Auktion: 30. September 2021
MÖBEL, PORZELLAN & SILBER
AUKTION IBID 122
Bieten ab 21.09 bis 5./6.10.2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Gemälde,ZeichnungenGrafikAlterMeisterdes19.Jhs.
BücherAutographen,Schmuck,Möbel,Uhren,Varia,Porzellan
IBID ALTEGRAFIKZEICHNUNGEN
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
IBID BÜCHER  AUTOGRAPHEN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBIDMÖBELUHREN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBIDVARIASKULPTUREN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBID PORZELLAN
Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021
IBID SCHMUCK
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER  DES 19. JHS.
Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021
AUKTIONSPROGRAMM
AUKTIONEN SEPTEMBER 2021 (A198  IBID 122)
TEPPICHE
Donnerstag,30.September2021,9.30 Uhr
Lot 1501 – 1583
SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN
Donnerstag,30.September2021,11.00 Uhr
Lot 1301 – 1368
MÖBEL, PENDULEN,
SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN
Donnerstag,30.September2021,13.00 Uhr
Lot 1001 – 1248
ANTIKE WAFFEN
Donnerstag,30.September2021,17.00 Uhr
Lot 1401 – 1498
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
Auktion: 30. September 2021
DECORATIVE ARTS
MÖBEL, UHREN, SILBER, PORZELLAN, TEPPICHE
ANTIKE WAFFEN, SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN
DECORATIVE
ARTS
A198
SEPTEMBER
2021
BÜCHER  AUTOGRAPHEN
Mittwoch, 29. September 2021, 14.00 Uhr
Lot 101 – 363  501 – 527
SEPTEMBER
2021
Auktion: 29. September 2021
BÜCHER, BUCHMALEREI  AUTOGRAPHEN
BÜCHER,
BUCHMALEREI

AUTOGRAPHEN
A198
ALTE GRAFIK
Freitag, 1. Oktober 2021, 10.30 Uhr
Lot 3601 – 3636
ZEICHNUNGEN
Freitag, 1. Oktober 2021, 11.00 Uhr
Lot 3401 – 3488
GEMÄLDE ALTER MEISTER
Freitag, 1. Oktober 2021, 14.00 Uhr
Lot 3001 – 3072
GEMÄLDE DES 19. JH.
Freitag, 1. Oktober 2021, 16.00 Uhr
Lot 3201 – 3253
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
A198
OKTOBER
2021
GEMÄLDE
ALTER
MEISTER
UND
DES
19.
JH.,
ZEICHNUNGEN
UND
ALTE
GRAFIK
Auktion: 1. Oktober 2021
GEMÄLDE ALTER MEISTER  DES 19. JH.
ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK
Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Koller Auktionen ist Partner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und
einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen.
EURO-Schätzungen
Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.08 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung.
Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken.
Decorative Arts		  S. 1
Sammlung von Elfenbeinobjekten		  S. 145
Antike Waffen		  S. 193
Teppiche		  S. 193
Adressen 		  S. 256
Auktionsbedingungen 		  S. 260
Auction Conditions		  S. 262
Auktions-Auftrag		  S. 264
AUKTIONEN
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
Zusätzliche Informationen und Abbildungen:
www.kollerauktionen.ch
Decorative Arts
Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
AUKTION
Donnerstag, 30. September 2021, 13 Uhr
VORBESICHTIGUNG
Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr
English descriptions and additional photos:
www.kollerauctions.com
Sabine Neumaier
Porzellan  Fayence
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 12
neumaier@kollerauktionen.ch
Corinne Koller
Silber
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 22
ckoller@kollerauktionen.ch
Hannah Wepler
Silber
Tel. +41 44 445 63 62
wepler@kollerauktionen.ch
Stephan Koller
Möbel  Dekorationen
Head of department
Tel. +41 44 445 63 20
skoller@kollerauktionen.ch
Giordana Schmid
Möbel  Dekorationen
Tel. +41 44 445 63 52
schmid@kollerauktionen.ch
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Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1001
CORPUS CHRISTI
Alpenländisch, Südtirol um 1400. Holz vollrund
geschnitzt und gefasst. H 46 cm.
Fehlstellen, im Bereich des Lendenschurzes wohl
überarbeitet.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1002*
AQUAMANILE
Nordeuropa, wohl Deutschland, Ende
15. Jh. Bronze. In Form eines Löwen,
der Schwanz geschwungen als Henkel.
Kleiner Ausgusstubus im Maul. H 10,5 cm.
Teils mit Grünspan. Deckel fehlt. Ausguss
bestossen.
Obwohl der Begriff Aquamanile ursprüng-
lich das Becken bezeichnete, setzte sich
dieser im Laufe der Zeit als Bezeichnung
für das Giessgefäss durch. Figürliche
Giessgefässe zum Waschen der Hände
wurden vorwiegend in Deutschland ab
dem 12. Jh. benutzt. Neben Pferden,
Hirschen oder Büsten mit Menschen-
köpfen war der Löwe, als Symbol der
Macht und Stärke, ein äusserst beliebtes
Motiv. Das vorliegende, eher einfachere
Exemplar, lässt aufgrund der Schweifung
des Schwanzes eine Datierung im aus-
gehenden 15. Jh. vermuten. Vgl. Otto v.
Falke und Erich Meyer: Bronzegeräte des
Mittelalters 1. Romanische Leuchter und
Gefässe. Giessgefässe der Gotik, Berlin
1935, Abb. 484, 492, 493.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
| 3
1003*
VORTRAGEKREUZ
Gotisch, wohl Burgund, 1. H. 15. Jh. Holzkern,
beschlagen mit getriebenen Silberplatten, Dekor
von Pinienzapfen und Rosetten in rautenförmiger
Einteilung. Spuren einer ehemaligen Vergoldung. Die
Platten vom Perlstab gesäumt. An der Vorderseite
mit emailliertem Gottvater in gotischer Nische mit
Baldachin zwischen zwei Fialen auf der Vierung von
Kreuzquer- und Längsbalken, auf der Rückseite an
gleicher Stelle ein leeres Rechteck, ursprünglich zur
Aufnahme einer Reliquie (Türe fehlt). Montiert auf
späterem konischen Rohrstiel mit abgeflachtem No-
dus in vergoldetem Kupfer. Punziert PVE unter Krone
bzw. Datierungs- oder Ortsstempel B.
22 × 2 × 44 cm.
Bestossungen und Fehlstellen. Türe sowie Einfas-
sung des Reliquienbehälters fehlen bzw. unvollstän-
dig. Arrangiert.
Provenienz:
- Ehemals Sammlung Leopold Kolisch, Amsterdam.
Auktion Sotheby‘s Amsterdam, 20.12.2001. Lot
156.
- Privatbesitz Österreich
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 780 / 3 700)
| 4
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1004*
SPÄTGOTISCHE EISENUHR
Schweiz, wohl Zug, Anfang 17. Jh. Offenes Gehäuse
aus flachen Eisenbändern, die Ecken schräg gestellt
und in Fialen endend. Geh- und Schlagwerk hinter-
einander angeordnet, das Werk mit Spindelgang auf
Waagunruh (Rückbau). Stundenschlagwerk mit innen
verzahnter Schlossscheibe und aussenliegendem
Windflügel. Gotisierender Glockenstuhl. Das später
bemalte Zifferblatt mit einer Ansicht von Zug und dem
Zuger Wappen sowie dem Wappen der Zuger Familie
Brandenberg. 16 × 21 × 48 cm.
Restauriert und mit Ergänzungen.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
1005
RELIEFFIGUR DES HEILIGEN URSUS
Schweiz, wohl Solothurn um 1580/1600. Linde geschnitzt im
Halbrelief sowie gefasst, verso geflacht. Der Heilige in Vollrüstung
mit Schild. H 119 cm.
Fahne fehlt, Schwert unvollständig, Fehlstellen und Reparaturen.
Fassung später.
Literatur:
Gottfried Lörtscher. Aus der Reihe Kunstdenkmäler der Schweiz.
Kanton Solothurn. 1957. S. 198. Mit Abbildung der Figur, aus Pri-
vatbesitz in Büsserach.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 240 / 4 630)
| 5
1007
RELIEFFIGUR DER HEILIGEN KATHARINA
Schweiz, wohl Solothurn, um 1580/1600. Holz
geschnitzt im Halbrelief sowie gefasst und verso
geflacht. Die Heilige Katharina stehend mit Schwert
und Buch als Attributen, zu ihren Füssen ein kleines
Rad. H 120 cm.
Risse und kleinere Fehlstellen. Fehlende Teile am
Sockel und am Rad. Fassung später.
Literatur:
Gottfried Lörtscher. Aus der Reihe Kunstdenkmäler
der Schweiz. Kanton Solothurn. 1957. S. 198. Mit
Abbildung der Figur, aus Privatbesitz in Büsserach.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 240 / 4 630)
1006*
EISENUHR MIT WECKER
Im spätgotischen Stil, Süddeutschland oder Schweiz, das Ziffer-
blatt trägt eine Datierung 1582. Das offene Gehäuse mit rundem
Querschnitt, die vier Pfeiler mit Nasen und von Fialen bekrönt. Hin-
tereinander liegendes Geh- und Schlagewerk, mit Spindelgang und
Waagunruh. Stundenschlagwerk mit innen verzahnter Schlossschei-
be auf Glocke. Kleines Weckerwerk. Das Zifferblatt oben mit einem
Engel bemalt, der auf einer Schalmei bläst. Im unteren Bereich zwei
leicht erhöhte Wappen mit drei Sternen bzw. drei Halbmonden.
15 × 12 × 33 cm.
Gewichte unvollständig.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 6
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1008*
KLEINE TURMUHR MIT GLOCKENSCHLÄGERFIGUR
Schweiz oder Deutschland, 16./17. Jh. Eisen geschmiedet. Offenes
Gehäuse aus flachen Bändern, an den Ecken schräg gestellt und in
gotischen Fialen endend. Geh- und Schlagwerk hintereinander lie-
gend, das Gehwerk mit Spindelgang und Waagunruh, Stundenschlag
auf Glocke, darüber geschnitzte sitzende Glockenschlägerfigur. Spä-
teres Blechzifferblatt, beschriftet Zeyt eilt, teilt, heilt. 22 × 27 × 45 cm.
Ergänzungen und Restaurierungen.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
1009*
BRONZEPLAKETTE KREUZIGUNG
Norditalien, nach einer Arbeit von Galeazzo
Mondella (1467–1528), genannt Moderno.
Späterer Abguss, wohl 17. Jh. Bronze vergoldet.
Vielfigurige Darstellung der Kreuzigung. Christus
am Kreuz zwischen den beiden Schächern. An
sein Kreuz klammert sich Maria Magdalena. Um-
stehend zahlreiche Soldaten und Wachen, der
Heilige Johannes. Am Boden gestützt von zwei
Frauen sitzt Maria. 10,5 x 7,5 cm.
Späterer Abguss einer Reliefplakette, welche
dem Künstler Moderno zugeschrieben wird. Mo-
derno ist das Pseudonym eines Goldschmiedes,
der in Norditalien und später in Rom aktiv war. Er
signierte einige Stücke mit „Opus Moderni“. Es
wird vermutet, dass sich hinter dem Pseudonym
der aus Verona stammende Goldschmied Gale-
azzo Mondella verbirgt.
Exemplare dieser Plakette befinden sich in
wichtigen Sammlungen wie dem Metropolitan
Museum New York (31.33.9), dem Victoria 
Albert Museum London oder in der National Gal-
lery of Art Washington (National Gallery of Art.
Renaissance Bronzes from the Kress Collection.
Washington 1951. S. 85.)
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
| 7
1011*
EMAILPLAKETTE GRABLEGUNG CHRISTI
Limoges, um 1520/30. Dem Meister des Altars von
Mesnil-sous-Jumièges zuzuschreiben. Darstellung
der Grablegung. Der Leichnam Christi wird von Jo-
seph von Arimathäa in den Sarg gelegt. Davor kniend
Maria Magdalena, dahinter der Heilige Nikodemus.
Hinter dem Sarg eine Gruppe von Heiligen, darunter
die Jungfrau Maria sowie der Heilige Johannes.
15,5 × 15,5 cm.
Restauriert.
Die Komposition der vorliegenden Plakette geht
wohl auf einen Holzschnitt Lucas Cranachs d. Ä.
(1472-1553) zurück. Dessen Originalkomposition
einer Grablegung wird auf 1509 (oder früher) datiert
und entstand im Zusammenhang mit dem Werkzy-
klus zu seiner Passion Christi. Der Künstler unserer
Emailarbeit hat die grundlegenden Strukturelemen-
te von Cranach übernommen. So folgen beispiels-
weise das horizontale Grab, die Figurenkonstellation,
das Arrangement, die Mimik, Gestik und Posturen
sowie der sich zu einer Landschaft hin öffnende
Horizont treu dem Original. Aufgrund der techni-
schen Gegebenheiten hat der Künstler unserer
Emailplakette einige Details synthetisiert und dafür
Golderhöhungen bzw. Guillochen als ästhetische
Intensivierung appliziert.
Stilistisch erinnert unsere Arbeit stark an Werke des
Limosiner Meisters des Altars von Mesnil-sous-Ju-
mièges, insbesondere an den namensgebenden
Passionsaltar aus Mesnil-sous-Jumièges und an
eine Einzelplakette mit einer Kreuzigungsszene. Bei-
de Werke werden um 1520-25 datiert und befinden
sich in der Sammlung des Musée des Beaux Arts in
Limoges (Inv.-Nr.: 376  457). Mehrere Szenen des
Altars basieren auf Stichen von Dürer aus der „Passi-
on“ (1508-1512) und der „Kleinen Passion“ (1510).
Vgl.: Véronique Notin, „Le Maître du retable de Mes-
nil-sous-Jumièges“, BSAHL, 1991, S. 97-110.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1010*
KELCH
Südamerika, 16. Jh. Auf achtpassigem Fuss. Zwi-
schen zwei balusterförmigen Schaftstücken ein
eingedrückter Nodus. Konische Kuppa mit glattwan-
digem Lippenrand, in floral gestalteter Fassung.
H 24 cm. 632 g.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 8
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1012
IZNIK KERAMIK TELLER
Türkei, um 1620. Bemalt in reliefiertem Rot,
Kobaltblau und Grün mit einem Bouquet von Ro-
sen, Tulpen und Hyazinthen, schwarz konturiert.
Die Tellerfahne bemalt in Schwarz mit einer
„breaking waves” Bordüre, auf der Rückseite
alternierende Blatt- und Blütenmotive. Der
Standring zweifach zur Hängung durchbohrt.
D 29,5 cm.
Minime Absplitterung der Glasur.
Provenienz:
Schweizer Privatsammlung
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1013
IZNIK KERAMIK TELLER
Türkei, um 1620. Bemalt in relie-
fiertem Rot, Kobaltblau und Grün,
schwarz konturiert, mit einem „SAZ”
Blatt zwischen einem losen Bouquet
von Päonien, Tulpen und Rosen, die
Tellerfahne bemalt in Schwarz mit ei-
ner „breaking wave” Bordüre, auf der
Rückseite alternierende Blatt- und
Blütenmotive in Grün und Kobaltblau.
