuber.
Eines von 80 numerierten Exemplaren auf vélin
d‘Arches (GA 640), im Druckvermerk von Autor
und Künstler signiert. - Tadellos.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
158
Bill, Max - Erker-Treffen 3. Mit 9 num., sign.
Original-Graphiken (meist Lithographien). St.
Gallen, Larese, F. und Janett J., 1979. Folio (39,3
× 29 cm). [20] Bll. Lose Lagen in Originalpapp-
mappe und -schuber (minimst berieben).
Eines von 200 handschriftlich nummerierten
Exemplaren auf Vélin BFK Rives, wobei jede
Graphik mit der Signatur, Nummerierung sowie
dem handschriftlich verfassten, lithographierten
Text versehen ist. Texte von Max Bill, Jean Cas-
sou, Max Frisch, Peter Huchel, Eugène Ionesco,
Halldór Laxness, Michel Leiris, Alexander Mit-
scherlich und Karl Prantl. Graphiken von Max Bill,
Piero Dorazio, Bernhard Heiliger, Wifredo Lam,
Otto Piene, Karl Prantl, Giuseppe Santomaso,
Antoni Tàpies und Günther Uecker. Unbeschnit-
tenes Exemplar. - In ausgesprochen frischer
Erhaltung.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
Moderne Literatur
156 158
| 23
159
Bill, Max. Erker-Treffen 4. Mit 11 num., sign.
Original-Graphiken (meist Lithographien).
St. Gallen, Larese, F. und Janett J., 1987.
Folio (40 × 29,5 cm). [24] Bll. Lose Lagen. In
Original-Papp-Mappe und -schuber (minimst
berieben).
Eines von 200 nummerierten Exemplaren auf
Vélin BFK Rives, wobei jede Grafik mit der Sig-
natur, Nummerierung sowie dem handschrift-
lich verfassten, lithografierten Text versehen
ist. Texte von Wolfgang Bächler, Max Bill, E.
M. Cioran, Eugen Gomringer, Peter Huchel,
Eugène Ionesco, Halldór Laxness, Ivo Michiels,
Margarete Mitscherlich und Andrea Zanzotto.
Originalgraphiken von Anna-Eva Bergman, Max
Bill, Piero Dorazio, Ulrich Erben, Hans Hartung,
Eugène Ionesco, Giuseppe Santomaso, Antoni
Tàpies, Günther Uecker, Jef Verheyen und Max
Weiler. - In ausgesprochen frischer Erhaltung.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
160
Braque, G. - Char, René und Braque, Georges.
Lettera amorosa. Mit 27 Original-Farblithogra-
fien sowie einer beigelegten Suite mit 21 losen
Original-Farblithographien von Georges Braque.
Genf, E. Engelberts, 1963. 4° (34,7 × 27,3 cm).
[4] Bll., 57 S. in losen Lagen. Eingelegt in Origi-
nal-Leinenkassette mit Rückenschild (minimal
entlang des Rückens bestossen, Leinenverlet-
zungen).
Monod 2621 - Vallier 187. - Eines von 30 num-
merierten Exemplaren der zweiten Vorzugsaus-
gabe auf Vélin von Rives (GA 220) mit der Suite
auf Japan, wobei die erste Grafik von Braque
nummeriert und signiert vorliegt. Die Numme-
rierung des Exemplars von Braque und Char sig-
niert. - Im Impressum vom Künstler mit Bleistift
signiert. - Erschienen bei Mourlot. - Gedruckt
bei UNION. Georges Braques „Lettera Amoro-
sa“ gehört zu den letzten Werken des Künstlers,
das er wenige Monate vor seinem Tod vollendet
hat. Es beinhaltet 27 Farblithografien, die das
lyrische Werk von René Chars illustrieren. Die
enge Zusammenarbeit der beiden Künstler
wird durch die intenisive Farbkraft sowie die
aufs Wesentliche reduzierten Formen Braques
spürbar, durch welche Chars Texte zusätzlich
hervorgehoben werden. Die Entwürfe der vor-
liegenden, auf bis zu 13 Drucken hintereinander
gestalteten, Lithografien wurden von Braque
über 4 Jahre hinweg immer wieder überarbeitet,
bis sie in ihrer endgültigen Zusammensetzung
vollendet waren. - Minimal gebräunt, ansonsten
schön erhalten.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
161
Buffet, Bernard - Giono, Jean. Recherche de la
pureté. Mit 1 signierten Original-Zeichnung, 21
Original-Radierungen sowie einer Extrasuite
derselben von Bernard Buffet. Paris, Henri Creu-
zevault, 1953. Folio. [54] Bll. Lose Doppelbogen
in illustr. Original-Umschlag, Halbleinwand-Ein-
banddecke und Schuber.
Monod 5413 - Rauch 198 - Reinz 131-157. -
Eines von 30 (GA 160) numerierten Exemplaren
der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk von
Giono und Buffet signiert. Mit den 4 nicht für das
Buch verwendeten Radierungen (Reinz 152-
155), die nur in der Suite enthalten sind. - Sehr
schönes Exemplar.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
160 161
| 24
Bücher | Moderne Literatur
162
Chagall, Marc - Longus. Daphnis et Chloé. 2 Bände. Mit 42 (16 doppelb-
lattgrossen) Original-Farblithographien von Marc Chagall. Paris, Tériade,
1961. Gr. Folio (43,5 × 34 cm). [10] Bll., 74 S., [12] Bll.; [6] Bll., 75 S., [11] Bll.
Lagen und Tafeln lose eingelegt in Original-Karton-Umschlägen (leicht
gebräunt), zusammen in 2 Original-Halbleinen-Mappen mit goldgepräg-
ten Rückentitel und Bandzahl (schwach bestossen, Bd. 1 Vordergelenk
minimal angeplatzt), die lädierten Schuber in einzelnen Segmenten
vorhanden.
Cramer 46 - Mourlot 308-349 - Garvey, S. 44. - Eines von 250 numme-
rierten Exemplaren auf Vélin Arches, im Druckvermerk vom Künstler
signiert (Gesamtauflage 270). - Vollständig. - Die vorliegende lithogra-
phische Buchillustration Daphnis  Chloés zählt zu den Hauptwerken
Chagalls und veranschaulicht auf fantasievolle Weise mit seiner meister-
haften Anwendung von Farben und Motiven die Geschichte des antiken
Liebespaares. 1952 erhielt Chagall von Tériade die Anfrage für eine Reihe
von Lithographien, welche die Geschichte von Daphnis und Chloé des
griechischen Dichters Longus nacherzählen. Chagall hatte soeben seine
zweite Frau, Valentina Brodsky, geheiratet und nahm sich folglich der
Liebesgeschichte an. Die 42 enthaltenen Farblithographien entstanden
während einer Zeitspanne von 9 Jahren. Als Inspiration dienten Chagall
verschiedene Destinationen seiner Hochzeitsreise in Delphi, Athen und
Poros. - Die Farblithographien gedruckt bei Mourlot, Paris. - In den Rän-
dern leicht gebräunt, die Lithographien in äusserst frischem Zustand.
CHF 40 000 / 60 000
(€ 37 040 / 55 560)
| 25
| 26
Bücher | Moderne Literatur
163
Chagall, Marc. Drawings for the Bible. Text by
Gaston Bachelard. Mit 25 (inklusive Einbandil-
lustration) farb. u. 23 schwarz-weissen Origi-
nal-Lithographien von M. Chagall sowie 96 Tafeln.
Paris, Verve, 1960. 9, 8 Bl. 36 x 27 cm. Illustrierter
Original-Pappband mit Original-Umschlag(dieser
mit sauber geschlossenem Einriss).
= Verve 37-38. - Mourlot 230-277 - Cramer 42.
- Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. -
Die englische Ausgabe des berühmten Werkes,
vorliegend mit dem seltenen Umschlag.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
164
Chillida, Eduardo - Heidegger, Martin. Die Kunst
und der Raum. L‘Art et l‘Espace. 2 Bände. Mit 19
Blatt Handschriften-Faksimile mit Illustrationen
und 7 Original-Litho-Collagen von E. Chillida.
UND Langspielplatte: Martin Heidegger, Die
Kunst und der Raum. St. Gallen, Erker, 1969.
8°. 26 S., [1] Bl.; [19] Bll. OPp. und lose Bogen in
OKart.-Umschlag. Zusammen in Pappschuber.
Van der Koelen 69027-69034 - Tiessen III, 2,3.
- Eines von 125 (GA 150) Exemplaren auf Vélin
de Rives Bütten. - Von Heidegger und Chillida im
Druckvermerk signiert. - Der Text von Heidegger
auf den Stein geschrieben. - Mit der oft fehlen-
den Schallplatte. - Sauberes Exemplar.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
165
DADA - die schammade (dilettanten erhebt
euch). Mit zahlreichen Abbildungen von Max
Ernst, Hans/Jean Arp, Francis Picabia, J.T.
Baargeld und Heinrich Hoerle. Köln, Schloemilch
Verlag, 1920. 32,3 x 24,9 cm (Umschlag). - 29,7
x 23 cm (Heftblock). [16] Bll. (etwas gebräunt
und knickspurig, dezent berieben und fleckig).
Raabe, Zeitschriften 114 - Richter, p. 165 - Diet-
zel/H. IV, 1066 f. - Erste Ausgabe. - Inkunabel
der Kölner Avantgarde und des Dadaismus. Das
Heft versammelt zahlreiche der bedeutendsten
Portagonisten der Bewegung und ist - bewust
gegen den damaligen Zeitgeist - mindestens
binational Deutsch-Französisch angelegt. Des-
halb finden sich als Beiträger oder zumindest
erwähnt bzw. persifliert, abgesehen von den o.a.
genannten Bildbeiträgern: Richard Huelsenbeck,
der „Mehrheitsdada“ Schwitters, Tristan Tzara,
Walter Serner, André Breton, Louis Aragon und
Philippe Soupault. Ironisierend oder ablehnend
werden erwähnt: Else Lasker-Schüler, Paul
Cassirer („caritative manicüre“), Hans Poelzig,
Cèsar Klein und Kurt Pinthus. - Klammerung
etwas angerostet, dadurch jeweils Mittellage
lose, papierbedingt dezent gebräunt, insgesamt
aber gut erhalten.
CHF 7 500 / 10 000
(€ 6 940 / 9 260)
166
Dunoyer de Segonzac, André - Colette,
Sidonie-Gabrielle Claudine. La Treille Muscate.
Mit 36 (davon 18 blattgrossen) Original-Ra-
dierungen von André Dunoyer de Segonzac.
Paris, Aimé Jourde, 1932. Folio. [86] S., 5 Bll.
Lose Doppelbogen in Original-Umschlag und
Pappeinband (Einband vollständig gelöst, leicht
gebräunt, vorderes Kapital eingerissen).
Monod 3047 - Rauch 120 - Skira 332 - Garvey
280. - Erste Ausgabe. - Eines von 100 Exem-
plaren auf Vélin Hollande van Gelder (GA 165).
- Colette und Segonzac waren Nachbarn in St.
Tropez, die vorliegenden Radierungen veran-
schaulichen das maritime Flair Südfrankreichs.
- Minim gebräunt, ansonsten sehr frisches
Exemplar.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
164
163
| 27
165
| 28
Bücher | Moderne Literatur
167
Dunoyer de Segonzac, André - Vergilius Maro,
Publius. Les Géorgiques. Traduit par Michel de
Marolles. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 119 (davon 99
blattgrossen) Original-Radierungen von André
Dunoyer de Segonzac, sowie einer Extra-Suite
mit 119 blattgrossen Original-Radierungen.
Paris, Imprimerie nationale, 1944-1947.
Gr.-Folio. 201 S., [1] Bl.; 213 S., [2] Bll. Lose
Doppelbogen in Original-Umschlägen in grünen
Original-Halbleinwanddeckeln und Schubern
(minimal berieben und bestossen).
Monod 11340 - Garvey 281. - Eines von 50
nummerierten Exemplaren (GA 250) auf Vélin
Arches, Titelei der Extra-Suite vom Künstler
nummeriert und signiert. - Radierungen ge-
druckt bei Jacques Frélaut. - „After Vollard had
seen the illustrations for „La treille muscate“, he
wished Segonzac to do another series for Co-
lette, but the artist persuaded him to plan a Virgil
(...) The artist brought the book out himself. His
landscape has a classical, pastoral quality whose
freshness is due to the immediacy of execution“
(Garvey 281). - Band I und II stockfleckig in den
Rändern (Band I teils etwas stärker und stellen-
weise innerhalb der Darstellungen), ansonsten
schönes Exemplar.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
168
Erni, Hans - Ellenberger, Jean Marie. Le Mino-
taure d‘Octobre. Avec dix-neuf eaux-fortes
originale de Hans Erni. Lausanne, Gonin, 1978.
35 x 6 cm. 52 S., 5 Bl. Lose Bögen in OHülle
und OHPgt.-Decke im Schuber (dieser etwas
berieben und fleckig).
Giroud 68. - Eines von nur 12 Exemplaren der
Vorzugsausgabe auf Büttten Duchêne (gesamt
138) mit einer Extrasuite der 19 Radierungen in
Schwarz auf China, sämtlich von Erni signiert.
Im Impressum vom Autor, Künstler und von den
Verlegern signiert. - Innen frisch.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
169*
Ernst, Max - Heisenberg, Werner. Die Bedeu-
tung des Schönen in der exakten Naturwissen-
schaft. Mit 3 Original-Farblithographien von M.
Ernst sowie einer signierten und numerierten
Extra-Suite. Stuttgart, Belser-Presse, 1971.
Folio. Grüner Original-Maroquinband mit gold-
geprägtem Rückentitel sowie Leinenmappe,
zus. in Original-Kassette mit DSchild.
Siebenter Druck der Belser Presse. - Spies/
Leppien 198 B - Tiessen IV, 4, 37 - Spindler
64, 7. - Eines von 60 (GA 205) Exemplaren der
Vorzugsausgabe mit der signierten Suite, im
Druckvermerk von Ernst zusätzlich signiert.
- Vorsätze etwas leimschattig. - Schönes,
wohlerhaltenes Exemplar.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
170*
Giger, Hans Rudolf. www HRGiger com. Mit 1
mont., mehrfach gefalt. Original-Lithographie
und 1 num. Hologramm eingelassen in beleuch-
tetem Stahlrahmen. Köln, Taschen, 1998. 30,5 x
24,5 cm. 239 S. Original-Leinen mit montierter
Deckelillustration, Original-Leinen-Kassette mit
silbergeprägtem Rückentitel und Deckelillust-
ration.
Eines von 23 nummerierten Exemplaren der
Ausgabe A mit der Druckgraphik und dem Re-
flexionshologramm (GA 300). Das Hologramm
(100 x 30 cm) in Grün. Buchbinderische Arbeit
vonon Roland Zimmer, Lithographie bei Walo
STeiner, die Holographie von Uwe Tillmanns, die
Stahlrahmung von Peter Krause. - HR Giger hat-
te er seinen Durchbruch in angewandter Kunst,
vor allem mit seinen Arbeiten für berühmte
Filmemacher. Diese Ausgabe wurde vom
Künstler selbst gestaltet und enthält detaillierte
Kommentare, in denen Giger seine Arbeit von
den frühen 60ern bis in die späten 90er Jahre
beschreibt. - Neuwertiger Zustand. - Vergriffen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
169
167
| 29
172
Hesse, Hermann. Konvolut von 4 Widmungs-
und 2 signierten Exemplaren. Eine Beigabe.
Unterschiedliche Formate und Einbände (meist
nur kleine Altersspuren).
1. Wanderung. Berlin, S. Fischer 1920. OPp. - Mit
5zeiliger signierter Widmung. - 2. Gedichte des
Malers. Freiburg, Kirchhoff, 1951. OHLwd. mit
farbig ill. OUmschlag. - Mit 4zeiliger signierter
Widmung. - 3. Zwei Idyllen. Berlin u.a., Suhr-
kamp, 1952. OPp. mit OUmschlag. Mit 4zeiliger
Widmung. - 4. Aus vielen Jahren. Bern, 1949.
Broschur. - Mit 3-zeiliger signierter Widmung.
- Unaufgeschnitten. - 5. Peter Camenzind.
Zürich, Schweizer Bücherfreunde, 1940. OHLdr.
Auf dem Vorsatz signiert. - 6. Knulp. Zürich,
Fretz und Wasmuth, 1944. OHPergament. Auf
dem Vortitel signiert. - Ein Titel von Hesse als
Beigabe. - Papierbedingt teils etwas gebräunt,
gelegentlich dezenter Besitzeintrag in Bleistift,
sonst gut. - Zus. 7 Bände.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
171
Hesse, Hermann. Das Glasperlenspiel. Versuch
einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi
Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen
Schriften. Zwei Bände. Zürich, Fretz und
Wasmuth, 1943. 8°. 451, 441 S. Rote Maro-
quin-Meistereinbände von Thorvald Hennings-
en, mit goldgepr. Rückentiteln, stilisiertem „G“
auf beiden Vorderdeckeln, Steh- und Innenkan-
tenfileten sowie Kopfgoldschnitt (Rücken jeweils
leicht aufgehellt). Zusammen in passendem
Halbleder-Schuber.
Mileck II, 76. - Erste Ausgabe. - Die schönen
Einbände abgebildet nach einer Fotografie aus
dem Werkstattbuch bei H. Burkhardt, Buchein-
bände von Thorvald Henningsen (2017), Nr. 60
(„Standort unbekannt“).
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
170
171
| 30
Bücher | Moderne Literatur
173
Hesse, Hermann. Siddhartha. Eine indische
Dichtung. Berlin, S. Fischer, 1923. Gr.-8°. 146
S., [3] Bll. Privater weisser Saffianeinband mit
Rückenschild (leicht berieben und fleckig, Rü-
ckenschild mit kl. Fehlstellen).
Siebente bis zehnte Auflage. - Mit eigenh.
Widmung Hesses auf Vorsatz: „Nicht im Reden,
nicht im Denken sehe ich seine Grösse, nur
im Tun, im Leben (S. 143) / H Hesse.“ - Partiell
gebräunt, selten dezent braunfleckig, insgesamt
gut.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
175
JUGENDSTIL - Verneuil, Maurice P. L’Animal
dans la décoration. Mit 59 (statt 60) überwie-
gend mehrfarbigen Tafeln in Pochoirkolorit.
Paris, Libr. Centrale des Beaux-Arts, (1897).
Gr.-Folio. [2] Bll., IV S. Lose Lagen und Tafeln in
Original-Papp-Mappe mit lithograph. Rücken-
titel und -Deckeln sowie Schliessen (etwas
gebräunt, leicht bestossen, Hintergelenk
leicht angeplatzt) , eingelegt in neuer Halblei-
nen-Mappe mit Schliessen.
Murray-Robertson S. 63: „Mieux encore,
Grasset engage en 1897, aux côtes de son
éléve Verneuil, une veritable polémique pour la
réhabilitation de l‘animal... Dans son introduc-
tion... Grasset condamne sans merci l‘attitude
discriminatoire des modernes qui n‘admettent
les animaux que s‘ils sont aimables, bourgeois et
tres apprivoises. Nul doute qu‘il ne fait ici allusion
à ses confreres de l‘Art Nouveau et a leur faune
sophistiquee, essentiellement ornithologique
et aquatique en raison du rythme ondulant de
ses mouvements (...).“ - Erste Ausgabe. - Mit
zahlreichen prachtvollen Darstellungen aus der
gesamten Tierwelt. - Tafel Nr. 7 fehlt. - Minimal
lichtrandig und gebräunt in den Rändern.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
175 174
174
Hesse, Hermann. Stufen der Menschwerdung.
Olten, VOB, 1947. Original-Halbpergament-
band mit goldgepr. Rückentitel. In Kart.-Schuber
(dieser etwas lichtrandig).
Eines von 100 Exemplaren der Vorzugsausga-
be. - Mit eigenh. Widmung Hesses auf Vorsatz:
„Der Vernünftige ist immer geneigt, seinen
Instinkten zu misstrauen. Der Froud ist stets
geneigt, seinem Verstande zu misstrauen. /
HHesse“. - BEIGEGEBEN: Ders. Der Novalis. Aus
den Papieren eines Altmodischen. Ebd., Ostern
1940. Original-Halblederband in Schuber. -
Eines von 100 num. Exemplaren, auf Vortitel von
Hesse voll signiert.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
| 31
176*
Klimt, Gustav. Das Werk. Ausgeführt in der K. K. Hof- und Staatsdruckerei. 3.
Lieferung (von 5). Mit 10 Tafeln, davon 2 in farbiger Kollotypie, die übrigen in
getönten Lichtdrucken, teils auf Chinapapier gedruckt und auf die Bütten-
kartons aufgewalzt. Wien, H. O. Miethke, o. J. [um 1910]. 48,5 x 47 cm. Titel
und Tafeln lose eingelegt in schwarzen Original-Lieferungsumschlag mit
Umschlagtitel in Gold (Rücken mit kl. Einrissen).
Die vollständige 3. Lieferung des in einer Auflage von 300 Exemplaren
edierten, in der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei Wien unter
Klimts Aufsicht gedruckten Mappenwerkes. Wie jeder der fünf Lieferungen
enthält sie zehn Blätter, davon zwei in Kollotypie, die restlichen in getönten
Lichtdrucken, teils auf China gedruckt und auf die Büttenkartons aufgewalzt.
Das Inhaltsverzeichnis beschreibt die Gemälde (Titel, Masse, Besitzer), jedem
Eintrag ist eine von Klimt entworfene Vignette beigegeben, die sich auf den
Bildnisblättern, jeweils in Gold gedruckt, wiederholt. Die vorliegende Lieferung
enthält: Stiller Weiher - Zug der Toten - Weibliches Bildnis - Rosen unter
Bäumen - Medizin - Die Schwestern - Oberösterreichisches Bauernhaus -
Weibliches Bildnis - Pallas Athene - Sonnenblume. - Sehr gutes Exemplar.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
176
| 32
Bücher | Moderne Literatur
177
Laboureur, J. E. - Larbaud, Valery. 200 cham-
bres. 200 salles de Bains. Mit 10 Original-Kup-
ferstichen von J. E. Laboureur und 1 Extrasuite.
Den Haag, J. Gondrexon, (1927). Gr.-8°. 42 S., [2]
Bll. Privater Halbmaroquin mit 2 goldgeprägten
Rückenschildern und goldgeprägter Jahreszahl,
Kopfgoldschnitt und eingebundener Origi-
nal-Broschur.
Laboureur, livres illustrés, Nr. 341. - Eines von
250 num. Exemplaren auf vergé de Hollande
(GA 356). Mit der num. Suite, eines von nur 10
Exemplaren, „pour les Amis de Jean Gondrexon“
auf „papier Van Gelder Cream Wove“. Vom
Illustrator im Druckvermerk signiert. - Zweiseitig
unbeschnitten. - Papierbeding leicht gebräunt.
1 Tafel der Suite mit grösserem Feuchtfleck im
weissen Rand. - Auf dem Vorsatz eigenhändige
Widmung mit Namenszug des Illustrators an
„Aude-François“.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
178
Malraux, André. La Condition Humaine. Mit
eigenh. Widmung und Zeichnung des Autors
auf Vortitel. Paris, Éditions de la Nouvelle Revue
Francaise, 1933. 4°. 404 S., [1] Bl. Schwarzer
Maroquin-Meistereinband (sign. R. L. Mar-
tin) mit goldgepr. Rückentitel und vertikalem
Streifenmuster in Rot und Schwarz auf Rücken.
Dreiseitiger Goldschnitt, Spiegel- und Vorsatz-
bezüge aus violettem Sämischleder. OBroschur
eingebunden. In passendem Schuber.
Erste Ausgabe. - Eines von 30 gewidmeten Ex-
emplaren (GA 379): „A Mademoiselle Georgette
Neuburger hommage cordial André Malraux“.
- Malraux‘ Roman, der dritte, tragisch und
zugleich gewalttätige Teil seines Fernost-Zyklus
wurde ein Riesen-Erfolg und gewann bei seiner
Veröffentlichung 1933 den Prix Goncourt. La
Condition Humaine spielt sich in Shanghai
1927 ab und portraitiert den kommunistischen
Aufstand im März bis zu dessen Niederschla-
gung durch Chiang Kai-shek im April desselben
Jahres. - Einseitig unbeschnittenes, äusserst
frisches Exemplar. - Exlibris Henri Paricaud auf
Spiegel. - BEIGEGEBEN: Ders. Antimémoires.
Ebda., 1967. In ähnlicher HLederausstattung
von R. L. Martin. Eines von 80 nummerierten
Exemplaren „sur vélin de Hollande van Gelder“.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
179
Mann, Thomas. Wälsungenblut. Mit 32 (12
ganzseitigen) Steindrucken von Th. Th. Heine.
München, Phantasus-Verlag, 1921. 4°. [3] Bll.,
88 S., [1] Bl., [3] w. Bll. Original-Halblederband
mit Rückenschild und Kopfgoldschnitt (Gelenke
leicht berieben, Ecken gering bestossen).
Schauer II, 10 - Rodenberg 459 - Bürgin I, 18
- Potempa E 22/2. - Erste Ausgabe. - Eines
von 100 (Gesamtauflage 530) nummerierten
Exemplaren in Halbleder, im Druckvermerk
von Mann und Heine signiert. - Die bis heute
kontrovers diskutierte, weil mit antisemitischen
Stereotypen spielende Persiflage auf Richard
Wagners „Walküre“ sollte 1906 in der Neuen
Rundschau erscheinen. Thomas Mann zog sie
jedoch, Auseinandersetzungen mit der Familie
seiner Frau, den Pringsheims fürchtend, zurück.
Erst 1921 erschien der vorliegende Privatdruck.
- Namenszug auf Vorsatz, gering gebräunt.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
180
Matisse, Henri -Duthuit, Georges. Les Fauves.
Braque. Derain. Van Dongen. Dufy. Friesz. Man-
guin. Marquet. Matisse. Puy. Vlaminck. Mit zahlr.,
teils mont. und farb. Abb. Genf, Éd. des Trois
Collines, 1949. 32 x 24 cm. 254 S., 1 Bl. Farb.
OBrosch. (gering berieben und nachgedunkelt).
Duthuit-Garnaud 113 - Exemplar Nummer
1 der Vorzugsausgabe A, im Colophon vom
Autor signiert und mit Eindruck des Namens
der Empfänger, von Matisse farblich auf dem
Vorderdeckel überarbeitet und signiert. Weitere
handschriftliche Widmung eines Franconi an die
Empfänger auf dem Vortitel. - Unbeschnitten.
Innen etwas gebräunt, insgesamt sauber.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
178
178
| 33
181*
- Verve. Revue artistique et littéraire. Vol. IX,
Nos 35 et 36. Mit 40 Original-Farblithogra-
phien (davon 8 doppelblattgr. und 2 gefaltet)
nach H. Matisse. Paris, Éditions de la Revue
Verve, (1958). Folio. 182 S., [2] Bll. Illustrierter
Original-Pappband (Ecken leicht bestossen, kl.
Absplitterungen an den Gelenk- und Stehkan-
tenbezügen).
= Dernières oeuvres de Matisse, 1950-1954.
- Gutes Exemplar der Matisse gewidmeten
Doppelnummer mit den berühmt geworde-
nen Scherenschnitten des Spätwerks. Der
Umschlag nach Entwurf von Matisse speziell für
diese Ausgabe. Druck der Farblithographien bei
Mourlot. - Sauberes Exemplar.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
182*
Picasso, Pablo - Eigenh. Skizze mit Widmung.
In: Pablo Picasso 1969-1970. Exposition conçue
et mise au point par Yvonne Zervos. Au Palais
des Papes en Avignon. Mit zahlr. Abb. auf Tafeln.
Paris, Cahiers d‘Art, 1970. 4°. Original-Broschur
(etwas randfleckig, Signatur-Märkchen auf
VDeckel).
Auf dem Titelblatt in blauem Farbstift gezeich-
net und gewidmet: „Pour Anita, Picasso, le
10.7.70“. - Etwas feuchtfleckig im Unterrand,
Katalogteil mit einigen Annotationen in Kugel-
schreiber.
CHF 7 000 / 10 000
(€ 6 480 / 9 260)
181
182
179 180
| 34
Bücher | Moderne Literatur
183
Proust, Marcel. À la recherche du temps perdu.
8 Teile in 13 Bänden. Paris, Bernard Grasset,
Nouvelle Revue Francaise, 1913-1927. 8°.
Dunkelblaue Maroquin-Meistereinbände (sign.
M. Fray) mit goldgepr. Rückentiteln, typogra-
phischer und geometrischer Deckelgestal-
tung in Blind- und Farbprägung sowie dreiseit.
Goldschnitt. Spiegel- und Vorsatzbezüge aus
verschiedenfarbigem Sämischleder. Origi-
nal-Broschuren eingebunden. In marmorierten
Schubern (Rücken mit leichten Bereibungen und
Flecken, Schuber VI Segmente etwas gelöst).
Pierre-Quint 55. - Erste Ausgabe. - ENTHÄLT:
1. Du côté de chez Swann (Exemplar mit dem
korrigierten Erscheinungsdatum, Jahreszahl
1914 auf Titel). Eines von 12 Exemplaren (GA
17). 2. À l‘ombre des jeunes filles en fleurs.
Eines von 64 Exemplaren (GA 70). 3. Le coté de
guermantes I. Eines von 800 Exemplaren (GA
1030). 4. Le coté de guermantes II Sodome et
Gomorrhe I. Eines von 800 Exemplaren (GA
1030). 5. Sodome et Gomorrhe II. Eines von 850
Exemplaren (GA 880). 6. La Prisonnière, Sodo-
me et Gomorrhe III. Eines von 875 Exemplaren
(GA 905). 7. Albertine disparue. Eines von 1200
Exemplaren (GA 1235). 8. Le temps retrouvé.
Eines von 30 Exemplaren hors commerce, (GA
1374). - Die vorliegenden 8 Romane Marcel
Prousts bilden das Hauptwerk seines Oeuvres,
und haben zugleich eine nicht wegzudenkende
Bedeutsamkeit für die französische Rom-
anliteratur des frühen 20. Jahrhunderts. Der
mehrteilige Roman erzählt autobiographisch die
lebenslange allegorische Suche nach der Wahr-
heit, und sticht sowohl aufgrund seiner Länge
als auch wegen der Thematik der unfreiwilligen
Erinnerung literarisch hervor. Als Anlehnung an
Kindheits-Erinnerungen des Autors erhielt 1919
den Prix Goncourt macht den Autor auf einen
Schlag berühmt. Da ihn 1922 eine schwere
Krankheit zum Abbruch der Arbeit zwang und
Proust kurz davor verstarb, erschienen die letz-
ten drei Teile posthum. - Sehr schön erhaltene
erste Ausgabe.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 5 560 / 8 330)
184*
Walser, Robert - Poetenleben. Frauenfeld u.
Leipzig, Huber  Co., 1918. 8°. [2] Bll., 183 S., [2]
Bll. Originalhalbleinenband mit farbig lithogra-
phierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser
(minimal berieben sowie Ecken bestossen).
Badorrek/Hoguth B 87. - Erste Ausgabe - Ent-
hält 25 kurze Prosa-Texte, die Walser aus-
nahmslos bereits in Zeitungen und Zeitschriften
veröffentlicht hatte. - Teils minimal stockfleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
185
Rouault, Georges. Miserere. Mit 57 (st. 58)
Original-Aquatinta-Radierungen von G. Rouault
(Aquatinta und Zucker-Aquatinta über Helio-
gravüren von Tuschezeichnungen, überarbeitet
mit Kaltnadel, Roulette, Polierstahl u. a.), meist
in der Platte monogrammiert und datiert 1922
bis 1927. Paris, Éditions de l’Étoile filante, 1948.
Gr.-Folio (68 x 52 cm). [130] (teils w.) Bll. Lose
Lagen in Original-Halbpergament-Mappe
mit goldgeprägtem Rückentitel und Messing-
Schliessklammer (gebräunt, etwas fleckig,
unteres Kapital leicht bestossen).
Monod 9966 - Chapon, Rouault, Nrn. 54 bis 111.
- Chapon, Livres, S. 74 - Rauch 156 - Hog-
ben/Watson 72 - Thiem 159. - Eines von 425
nummerierten Exemplaren (GA 450). - Während
des Krieges 1914-18 empfing der Künstler
die ersten Anregungen zum Miserere, einem
graphischen Zyklus, der 1917 begonnen, zehn
Jahre später vollendet, aber immer wieder aufs
neue überarbeitet und erst 1948 veröffent-
licht wurde. Das Werk sollte ursprünglich im
Auftrag von Ambroise Vollard in zwei Teilen als
„Guerre“ und „Miserere“ mit 100 Darstellungen
und einem Text von André Suarès erscheinen.
Durch Vollards Tod und den Zweiten Weltkrieg
wurde das geplante Werk nicht vollendet. Ein Teil
der Radierungen ging im Krieg verloren. 1947
konnte Rouault die Jacquemin- Abzüge aus
dem Nachlass Vollards retten und sie der Ver-
lagsgesellschaft L’Étoile Filante anvertrauen, die
sie 1948 in der vorliegenden Ausgabe ohne den
Text von Suarès mit einem Vorwort Rouaults
veröffentlichte. - Unbeschnittenes Exemplar.
- Es fehlt die Tafel VIII („Qui ne se grime pas?“). -
Schwach gebräunt, an den unteren Ecken leicht
bestossen.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 5 560 / 8 330)
183
183
| 35
185
| 36
Bücher | Moderne Literatur
186
Rouault, Georges. Stella Vespertina. Avant-pro-
pos de M. l‘Abbé Maurice Morel. Mit 12 mont.
farbigen Tafeln. Paris, Drouin, 1947. Folio. 8 Dop-
pelblattbogen und Tafeln lose in OHPgt.-Decke
und OSchuber(gering berieben und fleckig).
Benezit IX, 124-126 - Exemplar C von nur 5
Exemplaren (A bis E) der Vorzugsausgabe auf
Japan Imperial, mit zwei originalen, in die Deckel
montierten Kupferplatten. Dieses Exemplar lt.
handschriftlichem Vermerk auf dem vorderen
Spiegel für den Verleger Flammarion. Dem
Exemplar beigegeben zwei Blätter der Suite in
ersten Abdrücken, unter der Darstellung auf
dem Träger jeweils bezeichnet „essai de tirage
pour la couleur / Bon G.R.“, wohl von der Hand
Rouaults, der damit den Druck freigab. - Im Rand
etwas angestaubt, Pergaminhülle der Textblät-
ter knitterig, sonst gut.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
187
Slevogt, Max - Cooper, J. F. Lederstrumpf-Er-
zählungen übersetzt und bearbeitet von K.
Federn. Mit Original-Lithographien von Max
Slevogt. Mit 312 signierten Lithographien,
davon 52 blattgross. Mit der Extrasuite von 52
blattgrossen signierten Lithographien. Berlin,
Paul Cassirer, 1909. Gr.-Folio. [3] Bll., 473 S. Ro-
ter Originalmaroquinband (sign. „Carl Sonntag.
Jun. Leipzig“), Rückenfileten, Kopfgoldschnitt,
Deckelvignette und Deckel- und Innenkanten-
bordüren vergoldet (Ecken minimal bestossen),
lose in Papp-Kassette d. Z. (etwas berieben, je 1
Segment gelöst).
Schauer II, 84 - Rodenberg 452, 1 - Eyssen 143
f - The Artist and the Book 288. - Erster Druck
der Pan-Presse. Vollständig.- Eines von 60 Ex-
emplaren der Luxusausgabe auf Reisfaser-Pa-
pier, gebunden in Glanzleder mit Handvergol-
dung; Vollbilder, vom Künstler handschriftlich
signiert, auf Japan, wurden dieser Ausgabe
separat in einem Schutzkasten beigefügt (GA
310). - „Slevogt illustrated tales of action and
adventures in a graphic, Impressionistic style,
bringing to the lithograph the atmospheric
quality of painting. The ‚Leatherstocking Tales‘
is one of his most ambitious books and contains
some of his best work.“ - Minimst gebräunt,
ansonten wohlerhalten.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
188
Van Elsen, Théo - Gorki, Maxime. Les Va-
gabonds. Traduit du Russe par Ivan Strannik.
Mit 1 Original-Gouache, gest. Frontispiz und
19 lithographierten Tafeln von Théo van Elsen.
Paris, Éditions de la Mappemonde, 1945. 8°. 249
S., [2] Bll. Privater HMaroquin d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel, Kopfgoldschnitt (schwach berie-
ben) und eingebunder Original-Broschur.
Eines von 24 num. Exemplaren mit einer Ori-
ginal-Gouache von Théo van Elsen (GA 200). -
Zweiseitig unbeschnitten. - Leicht gebräunt.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
187
186
| 37
189
Verve. Revue artistique et littéraire. Nrn. 1-9
und 11-18 in 14 Heften. Mi tvon Borès, Bonnard,
Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandinsky, Klee,
Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und
Rouault, sowie zahlreichen Heliogravüren. Paris,
Éditions de la Revue Verve, 1937-1947. Folio.
Illustr. Original-Broschuren und OPp. mit illustr.
Schutzumschlägen (Rückene etwas berieben
und bestossen, Schutzumschläge teils leicht
angerissen oder vereinzelt winzige Fehlstellen).
ENTHÄLT: Vol. I, Nr. 1; Vol. I, Nr. 2; Vol. I, Nr. 3; Vol.
I, Nr. 4; Vol. II, Nr. 5  6; Vol. II, Nr. 7; Vol. II, Nr. 8;
Vol. III, Nr. 9; Vol. III, Nr. 11; Vol. III, Nr. 12; Vol. IV,
Nr. 13; Vol. IV, Nrn. 14  15; Vol. IV, Nr. 16; Vol. V,
Nrn. 17  18. - Der Druck der Farblithographien
bei Mourlot. - Leicht gebräunt, vereinzelt etwas
angestaubt. Bindung bei Heft 13 angeplatzt,
Heft 4 mit einigen Bleistiftanstreichungen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
190*
Walser, Robert. Aufsätze von Robert Walser.
Leipzig, Kurt Wolff Verlag, 1913. 8°. 237 S. Per-
gamentband d. Z., mit kolorierter Deckelvignet-
te von Karl Walser (minimal gebräunt).
Badorrek-Hoguth A 26 – Göbel 145. - Erste
Ausgabe. - Eines von nur 25 nummerierten
Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten.
- „Daß Sie in die Mitarbeit meines Bruders am
Aufsatzbuch einwilligen, freut mich lebhaft“
(Robert Walser 1912 an den Verleger, zitiert
nach Badorrek-Hoguth). - Provenienz: Hermann
Laatzen, Buchhandlung und Antiquariat,
Hamburg. - Kleine Wappenvignette auf Spiegel.
- Vereinzelt minime Beschmutzungen, sonst
wohlerhaltenes Exemplar.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
191*
Walser, Robert. Der Spaziergang. Frauenfeld /
Leipzig, Huber, 1917. Kl.-8°. 85 S., [1] Bl. Origi-
nal-Pappband mit Vorderdeckelillustration von
Otto Baumberger (Rücken mit Gelenkeinrissen
und kleinen Fehlstellen).
= Schweizerische Erzähler Band 9. - Erste
Ausgabe. - Entlang der Seitenränder minimal
gebräunt. - Provenienz: radiertes Exlibris Frida
Rothschild auf Vorsatz. - Gelöschter Stempel
auf Titel.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
189
| 38
Bücher | Moderne Literatur
192*
Walser, Robert. Fritz Kocher‘s Aufsätze. Mit
Doppeltitel, 11 Zeichnungen auf festem Japan-
papier u. lithogr. Umschlagillustration von Karl
Walser. Leipzig, Insel-Verlag, 1904. Kl-8°. [2] Bll.,
128 S., späterer Leinenband mit aufgezogenem
Vorderdeckel der Original-Broschur (Ecken
minim bestossen).
Sarkowski 1872 - Badorrek-Hoguth 28.1 - Erste
Ausgabe. - Ermuntert durch Walsers Beiträge in
der Zeitschrift „Die Insel“ hatte sich der Verlag
bereit erklärt, eine kleine Sammlung bisheriger
Arbeiten aufzulegen. Es wurden 1300 Exempla-
re bei Breitkopf  Härtel gedruckt. Der Verkauf
geriet zu einem Desaster, nach einem Jahr
waren gerade einmal 47 Exemplare verkauft.
Der Restbestand soll in einem Warenhaus ver-
ramscht worden sein. Vom Bruder des Dichters
stammen ebenso die Kalligraphien des Doppel-
titels und der Kapitelüberschriften. „Karl Walser
hat in das Buch viel Kompott hineingezeichnet;
aber das schadet nichts“ (Kurt Tucholsky, in „Die
Schaubühne“ 17, 1913, zitiert nach Bador-
rek-Hoguth). - Schön erhaltenes Exemplar,
vereinzelte Stockfleckchen.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
193*
Walser, Robert. Prosastücke. Zürich, Rascher 
Cie., 1917. 8°. 50 S., [3] Bll. Original-Kartonage
mit Umschlagillustration von Karl Walser.
Schriften für Schweizer Art und Kunst Bd.
55 - Badorrek-Hoguth B 88. – Erste separate
Ausgabe und das erste in der Schweiz verlegte
Buch des Schriftstellers. - Papierbedingt gering
gebräunt, in den Rändern stellenweise minim
stockfleckig, gutes Exemplar.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
194*
ZERO - Zero 4321. Herausgegeben von Dirk
Pörschmann und Mattijs Visser, Zero Foun-
dation Düsseldorf. Mit zwei limiteriten und
singierten Serigrafien von Heinz Mack und Otto
Piene. Düsseldorf, Richter-Fey, 2012. 20 x 22
cm. OKarton (noch orignal verschweisst).
Sonderausgabe in 100 Exemplaren, mit den
zwei separaten Originalserigrafien, jeweils Num-
mer 56 von 100, von den Künstlern signiert.
- Beigegeben Nachdruck von ZERO 1 bis 3 mit
Begleitband, zur Ausstellung ZERO Paris-Düs-
seldorf, 2013. Weiter dabei silbernes Kartonblatt
mit Ausschnitt „ZERO“, sowie unsigniertes
Doppelblatt mit Lithographie und Brandloch in
Schutzhülle (Otto Piene ?). - Neuwertig.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
195
ZEITSCHRIFTEN - Hyperion. Eine Zweimonats-
schrift. Hg. von Franz Blei und Carl Sternheim. 12
Hefte in 6 Bänden (alles Erschienene). Mit zahlr.
teils farbigen Tafeln und 7 Original-Graphiken
von Laboureur (2), Vrieslander, Edward Gordon
Craig u.a. München, Hans von Weber, 1908-
1910. 4°. Goldgepr. Original-Leinenbände der
Wiener Werkstätte (der 2. Jg. im Format etw.
abweichend; minime Bereibungen).
Söhn HDO 124 - Diesch 2802. - Eines von 1000
Exemplaren auf englischem Velin (GA 1050).
- Bedeutende Zeitschrift mit zahlreichen Erst-
drucken, darunter in Heft 1 die erste Veröffent-
lichung des jungen Franz Kafka (acht Stücke aus
„Betrachtung“, Dietz 1). - Weitere Textbeiträge
stammen von Brod, Borchardt, Dauthendey,
Dehmel, Carl Einstein, Heinrich Mann, A. R.
Meyer, Musil, Rilke, Sternheim, Schickele u.v.a.,
die Illustrationen nach Klimt, Toulouse-Lautrec,
Heckel, Liebermann, Th. Th. Heine etc. - Gutes
Exemplar. - Radiertes Exlibris Willy Dreyfus.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
194 196
| 39
196
- [Peignot, Charles] (Hrsg.). Arts et métiers
graphiques. 12 Jgge. in 68 Heften, gebunden in
14 Bänden. Mit zahlreichen meist ganzseitigen,
teils farbigen, teils montierten Abbildungen.
Paris, Hachette, 1927-1939. 4°. Private Halbper-
gament-Bände mit goldgepr. Rückentiteln und
Bandzahl (sign. W. Wirz, Lausanne), eingebunde,
illustrierte Original-Broschuren.
Vollständige Reihe der bedeutenden französi-
schen Zeitschrift zur Buchgestaltung, Typog-
raphie und Buchillustration. „Hoch angesehen“
(LGB V, 580) und nur selten komplett. - Mit
hervorragend dokumentierten Beiträgen über
arabische Schrift, alte und moderne Einbande,
Druck von Blindenschrift, Etiketten von Likören
oder Parfums, die Anfänge der Lithographie
und zahrleichen photographischen Beiträgen.
Der Herausgeber Charles Peignot (1897-
1983) begründete die aufwändig gestaltete
Kunstzeitschrift als Leiter der Schriftgiesserei
Deberny et Peignot - eine der bedeutendsten
französischen Firmen auf diesem Gebiet - was
die ausserordentliche Druckqualität erklärt, die
insbesondere bei den Abbildungen der Pho-
tographie-Sondernummern ins Auge fällt und
sicher ein Grund dafür war, dass die internatio-
nale Avantgarde-Elite von Herbert Bayer, Henri
Cartier-Bresson und André Kertesz über Man
Ray, Laszlo Moholy-Nagy, Edward Steichen bis
hin zu Albert Renger-Patzsch, UMBO u. v. m.
gern daran mitwirkte. Hierzu besonders hervor-
zuheben ist die Sonderausgabe zur Photogra-
phie (Nr. 16), die mit über 130 zeitgenossische
Photographien die Bandbreite üer damaligen
Photokunst widerspiegelt. Gerade ihre Vielsei-
tigkeit in Thematik und Gestaltung machte die
AMG zu einer der herausragenden graphischen
Zeitschriften vor dem Zweiten Weltkrieg. - Im
Schnitt minimal gebräunt, insgesamt sehr sau-
beres und sehr gut erhaltenes Exemplar. - Mont.
Exlibris „Alvaro Balozza“, Buchhändler-Märkchen
„F. Roth  Cie, Lausanne“.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
197
- Verve. Revue artistique et littéraire. 8 Hefte in
4 Bdn. Mit 39 (davon 4 doppelblattgr., inkl. OU)
Original-Farblithographien von Borès, Bonn-
ard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandinsky,
Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und
Rouault, sowie zahlreichen Heliogravuren. Paris,
Éditions de la Revue Verve, 1937-1940. Folio.
Halbleder-Meistereinbände im Stil des Art Déco,
mit blindgeprägtem Rückentitel und Bandzahl
(sign.: „Weber  Wirz“). Mit eingebundenen
illustr. Original-Broschuren (Ecken minimal
bestossen, vereinzelte winzige Bereibungen,
leicht beschabt).
Druck der Farblithographien bei Mourlot.
- Leicht angestaubt. Stellenweise minimal
gebräunt. Insgesamt sehr sauber. - Exlibris
„Alvarobalozza“ sowie Etikett „F. ROTH Beaux
Arts, Lausanne“ montiert.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
197
197
| 40
Bücher | Varia
198
COMICS - Disney, Walt. Das Lebende Buch der
Micky Maus. Mit farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr.
Textillustr., sowie der kompletten Tasche mit
weiteren Materialien unter der Original-Bauchin-
de am Rückdeckel. [Zürich], Bollmann, o. J.
[1936]. Gr.-8°. Nicht paginiert. Illustr. OPp. mit
ill. OUmschlag, OBauchbinde und zusätzlichem
Umschlag im OSchuber (Schuber bestossen,
partiell eingerissen teils etwas aufgehellt, sonst
frisch).
(= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste deut-
sche Ausgabe in der Übersetzung von Hans
Schenk. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann.
- Unberührtes Exemplar, die Figuren wurden nie
aufgestellt, weder die im Buch noch die in der
Tasche am Ende, komplett mit Schutzumschlag,
Bauchbinde und Schuber. Innen und aussen
sehr frisch.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
199
- Disney, Walt. Die Waldmännlein und König
Neptun ( Babes in the woods and King Neptun).
Mit 4 doppels., farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr.
Textillustr. [Zürich], Bollmann, o. J. [1936]. Gr.-8°.
43 S. Illustr. OPp. mit ill. OUmschlag im OSchu-
ber (Schuber partiell aufgehellt, sonst frisch).
(= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste
deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Josy
Priems. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann.
- Ungelesenes Exemplar mit dem seltenen
Schutzumschlag, innen und aussen sehr frisch.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
200
- Disney, Walt. Drei Micky Maus Wunder-Bü-
cher, davon zwei mit farbigen Pop-Ups sowie
Textillustrationen, eines nur mit Textillustra-
tionen. Zürich, Bollmann, (1936). 8°. Farbige
Original-Pappbände (minimal berieben und
bestossen).
1. Abenteuer der Micky Maus. Aus dem Eng-
lischen frei übertragen von Zirr. Mit 2 farbigen
Pop-Ups. 15 Bll. - 2. Micky Maus im Zirkus. Über-
setzt von Hans Schenk. Mit 3 farbigen Pop-Ups.
30 S. - 3. Micky Maus in Afrika. Übersetzt aus
dem Italienischen von Josy Priems. Mit Textillus-
trationen. 64 S., 1 Bl. - Provenienz: Firmenarchiv
Bollmann. - Ungelesene Exemplare mit minima-
len Altersspuren, innen und aussen frisch.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
201
- Disney, Walt. Micky Maus am Hofe König
Arthurs (Micky Mouse in King Arthur‘s court). Mit
4 doppels., farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr. Textil-
lustr. [Zürich], Bollmann, o. J. [1936]. Gr.-8°. 52
S. Illustr. OPp. mit ill. OUmschlag im OSchuber
(Schuber partiell aufgehellt, sonst frisch).
(= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste deut-
sche Ausgabe in der Übersetzung von Hans
Schenk. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann.
- Ungelesenes Exemplar mit dem seltenen
Schutzumschlag, innen und aussen sehr frisch.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
202
FAKSIMILE - Beatus von Liébana. Códice de
Girona. Vollfaksimile der Handschrift Catedral,
Núm. Inv. 7 (11) des Arxiu Capitular de la Cate-
dral de Girona. Faksimile und zwei Kommentar-
bände. Barcelona, M. Moleori Editor, 2004. 42,5
× 36 cm. Beiges Original-Schweinsleder über
Holz-Deckeln, Original-Leder-Kassette mit
goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel und
ornamentaler Goldprägung.
Eines von 1053 nummerierten Exemplaren
(GA). - Der englische und spanische Kommen-
tarband mit Texten von Gabriel Roura i Güibas
und Carlos Miranda Garcia-Tejedor. - Mit einer
eindrucksvollen doppelseitigen Darstellung
des Himmels in sechs konzentrischen Kreisen,
das Leben Christi, dessen Kreuzigung und
Höllenfahrt darstellend. - Auf hinterem Spiegel
montiertes Zertifikat bzw. Druckvermerk. -
Innen tadellos.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
Varia
198
199
| 41
203
- Les Très Riches Heures du Duc de Berry.
Vollfaksimile der Handschrift Nr. 65 im Musée
Condé in Chantilly bei Paris, entstanden um
1485. Faksimile und Kommentarband in 2 Bän-
den. Luzern, Faksimile-Verlag, 1984. 49,5 x 39,5
cm. Roter Maroquin-Einband mit Fleuronné-Rü-
ckenvergoldung und Wappen-Supralibros auf
Deckeln und HLeder mit goldgepr. Rückentitel
in Original-Plexiglas-Schuber (Schuber minimal
gebrauchsspurig).
Eines von 980 Exemplaren (GA 1060). - Sehr
aufwändig hergestelltes Faksimile des wohl be-
rühmtesten und schönsten Stundenbuches der
Welt. - Wissenschaftlicher Kommentarband von
R. Cazelles und J. Rathofer. - Absolut neuwer-
tig. - Lose beiliegend: 1. [1] Bl. Verzeichnis der
Illustrationen. - 2. Zertifikat.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
204
JUDAICA - Bartolocci, Giulio und Carlo Giu-
seppe Imbonato. Bibliotheca magna rabbinica
de scriptoribus  scriptis herbraicis, ordine
alphabetico hebraicè,  latinè digestis. [UND: Bi-
bliotheca Latino-Hebraica]. 5 Bände. Mit 2 gest.
Portraits. Rom, Typographia Sacrae Congrega-
tionis de Propaganda Fide, 1675-1694. Folio.
Pergamentbände d. Z. mit Rückenschildern
(Rücken teils lädiert, Rückenschilder fragmenta-
risch, stärker fleckig).
Steinschneider 125. - Erste Ausgabe. - Syste-
matische Bibliographie der hebräischen Litera-
tur, geordnet nach Autorennamen, verfasst in
Latein und Hebräisch. Giulio Bartolloci (1613-
1687) Innengelenke teils angeplatzt, stellenwei-
se stärker feuchtfleckig, insgesamt aber noch
ordentliche Reihe.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
205
- Bodenschatz, Johann Christoph Georg.
Kirchliche Verfassung der heutigen Juden,
sonderlich derer in Deutschland [...]. 4 Teile in
2 Bänden. Mit gest. Frontispiz von Georg Paul
Nusbiegel und 28 gest. Tafeln. Erlangen u.a., J.
F. Becker und G. Otto, 1748-49. 4°. [7] Bll., 206,
386 S., [1] Bl.; [2] Bll., 256, 270 S., [18] Bll. Leicht
abweichende Halblederbände d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel und Bandzahl (beschabt, berieben,
Ecken bestossen).
VD18 90024648 und 90024672 - Graesse I,
459 - Fürst I, 124 - Colas 352. - Erste Ausgabe.
- Über den Ursprung, Schicksal, Gottesdienst
und Dogmatik der deutschen Juden. - Entlang
der Seitenränder minimal gebräunt, teilweise
vereinzelt stockfleckig. - Hs. Besitzvermerk von
1800 auf Spiegel.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
206
KINDERBÜCHER - Prachtbilder aus fremden
Zonen für den Anschauungsunterricht. Livre
pompeux d‘images de toutes les zones. Splen-
did picture-book of all zones. Mit lithogr. kolor.
Titel und 8 farb. lithogr. Tafeln mit Tonplatte.
Stuttgart, Risch, [1873]. Quer-Folio. [8] Bll.
Original-Halbleinen mit mont. Titelbild (etwas
fleckig, berieben und bestossen, Rücken etwas
abgelöst und oberes Kapital eingerissen).
Hensius XV, 328. - Nicht in den einschlägigen
Kinderbuchbibliographien. - Lithographien
gedruckt bei Albert Wagner, Berlin. Verlegt bei
Otto Risch. - Prachtvolles Bilderbuch mit leben-
digen Anschauungstafeln, die jeweils in 4 Spra-
chen betitelt sind, darunter: Tscherkessische
Krieger, Araber auf Löwenjagd, Ein Präriebrand,
Ein Kampf mit Eisbären u.a. - Etwas bestossen
und minimal stockfleckig.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
201
202
| 42
Bücher | Varia
207
MUSIK - Til, Salomon von. Dicht-, Sing- und
Spiel-Kunst, so wohl der Alten, als ins besonder
der Hebreer durch Neugierige Untersuchung
der Antiquität aus ihrer vorigen Dunckelheit
wieder auffgekläret. Zweyte Edition. Mit 1 gefalt.
Kupfertafel und einigen teils blattgr. Textholz-
schnitten. Frankfurt und Leipzig, J. B. Cramer,
1719. Kl.-4°. [4] Bll., 478 S., [9] Bll. Halbpergam-
entband d. Z. mit hs. Rückentitel (etw. fleckig,
Kanten beschabt).
VD18 11615877 - Hirsch I, 578 - Kistner-See-
baß 906 - Eitner IX, 478 - Wolffheim II, 314: „Mit
ausführlichen Angaben über Instrumente der
Alten, nebst deren Abbildung im Text“. - Zweite
deutsche Ausgabe, die erste erschien 1706.
- Mit der meist fehlenden Tafel mit dem Sing-
Dienst der Leviten vor dem Tempel. - Etwas ge-
bräunt, die Tafel mit kl. Falzeinriss. - Provenienz:
Aus der Bibliothek des westfälischen Historikers
und Sammlers Joseph Niesert in Velen (1766-
1841), mit dessen Besitzvermerk von 1818 auf
dem Titelblatt.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
208
OCCULTA - Graber, Johann Georg und Johann
Georg Gichtel. Eine kurtze Eröfnung und
Anweisung Der dreyen Principien Und Welten
im Menschen. In unterschiedlichen Figuren
vorgestellet: Wie und wo eigentlich ihre Centra
im innern Menschen stehen; ... Samt einer
Beschreibung der dreyerley Menschen, nach Art
des in ihme herrschenden Principii oder Geistes.
Mit doppelblattgr. kolor. Frontispiz und 3 (1 dop-
pelblattgr.) kolor. Kupfertafeln. Ohne Ort, 1723.
8°. 175 S., [1] w. Bl. Lederband d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel, Deckelvignette (Krone) und Mono-
gramm „I.H.L.“ Dreiseitiger Goldschnitt (etwas
berieben, Kapitale etwas beschabt).
VD18 11158840 - vgl. Caillet 4522 (4. Auflage
1779). - Erste Ausgabe. - Seltene mystische An-
thropologie, bereits 1696 von Gichtel verfasst,
jedoch vorliegend erstmals aus dem Nachlass
herausgegeben. „Von Anlage her Mystiker und
Spiritualist, kam er durch Jakob Böhme, dessen
Werke er 1682 herausgab, zur Erkenntnis seiner
Position, die über Böhme hinausgeht und stark
mystische Züge aufweist.“ (NDB 6, 369). Seinem
Denken liegt die Vorstellung zugrunde, dass der
menschliche Körper als Abbild des Kosmos zu
verstehen ist. So wird auf den Kupfertafeln der
Mensch in seinen verschiedene Körperregion
dargestellt, wobei diesen jeweils eine religiö-
se oder astronomische Entsprechung bzw.
Bedeutung zugewiesen wird. Die doppelb-
lattgrosse Tafel zeigt das „Rad der Geburt“. -
Gichtels Lehre fand ihre praktische Umsetzung
in den Hausgemeinschaften der sogenannten
„Gichtelianer“ oder „Engelsbrüder“, die auch in
der Schweiz bis weit ins 20. Jahrhundert hinein
existierten (vor allem im Zürcher Oberland und
im Emmental). - Durchgehend stärker gebräunt
und stockfleckig.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
209
TRACHTEN UND KOSTÜME - Racinet, Albert
Charles Auguste. Le costume historique. Band II
(von VI). Mit 100 (teils farbigen) lithographierten
Tafeln. Paris, Firmin-Didot, 1888. Folio. Halble-
derband d. Z. mit goldgeprägtem Rückentitel
(minimal berieben, VGelenk etwas eingerissen,
Deckel verzogen).
Lipperheide Ad 52 - Hiler 732 - Colas 2471. -
Erste Ausgabe der „Grande Édition“. - Racinets
1888 erschienenes Werk zählte damals zu den
umfangreichsten Untersuchung der Beklei-
dungsstile und Mode von der Antike bis zum
Ende des 19. Jahrhunderts. Farbig bestechende
und detaillierte Illustrationen. - Vorne wenige
Blatt leicht feuchtrandig. Im Schnitt minimal
stockfleckig. - Montiertes Exlibris „Alvarobaloz-
za“ auf Spiegel.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
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Bücher | Kunst  Kunstgewerbe
210
ARCHÄOLOGIE - Schliemann, Henry. Ilios. Ville
et Pays des Troyens... Traduit de l‘anglais par
Madame E. Egger. Mit gest. Frontispiz, 8 gest.
(teils mehrfach gefalt.) Plänen (davon 2 kol.),
1 (st. 2) gest. kol. Karte sowie 2000 Abb. (teils
auf Tafeln). Paris, Libraire Firmin-Didot et Cie,
1885. 4°. [3] Bll., XII, 1032 S. Rest. HLeder d. Z.
mit goldgepr. Rückentitel und reich illustrierten
Deckeln, Goldschnitt (Rücken erneuert; Rücken
gebräunt, minimal berieben).
Blackmer 1499. - Erste französische Ausgabe. -
Die Karte mit Darstellung vom antiken Troja. - Es
fehlen die 16 lithographierten Tafeln und 1 Karte.
- Minim gebräunt. - Mont. Exlibris „Alvarobaloz-
za“ und Buchhändler-Etikett. Auf Vortitel alter
hs. Besitzvermerk „Louis Gfeller“. - BEIGEGE-
BEN: Ders. Mycènes récit des recherches et
découvertes faites a Mycènes et a Tirynthe. Mit
gest. Frontispiz, 6 (teils gefalteten, doppelb-
lattgrossen) Holzstich-Tafeln, 8 gest. (davon 3
gefalt.) Plänen sowie zahlreichen Textabbildun-
gen. Paris, Librairie Hachette et Cie, 1879. 4°. [3]
Bll., 488 S. Späterer Halblederband mit goldgepr.
Rückentitel, Kopfgoldschnitt. - Zweiseitig unbe-
schnitten. - Mont. Exlibris „Alvarobalozza“. - Zus.
2 Bände.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
211
Froissart, Jean. Chronicles of England, France,
Spain and the adjoining Countries, from the
latter Part of the Reign of Edward II. to the
Coronation of Henry IV. Translated from the
French Editions... by Thomas Johnes. 2 Bände.
Mit 2 kolor. und goldgehöhten lithogr. Titeln
sowie 73 kolor. und goldgehöhten lithogr. Tafeln.
London, Henry G. Bohn, 1857. 4°. XVI S., [1] Bl.,
S. XVII-XLVII, 768 S.; XIV, 733 S. Rote Halbmaro-
quinbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und
Rückenvergoldung (Kanten etwas bestossen).
Cat. Fischer Libr. 200. - Aufwendig illustrierte
Ausgabe, die Tafeln nach den Handschriften der
Bibliothèque Nationale de France u.a. - Schönes
Exemplar.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
212
Lorrain, Claude. Liber veritatis. Or, a Collection
of .. Prints, after the Original Designs... executed
by Richard Earlom, in the Manner and Taste of
the Drawings. 3 Bände. Mit 3 gest. Porträts von
Josiah Boydell, Thomas Lupton und anderen,
sowie 300 num. Mezzotinto-Tafeln (überwie-
gend in Sepia). London, J. Boydell, 1777 (I-II)
und London, Hurst, Robinson  Co., 1819 (Bd.
III). Folio. Marmorierte Halblederbände d. Z.
mit goldgeprägten Rückentiteln und reicher
Rückenvergoldung (etwas berieben und be-
schabt, Ecken bestossen, Bde. I und II Block vom
Einband gelöst, Lagen lose).
Abbey, Life 200. - Cohen/R. 242: „Recueil re-
marquablement.“ - Lewine S. 226. - UCBA I, 299.
- Wessely (R. Earlom) III, 149-348. - Thieme/B.
XIII, 369. - Erste Ausgabe. Vollständig. - Die
ersten beiden Bände, deren 200 Tafeln sämtlich
nach Zeichnungen aus dem Besitz des Herzogs
von Devonshire ausgeführt wurden, erschienen
1777, der dritte Band mit Tafeln nach Vorlagen
aus anderen Sammlungen erst 1819. Lorrains
steigende Popularität führte zu einer Reihe ihm
falsch zugeschriebener Werke, worauf er 1636
mit der Katalogisierung seines Oeuvres begann.
Von jedem vollendeten Gemälde fertigte er
kolorierte Umrisszeichnungen an, auf welchen
der Name des Käufers vermerkt war. So dienten
die Liber Veritatis damals mehrheitlich zur
Authentifizierung seiner Gemälde und wurden
zu diesem Zwecke oftmals durch ganz Europa
verschickt. - Teils stockfleckig, minimal entlang
der Ränder gebräunt.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
Kunst  Kunstgewerbe
211
210
| 45
213
Maillol, Aristide - Pons, Joseph-Sébastien.
Concert d‘été. Mit Titelvignette und 25 Origi-
nal-Holzschnitten von A. Maillol sowie einer Ex-
tra-Suite auf China. Paris, Flammarion, 1945. 4°.
148 S., [2] Bll. Lose Lagen in Umschlag (dieser
etwas gebräunt) und Original-Halbleinendecken
mit Rückenschild. In Schuber.
Guérin 227-252 - Monod 9234. - Eines von nur
10 numerierten Exemplaren auf Japan (GA 365).
- Concert d‘été erschien ein Jahr nach dem Tod
Maillols. - Leicht gebräuntes, ansonsten sehr
gutes Exemplar.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
214
PORZELLAN - Delange, Carl. Recueil de toutes
les pièces connues jusqu‘à ce jour de la faïence
française dite de Henri II et Diane de poitiers.
Mit gest. Titel, 52 blattgrossen farb. lithograph.
Tafeln C. Delange und C. Bornemann, sowie je
3 gest. Zierinitialen und Textvignetten. Paris, H.
und C. Delange, 1861. Folio. [2] Bll., 34 S., [1] Bl.
Rest. Halb-Maroquinband d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel, Goldschnitt (unter Verwendung
des alten Rückens; leicht gebräunt, Ecken gering
bestossen, minimal kratzspurig, berieben).
Brand/Evers 614. - Erste Ausgabe. - Eines von
150 Exemplaren. - Die Tafeln mit aufwendigen
farbig prachtvollen Darstellung verschiedener
Vasen, Kandelaber und Prunkgefässen. - Titelei
minimal stockfleckig, stellenweise schwach fin-
gerfleckig. Vereinzelte Bleistift-Notizen (S. 30-
34), sowie eingeklebten Zeitungsausschnitten
(fliegender Vorsatz und auf 3 Tafeln). - Exlibris
„Alvarobalozza“ auf Spiegel montiert.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
215
Pyne, W. H. - Gray, C. Microcosm: or, a pic-
turesque delineation of the arts, agriculture,
manufactures, c. of great britain, in a series of
above a thousand groups of small figures for the
embellishment of Landscape. 2 Bände. Mit gest.
Frontispiz und 118 (von 120) Aquatinta-Radie-
rungen von J. Hill und von und nach W. H. Pyne.
London, W. H. Pyne u. J. C. Nattes, 1806. Qu.-4°
(27 x 43 cm). [2] Bll., 30 S.; [2] Bll., 36 S. Halbleder
d. Z. mit Rückenvergoldung und goldgepr. De-
ckelschild, Goldschnitt (leicht berieben).
Graesse V, 5153. - Zweite Ausgabe. - In den
Rändern gebräunt, stellenweise leicht feucht-,
stock- und fingerfleckig (einige Tafeln stärker
und ganzseitig stockfleckig), vereinzelte Blatt
mit kl. Randeinrissen, Titelei etwas gefaltet,
angestaubt. Insgesamt wohlerhalten.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
214
212
| 46
Bücher | Kunst  Kunstgewerbe
216*
Rembrandt van Rijn - Einblattdruck des „Cura-
teur over den Insolventen Boedel van Rembrant
van Rijn“ mit Ankündigung der Versteigerung
von Kunstwerken aus Rembrandts Besitz. Mit
einer mehrzeiligen Holzschnitt-Initiale. [Amster-
dam, nach dem 24. September 1658]. 19 x
17 cm. Auf Trägerkarton montiert, gerahmt.
Gesamtgrösse: 37,5 x 34,5 cm.
Hofstede de Groot, C. Die Urkunden über Rem-
brandt (1575-1721), Haag 1906, No. 197: Pla-
kat, die Auktion von Rembrandts Kupferstich-
sammlung anzeigend. S. 245f.: „kein Exemplar
mehr bekannt“. - Ein ebenso unscheinbares wie
zentrales Dokument zum finanziellen Bankrott
Rembrandts. Dessen Geldnöte kulminierten
1656, weshalb er am 17. Mai dieses Jahres sein
Haus an seinen Sohn Titus überschrieb. Kurz
darauf wurde Rembrandts Zahlungsunfähigkeit
amtlich und ein zwei Jahre währender Ausver-
kauf seiner Vermögenswerte, vor allem seiner
Kunstsammlung, nahm seinen Lauf. Unser Wan-
danschlag betrifft „de vordere Papier Kunst“ so-
wie noch vorhandene Bestände „van der voor-
naemste so Italiaensche, Fransche, Duytsche
ende Nederlandtsche Meesters“. Diese habe
Rembrandt „met een groote curieushayt te
samen versamelt“. Darüber hinaus stehen auch
eine Anzahl („een goede partye“) von Zeich-
nungen und Skizzen Rembrandts selbst zum
Verkauf („Teeckeningen ende Schetsen“). Die
Auktion, die bei Barent Janzs Schuurman, dem
Wirt des Gasthauses Kaiserkrone an der Kal-
verstraat stattfinden sollte, ist nicht genau ter-
miniert: „“De verkopinge sal wesen ten daeghe,
ure ende Jaere als boven“. Worauf sich dieses
„boven“ (oben) bezieht, ist unklar, Hofstede de
Groot vermutet eine Überschrift, die unser Blatt
jedoch nicht aufweist, möglicherweise wurde
sie auch abgetrennt. Das einzige uns bekannte
Vergleichsblatt befindet sich im British Museum
(Signatur: 1857,0613.990) und weist ebenfalls
keine Überschrift auf. - Bereits im Dezember
1655 hatte Rembrandt besagten Gasthaus
Kaiserkrone einen Raum gemietet und dort
einige seiner Besitztümer zum Verkauf angebo-
ten, worauf sich offenbar auch das vorliegende
Blatt bezieht („daer de verkopinge voor desen is
geweest“). „Der erzielte Gewinn war eine bittere
Enttäuschung, die erste von vielen, die in den
schweren Jahren noch folgen sollten. Der Ruin
zeigte ihm seine Fratze.“ (Simon Schama, Rem-
brandts Augen, Berlin 1999, S. 597). - Zustand:
Etwas gebräunt, wenig fleckig, kl. Randeinrisse.
Insgesamt von sehr guter Erhaltung. -
Provenienz: Antiquariat Hans Marcus, Düssel-
dorf. - Ausstellung „Rembrandts schatkamer“.
Rembrandthuis Amsterdam, 25. September
1999 - 9. Januar 2000 (Ausgestellt als „Aanplak-
biljet van de verkoop van Rembrandts verzame-
ling, 1656“). - Privatbesitz Deutschland.
CHF 70 000 / 90 000
(€ 64 810 / 83 330)
SEGGET VOORT
216
| 47
217
AFRIKA - Burckhardt, Johann Ludwig. Travels
in Nubia. Mit gest. Portrait und 3 (2 gefalteten)
gest. Karten. London, Murray, 1819. 4°. [4] Bll.,
XCII, 543 (recte 533) S. Moderner Ledereinband
im Stil d. Z., mit goldgepr. Rückentitel, reicher
Rückenvergoldung und Deckelbordüren.
vgl. Blackmer 238 (2. Auflage) - Henze I, 105.
- Erste Ausgabe. - „Bedeutender Reisebericht
voller neuer Entdeckungen ... besonders wichtig
durch die Erforschung des Klippenbezirks der
Ledja, in deren Inneres er als erster Forscher
eindrang ... der eigentliche Beginn der neueren
Nubien-Kunde“ (Henze). - Die Karten und
Portrait etwas stockfleckig und gebräunt, die
Faltkarten mit kl. Einrissen, sonst nur gering
gebräunt.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
218
AMERIKA - [Montanus, Arnoldus] und Olfert
Dapper (Übers.). Die Unbekante Neue Welt,
oder Beschreibung des Welt-teils Amerika, und
des Sud-Landes: darinnen vom Uhrsprunge der
Ameriker und Sudländer, und von den geden-
ckwürdigen Reysen der Europer darnach zu. Mit
Kupfertitel, 16 (1 gefalt., 15 doppelblattgrossen)
Kupferstichkarten, 6 gest. Portraits, 32 (2 gefalt.,
30 doppelblattgr.) Kupferstich-Veduten und
70 Textkupfern. Amsterdam, Jacob von Meurs,
1673. Folio. [3] Bll., 658 S., [11] Bll. Lädierter Per-
gamentband d. Z. über Holzdeckeln (Rückenbe-
zug teils abgelöst und mit Fehlstellen, fleckig).
VD17 3:307896S - Bircher B 12774 - Sabin
50087 - Howes D 59 - Church 613 - Borba de
Moraes I, 206 f. - Erste deutsche Ausgabe. -
„This German translation is much scarer than
the Dutch original“ (Sabin). Olfert Dapper (1636-
1689) übersetzte das Ansichtenwerk der zwei
Jahre vorher veröffentlichten Originalsausgabe.
„This is a classic book on America, and is much
sought after by collectors of Americana as it
contains one of the first views of New York. It is
sought after no less eagerly by collectors of Bra-
ziliana, being a classic work of the Dutch period“
(Borba de M.). Mit den schönen Ansichten von
Acapulco, Cartagena, Havanna, Campeche, Neu
Mexico, Lima, Porto Rico, Potosi, San Salvador,
St. Augustine u. a. sowie der genannten Ansicht
von Neu Amsterdam im Text. - Mit der oft
fehlenden grossen Gesamtkarte von Amerika
sowie den Karten von Nordamerika (mit New
York), Florida, Peru, Chile, Mexiko, Brasilien u.a.
- Etwas gebräunt, kl. Feuchtfleck im Oberrand
(anfangs stärker), einige Unterstreichungen mit
(dezentem) Rotstift sowie Anstreichungen in
Blei. - Insgesamt innen ordentliches Exemplar
mit allen Kupfern in guten Abdrucken.
CHF 1 600 / 2 400
(€ 1 480 / 2 220)
Topographie  Reisen
218
| 48
Bücher | Topographie  Reisen
219
AMERIKA - Tocqueville, Alexis de. De la Dé-
mocratie en Amérique. 4 Bände. Mischauflage.
Mit 4 Titelvignetten (in Wiederholung) und 1
kolorierten Kupfer-Faltkarte. Paris, Charles
Gosselin, 1835 (I u. II) und 1850 (III u. IV). 8°. [2]
Bll., XXIV, 367 S.; [2] Bll., 459 S.; [2] Bll., V S., [1]
Bl. 333 S.; [2] Bll., 363 S. Dunkelgrüne Halbmaro-
quinbände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln
und Bandzahl.
Clouzot 264 - Sabin 96060-61. - Bände I und
II in erster Ausgabe, Bände III und IV in zweiter
Ausgabe. - Hauptwerk des französischen
Publizisten und Historikers Alexis de Tocqueville
(1805–1859) und ein Klassiker der Politischen
Philosophie. Nach wie vor werden Tocquevilles
Theorien und Kritikpunkte zur Amerikanischen
Demokratie (The Tyranny of Merit) in der Lehre
der Politikwissenschaft, als deren Mitbegründer
er gilt, behandelt. 1836 erhielt das Werk den
„Prix Montyon“ der Académie française. -
BEIGEGEBEN: Ders. Correspondance et
oeuvres posthumes. 2 Bände. Paris, Michel
Lévy frères, 1866-1867. [2] Bll., 474 S.; [2] Bll.,
500 S. Gleich gebunden und mit fortlaufender
Bandzahl auf Rücken versehen. - Stellenweise
leichte Stockflecken, teilweise leicht gebräunt,
insgesamt sauber.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
220
ASIEN - Albuquerque, Afonso de. Commen-
tarios do Grande Alfonso Dalboquerque,
Capitam geral que foy das Indias Orientales, em
tempo do moito poderoso Rey dom Manuel, o
primeiro deste nome. Novamente emendados
 acrescentados pelo mesmo auctor. Mit Wap-
penholzschnitt auf Titel und 2 kleinen Textholz-
schnitten. Lissabon, J. de Barreira, 1576. Folio.
[2] Bll., 288 S., S. 337-578. Flexibler Pergament-
band d. Z. mit überstehenden Kanten und hs.
Rückentitel (etwas fleckig und berieben, Kapitale
u. Kanten mit kl. Läsuren). Eingelegt in moderne
Papp-Kassette.
IA.102.836 - Barbosa Machado 1, 26 - Anselmo
222 - D. Manuel 155 - BM Portuguese 127 -
Zweite Ausgabe des berühmten Werkes. - Es
fehlen die Seiten 289-336, die unserem Exemp-
lar offenbar nie eingebunden waren. - Afonso de
Abuquerque war seit 1509 Generalgouverneur
von Portugiesisch-Asien. Er eroberte 1510 Goa,
das zum Mittelpunkt des späteren porugiesi-
schen Kolonialreichs um den Indischen Ozean
aufsteigen sollte. - Unterschiedlich, teils stärker
gebräunt. Ein Blatt mit hinterlegtem Ausriss im
Oberrand, ein Blatt mit Einriss bis in den Satz-
spiegel. - Titelei alt gestempelt. - Provenienz:
Aus einer Schweizer Privatsammlung, durch
Erbschaft an die heutigen Eigentümer.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
221
- China - Amiot, Joseph Marie et al. Mémoires
concernant l‘histoire, les sciences, les arts,
les mœurs, les usages [...] des chinois: Par
les Missionaires de Pekin. 14 Bände. Mit gest.
Portrait-Frontispiz des Qianlong-Kaisers von
Martinet, 253 gest. (teils gefalteten, doppelb-
lattgrossen) Tafeln von Picquet, Helan und
anderen. Paris, Nyon, 1776-89. 4°. Lederbände
d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Bandzahl sowie
floraler Rückenvergoldung (berieben, beschabt,
vereinzelte minimale Wurmspuren sowie
Lederabrieb, Band XI und XIV Block vor Titel
gebrochen, Vorsatz und Vortitel lose, Spuren
alter Restaurierungen).
Brunet 3, 1596 - Cordier BS I, 54-55 - Lust 96 -
Walravens 93. - Erste Ausgabe. - Das vorliegen-
de 14-teilige Werk „Mémoires concernant les
Chinois“ stellen aufgrund ihrer umfangreichen
Erläuterungen der französischen Jesuiten ein
unschätzbares Quellenwerk zur Chinakenntnis
im 18. Jahrhundert dar (Vgl. Walravens). Der
Grossteil besteht aus Übersetzungen aus
dem Chinesischen, aber auch Briefen einzel-
ner Missionare. Die unter anderem von Amiot
verfassten Mémoires setzten zur damaligen
Zeit eine gelehrte Leserschaft voraus. Mit
zahlreichen, sehr detaillierten gestochenen
Tafeln, welche jegliche Bereiche der chinesi-
schen Kultur abbilden. - Minimal in den Rändern
gebräunt, teils feuchtfleckig, vereinzelt minimale
Stockfleckchen.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
219 219
| 49
222
- China - Kircher, Athanasius. La Chine. illustrée
de plusieurs monuments tant sacres que
profanes, et de quantite de recherches [...] Mit
gest. Frontispiz, illustr. Kupfertitel (zur lat. Ausg.
1667), 1 gest. Porträttafel, 2 doppelblattgr. Kup-
ferkarten, 1 Faltkarte, 23 Kupfertafeln und 59
Textkupfern. Amsterdam, Jansson à Waesberge
 E. Weyerstraets Erben, 1670. Folio (39,4 × 26
cm). [11] Bll., 367 S., [7] Bll. Lederband d. Z. mit
goldgepr. Rückenschild und reicher Rückenver-
goldung (etwas berieben, fleckig, Gelenke an
den Kapitalen mit Einrissen bzw. kl. Fehlstellen).
De Backer/Sommervogel IV, 1064 - vgl.
Lipperheide Le 3 - Cordier 26, 767, 773 -
Walravens, China illustrata 18. - Reich illust-
riertes landeskundliches Werk über China, das
Geographie, Ethnographie, Religionsgeschichte,
Naturgeschichte, Architektur und Philologie
sowie verschiedene Reisewege umfasst. Ein
„Meilenstein in der europäischen Chinakenntnis“
(Walravens). - Von Bedeutung sind vor allem
die Schrifttafeln, darunter die Wiedergabe der
berühmten nestorianischen Inschrift von Xian,
die eine Präsenz des Christentums in China
schon vor vielen Jahrhunderten dokumentierte.
- Durchgehend etwas stockfleckig, vereinzelte
Wasserfleckchen, Ränder etwas stärker ge-
bräunt. - Provenienz: Handschriftlicher Vermerk
auf freiem Vorsatz.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
223
- Japan - Kaempfer, Engelbert. Histoire naturel-
le, civile, et ecclesiastique de l‘empire du Japon.
Traduite en françois sur la version angloise
de Jean-Gaspar Scheuchzer. 2 Bände. Mit
gest. Frontispiz und 45 Kupfertafeln (teilweise
gefaltet oder doppelblattgross), gestochen u.a.
von William Hulett, C. Moore und Gerard van
der Gucht. Den Haag, P. Gosse u. J. Neaulme,
1729. Folio. [4] Bll. LII, 217 S.; [2] Bll., 313 S.
[recte 323, Seite 76 springt auf 67 zurück], 73 S.
(Appendice [recte 71, Seite 36 springt auf 39]),
S. 73-96 (Appendice second). Kalbslederbände
d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher
Rückenvergoldung und goldgepr. Wappensu-
pralibros auf den Vorderdeckeln (Heinrich Graf
von Borcke) (etwas berieben, kleine Einrisse und
Fehlstellen an den oberen Kapitalen).
Landwehr VOC 532 (und vgl. 530) - Alt-Ja-
pan-Katalog 713 - Cordier BJ 416 - Cox I, 332
- Henze III, 3 ff: „Das erste auf Autopsie und
Quellenauswertung beruhende Grundwerk über
Japan ... leitete eine neue Epoche der Kenntnis
von Japan ein.“ - Erste französische Ausgabe,
übersetzt nach der englischen Erstausgabe
von 1727, der wiederum Kaempfers deutsches
Manuskript zugrunde lag. - Der klassische
Bericht behandelt neben Geschichte, Landes-
kunde und Geographie Japans ausführlich auch
naturwissenschaftliche Fragen u. a. aus Botanik
und Medizin, ferner Teekultur und Papier.
Unter den grossen Kupfern die schöne Karte
„Imperium Japonicum“, Ansichten von Jedo
und Nagasaki, Pflanzen, Tiere und Schrifttafeln.
- Die vorliegende Übersetzung basiert auf der
englischen Original-Ausgabe, die der aus Zürich
stammende Johann Caspar Scheuchzer (1702-
1729), der Sohn des berühmten Naturforschers
Johann Jakob Scheuchzer, erstellt hatte. Der
als Leibarzt der englischen Könige wirkende Sir
Hans Sloane war der Besitzer von Kaempfers
deutscher Original-Handschrift („Heutiges
Japan“) geworden und hatte den jungen Zürcher
mit der Übersetzung beauftragt. Seine nicht auf
Kaempfers Skizzen zurückgehenden Vorlagen
zeichnete Scheuchzer als Kupferstichvorlagen
nach den aus Asien mitgebrachten Objekten
und Büchern. - Teils stockfleckig, vereinzelte
Rand-Fehlstellen.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
222 223
221
| 50
Bücher | Topographie  Reisen
224
ASIEN - Marco Polo - Charignon, Antoine Jo-
seph Henri. Le livre de Marco Polo. 3 Bände. Mit
einer gefalteten dreifarbigen Holzschnittkarte
von Erhard, lose am Ende von Band I eingelegt,
Holzschnitt-Titelvignette sowie 7 Textholz-
schnitten. Peking, Albert Nachbaur, 1924-1928.
4°. Hellblaue Original-Broschuren (etwas
lichtrandig, minimal berieben, etwas fleckig
sowie Rückengelenke minimal eingerissen).
Eines von 500 nummerierten Exemplaren auf
Vélin Pelure Chinois (GA 550). - Übersetzung
ins moderne Französisch und Anmerkungen
aus chinesischen Quellen von Charignon,
französisch-chinesischer Ingenieur der École
Centrale des Arts et Manufactures (heute
Centrale-Supélec). Er war Eisenbahnkonstruk-
teur, aber auch Sinologe und Historiker und ist
insbesondere für seine Arbeiten über Marco
Polo bekannt. - Teils vereinzelt stockfleckig,
anonsten in guter Erhaltung.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
225
ATLANTEN - Johnson, A. J. Johnson‘s new
illustrated (steel plate) family atlas, with descrip-
tions, geographical, statistical, and historical, in-
cluding the latest federal census, a geographical
index, and a chronological history of the civil war
in America, by Richard Swainson Fisher. Mit gest.
Titel, 3 (2 doppelblattgr.) kolor. gest. Tafeln und
62 (30 doppelblattgr.) kolor. Stahlstichkarten,
meist mit Drucktext verso. Einige Holzstich-Ab-
bildungen im Text. New York, Johnson and Ward,
1864. Folio. 123 S. Original-Halblederband
mit goldgepr. Rücken- und Deckeltitel (stärker
bestossen, Innengelenke gebrochen, Block vom
Einband gelöst).
Phillips 843. - Vor allem für die Darstellung der
nordamerikanischen Territorien und ihre Er-
schliessung bedeutender Atlas mit detailliertem
Kartenmaterial zu den einzelnen Bundesstaa-
ten. - Papierbedingt etwas gebräunt, stellen-
weise etwas feucht- bzw. fingerfleckig in den
Rändern, wenige Karten mit kl. Randeinrissen.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
226
- La Harpe, [Jean-François de]. Atlas pour l‘Ab-
régé des Voyages. Mit 74 (meist mehrfach ge-
falt.) gestochenen Faltkarten. Paris, Moutardier,
o. J. [ca. 1780-1801]. 4°. Halblederband d. Z. mit
goldgeprägtem Rückenschild (Ecken bestossen,
etwas berieben, leicht beschabt, teils fleckig,
VInnengelenk angelockert).
Vgl. Cox I, 33 - Brunet III, 771 - Sabin 38632. -
Komplett - Umfangreicher Atlas zu La Harpe‘s
Abrégé de l‘Histoire Generale des Voyages, die
in 32 Bänden zwischen 1780 und 1801 erschie-
nen sind. Die grösstenteils von Jacques Nicolas
Bellin (1736 - 1803) gestochenen Karten
visualisieren unter anderem Afrika, Indien, Java,
Borneo, Sibirien, Kamtschatka, Japan, China,
Island, Südamerika, Nordamerika und Australien,
wie auch Reisen James Cooks. Mit der grossen
mehrfach gefalteten Karte „Essay d‘une Carte
Réduite [...]“ von N. Bellin. - Lose beigelegt eine
weitere Karte „Suite de l‘Océan Oriental“. In den
Rändern leicht gebräunt und minimal stock-
fleckig, teils leichte Randeinrisse (ausserhalb der
Darstellung). - Montiertes Exlibris Alvarobalazza
auf Spiegel.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
227
- Roux, Joseph. Receuil des principaux plans,
des ports, et rades de la Mer Mediterranée,
estraits de ma carte en douze feuilles dediée a
Mons. le Duc de Choiseul Ministre de la Guerre
et de la Marine gravée avec Privilege du Roy [...].
Mit Kupfertitel von Laurent und 121 gest. Kup-
ferkarten. Marseille, beim Verfasser, 1764. Quer-
Gr.-8°. Titel, Karten, [1] Bl. (Inhaltsverzeichnis).
Marmorierte Lederband d. Z. (VGelenke teils
eingerissen, leicht berieben und beschabt,
ergänzte Fehlstellen im Bezug).
Philipps 5172 - Polak 8468. - Erste Ausgabe. -
Grosse Ausgabe des Atlasses der wichtigsten
Häfen und Buchten des gesamten Mittelmeer-
raumes, darunter Port Mahon, Barcelona, Carta-
gena, Gibraltar, Cadiz, Marseille, Toulon, Genua,
Venedig, Palma de Mallorca, Konstantinopel,
Limassol, Smyrna, Tripolis, Alexandria u.v.a. - Im
gleichen Jahr erschien noch eine kleine Ausga-
be mit 67 Tafeln. - Buchblock vor Titel angebro-
chen, Tafelverzeichnis mit Knickfalte, vereinzelt
mit schwachem Wasserrand, insgesamt aber
gutes und komplettes Exemplar.
CHF 1 100 / 1 600
(€ 1 020 / 1 480)
224 225
| 51
227
226
| 52
Bücher | Topographie  Reisen
228
ATLANTEN - Vaugondy, Robert de. Nouvel Atlas
portatif destiné principalement pour l‘inst-
ruction de la jeunesse, d‘après La Géographie
moderne de feu l‘Abbé Delacroix. Mit gest. Titel,
7 S. gest. Text und 53 doppelblattgr. grenzkolo-
rierten Kupferkarten sowie einer zusätzlichen
Faltkarte. Paris, Lamarche, 1795. 4°. 8 S. gest.
Text. Lädierter Halblederband d. Z. (bestossen,
Gelenke angeplatzt und unschön mit transpa-
rentem Tape fixiert).
Vgl. Phillips 649 u. 3528. - In unterschiedlichen
Varianten erschienener Handatlas, vorliegend
mit den 4 Weltkarten, 4 Erdteilen (Europa, Asien,
Afrika und Amerika) und Einzelkarten von Europa
(28), Asien (4), Afrika (2), Amerika (4) sowie der
Antiken Welt (7). Zusätzlich eingebunden einer
grosse Faltkarte der Französischen Republik,
datiert 1799. - Etwas fingerfleckig, wenige
Karten mit zumeist hinterlegten Randeinrissen,
im letzten Drittel grössere Feuchtflecke in den
Rändern, teils bis in die Darstellung reichend. Die
Faltkarte in den Falzen hinterlegt. - Hs. Besitz-
vermerke auf Vorsatz und Titel.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
229
- Homann, J. B. - Atlas Minor XXVI. Selectarum Tabularum
Geographicarum Homanni secundum methodum Hubneri et
M. Schatzii.../ Kleiner Atlas von sechs und zwanzig auserlese-
nen Homanns Land-Charten nach Anleitung Johann Hübners
und M. Schatzens Mit gest. handkol. Titel als Frontispiz von
M. Rössler, 26 doppelblattgrossen, handkol. Karten nach J. B.
Homann. Nürnberg, Homännische Officin, o. J. (um 1730).
Folio. [1] Bl. Rest., flexibler Lederband d. Z. mit blindgepräg-
tem Deckeltitel (Rücken erneuert und Verwendung der alten
Decken, berieben, Randeinrisse, geknittert).
Seltene Variante des Atlas minor, vorliegend mit Kupfertitel
des „Atlas novus terrarum orbis imperia“. Es existieren ähnliche
Exemplare mit einer abweichenden Kollation, darunter ein an-
derer ebenso von Hübner angeleitet mit lediglich 18 Karten. -
Enthält: Weltkarte, Europa, Asien, Afrika, Amerika, Spanien und
Portugal, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande, Vereinigte
Niederlande, Helvetien / Schweiz, Italien, Deutschland, Öster-
reicherische Erblande, Bayern, Schwaben, Rhein, Obersachsen,
Niedersachsen, Böhmen, Schweden  Norwegen, Dänemark,
Polen und Preussen, Russland, Donau Strom, Gelobtes Land.
- Auf vorderem Spiegel handschriftliches Inhaltsverzeichnis
von alter Hand. - Gebräunt, in den Rändern etwas stock- und
feuchtfleckig (teils stärker), stellenweise braunfleckig, einige
Randeinrisse (teils leicht in der Darstellung oder mit kl. Textver-
lust), zum Teil mit Blattrestaurierungen (Titel mit alt ergänzter
Fehlstelle), Knicke, Karte 12 mit grösserem Einriss im Falz (ca.