Der Standring zur Hängung durch-
bohrt. D 28,8 cm.
Kleinere Haarrisse. Minimale Absplit-
terung der Glasur.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
CHF 2 500 / 3 500
(€ 2 310 / 3 240)
| 9
1014*
KERZENLEUCHTER IN FORM EINER NEREIDE
Werkstatt des Severo Calzetta da Ravenna oder dessen
Sohn Niccolò Calzetta, Ravenna, 16. Jh. Bronze. In Form
einer Frauenbüste, die an den ausgestreckten Armen
zwei geschweifte Leuchter hält mit späteren Vasentüllen.
Die Lichtarme entspringen in Form von Delphinköpfen
aus dem Rumpf. Auf späterem Fuss in Form einer Adler-
klaue. H 26 cm.
Der Leuchter entspricht einem relativ bekannten und
in verschiedenen Variationen existierenden Modell, das
in der früheren Literatur Andrea Riccio zugeschrieben
wird. So etwa ein sehr verwandter Leuchter, ebenfalls
auf einer Adlerklaue stehend, aus der Sammlung E. Foulc
Paris (Wilhelm Bode: Die Italienischen Bronzestatuetten
der Renaissance, Berlin 1922, S. 57). In der von James
David Draper überarbeiteten Version wird dieselbe Figur
neu Severo von Calzetta da Ravenna oder dessen Sohn
Niccolò Calzetta zugeschrieben.
Diese neuere Zuschreibung setzt sich in der jüngeren
Literatur durch. So etwa ein Leuchter mit der selben Ne-
reide, jedoch auf einem reliefierten Trompetenfuss aus
der Sammlung Carrand, Bestand des Museo
Nazionale del Bargello (Tommaso Rago: Calzettiana Tar-
da. I Bronzeti della Bottega Ravennate di Severo Calzetta
del Nuseo Nazionale del Bargello e del Museo Stefano
Bardini a Firenze, Florenz 2015, Abb. 53). Ebenso Calzetta
zugeschrieben wird ein sehr ähnlicher Leuchter auf
Klauenfuss im Art Institurte Chicago, der um 1520 datiert
wird, dessen Leuchterarme jedoch im Gegensatz mit
unserem geschuppt und als Fischschwänze ausgebildet
sind (Inventar Nr. 94174).
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
1015
KLEINE EISENKASSETTE
Nürnberg, 16. Jh. Eisen mit geäztem Dekor in Form
von Halbpersonen im Profil, in architektonischer
Umrahmung. Rechteckiger Korpus auf Kugelfüsschen.
Klappdeckel. Eisenschloss. 1 Schlüssel. 9 × 7 × 6,5 cm.
Schloss repariert, teils ergänzt.
CHF 1 000 / 1 200
(€ 930 / 1 110)
| 10
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1016*
RELIEFTAFEL MIT MOSES
UND DEN ZEHN GEBOTE-TAFELN
Frankreich, 16./17. Jh. Weisser, roter, rosafarbener und schwarzer
Marmor behauen und graviert. Moses stehend mit den beiden
Gesetzestafeln. Profilierte Umrahmung. Verso in Eisenrahmen
gefasst. 68 × 86 cm.
Absplitterung und Riss.
Provenienz:
- Aus einer Pariser Sammlung.
- Sammlung München.
Die Zehn Gebote in der Version des Genfer Reformators und
Hugenottenvaters Johannes Calvin. Dieser behielt im Gegensatz
zu den Lutheranern und der mittelalterlichen christlichen Tradition
das Bilderverbot (3. Gebot) aufrecht. Der alttestamentlichen
Version fügte Calvin das neutestamentliche Doppelgebot Jesu
der Gottes- und der Nächstenliebe hinzu.
Neben dem Glaubensbekenntnis und dem Gebet des Herrn
(Vater Unser) stellten die Zehn Gebote den Hauptbestandteil des
reformierten Gottesdienstes. Die Tafeln mit den Zehn Geboten
hatten in der Hugenottischen Kirche in Frankreich auch als Bilder-
satz eine wichtige Funktion.
CHF 15 000 / 20 000
(€ 13 890 / 18 520)
1017
TAPISSERIE WOHL AUS EINER SERIE
ZUM LEBEN JAKOBS
Bruxelles oder Enghien, ca. 1550/75. Ein alter, bärtiger Mann, der
sich auf einen Stock stützt, wird von einem jüngeren Mann emp-
fangen. Ihm folgt ein Diener mit langem Stab, auf eine sitzende
Frau mit Kind zurückschauend. Im Hintergrund links einige sich
umarmende Figuren und ein Kamel dahinter. Vielfigurige biblische
Darstellung, wohl die Versöhnung zwischen Jakob und seinem
Sohn Joseph, König von Ägypten (Genesis 47: 5-6). Mit floraler
Bordüre mit Früchten, in den unteren Ecken zwei Personen.
390 × 463 cm.
Wenige Fehlstellen und Reparaturen.
Diese Szene könnte zu einer unbekannten Serie von Tapisserien
mit biblischen Darstellungen gehören, in welcher Patriarchen wie
Abraham und Jakob gerne als bärtige Alte dargestellt sind. Als
Vergleiche können eine Tapisserien über das Leben Abrahams
in Hampton Court (um 1545) und eine über das Leben Jakobs in
Brüssel (um 1535) angeführt werden.
Die Bordüre mit dem breiten floralen Dekor findet sich auf Tapis-
serien aus der Zeit zwischen 1540 und 1560. Das Motiv findet sich
sowohl in Brüssel als auch in Enghien.
CHF 20 000 / 30 000
(€ 18 520 / 27 780)
| 12
1019*
SCHREITENDES PFERD
Nach Renaissance-Vorbildern, wohl Italien,
17./18. Jh. Bronze patiniert. Montiert auf recht-
eckigem ebonisierten Holzsockel. H 12 cm; mit
Sockel 25 cm.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1018
GROSSE MAIOLIKA PLATTE
Ligurien, Savona, 17. Jh. Die Form
inspiriert von Silberformen mit re-
liefiertem Rand und Kehle um einen
zentralen Standring. Bemalt in Blau
mit einer zentralen mythologischen
Szene, Neptun und Nereiden in
einer Meerlandschaft, inmitten radial
angeordneten Tierszenen auf kleinen
Landschaftsstreifen und Pflanzenmo-
tiven am Rand. Marke Krone. D 46 cm.
Kleine alte Restaurierungen am Rand.
Vergleichsstücke: Le collezioni di
Ceramiche, Musei e Collezioni della
Citta Di Genova, Ausstellung 2001,
S. 14.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
| 13
1020
FAYENCE BREITRANDTELLER
Winterthur, um 1680. Hellgrau glasiert und bemalt
mit Scharffeuerfarben, im Spiegel ein Bacchus mit
Weinrispen im Haar und in der einen Hand eine Schale,
inmitten einer hügeligen Landschaft, auf der Fahne
eine Weinrispe, eine Birne, ein Granatapfel und ein
Rettich. D 34 cm.
Riss mit alter Reparatur
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
1021*
SCHREITENDER BULLE
Wohl Italien, 17./18. Jh. Nach einem Modell von
Giovanni da Bologna, genannt Giambologna
(Douai 1529–1608 Florenz) und Antonio Susini
(1558–1624). Bronze dunkel patiniert. Montiert
auf einen ebonisierten Holzsockel. H 9,5 cm; mit
Sockel 23 cm.
Ein Hinterbein etwas verbogen.
Das Modell dieses schreitenden Bullen geht auf
eine Arbeit von Giambologna zurück, der sich
dabei selber an einem antiken Vorbild orientierte.
Das ursprüngliche Modell wurde 1573 für Cosimo
de Medici gefertigt und befindet sich heute im
Museo Nazionale del Bargello in Florenz. Das
Modell wurde in den späteren Jahrhunderten ver-
schiedentlich rezipiert und in leichten Abwand-
lungen gegossen. Eine unserem Bullen sehr ähn-
liche Version findet sich in der Anglesey Abbey,
Cambridgeshire (NT 515167). Deren Guss wird
zwischen 1600 und 1700 datiert.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
| 14
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1022
FRAGMENT EINER TAPISSERIE-BORDÜRE
Renaissance, Bruxelles, wohl Atelier von François Geubels, um
1560. Allegorische Darstellungen der Grosszügigkeit und der
Gerechtigkeit unter Baldachin, darüber drei Adler. In architekto-
nischer Grotesken-Rahmung mit von Blättern umrankten Säulen
sowie Karyatiden. 167 × 66 cm.
Farben verblasst. Restaurierungen.
Das Fragment war Teil der Bordüre einer grossen Tapisserie; sehr
ähnliche Bordüren weisen etwa die Bildteppiche aus einer Serie
über Romolus und Remus von François Geubels auf, die unter
anderem im Kunsthistorischen Museum Wien ausgestellt sind
(Guy Delmarcel. La tapisserie flamande. Paris 1999. S. 155ff.). Die
etwas abgewandelte Gruppe ist dort mit beschrifteter Kartusche
versehen, bezeichnet „REGNVM AVTEN JVSTICIA ET LIBERALI-
TATE“.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
1023
FRAGMENT EINER TAPISSERIE-BORDÜRE
Renaissance, Bruxelles, wohl Atelier von François Geubels, um
1560. Darstellung einer Frau mit Palmwedel, darunter ein Drache.
In architektonischer Grotesken-Rahmung mit von Blättern um-
rankten Säulen und Karyatiden. 60 x 150 cm.
Farben etwas verblasst. Restaurierungen.
Auch diese Bordüre weist grosse Ähnlichkeit mit den Bordüren
der Reihe über Romolus und Remus von François Geubels auf. Die
Frau mit dem Palmwedel könnte eine Allegorie darstellen, was zu
der Romolus und Remus Serie passend wäre. Möglich wäre auch
die Darstellung der Heiligen Katharina oder der Heiligen Margarete
(Drache).
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
| 15
1024*
NAUTILUSPOKAL
Spanien oder Südamerika 17. Jh. „Nautilus“-Muschel in Silber-
montierung mit floralem Dekor. Eingezogener Schaft auf leicht
getrepptem, durchbrochenem Rundfuss. H 13,9 cm.
CHF 15 000 / 18 000
(€ 13 890 / 16 670)
| 16
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1025*
GROSSE TAPISSERIE „GESCHICHTE DES PHILIPPUS“
Renaissance, Flandern, 2. Hälfte 16. Jh. Darstellung der Geschich-
te des Philippus (Apostelgeschichte 8.26 - 40). Philippus wird von
Gott auf die Strasse zwischen Jerusalem und Gaza geführt: „Leve
toi et ... midi“. Der Heilige Geist rät ihm, sich an den Kämmerer der
Kandake, Königin von Äthiopien zu halten, der auf einem Karren
begleitet von Soldaten vorbeizieht: „Approche et tadionis a ce
chariot“. Philippus deutet dem Kämmerer eine Stelle im Buche
Jesaja, welche dieser liest, zunächst jedoch nicht versteht: „Il fut
mene come la brebis a occis iona“. Nach dem er verstanden hat,
lässt sich der Kämmerer von Philippus taufen. Breite Bordüre mit
Groteskenmotiven, Engeln und Ranken. H 372 x 337 cm.
Diverse Restaurierungen, sowie Fehlstellen. Teils stark ausge-
bleicht. Der linke Bordürenstreifen später angefügt. Reparaturen
über Insektenschäden, vor allem im unteren Bereich, vier Spruch-
bänder vakant ersetzt.
Die Darstellungsform der gestaffelte Landschaft, in der die
Geschichte der gleichen Figuren in verschiedenen Stationen
erzählt wird, entspricht einem mittelaterlichen Bildprogramm.
Erwähnenswert sind die französichen Bibelzitate, die aus der wohl
ersten lateinisch-französischen Ausgabe des Neuen Testaments
stammen, die 1522 vom in Paris geborenen Drucker und Verleger
Robert Estienne (1503–1559) publiziert wurde. Ebenso hervor-
ragend sind die grotesken Bordüren, die auf Druckgrafiken aus
Italien, aus dem Umkreis und der Nachfolge Raffaels referieren.
CHF 20 000 / 30 000
(€ 18 520 / 27 780)
| 17
1027 ♣
KLEINES REISEKABINETT
Barock, wohl Holland, 17. Jh. Palisander
eingelegt mit Elfenbein und hellem Holz
in Form von geometrischen feinen Filets.
Rechteckiger Korpus, die Front abklapp-
bar und öffnend auf sechs Schubladen,
die Fronten mit Voluten- und Ranken-
werkintarsien. Kleine Messingbeschläge.
46,5 × 26,5(53) × 30 cm.
Schlüssel, Schlüsselschild und Traghen-
kel fehlen. Elfenbeinfilets teils unvoll-
ständig, Risse, etwas zu überholen. Front
etwas verzogen.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
1026 ♣
KLAPPBARE REISESONNENUHR
Renaissance, Nürnberg, sign. Paulus Reinmann sowie datiert
1606. Paulus Reinmann, Nürnberg 1557–1609. Elfenbein mit rot
und schwarz kolorierten Gravuren. Grundplatte mit Kompass mit
eingravierter Missweisung und Himmelsrichtungen. Umlaufend
die Stundenskala von 4-12-8. Darunter eine konkave Skalierung
mit Zahlenfolge 8-23-16. Die Innenseite des Deckels graviert mit
diversen Städten und deren Polhöhen, darüber eine Skalierung mit
den Sternzeichen. Fadengnomon fehlt. Durchbrechung. Auf der
Rückseite der Grundplatte (Boden) befindet sich eine Monduhr
mit vergoldeter Messing-Mondscheibe umgeben von Tages- und
Stundenskalen, vier Messingfüsschen. Gravierte Beschriftung
„Epacta Gregorii Anno 1603“. Auf dem Deckel (aussen) die Win-
drose mit 16 Himmelsrichtungen und Skala von 1-32, Zeiger in
Form einer Hand sowie Guckloch für Kompass.
Geschlossen 10 x 6,5 cm.
Kompassnadel sowie Glasabdeckung fehlen. Feine Risse, Schar-
nierverdrahtung unvollständig.
Die Beobachtung des Sonnenlaufs ist die ursprüng-
lichste Form der Zeitbestimmung. Mechanische
Taschenuhren waren lange Zeit teuer und stör-
anfällig. So blieben Klapp- und Tischson-
nenuhren bis gegen 1800 Zeitmesser für
den Alltag. Auch zum Stellen der Uhren
waren sie noch lange unverzichtbar.
Die Familie Reinmann wird in Nürnberg
als eine der bekanntesten Kompassma-
cherfamilien geführt. Neun Familien-
mitglieder waren Kompassmacher. Vom
Kompassmacher Paul Reinmann sind noch heute
sehr viele Sonnenuhren bekannt. Diese werden in den inter-
nationalen Museen von Oxford, London und Chicago ausgestellt.