36 cm), Bundsteg teils angeplatzt, Karten etwas angelockert.
Insgesamt ordentliches Exemplar.
CHF 1 500 / 2 200
(€ 1 390 / 2 040)
228
| 53
230
ORIENT - Burckhardt, Johann Ludwig. Travels
in Arabia, comprehending an Account of those
territories in Hadjaz which the Mohammedans
regard as sacred.... Published by Authority of
The African Association for Promoting the
Discovery of the Interior of Africa. 2 Bände. Mit
1 gest. Faltkarte und 4 gest. Plänen. London,
Henry Colburn, 1829. 8°. XXI S., [1] Bl., 452 S.; III,
431 S. Etwas spätere Leinenbände mit goldgepr.
Rückentiteln (stärker fleckig).
Blackmer 239 - Gay 2606 - Henze I, 407. -
Erste Oktavausgabe, erschienen im gleichen
Jahr wie die Erstausgabe in Quarto. - Detail-
lierte Beschreibung der Reise in die heiligen
Städte Mekka und Medina, die Burckhardt unter
arabischem Namen unternahm. Sie erschien
aus den nachgelassenen Schriften und war
bei ihrer Erscheinung der genauste Bericht
über diese Region, die Christen nicht betreten
durften. Burckhardt gelang es dank seiner guten
Kenntnis der arabischen Sprache und Bräuche,
nicht entdeckt zu werden. - Gebräunt und etwas
stockfleckig, in den Rändern stellenweise auch
stärker.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
229
231
DONAU - Baeck, Elias. Accurat aufgezeichneter
Donau-Strom, von dessen Ursprung biß zu dem
Einfall in das schwarze Meer, samt allen darein
sich ergiessenden Flüssen, daran liegenden
Königreichen, Provinzen, Städt und Vestungen,
allwo jezo das Kriegs-Theatrum eröffnet wor-
den. Folge von 29 Kupferstich-Segmentkarten,
jeweils auf Karton aufgezogen. Mit 6 Meilen-
zeigern und zahlr. Gebietswappen. Augsburg,
ca. 1735. Jeweils 17 x 9,7 cm. Zusammen in
Karton-Schuber mit mont. Titelkupfer (etwas
fleckig und beschabt, Titel mit kl. Fehlstellen im
Bildbereich).
Hohensinner 6. - Die eigentliche Karte besteht
aus 28 Blatt (numeriert A und B, 1-14), das von
G. J. Ostertag gest. Ansetzblatt setzt diese an
der Küste des Schwarzen Meeres nach Süden
(inkl. Konstantinopel) fort. - Leicht gebräunt
bzw. stockfleckig in den Rändern.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
| 54
Bücher | Topographie  Reisen
232
ITALIEN - Sizilien - Sartorius von Waltershausen,
Wolfgang und Arnold von Lasaulx. Der Aetna.
Nach den Manuscripten des verstorbenen Dr.
Wolfgang Sartorius von Waltershausen, hrsg.,
selbständig bearb. und vollendet von Dr. Arnold
von Lasaulx. 2 Bände. Mit Portrait-Frontispiz,
1 farblithogr. Frontispiz, 36 teils doppelblatt-
gr. Kupfertafeln, 1 Karte in Lichtdruck, sowie
zahlr. Textholzschnitten und 1 losen Faltkarte
in Buchtasche. Leipzig, W. Engelmann, 1880.
Gr.-4°. XVIII S., [1] Bl., 371 S.; VIII, 548 S. Origi-
nal-Halbleinwand (bei Bd. 1 VGelenk geplatzt,
Block gelöst, bei Bd. 2 kl. Gelenkeinriss, etwas
angestaubt und stockfleckig).
Poggendorff II, 753 - Margerie 629 u. 2377.
- Erste Ausgabe. - I. Reisebeschreibung
Sartorius‘ und Geschichte der Eruptionen. - II.
Topographisch-geognostische Beschreibung,
Entwicklungsgeschichte und Producte des
Aetna. - „Die hauptsächlichste wissenschaftli-
che Aufgabe“ des Geologen und Mineralogen
Sartorius von Waltershausen (1809-1876) war
„die eingehendste Erforschung der Vulkane Itali-
ens ... Schon 1834 sehen wir ihn auf einer ersten
dreijährigen Reise nach Italien, namentlich nach
Sicilien zur Erforschung der Vulkane begriffen.
Aufs neue brach er 1838 zu einer zweiten,
fünfjährigen Reise nach Italien und Sicilien auf,
welche hauptsächlich die kartographische Auf-
nahme und geologische Erforschung des Aetna
zum Zwecke hatte ... Leider war es ihm nicht
beschieden, zu seinem großen Prachtwerke der
Aetnakarte eine ausführliche Erläuterung zu
vollenden; er starb mitten in den Vorbereitun-
gen hierzu und nur der aufopfernden Hingebung
von A. v. Lasaulx, der selbst eine Reise zur Er-
gänzung der gemachten Beobachtungen 1878
nach Sicilien unternahm, ist es zu verdanken,
dass diese große und ausgezeichnete Arbeit im
Geiste des Verfassers zur Publication gelangt
ist.“ (ADB 30, 753 f). - Frontispiz und Titelei
des 2. Bandes etwas stockfleckig, ansonsten
ordentliches Exemplar.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
233
PALÄSTINA - Jerusalem - Adrichem, Christiaan
van. Breve descrittione della città di Gierusalem-
me, come à punto si ritrovava nell‘età di Christo
[...]. Aggiontovi di nuovo un trattato del Lodovico
Arrivabene [...], toccante le parti più essentiali di
Terra Santa. Mit kl. Holzschnitt-Druckermarke
auf Titel. Verona, M. A. Palazzolo, 1592. Kl.-8°.
[16] Bll. (d.l.w.), 292 (recte: 192) S. Moderner
Pergamentband mit goldgepr. Rückentitel.
Edit16 CNCE 298 - Röhricht 210 - nicht bei
Tobler. - Zweite Veroneser Ausgabe des oftmals
aufgelegten und übersetzten Jerusalem-Füh-
rers, verfasst von dem in Delft geborenen und
vor der Reformation nach Köln geflohenen
Priester Christiaan van Adrichem (1533-1585),
232
der das Heilige Land nie selbst bereist hatte.
- Etwas gebräunt und fleckig, die ersten und
letzten Blatt im Rand hinterlegt.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
234
RUSSLAND - Damaze le Raymond. Tableau
historique, géographique, militaire et moral
de l‘Empire de Russie. 2 Bände. Mit 3 gest.
grenzkolor. Faltkarten, 2 gest. (1 grenzkolor.
gefalt.) Plänen sowie 2 gefalt. Tabellen. Paris, Le
Normant, 1812. 8°. XVI, 561 S., [1] Bl.; [2] Bll.,
IV, 451 S., [3] Bll. Halblederbände d. Z. mit je 2
goldgepr. Rückenschildern (signiert Grosclau-
de, Metz; etwas fleckig und berieben, Kapitale
etwas bestossen, Rücken aufgehellt).
Monglond IX, 1015. - Erste Ausgabe. - Um-
fassende Landeskunde, enthält auch einen
umfangreichen Abschnitt zur russischen Armee
und erschien offenbar im Zusammenhang
mit dem napoleonischen Feldzug. Mit einer
Übersichtskarte sowie 2 Karten mit der „Route
de Berlin à Petersbourg“. Der Faltplan zeigt St.
Petersburg, der kleine Plan Moskau. - Vorsätze
etwas leimschattig, stellenweise minim stock-
fleckig.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
| 55
236
| 56
Bücher | Topographie  Reisen
235
RUSSLAND - Alexander II. - Description du
Sacre et du Couronnement de leurs Majestes
Imperiales l‘Empereur Alexandre II et l‘Impera-
trice Marie Alexandrovna. Mit lithographiertem
Titelblatt in Rot und Gold, 18 ganzseitigen
Chromolithographien, 2 lithographierten Plänen
und 30 gestochenen, montierten Illustrationen
von Malapeau, Walter nach Bagantz, Zichy,
Sorieul, Timm, Blanchard, Teichel u.a gedruckt
bei Lemercier. Ferner 1 grossformatiges ge-
stochenes Panorama aus 4 Segementen von
Müller gedruckt bei Lemercier, letzteres separat
gerahmt. St. Petersburg, Imperial Academy of
Sciences, 1856. Imperial-Folio (90 × 68 cm). 125
S. Monumentaler dunkelgrüner Original-Ma-
roquin-Einband mit goldgeprägtem Rücken
und Wappen-Supralibros der Zarenfamilie auf
Vorderdeckel, 2 ziselierten Messing-Schlies-
sen, Goldschnitt (Rücken lose, Ecken berieben
und bestossen, leicht beschabt, stellenweise
kratzspurig und etwas fleckig, Schnitt leicht
bestossen).
Lipperheide 2787 - Burtsev 286 - Rossiiskaia
Gosudarstvennaia Biblioteka 165 - Veresh-
chagin 625 - Vinet 782 - Brunet Supplement,
375 - Fekula 2019: „one of the most spectacular
and ambitious Russian imprints of the century,
it was never offered for sale and is a great
bibliographic rarity. A magnificent publication“.
- Erste Ausgabe. - Eines von 200 Exemplaren
der französischen Ausgabe (GA 400). - Kom-
plett mit dem meist fehlenden Panorama mit
einer Ansicht von Moskau. - Monumentales
Prachtwerk zur Krönung von Zar Alexander II.
und Marie Alexandrowna. „The volume is of such
immense size, that the term ‚elephant folio‘
has no meaning, and, indeed, this may be the
largest book that ever issued from the printing
press“ (Sacherevell Sitwell „Valse des fleurs: A
Day in St. Petersburg and a Ball at the Winter
Palace in 1868“, London 1941, S. 64). Bei der
Herstellung des Buches wurden keine Kosten
gescheut: Es wurden spezielle Grossbuchsta-
ben gegossen und auf aus China importiertem
Papier gedruckt. Unter den Abbildungen sind 18
exquisit gedruckte Chromolithographien nach
Zichy, Timm und anderen Hofkünstlern von
intensiver Farbigkeit, die sich bis heute erhalten
hat: „Not works of art, but fascinating in their
improbability.“ (Sitwell, S. 65). Die Vorbereitung
der Publikation dauerte vier Jahre (das angege-
bene Druckjahr ist fingiert, das Werk wurde nicht
vor 1861 publiziert), und die Produktion kostete
erstaunliche 123.000 Rubel. Das Album wurde
nicht nur für Mitglieder des Hofes, sondern auch
für die diplomatische Elite und die Aristokratie
Europas vorbereitet. Zweihundert Exemplare
wurden auf Russisch und zweihundert auf Fran-
zösisch veröffentlicht, letztere als Geschenk
für wichtige Persönlichkeiten des Hofes und
ausländische Gäste, die an der Zeremonie
teilnahmen. - Text in Braun gedruckt. Mit dem
meist fehlenden Panorama von Moskau (Bild-
mass 19,5 × 224 cm), aus unserem Exemplar
entnommen und separat gerahmt in Echtgol-
drahmung (30,5 × 240 cm). - Stellenweise leicht
stockfleckig, das Panorama in den weissen
Rändern leicht stockfleckig, Vorsätze schwach
sporfleckig, 1 Tafel im weissen Rand angerissen
(ausserhalb der Darstellung, ca. 4 cm), vereinzel-
te Textblatt im Bug angerissen bzw. gelockert,
Block leicht angeplatzt. -
Provenienz: Seit mehreren Generationen in
Schweizer Privatbesitz.
CHF 40 000 / 60 000
(€ 37 040 / 55 560)
| 57
| 58
Bücher | Topographie  Reisen
236
RUSSLAND - Kaukasus - Gagarine, Prince Grégoire; Stackelberg,
Comte Ernest. Le Caucase pittoresque dessiné d‘après nature
par le Prince Grégoire Gagarine avec une introduction et un texte
explicatif par le Comte Ernest Stackelberg. Dédié a Sa Majesté
Impérale Nicolas Ier Empereur de toutes les Russies. Titel und 81
blattgr. (davon 31 farb., 50 getönt) lithograph. Tafeln sowie einer
kol. Karte. Paris, Plon Frères, 1847. Gr. Folio. [3] Bll., 22 S., [33] Bll.
Halb-Maroquinband d.Z. mit goldgeprägtem Rückentitel und -or-
namentalen Schmuck, Kopf-Goldschnitt (minimale Bereibungen
und Beschabungen).
Colas 1148 - Lipperheide Kaa 56 - Vgl. Brunet V, 503 (Ausg.
1857). - Erste Ausgabe. - Lithographien gedruckt bei Lemercier,
Paris. - Seltenes Werk mit kriegerischen, religiösen und volkstüm-
lichen Darstellungen, Land- und Stadtansichten, Kostüm- und
Trachtendarstellungen des damaligen Kaukasus. - Mit Texten
von Gustav Ernst Graf von Stackelberg, der als Gesandter Zar
Alexanders I. am Wiener Kongress die russischen Interessen ver-
folgte, und den Illustrationen von Fürst Gregor Gagarin, der von
1849-56 im Kaukasus lebte. - Exlibris „Alvarobalozza“ auf Spiegel
montiert. - Mit vereinzelten minimalen Stockfleckchen.
CHF 10 000 / 15 000
(€ 9 260 / 13 890)
236
236
| 59
237
ASTRONOMIE - Herschel, J. F. W. Über den Bau
des Himmels. Drey Abhandlungen aus dem
Englischen übersetzt. Nebst einem authenti-
schen Auszug aus Kants allgemeiner Naturge-
schichte und Theorie des Himmels. Mit 3 gest.
Kupfertafeln. Königsberg, Nicolovius, 1791. XII,
204 S.
Roller-G. I, 536 - Warda 5 - NDB VIII, 698 - Erste
deutsche Ausgabe der fur die moderne Ast-
ronomie bahnbrechenden Aufsatze. „In three
important papers he developed a cosmogony in
which the universe began with stars scattered
throughout infinite space... In the 1784 and
1785 papers Herschel also inaugurated the
scientific study of the Milky Way“ (DSB VI, 332). -
Titel alt gestempelt,
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
238
- Maupertuis, [Pierre-Louis Moreau de]. Oeuv-
res. Nouvelle édition corrigée  augmentée. Mit
gest. Portrait als Frontispiz von J. Daullé nach
Tourniere und einigen Textholzschnitten. 4 Bän-
de. Lyon, J.-M. Bruyset, 1768. 8°. Marmorierte
Kalbsleder d. Z. mit 2 goldgeprägten Rücken-
schildern und floraler Rücken-, sowie Stehkan-
tenvergoldung (leicht berieben und bestossen,
schwach beschabt).
Poggendorff II, 85 - Wellcome, IV, 175 - Rol-
ler-G. 11, 173 - Ebert 13426 - Ziegenfuss
II, 136.- Spätere Ausgabe (EA 1752). - Neue
Sammelausgabe der wissenschaftlichen Werke
Maupertius zur Astronomie, Physik, Mathema-
tik, Geographie, Naturgeschichte sowie seine
Reiseberichte ins Lappland, zur Linguistik und
Moralphilosophie, etc. - Breitrandiger Druck.
- Es fehlt die Karte „carte de l‘arc du méridien
mesuré au cercle polaire“. - Leicht gebräunt.
Vorsatzpapier Band 4 gelockert. - Auf Vortitel
alter hs. Besitzvermerk „Savonnieres 1801“.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
239
BOTANIK - Michaux, François André. Histoire
des Arbes Forestiers de l‘Amérique Septentri-
onale. 6 Teile in 3 Bänden. Mit 138 (statt 140)
kolor. gest. Tafeln von Gabriel u.a. nach P. J. und
H. J. Redouté sowie Bessa. Paris, L. Hauss-
mann und D‘Hautel, 1810-1813. 4°. Dekorative
rote Maroquin-Einbände d. Z. mit goldgepr.
Rückentiteln, Rückenvergoldung und goldgepr.
Deckelbordüren (leichte Bereibungen, Ecken
gering bestossen).
Nissen BBI 1360 - Pritzel 6196 - Stafleu/C. III,
5961 - Sabin 48693 - Junk Rara I, 64. - Erste
Ausgabe. - In Lieferungen erschienenes Werk
des französischen Botanikers F.-A. Michaux
(1770-1855), das bedeutendste Buch über die
Bäume Nordamerikas im 19. Jahrhundert. - Es
fehlen 2 Tafeln im 2. Band. - Tafelzählung im
1. und 2. Band ganz bzw. teilweise gelöscht.
- Unbeschnittenes Exemplar, in den Rändern
etwas stockfleckig, ansonsten wohlerhalten.
- Provenienz: Exlibris des Frankfurter Bankiers
Max von Grunelius (1870-1963) auf Spiegeln. Im
ersten Band eine eigenh. Notiz desselben, wo-
nach sein Vorfahre Joachim Andreas Grunelius
(1776-1852) das Werk 1821 in Paris bei Pélicier
hat erwerben lassen.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
TechnikNaturwissenschaften
239 239
| 60
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
240
BOTANIK - Bory de Saint-Vincent, Jean Baptis-
te. Dictionnaire classique d‘histoire naturelle. 17
Bände (davon 1 Atlas). Mit 159 (davon 151 kol.)
Kupferstichen und 1 gefalt. kol. Weltkarte. Paris,
Rey et Gravier, Baudouin etc, 1822-1831. 8°.
Halbleder d. Z. mit 2 goldgeprägten Rücken-
schildern und Rückenvergoldung (Kapitale teils
etwas bestossen, teils mit kl. Fehlstellen, leicht
fleckig, teils schwach berieben).
Nissen BBI 2235 - Stafleu/C. 669. - Herausge-
geben von Bory de Saint-Vincent (1780-1846),
einem der produktivsten Naturalisten und
Forscher des frühen 19. Jahrhunderts. Charles
Darwin führte das Werk auf der H.M.S. Beagle
während seiner berühmten Forschungsreise
mit. - In den Rändern etwa gebräunt, stellen-
weise leichte Stock- und Braunflecken, der
Atlas gelegentlich leicht fingerfleckig. - Auf
Vortitel jeweils gestempelt des Institut Ste.
Marie-des-Chartreux, Lyon.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
241
- Kräuterbücher - Dodoens, Rembert. Frumen-
torum, leguminum, palustrium et aquatilium
herbarum, ac eorum, quae eo pertinent historia.
Mit Holzschnitt-Druckermarke und 84 meist
ganzseitigen botanischen Holzschnitten.
Antwerpen, C. Plantin, 1566. 8°. 271 (recte:
270) S. Pergamentband d. Z. mit schwarzgepr.
Rückentitel (etwas fleckig).
Adams D 716 - Voet 1095 - Nissen BBI 513 -
Pritzel 2346 - Durling 1176. - Erste Ausgabe.
- Seltenes kleines Kräuterbuch des flämischen
Arztes und Botanikers, der als Professor der
Medizin in Leiden wirkte. - Es fehlen die drei
Indexblätter am Schluss. - Vorsätze erneuert,
Titelblatt aufgezogen, etwas gebräunt, feucht-
und fingerfleckig. Verblasster Namenszug auf
Titel.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
242
Darwin, Charles und Alfred Russel Wallace. On
the Tendency of Species to form Varieties; and
on the Perpetuation of Varieties and Species by
Natural Means of Selection. Separatdruck. Read
July 1st, 1858. 8°. S. 45-62. Späterer Leinen-
band mit goldgepr. Deckeltitel.
Aus: [Journal of the Proceedings of the Linnean
Society, Zoology, Vol. III, No. 9, pp. 45-62].
- Freeman 347 - Norman 592 - PMM 344a. -
Erste Ausgabe. - Die gemeinsame Publikation
der theoretischen Entwürfe von Darwin und
Wallace markiert den eigentlichen Beginn der
Evolutionstheorie. „The first printed exposition
of the theory of evolution by natural selection“
(Norman). - Wallace legte seine Überlegungen
im sogenannten Ternate-Manuskript nieder.
Diese im März 1858 von der Insel Ternate an
Charles Darwin geschickte Arbeit sollte von
diesem begutachtet und an Charles Lyell zur
Publikation weitergeleitet werden. Darwin
war, als er das um die halbe Welt per Schiff
übermittelte Manuskript wahrscheinlich im Juni
1858 erhielt, von der weitgehenden Überein-
stimmung von Wallaces Thesen mit seinen
eigenen Forschungen derart überrascht, dass er
fürchtete, eine Publikation derselben würde ihm
als Plagiat angelastet werden. Daher entstand
der Plan einer gemeinsamen Publikation. Unter
dem vorliegenden Titel wurde schliesslich
Wallaces Manuskript zusammen mit einem
Auszug aus Darwins bis dahin unveröffentlich-
tem Manuskript Natural Selection und einer
Zusammenfassung eines Briefes von Darwin
an Asa Gray am 1. Juli 1858 vor der Londoner
Linné-Gesellschaft verlesen und anschliessend
in gedruckter Form wie hier vorliegend veröf-
fentlicht. Der Text erschien in 5 Varianten: Als
Teil der „Zoology section“ wie vorliegend, ferner
als Teil der „Botany section“, im Jahresband des
Journals, als Verfasser-Sonderdruck sowie im
Jahresband der Zeitschrift Zoologist (Bd. 16)
mit abweichener Paginierung (vgl. Freeman 346-
350). - Der Eintrag aus dem Inhaltsverzeichnis
der Zeitschrift ist bei unserem Exemplar auf
dem Vorsatz montiert. - 4 Anstreichungen in
Bleistift, im Rand minim stockfleckig, ansonsten
wohlerhalten.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
242
240
| 61
243
Darwin, Charles, P. P. King und R. Fitzroy. Narrati-
ve of the surveying voyages of His Majesty‘s
ships Adventure and Beagle, between the years
1826 and 1836, describing their examination of
the southern shores of South America and the
Beagle‘s circumnavigation of the globe. 3 Bände
und Appendix zu Band II in 4 Bänden. Mit 8 lose
beiliegenden Faltkarten und 48 Stahlstichtafen
(inkl. 1 Faltkarte). London, Henry Colburn, 1839.
Gr.-8° (24 x 16 cm). XXVIII S., [2] Bll., 597 S.; XIV
S., [1] Bl., 694 S., [1] Bl.; VIII, 352 S.; XIV, 615 S., S.
609-629 (Addenda). Blaue Original-Leinenbän-
de mit goldgepr. Rückentiteln und ornamentaler
Blindprägung auf Deckeln (etwas berieben,
Rücken aufgehellt, stellenweise feuchtfleckig,
Band III mit Wasserschaden auf Rücken und
beiden Deckeln).
Freeman 10 - Sabin 37826 - Borba de Moraes
247 - Norman III, 1009. - Erste Ausgabe und
zugleich das erste von Darwin veröffentlichte
Buch, das als Band III der vorliegenden Ausgabe
erschien: Journal and remarks. 1832-1836. -
„Darwin sailed with no formal scientific training.
He returned a hard-headed man of science,
knowing the importance of evidence, almost
convinced that species had not always been as
they were since the creation but had undergone
change... The experiences of his five years...
and what they led to, built up into a process of
epoch-making importance in the history of
thought“ (DSB 3, 556). - Unaufgeschnitten bzw.
unbeschnitten; stellenweise leicht stockfleckig,
Provenienz: Gest. Wappen-Exlibris Earl of
Ilchester.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
244
Darwin, Charles. A Monograph on the Fossil
Lepadidae, or, Pedunculated Cirripedes of Great
Britain. A Monograph on the Fossil Balanidae
and Verrucidae of Great Britain. 2 Teile in 1 Band.
Mit 7 blattgrossen gest. Tafeln von J. De C.
Sowerby und 12 Textholzschnitten. London, [C.
 J. Adlard für die] Palaeontographical Society,
1851-1854. 4°. VI, 88 S., [3] Bll., 44 S. [3] Bll.
Halblederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel
(minimal bestossen, Rücken minim beschabt).
Freeman 342 - Norman 590. - Erste Ausga-
be. - Monographie über Rankenfusskrebse
und Seepocken, deren Erforschung Darwin 8
Jahre seines Lebens (1846-1854) gewidmet
hat. Zwischen 1851 und 1854 enstanden
insgesamt vier Monographien, je zwei über die
rezenten und zwei über die fossilen Formen.
Darwins Interesse an Seepocken lässt sich auf
eine Entdeckung an der chilenischen Küste
zurückführen: Er fand am Strand Muschel-
schalen, in die ein kleiner, oranger Organismus
eingebohrt war, offensichtlich ein Parasit der
Muschel. Im vorliegenden Werk sind alle damals
bekannten Cirripedier-Arten und -Gattungen
von Darwin beschrieben sowie in umfassenden
Abbildungen dargestellt. - Minim gebräunt und
stockfleckig, ansonsten wohlerhalten.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
245
Darwin, Charles. Geological Observations
on South America. Being the third part of the
Geology of the Voyage of the Beagle, under
the command of Capt. Fitzroy, R.N. during the
years 1832 to 1836. Mit 1 gest. Faltkarte, 1 kolor.
gefalt. geolog. Querprofil von G. B. Sowerby
Junior, 4 lithogr. Falttafeln und einer zusätzlichen
lithogr. Falttafel am Schluss. London, Smith,
Elder  Co., 1846. 8° (22,5 x 14,5 cm). VII, 279,
32 S. (Verlagsanzeigen). Halblederband d. Z. mit
2 goldgepr. Rückenschildern und Rückenver-
goldung (Gelenke etwas beschabt, Kanten und
Ecken leicht berieben).
Freeman 273 - Norman 587 - Sabin 18646.
- Erste Ausgabe. - Mit dem oft fehlenden Ver-
lagskatalog am Schluss, datiert Juli 1846. - Die
zusätzlich eingebundene Tafel mit handschrift-
lichem Vermerk: „Sowerby‘s Fossils of British
Strata. Crag, by S.V. Wood Esq. F.G.S. 5 each
part, 4 plates, 100 figures, with descriptions,“ im
Unterrand mit der hs. Adresse: „50 Great Russell
St., Bloomsbury.“
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
243 243
| 62
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
246
Darwin, Charles. Gesammelte Werke. Aus dem
Englischen übersetzt von J. Victor Carus. Auto-
risirte deutsche Ausgabe. 16 Teile in 7 Bänden.
Mit 4 gest. Portraits, 1 Faksimile, 15 (davon 7
gefalt.) 17 Tafeln und 4 mehrfach gefalt. Karten
sowie zahlreiche Textholzstichen. Stuttgart, E.
Schweizerbart, 1899. Gr.-8°. Halbleder d. Z. mit
Rückenschildern und goldgepr. Bandzahl (leicht
berieben).
Zweite Ausgabe. - Enthält zahlreiche Schrif-
ten, Briefe und eine Autobiographie. - Leicht
gebräunt, nur gelegentlich leicht stockfleckig.
Einige Blei- und Farbstift-Anstreichungen.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
247
Darwin, Charles. Konvolut von 8 Werken in
frühen Ausgaben. London, John Murray, 1873-
1889. Grüne Original-Leinenbände.
1. Journal of Researches into the Natural Histo-
ry and Geology of the Countries Visited during
the Voyage of H.M.S. Beagle round the World.
Twelfth thousand. London, 1873. - 2. Insecti-
vorous Plants. Third thousand. Ebd., 1875. - 3.
The Various Contrivances by Which Orchids Are
Fertilized by Insects, second edition. Ebd., 1877.
- 4. The Effects of Cross and Self Fertilisation in
the Vegetable Kingdom. Second edition. Ebd.,
1878. - 5. The Formation of Vegetable Mould
through the action of Worms. Second thousand.
Ebd., 1881. - 6. The Movements and Habits of
Climbing Plants. Third thousand. Ebd., 1882. -
7. The Different Forms of Flowers in Plants of
the Same Species. Third thousand. Ebd., 1888.
- 8. The Structure and Distribution of Coral
Reefs. Third edition. Ebd., 1889. - Teils leichte
Gebrauchsspuren, einige Besitzvermerke, ins-
gesamt gute Exemplare. - BEIGEGEBEN: Ders.
Des effets de la fécondation croisée et de la fé-
condation directe. Traduit de l‘anglais et annoté
avec autorisation de l‘auteur par E. Heckel Paris,
1877. Original-Leinenband. - Erste französische
Ausgabe. - 2 weitere Beigaben.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
244 245
247
| 63
248
| 64
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
248
Darwin, Charles. On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation
of Favoured Races in the Struggle for Life. Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm. London, John Mur-
ray, 1859. 8°. IX, 502 S. Brauner, geglätteter Lederband d. Z. mit 2 goldgepr. Rückenschildern,
reicher Rückenvergoldung, Deckel- und Innenkantenbordüren sowie dreiseitigem Gold-
schnitt (signiert Riviere  Son; Kanten und Gelenke leicht berieben,Rücken mit kl.Schabspur).
Dibner 199 - Freeman 373 - Grolier, Science 23b - Norman 593 - Printing and the Mind of
Man 344b. - Erste Ausgabe. - Kaum ein anderes Werk der Naturwissenschaft hat die Sicht
des Menschen auf die Welt und seine Stellung in ihr so sehr verändert wie „On the Origin of
Species“. „Darwins Theorie über die Geschichte und Vielfalt des Lebens und die sich daraus
ergebende Vorstellung, dass auch der Mensch mit all seinen biologischen und kulturellen
Merkmalen das Produkt natürlicher Mechanismen ist, hat nicht nur die Praxis der Biologie
unwiderruflich verändert, sondern wurde auch schnell als grundsätzliche Herausforde-
rung philosophischer und religiöser Traditionen des Abendlandes erkannt. Darwins Werk
beeinflusst daher seit seiner Erstveröffentlichung mit wechselnder Intensität, aber immer
kontrovers, das Denken in der Ethik, Theologie, Sozial- oder Erkenntnistheorie.“ (Thomas P.
Weber, in: KLL). - Mit den Merkmalen des Erstdrucks nach Freeman: Zwei Zitate auf Vortitel
verso (Whewell und Bacon) und Faltdiagramm von W. West vor S. 117, jedoch ohne die 32 S.
Verlagsanzeigen am Schluss. - Zu Darwins Lebzeiten erschienen bereits sechs Auflagen des
Werkes. Die vorliegende erste umfasste 1250 Exemplare und war - wegen zahlreicher Vor-
bestellungen - sofort ausverkauft. Bereits 1860 erschien die zweite Ausgabe in 3000 Exem-
plaren. - Die ersten Blatt ganz leicht stockfleckig, ansonsten sehr gutes und wohlerhaltenes
Exemplar im prachtvollen zeitgenössischen Meistereinband. - Provenienz: Wappen-Exlibris
Michael Tomkinson, Franche Hall, Worcestershire (1841-1921).
CHF 30 000 / 50 000
(€ 27 780 / 46 300)
248
248
| 65
249
Darwin, Charles. On the Origin of Species by
Means of Natural Selection, or the Preservati-
on of Favoured Races in the Struggle for Life.
Fifth thousand. Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm.
London, John Murray, 1860. 8° (20,6 x 13,9
cm). IX, 502 S., 32 S. (Verlagsanzeigen). Grüner
Original-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel
(Rücken leicht gedunkelt, Kapitale und Ecken
minimal bestossen).
Freeman 376. - Zweite Ausgabe, zweiter Druck.
- Mit 3 Zitaten auf dem Vortitel verso. - Die
Verlagsanzeigen datiert Januar 1860. - Vorti-
tel mit Einriss im Falz, etwas gebräunt und auf
den ersten Seiten minimal fingerfleckig. Gutes
Exemplar. - BEIGEGEBEN: 1. Dasselbe. Third
edition, with additions and corrections (seventh
thousand). Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm.
Ebd., 1861. 8° (20,6 x 13,9 cm). XIX, 538 S., [1]
Bl., 32 S. (Verlagsanzeigen). Grüner Origi-
nal-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (mit
Buchbinder-Etikett von Edmonds  Remnants,
London). - Freeman 381. - Dritte Ausgabe mit
der Erweiterung des historischen Abrisses
zur Evolutionsbiologie, mit welcher er auf die
Kritik an seinem Werk reagierte. - 2. Dasselbe.
Sixth edition, with additions and corrections
(thirteenth thousand). Mit 1 gefalt. lithogr. Dia-
gramm. Ebd., 1873. 8° (19,1 x 13,1 cm). XXI, 458
S. Grüner Original-Leinenband mit goldgepr.
Rückentitel. - Freeman 396. - Etwas stock-
fleckig in den Rändern, das Diagramm stärker.
- Schönes Konvolut von 3 frühen Londoner
Ausgaben des bahnbrechenden Werkes in den
Original-Einbänden.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
250
Darwin, Charles. The Descent of Man, and
Selection in Relation to Sex. 2 Bände. Mit 76
Textholzschnitten. London, John Murray, 1871.
8°. VIII, 423, 16 S.; VIII, 475, 16 S. Dunkelgrüne
Original-Leinenbände mit goldgepr. Rücken-
titeln und Bandzahl (minimal beschabt und
berieben, Ecken minim bestossen).
Freeman 937 - Garrison Morton 170. - Erste
Ausgabe, zweiter Druck. - „This is really two
works. The first demolished the theory that
the universe was created for Man, while in the
second Darwin presented a mass of evidence in
support of his earlier hypothesis regarding sexu-
al selection“ (Garrison Morton, S. 23). In seinem
unvergleichbaren Werk über die Abstammung
des Menschen argumentiert Darwin nachdrück-
lich, alle Lebewesen seien denselben Naturge-
setzen unterworfen und dass sich der Mensch
im Laufe der Jahrtausende genau so wie andere
Tiere entwickelt hätte. Der Mensch trage in sei-
nem Körper noch immer den unauslöschlichen
Stempel seiner niederen Herkunft. - Entlang der
Seitenränder minimal gebräunt sowie vereinzelt
stockfleckig. - Provenienz: Newcastle Infirmary
Medical Library, auf Spiegel montiert sowie Titel
gestempelt.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
251
Darwin, Charles. The Expression of the Emo-
tions in Man and Animals. Mit 21 Textholzschnit-
ten und 7 (3 gefalt.) Heliotypien. London, John
Murray, 1872. 8°. VI, 374 S., 4 S. (Verlagsanzei-
gen). Dunkelgrüner Original-Leinenband mit
goldgepr. Rückentitel (minimal berieben).
Freeman 1142 - DSB III, 575 - Garrison-Morton
4975. - Erste Ausgabe. - „This is an important
member of the evolutionary set, and it was
written, in part at least, as a confutation of the
idea that the facial muscles of expression in
man were a special endowment“ (Freeman, S.
141). „With this book Darwin founded the study
of ethology (animal behavior) and conveyance of
information (communication theory) and made
a major contribution to psychology“ (DSB III, S.
575). - Minim gebräunt, ansonsten wohlerhal-
tenes Exemplar. - Buchhändler-Etikett Harrison,
Bookseller to the Queen, 59, Pall Mall. - Exlibris
Army and Navy Club auf Spiegel.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
251
249
| 66
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
252
Darwin, Charles. The Power of Movement in
Plants. Mit 196 Textholzschnitten. London, John
Murray, 1880. 8°. X, 592 S., 32 S. (Verlagsanzei-
gen). Dunkelgrüner Original-Leinenband mit
goldgepr. Rückentitel (minimale Bereibungen).
Freeman 1325. - Erste Ausgabe. - „This was
an extension of the work on climbing plants to
show that the same mechanisms hold good for
flowering plants in general“ (Freeman, S. 161). -
Wohlerhaltenes Exemplar.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
253
Darwin, Charles. The Variation of Animals and
Plants under Domestication. 2 Bände. Mit 43
Textholzschnitten. London, John Murray, 1868.
8°. VIII, 411, 32 S. (Verlagsanzeigen); VIII, 486
S., [1] Bl. (Verlagsanzeigen). Dunkelgrüne Origi-
nal-Leinenbände mit goldgepr. Rückentiteln
Freeman 877 - Garrison-Morton 224.1 - Nor-
man 217. - Erste Ausgabe, erster Druck mit den
entsprechenden Merkmalen: Im ersten Band
mit den 5 Errata auf S. VI, im zweiten 7 Zeilen auf
S. VIII. Die Verlagsanzeigen datiert April 1867
und Februar 1868. - Ausführlichstes Werk Dar-
wins, in dem er erstmals seine Pangenesisthe-
orie (Kapitel XXVII) darlegt. „This represents the
only section of Darwin‘s big book on the origin
of species which was printed in his lifetime and
corresponds to its first two intended chapters.“
(Freeman). - Vorsätze minim stockfleckig. - Sehr
gutes, unbeschnittenes bzw. unaufgeschnitte-
nes Exemplar. - BEIGEBEBEN: Dasselbe. Ebd.,
1868. 8°. VIII, 411, 32 S. (Verlagsanzeigen); VIII,
486 S., [1] Bl. (Verlagsanzeigen). Grüne Origi-
nal-Leinenbände mit goldgepr. Rückentiteln
(mit den Buchbinder-Etiketten von Edmonds
 Remnants, London). - Freeman 878. - Erste
Ausgabe, zweiter Druck (Februar 1868) mit den
korrigierten Errata des Erstdruckes vom Januar.
- Provenienz: Wappen-Exlibris John Flower auf
Spiegeln. - Zusammen 4 Bände.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
254
Gütle, Johann Conrad. Nützliche Versuche und
Erfahrungen für Fabrikanten, Künstler und Oe-
konomen, zur Beförderung der Oekonomie, der
Künste, Gewerbe und Handlung, der Fabriken
und Manufacturen. Mit gest. Frontispiz und 1
Falttabelle. Nürnberg und Altdorf, Monath und
Kußler, 1796. Kl.-8°. XIV, 204 S. Pappband d. Z.
(leicht fleckig und berieben).
VD18 13072447 - Erste Ausgabe. - Gütle
(1747-1827) war ein Nürnberger Instrumenten-
bauer, Hersteller von Elektrisiermaschinen und
Pionier beim Bau von Blitzableitern. - Durch-
gehend etwas stockfleckig, in den Rändern
auch stärker. - BEIGEBUNDEN: Anweisung zur
Mischung der Farben und Bemerkungen über
das Colorit. Bayreuth, J. A. Lübecks Erben, 1796.
[1] Bl., 40 S. - Einzige Ausgabe. - Sehr seltene
Schrift über die Mischung von Farben und deren
Anwendung in der Malerei, über KVK in keiner
Bibliothek nachweisbar. - Der Rezensent in der
Allgemeinen Literaturzeitung vom 10. März
1797 gibt sich wenig überzeugt: „Wie konnte
sich ein solcher Mann anmassen, über das Colo-
rit schreiben?“ - Gest. Exlibris auf Spiegel.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
255
253
| 67
255
[Hohberg, Wolf Helmhard von]. Georgica
curiosa. Das ist: Umständlicher Bericht und
klarer Unterricht von dem Adelichen Land- und
Feld-Leben. 3 Bände. Mit 3 gest. Titeln, 10
Kupfertafeln, 4 ganzseit. Kupfern und zahlr.
Textkupfern. Nürnberg, Martin Endter, 1695
(1-2) und 1715 (3). Folio. [7] Bll., 870 S.; [6] Bll.,
854, 48 S., [17] Bll.; [2] (st. 5) Bll., 608 S., [15] Bll.,
378 S., [9], [3] Bll., 110 (recte: 104) S., [2] (st. 3)
Bll. Lederbände d. Z. mit reicher Blindprägung
und je 2 intakten Messingschliessen (etwas
berieben, Kapitale teils mit kl. Fehlstellen, Spuren
älterer Restaurierungen).
VD17 3:312616L, VD17 39:125978T - Faber du
Faur I, 617 - Lindner 11.0983.01., 11.983.05 und
11.0985.01 - Lipperheide Pc 4 - Weiss 1661.
- Hohbergs Hauptwerk ist eine enzyklopädi-
sche Sammlung zu Landwirtschaft, Ackerbau,
Bienen- und Pferdezucht, Hauswirtschaft,
Jagdwesen, Wein- und Obstbau, Fisch- und
Viehzucht. Der dritte Band mit dem Kochbuch
wurde erst posthum herausgegeben. - Die erste
Kupfertafel mit grösserem Eckabriss (Fragment
beiliegend). - Etwas gebräunt, vereinzelte kl.
Randläsuren, wenige Textkupfer in etwas flauen
Abdrucken.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
256
MASCHINENBÜCHER - Henning, V[eit] B[altha-
sar]. Sammlung nützlicher Machinen und Inst-
rumenten nebst deren Erklärung aus dem Fran-
zösischen, Englischen und andern Sprachen ins
Teutsche übersezt (von G. W. Pozinger). 5 Teile
in 1 Band. Mit 5 gest. Titeln und 100 meist gefalt.
Kupfertafeln. Nürnberg, Henning, [1747-52].
Folio. 202 S. Halblederband der Zeit mit vergold.
Rückentitel (etwas berieben, Hinterdeckel mit
Wurmspuren, oberes Gelenk etwas aufgeplatzt,
Kanten gering bestossen).
Poggendorff II, 480 (Pözinger) - Engelmann
320 - Zinner, Instrumente 372 - Holzmann-B. IV,
433 - nicht im Kat. „Theatrum Machinarum“ des
Deutschen Museums (2008). - Erste Ausgabe
des seltenen, umfassenden und reich illustrier-
ten Werkes über den techischen Stand jener
Zeit. Die Kupfertafeln zeigen astronomische
Geräte, Rechenmaschinen, Waagen, Mühlen,
Hebewerke, Feuerspritzen, Mühlen, Musikin-
strumente, Feuerspritzpumpen, hydraulische
Wassermotoren u.v.a. Sie wurden von dem
Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler
Veit Balthasar Henning gestochen. - Stellen-
weise gering fingerspurig, ein Textblatt mit
hinterlegtem Randausriss (ohne Textverlust),
eine Tafel mit fachmännisch restaurierter und
ergänzter Papierfehlstelle (leichter Darstel-
lungsverlust). Gegen Schluss im Bug ganz
geringe Wurmlöcher. Sehr schönes, sauberes
Exemplar.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
257
MASCHINENBÜCHER - Leupold, Jacob. Pars I.
Theatri statici universalis, sive Theatrum stati-
cum, Das ist: Schau-Platz der Gewicht-Kunst
und Waagen, Enthält nicht nur Die nöthigsten
Fundamenta solcher Wissenschafft und Kunst,
sondern erkläret auch selbige durch unter-
schiedliche Machinen und Instrumenta, stellet
dabey vor: Alle Arten der Cramer-Gold-Silber-
Probier-Schnell-Heu- und andern curieusen
Wagen [...]. 4 Teile in 1 Band. Mit 57 gefalt.
Kupfertafeln. Leipzig, beim Verfasser und J. F.
Gleditschens seel. Sohn, 1726. Folio. [5] Bll., 332
S., [2] Bll. HLederband mit vergold. Rückentitel
(minimal berieben und beschabt, Kapital mit
winziger Fehlstelle).
Poggendorff I, 1438 - Bibl. Dt. Museum, Libri
rari, 169-170 - Hilz, Theatrum Machinarum, S.
114 - nicht bei Roberts/Trent. - Erste Ausgabe.
- Das deutsche Standardwerk der Zeit über alle
Arten von Grob- und Feinwaagen. Der dritte Teil
befasst sich insbesondere mit der „Abwiegung
und Beobachtung aller Eigenschafften der
Lufft“. Die Tafeln mit Darstellungen von Glocken,
Barometern, Thermometern, Wettergläsern,
einer „Wind Machine“, Waagen und weiteren
Messgeräten. - An den Rändern gebräunt und
stockfleckig, teilweise stärker. Vereinzelt braun-
und feuchtfleckig. - Stempel auf fliegendem
Vorsatz und Titel „Königliche Ingenieurartillerie
Bibliothek zu Hannover“.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
256 257
| 68
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
258
MASCHINENBÜCHER - Leupold, Jacob.
Theatrum Machinarum Generale. Schau-Platz
des Grundes Mechanischer Wissenschaften,
das ist: Deutliche Anleitung zur Mechanic oder
Bewegungs-Kunst [...].
Alles mit viel nützlichen Anmerckungen [...]
vermehret. Mit 71 (1 mit drehbarer Volvel-
le) gefalt. Kupfertafeln von Krügner, Böcklin,
Uhlich, u. a. nach Leupold. Leipzig, Ch. Zunkel,
1724. Gr.-4°. [11], 240 S., [2] Bll. Ganzleder d. Z.
mit goldgeprägtem Rückenschild und floraler
Rückenvergoldung (letztere etwas verblichen,
Vordergelenk etwas angeplatzt, Ecken bestos-
sen, leicht beschabt).
Ornamentstichslg. Berlin 1786 - Klemm S.
233ff. u. 437 - Graesse IV, 188 - Darmstaedter
170-171. - Erste Ausgabe. - Reich umfassendes
Werk über Apparatebau, Maschinen-Technik,
usw., darunter Waagen, Flaschenzüge, Hebel,
Wasserräder, Werkzeuge aller Art, Mühlen, u. v.
a. Leupolds Werk, in dem er wissenschaftlichen
Geist mit praktischer Fertigkeit verbindet, sollte
vornehmlich dem Mechaniker und Maschinenin-
genieur seiner Zeit dienen. Es ist das vollstän-
digste Compendium über die technischen
Wissenschaften jener Epoche. - Gleichmässig
gebräunt, stellenweise stock-, braun-, feucht-
und tintenfleckig, erste Bll. mit Wurmgängen
im unteren Rand (ohne Text- oder Darstel-
lungsverlust), die Tafel LXVII mit fachmännisch
ergänztem Eckausriss, Spiegel etwas leimschat-
tig. - Auf Vorsatz gestempelt (unleserlich).
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
259
MATHEMATIK - Pescheck, Christian. Allgemeine
Teutsche Rechen-Stunden, Darinnen die 5.
Species der Rechen-Kunst [...] ANGEBUNDEN:
1. Italiänische Rechen-Stunden... - 2. Allen drey-
en Haupt-Ständen nöthige Rechen-Stunden.
3 in 1 Band. Mit 3 gest. Frontispices. Zittau u.
Leipzig, J. J. Schops, 1736-1741. 8°. [7] Bll. 576
S., [7] Bll., 463 S., [7] Bll., 568 S. Pergamentband
d. Z. mit handschriftl. Rückentitel (etwas fleckig
und berieben).
Vgl. Poggendorf II, 410 - Jöcher III, 1414f. u.
Humpert 652. - Seltener Sammelband mit 3
bekannten Werken des Zittauer Mathematikleh-
rers. - Minimal gebräunt und vereinzelt fleckig. -
Auf Rückseite des 1. Titelblatts handschriftlicher
Besitzvermerk von 1763.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
260
- Riese, Adam. Rechenung nach der lenge, auff
den Linihen und Feder. Darzu forteil und behen-
digkeit durch die Proportiones, Pracitca genant,
mit grüntlichem unterricht des visierens. Mit
gest. Titelvignette mit Portrait des Verfassers.
(Leizpig, Jakob Bärwalt), 1550. Gr.-8°. [4], 196 Bll.
Rest., etwas spät., gefärbter, flexibler Pgt.-Band
mit intakten Schliessbändern (unter Verwen-
dung der alten Decken, Kapitale und Vorsätze
erneuert; Deckel verzogen, etwas bestossen).
VD16 R2515 - Adams R 535 - USTC 690004 - -
Smith, Rara 250-252 - Hoock-Jeannin R.7.29 -
Dekesel R45 - Honeyman 2632 - Cantor II, 421
- Gebhardt-R. C/1 - Tomash  Williams R93:
„This is Riese’s fourth, and last, arithmetic text.
It is an expanded version of his earlier arithmetic
books in both the number of examples and
content“. - Erste Ausgabe. - „ A comprehensive
work, which far surpassed his books written at
Erfurt, especially in the number of examples.
Most of the work had been completed by 1525;
but it was not published until 1550, after Elector
Maurice of Saxony had advanced the printing
costs. Because the expense was so great, the
book was reprinted only once, in 1616. „ (DSB
XI, 457). - Gebräunt und stockfleckig, Titelei
stärker angestaubt, stellenweise Tinten- und
Feuchtflecken, erste und letzte Blatt in den
Ecken etwas angefranst, in den Rändern minim
angerissen (ausserhalb des Textes). Insgesamt
in guter Erhaltung. - Zahlreiche Unterstreichun-
gen und Annotationen von alter Hand.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
259
258
| 69
261
- Rudolff, Christoff. Künstliche Rechnung mit
der Ziffer und mit den zal pfennigen sampt der
Wellischen Practica und allerley fortheil auff die
Regel De Tri. Item vergleichung mancherley
Gewicht, Elnmass, Müntz c. auff etlich Landt
und Stett. Gemehrt mit 293 Exempeln [...].
Nürnberg, J. Petreius, 1546. 8°. 208 Bll. Blind-
gepr. Kalbsleder d. Z. über Holzdeckeln (Rücken
fachmännisch erneuert, Schliessen entfernt,
Deckel stärker berieben).
Vgl. VD16 R 3441 (nur 200 Bll.) - Cantor II, 398
- Hoock-Jeannin R 14.10 - Smith 151f. (alle mit
abweichender Kollation). - „One of the best
known of the practical arithmetics of that pe-
riod...“ (Smith), erstmals 1526 erschienen. Das
Werk gliedert sich in zwei Teile: das Grundbüch-
lein, „lernt die species in gantzen und brochen
zalen“, und das Regelbüchlein, „zeigt an die gul-
de(n) regel de Tri... mit nachfolgung vil schöner
exempel“ zur Erlernung der Kaufmannsrech-
nung u. a. „Rudolff‘s importance in the history of
mathematics lies in his having written the first
comprehensive book on algebra in German. In
this work he went far beyond his Grammateus,
especially concerning calculation with rational
and irrational...“ (DSB). - VInnengelenk etwas an-
geplatzt, stellenweise in den Rändern schwach
stock- und feuchtfleckig, schwach gebräunt
(Vorsätze stärker), ein Blatt leicht tintenfleckig.
Insgesamt schönes und sauberes Exemplar.
- Provenienz: Aus dem Besitz eines Jodocus
Nass, mit Namenseindruck und Datum „1564“
im Kolophon.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
262
- Simson, Robert. Euklids Data, verbessert
und vermehrt... aus dem Englischen übersezt,
und mit einer Sammlung geometrischer, nach
der analytischen Methode der alten aufgelös-
ter Problme begleitet, von Johann Christoph
Schwab. Mit 12 gefalt. Kupfertafeln. Stuttgart,
Cotta, 1780. 8°. [1], [1] w., [21], [1] w. Bll., 260
S., [1] Bl., 94 S., [2] Bll., 144 S. Leder d. Z. mit
goldgeprägtem Rückenschild (leicht berieben,
schwach fleckig).
Poggendorff I, 870 - Kastner III, 183 - Cantor
IV, 33. - Erste Ausgabe dieser Übersetzung.
- ANGEBUNDEN: 1. Segner, J. A. Gründe der
Perspectiv. Mit 8 gest. Faltkupfern von Wolff.
Berlin, Himburg, 1779. - 2. Schenmark, Nicolaus.
Analytische Geometrie, worin nebst den ersten
Gründen der Algebra, ihre Anwendung auf die
Elementar-Geometrie und die Kegelschnitte
enthalten. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. - Stel-
lenweise schwach stockfleckig. - Exlibris des
Mathematikers Helmut Kracke (1900-1986).
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
263
MEDIZIN - Bernard, Claude. Introduction à
l‘étude de la Médecine expérimentale. Paris, J. B.
Baillière et fils, 1865. 8°. 400 S. Halb-Saffianleder
d. Z. mit goldgeprägten Rückenschild (sign. „A.
Goupil“; Kanten leicht berieben).
PMM 353 - Norman 206-7 - Garrison-M. 1766,
501: „probably the greatest classic on the
principles of physiological investigation and
of the scientific method as applied to the life
sciences“. - Erste Ausgabe. - Minimal gebräunt.
Vereinzelt Anstreichungen in Bleistift. - BEIGE-
GEBEN: - Ders. Leçons sur les Phénomènes de
la vie communs aux animaux et aux végétaux. 2
Bände. Mit 4 gest. Tafeln und einigen Text-
holzstichen. Paris, 1878-1870. HMaroquin mit
goldgepr. Rückentitel. - Etwas stockfleckig. -
Zus. 3 Bände.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
260 261
| 70
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
264
MEDIZIN - Levison, Georg (auch Mordechai
Gumpel Schnaber). Beschreibung der London-
schen medicinischen Praxis, den deutschen
Aerzten vorgelegt. 2 Teile in 1 Band. Berlin und
Stettin, Friedrich Nicolai, 1782. 8°. XXVIII S., [1]
w. Bl., 318 S., [1] Bl., 228 S., [2] Bll. Schmuckloser
Pappband d. Z. mit hs. Rückenschild (etwas
fleckig und bestossen).
Hirsch/H. III, 694 - nicht bei Blake. - Erste Ausga-
be. - Seltenes Werk des aus Berlin stammenden
jüdischen Arztes, Theologen und wissen-
schaftlichen Schriftstellers (1741-1797), der
nach seinem Medizinstudium in London eine
Anstellung am General Medical Asylum des
Herzogs von Portland erhielt. Levison publizier-
te zu naturwissenschaftlichen ebenso wie zu
rabbinischen Fragen, führte ein abenteuerliches
Leben und starb in Hamburg. - Etwas gebräunt
und stockfleckig.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
265
- Gynäkologie - Muralt, Johann von. Kin-
der-Büchlein Oder Wolgegründeter Unterricht,
Wie sich die Wehe-Muttern, und Wartherinnen
gegen schwangern Weibern in der Gebuhrt;
gegen denen Jungen Kindern, und Säuglingen
aber noch der Gebuhrt zuverhalten haben. Mit
gest. Titel von Joh. Meyer und 9 (von 10) Kup-
fertafeln. Zürich, David Gessner, 1689. 8°. [1] Bl.,
176 (statt 178) S., [2] (statt 3) Bll. Lederband d.
Z. mit 2 intakten Schliessen (stärker beschabt,
Rücken mit Fehlstellen an den Kapitalen).
VD17 7:697020T - Waller 6765 - nicht bei Kri-
vatsy. - Erste Ausgabe, von grosser Seltenheit.
- Seit 1688 Stadtarzt von Zürich und damit auch
für das Hebammenwesen zuständig, verfasste
Muralt das vorliegende Handbuch zur Verbes-
serung der Geburtshilfe. „M. kann als Begründer
des anatomischen Unterrichts in Zürich gelten,
das durch ihn zu einem bedeutenden Zentrum
für das Studium der Anatomie und Chirurgie
wurde.“ (NDB 18, 602). - Es fehlen die 4. Kupfer-
tafel, die S. 39/40 sowie das letzte Registerblatt.
- Stärker gebräunt und feucht- bzw. finger-
fleckig, 1 Kupfer mit Eckabriss und kl. Bildverlust.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
266
NAUTIK - Morogues, Sébastian-François Bigot
de. Tactique navale, ou traite des évolutions et
des signaux, avec figures. Mit gest. Titelvignet-
te, 1 gest. Kopfvignette von A. Duflos nach Le
Pautr und 49 Kupfertafeln sowie zahlreichen
Textholzschnitten. Paris, Guerin  Delatour,
1763. 4°. [2] Bll., X, 481 S., [1] Bl. Kalbsleder d. Z.
mit goldgepr. Rückenschild, reicher Rücken- und
Stehkantenvergoldung (Ecken schwach bestos-
sen, leicht beschabt).
Polak 826 - NHSM 925. - Erste Ausgabe. - Be-
fasst sich mit nautischen Begriffen, Anordnun-
gen und taktischen Formationen sowie Zeichen
und Signalen in der Marine. - Im Schnitt schwach
gebräunt, stellenweise nur leichte Stockflecken,
ansonsten sehr sauberes und breitrandiges
Exemplar. - Provenienz: Exemplar aus der
Bibliothek des Baron d‘Arros mit gest. Exlibris u.
hs. Namenszug; alter gestempelt Chateau de
St. Marcel.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
267
265
| 71
267
- Nieuil, M. de. Tactique et Signaux de Jour,
de Nuit et de Brume, à l‘Ancre  à la Voile. Mit
Titelvignette, 53 Textholzschnitten und 2 gefalt.
Tabellen auf Pergament. Brest, R. Malassis,
1787. 4°. [1] Bl., XXXII, 189 S., [2] Bll. Lederband
d. Z. mit floraler Rückenvergoldung und vergold.
Rückentitel (minimal berieben, VGelenke mit
minimalen Fehlstellen).
Polak 9006. - Erste und wohl einzige Ausgabe.
- Mit zahlreichen Textfiguren mit taktischen
Seegefechts-Formationen. - Im Schnitt minimal
gebräunt, ansonsten sehr sauber.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
268
- Ozanne, Nicolas Marie. Marine militaire ou
recueil des differens vaisseaux qui servent
à la guerre. Mit gest. Titel und Klapptafel, 49
Kupfertafeln, sowie zusätzlich 48 Kupferta-
feln als Klapptafeln. Paris, Chereau, [1762].
Gr.-4°. Späterer HPergamentband mit grünem
Rückenschild und vergoldetem Rückentitel (mi-
nime Einrisse im hinteren oberen und unteren
Rückengelenk, minimal fleckig).
NHSM 750 - vgl. Polak 7234 - Cohen/R. 778. -
Zweite Ausgabe. - Enthält das Wappenkupfer
des Deuc de Choiseul sowie Widmungskup-
fer. Tafeln 15 und 16 ohne Klapptafeln. - Die
Tafeln oberhalb der Texte mit Kriegsschiffen,
Schlachten und Manövern, unterhalb der Texte
mit dekorativen Schlussvignetten. Die Texte mit
Erklärungen nautischer Taktiken und Manövern.
- Die Klapptafeln auf stärkerer Pappe aufgezo-
gen, minimal gebräunt (das Klebeband etwas
stärker), vereinzelt stockfleckig. - Handschritli-
cher Namensvermerk auf Vorsatz, eingeklebter
alter Katalogauszug auf Vortitel. Wappenkupfer
verso mit handschriftl. Besitzvermerk Charles L.
J. Bazoche 1805.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
269
- Renau d‘Elicagaray, Bernard. De la théorie de
la Manœuvre des vaisseaux. Mit gest. Frontispiz
von F. Ertinger und 25 gest. gefalteten Kupfer-
tafeln. Paris, Estienne Michallet, 1689. 8°. [5] Bll.
117 S. Kalblederband d. Z. mit reicher Rücken-
vergoldung (etwas berieben, Innengelenk etwas
aufgebrochen).
Polak 8108 - Poggendorff II, 604. - Erste Ausga-
be des seltenen Werkes über Schiffsmanöver.
Der Verfasser war französischer Ingenieur und
Marineoffizier. Die Kupfertafeln zeigen sche-
matische Darstellungen von Schiffsmanövern.
- Vereinzelt minimal gebräunt. Ohne S. 65/66.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
269
268
| 72
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
270
Süssmilch, Johann Peter. Die göttliche Ordnung
in den Veränderungen des menschlichen
Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und
der Fortpflanzung desselben erwiesen. Vierte
verbesserte Ausgabe, durchgesehen und
berichtiget von Christian Jacob Baumann. Neue
Auflage. 3 Bände. Mit zahlr. (1 gefalt.) Tabellen.
Berlin, Realschule, 1787-1788. 8°. Lederbände
d. Z. mit goldgepr. Rückenschildern, Bandzäh-
lung und linearer Rückenvergoldung (etwas
berieben).
Vgl. Goldsmiths 7825 u. 10084 (1741 und 1765)
- Kress 5987, 6302 und 7169 (1761-1762, 1765
und 1775-1776) - Humpert 12169. - Der 3.
Teil in zweiter, verbesserter Auflage. - Erstmals
1775/76 erschienene Neubearbeitung des
Werkes, das ursprünglich 1742 in 2 Bänden
erschienen war und heute als Grundlegung der
modernen Statistik und Bevölkerungstheorie
gilt. - „Anhand der Kirchenbücher branden-
burg. Gemeinden stellte er eigene statistische
Forschungen an, die von der Vorstellung eines
als ,unendlichen und genauen Arithmeticus‘
gedachten Gottes getragen waren, dessen per-
manentes Wirken sich in der Gesetzmäßigkeit
der Bevölkerungsbewegung offenbare [...]. Aus
dem von ihm sorgfältig bearbeiteten Zahlen-
material erstellte er unter Berücksichtigung der
unterschiedlichen Entwicklung bei Männern und
Frauen und der Zuordnung der Sterblichkeit zu
den einzelnen Altersstufen Sterbelisten, die der
1775 von Kg. Friedrich II. errichteten kgl. preuss.
allgemeinen Witwen-Verpflegungs-Anstalt zu-
grunde lagen und bis in die Mitte des 19. Jh. Ver-
wendung für die Lebensversicherung fanden.“
(NDB 25, 686). - Gering gebräunt und teilweise
etwas stockfleckig (Titelblätter stärker).
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
271
VERKEHR - Schiffahrt - Furttenbach, Jo-
seph. Architectura Navalis. Das ist: Von dem
Schiff-Gebäw, Auff dem Meer und Seekusten
zugebrauchen. Mit doppelblattgr. gest. Titel
und 20 doppelblattgr. Kupfertafeln sowie 20 (3
doppelblattgr., 2 ganzseit.) Textholzschnitten.
Ulm, Saur, 1629. Folio. [9] Bll., 134 S. Neuer
Halbpergament-Einband mit marmorierten
Deckelbezügen.
VD17 23:270292U - Nederl. Sheepvaart Muse-
um I, 743 - Jähns II, 998. - Erste Ausgabe dieses
frühen deutschen Werkes zur Schiffsbaukunst.
- Der erste Teil behandelt Ruderschiffe, der
zweite Segelschiffe und enthält eine Beschrei-
bung der Seeschlacht von Lepanto 1571.
Die schönen Tafeln mit versch. Schiffstypen,
Konstruktionszeichnungen, Seeschlacht, Feu-
erwerk und Seeungeheuern. - Titel in Rot und
Schwarz. - Am ob. Rand schwach wasserrandig,
stellenweise fingerfleckig, die erste Tafel mit
hinterlegten Papierschäden (kl. Bildverlust).
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
272
ZOOLOGIE - Lacépède, B. G. E. u. G. Cuvier.
La Ménagerie du Museum d‘Histoire Naturelle.
Mit 37 (von 39) Kupfertafeln von Miger nach
Maréchal in 2 Zuständen, jeweils koloriert und
unkoloriert. Paris, Miger, Patris, Grandcher und
Dentu, 1801. Gr.-Folio. Getrennte Paginierung.
Halblederband des späteren 19. Jhs. mit gold-
gepr. Rückentitel und reicher Rückenvergoldung.
Nissen ZBI 2353 - Monglond V, 873. - Unter den
Tafeln prachtvolle Darstellungen von Elefant,
Löwe, Mandrill, Zebra, Delphin, Vogel Strauss,
Hyäne, Dromedar, Tiger, Braunbär, Eisbär u.a.m.
- Es fehlen die beiden Tafeln mit weiblichem
Elefanten und weiblichem Löwen. - Die ersten
Blatt leicht fingerfleckig, etwas gebräunt und
stockfleckig, wenige Tafeln stärker betroffen. -
Schönes Exemplar.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 5 560 / 8 330)
271
270
| 73
272
272
| 74
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
273
ZOOLOGIE - Lamarck, (Jean-Baptiste de).
Histoire naturelle des animaux sans vertèbres. 7
Bände. Paris, Verdière, Deterville und Selbstver-
lag, 1815-1822. 8°. Halbleder d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel und Bandzahl (etwas bestossen,
leicht beschabt).
Garrison-M. 316 - Wellcome III, S. 435 - Norman
1268. - Erste Ausgabe. - Etwas gebräunt,
teilweise leicht braun- und stockfleckig, stel-
lenweise leicht Randläsuren wie kl. Ein- oder
Ausrisse (zumeist ohne Textverlust), Innenge-
lenke verstärkt. - Auf Vorsatz handschriftlicher
Besitzvermerk.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
274
- Ridinger, Johann Elias. Entwurff einiger Thiere,
wie solche nach ihren unterschiedenen Arten,
Actionen und Leidenschafften, nach dem Leben
gezeichnet, samt beygefügten Anmerckungen.
Teile I-VI (von 7) in einem Band. Mit 108 (statt
112) Kupfertafeln. Augsburg, 1738-1746. Folio.
[13] Bll. (Titel und Erläuterungen). Halbperga-
mentband d. Z. (Rücken und Gelenke mit kl.
Einrissen, etwas fleckig und berieben).
Nissen ZBI 3406 - Schwerdt III, 141 - Thiene-
mann 391-498. - Erste Ausgabe. - Der sechste
Teil am Schluss ohne die Tafeln 19-22, ein 7. Teil
mit 14 weiteren Kupfern (Maultiere und Esel)
erschien erst 1754. - Die umfangreichste Folge
Ridingers mit den schönen Darstellungen von
Hunden, Löwen, Tigern, Bären, Hirschen, Wild-
schweinen, Wölfen, Füchsen, Gemsen, Hasen,
Fischottern etc. sowie im 6. Teil von Pferden.
Die Tiere werden jeweils in landschaftlicher
Umgebung und mit typischen Verhaltensweisen
portraitiert. - Etwas gebräunt, anfangs schmaler
Feuchtfleck im Oberrand, in den Rändern durch-
gehend leicht stock- bzw. fingerfleckig (wenige
Bll. stärker). Eine Tafeln mit Randeinriss bis in die
Darstellung, vereinzelte alte Hinterlegungen an
den Plattenkanten. - Die Kupfer insgesamt in
guten und gratigen Abdrucken.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
275
- Saint-Hilaire, Geoffroy. Description des Mam-
mifères nouveaux ou imparfaitment connus de
la collection du muséum d‘Histoire naturelle...
Premier (-quatrième) Mémoire. Famille des
singes. 4 Lieferungen in 1 Band. Mit 14 kolor.
Kupferstichen von Ch. Borromée und J. A.
Annedouche nach J.-Chr. Werner und 8 (davon 2
farbigen) Lithographien von E. G. Bocourt nach
J.-Chr. Werner. Paris, Gide, (1840-1861). Gr.-4°.
108, 40 S., S. 530-584, 100 S., [1] Bl. Halbma-
roquin d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (Kapitale
erneuert, etwas fleckig und bestossen).
= Archives du Muséum d‘Histoire naturelle Bd.
II, IV, V und X. - Nissen ZBI 1526. - Gebräunt,
stellenweise leicht feuchtrandig oder stock- und
fingerfleckig. 2 Tafeln stärker gefaltet, vereinzel-
te Tafeln stärker gebräunt.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
275
274
| 75
276
- Brodtmann, Karl Joseph Schinz, Heinrich
Rudolf. Naturgeschichte und Abbildungen der
Säugethiere. Text- u. Tafelband. Mit 177 (inkl.
Titel) lithogr. Tafeln. Zürich, Brodtmann, 1824-
[1829]. Gr.-4°. VI, 417 S., [4] Bll. Halblederbände
d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln (berieben und
etwas fleckig, Tafelband mit Kapitalernerneue-
rungen).
Nissen ZBI 3672. - Erste Ausgabe des in 29 Lie-
ferungen erschienenen Werkes über Säugetiere
mit detailgetreuen Lithographien. - Minimal
stockfleckig, entlang der Ränder wenig ge-
bräunt. Tafelband stärker fleckig auf Spiegel und
Vortitel sowie mit minimaler mittiger Fehlstelle. -
Besitzvermerk von alter Hand auf Vortitel „Franz
Riggenbach Basel“.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
277
- Entomologie - Réaumur, René Antoine Ferch-
ault de. Mémoires pour servir à l‘histoire des
insectes. 6 Teile in 12 Bänden. Mit 267 mehrfach
gefalt. Kupfertafeln von Ph. Simonneau und
H. du Moutier de Marsigli. Amsterdam, Pierre
Mortier, 1737-48. 8°. Rote Pappbände d. Z. mit
goldgeprägten Rückentiteln und Bandnumme-
rierung (Rücken und äusseres Drittel der Deckel
minimal lichtspurig, minimal berieben, Ecken
bestossen).
Nissen ZBI 3315. - Zweite Ausgabe, vollstän-
diges Exemplar. - DSB XI, 331: „Réaumur‘s
greatest work in natural history... He seemed
fascinated about all with insect behavior, obvi-
ously admiring the industry, dilligence, ingenuity,
organization, and skill of those small creatures...
Réaumur, in short, was a pioneer in applied
entomological research... His descriptions were
minute and exacting in every detail, and his
experiments were among the most ingenious
he ever contrived... Réaumur‘s researches were
extensive and original... He made some of the
first tentative studies of communication among
the bees“. - Réaumur legte mit seinem vorlie-
genden Werk den Grundstein der modernen
Entomologie, indem er „... ganz konsequent
Beobachtung und Experiment verknüpft und
in seinen Fragestellungen Probleme aufgreift,
welche noch heute durchaus anregend und
belehrend zu lesen sind“. Die Insekten werden
auf den Tafeln sehr detailliert dargestellt und
sind „oft sehr lebendig erfasst“ (Nissen S. 131
u. 286). - Vereinzelt stockfleckig sowie minimal
gebräunt.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
278
- - Wood, W. Illustrations of the Linnaean Ge-
nera of Insects. 2 Bände. Mit 86 kolor. Kupfer-
stichen. London, beim Verfasser, 1821. Kl.-8°.
XVI S., S. VI-XVI, 118 S.; [1] Bl., 161 S., [1] Bl.
Grüne Halbmaroquin-Bände d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel und Bandzahl (minim bestossen).
Nissen ZBI 4457 - Horn/S. 24423. - Komplett
mit allen Kupfern. - Nur leicht gebräunt, Tafel
84 mit kl. Randeinriss (ca. 1 cm; ausserhalb der
Darstellung)
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
276 277
| 76
Bücher | Technik  Naturwissenschaften
279
ZOOLOGIE - Haeckel, Ernst - Thomson,
Wyville und John Murray (Hrsg.). Report on
the Scientific Results of the Voyage of H.M.S.
Challenger during the years 1873-76. Zoology
- Vol. IV und XVIII. Mit 32 bzw. 140 lithogr. Tafeln
von E. Giltsch nach E. Haeckel und A. Giltsch
und mehrfach gefalteten Karte von Malby
Sons. London, Longmans Co., 1882 und Eyre
 Spottiswoode, 1887. 4°. Leicht abweichend
gebundene Leinen d. Z. mit goldgepr. Rücken-
titel (leicht berieben, schwach bestossen und
kratzspurig; VInnengelenk angeplatzt)
= „Part XII. - Report on the deep-sea medu-
sae“ und Tafelband der „Radiolaria“. - Leicht
gebräunt, Band XVIII etwas stockfleckig.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
280
- Haeckel, Ernst - Thomson, Wyville und John
Murray (Hrsg.). Report on the Scientific Results
of the Voyage of H.M.S. Challenger during the
years 1873-76. Zoology - Vol. XXVIII. Mit 50
lithogr. Tafeln von A. Giltsch nach E. Haeckel und
A. Giltsch. London u. a., Eyre  Spottiswoode
u. a., 1888. 4°. VIII, II S., [1] Bl., 380 S., Tafeln mit
Erklärungen. Leinenband d. Z. mit goldgepr. Rü-
cken- und Deckeltitel (Rücken etwas aufgehellt,
leicht berieben).
Nissen ZBI 1787. - Erste Ausgabe. - Enthält
Ernst Haeckels „Report on the Siphonophorae“,
ein Bericht über die Staatsquallen, eine Ordnung
der marinen wirbellosen Tieren, die aus Kolonien
von Individuen und nicht aus einzelnen Orga-
nismen bestehen. Das bekannteste Beispiel ist
die Portugiesische Galeere (Physalia physalis).
Haeckels ausführlicher Bericht enthält nicht nur
Beispiele, die während der bahnbrechenden
Reise der HMS Challenger gesammelt wurden,
sondern auch Arten, die auf früheren und späte-
ren Expeditionen gefunden wurden. Zusammen
mit seinem Lithographen Adolf Giltsch fertigte
Haeckel mit Hilfe der „Camera lucida“ Plasma-
strukturen in wissenschaftlich fundierten, wie
auch künstlerisch ansprechenden Darstellun-
gen. - In den Rändern leicht gebräunt, Tafeln
vereinzelt leicht stockfleckig. - Provenienz: Aus
dem ehemaligen Besitz von Paul von Ritter
(1825-1915) mit eigenhändiger Widmung von
Ernst Haeckel an den Vorgenannten, datiert
Jena, 10.1.1889.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
281
- Ornithologie - Lesson, René Primevère.
Histoire naturelle des oiseaux-mouches. Mit
86 kolorierten Kupertafeln in Farbstich. Paris,
Arthus Bertrand, [1829-1830]. Gr.-8°. XLVI S.,
[1] w. Bl., 220 S., [1] Bl. Halb-Maroquin um 1890
im Stil des Art Nouveau (signiert V. Champs) mit
floraler Rückenvergoldung (Ecken und Kanten
minim berieben).
Nissen IVB 547 - Anker 291. - Erste Ausga-
be. - Die Tafeln von Coutant gestochen nach
Prêtre, Bessa, Bévalet u. a., nummeriert 1-85
und 48bis. - Lessons erstes Werk über Kolibris,
das ursprünglich in 17 Lieferungen erschien. Der
französische Arzt und Naturforscher (1794-
1849) diente in den napoleonischen Kriegen als
Schiffschirurg, bevor er in den 1820er Jahren
an zwei mehrjährigen Forschungsreisen in die
Südsee und nach Neuguinea teilnahm. - Der
Text stellenweise etwas stockfleckig, ansonsten
schönes Exemplar.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
280 280
| 77
282
- - Lesson, R[ené].-P[rimevèr]. Histoire naturelle
des oiseaux de Paradis. Mit 43 [davon 2 dop-
pelblattgr.] kolor. Kupferstichen von Legrand,
Duménil, Schmelz, Massar nach Prêtre. Paris,
A. Bertrand, o. J. (1835). Gr.-8°. VII, 248 S. Lose
Bogen und Tafeln in Leinwand-Mappe d. Z. mit
goldgepr. Rückentitel ( Rücken aufgehellt, Ecken
leicht berieben).
Nissen IVB 550 - Anker 296. - Erste Ausgabe.
- Etwas stockfleckig, die Tafeln leicht gebräunt,
vereinzelt mit kleinen Randläsuren. - Die Tafeln
in kräftigem Kolorit.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
283
- - Magaud d‘Aubusson, Louis. Les oiseaux de
la France. Première monographie: Corvidés
(alles Erschienene). Histoire naturelle générale
et particulière des passereaux déodactiles
cultirostres observés en France. Mit 21 (19 kolo-
rierten) lithographischen Tafeln. Paris, Quantin,
1883. 4° (33,2 x 26 cm). [3] Bll., 107 S., [2] Bll.
Original-Leinwand mit goldgeprägtem Rücken-
und Deckeltitel.
Nissen IVB 46 - Wood 206 - Ronsil 1857 - nicht
bei Anker. - Erste Ausgabe. - Louis Magaud
d‘Aubusson (1847-1917) war ein bekannter
französischer Ornithologe und Tierschützer. -
Die schön kolorierten Tafeln von Jules Terrier
mit Darstellungen von Raben und Krähen. -
Durchgehend mit schmalem Feuchtfleck im
Seitenrand; unaufgeschnitten. - Sehr gutes
Exemplar.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
284
- - Naumann, [Johann Andreas]. Natur-
geschichte der Vögel Mitteleuropas. Neu
bearbeitet von G. Berg u. a., herausgegeben von
C. R. Hennicke. 12 Bände. Mit 449 (davon 438
chromolithogr.) Tafeln und zahlreichen Textab-
bildungen von B. Geisler, A. Goering, O. Klein-
schmidt, J. G. Keulemans, O. von Riesenthal u.
a. Gera-Untermhaus, E. Köhler, [1897-]1905.
Folio. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückentitel
(Rücken etwas aufgehellt, nur leicht berieben
und schwach bestossen).
Nissen ZBI 667 - Schlenker 248.3 - Anker 356 -
Wood S. 487. - 3. Ausgabe. - Komplett mit allen
Tafeln. - Mit Darstellungen von Drosseln, Mei-
sen, Baumläufer, Lerchen, Eulen, Finkenvögel,
Raubvögel, Tauben, Hühner, Ibisse, Regenpfei-
fer, Wasserläufer, Schnepfen, Enten, Pelikane,
Sturmvögel u. v. a. - Leicht gebräunt, die Tafeln
lediglich in den Rändern, gelegentlich schwach
fingerfleckig, Bd. VI, S. 57-64 lose. Insgesamt
sauberes und gutes Exemplar. - BEIGEGEBEN:
Dass. Band II und VII. Mit insgesamt 50 chomo-
lithographierten Tafeln. Gera-Untermhaus, E.
Köhler, o. J. [1897]. HLdr. d. Z. (leicht abweichend
gebunden, etwas berieben und bestossen,
fleckig). - Stellenweise leicht fleckig. - Zus. 14
Bde.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
284
282
| 78
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
285
Aesop. Vita et fabellae cum latina interpre-
tatione. [UND:] Agapetus. De Officio regis,
ad Justinianum Caesarem. Graece  Latine.
- [UND:] Galeomyomachia, hoc est, felium 
murium pugna. Tragoedia Graeca. 3 Teile (von
6) in 1 Band. Mit 3 (wiederholten) Titelbordü-
ren in Holzschnitt von Ambrosius Holbein u. 3
Holzschnitt-Druckermarken. Basel, J. Froben,
1518. 8°. 262 S., [1] Bl., S. 65-121, S. 105-126,
[1] Bl. Halblederband des 18. Jhs. mit goldgepr.
Rückentitel (Rücken mit einigen Wurmspuren,
etw. berieben).
VD16 A 415 - IA. 101.002 - Hieronymus GG 19
- Schweiger I, 13. - Erste Froben-Ausgabe des
Aesop und einiger kleinerer klassischer Texte,
„alle für den fortgeschrittenen Griechischunter-
richt gedacht.“ (Hieronymus). - Die beigedruck-
ten Texte jeweils mit eigenem Titelblatt, jedoch
durchgehend paginiert. „Für den griechischen
Text hat Froben eine neue Kursive, nach
dem Vorbild derjenigen des Aldus Manutius,
verwendet“ (ebd.). - Feuchtspur im Unterrand,
durchgehend etw. fleckig. Besitzvermerk auf
erstem Titelblatt. Am Schluss ein hs. Verzeich-
nis der einzelnen Fabeln beigebunden. - Mod.
Exlibris-Stempel auf Vorsatz.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
287
ALDINEN - Homer. Ilias (graece). Mit alt ankolor.
Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und am
Schluss. Venedig, Aldus Manutius Erben und
Andreas Torresanus, April 1524. Kl.-8°. 16, [40],
277 Bll., [1] Bl. Lederband des 18. Jahrhunderts
mit goldgepr. Rückenschild (berieben und be-
schabt, kl. Wurmspuren im Rückenbezug).
Edit16 CNCE 22952 - Adams H 745 - Ebert
9938 - Renouard 98.1 - Aldinen-Sammlung
Staatsbibliothek Berlin, Nr. 392. - Dritte Ho-
mer-Ausgabe bei Aldus, basiert auf der zweiten
von 1517, weist aber einige zusätzliche Fehler
auf. Wie alle Ausgaben der berühmten Druckerei
ein typographisches Meisterwerk. - Enthält
auch die Homerviten von Herodot, Plutarch
und Dio Chrysostomus. - Titelei fleckig und
mit hinterlegten Rändern, die ersten Blatt mit
hinterlegtem Wurmgang im oberen weissen
Rand; durchgehend leicht gebräunt und stellen-
weise etwas fingerfleckig. Wenige Marginalien,
Druckermarken jeweils mit dezenten Kritzeleien
von alter Hand.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
Alte Drucke  Bibeln
285 287
| 79
288
ARCHITEKTUR - Vitruvius Pollio, Marcus. Zehen
Bücher von der Architektur und künstlichem
Bawen. Ein Schlüssel und einleytung aller
Mathematischen unnd Mechanischen Künst.
Erstmals verteutscht unnd in Truck verordnet
durch Gualtherum Rivium (W. H. Ryff). Mit 190
Textholzschnitten (davon 47 nahezu ganz-
seitig) von G. Pencz, P. Flötner, V. Solis und H.
Brosamer. Druckermarke am Schluss. Basel,
Henricpetri, 1575. Folio. [18] Bll., DCLXXXI S., [1]
Bl. Pergament d. Z. mit goldgeprägtem Medail-
lon auf Deckeln (leicht berieben und bestossen,
etwas fleckig).
VD16 V 1766 - Fowler 412 - Benzing, Ryff 186
- Ebhardt, Vitruv S. 74 - Kat. Ornamentstichslg.
Berlin 1811. - Dritte deutsche Ausgabe (erst-
mals Nürnberg 1548). - Das Werk umfasst zehn
Bücher, die jeweils ein Vorwort mit einer direkten
Ansprache an den Kaiser oder einer anekdo-
tenhaften Einführung in das Thema enthalten.
Es behandelt neben der eigentlichen Baukunst
auch Gegenstände der Technik, u.a. zur Was-
serbeförderung, Erschliessung von Wasseranla-
gen, Wasser- und Thermalquellen, Mühlentech-
nik, Getreidemühlen sowie Messinstrumente
zur Vermessung von Wegen, Längenmasse und
Sonnenuhren als Zeitmesser. - Oben im Bug
und untere Ecke teils mit schwachen Feuchtfle-
cken, ansonsten nur gelegentlich leicht fleckig,
erstee und letzte Blatt mit winzigen Wurmgän-
gen (ausserhalb des Textes). Gelöschter Stem-
pel teilweise gelöschter alter hs. Besitzvermerk
auf Titel „Bibliotheca...“.
CHF 2 800 / 4 000
(€ 2 590 / 3 700)
289
Aristoteles. Hoikon Nikomacheion biblia deka
(graece). De moribus ad Nicomachum libri
decem. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel.
Strassburg, Rihel, 1554. Kl.-8°. [4], 165 Bll., [1] w.
Bl., [13] Bll. Etwas späterer Pergamentband mit
hs. Rückentitel.
VD16 A 3399. - Seltener griechischer Druck
der Nikomachischen Ethik. - Die ersten 3 Bll.
mit Feuchtfleck und hinterlegtem Eckabriss (kl.
Buchstabenverlust beim Druckernamen). Etwas
gebräunt und leicht stockfleckig.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
290
ASTRONOMIE - Apian, Peter. Cosmographia,
per Gemmam Phrysium... Denuo restituta. Mit
grossem Titelholzschnitt (Globus), 46 (teils
ganzseitigen, davon 3 statt 4 mit Volvellen)
Holzschnitten, Druckermarke am Schluss und
zahlr. Initialen. Antwerpen, Aegidius Coppeni-
us für Arnold Birckmann, 1540. 8°. LXI, [1] Bll.
Neuer Lederband.
IA. 106.430 - Nijhoff-Kronenberg 125 - Sabin
1745 - Alden-L. 540/2 - vgl. Shirley 82 - Church
78 - Van Ortroy, Apian 31 - Gemma Frisius 12 -
nicht bei Adams u. Honeyman. - Frühe Ausgabe
von Apians Hauptwerk in der Bearbeitung durch
G. Frisius. - Mit zwei Beiträgen von Apian, „Li-
bellus de locorum describendorum ratione (Fol.
XLVI-LIII) und „Usus annuli astronomici“ (Fol.
LIV-LX), in denen er als erster das Prinzip der
Triangulation zur Landvermessung beschreibt.
Darüber hinaus schön mit den beweglichen
Teilen zu den Holzschnitten auf Bll. 10v, 13v u.
45v. Die Volvelle auf 29v unvollständig. - Am
unteren Rand knapp beschnitten, teils mit leich-
tem Textverlust. Gleichmässig gebräunt, leicht
stockfleckig, vereinzelt Tintenflecken. Titel mit
Anstreichungen. Insgesamt in guter Erhaltung.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
288 290
| 80
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
291
ASTRONOMIE - Apian, Peter. Folium Populi. In-
strumentum iam recens inventum, et in figuram
folii populi redactum per radios solis toto orbe
horas com[m]unes ostendit. / In disem newen
Instrument, das die form unnd gestalt hat eines
blats werden durch den Sonnen scheyn, in der
gantzen welt gefunden die gemainen stunden
des Tages. Mit grossem Titelholzschnitt von
Hans Brosamer, einem blattgr. Wappenholz-
schnitt u. einer Holzschnitt-Falttafel. Ingolstadt,
22. Oktober 1533. Folio. [11] Bll., [1] w. Bl.
Moderne Broschur.
VD16 A 3084 - Stalla 79 - Schottenloher, Apian
36 - Ortroy 106 - Zinner, Instrumente 116. -
Erste Ausgabe. - „Die lateinisch und deutsch
abgefasste Arbeit behandelt eine Sonnenuhr
in Gestalt eines Pappelblattes zur Auffindung
der gewöhnlichen Stunden, der Stunden von
Aufgang und Untergang der Sonne und der
ungleich langen Stunden“ (Zinner 1513). - Mit
der oft fehlenden Darstellung des Pappelblat-
tes, das zur Benutzung entnommen und auf
Holz geklebt werden sollte. - Die Falttafel mit kl.
Einriss im Falz.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
292
Avicenna (d.i. Abū Alī al-Husain ibn Abd Allāh
ibn Sīnā). Quintum volumen continet fen.
20am.  21am. tertii Can. Avic. cum expositio-
nibus Gentilis de fuli.  Jacobi de partibus. Mit
Druckermarke in Rot und fragmentarischer
Holzschnitt-Titelbordüre. Venedig, de Giunta,
1523. Gr.-Folio. Moderner Halblederband (Rü-
ckenbezug fehlt zur Hälfte).
Edit16 CNCE 3541 - Durling 381 - Der Ab-
schlussband der monumentalen fünfbändigen
Giunta-Ausgabe in der lateinischen Über-
setzung durch Gerardus Cremonensis. - Die
fragmentarische Holzschnitt-Bordüre alt
aufgezogen, die ersten Bll. mit sowie der Schluss
mit Hinterlegungen in den Rändern, durchge-
hend etwas feuchtrandig, am Schluss grösser
werdende Flecke, Wurmgänge im weissen
Oberrand.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
293
Biblia hebraica - Biblia hebraica, elegant cha-
ractere impressa. Editio nova. Ex accuratissima
recensione... Menasseh ben Israel. 4 Teile in 1
Bd. Mit gest. Titel und 2 (von 3) Titeln mit Holz-
schnitt-Bordüren. Amsterdam, H. Laurentius,
1635. 4°. Amsterdam, H. Laurentius, 1635. 4°.
Alt restaurierter Lederband d. Z. mit goldgepr.
Rückentitel (berieben, Klebespur am oberen
Kapital)
Vinograd, Amsterdam 34 - Martine Delaveau et
Denise Hillard, Bibles imprimées 1416 - Darlow/
Moule II, 5124: „The second and most important
of the editions prepared by Menasseh b. Israel.
The part-titles are dated 1631, but the latin
general title and the colophon after Chronicles
are dated 1635. Hence the printing seems to
have been begun soon after the completion of
the same publisher‘s unprinted octavo edition.“
- Es fehlt ein Zwischentitel. - Kupfertitel im Rand
hinterlegt, anfangs leicht fleckig.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
291 294
| 81
294
Biblia illustrata - Hoet, Gerard, A. Houbraken und
B. Picart. Taferelen der voornaamste geschiede-
nissen van het oude en nieuwe testament [...].
3 Bände. Mit 2 gest. Frontisp., 3 gest. Titelvig-
netten, 2 gest. Widmungen, 212 (davon 28 dop-
pelblattgr.) Kupfertafeln, 194 Textvignetten, und
212 gest. Initialen. Den Haag, Pieter de Hondt,
1728. Gr.-Folio. Lederbände d. Z. mit goldgepr.
Deckelbordüren und goldgepr. Rückentitel sowie
Bandzahl (Rücken berieben, VGelenk Band 2
und 3 minimal eingerissen, Ecken bestossen).
Ebert 20371: „Die 212 KK. dieses Werkes,
welche nach Zeichnungen von Ger. Hoet, Hou-
braken und Bn. Picart gefertigt und meist sehr
schön sind, wurden 1705-20 gestochen und
erschienen vorher in einzelnen Sammlungen,
welche mithin die besten Abdrücke enthalten
und sehr gesucht sind.“ - Minimal entlang des
Schnitts gebräunt, vereinzelt winzige Stock-
fleckchen sowie Wurmgänge.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
295
Biblia russica - Kirchenslawisches Psalterium.
Mit 1 kol. und goldgehöhtem Holzschnitt-Por-
trait und einigen gest. Kopfvignetten sowie Initi-
alen. Wohl Moskau, um 1800. Gr.-8°. 26, 311, 80
Bll. Blindgeprägtes Leder d. Z. über Holzdeckeln
auf 4 Bünden mit florarler Rollband-Ornamen-
tik und 2 Schliesssen (fehlend; Rücken lädiert,
Kapitale fehlend, Fehlstellen im Bezug, berieben
und etwas betossen sowie gebräunt und teils
etwas fleckig).
Wohl Nachdruck der 1626 in Moskau gedruck-
ten Ausgabe. Der „Psaltir“ ist eines der rituellen
Hauptbücher der russischen Altritualisten, der
Altglaubigen. Diese so genannten „Staroverij“
lehnten nach der Spaltung der russischen Kirche
(dem Raskol 1666) die vom Zaren durchgesetz-
te russisch orthodoxe Kirche ab. Als „Raskolniki“
forderten sie das Russentum und die altrussi-
sche Liturgie, die sich bis heute in verschiede-
nen Kirchengemeinschaften (mit Priestern -
propovzij - oder ohne Priester) erhalten hat. Der
Text umfasst liturgischen Inhalt und Gesänge
mit Offizien, Kanon, Tropar und Ostertafeln so-
wie ein Kalendarium. Ohne Titelblatt jedoch mit
durchgehender Blattzählung. Der prachtvolle
Holzschnitt mit einem Portrait vom König David.
Er ist als bartiger, älterer Mann mit Krone und
Nimbus dargestellt, der vor einem ornamentier-
ten Schreibpult mit Kerze, Griffel und Tintenfass
sitzt. Mit einer Feder schreibt er lesbare Buch-
staben auf das Blatt. Umgeben ist die Szene
von einer reich geschmuckten Säulenarkade im
Stile der Spätrenaissance. - Im Schnitt gebräunt,
etws feuchtrandig, stellenweise braun- und
fingerfleckig. Erste und letzte Blatt mit kleinen
Blattläsuren sowie stärker tintenfleckig, Innen-
gelenke verstärkt. Insgesamt sauber.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
296
Brant, Sebastian - Geiler von Kaysersberg,
Johannes. Welt Spiegel, oder Narren Schiff,
darin aller Ständt schandt und laster, uppiges
leben, grobe Narrechte sitten, und der Welt-
lauff, gleich als in einem Spiegel gesehen vnd
gestrafft werden: alles auff Sebastian Brands
Reimen gerichtet. Aber, Mit vil andern herrlichen,
Christlichen, auch nutzlichen Lehren (...) Sampt
gewisser Schellen abtheilungen (...) Durch (...)