Aber auch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist
ein Exemplar ausgestellt. (Frank Liebau: Die Kompassmacher aus
Nürnberg und Fürth, 2017. Online-Ausgabe)
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
| 18
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1028*
VERMEIL-ABTSTAB-KRÜMME
Deutschland um 1680. Massiv gestaltet, punziert, graviert, in
Form einer grossen eingerollten Akanthusvolute. In der Mitte
kleine Statue der Muttergottes mit Kind. H 22,5 cm. 607 g.
CHF 2 800 / 4 800
(€ 2 590 / 4 440)
1029*
VERMEIL BUCKELPOKAL
Nürnberg 1606–1609. Meistermarke Christoph Schell. Flacher, in
der Mitte stark ansteigender Rundfuss. Mit reliefiertem Zungen-
muster, vasenförmiger Schaft und tropfenförmig, reliefierter Kelch
mit Blütenmotiv. H 14,1 cm. 150 g.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1031*
APOSTELLÖFFEL
Zürich, um 1660-80. Meistermarke Alexander Kilchsberger II. Sil-
ber, teilvergoldet. Gemuldete, tropfenförmige Laffe an kantigem
Stiel. Fein gearbeitete, vergoldete Figur. Mit Blumengravur auf der
Rückseite der Löffellaffe. L 16,1 cm. 27 g.
CHF 1 800 / 2 800
(€ 1 670 / 2 590)
1030*
VERMEIL APOSTELLÖFFEL PAULUS
Zürich, um 1660–1680. Meistermarke Hans Heinrich Denzler.
Tropfenförmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel. Rückseite fein
graviert mit zwei Tulpendarstellungen. L 16,7 cm. 31 g.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 19
1032*
APOSTELLÖFFEL MATTHIAS
Zürich, um 1660-80. Meistermarke Hans Conrad Boller. Tropfen-
förmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel. Auf der Rückseite fein
graviert zwei Blumendarstellungen. L 16,5 cm. 27 g.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
1034
SPIEGELMEDAILLON MIT LIMOGES-EMAILMALEREI
Limoges, Anfang 17. Jh. Wohl Jean Guibert (circa 1570/75–1626)
Email polychrom bemalt, Darstellung des Raubes der Europa
durch Zeus, vermutlich in Anlehnung an einen Entwurf der Werk-
statt von Hendrick Goltzius (1558–1617). In feiner vergoldeter
Montierung, Rückseitig mit Spiegel besetzt sowie frontseitig zu
öffnen. Innen ursprünglich wohl mit Miniaturportrait (fehlt). Der
Rahmen mit seitlichem Eierstab-Dekor, oben in Doppelvoluten
abschliessend und mit Hängeöse. 11 x 6,7 cm.
Email mit diversen Restaurierungen und Fehlstellen. Spiegel stark
korrodiert. Vergoldung stark berieben.
Schönes und wohl in dieser Form als Ensemble entstandenes
Objekt. Die Darstellung der Entführung der Europa durch Zeus
lehnt sich wohl an einen Kupferstich von 1590 an, dessen Entwurf
aus der Werkstatt von Hendrick Goltzius stammt; Blatt 20 aus der
Folge Ovids Metamorphosen (vgl. Online Collection Staatliche
Kunstsammlungen Dresden; https://skd-online-collection.skd.
museum/Details/Index/569747).
Ein sehr ähnliches Medaillon mit Spiegel, das ebenfalls eine
Email-Miniatur von Guibert aufweist, dort mit der Darstellung von
Atalanta und Meleager mit dem Calydonischen Eber, befindet
sich im British Museum (Inventar WB 40). Allerdings ist die dortige
Montierung eine galvanoplastische Reproduktion.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1033*
VERMEIL HERMENLÖFFEL
Zürich, um 1660–80. Meistermarke Alexander Kilchsperger. Trop-
fenförmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel mit bekrönender,
fein ausgeführter Figur. Auf der Rückseite fein graviertes Blattmo-
tiv. L 16,4 cm. 37 g.
CHF 1 800 / 2 800
(€ 1 670 / 2 590)
| 20
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1036
INTARSIERTE ANRICHTE/HALB-
SCHRANK
Renaissance, wohl Graubünden, 16./17. Jh.
Nussbaum, Kirsche, Ahorn und Arve eingelegt
in geometrischen Reserven mit Bossenwerk
und Filets sowie Rankenwerk. Flachschnitzerei
Dekor in Form von Rankenwerk sowie zwei
Vögel. Rechteckiger Korpus mit profiliertem,
vorkragendem Blatt auf Sockelgeschoss.
Architektonisch gegliederte Front mit
Doppeltüren zwischen breiten Lisenen, mit
Pilastern besetzt. Schlagleiste in Pilasterform.
Eisenschloss und geschmiedete Eisenbe-
schläge (teils später). Seitliche Traggriffe.
1 Schlüssel. 155 x 56,5 x 102 cm.
Blatt teils ergänzt. Fehlstellen.
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
1035*
SELTENE HALSUHR
Süddeutschland, wohl Hans Christoph Kreizer, Augsburg um
1630. Messing durchbrochen gearbeitet, graviert und vergoldet
sowie geschliffenes Glas. In ovaler Form, die Seiten mit facettier-
ten Glaselementen, in Messingmontierung mit durchbrochenen
Blattvoluten und Knospen. Front- und Rückseite zu öffnen und
mit Glaselementen besetzt, der rückseitige Deckel ebenfalls
facettiert. Versilbertes Zifferblatt mit römischen Stundenzahlen
sowie emailliert mit Phoenix und Blattwerk (mit Fehlstellen). Feines
Werk mit Spindelgang und Stundenschlag auf eine im rückseitigen
Deckel untergebrachte Glocke. Ausgeschnittener Eisendekor in
Rankenform. Die Federhäuse graviert mit Blattwerk. Hängeöse.
H 8,5 cm.
Werk zu revidieren/justieren. Glaselemente teils verkratzt.
Vergleichbare Uhren, teils als Tischuhren auf Stand oder als
Halsuhren mit Ständer aus Augsburg, von Johann Reinhold, Hans
Kristoph Kreitzer sowie Hans Buschmann abgebildet bei: Klaus
Maurice: Die deutsche Räderuhr, München 1976, Band II, Nr. 458
bis 463.
CHF 15 000 / 25 000
(€ 13 890 / 23 150)
| 21
1037
KONSOL EISENUHR
Winterthur, Anfang 17. Jh. Monogrammiert und datiert
16A*L16 (für Andreas II. Liechti, 1582–1650). Eisen ge-
schmiedet sowie teils gefasst. Offenes Werk, die Ecken mit
flachen, schräg gestellten Bändern, oben in Voluten endend.
Hintereinander angeordnetes Gehwerk mit Spindelgang und
Radunruh sowie Halbstundenschlagwerk mit innen verzahn-
ter Schlossscheibe und kleinem Flügelrad. Glockenstuhl mit
Nelke als Abschluss sowie kleinen Blüten als Dekor. Zifferblatt
bemalt mit Putte und Sanduhr sowie Datierung 1616.
16.5 × 17 × 39 cm.
Diverse Ergänzungen und Restaurierungen, Zifferblatt
später. Ursprünglich wohl mit Wecker.
Die Uhr ist erwähnt im Inventar der lediglich sieben über-
lieferten Uhren von Andreas II. Liechti, mit der Bemerkung
„unvollständig“. Vgl. Adolf Schenk. Georg Holtey: Die Uhrma-
cherfamilie Liechti von Winterthur und ihre Werke. Winterthur
2006. S. 101. Eine nah verwandte Uhr, ebenfalls mit einem
Gestell aus Flacheisen, befindet sich im Uhrenmuseum Win-
terthur. (Schenk/Holtey: S. 69, Abb. 31.)
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 400 / 11 100)
1038
GROSSE GESCHNITZTE TRUHE
Frankreich, 16./17. Jh. Nussbaum geschnitzt mit Blätter- und
Blumenranken, Tieren und Engeln. Die Front mit reliefierter
Darstellung der Anbetung der Heiligen drei Könige, flankiert von
plastisch geschnitzten Allegorien der Weisheit und Justizia.
Rechteckiger Korpus auf gerader, profilierter Sockelleiste und ge-
quetschten Füssen. Klappdeckel. Eisenschloss und -bänder (teils
ersetzt). 1 Schlüssel. 150 x 62 x 87 cm.
Risse sowie fehlende Teile an der Sockelleiste. Gebrauchsspuren.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 22
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1039
FRAGMENT EINES RAHMENS ODER
EINER SUPRAPORTE
Spanien, 17. Jh. Kiefer geschnitzt im Relief sowie
gefasst. Bogenförmig, Darstellung von zwei Per-
sonen, die von einem Engel zusammengebracht
werden (Joachim und Anna?). Flankierend zwei
weitere Figuren. 113 x 38 x 10 cm.
Fassung unvollständig.
CHF 600 / 1 000
(€ 560 / 930)
1040*
EINZEIGRIGE TURMUHR/HAUSUHR
Wohl Schweiz, 17. Jh. Eisen geschmiedet. Offenes
Werk mit flachen Eisenbändern, die Ecken in
Voluten auslaufend. Gehwerk mit Spindelgang auf
später angebrachtes, kurzes seitliches Pendel.
Stundenschlagwerk auf extern zu montiertender
grossen Glocke. 36 × 55 × 59 cm.
Restauriert und umgebaut.
Gewichte unvollständig.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 240 / 4 630)
1041
EISENSCHATULLE
Wohl Deutschland, 17. Jh. Eisen teils rot gefasst, mit
geschmiedeten Blattmotiven sowie moulürierten
Profilstäben belegt. Rechteckiger Korpus mit Klapp-
deckel. Schloss mit sechs Riegeln, durchbrochene
Schlossplatte. Vexierschlüsselschild. Traghenkel.
1 Schlüssel. 22,5 × 13 ×12 cm.
Schlüsselschild zu reparieren. Berieben.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
| 23
1042*
EISENKASSETTE MIT DEN WAPPEN DER FAMILIEN
PEYER UND VON WALDKIRCH
Schaffhausen, 17. Jh. Holzkern beschlagen mit Eisen sowie
bemalt; der Deckel mit den Wappen der Familien Peyer sowie der
Familie von Waldkirch. Die Front dreifach kassettiert, die zentrale
Kassette bemalt mit einem Blumenkranz um das Schlüsselschild
in Form von zwei Doppelvoluten, die beiden äusseren zeigen den
auf der Harfe oder Leier spielenden König David bzw. Orpheus als
Sänger mit Instrument, zu seinen Füssen ein Löwe. Die beiden
Seiten mit Blumen bemalt. Rechteckiger Korpus mit Klappdeckel.
Geschmiedete Traghenkel. Eisenschloss. 1 Schlüssel.
46,5 × 24,5 ×23 cm.
Fehlstellen an der Bemalung.
Die Truhe entstand wohl anlässlich einer Heirat zwischen Mitglie-
dern der beiden Familien Peyer und von Waldkirch, zu denen es
im 17. Jh. verschiedentlich kam. So heiratete Hans Christoph von
Waldkirch (1612–1680) im Jahre 1634 Agathe Peyer im Hof. Hans
Christoph von Waldkirch amtete ab 1669 als Reichsvogt und war
ab 1644 Mitglied des grossen Rats von Schaffhausen. Allerdings
handelt es sich bei dem Wappen der Familie Peyer um dasjenige
der Linie „mit dem Wecken“, was eher auf eine andere Verbindung
schliessen lässt, da Agathe aus der Linie im Hof stammte.
Eine frühe Allianzwappenscheibe aus dem Jahre 1580 bezeugt
eine Verbindung zwischen Hans Leopold (Lüpold) von Waldkirch
und Maria Peyer mit den Wecken. Die Scheibe befindet sich in
Schloss Altenklingen bei Wigoltingen. Auch ist im Familienstamm-
baum eine Heirat zwischen Hans Martin Peyer mit dem Wecken
(1630–1691) und Anna Barbara von Waldkirch (1640-1722) im
Jahre 1663 bekannt. Hans Martin Peyer war Pfarrer zu Lohn sowie
Pfarrer zum Münster in Schaffhausen.
Das Wappen der Familie Peyer ist auf der Truhe spiegelverkehrt
dargestellt. Dies ist nicht unüblich, Wappen durften so dargestellt
werden, dass sie einander zugewandt waren. In der Heraldik wird
dies als Courtoisie bezeichnet.
CHF 15 000 / 25 000
(€ 13 890 / 23 150)
| 24
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1043
GROSSE TAPISSERIE AUS DER FOLGE „DAS LEBEN
DES CÄSAR“
Brüssel, Mitte 17. Jh. Stadtmarke BB (Brabant-Brüssel) so-
wie signiert G. Peemans (Gérard Peemans, aktiv 1660–1707).
Schlachtendarstellung, im oberen Teil in Kartusche bezeichnet
„IULIUS CAESAR ET POMPEUS CONFLIGUINT“. Breite Bordüre
mit opulenter Blumengirlande mit Figuren sowie Hirtendarstellung
in Kartusche. 400 x 600 cm.
Kleinere Risse, Restaurierungen.
Eine ähnliche Tapisserie von Gérard Peemans aus den Serien ‚La
Vie de César-Auguste‘, ‚L‘Histoire de Marc-Antoine et Cléopatre‘
und ‚l‘Histoire de Zénobie, reine de Palmyre‘ ist abgebildet in: Guy
Delmarcel: La Tapisserie Flamande du XV au XVIII siècle, Paris
1999, S. 247.
Gerard Peemans war der Schwiegersohn des berühmten Brüs-
seler Teppichwebers Gerard van der Strecken, der Mitte des 17.
Jahrhunderts eine große Anzahl hochwertiger Wandbehänge
herstellte. G. Peemans betrieb eine der wichtigsten Brüsseler
Werkstätten der zweiten Hälfte des 17. Jh. Zwischen 1660 und
1707 tätig, beschäftigte er bereits im Jahr 1665 vierzehn Weber
an sechs Webstühlen. Diese Zahl stieg 1683 auf dreiunddreißig
Weber an, um dann von 1703–1707 wieder auf vier Webstühle zu
fallen.
In seinen Werkstätten ließ er zahlreiche Behänge nach externen
Künstlervorlagen anfertigen: Den Behang der Apostelgeschichte
nach einem Modell von Raffael, im Depot des Victoria und Albert
Museum, London zu finden, sowie die Tapisserie zur Geschichte
Alexanders des Großen nach den Vorlagen von Charles Le Brun.
Weitere Werkzyklen sind nach Vorlagen flämischer Maler wie Jus-
tus van Egmont inspiriert, so unter anderem auch die Geschichte
des Achilles nach Rubens, die Geschichten von Kleopatra und
Marcus Aurelius sowie von Dido und Aeneas. Von meisterhafter
Qualität ist insbesondere der Behang der Zenobia, Königin von
Palmyra, ausgestellt im Musée Royaux d’Art et d’Histoire, Bruxel-
les.