Johan. Geyler (...) beschrieben, jetzt aber inn das
recht hoch Teutsch gebracht Durch, Nicolaum
Höniger von Tauber Königshoffen. Mit 115 Tex-
tholzschnitten u. gr. Druckermarke am Schluss.
Basel, Henricpetri, 1574. 8°. [8] Bll., 400 (recte
399) Bll., [1] Bl. Pergamentband des 17. Jhs. mit
hs. Rückentitel und späterer Messing-Schlies-
sen (etwas fleckig).
VD16 B 7076 u. G 781 - IA 123.750 - BM STC
147 - Goedeke I, 385, 14. - Erste Ausgabe
dieser Bearbeitung Hönigers. „Unter seine
Schriften, die fast alle bei Henric Petri zu Basel
in Druck erschienen, ist seine mit Holzschnitten
versehene neue Übersetzung der Geiler‘schen
Predigten über das Narrenschiff (1574) am
bekanntesten geworden und erfreute sich viel-
leicht auch deshalb einer guten Aufnahme, weil
das Buch, wie fast alle aus jener Offizin hervor-
gegangenen Drucke durch Schönheit der Typen
u. gutes Papier sich auszeichnete“ (ADB 13, 71).
- Etwas gebräunt, anfangs auch braunfleckig,
flieg. Vorsätze erneuert.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
296
295
| 82
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
297
Crescenzi, Pietro de. Pietro Crescentio Bolo-
gnese tradotto nuovamente per Francesco
Sansovino. Nel quale si trattano gli ordini di tutte
le cose che si appartengono a commodi  a gli
utili della villa. Mit Holzschnitt-Druckermarke
auf Titel und zahlr. Textholzschnitten. Venedig,
Francesco Sansovino, 1561. 4°. [4], 252, [4]
Bll. Schöner Lederband d. Z. mit Blindprägung
(Rücken aufgehellt und berieben).
Edit16 CNCE 13741 - BM STC Italian 203 -
Souhart 121. - Erste Ausgabe der Übersetzung
durch Sansovino. - Der um 1300 entstandene
Traktat des Pietro de Crescenzi widmet sich
Landwirtschaft und Botanik und wurde in der
Frühen Neuzeit vielfach übersetzt und gedruckt.
- Titelei fleckig und mit Stempelrest, sonst nur
etwas gebräunt- Etwas fleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
298
Dietrich, Veit. Kinder Postilla. Uber die Sontags
und der furnemesten Fest Evangelia, durch
das gantze Jar. Wittenberg, Georg Rhau Erben,
1550. 4°. [9], 302, [2] Bll. Blindgepr. Lederband d.
Z. (ältere Restaurierungen, Schliessen erneuert,
etwas bestossen).
VD16 ZV 31797 - Schwenke, P., Lange, K.: Die
Silberbibliothek Herzog Albrechts von Preussen
und seiner Gemahlin Anna Maria. Festgabe
der Königlichen und Universitätsbibliothek
Königsberg i/Pr. zur 350-jährigen Jubelfeier der
Albertus-Universität, Leipzig 1894, S. 21. - „D.
bezog 1522 die Universität Wittenberg und fand
Förderung durch Melanchthon und bald auch
durch Luther, in dessen Haus und an dessen
Tisch er war. Er wurde Luthers vertrauter Sekre-
tär und begleitete ihn vor allen Dingen während
des Augsburger Reichstags auf die Veste Co-
burg.“ (NDB 3, 699). - Titel stärker fleckig und alt
aufgezogen, einige Feucht- bzw. Fingerflecken
in den Rändern, gebräunt, wenige Marginalien.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
299
EMBLEMATA - Montenay, Georgette de. Emble-
matum christianorum centuria, cum eorundem
latina interpretatione. Cent emblemes chresti-
ens. Mit gest. Portrait und 100 emblemat. Kup-
fern von Pierre Woeiriot. Zürich, Ch. Froschauer
[Lyon, Jean Marcorelle], 1584. 4°. [8], 100, [8]
Bll. (d.l.w.). Halbpergamentband um 1900 mit hs.
Rückentitel.
VD16 M 6244 - Adams M 1715 - Vischer C 1035
- Landwehr German 443 - Landwehr Romanic
530 - Praz 431. - Erste lateinische Ausgabe. -
Erstmals 1567-1571 in Lyon erschienen, erfuhr
mehrere Übersetzungen. Das erste protestan-
tische Emblembuch „and the only emblem book
written in any language by a woman (Larsen/
Winn, Writings by Pre-Revolutionary French
Women, S. 125). - Georgette de Montenay
wurde von der Forschung lange Zeit für eine
Hofdame der Königin von Navarra gehalten,
zumal das Werk der Jeanne d‘Albret gewidmet
ist. Heute sieht man sie eher in Distanz zum
Hof, nicht zuletzt aufgrund ihrer Ehe mit dem
Katholiken Guyon du Gout. Die Kupferstiche des
lothringischen Hofkünstlers Pierre Woeiriot für
die Lyoner Erstausgabe, deren Platten auch für
die vorliegende Übersetzung benutzt wurden,
sind zudem die frühesten Embleme in dieser
Technik überhaupt. - Etw. gebräunt, in den
Rändern durchgehend etwas stärker, teils leicht
stock- bzw. fingerfleckig. Die schönen Kupfer in
kräftigen Abdrucken. - Hs. Widmung der 1980er
Jahre auf Vorsatz (in Bleistift).
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
299
298
| 83
300
Estienne, Henri - Hoi tes eroikes poieseos
proteuontes poietai (graece). Poetae Graeci
Principes heroici carminis  alii nonnulli. 2 Teile
in 1 Band. Mit kl. Holzschnitt-Druckermarke auf
Titel. [Genf], H. Estienne, 1566. Folio. 20, LXXII,
410 S., [2] Bll. (1 w.), S. 411-781, [1] w. Bl., LVII
(recte LVI), 489 (recte 492) S., [1] w. Bl. Leder-
band des 19. Jhs. über Holzdeckeln, mit gold-
gepr. Rückenschild, reicher Rückenvergoldung
und Deckelbordüre (VDeckel lose, Rücken mit
Fehlstellen im Bezug). Dreiseitiger Goldschnitt,
marmorierte Vorsätze.
Adams P 1699 - Ebert 17536 - Schreiber 160 -
Renouard 126 - Moeckli 65. - Das Meisterwerk
griechischer Typographie von Henri Estienne.
„This is unquestionably Henri Estienne‘s typo-
graphic masterpiece“ (Schreiber). Teil 1 enthält
die Ilias und Odyssee sowie die Homerischen
Hymnen. Teil 2 Texte von Hesiod, Bion, Mo-
schus, Theokritos, Callimachus, Nicander u.a.
- In den Rändern teils leicht gebräunt und stel-
lenweise etwas stockfleckig. - Provenienz: Gest.
Wappen-Exlibris der Familie Streatfeild („data
fata sequutus“), wohl Chiddingstone Castle.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
301
[Estienne, Robert]. Hebraea, Chaldaea, Graeca
et Latina nomina virorum, mulierum, popu-
lorum, idolorum, urbium, fluviorum, montium,
caeterorúmque locorum quae in Bibliis leguntur,
restituta, cum Latina interpretatione. Mit Holz-
schnitt-Druckermarke auf Titel. [Paris, Estienne,
1537]. 8°. 542 S., [1] Bl. Moderner Pergament-
band mit goldgepr. Rückentitel (etwas feucht-
fleckig und gewellt).
Adams S 1824 - BM STC French 156. - Einer von
zwei Drucken der ersten Separatausgabe. - Mit
den in in den Rand gedruckten hebräischen
und griechischen Marginalien. - Titelblatt mit
hinterlegtem Abriss im Unterrand (Verlust des
Druckvermerks), letztes Registerblatt ebenfalls
mit hinterlegter Fehlstelle im unteren Drittel und
Textverlust. - Etwas feuchtspurig und gewellt,
die letzten 50 S. sporfleckig im Rand.
CHF 200 / 300
(€ 190 / 280)
302
FROSCHAUER - Brevis Et Vera Responsio Dn.
Cos. Et Ampliss. Senatvs Civitatis Tigvrinae: Ad
Impvdenter Calvmniam nonnullorum menda-
cissimorum hominum, spargentium; A Diabolo
Verbi divin Preçonem, concionantem Tiguri, e
suggestu ablatum esse ... Mit einem Holzschnitt
und zwei Holzchnittinitialen. Zürich, J. Wolf,
Druck bei Froschauer, 1596. 8° (18,5 x 14,5 cm).
[4] Bll. (das letzte weiss). Ohne Einband.
VD16 Z 599 - Vischer N 62 - Haller III, 473 -
Zweisprachiger Druck in Latein und Italienisch
(dieses aus dem Deutschen übersetzt). Die
deutsche Fssung erschien unter dem Titel
„Kurtze und glaubhaffte Verantwortung Herren
Burgermeisters unnd eines Ehrsamen Rahts
der Statt Zürych: Über das unverschmampt
unnd erdichtet usspreiten etlicher lugenhaffter
lüthen: Sam der Tüfel einen Prediger inn der
Statt Zürych inn der Predigt ab der Cantzel ge-
nommen und hinweg gefürt habe etc.“. - Recht
breitrandig, gebräunt und etwas braunfleckig,
recht gut.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
302
300
| 84
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
303
GEBETBÜCHER - [Wolf, Heinrich.] Bättbuch. Ein
Christliche Anleitung zu dem gläubigen gebätt,
durch unseren einigen Herren Fürbitter und
mittler Jesum Christum. Zürich, Johanns Wolf-
fen, 1601. 8°. [12] Bll., 304 S. Pergamentband d.
Z. mit handschriftl. beschriebenen Rücken und
Lederschliessen (minimal berieben und bestos-
sen, zweite Lederschnur gelöst, Hinterdeckel
etwas eingerissen).
Nicht im VD17 - vgl. VD16 ZV 15597. - Sehr
seltenes Gebetsbuch aus Zürich, Anfang
des 16. Jhdts. - Minimal gebräunt, vereinzelt
stockfleckig. - Handschriftl. Vermerke auf Titel,
Vorrede sowie letzter Seite.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
304
Geiler von Kaisersberg, Johannes. Das Irrig
schafe. Mit Titelholzschnitt und 7 Textholz-
schnitten sowie zahlr. schwarzgrundigen
Holzschnitt-Initialen. Strassburg, Johannes
Grüninger, 1514. 4° (27 x 20 cm). 92 Bll. Moder-
ner Lederband mit goldgepr. Rückentitel.
VD16 G 761 (auch 765 und 769) - Muller II, 33,
136 - Dacheux 48. - Zweite Ausgabe, erstmals
um 1510 erschienen. - Sammlung beliebter Ge-
schichten und Märchen in Predigtform, darunter
eine der ersten literarischen Bearbeitungen des
Aschenbrödel-Stoffes („Eschengrüdel“). - Stel-
lenweise leicht fleckig (wenige Bll. deutlicher),
erste 6 Bll. mit Wurmspur im Kopfsteg, Titel mit
alten Besitzeinträgen, 1 Bl. am Kopfsteg knapp
beschnitten, 1 Bl. mit Fehldruck durch Quetsch-
falte. - Provenienz: Wappen-Exlibris Edouard de
Turckheim 1883.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
305
Giovio, Paolo. Vitae illustrium virorum. Tomus
duobus comprehensae,  proprijs imaginibus
illustratae. 2 Bde. in 1. Mit Titelholzschnitt-Bor-
düre und 29 Portrait-Holzschnitten von Tobias
Stimmer. Basel, P. Perna und H. Petri, 1578 (am
Schluss von Teil 1: 1576, Titel von Bd. 2: 1577).
Folio. [6] Bll., 427 S.; [4] Bll., 176 S., [13] Bll., S.
177-225. - BEIGEBUNDEN: Ders. 1. Elogia
virorum bellica virtute illustrium. Ebd., 1596. Mit
Titelbordüre und 129 Portrait-Holzschnitten
von T. Stimmer. [4] Bll., 258 S., [5] Bll. - 2. Elogia
virorum literis illustrium. Ebd., 1577. Mit Titel-
bordüre und 63 Portrait-Holzschnitten von T.
Stimmer u. C. v. Sichem (3). [4] Bll., 149 S., [1] Bl.
- 3. Descriptiones: videlicet Britanniae, Scotiae,
Hiberniae, Orchadum, item Moscoviae et Larii
Lacus. Ebd., 1578. 156 S., [4] Bll. - Blindgepr.
Schweinslederband d. Z. über Holzdeckeln, mit
hs. Rückentitel.
VD16 G 2078, 2067, 2062 u. 2049 - Adams
667 - Lipperheide Cg 44 - Hieronymus GG 276
(Elogia). - Erste und einzige Ausgabe mit den
schönen, in wechselnden Renaissance-Bor-
304
| 85
düren eingefassen Potraits von Stimmer, die
wegen der Authentizitat ihrer Bildnisse grund-
legende ikonographische Bedeutung besitzen.
- 10 Rahmen blieben unausgefüllt (oben nicht
mitgezählt). - Die „Descriptiones“ bilden den
letzten Teil der Werkausgabe von 1578 und
sind hier zu Beginn eingebunden. - Giovio, 1528
zum Bischof von Nocera ernannt, hatte 1537
mit dem Bau eines „Musaeum“ am Ufer des
Comersees begonnen. „Dessen Schmuck -
wohl in der Bibliothek - wurden, auf Tafelbildern,
die in die Wände eingelassen wurden, Bildnisse
der bedeutendsten Zeitgenossen, mit deren
Leben Giovio sich befasste und mit denen er
sich so von Angesicht zu Angesicht umgab [...].
Giovios Musaeum existiert nicht mehr. Die vier
Gruppen seiner Bildnisse - von Gelehrten und
Dichtern, Humanisten, Staatsmännern und
Feldherren, Künstlern, die er, im Gegensatz zu
manchen andern Auftraggebern, Sammlern
und Publizisten seiner Zeit, zumindest soweit
es sich um Zeitgenossen handelte, authentisch
hatte porträtieren lassen, leben nur noch in
den Kopien fort, die spätere Sammler haben
anfertigen lassen, und in den Holzschnitten, die
zu diesen späteren Basler Drucken seiner Elogia
nach in Como vor den Originalen angefertigten
Skizzen geschaffen worden sind“ (Hieronymus).
- Sauberes, wohlerhaltenes Exemplar.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
306
INKUNABELN - Antonio (Bettini) da Siena. Il
Monte Santo di Dio. Mit 2 illuminierten Initialen
in Gold und Farben. Florenz, Nicolaus Laurentii
Alamanus, 10. September 1477. [125 (statt
131)] Bll. 33–35 Zeilen, Roman. Typ. Späterer
Pergamentband mit hs. Rückentitel.
GW 02204 - Hain/C. 1276 - Sander 452 -
Goff A-886 - IBE 490 - IGI 711 - Pellechet
900 - CIBN A-470 - Proctor 6114 - BMC VI
626 - ISTC ia00886000. - Druckgeschichtlich
bedeutendes Werk, hier jedoch vorliegend
ohne die 3 Kupfertafeln, die den Beginn der
Buchillustration in Florenz markieren und zu den
frühesten Kupferstichen in Büchern überhaupt
gehören. - Das einzige vollständige Exemplar
auf dem internationalen Auktionsmarkt seit
1918 stammte aus der Sammlung Otto Schäfer
(1994). - Antonio Bettini (1396-1487), seit 1439
Mitglied des Jesuatenordens und 1461 Bischof
von Foligno, war ein Vertrauter und enger
Mitarbeiter des Enea Silvio Piccolomini (Papst
Pius II). Sein „Monte santi di Dio“ wird auch als
literarisches Hauptwerk seines der Kranken-
pflege und insbesondere den Opfern der Pest
gewidmeten Ordens gedeutet. - Die ersten
beiden Blatt in den Rändern alt hinterlegt, die
übrigen beschnitten und an zwei Seiten ergänzt.
Stellenweise stärker feuchtfleckig. - Provenienz:
- Exlibris der Slg. Landau Finaly, der legendären
Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de
Landau (1824-1903), die 1948-1949 versteigert
wurde und ca. 22.000 Manuskripte sowie 66.000
Drucke enthielt (Lugt, Suppl.1334c).
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
307
- Arnoldi, Henricus. De modo perveniendi
ad veram Dei et proximi dilectionem. [Basel,
Michael Wenssler, nicht nach 1. Dez. 1472].
[124] Bll. (ohne das erste und letzte weisse). 25
Zeilen. Got. Type, rot und schwarz gedruckt, mit
einigen rot eingemalten Lombarden. Moderner
Halbmaroquinband mit goldgepr. Rückentitel.
GW 2511 - Hain/ C. 11491 - Goff A 1061 - BMC
III, 719 - BSB-Ink. A-748 - Madsen 345 - Mendes
133 - Oates 2740 - ISTC ia01061000. - Einzige
Inkunabelausgabe, zugleich einer der beiden
ersten Drucke Michael Wensslers. Der Verfasser
(1407-1487) war Prior des Kartäuserklosters
St. Margarethental in Basel. „Arnoldi ließ sich
die Pflege enger Beziehungen zwischen der
Kartause und den Basler Frühdruckern ange-
legen sein. Noch zu seinen Lebzeiten erschein
einiges seiner erbaulichen und asketischen
Abhandlungen in Basler Verlagen“ (NDB I, 390).
- Wenige Blatt gering fleckig, vereinzelte alte
Marginalien. - Schöner und breitrandiger Druck.
- Provenienz: Erstes Blatt mit hs. Besitzvermerk
de Joubert, datiert 1847. Innendeckel mit Wap-
pen-Exlibris Robert de Crewe sowie Bibliotheca
Philosophica Hermetica.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
305 306
| 86
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
308
INKUNABELN - Astesanus de Ast. Summa
de casibus conscientiae. Teil 1 (von 2). Mit 5
grossen Federwerksinitialen in Rot und Blau mit
floraler Ornamentik sowie hunderten kleinem
Initialen in Rot, vollständig rubriziert. [Basel,
Michael Wenssler und Bernhard Richel, nicht
nach 1476]. Folio. [194] Bll. Kalbslederband des
späten 17. Jahrhunderts (etwas berieben und
beschabt, Fehlstellen im Bezug fachmännisch
ergänzt, Ecken bestossen).
GW 2753 - Hain/C. 1892 - BMC III, 724 - Goff
A 1164 - Proctor 7528 - BSB-Ink A 797 - IGI
924 - Pellechet 1404 - Voullième, Berlin 408
- nicht bei Oates u. Polain. - Vierste Ausgabe.
- Seltener „Kooperationsdruck“ aus den Basler
Offizinen Wenssler und Richel. Die ersten 21
Lagenbögen (der hier vorliegende 1. Teil) von
Wenssler, die letzten 22 Lagenbögen von
Richel gedruckt (vgl. ISTC ia01164000). - Der
gelehrte Minorit Astesanus de Ast (gest. um
1330) verfaste um das Jahr 1317 das berühmte
Handbuch zur Lösung von Gewissenskonflikten,
die Summa de casibus conscientiae. Das als
Fachliteratur bei den Priestern in ihrer Aufga-
be als Beichtväter beliebte Nachschlagewerk
erlbete von 1469-1482 nicht weniger als elf
Druckausgaben. Die ersten Ausgaben wurden
bei Mentelin in Strasburg 1469 und 1473 sowie
bei Reyser, ebenso Strasbrug 1474, herausge-
geben. Ein Widmungsbrief des Autors an den
Johannes Caietanus de Ursinis und dessen
Erwiederung sind beigebunden. Der römische
Adelige wirkte als Apostolischer Protonotar,
wurde 1316 zum Kardinal ernannt und fungierte
von 1326 bis 1334 als päpstlicher Legat in
Italien, später in Avignon. - Schöner, sauberer
zweispaltiger Druck mit je 62 Zeilen in gotischen
Typen. - Leicht gebräunt, nur wenig fleckig, Vor-
sätze etwas angestaubt, insgesamt sehr sauber.
Erstes Blatt am oberen Rand und in der unteren
Ecke mit fachmännisch ausgeführten Blatter-
gänzungen (oben wohl Löschung eines alten
Besitzereintrages). Vorne kleine Wurmlöchlein
im unteren weissen Rand (ohne Textverlust),
ab Blatt 85 zwei durchgehende Wurmlöcher
im Text, auf den letzten Blatt stärker. Textblatt
23 mit kleinem Loch (ca. 0,5 cm) mit leichtem
Textverlust. - Alte handschriftliche Marginalien
auf Vorsatzblättern.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
309
- Augustinus, Aurelius. Explanatio psalmorum.
[Venedig, Bernardinus Benalius, 4.VIII.1493].
Folio. 348 (statt 358) Bll. Zweispaltiger Scholi-
endruck, 70 Zeilen. Got. Typ. Mit Initialspatien.
Moderner Halbpergamentband mit goldgepr.
Rückentitel.
GW 2910 - Hain/C. 1973 - Goff A-1273 -
Proctor 4885 - Pellechet 1486 - Madsen 417
- Oates 1920 - Rhodes 209 - BMC V, 374 -
BSB-Ink A-884 - CIBN A-704 - CBB 398 - ISTC
ia01273000. - Dritte Ausgabe des umfangrei-
chen Psalmenkommentars des Heiligen Au-
gustinus. - Es fehlen die ersten 14 nn. Bll. sowie
10 Blatt am Schluss. Bl. a2 aus einem anderen
Exemplar ergänzt, letztes eingeb. Bl. mit hin-
terlegtem Randausriss und etwas Textverlust. -
Durchgehender Feuchtfleck im Seitenrand.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
308
307
| 87
310
- Biel, Gabriel. Epithoma expositionis Canonis
misse. Mit 2 alt ankolor. Holzschnitt-Initia-
len. Tübingen, [Johann Otmar für Friedrich
Meynberger, nicht vor 20.II., nicht nach 29.XI.]
1499. 4°. [77] (statt 78) Bll. Kollation: A–I8, k6
(ohne H7). 37 Zeilen, got. Type. Pergamentband
des 19. Jahrhunderts unter Verwendung einer
alten Handschrift für die Deckelbezüge (gering
staubfleckig).
GW 4334 - Hain/C. 3181 - BMC III, 702 - BSB-
Ink B-506 - IA 14821 - Proctor 3233 - Goff B
654 - Voullième (Berlin) 2572, 5. - Pellechet
2391 - Madsen 720 - ISTC ib00654000. - Die
Holzschnitt-Initiale „T“ mit Schlange, möglicher-
weise durch Kollickers Konstanzer Missale 1485
inspiriert (vgl. BMC). - Bl. A6 recto weiss, hier
sollte offenbar die blattgrosse Kreuzigungss-
zene gedruckt werden, welche aber erst in der
nächsten Ausgabe (1500, GW 4336) erschien.
- Anfangs Feuchtfleck im Oberrand, dieser beim
Titelblatt alt hinterlegt. Im ersten Drittel mit
einigen Unterstreichungen und Marginalien von
alter Hand. - Provenienz: alter Stempel Kloster
Roggenburg (Schwaben, säkularisiert 1802) auf
Titel; hs. Besitzvermerk teilweise gelöscht.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
311
- Columna, Guido de. Historia destructionis
Troiae. Strassburg, [Drucker des Jordanus von
Quedlinburg (d.i. Georg Husner)], 9. Oktober
1486. Folio (27,5 x 20 cm). [88] Bll. Zweispaltiger
Druck, 42–43 Zeilen. Got. Type. Mit eingemalten
Lombarden in Rot, durchgehend rot rubriziert.
Neuer blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit.
GW 7230 - Hain/C. 5509 - Goff C 773 - Proctor
605 - BMC I, 134 - BSB-Ink. G-435 - Madsen
1239 u. 1240 - Oates 228 - ISTC ic00773000. -
Sehr seltene zweite Strassburger Ausgabe von
Columnas Geschichte von Troia, schon früh-
zeitig in andere Sprachen (deutsch, italienisch,
spanisch, niederdeutsch u. tschechisch) über-
setzt und immer wieder neu aufgelegt, erstmals
1477 in Köln erschienen. Der sizilianische Jurist
Guido de Columna vollendete seine Geschichte
der Zerstörung Trojas 1278, eine lateinische
Prosabearbeitung des altfranzösischen „Roman
de Troye“ des Benoit Sainte-Maure und ein
Erfolgsbuch des Spätmittelalters, das später zur
Grundlage zahlreicher weiterer volkssprachli-
cher Versionen des trojanischen Sagenstoffes
werden sollte. - Vorsichtig gereinigtes Exemplar
(vereinzelte Lombarden oder Rubrizierungen
leicht angewaschen). Folio d1 mit rest. Rand-
einriss, die erste Lage mit minimalen Verstär-
kungen im Bug. Insgesamt aber sehr schön
erhaltenes, breitrandiges Exemplar der seltenen
Inkunabel.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
312
- Franziskus von Assisi. Fioretti del Seraphico
Sancto Fransesco. Mit 1 (von 2) blattgr. Holz-
schnitten und einer umlaufenden, altkolorierten
Holzschnitt-Bordüre. [Florenz, Laurentius de
Morgianis für Piero Pacini, 11. Juni 1497]. Kl.-4°.
[85 (statt 104)] Bll. 31-32 Zeilen, Antiquatype.
Halbpergamentband des 19. Jhs mit Rücken-
schild u. hs. Signatur.
GW 10300 (verzeichnet weltweit nur 6 Exemp-
lare) - Hain/C. 7330 - Sander 2875 - Goff F-290
- IDL 1853 - IGI 4065 - ISTC if00290000. - Es
fehlen die Lagen e und f sowie die drei letzten
Textblatt (n2-n4) mit dem Kolophon und dem
ganzseitigen Holzschnitt am Schluss. Bl. d5
mit grösserem Ausriss und Textverlust bis
Zeile 13. - Provenienz: Sammlungsstempel der
Bibliotheca Gustavo Galleti (Florenz) auf Titel. -
Exlibris der Slg. Landau Finaly, der Bibliothek des
Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824-
1903) auf Spiegel.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
311 312
| 88
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
313
INKUNABELN - Hieronymus, (Pseudo-). Vitas
patrum. Mit einer grossen eingemalten Initiale in
Rot und Blau sowie einigen Lombarden. Vene-
dig, Octavianus Scotus, 14.II.1483/84. 4°. [7 Bll.
(statt 8, ohne das erste weisse)], CCLIII Bll. Frag-
mentarischer Lederband d. Z. über Holzdeckeln
(Rücken fehlt zu zwei Dritteln, Deckelbezüge
lädiert, Block fast vom Einband gelöst).
GW M50888 - Hain/C. 8599 - Goff H-206 -
Pellechet 11713 - BSB-Ink V-256 - CIBN H-126
- Proctor 4573 - BMC V, 279.IB 21190 - Madsen
4179 - Mendes 689 - Ohly-Sack 2987 - ISTC
ih00206000. - Die sog. „Vitas patrum“ gelten als
die bedeutendste hagiographische Sammlung
der mittelalterlichen Literatur. Sie reichen in die
Frühzeit des Christentums zurück und verarbei-
ten vor allem griechische Quellen. Es handelt
sich dabei um eine Bearbeitung von Legenden
zahlreicher frühchristlicher Mönche, die als Ere-
miten oder Gemeinschaft in der Wüste lebten,
und anderen christlichen Männern und Frauen,
die als Kirchenväter oder Büsser in den Ruf der
Heiligkeit gelangten. Im Laufe der Jahrhunderte
wurde die Sammlung immer wieder variiert und
erweitert. Die Hauptquelle sind die durch den
Hl. Hieronymus begründeten „Vitaspatrum“, für
die jüngeren Legenden wurde u.a. die „Legenda
aurea“ des Jacobus de Voragine herangezo-
gen. - Die ersten und letzten Bll. mit stärkeren
Feuchträndern, letztes Bl. stark fleckig, in den
Rändern mit Fehlstellen und etwas Textverlust.
Einige Marginalien von alter Hand. - Es fehlt das
Indexblatt am Schluss.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
314*
- Johannes de Cuba. Gart der Gesundheit. Mit
368 altkolorierten Textholzschnitten. Augsburg,
[Johann Schönsperger], „montag nechst vor
Bartholomei“ (22. August) 1485. Klein-Folio
(26,5 x 20 cm). [358 (statt 370)] Bll. Unter Ver-
wendung älteren Materials laienhaft restaurier-
ter Lederband mit 2 Messingschliessen (Vorder-
deckel modern, ohne Verschluss-Stücke).
GW M09751 - Hain/C. 8949 - BMC II, 365 - Goff
G-98 - BSB-Ink W-94 - Klebs 507.2 - Hubay,
Augsburg 858 - Nissen BBI 2267 - Pritzel 10824
- nicht bei Hunt. - Zweite deutsche Ausgabe
des Hortus sanitatis, kompiliert von Johannes
von Cuba, die erste bei Schönsberger, vorlie-
gend in kräftigem Altkolorit. „Der deutsche Gart
von Peter Schöffer war ein gewaltiger Erfolg.
Die große Nachfrage konnte die Mainzer Offizin
nicht bewältigen, und schon 5 Monate nach
seinem Erscheinen war der erste Nachdruck
des „Gart“ fertig. Er wurde von der Druckerei
J. Schönsperger in Augsburg herausgebracht,
die mit diesem Nachdruck eine drucktech-
nische Leistung allerersten Ranges zeigte.
Mit einem Stab hervorragender Mitarbeiter
gelang Schönsperger ein buchtechnisches und
künstlerisches Meisterwerk. Die Schrifttypen
waren größer und klarer als im Original und
somit besser lesbar... Die Abbildungen sind dem
Schöfferschen Buch zumindest gleichwertig...“
(Heilmann S. 113). - Durchgehend mit stärkeren
Gebrauchsspuren. Einige Blätter angerändert
oder auch mit überklebten Einrissen, einige Dar-
stellungen mit Farbausbrüchen und Fehlstellen.
Insgesamt ca. 40 Blatt mit Text- oder geringem
Bildverlust. Durchgehend stärkere Finger- und
Schmutzflecken, Wasserränder, Braunflecke.
Sellenweise interessante, auch umfangreichere
zeitgenössische Marginalien in Sepia. Durch-
gehend in schönem, kräftigen Altkolorit. - Es
fehlen der grosse Holzschnitt zu Beginn (durch
Faksimile auf altem Papier ersetzt) sowie Blatt
a1-3, c1, y4-5, F8, N2, S2-4 u. T1. Letzte Lagen
teils verbunden. - Trotz des für ein Gebrauchs-
buch typischen Zustandes eindrucksvolles
Exemplar.
CHF 12 000 / 18 000
(€ 11 110 / 16 670)
315
- Josephus, Flavius. De bello Judaico. [Italie-
nisch:] Guerra dei Giudei. Florenz, Bartolomeo
di Libri, 6. Juli 1493. Folio. [207 (statt 208, ohne
das erste weisse)] Bll. Antiquatypen, 40 Zeilen.
Späterer Pergamentband (fleckig).
GW M15200 - Hain/C. 9460 - Goff J-490 - Pro-
ctor 6199 - BMC VI 649 - Madsen 2349 - ISTC
ij00490000. - Erste italienische Ausgabe. - Die
beiden ersten Blatt neu aufgezogen. - Hs. Blatt-
zählung in brauner Tinte im weissen Oberrand. -
Provenienz: Alter Stempel der Biblioteca Galletti
(Florenz). - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der
legendären Bibliothek des Florentiner Bankiers
Horace de Landau (1824-1903), die 1948-1949
versteigert wurde und ca. 22.000 Manuskripte
sowie 66.000 Drucke enthielt (Lugt, Suppl.
1334c).
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
315
312
| 89
314
| 90
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
316
INKUNABELN - Juvenalis, Decius Junius. Saty-
rae. Vicenza, Henricus de Sancto Ursio, Zenus,
Vicenza, Henricus de Sancto Ursio, Zenus (Rigo
di ca Zeno), 1480. Folio. [95] Bll. (statt 96, ohne
das erste weisse). Scholiendruck, 52-54 Zeilen
(Kommentar). Initialspatien. Halblederband des
19. Jhs. mit Rückentitel.
GW M15822 - Hain/C. 9690 - Goff J-644 -
Pellechet 6865bis - BSB-Ink I-680 - CIBN J-358
- Proctor 7162 - BMC VII, 1044 - Oates 2683 -
ISTC ij00644000. - Seltener Erstdruck des Rigo
di Ca Zeno aus Vicenza. - Die ersten 9 Bll. mit
unschön hinterlegten, teils mit Tape verstärkten
Fehlstellen im Unterrand (geringe Buchstaben-
verluste). Durchgehend stärker feuchtfleckig,
vor allem im Unterrand auch sporfleckig, einige
alte Marginalien.- Provenienz: Sammlungsstem-
pel der Bibliotheca Gustavo Galleti (Florenz)
auf Titel. - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der
Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de
Landau (1824-1903) auf Spiegel.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
317
- Lupus de Olmeto. Aureola. [Mailand,] Philip-
pus de Lavagna, 28. November 1475. 8° (21
x 14 cm). [173] Bll. Antiquatypen, 25 Zeilen.
Eingemalte Lombarden in Rot, Blau und Grün.
Am Textbeginn mehrzeilige Initiale und florale
Randleisten in Rot und Grün. Holzdeckelband d.
Z. mit defekter Messingschliesse (Lederbezug
am Rücken stärker berieben und mit kl. Fehlstel-
len und Randausbrüchen bzw. Wurmspuren ;
Innengelenke angeplatzt, Block gelockert).
GW M07937 - Hain/C. 8588 - Goff H-157 -
Pellechet 5962 - Proctor 5846 - BMC VI 702
- Rogledi 399 - Mendes 681 - ISTC ih00157000.
- Wenige Marginalien von alter Hand; hs.
Paginierung in dunkelbrauner Tinte bis S. 177.
Stellenweise leichte Feuchtränder, anfangs kl.
Wurmgänge im weissen Unterrand, ansonsten
sauberes und breitrandiges Exemplar.
CHF 1 600 / 2 400
(€ 1 480 / 2 220)
318
- Maximilian I. Antwurt zu handthabung und
behaltnuss der Römischen Künigklichenn Mai-
estat eeren vnd glympfens: auf der frantzosen
falsch erticht und ungegründt aufschreiben in
nachvolgenden henndeln. Mit 2 elfzeiligen Holz-
schnitt-Initialen. [Augsburg, E. Ratdolt, nicht
vor Mai 1492]. Folio. [8] Bll. 50 Zeilen. Got. Typ.
Moderner Pappband mit rotem Papierbezug.
GW M 22148 - BSB-Ink C-535 - Hellwig 651 -
Hubay 1387 - Ohly-Sack 1946. - Nicht im BM
und bei Goff. - Sehr seltener deutschsprachiger
Druck einer Propagandaschrift, zu der sich
Maximilian durch die französische Politik veran-
laßt sah. Maximilians Versuch, durch Vermäh-
lung mit Anne de Bretagne an die Spitze des
königsfeindlichen Adels in Frankreich zu treten,
scheiterte. Charles VIII. selbst heiratete im Dez.
1491 Anne de Bretagne. Dieser französische
Schachzug durchkreuzte nicht nur Maximilians
dynastische Pläne, sondern bedeutete auch
einen Affront, da Anne bereits förmlich mit
Maximilian vermählt und Maximilians Tochter mit
Charles VIII. verlobt war. Die Schrift wendet sich
insbesondere an die Bevölkerung der Nieder-
lande, wo die Franzosen durch „verreterey, pöse
geschwynde und ungetrewe listigkeit, mancher-
ley lügen, falsche botschafften ... dem gemainen
man die augen füllen möchten.“ - Etwas fleckig
und gebräunt, wenige blasse Wasserränder,
erstes Blatt mit winzigen Tintenflecken, kl.
hinterlegte Randeinrisse, letztes Blatt mit
Brandloch (minimaler Buchstabenverlust des
letzten Worts), der braun auf die Blätter davor
durchschlägt, letztes Blatt etwas angeschmutzt
u. feuchtfleckig. - Provenienz: Exemplar aus der
„Fürstlichen Hofbibliothek Donaueschingen“
mit deren Stempel unten auf dem letzten Blatt
verso und Exlibris „H. Legel“.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
317 318
| 91
319
- Ovidius Naso, Publius. Opera. [Teil 1 von 2].
Mit einigen Initialspatien. Venedig, Bernardinus
Rizus, 27. November 1486. Folio. [228 (statt
374)] Bll. 53 Zeilen, rom. Typ. Späterer Perga-
mentband (fleckig und gewellt, Schliessbänder
entfernt).
Vgl. GW M28924 - Hain/C. 12143 - Goff O-134
- Pellechet 8691 - BSB-Ink O-145 - BMC V, 400
- Madsen 2982. - Der vollständige erste Teil der
Werkausgabe bei Rizus, mit den 3 weissen Bll.
a1, i1 und ee7 (am Schluss). - Der hier fehlende
zweite Teil enthält die Metamorphosen. - Ti-
telblatt (a2) fast abgelöst, die ersten sowie die
letzten Blatt etwas stärker feuchtfleckig und
vereinzelt mit hinterlegten Randläsuren, sonst
durchgehend nur schwache Feuchtränder,
einige Marginalien von alter Hand.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
320
- Turrecremata, Johannes. Expositio super toto
psalterio. Mit Druckvermerk und Druckermarke
in Rot. Mainz, Peter Schöffer, 10. März 1476.
Folio. [185 (statt 199] Bll. 31 Zeilen. Initialspati-
en. Roter Lederband des 19. Jhs. mit goldgepr.
Rückentitel, Rückenvergoldung, Deckelfileten
und Wappensupralibros („J. Gomez de la Cortina
et amicorum“). Dreiseitiger Goldschnitt.
GW M48204 - Hain/C. 15699 - Goff T-522 -
Pellechet 11253 - Polain 3860 - BSB-Ink T-551
- CIBN T-379 - Oates 34 - ISTC it00522000.
- Sechste Ausgabe, die zweite Mainzer bei
Schöffer. - Juan de Torquemada, nachmals
berühmter Kardinal u. Gelehrter, nahm schon
früh als päpstlicher Beauftragter an verschie-
denen Synoden (Konstanz, Basel, Florenz),
dem Nürnberger Reichstag v. 1438 usw. teil,
ehe er sich seiner wissenschaftlichen Tätig-
keit widmen konnte. Unter seinen zahlreichen
Arbeiten gehört die vorliegende Auslegung
des Psalters zu den bekanntesten. - Ohne das
weisse Bl. a1, fehlende Bll. a4-6 durch weisse Bll.
ersetzt, einige Bll. verbunden. Wenige Blatt im
Bug ergänzt, ein Blatt mit grösserem ergänzten
Randabschnitt und Textverlust, 2 alte Margi-
nalien in Sepia. - Provenienz: Gelöschter hs.
Besitzvermerk auf erstem Blatt. - J. Gomez de
la Cortina, Marquis de Morante.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
321
Johannes von Jandun. Jandon super physica.
Questiones subtilissime Joha[n]nis de Ga[n]
dauo sumi Averrroyste in octo libros Aristote-
lis de physico auditu p[er] recognitionem v.p.
Joa[n]nis Romberch Kyrspe[n]sis [...]. Mit einigen
figürlichen Holzschnitt-Initialen. [Venedig,
Giunta, 1520]. Folio. [8], 145 (statt 151) Bll.
Zweispaltiger Druck. Späterer Halbpergament-
band mit hs. Rückentitel (Deckelbezüge mit kl.
Einrissen).
Edit16 CNCE 29271 - nicht bei Adams. - Ohne
die Bll. 146-151 am Schluss. - Seltener Druck
mit Werken des mittelalterlichen Philosophen
Johannes von Jandun (1285/89-1328), der
nach einem Konflikt mit der Kirche Zuflucht
bei Kaiser Ludwig dem Bayern fand. „Seine
Werke fanden bis ins 16. Jh. besonders in Italien
Beachtung, wurden aber auch schon zu seinen
Lebzeiten scharf kritisiert, weil J. als Vertreter
eines radikalen Aristotelismus alle Probleme
ohne Rücksichtnahme auf den Glauben und
die kirchliche Theologie [...] löste und sich so in
Widerspruch zu den Lehren der Kirche setzte.“
(NDB 10, 556). - Stellenweise leicht feucht- bzw.
stockfleckig, Titelei mit alten hs. Besitzvermer-
ken und Marginalien.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
320
319
| 92
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
322
KALENDER UND CHRONOLOGIE - [In disem
Kalender findet man: die zwölff Zeichen und
die Syben Planeten]. Mit 55 Holzschnitten.
Strassburg, Matthias Hupfuff, 1511. 19,7 x 14
cm. [54] Bll. Holzdeckelband der Zeit, zur Hälfte
mit blindgepr. Schweinsleder bezogen. Hs. De-
ckelschild, restaurierte Messing-Schliesse (wohl
Remboitage, fleckig, Rücken mit kl. Einrissen).
VD16 Z 953 - Zinner 944 - Weller 647. - Zweiter
Druck bei Hupfuff, der den populären Kalender
erstmals 1504 herausbrachte. Die vorliegende
Fassung stellt jedoch eine Neubearbeitung dar.
„Die ausführliche Titelformulierung, die eine
knappe Inhaltsangabe der enthaltenen Teile
darstellt, ist bis auf kleinere orthographische
Abweichungen identisch mit dem Titel, den
Schönsperger seit 1489 seinen Drucken gab.“
(Duntze, Matthias Hupfuff, München 2007, S.
104). - Möglicherweise sind das Titelblatt, sowie
die Blatt 7 u. 8 aber auch einer anderen Ausgabe
bei Hupfuff entnommen (Lombarden weichen
vom Satzspiegel der vorliegenden Ausgabe ab).
- Durchgehend etwas feucht- und fingerfleckig,
Papierausbrüche im Unterrand bei 12 Blatt
hinterlegt, ein Randausbruch mit kl. Buchsta-
benverlust (dieser von Hand ergänzt). - BEIGE-
BUNDEN: [Ein tractetlein von dem sterbenden
menschen, von der anfechtung im sterben.]
Nürnberg, Johann Weissenburger, 1509. [25
(statt 30] Bll. - VD16 ZV 24189. - Es fehlen der
Titel (durch alte Kopie aus der lat. Ausgabe von
1512 ergänzt) sowie die Blatt B1, B6, E1 u. E6.
In 11 Abschnitte gegliedertes deutsches Ster-
bebüchlein. - Dem Exemplar beigebunden sind
3 ganzseitige Holzschnitte in Kopien auf altem
Papier. - Provenienz: Gest. Exlibris Franc[esco]
Mainone.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
323
Leonardus de Utino. Sermones aurei de
sanctis. Mit 10-zeiliger Holzschnitt-Initiale und
Rankenbordüre sowie zahlreichen 3-zeiligen
Hozlschnitt-Lombarden. Durchgängig rubri-
ziert. Ulm, Johannes Zainer d. Ä., 1475. Gr.-Folio.
[243] Bll. 2 Spalten, 50 Zeilen. Roman. Typ.
Halbschweinsleder d. Z. über Holzdeckeln auf 4
Bünden mit blindgeprägter Stempel-Ornamen-
tik und Streicheisenlinien, hs. Rückentitel und 2
neuen Schliessen (Rücken etwas wurmstichig,
kl. Einriss am Fuss).
GW M17903 - Hain/C. 16133 - Goff L 158 -
BSB-Ink. L-III - ISTC il00158000 - Wegener,
Zainer 39 - Amelung, Frühdruck I, Nr. 23. -
Schöner Frühdruck der Ausgabe der „Goldenen
Predigten“ des aus Udine stammenden Domini-
kaners Leonardus. Erstmals 1473 bei Zell in Köln
erschienen. - Das ausführliche Register über die
Predigtsammlung vom Ulmer Dominikaner Felix
Fabri. - Bll. 164 und 165 enthalten „Trenta foglie
ha la rosa“ und „Ave di cieli imperatrice santa“,
die ersten italienischsprachige Mariengedichte,
die bereits der Augsburger Ausgabe von 1474
beigefügt sind und von Johann Zainer in die Ul-
mer Ausgabe übernommen wurden: „...dürfte es
sich um die führesten in Deutschland gedruck-
ten italienischen Texte handeln“ (Amelung). -
Das erste Blatt und wenige Textblätter mit grös-
seren Wurmgängen (mit leichtem Textverlust),
oben etwas feuchtrandig, die letzten 3 Bll. mit
stärkerem Feucht- und Braunflecken. Die Bor-
düre oben etwas knapp beschnitten. - Proveni-
enz: Auf vorderem Spiegel Holzschnitt-Exlibris
des Hilprand Brandenburg aus Biberach, Mönch
in der Kartause Buxheim und Stifter der Klos-
terbibliothek, mit Rest seines Besitzeintrags mit
Namenszug, datiert 1502. Wohl um 1470 her-
gestellt, mit einer Darstellung eines Engels, der
ein Wappenschild mit einem Ochsen zeigt, gilt
als eines der frühesten Beispiele der gedruckten
Bücherzeichen in Deutschland. - Montiertes
Exlibris von H. Legel. - Auf den ersten Seiten 2
neuere Stempel der Bibliothek Buxheim.
CHF 10 000 / 15 000
(€ 9 260 / 13 890)
322
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Bücher | Alte Drucke  Bibeln
324
Lupus, Johannes (Juan Lopez). De libertate
ecclesiastica tractatus. Mit Titeleinfassung von
Johannes Wechtlin in Clair-obscur mit roter
Tonplatte. Strassburg, Johannes Schott, 3.
Februar 1511. Kl.-4°. 70, [2] Bll. Flexibler Per-
gamentband d. Z. mit spät. fragmentarischen
Rückenbezug (fleckig).
VD16 L 2490 - Adams L 1724 - BM STC Ger-
man 534 - Fairfax Murray German 248. - Einzige
Ausgabe. - Inkunabel des Helldunkel-Schnitts,
wobei die Titelbordüre auch Hans Baldung
Grien zugeschrieben wird. Vgl. Oldenbourg L59.
- „One of the earliest specimens of chiaros-
curo borders and the first by Wechtlin. [...] This
method of colour printing was seldom used,
but Schott, the printer of this book, produced
several specimens in this manner, and was pro-
bably the first to use this process for borders of
title-pages [...].“ (Fairfax M.). Schott setzte diese,
in der Buchillustration sehr seltene Technik
erstmals 1510 ein, das vorliegende Werk ist
offenbar der zweite Anwendungsfall überhaupt.
- Dem Humanisten und späteren Papst Enea
Silvio Piccolomini gewidmeter kirchenrechtlicher
Traktat. - Etwas gebräunt, einige Marginalien
von alter Hand, anfangs stärkerer Feuchtfleck
im weissen Unterrand. Alte hs. Besitzvermerke
auf Titelblatt.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
325
MEDIZIN - Paulus Aegineta. Opus de re medica,
nunc primum integrum latinitate donatum,
per Ioannem Guinterium Andernacum. 7 Teile
in 1 Band. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf
Titel und zahlr. Holzschnitt-Initialen. Paris, S.
de Colines, 1532. Folio. [20] Bll., 47 S., [4] Bll.,
127 S., [4] Bll., 48 S., [4] Bll., 24 S., [4] Bll., 83 S.,
[4] Bll., 156 (statt 158) S. Späterer Lederband
unter Verwendung alter Decken mit goldgepr.
Mittelstücken (etwas berieben).
Durling 3551 - Osler 439 - Choulant 142 -
Stillwell 473 - Renouard, Colines 251 - nicht bei
Wellcome und Waller. - Erste lateinische Ge-
samtausgabe. - „The extreme practicality of the
text and its consequent use doubtless accounts
for its rarity today. Its section on surgery, Book
VI, has been called the principal medical work of
the Byzantine era.“ (Stilwell). - Es fehlt das letzte
Blatt (Teil 7, S. 157/158). - Titel mit grösserem,
alt hinterlegten Ausriss (Textverlust verso) und
hs. Besitzvermerk. Stellenweise etwas feucht-
fleckig, ansonsten ordentliches und breitrandi-
ges Exemplar.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
326
Petrarca, Francesco. Das Glückbuch, Bey-
des dess Gutten und Bösen... vor im latein
beschriben, und yetz grüntlich verteütscht... 2
in 1 Band. Mit 2 grossen Titelvignetten und 256
(teilweise ganzs.) Holzschnitten und 4 Holz-
schnitt-Initialen des Petrarca-Meisters. Augs-
burg, Heinrich Steiner, 1539. 4°. [20], CXV, [1] w.,
[10], Bll., CXLII, [8] Bll. Rest. Schweinsleder d. Z.
über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit blindgepräg-
ter Rollbandornamentik und Streicheisenverzie-
rungen, 2 intakten Messing-Schliessen (Rücken
und Schliessbänder erneuert, leicht berieben,
etwas gebräunt und fleckig, 2 winzige Wurm-
löchlein auf Vorderdeckel).
VD16 P 1726 - BM STC German 686 - Muther
887 - Slg. Speck 51 - nicht bei Adams. - Zweite
deutsche Ausgabe, die erste Ausgabe dieser
Übersetzung von „De remediis utriusque fortu-
na“ durch Stephan Vigilius. - Das Werk erfreute
sich im deutschsprachigen Europa grosser
Beliebtheit, wo es – wie alle lateinischen Werke
Petrarcas – erstmals im Druck erschienen
war. In dieser Ausgabe wird jeder Dialog durch
lateinische und deutsche Couplets von Johann
Pinician eingeleitet. Petrarca gibt im vorliegen-
den Werk gleichsam eine Beispielsammlung von
allen guten und bösen Möglichkeiten mensch-
licher Existenz. Das Einführungsgedicht und
die poetischen Kapiteleinteilungen stammen
von Sebastian Brant. Der anonyme ‚Petrarca-
meister‘ wurde von Muther als Hans Burgkmair
identifiziert und in jüngerer Zeit von Campbell
326
324
| 95
Dodgson als Hans Weiditz, aber keine dieser
Zuschreibungen wurde allgemein akzeptiert. Es
ist bekannt, dass der Graveur zumindest teilwei-
se nach Skizzen von Sebastian Brant gearbeitet
hat, der die Produktion sowohl der Petrarca- als
auch der Cicero-Serie beaufsichtigte. Nach
Steiners Tod im Jahr 1548 wurden die Petrar-
ca-Blöcke vom energischen Frankfurter Drucker
Christian Egenolff erworben und gingen von
einem Frankfurter Drucker zum anderen weiter
und erschienen in zahlreichen Ausgaben des
Trostspiegels, wie das Werk genannt wurde, wie
auch in anderen Werken. - Die Titelvignette mit
dem Glückrad, Illustrationen zeigen Darstellun-
gen des häuslichen u. öffentlichen Lebens der
Stände in Stadt u. Land sowie Berufsdarstel-
lungen, Schiffe, Waffen, Hausgeräte, Kostüme
etc. - Leicht gebräunt, etwas angestaubt (Titelei
stärker), in den Rändern stellenweise feucht-,
finger- und tintenfleckig, nur gelegentlich
minimal stockfleckig, Titel und erste Blatt mit
kleinen Wurmlöchlein im weissen Rand (teils
ergänzt). Das Blatt b2 mit halbseitigem Aus-
schnitt (grosser Textverlust), die Blatt CXXX und
CXXXI mit fachmännisch rest. Rissen (minimaler
Textverlust) Vorsätze im Zuge der Neubindung
erneuert bzw. neu aufgezogen. - Provenienz:
1968 von William H. Schab erworben - alte
handschriftliche Besitzvermerke auf Vorsatz-
blätter und Titel.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
327
Pico della Mirandola, Giovanni Francesco. In
tertium Aristotelis De anima librum extracta
disgressio, de animae immortalitate. Mit kl.
Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. Padua, G. B.
Amico, 1553. Kl.-8°. 28 Bll. Flexibler Pergament-
band d. Z. über 5 durchgez. Bünden (etwas an-
gestaubt und fleckig, Schliessbänder entfernt,
HDeckel mit kl. Nagerspur an der Aussenkante).
Edit16 CNCE 28678 - Titelblatt lose und mit hs.
Besitzvermerk von alter Hand. - BEIGEBUN-
DEN: Megliorati, Remigio. De propositione inha-
erente aliterquam, alii antea senserint explicatio.
Mit (wiederholter) Holzschnitt-Druckermarke
auf Titel und am Schluss. Lucca, V. Busdraghi,
1554. 58 Bll., [1] Bl. - Edit16 CNCE 23376.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
328
Pius II., Papst (Aeneas Sylvius Piccolomini). [De
duobus amantibus]. Mit Vorwort des Übers.
Alessandro Braccio. [Florenz, Nicolaus Laurentii
Allamanus, um 1476/77]. 8°. [59 (statt 60, ohne
das erste] Bll. 27 Zeilen, roman. Typ. Lederband
um 1900 im Stil d. Z. (signiert A. Perticaroli,
Roma).
GW M33569 (nur 4 Exemplare weltweit) - Goff
P-687 - IGICorr 7812A - BMC XII, 45 - IA 27103
- Cat. Martini 288 - ISTC ip00687000 (gibt um
1485 an). - Pesante, Catalogo degli Incunaboli
della Biblioteca Civica di Trieste 294. - Die 1444
entstandene Liebesgeschichte De duobus
amantibus (besser bekannt unter dem Titel
Euryalus und Lucretia) des späteren Papstes
Pius II. gehört zu den „Perlen der erotischen No-
vellenliteratur ... Klassisch in ihrem Aufbau, vor
den Höhepunkten jeweils durch verzögernde
Momente geschickt unterbrochen, verdankt die
Novelle ihre formale Meisterschaft vornehmlich
zwei Anregungen: der Kunst Boccaccios und
der antiken Typenkomödie.“ (KLL). Der Erst-
druck erschien 1467-70 bei Ulrich Zell in Köln.
Vorliegende Ausgabe wird in den Bibliographien
unterschiedlich datiert. - Teils etwas feucht-
fleckig, im Oberrand stellenweise etwas knapp
beschnitten. Blattzählung von alter Hand im
rechten Oberrand. - Provenienz: Exlibris der Slg.
Landau Finaly, der legendären Bibliothek des
Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824-
1903) auf Spiegel.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
326
| 96
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
329
PORTRAITS - Rouillé, Guillaume. Prontuario de
le medaglie de piu illustri,  famosi huomini 
donne, dal principio del Mondo infino al presente
tempo, con le lor vite in compendio raccolte.
2 Teile in 1 Band. Mit ornamentaler Holz-
schnitt-Titelbordüre, Druckermarke, 1 figürl.
Holzschnitt-Initiale u. über 800 Portrait-Medail-
lons in Holzschnitt. Lyon, G. Rouillé, jeweils mit
montiertem Druckjahr: 1581. 4°. [2], [4] Bll., S.
4-172 S., [2] Bll., 315 S., [4] Bll. Flexibler Pergam-
entband d. Z. mit hs. Rückentitel (etwas fleckig).
Adams P 2162 - vgl. Baudrier IX, 205 - vgl.
Mortimer I, 465 (französ. Ausgabe). - Wohl die
zweite Ausgabe von 1578 mit überklebtem Er-
scheinungsjahr (vgl. Adams). Erschien erstmals
1553. - Reich illustriertes Portraitwerk mit fein
geschnitten Medaillons, die von verschiedenen
Künstlern geschnitten wurden (vgl. Mortimer).
- Etwas gebräunt, in den Rändern teils leicht
stock- bzw. feuchtfleckig. - BEIGEGEBEN:
Cartari, Vicenzo. Seconda novissima edizione
delle Imagini de gli dei delli antichi. Mit 2 gefalt.
Holzschnitt-Tafeln und zahlr. Textholzschnitten.
Padua, Pietro Paolo Tozzi, 1626. 4°. [16] Bll., 589
S. Flex. Pergamentband d. Z.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
330
Procopius Caesariensis. De rebus Gothorum,
Persarum ac Vandalorum libri VII, unà cum
aliis mediorum temporum historicis, quorum
catalogum sequens indicabit pagina. Mit Holz-
schnitt-Druckermarke auf Titel und am Schluss.
Basel, Johannes Herwagen, 1531. Folio. [24] Bll.,
690 S., [1] Bl. (Errata). Etwas späterer Lederband
über Holzdeckeln, mit goldgepr. Rückentitel (Ka-
pitale, Kanten und Ecken bestossen, Wurmps-
puren im Bezug).
VD16 P 4983 - Adams P 2149 - Ebert 17994
- Heckethorn 123, 32 - Hieronymus, GG 241. -
Erste Ausgabe der berühmten Chronik der Van-
dalen- und Ostgotenkriege aus der Feder des
letzten grossen antiken Historikers Procop aus
Caesarea. - Unser Exemplar ohne den getrennt
paginierten Anhang mit Prokops Buch über die
Bauten Kaiser Justinians („Periktismaton“). -
Etwas gebräunt und feuchtrandig, stellenweise
auch leicht stockfleckig, der Index mit kl. Wurm-
spuren im weissen Oberrand, die letzten Bll. mit
Wurmspuren im weissen Seitenrand.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
331
RECHT - Decretalium copiosum argumentum.
Divisiones glosarum ex Johanis andree novella
diligenter deprompte: hic diligenter annotantur.
Mit Titel-Druckermarke in Rot und Schwarz u.
3 Textholzschnitten. Lyon, Fradin, 2. Mai 1515.
Folio. [10], 423, [4], 17, [2] Bll. Lederband des 18.
Jhs. mit goldgepr. Rückenschild.
Adams G 1212 - Baudrier VII, 253. - Schö-
ner Scholiendruck in Schwarz und Rot. - Teils
feuchtfleckig, wenige Blatt stärker. Titel mit
hinterlegten Randläsuren (Textverlust recto
und verso), letztes Blatt hinterlegt und mit
Textverlust.
CHF 1 200 / 1 500
(€ 1 110 / 1 390)
330
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| 97
332
REFORMATION - Schmalkaldischer Krieg
- [Monner, Basilius (Pseudonym: Cchristian
(sic!) Aleman)]. Bedencken vonn dem Kriege,
der Anno sechs, siben, und viertzig im land zu
Meissen und Sachsen gefürt ist. Basel, gedruckt
durch B(arth.) S(tähelin), 1557.Kl.-4°. 32 Bll.
Moderner Umschlag unter Verwendung eines
alten französischen Druckes.
VD16 M 6169. - Schilderung des sächsischen
Feldzuges von 1546/7 im Schmalkaldischen
Krieg, der durch den Verrat Moritz‘ von Sachsen
für die Protestanten verlorenging. Basilius
Monner war Rat des unterlegenen sächsischen
Kurfürsten und später erster Inhaber des
Lehrstuhls für Recht an der neugegründeten
Universität zu Jena. - Bl. A1/2 mit pfenniggros-
sem Tintenfleck.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
333
Reisch, Gregor. Margarita philosophica. Mit
Holzschnitt-Titel, ganzseit. Druckermarke am
Schluss und zahlr. (21 ganzseit.) Textholzschnit-
ten (ohne 2 schematische Falttafeln und die
Weltkarte). Freiburg, J. Schott, 1503. Kl.-4°. [301]
Bll. Halblederband um 1800 mit 2 goldgepr. Rü-
ckenschildern und etwas Rückenvergoldung (kl.
Gelenkeinriss am ob. Kapital, Kanten und Ecken
bestossen, Rückenschilder mit kl. Fehlstellen).
VD16 R 1033 - Adams R 333 - Zinner 829
- Smith, Rara 82 - Sabin 69122 - Ferguson,
Reisch, 197 ff. - Erste Ausgabe. - Die berühmte
philosophische Enzyklopädie, ein Handbuch
des menschlichen Wissens im Übergang vom
Mittelalter zur Frühen Neuzeit. - Die schö-
nen ganzseitigen Holzschnitte meist mit
allegorischen Darstellungen der behandelten
Wissenschaften und Künste, ferner „The oldest
printed illustration of the structure of the
eye“ (Choulant-Frank, S. 80 und 126 ff.). - Wie
zumeist ohne die ptolemäische Weltkarte. -
Etwas gebräunt, 1 Textblatt mit Ausriss und
kl. Textverlust auf 3 Zeilen. Titelblatt in den
Rändern sauber hinterlegt, Inhaltsverzeichnis im
Oberrand mit geschlossenem Ausriss, dadurch
alter Besitzvermerk unleserlich. - Provenienz:
Exlibris Jacob Manzoni.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
333
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Bücher | Alte Drucke  Bibeln
334
Rüxner, Georg. Anfang, ursprung und her-
komen des Thurniers inn Teutscher nation:
Wievil Thurnier biß uff den letstenn zu Wormbs:
Auch wie unnd an welchen orten die gehalten,
und durch was Fürsten, Grauen, Herrn, Ritter
und vom Adel, sie iederzeit besucht worden
sindt. Mit 284 (davon 2 ganzs., 1 doppelblattgr.)
Textholzschnitten (teils in Wdh.; darunter 242
Wappen, 41 Szenenholzschnitte und die Holz-
schnitt-Druckermarke). Simmern, H. Rodler,
1532. Folio. 213 (recte 214), [4] Bll. Holzdeckel-
band d. Z. mit blindgepr. Schweinsleder-Rücken-
bezug und Messing-Schliessen (eine defekt;
etwas fleckig).
VD16 R 3542 - USTC 611527 - Fairfax Murray
(German), 373 - BM STC German 760 - Lip-
perheide Tb 10, Anmerkung - Zweite Ausgabe.
- Der Verfasser, Georg Rüxner (auch Rixner),
war als Herold für verschiedene Reichsstän-
de, namentlich als Reichsherold für Kaiser
Maximilian I. und Kaiser Karl V. tätig. Er verfasste
verschiedene Genealogien und Turnierbü-
cher - sein bekanntestes ist das hier in zweiter
Ausgabe vorliegende, erstmals 1530 erschiene-
ne Werk. - Die szenischen Holzschnitte zeigen
Helm- und Pferdeschauen, die Kampfspiele
mit der Preisverleihung sowie die nachfolgen-
den Tanzvergnügungen, Bankette etc. Der
einzige doppelblattgroße Holzschnitt mit einer
eindrucksvollen und detaillierten Darstellung
eines Turnierplatzes ist wie die beiden großen
Wappenholzschnitte (Römisches Reich und
Pfalz-Simmern) mit dem Monogramm HH
bezeichnet. Diese Initialen konnte Bonnemann
dem Herzog Hans vom Hunsrück, d. i. Johann II.,
Pfalzgraf am Rhein, Fürst zu Simmern (1492-
1557) zuordnen, dem daher die Zeichnungen
zu den Holzschnitten zugeschrieben werden
können. Nach Bonnemann ist die Kunst des
‚Simmerner Meisters’ entscheidend von Conrad
Faber beeinflusst, der sich wohl um 1530 in
Simmern aufgehalten hat. - Fliegende Vorsätze
entfernt, leicht fingerfleckig im Unterrand, die
letzten Bll. mit kl. Wurmgängen (ohne Textbe-
rührung). Die doppelblattgr. Tafel mit kl. Eckab-
riss ausserhalb der Darstellung. - Schönes und
breitrandiges Exemplar.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
335
SONCINO - Galatino, Pietro. Opus toti chris-
tianae Reipublicae maxime utile, de arcanis
catholicae veritatis, contra obstinatissimam
Iudaeorum nostrae tempestatis perfidiam, ex
Talmud, aliisque hebraicis libris nuper excerptum
[...]. Mit schwarzgrundiger Holzschnitt-Titel-
bordüre, 12 ebensolchen Bordüren im Text (2
verschiedene je mehrfach wiederholt) und zahlr.
schwarzgrundigen Initialen. Ortona, G. Soncino,
15. Februar 1518. Folio. CCCXI, [1] Bl. Späterer
flexibler Pergamentband mit hs. Rückentitel
(VDeckel lädiert, Bezug an der Aussenkante auf
etwa 5 cm fehlend; etwas fleckig).
EDIT16 CNCE 20134 - Sander 2992 - Adams
C 2418 (unter Colonna) - Fürst I, 314 - Cail-
let 4304 - Rosenthal BMP 3744. - Einer von
nur 4 Drucken Soncinos aus Ortona, wo der
berühmte jüdische Buchdrucker in den Jahren
1518-19 wirkte, bevor er seine Offizin nach
Pesaro zurückverlegte. Typographisch bedeu-
tendes Werk mit vielen hebräischen Textstellen
u. Zitaten. „Soweit sie noch in Italien entstan-
den sind, zeichnen sich seine Drucke, insbes.
die nichthebräischen, vielfach durch grosse
Schönheit aus. - S. war ein Mann von ausge-
zeichneter Bildung; er legte grosses Gewicht
auf die Qualität des Inhalts seiner Erzeugnisse,
für die er berühmte Gelehrte als Korrektoren
berief, und machte weite Reisen, um gute und
auch seltene Handschriften als Druckvorla-
ge zu erhalten.“ (JL IV, 494). - Pietro Galatino
(1460-1540), ein Franziskaner und Professor
in Rom, „war in den Sprachen u. der Theologie
wohl erfahren, u. machte sich sonderlich durch
sein Buch de arcanis catholicae veritatis wider
die Juden berühmt“ (Jöcher II, 829). In der
Tendenz antijudaisch, verteidigt der Verfasser
aber Reuchlin und rechtfertigt dessen Interesse
für die Kabbala und das jüdische Schrifttum. -
Der komplette Druck mit dem wohl bei einigen
Exemplaren fehlenden Blatt Imprimatur von
Papst Leo X. am Schluss. - Durchgehend etwas
stock- bzw. feuchtfleckig in den Rändern, Block
mehrfach angeplatzt aber nicht gebrochen. -
Drei alte Bibliotheks- bzw. Dublettenstempel
auf Titel.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
334
| 99
335
| 100
Bücher | Alte Drucke  Bibeln
336
TÜRKENKRIEGE - Balbi, Girolamo. Oratio habita
coram Clemente VII de confoederatione nuper
inita, paceque universali, atque expeditione ad-
versus Turcas suscipienda. Mit Holzschnitt-Ti-
telbordüre sowie 1 Blatt mit gemaltem Wappen,
ausgemalter Initiale und Rankenwerk in Gold und
Farben. [Rom, F. M. Calvo(?), um 1530]. Kl.-4°. [4]
Bll., 77 (recte: 79) S. Alt restaurierter Lederband
d. Z. (Rücken und Gelenke mit kl. Bereibungen).
Dreiseitiger, punzierter Goldschnitt.
Edit16 CNCE 3939 - BM STC Italy 68 - Göll-
ner 360 - Apponyi 207. - Seltener Text des
bedeutenden venezianischen Humanisten und
Bischofs von Gurk über die europäische Allianz
gegen die Türken. - Die ersten Blatt mit kl.
Wurmgang im rechten Seitenrand, beim Titel bis
knapp in die Bordüre hineinreichend.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
337
UTOPIE - Morus, Thomas. De Optimo Reip[ubli-
cae] statu deque nova insula Utopia... [UND:]
Ders. Epigrammata. 2 Teile in 1 Band. Mit 3 figürl.
Holzschnitt-Bordüren, einem ganzseitigem
Textholzschnitt der Insel Utopia und einem
kleineren Holzschnitt von Ambrosius Holbein, 2
Holzschnitt-Druckermarken und zahlr. Initialen
von Ambrosius und Hans Holbein d. J. Basel, J.
Froben, 1518 und 1520. Gr.-8°. 164 S., [1] Bl.,
115 S. Brauner Maroquin-Einband des späten
19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel, Jahreszahl
und dreiseit. Goldschnitt (minim berieben, leicht
fleckig).
I: VD16 M 6299 - Adams, M-1756 - Van der
Haeghen III, 41 - Bezz., Erasmus 913 - Hollstein
XIV, S.20 - vgl. PMM 47 (Ausg. 1516) - II: VD16
M 6296 - Adams C 1115 - BM STC German,
860 - Van der Haeghen II, 15. - Vierte Ausgabe,
zweiter Froben-Druck und zweite Ausgabe der
Epigrammata. - Raphael Hythlodayus, der gera-
de von Reisen mit Amerigo Vespucci zurück-
gekehrt ist, erzählt von einer fernen Insel mit
dem Namen Utopia. Er schildert eine Welt, in der
der Besitz vergemeinschaftet ist, wo lediglich
sechs Stunden am Tag der Arbeit gewidmet
sind, wo Gold und Silber für den alltäglichen
Haushalts-Gebrauch verwendet werden, und
wo Sklaven (Kriminelle und Kriegsgefangene)
fair behandelt werden; eine Welt, die durch das
Recht geschützt ist und in Frieden lebt. - Das
Werk wurde erstmals in Louvain bei Pieter
Gillies 1516 publiziert und erfuhr 1517 in Paris
einen Nachdruck. - Ohne die Epigrammata von
Erasmus. - In den Rändern leicht gebräunt und
fleckig, letzte Blatt feuchtrandig, stellenweise
schwach stockfleckig, erste u. letzte Blatt mit
fachmännisch restaurierter Papierfehlstelle
an der oberen Ecke. Im zweiten Teil eine S. mit
schwachem Tintenfleck. - Wenige Anstrei-
chungen und Marginalien von alter Hand. - Sehr
schönes Exemplar. - Provenienz: Alter gelösch-
ter hs. Besitzvermerk auf Haupttitel - gest.
Exlibris von Samuel Asthon Thompson Yates
- Wymick, W. M. Eigenhändiger Brief an Rev.
Thompson Yates, 1 S. beiliegend.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
337
336
Buchmalerei 501 – 506
Manuskripte 507 – 523
Autographen 524 – 552
Buchmalerei, Autographen  Manuskripte
AUKTION
Mittwoch, 29. September 2021, im Anschluss an die Buchauktion
VORBESICHTIGUNG
Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr
English descriptions upon request.
Zusätzliche Abbildungen:
www.kollerauktionen.ch
Dr. Andreas Terwey
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 44
terwey@kollerauktionen.ch
Gabriel Müller, M.A.
Tel. +41 44 445 63 40
books@kollerauktionen.ch
| 102
Buchmalerei
501
ALPENLÄNDISCH, Mitte 15. Jahrhundert. Blatt
aus einem Psalter mit einer Bildinitiale D mit
einer Darstellung der Weihnachtskrippe und
floraler Bordüre mit einer Taube. Tempera, Feder
und Gold mit lateinische Handschrift auf Perga-
ment, beidseitig beschrieben. Alpenregion, um
1450. Initiale 10 × 11,5 cm, Schriftspiegel 50,5 ×
30,5 cm, Blattgrösse 60,3 × 41,4 cm. Antiqua in
schwarzbrauner Tinte. Auf Trägerkarton mon-
tiert, Echtgoldrahmung (76,5 × 58 cm).
Textstelle aus dem Liber Psalmorum, Psalmus
XIX., Das Buch der Psalmen, Psalm 19 (20):
„[Laetabimur in saluta]ri tuo: et in nomine Dei
nostri magnificabimur...“. - Leicht gewellt, in zwei
Ecken Feuchtrandig, etwas gebräunt, stellen-
weise schwach berieben, die Initiale mit leichten
Krakeleen. Insgesamt sauber und sehr gut
lesbar. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
502
Auferweckung des Lazarus. Figürliche Gouache
auf Pergament. Mit je 2 figürlichen Randleisten
und Vignetten. In doppeltem allegorischen und
architektonischen Rahmen und goldgehöhter
vierseitiger Randbordüre. Süddeutschland, 19.
Jahrhundert (?). 33,7 × 26,5 cm (Montierungs-
reste und kleine Hinterlegungen verso).
Originelle Gestaltung mit Anlehnung an klassi-
sche Vorlagen.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
503
FLÄMISCH - Anonymer flämischer Buchmaler,
um 1500. Bildinitiale B mit floraler Ornamentik
auf einem Antiphonarblatt aus einem Gradu-
ale. Gouache, Feder und Gold auf Pergament.
Flandern, um 1500. Initiale 13 × 10 cm; Schrift-
spiegel 78 × 42 cm; Ausschnitt 92 × 56,5 cm. 19
Zeilen schwarzbrauner Text und Quadratnoten,
diese jeweils auf 4 roten Zeilen. Echtgoldrah-
mung (100 × 64 cm).
Text: „Ab hac die usque ad Octavam Pentecos-
tes, tam in officio de Tempore, quam de Sancits,
non dicitur Graduale....“ Gewellt, in den Rändern
etwas gebräunt, stellenweise fleckig, unten alt
hinterlegte Fehlstellen im Pergament, Text teils
minimal berieben. Insgesamt saubere und gut
lesbare Handschrift. - Provenienz: Schweizer
Privatbesitz.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
Buchmalerei
501 503
502
501 (Detail) 503 (Detail)
502 (Detail)
| 103
504
504
| 104
504
HORAE B.M.V. - Stundenbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament.
Mit 13 grossen Miniaturen mit dreiseitiger floraler Bordüre, ebenso vielen
Prachtinitialen mit Bordüre sowie 8 figürlichen Initialen mit floralen Randleis-
ten. Zahlreiche mehrzeilige Initialen. Alles in Gold und Farben. Westflandern,
ca. 1490. 19,1 x 13,8 cm. [1] w. Bl., [135] Bll. Blattgrösse: 18,2 x 13 cm. 18
Zeilen. Unter Verwendung eines alten Pergament-Einbandes sauber res-
taurierter Holzdeckelband (Remboitage) mit 2 erneuerten Messingschlies-
sen und ornamentaler Deckelprägung.
Vollständiges Stundenbuch von solider Qualität. Enthält folgende Minia-
turen: Bl. 7v: Kreuzigung. - 13v: Pfingsten. - 8v: Die Jungfrau und das Kind.
- 35v: Verkündigung. - 50v: Heimsuchung Mariens. - 59v: Geburt Christi.
- 63v: Verkündigung an die Hirten. - 67v: Anbetung der Könige. - 71v: Dar-
stellung im Tempel. - 75v: Bethlehemitischer Kindermord. -81v: Flucht nach
Ägypten. - 86v: Betender König David. - 109v: Totengebet. - Der Kalender
mit einigen für die Region typischen Heiligen (Adelgundis, Juliana von Ni-
komedia, Walburga). - Sorgfältig gereinigt, vereinzelte kl. Bereibungen oder
minime Verwischungen im Bildbereich. Sauberes, breitrandiges Exemplar.
CHF 30 000 / 40 000
(€ 27 780 / 37 040)
Buchmalerei
504
504
| 105
505
MITTELITALIEN, um 1500. König David mit Har-
fe mit reicher floraler Bordüre und 4 Aposteln
(Peter, Paulus, Andreas, Jakob) in Kartuschen.
Blatt aus einem Antiphonar. Gouache und Feder,
Goldhöhung sowie lateinische Handschrift auf
Pergament, beidseitig beschrieben. Italien, 16.
Jahrhundert. Blattgrösse 49,3 × 39 cm, Bild-
mass 33,7 × 25,7 cm, Schriftspiegel 45 × 33 cm.
Textura in schwarzbrauner Tinte, Quadratnoten
jeweils auf 4 roten Linien. Auf Trägerkartonmon-
tiert, Echtgoldrahmung (60 × 51 cm).
Text verso: „Salve regina, M[ate]r mise]r[i]c[o]
rdi[a]e, vita dulcedo [et] spes n[ost]ra sal-
ve...“. - Leicht gewölbt, etwas gebräunt (verso
stärker) und hauptsächlich in den Rändern
fleckig, stellenweise berieben teils mit leichtem
Farbverlust, leicht bestossen (u. a. in der rechten
oberen Ecke, hier mit leichtem Falz), am linken
Bildrand etwas knapp beschnitten (minimaler
Darstellungsverlust, Zierleiste abgeschnitten).
Insgesamt in guter Erhaltung. - Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
506
UMBRIEN ODER SÜDITALIEN - Judaskuss.
Figürliche Initiale „O“ mit blätterförmigem
Randschmuck. Etwa drittes Viertel des 13.
Jahrhunderts. Ovaler Ausschnitt 18,8 x 16,4 cm
(vierzeiliges Notensystem verso).
Im Zentrum Jesus, von Judas umarmt und auf
Petrus weisend, der sein Schwert gezogen hat
und Malchus bedroht („Stecke dein Schwert in
die Scheide“). Die Szene wird durch 8 Soldaten
komplettiert, von denen einer den Beutel mit
dem Judaslohn emporhält. - Der Randschmuck
des Ausschnitts verweist stilistisch auf Umbrien,
wohingegen die eher archaisierende Figuren-
darstellung möglicherweise in Süditalien zu ver-
orten ist. - Kleine Bereibungen im Bildbereich,
mit transparentem Tape unauffällig fixierter
Defekt im Oberrand.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
505 506
506 (Detail)
| 106
507*
ORIENTALIA - Ali ibn Husayn al-Ansari. „Ikhya-
rat-i Badii“ [Gute Dinge für mich]. Persische
Handschrift auf geglättetem Papier. Mit farbig
illuminiertem Titelblatt. Mehrfacher Leistenrah-
men mit 21 Zeilen schwarzer Tinte, Hervor-
hebungen in Rot, Blau und Gold. Iran, dat. 14.
Jumada ath-thani 997 (=30.4.1589). 24 × 17
cm. [324] Bll. Leder-Einband des 19. Jhdts. mit
Deckelblindprägung (Rücken bestossen, leicht
berieben, Hintergelenk etwas angeplatzt bzw.
Deckel angelockert).
Flüssiges (aber nicht kalligraphisches) nastaliq.
Kopist „Sultan Ali“. Frühe Pharmazeutische
Abhandlung. - Hinteres Vorsatzblatt fehlt.
Stellenweise etwas feuchtrandig, teils leicht
angestaubt (Vorsätze stärker), etwas gebräunt,
einige Textverwischungen, an der unteren Ecke
etwas abgegriffen, wenige kleine Blattläsuren
(teils fachmännisch restauriert), vereinzelte
Lagen lose, Buchblock stellenweise angeplatzt,
Titelei mit Eckausriss (im weissen Rand, ohne
Textverlust). Trotz der erwähtnen Erhaltungs-
mängel wohlerhalten und gut lesbar. - Die ersten
zwei Blatt mit Inhaltsverzeichnis und verschie-
denen Besitzvermerken in osmanisch-türkisch,
auf Vorsatz Stempel von 1315 (=1898).
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
508
- ‚Abd al-Latîf bin ‚Abd al-‘Azîz bin Amîn ad-Dîn,
auch bekannt als Ibn Malak. [Kitâb sarh] magma‘
al-bahrain [Kommentar zum islmaischen Recht].
Arabische Handschrift auf geglättetem Papier.
27 Zeilen schwarzer und roter Tinte. Ankara,
dat. 877 h. (=1472-1473). 25,5 × 17 cm. [3] Bll.
Inhaltverzeichnis, [338] Bll. Rest. Leder-Einband
des 19. Jhdts mit Klappe und reicher floraler
Blindprägung (Gelenke teils erneuert bzw.
Fehlstellen im Bezug ergänzt, leicht berieben,
kratzspurig und etwas fleckig, Gelenk bei der
Klappe leicht angeplatzt).
Professionelles naskhî. Im Kolophon Datierung,
Lokalisierung und der Name des Schreibers
und die Datierung: Sultán Ahmad bin Mawlânâ
Mustafâ. Kommentar zu dem Werk „magma‘
al-bahrain“ von Ahmad bin ‚Alî Muzaffar ad-Dîn
Ibn as-Sâ‘âtî und behandelt nach hafanitischer
Auffassung das islamische Recht (fiqh). Die drei
Blatt Inhaltsverzeichnis vorgebunden, wohl aus
dem 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert. Wenige
Randglossen des Schreibers, einzelne Worte
und Abschnitt-Anfänge rot unterstrichen. -
Etwas gebräunt (Titelei stärker), stellenweise
leicht feuchtfleckig, vereinzelte Blatt mit kleinen
fachmännisch restaurierten Blattläsuren und
-fehlstellen (ausserhalb des Textes), Titelb-
latt alt hinterlegt, an der unteren Ecke etwas
abgegriffen, einige Lagen angelockert (teils
vom Buchblock gelöst), hintere Vorsatzblätter
fehlen. Insgesamt saubere und sehr gut lesbare
Handschrift. - Auf Vorsatz Fürbitte für lange
Herrschaft von Sultan Mehmed II. - Beiliegend:
Gutachen von Marc-Edouard Enay, datiert 10.
August 2003.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
509
- „terceme-i kaside-i Amali“. Kommentar
einer Lamiyye (katechetisches Gedicht mit
Reimbuchstabe L). Arabische Handschrift auf
geglättetem Papier. Mit farbig und goldgehöh-
tem illuminiertem Titelblatt, zahlr. illuminierten
Surenüberschriften, goldgehöhtem Kolophon
und Rezitationszeichen, sowie kreisförmi-
ger, goldgehöhter Abbildung des Siegels der
Propheten. Mehrfacher Leistenrahmen mit 15
Zeilen schwarzer und roter Tinte. Osmanisches
Reich, wohl 19. Jahrhundert. 21 × 13 cm. [108]
Bll. Rest. Leder-Einband d. Z. mit Deckelklappe
und reicher floraler Blind- und Goldprägung (Rü-
cken restauriert, leicht berieben und bestossen,
stellenweise kl. Wurmlöcher, kleine Fehlstellen
im Bezug, etwas fleckig).
Nicht kalligraphisches aber flüssiges naskhî.
Autor nicht identifizierbar. Keine Information
zum Datum oder Kopisten im Kolophon. Auf 1
recto betitelt. - Die Abbildung des Siegels der
Propheten (khatam al-rusul) ist eine graphische
Darstellung, der eine apotropäische Wirkung
zugesagt wird. - Durchgängiger Feuchtscha-
den, einige Wurmgänge im weissen Rand (ohne
Textverlust, letzte Blatt stäker, stellenweise
etwas Textverwischungen (aufgrund Feuchtfle-
cken). Trotz der erwähnten Erhaltungsmängel,
lesbare Handschrift. - Zahlreiche Mariginalien in
osmanisch-türkischer Sprache. - Provenienz:
Alte Besitzerstempel. - Schweizer Privatbesitz.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
Manuskripte
Manuskripte
507 508
| 107
510
- Koran. Arabische Handschrift auf geglättetem
Papier. Mit doppelblattgrossem farbig illuminier-
tem Titelblatt und zahlreichen geometrischen
Illuminationen. 15 Zeilen schwarzbraune Tinte.
Westafrika, 19. Jahrhundert. 22 × 17,5 cm.
[567], [1] w. Bll. Lose in Halbleder-Decken d. Z.
mit langer intakter Lederschliesse (gebräunt,
etwas beschabt und leicht fleckig)
Saubere und gut lesbare Handschrift im Maghri-
bi Duktus mit zahlreichen Verzierungen oder
Markierungen der Abschnitte. - Etwas gebräunt,
stellenweise fingerfleckig, teils leicht feuchtran-
dig, vereinzelte Textverwischungen, Farb- und
Tintenflecken, wenige Blatt mit leichtem
Papierabrieb (schwacher Text- oder Darstel-
lungsverlust). Insgesamt in sehr guter Erhaltung.
- Provenienz: Vor 1990 in Nigeria erworben,
seither Schweizer Privatbesitz.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
511
- Koran. Arabische Handschrift auf geglättetem
Papier. Mit farbig illuminiertem doppelblattgros-
sem Titelblatt und zahlreichen Randglossen.
Zweifacher, roter Leistenrahmen und 15 Zeilen
schwarze und rote Tinte. Wohl Iran, dat. 1105h.
[=1693/1694]. 33 × 25 cm. [214] Bll. Halb-Sei-
denband um 1900 in Seidenmappe (Ecken
bestossen, gebräunt und fleckig).
Sorgfältiges Nasta‘liq. - Als Randglossen die
Varianten der kanonischen Lesarten. Auf 1
verso bis 2 recto Erläuterungen zu den kanoni-
schen Lesarten. Kürzel für die verschiedenen
Überlieferungen werden erklärt. Auf 1 recte Stif-
tungsvermerk. - Etwas gebräunt, durchgängig
leicht feuchtrandig (Titelei und Kolophon etwas
stärker), an der unteren Ecke etwas abgegriffen,
nur wenig Textverwischung, Vorsätze ange-
staubt und fleckig, hier leicht angerissen oder
mit Blattverlust, an der unteren Ecke leichter
Nagefrass (im weissen Rand, ausserhalb des
Textes). - Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
512
- Koran. Arabische Handschrift auf (zumeist)
geglätttetem, teils gelb getöntem Papier. Mit
doppelblattgr. farbig illuminiertem Titelblatt,
zahlreichen floralen Randilluminationen und
Rezitationszeichen, durchgehend Gold gehöht.
Mehrfacher Leistenrahmen mit 15 Zeilen
schwarzer Tinte. Iran, wohl 19. Jahrhundert.
20,5 × 15 cm. [393] Bll. Leder-Einband d. Z. mit
Klappe und reicher floraler Blind- und Goldprä-
gung (Deckel etwas verzogen, leicht berieben
und etwas fleckig).
Flüssiges (aber nicht kalligraphisches) naskhî.
Terminus ante quem ist ein getilgter Stiftungs-
vermerks auf dem letzten Blatt verso, hier
dat. 11 Ramadan 1266 (=21.7.1850), Bitte um
Fürbitte. Auf 1 recto weiterer Schenkungs-/
Stiftungsvermerk von Hüsnü Efendi, Sohn von
Hodscha Karakulak Osman Agha Osman, hier
datiert 16 Dhu‘l-Hijja 1337 (=12.9.1919). auf
vorderem Vorsatzblatt nochmal in Bleistift der
Stiftungsvermerk von Hüsnü Efendi. Die floralen
Randilluminationen zur Einteilung der Dschuz‘
durchgehend in der ganzen Handschrift. - Stel-
lenweise etwas feuchtrandig (hinten stärker),
teils etwas angestaubt oder leicht fingerfleckig,
einzelne Blatt mit kleinen Randeinrissen, teils
angelockert oder gelöst, gelegentlich leichte
Textverwischungen, 1 Blatt mit kleinen Aus-
brüchen (minimaler Textverlust, kaum störend).
Insgesamt saubere und gut lesbare Handschrift.
- Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
509 512
| 108
513
ORIENTALIA - Koran. Arabische Handschrift
auf Papier. Mit farbig illuminiertem Titelblatt und
zahlreichen geometrischen Illuminationen. 15
Zeilen braune und rote Tinte. Westafrika, um
1900. 24 × 17,5 cm. [533] Bll. Lose in Halble-
der-Decken d. Z., eingelegt in Leder-Mappe mit
langer intakter Lederschliesse (leicht berieben).
Passende Leder-Tasche mit Umhänge-Schlaufe
(letzterer spätere angenäht, stark angerissen,
etwas fleckig).
Saubere und gut lesbare Handschrift im Maghri-
bi Duktus mit zahlreichen Verzierungen oder
Markierungen der Abschnitte und Vokalisierun-
gen in Rot. Reihenfolge etwas durcheinander.
Wenige Blatt mit Lochung im Papier aufgrund
der Darstellung. - Papierbedingt gebräunt,
stellenweise schwach fingerfleckig, vereinzel-
te Blatt in den Rändern leicht angerissen, nur
gelegentlich schwach feuchtfleckig mit leichten
Textverwischungen, ingesamt aber sauber.
- Provenienz: Vor 1990 in Nigeria erworben,
seither Schweizer Privatbesitz.
CHF 700 / 1 000
(€ 650 / 930)
514
- Koran. Arabische Handschrift auf geglättetem
Papier. Mit doppelblattgrossem farbig illuminier-
tem Titelblatt. 15 Zeilen schwarzbraune Tinte,
Rezitationszeichen und Surenüberschriften in
Rot. Osmanisches Reich, wohl 15. Jahrhun-
dert (möglicherweise auch früher). 23,5 × 17
cm. [291] Bll. Lädierter Lederband d. Z. mit
Deckelklappe (Rücken angeplatzt, teils grössere
Fehlstellen im Bezug, berieben und fleckig, zu
restauerien).
Schöne und saubere Handschrift in professi-
onellem naskhî. Keine Angaben zu Schreiber
oder Datierung. - Stellenweise leichte Braun-
flecken, teils etwas feuchtrandig, vereinzelt
leichte Textverwischungen und Tintenflecken,
insgesamt aber sauber. Titelblatt, erste und
letzte Blatt mit fachmännisch restaurierten
Fehlstellen in den Rändern, gelegentlich kleinere
Fehlstellen im Papier (teils mit Restaurierung,
teils mit minimalen Textverlust), wenige Blatt
mit grösserem Textverlust bzw. Textergänzun-
gen von späterer Hand auf auf anderem Papier,
aufgrund der geplatzten Bindung zahlreiche
Lagen lose. - Vorsätze mit hs. Inhaltsvermerken
und Schriftübungen.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
515
EGMONT - Marilde, Seigneur de Maury, Leon.
Manuskript zur niederländisch-belgisch-spa-
nisch-europäischen Geschichte 1200-1600 in
Form von Auszügen aus anderen Werken. Ohne
Ort und Datum (um 1600). Französische Hand-
schrift auf Papier. 27 x 18 cm. [168] Bll. Neueres
Pergament (gering berieben und fleckig).
Kuriose Zusammenstellung des „L. M. s. d. M.“,
der das Akronym anfangs aber aufgelöst hat.
Der Text beschäftigt sich mit den Kriegen des
genannten Zeitraumes sowie herausragenden
Personen wie Catharina von Medici, La Comtes-
se de Flandres, Marie de Champagne, La Comt-
esse de Boulogne, Mathieu de Flandre und eben
Egmond (Egmont). An Orten werden noch er-
wähnt Berghes, St. Winoc, Nieuport, Menin u.a.
Egmond ist im deutschen Sprachraum allenfalls
noch durch Goethes Drama bekannt, das der
Geschichte nicht allzu dicht folgt. Der Prozess
gegen Egmond (hier ab Blatt 113 referiert)
führte zu seiner Hinrichtung 1568. - Die ersten
25 Blatt rechts unten mit Papier- und Buch-
stabenverlusten, im unteren Drittel annähernd
duchgängig wasserspurig, sonst gebräunt und
braunfleckig, insgesamt noch ordentlich.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
Manuskripte
514
| 109
516
GEOMETRIE - „Definition ec de Geometrie“.
Französische Handschrift auf Papier. Mit 4 ganz-
seitigen und 25 gefalt. gez. und aquarell. Tafeln
und zahlreichen kleinen (teils aquarellierten)
Federzeichnungen. Wohl Frankreich, um 1780.
8° (21,5 × 16,5 cm). [186] (davon 25 gefalt.) Bll.
Ganzleder der Zeit mit Rückenschild und etwas
Rückenvergoldung (Rückenschild fehlend, De-
ckel leicht verzogen, berieben und bestossen,
etwas beschabt und kratzspurig).