Viele Vorzeichnungen stammen von Justus van Egmont (Leiden
1601–1674 Antwerpen), der vor allem als geschickter Maler von
Porträts und Historienbildern sowie als Schöpfer von Wandteppi-
chen bekannt ist. Von 1620 bis 1628 war er Mitglied der Werkstatt
von Rubens und beteiligte sich an der Ausführung der Geschichte
der Marie de Médicis, einem Zyklus, der für die Galerie des Palais
du Luxembourg in Paris bestimmt war (1622–1625). Er ließ sich
in Paris nieder und wurde Mitarbeiter von Simon Vouet. Er malte
Gobelinentwürfe für die Werkstätten im Faubourg Saint-Mar-
cel-Quartier, wo viele nach Paris emigrierte flämische Gobe-
linknüpfer, wie Coomans und Van der Plancken (de la Planche)
arbeiteten. Von König Ludwig XIV mit dem Titel „Peintre du Roy“
geehrt, war Van Egmont im 1648 einer der zwölf Gründer der
Akademie für Malerei und Bildhauerei. Ab 1649 war er in Brüssel
angesiedelt, bevor er sich 1653 dauerhaft in Antwerpen nieder-
ließ, wo er bis zu seinem Tod 1674 in Opulenz und Ruhm lebte.
Seine bekanntesten Tapisserieentwürfe stammen aus dieser
letzteren Periode, darunter die Geschichten des Cäsar Augustus
(1659), der Kleopatra und Marcus Aurelius (1661), des Dido und
Aeneas, der Zenobia - Königin von Palmyra (ausgestellt im Musée
Royaux d’Art et d’Histoire, Bruxelles), und des Aurelian (1665). In
ihrer Gestaltung und Komposition sind diese Vorlagen von Justus
van Egmont ein prächtiger Ausdruck des flämischen Barocks.
Alle erwähnten Wandteppiche weisen die gleichen Bordüren auf,
ihres Zeichens ein Meisterwerk der flämischen Barockkunst,
mit Liebesmotiven, Früchte- und Blumengirlanden „au naturel“,
Pfauen, Vasen, wasserspeiende Delphine sowie Kartuschen mit
lateinischen Inschriften, welche wiederkehrende Gestaltungs-
mittel sind und die barocke Opulenz bezeugen. Das lebendige
und leuchtende Kolorit charakterisiert sich durch die Zartheit
der Rosé-, Grau- und Beigetöne. Verstärkt wird diese Farbpalet-
te durch kräftig satte Rot-, Blau-, Grün-, Gold- und Kupfertöne.
Die prächtige Bordüre vervollständigt die festliche Atmosphäre
dieses brillanten Behangs.
CHF 20 000 / 30 000
(€ 18 520 / 27 780)
| 25
| 26
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1044
TAPISSERIE „TRIUMPH DAVIDS ÜBER GOLIATH“
Frankreich oder Flandern, 17. Jh. Dargestellt eine Schlachtensze-
ne mit König Saulus, im Vordergrund David, der den Kopf Goliaths
dem König präsentiert. Breite Bordüre mit Früchtegirlande.
312 × 315 cm.
Ausgebleicht. Reparaturen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 27
1045*
EINZEIGRIGE TURMUHR/
HAUSUHR
Schweiz oder Deutschland, 17. Jh.
Offenes Gehäuse mit flachen Eisenbän-
dern, die Ecken in Voluten auslaufend.
Hintereinander angeordnetes Gehwerk
mit Spindelgang und Waagunruhr sowie
Schlagwerk für Stunden auf Glocke.
Zifferblatt bemalt mit geflügeltem
Engelskopf. 33 × 35 × 61 cm.
Ergänzungen und Restaurierungen.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1046*
TURMUHR/HAUSUHR
17. Jh. Eisen. Offenes Werk mit flachen Eisenbändern, die Ecken in
Voluten auslaufend. Drei hintereinander liegende Werke, Gehwerk
mit Spindelgang auf Waagunruh, zwei Schlagwerke für Viertel-
stundenschlag auf zwei Glocken. 28,5 × 29 × 60 cm.
Stark restauriert und ergänzt. Gewichte unvollständig.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
| 28
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1047
SCHRANK MIT BEININTARSIEN
Koloniale Arbeit, wohl Mexiko, 17./18. Jh. Mahagoni eingelegt mit Bein
in Form von stilisierten Rosetten sowie geometrischen Motiven. Pun-
zierter Dekor in Form von geometrischen Filets. Rechteckiger Korpus
mit geradem, vorkragendem Kranz auf profilierter Sockelleiste. Front
mit zwei dreifach kassettierten Türen. Kassettierte Seitenwandungen.
Innen mit zusätzlicher Schublade. 183 x 67 x 225 cm.
Fehlstellen. Innen mit späteren Verstärkungen.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 29
1048*
KLEINE TURMUHR/HAUSUHR
Schweiz oder Süddeutschland,
17./18. Jh. Eisen. Offenes Werk mit fla-
chen Eisenbändern, die Ecken in Voluten
auslaufend. Geh- und zwei Schlagwerke
hintereinander liegend, das Schlag-
werk mit Spindelgang und Waagunruh.
Viertelstundenschlag auf zwei Glocken.
Späteres bemaltes Zifferblatt, bemalt mit
Rocaille auf rotem Grund.
34 × 46 × 75 cm.
Ergänzungen und Restaurierungen,
Glockenstuhl sowie Waagunruh später.
Spätere Zeiger.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 240 / 4 630)
1049
WAFFENTRUHE
Schweiz, wohl Aargau, 17. Jh. Nadelholz ver-
stärkt mit geschmiedeten Eisenbeschlägen.
Leicht prismierter Korpus mit gewölbtem, teils
aufklappbarem Deckel. 104 x 45 x 62 cm.
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
| 30
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1050*
SPÄTRENAISSANCE EISENUHR MIT
VORDERPENDEL
Südeutschland oder Schweiz, um 1660/80.
Eisen geschmiedet. Geschlossenes Ge-
häuse, später bemalt mit goldfarbenem
Blattwerk sowie Engelskopf auf rotem Grund.
Dreiseitig mit durchbrochener Bekrönung
von Blattvolutenwerk. Glockenstuhl bekrönt
von vier stilisierten Akanthusblättern. Bemal-
ter Zifferring mit römischen Stunden- und
arabischen Minutenzahlen. Werk mit massi-
ven Vierkantpfeilern, im oberen Teil gedreht.
Drei hintereinander angelegte Werke mit
Spindelgang auf Vorderpendel sowie zwei
Schlagwerke für Viertelstunden sowie Stun-
den auf zwei Glocken. Wohl späterer Umbau
von Radunruh. 16 × 15,5 × 36 cm.
Werk stark gereinigt, Gehäuse wohl später.
Schönes und fein gearbeitetes Werk, wohl ur-
sprünglich mit Radunruh. Das eigentlich nicht
sichtbare Rahmenwerk mit Zierelementen.
Eine etwas frühere Uhr mit vergleichbarem
Pfeilerrahmen, mit Mondphase und Radun-
ruh, die als Süddeutschland um ca. 1620 be-
schrieben wird, abgebildet bei: Fridolin Staub:
Eine Sammlung alter Uhren. Gipf-Oberfrick
2000. S. 56, Nr. 33.
CHF 10 000 / 15 000
(€ 9 260 / 13 890)
| 31
| 32
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1052
GROSSER AUSZUGSTISCH
Barock, Schweiz datiert 1737. Nussbaum gedrechselt sowie
geschnitzt mit Fischblasendekor und appliziertem, in Lorbeer-
kranz gesäumtem Monogramm PB ABV. Rechteckiges, beidseitig
ausziehbares Blatt auf gerader Zarge mit seitlichen Schubla-
den. Gedrechselte Balusterbeine auf Umlaufsteg in Eiche und
gequetschten Füssen. Eisenbeschläge. 207 x 69 x 82 cm (381 cm
Gesamtlänge)
Kleinere Reparaturen.
CHF 4 500 / 7 000
(€ 4 170 / 6 480)
1051
OKTOKONALE TISCHUHR
England, Anfang 18. Jh. Das Werk sig-
niert C. Cabrier London (wohl Charles
Cabrier, Meister 1697–1724). Bronze
graviert mit Blattwerk sowie vergol-
det. Oktogonales Gehäuse, allseitig
mit bastionsförmigen, verglasten
Durchbrüchen auf drei Füssen in
Löwenform (spätere Justierfüsse).
Werk mit Spindelgang und Unruh,
Schlagwerk auf Glocke. Gravierter
Messingzifferring mit römischen
Stunden- und arabischen Minuten.
Spätere Zeiger. 12 × 12 × 8 cm.
Schlagwerkfeder defekt. Ergänzun-
gen und kleinere Änderungen. Glo-
ckenbefestigung repariert/ergänzt.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 33
1053
KRUZIFIX IN GESCHNITZTEM RAHMEN
Frankreich, Anfang 18. Jh. Corpus in Birnbaum vollrund fein
geschnitzt. Auf geschwärztem Holzkreuz, montiert auf einer
mit ockerfarbenem Velours bezogener Platte. Geschnitzter und
vergoldeter Rahmen mit Blätter- und Früchtegirlande.
H Corpus 39 cm, total 73 × 47 cm.
Fehlstellen an der Vergoldung. Corpus mit Riss und Reparaturen
am Bauch sowie an den Fingern.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
| 34
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1054
ZWEI FAYENCE TISCHLEUCHTER
„IMARI CINESE”
Mailand, Manufaktur Pasquale Rubati,
zweite Hälfte 18. Jh. Profilierter Schaft
auf einem oktagonalen Fuss. Bemalt mit
Scharffeuerfarben in Blau, überdekoriert in
Eisenrot und Goldhöhung im Imari-Stil mit
rankenden Chrysanthemenstauden über
einem Fels auf einem Erdstreifen.
H 18,5 cm.
Beide Schäfte am Ansatz restauriert
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1055
KLEINER FAYENCE TELLER
Italien, wohl Nove, um 1800. Mit mangan-
farbenem „faux bois” Dekor und fünf
kleinen Veduten in Kupferstich-Imitation in
Sepia. D 19,7 cm.
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
| 35
1056
FAYENCE TELLER MIT
PAGODENDEKOR
Mailand, Manufaktur Felipe Clerici, 18. Jh.
Fassonierte Form bemalt mit Scharffeu-
erfarben in Blau und Rot mit Höhungen in
Gelb. Mit chinesischer Pagode zwischen
Landschafts- und Architekturmotiven und
Fischer auf einem Boot. D 19 cm.
Minime Randbestossungen.
Für den Dekor vgl. Museo Poldi Pezzoli,
Katalog 1964, Nr. 243.
CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)
1057
PAAR TASSEN UND UNTERTASSEN
Doccia, Ginori, um 1780. Becherform mit gedrehten Henkeln. Auf
kobaltblauem Fond ovale Reserven mit Rosenmotiven und Goldblatt-
dekor. Ohne Marken. 7 cm, 13,5 cm.
Provenienz:
- Sammlung Dr. William P. Harbeson, Sotheby‘s Parke-Bernet, New
York, 1972 (Inv.Nr. I.D.6).
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
| 36
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1058
GROSSER TRUMEAU-SPIEGEL
Régence, Frankreich, Anfang18. Jh. Holz ge-
schnitzt mit Muscheln, Rocaillen, Trauben, Blatt-
voluten, Blumen und Zierfriesen sowie vergoldet.
Rechteckiger Doppelrahmen mit geschweift
ausgeschnittenem, teils verspiegeltem Aufsatz.
202 x 114 cm.
Wenig fehlende Teile am Schnitzwerk. Vergoldung
mit Fehlstellen. Späteres Spiegeglas.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1059 ♣
BOULLE-PENDULE AUF SOCKEL
Régence, Paris um 1720/30. Das Werk signiert Pia à Paris (wohl
Barthélemy Pia, Meister 1715). Gehäuse mit Boulle-Marketerie in
première und contre-partie in braunem Schildpatt und graviertem
Messing in Form von Blumen- und Blätterranken. Bronzedekor in
Form von Blumen und Blättern sowie Puttofigur als Aufsatz. Die
Türe mit zwei allegorischen Putten dekoriert. Reliefiertes Bron-
zezifferblatt mit weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang
und Halbstundenschlag auf Glocke. 39 x 17 x 112 cm.
Emailkartuschen teils mit Sprüngen. Fehlstellen in Marketerie.
CHF 1 200 / 1 500
(€ 1 110 / 1 390)
| 37
1060
FEINES SCAGLIOLA TISCHBLATT
Italien, 17. Jh. Rechteckiges Blatt, als zentrale Dar-
stellung eine Eule (wohl Allegorie der Weisheit), auf
einer Vase stehend und umgeben von aus der Vase
wachsendem Astwerk mit zahlreichen Vögeln. Flan-
kiert von zwei Vasen mit schönen Blumenbouquets.
Eingefasst von breitem, mehrfach eingezogenem
Filet, auf dem weitere Vögel sitzen. Auf modernem
Tischgestell (verbogen).
111 × 67 cm.
Diverse Reparaturen, Fehlstellen und Kratzer. Rand-
ausbrüche.
Ausgesprochen schöne und fein gearbeitete Platte
in Scagliola Technik. Dabei wurde Gips mit anderen
Zuschlagstoffen eingefärbt und zu Platten ge-
presst, aus denen einzelne Stücke ausgeschnitten
und als Intarsien zu einem Bild zusammengeführt
wurden. Diese Technik ist eine Abwandlung der
Pietra-Dura Arbeiten, wo vorzugsweise Halbe-
delstein-Stücke zu Intarsien zusammengefügt
wurden.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 38
1061*
SPIEGEL
George II, England um 1720/30. Holz geschnitzt mit
Blattvoluten, Zierfriesen, Rosetten und Muschel sowie
vergoldet. Rechteckiger Rahmen mit gesprengtem
Giebel. 118 × 60 cm.
Kleine Risse sowie Fehlstellen in der Vergoldung.
CHF 800 / 1 000
(€ 740 / 930)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1062*
BEDEUTENDE UND FEIN GESCHNITZTE KONSOLE
„AUX DRAGONS“
Régence, Nordfrankreich oder Deutschland um 1725/30. Holz
reich geschnitzt mit Rocaillen, Blumen, Blättern und Gitter-
werk sowie vergoldet. Trapezförmiges, passig geschweiftes
und randmoulüriertes rot/weisses Marmorblatt auf geschweift
ausgeschnittener, durchbrochener Zarge mit Jagdattributen. Auf
markant geschweiften Beinen, umschlungen von Drachen sowie
verbunden durch einen breiten Steg mit Darstellung eines Jagd-
hundes mit Schwan. 143 × 66,5 x 85 cm.