Sauberes und sehr sorgfältig ausgeführtes
Manuskript eines Jean[...] Mercier Von der
Aufmachung her Abschrift eines nicht genauer
zuordnerbaren Werkes (Lehrbuch der Geome-
trie). Auf dem Titel unten wird der Verfasser/
Schreiber genannt. Die vier ganzseitigen Tafeln
mit Blumendarstellungen und einer Bergdar-
stellung, die so nicht zum Text passen. - Leicht
gebräunt, stellenweise schwach feuchtrandig
und fingerfleckig. - Alter handschriftlicher Be-
sitzvermerk auf Vorsatz „Chambaud“.
CHF 600 / 900
(€ 560 / 830)
517
LIBER AMICORUM - Drei bürgerliche und
studentische Skizzenalben mit zahlreichen
Zeichnungen und Stichen. Westschweiz, ca.
1852-1865. Quer-4° und Quer-8°.
ENTHÄLT: 1. Album der Augusta Vautier (née
Vulliemin), mère de Marguerite Vautier. Mit 7
montierten Bleistift- und Tuschfederzeichnun-
gen (Portraits und Ansichten, 1 koloriert). Halb-
leder d. Z. - 2. Albert de Mandrot, Fritz Humbert,
Albert Brandt. Album mit hs. (studentischen)
Widmungen, Zeichnungen und montierten
Stichen. Freiburg, ca. 1851-1852. Leinen d.
Z. - 3. J. und F. Röthlisberger. Album mit ca. 30
teils montierten Zeichnungen und Skizzen in
verschiedenen Techniken. Teils signiert bzw. da-
tiert (1865). Grünes Leinenalbum mit goldgepr.
Deckeltitel. - Teils leichtere Gebrauchsspuren,
wenige Blatt gelockert oder leicht fleckig, insge-
samt wohlerhalten.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
518
RAETOROMANICA - Manuscript in Romanche
language (Val Bregaglia) Statuti Creminali e
Cevili di Brazallia. Rätoromanische Handschrift
auf Papier. Val Bregaglia, 1731-1833. 8°. Ca. 65
ungezählte, jeweils beidseitig beschr. Bll. sowie
ca. 15 weisse Blatt. Lederband d. Z. (bestossen
und beschabt, Fehlstellen im Bezug, etwas
verzogen).
Zuerst von einem Simon Santi 1731 angelegt,
enthält diverse spätere Signaturen und Datie-
rungen verschiedener Mitglieder der Familie
(Santi della) Stampa (i.e. von Stampf), zwischen
1731 and 1833. - Etwas fleckig und gebräunt.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
515 517
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| 110
519
SCHRIFT - Osterschrift. Deutsche Handschrift
auf Papier. Mit kalligr. Kopfzeile und grosser
kolorierter Schmuckinitiale sowie kolorierter
Kartusche. Dat. Ostern 1816. Ca. 37 x 44.5 cm.
Gerahmt.
Probschrift einer Schülerin namens Anna
Catharina Haas, wahrscheinlich aus Appenzell. -
Kleine Fehlstellen in den Rändern hinterlegt, etw.
fleckig. Nicht ausgerahmt.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
520
URKUNDEN - Kaufvertrag zwischen Ulrich
Gyger von Schänis im Gasterland und Anchel
Schmid, Bürger von Feldkirch, über einen halben
Teil an der Alp Fartusch. Deutsche Handschrift
auf Pergament. Sargans, 16. Oktober (St. Gallus
Tag), 1487. 20,1 x 40,7 cm.
Beurkundet durch Caspar Iten von Zug, Land-
vogt in Sargans. - Iten fiel als Hauptmann in der
Schlacht von Marignano 1515.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
521
- Notariatsinstrument. Lateinische Handschrift
auf Pergament. Carpi, 23. September 1452.
33,6 x 21,4 cm.
Beglaubigte Kopie eines Kaufvertrages von
1429 zwischen Ugolinus, Sohn des Isachus de
Isachis von Carpi als Verkäufer sowie den Brü-
dern Andreas und Jacobus, Söhnen des Giliolus
de Mischeriis (?), und ihren Erben als Käufern,
über drei Stücke Land (tres petias terre) im Ort
Acibeni (Cicibeni?). - Mit Notariatssignet eines
Ludovicus de Cochapanis (Coccapani). - Stärker
gebräunt und fleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
Manuskripte
521
519
520
| 111
522
- Schweizer in niederländischen Diensten. 3
Entlassungsurkunden.
1. Johann Lutzius de Salis von Marschlins,
Hauptmann einer Compagnie zu Fuss, entlässt
den Soldaten Walter Muntner von Werdenberg
in Glarus nach 38 Monaten aus seinem Dienst.
Deutsche Handschrift auf Pergament, mit
kalligr. Kopfzeile. Grafenhag (Den Haag), 29. Juli
1735. 33,2 x 45,1 cm. - Gegengezeichnet vom
Regimentskommandeur J[ohann] B[aptista]
von Planta. - 2. Rudolph Anton de Salis von
Maienfeld, Obrist Lieutenant und Hauptmann
einer Compagnie zu Fuss, entlässt den Soldaten
Nicolaus Zock von Werdenberg in Glarus, nach
48 Monaten aus seinen Dienst. Deutsche
Handschrift auf Pergament, mit kalligr. Kopfzeile.
Grafenhag (Den Haag), 27. Juni 1735. 29 x 45,6
cm (fleckig). - 3. Johann Rudolph Weyss, Obrist.
Entlassungsurkunde 1778. 21 x 29 cm (aufge-
zogen, kl. Fehlstellen in Ober- und Unterrand).
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
523
- Lienhard Schgöl, Ammann des Freiherrn Sig-
mund von Brandis, urteilt im Streitfall zwischen
Heinrich Schöb und Caspar Kaisser, beide von
Gams, gegen deren ehemaligen Hirten Hans
Gerster. Deutsche Handschrift auf Papier.
Eschnerberg, 21. Oktober 1482. 29,5 x 31,6 cm.
Auf Karton aufgezogen (Siegel entfernt).
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
522
523
| 112
524*
Churchill, Winston S., britischer Staatsmann
(1874-1965). Zwölfzeilges Typoskript mit
dreizeiligem eigenhändigem Zusatz, voll
signiert „Winston S. Churchill“. Englische Ma-
schinenschrift und Handschrift auf Papier mit
Blindstempel E.R. (Elisabeth Regina). Ohne Ort
und Datum (vor dem 4.11.1952). Ein Blatt (24 x
19 cm). (links oben gelocht ohne Buchstaben-
verlust, im linken Rand kleine Rostspur von Bü-
roklammer, etwas gebräunt und braunfleckig).
Memorandum an die Königin mit Formulierungs-
vorschlag für die Rede zur Parlamentseröffnung
und Bezug auf eine schon 1937 vom verstorbe-
nen König George vorgenommene Auslassung
einer Formulierung, um die Dominions nicht zu
verärgern. Der handschriftliche Zusatz sehr for-
mell „and with humble duty remain Yr. Majesty‘s
faithful  devoted servant Winston S. Churchill“.
Elizabeth bestieg den Thron am 6.2.1952 und
eröffnete das Parlament am 4.11. dieses Jahres,
die Notiz stammt also aus der Zeit davor. -
Insgesamt gut.
CHF 11 000 / 15 000
(€ 10 190 / 13 890)
525*
Curie, Marie, Chemikerin und Physikerin, zweifa-
che Nobelpreisträgerin (1867-1934). Certificat.
Dosage de Radium. Von Marie Curie signiert.
Paris, 27. Juli 1921. Folio. Einblattdruck mit hs.
Eintragungen (am unteren Rand mit kleinem
Loch von Heftzwecke und Rostspur).
Anaylsebericht einer eingereichten Radi-
um-Probe mit Angabe der genauen Messdaten
und des möglichen Messfehlers. Links oben
handschriftliche Signatur des wohl ausführen-
den Doktors. - Etwas gebräunt, partiell etwas
fleckig, sonst gut.
CHF 4 500 / 5 500
(€ 4 170 / 5 090)
526
Federer, Heinrich, Schriftsteller (1866-1928).
Teilnachlass in ca. 340 Autographen (ca. 65
Postkarten, ca. 150 Briefkarten, ca. 125 Briefe)
an den langjährigen Freund Josef „Josi“ Magg.
Verschiedene Orte, 1900-1928. Deutsche
Handschriften auf Papier. Unterschiedliche For-
mate und Papiersorten. Die Briefe gefaltet (alle
Stücke im Rand gelocht, meist ohne Buchsta-
benverlust).
Bedeutendes Teilstück des Nachlasses, das in
Privatbesitz verblieben war und bisher anschei-
nend unausgewertet ist. Magg (1882-1959) war
einer der engsten Freunde Federers und häufig
dessen Reisegefährte bzw. Begleiter bei Be-
suchen in Theater, Konzerthallen, Museen etc.
Wenige Jahre vor seinem Tode schrieb Magg
im Jahre 1953 seine Erinnerungen an Federer
unter dem Titel „Heinrich Federer und Zürich.
Memoiren der Freundschaft“ nieder (Typoskript
im SLA). Die Freundschaft lässt sich hier nun an-
hand der erhaltenen Schriftstücke aus der Sicht
Federers nachvollziehen. Neben ganz kurzen
Grüssen auf Ansichtskarten (ab 1900) finden
sich eng beschriebene Briefkarten und meist
mehrseitige, in sehr kleiner Schrift geschriebene
Briefe Federers, die bis in sein Todesjahr reichen.
Dabei sind die Texte auch durchaus persönlicher
Natur, im Brief vom 23.10.1902 etwa geht er auf
Autographen
Autographen
525
524
| 113
seine Situation nach dem gegen ihn ergangenen
erstinstanzlichen Urteil wegen Homosexualität
ein und entschuldigt sich für langes Schweigen:
„Es ist meinem freiwillig mir auferlegtem Zwang
zufolge geschehen, dass ich Ihnen nie eine
Zeile schrieb, noch überhaupt irgendwo hin eine
schriftliche Aussprache suchte. Was sollte ich
mich u. meine aufrichtigen Freunde quälen !“ Die
Briefkarten teils als kurze Antworten auf einer
Visitenkarte Maggs, mit dessen vorhergehender
eigenhändiger Mitteilung. Die Freundschaft
zu J. Magg erstreckte sich auch auf dessen
Bruder, den Bildhauer Alfons Magg, der Federer
modelliert hat. - Am Ende dabei eigenhändiger
Brief von E. Korrodi auf Papier der NZZ, datiert
4.5.1928 an Magg mit der Bitte um dessen
Erinnerungen an Federer für die literarische
Beilage am 19. d.M. - Teils etwas gebräunt und
braunfleckig, partiell knitterspruig, insgesamt
gut. - Beigegeben ca. 30 Titel Primär- und Se-
kundärliteratur zu Federer. Mit deutlichen Lese-
und Bearbeitungsspuren.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
527*
Freud, Sigmund, Begründer der Psychoanalyse
(1856-1939). Eigenhändige sechszeilige Nach-
richt auf fremder Visitenkarte. Mit eigenhändig
beschriftetem Original-Umschlag. Ohne Ort
(Wien), 2.1.(19)09. 50 x 103 mm. Umschlag 64 x
109 mm (dezent gebräunt und angestaubt).
Gerichtet an Paul Federn, Assistent an der
Inneren medizinischen Abteilung des Allgemei-
nen Krankenhaus, Wien Wollzeile 28, auf dessen
Visitenkarte die Nachricht verfasst wurde. Kurze
Notiz zu einem 28jährige Patienten („kaum ein
Coitusversuch“) , der zu Dr. Steiner soll. Freud
bittet um entsprechende Zeit für den Patien-
ten. Federn (1871-1950) war einer von Freuds
ersten Schülern. - Insgesamt gut erhalten.
CHF 4 500 / 5 500
(€ 4 170 / 5 090)
526 526
527
| 114
528
Hahnemann, Samuel, Begründer der Homöo-
pathie (1755-1843). Zwei Sammelbände mit
zusammen 155 (von ehemals 156) handschrift-
lichen Briefen bedeutender früher Homöopa-
then bzw. früher Patienten der Homöopathie an
den Pressburger homöopathischen Arzt Josef
von Ottomyr. Ganz überwiegend deutsche
Handschriften auf unterschiedlichen Papieren.
Ca. 400 Bll. Cöthen, Naumburg, Pressburg, Pest,
Laibach, Debrecen u.a., um 1828-1844. 29 x 33
cm. Halbleder d. Z. (bestossen und beschabt,
Gelenke teils angeplatzt).
Die Bände mit Äusserungen von zahlreichen
bekannten frühen Homöopathen bieten
einzigartige Einblicke in die Entwicklung und
europäische Verbreitung der Homöopathie,
das Gros der Stücke dürfte unbekannt und un-
gedruckt sein. Neben eher allgemeinem Inhalt
wie Danksagungen für erhaltene Briefe oder
Hinweisen auf Publikationen finden sich auch
kurze Fallstudien, Hinweise auf Mittel u.a. zur
Therapie. - Der erste Band beinhaltet Briefe von
Kollegen an Ottomyr. Anfangs finden sich alleine
21 eigenhändige, teils mehrseitige Briefe Samu-
el Hahnemanns aus den Jahren 1828-1834, es
folgen fünf (leere) Umschläge von Hahnemanns
Briefen mit seinem Lacksiegel, eine Visitenkarte
Hahnemanns mit mehrzeiliger (eigenhändiger
?) etwas verwischter Einladung von 1834, ein
gedruckter Bittbrief Hahnemanns zur Unter-
stützung der Homöopathischen Heil-Anstalt
Leipzig, datiert 1834, mit seiner eigenhändigen
Unterschrift, ferner ein weiterer eigenhändiger
Hahnemann-Brief, dann ein eigenhändiger Brief
von Stapf mit eigenhändigen kurzen Nach-
bemerkungen von Hahnemann und Kranz. Es
folgen 42 Briefe von Mitgliedern der Familie
Stapf, neben J. Ernst Stapf (1788-1860) auch
Otto Stapf und der Schrift nach mindestens ein
weiteres Mitglied dieser Familie, dann Briefe von
Jul. Schweikert (1807-1876), dem homöo-
pathischen Tierarzt J.J.W. Lux (Begründer der
Isopathie), Constantin Hering (1800-1880)
Gustav W. Gross (1794-1847) u.a. Der zweite
Band enthält überwiegend Briefe von Patienten
mit Danksagungen, Bitten um weitere Termine,
Beschreibung alter oder neuer Symptome mit
Bitten um Angaben von Mitteln u.ä. Gelegent-
lich finden sich aber auch hier wieder Briefe in
kollegialem Austausch, mit kurzen Fallstudien,
Beschreibung von Mitteln, Hinweisen auf eigene
oder fremde Veröffentlichungen und derglei-
chen mehr. Unter den identifizierbaren Kollegen
sind im zweiten Band Georg August Heinrich
Mühlenbein (1764-1845) aus Schöningen bei
Braunschweig; Edmund Arnold Martin (1809-
1875), zeitweise Wien; Stabsarzt Kaspar Amann
vom Regiment „Grossherzog“, Darmstadt und
Joseph Bärtl, Laibach. - Bei Band II fehlt der letz-
te Brief 71 (liegt in Fotokopie dabei). - Die Briefe
jeweils angefalzt, dadurch Buchstaben tektiert,
bei zwei Hahnemann-Briefen wurde die Signatur
ausgeschnitten, sonst soweit erkennbar jeweils
komplett, insgesamt das Schriftbild selten et-
was verwischt, Papierbedingt häufiger gebräunt
und knickspurig, insgesamt gut erhalten.
CHF 24 000 / 30 000
(€ 22 220 / 27 780)
Autographen
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| 116
529
Hahnemann, Samuel, Begründer der Homöo-
pathie (1755-1843). Eigenhändiger, eineinhalb-
seitiger Brief auf Doppelblatt. Von Hahnemann
voll signiert. Mit dem abgestempelten, von
anderer Hand beschrifteten Original-Couvert.
Paris, 17. Dezember 1838. 15,5 x 10 cm. Dop-
pelblatt (gefaltet).
Gerichtet an seinen Düsseldorfer Verleger und
Buchhändler Schaub, der den vierten Band der
„Chronischen Krankheiten“ in zweiter Auflage
herausbringen sollte. Hahnemann entschuldigt
sich „Ich war mehrere Wochen unbass, dass ich
kaum meine vielen Kranken gehörig besorgen,
geschweige an diese literarische Arbeit (das
Mskpt in druckbaren Stand zu setzen) denken
konnte“. Empfiehlt weiter als Autor für den
Verlag einen Dr. Bernstein aus Pesth in Ungarn,
„Er hat an Kraft und Wahrheit seines Gleichen
nicht“. Schliesst mit der Bemerkung, das Mskpt.
sei nun auf die Post gekommen, das Buch
erschien dann auch im selben Jahr bei Schaub.
- Es folgt nach dem Text eine eigenhändige,
unsignierte fünfzeilige Notiz von Hahnemanns
zweiter Ehefrau Melanie in französischer Spra-
che, mit Hinweis auf zu überbringende Grüsse.
- Beigegeben: Eigenhändig von Hahnemann
beschrifteter Biefumschlag aus Cöthen an den
homöopathischen Arzt Stapf in Naumburg.
Verso mit Hahnemanns Lacksiegel, ohne Inhalt.
- Weiter beigegeben: masch. Transkription
des Briefes an Schaub, eine weitere masch.
Kurzfassung des Briefes sowie Briefumschlag
von Dr. Augustus Korndoerfer, Philadelphia,
einem bekannten amerikanischen homöopathi-
schen Arzt, in dem der Brief aufbewahrt worden
war. - Weitere Beigaben wie zwei Broschüren
zu Hahnemann, ein Originalfoto des Leipziger
Denkmals, den Sonderdruck des Artikels über
die Exhumierung Hahnemanns 1898 u.a. -
Gering braunfleckig und knickspurig, insgesamt
gut.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
530
Hahnemann, Samuel, Begründer der Homöo-
pathie (1755-1843). Eigenhändiger, vierseitiger
Brief auf Doppelblatt. Von Hahnemann voll
signiert. Cöthen, 5. August 1830. 22 x 13,5 cm.
Doppelblatt (gefaltet, alle Falze gerissen und
restauriert).
Der Brief war seinerzeit an die Mitglieder der
„Gesellschaft homöopathischer ärzte“ gerichtet
worden, die sich zum 51. Jahrestag der Promo-
tion Hahnemanns am 10. August 1830 in Leip-
zig versammelt hatten. Eingelegt in aufwendige
Präsentationsmappe mit einem beigelegten
gestochenen Portrait Hahnemanns (Blatt-
grösse 16 x 11 cm., Gottschick nach Schoppe.
Aus: Zeitgenossen, Bibliographisches Institut),
weiter mit neunseitiger montierter maschinen-
schriftlicher Transkription des Textes, mit einem
kalligraphisch gestalteten Dedikationsblatt des
Verlegers Ernst Klett mit dessen eigenhändiger
Unterschrift an einen bekannten Schweizer
homöopathischen Arzt (dem diese Mappe im
Dezember 1955 dediziert worden war), sowie
mit vier montierten Briefmarken zum Geden-
ken Hahnemanns. - Der Brief ist ohne Anrede,
Hahnemann teilt darin, manche „aus meiner
Erfahrung gezogenen, heilkünstlerischen
Autographen
529
| 117
Bemerkungen“ mit. Dabei bezieht er sich auf
so diverse Krankheiten bzw. Beschwerden wie
Schwerhörigkeit, Fress-Flechte, Lokal-Schweis-
se, Schmerzen an weniger wichtigen Stellen des
Körpers etc. Er verweist auf Chroniker, denen
„der allopathische Arzt ... grossmütig erlaubt,
zu einem homöopathische Arzt seine letzte
Zuflucht zu nehmen“, bei denen dann aber der
ganze Organismus „noch dazu mannigfach
arznei-krank“ geworden sein. Weiter geht
Hahnemann detaillierter auf die Behandlung der
Psoriasis ein und empfiehlt auch Pflaster aus
„Peche und Lerchen-Terbenthin“ sowie tägliche
Druckmassagen mit Anhauchen. Er schliesst
mit allgemein mahnenden Worten „Schliesslich
wünsche ich, dass jeder Homöopath ... sich
nie durch Beimischung irgend eines allöopa-
thischen Verfahnrens schände“ und Mittel nur
„in decillionfacher potenzirter Verdünnung und
in der kleinsten Gabe“ gebe. - Provenienz: Aus
dem Nachlass von Pierre Schmidt (1894-1987),
einem der bedeutendsten homöopathischen
Ärzte des 20. Jahrhunderts. Sein Nachlass be-
findet sich in Stuttgart im „Institut für Geschich-
te der Medizin“, lt. Bestandsverzeichnis wurde
dieser Hahnemann-Brief aber seinerzeit nicht
mit an das Institut übergeben. - Papier gleich-
mässig dezent gebräunt, unverwischt.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
531
Heifetz, Jascha, Violinist (1901-1987). Eigen-
händige Notenhandschrift auf liniertem Papier.
Acht Takte des Andante aus den „Preludes“
von Gershwin in der Bearbeitung von Heifetz.
Mit 8zeiliger Widmung von Heifetz und voller
Unterschrift. New York, o. Jahr. Ein Blatt. 19,5
x 24 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem
Präsentationsrahmen.
Heifetz schrieb ein eigenes Arrangement der
Preludes, das bis heute aufgeführt wird. - Gering
gebräunt, sonst gut.
CHF 250 / 400
(€ 230 / 370)
532
Hesse, Hermann, Schriftsteller (1877-1962).
Gedichttyposkript mit eigenh. Unterschrift „H.
Hesse“ und Original-Aquarell. Undatiert. Blatt-
grösse 17 × 11,5 cm (Aquarell 4,5 × 5 cm).
Das Gedicht „Wenn auch der Abend kalt und
traurig ist“, versehen mit der Überschrift: „Einst
in einem der Kriegsjahre geschrieben“. - BEI-
GEGEBEN: Ders. Magie des Buches. Betrach-
tungen und Gedichte. Privatdruck, 1956. 4°.
Original-Pappband. - Mit eigenh. Widmung
auf Vorsatz: „Dank und Gruss von HHesse“.
(=Jahresgabe der Höheren Fachschule für das
Graphische Gewerbe Stuttgart). - Wohlerhalten.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
530
530
| 118
533
Hesse, Hermann. Sechzehn Gedichte. Für Frau M(...) V(...) geschrieben und
gemalt. Eigenhändiges Manuskript mit 16 Aquarellen und 6 aquarellierten
Vignetten des Dichters. Ohne Ort, um 1945. 20,5 x 17 cm. 46 Bll. Privates
Halbpergament (Kapitale minimal bestossen).
Originalmanuskript des malenden Dichters, illustriert mit den typischen,
sehr reizvollen Aquarellen Hesses mit Tessiner Ansichten. Hesse schrieb
solche Sammlungen als Geschenk für Freunde und Bewunderer seiner
Werke, manche verkaufte er auch. Die Manuskripte sind allesamt Unikate,
denn die Auswahl der Gedichte und Illustrationen variiert je nach Exem-
plar. Unsere Sammlung ist mit 16 Gedichten ungewöhnlich umfangreich
und einer Buchhändlerin in Winterthur gewidmet. Unter den Titeln der
Gedichte: Vergänglichkeit, Aus der Kindheit her, Süden, Wollblüten, Weg in
die Einsamkeit, Allein, Leb wohl, Frau Welt (1944) u.a. - Auf dem hinteren
Spiegel handschriftliche Notiz von anderer Hand, demnach schenkte die
Empfängerin dieses Exemplar 1950 zu einem 70jährigen Geburtstag weiter.
Da eines der Gedichte auf 1944 datiert ist, dürfte die Entstehungszeit des
Manuskripts innerhalb dieses Zeitraumes liegen und etwa auf die Mitte der
1940er Jahre zu datieren sein. - Vorderer Innenfalz etwas neuer verstärkt,
ansonsten frisches und wohlerhaltenes Exemplar.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
Autographen
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534
Le Corbusier (Charles Edouard Jeanneret), Architekt (1887-1965). 2 eigenhändige und 2 ma-
schinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift an den Architekten Georges Godefroy.
Französische Handschriften auf Papier, eine eigenhändige auf Briefbogen von L‘Esprit Nouveau, die
maschinenschriftlichen auf eigenem Briefpapier mit Briefkopf. 1941-1960.
1. Eigenh. Brief mit Unterschrift. Vichy, 4. August 1941. 8°. 2 S. Gefaltet. - Bedankt sich für einen
erhaltenen Brief von Godefroy und das Foto, das dem Brief beilag. Erwähnt einen jungen Kollegen,
Gerald Hanning, der zwei Jahre bei ihm erfolgreich gearbeitet habe („un brave garcon et plein du
talent“). - 2. Eigenh. Brief mit Unterschrift. Paris, 15. Dezember 1944. 4°. 1 1/2 S. Auf Briefpapier der
Zeitschrift L‘Esprit Nouveau. Gefaltet. Dabei der Original-Briefumschlag. - Dankt für eine erhaltene
Briefkarte und entschuldigt sich für die stark verzögerte Antwort. Verweist kurz auf den Einmarsch
alliierter Truppen nach Deutschland und den beginnenden französischen Wiederaufbau. Freut sich
auf ein Wiedersehen in Paris und die dann einzunehmenden Getränke „un Kirsch d‘Alsace si meme
un Calvados“. - 3. Maschinenschr. Brief mit Unterschrift. Paris, 5. September 1956. 4°. 1/2 S. (kl.
Einriss und Fehlstelle im rechten Seitenrand, ohne Textverlust). - Kurze Notiz als Antwort auf einen
vorhergegangenen Brief. Bezieht sich auf die Auswahl eines jungen Architekten aus einer Gruppe,
die in Marokko tätig werden wolle. - 4. Maschinenschr. Brief mit Unterschrift. Paris, 19. März 1960. 4°.
1/2 S. - Kurzer Begleitbrief zu zwei Kopien von Empfehlungsschreiben an L. Costa und O. Niemeyer
(hier nicht mehr dabei). - Beiliegend 2 gedruckte und illustrierte Doppelkarten (Dankes- bzw. Einla-
dungskarten); zwei masch. Begleitbriefe des Sekretariats von L-C, J. Heilbuth; 22 Blatt Anschreiben
und Materialien der AILC, 1965-73 zu ihrer Tätigkeit, teils mit eigenhändiger Unterschrift des Archi-
tekten Pierre-André Emery (1903-1982). - Georges Godefroy wirkte als Architekt in Marokko und
beeinflusste dort massgeblich den modernen Städtebau. 1950 wurde er zum Leiter der „Inspection
régionale de l‘Urbanisme“ ernannt, die er bis 1966 leitete.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
Autographen
534
534
| 121
535*
Magritte, René, belgischer Maler (1898-1967).
Eigenhändiger ganzseitiger Brief. Voll signiert
„Magritte“. Ohne Ort und Datum. Französische
Handschrift auf Papier. Ein Blatt. 21 x 14 cm.
An einen „cher Bealu“, über den Verkauf
zweier Exemplare seiner Monographie für je
40 Belgische Francs „pour vous“. - Linker Rand
unregelmässig, etwas knick- und knitterspurig,
sonst gut.
CHF 1 800 / 2 500
(€ 1 670 / 2 310)
536*
Mandela, Nelson, süfafrikanischer Freiheits-
kämpfer und Staatsmann (1918-2013). Ganz-
seitiger maschinenschriftlicher Brief an Nadine
Gordimer. Von Mandela voll signiert. Ohne Ort
(Pretoria), 29.11.1997. Englische Maschinen-
schrift auf Papier. Ein Blatt. 30 x 21 cm (gefaltet).
Ausführlicher, bedeutender Brief and die be-
freundete Nobelpreisträgerin. Über sein Buch
„Madiba“ und dessen Co-Autor, über die Be-
deutung junger Menschen für die Zukunft des
Landes, über die Schwierigkeiten des Freiheits-
kampfes und dass ein Teil der Bucherlöse in die
Förderung von Kindern fliessen wird. - Im Rand
partiell etwas vergilbt, sonst gut.
CHF 7 500 / 10 000
(€ 6 940 / 9 260)
537
KONVOLUT - Drei Musiker-Autographen des
19. Jahrhunderts: M. Bruch, E. Lalo, O. Bull. Ei-
genhändige Briefe, jeweils signiert. Ein Blatt bzw.
Doppelblatt. Deutsche, französische und itali-
enische Handschriften auf Papier. Jeweils unter
Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen.
1. Bruch, Max (1838-1920). Harzburg,
27.05.1903. 9x9 cm. Ein Blatt. Dankesbrief an
eine nicht genannte Durchlaucht. - 2. Lalo, Ed.
(1823-1892). O. Ort, 15.10.(18)83. 17,5 x 11,5
cm. An einen ungenannten Empfänger, betreffs
eines Tees bei Lalo. - 3. Bull, O. (1810-1880). Ort
unleserlich, 23.3.1840. Doppelblatt. mit dem
montierten Originalumschlag. An A. Leger in
Oxford. Kurzer Dank für einen erhaltenen Brief,
vertröstet auf später. - Teils etwas gebräunt,
fleckig und knickspurig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
535 536
| 122
538*
Nietzsche, Friedrich, Philosoph (1844-1900). Eigenhändiger, dreiseitiger Brief
mit Unterschrift „Fritz Nietzsche“ an seinen Jugendfreund Wilhelm Pinder in
Naumburg. Mit dem originalen, eigenhändig beschrifteten, gesiegelten Brief-
umschlag. Basel, (4.7.1869). Doppelblatt (20,5 x 13,5 cm). Gefaltet (minimal
gebräunt).
Geburtstagsbrief an den alten Freund, aus Nietzsches erstem Jahr in Basel.
Pinder hatte am 6. Juli Geburtstag. Erinnert an gemeinsam verlebte Momente
und wünscht sich ein baldiges Zusammenzutreffen in Basel „denn ich bin jetzt
für alle meine Freunde der Alpenführer ... (um) sein neues Vaterland mit seinen
Schönheiten würdig zu präsentieren“. Schliesst mit Grüssen an Pinder und seine
Angehörigen „bin ich / dein alter Freund / Fritz Nietzsche Dr / Professor in Basel“.
Der Brief war ursprünglich in Naumburger Familienbesitz, gedruckt wurde er
1938 in der BAB unter Nummer 437 und in der KSB als 3/23. - Der Briefum-
schlag unsauber aufgerissen, etwas angestaubt, sonst gut.
CHF 25 000 / 30 000
(€ 23 150 / 27 780)
Autographen
538
538
| 123
539
Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kompo-
nist (1782-1840). Eigenhändige Unterschrift
auf Billet des King‘s Theatre. London, 11.8.1821.
Englische Handschrift auf Papier. 5,5 x 9,5 cm.
Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrah-
men.
Die ersten drei Zeilen von anderer Hand und alt
durchgestrichen. - Etwas gebräunt, sonst gut.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
540
Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kompo-
nist (1782-1840). Eigenhändiger, fünfzeiliger
Gruss. Von Paganini voll signiert. (London), Pag-
liano Hotel, (Mai 1831 ?) Italienische Handschrift
auf Papier. 12 x 12,5 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in
aufwendigem Präsentationsrahmen.
Mit Bezug auf den Musiker Dragonetti, der im
genannten Gebäude (auch bekannt unter dem
Namen Sablonière) wohnte. Paganini hielt sich
zum genannten Zeitpunkt ebenfalls dort auf. -
Etwas gebräunt, sonst gut.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
541
Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kompo-
nist (1782-1840). Eigenhändige Empfangsquit-
tung über eine Partitur. Von Paganini voll signiert.
Ohne Ort, 22.7.1828. Italienische Handschrift
auf Papier. Ca. 16,5 x 20,5 cm. Gefaltet. Unter
Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen.
Bestätigt den Erhalt der Partitur zur Oper „La
Pietra del Paragone“ und verspricht, sie bis
zum 25.7. zurückzugeben. Darunter und verso
von anderer Hand alte Marginalien. - Etwas
gebräunt, sonst gut.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
540
539
541
| 124
542
Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kom-
ponist (1782-1840). Eigenhändige Noten-
schrift mit Dedikation. Vier Blatt. Von Paganini
voll signiert. Ohne Ort und Jahr. Italienische
Handschrift auf Papier. 22 x 28 cm. Unter Ppt. in
aufwendigem Präsentationsrahmen.
Enthält Noten zu Viola und Begleitstimme
(Gitarre, Violoncello) No. 6, gemeint ist wohl
das Gitarrenkonzert Nr. 6. Die handschriftliche
Widmung galt Camillo Sivori (1815-1894),
dem einzigen Schüler Paganinis, der Sivori
1822/1823 unterrichtete. Eine weitere Margina-
lie von anderer Hand (Bleistift) verweist auf den
Besitz des Manuskriptes in den Jahren vor 1929.
- Etwas gebräunt und fleckig, sonst gut.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
Autographen
542
542
542
| 125
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Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kom-
ponist (1782-1840). Brief von Schreiberhand
an Sir George Smart. Mit eigenhändiger
Unterschrift Paganinis. Ohne Ort, (London ?),
5.7.1831. Französische Handschrift auf Papier.
Ca. 23 x 18 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendi-
gem Präsentationsrahmen.
Smart war Dirigent, der Brief dreht sich um
die geplante Teilnahme Paganinis am ersten
Musikfestival in Dublin, das dann im August und
September 1831 unter Leitung von Smart mit
Paganini stattfand. Paganini bespricht Details zu
Honorar und Auftritten und verspricht, in dieser
Zeit an keinem anderen Ort aufzutreten resp.
Werbung für andere Konzerte zu machen. -
Etwas gebräunt, sonst gut.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
544
Puccini, Giacomo, Komponist (1858-1924).
Eigenhändiger, zweiseitiger Brief in Gedicht-
form an Antonio Bettolacci. Vom Komponisten
monogrammiert, verso adressiert. Ohne Ort,
Sonntag, 5.7.1908. Ein Blatt. Gefaltet. Ca. 25 x
15 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentati-
onsrahmen.
Dankesbrief in poetischer Form für übersandte
Blumen „Tu fior mi mandi ! La casa e piena“. Er
werde nun inmitten von Rosen speisen. - Mini-
mal knitterspurig, verso etwas braunfleckig.
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460)
545*
Segantini, Giovanni, Maler (1858-1899). Eigenh.
Postkarte mit Unterschrift. Savognin, 18. No-
vember 1892. Adresse verso. Gelaufen.
An seinen Freund Alberto Grubicy, Kunsthänd-
ler in Mailand. Bedankt sich für einen Brief und
eine Postkarte Grubicys und schreibt über
eine Ausstellung seiner Bilder in der Londoner
National Gallery. „... Ieri stesso ho scritto a Lond-
ra scusandomi in qualche modo del ritardo e
dandole le misure dei Cavalli, Nirvana e La Sera
che tengo qui. Non ho dato la misura del Ritorno
a Lovile perchè gia esposto a Londra alla Royal
Galleries per conto di Don Deswell. Il Nirvana fu
poi esposto o no a Londra? perche non credo
sarebbe li espostoli se fusse già publicamente
visto a Londra. il ritorno a Lovile andrebbe bene
per Rotterdam come già mi diceste tu.“
CHF 400 / 700
(€ 370 / 650)
544
543
| 126
546*
Vaugondy, Didier Robert de, französischer
Kartograph (1723-1786). Eigenh. Brief mit
Unterschrift „Robert de Vaugondy“. O. O., 8. Mai
1763. 4°. 2/3 S.
An „Messieurs“, denen er seinen neuesten Atlas
anpreist und zugleich einen Konkurrenz-Atlas
kritisiert. „... Je prens la liberté de vous adresser
cet Avertissement d‘un Nouvel Atlas que j‘ai
composé pour l‘étude de la Geographie, et prin-
cipalement pour servir à l‘excellente Methode
de feu M. L‘abée Delacroix.“ - In den Rändern alt
hinterlegt.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
547
Verdi, Giuseppe (Komponist, 1813-1901). Ei-
genhändiger, zweieinhalbseitiger Brief an seinen
Verleger Giulio Ricordi in Mailand. Eigenhändig
signiert G. Verdi. Genova, 10. Dezember (ohne
Jahr, evtl. 1885 oder 1886). Italienische Hand-
schrift auf Papier. 18,5 x 11,5 cm. Doppelblatt.
Gefaltet.
Aus der Zeit der Arbeit an Otello, die er 1884
aufgenommen und 1886 beendet hatte. Er er-
wähnt den Fortgang der Arbeit „le recite d‘Otello
sono finite“ und vergleicht die Qualitäten der
Sänger Giovanni Battista De Negri (1851-1924)
und Francesco Tamagno (1850-1905), die beide
später die Titelpartie sangen, Tamagno in der
Uraufführung: „Tamagno e‘ il primo, ma De Negri
non e‘ il secundo...“. - Dabei Briefumschlag an
Ricordi, wohl von anderer Hand beschriftet, dem
Datumsstempel 1889 nach zu einem anderen
Brief gehörig. - Teils gering verwischt, insge-
samt frisch.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
548
Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901).
Eigenhändiger, zwölfzeiliger Brief an Antonio Va-
pelli. Von Verdi signiert. Rom, 9.3.1859. Ein Blatt.
16 x 14 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem
Präsentationsrahmen.
Kurzer Gruss als Begleitschreiben einer
Sendung von Tabak an den Freund und Anwalt,
da dieser, wie Verdi wisse, auch an „il vizio del
tabaco“ leide. - Etwas gebräunt, sonst gut.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
Autographen
545 547
| 127
549
Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901).
Eigenhändiger, neunzeiliger Brief auf Notenpa-
pier. Von Verdi signiert. Undatiert. Ein Blatt. Ca.
35 x 26 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem
Präsentationsrahmen.
Bittet um Zusendung von 24zeiligem Notenpa-
pier bestimmter Qualität von einem bestimm-
ten Händler aus Paris. - Dezent knickspurig, gut
erhalten.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
550
Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901).
Eigenhändiger, sechzehnzeiliger Brief an De
Ruisy. Von Verdi signiert. Mailand, 12.5.1897. Ein
Blatt. Ca. 20 x 13 cm. Unter Ppt. in aufwendigem
Präsentationsrahmen.
Anfrage wegen eines Pietro Guastavino, der
Verdi ungefragt einen Gedichtband (vermutlich
„Vibrazioni“, 1897) zugesandt hatte. Guastavino
(1858-1909) war u.a. Herausgeber von „Il Caffa-
ro“. - Faltspuren, sonst gut erhalten.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
549 550
| 128
551
Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901). Eigen-
händiger, zweiseitiger Brief an Giovanni Maloberti in
Piacenza. Von Verdi signiert. Mit auf den unbeschrie-
benen Teil montiertem Originalumschlag. Ohne Ort
(Neapel, 1872 ?). Doppelblatt. Ca. 13 x 10 cm. Unter
Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen.
Beschwert sich, dass Maloberti Bilder an die falsche
Adresse geschickt habe, er, Verdi, sei doch schon fast
einen Monat in Neapel. Der Musiker Giovanni Malober-
ti (1799-1880), langjähriger Freund Verdis, wurde nach
seiner aktiven Zeit als Musiker Antiquitätenhändler. -
Etwas knitterspurig und braunfleckig.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
552
Wilson, Woodrow, 28. Präsident der Vereinigten
Staaten (1856-1924). Maschinenschr. Brief mit
eigenh. Unterschrift. Washington, 8. November 1922.
24 × 17,6 cm. 1 S. auf Doppelblatt (Mittelfalte). Mit
adress. und gelaufenen Kuvert (bei diesem Absender
abgetrennt und lose beiliegend, etwas staubfleckig, kl.
Randeinrisse).
Mit gedrucktem Briefkopf 2340 S Street N W in
Washington. An Charles Stucki in New York, dem er
für einen Brief dankt: „It breathes a spirit of patriotism
and elevated principle which is most heartening and
worthy of the best traditions of the United States [...].
I do indeed admire Switzerland and wish for her in all
things the highest and noblest kind of prosperity and
success.“
CHF 300 / 500
(€ 280 / 460) I do indeed admire Switzerland
Autographen
552
551
Abkürzungen Deutsch Englisch Französisch
Abb. Abbildungen illustration(s) illustration(s)
altkol. altkoloriert contemporary colouring colorié à l‘époque
Bd(e). Band, Bände volume(s) tome(s), volume(s)
Bl(l). Blatt, Blätter leaf, leaves; print(s) feuillet(s); épreuve(s)
blattgr. blattgross full size en taille réelle
d. Z. der Zeit contemporary contemporain, de l‘époque
doppelblattgr. doppelblattgross double page à double page
ebd. ebenda ibidem ibidem
eigenh. eigenhändig autograph autographe
EA Erstausgabe first edition édition originale
Expl. Exemplar copy exemplaire
fig. figuralen, figürlichen figurative figuratif, figurative
flieg. fliegender loose volant(e)
Frontisp. Frontispiz frontispiece frontispice
ganzs. ganzseitigen full page à pleine page
GA Gesamtauflage number of copies tirage global
gefalt. gefaltet folded replié
gest. gestochen engraved gravé
goldgepr. goldgeprägt gilt-tooled/ gilt-stamped doré
H- Halb half demi
HLdr. Halb-Leder half calf demi veau
hs. handschriftlich handwritten manuscrit(e)
Illustr. Illustration(en) illustration(s) illustration(s)
Jh. Jahrhundert century siècle
kl. klein small, minor petit(e)
kol. (hand)koloriert (hand-)coloured colorié (à main)
Ldr. Leder calf veau
Ln. Leinen cloth toile
Lwd. Leinwand cloth toile
Lithos Lithographie(n) lithograph(s) lithographie(s)
lithogr. lithographiert lithographic lithographique
marmor. marmoriert marbled marbré
mont. montiert mounted montée
Ms. Manuskript manuscript manuscrit
num. numeriert numbered numérote, justifié à
O- Original original originale
ob. oben, oberen up, upper en haut
OKalbsleder Original-Kalbsleder original calf leather veau originale
Pgt. Pergament parchment, vellum vélin
Pp. Pappband boards cartonnage
Rad. Radierung(en) etching(s) eau-forte, eaux-fortes
Rückensch. Rückenschild spine label étiquette
RTitel Rückentitel spine title pièce de titre
S. Seite, Seiten page(s) page(s)
sign. signiert signed signé
Sp. Spalte, Spalten column(s) colonne(s)
teils teilweise partially en partie
unt. unten, unteren bottom en bas
V- Vorder- front avant
Verg. Vergoldung gilt stamped dorure (à chaud)
VGelenk Vordergelenk front joint charnière avant
Vign. Vignette(n) vignette(s) vignette(s)
w. Bl. Weiss blank blanc
Wz. Wasserzeichen watermark filigrane
zus. zusammen together ensemble
Register
Adrichem, Ch. 233
Aesop 285
Alberto de Castello 286
Albuquerque, A. de 220
Amiot, J. M. 221
Andreae, J. G. R. 102
André-Michaux, F. 239
Antonio (Bettini) da
Siena
306
Apian, P. 290 ‒ 291
Aristoteles 289
Arnoldi, H. 307
Astesanus de Ast 308
Augustinus, A. 309
Avicenna 292
Baeck, E. 231
Balbi, G. 336
Bartolocci, G. 204
Bayle, P. 140
Bazaine, J. 157
Beatus von Liébana 202
Berlepsch, E. v. 133
Bernard, C. 263
Biel, G. 310
Bill, M. 158 ‒ 159
Bodenschatz, J. C. G. 205
Bory de Saint-Vincent,
J. B.
240
Bourquin, Th. 155 ‒ 156
Bräcker, U. 136
Brant, S. 296
Braque, G. 160
Bruch, M. 537
Bruckner, D. 103
Buffet, B. 161
Bull, O. 537
Burckhardt, J. L. 217, 230
Cervantes Saavedra,
M. de
137
Chagall, M. 162 ‒ 163
Char, R. 160
Charignon, A. J. H. 224
Chillida, E. 164
Churchill, W. 524
Colette, S. C. 166
Columna, G. de 311
Cooper, J. F. 187
Crescenzi, P. de 297
Curie, M. 525
Cuvier, G. 272
Damaze le Raymond 234
Dante Alighieri 156
Dapper, O. 218
Darwin, Ch. 242 ‒ 253
Delahaye, A. 157
Delange, C. 214
Diderot 141
Dietrich, V. 298
Disney, W. 198 ‒ 201
Dodoens, R. 241
Dunoyer de Segonzac,
A.
167
Egli, J. 116
Endter, J. A. 138
Erni, H. 168
Ernst, M. 169
Escher, A. von 129
Estienne, H. 300
Estienne, R. 301
Federer, H. 526
Ferron, A. le 118
Franziskus von Assisi 312
Freud, S. 527
Froissart, J. 211
Frölich, H. 114
Furttenbach, J. 271
Füssli, J. C. 105
Gagarine, G. 236
Galatino, P. 335
Geiler von Kaisersberg,
J.
296, 304
Gichtel, J. G. 208
Giger, H. R. 170
Gindrat, Y. 155
Giono, J. 161
Giovio, P. 305
Golius, J. 142
Gorki, M. 188
Graber J. G. 208
Gray, C. 215
Guler von Weineck, J. 107
Gütle, J. C. 254
Haeckel, E. 279 ‒ 280
Hahnemann, S. 528 ‒ 530
Happel, E. W. 120
Heidegger, M. 164
Heifetz, J. 531
Heisenberg, W. 169
Henning, V. B. 256
Herschel, J. F. W. 237
Hesse, H. 171 ‒ 174
532 ‒ 533
Hoet, G. 294
Hohberg, W. H. 255
Homann, J. B. 229
Homer 287
Huber, C. 108
Imbonato, C. G. 204
Johannes de Cuba 314
Johannes von Jandun 321
Johnson, A. J. 225
Josephus, Fl. 315
Juvenalis, D. J. 316
Kaempfer, E. 223
Kircher, A. 222
Klimt, G. 176
La Fontaine, J. de 139
La Harpe, J. F. 226
Laboureur, J. E. 177
Lacépède, B. G. E. 272
Lalo, E. 537
Lamarck, J.-B. de 273
Languet, H. 121
Larbaud, V. 177
Lasaulx, A. v. 232
Le Corbusier 534
Leonardus de Utino 323
Lesson, R.-P. 281 ‒ 282
Leupold, J. 257 ‒ 258
Levison, G. 264
Locher, J. E. 109
Longus 144, 162
Lorrain, C. 212
Lupus de Olmeto 317
Lupus, J. 324
Macke, A. 194
Magaud d‘Aubusson, L. 283
Magritte, R. 535
Malraux, A. 178
Malthus, T. R. 131
Mandela, N. 536
Mann, Th. 179
Matisse, H. 180 ‒ 181
Maupertuis, P.-L. M. de 238
Maximilian I. 318
Merian, M. 110, 151
Meyer von Knonau, L. 145
Meyer, C. 152
Meyer, R. 152
Monner, B. 332
Montanus, A. 218
Montenay, G. de 299
Moreri, L. 143
Morogues, S. 266
Morus, Th. 337
Muralt, J. 265
Naumann, J. A. 284
Necker, J. 130
Nietzsche, F. 146, 538
Nieuil, M. de 267
Ovidius Naso, P. 319
Ozanne, N. M. 268
Paganini, N. 539 ‒ 543
Paulus Aegineta 325
Peignot, Ch. 196
Pescheck, C. 259
Petrarca, Fr. 326
Picasso, P. 182
Pico della Mirandola,
G. F.
327
Piene, O. 194
Pius II. 328
Pons, J.-S. 213
Proust, M. 183
Puccini, G. 544
Pyne, W. H. 215
Racinet, A. C. A. 209
Réaumur, R. A. F. 277
Reisch, G. 333
Rembrandt 216
Renau d‘Elicagaray, B. 269
Restif de la Bretonne,
N.-E.
147
Ridinger, J. E. 274
Riese, A. 260
Rigel, F. X. 123
Rouault, G. 185 ‒ 186
Rouillé, G. 329
Roux, J. 227
Ruchat, A. 112
Rudolff, C. 261
Rulhière, Cl. 132
Rüxner, G. 334
Saint-Hilaire, G. 275
Sartorius von Walters-
hausen, W.
232
Saueracker, H. W. 128
Saussure, H.-B. de 101
Schaper, C. 124
Scharnhorst, G. J. D. v. 125
Schinz, H. R. 276
Schliemann, H. 210
Schutz, S. v. 153
Segantini, G. 545
Shakespeare, W. 149
Simson, R. 262
Slevogt, M. 187
Stackelberg, E, 236
Sterne, L. 150
Stumpf, J. 113
Süssmilch, J. P. 270
Tasso, T. 134
Thomson, J. 135
Thomson, W. 279
Til, S. von 207
Tocqueville, A. de 219
Turrecremata, J. 320
Van Elsen, Th. 188
Vaugondy, D. R. de 228, 546
Velly, P.-F. 119
Verdi, G. 547 ‒ 551
Vergilius Maro, P. 167
Verneuil, M. P. 175
Vitruvius P., M. 288
Vogt, H. J. 126
Walser, R. 184, 190 ‒ 193
Waser, A. 148
Wilson, W. 552
Wolf, H. 303
Wood, W. 278
Zeiller, M. 110
Ziegler, Ch. M. von 154
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Auktionen: 21. September bis 5./6. Oktober 2021
Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Kontakt · Anahi Cardona · Tel. +41 44 445 63 21 · cardona@kollerauktionen.ch
Gemälde, Zeichnungen  Grafik Alter Meister  des 19. Jhs.
Bücher  Autographen, Schmuck, Möbel, Uhren, Varia, Porzellan
BEDINGUNGEN FÜR KLASSISCHE AUKTIONEN
Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von
Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti-
onssaal versteigert werden.
Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht
sich der Bieter den nachstehenden Auktions-
bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG,
Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz
(„Koller“):
1. Rechtsstellung der Parteien
Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im
Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu
versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei-
gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf
fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell-
vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32
Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts
(„OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im
Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem
höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“),
wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein
verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer
und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird
dadurch nicht Partei des Kaufvertrages.
2. Aufgeld
2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer
auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich-
ten, das wie folgt berechnet wird:
i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25%
ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis
CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000
und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis
zur Höhe des Zuschlags
iii. 
bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf
die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000
und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000
bis zur Höhe des Zuschlags.
2.2 Falls der Käufer während einer online über-
tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im
Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine
fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird
ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags
verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen
einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin-
gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite
publiziert sind. Diese können von den hier pub-
lizieren abweichen.
2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei-
zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich-
ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes
beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes
einzelne Objekt. 
2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be-
zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr-
wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten
wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus
Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig
abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er-
halten die MWST rückvergütet. 
2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden,
dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine
Kommission erhält.
3. Garantie
3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol-
gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers
rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und
Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das
Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt
vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung
von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter,
Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht
geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte
Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei-
bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher
Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand
denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa-
talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand
wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als
gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder
an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände-
rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden. 
3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender
Bestimmung findet nach Ermessen von Koller
nicht statt, falls:
i. 
die Beschreibung des Objekts im Auktions-
katalog im Einklang mit der Meinung einer
Fachperson oder mit der herrschenden Mei-
nung von Fachpersonen stand oder die Be-
schreibung im Auktionskatalog andeutete,
dass hierüber Meinungsverschiedenheiten
bestanden, 
ii. 
die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach
dem Stand der Forschung und mit den allge-
mein anerkannten und üblichen Methoden
noch nicht oder nur mit unverhältnismässi-
gem Aufwand als solche erkennbar war,
iii. 
die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein-
schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder 
iv. 
es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde,
Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han-
delt, das gemäss den Angaben im Auktions-
katalog vor 1880 entstanden sein müsste.
3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin
des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag
des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2)
Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen.
Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt
und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die
Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus,
dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach
Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe-
nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge-
fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es
ihm übergeben wurde, und unbelastet von An-
sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den
Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob-
jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom
Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten
Gutachten von zwei unabhängigen und in dem
Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch
nicht an solche Gutachten gebunden und behält
sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf
eigene Kosten einzuholen.
3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel-
tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss
vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von
Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich-
ten.
3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als
Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer
3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des
von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel-
des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere
Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem
Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss
Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen.
4. Haftungsausschluss
4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu-
stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick
des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob-
jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren.
Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in
neuwertigem Zustand.
4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata-
log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa-
tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands-
berichte von Koller die vor der Auktion angefordert
werden können, geben lediglich ein allgemeines
Bild und eine unverbindliche Einschätzung von
Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er-
folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch
kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung
übernehmen. Während der Ausstellung besteht
die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen.
Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das
ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen,
und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän-
giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die
Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog-
beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei-
bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs
(inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache
ausschliesslich massgebend. Koller behält sich
das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder
Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf
diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit
solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht
werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut-
achten stellen genauso wenig wie von Koller vor-
genommene Objektbeschreibungen oder sonsti-
ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen
über dessen Wert) explizite oder stillschweigende
Zusicherungendar.
4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird
jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg-
bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers
gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse
eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol-
ler gegenüber dem Käufer.
5. Teilnahme an der Auktion
5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter
steht jedermann offen. Koller behält sich aber
das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder
Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich-
keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an
ihren Auktionen zu untersagen. 
5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt
sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion
mittels des dafür vorgesehenen Formulars re-
gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re-
gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas-
ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen.
Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller
berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss
Angaben auf dem Registrierungsformular bis
zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich
Spesen des Kartenanbieters zu belasten. 
5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen
Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen
Bank verlangen. 
5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz-
werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom
Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von
20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver-
langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti-
on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer
verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum-
gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
6. Versteigerung
6.1 Koller kann ein Objekt unterhalb des mit dem
Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises
zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots
anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver-
bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot
gebunden, bis dieses entweder überboten oder
von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden
sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen
entscheidet die Auktionsleitung. 
6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be-
sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein
Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an
einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4
nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige-
rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen
oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die
Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte. 
6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern
des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser-
halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas-
sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor-
liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt
vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe-
halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen
anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn
die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv,
nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft. 
6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen-
ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen
können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der
Steigerung schriftlich entgegengenommen. 
6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten,
wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti-
onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf
Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann
nicht telefonisch geboten werden und Interes-
senten werden um Abgabe eines schriftlichen
Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk-
tionssaal gebeten. 
6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei-
ner Live-Auktion abgeben möchten, können an
der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller
aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk-
tion zugelassen worden sind. Koller behält sich
das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei-
teres abzulehnen. 
6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück-
sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück-
sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie-
tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche
Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und
Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5.
7. Eigentumsübergang
Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt
geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis
und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in
Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die-
se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu-
geordnet hat.
8. Abholung der ersteigerten Objekte
8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom
Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss
der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei-
gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des
Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist
mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit
es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung
ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll-
ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des
Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses
Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller.
8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol-
ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder
Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob-
jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor-
sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur
Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST.
Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr
und es ist Sache des Käufers, für eine angemes-
sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu
sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf-
tung übernommen werden. Werden die erstei-
gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt,
lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge-
fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder
in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz
von CHF 10 pro Objekt ein. 
8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich
entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer.
Ohne anders lautende schriftliche Abmachung
werden die zugeschlagenen Objekte für den
Transport durch Koller auf Kosten des Käufers
versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche
Objekte werden von Koller nicht versandt.
9. Bezahlung der ersteigerten Objekte
9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für
ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach
Abschluss der Auktion in Schweizer Franken
zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind
nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von
Koller möglich und unterliegen einer Bearbei-
tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer
zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag
erhoben wird.
9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent-
gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf
jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller
oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und
allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit
eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer
im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe-
trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls
der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7
TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist
Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer
berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag
der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen
Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine
Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben,
dieebenfallsderKreditkartebelastetwird.
9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung
nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem
namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin
Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii)
ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers
verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten
oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver-
langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech-
tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min-
destverkaufspreises entweder freihändig oder
anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den
Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers
zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng-
lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis
wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer
haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der
Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste-
henden Schaden. 
9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde-
tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz
befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht.
Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten
Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder
berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver-
wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei-
bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen.
10. Vertretung
Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil-
ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange-
nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso-
nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder
als Organ einer juristischen Person bieten, kann
der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt
werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem
Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die
ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten.
11. Verschiedene Bestimmungen
11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines
Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede
Haftung des anwesenden Beamten, der Ge-
meinde oder des Staates für Handlungen von
Koller ist ausgeschlossen. 
11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne
oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB
an einen Dritten zu übertragen oder durch einen
Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der
Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten
aus diesen AGB Dritten zu übertragen.
11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien
und Abbildungen von verkauften Objekten in den
eigenen Publikationen und in den Medien zu ver-
öffentlichen und damit Werbung zu betreiben. 
11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be-
standteil jedes einzelnen an der Auktion ge-
schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind
nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller
verbindlich. 
11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser
AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un-
wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder
Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder
Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un-
gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen
werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und
Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen
Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt-
schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt
bei eventuellen Lücken der Regelung.
11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen
daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus-
schluss von allfälligen Verweisungen des Bun-
desgesetztes über das Internationale Privat-
recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener
Kaufrechts (UN-Kaufrechts). 
11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter
Einschluss der Geltendmachung von Verrech-
nungen und Gegenforderungen), welche aus oder
im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess-
lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung
oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich
die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol-
ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem
sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen.
Zürich, 1. Juli 2018
Koller
Auktionen
AG,
Hardturmstrasse
102,
8031
Zürich,
Schweiz.
Tel 
+41 44 445 63 63, Fax 
+41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch 
Auktions-Aufträge
/
Ordres
d’achats
/
Absentee
Bid
Form
Date
Signature
Auktion
Vente/Sale
Lot.
no.
Gegenstand
/
Déscription
Gebot
/
Ordre
CHF
Maximum
bid
(CHF)
Bitte
beachten
Sie,
dass
wir
für
Objekte
unter
CHF
500.–
keine
Telefon-Gebote
annehmen
können.
Veuillez
prendre
note
que
nous
ne
pouvons
pas
accepter
d’ordres
d’achat
téléphoniques
pour
des
lots
au-dessous
de
CHF
500.–
Please
note
that
we
cannot
accept
telephone
bids
for
objects
below
CHF
500.–
Der
Bieter
willigt
hiermit
in
die
Bearbeitung
seiner
Personendaten
durch
Koller
gemäss
Datenschutzerklärung
(siehe
Homepage)
ein.
L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet).
The
bidder
hereby
agrees
to
the
processing
of
his
personal
data
by
Koller
in
accordance
with
the
Privacy
Notice
(see
website).
Anwendbar
sind
die
Auktionsbedingungen,
die
im
Katalog
und
auf
unserer
Homepage
publiziert
sind.
Gerichtsstand
ist
Zürich
1.
Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1.
I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction.
Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten.
Je
voudrais
recevoir
tous
les
documents
/
factures
de
Koller
exclusivement
par
voie
électronique.
I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless).
Name
/
Nom
Adresse
/
Address
Ort,
Land
/
Ville,
Pays
/
City
State,
Country
Tel.
E-Mail
INTERNATIONAL
AUCTIONS
|
SWISS
MADE
Ja
/
Oui
/
Yes
Nein
/
Non
/
No
x
Koller
Auktionen
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Lot 176
Lot 196
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Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch

Koller Bücher 29 September 2021

  • 1.
    Auktion: 29. September2021 BÜCHER, BUCHMALEREI & AUTOGRAPHEN
  • 2.
  • 3.
  • 4.
    AUKTION IBID 122 Bietenab 21.09 bis 5./6.10.2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr Gemälde,ZeichnungenGrafikAlterMeisterdes19.Jhs. BücherAutographen,Schmuck,Möbel,Uhren,Varia,Porzellan IBID ALTEGRAFIKZEICHNUNGEN Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 IBID BÜCHER AUTOGRAPHEN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBIDMÖBELUHREN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBIDVARIASKULPTUREN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBID PORZELLAN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBID SCHMUCK Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER DES 19. JHS. Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 AUKTIONSPROGRAMM AUKTIONEN SEPTEMBER 2021 (A198 IBID 122)
  • 5.
    TEPPICHE Donnerstag,30.September2021,9.30 Uhr Lot 1501– 1583 SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN Donnerstag,30.September2021,11.00 Uhr Lot 1301 – 1368 MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN Donnerstag,30.September2021,13.00 Uhr Lot 1001 – 1248 ANTIKE WAFFEN Donnerstag,30.September2021,17.00 Uhr Lot 1401 – 1498 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch Auktion: 30. September 2021 DECORATIVE ARTS MÖBEL, UHREN, SILBER, PORZELLAN, TEPPICHE ANTIKE WAFFEN, SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN DECORATIVE ARTS A198 SEPTEMBER 2021 BÜCHER AUTOGRAPHEN Mittwoch, 29. September 2021, 14.00 Uhr Lot 101 – 363 501 – 527 SEPTEMBER 2021 Auktion: 29. September 2021 BÜCHER, BUCHMALEREI AUTOGRAPHEN BÜCHER, BUCHMALEREI AUTOGRAPHEN A198 ALTE GRAFIK Freitag, 1. Oktober 2021, 10.30 Uhr Lot 3601 – 3636 ZEICHNUNGEN Freitag, 1. Oktober 2021, 11.00 Uhr Lot 3401 – 3488 GEMÄLDE ALTER MEISTER Freitag, 1. Oktober 2021, 14.00 Uhr Lot 3001 – 3072 GEMÄLDE DES 19. JH. Freitag, 1. Oktober 2021, 16.00 Uhr Lot 3201 – 3253 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A198 OKTOBER 2021 GEMÄLDE ALTER MEISTER UND DES 19. JH., ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Auktion: 1. Oktober 2021 GEMÄLDE ALTER MEISTER DES 19. JH. ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
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    Koller Auktionen istPartner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen. EURO-Schätzungen Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.08 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung. Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken. Bücher   S. 1 Buchmalerei, Autographen Manuskripte   S. 101 Abkürzungen    S. 129 Register   S. 130 Adressen    S. 132 Auktionsbedingungen    S. 134 Auktions-Auftrag   S. 136 AUKTIONEN Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz
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    Helvetica 101 – 117 Geschichte Kulturgeschichte 118 – 132 Literatur des 17. – 19. Jahrhunderts 133 – 154 Moderne Literatur 155 – 197 Varia 198 – 209 Kunst Kunstgewerbe 210 – 216 Topographie Reisen 217 – 236 Technik Naturwissenschaften 237 – 284 Alte Drucke Bibeln 285 – 337 Bücher AUKTION Mittwoch, 29. September 2021, 14 Uhr VORBESICHTIGUNG Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr English descriptions upon request. Zusätzliche Abbildungen: www.kollerauktionen.ch Dr. Andreas Terwey Head of Department Tel. +41 44 445 63 44 terwey@kollerauktionen.ch Gabriel Müller, M.A. Tel. +41 44 445 63 40 books@kollerauktionen.ch
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    | 2 Helvetica Bücher |Helvetica 101 ALPEN UND ALPINISMUS - Saussure, Hora- ce-Benedict de. Reisen durch die Alpen, nebst einem Versuche über die Naturgeschichte der Gegenden von Genf. Aus dem Französischen übers. und mit Anmerkungen bereichert [von J. S. Wyttenbach]. 4 Bände. Mit gest. Titelvignette, 2 gefalt. Kupferstichkarten und 14 (13 gefalt.) Kupfertafeln. Leipzig, Junius, 1781-1788. 8°. Ganzleder der Zeit mit 2 Rückenschildern und Rückenvergoldung (Rücken etwas aufgehellt, Ecken leicht berieben und bestossen). PMM 247 c - Poggendorff II, 755 - Wäber I, 39 - Zittel 82 - Beringer 44 - Lehner 296 - Fromm 23656 - Lonchamp 2615 - DSB XII, 121. - Erste deutsche Ausgabe. - Enthält grösstenteils geo- logische Beobachtungen zur Gletscherbildung, Untersuchungen zum Wasser des Genfer Sees und von Gesteinsbildungen. - Horace Benedict de Saussure (1740-1799) gilt als einer der Be- gründer des Fachgebietes der Geologie und Mi- neralogie der Gebirge. Er bestieg als zweiter den Montblanc, stellte dessen Höhe fest und leitete damit die alpine Touristik ein. Seine Bedeutung für die Geologie liegt in der geologisch-physi- kalischen Betrachtungsweise und im Einsatz der von ihm entwickelten Messinstrumente (z. B. Haarhygrometer zur Feuchtigkeitsbestim- mung). Die von ihm durchgeführten Experi- mente machen ihn zum ersten experimentellen Forscher auf dem Gebiet der Petrologie. Das Hauptfeld seiner wissenschaftlichen Tätigkeit liegt in der Umgebung des Montblanc und in den Walliser Alpen. - Er hat aber auch „die Schönhei- ten der Hochalpen voll erfasst und aufgezeigt, und so ist denn der landschaftlich beschrei- bende Teil seines Werkes im alpinen Schrifttum einzig auf lange Zeit hinaus“ (Lehner). - Schwach gebräunt, Vorsätze etwas leimschattig. - Auf fliegendem Vorsatz alte handschriftliche Besitz- vermerke (unleserlich). CHF 1 800 / 2 500 (€ 1 670 / 2 310) 102 Andreae, J. G. R. Briefe aus der Schweiz. Mit gest. Titelvignette (Schweizer Karte), 10 Textvignetten und 18 teils mehrfach gefalt. Kup- fertafeln von Schellenberg, Holzhalb und Pfen- ninger. Zweiter Abdruck. Zürich und Winterthur, J. C. Füessli Sohn, 1776. 4°. XXII, 245 (recte 345) S., [1] Bl. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rücken- schild und floraler Rückenvergoldung (VGelenk mit stärkerem Einriss am oberen Kapital, Kanten etwas bestossen, Deckel fleckig). Barth 17539 - Lonchamp 118 - Thanner 609f. - Holzmann/B. 7570. - Zweiter Druck, der erste mit den Anmerkungen Wyttenbachs und den Illustrationen von Schellenberg. Der Hanno- veraner Apotheker Johann Gerhard Reinhard Andreä besuchte auf einer Schweizer Reise den Naturforscher Johannes Gessner, einen Nachkommen des berühmten Conrad Gessner. Der Stich von Holzhalb nach J.C. Vogler zeigt die Rheinbrücke bei Schaffhausen. - Auf schönem Velin, eine Lage etwas gebräunt. - Feuchtfleck in der oberen Ecke, bei wenigen Tafeln bis knapp in die Darstellung reichend; anfangs leicht stock- bzw. fingerfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 103 BASEL - Bruckner, Daniel. Versuch einer Be- schreibung historischer und natürlicher Merk- würdigkeiten der Landschaft Basel. 23 Stücke in 7 Bänden. Mit 6 grenz- oder teilkolor. gefalt. Kupferkarten, 53 (statt 54, davon 47 gefalt.) gest. Ansichten, 50 (statt 52, davon 49 gefalt. und 1 kolor.) Kupfertafeln sowie zahlr. Titel- und Textholzschnitten (teils in Wiederholung) von J.-A. Chovin, J. R. Holzhalb, I. R. Metzger, nach E. Buchel u.a. Basel, E. Thurneysen, 1749-1770. 8°. Spätere Halblederbände mit je 2 Rücken- schildern und unter Verwendung alter Decken mit goldgepr. Wappensupralibros und Motto des Hosenbandordens. Barth 19683 - Lonchamp 465 - Haller I, 841 - Feller/Bonjour 481f. - Wäber 112 - Studer, Geschichte der physischen Geographie der Schweiz, 1863, S. 343: „Die wichtigste Arbeit über specielle Topographie aus dieser Zeit“. - Die beiden ersten Stücke in zweiter (1764 bzw. 1770), die übrigen in erster Ausgabe. - Kom- plette Folge dieser bedeutendsten Regio- nalgeschichte der Schweiz mit ausführlicher Beschreibung von Topographie, Ortsgeschich- te, Genealogie, Archäologie, Botanik, Zoologie u. Mineralogie der Basler Region. Dank des Basler Juristen Daniel Bruckner, einem Kenner der einheimischen Quellenbestände, entstand „das Muster einer Heimatkunde auf wissen- schaftlicher Grundlage“ (F./B.). Ergänzung fand seine Arbeit in den Beiträgen des Ratsmitglieds Friedrich Zwinger u. des Kaufmanns Johann Jakob Bavier, welche die Beschreibung der Bota- nik, Zoologie bzw. der Petrefakten übernahmen. - Die Veduten aus der Region Basel, die gest. Tafeln mit Darstellungen von Petrefakten, Fos- silien, Burgen und archäolgischen Fundstücken. - Sehr gutes und sauberes Exemplar. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 102 101
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    | 3 104 BASEL -Kirchenordnung - Ordnung so ain Ersame Statt Basel den ersten tag Apprilis in irer Statt und Landtschafft fürohin zehalten erkannt. Mit gr. Wappenholzschnitt auf Titel. [Augsburg, Philipp Ulhart d.Ä.], 1529. Kl.-4°. [20] Bll. (d.l.w.) Moderner Halbpergamentband unter Verwen- dung eines alten Druckes in Rot und Schwarz für die Deckelbezüge. VD16 B 632 - Kuczynski 2081 - Schottenloher, Ulhart, 188 - vgl. Hieronymus, Oberrheinische Buchillustration 2, 444. - Am 1. April 1529 verkündete der Rat der Stadt Basel durch seinen Bürgermeister Adelberg Meyer zum Pfeil diese reformierte Kirchenordnung, die aber auch öffentlich rechtliche Vorgänge regelte. Sie war in Kooperation mit Johann Oecolampad, dem Haupt der Basler Kirche entstanden und mar- kiert die endgültige Einführung der Reformation in dieser Stadt. - Titel im Bug sauber restauriert, alte Signatur auf Titel, erste Blatt etwas fleckig in den Rändern. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 105 Füssli, Johann Caspar. Geschichte und Ab- bildung der besten Mahler in der Schweitz. 2 Bände. Mit 2 gest. Frontisp., 37 gest. Portraits, 10 (3 gefalt.) Tafeln und 55 Vignetten von Johann Rudolf Füssli. Zürich, David Gessner, 1755-1757. 8°. [13] Bll., 160; 250 (recte: 246) S. Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückenschil- dern und linearer Rückenvergoldung. Barth 26574 - Lonchamp 1128 (nennt fälschli- cherweise 47 Portraits). - Erste Ausgabe. - Pag. springt in Bd. 2 von S. 64 auf 69. Ohne Taf. 7. Es fehlen wohl 7 Bl. (Vorrede zu Tl 2). - Im zweiten Band bringt das Werk eine ausführliche Be- schreibung des vom Zürcher Johann Balthasar Keller (1638-1702) geleiteten Gusses der Reit- erstatue Louis XIV., der seinerzeit als technische Meisterleistung galt, in französischer Sprache und durch 10 Kupfer illustriert. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 106 GOLDENER BUND - Der Alten, Löblichen, Mannlichen Eydgenossen oder Helvetier, bes- tendige Vereinigung, und Pündnussen, welche sich mit leib, guet und bluet, zusammen ver- schrieben, unnd verbunden, mit und bey einan- der im alten Catholischen Römischen Glauben, zu leben und sterben, geschehen zu Lucern den 4. Octob. 1586. Mit gr. Titelholzschnitt von Al- exander Mair (im Text wiederholt) . München, A. Berg, 1588. Kl.-4°. [36] Bll. Moderner Pappband. VD16 S 4803 - Barth 1783a - Haller V, 596. - Eine von vier Ausgaben im gleichen Jahr. - Der 1586 begründete und bis 1798 bestehende Goldene Bund war der separate Zusammen- schluss der katholischen Orte der Eidgenos- senschaft (Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug, Luzern sowie Freiburg und Solothurn) unter den Bedingungen des konfessionellen Dauerkon- flikts innerhalb der Schweiz der Frühen Neuzeit. - Titelei im Bug verstärkt. Durchgehende, anfangs stärkere Feuchtflecke, ansonsten nur gering gebräunt. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 103 104
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    | 4 Bücher |Helvetica 107* GRAUBÜNDEN - Guler von Weineck, Johann. Raetia: Das ist, Aussführliche und wahrhaffte Beschreibung Der dreyen Loblichen Grawen Bündten un[d] anderer Retischen völcker. Mit breiter figürlicher Titelbordüre, 5 (1 mehrfach gefalt.) doppelblattgr. Kupferstichkarten, 5 doppelblattgr. Stammtafeln und zahlr. Text- holzschnitten sowie Druckermarke am Schluss. [Zürich, Johann Rudolf Wolff, 1616]. Folio. [4] (st. 7), 225 Bll., [1] w., [7] (st. 14) Bll. Pergament im Stil der Zeit mit hs. Rückentitel (VDeckel etwas verzogen, leicht fleckig, Rücken etwas gebräunt, schwach bestossen). VD17 3:004397C - Barth 20316 - Lonchamp 1353 - Wäber 327 - Haller IV, 814 - Feller/ Bonjour 387. - Erste Ausgabe. - Es fehlt die Dedicatio, das gest. Portrait Gulers, die Ge- samtkarte der Schweiz, der Wappenkupfer und 7 Blatt Register. - Die erste deutschsprachige Chronik Graubündens. Der Autor Johann Guler von Weineck (1562-1637) entstammte einem vornehmen Davoser Geschlecht, studierte in Chur, Zürich und Basel und wurde mit kaum 20 Jahren Landschreiber des Zehngerichtenbun- des. Seine Weltläufigkeit äusserte sich in seinem aussenpolitischen Interesse für Venezianer und Franzosen, was auch in der Widmung seiner „Rätia“ an Ludwig XIII. zum Ausdruck kommt. Die historisch-topographische Schilderung Graubündens stellt zugleich das bedeutendste Druckwerk der Offizin Wolf, der Nachfolgerin Froschauers, dar. Besonders eindrucksvoll auch die doppelblattgrossen Karten des Zolliker Pfarrers und Mathematikers M. Hirzgartner (vgl. Blumer 85). - Die schöne Titelbordüre oben und unten mit 2 kleinen Ansichten von Augsburg und Chur. - Etwas gebräunt und stockfleckig, leicht feuchtrandig, stellenweise tintenfleckig, letzte Blatt mit Fehlstellen und Ausrissen (Textverlust), letztes Blatt auf Japan aufgezogen. - Prove- nienz: hs. Besitzvermerk auf gest. Titel von Hieronymus Dietegen v. Salis-Seewis (1632- 1705), Exlibris des Schweizer Architekten Fritz Stehlin (1861–1923), einige hs. Besitzvermerke von alter Hand auf Vorsatz und gest. Titel. CHF 400 / 700 (€ 370 / 650) 108* - Huber, C[aspar]. Album von St. Moritz in Ober- engadin Ct. Graubünden. Mit gest. kolor. Titel u. kolor. Vignette, 12 kolorierten und montierten Aquatinta-Tafeln und 4 kolor. Vignetten (davon 3 auf 1 Tafel) sowie 1 lithogr. Übersichts-Karte. Zürich, H. Füessli Comp., um 1860. Quer-Folio. 16 S. Roter Original-Leinenband mit goldgepr. Deckeltitel und Bordüren (sauber restauriert, Deckel leicht fleckig). Barth 20542 - Weber, 207, 204. - Mit den sehr schön kolorierten Ansichten von St. Moritz (3), Morteratsch-Gletscher, Pontresina, Samaden (2), Sils, Bernina-Pass etc. - Der Textteil mit separatem Titelblatt und Druckvermerk David Bürkli, Zürich. - Vorsätze erneuert, 1 Träger- karton etwas fleckig, ebenso das Blatt mit den 3 Vignetten. Die Karte mit hinterlegtem Randeinriss. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 109 Locher, [Johann Emanuel]. Recueil de por- traits et costumes suisses les plus élégants, usités dans les 22 cantons accompagné d‘un supplément. Mit 32 montierten, gouachierten Trachtenkupfern. Bern u. Basel, J. P. Lamy, [um 1820]. 4°. [2] Bll., Tafeln jeweils mit 1 Bl. Erläute- rung. Grüner Original-Pappband mit goldgepr. Deckelschild und Deckelbordüre sowie dreiseit. Goldschnitt (Ecken und Kapitale bestossen, Rücken mit Fehlstellen im Bezug, Deckel leicht aufgebogen). Vgl. Lipperheide Ga 30 - Colas 872 - Hiler 240 (geben jeweils nur 30 Tafeln an) - Nicht bei Lonchamp. - Eines der schönsten und gesuch- testen Trachtenwerke der Schweiz, gemeinhin (und wohl fälschlich) Gottfried Locher zuge- schrieben. - Die Tafeln, jeweils im Format von ca. 21,5 x 17 cm, auf braunen Trägerkartons mit schwarzen Umrahmungslinien montiert und mit Schutzhemdchen versehen. Das Begleitblatt stellt die jeweilige Tracht sowie ihre Trägerin namentlich vor - es sind dies 22 Damen für die Kantone sowie 10 zusätzliche als Supplement. - Text leicht gebräunt und stellenweise gering fingerfleckig. Die Tafeln im oberen Bildbereich teils minim fleckig bzw. gewellt, ansonsten sehr schönes Exemplar. - Gest. allegorische Verlags- werbung von J. P. Lamy auf Spiegel montiert. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 108
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    | 6 Bücher |Helvetica 110 MERIAN - Z[eiller], M[artin]. Topographi- ae Helvetiae, Rhaetiae, et Valesiae: Das ist, Beschreibung unnd eygentliche Abbildung der vornehmsten Stätte und Plätze in der hoch- löblichen Eydgnossschafft... In dieser andern Edition mit sondernm Fleiss durchgangen, und von vorigen Fehlern corrigirt, vermehrt und gebessert. Mit Kupfertitel, 2 doppelblattgr. Kupferstichkarten und 77 Ansichten auf 58 (51 doppelblattgr., 1 gefalt.) Tafeln. Frankfurt a. M., Matthäus Merian, 1642. Folio. 72 S., [3] Bll. Moderner Halbpergament-Einband. VD17 23:301700F - Schuchhard 62 A - Wüth- rich IV, 1. - Erste Ausgabe. - Unserem Exemplar wurde der Drucktitel von 1654 beigebunden, ebenso die erst in späterer Auflage vorhande- ne Vogelschau-Karte von Pfäfers. - Ohne das Kupferverzeichnis am Schluss. - Die Vogel- schau-Ansicht von Zürich mit kl. Randausriss und kl. Bildverlust, die Gesamtansicht von Zürich in den Seitenrändern beschnitten (Bildverlust), die zweite Vogelschau-Ansicht von Solothurn bis knapp in die Darstellung beschnitten. Gebräunt und durchgehend fingerfleckig im Unterrand, einige Tafeln mit hinterlegten Rand- einrissen. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 111 REVOLUTIONSKRIEGE - An die grosse Nazion mit langen Fingern und derben Pausbacken. Zürich und Basel, 1799. 16 S. Neue Rücken-Bro- schur. Weller I, 181 (ohne Nennung des wirklichen Druckortes) - nicht bei Holzmann/B. - Kein Ex- emplar über KVK auffindbar. - Satirische Schrift auf das Hegemonialstreben des revolutionären Frankreichs und gleichzeitig Warnung an die Schweizer vor den angeblichen Segnungen der Revolution. Frankreich wird unterstellt, den Ex- port der Revolution von Anfang an als Mittel zur finanziellen Ausbeutung („lange Finger“) seiner Nachbarländer zu betreiben, dem Mann mit den derben Pausbacken (Napoleon Bonaparte) treibt es wegen der Gier nach dem schnöden Mammon sogar bis nach Ägypten. So sollen die wackeren Schweizer sich nicht mit einem fran- zösischen Bürgerbrief kaufen lassen, der ihnen die finanzielle und politische Eigenständigkeit nur rauben würde. - Gebräunt und angestaubt, erste Blatt etwas eselsohrig. - Titel monogram- miert „Fr. H.“. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 112 [Ruchat, Abraham]. État et délices de la Suisse. Ou Description historique et géographique des treize cantons suisses et de leurs alliés. Nouvelle édition. 6 Teile in 2 Bänden. Mit 2 gest. Frontispices und 12 (statt 68) Kupfertafeln. Neuchâtel, S. Fauche, 1778. 4°. [2] Bll., IV S., 454 S., [1] Bl.; [2] Bll., 391 S. Lederbände d. Z. (etwas bestossen, Deckelbezüge mit Schabspuren). Barth 17230 - Lonchamp 2560 - Wäber I, 38 vgl. Feller/B. 529 f. - Vierte Ausgabe, die erste in Quarto. - Die erste Ausgabe hatte Ruchat 1714 unter dem Pseudonym „Gottlieb Kypseler“ in Leiden erscheinen lassen. „Er ist der erste grosse Geschichtsschreiber, den die Waadt hervorgebracht hat.“ (F./B.). - Exemplar ohne die Karten. - Etwas gebräunt und stellenweise stockfleckig. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 113 Stumpf, Johannes. Gemeiner loblicher Eydgno- schafft Stetten, Landen und Völckeren Chronick wirdiger thaaten beschreybung. 13 Teile in 1 Band. Mit 5 doppelblattgrossen u. 8 blattgros- sen Holzschnittkarten sowie ca. 4000 Text- u. Wappenholzschnitten. Zürich, Ch. Froschauer, 1548. Folio. [5] Bll., 332 Bll., [10] Bll. (d.l.w.), 467 Bll., [10] Bll. Blindgepr. Schweinsleder d. Z. mit 8 Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken (Schliessen defekt, eine lose beiliegend; stärker fleckig und etwas bestossen). 110