Fehlstellen und Reparaturen, Ergänzungen.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 39
1063*
BÖTTGERSTEINZEUG WALZENKRUG
Meissen, um 1710-13. Rotbraunes Steinzeug mit horizontalen, schwärzlichen
Adern. Geschliffen und poliert. Zylindrische Form mit gewölbtem, profilierte De-
ckel und profilierter, gekehlter Fussleiste. Der Bandhenkel seitlich gekehlt und mit
geschliffener Mulde am Ansatz. An der Innenseite im oberen Bereich poliert. Mit
vergoldeter Silbermontierung und kugeligem Daumenrast. H 22,5 cm.
Minime Randbestossungen am Fuss.
Im Meissener Inventar vom 3. August 1711 wurde das gesamte Produktsorti-
ment der Manufaktur aufgelistet, darunter eine grosse Anzahl unterschiedlicher
Böttgersteinzeug Krüge, u.a. „54 hohe glatte Bier Krüge (gebrannt)‘ (C. Boltz, KFS
MB Nr. 96, 1982, S. 35).
Vergleichsstücke: Staatliche Kunstsammlungen Dresden SKD PE 2366 a,b; SKD
PE 2361 a,b; Bayerisches Nationalmuseum München, ehemals Staatl. Museen
Berlin (R. Rückert 1966, Nr. 10); Sammlung Hans Syz, Smythsonian Institution
(Katalog, 1979, Kat. Nr.7); Sammlung Arnhold (M. Cassidy-Geiger, 2008, Nr. 163);
Christies London, 22.5.2019, Lot 332.
CHF 18 000 / 22 000
(€ 16 670 / 20 370)
| 40
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1064*
BÖTTGERPORZELLAN TEEKANNE
Meissen, um 1713. Reliefauflagen von Johann Jacob Irminger
(1633-1724). Die kugelige, leicht gedrückte Form mit einfachem
Schlaufenhenkel und geradem Ausguss und einer umlaufenden,
reliefierten Akanthusblattbordüre mit gekrausten Blättern am
oberen und unteren Rand und auf dem leicht gewölbten Deckel
mit einer Akanthusblatreihe. Ohne Marke. H 12,5 cm.
Minime Bestossungen an Fuss und Deckelrand
Vergleichsstücke: Zimmermann, Meissner Porzellan, 1908, S.215
Abb.82; C. Boltz, Steinzeug und Porzellan der Böttgerperiode,
Keramos 167/168, 2000, S. 116-119; U.Pietsch-C.Banz, Triumph
der Blauen Schwerter, 2010, S. 174 Nr. 21 (SKD Inv.Nr. PE 2839
a,b); Bonhams London, 22.7.2020, Lot 9.
Da Böttger bestrebt war, für seine Porzellane eine eigene, an der
Silber- und Goldschmiedekunst orientierte Formensprache zu
entwickeln, ließ er nur wenige chinesische Porzellane als Vorbilder
gelten. Dies betraf auch die Teekanne, für deren Gestaltung man
nicht auf einheimische Modelle zurückgreifen konnte. Im Reper-
toire der Meißner Manufaktur lassen sich an die 30 unterschied-
liche Modelle von Teekannen nachweisen, die dank wechselnder
Dekore immer wieder variiert werden konnten. (cit. Banz 2010, S.
174)
CHF 5 500 / 6 500
(€ 5 090 / 6 020)
1066
KOMMODE
Louis XIV, Rhonetal oder Dauphiné, um 1710/15. Wohl Thomas
Hache (1664–1747). Olive, Stirnholz, Palisander und andere
Hölzer reich eingelegt in Form von geometrischen Motiven,
rechteckigen Reserven und Filets. Das Blatt mit Malteserstern.
Rechteckiger Korpus mit profiliertem, überstehendem Blatt auf
ausgeschnittenen Konsolenfüssen. Leicht gerundete Front mit
fünf Schubladen auf vier Reihen. Bronzebeschläge in Form von
Maskarons sowie Blattvoluten. 121 x 61 x 81 cm.
Beschläge sowie Schlösser später. Restauriert.
Mit ihrer markanten und schönen Furnierarbeit sowie der Verwen-
dung von Stirnholz und Olivenholz weist diese gut gearbeitete
Kommode grosse Ähnlichkeit mit Arbeiten des in Grenoble tä-
tigen Thomas Hache auf. Vgl. eine Kommode aus einer Privat-
sammlung: Pierre Rouge/Françoise Rouge: Le génie des Hache,
Dijon 2005, S. 216, Nr. 81.
CHF 14 000 / 24 000
(€ 12 960 / 22 220)
| 41
| 42
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1067*
BÖTTGERPORZELLAN DECKELGEFÄSS
Meissen, um 1715-20. Die Bemalung signiert und
datiert „MLuosing 1725.”. Wandung mit kannelierter
Schulter und Ansatz, bemalt in Gold und Eisenrot.
Auf der Wandung Zweige mit Pfirsichblüten im Ka-
kiemonstil in Eisenrot und Gold, zwischen zwei Vö-
geln an den Seiten. Auf der Innenseite des Deckels
signiert und datiert „MLuosing 1725.” in Schwarzlot.
Ohne Marke. H 15,5 cm.
Minim bestossen.
Die Bemalung wohl holländisch mit seltener Signa-
tur und Datierung. Ein vergleichbarer Dekor auf
einer Meissener Teekanne in der Sammlung
Arnhold, M. Cassidy Geiger, 2008, S. 602 Nr. 296.
CHF 9 000 / 12 000
(€ 8 330 / 11 110)
1068*
BÖTTGERPORZELLAN SCHOKOLADEN-
BECHER
Meissen, um 1715-20. Vergoldung aus der Dresde-
ner Goldwerkstatt von George Funcke. Jedes Stück
umlaufend kanneliert und mit Teilvergoldung und
Bandelwerkbordüre zwischen kleinen Rosetten an
den Rändern. Innenseite der Tasse vergoldet. Die
Unterseite mit einem Standring und mit entspre-
chendem Dekor. Ohne Marken
H 7,3 cm, D 12,5 cm.
Segment der Tassenwandung restauriert, minime
Fussrandbestossungen.
Vgl. C. Boltz, Steinzeug und Porzellan der Böttger-
periode, Keramos 2000, 167/168, S. 39 Abb.46.
CHF 4 500 / 6 500
(€ 4 170 / 6 020)
| 43
1069*
BÖTTGERSTEINZEUG PILGERFLASCHE
Meissen, um 1711. Reliefauflagen Johann Jacob Irminger (1633-1724). Im Stil einer
getriebenen Silberform, mit weiblichen Maskarons, „Pallas” Köpfchen, jede mit einem
Kopfzier in Form eines Blatts und über einer Blattkonsole. Am Bauchansatz ein umlau-
fendes Lambrequinrelief, über einem taillierten, ovalen und godronnierten Fuss.
H 15,2 cm (17,5 cm).
Minime Restaurierung an der Mündung.
Im Manufakturinventar von 1711 sind erstmals diverse Flaschen notiert, darunter: „44
boutilllen mit 2 Köpffen an seiten (gebrannt)“ (C. Boltz, Formen des Böttgersteinzeugs
im Jahre 1711, KFS MB Nr.96, 1982, S.30). Zu Vergleichsstücken s. Staatliche Kunst-
sammlungen Dresden (Inv.Nr. PE 736, PE 737, PE 738); Victoria  Albert Museum (Inv.
Nr. C.29-2006 u. C.28-2006); Sammlung Arnhold, M.Cassidy-Geiger, 2008, S.183
Nr. 4 (mit Angaben aus dem Inventar des Japanischen Palais von 1779 und Verkäufen
aus den Königlich Sächsischen Sammlungen bei Lepke Berlin, in den Jahren 1919
und 1920).
CHF 16 000 / 18 000
(€ 14 810 / 16 670)
| 44
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1071*
GROSSE GESCHNITZTE KONSOLE
Régence, Frankreich, Anfang 18. Jh. Holz moulüriert, teils
durchbrochen geschnitzt mit Reben, Blättern, Blumen-
korb und Rocaillen sowie vergoldet. Trapezförmiges,
randmoulüriertes und dreiseitig geschweiftes Griotte
rouge Marmorblatt auf ausgeschnittener Zarge und vier
geschweiften Beinen. 134 x 65 x 84 cm.
Fehlstellen an der Vergoldung, Marmor später. Vergoldung
übergangen.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1070*
MADONNA MIT KIND
Barock, Süddeutsch/Oberrhein, 18. Jh. Terracotta vollrund
modelliert sowie polychrom gefasst. Die Gottesmutter steht in
bewegter Haltung und trägt das Kind mit Segensgestus in beiden
Händen. Zu den Füssen der Madonna ein Drache als Versinn-
bildlichung der Überwindung des Bösen. Auf späterem architek-
tonischem Sockel mit reliefiertem Dekor in Form von Girlanden,
Zweigen und Bäumen. Auf rundem Holzsockel und mit Glashaube.
H Figur 29 cm, mit Sockel 41 cm.
Wenige Fehlstellen und Reparaturen. Fassung berieben.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 45
1072 ♣
BOULLE PENDULE AUF SOCKEL
Régence, Paris um 1720/30. Das Zifferblatt signiert Seugnot à
Paris, das Werk signiert De St. Blimonde à Paris. Leicht geschweif-
tes Gehäuse, belegt mit braunem Schildpatt sowie intarsiert
mit graviertem Messing in Form von Girlanden und Blattrollwerk.
Ziselierte und vergoldete Bronzebeschläge in Form von Blattvolu-
ten, Blumen und Tierköpfen. Flora als Aufsatzfigur. Die Türbronze
in Form von drei mythologischen Wasserwesen. Reliefiertes Bron-
zezifferblatt mit weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang
und Halbstundenschlag auf Glocke. 42 × 20 × 110 cm.
Marketerie restauriert und zu restaurieren. Werk zu prüfen.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 780 / 3 700)
1073
KOMMODE „EN TOMBEAU“
Louis XV, Paris um 1760. Signiert L. Boudin und mit dem In-
nungsstempel. Léonard Boudin, Meister in Paris 1761. Rosenholz
und Veilchenholz eingelegt in passig geschweiften Reserven.
Rechteckiger, dreiseitig bombierter und geschweifter Korpus auf
ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit fünf
Schubladen auf drei Rängen. Markant ausgestellte Eckstollen.
Bronzebeschläge. Grau-weisses, randmoulüriertes Marmorblatt.
131 x 66 x 85 cm.
Fehlstellen und Restaurationen. Bronzebeschläge alt, jedoch wohl
ersetzt. Schlösser später.
Schöne Kommode „en tombeau“, eine in Form und Marketerie fast
identische Kommode von Léonard Boudin abgebildet bei: Pierre
Kjellberg: Le mobilier français du XVIIIe siècle. Paris 1989, S. 93.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 240 / 4 630)
| 46
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1074
TASSE UND UNTERTASSE MIT CHINOISERIEN IN
SILBER
Meissen, um 1740. Bemalung in der Seuterwerkstatt in Augsburg.
Form mit Ausguss, „Café au lait” Fond, Gold- und Silberbemalung.
Mit umlaufender Chinoiserieszene in Silber, die Untertasse mit
einer Reserve, darin eine entsprechende Szene auf einer Bandel-
werkkonsole. Unterglasurblaue Schwertermarken. D 11 cm.
Silberdekor oxidiert und Vergoldung berieben, Ausguss mit kleiner
Bestossung.
Provenienz:
- Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot 195.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
Das Heissgetränk wurde bei diesem Formstück mittels Ausguss
in die Untertasse gegossen, aus welcher dann getrunken wurde
(Den Blaauwen 2000, S. 119 Kat. 68).
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
1075
DECKEL EINER ZUCKERDOSE
Meissen, um 1725. Oktagonale profilierte Form, mit
Kauffahrteiszenen und Bordüren in Eisenrot und Gold.
Vergoldernummer 33. L 10 cm.
CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)
| 47
1076
PAAR TELLER AUS EINEM FABELTIER-SERVICE
Meissen, 2. Viertel 18.Jh. Bemalung in der Art von Fried-
rich Adam von Löwenfinck (1727-1736 in Meissen tätig).
Bemalt in Purpur Camaïeu und Goldhöhung mit einem
Fabeltier auf einem Geländesockel, verstreuten Insekten
und einer stilisierten Blattbordüre am Rand. Ohne Marke,
ohne Formerzeichen. 24 cm.
1 Teller restauriert am Rand und mit Haarriss
Ein Service mit identischem Fabeltier-Dekor in der Art
Löwenfincks wurde 1745 für den Baron von Münchhausen,
jedes Stück trägt sein Wappen, in Auftrag gegeben (Pietsch,
Phantastische Welten, 2014). Löwenfinck war nur bis 1736
in der Meissener Manufaktur, konnte das Dekor des Mün-
chausen Services daher nicht mehr selbst ausführen.
Zu einem Vergleich für die Darstellung eines Kamels aus der
Hand von Löwenfinck, ein Teller aus dem „Schwarz-Gold-
Streifen” Service von 1735. vgl. Pietsch 2014, S. 181, Nr. 77;
R. Wark, A. F. von Löwenfinck, Stand der heutigen Kenntnis-
se, in KFS, 1960, Nr.50, S.33 und Abb.94.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1077*
KAFFEEKANNE MIT FEINEM GOLD-
CHINESENDEKOR
Meissen, um 1725-28. Die Bemalung in
Augsburg wohl von Abraham Seuter. Auf
lüsterbraunem Fond radierte Goldchine-
senszenen auf einem Gitterwerksockel und
Augsburger Goldbordüre an den Rändern.
Unterglasurblaue Schwertermarke. Dreher-
zeichen. H 20 cm.
Ausguss unsichtbar restauriert
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 560 / 7 410)
| 48
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1079*
PAAR STÜHLE „A CHASSIS“
Rokoko, Venedig, um 1750. Nussbaum fein und teils
durchbrochen geschnitzt mit Rocaillen und Voluten.
Trapezförmiger, leicht geschwungener Sitz mit auf-
gesetzten, gepolsterten Kissen auf ausgeschnittener
Zarge und geschweiften Beinen mit Tatzenfüssen.
Kartuschenförmige Rückenlehne mit eingesetztem,
gepolsterten Kissen. Unifarbener beiger Alcantarabe-
zug. 56 x 55 x 116 cm.
Gebrauchsspuren und Fehlstellen, alte Reparaturen.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1078
MARMORFIGUR EINES PUTTOS
Mitte 18. Jh. Weisser Marmor vollrund gearbeitet.
Stehend im Wasser, den linken Arm nach oben ge-
reckt mit geballter Faust. H 62 cm.
Oberfläche teils stark verwittert, diverse Reparatur-
stellen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 49
1080
PAAR „ARTE POVERA“ ECKHALBSCHRÄNKE MIT
HÄNGEAUFSATZ
Rokoko, Venedig, 18. Jh. Holz bemalt mit Blumen auf rotem und
beigem Grund sowie beklebt mit kolorierten Stichen in Arte Po-
vera Manier. Die Hängekästchen mit viertelkreisförmigem Korpus
und Bogengiebel. Front mit Türe. Die eintürigen Eckhalbschränke
auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften kurzen Beinen. Alle
Türen je mit passiger Reserve, Darstellungen figurativer Szenen in
rot/grüner Einfassung. 55 x 36 x 170 cm.