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    | 7 VD16 S9864 - BM STC German 839 - Vischer C 396 - Barth 10216 - Haller IV, 396 - Lon- champ 2819 - Feller/B. S. 180 ff. - Leemann-van Elck, Froschauer S. 106ff. - Erste Ausgabe der bedeutendsten gedruckten Schweizer Chronik des 16. Jahrhunderts mit den grossartigen Holzschnitten von Hans Asper, Heinrich Vogt- herr, Rudolf und Johann Wyssenbach u. a. - „Mit dieser Chronik erreicht die Reihe der schwei- zergeschichtlichen Druckwerke ihren Höhe- punkt; sie zeichnet sich durch eine bis anhin nie gebotene Fülle an hochwertigem Bildschmuck aus. Sie überbietet darin selbst die berühmte 1493 in Nürnberg erschienene Weltchronik von Hartmann Schedel. Gegen 4000 Abb. schmü- cken das Monumentalwerk, wobei freilich, wie damals üblich, gleiche Stöcke des öfteren verwendet wurden [...]; die Fülle der Abbildungen ist überwältigend“ (L.-v. E.). - Anfangs stärker feucht- bzw. fingerfleckig in den Rändern, kl. Läsuren teils hinterlegt; ansonsten ordentliches Exemplar. - Provenienz: Hs. Besitzvermerk Eduard Merian auf Vorsatz, dat. 1842. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 114 TOTENTANZ - Frölich, Huldrich. Zwen To- dentäntz: Deren der eine zu Bern dem Anderen Ort Hochloblicher Eydtgnoschafft zu Sant Barfüssern: Der Ander aber zu Basel dem Neundten Ort gemelter Eydtgnoschafft auff S. Predigers Kirchhof mit Teutschen Versen, darzu auch die Lateinischen kommen, ordenlich sind verzeichnet. Titel in Rot und Schwarz. Mit 60 Textholzschnitten (teils in Wiederholung). Jede Seite mit umlaufender Holzschnitt-Bordüre. Basel, Huldrich Frölich, 1588. 19 x 15,2 cm. [7] Bll., CIII S., [1] Bl. Spätere Rückenbroschur. VD16 Z 710 - Massmann D 1 - Hieronymus, Petri/Schwabe 582 - Riggenbach, R.: Der Buch- drucker Huldrich Frölich, „Plauensis, jetzt Burger zu Basel“. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 58-59 (1959), S. 215-229. - Erste Ausgabe, von grosser Seltenheit. - Kein Exemplar an einer internationalen Auktion seit 1950 nachweisbar. - „Huldreich Frölich von Plauen, Burger von Basel, wo er am 3. Februar 1610 starb, gab diese Nachschnitte des holbei- nischen Todtentanzes an als Abbildungen des Baseler Todtentanz-Gemäldes und verbreitete damit eine bis in die neuesten Zeiten fortdau- ernde Verwirrung, die seit 1715 bis 1796 Conrad Mechel befördert, indem er jene Schnitte des GS etc. von 1576 unter gleichem Titel immer wieder auflegte... Die Verwirrung befestigte sich dadurch, dass von Anfang an Bilder des Baseler öffentlichen Todtentanzes eingemischt waren... - Die von H. Frölich zugegebene lateinische Uebersetzung des Baseler Todtentanzes findet sich 1584 schon in Casparis Laudismanni... Decennalia mundanae peregrinationis... In der Vorrede aber schreibt sich Frölich die Arbeit zu.“ (M.). - Etwas gebräunt bzw. leicht feuchtfleckig, vereinzelte kl. Tintenflecke; ab S. 53 winzi- ger Wurmgang im Bildbereich. Letztes Blatt verso mit alten Marginalien. – Insgesamt gutes Exemplar. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 115 ZEITSCHRIFTEN - Neujahrsstück herausge- geben von der Künstlergesellschaft in Zürich auf das Jahr 1805 (bis 1840), d.i. erstes bis sechsunddreissigstes Stück (in einem Band). Mit zahlr. tls. farbigen Tafeln. (Zürich, Druck für die Künstlergesellschaft, 1804-1839). 22 x 19 cm. Pappband der Zeit mit hs. RSchild (berieben und bestossen). Jedem Heft lag mindestens eine Tafel bei, später auch zwei, gelegentlich gab es auch eine Vignette auf dem ersten Blatt. Reizvoll, teils farbig im Stil der Zeit illustriert mit Port- räts, Genreszenen, Landschaften u.a. Bringt Biographisches zu den Künstlern: J.H. Fuessli, A. Graff, Aberli, J. Weber, H. Maurer, C. Gessner, J.M. Usteri u.a. - Umschläge nicht beigebunden, gelegentlich etwas gebräunt und braunfleckig, meist aber recht frisch. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 113 116
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    | 8 Bücher |Helvetica 116 ZÜRICH - Egli, Jean. Album der Stadt Zürich (Deckeltitel). Folge von 10 farb. lithogr. Tafeln. [Zürich], Ruff und Hofer, ca. 1860. Quer-4°. OLeinen-Flügelmappe mit goldgepr. Deckel- titel und Vignette (etw. bestossen, Rücken mit Läsuren). Seltene Ansichtenfolge, zu sehen sind: Hôtel Baur (Poststrasse), Rathaus, Polytechnikum, Ansicht von der Bürgliterasse, Wasserkirche mit Quai etc. - In den Rändern leicht stockfleckig. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 117 [Zurlauben, Beat Fidel Baron de]. Tableaux topographiques, pittoresques, physiques, historiques, moraux, politiques, littéraires de la Suisse. 5 in 4 Bänden. (2 Text- u. 2 Tafel-Bände sowie 1 „Table analytique“ v. E. A. Quétant ). Mit 1 gest. Frontispiz von Née nach Moreau le jeune, 2 gest. Titeln und 2 gest. Vortiteln, 2 gest. Kopfvignetten (davon 1 mit 2 Portraits von Zurlauben u. De la Borde), 6 doppelblattgr. Karten, 2 doppelblattgr. Plänen u. 241 (davon 1 doppelblattgr.) Kupfertafeln. Paris, L‘Imprimerie de Clousier, 1780-1786. Gr.-Folio. Marmorier- te Kalbslederbände d. Z. mit je zwei goldgepr. Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, goldgepr. Deckel- und Innenkantenbordüren, sowie dreiseitigem Goldschnitt (Kapitale etwas bestossen und teils mit kleinen Ausbrüchen bzw. Fehlstellen im Bezug, Rücken mit kleinen Wurmspuren, schwache Bereibungen an Bün- den, Gelenken und Kanten). Barth 17338 - Cohen/R.1075 - Feller/Bonjour 505 ff. - Haller I, 235 - Lonchamp 3362 - Wäber 38 - Brunet V, 1546 - Lewine S. 581. - Zweite Ausgabe des grössten und berühmtesten Schweizer Ansichtenwerkes des 18. Jhs. Enthält mehrheitlich Ansichten der bedeutendsten Orte, Berge, Seen, Karten (1 Generalkarte, Ba- sel, Berner Oberland, Neuchatel u. Schaffhau- sen) u. 2 Pläne (Basel und „plan perspectif“ mit Bergpanorama der Zentralschweiz), historische Ereignisse, Münz- u. Siegelbilder. - Mit „Table analytique“ im 4. Band angebunden. - In den Sei- tenrändern minimal gebräunt, vereinzelt leicht stockfleckig. Insgesamt sauberes Exemplar in prachtvollen Einbänden der Zeit. CHF 7 000 / 10 000 (€ 6 480 / 9 260) 117 117
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    | 9 Geschichte Kulturgeschichte 118 FRANKREICH - Ferron, Arnoul le. De rebus gestis Gallorum libri IX. Ad Historiam Pauli Aemylii additi, perducta historia usque ad tempora Henrici II. Francorum Regis. Tertia editio nunc recens aucta recognita. [UND:] Du Tillet, Jean. Chronicon De Regibus Francorum, a Faramundo usque ad Franciscum Primum. 2 in 1 Band. Paris, Michel Vascosan, 1555 und 1551. 8°. 310 S., [2] w., [82] Bll., Pergament d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild (ob. Kapital fehlend, leicht bestossen, gebräunt und etwas fleckig). Dritte Ausgabe (erstmals 1549 in Paris erschienen). - Arnoul Le Ferron (1515-1563) war Magistrat und Historiker von und in Bordeaux. Ange- bunden eine Tabellarische Chronik der französischen Herrscher vom mythischen König Faramund bis auf Heinrich II. - Jeweils handgezeich- neter Leistenrahmen, Titel mit Unterstreichungen. - Leicht gebräunt, Vorsätz etwas angestaubt. - Auf Vorsatz alter hs. Besitzvermerk „J. C. Bolza“ und „Cajetanus“. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 119 - Velly, [Paul-François], [Claude] Villaret u. a. Histoire de France, depuis l‘établissement de la monarchie, jusqu‘au règne de Louis XIV. 30 Bände. Paris, Saillant Nyon, 1775-1786. Kl.-8°. Marmorierte Kalbslederbände d. Z. mit je 2 farb. Rückenschildern und reicher Rückenvergoldung. Cioranescu 63133. - Es erschienen noch weitere Fortsetzungen von anderen Autoren. - Dekorative Reihe. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 120 GROSSBRITANNIEN - Happel, Eberhard Werner. Fortuna Brittannica, oder Brittannischer Glücks-Wechsel: Fürstellend Eine kurtzbündi- ge Beschreibung aller Königen von Engelland, und des schier stets unglückseeligen Hauses Stuart. Insonderheit aber den ausführlichen Lebens-Lauf Caroli II. und des jüngst unglücklich entwichenen Königs Jacobi II. ... Fortgesetzet, biß zur Erhebung des jetzigen großmäch- tigen Königs Wilhelm von Oranien. und: Hibernia vindicata oder des Britannischen Glücks-Wechsels anderer Theil. Fürstellend das durch die Waffen Wilhelmi III. eroberten Königreich Irland. 2 Teile in 1 Band. Mit insgesamt 40 (10 gefalteten) Kupfertafeln. Hamburg, Wiering, (1689)-1691. Kl.-4°. [4] Bll., 226 (recte 206) S. und 4 Anhänge: 16 S., [8] Bll., [8] Bll., [4] Bll, [4] Bll., 265 S., [3] Bll. und 2 weitere Anhänge (in gemeinsamer Paginierung): 64 S. Blindgeprägter Schweinslederband über Holzdeckeln mit 2 Schließen, datiert 1693 (gedunkelt, vord. Innengelenk angeplatzt). VD17 7:693809Z (Tl. 1) u. 3:301474R (Tl. 2) - Vgl. Dünnhaupt III, 18.I u. II (kennt nur eine von 3 Varianten, die hier vorliegende nicht; Kollati- on ungenau) - Graesse III, 208. - In Teil 1 u.a. mit Porträts von Karl I., Cromwell, Karl II., Jakob II. und Wilhelm von Oranien, dem Auslaufen der holländischen Flotte, Landung Wilhelms in Dartmouth, Krönung Wilhelms, Versammlung des Parlaments, im 2. Teil, Irland behandelnd, eine gefaltete Irland-Karte und Stadtansichten von Dublin, Waterford, Limmerick u.a., unter der Darstellung jeweils mit Text begleitet. - Die Anhänge enthalten einen Auszug aus den englischen Poenal-Geset- zen, den Krönungsakt Wilhelms und Marias, Die Krönungspredigt und eine Beschreibung des englischen Parlaments sowie im 2. Teil einen Bericht von der See-Bataille zwischen England und Holland gegen Frankreich und den „Bericht von der ... schrecklichen Conspiration, welche König William und die Königin Maria von dem Thron zu stossen ...“. - Titel Rot und Schwarz gedruckt, ohne die bei Dünnhaupt ange- gebene Adresse von Hertel in Leipzig und ohne Jahreszahl. - Papier- bedingt leicht gebräunt, die Zwischentitel der einzelnen Teile mit teils ausgebrochenen Blattweisern. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 120
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    | 10 Bücher |Geschichte Kulturgeschichte 121 HUGENOTTEN - Languet, Hubert (Pseudo- nym: Étienne Junius Brutus). De la Puissance légitime du Prince sur le Peuple, et du Peuple sur le Prince. Traduit en François. O. O. u. Dr. [wohl Genf, François Estienne], 1581. Kl.-8°. 264 S. Lederband d. 18. Jhs. mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenvergoldung. USTC 6639 - Adams L 151 - IA. 126.097 (unter Brutus) - Moeckli 100 - vgl. PMM 94. - Erste französische Ausgabe des berühmten politi- schen Traktates „Vindiciae contra tyrannos“. - Hubert Languet (1518-1581) war Hugenotte, Diplomat und Freund Melanchthons. Seine Au- torschaft ist in der Forschung noch nicht völlig gesichert, möglicher Verfasser könnte auch Phi- lippe Duplessis-Mornay sein. - Etwas gebräunt, die ersten 3 Bll. mit kl. Feuchtfleck im Unterrand. Gelöschter hs. Besitzvermerk auf Titel. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 122 MILITARIA - Leitfaden zum Unterricht in der Artillerie für die Königl. Preuss. Brigade-Schu- len dieser Waffe. Mit 11 mehrfach gefalteten Kupferkarten. Berlin, Reimer, 1818. 4°. XVI, 504 S. Halblederband d. Z. mit goldgeprägtem Rückentitel sowie reicher Rückenverzierung (minimal berieben). Umfangreiches, in 14 Abteilungen geglieder- tes Lehrbuch für die korrekte Handhabe der Artillerie, setzt sich unter anderem mit Pulver, Geschützen, verschiedenen Fahrzeugen und Ausrüstung auseinander. - In den Rändern mini- mal gebräunt. - Vorsatz gestempelt Bibliothe- que des Crénées. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 123 - Rigel, Franz Xaver. Der siebenjährige Kampf auf der Pyrenäischen Halbinsel vom Jahre 1807-1814. 3 Bände. Mit 3 gest. Frontispizen von Karcher und Schnell, 4 mehrfach gefalteten Kupferkarten sowie 5 blattgrossen Kupfertafeln. Rastatt, beim Verfasser, 1819-21. 4°. Halble- debände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln sowie Bandzahl (minimal berieben, Rücken minimal abgeschabt). Palau 267.981 - Kircheisen 3176b - ADB 28, 608. - Erste Ausgabe. - Wichtiges Erstlings- werk über die spanischen Freiheitskämpfe des Militärhistorikers Rigel (1783-1852), der als badischer Hauptmann selbst an den Feldzügen teilgenommen hat. Mit zahlr. landeskundlichen Beschreibungen. - Minimal gebräunt, Tafeln vereinzelt stockfleckig. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 124 - Schaper, Christoph von. Vie Militaire du Maréchal Prince Ferdinand Duc de Brunsvic et de Lunebourg pendant la guerre de sept ans en Westphalie. 2 Bände. Magdeburg (Bd. II: Nürnberg), o. Dr., 1796-98. 8°. XVI S., 311 S., [9] Bll.; VIII S., [3] Bll., 413 S., [2] Bll. Pappbände d. Z. mit goldgeprägten Rückenschildern (minimal berieben). Barbier IV, 977. - Vorliegende Bände geben Einblick in die militärische Laufbahn Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttels während des siebenjährigen Krieges. Beim Ausbruch des Siebenjährigen Kriegs im August 1756 führte er eine der drei in Sachsen einrückenden Heersäulen der preußischen Armee. Bei dem Einrücken in Böhmen im April 1757 führte er die Vorhut und trug viel zum Sieg in der Schlacht bei Prag am 6. Mai bei. Ferdinand wusste in der Folge die gesunkene Moral seiner Soldaten so zu heben, dass sie fast immer Sieger über das weit stärkere französische Heer blieben. - Band II mit vereinzelten Stockflecken. - Provenienz: Gestochenes Exlibris auf Vorsatz. - Stempel Baron Reille auf Titel. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 125 - Scharnhorst, Gerhard Johann David von. Handbuch für Officiere in den angewandten Theilen der Krieges-Wissenschaften. Erster und zweiter Teil (von 4) in 2 Bänden. Mit 2 Falttabel- len und 18 (statt 19) gest. Falttafeln. Hannover, Helwing, 1815-1817. 8°. IV, 420 S. [15] Bll.; XXIV, 533 S., [2] Bll. Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und Bandzahl (etwas berieben, mi- nimal beschabt, Vergoldung und Goldprägung bei Band 2 etwas abgeplatzt). Spätere Ausgabe. - Ohne die 1820 und 1829 erschienenen Teile 3 (Von der Taktik) und 4 (Von der Strategie). - Handelt von der Einrichtung der Geschütze, Kugeln, Pulver, Bomben, Grana- ten sowie deren Wirkung. - Minim gebräunt, ansonsten saubere Exemplare. - Handschriftl. Vermerk auf Vortitel, Stempel Bibliotheque des Crénées auf Titeln. CHF 150 / 250 (€ 140 / 230) 126 - [Vogt, Heinrich Joseph]. Ernstfeuerwerkerei für die königlich preussische Artillerie. Mit 12 mehrfach gefalteten (11 handkolorierten) Kup- fertafeln. Berlin, Georg Reimer, 1818. 8°. XII, 233 S. Halblederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (minimal beschabt und Ecken bestossen). Holzmann-Boh. II 1782. - Erste Ausgabe. - Enthält Ausführungen über die Anfertigung von Feuerwerkskörpern, Munition, Zündungen, sowie der Anlage und Einrichtung Laboratorien. - Vorsätze leimschattig, ansonsten nur minimal gebräunt. - Stempel Bibliothèque de Pourtalès aux Crénées auf Vortitel und Titel. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 127 - Vorschriften für topographische Zeichnun- gen in der Königlich Bayerischen Armee. Mit 42 (davon 15 kolorierten) lithograph. Tafeln. München, G. Franz, 1845. 8°. Tafeln auf Leinen aufgezogen, in Originalschuber mit gest. Titel (winzige vereinzelte Stockfleckchen, Schuber etwas berieben). Seltenes Exemplar mit schön erhaltenen Tafeln über Graduierung und trigonometrische Bezeichnungen, Flüssen, Befestigungen, Glet- scher, Gebirge am Königssee. - Minimal fleckig, ansonsten wohlerhalten. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 128 - Artillerie - Saueracker, Heinrich Wilhelm. Hand- buch der praktischen Artillerie-Wissenschaft. 3 Bände. Mit gest. Titelvignette sowie 21 gest., mehrfach gefalteten Kupfertafeln. Dresden, Walther, 1789-1792. 8°. Halblederbände d. Z. (Rückenschilder entfernt, etwas berieben und fleckig). Sehr seltenes Exemplar über den Gebrauch von Waffen, Schiesspulver, die Theorie des Werfens und Schiessens. Mit detaillierten Faltkarten über Taktiken und Aufstellungen. - Minimal gebräunt, vereinzelt etwas stockfleckig. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 129 - Uniformen - Escher, Albert von und Paul de Vallière. Gravures militaires. Les dernières milices cantonales [1800-1848]. 12 Mappen mit zus. 240 montierten farbigen Uniform-Ta- feln. [Lausanne, Editions d‘Art Suisse Ancien, 1937-1944]. 4°. Farbige Original-Pappmappen in Schubern. Jeder Mappe mit montiertem Inhaltsverzeichnis auf Innendeckel sowie einge- legtem Textheft. Thieme-B. XI, 24 f. - Vollständige Folge mit 3 Serien in jeweils 4 Abteilungen: Infanterie I-IV. - Artillerie I-IV. - Cavalerie I-IV. - Wohlerhalten und sauber. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830)
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    | 11 130 Necker, [Jacques].Compte rendu au roi. Au mois de Janvier 1781. Mit gest. Portrait-Fronti- spiz, 1 mehrf. gefalt. typogr. Tabelle und 2 kolor. Faltkarten. Paris, Imprimerie Royale, 1781. 4°. [2] Bll., 116 S. Marmor. Kalbsleder d. Z. mit Rücken- schild (Rücken und Gelenke mit Schabspuren, Ecken bestossen). Cioranescu II, 47908 - Kress B 360 - Stamm- hammer 96. - Zweiter, im Jahr der Erstausgabe erschienener Druck. Der erste Druck war aus- schliesslich für den Gebrauch bei Hofe gedacht. Der berühmte Bericht über den miserablen Zustand der öffentlichen Kassen Frankreichs und namentlich über die Verschwendung des Hofes führte zur Entlassung Neckers als Generaldirektor der Finanzen unter Ludwig XVI. - BEIGEBUNDEN: 1. [Saint Vincent, R. de]. Observations modestes d‘un citoyen, sur les opérations de finances de M. Necker, et sur son compte rendu. O. O. u. J. 55 S. - 2. Lettre de M. Le Marquis de Carraccioli a M. D‘Alembert. 27 S. - 3. Mémoire donné au roi, par M. Necker, en 1778. O. O., [1781]. [2] Bll., 26 S. - Sowie 4 weite- re Flugschriften zum Thema. - Etwas gebräunt und stellenweise leicht stockfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 131 ÖKONOMIE - Malthus, T[homas] R[obert]. An essay on the principle of population; or, a view of its past and present effects on human happinesss. The third edition. 2 Bände. London, J. Johnson, 1806. 8°. XVI, 505 S., [30] Bll. (Index); VII, 559 S. Leder d. Z. mit Rückenschildern und linearer Rückenvergoldung (etwas berieben und beschabt). Kress B.5067 - Goldsmiths 19210 - Einaudi 3669. - Dritte, überarbeitete und im zweiten Band um einen Anhang (S. 505-559) erweiter- te Fassung, in der Malthus auf Kritik an seiner Bevölkerungslehre antwortet. „The ‚Essay‘ was highly influential in the progress of thought in early 19th century Europe. This simple genera- lization on population increase, and the social policy Malthus advocated were widely discus- sed“ (PMM 251). - Folgenreich war vor allem die Rezeption durch Darwin und die Evolutionsthe- orie. - Stellenweise leicht stockfleckig, zumeist in den Rändern. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 132 POLEN - Rulhière, Cl[aude-Carloman de]. His- toire de l‘anarchie de Pologne, et du démem- brement de cette république (...). Suivie des Anecdotes sur la révolution de Russie, en 1762. 4 Bände. Paris, Dersenne u.a., 1807. 8°. Halble- derbände d. Z. mit je 2 goldgepr. Rückenschil- dern (signiert Grosclaude, Metz; leicht berieben und fleckig, ein Rücken stärker). Monglond VII, 641. - Erste Ausgabe, posthum erschienen. - Rulhière (1735-1791) begleitete 1760 den französischen Botschafter Baron de Breteuil als Gesandtschaftssekretär nach Sankt Petersburg, wo er 1762 Zeuge des Putsches von Katharina II. wurde. Nach einer Reise dorthin 1776 begann er eine Geschichte Polens zu verfassen, die unvollendet blieb und erst in der vorliegenden Fassung erschien. - Stellenweise minim stockfleckig. CHF 140 / 200 (€ 130 / 190) 131 129
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    | 12 Literatur des17. - 19. Jhs. Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 133 Berlepsch, Emilie von. Sommerstunden. Erster Band. Mit gest. Portrait-Frontispiz und Titel- vignette. Zürich, Orell, Füssli und Comp., 1794. 8°. 231 S. Interims-Broschur mit handschriftl. Rückentitel (minimal feucht- und stockfleckig, etwas berieben, Ecken bestossen). [Erste Ausgabe]. - Mit persönlicher Widmung von Von Berlepsch an ihre Freundin C. Zeerleder, Bern 1795, auf Vortitel. - Dieser Band mit Ver- sen und Prosa erschien erstmals 1794. Emilie von Berlepsch (1755-1830) kann zum Kreis der literarisch begabten Frauen rund um Goethe ge- zählt werden, die sich bereits im 18. Jahrhundert für ihre Emanzipation einsetzten. - Minimal mit vereinzelten Stockfleckchen. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 134 BODONI - Tasso, Torquato. Aminta. Favola boschereccia, ora per la prima volta alla sua vera lezione ridotta. Mit gestochener Portraitvignet- te auf dem Titel und Wappenvignette. Crisopoli [Parma], Bodoni, 1789. 4° (31,5 x 23,7 cm). [1] w. Bl., [6] Bll., 14 S., [1] Bl., 142 S., [1] w. Bl. Roter Maroquin-Meistereinband (sign. Bradel l‘Ainé); mit goldgepr. Rückentitel, Rücken- und Deckel- fileten, Innenkantenbordüre und dreiseit. Gold- schnitt. Spiegel und Vorsätze mit türkisfarbenen Seidenbezügen (Ecken leicht bestossen). Brooks 379 - De Lama II, 54 - Weiss 111. - Die Vignetten mit dem Portrait Tassos und dem Wappen der Fürstin Malaspina, der das Werk gewidmet ist. Laut Brooks wurden jeweils 50 Exemplare auf „carta in doppia ducale“ und „carta d‘Anonnay“ gedruckt. - Einer der schöns- ten und seltensten Bodonidrucke in einem prachtvollen Einband von François-Paul Bradel (aktiv zwischen 1770 und 1795). - Ohne das Avis-Blatt am Schluss, das nicht allen Exempla- ren beigegeben wurde. - Leicht gebräunt bzw. staubfleckig in den Rändern, teils auch etwas stockfleckig; insgesamt sehr schönes und breitrandiges Exemplar. - Exlibris auf Spiegel. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 135 - Thomson, James. The Seasons. Parma, Bodo- ni, 1794. 4°. (32,3 x 25,2 cm). [2] w. Bll., [3] Bll., XII, 248 S., [1] w. Bl. Kalbslederband d. Z. mit 2 farb. Rückenschildern und dreiseit. Goldschnitt (Kapi- tale etwas lädiert, Ecken bestossen, Gelenkein- risse u. kl. Fehlstellen in den Gelenkbezügen). Brooks 532. - Sehr schönes, in den breiten Rändern stellenweise leicht stockfleckiges Exemplar. - Wappenstempel auf Titelblatt. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 133 134
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    | 13 136 Bräcker, Ulrich.Sämtliche Schriften des armen Mannes im Tockenburg. 2 Bände. Mit zwei Titelvignetten Gessners und 8 Kupfern von Schellenberg. Zürich, Orell, Gessner, Füssli und Compagnie, 1789-1792. 8°. [1] Bl., VII S., [1] Bl., 300 S.; LXXII S., [1] Bl., S. 75-287. Moderne hellbraune Maroquin-Einbände im Stil d. Z. mit Rückentitel, linearer Rückenvergoldung und De- ckelfileten. Goldgepr. Monogramm „H“ jeweils auf beiden Deckeln. Goedeke V, 541, 4, 2 - Rümann 113 - Borst 593 - Leemann-van Elck, Die zürcherische Buchil- lustration S. 172. - Erste Ausgabe, von Hans Heinrich Füssli herausgegeben. Der erste Band enthält Bräkers Lebensgeschichte, vorliegend in der besseren Ausgabe auf Schreibpapier mit den Kupfern; der zweite einen Ausschnitt aus seinem Tagebuch. - Ulrich Bräker (1735 -1798) war zuerst Hirtenjunge und dann Weber. Später trat er als Söldner in die Armee Friedrichs II. ein, aus welcher er aber vor seiner ersten Schlacht 1756 desertierte. Er schlug sich in die Schweiz zurück und versuchte sein Glück als Bauer. Seine Lebensgeschichte gilt als eine der bedeutends- ten Autobiographien der deutschen Sprache. - Gering gebräunt, vereinzelt minim stock- oder fingerfleckig. Gutes Exemplar. CHF 1 600 / 2 400 (€ 1 480 / 2 220) 137 Cervantes Saavedra, Miguel de. El ingenioso hi- dalgo Don Quijote de la Mancha. Commentado por Don Diego Clemencin. 6 Bände. Mit 1 gest. Frontispiz. Madrid, D. E. Aguado, 1833-1839. 4°. Marmorierte Lederbände d. Z. mit je 2 goldgepr. Rückenschildern (Kanten etwas beschabt). Palau 52063. - Stellenweise etwas stockfleckig, das Frontispiz stärker. Zahlreiche Unterstrei- chungen. - Stempel auf Titeln, Exlibris einer Leihbibliothek auf Spiegeln. - Dekorative Reihe. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 138* KORAN - Johann Andreas Endter. Al-Koranum Mahumedanum: Das ist Der Türcken Religion, Gesetz und Gotteslästerliche Lehr: Mit einer Schrifftmässigen Widerlegung der Jüdischen Fabeln/ Mahumedischen Träumen; närrischen und verführischen Menschentands [...] Mit gest. Frontispiz. Nürnberg, J. A. Endter, 1664. Kl.-4°. [3] Bll., 928 S., [28] Bll., Pergamentband d. Z. über 5 durchgez. Bünden mit goldgeprägtem Deckelmonogramm und Jahreszahl 1682 (et- was fleckig, Schliessbänder entfernt). VD 17 3:600222K - Pfannmüller S. 141 u. 149. - Laut Pfannmüller „keine Wiederauflage des Werkes von Salomon Schweigger von 1616, sondern bei dieser Ausgabe ist der Verfasser der Verleger Joh. Andreas Endter selbst“. - Durchgehend gleichmässig gebräunt, die ersten Blatt mit Feuchtfleck im oberen Drittel.- Provenienz: Hs. Besitzvermerk Johann Graf von Herberstein auf Titel. - Gest. Wappen-Exlibris Christoph Wentzel von Nostitz (1643/8?-1712) auf Spiegel. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 138 136
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    | 14 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 139 La Fontaine, Jean de. Contes et nouvelles en vers. Nouvelle edition enrichie de tailles-douces. 2 Teile in 1 Band. Mit gest. Frontispiz und 58 Textkupfern von R. de Hooghe. Amsterdam, H. Desbordes, 1685. 8°. [8] Bll., 236 S., [4] Bll., 216 S. Lederband d. Z. mit Rückentitel und Rü- ckenvergoldung (diese etwas verblasst, etwas berieben und beschabt, Rücken mit kl. Fehlstelle am Fuss). Tchemerzine VI, 375 - Cohen/R. 555 f. - Sander 1038 - Hollstein IX, 591-648 - Landwehr, De Hooghe 62 - Erste illustrierte Ausgabe, erster Druck (von 3), mit den bei Tchemerzine genann- ten Merkmalen (Teil 1, S. 211 mit 11 Zeilen Text; Teil 2, erste Seite der Vorrede mit 17 Zeilen). - Wenig gebräunt, stellenweise leicht finger- fleckig, ansonsten ordentliches Exemplar mit den schönen Kupfern in kräftigen Abdrucken. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 140 LEXIKA - Bayle, Pierre. Dictionaire historique et critique. Cinquieme edition, revue, corrigée et aug- mentée. Avec la vie de l‘auteur, par Mr. des Maizeaux. 5 Bände. Mit gestochenen Titelvignetten (in Wieder- holung) von Jan Schenk und 1 grossen gestochenen Kopfvignette. Amsterdam, Compagnie des libraires, 1734. Folio. Ganzleder d. Z. mit 2 goldgeprägten Rückenschildern und floraler Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung, goldgeprägter Besitzver- merk auf dem VSpiegel Bd. 1 (leicht berieben, Ecken etwas bestossen, teils etwas beschabt und schwach fleckig). Brunet I, 711: „Edition la plus belle et qui a été longtemps la plus recherché de ce dictionnaire.“ - PMM 155 b - Graesse I, 314 - Zischka S. 7. - vgl. P. Ract-Madoux, Reliures françaises du XVIIe siècle, Nr. 41 und 44 („A Monsieur Nervet“). - Fünfte Ausgabe, die beste und ausführlichste, die einzige, die die An- merkungen von Leclerc aufweist. - Leicht gebräunt, nur wenig Stockflecken, Titel teils oben etwas knapp beschnitten, Band 3 leichter Wurmgang im weissen Rand vorne (ohne Textverlust). - Provenienz: Aus der Bibliothek von M. Nevet mit goldgeprägtem Besitz- vermerk auf vorderem Spiegel „A. Monsieur. Nervet“, gest. Exlibris „Alvaro Valozza“. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 140 139
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    | 16 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 141 LEXIKA - Diderot, [Denis] - D‘Alembert, [Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des art et des métiers... 17 Textbände, 4 Supplementbände, 11 (in 12) Ta- felbände in zus. 33 Bänden. Mit 1 gestochenen Frontispiz (zus. mit dem seltenen Erklärungs- blatt von Diderot), 1 gefalteten und gestoche- nem Stammbaum, 2786 (recte: 3129), davon 253 doppelblattgrossen und 19 mehrfach gefal- teten) Kupfertafeln sowie 7 gefalteten Tabellen. Paris, Briasson u. a., 1751-1772 (Textbde. 1-7 u. Tafelbde. 1-10); Neufchâstel (d. i. Paris), Faulche, 1765 (Textbde. 8-17); Amsterdam, Panckoucke u. Rey, 1776-1777 (Supplemente u. Supple- ment-Tafelband). Folio. Marmorierte Kalbsldr. d.Zt. mit Aussenkantenverg. sowie reicher Rückenverg. u. 2 Rückenschildern (Deckel teils berieben u. kratzspurig, gel. restauriert). Adams, Diderot I, G1 - Tchemerzine IV, 434-435 - PMM 200 – Brunet II, 700 – Graesse II, 389 – Ebert 6709. - Originale Ausgabe mit allen Tafel- und Supplement-Bänden, ohne die Indexbände, komplett mit allen Tafeln ! - Die Encyclopédie, von Diderot und D‘Alembert herausgegeben, die selbst auch einen grossen Teil der insge- samt gegen 72000 Artikel verantworteten, gilt als das bedeutendste Werk der Aufklärung. Sie ist heute eine der herausragenden Quellen für die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des 18. Jhs. „Ein Monument in der Geschichte des europäischen Denkens; der Gipfelpunkt des Zeitalters der Vernunft“ (PMM). Diderot beauf- sichtigte auch den grössten Teil der speziell angefertigten Kupferstiche. Die detailreichen, meist grossformatigen Abbildungen illustrieren Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und wurden eigens für diese Enzyklopädie herge- stellt. Der Kupferstich mit dem Stammbaum der Erkenntnis zeigt, wie alle Künste und Wissen- schaften aus den drei geistigen Fähigkeiten hervorspriessen: Vernunft, Erinnerung und Einbildungskraft. Gott und die heilige Schrift hatten hier keinen Platz, was das Unternehmen für Kirche und Staat so gefährlich machte: „Die Philosophie bildet [auf dem Kupferstich] den Stamm des Baumes, während die Theologie ein entfernter Ast in der Nähe der schwarzen Magie ist. Diderot und d‘Alembert hatten die alte Königin der Wissenschaften entthront. Sie hatten die erkennbare Welt neu geordnet und den Menschen darin neu orientiert, während sie Gott hinausdrängten.“ (Darnton, Glänzende Geschäfte, S. 16). Diderot und D‘Alembert be- absichtigten mit dem Werk, nicht nur das ganze Wissen ihrer Zeit zu bündeln und zusammen- zutragen, sondern auch das Denken der Men- schen im Sinn der Aufklärung zu beeinflussen und zu verändern. Sie verzichteten weitgehend auf historische und biographische Artikel, legten dafür umso mehr Wert auf die Behandlung der angewandten mechanischen Künste, denen sie gleichberechtigten Status neben Kunst und Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr als 4000 gedruckten Exemplaren fand rund die Hälfte ausserhalb Frankreichs einen Käufer, obgleich Hof, Kirche, und Richterschaft ausser sich vor Empörung waren. Im Jahr 1759 wurden die bis dahin veröfentlichten sieben Bände vom Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom Papst auf den Index gesetzt. Nach jahrelan- gem Rechsstreit konnten die übrigen Bände doch noch in „Neufchâstel“ (Druckort Paris) und Amsterdam erscheinen. - Die Divergenz hinsichtlich der genannten Tafelzahl auf Titelei, dem Buchbinder-Aviso, dem Inhaltsverzeich- nis und der bibliographischen Literatur ergibt sich aus der unterschiedlichen Zählweise der Mehrfachtafeln. Zusammen sind es tatsächlich 3129 (Einzel)-Tafeln, wobei Doppel-, Tripel- und Quadrupel-Tafeln als 2, 3 oder 4 (Einzel)-Tafeln gezählt wurden. - Textband 4 anfangs wurms- purig mit minimalem Buchstabenverlust, Text- band 8 im oberen Rand etwas wasserspurig und wellig, Textband 14 die ersten 4 Lagen mit Na- gespuren und Papierverlusten im weissen Rand, Supplement-Tafelband unbeschnitten, im Rand teils gering wellig und angestaubt. - Insgesamt sehr schönes, vollständiges Exemplar in guten bis prachtvollen zeitgenössischen Einbänden. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 25 000 / 35 000 (€ 23 150 / 32 410)
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    | 18 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 142 LEXIKA - Golius, Jacobus. Lexicon Arabico-La- tinum, contextum ex probatioribus orientis lexi- cographis. Accedit index latinus copiosissimus [...]. Mit gest. Titelvignette. Leiden, Bonaventure u. Abraham Elzevier, 1653. Folio. 2921 Spalten, [20] Bll. Pergamentband d. Z. mit blindgeprägten Deckeln (Rücken fehlt, stärker fleckig, berieben und bestossen). Willems 723 - Pieters S. 148. - Erste Ausgabe. - Das vorliegende Exemplar zählt zu den Haupt- werken und des niederländischen Orientalisten und Mathematikers Golius. Das Lexicon Arabi- co-Latinum hat sich ebenso als Standardwerk der Orientalistik etabliert. Enge Verbindungen mit Gelehrten wie René Descartes prägten Go- lius‘ Lehrprogramm nachhaltig und trugen seine Arbeiten über die Grenzen Europas hinaus. - Minimal gebräunt, vereinzelte Falten, ansonsten gut erhalten. - Handschriftlicher Vermerk auf Spiegel „K. F. Köhler in Leipzig“. - BEIGEGE- BEN: Buxtorf, Johannes. Lexicon Chaldaicum, Talmudicum et Rabbinicum [...]. Gest. Titel, ohne gest. Frontispiz. Basel, L. König, 1640. Folio. [6] Bl., 2680 Spalten, [32] Bl. Pergamentband d. Z. (Rücken fehlt, stärker fleckig, berieben und bestossen). Graesse I, 584 - Brunet 1432 - Fürst I, 138 - Steinschneider 329. - Minimal gebräunt, vereinzelt etwas (stock-)fleckig. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 143 - Moreri, Louis. Le grand Dictionaire historique ou le Mélange curieux de l‘Histoire sacrée et profane: qui contient en abregé l‘Histoire fabuleuse Des Dieux des Heros de l‘Antiquité Payenne... Novelle et derniere édtion revue, cor- rigée et augmentée. 4 Teile und 4 Supplement in 8 Bänden. Mit gest. Titel als Frontispiz, gest. Portrait, 2 grosse gest. Kopfvignetten und 2 gest. Initalen von S. Thomassin nach Desmarets und De Troye. Paris, D. Mariette, 1718 und Basel, J. Christ, 1745 (Supplement). Folio. Spätere HPergament-Einbände mit Rückentitel um 1900 (schwach bestossen). Vgl. Goldsmith M 1419 - Seemann 456 - Ciora- nescu 50442 - Zischka XXXVII, für das Supple- ment vgl. Peche, Bibliotheca lexicorum, 458 (nur spätere Ausgabe). - „1674 wagte der Franzose Louis Moréri (1643-1680) die Herausgabe eines nichtlateinischen, in einer Landessprache abgefassten Lexikons. Der ‚Grand Dictionnaire Historique‘ ist eine bedeutendere Leistung als die eben genannten Werke, inhaltlich steht das Buch am Anfang einer neuen Entwicklung und es sollte zum Ausgangspunkt für eine neue Reihe von Nachfolgern und fremdländischen Bearbeitungen werden“ (Zischka). Erstmal 1674 als einbändiges Werk erschienen, bis 1759 in mindestens zwanzig weiteren Ausgaben. - Unbeschnitten. - Leicht gebräunt, stellen- weise etwas stock- und braun- sowie leicht feuchtfleckig, stellenweise leichte Randläsuren, teils verso verstärkt oder ergänzt, jedoch ohne Textverlust. - Auf Titel hs. Besitzvermerk, gest. Exlibris „Alvaro Valozza“. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 144 Longus. Pastoralium de Daphnide et Chloë, Libri Quatuor. Graece et Latine [...]. Editio nova. Mit gest. Frontispiz und 29 Kupfertafeln von Audran, sowie 41 gest. Vignetten von Fokke, 8 von Eisen und Cochin. Paris, 1754. 4°. 175 S. Lederband d.Z. mit goldgeprägtem Rückenschild, floraler Rückenvergoldung, dreifachen Deckelfileten, goldgeprägten Innenkanten-Bordüren und drei- seitigem Goldschnitt. In späterem, marmorier- ten Schuber (Kapitale und Gelenke mit kleinen Bereibungen, gering fleckig). Cohen/R. 652f. - Sander 1225. - „Und nicht bloss damals, sondern so lange sie lebten, führ- ten sie ein Hirtenleben, verehrten die Götter, die Nymphen, den Pan, den Eros, schafften grosse Herden von Schafen und Ziegen an und kannten keine süssere Kost als Obst und Milch.“ (Longos: Daphnide et Chloë). - Provenienz: Gestochenes Exlibris Geoffrey D Hobson auf Vorsatz. Hand- schriftlicher Vermerk Peter Spencer auf freiem Vorsatzblatt. - Vereinzelte Stockflecken sowie minimale Bräunung entlang der Ränder. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 142 144 143
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    | 19 145 Meyer vonKnonau, Ludwig. Neue Fabeln. Dritte vermehrte und verb. Auflage. Mit gest. Titel- vignette, radiertem Frontispiz und 58 radierten Tafeln. Zürich, Orell und Comp., 1757. 8°. [22] Bll., 170 S., [1] Bl. Etwas späterer marmorier- ter Pappband mit Rückenschild (Kapitale und Gelenke mit Fehlstellen im Bezug, Kanten und Ecken bestossen, Block leicht verzogen). VD18 10857516 (abweichende Kollation) - Lanckoronska/Oehler II, 149 - Kat. Fabula docet 127. - Erste illustrierte Ausgabe mit den Radierungen von Daniel Düringer nach den Vorzeichnungen seines Schwiegervaters Lud- wig Meyer von Knonau. „Da seine Tierskizzen, ähnlich wie die Fabeln, auf wirklich Erlebtem und Beobachtetem beruhen, sind sie von grosser Natürlichkeit und Frische.“ (L./Oe.). Am Schluss ein „Anhang von einichen Gedichten“: „Die Schweinshaxe.“ / „Der Linden-Hof in Zürich.“ / „Der Lauf der Welt.“ - Etwas stock- bzw. feuchtfleckig in den Rändern, gelegentlich auch stärker, eine Radierung mit kl. Löchlein im Bildbereich, eine Textseite mit Randausriss u. kl. Buchstabenverlusten. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 146 PHILOSOPHIE - Nietzsche, Friedrich. Beiträge zur Quellenkunde und Kritik des Laertius Dioge- nes. Gratulationsschrift des Pædagogiums zu Basel. Basel, Carl Schultze, 1870. 4°. [2] Bll., 36, 7 S. Halbleder um 1900 mit goldgepr. Rückentitel u. Rückenvergoldung. Schaberg 18. - Sehr seltene frühe Veröffentli- chung, wohl nur in 100 Exemplaren gedruckt. Erschien anlässlich der Feier der fünfzigjährigen Lehrtätigkeit von Franz Dorotheus Gerlach (1793-1876), gewidmet von seinen Amtsge- nossen. Am Schluss mit der „Berichterstattung [...] über den im Schuljahr 1869 und 1870 erteil- ten Unterricht“, in dem auch die Berufung von Nietzsche aus Leipzig nach Basel 1869 erwähnt wird. Nietzsche trat als Griechischdozent die Nachfolge des ans Hamburger Johanneum berufenen Adolf Kiesling an und unterrichtete die 3. Klasse an 6 Wochenstunden. - Durchge- hend schwache vertikale Knickfalte, stellenweise leicht stockfleckig, Titel mit kl. Stempelrest. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 147 [Restif de la Bretonne, N.-E.] La paysane pervertie, ou les dangers de la ville. 8 Teile in 4 Bänden. Mit 8 gest. Frontispices und 29 (statt 30) Kupfertafeln von Louis Binet. Den Haag, Duchesne, 1784. 8°. Halblederbände des 19. Jhs. mit je 2 grünen Rückenschildern (etwas berieben). Cohen/R. 872 - Sander 1705 - Cioranescu 52700 - Fürstenberg 117: „Als einer der ersten Bahnbrecher des Directoire-Stils in der Illustra- tion dürfte Louis Binet anzusehen sein. Er war fast ausschließlich der Illustrator Restif de la Bretonnes und hat die Werke dieses unruhigen Geistes mit einer Unzahl von Kupfern ausge- stattet, gelegentlich von Gehilfen unterstützt ... (Die Kupfer) verblüffen durch die Wespentaillen und die kleinen Köpfe und Füßchen der in die Länge gezogenen weiblichen Figuren. Scheinbar ist Binet hiermit auf die Wünsche seines Autors eingegangen, der ihn völlig beherrschte. Übri- gens sind diese Kupfer gegenständlich meist recht interessant, einmal weil sie die phantas- tischen Gedankengänge Restifs wiedergeben, dann weil sie uns so manche Einblicke in die Moden und Sitten der Übergangszeit vor und während der Revolution gewähren“. - Band I mit den häufig fehlenden Kupfern „Mannon présente“ (S. 71) und „Edmond convalescent“ (S. 145). - Etwas gebräunt und stockfleckig; unbeschnitten. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 145 146
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    | 20 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 148 Schreibmeisterbücher - Waser, Anna. Schrei- büebung Auf jeziger Zeit gebräüchliche Haubtsprachen eÿngerichtet, Und durch Anna Waser von Zürich, so wol nach ihren als ihrer Schwesteren, Anna Maria und Elisabet der Maleren freÿen eigenhändigen Verfassungen ins Kupfer gebracht, und, Als die Erstlinge dieser Arbeit, denen Kunstliebenden und Anfangenden zum besten wolmeinlich an den Tag verfertiget. Mit gest. Titel und 13 Kupfertafeln. [Zürich, Sebstverlag], 1708. Quer-4°. [14] Bll. Moderner Pappband mit Rückenschild. Doede 116 - nicht im Ornamentstichkat. Berlin. - Einzige Ausgabe, das einzige bei Doede verzeichnete deutschsprachige, von einer Frau verfasste Schreibmeisterbuch. - Titelblatt mehrfach hinterlegt, stärker finger- bzw. feucht- fleckig in den Rändern, eine Tafel mit Braunfleck in der Darstellung, kleinere Randdefekte sauber hinterlegt. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 149 Shakespeare, William. The Plays of William Sha- kespeare. In ten Volumes. With the corrections and illustrations of various commentators; to which are added notes by Samuel Johnson and George Steevens. 10 Bände. Mit gest. Portrait-Frontispiz. London, gedruckt für C. Bathurst, W. Strahan [et al.], 1778. 8°. Halbleder- bände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Orna- menten und Bandzahl (berieben, fleckig, Bd. I VGelenke eingerissen, Bd. X Rücken eingerissen und Fehlstelle unten). Lowndes 2261. - Zweite Ausgabe. - Enthält fol- gende Werke Shakespeares: The Tempest, The Two Gentlemen of Verona, The Merry Wives of Windsor, Measure for Measure, Comedy of Errors, Much Ado About Nothing, Love‘s Labour Lost, Midsummer Night‘s Dream, Merchant of Venice, As you like it, Taming the Shrew, All‘s well that ends well, Twelfth Night, Winter‘s Tale, Macbeth, King John, King Richard II, King Henry IV, Troilus and Cerssida, Cymbeline, King Lear, King Henry V, King Henry VI, King Richard III, King Henry VIII, Coriolanus, Julius Caesar, Antony and Cleopatra, Timon of Athens, Titus Andronicus, Romeo and Juliet, Hamlet und Othello. - Ge- bräunt, teils stock- und feuchtfleckig, vereinzel- te Knicke. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 150 Sterne, Laurence. Tristram Schandis Leben und Meinungen. 9 Teile in 4 Bänden. Übersetzt von Johann Joachim Christoph Bode. Mit 2 gest. Frontispizen. Hamburg, Bohn, 1776. 8°. Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln, Bandzahl sowie reicher floraler Rückenvergol- dung (minimal berieben und beschabt, Band 3 und 4 oberes Kapital leicht eingerissen, leicht angestaubt). Goedeke IV/1, 586, 12. - Zweite verbesserte Auflage. - Exemplar ohne die häufig fehlenden 12 Kupfer von Chodowiecki, dafür mit dem so- genannten schwarzen Blatt (Teil I, Seite 65/66) sowie einer der beiden marmorierten Tafeln (Teil III, Seite 149/150; das für den zweiten Farbdruck vorgesehene Blatt in Teil IX Seite 55/56 ist vakat). - Minimal gebräunt, vereinzelt winzige Stockfleckchen. - Exlibris Dr. Adolf Hoffmann auf Spiegel. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 151 TOTENTANZ - Merian, Matthäus. Todten-Tantz, wie derselbe in der löblichen und weit-berühm- ten Stadt Basel, Als ein Spiegel Menschlicher Beschaffenheit, gantz künstlich gemahlet und zusehen ist. Mit gestochener Titelbordüre, 1 ganzseitigem Kupfer (Memento Mori), 1 Kupfer- tafel (Vexierbild) und 42 Textkupfern. Frankfurt, J. B. Andreä und H. Hort, [1725]. Kl.-4°. 198 S., [1] Bl. Halbpergamentband d. Z. (fleckig, etwas bestossen). VD18 10954708 - Wüthrich III, 360, 7 - Opper- mann 1126 - vgl. Massmann S. 78, 8. - Siebte Ausgabe, noch von den Originalplatten ge- druckt. Ebenfalls 1725 erschien eine kollati- onsgleiche Ausgabe beim gleichen Verleger, „ob vor oder nachher ist nicht zu entscheiden“ (Wüthrich). - Stärker gebräunt und fingerfleckig, einige alt hinterlegte Einrisse. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 148
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    | 21 152 - Meyer,Rudolf u. Conrad. Sterbensspiegel, das ist sonnenklare Vorstellung menschlicher Nichtigkeit durch alle Stand und Geschlechter. Mit gest. Titel und 56 (von 60) fast blattgrossen Totentanz-Kupfern. Zürich, J. J. Bodmer, 1650. Kl.-4°. [10] Bll., 166 S., [1] Bl. Moderner Pergam- entband mit hs. Rückentitel. VD17 39:152157A - Leemann-van Elck, Zür- cher. Buchill. 110ff. - Nagler 10, 268, 1 - Faber du Faur 453 - Massmann S. 50, Nr.1 - Brun II, 382 - Langlois II, S.129 - Lonchamp 2073 - Erste Ausgabe. - Neben dem Basler Zyklus von Merian der bedeutendste Schweizer Totent- anz mit ausserordentlich charakteristischen Darstellungen. „Ein Gipfelpunkt zürcherischer Illustrationskunst“ (Leemann-v. E.). - Die Reime u. Lobgedichte in den Bildern stammen von Hans Heinrich Rahn, Johann Willhelm Simler, Jakob Redinger u. Leonhard Ernst von Freyental, die Kupfer zum grossen Teil von Konrad Meyer (1618-1689), der auch als Verleger fungierte, u. seinem älteren Bruder Rudolf (1605-1638). Am Schluss (ab S. 123) eine Sammlung vierstimmi- ger Totengesänge mit gedruckten Noten. - CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 153 UTOPIE - Schutz, Sinold, Balthasar von, Philipp (Pseud.: L. E. v. Faramond). Die glückseligs- te Insel auf der ganzen Welt oder das Land der Zufriedenheit. Dessen Regierungs-Art, Beschaffenheit, Fruchtbarkeit, Sitten der Einwohner, Religion, Kirchen-Verfassung, und dergleichen, samt der Gelegenheit wie solches Land entdecket worden, ausfuhrlich erzehlet wird. Mit gest. Frontispiz, 1 gest. Faltkarte u. 6 (1 gefalt.) Kupfertafeln. Nürnberg, Georg Peter Monath, 1749. Kl.-8°. [5] Bll., 250 S., [3] (statt 6) Bll. Schlichter Halblederband. d. späten 19. Jhdts. (minim berieben). Vgl. Bloch 3282 - Faber du Faur 417.1638 (Jeweils EA 1723, erschienen unter Pseud. von Wahrenberg): „This republic, which seems to be an imitation of Andreae‘s Christenburg, is governed by a communistic royalism exerci- sing strict control over all things. Primitive and patriarchal conditions are praised: for example, barter trade without the exchange of money, of which very little is in circulation“. - Hayn/G. II, 234: „Interessante Utopie, mit einigen Bemer- kungen über Amerika“. - Es fehlen am Schluss 3 Bll. Inhaltsverzeichnis des zweiten Teils. - Etw. gebräunt, in den Rändern stock- u. stellenweise feuchtfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 154 Ziegler, Christiana Mariana von. Moralische und vermischte Sendschreiben, An einige Ihrer vertrauten und guten Freunde gestellet. Leipzig, J. F. Brauns Erben, 1731. 8°. [11] Bll., 416 S. Interims-Kartonage d. Z. (etw. fleckig, Kapitale gering bestossen). Erste Ausgabe. - Seltenes Werk der „Zieglerin“, die 1730 als erstes und einziges weibliches Mit- glied in Gottscheds „Deutsche Gesellschaft“ in Leipzig aufgenommen worden war. Unter ihren Werken finden sich insgesamt 9 Kantatentexte, die von Johann Sebastian Bach vertont wurden. 1733 wurde sie in Wittenberg zur „Poeta laurea- ta“ gekrönt. - Durchgehend gebräunt und etwas stockfleckig; unbeschnitten. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 151 152
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    | 22 Bücher |Moderne Literatur 155 ARTIST BOOKS - Bourquin, Thierry - Gindrat, Yves. La Belle et le Clochard. Mit 6 Original-Ra- dierungen von Th. Bourquin. Genf, Brises-No- mades, 1999. 12°. (10 × 10 cm). Leporello mit 16 Segmenten. Eingebunden in Original-Papp-Ein- band mit montiertem Rückenschild. Eines von 69 nummerierten Exemplaren (GA). Auf dem letzten Blatt vom Künstler, Verfasser und Drucker signiert sowie gestempelt. - „Ce livre est le dernier sur Terre à avoir été achevé d‘imprimer avant l‘an 2000“. - Leicht gebräunt. - BEIGEGEBEN: Bourquin, Th. La Manicoutai. Mit 7 sign. und num. Original-Farbradierungen von Th. Bourquin. Genf, Editions nomades, 1980. Qu.-12° (14,2 × 14,7 cm). Lose in Original-Lein- wand mit mont. Deckelillustration, Papp-Schu- ber. - Eines von nur 2 Exemplaren „épreuves d‘artiste“ auf „papier riz népalais“ (GA 12). Im Impressum vom Künstler signiert. - Schwach fleckig. - Zus. 2 Bde. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 156 Bayros, Franz von - Dante Alighieri. La Divina Commedia. A cura di Carlo Toth. 3 Teile in 1 Band. Mit 60 montierten farbigen Tafeln nach Bayros. Wien u.a., Amalthea, 1921. 4°. Origi- nal-Halbpergamentband mit goldgepr. Deckel- vignette. In Papp-Schuber (dieser etwas fleckig und bestossen). Mambelli 604 - Brettschneider 41. - Eines von 250 numerierten Exemplaren der italienischen Ausgabe, die neben der italienisch-deutschen Parallelausgabe erschien. - Das Widmunsgblatt an Sofia Gräfin Schönborn-Buchheim von Bay- ros signiert. - Wohlerhalten. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 157 Bazaine, Jean - Delahaye, Alain. L‘être perdu. Mit 4 signierten Farblithographien von J. Bazaine. [Paris,] Maeght, 1977. 4°. [2] w. Bll., 41 S., [2] Bll., [2] w. Bll. Lose Lagen in Original-Umschlag, Leinendecken und Schuber. Eines von 80 numerierten Exemplaren auf vélin d‘Arches (GA 640), im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. - Tadellos. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 158 Bill, Max - Erker-Treffen 3. Mit 9 num., sign. Original-Graphiken (meist Lithographien). St. Gallen, Larese, F. und Janett J., 1979. Folio (39,3 × 29 cm). [20] Bll. Lose Lagen in Originalpapp- mappe und -schuber (minimst berieben). Eines von 200 handschriftlich nummerierten Exemplaren auf Vélin BFK Rives, wobei jede Graphik mit der Signatur, Nummerierung sowie dem handschriftlich verfassten, lithographierten Text versehen ist. Texte von Max Bill, Jean Cas- sou, Max Frisch, Peter Huchel, Eugène Ionesco, Halldór Laxness, Michel Leiris, Alexander Mit- scherlich und Karl Prantl. Graphiken von Max Bill, Piero Dorazio, Bernhard Heiliger, Wifredo Lam, Otto Piene, Karl Prantl, Giuseppe Santomaso, Antoni Tàpies und Günther Uecker. Unbeschnit- tenes Exemplar. - In ausgesprochen frischer Erhaltung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) Moderne Literatur 156 158
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    | 23 159 Bill, Max.Erker-Treffen 4. Mit 11 num., sign. Original-Graphiken (meist Lithographien). St. Gallen, Larese, F. und Janett J., 1987. Folio (40 × 29,5 cm). [24] Bll. Lose Lagen. In Original-Papp-Mappe und -schuber (minimst berieben). Eines von 200 nummerierten Exemplaren auf Vélin BFK Rives, wobei jede Grafik mit der Sig- natur, Nummerierung sowie dem handschrift- lich verfassten, lithografierten Text versehen ist. Texte von Wolfgang Bächler, Max Bill, E. M. Cioran, Eugen Gomringer, Peter Huchel, Eugène Ionesco, Halldór Laxness, Ivo Michiels, Margarete Mitscherlich und Andrea Zanzotto. Originalgraphiken von Anna-Eva Bergman, Max Bill, Piero Dorazio, Ulrich Erben, Hans Hartung, Eugène Ionesco, Giuseppe Santomaso, Antoni Tàpies, Günther Uecker, Jef Verheyen und Max Weiler. - In ausgesprochen frischer Erhaltung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 160 Braque, G. - Char, René und Braque, Georges. Lettera amorosa. Mit 27 Original-Farblithogra- fien sowie einer beigelegten Suite mit 21 losen Original-Farblithographien von Georges Braque. Genf, E. Engelberts, 1963. 4° (34,7 × 27,3 cm). [4] Bll., 57 S. in losen Lagen. Eingelegt in Origi- nal-Leinenkassette mit Rückenschild (minimal entlang des Rückens bestossen, Leinenverlet- zungen). Monod 2621 - Vallier 187. - Eines von 30 num- merierten Exemplaren der zweiten Vorzugsaus- gabe auf Vélin von Rives (GA 220) mit der Suite auf Japan, wobei die erste Grafik von Braque nummeriert und signiert vorliegt. Die Numme- rierung des Exemplars von Braque und Char sig- niert. - Im Impressum vom Künstler mit Bleistift signiert. - Erschienen bei Mourlot. - Gedruckt bei UNION. Georges Braques „Lettera Amoro- sa“ gehört zu den letzten Werken des Künstlers, das er wenige Monate vor seinem Tod vollendet hat. Es beinhaltet 27 Farblithografien, die das lyrische Werk von René Chars illustrieren. Die enge Zusammenarbeit der beiden Künstler wird durch die intenisive Farbkraft sowie die aufs Wesentliche reduzierten Formen Braques spürbar, durch welche Chars Texte zusätzlich hervorgehoben werden. Die Entwürfe der vor- liegenden, auf bis zu 13 Drucken hintereinander gestalteten, Lithografien wurden von Braque über 4 Jahre hinweg immer wieder überarbeitet, bis sie in ihrer endgültigen Zusammensetzung vollendet waren. - Minimal gebräunt, ansonsten schön erhalten. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 161 Buffet, Bernard - Giono, Jean. Recherche de la pureté. Mit 1 signierten Original-Zeichnung, 21 Original-Radierungen sowie einer Extrasuite derselben von Bernard Buffet. Paris, Henri Creu- zevault, 1953. Folio. [54] Bll. Lose Doppelbogen in illustr. Original-Umschlag, Halbleinwand-Ein- banddecke und Schuber. Monod 5413 - Rauch 198 - Reinz 131-157. - Eines von 30 (GA 160) numerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe, im Druckvermerk von Giono und Buffet signiert. Mit den 4 nicht für das Buch verwendeten Radierungen (Reinz 152- 155), die nur in der Suite enthalten sind. - Sehr schönes Exemplar. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 160 161
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    | 24 Bücher |Moderne Literatur 162 Chagall, Marc - Longus. Daphnis et Chloé. 2 Bände. Mit 42 (16 doppelb- lattgrossen) Original-Farblithographien von Marc Chagall. Paris, Tériade, 1961. Gr. Folio (43,5 × 34 cm). [10] Bll., 74 S., [12] Bll.; [6] Bll., 75 S., [11] Bll. Lagen und Tafeln lose eingelegt in Original-Karton-Umschlägen (leicht gebräunt), zusammen in 2 Original-Halbleinen-Mappen mit goldgepräg- ten Rückentitel und Bandzahl (schwach bestossen, Bd. 1 Vordergelenk minimal angeplatzt), die lädierten Schuber in einzelnen Segmenten vorhanden. Cramer 46 - Mourlot 308-349 - Garvey, S. 44. - Eines von 250 numme- rierten Exemplaren auf Vélin Arches, im Druckvermerk vom Künstler signiert (Gesamtauflage 270). - Vollständig. - Die vorliegende lithogra- phische Buchillustration Daphnis Chloés zählt zu den Hauptwerken Chagalls und veranschaulicht auf fantasievolle Weise mit seiner meister- haften Anwendung von Farben und Motiven die Geschichte des antiken Liebespaares. 1952 erhielt Chagall von Tériade die Anfrage für eine Reihe von Lithographien, welche die Geschichte von Daphnis und Chloé des griechischen Dichters Longus nacherzählen. Chagall hatte soeben seine zweite Frau, Valentina Brodsky, geheiratet und nahm sich folglich der Liebesgeschichte an. Die 42 enthaltenen Farblithographien entstanden während einer Zeitspanne von 9 Jahren. Als Inspiration dienten Chagall verschiedene Destinationen seiner Hochzeitsreise in Delphi, Athen und Poros. - Die Farblithographien gedruckt bei Mourlot, Paris. - In den Rän- dern leicht gebräunt, die Lithographien in äusserst frischem Zustand. CHF 40 000 / 60 000 (€ 37 040 / 55 560)
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    | 26 Bücher |Moderne Literatur 163 Chagall, Marc. Drawings for the Bible. Text by Gaston Bachelard. Mit 25 (inklusive Einbandil- lustration) farb. u. 23 schwarz-weissen Origi- nal-Lithographien von M. Chagall sowie 96 Tafeln. Paris, Verve, 1960. 9, 8 Bl. 36 x 27 cm. Illustrierter Original-Pappband mit Original-Umschlag(dieser mit sauber geschlossenem Einriss). = Verve 37-38. - Mourlot 230-277 - Cramer 42. - Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Die englische Ausgabe des berühmten Werkes, vorliegend mit dem seltenen Umschlag. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 164 Chillida, Eduardo - Heidegger, Martin. Die Kunst und der Raum. L‘Art et l‘Espace. 2 Bände. Mit 19 Blatt Handschriften-Faksimile mit Illustrationen und 7 Original-Litho-Collagen von E. Chillida. UND Langspielplatte: Martin Heidegger, Die Kunst und der Raum. St. Gallen, Erker, 1969. 8°. 26 S., [1] Bl.; [19] Bll. OPp. und lose Bogen in OKart.-Umschlag. Zusammen in Pappschuber. Van der Koelen 69027-69034 - Tiessen III, 2,3. - Eines von 125 (GA 150) Exemplaren auf Vélin de Rives Bütten. - Von Heidegger und Chillida im Druckvermerk signiert. - Der Text von Heidegger auf den Stein geschrieben. - Mit der oft fehlen- den Schallplatte. - Sauberes Exemplar. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 165 DADA - die schammade (dilettanten erhebt euch). Mit zahlreichen Abbildungen von Max Ernst, Hans/Jean Arp, Francis Picabia, J.T. Baargeld und Heinrich Hoerle. Köln, Schloemilch Verlag, 1920. 32,3 x 24,9 cm (Umschlag). - 29,7 x 23 cm (Heftblock). [16] Bll. (etwas gebräunt und knickspurig, dezent berieben und fleckig). Raabe, Zeitschriften 114 - Richter, p. 165 - Diet- zel/H. IV, 1066 f. - Erste Ausgabe. - Inkunabel der Kölner Avantgarde und des Dadaismus. Das Heft versammelt zahlreiche der bedeutendsten Portagonisten der Bewegung und ist - bewust gegen den damaligen Zeitgeist - mindestens binational Deutsch-Französisch angelegt. Des- halb finden sich als Beiträger oder zumindest erwähnt bzw. persifliert, abgesehen von den o.a. genannten Bildbeiträgern: Richard Huelsenbeck, der „Mehrheitsdada“ Schwitters, Tristan Tzara, Walter Serner, André Breton, Louis Aragon und Philippe Soupault. Ironisierend oder ablehnend werden erwähnt: Else Lasker-Schüler, Paul Cassirer („caritative manicüre“), Hans Poelzig, Cèsar Klein und Kurt Pinthus. - Klammerung etwas angerostet, dadurch jeweils Mittellage lose, papierbedingt dezent gebräunt, insgesamt aber gut erhalten. CHF 7 500 / 10 000 (€ 6 940 / 9 260) 166 Dunoyer de Segonzac, André - Colette, Sidonie-Gabrielle Claudine. La Treille Muscate. Mit 36 (davon 18 blattgrossen) Original-Ra- dierungen von André Dunoyer de Segonzac. Paris, Aimé Jourde, 1932. Folio. [86] S., 5 Bll. Lose Doppelbogen in Original-Umschlag und Pappeinband (Einband vollständig gelöst, leicht gebräunt, vorderes Kapital eingerissen). Monod 3047 - Rauch 120 - Skira 332 - Garvey 280. - Erste Ausgabe. - Eines von 100 Exem- plaren auf Vélin Hollande van Gelder (GA 165). - Colette und Segonzac waren Nachbarn in St. Tropez, die vorliegenden Radierungen veran- schaulichen das maritime Flair Südfrankreichs. - Minim gebräunt, ansonsten sehr frisches Exemplar. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 164 163
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    | 28 Bücher |Moderne Literatur 167 Dunoyer de Segonzac, André - Vergilius Maro, Publius. Les Géorgiques. Traduit par Michel de Marolles. 4 Teile in 2 Bänden. Mit 119 (davon 99 blattgrossen) Original-Radierungen von André Dunoyer de Segonzac, sowie einer Extra-Suite mit 119 blattgrossen Original-Radierungen. Paris, Imprimerie nationale, 1944-1947. Gr.-Folio. 201 S., [1] Bl.; 213 S., [2] Bll. Lose Doppelbogen in Original-Umschlägen in grünen Original-Halbleinwanddeckeln und Schubern (minimal berieben und bestossen). Monod 11340 - Garvey 281. - Eines von 50 nummerierten Exemplaren (GA 250) auf Vélin Arches, Titelei der Extra-Suite vom Künstler nummeriert und signiert. - Radierungen ge- druckt bei Jacques Frélaut. - „After Vollard had seen the illustrations for „La treille muscate“, he wished Segonzac to do another series for Co- lette, but the artist persuaded him to plan a Virgil (...) The artist brought the book out himself. His landscape has a classical, pastoral quality whose freshness is due to the immediacy of execution“ (Garvey 281). - Band I und II stockfleckig in den Rändern (Band I teils etwas stärker und stellen- weise innerhalb der Darstellungen), ansonsten schönes Exemplar. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 168 Erni, Hans - Ellenberger, Jean Marie. Le Mino- taure d‘Octobre. Avec dix-neuf eaux-fortes originale de Hans Erni. Lausanne, Gonin, 1978. 35 x 6 cm. 52 S., 5 Bl. Lose Bögen in OHülle und OHPgt.-Decke im Schuber (dieser etwas berieben und fleckig). Giroud 68. - Eines von nur 12 Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Büttten Duchêne (gesamt 138) mit einer Extrasuite der 19 Radierungen in Schwarz auf China, sämtlich von Erni signiert. Im Impressum vom Autor, Künstler und von den Verlegern signiert. - Innen frisch. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 169* Ernst, Max - Heisenberg, Werner. Die Bedeu- tung des Schönen in der exakten Naturwissen- schaft. Mit 3 Original-Farblithographien von M. Ernst sowie einer signierten und numerierten Extra-Suite. Stuttgart, Belser-Presse, 1971. Folio. Grüner Original-Maroquinband mit gold- geprägtem Rückentitel sowie Leinenmappe, zus. in Original-Kassette mit DSchild. Siebenter Druck der Belser Presse. - Spies/ Leppien 198 B - Tiessen IV, 4, 37 - Spindler 64, 7. - Eines von 60 (GA 205) Exemplaren der Vorzugsausgabe mit der signierten Suite, im Druckvermerk von Ernst zusätzlich signiert. - Vorsätze etwas leimschattig. - Schönes, wohlerhaltenes Exemplar. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 170* Giger, Hans Rudolf. www HRGiger com. Mit 1 mont., mehrfach gefalt. Original-Lithographie und 1 num. Hologramm eingelassen in beleuch- tetem Stahlrahmen. Köln, Taschen, 1998. 30,5 x 24,5 cm. 239 S. Original-Leinen mit montierter Deckelillustration, Original-Leinen-Kassette mit silbergeprägtem Rückentitel und Deckelillust- ration. Eines von 23 nummerierten Exemplaren der Ausgabe A mit der Druckgraphik und dem Re- flexionshologramm (GA 300). Das Hologramm (100 x 30 cm) in Grün. Buchbinderische Arbeit vonon Roland Zimmer, Lithographie bei Walo STeiner, die Holographie von Uwe Tillmanns, die Stahlrahmung von Peter Krause. - HR Giger hat- te er seinen Durchbruch in angewandter Kunst, vor allem mit seinen Arbeiten für berühmte Filmemacher. Diese Ausgabe wurde vom Künstler selbst gestaltet und enthält detaillierte Kommentare, in denen Giger seine Arbeit von den frühen 60ern bis in die späten 90er Jahre beschreibt. - Neuwertiger Zustand. - Vergriffen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 169 167
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    | 29 172 Hesse, Hermann.Konvolut von 4 Widmungs- und 2 signierten Exemplaren. Eine Beigabe. Unterschiedliche Formate und Einbände (meist nur kleine Altersspuren). 1. Wanderung. Berlin, S. Fischer 1920. OPp. - Mit 5zeiliger signierter Widmung. - 2. Gedichte des Malers. Freiburg, Kirchhoff, 1951. OHLwd. mit farbig ill. OUmschlag. - Mit 4zeiliger signierter Widmung. - 3. Zwei Idyllen. Berlin u.a., Suhr- kamp, 1952. OPp. mit OUmschlag. Mit 4zeiliger Widmung. - 4. Aus vielen Jahren. Bern, 1949. Broschur. - Mit 3-zeiliger signierter Widmung. - Unaufgeschnitten. - 5. Peter Camenzind. Zürich, Schweizer Bücherfreunde, 1940. OHLdr. Auf dem Vorsatz signiert. - 6. Knulp. Zürich, Fretz und Wasmuth, 1944. OHPergament. Auf dem Vortitel signiert. - Ein Titel von Hesse als Beigabe. - Papierbedingt teils etwas gebräunt, gelegentlich dezenter Besitzeintrag in Bleistift, sonst gut. - Zus. 7 Bände. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 171 Hesse, Hermann. Das Glasperlenspiel. Versuch einer Lebensbeschreibung des Magister Ludi Josef Knecht samt Knechts hinterlassenen Schriften. Zwei Bände. Zürich, Fretz und Wasmuth, 1943. 8°. 451, 441 S. Rote Maro- quin-Meistereinbände von Thorvald Hennings- en, mit goldgepr. Rückentiteln, stilisiertem „G“ auf beiden Vorderdeckeln, Steh- und Innenkan- tenfileten sowie Kopfgoldschnitt (Rücken jeweils leicht aufgehellt). Zusammen in passendem Halbleder-Schuber. Mileck II, 76. - Erste Ausgabe. - Die schönen Einbände abgebildet nach einer Fotografie aus dem Werkstattbuch bei H. Burkhardt, Buchein- bände von Thorvald Henningsen (2017), Nr. 60 („Standort unbekannt“). CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 170 171
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    | 30 Bücher |Moderne Literatur 173 Hesse, Hermann. Siddhartha. Eine indische Dichtung. Berlin, S. Fischer, 1923. Gr.-8°. 146 S., [3] Bll. Privater weisser Saffianeinband mit Rückenschild (leicht berieben und fleckig, Rü- ckenschild mit kl. Fehlstellen). Siebente bis zehnte Auflage. - Mit eigenh. Widmung Hesses auf Vorsatz: „Nicht im Reden, nicht im Denken sehe ich seine Grösse, nur im Tun, im Leben (S. 143) / H Hesse.“ - Partiell gebräunt, selten dezent braunfleckig, insgesamt gut. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 175 JUGENDSTIL - Verneuil, Maurice P. L’Animal dans la décoration. Mit 59 (statt 60) überwie- gend mehrfarbigen Tafeln in Pochoirkolorit. Paris, Libr. Centrale des Beaux-Arts, (1897). Gr.-Folio. [2] Bll., IV S. Lose Lagen und Tafeln in Original-Papp-Mappe mit lithograph. Rücken- titel und -Deckeln sowie Schliessen (etwas gebräunt, leicht bestossen, Hintergelenk leicht angeplatzt) , eingelegt in neuer Halblei- nen-Mappe mit Schliessen. Murray-Robertson S. 63: „Mieux encore, Grasset engage en 1897, aux côtes de son éléve Verneuil, une veritable polémique pour la réhabilitation de l‘animal... Dans son introduc- tion... Grasset condamne sans merci l‘attitude discriminatoire des modernes qui n‘admettent les animaux que s‘ils sont aimables, bourgeois et tres apprivoises. Nul doute qu‘il ne fait ici allusion à ses confreres de l‘Art Nouveau et a leur faune sophistiquee, essentiellement ornithologique et aquatique en raison du rythme ondulant de ses mouvements (...).“ - Erste Ausgabe. - Mit zahlreichen prachtvollen Darstellungen aus der gesamten Tierwelt. - Tafel Nr. 7 fehlt. - Minimal lichtrandig und gebräunt in den Rändern. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 175 174 174 Hesse, Hermann. Stufen der Menschwerdung. Olten, VOB, 1947. Original-Halbpergament- band mit goldgepr. Rückentitel. In Kart.-Schuber (dieser etwas lichtrandig). Eines von 100 Exemplaren der Vorzugsausga- be. - Mit eigenh. Widmung Hesses auf Vorsatz: „Der Vernünftige ist immer geneigt, seinen Instinkten zu misstrauen. Der Froud ist stets geneigt, seinem Verstande zu misstrauen. / HHesse“. - BEIGEGEBEN: Ders. Der Novalis. Aus den Papieren eines Altmodischen. Ebd., Ostern 1940. Original-Halblederband in Schuber. - Eines von 100 num. Exemplaren, auf Vortitel von Hesse voll signiert. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460)
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    | 31 176* Klimt, Gustav.Das Werk. Ausgeführt in der K. K. Hof- und Staatsdruckerei. 3. Lieferung (von 5). Mit 10 Tafeln, davon 2 in farbiger Kollotypie, die übrigen in getönten Lichtdrucken, teils auf Chinapapier gedruckt und auf die Bütten- kartons aufgewalzt. Wien, H. O. Miethke, o. J. [um 1910]. 48,5 x 47 cm. Titel und Tafeln lose eingelegt in schwarzen Original-Lieferungsumschlag mit Umschlagtitel in Gold (Rücken mit kl. Einrissen). Die vollständige 3. Lieferung des in einer Auflage von 300 Exemplaren edierten, in der Kaiserlich-Königlichen Hof- und Staatsdruckerei Wien unter Klimts Aufsicht gedruckten Mappenwerkes. Wie jeder der fünf Lieferungen enthält sie zehn Blätter, davon zwei in Kollotypie, die restlichen in getönten Lichtdrucken, teils auf China gedruckt und auf die Büttenkartons aufgewalzt. Das Inhaltsverzeichnis beschreibt die Gemälde (Titel, Masse, Besitzer), jedem Eintrag ist eine von Klimt entworfene Vignette beigegeben, die sich auf den Bildnisblättern, jeweils in Gold gedruckt, wiederholt. Die vorliegende Lieferung enthält: Stiller Weiher - Zug der Toten - Weibliches Bildnis - Rosen unter Bäumen - Medizin - Die Schwestern - Oberösterreichisches Bauernhaus - Weibliches Bildnis - Pallas Athene - Sonnenblume. - Sehr gutes Exemplar. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 176
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    | 32 Bücher |Moderne Literatur 177 Laboureur, J. E. - Larbaud, Valery. 200 cham- bres. 200 salles de Bains. Mit 10 Original-Kup- ferstichen von J. E. Laboureur und 1 Extrasuite. Den Haag, J. Gondrexon, (1927). Gr.-8°. 42 S., [2] Bll. Privater Halbmaroquin mit 2 goldgeprägten Rückenschildern und goldgeprägter Jahreszahl, Kopfgoldschnitt und eingebundener Origi- nal-Broschur. Laboureur, livres illustrés, Nr. 341. - Eines von 250 num. Exemplaren auf vergé de Hollande (GA 356). Mit der num. Suite, eines von nur 10 Exemplaren, „pour les Amis de Jean Gondrexon“ auf „papier Van Gelder Cream Wove“. Vom Illustrator im Druckvermerk signiert. - Zweiseitig unbeschnitten. - Papierbeding leicht gebräunt. 1 Tafel der Suite mit grösserem Feuchtfleck im weissen Rand. - Auf dem Vorsatz eigenhändige Widmung mit Namenszug des Illustrators an „Aude-François“. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 178 Malraux, André. La Condition Humaine. Mit eigenh. Widmung und Zeichnung des Autors auf Vortitel. Paris, Éditions de la Nouvelle Revue Francaise, 1933. 4°. 404 S., [1] Bl. Schwarzer Maroquin-Meistereinband (sign. R. L. Mar- tin) mit goldgepr. Rückentitel und vertikalem Streifenmuster in Rot und Schwarz auf Rücken. Dreiseitiger Goldschnitt, Spiegel- und Vorsatz- bezüge aus violettem Sämischleder. OBroschur eingebunden. In passendem Schuber. Erste Ausgabe. - Eines von 30 gewidmeten Ex- emplaren (GA 379): „A Mademoiselle Georgette Neuburger hommage cordial André Malraux“. - Malraux‘ Roman, der dritte, tragisch und zugleich gewalttätige Teil seines Fernost-Zyklus wurde ein Riesen-Erfolg und gewann bei seiner Veröffentlichung 1933 den Prix Goncourt. La Condition Humaine spielt sich in Shanghai 1927 ab und portraitiert den kommunistischen Aufstand im März bis zu dessen Niederschla- gung durch Chiang Kai-shek im April desselben Jahres. - Einseitig unbeschnittenes, äusserst frisches Exemplar. - Exlibris Henri Paricaud auf Spiegel. - BEIGEGEBEN: Ders. Antimémoires. Ebda., 1967. In ähnlicher HLederausstattung von R. L. Martin. Eines von 80 nummerierten Exemplaren „sur vélin de Hollande van Gelder“. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 179 Mann, Thomas. Wälsungenblut. Mit 32 (12 ganzseitigen) Steindrucken von Th. Th. Heine. München, Phantasus-Verlag, 1921. 4°. [3] Bll., 88 S., [1] Bl., [3] w. Bll. Original-Halblederband mit Rückenschild und Kopfgoldschnitt (Gelenke leicht berieben, Ecken gering bestossen). Schauer II, 10 - Rodenberg 459 - Bürgin I, 18 - Potempa E 22/2. - Erste Ausgabe. - Eines von 100 (Gesamtauflage 530) nummerierten Exemplaren in Halbleder, im Druckvermerk von Mann und Heine signiert. - Die bis heute kontrovers diskutierte, weil mit antisemitischen Stereotypen spielende Persiflage auf Richard Wagners „Walküre“ sollte 1906 in der Neuen Rundschau erscheinen. Thomas Mann zog sie jedoch, Auseinandersetzungen mit der Familie seiner Frau, den Pringsheims fürchtend, zurück. Erst 1921 erschien der vorliegende Privatdruck. - Namenszug auf Vorsatz, gering gebräunt. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 180 Matisse, Henri -Duthuit, Georges. Les Fauves. Braque. Derain. Van Dongen. Dufy. Friesz. Man- guin. Marquet. Matisse. Puy. Vlaminck. Mit zahlr., teils mont. und farb. Abb. Genf, Éd. des Trois Collines, 1949. 32 x 24 cm. 254 S., 1 Bl. Farb. OBrosch. (gering berieben und nachgedunkelt). Duthuit-Garnaud 113 - Exemplar Nummer 1 der Vorzugsausgabe A, im Colophon vom Autor signiert und mit Eindruck des Namens der Empfänger, von Matisse farblich auf dem Vorderdeckel überarbeitet und signiert. Weitere handschriftliche Widmung eines Franconi an die Empfänger auf dem Vortitel. - Unbeschnitten. Innen etwas gebräunt, insgesamt sauber. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 178 178
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    | 33 181* - Verve.Revue artistique et littéraire. Vol. IX, Nos 35 et 36. Mit 40 Original-Farblithogra- phien (davon 8 doppelblattgr. und 2 gefaltet) nach H. Matisse. Paris, Éditions de la Revue Verve, (1958). Folio. 182 S., [2] Bll. Illustrierter Original-Pappband (Ecken leicht bestossen, kl. Absplitterungen an den Gelenk- und Stehkan- tenbezügen). = Dernières oeuvres de Matisse, 1950-1954. - Gutes Exemplar der Matisse gewidmeten Doppelnummer mit den berühmt geworde- nen Scherenschnitten des Spätwerks. Der Umschlag nach Entwurf von Matisse speziell für diese Ausgabe. Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Sauberes Exemplar. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 182* Picasso, Pablo - Eigenh. Skizze mit Widmung. In: Pablo Picasso 1969-1970. Exposition conçue et mise au point par Yvonne Zervos. Au Palais des Papes en Avignon. Mit zahlr. Abb. auf Tafeln. Paris, Cahiers d‘Art, 1970. 4°. Original-Broschur (etwas randfleckig, Signatur-Märkchen auf VDeckel). Auf dem Titelblatt in blauem Farbstift gezeich- net und gewidmet: „Pour Anita, Picasso, le 10.7.70“. - Etwas feuchtfleckig im Unterrand, Katalogteil mit einigen Annotationen in Kugel- schreiber. CHF 7 000 / 10 000 (€ 6 480 / 9 260) 181 182 179 180
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    | 34 Bücher |Moderne Literatur 183 Proust, Marcel. À la recherche du temps perdu. 8 Teile in 13 Bänden. Paris, Bernard Grasset, Nouvelle Revue Francaise, 1913-1927. 8°. Dunkelblaue Maroquin-Meistereinbände (sign. M. Fray) mit goldgepr. Rückentiteln, typogra- phischer und geometrischer Deckelgestal- tung in Blind- und Farbprägung sowie dreiseit. Goldschnitt. Spiegel- und Vorsatzbezüge aus verschiedenfarbigem Sämischleder. Origi- nal-Broschuren eingebunden. In marmorierten Schubern (Rücken mit leichten Bereibungen und Flecken, Schuber VI Segmente etwas gelöst). Pierre-Quint 55. - Erste Ausgabe. - ENTHÄLT: 1. Du côté de chez Swann (Exemplar mit dem korrigierten Erscheinungsdatum, Jahreszahl 1914 auf Titel). Eines von 12 Exemplaren (GA 17). 2. À l‘ombre des jeunes filles en fleurs. Eines von 64 Exemplaren (GA 70). 3. Le coté de guermantes I. Eines von 800 Exemplaren (GA 1030). 4. Le coté de guermantes II Sodome et Gomorrhe I. Eines von 800 Exemplaren (GA 1030). 5. Sodome et Gomorrhe II. Eines von 850 Exemplaren (GA 880). 6. La Prisonnière, Sodo- me et Gomorrhe III. Eines von 875 Exemplaren (GA 905). 7. Albertine disparue. Eines von 1200 Exemplaren (GA 1235). 8. Le temps retrouvé. Eines von 30 Exemplaren hors commerce, (GA 1374). - Die vorliegenden 8 Romane Marcel Prousts bilden das Hauptwerk seines Oeuvres, und haben zugleich eine nicht wegzudenkende Bedeutsamkeit für die französische Rom- anliteratur des frühen 20. Jahrhunderts. Der mehrteilige Roman erzählt autobiographisch die lebenslange allegorische Suche nach der Wahr- heit, und sticht sowohl aufgrund seiner Länge als auch wegen der Thematik der unfreiwilligen Erinnerung literarisch hervor. Als Anlehnung an Kindheits-Erinnerungen des Autors erhielt 1919 den Prix Goncourt macht den Autor auf einen Schlag berühmt. Da ihn 1922 eine schwere Krankheit zum Abbruch der Arbeit zwang und Proust kurz davor verstarb, erschienen die letz- ten drei Teile posthum. - Sehr schön erhaltene erste Ausgabe. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 184* Walser, Robert - Poetenleben. Frauenfeld u. Leipzig, Huber Co., 1918. 8°. [2] Bll., 183 S., [2] Bll. Originalhalbleinenband mit farbig lithogra- phierter Vorderdeckelillustration von Karl Walser (minimal berieben sowie Ecken bestossen). Badorrek/Hoguth B 87. - Erste Ausgabe - Ent- hält 25 kurze Prosa-Texte, die Walser aus- nahmslos bereits in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht hatte. - Teils minimal stockfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 185 Rouault, Georges. Miserere. Mit 57 (st. 58) Original-Aquatinta-Radierungen von G. Rouault (Aquatinta und Zucker-Aquatinta über Helio- gravüren von Tuschezeichnungen, überarbeitet mit Kaltnadel, Roulette, Polierstahl u. a.), meist in der Platte monogrammiert und datiert 1922 bis 1927. Paris, Éditions de l’Étoile filante, 1948. Gr.-Folio (68 x 52 cm). [130] (teils w.) Bll. Lose Lagen in Original-Halbpergament-Mappe mit goldgeprägtem Rückentitel und Messing- Schliessklammer (gebräunt, etwas fleckig, unteres Kapital leicht bestossen). Monod 9966 - Chapon, Rouault, Nrn. 54 bis 111. - Chapon, Livres, S. 74 - Rauch 156 - Hog- ben/Watson 72 - Thiem 159. - Eines von 425 nummerierten Exemplaren (GA 450). - Während des Krieges 1914-18 empfing der Künstler die ersten Anregungen zum Miserere, einem graphischen Zyklus, der 1917 begonnen, zehn Jahre später vollendet, aber immer wieder aufs neue überarbeitet und erst 1948 veröffent- licht wurde. Das Werk sollte ursprünglich im Auftrag von Ambroise Vollard in zwei Teilen als „Guerre“ und „Miserere“ mit 100 Darstellungen und einem Text von André Suarès erscheinen. Durch Vollards Tod und den Zweiten Weltkrieg wurde das geplante Werk nicht vollendet. Ein Teil der Radierungen ging im Krieg verloren. 1947 konnte Rouault die Jacquemin- Abzüge aus dem Nachlass Vollards retten und sie der Ver- lagsgesellschaft L’Étoile Filante anvertrauen, die sie 1948 in der vorliegenden Ausgabe ohne den Text von Suarès mit einem Vorwort Rouaults veröffentlichte. - Unbeschnittenes Exemplar. - Es fehlt die Tafel VIII („Qui ne se grime pas?“). - Schwach gebräunt, an den unteren Ecken leicht bestossen. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 183 183
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    | 36 Bücher |Moderne Literatur 186 Rouault, Georges. Stella Vespertina. Avant-pro- pos de M. l‘Abbé Maurice Morel. Mit 12 mont. farbigen Tafeln. Paris, Drouin, 1947. Folio. 8 Dop- pelblattbogen und Tafeln lose in OHPgt.-Decke und OSchuber(gering berieben und fleckig). Benezit IX, 124-126 - Exemplar C von nur 5 Exemplaren (A bis E) der Vorzugsausgabe auf Japan Imperial, mit zwei originalen, in die Deckel montierten Kupferplatten. Dieses Exemplar lt. handschriftlichem Vermerk auf dem vorderen Spiegel für den Verleger Flammarion. Dem Exemplar beigegeben zwei Blätter der Suite in ersten Abdrücken, unter der Darstellung auf dem Träger jeweils bezeichnet „essai de tirage pour la couleur / Bon G.R.“, wohl von der Hand Rouaults, der damit den Druck freigab. - Im Rand etwas angestaubt, Pergaminhülle der Textblät- ter knitterig, sonst gut. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 187 Slevogt, Max - Cooper, J. F. Lederstrumpf-Er- zählungen übersetzt und bearbeitet von K. Federn. Mit Original-Lithographien von Max Slevogt. Mit 312 signierten Lithographien, davon 52 blattgross. Mit der Extrasuite von 52 blattgrossen signierten Lithographien. Berlin, Paul Cassirer, 1909. Gr.-Folio. [3] Bll., 473 S. Ro- ter Originalmaroquinband (sign. „Carl Sonntag. Jun. Leipzig“), Rückenfileten, Kopfgoldschnitt, Deckelvignette und Deckel- und Innenkanten- bordüren vergoldet (Ecken minimal bestossen), lose in Papp-Kassette d. Z. (etwas berieben, je 1 Segment gelöst). Schauer II, 84 - Rodenberg 452, 1 - Eyssen 143 f - The Artist and the Book 288. - Erster Druck der Pan-Presse. Vollständig.- Eines von 60 Ex- emplaren der Luxusausgabe auf Reisfaser-Pa- pier, gebunden in Glanzleder mit Handvergol- dung; Vollbilder, vom Künstler handschriftlich signiert, auf Japan, wurden dieser Ausgabe separat in einem Schutzkasten beigefügt (GA 310). - „Slevogt illustrated tales of action and adventures in a graphic, Impressionistic style, bringing to the lithograph the atmospheric quality of painting. The ‚Leatherstocking Tales‘ is one of his most ambitious books and contains some of his best work.“ - Minimst gebräunt, ansonten wohlerhalten. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 188 Van Elsen, Théo - Gorki, Maxime. Les Va- gabonds. Traduit du Russe par Ivan Strannik. Mit 1 Original-Gouache, gest. Frontispiz und 19 lithographierten Tafeln von Théo van Elsen. Paris, Éditions de la Mappemonde, 1945. 8°. 249 S., [2] Bll. Privater HMaroquin d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Kopfgoldschnitt (schwach berie- ben) und eingebunder Original-Broschur. Eines von 24 num. Exemplaren mit einer Ori- ginal-Gouache von Théo van Elsen (GA 200). - Zweiseitig unbeschnitten. - Leicht gebräunt. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 187 186
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    | 37 189 Verve. Revueartistique et littéraire. Nrn. 1-9 und 11-18 in 14 Heften. Mi tvon Borès, Bonnard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandinsky, Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und Rouault, sowie zahlreichen Heliogravüren. Paris, Éditions de la Revue Verve, 1937-1947. Folio. Illustr. Original-Broschuren und OPp. mit illustr. Schutzumschlägen (Rückene etwas berieben und bestossen, Schutzumschläge teils leicht angerissen oder vereinzelt winzige Fehlstellen). ENTHÄLT: Vol. I, Nr. 1; Vol. I, Nr. 2; Vol. I, Nr. 3; Vol. I, Nr. 4; Vol. II, Nr. 5 6; Vol. II, Nr. 7; Vol. II, Nr. 8; Vol. III, Nr. 9; Vol. III, Nr. 11; Vol. III, Nr. 12; Vol. IV, Nr. 13; Vol. IV, Nrn. 14 15; Vol. IV, Nr. 16; Vol. V, Nrn. 17 18. - Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Leicht gebräunt, vereinzelt etwas angestaubt. Bindung bei Heft 13 angeplatzt, Heft 4 mit einigen Bleistiftanstreichungen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 190* Walser, Robert. Aufsätze von Robert Walser. Leipzig, Kurt Wolff Verlag, 1913. 8°. 237 S. Per- gamentband d. Z., mit kolorierter Deckelvignet- te von Karl Walser (minimal gebräunt). Badorrek-Hoguth A 26 – Göbel 145. - Erste Ausgabe. - Eines von nur 25 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Bütten. - „Daß Sie in die Mitarbeit meines Bruders am Aufsatzbuch einwilligen, freut mich lebhaft“ (Robert Walser 1912 an den Verleger, zitiert nach Badorrek-Hoguth). - Provenienz: Hermann Laatzen, Buchhandlung und Antiquariat, Hamburg. - Kleine Wappenvignette auf Spiegel. - Vereinzelt minime Beschmutzungen, sonst wohlerhaltenes Exemplar. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 191* Walser, Robert. Der Spaziergang. Frauenfeld / Leipzig, Huber, 1917. Kl.-8°. 85 S., [1] Bl. Origi- nal-Pappband mit Vorderdeckelillustration von Otto Baumberger (Rücken mit Gelenkeinrissen und kleinen Fehlstellen). = Schweizerische Erzähler Band 9. - Erste Ausgabe. - Entlang der Seitenränder minimal gebräunt. - Provenienz: radiertes Exlibris Frida Rothschild auf Vorsatz. - Gelöschter Stempel auf Titel. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 189
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    | 38 Bücher |Moderne Literatur 192* Walser, Robert. Fritz Kocher‘s Aufsätze. Mit Doppeltitel, 11 Zeichnungen auf festem Japan- papier u. lithogr. Umschlagillustration von Karl Walser. Leipzig, Insel-Verlag, 1904. Kl-8°. [2] Bll., 128 S., späterer Leinenband mit aufgezogenem Vorderdeckel der Original-Broschur (Ecken minim bestossen). Sarkowski 1872 - Badorrek-Hoguth 28.1 - Erste Ausgabe. - Ermuntert durch Walsers Beiträge in der Zeitschrift „Die Insel“ hatte sich der Verlag bereit erklärt, eine kleine Sammlung bisheriger Arbeiten aufzulegen. Es wurden 1300 Exempla- re bei Breitkopf Härtel gedruckt. Der Verkauf geriet zu einem Desaster, nach einem Jahr waren gerade einmal 47 Exemplare verkauft. Der Restbestand soll in einem Warenhaus ver- ramscht worden sein. Vom Bruder des Dichters stammen ebenso die Kalligraphien des Doppel- titels und der Kapitelüberschriften. „Karl Walser hat in das Buch viel Kompott hineingezeichnet; aber das schadet nichts“ (Kurt Tucholsky, in „Die Schaubühne“ 17, 1913, zitiert nach Bador- rek-Hoguth). - Schön erhaltenes Exemplar, vereinzelte Stockfleckchen. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 193* Walser, Robert. Prosastücke. Zürich, Rascher Cie., 1917. 8°. 50 S., [3] Bll. Original-Kartonage mit Umschlagillustration von Karl Walser. Schriften für Schweizer Art und Kunst Bd. 55 - Badorrek-Hoguth B 88. – Erste separate Ausgabe und das erste in der Schweiz verlegte Buch des Schriftstellers. - Papierbedingt gering gebräunt, in den Rändern stellenweise minim stockfleckig, gutes Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 194* ZERO - Zero 4321. Herausgegeben von Dirk Pörschmann und Mattijs Visser, Zero Foun- dation Düsseldorf. Mit zwei limiteriten und singierten Serigrafien von Heinz Mack und Otto Piene. Düsseldorf, Richter-Fey, 2012. 20 x 22 cm. OKarton (noch orignal verschweisst). Sonderausgabe in 100 Exemplaren, mit den zwei separaten Originalserigrafien, jeweils Num- mer 56 von 100, von den Künstlern signiert. - Beigegeben Nachdruck von ZERO 1 bis 3 mit Begleitband, zur Ausstellung ZERO Paris-Düs- seldorf, 2013. Weiter dabei silbernes Kartonblatt mit Ausschnitt „ZERO“, sowie unsigniertes Doppelblatt mit Lithographie und Brandloch in Schutzhülle (Otto Piene ?). - Neuwertig. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 195 ZEITSCHRIFTEN - Hyperion. Eine Zweimonats- schrift. Hg. von Franz Blei und Carl Sternheim. 12 Hefte in 6 Bänden (alles Erschienene). Mit zahlr. teils farbigen Tafeln und 7 Original-Graphiken von Laboureur (2), Vrieslander, Edward Gordon Craig u.a. München, Hans von Weber, 1908- 1910. 4°. Goldgepr. Original-Leinenbände der Wiener Werkstätte (der 2. Jg. im Format etw. abweichend; minime Bereibungen). Söhn HDO 124 - Diesch 2802. - Eines von 1000 Exemplaren auf englischem Velin (GA 1050). - Bedeutende Zeitschrift mit zahlreichen Erst- drucken, darunter in Heft 1 die erste Veröffent- lichung des jungen Franz Kafka (acht Stücke aus „Betrachtung“, Dietz 1). - Weitere Textbeiträge stammen von Brod, Borchardt, Dauthendey, Dehmel, Carl Einstein, Heinrich Mann, A. R. Meyer, Musil, Rilke, Sternheim, Schickele u.v.a., die Illustrationen nach Klimt, Toulouse-Lautrec, Heckel, Liebermann, Th. Th. Heine etc. - Gutes Exemplar. - Radiertes Exlibris Willy Dreyfus. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 194 196