Je ein Ober- und Unterteil restauriert. Beim zweiten Schrank
Ober- und Unterteil zusammengefügt, die Türen stark verzogen
und zu restaurieren bzw. reinigen.
Die Arte Povera Technik wurde in Venedig in Anlehnung an die
chinesischen Lackarbeiten entwickelt. Dabei wurden Motive aus
Stichen ausgeschnitten, koloriert und in auf eine lackartig bemalte
Struktur in Form von Bildmotiven aufgetragen.
Siehe Möbel mit vergleichbaren Dekoren: Saul Levy: Laques veni-
tiennes du dix-huitieme siecle, Paris 1968, Bd. 2, Abb. 140–148.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 50
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1082 ♣
KOMMODE
Rokoko, Norditalien, wohl Turin, Mitte 18. Jh. Rosen-
holz, Palisander, Buchsbaum, Nussbaummaser sowie
Elfenbein eingelegt in Form von geschwungenen
Reserven mit Rocaillen- und Blätterumrandung. Das
Blatt eingelegt mit Abrahams Opfer in Rocaillenreser-
ve. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf
ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit
Bronzesabots. Front mit drei Schubladen zwischen
ausladenden Eckstollen. Bronzebeschläge.
3 Schlüssel. 129 × 58 × 93 cm.
Guter restaurierter Zustand, Binnenzeichnung der
Marketerie teils stark verschliffen. Rückwand sowie
Schubladen innen mit Stoff ausgeschlagen.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 5 560 / 8 330)
1081
PAAR FAUTEUILS
Barock, wohl Lombardei, 2. Hälfte 18. Jh. Nuss-
baum geschnitzt mit Rocaillen und Palmetten
sowie moulüriert und patiniert. Trapezförmiger,
geschweifter und gepolsterter Sitz auf ausge-
schnittener Zarge und geschweiften Beinen
mit Volutenfüssen. Schildförmige gepolsterte
Rückenlehne sowie vorne ausladende Armlehnen,
in Voluten endend. Beiger Seidenbezug.
64 × 87 × 98 cm.
Fehlstellen. Etwas zu verstärken. Stoff fleckig.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
| 51
| 52
1083*
PAAR STÜHLE „À CHASSIS“
Rokoko, Veneto um 1740. Nussbaum
moulüriert und geschnitzt mit Rocaillen
und Voluten. Leicht trapezförmiger Sitz
mit gepolstertem Aufsatzkissen auf
ausgeschnittener Zarge und geschweif-
ten Beinen mit Volutenfüssen (später
erhöht). Passige, gepolsterte Rücken-
lehne. Roter, mit farbigen Blumen be-
stickter Damaststoff. 49 x 62 x 104 cm.
Leichte Bestossungen, einige Repara-
turen.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1084*
PAAR ORIENTALISCHE FIGUREN
Meissen, um 1740-45. Als dunkelhäutiger
Diener und Ausruferin mit Blumenkorb. Beide
auf einem mit Blumen und Blättern applizierten
Sockel, als Orientalin gekleidet mit einer Schale
voller Blüten und als Orientale mit einer Ser-
vierplatte mit schwarzem Deckelpokal. Ohne
Marken. H 13 cm und 14,5 cm.
Minim restauriert an Blüten und Blättern und
am Rocksaum der Ausruferin
Vergleichsstücke: Sammlung Pauls-Eisenbeiss,
Katalog, Bd. I, 1967, S. 246.
Die Figur des Dieners wurde bei einer Krinoli-
nengruppe von Kändler von 1737 üblicherwei-
se als Seitenfigur benutzt, vgl. Sammlung Pauls,
1967, S. 258.
CHF 9 000 / 12 000
(€ 8 330 / 11 110)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
| 53
1085*
MODELL EINER HUNDEHÜTTE MIT HUND
Meissen, um 1735-40. Modell von J. J. Kändler. Der Hund mit
schwarz geflecktem Fell, bellendem Ausdruck und angekettet
auf einer Hundehütte sitzend, die mit einem eisenrot geziegel-
ten Dach und einem Gehäuse mit Holzlatten in Braun schraffiert
ist. Spuren einer blauen Schwertermarke auf dem unglasierten
Boden. Dreherzeichen zwei Punkte. H 11 cm.
Kleine Restaurierungen
Vergleichsstücke: M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttman,
S. 46, Nr. 29; Sotheby‘s New York, Antique Porcelain Company,
2006, Lot 542; Sotheby‘s London, Sir Gawainie und Lady Baillie,
1.5.2013, Lot 199 (Variation des Modells).
CHF 14 000 / 16 000
(€ 12 960 / 14 810)
1086*
SELTENES MODELL EINER KATZE
Meissen, Modell wohl um 1736-38 von J. J. Kändler. In
kauernder Stellung und fauchendem Gesichtsausdruck.
Das Fell in Brauntönen gefleckt mit Höhungen in Eisenrot
an Maul und Schnauze und Gelb an den Augen. Untergla-
surblaue Schwertermarke auf der Unterseite. L 10 cm.
Ohren minim bestossen
Kändlers Arbeitsberichte listen im Juni und September
1736 und Oktober 1739 diverse Katzenmodelle (Pietsch
2002, S. 41). Zum Vergleich weiterer früher Modelle s. C.
Albiker, Meissener Porzellantiere, 1935, Nr. 144 und M.
Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttmann, 1999, S. 69
Kat. Nr.77, 78.
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 560 / 7 410)
| 54
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1088*
KLEINES MODELL EINES HUMMERS ALS GEWÜRZ-
DOSE
Meissen, 2. Hälfte 18. Jh. Naturalistisch modelliert und bemalt
in Eisenrot und mit Höhungen in Schwarz. Der Deckel auf der
Oberseite mit Asthenkel. Unterglasurblaue Schwertermarke auf
der Unterseite. L 14,5 cm.
Minim restauriert.
CHF 6 000 / 7 000
(€ 5 560 / 6 480)
1087*
HARLEKIN UND COLUMBINE
Meissen, um 1745. Er mit grünem Spitzhut
und gerautetem Kostüm mit Halskrause, einen
Dudelsack im Arm, sie im Tiroler Kostüm, eine
Leier auf dem Schoss. Auf Felssockeln, appli-
ziert mit Blumen und Blättern bei der Figur des
Harlekins. Unterglasurblaue Schwertmarke auf
der Rückseite des Sockels (Harlekin).
H 14,5 cm, 12,3 cm
Kleine Restaurierungen
CHF 5 000 / 6 000
(€ 4 630 / 5 560)
| 55
1089
GRÜNE HORNPENDULE AUF SOCKEL
Louis XV, 18. Jh. Das Zifferblatt signiert Causard à Paris
(wohl Jean Edmé Causard, gest. 1780). Geschweiftes
Holzgehäuse, belegt mit grünem Horn. Vergoldete
Bronzebeschläge in Form von Rocaillen, Blättern und
Blumengirlanden. Reliefiertes Bronzezifferblatt mit
weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang und
Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel.
52 × 24 × 126 cm.
Horn mit Rissen und Reparaturen. Feiner Riss im Email.
Werk wohl zu revidieren.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1090*
JAPANISCHE DIENERIN MIT KNABEN
Meissen, Mitte 18. Jh. Modell von Peter Reinicke. In weis-
ser unbemalter Jacke mit blauer Schärpe gebunden und
mit einer eisenroten Blattbordüre über gelbem Rock. An
der linken Hand einen Knaben mit Vogel auf der Hand, in
ihrer rechten Hand ein kleines Tablett mit Teekanne und
Koppchen. Auf einem flachen Felssockel mit Blättern
und Blumen appliziert. Spuren einer blauen Schwerter-
marke, Ritznummer 29. H 14,5 cm.
Minim restauriert
CHF 7 500 / 8 500
(€ 6 940 / 7 870)
| 56
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1091
AUGUSTUS REX VASE MIT CHINOISERIEDEKOR
Meissen, um 1735-40. Die Bemalung wohl aus dem 19. Jh. Auf
dem kugelförmigen Zwischenstück zwei passige Reserven mit
Chinesen, gruppiert um einen Tisch, begleitet von einem Laute
spielenden Musiker auf der einen Seite und der Präsentation von
Porzellanen auf einem Tisch durch eine Gruppe von Chinesen mit
Würdenträger auf der anderen Seite. Hals und Fuss mit indiani-
schen Blumen und zwei Vögeln in Reserve auf purpurfarbenem
Fond, Goldränder. AR Marke in Blau auf dem unglasierten Boden.
H 47 cm.
Provenienz:
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
Vergleichsstücke: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Inv.Nr.
PE 1346 (zur Form), PE 1340 (zum Fonddekor mit Bemalung).
Zu vergleichbaren purpurfarbenen Fondporzellanen mit entspre-
chendem ostasiatischen Dekor, siehe SKD, Inv. Nr. PE5311.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1092
KOMMODE
Louis XV, Frankreich um 1760/70. Trägt
eine Signatur Lutz (Gerhard Henri Lutz,
Meister 1766) sowie den Innungsstempel.
Palisander und Rosenholz eingelegt in
rechteckigen, gefriesten Reserven sowie
breiten Filets. Trapezförmiger, dreiseitig
geschweifter Korpus auf ausgeschnitte-
ner Zarge und geschweiften Beinen, die
vorderen mit Bronzesabots. Front mit drei
Schubladen auf zwei Reihen. Rotes grau
gesprenkeltes randmoulüriertes Marmor-
blatt. Feine vergoldete Bronzebeschläge,
die Schürzenbronze ersetzt.
ca. 130 x 52 x 86 cm.
Furnierfehlstellen und Restaurierungen.
Teils stark ausgebleicht.
Schlichte, jedoch in der Form elegante
Kommode mit hohen und schön proportio-
nierten Beinen und Schwüngen.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
| 57
1093
BANQUETTE UND FAUTEUIL
Louis XV, Frankreich, um 1760. In der Art von Tilliard (Jean Bap-
tiste I. Tillard, Meister 1717) Buche moulüriert und geschnitzt
mit Rocaillen, Blumenranken und Blättern. Die Banquette mit
rechteckigem, frontseitig dreifach geschweiftem Sitz auf aus-
geschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Markant nach
aussen gerollte Armlehnen. Aufsatzkissen. Der Fauteuil mit tra-
pezförmigem, gepolstertem Sitz auf ausgeschnittener Zarge und
geschweiften Beinen. Passig gepolsterte Rückenlehne „à la reine“
sowie leicht ausladende Armlehnen. Stoffbezug zu ersetzen.
Banquette: 238 x 68 x 86 cm; Fauteuil: 67 x 67 x 100 cm.
Bezug zu ersetzen. Gebrauchsspuren und Verstärkungen.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1094
BUREAUPLAT„ÀESPAGNOLETTESAVECAIGRETTES“
Louis XV-Stil, Paris, 19. Jh. In der Art von Charles Cressent
(Meister 1720). Veilchenholz und Rosenholz eingelegt in Reserven
und Filets. Rechteckiges, passig geschweiftes Blatt mit braunem,
goldgeprägtem Leder bezogen und in Bronzestab gefasst. Die
Ecken mit Muscheln besetzt. Auf ausgeschnittener dreischübiger
Zarge und geschweiften Beinen, die Eckstollen mit Bronzeespa-
gnoletten besetzt. Auf Bronzesabots in Form von Löwentatzen.
Reiche Bronzebeschläge in Form von Voluten, Blättern, Rocaillen
sowie Bacchusköpfen. 176 × 98 × 79 cm.
Leder stockfleckig sowie mit Gebrauchsspuren. Kleinere Restau-
rationen und Fehlstellen. Ausgebleicht.
Fünf Bureauplats „à espagnolettes avec aigrettes“ mit sehr ähn-
lichem Bronzezier und den auffälligen Espagnoletten mit Feder-
schmuck, die Cressent zugeschrieben werden, sind bekannt und
befinden sich in internationalen Museen. Eines davon in Schloss
Versailles, das auf die Zeit um 1725-30 datiert wird. (Alexandre
Pradère, Charles Cressent, Dijon 2002, S. 124 ff, cat. 47 ff).
CHF 6 000 / 10 000
(€ 5 560 / 9 260)
| 58
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1095
PAAR ENCOIGNUREN
Louis XV, Paris um 1750/60. Signiert J. Stumpff (Jean Chrysostome
Stumpff, Meister 1766) sowie mit Innungsspempel. Veilchen- und
Rosenholz eingelegt in passigen gefriesten Reserven. Viertel-
kreisförmiger Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweif-
ten Beinen. Front mit Türe zwischen leicht geschwungenen
Eckstollen. Vergoldete Bronzebeschläge. Randmulürierte Griotte
rouge Marmorplatte. 1 Schlüssel. 66 x 43 x 90 cm.
Leichte Furnierfehlstellen, restauriert. 1 hinterer Fuss repariert.
Der ursprünglich aus Schweigern in Schwaben stammende Jean
Chrysostome Stumpff erlangte in Paris 1766 die Meisterwürde.
Mit ihrer schlichten, jedoch hochwertig gefertigten Marketerie
sind die beiden Encoignuren recht typisch für das Werk Stumpffs,
der gerne geometrische, gefriesten oder Reserven „en papillon“
verwendete. Pierre Kjellberg: Le mobilier français du XVIII siècle,
Paris 1§968, S. 824–828.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
1096*
MODELL EINES PAPAGEIS
Meissen, um 1740. Modell wohl von J. J. Kändler. Das Federkleid
staffiert in Grün mit Konturen in Mangan und blauen Flügeln, die
Flügelunterseiten in Gelb. Auf einem modellierten Astsockel.
Blaue Schwertermarke und Beizeichen auf dem unglasierten
Sockel. H 19 cm.
Vergleichsstücke: Victoria  Albert Museum (Inv.Nr. C.5-1984);
R. Rückert, Kat. München 1966, Nr. 1080, 1082; M. Röbbig, Kabi-
nettstücke 2006, Kat. Nr. 23 S. 134-135; Sotheby‘s London, Sir
Gawainie  Lady Baillie, 1.5.2013, Lot 80, 81; Sotheby‘s New York,
28.4. 2015, Lot 78.
Kändlers Papageien gehörten unter allen Vögeln zu den beliebtes-
ten Aufträgen in der Manufaktur, wie auch die Inventare für die Be-
stellungen für Friedrich den Grossen während seiner Besetzung
Sachsens ab 1756 offenbaren. Von insgesamt 173, orderte er 61
Papageien (Röbbig 2006, S. 128). Gemäss Kändlers Arbeitsbe-
richten entstanden 1740 einige Papageienmodelle, darunter: „1.
einen Pappagoy in Thon poussiret grosse Sorte vor Mons. Huiet
(Pariser Marchand-Mercier). Dass solcher gegen den ehemals
Von mir gefertigeten Pappagoy siehet.” (Pietsch, Arbeitsberichte,
2002, S. 70, 72).