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    | 39 196 - [Peignot,Charles] (Hrsg.). Arts et métiers graphiques. 12 Jgge. in 68 Heften, gebunden in 14 Bänden. Mit zahlreichen meist ganzseitigen, teils farbigen, teils montierten Abbildungen. Paris, Hachette, 1927-1939. 4°. Private Halbper- gament-Bände mit goldgepr. Rückentiteln und Bandzahl (sign. W. Wirz, Lausanne), eingebunde, illustrierte Original-Broschuren. Vollständige Reihe der bedeutenden französi- schen Zeitschrift zur Buchgestaltung, Typog- raphie und Buchillustration. „Hoch angesehen“ (LGB V, 580) und nur selten komplett. - Mit hervorragend dokumentierten Beiträgen über arabische Schrift, alte und moderne Einbande, Druck von Blindenschrift, Etiketten von Likören oder Parfums, die Anfänge der Lithographie und zahrleichen photographischen Beiträgen. Der Herausgeber Charles Peignot (1897- 1983) begründete die aufwändig gestaltete Kunstzeitschrift als Leiter der Schriftgiesserei Deberny et Peignot - eine der bedeutendsten französischen Firmen auf diesem Gebiet - was die ausserordentliche Druckqualität erklärt, die insbesondere bei den Abbildungen der Pho- tographie-Sondernummern ins Auge fällt und sicher ein Grund dafür war, dass die internatio- nale Avantgarde-Elite von Herbert Bayer, Henri Cartier-Bresson und André Kertesz über Man Ray, Laszlo Moholy-Nagy, Edward Steichen bis hin zu Albert Renger-Patzsch, UMBO u. v. m. gern daran mitwirkte. Hierzu besonders hervor- zuheben ist die Sonderausgabe zur Photogra- phie (Nr. 16), die mit über 130 zeitgenossische Photographien die Bandbreite üer damaligen Photokunst widerspiegelt. Gerade ihre Vielsei- tigkeit in Thematik und Gestaltung machte die AMG zu einer der herausragenden graphischen Zeitschriften vor dem Zweiten Weltkrieg. - Im Schnitt minimal gebräunt, insgesamt sehr sau- beres und sehr gut erhaltenes Exemplar. - Mont. Exlibris „Alvaro Balozza“, Buchhändler-Märkchen „F. Roth Cie, Lausanne“. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 197 - Verve. Revue artistique et littéraire. 8 Hefte in 4 Bdn. Mit 39 (davon 4 doppelblattgr., inkl. OU) Original-Farblithographien von Borès, Bonn- ard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandinsky, Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und Rouault, sowie zahlreichen Heliogravuren. Paris, Éditions de la Revue Verve, 1937-1940. Folio. Halbleder-Meistereinbände im Stil des Art Déco, mit blindgeprägtem Rückentitel und Bandzahl (sign.: „Weber Wirz“). Mit eingebundenen illustr. Original-Broschuren (Ecken minimal bestossen, vereinzelte winzige Bereibungen, leicht beschabt). Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Leicht angestaubt. Stellenweise minimal gebräunt. Insgesamt sehr sauber. - Exlibris „Alvarobalozza“ sowie Etikett „F. ROTH Beaux Arts, Lausanne“ montiert. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 197 197
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    | 40 Bücher |Varia 198 COMICS - Disney, Walt. Das Lebende Buch der Micky Maus. Mit farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr. Textillustr., sowie der kompletten Tasche mit weiteren Materialien unter der Original-Bauchin- de am Rückdeckel. [Zürich], Bollmann, o. J. [1936]. Gr.-8°. Nicht paginiert. Illustr. OPp. mit ill. OUmschlag, OBauchbinde und zusätzlichem Umschlag im OSchuber (Schuber bestossen, partiell eingerissen teils etwas aufgehellt, sonst frisch). (= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste deut- sche Ausgabe in der Übersetzung von Hans Schenk. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann. - Unberührtes Exemplar, die Figuren wurden nie aufgestellt, weder die im Buch noch die in der Tasche am Ende, komplett mit Schutzumschlag, Bauchbinde und Schuber. Innen und aussen sehr frisch. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 199 - Disney, Walt. Die Waldmännlein und König Neptun ( Babes in the woods and King Neptun). Mit 4 doppels., farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr. Textillustr. [Zürich], Bollmann, o. J. [1936]. Gr.-8°. 43 S. Illustr. OPp. mit ill. OUmschlag im OSchu- ber (Schuber partiell aufgehellt, sonst frisch). (= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste deutsche Ausgabe in der Übersetzung von Josy Priems. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann. - Ungelesenes Exemplar mit dem seltenen Schutzumschlag, innen und aussen sehr frisch. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 200 - Disney, Walt. Drei Micky Maus Wunder-Bü- cher, davon zwei mit farbigen Pop-Ups sowie Textillustrationen, eines nur mit Textillustra- tionen. Zürich, Bollmann, (1936). 8°. Farbige Original-Pappbände (minimal berieben und bestossen). 1. Abenteuer der Micky Maus. Aus dem Eng- lischen frei übertragen von Zirr. Mit 2 farbigen Pop-Ups. 15 Bll. - 2. Micky Maus im Zirkus. Über- setzt von Hans Schenk. Mit 3 farbigen Pop-Ups. 30 S. - 3. Micky Maus in Afrika. Übersetzt aus dem Italienischen von Josy Priems. Mit Textillus- trationen. 64 S., 1 Bl. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann. - Ungelesene Exemplare mit minima- len Altersspuren, innen und aussen frisch. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 201 - Disney, Walt. Micky Maus am Hofe König Arthurs (Micky Mouse in King Arthur‘s court). Mit 4 doppels., farb. Pop-Up-Tafeln und zahlr. Textil- lustr. [Zürich], Bollmann, o. J. [1936]. Gr.-8°. 52 S. Illustr. OPp. mit ill. OUmschlag im OSchuber (Schuber partiell aufgehellt, sonst frisch). (= Micky-Maus-Wunder-Bücher). - Erste deut- sche Ausgabe in der Übersetzung von Hans Schenk. - Provenienz: Firmenarchiv Bollmann. - Ungelesenes Exemplar mit dem seltenen Schutzumschlag, innen und aussen sehr frisch. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 202 FAKSIMILE - Beatus von Liébana. Códice de Girona. Vollfaksimile der Handschrift Catedral, Núm. Inv. 7 (11) des Arxiu Capitular de la Cate- dral de Girona. Faksimile und zwei Kommentar- bände. Barcelona, M. Moleori Editor, 2004. 42,5 × 36 cm. Beiges Original-Schweinsleder über Holz-Deckeln, Original-Leder-Kassette mit goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel und ornamentaler Goldprägung. Eines von 1053 nummerierten Exemplaren (GA). - Der englische und spanische Kommen- tarband mit Texten von Gabriel Roura i Güibas und Carlos Miranda Garcia-Tejedor. - Mit einer eindrucksvollen doppelseitigen Darstellung des Himmels in sechs konzentrischen Kreisen, das Leben Christi, dessen Kreuzigung und Höllenfahrt darstellend. - Auf hinterem Spiegel montiertes Zertifikat bzw. Druckvermerk. - Innen tadellos. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310) Varia 198 199
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    | 41 203 - LesTrès Riches Heures du Duc de Berry. Vollfaksimile der Handschrift Nr. 65 im Musée Condé in Chantilly bei Paris, entstanden um 1485. Faksimile und Kommentarband in 2 Bän- den. Luzern, Faksimile-Verlag, 1984. 49,5 x 39,5 cm. Roter Maroquin-Einband mit Fleuronné-Rü- ckenvergoldung und Wappen-Supralibros auf Deckeln und HLeder mit goldgepr. Rückentitel in Original-Plexiglas-Schuber (Schuber minimal gebrauchsspurig). Eines von 980 Exemplaren (GA 1060). - Sehr aufwändig hergestelltes Faksimile des wohl be- rühmtesten und schönsten Stundenbuches der Welt. - Wissenschaftlicher Kommentarband von R. Cazelles und J. Rathofer. - Absolut neuwer- tig. - Lose beiliegend: 1. [1] Bl. Verzeichnis der Illustrationen. - 2. Zertifikat. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 204 JUDAICA - Bartolocci, Giulio und Carlo Giu- seppe Imbonato. Bibliotheca magna rabbinica de scriptoribus scriptis herbraicis, ordine alphabetico hebraicè, latinè digestis. [UND: Bi- bliotheca Latino-Hebraica]. 5 Bände. Mit 2 gest. Portraits. Rom, Typographia Sacrae Congrega- tionis de Propaganda Fide, 1675-1694. Folio. Pergamentbände d. Z. mit Rückenschildern (Rücken teils lädiert, Rückenschilder fragmenta- risch, stärker fleckig). Steinschneider 125. - Erste Ausgabe. - Syste- matische Bibliographie der hebräischen Litera- tur, geordnet nach Autorennamen, verfasst in Latein und Hebräisch. Giulio Bartolloci (1613- 1687) Innengelenke teils angeplatzt, stellenwei- se stärker feuchtfleckig, insgesamt aber noch ordentliche Reihe. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 205 - Bodenschatz, Johann Christoph Georg. Kirchliche Verfassung der heutigen Juden, sonderlich derer in Deutschland [...]. 4 Teile in 2 Bänden. Mit gest. Frontispiz von Georg Paul Nusbiegel und 28 gest. Tafeln. Erlangen u.a., J. F. Becker und G. Otto, 1748-49. 4°. [7] Bll., 206, 386 S., [1] Bl.; [2] Bll., 256, 270 S., [18] Bll. Leicht abweichende Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und Bandzahl (beschabt, berieben, Ecken bestossen). VD18 90024648 und 90024672 - Graesse I, 459 - Fürst I, 124 - Colas 352. - Erste Ausgabe. - Über den Ursprung, Schicksal, Gottesdienst und Dogmatik der deutschen Juden. - Entlang der Seitenränder minimal gebräunt, teilweise vereinzelt stockfleckig. - Hs. Besitzvermerk von 1800 auf Spiegel. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 206 KINDERBÜCHER - Prachtbilder aus fremden Zonen für den Anschauungsunterricht. Livre pompeux d‘images de toutes les zones. Splen- did picture-book of all zones. Mit lithogr. kolor. Titel und 8 farb. lithogr. Tafeln mit Tonplatte. Stuttgart, Risch, [1873]. Quer-Folio. [8] Bll. Original-Halbleinen mit mont. Titelbild (etwas fleckig, berieben und bestossen, Rücken etwas abgelöst und oberes Kapital eingerissen). Hensius XV, 328. - Nicht in den einschlägigen Kinderbuchbibliographien. - Lithographien gedruckt bei Albert Wagner, Berlin. Verlegt bei Otto Risch. - Prachtvolles Bilderbuch mit leben- digen Anschauungstafeln, die jeweils in 4 Spra- chen betitelt sind, darunter: Tscherkessische Krieger, Araber auf Löwenjagd, Ein Präriebrand, Ein Kampf mit Eisbären u.a. - Etwas bestossen und minimal stockfleckig. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 201 202
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    | 42 Bücher |Varia 207 MUSIK - Til, Salomon von. Dicht-, Sing- und Spiel-Kunst, so wohl der Alten, als ins besonder der Hebreer durch Neugierige Untersuchung der Antiquität aus ihrer vorigen Dunckelheit wieder auffgekläret. Zweyte Edition. Mit 1 gefalt. Kupfertafel und einigen teils blattgr. Textholz- schnitten. Frankfurt und Leipzig, J. B. Cramer, 1719. Kl.-4°. [4] Bll., 478 S., [9] Bll. Halbpergam- entband d. Z. mit hs. Rückentitel (etw. fleckig, Kanten beschabt). VD18 11615877 - Hirsch I, 578 - Kistner-See- baß 906 - Eitner IX, 478 - Wolffheim II, 314: „Mit ausführlichen Angaben über Instrumente der Alten, nebst deren Abbildung im Text“. - Zweite deutsche Ausgabe, die erste erschien 1706. - Mit der meist fehlenden Tafel mit dem Sing- Dienst der Leviten vor dem Tempel. - Etwas ge- bräunt, die Tafel mit kl. Falzeinriss. - Provenienz: Aus der Bibliothek des westfälischen Historikers und Sammlers Joseph Niesert in Velen (1766- 1841), mit dessen Besitzvermerk von 1818 auf dem Titelblatt. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 208 OCCULTA - Graber, Johann Georg und Johann Georg Gichtel. Eine kurtze Eröfnung und Anweisung Der dreyen Principien Und Welten im Menschen. In unterschiedlichen Figuren vorgestellet: Wie und wo eigentlich ihre Centra im innern Menschen stehen; ... Samt einer Beschreibung der dreyerley Menschen, nach Art des in ihme herrschenden Principii oder Geistes. Mit doppelblattgr. kolor. Frontispiz und 3 (1 dop- pelblattgr.) kolor. Kupfertafeln. Ohne Ort, 1723. 8°. 175 S., [1] w. Bl. Lederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Deckelvignette (Krone) und Mono- gramm „I.H.L.“ Dreiseitiger Goldschnitt (etwas berieben, Kapitale etwas beschabt). VD18 11158840 - vgl. Caillet 4522 (4. Auflage 1779). - Erste Ausgabe. - Seltene mystische An- thropologie, bereits 1696 von Gichtel verfasst, jedoch vorliegend erstmals aus dem Nachlass herausgegeben. „Von Anlage her Mystiker und Spiritualist, kam er durch Jakob Böhme, dessen Werke er 1682 herausgab, zur Erkenntnis seiner Position, die über Böhme hinausgeht und stark mystische Züge aufweist.“ (NDB 6, 369). Seinem Denken liegt die Vorstellung zugrunde, dass der menschliche Körper als Abbild des Kosmos zu verstehen ist. So wird auf den Kupfertafeln der Mensch in seinen verschiedene Körperregion dargestellt, wobei diesen jeweils eine religiö- se oder astronomische Entsprechung bzw. Bedeutung zugewiesen wird. Die doppelb- lattgrosse Tafel zeigt das „Rad der Geburt“. - Gichtels Lehre fand ihre praktische Umsetzung in den Hausgemeinschaften der sogenannten „Gichtelianer“ oder „Engelsbrüder“, die auch in der Schweiz bis weit ins 20. Jahrhundert hinein existierten (vor allem im Zürcher Oberland und im Emmental). - Durchgehend stärker gebräunt und stockfleckig. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 209 TRACHTEN UND KOSTÜME - Racinet, Albert Charles Auguste. Le costume historique. Band II (von VI). Mit 100 (teils farbigen) lithographierten Tafeln. Paris, Firmin-Didot, 1888. Folio. Halble- derband d. Z. mit goldgeprägtem Rückentitel (minimal berieben, VGelenk etwas eingerissen, Deckel verzogen). Lipperheide Ad 52 - Hiler 732 - Colas 2471. - Erste Ausgabe der „Grande Édition“. - Racinets 1888 erschienenes Werk zählte damals zu den umfangreichsten Untersuchung der Beklei- dungsstile und Mode von der Antike bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Farbig bestechende und detaillierte Illustrationen. - Vorne wenige Blatt leicht feuchtrandig. Im Schnitt minimal stockfleckig. - Montiertes Exlibris „Alvarobaloz- za“ auf Spiegel. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 206
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    | 44 Bücher |Kunst Kunstgewerbe 210 ARCHÄOLOGIE - Schliemann, Henry. Ilios. Ville et Pays des Troyens... Traduit de l‘anglais par Madame E. Egger. Mit gest. Frontispiz, 8 gest. (teils mehrfach gefalt.) Plänen (davon 2 kol.), 1 (st. 2) gest. kol. Karte sowie 2000 Abb. (teils auf Tafeln). Paris, Libraire Firmin-Didot et Cie, 1885. 4°. [3] Bll., XII, 1032 S. Rest. HLeder d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und reich illustrierten Deckeln, Goldschnitt (Rücken erneuert; Rücken gebräunt, minimal berieben). Blackmer 1499. - Erste französische Ausgabe. - Die Karte mit Darstellung vom antiken Troja. - Es fehlen die 16 lithographierten Tafeln und 1 Karte. - Minim gebräunt. - Mont. Exlibris „Alvarobaloz- za“ und Buchhändler-Etikett. Auf Vortitel alter hs. Besitzvermerk „Louis Gfeller“. - BEIGEGE- BEN: Ders. Mycènes récit des recherches et découvertes faites a Mycènes et a Tirynthe. Mit gest. Frontispiz, 6 (teils gefalteten, doppelb- lattgrossen) Holzstich-Tafeln, 8 gest. (davon 3 gefalt.) Plänen sowie zahlreichen Textabbildun- gen. Paris, Librairie Hachette et Cie, 1879. 4°. [3] Bll., 488 S. Späterer Halblederband mit goldgepr. Rückentitel, Kopfgoldschnitt. - Zweiseitig unbe- schnitten. - Mont. Exlibris „Alvarobalozza“. - Zus. 2 Bände. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 211 Froissart, Jean. Chronicles of England, France, Spain and the adjoining Countries, from the latter Part of the Reign of Edward II. to the Coronation of Henry IV. Translated from the French Editions... by Thomas Johnes. 2 Bände. Mit 2 kolor. und goldgehöhten lithogr. Titeln sowie 73 kolor. und goldgehöhten lithogr. Tafeln. London, Henry G. Bohn, 1857. 4°. XVI S., [1] Bl., S. XVII-XLVII, 768 S.; XIV, 733 S. Rote Halbmaro- quinbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und Rückenvergoldung (Kanten etwas bestossen). Cat. Fischer Libr. 200. - Aufwendig illustrierte Ausgabe, die Tafeln nach den Handschriften der Bibliothèque Nationale de France u.a. - Schönes Exemplar. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 212 Lorrain, Claude. Liber veritatis. Or, a Collection of .. Prints, after the Original Designs... executed by Richard Earlom, in the Manner and Taste of the Drawings. 3 Bände. Mit 3 gest. Porträts von Josiah Boydell, Thomas Lupton und anderen, sowie 300 num. Mezzotinto-Tafeln (überwie- gend in Sepia). London, J. Boydell, 1777 (I-II) und London, Hurst, Robinson Co., 1819 (Bd. III). Folio. Marmorierte Halblederbände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung (etwas berieben und be- schabt, Ecken bestossen, Bde. I und II Block vom Einband gelöst, Lagen lose). Abbey, Life 200. - Cohen/R. 242: „Recueil re- marquablement.“ - Lewine S. 226. - UCBA I, 299. - Wessely (R. Earlom) III, 149-348. - Thieme/B. XIII, 369. - Erste Ausgabe. Vollständig. - Die ersten beiden Bände, deren 200 Tafeln sämtlich nach Zeichnungen aus dem Besitz des Herzogs von Devonshire ausgeführt wurden, erschienen 1777, der dritte Band mit Tafeln nach Vorlagen aus anderen Sammlungen erst 1819. Lorrains steigende Popularität führte zu einer Reihe ihm falsch zugeschriebener Werke, worauf er 1636 mit der Katalogisierung seines Oeuvres begann. Von jedem vollendeten Gemälde fertigte er kolorierte Umrisszeichnungen an, auf welchen der Name des Käufers vermerkt war. So dienten die Liber Veritatis damals mehrheitlich zur Authentifizierung seiner Gemälde und wurden zu diesem Zwecke oftmals durch ganz Europa verschickt. - Teils stockfleckig, minimal entlang der Ränder gebräunt. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) Kunst Kunstgewerbe 211 210
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    | 45 213 Maillol, Aristide- Pons, Joseph-Sébastien. Concert d‘été. Mit Titelvignette und 25 Origi- nal-Holzschnitten von A. Maillol sowie einer Ex- tra-Suite auf China. Paris, Flammarion, 1945. 4°. 148 S., [2] Bll. Lose Lagen in Umschlag (dieser etwas gebräunt) und Original-Halbleinendecken mit Rückenschild. In Schuber. Guérin 227-252 - Monod 9234. - Eines von nur 10 numerierten Exemplaren auf Japan (GA 365). - Concert d‘été erschien ein Jahr nach dem Tod Maillols. - Leicht gebräuntes, ansonsten sehr gutes Exemplar. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 214 PORZELLAN - Delange, Carl. Recueil de toutes les pièces connues jusqu‘à ce jour de la faïence française dite de Henri II et Diane de poitiers. Mit gest. Titel, 52 blattgrossen farb. lithograph. Tafeln C. Delange und C. Bornemann, sowie je 3 gest. Zierinitialen und Textvignetten. Paris, H. und C. Delange, 1861. Folio. [2] Bll., 34 S., [1] Bl. Rest. Halb-Maroquinband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Goldschnitt (unter Verwendung des alten Rückens; leicht gebräunt, Ecken gering bestossen, minimal kratzspurig, berieben). Brand/Evers 614. - Erste Ausgabe. - Eines von 150 Exemplaren. - Die Tafeln mit aufwendigen farbig prachtvollen Darstellung verschiedener Vasen, Kandelaber und Prunkgefässen. - Titelei minimal stockfleckig, stellenweise schwach fin- gerfleckig. Vereinzelte Bleistift-Notizen (S. 30- 34), sowie eingeklebten Zeitungsausschnitten (fliegender Vorsatz und auf 3 Tafeln). - Exlibris „Alvarobalozza“ auf Spiegel montiert. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 215 Pyne, W. H. - Gray, C. Microcosm: or, a pic- turesque delineation of the arts, agriculture, manufactures, c. of great britain, in a series of above a thousand groups of small figures for the embellishment of Landscape. 2 Bände. Mit gest. Frontispiz und 118 (von 120) Aquatinta-Radie- rungen von J. Hill und von und nach W. H. Pyne. London, W. H. Pyne u. J. C. Nattes, 1806. Qu.-4° (27 x 43 cm). [2] Bll., 30 S.; [2] Bll., 36 S. Halbleder d. Z. mit Rückenvergoldung und goldgepr. De- ckelschild, Goldschnitt (leicht berieben). Graesse V, 5153. - Zweite Ausgabe. - In den Rändern gebräunt, stellenweise leicht feucht-, stock- und fingerfleckig (einige Tafeln stärker und ganzseitig stockfleckig), vereinzelte Blatt mit kl. Randeinrissen, Titelei etwas gefaltet, angestaubt. Insgesamt wohlerhalten. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 214 212
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    | 46 Bücher |Kunst Kunstgewerbe 216* Rembrandt van Rijn - Einblattdruck des „Cura- teur over den Insolventen Boedel van Rembrant van Rijn“ mit Ankündigung der Versteigerung von Kunstwerken aus Rembrandts Besitz. Mit einer mehrzeiligen Holzschnitt-Initiale. [Amster- dam, nach dem 24. September 1658]. 19 x 17 cm. Auf Trägerkarton montiert, gerahmt. Gesamtgrösse: 37,5 x 34,5 cm. Hofstede de Groot, C. Die Urkunden über Rem- brandt (1575-1721), Haag 1906, No. 197: Pla- kat, die Auktion von Rembrandts Kupferstich- sammlung anzeigend. S. 245f.: „kein Exemplar mehr bekannt“. - Ein ebenso unscheinbares wie zentrales Dokument zum finanziellen Bankrott Rembrandts. Dessen Geldnöte kulminierten 1656, weshalb er am 17. Mai dieses Jahres sein Haus an seinen Sohn Titus überschrieb. Kurz darauf wurde Rembrandts Zahlungsunfähigkeit amtlich und ein zwei Jahre währender Ausver- kauf seiner Vermögenswerte, vor allem seiner Kunstsammlung, nahm seinen Lauf. Unser Wan- danschlag betrifft „de vordere Papier Kunst“ so- wie noch vorhandene Bestände „van der voor- naemste so Italiaensche, Fransche, Duytsche ende Nederlandtsche Meesters“. Diese habe Rembrandt „met een groote curieushayt te samen versamelt“. Darüber hinaus stehen auch eine Anzahl („een goede partye“) von Zeich- nungen und Skizzen Rembrandts selbst zum Verkauf („Teeckeningen ende Schetsen“). Die Auktion, die bei Barent Janzs Schuurman, dem Wirt des Gasthauses Kaiserkrone an der Kal- verstraat stattfinden sollte, ist nicht genau ter- miniert: „“De verkopinge sal wesen ten daeghe, ure ende Jaere als boven“. Worauf sich dieses „boven“ (oben) bezieht, ist unklar, Hofstede de Groot vermutet eine Überschrift, die unser Blatt jedoch nicht aufweist, möglicherweise wurde sie auch abgetrennt. Das einzige uns bekannte Vergleichsblatt befindet sich im British Museum (Signatur: 1857,0613.990) und weist ebenfalls keine Überschrift auf. - Bereits im Dezember 1655 hatte Rembrandt besagten Gasthaus Kaiserkrone einen Raum gemietet und dort einige seiner Besitztümer zum Verkauf angebo- ten, worauf sich offenbar auch das vorliegende Blatt bezieht („daer de verkopinge voor desen is geweest“). „Der erzielte Gewinn war eine bittere Enttäuschung, die erste von vielen, die in den schweren Jahren noch folgen sollten. Der Ruin zeigte ihm seine Fratze.“ (Simon Schama, Rem- brandts Augen, Berlin 1999, S. 597). - Zustand: Etwas gebräunt, wenig fleckig, kl. Randeinrisse. Insgesamt von sehr guter Erhaltung. - Provenienz: Antiquariat Hans Marcus, Düssel- dorf. - Ausstellung „Rembrandts schatkamer“. Rembrandthuis Amsterdam, 25. September 1999 - 9. Januar 2000 (Ausgestellt als „Aanplak- biljet van de verkoop van Rembrandts verzame- ling, 1656“). - Privatbesitz Deutschland. CHF 70 000 / 90 000 (€ 64 810 / 83 330) SEGGET VOORT 216
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    | 47 217 AFRIKA -Burckhardt, Johann Ludwig. Travels in Nubia. Mit gest. Portrait und 3 (2 gefalteten) gest. Karten. London, Murray, 1819. 4°. [4] Bll., XCII, 543 (recte 533) S. Moderner Ledereinband im Stil d. Z., mit goldgepr. Rückentitel, reicher Rückenvergoldung und Deckelbordüren. vgl. Blackmer 238 (2. Auflage) - Henze I, 105. - Erste Ausgabe. - „Bedeutender Reisebericht voller neuer Entdeckungen ... besonders wichtig durch die Erforschung des Klippenbezirks der Ledja, in deren Inneres er als erster Forscher eindrang ... der eigentliche Beginn der neueren Nubien-Kunde“ (Henze). - Die Karten und Portrait etwas stockfleckig und gebräunt, die Faltkarten mit kl. Einrissen, sonst nur gering gebräunt. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 218 AMERIKA - [Montanus, Arnoldus] und Olfert Dapper (Übers.). Die Unbekante Neue Welt, oder Beschreibung des Welt-teils Amerika, und des Sud-Landes: darinnen vom Uhrsprunge der Ameriker und Sudländer, und von den geden- ckwürdigen Reysen der Europer darnach zu. Mit Kupfertitel, 16 (1 gefalt., 15 doppelblattgrossen) Kupferstichkarten, 6 gest. Portraits, 32 (2 gefalt., 30 doppelblattgr.) Kupferstich-Veduten und 70 Textkupfern. Amsterdam, Jacob von Meurs, 1673. Folio. [3] Bll., 658 S., [11] Bll. Lädierter Per- gamentband d. Z. über Holzdeckeln (Rückenbe- zug teils abgelöst und mit Fehlstellen, fleckig). VD17 3:307896S - Bircher B 12774 - Sabin 50087 - Howes D 59 - Church 613 - Borba de Moraes I, 206 f. - Erste deutsche Ausgabe. - „This German translation is much scarer than the Dutch original“ (Sabin). Olfert Dapper (1636- 1689) übersetzte das Ansichtenwerk der zwei Jahre vorher veröffentlichten Originalsausgabe. „This is a classic book on America, and is much sought after by collectors of Americana as it contains one of the first views of New York. It is sought after no less eagerly by collectors of Bra- ziliana, being a classic work of the Dutch period“ (Borba de M.). Mit den schönen Ansichten von Acapulco, Cartagena, Havanna, Campeche, Neu Mexico, Lima, Porto Rico, Potosi, San Salvador, St. Augustine u. a. sowie der genannten Ansicht von Neu Amsterdam im Text. - Mit der oft fehlenden grossen Gesamtkarte von Amerika sowie den Karten von Nordamerika (mit New York), Florida, Peru, Chile, Mexiko, Brasilien u.a. - Etwas gebräunt, kl. Feuchtfleck im Oberrand (anfangs stärker), einige Unterstreichungen mit (dezentem) Rotstift sowie Anstreichungen in Blei. - Insgesamt innen ordentliches Exemplar mit allen Kupfern in guten Abdrucken. CHF 1 600 / 2 400 (€ 1 480 / 2 220) Topographie Reisen 218
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    | 48 Bücher |Topographie Reisen 219 AMERIKA - Tocqueville, Alexis de. De la Dé- mocratie en Amérique. 4 Bände. Mischauflage. Mit 4 Titelvignetten (in Wiederholung) und 1 kolorierten Kupfer-Faltkarte. Paris, Charles Gosselin, 1835 (I u. II) und 1850 (III u. IV). 8°. [2] Bll., XXIV, 367 S.; [2] Bll., 459 S.; [2] Bll., V S., [1] Bl. 333 S.; [2] Bll., 363 S. Dunkelgrüne Halbmaro- quinbände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln und Bandzahl. Clouzot 264 - Sabin 96060-61. - Bände I und II in erster Ausgabe, Bände III und IV in zweiter Ausgabe. - Hauptwerk des französischen Publizisten und Historikers Alexis de Tocqueville (1805–1859) und ein Klassiker der Politischen Philosophie. Nach wie vor werden Tocquevilles Theorien und Kritikpunkte zur Amerikanischen Demokratie (The Tyranny of Merit) in der Lehre der Politikwissenschaft, als deren Mitbegründer er gilt, behandelt. 1836 erhielt das Werk den „Prix Montyon“ der Académie française. - BEIGEGEBEN: Ders. Correspondance et oeuvres posthumes. 2 Bände. Paris, Michel Lévy frères, 1866-1867. [2] Bll., 474 S.; [2] Bll., 500 S. Gleich gebunden und mit fortlaufender Bandzahl auf Rücken versehen. - Stellenweise leichte Stockflecken, teilweise leicht gebräunt, insgesamt sauber. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 220 ASIEN - Albuquerque, Afonso de. Commen- tarios do Grande Alfonso Dalboquerque, Capitam geral que foy das Indias Orientales, em tempo do moito poderoso Rey dom Manuel, o primeiro deste nome. Novamente emendados acrescentados pelo mesmo auctor. Mit Wap- penholzschnitt auf Titel und 2 kleinen Textholz- schnitten. Lissabon, J. de Barreira, 1576. Folio. [2] Bll., 288 S., S. 337-578. Flexibler Pergament- band d. Z. mit überstehenden Kanten und hs. Rückentitel (etwas fleckig und berieben, Kapitale u. Kanten mit kl. Läsuren). Eingelegt in moderne Papp-Kassette. IA.102.836 - Barbosa Machado 1, 26 - Anselmo 222 - D. Manuel 155 - BM Portuguese 127 - Zweite Ausgabe des berühmten Werkes. - Es fehlen die Seiten 289-336, die unserem Exemp- lar offenbar nie eingebunden waren. - Afonso de Abuquerque war seit 1509 Generalgouverneur von Portugiesisch-Asien. Er eroberte 1510 Goa, das zum Mittelpunkt des späteren porugiesi- schen Kolonialreichs um den Indischen Ozean aufsteigen sollte. - Unterschiedlich, teils stärker gebräunt. Ein Blatt mit hinterlegtem Ausriss im Oberrand, ein Blatt mit Einriss bis in den Satz- spiegel. - Titelei alt gestempelt. - Provenienz: Aus einer Schweizer Privatsammlung, durch Erbschaft an die heutigen Eigentümer. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 221 - China - Amiot, Joseph Marie et al. Mémoires concernant l‘histoire, les sciences, les arts, les mœurs, les usages [...] des chinois: Par les Missionaires de Pekin. 14 Bände. Mit gest. Portrait-Frontispiz des Qianlong-Kaisers von Martinet, 253 gest. (teils gefalteten, doppelb- lattgrossen) Tafeln von Picquet, Helan und anderen. Paris, Nyon, 1776-89. 4°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, Bandzahl sowie floraler Rückenvergoldung (berieben, beschabt, vereinzelte minimale Wurmspuren sowie Lederabrieb, Band XI und XIV Block vor Titel gebrochen, Vorsatz und Vortitel lose, Spuren alter Restaurierungen). Brunet 3, 1596 - Cordier BS I, 54-55 - Lust 96 - Walravens 93. - Erste Ausgabe. - Das vorliegen- de 14-teilige Werk „Mémoires concernant les Chinois“ stellen aufgrund ihrer umfangreichen Erläuterungen der französischen Jesuiten ein unschätzbares Quellenwerk zur Chinakenntnis im 18. Jahrhundert dar (Vgl. Walravens). Der Grossteil besteht aus Übersetzungen aus dem Chinesischen, aber auch Briefen einzel- ner Missionare. Die unter anderem von Amiot verfassten Mémoires setzten zur damaligen Zeit eine gelehrte Leserschaft voraus. Mit zahlreichen, sehr detaillierten gestochenen Tafeln, welche jegliche Bereiche der chinesi- schen Kultur abbilden. - Minimal in den Rändern gebräunt, teils feuchtfleckig, vereinzelt minimale Stockfleckchen. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 219 219
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    | 49 222 - China- Kircher, Athanasius. La Chine. illustrée de plusieurs monuments tant sacres que profanes, et de quantite de recherches [...] Mit gest. Frontispiz, illustr. Kupfertitel (zur lat. Ausg. 1667), 1 gest. Porträttafel, 2 doppelblattgr. Kup- ferkarten, 1 Faltkarte, 23 Kupfertafeln und 59 Textkupfern. Amsterdam, Jansson à Waesberge E. Weyerstraets Erben, 1670. Folio (39,4 × 26 cm). [11] Bll., 367 S., [7] Bll. Lederband d. Z. mit goldgepr. Rückenschild und reicher Rückenver- goldung (etwas berieben, fleckig, Gelenke an den Kapitalen mit Einrissen bzw. kl. Fehlstellen). De Backer/Sommervogel IV, 1064 - vgl. Lipperheide Le 3 - Cordier 26, 767, 773 - Walravens, China illustrata 18. - Reich illust- riertes landeskundliches Werk über China, das Geographie, Ethnographie, Religionsgeschichte, Naturgeschichte, Architektur und Philologie sowie verschiedene Reisewege umfasst. Ein „Meilenstein in der europäischen Chinakenntnis“ (Walravens). - Von Bedeutung sind vor allem die Schrifttafeln, darunter die Wiedergabe der berühmten nestorianischen Inschrift von Xian, die eine Präsenz des Christentums in China schon vor vielen Jahrhunderten dokumentierte. - Durchgehend etwas stockfleckig, vereinzelte Wasserfleckchen, Ränder etwas stärker ge- bräunt. - Provenienz: Handschriftlicher Vermerk auf freiem Vorsatz. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 223 - Japan - Kaempfer, Engelbert. Histoire naturel- le, civile, et ecclesiastique de l‘empire du Japon. Traduite en françois sur la version angloise de Jean-Gaspar Scheuchzer. 2 Bände. Mit gest. Frontispiz und 45 Kupfertafeln (teilweise gefaltet oder doppelblattgross), gestochen u.a. von William Hulett, C. Moore und Gerard van der Gucht. Den Haag, P. Gosse u. J. Neaulme, 1729. Folio. [4] Bll. LII, 217 S.; [2] Bll., 313 S. [recte 323, Seite 76 springt auf 67 zurück], 73 S. (Appendice [recte 71, Seite 36 springt auf 39]), S. 73-96 (Appendice second). Kalbslederbände d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und goldgepr. Wappensu- pralibros auf den Vorderdeckeln (Heinrich Graf von Borcke) (etwas berieben, kleine Einrisse und Fehlstellen an den oberen Kapitalen). Landwehr VOC 532 (und vgl. 530) - Alt-Ja- pan-Katalog 713 - Cordier BJ 416 - Cox I, 332 - Henze III, 3 ff: „Das erste auf Autopsie und Quellenauswertung beruhende Grundwerk über Japan ... leitete eine neue Epoche der Kenntnis von Japan ein.“ - Erste französische Ausgabe, übersetzt nach der englischen Erstausgabe von 1727, der wiederum Kaempfers deutsches Manuskript zugrunde lag. - Der klassische Bericht behandelt neben Geschichte, Landes- kunde und Geographie Japans ausführlich auch naturwissenschaftliche Fragen u. a. aus Botanik und Medizin, ferner Teekultur und Papier. Unter den grossen Kupfern die schöne Karte „Imperium Japonicum“, Ansichten von Jedo und Nagasaki, Pflanzen, Tiere und Schrifttafeln. - Die vorliegende Übersetzung basiert auf der englischen Original-Ausgabe, die der aus Zürich stammende Johann Caspar Scheuchzer (1702- 1729), der Sohn des berühmten Naturforschers Johann Jakob Scheuchzer, erstellt hatte. Der als Leibarzt der englischen Könige wirkende Sir Hans Sloane war der Besitzer von Kaempfers deutscher Original-Handschrift („Heutiges Japan“) geworden und hatte den jungen Zürcher mit der Übersetzung beauftragt. Seine nicht auf Kaempfers Skizzen zurückgehenden Vorlagen zeichnete Scheuchzer als Kupferstichvorlagen nach den aus Asien mitgebrachten Objekten und Büchern. - Teils stockfleckig, vereinzelte Rand-Fehlstellen. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 222 223 221
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    | 50 Bücher |Topographie Reisen 224 ASIEN - Marco Polo - Charignon, Antoine Jo- seph Henri. Le livre de Marco Polo. 3 Bände. Mit einer gefalteten dreifarbigen Holzschnittkarte von Erhard, lose am Ende von Band I eingelegt, Holzschnitt-Titelvignette sowie 7 Textholz- schnitten. Peking, Albert Nachbaur, 1924-1928. 4°. Hellblaue Original-Broschuren (etwas lichtrandig, minimal berieben, etwas fleckig sowie Rückengelenke minimal eingerissen). Eines von 500 nummerierten Exemplaren auf Vélin Pelure Chinois (GA 550). - Übersetzung ins moderne Französisch und Anmerkungen aus chinesischen Quellen von Charignon, französisch-chinesischer Ingenieur der École Centrale des Arts et Manufactures (heute Centrale-Supélec). Er war Eisenbahnkonstruk- teur, aber auch Sinologe und Historiker und ist insbesondere für seine Arbeiten über Marco Polo bekannt. - Teils vereinzelt stockfleckig, anonsten in guter Erhaltung. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 225 ATLANTEN - Johnson, A. J. Johnson‘s new illustrated (steel plate) family atlas, with descrip- tions, geographical, statistical, and historical, in- cluding the latest federal census, a geographical index, and a chronological history of the civil war in America, by Richard Swainson Fisher. Mit gest. Titel, 3 (2 doppelblattgr.) kolor. gest. Tafeln und 62 (30 doppelblattgr.) kolor. Stahlstichkarten, meist mit Drucktext verso. Einige Holzstich-Ab- bildungen im Text. New York, Johnson and Ward, 1864. Folio. 123 S. Original-Halblederband mit goldgepr. Rücken- und Deckeltitel (stärker bestossen, Innengelenke gebrochen, Block vom Einband gelöst). Phillips 843. - Vor allem für die Darstellung der nordamerikanischen Territorien und ihre Er- schliessung bedeutender Atlas mit detailliertem Kartenmaterial zu den einzelnen Bundesstaa- ten. - Papierbedingt etwas gebräunt, stellen- weise etwas feucht- bzw. fingerfleckig in den Rändern, wenige Karten mit kl. Randeinrissen. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 226 - La Harpe, [Jean-François de]. Atlas pour l‘Ab- régé des Voyages. Mit 74 (meist mehrfach ge- falt.) gestochenen Faltkarten. Paris, Moutardier, o. J. [ca. 1780-1801]. 4°. Halblederband d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild (Ecken bestossen, etwas berieben, leicht beschabt, teils fleckig, VInnengelenk angelockert). Vgl. Cox I, 33 - Brunet III, 771 - Sabin 38632. - Komplett - Umfangreicher Atlas zu La Harpe‘s Abrégé de l‘Histoire Generale des Voyages, die in 32 Bänden zwischen 1780 und 1801 erschie- nen sind. Die grösstenteils von Jacques Nicolas Bellin (1736 - 1803) gestochenen Karten visualisieren unter anderem Afrika, Indien, Java, Borneo, Sibirien, Kamtschatka, Japan, China, Island, Südamerika, Nordamerika und Australien, wie auch Reisen James Cooks. Mit der grossen mehrfach gefalteten Karte „Essay d‘une Carte Réduite [...]“ von N. Bellin. - Lose beigelegt eine weitere Karte „Suite de l‘Océan Oriental“. In den Rändern leicht gebräunt und minimal stock- fleckig, teils leichte Randeinrisse (ausserhalb der Darstellung). - Montiertes Exlibris Alvarobalazza auf Spiegel. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 227 - Roux, Joseph. Receuil des principaux plans, des ports, et rades de la Mer Mediterranée, estraits de ma carte en douze feuilles dediée a Mons. le Duc de Choiseul Ministre de la Guerre et de la Marine gravée avec Privilege du Roy [...]. Mit Kupfertitel von Laurent und 121 gest. Kup- ferkarten. Marseille, beim Verfasser, 1764. Quer- Gr.-8°. Titel, Karten, [1] Bl. (Inhaltsverzeichnis). Marmorierte Lederband d. Z. (VGelenke teils eingerissen, leicht berieben und beschabt, ergänzte Fehlstellen im Bezug). Philipps 5172 - Polak 8468. - Erste Ausgabe. - Grosse Ausgabe des Atlasses der wichtigsten Häfen und Buchten des gesamten Mittelmeer- raumes, darunter Port Mahon, Barcelona, Carta- gena, Gibraltar, Cadiz, Marseille, Toulon, Genua, Venedig, Palma de Mallorca, Konstantinopel, Limassol, Smyrna, Tripolis, Alexandria u.v.a. - Im gleichen Jahr erschien noch eine kleine Ausga- be mit 67 Tafeln. - Buchblock vor Titel angebro- chen, Tafelverzeichnis mit Knickfalte, vereinzelt mit schwachem Wasserrand, insgesamt aber gutes und komplettes Exemplar. CHF 1 100 / 1 600 (€ 1 020 / 1 480) 224 225
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    | 52 Bücher |Topographie Reisen 228 ATLANTEN - Vaugondy, Robert de. Nouvel Atlas portatif destiné principalement pour l‘inst- ruction de la jeunesse, d‘après La Géographie moderne de feu l‘Abbé Delacroix. Mit gest. Titel, 7 S. gest. Text und 53 doppelblattgr. grenzkolo- rierten Kupferkarten sowie einer zusätzlichen Faltkarte. Paris, Lamarche, 1795. 4°. 8 S. gest. Text. Lädierter Halblederband d. Z. (bestossen, Gelenke angeplatzt und unschön mit transpa- rentem Tape fixiert). Vgl. Phillips 649 u. 3528. - In unterschiedlichen Varianten erschienener Handatlas, vorliegend mit den 4 Weltkarten, 4 Erdteilen (Europa, Asien, Afrika und Amerika) und Einzelkarten von Europa (28), Asien (4), Afrika (2), Amerika (4) sowie der Antiken Welt (7). Zusätzlich eingebunden einer grosse Faltkarte der Französischen Republik, datiert 1799. - Etwas fingerfleckig, wenige Karten mit zumeist hinterlegten Randeinrissen, im letzten Drittel grössere Feuchtflecke in den Rändern, teils bis in die Darstellung reichend. Die Faltkarte in den Falzen hinterlegt. - Hs. Besitz- vermerke auf Vorsatz und Titel. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 229 - Homann, J. B. - Atlas Minor XXVI. Selectarum Tabularum Geographicarum Homanni secundum methodum Hubneri et M. Schatzii.../ Kleiner Atlas von sechs und zwanzig auserlese- nen Homanns Land-Charten nach Anleitung Johann Hübners und M. Schatzens Mit gest. handkol. Titel als Frontispiz von M. Rössler, 26 doppelblattgrossen, handkol. Karten nach J. B. Homann. Nürnberg, Homännische Officin, o. J. (um 1730). Folio. [1] Bl. Rest., flexibler Lederband d. Z. mit blindgepräg- tem Deckeltitel (Rücken erneuert und Verwendung der alten Decken, berieben, Randeinrisse, geknittert). Seltene Variante des Atlas minor, vorliegend mit Kupfertitel des „Atlas novus terrarum orbis imperia“. Es existieren ähnliche Exemplare mit einer abweichenden Kollation, darunter ein an- derer ebenso von Hübner angeleitet mit lediglich 18 Karten. - Enthält: Weltkarte, Europa, Asien, Afrika, Amerika, Spanien und Portugal, Frankreich, Grossbritannien, Niederlande, Vereinigte Niederlande, Helvetien / Schweiz, Italien, Deutschland, Öster- reicherische Erblande, Bayern, Schwaben, Rhein, Obersachsen, Niedersachsen, Böhmen, Schweden Norwegen, Dänemark, Polen und Preussen, Russland, Donau Strom, Gelobtes Land. - Auf vorderem Spiegel handschriftliches Inhaltsverzeichnis von alter Hand. - Gebräunt, in den Rändern etwas stock- und feuchtfleckig (teils stärker), stellenweise braunfleckig, einige Randeinrisse (teils leicht in der Darstellung oder mit kl. Textver- lust), zum Teil mit Blattrestaurierungen (Titel mit alt ergänzter Fehlstelle), Knicke, Karte 12 mit grösserem Einriss im Falz (ca. 36 cm), Bundsteg teils angeplatzt, Karten etwas angelockert. Insgesamt ordentliches Exemplar. CHF 1 500 / 2 200 (€ 1 390 / 2 040) 228
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    | 53 230 ORIENT -Burckhardt, Johann Ludwig. Travels in Arabia, comprehending an Account of those territories in Hadjaz which the Mohammedans regard as sacred.... Published by Authority of The African Association for Promoting the Discovery of the Interior of Africa. 2 Bände. Mit 1 gest. Faltkarte und 4 gest. Plänen. London, Henry Colburn, 1829. 8°. XXI S., [1] Bl., 452 S.; III, 431 S. Etwas spätere Leinenbände mit goldgepr. Rückentiteln (stärker fleckig). Blackmer 239 - Gay 2606 - Henze I, 407. - Erste Oktavausgabe, erschienen im gleichen Jahr wie die Erstausgabe in Quarto. - Detail- lierte Beschreibung der Reise in die heiligen Städte Mekka und Medina, die Burckhardt unter arabischem Namen unternahm. Sie erschien aus den nachgelassenen Schriften und war bei ihrer Erscheinung der genauste Bericht über diese Region, die Christen nicht betreten durften. Burckhardt gelang es dank seiner guten Kenntnis der arabischen Sprache und Bräuche, nicht entdeckt zu werden. - Gebräunt und etwas stockfleckig, in den Rändern stellenweise auch stärker. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 229 231 DONAU - Baeck, Elias. Accurat aufgezeichneter Donau-Strom, von dessen Ursprung biß zu dem Einfall in das schwarze Meer, samt allen darein sich ergiessenden Flüssen, daran liegenden Königreichen, Provinzen, Städt und Vestungen, allwo jezo das Kriegs-Theatrum eröffnet wor- den. Folge von 29 Kupferstich-Segmentkarten, jeweils auf Karton aufgezogen. Mit 6 Meilen- zeigern und zahlr. Gebietswappen. Augsburg, ca. 1735. Jeweils 17 x 9,7 cm. Zusammen in Karton-Schuber mit mont. Titelkupfer (etwas fleckig und beschabt, Titel mit kl. Fehlstellen im Bildbereich). Hohensinner 6. - Die eigentliche Karte besteht aus 28 Blatt (numeriert A und B, 1-14), das von G. J. Ostertag gest. Ansetzblatt setzt diese an der Küste des Schwarzen Meeres nach Süden (inkl. Konstantinopel) fort. - Leicht gebräunt bzw. stockfleckig in den Rändern. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460)
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    | 54 Bücher |Topographie Reisen 232 ITALIEN - Sizilien - Sartorius von Waltershausen, Wolfgang und Arnold von Lasaulx. Der Aetna. Nach den Manuscripten des verstorbenen Dr. Wolfgang Sartorius von Waltershausen, hrsg., selbständig bearb. und vollendet von Dr. Arnold von Lasaulx. 2 Bände. Mit Portrait-Frontispiz, 1 farblithogr. Frontispiz, 36 teils doppelblatt- gr. Kupfertafeln, 1 Karte in Lichtdruck, sowie zahlr. Textholzschnitten und 1 losen Faltkarte in Buchtasche. Leipzig, W. Engelmann, 1880. Gr.-4°. XVIII S., [1] Bl., 371 S.; VIII, 548 S. Origi- nal-Halbleinwand (bei Bd. 1 VGelenk geplatzt, Block gelöst, bei Bd. 2 kl. Gelenkeinriss, etwas angestaubt und stockfleckig). Poggendorff II, 753 - Margerie 629 u. 2377. - Erste Ausgabe. - I. Reisebeschreibung Sartorius‘ und Geschichte der Eruptionen. - II. Topographisch-geognostische Beschreibung, Entwicklungsgeschichte und Producte des Aetna. - „Die hauptsächlichste wissenschaftli- che Aufgabe“ des Geologen und Mineralogen Sartorius von Waltershausen (1809-1876) war „die eingehendste Erforschung der Vulkane Itali- ens ... Schon 1834 sehen wir ihn auf einer ersten dreijährigen Reise nach Italien, namentlich nach Sicilien zur Erforschung der Vulkane begriffen. Aufs neue brach er 1838 zu einer zweiten, fünfjährigen Reise nach Italien und Sicilien auf, welche hauptsächlich die kartographische Auf- nahme und geologische Erforschung des Aetna zum Zwecke hatte ... Leider war es ihm nicht beschieden, zu seinem großen Prachtwerke der Aetnakarte eine ausführliche Erläuterung zu vollenden; er starb mitten in den Vorbereitun- gen hierzu und nur der aufopfernden Hingebung von A. v. Lasaulx, der selbst eine Reise zur Er- gänzung der gemachten Beobachtungen 1878 nach Sicilien unternahm, ist es zu verdanken, dass diese große und ausgezeichnete Arbeit im Geiste des Verfassers zur Publication gelangt ist.“ (ADB 30, 753 f). - Frontispiz und Titelei des 2. Bandes etwas stockfleckig, ansonsten ordentliches Exemplar. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 233 PALÄSTINA - Jerusalem - Adrichem, Christiaan van. Breve descrittione della città di Gierusalem- me, come à punto si ritrovava nell‘età di Christo [...]. Aggiontovi di nuovo un trattato del Lodovico Arrivabene [...], toccante le parti più essentiali di Terra Santa. Mit kl. Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. Verona, M. A. Palazzolo, 1592. Kl.-8°. [16] Bll. (d.l.w.), 292 (recte: 192) S. Moderner Pergamentband mit goldgepr. Rückentitel. Edit16 CNCE 298 - Röhricht 210 - nicht bei Tobler. - Zweite Veroneser Ausgabe des oftmals aufgelegten und übersetzten Jerusalem-Füh- rers, verfasst von dem in Delft geborenen und vor der Reformation nach Köln geflohenen Priester Christiaan van Adrichem (1533-1585), 232 der das Heilige Land nie selbst bereist hatte. - Etwas gebräunt und fleckig, die ersten und letzten Blatt im Rand hinterlegt. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 234 RUSSLAND - Damaze le Raymond. Tableau historique, géographique, militaire et moral de l‘Empire de Russie. 2 Bände. Mit 3 gest. grenzkolor. Faltkarten, 2 gest. (1 grenzkolor. gefalt.) Plänen sowie 2 gefalt. Tabellen. Paris, Le Normant, 1812. 8°. XVI, 561 S., [1] Bl.; [2] Bll., IV, 451 S., [3] Bll. Halblederbände d. Z. mit je 2 goldgepr. Rückenschildern (signiert Grosclau- de, Metz; etwas fleckig und berieben, Kapitale etwas bestossen, Rücken aufgehellt). Monglond IX, 1015. - Erste Ausgabe. - Um- fassende Landeskunde, enthält auch einen umfangreichen Abschnitt zur russischen Armee und erschien offenbar im Zusammenhang mit dem napoleonischen Feldzug. Mit einer Übersichtskarte sowie 2 Karten mit der „Route de Berlin à Petersbourg“. Der Faltplan zeigt St. Petersburg, der kleine Plan Moskau. - Vorsätze etwas leimschattig, stellenweise minim stock- fleckig. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280)
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    | 56 Bücher |Topographie Reisen 235 RUSSLAND - Alexander II. - Description du Sacre et du Couronnement de leurs Majestes Imperiales l‘Empereur Alexandre II et l‘Impera- trice Marie Alexandrovna. Mit lithographiertem Titelblatt in Rot und Gold, 18 ganzseitigen Chromolithographien, 2 lithographierten Plänen und 30 gestochenen, montierten Illustrationen von Malapeau, Walter nach Bagantz, Zichy, Sorieul, Timm, Blanchard, Teichel u.a gedruckt bei Lemercier. Ferner 1 grossformatiges ge- stochenes Panorama aus 4 Segementen von Müller gedruckt bei Lemercier, letzteres separat gerahmt. St. Petersburg, Imperial Academy of Sciences, 1856. Imperial-Folio (90 × 68 cm). 125 S. Monumentaler dunkelgrüner Original-Ma- roquin-Einband mit goldgeprägtem Rücken und Wappen-Supralibros der Zarenfamilie auf Vorderdeckel, 2 ziselierten Messing-Schlies- sen, Goldschnitt (Rücken lose, Ecken berieben und bestossen, leicht beschabt, stellenweise kratzspurig und etwas fleckig, Schnitt leicht bestossen). Lipperheide 2787 - Burtsev 286 - Rossiiskaia Gosudarstvennaia Biblioteka 165 - Veresh- chagin 625 - Vinet 782 - Brunet Supplement, 375 - Fekula 2019: „one of the most spectacular and ambitious Russian imprints of the century, it was never offered for sale and is a great bibliographic rarity. A magnificent publication“. - Erste Ausgabe. - Eines von 200 Exemplaren der französischen Ausgabe (GA 400). - Kom- plett mit dem meist fehlenden Panorama mit einer Ansicht von Moskau. - Monumentales Prachtwerk zur Krönung von Zar Alexander II. und Marie Alexandrowna. „The volume is of such immense size, that the term ‚elephant folio‘ has no meaning, and, indeed, this may be the largest book that ever issued from the printing press“ (Sacherevell Sitwell „Valse des fleurs: A Day in St. Petersburg and a Ball at the Winter Palace in 1868“, London 1941, S. 64). Bei der Herstellung des Buches wurden keine Kosten gescheut: Es wurden spezielle Grossbuchsta- ben gegossen und auf aus China importiertem Papier gedruckt. Unter den Abbildungen sind 18 exquisit gedruckte Chromolithographien nach Zichy, Timm und anderen Hofkünstlern von intensiver Farbigkeit, die sich bis heute erhalten hat: „Not works of art, but fascinating in their improbability.“ (Sitwell, S. 65). Die Vorbereitung der Publikation dauerte vier Jahre (das angege- bene Druckjahr ist fingiert, das Werk wurde nicht vor 1861 publiziert), und die Produktion kostete erstaunliche 123.000 Rubel. Das Album wurde nicht nur für Mitglieder des Hofes, sondern auch für die diplomatische Elite und die Aristokratie Europas vorbereitet. Zweihundert Exemplare wurden auf Russisch und zweihundert auf Fran- zösisch veröffentlicht, letztere als Geschenk für wichtige Persönlichkeiten des Hofes und ausländische Gäste, die an der Zeremonie teilnahmen. - Text in Braun gedruckt. Mit dem meist fehlenden Panorama von Moskau (Bild- mass 19,5 × 224 cm), aus unserem Exemplar entnommen und separat gerahmt in Echtgol- drahmung (30,5 × 240 cm). - Stellenweise leicht stockfleckig, das Panorama in den weissen Rändern leicht stockfleckig, Vorsätze schwach sporfleckig, 1 Tafel im weissen Rand angerissen (ausserhalb der Darstellung, ca. 4 cm), vereinzel- te Textblatt im Bug angerissen bzw. gelockert, Block leicht angeplatzt. - Provenienz: Seit mehreren Generationen in Schweizer Privatbesitz. CHF 40 000 / 60 000 (€ 37 040 / 55 560)
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    | 58 Bücher |Topographie Reisen 236 RUSSLAND - Kaukasus - Gagarine, Prince Grégoire; Stackelberg, Comte Ernest. Le Caucase pittoresque dessiné d‘après nature par le Prince Grégoire Gagarine avec une introduction et un texte explicatif par le Comte Ernest Stackelberg. Dédié a Sa Majesté Impérale Nicolas Ier Empereur de toutes les Russies. Titel und 81 blattgr. (davon 31 farb., 50 getönt) lithograph. Tafeln sowie einer kol. Karte. Paris, Plon Frères, 1847. Gr. Folio. [3] Bll., 22 S., [33] Bll. Halb-Maroquinband d.Z. mit goldgeprägtem Rückentitel und -or- namentalen Schmuck, Kopf-Goldschnitt (minimale Bereibungen und Beschabungen). Colas 1148 - Lipperheide Kaa 56 - Vgl. Brunet V, 503 (Ausg. 1857). - Erste Ausgabe. - Lithographien gedruckt bei Lemercier, Paris. - Seltenes Werk mit kriegerischen, religiösen und volkstüm- lichen Darstellungen, Land- und Stadtansichten, Kostüm- und Trachtendarstellungen des damaligen Kaukasus. - Mit Texten von Gustav Ernst Graf von Stackelberg, der als Gesandter Zar Alexanders I. am Wiener Kongress die russischen Interessen ver- folgte, und den Illustrationen von Fürst Gregor Gagarin, der von 1849-56 im Kaukasus lebte. - Exlibris „Alvarobalozza“ auf Spiegel montiert. - Mit vereinzelten minimalen Stockfleckchen. CHF 10 000 / 15 000 (€ 9 260 / 13 890) 236 236
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    | 59 237 ASTRONOMIE -Herschel, J. F. W. Über den Bau des Himmels. Drey Abhandlungen aus dem Englischen übersetzt. Nebst einem authenti- schen Auszug aus Kants allgemeiner Naturge- schichte und Theorie des Himmels. Mit 3 gest. Kupfertafeln. Königsberg, Nicolovius, 1791. XII, 204 S. Roller-G. I, 536 - Warda 5 - NDB VIII, 698 - Erste deutsche Ausgabe der fur die moderne Ast- ronomie bahnbrechenden Aufsatze. „In three important papers he developed a cosmogony in which the universe began with stars scattered throughout infinite space... In the 1784 and 1785 papers Herschel also inaugurated the scientific study of the Milky Way“ (DSB VI, 332). - Titel alt gestempelt, CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 238 - Maupertuis, [Pierre-Louis Moreau de]. Oeuv- res. Nouvelle édition corrigée augmentée. Mit gest. Portrait als Frontispiz von J. Daullé nach Tourniere und einigen Textholzschnitten. 4 Bän- de. Lyon, J.-M. Bruyset, 1768. 8°. Marmorierte Kalbsleder d. Z. mit 2 goldgeprägten Rücken- schildern und floraler Rücken-, sowie Stehkan- tenvergoldung (leicht berieben und bestossen, schwach beschabt). Poggendorff II, 85 - Wellcome, IV, 175 - Rol- ler-G. 11, 173 - Ebert 13426 - Ziegenfuss II, 136.- Spätere Ausgabe (EA 1752). - Neue Sammelausgabe der wissenschaftlichen Werke Maupertius zur Astronomie, Physik, Mathema- tik, Geographie, Naturgeschichte sowie seine Reiseberichte ins Lappland, zur Linguistik und Moralphilosophie, etc. - Breitrandiger Druck. - Es fehlt die Karte „carte de l‘arc du méridien mesuré au cercle polaire“. - Leicht gebräunt. Vorsatzpapier Band 4 gelockert. - Auf Vortitel alter hs. Besitzvermerk „Savonnieres 1801“. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 239 BOTANIK - Michaux, François André. Histoire des Arbes Forestiers de l‘Amérique Septentri- onale. 6 Teile in 3 Bänden. Mit 138 (statt 140) kolor. gest. Tafeln von Gabriel u.a. nach P. J. und H. J. Redouté sowie Bessa. Paris, L. Hauss- mann und D‘Hautel, 1810-1813. 4°. Dekorative rote Maroquin-Einbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln, Rückenvergoldung und goldgepr. Deckelbordüren (leichte Bereibungen, Ecken gering bestossen). Nissen BBI 1360 - Pritzel 6196 - Stafleu/C. III, 5961 - Sabin 48693 - Junk Rara I, 64. - Erste Ausgabe. - In Lieferungen erschienenes Werk des französischen Botanikers F.-A. Michaux (1770-1855), das bedeutendste Buch über die Bäume Nordamerikas im 19. Jahrhundert. - Es fehlen 2 Tafeln im 2. Band. - Tafelzählung im 1. und 2. Band ganz bzw. teilweise gelöscht. - Unbeschnittenes Exemplar, in den Rändern etwas stockfleckig, ansonsten wohlerhalten. - Provenienz: Exlibris des Frankfurter Bankiers Max von Grunelius (1870-1963) auf Spiegeln. Im ersten Band eine eigenh. Notiz desselben, wo- nach sein Vorfahre Joachim Andreas Grunelius (1776-1852) das Werk 1821 in Paris bei Pélicier hat erwerben lassen. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) TechnikNaturwissenschaften 239 239
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    | 60 Bücher |Technik Naturwissenschaften 240 BOTANIK - Bory de Saint-Vincent, Jean Baptis- te. Dictionnaire classique d‘histoire naturelle. 17 Bände (davon 1 Atlas). Mit 159 (davon 151 kol.) Kupferstichen und 1 gefalt. kol. Weltkarte. Paris, Rey et Gravier, Baudouin etc, 1822-1831. 8°. Halbleder d. Z. mit 2 goldgeprägten Rücken- schildern und Rückenvergoldung (Kapitale teils etwas bestossen, teils mit kl. Fehlstellen, leicht fleckig, teils schwach berieben). Nissen BBI 2235 - Stafleu/C. 669. - Herausge- geben von Bory de Saint-Vincent (1780-1846), einem der produktivsten Naturalisten und Forscher des frühen 19. Jahrhunderts. Charles Darwin führte das Werk auf der H.M.S. Beagle während seiner berühmten Forschungsreise mit. - In den Rändern etwa gebräunt, stellen- weise leichte Stock- und Braunflecken, der Atlas gelegentlich leicht fingerfleckig. - Auf Vortitel jeweils gestempelt des Institut Ste. Marie-des-Chartreux, Lyon. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 241 - Kräuterbücher - Dodoens, Rembert. Frumen- torum, leguminum, palustrium et aquatilium herbarum, ac eorum, quae eo pertinent historia. Mit Holzschnitt-Druckermarke und 84 meist ganzseitigen botanischen Holzschnitten. Antwerpen, C. Plantin, 1566. 8°. 271 (recte: 270) S. Pergamentband d. Z. mit schwarzgepr. Rückentitel (etwas fleckig). Adams D 716 - Voet 1095 - Nissen BBI 513 - Pritzel 2346 - Durling 1176. - Erste Ausgabe. - Seltenes kleines Kräuterbuch des flämischen Arztes und Botanikers, der als Professor der Medizin in Leiden wirkte. - Es fehlen die drei Indexblätter am Schluss. - Vorsätze erneuert, Titelblatt aufgezogen, etwas gebräunt, feucht- und fingerfleckig. Verblasster Namenszug auf Titel. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 242 Darwin, Charles und Alfred Russel Wallace. On the Tendency of Species to form Varieties; and on the Perpetuation of Varieties and Species by Natural Means of Selection. Separatdruck. Read July 1st, 1858. 8°. S. 45-62. Späterer Leinen- band mit goldgepr. Deckeltitel. Aus: [Journal of the Proceedings of the Linnean Society, Zoology, Vol. III, No. 9, pp. 45-62]. - Freeman 347 - Norman 592 - PMM 344a. - Erste Ausgabe. - Die gemeinsame Publikation der theoretischen Entwürfe von Darwin und Wallace markiert den eigentlichen Beginn der Evolutionstheorie. „The first printed exposition of the theory of evolution by natural selection“ (Norman). - Wallace legte seine Überlegungen im sogenannten Ternate-Manuskript nieder. Diese im März 1858 von der Insel Ternate an Charles Darwin geschickte Arbeit sollte von diesem begutachtet und an Charles Lyell zur Publikation weitergeleitet werden. Darwin war, als er das um die halbe Welt per Schiff übermittelte Manuskript wahrscheinlich im Juni 1858 erhielt, von der weitgehenden Überein- stimmung von Wallaces Thesen mit seinen eigenen Forschungen derart überrascht, dass er fürchtete, eine Publikation derselben würde ihm als Plagiat angelastet werden. Daher entstand der Plan einer gemeinsamen Publikation. Unter dem vorliegenden Titel wurde schliesslich Wallaces Manuskript zusammen mit einem Auszug aus Darwins bis dahin unveröffentlich- tem Manuskript Natural Selection und einer Zusammenfassung eines Briefes von Darwin an Asa Gray am 1. Juli 1858 vor der Londoner Linné-Gesellschaft verlesen und anschliessend in gedruckter Form wie hier vorliegend veröf- fentlicht. Der Text erschien in 5 Varianten: Als Teil der „Zoology section“ wie vorliegend, ferner als Teil der „Botany section“, im Jahresband des Journals, als Verfasser-Sonderdruck sowie im Jahresband der Zeitschrift Zoologist (Bd. 16) mit abweichener Paginierung (vgl. Freeman 346- 350). - Der Eintrag aus dem Inhaltsverzeichnis der Zeitschrift ist bei unserem Exemplar auf dem Vorsatz montiert. - 4 Anstreichungen in Bleistift, im Rand minim stockfleckig, ansonsten wohlerhalten. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 242 240
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    | 61 243 Darwin, Charles,P. P. King und R. Fitzroy. Narrati- ve of the surveying voyages of His Majesty‘s ships Adventure and Beagle, between the years 1826 and 1836, describing their examination of the southern shores of South America and the Beagle‘s circumnavigation of the globe. 3 Bände und Appendix zu Band II in 4 Bänden. Mit 8 lose beiliegenden Faltkarten und 48 Stahlstichtafen (inkl. 1 Faltkarte). London, Henry Colburn, 1839. Gr.-8° (24 x 16 cm). XXVIII S., [2] Bll., 597 S.; XIV S., [1] Bl., 694 S., [1] Bl.; VIII, 352 S.; XIV, 615 S., S. 609-629 (Addenda). Blaue Original-Leinenbän- de mit goldgepr. Rückentiteln und ornamentaler Blindprägung auf Deckeln (etwas berieben, Rücken aufgehellt, stellenweise feuchtfleckig, Band III mit Wasserschaden auf Rücken und beiden Deckeln). Freeman 10 - Sabin 37826 - Borba de Moraes 247 - Norman III, 1009. - Erste Ausgabe und zugleich das erste von Darwin veröffentlichte Buch, das als Band III der vorliegenden Ausgabe erschien: Journal and remarks. 1832-1836. - „Darwin sailed with no formal scientific training. He returned a hard-headed man of science, knowing the importance of evidence, almost convinced that species had not always been as they were since the creation but had undergone change... The experiences of his five years... and what they led to, built up into a process of epoch-making importance in the history of thought“ (DSB 3, 556). - Unaufgeschnitten bzw. unbeschnitten; stellenweise leicht stockfleckig, Provenienz: Gest. Wappen-Exlibris Earl of Ilchester. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 244 Darwin, Charles. A Monograph on the Fossil Lepadidae, or, Pedunculated Cirripedes of Great Britain. A Monograph on the Fossil Balanidae and Verrucidae of Great Britain. 2 Teile in 1 Band. Mit 7 blattgrossen gest. Tafeln von J. De C. Sowerby und 12 Textholzschnitten. London, [C. J. Adlard für die] Palaeontographical Society, 1851-1854. 4°. VI, 88 S., [3] Bll., 44 S. [3] Bll. Halblederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (minimal bestossen, Rücken minim beschabt). Freeman 342 - Norman 590. - Erste Ausga- be. - Monographie über Rankenfusskrebse und Seepocken, deren Erforschung Darwin 8 Jahre seines Lebens (1846-1854) gewidmet hat. Zwischen 1851 und 1854 enstanden insgesamt vier Monographien, je zwei über die rezenten und zwei über die fossilen Formen. Darwins Interesse an Seepocken lässt sich auf eine Entdeckung an der chilenischen Küste zurückführen: Er fand am Strand Muschel- schalen, in die ein kleiner, oranger Organismus eingebohrt war, offensichtlich ein Parasit der Muschel. Im vorliegenden Werk sind alle damals bekannten Cirripedier-Arten und -Gattungen von Darwin beschrieben sowie in umfassenden Abbildungen dargestellt. - Minim gebräunt und stockfleckig, ansonsten wohlerhalten. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 245 Darwin, Charles. Geological Observations on South America. Being the third part of the Geology of the Voyage of the Beagle, under the command of Capt. Fitzroy, R.N. during the years 1832 to 1836. Mit 1 gest. Faltkarte, 1 kolor. gefalt. geolog. Querprofil von G. B. Sowerby Junior, 4 lithogr. Falttafeln und einer zusätzlichen lithogr. Falttafel am Schluss. London, Smith, Elder Co., 1846. 8° (22,5 x 14,5 cm). VII, 279, 32 S. (Verlagsanzeigen). Halblederband d. Z. mit 2 goldgepr. Rückenschildern und Rückenver- goldung (Gelenke etwas beschabt, Kanten und Ecken leicht berieben). Freeman 273 - Norman 587 - Sabin 18646. - Erste Ausgabe. - Mit dem oft fehlenden Ver- lagskatalog am Schluss, datiert Juli 1846. - Die zusätzlich eingebundene Tafel mit handschrift- lichem Vermerk: „Sowerby‘s Fossils of British Strata. Crag, by S.V. Wood Esq. F.G.S. 5 each part, 4 plates, 100 figures, with descriptions,“ im Unterrand mit der hs. Adresse: „50 Great Russell St., Bloomsbury.“ CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 243 243
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    | 62 Bücher |Technik Naturwissenschaften 246 Darwin, Charles. Gesammelte Werke. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. Auto- risirte deutsche Ausgabe. 16 Teile in 7 Bänden. Mit 4 gest. Portraits, 1 Faksimile, 15 (davon 7 gefalt.) 17 Tafeln und 4 mehrfach gefalt. Karten sowie zahlreiche Textholzstichen. Stuttgart, E. Schweizerbart, 1899. Gr.-8°. Halbleder d. Z. mit Rückenschildern und goldgepr. Bandzahl (leicht berieben). Zweite Ausgabe. - Enthält zahlreiche Schrif- ten, Briefe und eine Autobiographie. - Leicht gebräunt, nur gelegentlich leicht stockfleckig. Einige Blei- und Farbstift-Anstreichungen. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 247 Darwin, Charles. Konvolut von 8 Werken in frühen Ausgaben. London, John Murray, 1873- 1889. Grüne Original-Leinenbände. 1. Journal of Researches into the Natural Histo- ry and Geology of the Countries Visited during the Voyage of H.M.S. Beagle round the World. Twelfth thousand. London, 1873. - 2. Insecti- vorous Plants. Third thousand. Ebd., 1875. - 3. The Various Contrivances by Which Orchids Are Fertilized by Insects, second edition. Ebd., 1877. - 4. The Effects of Cross and Self Fertilisation in the Vegetable Kingdom. Second edition. Ebd., 1878. - 5. The Formation of Vegetable Mould through the action of Worms. Second thousand. Ebd., 1881. - 6. The Movements and Habits of Climbing Plants. Third thousand. Ebd., 1882. - 7. The Different Forms of Flowers in Plants of the Same Species. Third thousand. Ebd., 1888. - 8. The Structure and Distribution of Coral Reefs. Third edition. Ebd., 1889. - Teils leichte Gebrauchsspuren, einige Besitzvermerke, ins- gesamt gute Exemplare. - BEIGEGEBEN: Ders. Des effets de la fécondation croisée et de la fé- condation directe. Traduit de l‘anglais et annoté avec autorisation de l‘auteur par E. Heckel Paris, 1877. Original-Leinenband. - Erste französische Ausgabe. - 2 weitere Beigaben. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 244 245 247
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    | 64 Bücher |Technik Naturwissenschaften 248 Darwin, Charles. On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life. Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm. London, John Mur- ray, 1859. 8°. IX, 502 S. Brauner, geglätteter Lederband d. Z. mit 2 goldgepr. Rückenschildern, reicher Rückenvergoldung, Deckel- und Innenkantenbordüren sowie dreiseitigem Gold- schnitt (signiert Riviere Son; Kanten und Gelenke leicht berieben,Rücken mit kl.Schabspur). Dibner 199 - Freeman 373 - Grolier, Science 23b - Norman 593 - Printing and the Mind of Man 344b. - Erste Ausgabe. - Kaum ein anderes Werk der Naturwissenschaft hat die Sicht des Menschen auf die Welt und seine Stellung in ihr so sehr verändert wie „On the Origin of Species“. „Darwins Theorie über die Geschichte und Vielfalt des Lebens und die sich daraus ergebende Vorstellung, dass auch der Mensch mit all seinen biologischen und kulturellen Merkmalen das Produkt natürlicher Mechanismen ist, hat nicht nur die Praxis der Biologie unwiderruflich verändert, sondern wurde auch schnell als grundsätzliche Herausforde- rung philosophischer und religiöser Traditionen des Abendlandes erkannt. Darwins Werk beeinflusst daher seit seiner Erstveröffentlichung mit wechselnder Intensität, aber immer kontrovers, das Denken in der Ethik, Theologie, Sozial- oder Erkenntnistheorie.“ (Thomas P. Weber, in: KLL). - Mit den Merkmalen des Erstdrucks nach Freeman: Zwei Zitate auf Vortitel verso (Whewell und Bacon) und Faltdiagramm von W. West vor S. 117, jedoch ohne die 32 S. Verlagsanzeigen am Schluss. - Zu Darwins Lebzeiten erschienen bereits sechs Auflagen des Werkes. Die vorliegende erste umfasste 1250 Exemplare und war - wegen zahlreicher Vor- bestellungen - sofort ausverkauft. Bereits 1860 erschien die zweite Ausgabe in 3000 Exem- plaren. - Die ersten Blatt ganz leicht stockfleckig, ansonsten sehr gutes und wohlerhaltenes Exemplar im prachtvollen zeitgenössischen Meistereinband. - Provenienz: Wappen-Exlibris Michael Tomkinson, Franche Hall, Worcestershire (1841-1921). CHF 30 000 / 50 000 (€ 27 780 / 46 300) 248 248
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    | 65 249 Darwin, Charles.On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservati- on of Favoured Races in the Struggle for Life. Fifth thousand. Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm. London, John Murray, 1860. 8° (20,6 x 13,9 cm). IX, 502 S., 32 S. (Verlagsanzeigen). Grüner Original-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (Rücken leicht gedunkelt, Kapitale und Ecken minimal bestossen). Freeman 376. - Zweite Ausgabe, zweiter Druck. - Mit 3 Zitaten auf dem Vortitel verso. - Die Verlagsanzeigen datiert Januar 1860. - Vorti- tel mit Einriss im Falz, etwas gebräunt und auf den ersten Seiten minimal fingerfleckig. Gutes Exemplar. - BEIGEGEBEN: 1. Dasselbe. Third edition, with additions and corrections (seventh thousand). Mit 1 gefalt. lithogr. Diagramm. Ebd., 1861. 8° (20,6 x 13,9 cm). XIX, 538 S., [1] Bl., 32 S. (Verlagsanzeigen). Grüner Origi- nal-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (mit Buchbinder-Etikett von Edmonds Remnants, London). - Freeman 381. - Dritte Ausgabe mit der Erweiterung des historischen Abrisses zur Evolutionsbiologie, mit welcher er auf die Kritik an seinem Werk reagierte. - 2. Dasselbe. Sixth edition, with additions and corrections (thirteenth thousand). Mit 1 gefalt. lithogr. Dia- gramm. Ebd., 1873. 8° (19,1 x 13,1 cm). XXI, 458 S. Grüner Original-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel. - Freeman 396. - Etwas stock- fleckig in den Rändern, das Diagramm stärker. - Schönes Konvolut von 3 frühen Londoner Ausgaben des bahnbrechenden Werkes in den Original-Einbänden. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 250 Darwin, Charles. The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex. 2 Bände. Mit 76 Textholzschnitten. London, John Murray, 1871. 8°. VIII, 423, 16 S.; VIII, 475, 16 S. Dunkelgrüne Original-Leinenbände mit goldgepr. Rücken- titeln und Bandzahl (minimal beschabt und berieben, Ecken minim bestossen). Freeman 937 - Garrison Morton 170. - Erste Ausgabe, zweiter Druck. - „This is really two works. The first demolished the theory that the universe was created for Man, while in the second Darwin presented a mass of evidence in support of his earlier hypothesis regarding sexu- al selection“ (Garrison Morton, S. 23). In seinem unvergleichbaren Werk über die Abstammung des Menschen argumentiert Darwin nachdrück- lich, alle Lebewesen seien denselben Naturge- setzen unterworfen und dass sich der Mensch im Laufe der Jahrtausende genau so wie andere Tiere entwickelt hätte. Der Mensch trage in sei- nem Körper noch immer den unauslöschlichen Stempel seiner niederen Herkunft. - Entlang der Seitenränder minimal gebräunt sowie vereinzelt stockfleckig. - Provenienz: Newcastle Infirmary Medical Library, auf Spiegel montiert sowie Titel gestempelt. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 251 Darwin, Charles. The Expression of the Emo- tions in Man and Animals. Mit 21 Textholzschnit- ten und 7 (3 gefalt.) Heliotypien. London, John Murray, 1872. 8°. VI, 374 S., 4 S. (Verlagsanzei- gen). Dunkelgrüner Original-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (minimal berieben). Freeman 1142 - DSB III, 575 - Garrison-Morton 4975. - Erste Ausgabe. - „This is an important member of the evolutionary set, and it was written, in part at least, as a confutation of the idea that the facial muscles of expression in man were a special endowment“ (Freeman, S. 141). „With this book Darwin founded the study of ethology (animal behavior) and conveyance of information (communication theory) and made a major contribution to psychology“ (DSB III, S. 575). - Minim gebräunt, ansonsten wohlerhal- tenes Exemplar. - Buchhändler-Etikett Harrison, Bookseller to the Queen, 59, Pall Mall. - Exlibris Army and Navy Club auf Spiegel. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 251 249
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    | 66 Bücher |Technik Naturwissenschaften 252 Darwin, Charles. The Power of Movement in Plants. Mit 196 Textholzschnitten. London, John Murray, 1880. 8°. X, 592 S., 32 S. (Verlagsanzei- gen). Dunkelgrüner Original-Leinenband mit goldgepr. Rückentitel (minimale Bereibungen). Freeman 1325. - Erste Ausgabe. - „This was an extension of the work on climbing plants to show that the same mechanisms hold good for flowering plants in general“ (Freeman, S. 161). - Wohlerhaltenes Exemplar. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 253 Darwin, Charles. The Variation of Animals and Plants under Domestication. 2 Bände. Mit 43 Textholzschnitten. London, John Murray, 1868. 8°. VIII, 411, 32 S. (Verlagsanzeigen); VIII, 486 S., [1] Bl. (Verlagsanzeigen). Dunkelgrüne Origi- nal-Leinenbände mit goldgepr. Rückentiteln Freeman 877 - Garrison-Morton 224.1 - Nor- man 217. - Erste Ausgabe, erster Druck mit den entsprechenden Merkmalen: Im ersten Band mit den 5 Errata auf S. VI, im zweiten 7 Zeilen auf S. VIII. Die Verlagsanzeigen datiert April 1867 und Februar 1868. - Ausführlichstes Werk Dar- wins, in dem er erstmals seine Pangenesisthe- orie (Kapitel XXVII) darlegt. „This represents the only section of Darwin‘s big book on the origin of species which was printed in his lifetime and corresponds to its first two intended chapters.“ (Freeman). - Vorsätze minim stockfleckig. - Sehr gutes, unbeschnittenes bzw. unaufgeschnitte- nes Exemplar. - BEIGEBEBEN: Dasselbe. Ebd., 1868. 8°. VIII, 411, 32 S. (Verlagsanzeigen); VIII, 486 S., [1] Bl. (Verlagsanzeigen). Grüne Origi- nal-Leinenbände mit goldgepr. Rückentiteln (mit den Buchbinder-Etiketten von Edmonds Remnants, London). - Freeman 878. - Erste Ausgabe, zweiter Druck (Februar 1868) mit den korrigierten Errata des Erstdruckes vom Januar. - Provenienz: Wappen-Exlibris John Flower auf Spiegeln. - Zusammen 4 Bände. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 254 Gütle, Johann Conrad. Nützliche Versuche und Erfahrungen für Fabrikanten, Künstler und Oe- konomen, zur Beförderung der Oekonomie, der Künste, Gewerbe und Handlung, der Fabriken und Manufacturen. Mit gest. Frontispiz und 1 Falttabelle. Nürnberg und Altdorf, Monath und Kußler, 1796. Kl.-8°. XIV, 204 S. Pappband d. Z. (leicht fleckig und berieben). VD18 13072447 - Erste Ausgabe. - Gütle (1747-1827) war ein Nürnberger Instrumenten- bauer, Hersteller von Elektrisiermaschinen und Pionier beim Bau von Blitzableitern. - Durch- gehend etwas stockfleckig, in den Rändern auch stärker. - BEIGEBUNDEN: Anweisung zur Mischung der Farben und Bemerkungen über das Colorit. Bayreuth, J. A. Lübecks Erben, 1796. [1] Bl., 40 S. - Einzige Ausgabe. - Sehr seltene Schrift über die Mischung von Farben und deren Anwendung in der Malerei, über KVK in keiner Bibliothek nachweisbar. - Der Rezensent in der Allgemeinen Literaturzeitung vom 10. März 1797 gibt sich wenig überzeugt: „Wie konnte sich ein solcher Mann anmassen, über das Colo- rit schreiben?“ - Gest. Exlibris auf Spiegel. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 255 253
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    | 67 255 [Hohberg, WolfHelmhard von]. Georgica curiosa. Das ist: Umständlicher Bericht und klarer Unterricht von dem Adelichen Land- und Feld-Leben. 3 Bände. Mit 3 gest. Titeln, 10 Kupfertafeln, 4 ganzseit. Kupfern und zahlr. Textkupfern. Nürnberg, Martin Endter, 1695 (1-2) und 1715 (3). Folio. [7] Bll., 870 S.; [6] Bll., 854, 48 S., [17] Bll.; [2] (st. 5) Bll., 608 S., [15] Bll., 378 S., [9], [3] Bll., 110 (recte: 104) S., [2] (st. 3) Bll. Lederbände d. Z. mit reicher Blindprägung und je 2 intakten Messingschliessen (etwas berieben, Kapitale teils mit kl. Fehlstellen, Spuren älterer Restaurierungen). VD17 3:312616L, VD17 39:125978T - Faber du Faur I, 617 - Lindner 11.0983.01., 11.983.05 und 11.0985.01 - Lipperheide Pc 4 - Weiss 1661. - Hohbergs Hauptwerk ist eine enzyklopädi- sche Sammlung zu Landwirtschaft, Ackerbau, Bienen- und Pferdezucht, Hauswirtschaft, Jagdwesen, Wein- und Obstbau, Fisch- und Viehzucht. Der dritte Band mit dem Kochbuch wurde erst posthum herausgegeben. - Die erste Kupfertafel mit grösserem Eckabriss (Fragment beiliegend). - Etwas gebräunt, vereinzelte kl. Randläsuren, wenige Textkupfer in etwas flauen Abdrucken. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 256 MASCHINENBÜCHER - Henning, V[eit] B[altha- sar]. Sammlung nützlicher Machinen und Inst- rumenten nebst deren Erklärung aus dem Fran- zösischen, Englischen und andern Sprachen ins Teutsche übersezt (von G. W. Pozinger). 5 Teile in 1 Band. Mit 5 gest. Titeln und 100 meist gefalt. Kupfertafeln. Nürnberg, Henning, [1747-52]. Folio. 202 S. Halblederband der Zeit mit vergold. Rückentitel (etwas berieben, Hinterdeckel mit Wurmspuren, oberes Gelenk etwas aufgeplatzt, Kanten gering bestossen). Poggendorff II, 480 (Pözinger) - Engelmann 320 - Zinner, Instrumente 372 - Holzmann-B. IV, 433 - nicht im Kat. „Theatrum Machinarum“ des Deutschen Museums (2008). - Erste Ausgabe des seltenen, umfassenden und reich illustrier- ten Werkes über den techischen Stand jener Zeit. Die Kupfertafeln zeigen astronomische Geräte, Rechenmaschinen, Waagen, Mühlen, Hebewerke, Feuerspritzen, Mühlen, Musikin- strumente, Feuerspritzpumpen, hydraulische Wassermotoren u.v.a. Sie wurden von dem Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler Veit Balthasar Henning gestochen. - Stellen- weise gering fingerspurig, ein Textblatt mit hinterlegtem Randausriss (ohne Textverlust), eine Tafel mit fachmännisch restaurierter und ergänzter Papierfehlstelle (leichter Darstel- lungsverlust). Gegen Schluss im Bug ganz geringe Wurmlöcher. Sehr schönes, sauberes Exemplar. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 257 MASCHINENBÜCHER - Leupold, Jacob. Pars I. Theatri statici universalis, sive Theatrum stati- cum, Das ist: Schau-Platz der Gewicht-Kunst und Waagen, Enthält nicht nur Die nöthigsten Fundamenta solcher Wissenschafft und Kunst, sondern erkläret auch selbige durch unter- schiedliche Machinen und Instrumenta, stellet dabey vor: Alle Arten der Cramer-Gold-Silber- Probier-Schnell-Heu- und andern curieusen Wagen [...]. 4 Teile in 1 Band. Mit 57 gefalt. Kupfertafeln. Leipzig, beim Verfasser und J. F. Gleditschens seel. Sohn, 1726. Folio. [5] Bll., 332 S., [2] Bll. HLederband mit vergold. Rückentitel (minimal berieben und beschabt, Kapital mit winziger Fehlstelle). Poggendorff I, 1438 - Bibl. Dt. Museum, Libri rari, 169-170 - Hilz, Theatrum Machinarum, S. 114 - nicht bei Roberts/Trent. - Erste Ausgabe. - Das deutsche Standardwerk der Zeit über alle Arten von Grob- und Feinwaagen. Der dritte Teil befasst sich insbesondere mit der „Abwiegung und Beobachtung aller Eigenschafften der Lufft“. Die Tafeln mit Darstellungen von Glocken, Barometern, Thermometern, Wettergläsern, einer „Wind Machine“, Waagen und weiteren Messgeräten. - An den Rändern gebräunt und stockfleckig, teilweise stärker. Vereinzelt braun- und feuchtfleckig. - Stempel auf fliegendem Vorsatz und Titel „Königliche Ingenieurartillerie Bibliothek zu Hannover“. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 256 257
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    | 68 Bücher |Technik Naturwissenschaften 258 MASCHINENBÜCHER - Leupold, Jacob. Theatrum Machinarum Generale. Schau-Platz des Grundes Mechanischer Wissenschaften, das ist: Deutliche Anleitung zur Mechanic oder Bewegungs-Kunst [...]. Alles mit viel nützlichen Anmerckungen [...] vermehret. Mit 71 (1 mit drehbarer Volvel- le) gefalt. Kupfertafeln von Krügner, Böcklin, Uhlich, u. a. nach Leupold. Leipzig, Ch. Zunkel, 1724. Gr.-4°. [11], 240 S., [2] Bll. Ganzleder d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild und floraler Rückenvergoldung (letztere etwas verblichen, Vordergelenk etwas angeplatzt, Ecken bestos- sen, leicht beschabt). Ornamentstichslg. Berlin 1786 - Klemm S. 233ff. u. 437 - Graesse IV, 188 - Darmstaedter 170-171. - Erste Ausgabe. - Reich umfassendes Werk über Apparatebau, Maschinen-Technik, usw., darunter Waagen, Flaschenzüge, Hebel, Wasserräder, Werkzeuge aller Art, Mühlen, u. v. a. Leupolds Werk, in dem er wissenschaftlichen Geist mit praktischer Fertigkeit verbindet, sollte vornehmlich dem Mechaniker und Maschinenin- genieur seiner Zeit dienen. Es ist das vollstän- digste Compendium über die technischen Wissenschaften jener Epoche. - Gleichmässig gebräunt, stellenweise stock-, braun-, feucht- und tintenfleckig, erste Bll. mit Wurmgängen im unteren Rand (ohne Text- oder Darstel- lungsverlust), die Tafel LXVII mit fachmännisch ergänztem Eckausriss, Spiegel etwas leimschat- tig. - Auf Vorsatz gestempelt (unleserlich). CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 259 MATHEMATIK - Pescheck, Christian. Allgemeine Teutsche Rechen-Stunden, Darinnen die 5. Species der Rechen-Kunst [...] ANGEBUNDEN: 1. Italiänische Rechen-Stunden... - 2. Allen drey- en Haupt-Ständen nöthige Rechen-Stunden. 3 in 1 Band. Mit 3 gest. Frontispices. Zittau u. Leipzig, J. J. Schops, 1736-1741. 8°. [7] Bll. 576 S., [7] Bll., 463 S., [7] Bll., 568 S. Pergamentband d. Z. mit handschriftl. Rückentitel (etwas fleckig und berieben). Vgl. Poggendorf II, 410 - Jöcher III, 1414f. u. Humpert 652. - Seltener Sammelband mit 3 bekannten Werken des Zittauer Mathematikleh- rers. - Minimal gebräunt und vereinzelt fleckig. - Auf Rückseite des 1. Titelblatts handschriftlicher Besitzvermerk von 1763. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 260 - Riese, Adam. Rechenung nach der lenge, auff den Linihen und Feder. Darzu forteil und behen- digkeit durch die Proportiones, Pracitca genant, mit grüntlichem unterricht des visierens. Mit gest. Titelvignette mit Portrait des Verfassers. (Leizpig, Jakob Bärwalt), 1550. Gr.-8°. [4], 196 Bll. Rest., etwas spät., gefärbter, flexibler Pgt.-Band mit intakten Schliessbändern (unter Verwen- dung der alten Decken, Kapitale und Vorsätze erneuert; Deckel verzogen, etwas bestossen). VD16 R2515 - Adams R 535 - USTC 690004 - - Smith, Rara 250-252 - Hoock-Jeannin R.7.29 - Dekesel R45 - Honeyman 2632 - Cantor II, 421 - Gebhardt-R. C/1 - Tomash Williams R93: „This is Riese’s fourth, and last, arithmetic text. It is an expanded version of his earlier arithmetic books in both the number of examples and content“. - Erste Ausgabe. - „ A comprehensive work, which far surpassed his books written at Erfurt, especially in the number of examples. Most of the work had been completed by 1525; but it was not published until 1550, after Elector Maurice of Saxony had advanced the printing costs. Because the expense was so great, the book was reprinted only once, in 1616. „ (DSB XI, 457). - Gebräunt und stockfleckig, Titelei stärker angestaubt, stellenweise Tinten- und Feuchtflecken, erste und letzte Blatt in den Ecken etwas angefranst, in den Rändern minim angerissen (ausserhalb des Textes). Insgesamt in guter Erhaltung. - Zahlreiche Unterstreichun- gen und Annotationen von alter Hand. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 259 258
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    | 69 261 - Rudolff,Christoff. Künstliche Rechnung mit der Ziffer und mit den zal pfennigen sampt der Wellischen Practica und allerley fortheil auff die Regel De Tri. Item vergleichung mancherley Gewicht, Elnmass, Müntz c. auff etlich Landt und Stett. Gemehrt mit 293 Exempeln [...]. Nürnberg, J. Petreius, 1546. 8°. 208 Bll. Blind- gepr. Kalbsleder d. Z. über Holzdeckeln (Rücken fachmännisch erneuert, Schliessen entfernt, Deckel stärker berieben). Vgl. VD16 R 3441 (nur 200 Bll.) - Cantor II, 398 - Hoock-Jeannin R 14.10 - Smith 151f. (alle mit abweichender Kollation). - „One of the best known of the practical arithmetics of that pe- riod...“ (Smith), erstmals 1526 erschienen. Das Werk gliedert sich in zwei Teile: das Grundbüch- lein, „lernt die species in gantzen und brochen zalen“, und das Regelbüchlein, „zeigt an die gul- de(n) regel de Tri... mit nachfolgung vil schöner exempel“ zur Erlernung der Kaufmannsrech- nung u. a. „Rudolff‘s importance in the history of mathematics lies in his having written the first comprehensive book on algebra in German. In this work he went far beyond his Grammateus, especially concerning calculation with rational and irrational...“ (DSB). - VInnengelenk etwas an- geplatzt, stellenweise in den Rändern schwach stock- und feuchtfleckig, schwach gebräunt (Vorsätze stärker), ein Blatt leicht tintenfleckig. Insgesamt schönes und sauberes Exemplar. - Provenienz: Aus dem Besitz eines Jodocus Nass, mit Namenseindruck und Datum „1564“ im Kolophon. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 262 - Simson, Robert. Euklids Data, verbessert und vermehrt... aus dem Englischen übersezt, und mit einer Sammlung geometrischer, nach der analytischen Methode der alten aufgelös- ter Problme begleitet, von Johann Christoph Schwab. Mit 12 gefalt. Kupfertafeln. Stuttgart, Cotta, 1780. 8°. [1], [1] w., [21], [1] w. Bll., 260 S., [1] Bl., 94 S., [2] Bll., 144 S. Leder d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild (leicht berieben, schwach fleckig). Poggendorff I, 870 - Kastner III, 183 - Cantor IV, 33. - Erste Ausgabe dieser Übersetzung. - ANGEBUNDEN: 1. Segner, J. A. Gründe der Perspectiv. Mit 8 gest. Faltkupfern von Wolff. Berlin, Himburg, 1779. - 2. Schenmark, Nicolaus. Analytische Geometrie, worin nebst den ersten Gründen der Algebra, ihre Anwendung auf die Elementar-Geometrie und die Kegelschnitte enthalten. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. - Stel- lenweise schwach stockfleckig. - Exlibris des Mathematikers Helmut Kracke (1900-1986). CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 263 MEDIZIN - Bernard, Claude. Introduction à l‘étude de la Médecine expérimentale. Paris, J. B. Baillière et fils, 1865. 8°. 400 S. Halb-Saffianleder d. Z. mit goldgeprägten Rückenschild (sign. „A. Goupil“; Kanten leicht berieben). PMM 353 - Norman 206-7 - Garrison-M. 1766, 501: „probably the greatest classic on the principles of physiological investigation and of the scientific method as applied to the life sciences“. - Erste Ausgabe. - Minimal gebräunt. Vereinzelt Anstreichungen in Bleistift. - BEIGE- GEBEN: - Ders. Leçons sur les Phénomènes de la vie communs aux animaux et aux végétaux. 2 Bände. Mit 4 gest. Tafeln und einigen Text- holzstichen. Paris, 1878-1870. HMaroquin mit goldgepr. Rückentitel. - Etwas stockfleckig. - Zus. 3 Bände. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 260 261
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    | 70 Bücher |Technik Naturwissenschaften 264 MEDIZIN - Levison, Georg (auch Mordechai Gumpel Schnaber). Beschreibung der London- schen medicinischen Praxis, den deutschen Aerzten vorgelegt. 2 Teile in 1 Band. Berlin und Stettin, Friedrich Nicolai, 1782. 8°. XXVIII S., [1] w. Bl., 318 S., [1] Bl., 228 S., [2] Bll. Schmuckloser Pappband d. Z. mit hs. Rückenschild (etwas fleckig und bestossen). Hirsch/H. III, 694 - nicht bei Blake. - Erste Ausga- be. - Seltenes Werk des aus Berlin stammenden jüdischen Arztes, Theologen und wissen- schaftlichen Schriftstellers (1741-1797), der nach seinem Medizinstudium in London eine Anstellung am General Medical Asylum des Herzogs von Portland erhielt. Levison publizier- te zu naturwissenschaftlichen ebenso wie zu rabbinischen Fragen, führte ein abenteuerliches Leben und starb in Hamburg. - Etwas gebräunt und stockfleckig. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 265 - Gynäkologie - Muralt, Johann von. Kin- der-Büchlein Oder Wolgegründeter Unterricht, Wie sich die Wehe-Muttern, und Wartherinnen gegen schwangern Weibern in der Gebuhrt; gegen denen Jungen Kindern, und Säuglingen aber noch der Gebuhrt zuverhalten haben. Mit gest. Titel von Joh. Meyer und 9 (von 10) Kup- fertafeln. Zürich, David Gessner, 1689. 8°. [1] Bl., 176 (statt 178) S., [2] (statt 3) Bll. Lederband d. Z. mit 2 intakten Schliessen (stärker beschabt, Rücken mit Fehlstellen an den Kapitalen). VD17 7:697020T - Waller 6765 - nicht bei Kri- vatsy. - Erste Ausgabe, von grosser Seltenheit. - Seit 1688 Stadtarzt von Zürich und damit auch für das Hebammenwesen zuständig, verfasste Muralt das vorliegende Handbuch zur Verbes- serung der Geburtshilfe. „M. kann als Begründer des anatomischen Unterrichts in Zürich gelten, das durch ihn zu einem bedeutenden Zentrum für das Studium der Anatomie und Chirurgie wurde.“ (NDB 18, 602). - Es fehlen die 4. Kupfer- tafel, die S. 39/40 sowie das letzte Registerblatt. - Stärker gebräunt und feucht- bzw. finger- fleckig, 1 Kupfer mit Eckabriss und kl. Bildverlust. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 266 NAUTIK - Morogues, Sébastian-François Bigot de. Tactique navale, ou traite des évolutions et des signaux, avec figures. Mit gest. Titelvignet- te, 1 gest. Kopfvignette von A. Duflos nach Le Pautr und 49 Kupfertafeln sowie zahlreichen Textholzschnitten. Paris, Guerin Delatour, 1763. 4°. [2] Bll., X, 481 S., [1] Bl. Kalbsleder d. Z. mit goldgepr. Rückenschild, reicher Rücken- und Stehkantenvergoldung (Ecken schwach bestos- sen, leicht beschabt). Polak 826 - NHSM 925. - Erste Ausgabe. - Be- fasst sich mit nautischen Begriffen, Anordnun- gen und taktischen Formationen sowie Zeichen und Signalen in der Marine. - Im Schnitt schwach gebräunt, stellenweise nur leichte Stockflecken, ansonsten sehr sauberes und breitrandiges Exemplar. - Provenienz: Exemplar aus der Bibliothek des Baron d‘Arros mit gest. Exlibris u. hs. Namenszug; alter gestempelt Chateau de St. Marcel. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 267 265
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    | 71 267 - Nieuil,M. de. Tactique et Signaux de Jour, de Nuit et de Brume, à l‘Ancre à la Voile. Mit Titelvignette, 53 Textholzschnitten und 2 gefalt. Tabellen auf Pergament. Brest, R. Malassis, 1787. 4°. [1] Bl., XXXII, 189 S., [2] Bll. Lederband d. Z. mit floraler Rückenvergoldung und vergold. Rückentitel (minimal berieben, VGelenke mit minimalen Fehlstellen). Polak 9006. - Erste und wohl einzige Ausgabe. - Mit zahlreichen Textfiguren mit taktischen Seegefechts-Formationen. - Im Schnitt minimal gebräunt, ansonsten sehr sauber. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 268 - Ozanne, Nicolas Marie. Marine militaire ou recueil des differens vaisseaux qui servent à la guerre. Mit gest. Titel und Klapptafel, 49 Kupfertafeln, sowie zusätzlich 48 Kupferta- feln als Klapptafeln. Paris, Chereau, [1762]. Gr.-4°. Späterer HPergamentband mit grünem Rückenschild und vergoldetem Rückentitel (mi- nime Einrisse im hinteren oberen und unteren Rückengelenk, minimal fleckig). NHSM 750 - vgl. Polak 7234 - Cohen/R. 778. - Zweite Ausgabe. - Enthält das Wappenkupfer des Deuc de Choiseul sowie Widmungskup- fer. Tafeln 15 und 16 ohne Klapptafeln. - Die Tafeln oberhalb der Texte mit Kriegsschiffen, Schlachten und Manövern, unterhalb der Texte mit dekorativen Schlussvignetten. Die Texte mit Erklärungen nautischer Taktiken und Manövern. - Die Klapptafeln auf stärkerer Pappe aufgezo- gen, minimal gebräunt (das Klebeband etwas stärker), vereinzelt stockfleckig. - Handschritli- cher Namensvermerk auf Vorsatz, eingeklebter alter Katalogauszug auf Vortitel. Wappenkupfer verso mit handschriftl. Besitzvermerk Charles L. J. Bazoche 1805. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 269 - Renau d‘Elicagaray, Bernard. De la théorie de la Manœuvre des vaisseaux. Mit gest. Frontispiz von F. Ertinger und 25 gest. gefalteten Kupfer- tafeln. Paris, Estienne Michallet, 1689. 8°. [5] Bll. 117 S. Kalblederband d. Z. mit reicher Rücken- vergoldung (etwas berieben, Innengelenk etwas aufgebrochen). Polak 8108 - Poggendorff II, 604. - Erste Ausga- be des seltenen Werkes über Schiffsmanöver. Der Verfasser war französischer Ingenieur und Marineoffizier. Die Kupfertafeln zeigen sche- matische Darstellungen von Schiffsmanövern. - Vereinzelt minimal gebräunt. Ohne S. 65/66. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 269 268
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    | 72 Bücher |Technik Naturwissenschaften 270 Süssmilch, Johann Peter. Die göttliche Ordnung in den Veränderungen des menschlichen Geschlechts, aus der Geburt, dem Tode und der Fortpflanzung desselben erwiesen. Vierte verbesserte Ausgabe, durchgesehen und berichtiget von Christian Jacob Baumann. Neue Auflage. 3 Bände. Mit zahlr. (1 gefalt.) Tabellen. Berlin, Realschule, 1787-1788. 8°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückenschildern, Bandzäh- lung und linearer Rückenvergoldung (etwas berieben). Vgl. Goldsmiths 7825 u. 10084 (1741 und 1765) - Kress 5987, 6302 und 7169 (1761-1762, 1765 und 1775-1776) - Humpert 12169. - Der 3. Teil in zweiter, verbesserter Auflage. - Erstmals 1775/76 erschienene Neubearbeitung des Werkes, das ursprünglich 1742 in 2 Bänden erschienen war und heute als Grundlegung der modernen Statistik und Bevölkerungstheorie gilt. - „Anhand der Kirchenbücher branden- burg. Gemeinden stellte er eigene statistische Forschungen an, die von der Vorstellung eines als ,unendlichen und genauen Arithmeticus‘ gedachten Gottes getragen waren, dessen per- manentes Wirken sich in der Gesetzmäßigkeit der Bevölkerungsbewegung offenbare [...]. Aus dem von ihm sorgfältig bearbeiteten Zahlen- material erstellte er unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Entwicklung bei Männern und Frauen und der Zuordnung der Sterblichkeit zu den einzelnen Altersstufen Sterbelisten, die der 1775 von Kg. Friedrich II. errichteten kgl. preuss. allgemeinen Witwen-Verpflegungs-Anstalt zu- grunde lagen und bis in die Mitte des 19. Jh. Ver- wendung für die Lebensversicherung fanden.“ (NDB 25, 686). - Gering gebräunt und teilweise etwas stockfleckig (Titelblätter stärker). CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 271 VERKEHR - Schiffahrt - Furttenbach, Jo- seph. Architectura Navalis. Das ist: Von dem Schiff-Gebäw, Auff dem Meer und Seekusten zugebrauchen. Mit doppelblattgr. gest. Titel und 20 doppelblattgr. Kupfertafeln sowie 20 (3 doppelblattgr., 2 ganzseit.) Textholzschnitten. Ulm, Saur, 1629. Folio. [9] Bll., 134 S. Neuer Halbpergament-Einband mit marmorierten Deckelbezügen. VD17 23:270292U - Nederl. Sheepvaart Muse- um I, 743 - Jähns II, 998. - Erste Ausgabe dieses frühen deutschen Werkes zur Schiffsbaukunst. - Der erste Teil behandelt Ruderschiffe, der zweite Segelschiffe und enthält eine Beschrei- bung der Seeschlacht von Lepanto 1571. Die schönen Tafeln mit versch. Schiffstypen, Konstruktionszeichnungen, Seeschlacht, Feu- erwerk und Seeungeheuern. - Titel in Rot und Schwarz. - Am ob. Rand schwach wasserrandig, stellenweise fingerfleckig, die erste Tafel mit hinterlegten Papierschäden (kl. Bildverlust). CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 272 ZOOLOGIE - Lacépède, B. G. E. u. G. Cuvier. La Ménagerie du Museum d‘Histoire Naturelle. Mit 37 (von 39) Kupfertafeln von Miger nach Maréchal in 2 Zuständen, jeweils koloriert und unkoloriert. Paris, Miger, Patris, Grandcher und Dentu, 1801. Gr.-Folio. Getrennte Paginierung. Halblederband des späteren 19. Jhs. mit gold- gepr. Rückentitel und reicher Rückenvergoldung. Nissen ZBI 2353 - Monglond V, 873. - Unter den Tafeln prachtvolle Darstellungen von Elefant, Löwe, Mandrill, Zebra, Delphin, Vogel Strauss, Hyäne, Dromedar, Tiger, Braunbär, Eisbär u.a.m. - Es fehlen die beiden Tafeln mit weiblichem Elefanten und weiblichem Löwen. - Die ersten Blatt leicht fingerfleckig, etwas gebräunt und stockfleckig, wenige Tafeln stärker betroffen. - Schönes Exemplar. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 271 270
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    | 74 Bücher |Technik Naturwissenschaften 273 ZOOLOGIE - Lamarck, (Jean-Baptiste de). Histoire naturelle des animaux sans vertèbres. 7 Bände. Paris, Verdière, Deterville und Selbstver- lag, 1815-1822. 8°. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und Bandzahl (etwas bestossen, leicht beschabt). Garrison-M. 316 - Wellcome III, S. 435 - Norman 1268. - Erste Ausgabe. - Etwas gebräunt, teilweise leicht braun- und stockfleckig, stel- lenweise leicht Randläsuren wie kl. Ein- oder Ausrisse (zumeist ohne Textverlust), Innenge- lenke verstärkt. - Auf Vorsatz handschriftlicher Besitzvermerk. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 274 - Ridinger, Johann Elias. Entwurff einiger Thiere, wie solche nach ihren unterschiedenen Arten, Actionen und Leidenschafften, nach dem Leben gezeichnet, samt beygefügten Anmerckungen. Teile I-VI (von 7) in einem Band. Mit 108 (statt 112) Kupfertafeln. Augsburg, 1738-1746. Folio. [13] Bll. (Titel und Erläuterungen). Halbperga- mentband d. Z. (Rücken und Gelenke mit kl. Einrissen, etwas fleckig und berieben). Nissen ZBI 3406 - Schwerdt III, 141 - Thiene- mann 391-498. - Erste Ausgabe. - Der sechste Teil am Schluss ohne die Tafeln 19-22, ein 7. Teil mit 14 weiteren Kupfern (Maultiere und Esel) erschien erst 1754. - Die umfangreichste Folge Ridingers mit den schönen Darstellungen von Hunden, Löwen, Tigern, Bären, Hirschen, Wild- schweinen, Wölfen, Füchsen, Gemsen, Hasen, Fischottern etc. sowie im 6. Teil von Pferden. Die Tiere werden jeweils in landschaftlicher Umgebung und mit typischen Verhaltensweisen portraitiert. - Etwas gebräunt, anfangs schmaler Feuchtfleck im Oberrand, in den Rändern durch- gehend leicht stock- bzw. fingerfleckig (wenige Bll. stärker). Eine Tafeln mit Randeinriss bis in die Darstellung, vereinzelte alte Hinterlegungen an den Plattenkanten. - Die Kupfer insgesamt in guten und gratigen Abdrucken. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850) 275 - Saint-Hilaire, Geoffroy. Description des Mam- mifères nouveaux ou imparfaitment connus de la collection du muséum d‘Histoire naturelle... Premier (-quatrième) Mémoire. Famille des singes. 4 Lieferungen in 1 Band. Mit 14 kolor. Kupferstichen von Ch. Borromée und J. A. Annedouche nach J.-Chr. Werner und 8 (davon 2 farbigen) Lithographien von E. G. Bocourt nach J.-Chr. Werner. Paris, Gide, (1840-1861). Gr.-4°. 108, 40 S., S. 530-584, 100 S., [1] Bl. Halbma- roquin d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (Kapitale erneuert, etwas fleckig und bestossen). = Archives du Muséum d‘Histoire naturelle Bd. II, IV, V und X. - Nissen ZBI 1526. - Gebräunt, stellenweise leicht feuchtrandig oder stock- und fingerfleckig. 2 Tafeln stärker gefaltet, vereinzel- te Tafeln stärker gebräunt. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 275 274
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    | 75 276 - Brodtmann,Karl Joseph Schinz, Heinrich Rudolf. Naturgeschichte und Abbildungen der Säugethiere. Text- u. Tafelband. Mit 177 (inkl. Titel) lithogr. Tafeln. Zürich, Brodtmann, 1824- [1829]. Gr.-4°. VI, 417 S., [4] Bll. Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln (berieben und etwas fleckig, Tafelband mit Kapitalernerneue- rungen). Nissen ZBI 3672. - Erste Ausgabe des in 29 Lie- ferungen erschienenen Werkes über Säugetiere mit detailgetreuen Lithographien. - Minimal stockfleckig, entlang der Ränder wenig ge- bräunt. Tafelband stärker fleckig auf Spiegel und Vortitel sowie mit minimaler mittiger Fehlstelle. - Besitzvermerk von alter Hand auf Vortitel „Franz Riggenbach Basel“. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 277 - Entomologie - Réaumur, René Antoine Ferch- ault de. Mémoires pour servir à l‘histoire des insectes. 6 Teile in 12 Bänden. Mit 267 mehrfach gefalt. Kupfertafeln von Ph. Simonneau und H. du Moutier de Marsigli. Amsterdam, Pierre Mortier, 1737-48. 8°. Rote Pappbände d. Z. mit goldgeprägten Rückentiteln und Bandnumme- rierung (Rücken und äusseres Drittel der Deckel minimal lichtspurig, minimal berieben, Ecken bestossen). Nissen ZBI 3315. - Zweite Ausgabe, vollstän- diges Exemplar. - DSB XI, 331: „Réaumur‘s greatest work in natural history... He seemed fascinated about all with insect behavior, obvi- ously admiring the industry, dilligence, ingenuity, organization, and skill of those small creatures... Réaumur, in short, was a pioneer in applied entomological research... His descriptions were minute and exacting in every detail, and his experiments were among the most ingenious he ever contrived... Réaumur‘s researches were extensive and original... He made some of the first tentative studies of communication among the bees“. - Réaumur legte mit seinem vorlie- genden Werk den Grundstein der modernen Entomologie, indem er „... ganz konsequent Beobachtung und Experiment verknüpft und in seinen Fragestellungen Probleme aufgreift, welche noch heute durchaus anregend und belehrend zu lesen sind“. Die Insekten werden auf den Tafeln sehr detailliert dargestellt und sind „oft sehr lebendig erfasst“ (Nissen S. 131 u. 286). - Vereinzelt stockfleckig sowie minimal gebräunt. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 278 - - Wood, W. Illustrations of the Linnaean Ge- nera of Insects. 2 Bände. Mit 86 kolor. Kupfer- stichen. London, beim Verfasser, 1821. Kl.-8°. XVI S., S. VI-XVI, 118 S.; [1] Bl., 161 S., [1] Bl. Grüne Halbmaroquin-Bände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und Bandzahl (minim bestossen). Nissen ZBI 4457 - Horn/S. 24423. - Komplett mit allen Kupfern. - Nur leicht gebräunt, Tafel 84 mit kl. Randeinriss (ca. 1 cm; ausserhalb der Darstellung) CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 276 277
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    | 76 Bücher |Technik Naturwissenschaften 279 ZOOLOGIE - Haeckel, Ernst - Thomson, Wyville und John Murray (Hrsg.). Report on the Scientific Results of the Voyage of H.M.S. Challenger during the years 1873-76. Zoology - Vol. IV und XVIII. Mit 32 bzw. 140 lithogr. Tafeln von E. Giltsch nach E. Haeckel und A. Giltsch und mehrfach gefalteten Karte von Malby Sons. London, Longmans Co., 1882 und Eyre Spottiswoode, 1887. 4°. Leicht abweichend gebundene Leinen d. Z. mit goldgepr. Rücken- titel (leicht berieben, schwach bestossen und kratzspurig; VInnengelenk angeplatzt) = „Part XII. - Report on the deep-sea medu- sae“ und Tafelband der „Radiolaria“. - Leicht gebräunt, Band XVIII etwas stockfleckig. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 280 - Haeckel, Ernst - Thomson, Wyville und John Murray (Hrsg.). Report on the Scientific Results of the Voyage of H.M.S. Challenger during the years 1873-76. Zoology - Vol. XXVIII. Mit 50 lithogr. Tafeln von A. Giltsch nach E. Haeckel und A. Giltsch. London u. a., Eyre Spottiswoode u. a., 1888. 4°. VIII, II S., [1] Bl., 380 S., Tafeln mit Erklärungen. Leinenband d. Z. mit goldgepr. Rü- cken- und Deckeltitel (Rücken etwas aufgehellt, leicht berieben). Nissen ZBI 1787. - Erste Ausgabe. - Enthält Ernst Haeckels „Report on the Siphonophorae“, ein Bericht über die Staatsquallen, eine Ordnung der marinen wirbellosen Tieren, die aus Kolonien von Individuen und nicht aus einzelnen Orga- nismen bestehen. Das bekannteste Beispiel ist die Portugiesische Galeere (Physalia physalis). Haeckels ausführlicher Bericht enthält nicht nur Beispiele, die während der bahnbrechenden Reise der HMS Challenger gesammelt wurden, sondern auch Arten, die auf früheren und späte- ren Expeditionen gefunden wurden. Zusammen mit seinem Lithographen Adolf Giltsch fertigte Haeckel mit Hilfe der „Camera lucida“ Plasma- strukturen in wissenschaftlich fundierten, wie auch künstlerisch ansprechenden Darstellun- gen. - In den Rändern leicht gebräunt, Tafeln vereinzelt leicht stockfleckig. - Provenienz: Aus dem ehemaligen Besitz von Paul von Ritter (1825-1915) mit eigenhändiger Widmung von Ernst Haeckel an den Vorgenannten, datiert Jena, 10.1.1889. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 281 - Ornithologie - Lesson, René Primevère. Histoire naturelle des oiseaux-mouches. Mit 86 kolorierten Kupertafeln in Farbstich. Paris, Arthus Bertrand, [1829-1830]. Gr.-8°. XLVI S., [1] w. Bl., 220 S., [1] Bl. Halb-Maroquin um 1890 im Stil des Art Nouveau (signiert V. Champs) mit floraler Rückenvergoldung (Ecken und Kanten minim berieben). Nissen IVB 547 - Anker 291. - Erste Ausga- be. - Die Tafeln von Coutant gestochen nach Prêtre, Bessa, Bévalet u. a., nummeriert 1-85 und 48bis. - Lessons erstes Werk über Kolibris, das ursprünglich in 17 Lieferungen erschien. Der französische Arzt und Naturforscher (1794- 1849) diente in den napoleonischen Kriegen als Schiffschirurg, bevor er in den 1820er Jahren an zwei mehrjährigen Forschungsreisen in die Südsee und nach Neuguinea teilnahm. - Der Text stellenweise etwas stockfleckig, ansonsten schönes Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 280 280
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    | 77 282 - -Lesson, R[ené].-P[rimevèr]. Histoire naturelle des oiseaux de Paradis. Mit 43 [davon 2 dop- pelblattgr.] kolor. Kupferstichen von Legrand, Duménil, Schmelz, Massar nach Prêtre. Paris, A. Bertrand, o. J. (1835). Gr.-8°. VII, 248 S. Lose Bogen und Tafeln in Leinwand-Mappe d. Z. mit goldgepr. Rückentitel ( Rücken aufgehellt, Ecken leicht berieben). Nissen IVB 550 - Anker 296. - Erste Ausgabe. - Etwas stockfleckig, die Tafeln leicht gebräunt, vereinzelt mit kleinen Randläsuren. - Die Tafeln in kräftigem Kolorit. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 283 - - Magaud d‘Aubusson, Louis. Les oiseaux de la France. Première monographie: Corvidés (alles Erschienene). Histoire naturelle générale et particulière des passereaux déodactiles cultirostres observés en France. Mit 21 (19 kolo- rierten) lithographischen Tafeln. Paris, Quantin, 1883. 4° (33,2 x 26 cm). [3] Bll., 107 S., [2] Bll. Original-Leinwand mit goldgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. Nissen IVB 46 - Wood 206 - Ronsil 1857 - nicht bei Anker. - Erste Ausgabe. - Louis Magaud d‘Aubusson (1847-1917) war ein bekannter französischer Ornithologe und Tierschützer. - Die schön kolorierten Tafeln von Jules Terrier mit Darstellungen von Raben und Krähen. - Durchgehend mit schmalem Feuchtfleck im Seitenrand; unaufgeschnitten. - Sehr gutes Exemplar. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 284 - - Naumann, [Johann Andreas]. Natur- geschichte der Vögel Mitteleuropas. Neu bearbeitet von G. Berg u. a., herausgegeben von C. R. Hennicke. 12 Bände. Mit 449 (davon 438 chromolithogr.) Tafeln und zahlreichen Textab- bildungen von B. Geisler, A. Goering, O. Klein- schmidt, J. G. Keulemans, O. von Riesenthal u. a. Gera-Untermhaus, E. Köhler, [1897-]1905. Folio. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (Rücken etwas aufgehellt, nur leicht berieben und schwach bestossen). Nissen ZBI 667 - Schlenker 248.3 - Anker 356 - Wood S. 487. - 3. Ausgabe. - Komplett mit allen Tafeln. - Mit Darstellungen von Drosseln, Mei- sen, Baumläufer, Lerchen, Eulen, Finkenvögel, Raubvögel, Tauben, Hühner, Ibisse, Regenpfei- fer, Wasserläufer, Schnepfen, Enten, Pelikane, Sturmvögel u. v. a. - Leicht gebräunt, die Tafeln lediglich in den Rändern, gelegentlich schwach fingerfleckig, Bd. VI, S. 57-64 lose. Insgesamt sauberes und gutes Exemplar. - BEIGEGEBEN: Dass. Band II und VII. Mit insgesamt 50 chomo- lithographierten Tafeln. Gera-Untermhaus, E. Köhler, o. J. [1897]. HLdr. d. Z. (leicht abweichend gebunden, etwas berieben und bestossen, fleckig). - Stellenweise leicht fleckig. - Zus. 14 Bde. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 284 282
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    | 78 Bücher |Alte Drucke Bibeln 285 Aesop. Vita et fabellae cum latina interpre- tatione. [UND:] Agapetus. De Officio regis, ad Justinianum Caesarem. Graece Latine. - [UND:] Galeomyomachia, hoc est, felium murium pugna. Tragoedia Graeca. 3 Teile (von 6) in 1 Band. Mit 3 (wiederholten) Titelbordü- ren in Holzschnitt von Ambrosius Holbein u. 3 Holzschnitt-Druckermarken. Basel, J. Froben, 1518. 8°. 262 S., [1] Bl., S. 65-121, S. 105-126, [1] Bl. Halblederband des 18. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel (Rücken mit einigen Wurmspuren, etw. berieben). VD16 A 415 - IA. 101.002 - Hieronymus GG 19 - Schweiger I, 13. - Erste Froben-Ausgabe des Aesop und einiger kleinerer klassischer Texte, „alle für den fortgeschrittenen Griechischunter- richt gedacht.“ (Hieronymus). - Die beigedruck- ten Texte jeweils mit eigenem Titelblatt, jedoch durchgehend paginiert. „Für den griechischen Text hat Froben eine neue Kursive, nach dem Vorbild derjenigen des Aldus Manutius, verwendet“ (ebd.). - Feuchtspur im Unterrand, durchgehend etw. fleckig. Besitzvermerk auf erstem Titelblatt. Am Schluss ein hs. Verzeich- nis der einzelnen Fabeln beigebunden. - Mod. Exlibris-Stempel auf Vorsatz. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 287 ALDINEN - Homer. Ilias (graece). Mit alt ankolor. Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und am Schluss. Venedig, Aldus Manutius Erben und Andreas Torresanus, April 1524. Kl.-8°. 16, [40], 277 Bll., [1] Bl. Lederband des 18. Jahrhunderts mit goldgepr. Rückenschild (berieben und be- schabt, kl. Wurmspuren im Rückenbezug). Edit16 CNCE 22952 - Adams H 745 - Ebert 9938 - Renouard 98.1 - Aldinen-Sammlung Staatsbibliothek Berlin, Nr. 392. - Dritte Ho- mer-Ausgabe bei Aldus, basiert auf der zweiten von 1517, weist aber einige zusätzliche Fehler auf. Wie alle Ausgaben der berühmten Druckerei ein typographisches Meisterwerk. - Enthält auch die Homerviten von Herodot, Plutarch und Dio Chrysostomus. - Titelei fleckig und mit hinterlegten Rändern, die ersten Blatt mit hinterlegtem Wurmgang im oberen weissen Rand; durchgehend leicht gebräunt und stellen- weise etwas fingerfleckig. Wenige Marginalien, Druckermarken jeweils mit dezenten Kritzeleien von alter Hand. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) Alte Drucke Bibeln 285 287
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    | 79 288 ARCHITEKTUR -Vitruvius Pollio, Marcus. Zehen Bücher von der Architektur und künstlichem Bawen. Ein Schlüssel und einleytung aller Mathematischen unnd Mechanischen Künst. Erstmals verteutscht unnd in Truck verordnet durch Gualtherum Rivium (W. H. Ryff). Mit 190 Textholzschnitten (davon 47 nahezu ganz- seitig) von G. Pencz, P. Flötner, V. Solis und H. Brosamer. Druckermarke am Schluss. Basel, Henricpetri, 1575. Folio. [18] Bll., DCLXXXI S., [1] Bl. Pergament d. Z. mit goldgeprägtem Medail- lon auf Deckeln (leicht berieben und bestossen, etwas fleckig). VD16 V 1766 - Fowler 412 - Benzing, Ryff 186 - Ebhardt, Vitruv S. 74 - Kat. Ornamentstichslg. Berlin 1811. - Dritte deutsche Ausgabe (erst- mals Nürnberg 1548). - Das Werk umfasst zehn Bücher, die jeweils ein Vorwort mit einer direkten Ansprache an den Kaiser oder einer anekdo- tenhaften Einführung in das Thema enthalten. Es behandelt neben der eigentlichen Baukunst auch Gegenstände der Technik, u.a. zur Was- serbeförderung, Erschliessung von Wasseranla- gen, Wasser- und Thermalquellen, Mühlentech- nik, Getreidemühlen sowie Messinstrumente zur Vermessung von Wegen, Längenmasse und Sonnenuhren als Zeitmesser. - Oben im Bug und untere Ecke teils mit schwachen Feuchtfle- cken, ansonsten nur gelegentlich leicht fleckig, erstee und letzte Blatt mit winzigen Wurmgän- gen (ausserhalb des Textes). Gelöschter Stem- pel teilweise gelöschter alter hs. Besitzvermerk auf Titel „Bibliotheca...“. CHF 2 800 / 4 000 (€ 2 590 / 3 700) 289 Aristoteles. Hoikon Nikomacheion biblia deka (graece). De moribus ad Nicomachum libri decem. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. Strassburg, Rihel, 1554. Kl.-8°. [4], 165 Bll., [1] w. Bl., [13] Bll. Etwas späterer Pergamentband mit hs. Rückentitel. VD16 A 3399. - Seltener griechischer Druck der Nikomachischen Ethik. - Die ersten 3 Bll. mit Feuchtfleck und hinterlegtem Eckabriss (kl. Buchstabenverlust beim Druckernamen). Etwas gebräunt und leicht stockfleckig. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 290 ASTRONOMIE - Apian, Peter. Cosmographia, per Gemmam Phrysium... Denuo restituta. Mit grossem Titelholzschnitt (Globus), 46 (teils ganzseitigen, davon 3 statt 4 mit Volvellen) Holzschnitten, Druckermarke am Schluss und zahlr. Initialen. Antwerpen, Aegidius Coppeni- us für Arnold Birckmann, 1540. 8°. LXI, [1] Bll. Neuer Lederband. IA. 106.430 - Nijhoff-Kronenberg 125 - Sabin 1745 - Alden-L. 540/2 - vgl. Shirley 82 - Church 78 - Van Ortroy, Apian 31 - Gemma Frisius 12 - nicht bei Adams u. Honeyman. - Frühe Ausgabe von Apians Hauptwerk in der Bearbeitung durch G. Frisius. - Mit zwei Beiträgen von Apian, „Li- bellus de locorum describendorum ratione (Fol. XLVI-LIII) und „Usus annuli astronomici“ (Fol. LIV-LX), in denen er als erster das Prinzip der Triangulation zur Landvermessung beschreibt. Darüber hinaus schön mit den beweglichen Teilen zu den Holzschnitten auf Bll. 10v, 13v u. 45v. Die Volvelle auf 29v unvollständig. - Am unteren Rand knapp beschnitten, teils mit leich- tem Textverlust. Gleichmässig gebräunt, leicht stockfleckig, vereinzelt Tintenflecken. Titel mit Anstreichungen. Insgesamt in guter Erhaltung. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310) 288 290
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    | 80 Bücher |Alte Drucke Bibeln 291 ASTRONOMIE - Apian, Peter. Folium Populi. In- strumentum iam recens inventum, et in figuram folii populi redactum per radios solis toto orbe horas com[m]unes ostendit. / In disem newen Instrument, das die form unnd gestalt hat eines blats werden durch den Sonnen scheyn, in der gantzen welt gefunden die gemainen stunden des Tages. Mit grossem Titelholzschnitt von Hans Brosamer, einem blattgr. Wappenholz- schnitt u. einer Holzschnitt-Falttafel. Ingolstadt, 22. Oktober 1533. Folio. [11] Bll., [1] w. Bl. Moderne Broschur. VD16 A 3084 - Stalla 79 - Schottenloher, Apian 36 - Ortroy 106 - Zinner, Instrumente 116. - Erste Ausgabe. - „Die lateinisch und deutsch abgefasste Arbeit behandelt eine Sonnenuhr in Gestalt eines Pappelblattes zur Auffindung der gewöhnlichen Stunden, der Stunden von Aufgang und Untergang der Sonne und der ungleich langen Stunden“ (Zinner 1513). - Mit der oft fehlenden Darstellung des Pappelblat- tes, das zur Benutzung entnommen und auf Holz geklebt werden sollte. - Die Falttafel mit kl. Einriss im Falz. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 292 Avicenna (d.i. Abū Alī al-Husain ibn Abd Allāh ibn Sīnā). Quintum volumen continet fen. 20am. 21am. tertii Can. Avic. cum expositio- nibus Gentilis de fuli. Jacobi de partibus. Mit Druckermarke in Rot und fragmentarischer Holzschnitt-Titelbordüre. Venedig, de Giunta, 1523. Gr.-Folio. Moderner Halblederband (Rü- ckenbezug fehlt zur Hälfte). Edit16 CNCE 3541 - Durling 381 - Der Ab- schlussband der monumentalen fünfbändigen Giunta-Ausgabe in der lateinischen Über- setzung durch Gerardus Cremonensis. - Die fragmentarische Holzschnitt-Bordüre alt aufgezogen, die ersten Bll. mit sowie der Schluss mit Hinterlegungen in den Rändern, durchge- hend etwas feuchtrandig, am Schluss grösser werdende Flecke, Wurmgänge im weissen Oberrand. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 293 Biblia hebraica - Biblia hebraica, elegant cha- ractere impressa. Editio nova. Ex accuratissima recensione... Menasseh ben Israel. 4 Teile in 1 Bd. Mit gest. Titel und 2 (von 3) Titeln mit Holz- schnitt-Bordüren. Amsterdam, H. Laurentius, 1635. 4°. Amsterdam, H. Laurentius, 1635. 4°. Alt restaurierter Lederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel (berieben, Klebespur am oberen Kapital) Vinograd, Amsterdam 34 - Martine Delaveau et Denise Hillard, Bibles imprimées 1416 - Darlow/ Moule II, 5124: „The second and most important of the editions prepared by Menasseh b. Israel. The part-titles are dated 1631, but the latin general title and the colophon after Chronicles are dated 1635. Hence the printing seems to have been begun soon after the completion of the same publisher‘s unprinted octavo edition.“ - Es fehlt ein Zwischentitel. - Kupfertitel im Rand hinterlegt, anfangs leicht fleckig. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 291 294
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    | 81 294 Biblia illustrata- Hoet, Gerard, A. Houbraken und B. Picart. Taferelen der voornaamste geschiede- nissen van het oude en nieuwe testament [...]. 3 Bände. Mit 2 gest. Frontisp., 3 gest. Titelvig- netten, 2 gest. Widmungen, 212 (davon 28 dop- pelblattgr.) Kupfertafeln, 194 Textvignetten, und 212 gest. Initialen. Den Haag, Pieter de Hondt, 1728. Gr.-Folio. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Deckelbordüren und goldgepr. Rückentitel sowie Bandzahl (Rücken berieben, VGelenk Band 2 und 3 minimal eingerissen, Ecken bestossen). Ebert 20371: „Die 212 KK. dieses Werkes, welche nach Zeichnungen von Ger. Hoet, Hou- braken und Bn. Picart gefertigt und meist sehr schön sind, wurden 1705-20 gestochen und erschienen vorher in einzelnen Sammlungen, welche mithin die besten Abdrücke enthalten und sehr gesucht sind.“ - Minimal entlang des Schnitts gebräunt, vereinzelt winzige Stock- fleckchen sowie Wurmgänge. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 295 Biblia russica - Kirchenslawisches Psalterium. Mit 1 kol. und goldgehöhtem Holzschnitt-Por- trait und einigen gest. Kopfvignetten sowie Initi- alen. Wohl Moskau, um 1800. Gr.-8°. 26, 311, 80 Bll. Blindgeprägtes Leder d. Z. über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit florarler Rollband-Ornamen- tik und 2 Schliesssen (fehlend; Rücken lädiert, Kapitale fehlend, Fehlstellen im Bezug, berieben und etwas betossen sowie gebräunt und teils etwas fleckig). Wohl Nachdruck der 1626 in Moskau gedruck- ten Ausgabe. Der „Psaltir“ ist eines der rituellen Hauptbücher der russischen Altritualisten, der Altglaubigen. Diese so genannten „Staroverij“ lehnten nach der Spaltung der russischen Kirche (dem Raskol 1666) die vom Zaren durchgesetz- te russisch orthodoxe Kirche ab. Als „Raskolniki“ forderten sie das Russentum und die altrussi- sche Liturgie, die sich bis heute in verschiede- nen Kirchengemeinschaften (mit Priestern - propovzij - oder ohne Priester) erhalten hat. Der Text umfasst liturgischen Inhalt und Gesänge mit Offizien, Kanon, Tropar und Ostertafeln so- wie ein Kalendarium. Ohne Titelblatt jedoch mit durchgehender Blattzählung. Der prachtvolle Holzschnitt mit einem Portrait vom König David. Er ist als bartiger, älterer Mann mit Krone und Nimbus dargestellt, der vor einem ornamentier- ten Schreibpult mit Kerze, Griffel und Tintenfass sitzt. Mit einer Feder schreibt er lesbare Buch- staben auf das Blatt. Umgeben ist die Szene von einer reich geschmuckten Säulenarkade im Stile der Spätrenaissance. - Im Schnitt gebräunt, etws feuchtrandig, stellenweise braun- und fingerfleckig. Erste und letzte Blatt mit kleinen Blattläsuren sowie stärker tintenfleckig, Innen- gelenke verstärkt. Insgesamt sauber. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 296 Brant, Sebastian - Geiler von Kaysersberg, Johannes. Welt Spiegel, oder Narren Schiff, darin aller Ständt schandt und laster, uppiges leben, grobe Narrechte sitten, und der Welt- lauff, gleich als in einem Spiegel gesehen vnd gestrafft werden: alles auff Sebastian Brands Reimen gerichtet. Aber, Mit vil andern herrlichen, Christlichen, auch nutzlichen Lehren (...) Sampt gewisser Schellen abtheilungen (...) Durch (...) Johan. Geyler (...) beschrieben, jetzt aber inn das recht hoch Teutsch gebracht Durch, Nicolaum Höniger von Tauber Königshoffen. Mit 115 Tex- tholzschnitten u. gr. Druckermarke am Schluss. Basel, Henricpetri, 1574. 8°. [8] Bll., 400 (recte 399) Bll., [1] Bl. Pergamentband des 17. Jhs. mit hs. Rückentitel und späterer Messing-Schlies- sen (etwas fleckig). VD16 B 7076 u. G 781 - IA 123.750 - BM STC 147 - Goedeke I, 385, 14. - Erste Ausgabe dieser Bearbeitung Hönigers. „Unter seine Schriften, die fast alle bei Henric Petri zu Basel in Druck erschienen, ist seine mit Holzschnitten versehene neue Übersetzung der Geiler‘schen Predigten über das Narrenschiff (1574) am bekanntesten geworden und erfreute sich viel- leicht auch deshalb einer guten Aufnahme, weil das Buch, wie fast alle aus jener Offizin hervor- gegangenen Drucke durch Schönheit der Typen u. gutes Papier sich auszeichnete“ (ADB 13, 71). - Etwas gebräunt, anfangs auch braunfleckig, flieg. Vorsätze erneuert. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 296 295
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    | 82 Bücher |Alte Drucke Bibeln 297 Crescenzi, Pietro de. Pietro Crescentio Bolo- gnese tradotto nuovamente per Francesco Sansovino. Nel quale si trattano gli ordini di tutte le cose che si appartengono a commodi a gli utili della villa. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und zahlr. Textholzschnitten. Venedig, Francesco Sansovino, 1561. 4°. [4], 252, [4] Bll. Schöner Lederband d. Z. mit Blindprägung (Rücken aufgehellt und berieben). Edit16 CNCE 13741 - BM STC Italian 203 - Souhart 121. - Erste Ausgabe der Übersetzung durch Sansovino. - Der um 1300 entstandene Traktat des Pietro de Crescenzi widmet sich Landwirtschaft und Botanik und wurde in der Frühen Neuzeit vielfach übersetzt und gedruckt. - Titelei fleckig und mit Stempelrest, sonst nur etwas gebräunt- Etwas fleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 298 Dietrich, Veit. Kinder Postilla. Uber die Sontags und der furnemesten Fest Evangelia, durch das gantze Jar. Wittenberg, Georg Rhau Erben, 1550. 4°. [9], 302, [2] Bll. Blindgepr. Lederband d. Z. (ältere Restaurierungen, Schliessen erneuert, etwas bestossen). VD16 ZV 31797 - Schwenke, P., Lange, K.: Die Silberbibliothek Herzog Albrechts von Preussen und seiner Gemahlin Anna Maria. Festgabe der Königlichen und Universitätsbibliothek Königsberg i/Pr. zur 350-jährigen Jubelfeier der Albertus-Universität, Leipzig 1894, S. 21. - „D. bezog 1522 die Universität Wittenberg und fand Förderung durch Melanchthon und bald auch durch Luther, in dessen Haus und an dessen Tisch er war. Er wurde Luthers vertrauter Sekre- tär und begleitete ihn vor allen Dingen während des Augsburger Reichstags auf die Veste Co- burg.“ (NDB 3, 699). - Titel stärker fleckig und alt aufgezogen, einige Feucht- bzw. Fingerflecken in den Rändern, gebräunt, wenige Marginalien. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 299 EMBLEMATA - Montenay, Georgette de. Emble- matum christianorum centuria, cum eorundem latina interpretatione. Cent emblemes chresti- ens. Mit gest. Portrait und 100 emblemat. Kup- fern von Pierre Woeiriot. Zürich, Ch. Froschauer [Lyon, Jean Marcorelle], 1584. 4°. [8], 100, [8] Bll. (d.l.w.). Halbpergamentband um 1900 mit hs. Rückentitel. VD16 M 6244 - Adams M 1715 - Vischer C 1035 - Landwehr German 443 - Landwehr Romanic 530 - Praz 431. - Erste lateinische Ausgabe. - Erstmals 1567-1571 in Lyon erschienen, erfuhr mehrere Übersetzungen. Das erste protestan- tische Emblembuch „and the only emblem book written in any language by a woman (Larsen/ Winn, Writings by Pre-Revolutionary French Women, S. 125). - Georgette de Montenay wurde von der Forschung lange Zeit für eine Hofdame der Königin von Navarra gehalten, zumal das Werk der Jeanne d‘Albret gewidmet ist. Heute sieht man sie eher in Distanz zum Hof, nicht zuletzt aufgrund ihrer Ehe mit dem Katholiken Guyon du Gout. Die Kupferstiche des lothringischen Hofkünstlers Pierre Woeiriot für die Lyoner Erstausgabe, deren Platten auch für die vorliegende Übersetzung benutzt wurden, sind zudem die frühesten Embleme in dieser Technik überhaupt. - Etw. gebräunt, in den Rändern durchgehend etwas stärker, teils leicht stock- bzw. fingerfleckig. Die schönen Kupfer in kräftigen Abdrucken. - Hs. Widmung der 1980er Jahre auf Vorsatz (in Bleistift). CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 299 298
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    | 83 300 Estienne, Henri- Hoi tes eroikes poieseos proteuontes poietai (graece). Poetae Graeci Principes heroici carminis alii nonnulli. 2 Teile in 1 Band. Mit kl. Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. [Genf], H. Estienne, 1566. Folio. 20, LXXII, 410 S., [2] Bll. (1 w.), S. 411-781, [1] w. Bl., LVII (recte LVI), 489 (recte 492) S., [1] w. Bl. Leder- band des 19. Jhs. über Holzdeckeln, mit gold- gepr. Rückenschild, reicher Rückenvergoldung und Deckelbordüre (VDeckel lose, Rücken mit Fehlstellen im Bezug). Dreiseitiger Goldschnitt, marmorierte Vorsätze. Adams P 1699 - Ebert 17536 - Schreiber 160 - Renouard 126 - Moeckli 65. - Das Meisterwerk griechischer Typographie von Henri Estienne. „This is unquestionably Henri Estienne‘s typo- graphic masterpiece“ (Schreiber). Teil 1 enthält die Ilias und Odyssee sowie die Homerischen Hymnen. Teil 2 Texte von Hesiod, Bion, Mo- schus, Theokritos, Callimachus, Nicander u.a. - In den Rändern teils leicht gebräunt und stel- lenweise etwas stockfleckig. - Provenienz: Gest. Wappen-Exlibris der Familie Streatfeild („data fata sequutus“), wohl Chiddingstone Castle. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 301 [Estienne, Robert]. Hebraea, Chaldaea, Graeca et Latina nomina virorum, mulierum, popu- lorum, idolorum, urbium, fluviorum, montium, caeterorúmque locorum quae in Bibliis leguntur, restituta, cum Latina interpretatione. Mit Holz- schnitt-Druckermarke auf Titel. [Paris, Estienne, 1537]. 8°. 542 S., [1] Bl. Moderner Pergament- band mit goldgepr. Rückentitel (etwas feucht- fleckig und gewellt). Adams S 1824 - BM STC French 156. - Einer von zwei Drucken der ersten Separatausgabe. - Mit den in in den Rand gedruckten hebräischen und griechischen Marginalien. - Titelblatt mit hinterlegtem Abriss im Unterrand (Verlust des Druckvermerks), letztes Registerblatt ebenfalls mit hinterlegter Fehlstelle im unteren Drittel und Textverlust. - Etwas feuchtspurig und gewellt, die letzten 50 S. sporfleckig im Rand. CHF 200 / 300 (€ 190 / 280) 302 FROSCHAUER - Brevis Et Vera Responsio Dn. Cos. Et Ampliss. Senatvs Civitatis Tigvrinae: Ad Impvdenter Calvmniam nonnullorum menda- cissimorum hominum, spargentium; A Diabolo Verbi divin Preçonem, concionantem Tiguri, e suggestu ablatum esse ... Mit einem Holzschnitt und zwei Holzchnittinitialen. Zürich, J. Wolf, Druck bei Froschauer, 1596. 8° (18,5 x 14,5 cm). [4] Bll. (das letzte weiss). Ohne Einband. VD16 Z 599 - Vischer N 62 - Haller III, 473 - Zweisprachiger Druck in Latein und Italienisch (dieses aus dem Deutschen übersetzt). Die deutsche Fssung erschien unter dem Titel „Kurtze und glaubhaffte Verantwortung Herren Burgermeisters unnd eines Ehrsamen Rahts der Statt Zürych: Über das unverschmampt unnd erdichtet usspreiten etlicher lugenhaffter lüthen: Sam der Tüfel einen Prediger inn der Statt Zürych inn der Predigt ab der Cantzel ge- nommen und hinweg gefürt habe etc.“. - Recht breitrandig, gebräunt und etwas braunfleckig, recht gut. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 302 300
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    | 84 Bücher |Alte Drucke Bibeln 303 GEBETBÜCHER - [Wolf, Heinrich.] Bättbuch. Ein Christliche Anleitung zu dem gläubigen gebätt, durch unseren einigen Herren Fürbitter und mittler Jesum Christum. Zürich, Johanns Wolf- fen, 1601. 8°. [12] Bll., 304 S. Pergamentband d. Z. mit handschriftl. beschriebenen Rücken und Lederschliessen (minimal berieben und bestos- sen, zweite Lederschnur gelöst, Hinterdeckel etwas eingerissen). Nicht im VD17 - vgl. VD16 ZV 15597. - Sehr seltenes Gebetsbuch aus Zürich, Anfang des 16. Jhdts. - Minimal gebräunt, vereinzelt stockfleckig. - Handschriftl. Vermerke auf Titel, Vorrede sowie letzter Seite. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 304 Geiler von Kaisersberg, Johannes. Das Irrig schafe. Mit Titelholzschnitt und 7 Textholz- schnitten sowie zahlr. schwarzgrundigen Holzschnitt-Initialen. Strassburg, Johannes Grüninger, 1514. 4° (27 x 20 cm). 92 Bll. Moder- ner Lederband mit goldgepr. Rückentitel. VD16 G 761 (auch 765 und 769) - Muller II, 33, 136 - Dacheux 48. - Zweite Ausgabe, erstmals um 1510 erschienen. - Sammlung beliebter Ge- schichten und Märchen in Predigtform, darunter eine der ersten literarischen Bearbeitungen des Aschenbrödel-Stoffes („Eschengrüdel“). - Stel- lenweise leicht fleckig (wenige Bll. deutlicher), erste 6 Bll. mit Wurmspur im Kopfsteg, Titel mit alten Besitzeinträgen, 1 Bl. am Kopfsteg knapp beschnitten, 1 Bl. mit Fehldruck durch Quetsch- falte. - Provenienz: Wappen-Exlibris Edouard de Turckheim 1883. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 305 Giovio, Paolo. Vitae illustrium virorum. Tomus duobus comprehensae, proprijs imaginibus illustratae. 2 Bde. in 1. Mit Titelholzschnitt-Bor- düre und 29 Portrait-Holzschnitten von Tobias Stimmer. Basel, P. Perna und H. Petri, 1578 (am Schluss von Teil 1: 1576, Titel von Bd. 2: 1577). Folio. [6] Bll., 427 S.; [4] Bll., 176 S., [13] Bll., S. 177-225. - BEIGEBUNDEN: Ders. 1. Elogia virorum bellica virtute illustrium. Ebd., 1596. Mit Titelbordüre und 129 Portrait-Holzschnitten von T. Stimmer. [4] Bll., 258 S., [5] Bll. - 2. Elogia virorum literis illustrium. Ebd., 1577. Mit Titel- bordüre und 63 Portrait-Holzschnitten von T. Stimmer u. C. v. Sichem (3). [4] Bll., 149 S., [1] Bl. - 3. Descriptiones: videlicet Britanniae, Scotiae, Hiberniae, Orchadum, item Moscoviae et Larii Lacus. Ebd., 1578. 156 S., [4] Bll. - Blindgepr. Schweinslederband d. Z. über Holzdeckeln, mit hs. Rückentitel. VD16 G 2078, 2067, 2062 u. 2049 - Adams 667 - Lipperheide Cg 44 - Hieronymus GG 276 (Elogia). - Erste und einzige Ausgabe mit den schönen, in wechselnden Renaissance-Bor- 304
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    | 85 düren eingefassenPotraits von Stimmer, die wegen der Authentizitat ihrer Bildnisse grund- legende ikonographische Bedeutung besitzen. - 10 Rahmen blieben unausgefüllt (oben nicht mitgezählt). - Die „Descriptiones“ bilden den letzten Teil der Werkausgabe von 1578 und sind hier zu Beginn eingebunden. - Giovio, 1528 zum Bischof von Nocera ernannt, hatte 1537 mit dem Bau eines „Musaeum“ am Ufer des Comersees begonnen. „Dessen Schmuck - wohl in der Bibliothek - wurden, auf Tafelbildern, die in die Wände eingelassen wurden, Bildnisse der bedeutendsten Zeitgenossen, mit deren Leben Giovio sich befasste und mit denen er sich so von Angesicht zu Angesicht umgab [...]. Giovios Musaeum existiert nicht mehr. Die vier Gruppen seiner Bildnisse - von Gelehrten und Dichtern, Humanisten, Staatsmännern und Feldherren, Künstlern, die er, im Gegensatz zu manchen andern Auftraggebern, Sammlern und Publizisten seiner Zeit, zumindest soweit es sich um Zeitgenossen handelte, authentisch hatte porträtieren lassen, leben nur noch in den Kopien fort, die spätere Sammler haben anfertigen lassen, und in den Holzschnitten, die zu diesen späteren Basler Drucken seiner Elogia nach in Como vor den Originalen angefertigten Skizzen geschaffen worden sind“ (Hieronymus). - Sauberes, wohlerhaltenes Exemplar. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 306 INKUNABELN - Antonio (Bettini) da Siena. Il Monte Santo di Dio. Mit 2 illuminierten Initialen in Gold und Farben. Florenz, Nicolaus Laurentii Alamanus, 10. September 1477. [125 (statt 131)] Bll. 33–35 Zeilen, Roman. Typ. Späterer Pergamentband mit hs. Rückentitel. GW 02204 - Hain/C. 1276 - Sander 452 - Goff A-886 - IBE 490 - IGI 711 - Pellechet 900 - CIBN A-470 - Proctor 6114 - BMC VI 626 - ISTC ia00886000. - Druckgeschichtlich bedeutendes Werk, hier jedoch vorliegend ohne die 3 Kupfertafeln, die den Beginn der Buchillustration in Florenz markieren und zu den frühesten Kupferstichen in Büchern überhaupt gehören. - Das einzige vollständige Exemplar auf dem internationalen Auktionsmarkt seit 1918 stammte aus der Sammlung Otto Schäfer (1994). - Antonio Bettini (1396-1487), seit 1439 Mitglied des Jesuatenordens und 1461 Bischof von Foligno, war ein Vertrauter und enger Mitarbeiter des Enea Silvio Piccolomini (Papst Pius II). Sein „Monte santi di Dio“ wird auch als literarisches Hauptwerk seines der Kranken- pflege und insbesondere den Opfern der Pest gewidmeten Ordens gedeutet. - Die ersten beiden Blatt in den Rändern alt hinterlegt, die übrigen beschnitten und an zwei Seiten ergänzt. Stellenweise stärker feuchtfleckig. - Provenienz: - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der legendären Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824-1903), die 1948-1949 versteigert wurde und ca. 22.000 Manuskripte sowie 66.000 Drucke enthielt (Lugt, Suppl.1334c). CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 307 - Arnoldi, Henricus. De modo perveniendi ad veram Dei et proximi dilectionem. [Basel, Michael Wenssler, nicht nach 1. Dez. 1472]. [124] Bll. (ohne das erste und letzte weisse). 25 Zeilen. Got. Type, rot und schwarz gedruckt, mit einigen rot eingemalten Lombarden. Moderner Halbmaroquinband mit goldgepr. Rückentitel. GW 2511 - Hain/ C. 11491 - Goff A 1061 - BMC III, 719 - BSB-Ink. A-748 - Madsen 345 - Mendes 133 - Oates 2740 - ISTC ia01061000. - Einzige Inkunabelausgabe, zugleich einer der beiden ersten Drucke Michael Wensslers. Der Verfasser (1407-1487) war Prior des Kartäuserklosters St. Margarethental in Basel. „Arnoldi ließ sich die Pflege enger Beziehungen zwischen der Kartause und den Basler Frühdruckern ange- legen sein. Noch zu seinen Lebzeiten erschein einiges seiner erbaulichen und asketischen Abhandlungen in Basler Verlagen“ (NDB I, 390). - Wenige Blatt gering fleckig, vereinzelte alte Marginalien. - Schöner und breitrandiger Druck. - Provenienz: Erstes Blatt mit hs. Besitzvermerk de Joubert, datiert 1847. Innendeckel mit Wap- pen-Exlibris Robert de Crewe sowie Bibliotheca Philosophica Hermetica. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 305 306
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    | 86 Bücher |Alte Drucke Bibeln 308 INKUNABELN - Astesanus de Ast. Summa de casibus conscientiae. Teil 1 (von 2). Mit 5 grossen Federwerksinitialen in Rot und Blau mit floraler Ornamentik sowie hunderten kleinem Initialen in Rot, vollständig rubriziert. [Basel, Michael Wenssler und Bernhard Richel, nicht nach 1476]. Folio. [194] Bll. Kalbslederband des späten 17. Jahrhunderts (etwas berieben und beschabt, Fehlstellen im Bezug fachmännisch ergänzt, Ecken bestossen). GW 2753 - Hain/C. 1892 - BMC III, 724 - Goff A 1164 - Proctor 7528 - BSB-Ink A 797 - IGI 924 - Pellechet 1404 - Voullième, Berlin 408 - nicht bei Oates u. Polain. - Vierste Ausgabe. - Seltener „Kooperationsdruck“ aus den Basler Offizinen Wenssler und Richel. Die ersten 21 Lagenbögen (der hier vorliegende 1. Teil) von Wenssler, die letzten 22 Lagenbögen von Richel gedruckt (vgl. ISTC ia01164000). - Der gelehrte Minorit Astesanus de Ast (gest. um 1330) verfaste um das Jahr 1317 das berühmte Handbuch zur Lösung von Gewissenskonflikten, die Summa de casibus conscientiae. Das als Fachliteratur bei den Priestern in ihrer Aufga- be als Beichtväter beliebte Nachschlagewerk erlbete von 1469-1482 nicht weniger als elf Druckausgaben. Die ersten Ausgaben wurden bei Mentelin in Strasburg 1469 und 1473 sowie bei Reyser, ebenso Strasbrug 1474, herausge- geben. Ein Widmungsbrief des Autors an den Johannes Caietanus de Ursinis und dessen Erwiederung sind beigebunden. Der römische Adelige wirkte als Apostolischer Protonotar, wurde 1316 zum Kardinal ernannt und fungierte von 1326 bis 1334 als päpstlicher Legat in Italien, später in Avignon. - Schöner, sauberer zweispaltiger Druck mit je 62 Zeilen in gotischen Typen. - Leicht gebräunt, nur wenig fleckig, Vor- sätze etwas angestaubt, insgesamt sehr sauber. Erstes Blatt am oberen Rand und in der unteren Ecke mit fachmännisch ausgeführten Blatter- gänzungen (oben wohl Löschung eines alten Besitzereintrages). Vorne kleine Wurmlöchlein im unteren weissen Rand (ohne Textverlust), ab Blatt 85 zwei durchgehende Wurmlöcher im Text, auf den letzten Blatt stärker. Textblatt 23 mit kleinem Loch (ca. 0,5 cm) mit leichtem Textverlust. - Alte handschriftliche Marginalien auf Vorsatzblättern. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 309 - Augustinus, Aurelius. Explanatio psalmorum. [Venedig, Bernardinus Benalius, 4.VIII.1493]. Folio. 348 (statt 358) Bll. Zweispaltiger Scholi- endruck, 70 Zeilen. Got. Typ. Mit Initialspatien. Moderner Halbpergamentband mit goldgepr. Rückentitel. GW 2910 - Hain/C. 1973 - Goff A-1273 - Proctor 4885 - Pellechet 1486 - Madsen 417 - Oates 1920 - Rhodes 209 - BMC V, 374 - BSB-Ink A-884 - CIBN A-704 - CBB 398 - ISTC ia01273000. - Dritte Ausgabe des umfangrei- chen Psalmenkommentars des Heiligen Au- gustinus. - Es fehlen die ersten 14 nn. Bll. sowie 10 Blatt am Schluss. Bl. a2 aus einem anderen Exemplar ergänzt, letztes eingeb. Bl. mit hin- terlegtem Randausriss und etwas Textverlust. - Durchgehender Feuchtfleck im Seitenrand. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 308 307
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    | 87 310 - Biel,Gabriel. Epithoma expositionis Canonis misse. Mit 2 alt ankolor. Holzschnitt-Initia- len. Tübingen, [Johann Otmar für Friedrich Meynberger, nicht vor 20.II., nicht nach 29.XI.] 1499. 4°. [77] (statt 78) Bll. Kollation: A–I8, k6 (ohne H7). 37 Zeilen, got. Type. Pergamentband des 19. Jahrhunderts unter Verwendung einer alten Handschrift für die Deckelbezüge (gering staubfleckig). GW 4334 - Hain/C. 3181 - BMC III, 702 - BSB- Ink B-506 - IA 14821 - Proctor 3233 - Goff B 654 - Voullième (Berlin) 2572, 5. - Pellechet 2391 - Madsen 720 - ISTC ib00654000. - Die Holzschnitt-Initiale „T“ mit Schlange, möglicher- weise durch Kollickers Konstanzer Missale 1485 inspiriert (vgl. BMC). - Bl. A6 recto weiss, hier sollte offenbar die blattgrosse Kreuzigungss- zene gedruckt werden, welche aber erst in der nächsten Ausgabe (1500, GW 4336) erschien. - Anfangs Feuchtfleck im Oberrand, dieser beim Titelblatt alt hinterlegt. Im ersten Drittel mit einigen Unterstreichungen und Marginalien von alter Hand. - Provenienz: alter Stempel Kloster Roggenburg (Schwaben, säkularisiert 1802) auf Titel; hs. Besitzvermerk teilweise gelöscht. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 311 - Columna, Guido de. Historia destructionis Troiae. Strassburg, [Drucker des Jordanus von Quedlinburg (d.i. Georg Husner)], 9. Oktober 1486. Folio (27,5 x 20 cm). [88] Bll. Zweispaltiger Druck, 42–43 Zeilen. Got. Type. Mit eingemalten Lombarden in Rot, durchgehend rot rubriziert. Neuer blindgeprägter Lederband im Stil der Zeit. GW 7230 - Hain/C. 5509 - Goff C 773 - Proctor 605 - BMC I, 134 - BSB-Ink. G-435 - Madsen 1239 u. 1240 - Oates 228 - ISTC ic00773000. - Sehr seltene zweite Strassburger Ausgabe von Columnas Geschichte von Troia, schon früh- zeitig in andere Sprachen (deutsch, italienisch, spanisch, niederdeutsch u. tschechisch) über- setzt und immer wieder neu aufgelegt, erstmals 1477 in Köln erschienen. Der sizilianische Jurist Guido de Columna vollendete seine Geschichte der Zerstörung Trojas 1278, eine lateinische Prosabearbeitung des altfranzösischen „Roman de Troye“ des Benoit Sainte-Maure und ein Erfolgsbuch des Spätmittelalters, das später zur Grundlage zahlreicher weiterer volkssprachli- cher Versionen des trojanischen Sagenstoffes werden sollte. - Vorsichtig gereinigtes Exemplar (vereinzelte Lombarden oder Rubrizierungen leicht angewaschen). Folio d1 mit rest. Rand- einriss, die erste Lage mit minimalen Verstär- kungen im Bug. Insgesamt aber sehr schön erhaltenes, breitrandiges Exemplar der seltenen Inkunabel. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 312 - Franziskus von Assisi. Fioretti del Seraphico Sancto Fransesco. Mit 1 (von 2) blattgr. Holz- schnitten und einer umlaufenden, altkolorierten Holzschnitt-Bordüre. [Florenz, Laurentius de Morgianis für Piero Pacini, 11. Juni 1497]. Kl.-4°. [85 (statt 104)] Bll. 31-32 Zeilen, Antiquatype. Halbpergamentband des 19. Jhs mit Rücken- schild u. hs. Signatur. GW 10300 (verzeichnet weltweit nur 6 Exemp- lare) - Hain/C. 7330 - Sander 2875 - Goff F-290 - IDL 1853 - IGI 4065 - ISTC if00290000. - Es fehlen die Lagen e und f sowie die drei letzten Textblatt (n2-n4) mit dem Kolophon und dem ganzseitigen Holzschnitt am Schluss. Bl. d5 mit grösserem Ausriss und Textverlust bis Zeile 13. - Provenienz: Sammlungsstempel der Bibliotheca Gustavo Galleti (Florenz) auf Titel. - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824- 1903) auf Spiegel. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 311 312
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    | 88 Bücher |Alte Drucke Bibeln 313 INKUNABELN - Hieronymus, (Pseudo-). Vitas patrum. Mit einer grossen eingemalten Initiale in Rot und Blau sowie einigen Lombarden. Vene- dig, Octavianus Scotus, 14.II.1483/84. 4°. [7 Bll. (statt 8, ohne das erste weisse)], CCLIII Bll. Frag- mentarischer Lederband d. Z. über Holzdeckeln (Rücken fehlt zu zwei Dritteln, Deckelbezüge lädiert, Block fast vom Einband gelöst). GW M50888 - Hain/C. 8599 - Goff H-206 - Pellechet 11713 - BSB-Ink V-256 - CIBN H-126 - Proctor 4573 - BMC V, 279.IB 21190 - Madsen 4179 - Mendes 689 - Ohly-Sack 2987 - ISTC ih00206000. - Die sog. „Vitas patrum“ gelten als die bedeutendste hagiographische Sammlung der mittelalterlichen Literatur. Sie reichen in die Frühzeit des Christentums zurück und verarbei- ten vor allem griechische Quellen. Es handelt sich dabei um eine Bearbeitung von Legenden zahlreicher frühchristlicher Mönche, die als Ere- miten oder Gemeinschaft in der Wüste lebten, und anderen christlichen Männern und Frauen, die als Kirchenväter oder Büsser in den Ruf der Heiligkeit gelangten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Sammlung immer wieder variiert und erweitert. Die Hauptquelle sind die durch den Hl. Hieronymus begründeten „Vitaspatrum“, für die jüngeren Legenden wurde u.a. die „Legenda aurea“ des Jacobus de Voragine herangezo- gen. - Die ersten und letzten Bll. mit stärkeren Feuchträndern, letztes Bl. stark fleckig, in den Rändern mit Fehlstellen und etwas Textverlust. Einige Marginalien von alter Hand. - Es fehlt das Indexblatt am Schluss. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 314* - Johannes de Cuba. Gart der Gesundheit. Mit 368 altkolorierten Textholzschnitten. Augsburg, [Johann Schönsperger], „montag nechst vor Bartholomei“ (22. August) 1485. Klein-Folio (26,5 x 20 cm). [358 (statt 370)] Bll. Unter Ver- wendung älteren Materials laienhaft restaurier- ter Lederband mit 2 Messingschliessen (Vorder- deckel modern, ohne Verschluss-Stücke). GW M09751 - Hain/C. 8949 - BMC II, 365 - Goff G-98 - BSB-Ink W-94 - Klebs 507.2 - Hubay, Augsburg 858 - Nissen BBI 2267 - Pritzel 10824 - nicht bei Hunt. - Zweite deutsche Ausgabe des Hortus sanitatis, kompiliert von Johannes von Cuba, die erste bei Schönsberger, vorlie- gend in kräftigem Altkolorit. „Der deutsche Gart von Peter Schöffer war ein gewaltiger Erfolg. Die große Nachfrage konnte die Mainzer Offizin nicht bewältigen, und schon 5 Monate nach seinem Erscheinen war der erste Nachdruck des „Gart“ fertig. Er wurde von der Druckerei J. Schönsperger in Augsburg herausgebracht, die mit diesem Nachdruck eine drucktech- nische Leistung allerersten Ranges zeigte. Mit einem Stab hervorragender Mitarbeiter gelang Schönsperger ein buchtechnisches und künstlerisches Meisterwerk. Die Schrifttypen waren größer und klarer als im Original und somit besser lesbar... Die Abbildungen sind dem Schöfferschen Buch zumindest gleichwertig...“ (Heilmann S. 113). - Durchgehend mit stärkeren Gebrauchsspuren. Einige Blätter angerändert oder auch mit überklebten Einrissen, einige Dar- stellungen mit Farbausbrüchen und Fehlstellen. Insgesamt ca. 40 Blatt mit Text- oder geringem Bildverlust. Durchgehend stärkere Finger- und Schmutzflecken, Wasserränder, Braunflecke. Sellenweise interessante, auch umfangreichere zeitgenössische Marginalien in Sepia. Durch- gehend in schönem, kräftigen Altkolorit. - Es fehlen der grosse Holzschnitt zu Beginn (durch Faksimile auf altem Papier ersetzt) sowie Blatt a1-3, c1, y4-5, F8, N2, S2-4 u. T1. Letzte Lagen teils verbunden. - Trotz des für ein Gebrauchs- buch typischen Zustandes eindrucksvolles Exemplar. CHF 12 000 / 18 000 (€ 11 110 / 16 670) 315 - Josephus, Flavius. De bello Judaico. [Italie- nisch:] Guerra dei Giudei. Florenz, Bartolomeo di Libri, 6. Juli 1493. Folio. [207 (statt 208, ohne das erste weisse)] Bll. Antiquatypen, 40 Zeilen. Späterer Pergamentband (fleckig). GW M15200 - Hain/C. 9460 - Goff J-490 - Pro- ctor 6199 - BMC VI 649 - Madsen 2349 - ISTC ij00490000. - Erste italienische Ausgabe. - Die beiden ersten Blatt neu aufgezogen. - Hs. Blatt- zählung in brauner Tinte im weissen Oberrand. - Provenienz: Alter Stempel der Biblioteca Galletti (Florenz). - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der legendären Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824-1903), die 1948-1949 versteigert wurde und ca. 22.000 Manuskripte sowie 66.000 Drucke enthielt (Lugt, Suppl. 1334c). CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) 315 312
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    | 90 Bücher |Alte Drucke Bibeln 316 INKUNABELN - Juvenalis, Decius Junius. Saty- rae. Vicenza, Henricus de Sancto Ursio, Zenus, Vicenza, Henricus de Sancto Ursio, Zenus (Rigo di ca Zeno), 1480. Folio. [95] Bll. (statt 96, ohne das erste weisse). Scholiendruck, 52-54 Zeilen (Kommentar). Initialspatien. Halblederband des 19. Jhs. mit Rückentitel. GW M15822 - Hain/C. 9690 - Goff J-644 - Pellechet 6865bis - BSB-Ink I-680 - CIBN J-358 - Proctor 7162 - BMC VII, 1044 - Oates 2683 - ISTC ij00644000. - Seltener Erstdruck des Rigo di Ca Zeno aus Vicenza. - Die ersten 9 Bll. mit unschön hinterlegten, teils mit Tape verstärkten Fehlstellen im Unterrand (geringe Buchstaben- verluste). Durchgehend stärker feuchtfleckig, vor allem im Unterrand auch sporfleckig, einige alte Marginalien.- Provenienz: Sammlungsstem- pel der Bibliotheca Gustavo Galleti (Florenz) auf Titel. - Exlibris der Slg. Landau Finaly, der Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824-1903) auf Spiegel. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 317 - Lupus de Olmeto. Aureola. [Mailand,] Philip- pus de Lavagna, 28. November 1475. 8° (21 x 14 cm). [173] Bll. Antiquatypen, 25 Zeilen. Eingemalte Lombarden in Rot, Blau und Grün. Am Textbeginn mehrzeilige Initiale und florale Randleisten in Rot und Grün. Holzdeckelband d. Z. mit defekter Messingschliesse (Lederbezug am Rücken stärker berieben und mit kl. Fehlstel- len und Randausbrüchen bzw. Wurmspuren ; Innengelenke angeplatzt, Block gelockert). GW M07937 - Hain/C. 8588 - Goff H-157 - Pellechet 5962 - Proctor 5846 - BMC VI 702 - Rogledi 399 - Mendes 681 - ISTC ih00157000. - Wenige Marginalien von alter Hand; hs. Paginierung in dunkelbrauner Tinte bis S. 177. Stellenweise leichte Feuchtränder, anfangs kl. Wurmgänge im weissen Unterrand, ansonsten sauberes und breitrandiges Exemplar. CHF 1 600 / 2 400 (€ 1 480 / 2 220) 318 - Maximilian I. Antwurt zu handthabung und behaltnuss der Römischen Künigklichenn Mai- estat eeren vnd glympfens: auf der frantzosen falsch erticht und ungegründt aufschreiben in nachvolgenden henndeln. Mit 2 elfzeiligen Holz- schnitt-Initialen. [Augsburg, E. Ratdolt, nicht vor Mai 1492]. Folio. [8] Bll. 50 Zeilen. Got. Typ. Moderner Pappband mit rotem Papierbezug. GW M 22148 - BSB-Ink C-535 - Hellwig 651 - Hubay 1387 - Ohly-Sack 1946. - Nicht im BM und bei Goff. - Sehr seltener deutschsprachiger Druck einer Propagandaschrift, zu der sich Maximilian durch die französische Politik veran- laßt sah. Maximilians Versuch, durch Vermäh- lung mit Anne de Bretagne an die Spitze des königsfeindlichen Adels in Frankreich zu treten, scheiterte. Charles VIII. selbst heiratete im Dez. 1491 Anne de Bretagne. Dieser französische Schachzug durchkreuzte nicht nur Maximilians dynastische Pläne, sondern bedeutete auch einen Affront, da Anne bereits förmlich mit Maximilian vermählt und Maximilians Tochter mit Charles VIII. verlobt war. Die Schrift wendet sich insbesondere an die Bevölkerung der Nieder- lande, wo die Franzosen durch „verreterey, pöse geschwynde und ungetrewe listigkeit, mancher- ley lügen, falsche botschafften ... dem gemainen man die augen füllen möchten.“ - Etwas fleckig und gebräunt, wenige blasse Wasserränder, erstes Blatt mit winzigen Tintenflecken, kl. hinterlegte Randeinrisse, letztes Blatt mit Brandloch (minimaler Buchstabenverlust des letzten Worts), der braun auf die Blätter davor durchschlägt, letztes Blatt etwas angeschmutzt u. feuchtfleckig. - Provenienz: Exemplar aus der „Fürstlichen Hofbibliothek Donaueschingen“ mit deren Stempel unten auf dem letzten Blatt verso und Exlibris „H. Legel“. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 317 318
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    | 91 319 - OvidiusNaso, Publius. Opera. [Teil 1 von 2]. Mit einigen Initialspatien. Venedig, Bernardinus Rizus, 27. November 1486. Folio. [228 (statt 374)] Bll. 53 Zeilen, rom. Typ. Späterer Perga- mentband (fleckig und gewellt, Schliessbänder entfernt). Vgl. GW M28924 - Hain/C. 12143 - Goff O-134 - Pellechet 8691 - BSB-Ink O-145 - BMC V, 400 - Madsen 2982. - Der vollständige erste Teil der Werkausgabe bei Rizus, mit den 3 weissen Bll. a1, i1 und ee7 (am Schluss). - Der hier fehlende zweite Teil enthält die Metamorphosen. - Ti- telblatt (a2) fast abgelöst, die ersten sowie die letzten Blatt etwas stärker feuchtfleckig und vereinzelt mit hinterlegten Randläsuren, sonst durchgehend nur schwache Feuchtränder, einige Marginalien von alter Hand. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 320 - Turrecremata, Johannes. Expositio super toto psalterio. Mit Druckvermerk und Druckermarke in Rot. Mainz, Peter Schöffer, 10. März 1476. Folio. [185 (statt 199] Bll. 31 Zeilen. Initialspati- en. Roter Lederband des 19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel, Rückenvergoldung, Deckelfileten und Wappensupralibros („J. Gomez de la Cortina et amicorum“). Dreiseitiger Goldschnitt. GW M48204 - Hain/C. 15699 - Goff T-522 - Pellechet 11253 - Polain 3860 - BSB-Ink T-551 - CIBN T-379 - Oates 34 - ISTC it00522000. - Sechste Ausgabe, die zweite Mainzer bei Schöffer. - Juan de Torquemada, nachmals berühmter Kardinal u. Gelehrter, nahm schon früh als päpstlicher Beauftragter an verschie- denen Synoden (Konstanz, Basel, Florenz), dem Nürnberger Reichstag v. 1438 usw. teil, ehe er sich seiner wissenschaftlichen Tätig- keit widmen konnte. Unter seinen zahlreichen Arbeiten gehört die vorliegende Auslegung des Psalters zu den bekanntesten. - Ohne das weisse Bl. a1, fehlende Bll. a4-6 durch weisse Bll. ersetzt, einige Bll. verbunden. Wenige Blatt im Bug ergänzt, ein Blatt mit grösserem ergänzten Randabschnitt und Textverlust, 2 alte Margi- nalien in Sepia. - Provenienz: Gelöschter hs. Besitzvermerk auf erstem Blatt. - J. Gomez de la Cortina, Marquis de Morante. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 321 Johannes von Jandun. Jandon super physica. Questiones subtilissime Joha[n]nis de Ga[n] dauo sumi Averrroyste in octo libros Aristote- lis de physico auditu p[er] recognitionem v.p. Joa[n]nis Romberch Kyrspe[n]sis [...]. Mit einigen figürlichen Holzschnitt-Initialen. [Venedig, Giunta, 1520]. Folio. [8], 145 (statt 151) Bll. Zweispaltiger Druck. Späterer Halbpergament- band mit hs. Rückentitel (Deckelbezüge mit kl. Einrissen). Edit16 CNCE 29271 - nicht bei Adams. - Ohne die Bll. 146-151 am Schluss. - Seltener Druck mit Werken des mittelalterlichen Philosophen Johannes von Jandun (1285/89-1328), der nach einem Konflikt mit der Kirche Zuflucht bei Kaiser Ludwig dem Bayern fand. „Seine Werke fanden bis ins 16. Jh. besonders in Italien Beachtung, wurden aber auch schon zu seinen Lebzeiten scharf kritisiert, weil J. als Vertreter eines radikalen Aristotelismus alle Probleme ohne Rücksichtnahme auf den Glauben und die kirchliche Theologie [...] löste und sich so in Widerspruch zu den Lehren der Kirche setzte.“ (NDB 10, 556). - Stellenweise leicht feucht- bzw. stockfleckig, Titelei mit alten hs. Besitzvermer- ken und Marginalien. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 320 319
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    | 92 Bücher |Alte Drucke Bibeln 322 KALENDER UND CHRONOLOGIE - [In disem Kalender findet man: die zwölff Zeichen und die Syben Planeten]. Mit 55 Holzschnitten. Strassburg, Matthias Hupfuff, 1511. 19,7 x 14 cm. [54] Bll. Holzdeckelband der Zeit, zur Hälfte mit blindgepr. Schweinsleder bezogen. Hs. De- ckelschild, restaurierte Messing-Schliesse (wohl Remboitage, fleckig, Rücken mit kl. Einrissen). VD16 Z 953 - Zinner 944 - Weller 647. - Zweiter Druck bei Hupfuff, der den populären Kalender erstmals 1504 herausbrachte. Die vorliegende Fassung stellt jedoch eine Neubearbeitung dar. „Die ausführliche Titelformulierung, die eine knappe Inhaltsangabe der enthaltenen Teile darstellt, ist bis auf kleinere orthographische Abweichungen identisch mit dem Titel, den Schönsperger seit 1489 seinen Drucken gab.“ (Duntze, Matthias Hupfuff, München 2007, S. 104). - Möglicherweise sind das Titelblatt, sowie die Blatt 7 u. 8 aber auch einer anderen Ausgabe bei Hupfuff entnommen (Lombarden weichen vom Satzspiegel der vorliegenden Ausgabe ab). - Durchgehend etwas feucht- und fingerfleckig, Papierausbrüche im Unterrand bei 12 Blatt hinterlegt, ein Randausbruch mit kl. Buchsta- benverlust (dieser von Hand ergänzt). - BEIGE- BUNDEN: [Ein tractetlein von dem sterbenden menschen, von der anfechtung im sterben.] Nürnberg, Johann Weissenburger, 1509. [25 (statt 30] Bll. - VD16 ZV 24189. - Es fehlen der Titel (durch alte Kopie aus der lat. Ausgabe von 1512 ergänzt) sowie die Blatt B1, B6, E1 u. E6. In 11 Abschnitte gegliedertes deutsches Ster- bebüchlein. - Dem Exemplar beigebunden sind 3 ganzseitige Holzschnitte in Kopien auf altem Papier. - Provenienz: Gest. Exlibris Franc[esco] Mainone. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 323 Leonardus de Utino. Sermones aurei de sanctis. Mit 10-zeiliger Holzschnitt-Initiale und Rankenbordüre sowie zahlreichen 3-zeiligen Hozlschnitt-Lombarden. Durchgängig rubri- ziert. Ulm, Johannes Zainer d. Ä., 1475. Gr.-Folio. [243] Bll. 2 Spalten, 50 Zeilen. Roman. Typ. Halbschweinsleder d. Z. über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit blindgeprägter Stempel-Ornamen- tik und Streicheisenlinien, hs. Rückentitel und 2 neuen Schliessen (Rücken etwas wurmstichig, kl. Einriss am Fuss). GW M17903 - Hain/C. 16133 - Goff L 158 - BSB-Ink. L-III - ISTC il00158000 - Wegener, Zainer 39 - Amelung, Frühdruck I, Nr. 23. - Schöner Frühdruck der Ausgabe der „Goldenen Predigten“ des aus Udine stammenden Domini- kaners Leonardus. Erstmals 1473 bei Zell in Köln erschienen. - Das ausführliche Register über die Predigtsammlung vom Ulmer Dominikaner Felix Fabri. - Bll. 164 und 165 enthalten „Trenta foglie ha la rosa“ und „Ave di cieli imperatrice santa“, die ersten italienischsprachige Mariengedichte, die bereits der Augsburger Ausgabe von 1474 beigefügt sind und von Johann Zainer in die Ul- mer Ausgabe übernommen wurden: „...dürfte es sich um die führesten in Deutschland gedruck- ten italienischen Texte handeln“ (Amelung). - Das erste Blatt und wenige Textblätter mit grös- seren Wurmgängen (mit leichtem Textverlust), oben etwas feuchtrandig, die letzten 3 Bll. mit stärkerem Feucht- und Braunflecken. Die Bor- düre oben etwas knapp beschnitten. - Proveni- enz: Auf vorderem Spiegel Holzschnitt-Exlibris des Hilprand Brandenburg aus Biberach, Mönch in der Kartause Buxheim und Stifter der Klos- terbibliothek, mit Rest seines Besitzeintrags mit Namenszug, datiert 1502. Wohl um 1470 her- gestellt, mit einer Darstellung eines Engels, der ein Wappenschild mit einem Ochsen zeigt, gilt als eines der frühesten Beispiele der gedruckten Bücherzeichen in Deutschland. - Montiertes Exlibris von H. Legel. - Auf den ersten Seiten 2 neuere Stempel der Bibliothek Buxheim. CHF 10 000 / 15 000 (€ 9 260 / 13 890) 322 322
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    | 94 Bücher |Alte Drucke Bibeln 324 Lupus, Johannes (Juan Lopez). De libertate ecclesiastica tractatus. Mit Titeleinfassung von Johannes Wechtlin in Clair-obscur mit roter Tonplatte. Strassburg, Johannes Schott, 3. Februar 1511. Kl.-4°. 70, [2] Bll. Flexibler Per- gamentband d. Z. mit spät. fragmentarischen Rückenbezug (fleckig). VD16 L 2490 - Adams L 1724 - BM STC Ger- man 534 - Fairfax Murray German 248. - Einzige Ausgabe. - Inkunabel des Helldunkel-Schnitts, wobei die Titelbordüre auch Hans Baldung Grien zugeschrieben wird. Vgl. Oldenbourg L59. - „One of the earliest specimens of chiaros- curo borders and the first by Wechtlin. [...] This method of colour printing was seldom used, but Schott, the printer of this book, produced several specimens in this manner, and was pro- bably the first to use this process for borders of title-pages [...].“ (Fairfax M.). Schott setzte diese, in der Buchillustration sehr seltene Technik erstmals 1510 ein, das vorliegende Werk ist offenbar der zweite Anwendungsfall überhaupt. - Dem Humanisten und späteren Papst Enea Silvio Piccolomini gewidmeter kirchenrechtlicher Traktat. - Etwas gebräunt, einige Marginalien von alter Hand, anfangs stärkerer Feuchtfleck im weissen Unterrand. Alte hs. Besitzvermerke auf Titelblatt. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 325 MEDIZIN - Paulus Aegineta. Opus de re medica, nunc primum integrum latinitate donatum, per Ioannem Guinterium Andernacum. 7 Teile in 1 Band. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und zahlr. Holzschnitt-Initialen. Paris, S. de Colines, 1532. Folio. [20] Bll., 47 S., [4] Bll., 127 S., [4] Bll., 48 S., [4] Bll., 24 S., [4] Bll., 83 S., [4] Bll., 156 (statt 158) S. Späterer Lederband unter Verwendung alter Decken mit goldgepr. Mittelstücken (etwas berieben). Durling 3551 - Osler 439 - Choulant 142 - Stillwell 473 - Renouard, Colines 251 - nicht bei Wellcome und Waller. - Erste lateinische Ge- samtausgabe. - „The extreme practicality of the text and its consequent use doubtless accounts for its rarity today. Its section on surgery, Book VI, has been called the principal medical work of the Byzantine era.“ (Stilwell). - Es fehlt das letzte Blatt (Teil 7, S. 157/158). - Titel mit grösserem, alt hinterlegten Ausriss (Textverlust verso) und hs. Besitzvermerk. Stellenweise etwas feucht- fleckig, ansonsten ordentliches und breitrandi- ges Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 326 Petrarca, Francesco. Das Glückbuch, Bey- des dess Gutten und Bösen... vor im latein beschriben, und yetz grüntlich verteütscht... 2 in 1 Band. Mit 2 grossen Titelvignetten und 256 (teilweise ganzs.) Holzschnitten und 4 Holz- schnitt-Initialen des Petrarca-Meisters. Augs- burg, Heinrich Steiner, 1539. 4°. [20], CXV, [1] w., [10], Bll., CXLII, [8] Bll. Rest. Schweinsleder d. Z. über Holzdeckeln auf 4 Bünden mit blindgepräg- ter Rollbandornamentik und Streicheisenverzie- rungen, 2 intakten Messing-Schliessen (Rücken und Schliessbänder erneuert, leicht berieben, etwas gebräunt und fleckig, 2 winzige Wurm- löchlein auf Vorderdeckel). VD16 P 1726 - BM STC German 686 - Muther 887 - Slg. Speck 51 - nicht bei Adams. - Zweite deutsche Ausgabe, die erste Ausgabe dieser Übersetzung von „De remediis utriusque fortu- na“ durch Stephan Vigilius. - Das Werk erfreute sich im deutschsprachigen Europa grosser Beliebtheit, wo es – wie alle lateinischen Werke Petrarcas – erstmals im Druck erschienen war. In dieser Ausgabe wird jeder Dialog durch lateinische und deutsche Couplets von Johann Pinician eingeleitet. Petrarca gibt im vorliegen- den Werk gleichsam eine Beispielsammlung von allen guten und bösen Möglichkeiten mensch- licher Existenz. Das Einführungsgedicht und die poetischen Kapiteleinteilungen stammen von Sebastian Brant. Der anonyme ‚Petrarca- meister‘ wurde von Muther als Hans Burgkmair identifiziert und in jüngerer Zeit von Campbell 326 324
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    | 95 Dodgson alsHans Weiditz, aber keine dieser Zuschreibungen wurde allgemein akzeptiert. Es ist bekannt, dass der Graveur zumindest teilwei- se nach Skizzen von Sebastian Brant gearbeitet hat, der die Produktion sowohl der Petrarca- als auch der Cicero-Serie beaufsichtigte. Nach Steiners Tod im Jahr 1548 wurden die Petrar- ca-Blöcke vom energischen Frankfurter Drucker Christian Egenolff erworben und gingen von einem Frankfurter Drucker zum anderen weiter und erschienen in zahlreichen Ausgaben des Trostspiegels, wie das Werk genannt wurde, wie auch in anderen Werken. - Die Titelvignette mit dem Glückrad, Illustrationen zeigen Darstellun- gen des häuslichen u. öffentlichen Lebens der Stände in Stadt u. Land sowie Berufsdarstel- lungen, Schiffe, Waffen, Hausgeräte, Kostüme etc. - Leicht gebräunt, etwas angestaubt (Titelei stärker), in den Rändern stellenweise feucht-, finger- und tintenfleckig, nur gelegentlich minimal stockfleckig, Titel und erste Blatt mit kleinen Wurmlöchlein im weissen Rand (teils ergänzt). Das Blatt b2 mit halbseitigem Aus- schnitt (grosser Textverlust), die Blatt CXXX und CXXXI mit fachmännisch rest. Rissen (minimaler Textverlust) Vorsätze im Zuge der Neubindung erneuert bzw. neu aufgezogen. - Provenienz: 1968 von William H. Schab erworben - alte handschriftliche Besitzvermerke auf Vorsatz- blätter und Titel. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 327 Pico della Mirandola, Giovanni Francesco. In tertium Aristotelis De anima librum extracta disgressio, de animae immortalitate. Mit kl. Holzschnitt-Druckermarke auf Titel. Padua, G. B. Amico, 1553. Kl.-8°. 28 Bll. Flexibler Pergament- band d. Z. über 5 durchgez. Bünden (etwas an- gestaubt und fleckig, Schliessbänder entfernt, HDeckel mit kl. Nagerspur an der Aussenkante). Edit16 CNCE 28678 - Titelblatt lose und mit hs. Besitzvermerk von alter Hand. - BEIGEBUN- DEN: Megliorati, Remigio. De propositione inha- erente aliterquam, alii antea senserint explicatio. Mit (wiederholter) Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und am Schluss. Lucca, V. Busdraghi, 1554. 58 Bll., [1] Bl. - Edit16 CNCE 23376. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 328 Pius II., Papst (Aeneas Sylvius Piccolomini). [De duobus amantibus]. Mit Vorwort des Übers. Alessandro Braccio. [Florenz, Nicolaus Laurentii Allamanus, um 1476/77]. 8°. [59 (statt 60, ohne das erste] Bll. 27 Zeilen, roman. Typ. Lederband um 1900 im Stil d. Z. (signiert A. Perticaroli, Roma). GW M33569 (nur 4 Exemplare weltweit) - Goff P-687 - IGICorr 7812A - BMC XII, 45 - IA 27103 - Cat. Martini 288 - ISTC ip00687000 (gibt um 1485 an). - Pesante, Catalogo degli Incunaboli della Biblioteca Civica di Trieste 294. - Die 1444 entstandene Liebesgeschichte De duobus amantibus (besser bekannt unter dem Titel Euryalus und Lucretia) des späteren Papstes Pius II. gehört zu den „Perlen der erotischen No- vellenliteratur ... Klassisch in ihrem Aufbau, vor den Höhepunkten jeweils durch verzögernde Momente geschickt unterbrochen, verdankt die Novelle ihre formale Meisterschaft vornehmlich zwei Anregungen: der Kunst Boccaccios und der antiken Typenkomödie.“ (KLL). Der Erst- druck erschien 1467-70 bei Ulrich Zell in Köln. Vorliegende Ausgabe wird in den Bibliographien unterschiedlich datiert. - Teils etwas feucht- fleckig, im Oberrand stellenweise etwas knapp beschnitten. Blattzählung von alter Hand im rechten Oberrand. - Provenienz: Exlibris der Slg. Landau Finaly, der legendären Bibliothek des Florentiner Bankiers Horace de Landau (1824- 1903) auf Spiegel. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 326
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    | 96 Bücher |Alte Drucke Bibeln 329 PORTRAITS - Rouillé, Guillaume. Prontuario de le medaglie de piu illustri, famosi huomini donne, dal principio del Mondo infino al presente tempo, con le lor vite in compendio raccolte. 2 Teile in 1 Band. Mit ornamentaler Holz- schnitt-Titelbordüre, Druckermarke, 1 figürl. Holzschnitt-Initiale u. über 800 Portrait-Medail- lons in Holzschnitt. Lyon, G. Rouillé, jeweils mit montiertem Druckjahr: 1581. 4°. [2], [4] Bll., S. 4-172 S., [2] Bll., 315 S., [4] Bll. Flexibler Pergam- entband d. Z. mit hs. Rückentitel (etwas fleckig). Adams P 2162 - vgl. Baudrier IX, 205 - vgl. Mortimer I, 465 (französ. Ausgabe). - Wohl die zweite Ausgabe von 1578 mit überklebtem Er- scheinungsjahr (vgl. Adams). Erschien erstmals 1553. - Reich illustriertes Portraitwerk mit fein geschnitten Medaillons, die von verschiedenen Künstlern geschnitten wurden (vgl. Mortimer). - Etwas gebräunt, in den Rändern teils leicht stock- bzw. feuchtfleckig. - BEIGEGEBEN: Cartari, Vicenzo. Seconda novissima edizione delle Imagini de gli dei delli antichi. Mit 2 gefalt. Holzschnitt-Tafeln und zahlr. Textholzschnitten. Padua, Pietro Paolo Tozzi, 1626. 4°. [16] Bll., 589 S. Flex. Pergamentband d. Z. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 330 Procopius Caesariensis. De rebus Gothorum, Persarum ac Vandalorum libri VII, unà cum aliis mediorum temporum historicis, quorum catalogum sequens indicabit pagina. Mit Holz- schnitt-Druckermarke auf Titel und am Schluss. Basel, Johannes Herwagen, 1531. Folio. [24] Bll., 690 S., [1] Bl. (Errata). Etwas späterer Lederband über Holzdeckeln, mit goldgepr. Rückentitel (Ka- pitale, Kanten und Ecken bestossen, Wurmps- puren im Bezug). VD16 P 4983 - Adams P 2149 - Ebert 17994 - Heckethorn 123, 32 - Hieronymus, GG 241. - Erste Ausgabe der berühmten Chronik der Van- dalen- und Ostgotenkriege aus der Feder des letzten grossen antiken Historikers Procop aus Caesarea. - Unser Exemplar ohne den getrennt paginierten Anhang mit Prokops Buch über die Bauten Kaiser Justinians („Periktismaton“). - Etwas gebräunt und feuchtrandig, stellenweise auch leicht stockfleckig, der Index mit kl. Wurm- spuren im weissen Oberrand, die letzten Bll. mit Wurmspuren im weissen Seitenrand. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 331 RECHT - Decretalium copiosum argumentum. Divisiones glosarum ex Johanis andree novella diligenter deprompte: hic diligenter annotantur. Mit Titel-Druckermarke in Rot und Schwarz u. 3 Textholzschnitten. Lyon, Fradin, 2. Mai 1515. Folio. [10], 423, [4], 17, [2] Bll. Lederband des 18. Jhs. mit goldgepr. Rückenschild. Adams G 1212 - Baudrier VII, 253. - Schö- ner Scholiendruck in Schwarz und Rot. - Teils feuchtfleckig, wenige Blatt stärker. Titel mit hinterlegten Randläsuren (Textverlust recto und verso), letztes Blatt hinterlegt und mit Textverlust. CHF 1 200 / 1 500 (€ 1 110 / 1 390) 330 328