CHF 11 000 / 13 000
(€ 10 190 / 12 040)
| 59
| 62
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1097
ZWEI TELLER MIT FAMILLE ROSE DEKOR
Meissen, um 1735-1740. Form „Neuer Ausschnitt“, bemalt mit
einem Ast, der bei einem Teller aus geometrischen Felsen wächst,
zwischen blühenden Chrysanthemenstauden, auf welchen ein
bzw. zwei Vögel sitzen. Jeder Rand mit blühenden Zweigen.
Unterglasurblaue Schwertermarken, ein Teller mit Pressnummer
16. D 21,5 cm.
Emailfarben berieben.
Provenienz:
- Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot162, 165.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 500 / 3 000
(€ 2 310 / 2 780)
1098*
ZWEI MODELLE VON AMAZONASPAPAGEIEN
Meissen, Modelle um 1741 von J. J. Kändler. Als Gegenstücke,
Modelle der „Mittleren Sorte”. Die modellierten Astsockel, der
eine mit Höhungen in Grün, appliziert mit Blättern. In leuchtenden
Farben staffiert, in Blau, Rot und Grün bzw. Gelb. Ein Modell mit
Spuren einer blauen Schwertermarke auf der unglasierten Unter-
seite (und Inventarnummer 127 in Schwarz), das andere Modell
mit Pressmarke 57. H 14 cm.
Die Arbeitsberichte Kändlers im Oktober 1741:„7. Einen Neuen
Pappagoy mittlere Sorte in Thon poussiret welcher gegen den
schon im Waaren Laager befindl. Pappagoy siehet.” (Pietsch 2002,
S. 83).
Vergleichsstücke: Metropolitan Museum of Art
(Inv. Nr. 1974.356.376); M. Kunze-Köllensperger, Sammlung
Guttmann, VII, 1999, S. 85, Nr.95,96; M. Röbbig, Farbensprühende
Kostbarkeiten. Die Papageien, in: Kabinettstücke, 2006,
S. 109-143, Kat. Nr. 15, 17.
Die Papageien gehörten zu den beliebtesten Vogelarten fürst-
licher Menagerien und es wurden die verschiedensten Arten in
Porzellan verwirklicht. Schon kurze Zeit nach den lebensgrossen
Papageien aus dem Jahr 1733 für das Japanische Palais, hatte
Kändler 1735 kleinere Exemplare von 12cm Grösse modelliert,
die Modelle mittlerer und grosser Sorte folgen spätestens im Mai
1740 (Pietsch 2002, S.70 u. Röbbig 2006, S. 123). Die Beliebtheit
der exotischen Vögel spiegelt sich in den zahlreichen Aufträgen
wieder, darunter für den Pariser Marchand-Mercier Huët um 1740,
oder für die Gräfin Moschinska in Dresden, für die Kändler „einen
indianischen Vogel von ziemlicher Grösse (...)” anfertigte (Röbbig
2006, S. 131) und schliesslich auch für den sächsischen Hof als
Spezialauftrag für die sächsische Kurfürstin Maria Josepha
(1699-1757), Gemahlin von König August III., für die Kändler
1745 eine grosse Porzellangruppe mit Papageienpaar ausführte
(Pietsch 2002, S. 107).
CHF 12 000 / 16 000
(€ 11 110 / 14 810)
| 63
| 64
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1099
SCHALE MIT FAMILLE-VERTE DEKOR
Meissen, um 1738-40. Godronnierte Form mit runder
Standfläche im Spiegel. Bemalt im ostasiatischen Stil mit
einem Schmetterling auf einem Prunusast und umlau-
fenden Ästen auf der Wandung. Rand gefasst in Braun.
Unterglasurblaue Schwertermarke, Pressnummer 23.
D 21,5 cm.
Randlinie berieben
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1100*
TAFELDEKORATION
Louis XV, die feuervergoldete Bronzemontie-
rung Paris, um 1745/50 (C-couronné Marke), die
Seladonschale China, 19 Jh., die Vögel Meissen,
Mitte 18. Jh. Die Seladonschale in Blütenform, auf
astförmiger Montierung mit Blattwerk, flankierend
zwei Rotkehlchen. Auf bronzenem Rocaillensockel
mit Volutenfüssen. 23 × 11,5 × 19 cm.
Restauriert.
CHF 4 500 / 5 500
(€ 4 170 / 5 090)
1101
FOLGE VON 4 STÜHLEN
Louis XV, Frankreich um 1750. Buche
moulüriert und geschnitzt mit Blumen und
Blättergirlanden. Leicht trapezförmiger,
geschweifter Sitz auf ausgeschnittener
Zarge und geschweiften, durch H-Steg
verbundenen Beinen. Kartuschenförmige,
oben geschweifte Rückenlehne. Sitz- und
Rückenlehne mit Jonggeflecht. Abnehm-
bare rosa Sitzkissen mit floral gemuster-
tem Bezug. 1 Joncsitz zu restaurieren.
Ursprünglich mit gepolstertem Sitz.
52 x 54 x 99 cm.
Fehlstellen
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
| 65
1102
KOMMODE
Louis XV, Frankreich um 1750/60. Rosenholz und Ama-
rant eingelegt mit teils getönten Hölzern in Form von
Blütenzweigen. Trapezförmiger, dreiseitig geschweifter
und bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge mit
geschweiften Beinen. Front mit zwei Schubladen, ohne
Traverse, zwischen markant geschwungenen Eckstollen.
Vergoldete Bronzebeschläge in Form von Rocaillen und
Blattvoluten. Randmoulüriertes Brèche d‘Alep Marmor-
Blatt (repariert). Schubladen innen ergänzt. 1 Schlüssel.
137 x 52 x 89 cm.
Stark ausgebleicht, diverse Fehlstellen und Reparaturen.
Marketerie abgeschliffen.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 66
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1103
KOMMODE
Louis XV, Paris um 1750/60. Rosenholz, Palisander und
Stirnholz eingelegt mit passigen Reserven sowie gefriest.
Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf ausge-
schnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit zwei
Schubladen ohne Traverse. Grau/rot/weiss gesprenkelte,
randmoulürierte Marmorplatte. Spätere Bronzebeschläge.
126 × 65 × 90 cm.
Restauriert und verstärkt. Furnierer teils ersetzt und mit
Kittungen. Furnierrisse und Gebrauchsspuren. Die Schürze
teils abgeschnitten und an der Schublade befestigt. Schub-
laden etwas schwergängig.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
1104
DUCHESSE BRISEE
Louis XV, Paris um 1740/50. Nussbaum und Buche moulüriert so-
wie geschnitzt mit Blättern und Blumen. Zweiteilig. In geschweif-
ter Form auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen.
Gepolsterte, in Armlehnen übergehende Rückenlehne; langes
Fussteil mit niedriger, geschwungener Lehne. Heller mit Blumen
fein gemusterter Stoffbezug. 2 Aufsatzkissen. 184 x 80 x 95 cm.
Wenige Fehlstellen und Reparaturen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 67
1105*
PAAR VERGOLDETE KLEINE BRONZELEUCHTER
MIT PORZELLANFIGUREN
Louis XV, Frankreich. Das Porzellan Meissen, Mitte 18. Jh., die ver-
goldeten Bronzen Frankreich, wohl 18. Jh. Astförmiger Leuchter
mit zwei geschwungenen Lichtarmen, Blattwerk und Porzellan-
blüten. Auf dem durchrbochenen Rocaillensockel ruhen zentral
eine Figur des Harlekins mit Dudelsack bzw. eine Zitronenverkäu-
fern. H 18 cm.
Neue Vergoldung. Blüten teils minimal bestossen.
CHF 14 000 / 18 000
(€ 12 960 / 16 670)
1106*
PAAR FAUTEUILS „EN CABRIOLET“
Louis XV, Lyon, um 1750. Pierre Nogaret (Meister in Lyon 1745)
zuzuschreiben. Nussbaum moulüriert und geschnitzt mit Blumen,
Blüten und Blättern. Hufförmiger, frontseitig geschwungener ge-
polsterter Sitz auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Bei-
nen mit Volutenfüssen. Passige gepolsterte Rückenlehne sowie
leicht ausladende, in Voluten und Muschel endende Armlehnen.
Goldfarbener, Baumwolldamastbezug. 63 × 58 × 91 cm.
Verstärkungen und Reparaturen. Kleinere Fehlstellen und Wurm-
gänge.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 68
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1107
PAAR VERGOLDETE
KERZENLEUCHTER
Louis XV, Frankreich um 1730/50. Bronze punziert
sowie feuervergoldet. Der leicht tordierte Schaft
ebenso wie der glockenförmige Fuss mit Rocail-
len- und Volutendekor. Passiger Tropfteller, teils
durchbrochen gearbeitet. H 30 cm.
Minimale Risse. Untersicht später vergoldet.
Kräftige und markante Bronzearbeit mit schöner
Vergoldung. Der Entwurf inspiriert durch die Ar-
beiten von Juste Aurèle Meissonier, vergleichbare
Arbeiten bei: Hans Ottomeyer/Peter Pröschel:
Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des
Spätbarock und Klassizismus, München 1986, S.
104.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
1108
SCHREIBGUERIDON
Louis XV, Frankreich 18. Jh. Veilchenholz mit dunklen
Filets. Rechteckiges leicht überstehendes Blatt in
erhöhter Umrahmung mit grünem, goldgeprägten
Leder bezogen (später). Auf wenig ausgeschnittener
Zarge und geschweiften Beinen mit Bronzesabots. Die
seitliche Schublade als Schreibschublade mit Fächern
für Tintenfass, etc. 64,5 x 38 x 69 cm.
Wenige Fehlstellen. Arrangiert.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 69
1109
BUREAU PLAT
Louis XV, Frankreich um 1740/50. Palisander und
Rosenholz eingelegt in von Filets umrandeten
Reserven. Rechteckiges, in Bronzestab gefasstes
Blatt mit brauner, geprägter Lederauflage auf leicht
ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen
mit Bronzesabots. Front mit drei Schubladen, die
mittlere leicht zurückversetzt. Entsprechende,
jedoch blinde Rückseite. Vergoldete Bronzebe-
schläge in Form von Rocaillen, Blättern und Blüten,
Steuermarke C couronné. 3 Schlüssel. Etwas zu
restaurieren. 146 × 77 × 77,5 cm.
Die äusseren Schubladen innen ergänzt. Alte
Restaurationen.
CHF 20 000 / 30 000
(€ 18 520 / 27 780)
| 70
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1110
PAAR GROSSE KAMINBÖCKE
Louis XV, Paris, Frankreich um 1750. Bronze ziseliert sowie
vergoldet. Die Schaustücke in Form von Rocaillen, darauf sitzend
eine junge Frau mit Hut und entblöster Brust bzw. eine Figur eines
Chinesen. Mit geschmiedeten Eisenböcken. 45 × 78 × 47 cm.
Vergoldung berieben, die Eisenböcke mit abgeänderter Montie-
rung.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
1111
HEILIGER FLORIAN
Barock, Bayern, Mitte 18. Jh. Unter Einfluss von Ignaz Günther.
Linde vollrund geschnitzt sowie gefasst und teilvergoldet. Be-
wegte Arbeit, der Heilige Florian trägt einen Helm mit mächtiger
Federzier und löscht mit dem Kessel ein zu seinen Füssen stehen-
den Turm. Auf späterer Wandkonsole. H 36 cm.
Fassung überarbeitet.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 71
1112
KOMMODE
Louis XV, Frankreich, wohl Nantes oder Bordeaux um 1760. Un-
deutlich signiert und mit Innungsstempel. Palisander, Rosenholz
sowie teils getönte Edelhölzer eingelegt in Form von Lorbeer-
ranken, Blumen, Blattvoluten und Blättern in passigen, gefriesten
Reserven. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf
ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Sabots.
Gebauchte Front mit zwei Schubladen ohne Traverse. Vergolde-
te, teils wohl ersetzte Bronzebeschläge. Graues, rot und weiss
gesprenkeltes Brekzieblatt. 2 Schlüssel. 122 × 62 × 85 cm.
Restaurationen an der Struktur sowie Restaurationen und Kittun-
gen an der Marketerie. Leicht ausgebleicht.
Elegante Kommode mit feiner Blumenmarketerie sowie auffälli-
gen Olivenranken.
CHF 15 000 / 25 000
(€ 13 890 / 23 150)
1113*
PAARLÖWENAUFVERGOLDETENBRONZESOCKELN
das Porzellan Meissen, um 1751-53. Modell wohl von J. J. Kändler.
Löwe und Löwin mit ihrem Jungen, als Gegenstücke, mit einer
erhobenen Vorderpranke auf einem Felssockel mit applizierten
Blättern und Blüten. Das Fell hellbraun gehöht mit Detailzeich-
nung. Auf geschweiften, vergoldeten Bronzesockeln im
Louis XV-Stil. Unterglasurblaue Schwertermarke am Rand beider
Felssockel. L 14,5 cm, 15,5 cm (21 cm mit Sockel) ; H 12,5 cm,
13,5 cm (17,5 cm mit Sockel).
Dieses Modell des Löwen befindet sich als Attribut der Fortitudo
am Sockel des 1753 von Kändler geschaffenen Porzellanmodells
für das geplante monumentale Reiterstandbild für König August III.
(vgl. Albiker 1935, Abb. 220; Staatliche Kunstsammlungen
Dresden, Inv. Nr. 2528).
Vergleichsstücke: C. Albiker, Die Meissner Porzellantiere, 1935,
Nr. 198 (Löwe); Y. Hackenbroch, Meissen Porcelain Scultpture,
KFS 50/1960, Abb. 160R; Rückert, Meissener Porzellan, 1966,
Nr. 1058, 1059, Taf. 262 (Sammlung Ernst Schneider, Lustheim);
U. Pietsch, Porzellan Parforce, München 2005, S.74 Kat.Nr. 19;
Sotheby‘s Zürich, 9.12.1997, Lot 39; Sammlung Sir Gawainie
 Lady Baillie, Sotheby‘s London, 1. 5. 2013, Lot 103 und 92
für ein grösseres Paar mit Bronzemontierung; Sotheby‘s Paris,
15.3.2014,
Lot 72 (ein fast identisches Paar mit Louis XV Bronzemontierung);
Christie‘s London, 21.11.2018, Lot 67.
Nach den beinahe lebensgrossen Löwenmodellen, die für das
Japanische Palais zwischen 1732 und 1733 von Kirchner kreiert
wurden (Albiker 1935, Abb. 12,13), entstehen ab den 1740er
Jahren diverse kleinere Löwenmodelle. Kändler notiert in seinen
Arbeitsberichten im November 1748: „ Eine Löwin, welche darzu
gehöret von eben solcher Grösse, welche gemeinsam prillend
und liegend aufs beste nach der Natur vorgestellet ist. For Ihro
Majt. Die Königin einen grossen Löwen modelliert. Es ist selbiger
liegend zugleich prillend nach der Natur aufs beste vorgestellet.”
(Pietsch 2005, S. 74 Kat.19)
CHF 26 000 / 30 000
(€ 24 070 / 27 780)
| 72
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellann
| 73
| 74
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1114
FAYENCE TELLER
Straßburg, um 1748-53. Möglicherweise aus dem „Cle-
menswerther Service”. Sechsfach passig geschweifte
Form bemalt mit einer Rose im Spiegel, einer Tulpe,
Enzian und einem Veilchen auf der Fahne, braun gerän-
dert. Ohne Marke. D 24 cm.
Rand minim bestossen
Ein Fayenceservice aus der Strassburger Manufaktur
mit diesem Dekorschema, einer zentralen Einzelblume
umgeben von einigen wenigen kleinen gestreuten Blu-
men, wurde für den Kurfürst Clemens August und sein
Jagdschloss Clemenswerth in Auftrag gegeben und im
Oktober 1751 ausgeliefert. Keines der Stücke wurde
gemarkt. Die Vielfalt des Services mit seinen Schau-
gerichten kann auf einem Foto der alten Schlossküche
in Clemenswerth nachvollzogen werden (J. Bastian,
Strasbourg-Faience et Porcelaines, 1721-1784, 2003,
S.36/37)
CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)
1115
OVALE FAYENCE PLATTE
Straßburg, um 1748-53. Form „façon d‘argent”. Mit einer Rose im
Spiegel und einer gelben Tulpe am Rand, zwischen verstreuten
Blüten und Blättchen. Braune Randlinie. L 32 cm.
Minime Absplitterungen am Rand. Emailfarben leicht verkratzt.
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1116
1 PAAR TROMPETENLEUCHTER
Lausanne, um 1760. Meistermarke Papus
 Dautun. Auf passig geschweiftem Tel-
lerfuss mit Profilrand. H 23 cm. Zus. 630 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1117
ROKOKO TRUMEAU SPIEGEL
Bern um 1760. Wohl von Johann
Friedrich Funk I. (1706–1775) Holz
geschnitzt mit Blättern, Blüten und
Rocaillen. Rechteckiger, unten und
oben leicht geschwungener Rah-
men, die Ecken mit Blattvoluten be-
tont, der ausgeschnittene Abschluss
durchbrochen. Im oberen Drittel eine
Reserve, gemalt in Öl auf Leinwand,
Darstellung einer Burg an Fluss mit
Brücke, in weiter Landschaft. 148 x
94 cm.
Fehlstelle an Vergoldung. Spiegelglas
später.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1118
ELEGANTER DAMENSEKRETÄR
Louis XV, Paris oder Grenoble um 1760. Rosenholz
und Veilchenholz teils gefriest sowie eingelegt in pas-
sigen Reserven und Filets. Die Front mit schildförmiger
Rautenwerk Kartusche. Rechteckiger, allseitig elegant
bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge
und geschweiften Beinen mit Sabots. Abklappbares
Schreibblatt, innen mit Leder bezogen, öffnend auf
zwei Fächer, vier Schubladen sowie geheimem Fach
unter Schiebedeckel. Front mit zwei kleinen Schubla-
den. Bronzebeschläge. 1 Schlüssel. Zum Freistellen.
83 x 47(79) x 93 cm.
Ausgebleicht. Riss auf Rückseite. Restaurierungen.
Eleganter und fein gearbeiteter Damensekretär, der
durch seine dezenten Schwünge und Bombierungen
sowie die schlichte, jedoch feine Marketeriearbeit
besticht. Die Formgebung des Sekretärs entspricht
Arbeiten der in Grenoble tätigen Gebrüder Hache.
Allerdings sind diese in der Marketerie wesentlich auf-
wändiger gestaltet. Vgl. Pierre Rouge/François Rouge:
Le Génie des Hache, Dijon 2005, S. 370-374 mit
Abbildungen von in der Form sehr ähnlichen Damen-
sekretären.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 75
| 76
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1119
SPROSSENSPIEGEL
Rokoko, Bern um 1750. Wohl von Johann Friedrich
Funk I. (1706-1775). Holz teils durchbrochen ge-
schnitzt mit Blumengirlanden, Rocaillen und Voluten
sowie vergoldet. Rechteckiger, oben und unten leicht
geschwungener Doppelrahmen. 156 x 105 cm.
Fehlstellen und Restaurierungen. Vergoldung teils
übergangen. Spiegelglas später.
Ein bis auf den Aufsatz sehr ähnlicher Spiegel von
Johann Friedrich Funk I befindet sich im Musée
Romand, Schloss La Sarraz. Vgl. Hermann von
Fischer: Fonk à Berne, Bern 2001, S. 191, Abb. 345.
CHF 6 000 / 8 000
(€ 5 560 / 7 410)
1120
KOMMODE
Rokoko, Bern um 1745. Von Mathäus
Funk (Murten 1697–1783 Bern). Nuss-
baum Maser eingelegt in rechteckigen
Reserven, umrahmt von gefriesten Filets.
Trapezförmiger, dreiseitig bombierter
und geschweifter Korpus auf ausge-
schnittener Zarge und wenig geschwun-
genen kurzen Beinen. Front mit drei
Schubladen, die beiden oberen ohne
Traverse und mit Messingkanneluren.
Bronzebeschläge. 112 × 58 × 86 cm.
Blatt wohl später, ursprünglich mit Mar-
mor. Bronzesabots sowie Beschläge an
Eckstollen fehlen. Gebrauchsspuren und
Furnierrestaurierungen.
Noch eher in der barocken Formen-
sprache verhaftete Kommode von Funk.
Vergleichbare Modelle finden sich bei:
Hermann von Fischer: Fonck à Berne,
Bern 2001, S. 94, Nr. 144. Die Bronzebe-
schläge vergleiche S. 318, Nr. 623 bzw. S.
323, Nr. 640 sowie S. 325, Nr. 645.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1121
TISCHUHR „FACON NACHTUHR“
Rokoko, Bern um 1750. Das Werk signiert I. Blaser à
Berne (1730-1789). Bronze vergoldet. Front mit gros-
sem Emailzifferblatt mit römischen Stunden- und
arabischen Minutenzahlen. Umrahmt von Rocaillen,
Blattvoluten sowie Gitterwerk. Geschlossenes, rot
gefasstes Eisenblechgehäuse auf vier einklappbaren
Doppelvolutenbeinen mit Blattdekor. Werk mit Spin-
delgang und Halbstundenschlag auf Glocke. Wecker-
scheibe, Weckerwerk ausgebaut. 19 × 12 × 32 cm.
Zifferblatt mit Bestossung, eine seitliche Türe fehlt.
Zu überholen.
Vergleichbare Tischuhren, häufig auch als Nachtuh-
ren oder Veilleusen ausgelegt, finden sich in Bern
auch bei Funk. So eine Tischuhr, signiert ‚Fonck à Ber-
ne‘ um 1750, mit denselben Beinen bzw. eine weitere
Tischuhr mit vergleichbarer Gestaltung des Frontons.
Vgl. Hermann von Fischer: Fonck à Berne, Bern 2001,
S. 143, Nr. 281 und 282.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1122
KONSOLE
Rokoko, Bern um 1760. Von Johann Friedrich Funk I. (1706-1775). Holz teils
durchbrochen geschnitzt mit Rocaillen, Blattvoluten und Blumen sowie vergol-
det. Trapezförmiges, leicht geschwungenes sowie randmoulüriertes Oberhasli
Marmorblatt auf symmetrischer, wellig ausgeschnittener Zarge. Die Schmalseiten
entsprechend der Front gestaltet. Die vorderen Ecken mit markanten Eckzierden
in Form von plastischen Rocaillen. Geschweifte, s-förmige Beine, an den Innen-
seiten mit leichtem Blattschmuck und auf Volutenfüssen. Verbunden durch eine
geschwungene Traverse, durchbrochen gearbeitet mit Rocaille, Blumen und
Blättern. Originale Vergoldung. 128 x 63 x 80 cm.
Die hier angebotene Konsole weist bezüglich der symmetrischen Gestaltung,
der mit Blüten gefüllten zentralen Rocaille sowie den mit feinen Blattvoluten
geschnitzten Beinen Ähnlichkeiten mit einem Konsoltisch im Wildtschen Haus in
Basel auf.
Vgl. Hermann von Fischer, Fonck à Berne. Bern 2001, S. 189 (Abb. 341).
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
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Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1124
EMAILDOPPELDOSE
Süddeutschland, wohl spätes 18. Jh. Passig gescheifte Ovalform.
Emaille und Metallmontierung. Beidseitiger Deckel. Auf der Wan-
dung und den Deckelaussenseiten unterschiedliche Sujets. Die
Wandung mit einer umlaufenden Landschaft mit zwei Reitern und
einem Wanderer mit Pferd, auf dem einen Deckel ein Jäger bei
der Hasenjagd, auf dem anderen Deckel eine Parklandschaft mit
Kavalier und Dame. Auf den Deckelinnenseiten Architekturdar-
stellungen. 8 x 6,3 x 5 cm.
Wenige Risse und Ausbrüche im Email.
Provenienz:
- ehemals Charles E. Dunlap Collection, New York.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)
1123
DOSE MIT EMAILMALEREI
Berlin, wohl Werkstatt Fromery, um 1730-1740. Bemalung in der
Art von Christian Friedrich Herold (1700–1779). Mit emaillierten
Kupferauflagen, bemalt und mit geschlagenen Goldreliefs ver-
ziert. Mit Landschaftskartuschen mit Figurenstaffage, dazwi-
schen blaues Gitterwerk. Mit Metallmontierung. Risse im Email.
Provenienz:
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 79
1125
SELTENES DECKELKÄNNCHEN MIT
„EMAIL DE SAXE” DEKOR
Berlin, Goldschmiede und Galanteriewaren-
handlung Stephan Grimmau, um 1720-30.
Gerippte Balusterform mit emaillierten Kup-
ferauflagen, bemalt und mit geschlagenen Gol-
dreliefs verziert. Sechs Landschaftskartuschen
mit bäuerlichen Gelagen und allegorischen
Szenen, dazwischen blaues und purpurfar-
benes Gitterwerk. Vermeilmontierung mit
Meistermarke Grimo. H 14 cm.
Minime Risse und Reparatur im Deckel, minime
Ausbrüche im Emaille, Montierung mit alten
Lötspuren.
Provenienz:
- Weinmüller Auktion München, Nr. 134, 1971,
S.26, Kat. Nr. 291.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
Die berühmte Galanteriewarenhandlung von
Pierre und später Alexander Fromery in Berlin
waren nicht das einzige Geschäft, über das
man in den späten 20er Jahren des 18. Jh.
Toiletteservice und andere Gegenstände mit
Goldauflagen beziehen konnte. Im Berliner
„Intelligenzblatt“ vom 3.11.1727 preisst der
Berliner Goldschmied und Galanteriearbeiter
Stephan Grimmau seine Waren zum Verkauf
an, „eine emaillierte Toilette mit goldenen Figu-
ren und von Silber vergoldet garnieret, welche
von neuer, nirgends also gemachter facon“
(zit. U. Weinhold, Emailmalerei, 2000, S. 167).
CHF 2 500 / 3 500
(€ 2 310 / 3 240)
1126
EMAILLIERTES SCHERENETUI
wohl Augsburg, um 1730. Mit Emailauflagen, Antikenporträts in
reliefertem Gold zwischen polychromen Landschaftskartuschen
und Gitterwerk. In vergoldeter Metallmontierung. L 10 cm.
Kleine Haarrisse und Ausbrüche im Emaille.
Vergleichbarer Dekor auf einer Toilette Dose von Johann Erhart
Heuglin in Augsburg, datiert um 1729-33, im Musée du Louvre,
Inv. Nr. CL 20873.
CHF 250 / 350
(€ 230 / 320)
| 80
1128
1 PAAR KERZENSTÖCKE
Augsburg 1767–69. Meistermarke Johann Philipp Heckenauer.
Auf passig geschweiftem Tellerfuss mit eingezogenem,
balusterförmigem Schaft. H 14,5 cm. Zus. 480 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 400 / 2 200
(€ 1 300 / 2 040)
1129
1 PAAR KASSEROLLEN
Lausanne um 1760. Meistermarke Papus  Dautin. Deckel Bern,
Ende 19. Jh. von Ludwig Friedrich Brugger. Glatte Rundform mit
gedrechseltem Holzstiel in Silberfassung. Deckel stark gewölbt
mit Holzknauf. Die Deckel wurden im 19. Jh. ergänzt. Deckel mit
Inschrift 1.v.F. und 2.v.F. Stammt aus der Berner Patrizierfamilie von
Frisching. D 21 cm. L 41 cm (inkl. Stiel). Zus. 3180 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 500 / 5 000
(€ 2 310 / 4 630)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1127
KAFFEEKANNE
Nyon, um 1760. Meistermarke Antoine Charrier.
Glattwandige Birnform auf drei Bocksfüssen. Ge-
wölbter, profilierter Deckel mit Knauf. Geschwun-
gener Holzhenkel. Eingraviertes Wappen der
Patrizierfamilie von Watteville (Wattenwyl).
H 22 cm. 470 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 000 / 4 000
(€ 1 850 / 3 700)
| 81
1131
TEA CADDIES MIT BOX
London 1765. Meistermarke Samuel Taylor. Teedosen in Baluster-
form, auf stark eingezogenem, gegossenem Rundfuss, allseitig
mit getriebenen Blüten und Voluten. Deckel mit Pinienknauf.
Bestand: 3 Teedosen und 12 moderne assortierte Teelöffel und
1 Löffel mit durchbrochener Laffe. In originaler Lederbox auf vier
Füsschen. H 14,5 bzw. 15,5 cm. Zus. 1000 g. 925er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1130
KAFFEEKANNE
Yverdon, 2. H. 18 Jh. Meistermarke
Charles-Léopold Dupuis genannt Aubinguer.
Glattwandige Birnform auf drei Bocksfüssen.
Gewölbter, profilierter Deckel mit Knauf.
Geschwungener Holzhenkel H 27 cm. 720 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 82
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1132*
PAAR ASSORTIERE HANDLEUCHTER
Barcelona. 18. Jh. Meistermarke Ramón Altet
und Pau Sala. Mit passig geschweifter Basis und
Profilrand sowie langer Handhabe.
L 30 bzw. 30,5 cm. Zus. 379 g.
CHF 2 000 / 4 000
(€ 1 850 / 3 700)
1133
KAFFEEKANNE
London, 1747. Meistermarke William Cripps. Gegossen und zise-
liert. Birnförmiger Korpus, allseitig lebhaft reliefiert. Die Wandung
zeigt Poseidon mit Dreizack sowie Amphitrite auf dem Delphin, als
auch die Darstellung eines Pferdes, sowie der Leitspruch „VIRTU-
TE ET FIDE“. Den Deckel ziert eine Knabengestalt. Der Fuss wird
von Rocaillen, Blüten, Voluten und Echsentier im Relief geziert.
H 