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    | 97 332 REFORMATION -Schmalkaldischer Krieg - [Monner, Basilius (Pseudonym: Cchristian (sic!) Aleman)]. Bedencken vonn dem Kriege, der Anno sechs, siben, und viertzig im land zu Meissen und Sachsen gefürt ist. Basel, gedruckt durch B(arth.) S(tähelin), 1557.Kl.-4°. 32 Bll. Moderner Umschlag unter Verwendung eines alten französischen Druckes. VD16 M 6169. - Schilderung des sächsischen Feldzuges von 1546/7 im Schmalkaldischen Krieg, der durch den Verrat Moritz‘ von Sachsen für die Protestanten verlorenging. Basilius Monner war Rat des unterlegenen sächsischen Kurfürsten und später erster Inhaber des Lehrstuhls für Recht an der neugegründeten Universität zu Jena. - Bl. A1/2 mit pfenniggros- sem Tintenfleck. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 333 Reisch, Gregor. Margarita philosophica. Mit Holzschnitt-Titel, ganzseit. Druckermarke am Schluss und zahlr. (21 ganzseit.) Textholzschnit- ten (ohne 2 schematische Falttafeln und die Weltkarte). Freiburg, J. Schott, 1503. Kl.-4°. [301] Bll. Halblederband um 1800 mit 2 goldgepr. Rü- ckenschildern und etwas Rückenvergoldung (kl. Gelenkeinriss am ob. Kapital, Kanten und Ecken bestossen, Rückenschilder mit kl. Fehlstellen). VD16 R 1033 - Adams R 333 - Zinner 829 - Smith, Rara 82 - Sabin 69122 - Ferguson, Reisch, 197 ff. - Erste Ausgabe. - Die berühmte philosophische Enzyklopädie, ein Handbuch des menschlichen Wissens im Übergang vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. - Die schö- nen ganzseitigen Holzschnitte meist mit allegorischen Darstellungen der behandelten Wissenschaften und Künste, ferner „The oldest printed illustration of the structure of the eye“ (Choulant-Frank, S. 80 und 126 ff.). - Wie zumeist ohne die ptolemäische Weltkarte. - Etwas gebräunt, 1 Textblatt mit Ausriss und kl. Textverlust auf 3 Zeilen. Titelblatt in den Rändern sauber hinterlegt, Inhaltsverzeichnis im Oberrand mit geschlossenem Ausriss, dadurch alter Besitzvermerk unleserlich. - Provenienz: Exlibris Jacob Manzoni. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 333 333
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    | 98 Bücher |Alte Drucke Bibeln 334 Rüxner, Georg. Anfang, ursprung und her- komen des Thurniers inn Teutscher nation: Wievil Thurnier biß uff den letstenn zu Wormbs: Auch wie unnd an welchen orten die gehalten, und durch was Fürsten, Grauen, Herrn, Ritter und vom Adel, sie iederzeit besucht worden sindt. Mit 284 (davon 2 ganzs., 1 doppelblattgr.) Textholzschnitten (teils in Wdh.; darunter 242 Wappen, 41 Szenenholzschnitte und die Holz- schnitt-Druckermarke). Simmern, H. Rodler, 1532. Folio. 213 (recte 214), [4] Bll. Holzdeckel- band d. Z. mit blindgepr. Schweinsleder-Rücken- bezug und Messing-Schliessen (eine defekt; etwas fleckig). VD16 R 3542 - USTC 611527 - Fairfax Murray (German), 373 - BM STC German 760 - Lip- perheide Tb 10, Anmerkung - Zweite Ausgabe. - Der Verfasser, Georg Rüxner (auch Rixner), war als Herold für verschiedene Reichsstän- de, namentlich als Reichsherold für Kaiser Maximilian I. und Kaiser Karl V. tätig. Er verfasste verschiedene Genealogien und Turnierbü- cher - sein bekanntestes ist das hier in zweiter Ausgabe vorliegende, erstmals 1530 erschiene- ne Werk. - Die szenischen Holzschnitte zeigen Helm- und Pferdeschauen, die Kampfspiele mit der Preisverleihung sowie die nachfolgen- den Tanzvergnügungen, Bankette etc. Der einzige doppelblattgroße Holzschnitt mit einer eindrucksvollen und detaillierten Darstellung eines Turnierplatzes ist wie die beiden großen Wappenholzschnitte (Römisches Reich und Pfalz-Simmern) mit dem Monogramm HH bezeichnet. Diese Initialen konnte Bonnemann dem Herzog Hans vom Hunsrück, d. i. Johann II., Pfalzgraf am Rhein, Fürst zu Simmern (1492- 1557) zuordnen, dem daher die Zeichnungen zu den Holzschnitten zugeschrieben werden können. Nach Bonnemann ist die Kunst des ‚Simmerner Meisters’ entscheidend von Conrad Faber beeinflusst, der sich wohl um 1530 in Simmern aufgehalten hat. - Fliegende Vorsätze entfernt, leicht fingerfleckig im Unterrand, die letzten Bll. mit kl. Wurmgängen (ohne Textbe- rührung). Die doppelblattgr. Tafel mit kl. Eckab- riss ausserhalb der Darstellung. - Schönes und breitrandiges Exemplar. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 335 SONCINO - Galatino, Pietro. Opus toti chris- tianae Reipublicae maxime utile, de arcanis catholicae veritatis, contra obstinatissimam Iudaeorum nostrae tempestatis perfidiam, ex Talmud, aliisque hebraicis libris nuper excerptum [...]. Mit schwarzgrundiger Holzschnitt-Titel- bordüre, 12 ebensolchen Bordüren im Text (2 verschiedene je mehrfach wiederholt) und zahlr. schwarzgrundigen Initialen. Ortona, G. Soncino, 15. Februar 1518. Folio. CCCXI, [1] Bl. Späterer flexibler Pergamentband mit hs. Rückentitel (VDeckel lädiert, Bezug an der Aussenkante auf etwa 5 cm fehlend; etwas fleckig). EDIT16 CNCE 20134 - Sander 2992 - Adams C 2418 (unter Colonna) - Fürst I, 314 - Cail- let 4304 - Rosenthal BMP 3744. - Einer von nur 4 Drucken Soncinos aus Ortona, wo der berühmte jüdische Buchdrucker in den Jahren 1518-19 wirkte, bevor er seine Offizin nach Pesaro zurückverlegte. Typographisch bedeu- tendes Werk mit vielen hebräischen Textstellen u. Zitaten. „Soweit sie noch in Italien entstan- den sind, zeichnen sich seine Drucke, insbes. die nichthebräischen, vielfach durch grosse Schönheit aus. - S. war ein Mann von ausge- zeichneter Bildung; er legte grosses Gewicht auf die Qualität des Inhalts seiner Erzeugnisse, für die er berühmte Gelehrte als Korrektoren berief, und machte weite Reisen, um gute und auch seltene Handschriften als Druckvorla- ge zu erhalten.“ (JL IV, 494). - Pietro Galatino (1460-1540), ein Franziskaner und Professor in Rom, „war in den Sprachen u. der Theologie wohl erfahren, u. machte sich sonderlich durch sein Buch de arcanis catholicae veritatis wider die Juden berühmt“ (Jöcher II, 829). In der Tendenz antijudaisch, verteidigt der Verfasser aber Reuchlin und rechtfertigt dessen Interesse für die Kabbala und das jüdische Schrifttum. - Der komplette Druck mit dem wohl bei einigen Exemplaren fehlenden Blatt Imprimatur von Papst Leo X. am Schluss. - Durchgehend etwas stock- bzw. feuchtfleckig in den Rändern, Block mehrfach angeplatzt aber nicht gebrochen. - Drei alte Bibliotheks- bzw. Dublettenstempel auf Titel. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 334
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    | 100 Bücher |Alte Drucke Bibeln 336 TÜRKENKRIEGE - Balbi, Girolamo. Oratio habita coram Clemente VII de confoederatione nuper inita, paceque universali, atque expeditione ad- versus Turcas suscipienda. Mit Holzschnitt-Ti- telbordüre sowie 1 Blatt mit gemaltem Wappen, ausgemalter Initiale und Rankenwerk in Gold und Farben. [Rom, F. M. Calvo(?), um 1530]. Kl.-4°. [4] Bll., 77 (recte: 79) S. Alt restaurierter Lederband d. Z. (Rücken und Gelenke mit kl. Bereibungen). Dreiseitiger, punzierter Goldschnitt. Edit16 CNCE 3939 - BM STC Italy 68 - Göll- ner 360 - Apponyi 207. - Seltener Text des bedeutenden venezianischen Humanisten und Bischofs von Gurk über die europäische Allianz gegen die Türken. - Die ersten Blatt mit kl. Wurmgang im rechten Seitenrand, beim Titel bis knapp in die Bordüre hineinreichend. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 337 UTOPIE - Morus, Thomas. De Optimo Reip[ubli- cae] statu deque nova insula Utopia... [UND:] Ders. Epigrammata. 2 Teile in 1 Band. Mit 3 figürl. Holzschnitt-Bordüren, einem ganzseitigem Textholzschnitt der Insel Utopia und einem kleineren Holzschnitt von Ambrosius Holbein, 2 Holzschnitt-Druckermarken und zahlr. Initialen von Ambrosius und Hans Holbein d. J. Basel, J. Froben, 1518 und 1520. Gr.-8°. 164 S., [1] Bl., 115 S. Brauner Maroquin-Einband des späten 19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel, Jahreszahl und dreiseit. Goldschnitt (minim berieben, leicht fleckig). I: VD16 M 6299 - Adams, M-1756 - Van der Haeghen III, 41 - Bezz., Erasmus 913 - Hollstein XIV, S.20 - vgl. PMM 47 (Ausg. 1516) - II: VD16 M 6296 - Adams C 1115 - BM STC German, 860 - Van der Haeghen II, 15. - Vierte Ausgabe, zweiter Froben-Druck und zweite Ausgabe der Epigrammata. - Raphael Hythlodayus, der gera- de von Reisen mit Amerigo Vespucci zurück- gekehrt ist, erzählt von einer fernen Insel mit dem Namen Utopia. Er schildert eine Welt, in der der Besitz vergemeinschaftet ist, wo lediglich sechs Stunden am Tag der Arbeit gewidmet sind, wo Gold und Silber für den alltäglichen Haushalts-Gebrauch verwendet werden, und wo Sklaven (Kriminelle und Kriegsgefangene) fair behandelt werden; eine Welt, die durch das Recht geschützt ist und in Frieden lebt. - Das Werk wurde erstmals in Louvain bei Pieter Gillies 1516 publiziert und erfuhr 1517 in Paris einen Nachdruck. - Ohne die Epigrammata von Erasmus. - In den Rändern leicht gebräunt und fleckig, letzte Blatt feuchtrandig, stellenweise schwach stockfleckig, erste u. letzte Blatt mit fachmännisch restaurierter Papierfehlstelle an der oberen Ecke. Im zweiten Teil eine S. mit schwachem Tintenfleck. - Wenige Anstrei- chungen und Marginalien von alter Hand. - Sehr schönes Exemplar. - Provenienz: Alter gelösch- ter hs. Besitzvermerk auf Haupttitel - gest. Exlibris von Samuel Asthon Thompson Yates - Wymick, W. M. Eigenhändiger Brief an Rev. Thompson Yates, 1 S. beiliegend. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 337 336
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    Buchmalerei 501 –506 Manuskripte 507 – 523 Autographen 524 – 552 Buchmalerei, Autographen Manuskripte AUKTION Mittwoch, 29. September 2021, im Anschluss an die Buchauktion VORBESICHTIGUNG Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr English descriptions upon request. Zusätzliche Abbildungen: www.kollerauktionen.ch Dr. Andreas Terwey Head of Department Tel. +41 44 445 63 44 terwey@kollerauktionen.ch Gabriel Müller, M.A. Tel. +41 44 445 63 40 books@kollerauktionen.ch
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    | 102 Buchmalerei 501 ALPENLÄNDISCH, Mitte15. Jahrhundert. Blatt aus einem Psalter mit einer Bildinitiale D mit einer Darstellung der Weihnachtskrippe und floraler Bordüre mit einer Taube. Tempera, Feder und Gold mit lateinische Handschrift auf Perga- ment, beidseitig beschrieben. Alpenregion, um 1450. Initiale 10 × 11,5 cm, Schriftspiegel 50,5 × 30,5 cm, Blattgrösse 60,3 × 41,4 cm. Antiqua in schwarzbrauner Tinte. Auf Trägerkarton mon- tiert, Echtgoldrahmung (76,5 × 58 cm). Textstelle aus dem Liber Psalmorum, Psalmus XIX., Das Buch der Psalmen, Psalm 19 (20): „[Laetabimur in saluta]ri tuo: et in nomine Dei nostri magnificabimur...“. - Leicht gewellt, in zwei Ecken Feuchtrandig, etwas gebräunt, stellen- weise schwach berieben, die Initiale mit leichten Krakeleen. Insgesamt sauber und sehr gut lesbar. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 502 Auferweckung des Lazarus. Figürliche Gouache auf Pergament. Mit je 2 figürlichen Randleisten und Vignetten. In doppeltem allegorischen und architektonischen Rahmen und goldgehöhter vierseitiger Randbordüre. Süddeutschland, 19. Jahrhundert (?). 33,7 × 26,5 cm (Montierungs- reste und kleine Hinterlegungen verso). Originelle Gestaltung mit Anlehnung an klassi- sche Vorlagen. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 503 FLÄMISCH - Anonymer flämischer Buchmaler, um 1500. Bildinitiale B mit floraler Ornamentik auf einem Antiphonarblatt aus einem Gradu- ale. Gouache, Feder und Gold auf Pergament. Flandern, um 1500. Initiale 13 × 10 cm; Schrift- spiegel 78 × 42 cm; Ausschnitt 92 × 56,5 cm. 19 Zeilen schwarzbrauner Text und Quadratnoten, diese jeweils auf 4 roten Zeilen. Echtgoldrah- mung (100 × 64 cm). Text: „Ab hac die usque ad Octavam Pentecos- tes, tam in officio de Tempore, quam de Sancits, non dicitur Graduale....“ Gewellt, in den Rändern etwas gebräunt, stellenweise fleckig, unten alt hinterlegte Fehlstellen im Pergament, Text teils minimal berieben. Insgesamt saubere und gut lesbare Handschrift. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) Buchmalerei 501 503 502 501 (Detail) 503 (Detail) 502 (Detail)
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    | 104 504 HORAE B.M.V.- Stundenbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament. Mit 13 grossen Miniaturen mit dreiseitiger floraler Bordüre, ebenso vielen Prachtinitialen mit Bordüre sowie 8 figürlichen Initialen mit floralen Randleis- ten. Zahlreiche mehrzeilige Initialen. Alles in Gold und Farben. Westflandern, ca. 1490. 19,1 x 13,8 cm. [1] w. Bl., [135] Bll. Blattgrösse: 18,2 x 13 cm. 18 Zeilen. Unter Verwendung eines alten Pergament-Einbandes sauber res- taurierter Holzdeckelband (Remboitage) mit 2 erneuerten Messingschlies- sen und ornamentaler Deckelprägung. Vollständiges Stundenbuch von solider Qualität. Enthält folgende Minia- turen: Bl. 7v: Kreuzigung. - 13v: Pfingsten. - 8v: Die Jungfrau und das Kind. - 35v: Verkündigung. - 50v: Heimsuchung Mariens. - 59v: Geburt Christi. - 63v: Verkündigung an die Hirten. - 67v: Anbetung der Könige. - 71v: Dar- stellung im Tempel. - 75v: Bethlehemitischer Kindermord. -81v: Flucht nach Ägypten. - 86v: Betender König David. - 109v: Totengebet. - Der Kalender mit einigen für die Region typischen Heiligen (Adelgundis, Juliana von Ni- komedia, Walburga). - Sorgfältig gereinigt, vereinzelte kl. Bereibungen oder minime Verwischungen im Bildbereich. Sauberes, breitrandiges Exemplar. CHF 30 000 / 40 000 (€ 27 780 / 37 040) Buchmalerei 504 504
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    | 105 505 MITTELITALIEN, um1500. König David mit Har- fe mit reicher floraler Bordüre und 4 Aposteln (Peter, Paulus, Andreas, Jakob) in Kartuschen. Blatt aus einem Antiphonar. Gouache und Feder, Goldhöhung sowie lateinische Handschrift auf Pergament, beidseitig beschrieben. Italien, 16. Jahrhundert. Blattgrösse 49,3 × 39 cm, Bild- mass 33,7 × 25,7 cm, Schriftspiegel 45 × 33 cm. Textura in schwarzbrauner Tinte, Quadratnoten jeweils auf 4 roten Linien. Auf Trägerkartonmon- tiert, Echtgoldrahmung (60 × 51 cm). Text verso: „Salve regina, M[ate]r mise]r[i]c[o] rdi[a]e, vita dulcedo [et] spes n[ost]ra sal- ve...“. - Leicht gewölbt, etwas gebräunt (verso stärker) und hauptsächlich in den Rändern fleckig, stellenweise berieben teils mit leichtem Farbverlust, leicht bestossen (u. a. in der rechten oberen Ecke, hier mit leichtem Falz), am linken Bildrand etwas knapp beschnitten (minimaler Darstellungsverlust, Zierleiste abgeschnitten). Insgesamt in guter Erhaltung. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 506 UMBRIEN ODER SÜDITALIEN - Judaskuss. Figürliche Initiale „O“ mit blätterförmigem Randschmuck. Etwa drittes Viertel des 13. Jahrhunderts. Ovaler Ausschnitt 18,8 x 16,4 cm (vierzeiliges Notensystem verso). Im Zentrum Jesus, von Judas umarmt und auf Petrus weisend, der sein Schwert gezogen hat und Malchus bedroht („Stecke dein Schwert in die Scheide“). Die Szene wird durch 8 Soldaten komplettiert, von denen einer den Beutel mit dem Judaslohn emporhält. - Der Randschmuck des Ausschnitts verweist stilistisch auf Umbrien, wohingegen die eher archaisierende Figuren- darstellung möglicherweise in Süditalien zu ver- orten ist. - Kleine Bereibungen im Bildbereich, mit transparentem Tape unauffällig fixierter Defekt im Oberrand. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 505 506 506 (Detail)
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    | 106 507* ORIENTALIA -Ali ibn Husayn al-Ansari. „Ikhya- rat-i Badii“ [Gute Dinge für mich]. Persische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit farbig illuminiertem Titelblatt. Mehrfacher Leistenrah- men mit 21 Zeilen schwarzer Tinte, Hervor- hebungen in Rot, Blau und Gold. Iran, dat. 14. Jumada ath-thani 997 (=30.4.1589). 24 × 17 cm. [324] Bll. Leder-Einband des 19. Jhdts. mit Deckelblindprägung (Rücken bestossen, leicht berieben, Hintergelenk etwas angeplatzt bzw. Deckel angelockert). Flüssiges (aber nicht kalligraphisches) nastaliq. Kopist „Sultan Ali“. Frühe Pharmazeutische Abhandlung. - Hinteres Vorsatzblatt fehlt. Stellenweise etwas feuchtrandig, teils leicht angestaubt (Vorsätze stärker), etwas gebräunt, einige Textverwischungen, an der unteren Ecke etwas abgegriffen, wenige kleine Blattläsuren (teils fachmännisch restauriert), vereinzelte Lagen lose, Buchblock stellenweise angeplatzt, Titelei mit Eckausriss (im weissen Rand, ohne Textverlust). Trotz der erwähtnen Erhaltungs- mängel wohlerhalten und gut lesbar. - Die ersten zwei Blatt mit Inhaltsverzeichnis und verschie- denen Besitzvermerken in osmanisch-türkisch, auf Vorsatz Stempel von 1315 (=1898). CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 508 - ‚Abd al-Latîf bin ‚Abd al-‘Azîz bin Amîn ad-Dîn, auch bekannt als Ibn Malak. [Kitâb sarh] magma‘ al-bahrain [Kommentar zum islmaischen Recht]. Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. 27 Zeilen schwarzer und roter Tinte. Ankara, dat. 877 h. (=1472-1473). 25,5 × 17 cm. [3] Bll. Inhaltverzeichnis, [338] Bll. Rest. Leder-Einband des 19. Jhdts mit Klappe und reicher floraler Blindprägung (Gelenke teils erneuert bzw. Fehlstellen im Bezug ergänzt, leicht berieben, kratzspurig und etwas fleckig, Gelenk bei der Klappe leicht angeplatzt). Professionelles naskhî. Im Kolophon Datierung, Lokalisierung und der Name des Schreibers und die Datierung: Sultán Ahmad bin Mawlânâ Mustafâ. Kommentar zu dem Werk „magma‘ al-bahrain“ von Ahmad bin ‚Alî Muzaffar ad-Dîn Ibn as-Sâ‘âtî und behandelt nach hafanitischer Auffassung das islamische Recht (fiqh). Die drei Blatt Inhaltsverzeichnis vorgebunden, wohl aus dem 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert. Wenige Randglossen des Schreibers, einzelne Worte und Abschnitt-Anfänge rot unterstrichen. - Etwas gebräunt (Titelei stärker), stellenweise leicht feuchtfleckig, vereinzelte Blatt mit kleinen fachmännisch restaurierten Blattläsuren und -fehlstellen (ausserhalb des Textes), Titelb- latt alt hinterlegt, an der unteren Ecke etwas abgegriffen, einige Lagen angelockert (teils vom Buchblock gelöst), hintere Vorsatzblätter fehlen. Insgesamt saubere und sehr gut lesbare Handschrift. - Auf Vorsatz Fürbitte für lange Herrschaft von Sultan Mehmed II. - Beiliegend: Gutachen von Marc-Edouard Enay, datiert 10. August 2003. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 509 - „terceme-i kaside-i Amali“. Kommentar einer Lamiyye (katechetisches Gedicht mit Reimbuchstabe L). Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit farbig und goldgehöh- tem illuminiertem Titelblatt, zahlr. illuminierten Surenüberschriften, goldgehöhtem Kolophon und Rezitationszeichen, sowie kreisförmi- ger, goldgehöhter Abbildung des Siegels der Propheten. Mehrfacher Leistenrahmen mit 15 Zeilen schwarzer und roter Tinte. Osmanisches Reich, wohl 19. Jahrhundert. 21 × 13 cm. [108] Bll. Rest. Leder-Einband d. Z. mit Deckelklappe und reicher floraler Blind- und Goldprägung (Rü- cken restauriert, leicht berieben und bestossen, stellenweise kl. Wurmlöcher, kleine Fehlstellen im Bezug, etwas fleckig). Nicht kalligraphisches aber flüssiges naskhî. Autor nicht identifizierbar. Keine Information zum Datum oder Kopisten im Kolophon. Auf 1 recto betitelt. - Die Abbildung des Siegels der Propheten (khatam al-rusul) ist eine graphische Darstellung, der eine apotropäische Wirkung zugesagt wird. - Durchgängiger Feuchtscha- den, einige Wurmgänge im weissen Rand (ohne Textverlust, letzte Blatt stäker, stellenweise etwas Textverwischungen (aufgrund Feuchtfle- cken). Trotz der erwähnten Erhaltungsmängel, lesbare Handschrift. - Zahlreiche Mariginalien in osmanisch-türkischer Sprache. - Provenienz: Alte Besitzerstempel. - Schweizer Privatbesitz. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) Manuskripte Manuskripte 507 508
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    | 107 510 - Koran.Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit doppelblattgrossem farbig illuminier- tem Titelblatt und zahlreichen geometrischen Illuminationen. 15 Zeilen schwarzbraune Tinte. Westafrika, 19. Jahrhundert. 22 × 17,5 cm. [567], [1] w. Bll. Lose in Halbleder-Decken d. Z. mit langer intakter Lederschliesse (gebräunt, etwas beschabt und leicht fleckig) Saubere und gut lesbare Handschrift im Maghri- bi Duktus mit zahlreichen Verzierungen oder Markierungen der Abschnitte. - Etwas gebräunt, stellenweise fingerfleckig, teils leicht feuchtran- dig, vereinzelte Textverwischungen, Farb- und Tintenflecken, wenige Blatt mit leichtem Papierabrieb (schwacher Text- oder Darstel- lungsverlust). Insgesamt in sehr guter Erhaltung. - Provenienz: Vor 1990 in Nigeria erworben, seither Schweizer Privatbesitz. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 511 - Koran. Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit farbig illuminiertem doppelblattgros- sem Titelblatt und zahlreichen Randglossen. Zweifacher, roter Leistenrahmen und 15 Zeilen schwarze und rote Tinte. Wohl Iran, dat. 1105h. [=1693/1694]. 33 × 25 cm. [214] Bll. Halb-Sei- denband um 1900 in Seidenmappe (Ecken bestossen, gebräunt und fleckig). Sorgfältiges Nasta‘liq. - Als Randglossen die Varianten der kanonischen Lesarten. Auf 1 verso bis 2 recto Erläuterungen zu den kanoni- schen Lesarten. Kürzel für die verschiedenen Überlieferungen werden erklärt. Auf 1 recte Stif- tungsvermerk. - Etwas gebräunt, durchgängig leicht feuchtrandig (Titelei und Kolophon etwas stärker), an der unteren Ecke etwas abgegriffen, nur wenig Textverwischung, Vorsätze ange- staubt und fleckig, hier leicht angerissen oder mit Blattverlust, an der unteren Ecke leichter Nagefrass (im weissen Rand, ausserhalb des Textes). - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 512 - Koran. Arabische Handschrift auf (zumeist) geglätttetem, teils gelb getöntem Papier. Mit doppelblattgr. farbig illuminiertem Titelblatt, zahlreichen floralen Randilluminationen und Rezitationszeichen, durchgehend Gold gehöht. Mehrfacher Leistenrahmen mit 15 Zeilen schwarzer Tinte. Iran, wohl 19. Jahrhundert. 20,5 × 15 cm. [393] Bll. Leder-Einband d. Z. mit Klappe und reicher floraler Blind- und Goldprä- gung (Deckel etwas verzogen, leicht berieben und etwas fleckig). Flüssiges (aber nicht kalligraphisches) naskhî. Terminus ante quem ist ein getilgter Stiftungs- vermerks auf dem letzten Blatt verso, hier dat. 11 Ramadan 1266 (=21.7.1850), Bitte um Fürbitte. Auf 1 recto weiterer Schenkungs-/ Stiftungsvermerk von Hüsnü Efendi, Sohn von Hodscha Karakulak Osman Agha Osman, hier datiert 16 Dhu‘l-Hijja 1337 (=12.9.1919). auf vorderem Vorsatzblatt nochmal in Bleistift der Stiftungsvermerk von Hüsnü Efendi. Die floralen Randilluminationen zur Einteilung der Dschuz‘ durchgehend in der ganzen Handschrift. - Stel- lenweise etwas feuchtrandig (hinten stärker), teils etwas angestaubt oder leicht fingerfleckig, einzelne Blatt mit kleinen Randeinrissen, teils angelockert oder gelöst, gelegentlich leichte Textverwischungen, 1 Blatt mit kleinen Aus- brüchen (minimaler Textverlust, kaum störend). Insgesamt saubere und gut lesbare Handschrift. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 509 512
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    | 108 513 ORIENTALIA -Koran. Arabische Handschrift auf Papier. Mit farbig illuminiertem Titelblatt und zahlreichen geometrischen Illuminationen. 15 Zeilen braune und rote Tinte. Westafrika, um 1900. 24 × 17,5 cm. [533] Bll. Lose in Halble- der-Decken d. Z., eingelegt in Leder-Mappe mit langer intakter Lederschliesse (leicht berieben). Passende Leder-Tasche mit Umhänge-Schlaufe (letzterer spätere angenäht, stark angerissen, etwas fleckig). Saubere und gut lesbare Handschrift im Maghri- bi Duktus mit zahlreichen Verzierungen oder Markierungen der Abschnitte und Vokalisierun- gen in Rot. Reihenfolge etwas durcheinander. Wenige Blatt mit Lochung im Papier aufgrund der Darstellung. - Papierbedingt gebräunt, stellenweise schwach fingerfleckig, vereinzel- te Blatt in den Rändern leicht angerissen, nur gelegentlich schwach feuchtfleckig mit leichten Textverwischungen, ingesamt aber sauber. - Provenienz: Vor 1990 in Nigeria erworben, seither Schweizer Privatbesitz. CHF 700 / 1 000 (€ 650 / 930) 514 - Koran. Arabische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit doppelblattgrossem farbig illuminier- tem Titelblatt. 15 Zeilen schwarzbraune Tinte, Rezitationszeichen und Surenüberschriften in Rot. Osmanisches Reich, wohl 15. Jahrhun- dert (möglicherweise auch früher). 23,5 × 17 cm. [291] Bll. Lädierter Lederband d. Z. mit Deckelklappe (Rücken angeplatzt, teils grössere Fehlstellen im Bezug, berieben und fleckig, zu restauerien). Schöne und saubere Handschrift in professi- onellem naskhî. Keine Angaben zu Schreiber oder Datierung. - Stellenweise leichte Braun- flecken, teils etwas feuchtrandig, vereinzelt leichte Textverwischungen und Tintenflecken, insgesamt aber sauber. Titelblatt, erste und letzte Blatt mit fachmännisch restaurierten Fehlstellen in den Rändern, gelegentlich kleinere Fehlstellen im Papier (teils mit Restaurierung, teils mit minimalen Textverlust), wenige Blatt mit grösserem Textverlust bzw. Textergänzun- gen von späterer Hand auf auf anderem Papier, aufgrund der geplatzten Bindung zahlreiche Lagen lose. - Vorsätze mit hs. Inhaltsvermerken und Schriftübungen. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 515 EGMONT - Marilde, Seigneur de Maury, Leon. Manuskript zur niederländisch-belgisch-spa- nisch-europäischen Geschichte 1200-1600 in Form von Auszügen aus anderen Werken. Ohne Ort und Datum (um 1600). Französische Hand- schrift auf Papier. 27 x 18 cm. [168] Bll. Neueres Pergament (gering berieben und fleckig). Kuriose Zusammenstellung des „L. M. s. d. M.“, der das Akronym anfangs aber aufgelöst hat. Der Text beschäftigt sich mit den Kriegen des genannten Zeitraumes sowie herausragenden Personen wie Catharina von Medici, La Comtes- se de Flandres, Marie de Champagne, La Comt- esse de Boulogne, Mathieu de Flandre und eben Egmond (Egmont). An Orten werden noch er- wähnt Berghes, St. Winoc, Nieuport, Menin u.a. Egmond ist im deutschen Sprachraum allenfalls noch durch Goethes Drama bekannt, das der Geschichte nicht allzu dicht folgt. Der Prozess gegen Egmond (hier ab Blatt 113 referiert) führte zu seiner Hinrichtung 1568. - Die ersten 25 Blatt rechts unten mit Papier- und Buch- stabenverlusten, im unteren Drittel annähernd duchgängig wasserspurig, sonst gebräunt und braunfleckig, insgesamt noch ordentlich. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) Manuskripte 514
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    | 109 516 GEOMETRIE -„Definition ec de Geometrie“. Französische Handschrift auf Papier. Mit 4 ganz- seitigen und 25 gefalt. gez. und aquarell. Tafeln und zahlreichen kleinen (teils aquarellierten) Federzeichnungen. Wohl Frankreich, um 1780. 8° (21,5 × 16,5 cm). [186] (davon 25 gefalt.) Bll. Ganzleder der Zeit mit Rückenschild und etwas Rückenvergoldung (Rückenschild fehlend, De- ckel leicht verzogen, berieben und bestossen, etwas beschabt und kratzspurig). Sauberes und sehr sorgfältig ausgeführtes Manuskript eines Jean[...] Mercier Von der Aufmachung her Abschrift eines nicht genauer zuordnerbaren Werkes (Lehrbuch der Geome- trie). Auf dem Titel unten wird der Verfasser/ Schreiber genannt. Die vier ganzseitigen Tafeln mit Blumendarstellungen und einer Bergdar- stellung, die so nicht zum Text passen. - Leicht gebräunt, stellenweise schwach feuchtrandig und fingerfleckig. - Alter handschriftlicher Be- sitzvermerk auf Vorsatz „Chambaud“. CHF 600 / 900 (€ 560 / 830) 517 LIBER AMICORUM - Drei bürgerliche und studentische Skizzenalben mit zahlreichen Zeichnungen und Stichen. Westschweiz, ca. 1852-1865. Quer-4° und Quer-8°. ENTHÄLT: 1. Album der Augusta Vautier (née Vulliemin), mère de Marguerite Vautier. Mit 7 montierten Bleistift- und Tuschfederzeichnun- gen (Portraits und Ansichten, 1 koloriert). Halb- leder d. Z. - 2. Albert de Mandrot, Fritz Humbert, Albert Brandt. Album mit hs. (studentischen) Widmungen, Zeichnungen und montierten Stichen. Freiburg, ca. 1851-1852. Leinen d. Z. - 3. J. und F. Röthlisberger. Album mit ca. 30 teils montierten Zeichnungen und Skizzen in verschiedenen Techniken. Teils signiert bzw. da- tiert (1865). Grünes Leinenalbum mit goldgepr. Deckeltitel. - Teils leichtere Gebrauchsspuren, wenige Blatt gelockert oder leicht fleckig, insge- samt wohlerhalten. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 518 RAETOROMANICA - Manuscript in Romanche language (Val Bregaglia) Statuti Creminali e Cevili di Brazallia. Rätoromanische Handschrift auf Papier. Val Bregaglia, 1731-1833. 8°. Ca. 65 ungezählte, jeweils beidseitig beschr. Bll. sowie ca. 15 weisse Blatt. Lederband d. Z. (bestossen und beschabt, Fehlstellen im Bezug, etwas verzogen). Zuerst von einem Simon Santi 1731 angelegt, enthält diverse spätere Signaturen und Datie- rungen verschiedener Mitglieder der Familie (Santi della) Stampa (i.e. von Stampf), zwischen 1731 and 1833. - Etwas fleckig und gebräunt. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 515 517 516
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    | 110 519 SCHRIFT -Osterschrift. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit kalligr. Kopfzeile und grosser kolorierter Schmuckinitiale sowie kolorierter Kartusche. Dat. Ostern 1816. Ca. 37 x 44.5 cm. Gerahmt. Probschrift einer Schülerin namens Anna Catharina Haas, wahrscheinlich aus Appenzell. - Kleine Fehlstellen in den Rändern hinterlegt, etw. fleckig. Nicht ausgerahmt. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 520 URKUNDEN - Kaufvertrag zwischen Ulrich Gyger von Schänis im Gasterland und Anchel Schmid, Bürger von Feldkirch, über einen halben Teil an der Alp Fartusch. Deutsche Handschrift auf Pergament. Sargans, 16. Oktober (St. Gallus Tag), 1487. 20,1 x 40,7 cm. Beurkundet durch Caspar Iten von Zug, Land- vogt in Sargans. - Iten fiel als Hauptmann in der Schlacht von Marignano 1515. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 521 - Notariatsinstrument. Lateinische Handschrift auf Pergament. Carpi, 23. September 1452. 33,6 x 21,4 cm. Beglaubigte Kopie eines Kaufvertrages von 1429 zwischen Ugolinus, Sohn des Isachus de Isachis von Carpi als Verkäufer sowie den Brü- dern Andreas und Jacobus, Söhnen des Giliolus de Mischeriis (?), und ihren Erben als Käufern, über drei Stücke Land (tres petias terre) im Ort Acibeni (Cicibeni?). - Mit Notariatssignet eines Ludovicus de Cochapanis (Coccapani). - Stärker gebräunt und fleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) Manuskripte 521 519 520
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    | 111 522 - Schweizerin niederländischen Diensten. 3 Entlassungsurkunden. 1. Johann Lutzius de Salis von Marschlins, Hauptmann einer Compagnie zu Fuss, entlässt den Soldaten Walter Muntner von Werdenberg in Glarus nach 38 Monaten aus seinem Dienst. Deutsche Handschrift auf Pergament, mit kalligr. Kopfzeile. Grafenhag (Den Haag), 29. Juli 1735. 33,2 x 45,1 cm. - Gegengezeichnet vom Regimentskommandeur J[ohann] B[aptista] von Planta. - 2. Rudolph Anton de Salis von Maienfeld, Obrist Lieutenant und Hauptmann einer Compagnie zu Fuss, entlässt den Soldaten Nicolaus Zock von Werdenberg in Glarus, nach 48 Monaten aus seinen Dienst. Deutsche Handschrift auf Pergament, mit kalligr. Kopfzeile. Grafenhag (Den Haag), 27. Juni 1735. 29 x 45,6 cm (fleckig). - 3. Johann Rudolph Weyss, Obrist. Entlassungsurkunde 1778. 21 x 29 cm (aufge- zogen, kl. Fehlstellen in Ober- und Unterrand). CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 523 - Lienhard Schgöl, Ammann des Freiherrn Sig- mund von Brandis, urteilt im Streitfall zwischen Heinrich Schöb und Caspar Kaisser, beide von Gams, gegen deren ehemaligen Hirten Hans Gerster. Deutsche Handschrift auf Papier. Eschnerberg, 21. Oktober 1482. 29,5 x 31,6 cm. Auf Karton aufgezogen (Siegel entfernt). CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 522 523
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    | 112 524* Churchill, WinstonS., britischer Staatsmann (1874-1965). Zwölfzeilges Typoskript mit dreizeiligem eigenhändigem Zusatz, voll signiert „Winston S. Churchill“. Englische Ma- schinenschrift und Handschrift auf Papier mit Blindstempel E.R. (Elisabeth Regina). Ohne Ort und Datum (vor dem 4.11.1952). Ein Blatt (24 x 19 cm). (links oben gelocht ohne Buchstaben- verlust, im linken Rand kleine Rostspur von Bü- roklammer, etwas gebräunt und braunfleckig). Memorandum an die Königin mit Formulierungs- vorschlag für die Rede zur Parlamentseröffnung und Bezug auf eine schon 1937 vom verstorbe- nen König George vorgenommene Auslassung einer Formulierung, um die Dominions nicht zu verärgern. Der handschriftliche Zusatz sehr for- mell „and with humble duty remain Yr. Majesty‘s faithful devoted servant Winston S. Churchill“. Elizabeth bestieg den Thron am 6.2.1952 und eröffnete das Parlament am 4.11. dieses Jahres, die Notiz stammt also aus der Zeit davor. - Insgesamt gut. CHF 11 000 / 15 000 (€ 10 190 / 13 890) 525* Curie, Marie, Chemikerin und Physikerin, zweifa- che Nobelpreisträgerin (1867-1934). Certificat. Dosage de Radium. Von Marie Curie signiert. Paris, 27. Juli 1921. Folio. Einblattdruck mit hs. Eintragungen (am unteren Rand mit kleinem Loch von Heftzwecke und Rostspur). Anaylsebericht einer eingereichten Radi- um-Probe mit Angabe der genauen Messdaten und des möglichen Messfehlers. Links oben handschriftliche Signatur des wohl ausführen- den Doktors. - Etwas gebräunt, partiell etwas fleckig, sonst gut. CHF 4 500 / 5 500 (€ 4 170 / 5 090) 526 Federer, Heinrich, Schriftsteller (1866-1928). Teilnachlass in ca. 340 Autographen (ca. 65 Postkarten, ca. 150 Briefkarten, ca. 125 Briefe) an den langjährigen Freund Josef „Josi“ Magg. Verschiedene Orte, 1900-1928. Deutsche Handschriften auf Papier. Unterschiedliche For- mate und Papiersorten. Die Briefe gefaltet (alle Stücke im Rand gelocht, meist ohne Buchsta- benverlust). Bedeutendes Teilstück des Nachlasses, das in Privatbesitz verblieben war und bisher anschei- nend unausgewertet ist. Magg (1882-1959) war einer der engsten Freunde Federers und häufig dessen Reisegefährte bzw. Begleiter bei Be- suchen in Theater, Konzerthallen, Museen etc. Wenige Jahre vor seinem Tode schrieb Magg im Jahre 1953 seine Erinnerungen an Federer unter dem Titel „Heinrich Federer und Zürich. Memoiren der Freundschaft“ nieder (Typoskript im SLA). Die Freundschaft lässt sich hier nun an- hand der erhaltenen Schriftstücke aus der Sicht Federers nachvollziehen. Neben ganz kurzen Grüssen auf Ansichtskarten (ab 1900) finden sich eng beschriebene Briefkarten und meist mehrseitige, in sehr kleiner Schrift geschriebene Briefe Federers, die bis in sein Todesjahr reichen. Dabei sind die Texte auch durchaus persönlicher Natur, im Brief vom 23.10.1902 etwa geht er auf Autographen Autographen 525 524
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    | 113 seine Situationnach dem gegen ihn ergangenen erstinstanzlichen Urteil wegen Homosexualität ein und entschuldigt sich für langes Schweigen: „Es ist meinem freiwillig mir auferlegtem Zwang zufolge geschehen, dass ich Ihnen nie eine Zeile schrieb, noch überhaupt irgendwo hin eine schriftliche Aussprache suchte. Was sollte ich mich u. meine aufrichtigen Freunde quälen !“ Die Briefkarten teils als kurze Antworten auf einer Visitenkarte Maggs, mit dessen vorhergehender eigenhändiger Mitteilung. Die Freundschaft zu J. Magg erstreckte sich auch auf dessen Bruder, den Bildhauer Alfons Magg, der Federer modelliert hat. - Am Ende dabei eigenhändiger Brief von E. Korrodi auf Papier der NZZ, datiert 4.5.1928 an Magg mit der Bitte um dessen Erinnerungen an Federer für die literarische Beilage am 19. d.M. - Teils etwas gebräunt und braunfleckig, partiell knitterspruig, insgesamt gut. - Beigegeben ca. 30 Titel Primär- und Se- kundärliteratur zu Federer. Mit deutlichen Lese- und Bearbeitungsspuren. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 527* Freud, Sigmund, Begründer der Psychoanalyse (1856-1939). Eigenhändige sechszeilige Nach- richt auf fremder Visitenkarte. Mit eigenhändig beschriftetem Original-Umschlag. Ohne Ort (Wien), 2.1.(19)09. 50 x 103 mm. Umschlag 64 x 109 mm (dezent gebräunt und angestaubt). Gerichtet an Paul Federn, Assistent an der Inneren medizinischen Abteilung des Allgemei- nen Krankenhaus, Wien Wollzeile 28, auf dessen Visitenkarte die Nachricht verfasst wurde. Kurze Notiz zu einem 28jährige Patienten („kaum ein Coitusversuch“) , der zu Dr. Steiner soll. Freud bittet um entsprechende Zeit für den Patien- ten. Federn (1871-1950) war einer von Freuds ersten Schülern. - Insgesamt gut erhalten. CHF 4 500 / 5 500 (€ 4 170 / 5 090) 526 526 527
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    | 114 528 Hahnemann, Samuel,Begründer der Homöo- pathie (1755-1843). Zwei Sammelbände mit zusammen 155 (von ehemals 156) handschrift- lichen Briefen bedeutender früher Homöopa- then bzw. früher Patienten der Homöopathie an den Pressburger homöopathischen Arzt Josef von Ottomyr. Ganz überwiegend deutsche Handschriften auf unterschiedlichen Papieren. Ca. 400 Bll. Cöthen, Naumburg, Pressburg, Pest, Laibach, Debrecen u.a., um 1828-1844. 29 x 33 cm. Halbleder d. Z. (bestossen und beschabt, Gelenke teils angeplatzt). Die Bände mit Äusserungen von zahlreichen bekannten frühen Homöopathen bieten einzigartige Einblicke in die Entwicklung und europäische Verbreitung der Homöopathie, das Gros der Stücke dürfte unbekannt und un- gedruckt sein. Neben eher allgemeinem Inhalt wie Danksagungen für erhaltene Briefe oder Hinweisen auf Publikationen finden sich auch kurze Fallstudien, Hinweise auf Mittel u.a. zur Therapie. - Der erste Band beinhaltet Briefe von Kollegen an Ottomyr. Anfangs finden sich alleine 21 eigenhändige, teils mehrseitige Briefe Samu- el Hahnemanns aus den Jahren 1828-1834, es folgen fünf (leere) Umschläge von Hahnemanns Briefen mit seinem Lacksiegel, eine Visitenkarte Hahnemanns mit mehrzeiliger (eigenhändiger ?) etwas verwischter Einladung von 1834, ein gedruckter Bittbrief Hahnemanns zur Unter- stützung der Homöopathischen Heil-Anstalt Leipzig, datiert 1834, mit seiner eigenhändigen Unterschrift, ferner ein weiterer eigenhändiger Hahnemann-Brief, dann ein eigenhändiger Brief von Stapf mit eigenhändigen kurzen Nach- bemerkungen von Hahnemann und Kranz. Es folgen 42 Briefe von Mitgliedern der Familie Stapf, neben J. Ernst Stapf (1788-1860) auch Otto Stapf und der Schrift nach mindestens ein weiteres Mitglied dieser Familie, dann Briefe von Jul. Schweikert (1807-1876), dem homöo- pathischen Tierarzt J.J.W. Lux (Begründer der Isopathie), Constantin Hering (1800-1880) Gustav W. Gross (1794-1847) u.a. Der zweite Band enthält überwiegend Briefe von Patienten mit Danksagungen, Bitten um weitere Termine, Beschreibung alter oder neuer Symptome mit Bitten um Angaben von Mitteln u.ä. Gelegent- lich finden sich aber auch hier wieder Briefe in kollegialem Austausch, mit kurzen Fallstudien, Beschreibung von Mitteln, Hinweisen auf eigene oder fremde Veröffentlichungen und derglei- chen mehr. Unter den identifizierbaren Kollegen sind im zweiten Band Georg August Heinrich Mühlenbein (1764-1845) aus Schöningen bei Braunschweig; Edmund Arnold Martin (1809- 1875), zeitweise Wien; Stabsarzt Kaspar Amann vom Regiment „Grossherzog“, Darmstadt und Joseph Bärtl, Laibach. - Bei Band II fehlt der letz- te Brief 71 (liegt in Fotokopie dabei). - Die Briefe jeweils angefalzt, dadurch Buchstaben tektiert, bei zwei Hahnemann-Briefen wurde die Signatur ausgeschnitten, sonst soweit erkennbar jeweils komplett, insgesamt das Schriftbild selten et- was verwischt, Papierbedingt häufiger gebräunt und knickspurig, insgesamt gut erhalten. CHF 24 000 / 30 000 (€ 22 220 / 27 780) Autographen
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    | 116 529 Hahnemann, Samuel,Begründer der Homöo- pathie (1755-1843). Eigenhändiger, eineinhalb- seitiger Brief auf Doppelblatt. Von Hahnemann voll signiert. Mit dem abgestempelten, von anderer Hand beschrifteten Original-Couvert. Paris, 17. Dezember 1838. 15,5 x 10 cm. Dop- pelblatt (gefaltet). Gerichtet an seinen Düsseldorfer Verleger und Buchhändler Schaub, der den vierten Band der „Chronischen Krankheiten“ in zweiter Auflage herausbringen sollte. Hahnemann entschuldigt sich „Ich war mehrere Wochen unbass, dass ich kaum meine vielen Kranken gehörig besorgen, geschweige an diese literarische Arbeit (das Mskpt in druckbaren Stand zu setzen) denken konnte“. Empfiehlt weiter als Autor für den Verlag einen Dr. Bernstein aus Pesth in Ungarn, „Er hat an Kraft und Wahrheit seines Gleichen nicht“. Schliesst mit der Bemerkung, das Mskpt. sei nun auf die Post gekommen, das Buch erschien dann auch im selben Jahr bei Schaub. - Es folgt nach dem Text eine eigenhändige, unsignierte fünfzeilige Notiz von Hahnemanns zweiter Ehefrau Melanie in französischer Spra- che, mit Hinweis auf zu überbringende Grüsse. - Beigegeben: Eigenhändig von Hahnemann beschrifteter Biefumschlag aus Cöthen an den homöopathischen Arzt Stapf in Naumburg. Verso mit Hahnemanns Lacksiegel, ohne Inhalt. - Weiter beigegeben: masch. Transkription des Briefes an Schaub, eine weitere masch. Kurzfassung des Briefes sowie Briefumschlag von Dr. Augustus Korndoerfer, Philadelphia, einem bekannten amerikanischen homöopathi- schen Arzt, in dem der Brief aufbewahrt worden war. - Weitere Beigaben wie zwei Broschüren zu Hahnemann, ein Originalfoto des Leipziger Denkmals, den Sonderdruck des Artikels über die Exhumierung Hahnemanns 1898 u.a. - Gering braunfleckig und knickspurig, insgesamt gut. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 530 Hahnemann, Samuel, Begründer der Homöo- pathie (1755-1843). Eigenhändiger, vierseitiger Brief auf Doppelblatt. Von Hahnemann voll signiert. Cöthen, 5. August 1830. 22 x 13,5 cm. Doppelblatt (gefaltet, alle Falze gerissen und restauriert). Der Brief war seinerzeit an die Mitglieder der „Gesellschaft homöopathischer ärzte“ gerichtet worden, die sich zum 51. Jahrestag der Promo- tion Hahnemanns am 10. August 1830 in Leip- zig versammelt hatten. Eingelegt in aufwendige Präsentationsmappe mit einem beigelegten gestochenen Portrait Hahnemanns (Blatt- grösse 16 x 11 cm., Gottschick nach Schoppe. Aus: Zeitgenossen, Bibliographisches Institut), weiter mit neunseitiger montierter maschinen- schriftlicher Transkription des Textes, mit einem kalligraphisch gestalteten Dedikationsblatt des Verlegers Ernst Klett mit dessen eigenhändiger Unterschrift an einen bekannten Schweizer homöopathischen Arzt (dem diese Mappe im Dezember 1955 dediziert worden war), sowie mit vier montierten Briefmarken zum Geden- ken Hahnemanns. - Der Brief ist ohne Anrede, Hahnemann teilt darin, manche „aus meiner Erfahrung gezogenen, heilkünstlerischen Autographen 529
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    | 117 Bemerkungen“ mit.Dabei bezieht er sich auf so diverse Krankheiten bzw. Beschwerden wie Schwerhörigkeit, Fress-Flechte, Lokal-Schweis- se, Schmerzen an weniger wichtigen Stellen des Körpers etc. Er verweist auf Chroniker, denen „der allopathische Arzt ... grossmütig erlaubt, zu einem homöopathische Arzt seine letzte Zuflucht zu nehmen“, bei denen dann aber der ganze Organismus „noch dazu mannigfach arznei-krank“ geworden sein. Weiter geht Hahnemann detaillierter auf die Behandlung der Psoriasis ein und empfiehlt auch Pflaster aus „Peche und Lerchen-Terbenthin“ sowie tägliche Druckmassagen mit Anhauchen. Er schliesst mit allgemein mahnenden Worten „Schliesslich wünsche ich, dass jeder Homöopath ... sich nie durch Beimischung irgend eines allöopa- thischen Verfahnrens schände“ und Mittel nur „in decillionfacher potenzirter Verdünnung und in der kleinsten Gabe“ gebe. - Provenienz: Aus dem Nachlass von Pierre Schmidt (1894-1987), einem der bedeutendsten homöopathischen Ärzte des 20. Jahrhunderts. Sein Nachlass be- findet sich in Stuttgart im „Institut für Geschich- te der Medizin“, lt. Bestandsverzeichnis wurde dieser Hahnemann-Brief aber seinerzeit nicht mit an das Institut übergeben. - Papier gleich- mässig dezent gebräunt, unverwischt. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 531 Heifetz, Jascha, Violinist (1901-1987). Eigen- händige Notenhandschrift auf liniertem Papier. Acht Takte des Andante aus den „Preludes“ von Gershwin in der Bearbeitung von Heifetz. Mit 8zeiliger Widmung von Heifetz und voller Unterschrift. New York, o. Jahr. Ein Blatt. 19,5 x 24 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Heifetz schrieb ein eigenes Arrangement der Preludes, das bis heute aufgeführt wird. - Gering gebräunt, sonst gut. CHF 250 / 400 (€ 230 / 370) 532 Hesse, Hermann, Schriftsteller (1877-1962). Gedichttyposkript mit eigenh. Unterschrift „H. Hesse“ und Original-Aquarell. Undatiert. Blatt- grösse 17 × 11,5 cm (Aquarell 4,5 × 5 cm). Das Gedicht „Wenn auch der Abend kalt und traurig ist“, versehen mit der Überschrift: „Einst in einem der Kriegsjahre geschrieben“. - BEI- GEGEBEN: Ders. Magie des Buches. Betrach- tungen und Gedichte. Privatdruck, 1956. 4°. Original-Pappband. - Mit eigenh. Widmung auf Vorsatz: „Dank und Gruss von HHesse“. (=Jahresgabe der Höheren Fachschule für das Graphische Gewerbe Stuttgart). - Wohlerhalten. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 530 530
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    | 118 533 Hesse, Hermann.Sechzehn Gedichte. Für Frau M(...) V(...) geschrieben und gemalt. Eigenhändiges Manuskript mit 16 Aquarellen und 6 aquarellierten Vignetten des Dichters. Ohne Ort, um 1945. 20,5 x 17 cm. 46 Bll. Privates Halbpergament (Kapitale minimal bestossen). Originalmanuskript des malenden Dichters, illustriert mit den typischen, sehr reizvollen Aquarellen Hesses mit Tessiner Ansichten. Hesse schrieb solche Sammlungen als Geschenk für Freunde und Bewunderer seiner Werke, manche verkaufte er auch. Die Manuskripte sind allesamt Unikate, denn die Auswahl der Gedichte und Illustrationen variiert je nach Exem- plar. Unsere Sammlung ist mit 16 Gedichten ungewöhnlich umfangreich und einer Buchhändlerin in Winterthur gewidmet. Unter den Titeln der Gedichte: Vergänglichkeit, Aus der Kindheit her, Süden, Wollblüten, Weg in die Einsamkeit, Allein, Leb wohl, Frau Welt (1944) u.a. - Auf dem hinteren Spiegel handschriftliche Notiz von anderer Hand, demnach schenkte die Empfängerin dieses Exemplar 1950 zu einem 70jährigen Geburtstag weiter. Da eines der Gedichte auf 1944 datiert ist, dürfte die Entstehungszeit des Manuskripts innerhalb dieses Zeitraumes liegen und etwa auf die Mitte der 1940er Jahre zu datieren sein. - Vorderer Innenfalz etwas neuer verstärkt, ansonsten frisches und wohlerhaltenes Exemplar. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) Autographen
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    | 120 534 Le Corbusier(Charles Edouard Jeanneret), Architekt (1887-1965). 2 eigenhändige und 2 ma- schinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift an den Architekten Georges Godefroy. Französische Handschriften auf Papier, eine eigenhändige auf Briefbogen von L‘Esprit Nouveau, die maschinenschriftlichen auf eigenem Briefpapier mit Briefkopf. 1941-1960. 1. Eigenh. Brief mit Unterschrift. Vichy, 4. August 1941. 8°. 2 S. Gefaltet. - Bedankt sich für einen erhaltenen Brief von Godefroy und das Foto, das dem Brief beilag. Erwähnt einen jungen Kollegen, Gerald Hanning, der zwei Jahre bei ihm erfolgreich gearbeitet habe („un brave garcon et plein du talent“). - 2. Eigenh. Brief mit Unterschrift. Paris, 15. Dezember 1944. 4°. 1 1/2 S. Auf Briefpapier der Zeitschrift L‘Esprit Nouveau. Gefaltet. Dabei der Original-Briefumschlag. - Dankt für eine erhaltene Briefkarte und entschuldigt sich für die stark verzögerte Antwort. Verweist kurz auf den Einmarsch alliierter Truppen nach Deutschland und den beginnenden französischen Wiederaufbau. Freut sich auf ein Wiedersehen in Paris und die dann einzunehmenden Getränke „un Kirsch d‘Alsace si meme un Calvados“. - 3. Maschinenschr. Brief mit Unterschrift. Paris, 5. September 1956. 4°. 1/2 S. (kl. Einriss und Fehlstelle im rechten Seitenrand, ohne Textverlust). - Kurze Notiz als Antwort auf einen vorhergegangenen Brief. Bezieht sich auf die Auswahl eines jungen Architekten aus einer Gruppe, die in Marokko tätig werden wolle. - 4. Maschinenschr. Brief mit Unterschrift. Paris, 19. März 1960. 4°. 1/2 S. - Kurzer Begleitbrief zu zwei Kopien von Empfehlungsschreiben an L. Costa und O. Niemeyer (hier nicht mehr dabei). - Beiliegend 2 gedruckte und illustrierte Doppelkarten (Dankes- bzw. Einla- dungskarten); zwei masch. Begleitbriefe des Sekretariats von L-C, J. Heilbuth; 22 Blatt Anschreiben und Materialien der AILC, 1965-73 zu ihrer Tätigkeit, teils mit eigenhändiger Unterschrift des Archi- tekten Pierre-André Emery (1903-1982). - Georges Godefroy wirkte als Architekt in Marokko und beeinflusste dort massgeblich den modernen Städtebau. 1950 wurde er zum Leiter der „Inspection régionale de l‘Urbanisme“ ernannt, die er bis 1966 leitete. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) Autographen 534 534
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    | 121 535* Magritte, René,belgischer Maler (1898-1967). Eigenhändiger ganzseitiger Brief. Voll signiert „Magritte“. Ohne Ort und Datum. Französische Handschrift auf Papier. Ein Blatt. 21 x 14 cm. An einen „cher Bealu“, über den Verkauf zweier Exemplare seiner Monographie für je 40 Belgische Francs „pour vous“. - Linker Rand unregelmässig, etwas knick- und knitterspurig, sonst gut. CHF 1 800 / 2 500 (€ 1 670 / 2 310) 536* Mandela, Nelson, süfafrikanischer Freiheits- kämpfer und Staatsmann (1918-2013). Ganz- seitiger maschinenschriftlicher Brief an Nadine Gordimer. Von Mandela voll signiert. Ohne Ort (Pretoria), 29.11.1997. Englische Maschinen- schrift auf Papier. Ein Blatt. 30 x 21 cm (gefaltet). Ausführlicher, bedeutender Brief and die be- freundete Nobelpreisträgerin. Über sein Buch „Madiba“ und dessen Co-Autor, über die Be- deutung junger Menschen für die Zukunft des Landes, über die Schwierigkeiten des Freiheits- kampfes und dass ein Teil der Bucherlöse in die Förderung von Kindern fliessen wird. - Im Rand partiell etwas vergilbt, sonst gut. CHF 7 500 / 10 000 (€ 6 940 / 9 260) 537 KONVOLUT - Drei Musiker-Autographen des 19. Jahrhunderts: M. Bruch, E. Lalo, O. Bull. Ei- genhändige Briefe, jeweils signiert. Ein Blatt bzw. Doppelblatt. Deutsche, französische und itali- enische Handschriften auf Papier. Jeweils unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. 1. Bruch, Max (1838-1920). Harzburg, 27.05.1903. 9x9 cm. Ein Blatt. Dankesbrief an eine nicht genannte Durchlaucht. - 2. Lalo, Ed. (1823-1892). O. Ort, 15.10.(18)83. 17,5 x 11,5 cm. An einen ungenannten Empfänger, betreffs eines Tees bei Lalo. - 3. Bull, O. (1810-1880). Ort unleserlich, 23.3.1840. Doppelblatt. mit dem montierten Originalumschlag. An A. Leger in Oxford. Kurzer Dank für einen erhaltenen Brief, vertröstet auf später. - Teils etwas gebräunt, fleckig und knickspurig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 535 536
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    | 122 538* Nietzsche, Friedrich,Philosoph (1844-1900). Eigenhändiger, dreiseitiger Brief mit Unterschrift „Fritz Nietzsche“ an seinen Jugendfreund Wilhelm Pinder in Naumburg. Mit dem originalen, eigenhändig beschrifteten, gesiegelten Brief- umschlag. Basel, (4.7.1869). Doppelblatt (20,5 x 13,5 cm). Gefaltet (minimal gebräunt). Geburtstagsbrief an den alten Freund, aus Nietzsches erstem Jahr in Basel. Pinder hatte am 6. Juli Geburtstag. Erinnert an gemeinsam verlebte Momente und wünscht sich ein baldiges Zusammenzutreffen in Basel „denn ich bin jetzt für alle meine Freunde der Alpenführer ... (um) sein neues Vaterland mit seinen Schönheiten würdig zu präsentieren“. Schliesst mit Grüssen an Pinder und seine Angehörigen „bin ich / dein alter Freund / Fritz Nietzsche Dr / Professor in Basel“. Der Brief war ursprünglich in Naumburger Familienbesitz, gedruckt wurde er 1938 in der BAB unter Nummer 437 und in der KSB als 3/23. - Der Briefum- schlag unsauber aufgerissen, etwas angestaubt, sonst gut. CHF 25 000 / 30 000 (€ 23 150 / 27 780) Autographen 538 538
  • 129.
    | 123 539 Paganini, Niccolò,Geigenvirtuose und Kompo- nist (1782-1840). Eigenhändige Unterschrift auf Billet des King‘s Theatre. London, 11.8.1821. Englische Handschrift auf Papier. 5,5 x 9,5 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrah- men. Die ersten drei Zeilen von anderer Hand und alt durchgestrichen. - Etwas gebräunt, sonst gut. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 540 Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kompo- nist (1782-1840). Eigenhändiger, fünfzeiliger Gruss. Von Paganini voll signiert. (London), Pag- liano Hotel, (Mai 1831 ?) Italienische Handschrift auf Papier. 12 x 12,5 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Mit Bezug auf den Musiker Dragonetti, der im genannten Gebäude (auch bekannt unter dem Namen Sablonière) wohnte. Paganini hielt sich zum genannten Zeitpunkt ebenfalls dort auf. - Etwas gebräunt, sonst gut. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 541 Paganini, Niccolò, Geigenvirtuose und Kompo- nist (1782-1840). Eigenhändige Empfangsquit- tung über eine Partitur. Von Paganini voll signiert. Ohne Ort, 22.7.1828. Italienische Handschrift auf Papier. Ca. 16,5 x 20,5 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Bestätigt den Erhalt der Partitur zur Oper „La Pietra del Paragone“ und verspricht, sie bis zum 25.7. zurückzugeben. Darunter und verso von anderer Hand alte Marginalien. - Etwas gebräunt, sonst gut. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 540 539 541
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    | 124 542 Paganini, Niccolò,Geigenvirtuose und Kom- ponist (1782-1840). Eigenhändige Noten- schrift mit Dedikation. Vier Blatt. Von Paganini voll signiert. Ohne Ort und Jahr. Italienische Handschrift auf Papier. 22 x 28 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Enthält Noten zu Viola und Begleitstimme (Gitarre, Violoncello) No. 6, gemeint ist wohl das Gitarrenkonzert Nr. 6. Die handschriftliche Widmung galt Camillo Sivori (1815-1894), dem einzigen Schüler Paganinis, der Sivori 1822/1823 unterrichtete. Eine weitere Margina- lie von anderer Hand (Bleistift) verweist auf den Besitz des Manuskriptes in den Jahren vor 1929. - Etwas gebräunt und fleckig, sonst gut. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) Autographen 542 542 542
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    | 125 543 Paganini, Niccolò,Geigenvirtuose und Kom- ponist (1782-1840). Brief von Schreiberhand an Sir George Smart. Mit eigenhändiger Unterschrift Paganinis. Ohne Ort, (London ?), 5.7.1831. Französische Handschrift auf Papier. Ca. 23 x 18 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendi- gem Präsentationsrahmen. Smart war Dirigent, der Brief dreht sich um die geplante Teilnahme Paganinis am ersten Musikfestival in Dublin, das dann im August und September 1831 unter Leitung von Smart mit Paganini stattfand. Paganini bespricht Details zu Honorar und Auftritten und verspricht, in dieser Zeit an keinem anderen Ort aufzutreten resp. Werbung für andere Konzerte zu machen. - Etwas gebräunt, sonst gut. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 544 Puccini, Giacomo, Komponist (1858-1924). Eigenhändiger, zweiseitiger Brief in Gedicht- form an Antonio Bettolacci. Vom Komponisten monogrammiert, verso adressiert. Ohne Ort, Sonntag, 5.7.1908. Ein Blatt. Gefaltet. Ca. 25 x 15 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentati- onsrahmen. Dankesbrief in poetischer Form für übersandte Blumen „Tu fior mi mandi ! La casa e piena“. Er werde nun inmitten von Rosen speisen. - Mini- mal knitterspurig, verso etwas braunfleckig. CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) 545* Segantini, Giovanni, Maler (1858-1899). Eigenh. Postkarte mit Unterschrift. Savognin, 18. No- vember 1892. Adresse verso. Gelaufen. An seinen Freund Alberto Grubicy, Kunsthänd- ler in Mailand. Bedankt sich für einen Brief und eine Postkarte Grubicys und schreibt über eine Ausstellung seiner Bilder in der Londoner National Gallery. „... Ieri stesso ho scritto a Lond- ra scusandomi in qualche modo del ritardo e dandole le misure dei Cavalli, Nirvana e La Sera che tengo qui. Non ho dato la misura del Ritorno a Lovile perchè gia esposto a Londra alla Royal Galleries per conto di Don Deswell. Il Nirvana fu poi esposto o no a Londra? perche non credo sarebbe li espostoli se fusse già publicamente visto a Londra. il ritorno a Lovile andrebbe bene per Rotterdam come già mi diceste tu.“ CHF 400 / 700 (€ 370 / 650) 544 543
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    | 126 546* Vaugondy, DidierRobert de, französischer Kartograph (1723-1786). Eigenh. Brief mit Unterschrift „Robert de Vaugondy“. O. O., 8. Mai 1763. 4°. 2/3 S. An „Messieurs“, denen er seinen neuesten Atlas anpreist und zugleich einen Konkurrenz-Atlas kritisiert. „... Je prens la liberté de vous adresser cet Avertissement d‘un Nouvel Atlas que j‘ai composé pour l‘étude de la Geographie, et prin- cipalement pour servir à l‘excellente Methode de feu M. L‘abée Delacroix.“ - In den Rändern alt hinterlegt. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 547 Verdi, Giuseppe (Komponist, 1813-1901). Ei- genhändiger, zweieinhalbseitiger Brief an seinen Verleger Giulio Ricordi in Mailand. Eigenhändig signiert G. Verdi. Genova, 10. Dezember (ohne Jahr, evtl. 1885 oder 1886). Italienische Hand- schrift auf Papier. 18,5 x 11,5 cm. Doppelblatt. Gefaltet. Aus der Zeit der Arbeit an Otello, die er 1884 aufgenommen und 1886 beendet hatte. Er er- wähnt den Fortgang der Arbeit „le recite d‘Otello sono finite“ und vergleicht die Qualitäten der Sänger Giovanni Battista De Negri (1851-1924) und Francesco Tamagno (1850-1905), die beide später die Titelpartie sangen, Tamagno in der Uraufführung: „Tamagno e‘ il primo, ma De Negri non e‘ il secundo...“. - Dabei Briefumschlag an Ricordi, wohl von anderer Hand beschriftet, dem Datumsstempel 1889 nach zu einem anderen Brief gehörig. - Teils gering verwischt, insge- samt frisch. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700) 548 Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901). Eigenhändiger, zwölfzeiliger Brief an Antonio Va- pelli. Von Verdi signiert. Rom, 9.3.1859. Ein Blatt. 16 x 14 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Kurzer Gruss als Begleitschreiben einer Sendung von Tabak an den Freund und Anwalt, da dieser, wie Verdi wisse, auch an „il vizio del tabaco“ leide. - Etwas gebräunt, sonst gut. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670) Autographen 545 547
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    | 127 549 Verdi, Giuseppe,Komponist (1813-1901). Eigenhändiger, neunzeiliger Brief auf Notenpa- pier. Von Verdi signiert. Undatiert. Ein Blatt. Ca. 35 x 26 cm. Gefaltet. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Bittet um Zusendung von 24zeiligem Notenpa- pier bestimmter Qualität von einem bestimm- ten Händler aus Paris. - Dezent knickspurig, gut erhalten. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 550 Verdi, Giuseppe, Komponist (1813-1901). Eigenhändiger, sechzehnzeiliger Brief an De Ruisy. Von Verdi signiert. Mailand, 12.5.1897. Ein Blatt. Ca. 20 x 13 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Anfrage wegen eines Pietro Guastavino, der Verdi ungefragt einen Gedichtband (vermutlich „Vibrazioni“, 1897) zugesandt hatte. Guastavino (1858-1909) war u.a. Herausgeber von „Il Caffa- ro“. - Faltspuren, sonst gut erhalten. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 549 550
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    | 128 551 Verdi, Giuseppe,Komponist (1813-1901). Eigen- händiger, zweiseitiger Brief an Giovanni Maloberti in Piacenza. Von Verdi signiert. Mit auf den unbeschrie- benen Teil montiertem Originalumschlag. Ohne Ort (Neapel, 1872 ?). Doppelblatt. Ca. 13 x 10 cm. Unter Ppt. in aufwendigem Präsentationsrahmen. Beschwert sich, dass Maloberti Bilder an die falsche Adresse geschickt habe, er, Verdi, sei doch schon fast einen Monat in Neapel. Der Musiker Giovanni Malober- ti (1799-1880), langjähriger Freund Verdis, wurde nach seiner aktiven Zeit als Musiker Antiquitätenhändler. - Etwas knitterspurig und braunfleckig. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 552 Wilson, Woodrow, 28. Präsident der Vereinigten Staaten (1856-1924). Maschinenschr. Brief mit eigenh. Unterschrift. Washington, 8. November 1922. 24 × 17,6 cm. 1 S. auf Doppelblatt (Mittelfalte). Mit adress. und gelaufenen Kuvert (bei diesem Absender abgetrennt und lose beiliegend, etwas staubfleckig, kl. Randeinrisse). Mit gedrucktem Briefkopf 2340 S Street N W in Washington. An Charles Stucki in New York, dem er für einen Brief dankt: „It breathes a spirit of patriotism and elevated principle which is most heartening and worthy of the best traditions of the United States [...]. I do indeed admire Switzerland and wish for her in all things the highest and noblest kind of prosperity and success.“ CHF 300 / 500 (€ 280 / 460) I do indeed admire Switzerland Autographen 552 551
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    Abkürzungen Deutsch EnglischFranzösisch Abb. Abbildungen illustration(s) illustration(s) altkol. altkoloriert contemporary colouring colorié à l‘époque Bd(e). Band, Bände volume(s) tome(s), volume(s) Bl(l). Blatt, Blätter leaf, leaves; print(s) feuillet(s); épreuve(s) blattgr. blattgross full size en taille réelle d. Z. der Zeit contemporary contemporain, de l‘époque doppelblattgr. doppelblattgross double page à double page ebd. ebenda ibidem ibidem eigenh. eigenhändig autograph autographe EA Erstausgabe first edition édition originale Expl. Exemplar copy exemplaire fig. figuralen, figürlichen figurative figuratif, figurative flieg. fliegender loose volant(e) Frontisp. Frontispiz frontispiece frontispice ganzs. ganzseitigen full page à pleine page GA Gesamtauflage number of copies tirage global gefalt. gefaltet folded replié gest. gestochen engraved gravé goldgepr. goldgeprägt gilt-tooled/ gilt-stamped doré H- Halb half demi HLdr. Halb-Leder half calf demi veau hs. handschriftlich handwritten manuscrit(e) Illustr. Illustration(en) illustration(s) illustration(s) Jh. Jahrhundert century siècle kl. klein small, minor petit(e) kol. (hand)koloriert (hand-)coloured colorié (à main) Ldr. Leder calf veau Ln. Leinen cloth toile Lwd. Leinwand cloth toile Lithos Lithographie(n) lithograph(s) lithographie(s) lithogr. lithographiert lithographic lithographique marmor. marmoriert marbled marbré mont. montiert mounted montée Ms. Manuskript manuscript manuscrit num. numeriert numbered numérote, justifié à O- Original original originale ob. oben, oberen up, upper en haut OKalbsleder Original-Kalbsleder original calf leather veau originale Pgt. Pergament parchment, vellum vélin Pp. Pappband boards cartonnage Rad. Radierung(en) etching(s) eau-forte, eaux-fortes Rückensch. Rückenschild spine label étiquette RTitel Rückentitel spine title pièce de titre S. Seite, Seiten page(s) page(s) sign. signiert signed signé Sp. Spalte, Spalten column(s) colonne(s) teils teilweise partially en partie unt. unten, unteren bottom en bas V- Vorder- front avant Verg. Vergoldung gilt stamped dorure (à chaud) VGelenk Vordergelenk front joint charnière avant Vign. Vignette(n) vignette(s) vignette(s) w. Bl. Weiss blank blanc Wz. Wasserzeichen watermark filigrane zus. zusammen together ensemble
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    Register Adrichem, Ch. 233 Aesop285 Alberto de Castello 286 Albuquerque, A. de 220 Amiot, J. M. 221 Andreae, J. G. R. 102 André-Michaux, F. 239 Antonio (Bettini) da Siena 306 Apian, P. 290 ‒ 291 Aristoteles 289 Arnoldi, H. 307 Astesanus de Ast 308 Augustinus, A. 309 Avicenna 292 Baeck, E. 231 Balbi, G. 336 Bartolocci, G. 204 Bayle, P. 140 Bazaine, J. 157 Beatus von Liébana 202 Berlepsch, E. v. 133 Bernard, C. 263 Biel, G. 310 Bill, M. 158 ‒ 159 Bodenschatz, J. C. G. 205 Bory de Saint-Vincent, J. B. 240 Bourquin, Th. 155 ‒ 156 Bräcker, U. 136 Brant, S. 296 Braque, G. 160 Bruch, M. 537 Bruckner, D. 103 Buffet, B. 161 Bull, O. 537 Burckhardt, J. L. 217, 230 Cervantes Saavedra, M. de 137 Chagall, M. 162 ‒ 163 Char, R. 160 Charignon, A. J. H. 224 Chillida, E. 164 Churchill, W. 524 Colette, S. C. 166 Columna, G. de 311 Cooper, J. F. 187 Crescenzi, P. de 297 Curie, M. 525 Cuvier, G. 272 Damaze le Raymond 234 Dante Alighieri 156 Dapper, O. 218 Darwin, Ch. 242 ‒ 253 Delahaye, A. 157 Delange, C. 214 Diderot 141 Dietrich, V. 298 Disney, W. 198 ‒ 201 Dodoens, R. 241 Dunoyer de Segonzac, A. 167 Egli, J. 116 Endter, J. A. 138 Erni, H. 168 Ernst, M. 169 Escher, A. von 129 Estienne, H. 300 Estienne, R. 301 Federer, H. 526 Ferron, A. le 118 Franziskus von Assisi 312 Freud, S. 527 Froissart, J. 211 Frölich, H. 114 Furttenbach, J. 271 Füssli, J. C. 105 Gagarine, G. 236 Galatino, P. 335 Geiler von Kaisersberg, J. 296, 304 Gichtel, J. G. 208 Giger, H. R. 170 Gindrat, Y. 155 Giono, J. 161 Giovio, P. 305 Golius, J. 142 Gorki, M. 188 Graber J. G. 208 Gray, C. 215 Guler von Weineck, J. 107 Gütle, J. C. 254 Haeckel, E. 279 ‒ 280 Hahnemann, S. 528 ‒ 530 Happel, E. W. 120 Heidegger, M. 164 Heifetz, J. 531 Heisenberg, W. 169 Henning, V. B. 256 Herschel, J. F. W. 237 Hesse, H. 171 ‒ 174 532 ‒ 533 Hoet, G. 294 Hohberg, W. H. 255 Homann, J. B. 229 Homer 287 Huber, C. 108 Imbonato, C. G. 204 Johannes de Cuba 314 Johannes von Jandun 321 Johnson, A. J. 225 Josephus, Fl. 315 Juvenalis, D. J. 316 Kaempfer, E. 223 Kircher, A. 222 Klimt, G. 176 La Fontaine, J. de 139 La Harpe, J. F. 226 Laboureur, J. E. 177 Lacépède, B. G. E. 272 Lalo, E. 537
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    Lamarck, J.-B. de273 Languet, H. 121 Larbaud, V. 177 Lasaulx, A. v. 232 Le Corbusier 534 Leonardus de Utino 323 Lesson, R.-P. 281 ‒ 282 Leupold, J. 257 ‒ 258 Levison, G. 264 Locher, J. E. 109 Longus 144, 162 Lorrain, C. 212 Lupus de Olmeto 317 Lupus, J. 324 Macke, A. 194 Magaud d‘Aubusson, L. 283 Magritte, R. 535 Malraux, A. 178 Malthus, T. R. 131 Mandela, N. 536 Mann, Th. 179 Matisse, H. 180 ‒ 181 Maupertuis, P.-L. M. de 238 Maximilian I. 318 Merian, M. 110, 151 Meyer von Knonau, L. 145 Meyer, C. 152 Meyer, R. 152 Monner, B. 332 Montanus, A. 218 Montenay, G. de 299 Moreri, L. 143 Morogues, S. 266 Morus, Th. 337 Muralt, J. 265 Naumann, J. A. 284 Necker, J. 130 Nietzsche, F. 146, 538 Nieuil, M. de 267 Ovidius Naso, P. 319 Ozanne, N. M. 268 Paganini, N. 539 ‒ 543 Paulus Aegineta 325 Peignot, Ch. 196 Pescheck, C. 259 Petrarca, Fr. 326 Picasso, P. 182 Pico della Mirandola, G. F. 327 Piene, O. 194 Pius II. 328 Pons, J.-S. 213 Proust, M. 183 Puccini, G. 544 Pyne, W. H. 215 Racinet, A. C. A. 209 Réaumur, R. A. F. 277 Reisch, G. 333 Rembrandt 216 Renau d‘Elicagaray, B. 269 Restif de la Bretonne, N.-E. 147 Ridinger, J. E. 274 Riese, A. 260 Rigel, F. X. 123 Rouault, G. 185 ‒ 186 Rouillé, G. 329 Roux, J. 227 Ruchat, A. 112 Rudolff, C. 261 Rulhière, Cl. 132 Rüxner, G. 334 Saint-Hilaire, G. 275 Sartorius von Walters- hausen, W. 232 Saueracker, H. W. 128 Saussure, H.-B. de 101 Schaper, C. 124 Scharnhorst, G. J. D. v. 125 Schinz, H. R. 276 Schliemann, H. 210 Schutz, S. v. 153 Segantini, G. 545 Shakespeare, W. 149 Simson, R. 262 Slevogt, M. 187 Stackelberg, E, 236 Sterne, L. 150 Stumpf, J. 113 Süssmilch, J. P. 270 Tasso, T. 134 Thomson, J. 135 Thomson, W. 279 Til, S. von 207 Tocqueville, A. de 219 Turrecremata, J. 320 Van Elsen, Th. 188 Vaugondy, D. R. de 228, 546 Velly, P.-F. 119 Verdi, G. 547 ‒ 551 Vergilius Maro, P. 167 Verneuil, M. P. 175 Vitruvius P., M. 288 Vogt, H. J. 126 Walser, R. 184, 190 ‒ 193 Waser, A. 148 Wilson, W. 552 Wolf, H. 303 Wood, W. 278 Zeiller, M. 110 Ziegler, Ch. M. von 154 Zurlauben, B. F. de 117
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    VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 102/121 8031 Zürich,Schweiz AUKTION Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 121 8031 Zürich, Schweiz AUKTION ONLINE ONLY VORBESICHTIGUNG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTION 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTIONEN REPRÄSENTANTEN Koller Auktionen AG Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63  Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch Koller Auktionen AG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz Tél +41 22 311 03 85 Fax +41 22 810 06 30 geneva@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch MÜNCHEN Fiona Seidler Maximiliansplatz 20 80333 München Tel. +49 89 22 80 27 66 Fax +49 89 22 80 27 67 Mobile +49 177 257 63 98 muenchen@kollerauktionen.com DÜSSELDORF Ulrike Gruben Citadellstrasse 4 40213 Düsseldorf Tel. +49 211 30 14 36 38 Fax +49 211 30 14 36 39 Mobile +49 175 586 38 64 duesseldorf@kollerauktionen.com BEIJING Jing Li Haidianque Chedaogou 10# 6/4-307 100089 Beijing Tel. +86 135 2039 8057 beijing@kollerauctions.com ITALIEN /TESSIN LuigiPesce ViaCairoli18 16124Genua,Italien T+393395962768 italia@kollerauktionen.com HAMBURG Ulrike Gruben Tel. +49 211 30 14 36 38 hamburg@kollerauktionen.com
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    Auktionen: 21. Septemberbis 5./6. Oktober 2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr Kontakt · Anahi Cardona · Tel. +41 44 445 63 21 · cardona@kollerauktionen.ch Gemälde, Zeichnungen Grafik Alter Meister des 19. Jhs. Bücher Autographen, Schmuck, Möbel, Uhren, Varia, Porzellan
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    BEDINGUNGEN FÜR KLASSISCHEAUKTIONEN Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti- onssaal versteigert werden. Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht sich der Bieter den nachstehenden Auktions- bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz („Koller“): 1. Rechtsstellung der Parteien Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei- gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell- vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32 Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts („OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“), wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird dadurch nicht Partei des Kaufvertrages. 2. Aufgeld 2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich- ten, das wie folgt berechnet wird: i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25% ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000 und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis zur Höhe des Zuschlags iii. bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000 und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000 bis zur Höhe des Zuschlags. 2.2 Falls der Käufer während einer online über- tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin- gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite publiziert sind. Diese können von den hier pub- lizieren abweichen. 2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei- zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich- ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes einzelne Objekt.  2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be- zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr- wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er- halten die MWST rückvergütet.  2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden, dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine Kommission erhält. 3. Garantie 3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol- gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter, Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei- bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa- talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände- rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden.  3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender Bestimmung findet nach Ermessen von Koller nicht statt, falls: i. die Beschreibung des Objekts im Auktions- katalog im Einklang mit der Meinung einer Fachperson oder mit der herrschenden Mei- nung von Fachpersonen stand oder die Be- schreibung im Auktionskatalog andeutete, dass hierüber Meinungsverschiedenheiten bestanden,  ii. die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach dem Stand der Forschung und mit den allge- mein anerkannten und üblichen Methoden noch nicht oder nur mit unverhältnismässi- gem Aufwand als solche erkennbar war, iii. die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein- schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder  iv. es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde, Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han- delt, das gemäss den Angaben im Auktions- katalog vor 1880 entstanden sein müsste. 3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2) Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen. Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus, dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe- nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge- fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es ihm übergeben wurde, und unbelastet von An- sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob- jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten Gutachten von zwei unabhängigen und in dem Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch nicht an solche Gutachten gebunden und behält sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf eigene Kosten einzuholen. 3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel- tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich- ten. 3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer 3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel- des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen. 4. Haftungsausschluss 4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu- stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob- jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren. Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in neuwertigem Zustand. 4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata- log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa- tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands- berichte von Koller die vor der Auktion angefordert werden können, geben lediglich ein allgemeines Bild und eine unverbindliche Einschätzung von Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er- folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung übernehmen. Während der Ausstellung besteht die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen. Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen, und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän- giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog- beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei- bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs (inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache ausschliesslich massgebend. Koller behält sich das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut- achten stellen genauso wenig wie von Koller vor- genommene Objektbeschreibungen oder sonsti- ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen über dessen Wert) explizite oder stillschweigende Zusicherungendar. 4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg- bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol- ler gegenüber dem Käufer. 5. Teilnahme an der Auktion 5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter steht jedermann offen. Koller behält sich aber das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich- keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an ihren Auktionen zu untersagen.  5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion mittels des dafür vorgesehenen Formulars re- gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re- gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas- ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen. Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss Angaben auf dem Registrierungsformular bis zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich Spesen des Kartenanbieters zu belasten.  5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen Bank verlangen.  5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz- werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von 20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver- langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti- on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum- gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
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    6. Versteigerung 6.1 Kollerkann ein Objekt unterhalb des mit dem Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver- bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot gebunden, bis dieses entweder überboten oder von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen entscheidet die Auktionsleitung.  6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be- sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4 nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige- rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte.  6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser- halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas- sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor- liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe- halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv, nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft.  6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen- ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der Steigerung schriftlich entgegengenommen.  6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten, wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti- onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann nicht telefonisch geboten werden und Interes- senten werden um Abgabe eines schriftlichen Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk- tionssaal gebeten.  6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei- ner Live-Auktion abgeben möchten, können an der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk- tion zugelassen worden sind. Koller behält sich das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei- teres abzulehnen.  6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück- sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück- sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie- tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5. 7. Eigentumsübergang Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die- se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu- geordnet hat. 8. Abholung der ersteigerten Objekte 8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei- gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll- ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller. 8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol- ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob- jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor- sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST. Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr und es ist Sache des Käufers, für eine angemes- sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf- tung übernommen werden. Werden die erstei- gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt, lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge- fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz von CHF 10 pro Objekt ein.  8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer. Ohne anders lautende schriftliche Abmachung werden die zugeschlagenen Objekte für den Transport durch Koller auf Kosten des Käufers versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche Objekte werden von Koller nicht versandt. 9. Bezahlung der ersteigerten Objekte 9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach Abschluss der Auktion in Schweizer Franken zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von Koller möglich und unterliegen einer Bearbei- tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag erhoben wird. 9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent- gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe- trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7 TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben, dieebenfallsderKreditkartebelastetwird. 9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii) ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver- langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech- tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min- destverkaufspreises entweder freihändig oder anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng- lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste- henden Schaden.  9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde- tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht. Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver- wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei- bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen. 10. Vertretung Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil- ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange- nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso- nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder als Organ einer juristischen Person bieten, kann der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten. 11. Verschiedene Bestimmungen 11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede Haftung des anwesenden Beamten, der Ge- meinde oder des Staates für Handlungen von Koller ist ausgeschlossen.  11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB an einen Dritten zu übertragen oder durch einen Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten aus diesen AGB Dritten zu übertragen. 11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien und Abbildungen von verkauften Objekten in den eigenen Publikationen und in den Medien zu ver- öffentlichen und damit Werbung zu betreiben.  11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be- standteil jedes einzelnen an der Auktion ge- schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller verbindlich.  11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un- wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un- gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt- schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt bei eventuellen Lücken der Regelung. 11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus- schluss von allfälligen Verweisungen des Bun- desgesetztes über das Internationale Privat- recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener Kaufrechts (UN-Kaufrechts).  11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter Einschluss der Geltendmachung von Verrech- nungen und Gegenforderungen), welche aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess- lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol- ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen. Zürich, 1. Juli 2018
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    Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x
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    Lot 196 Koller AuktionenAG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch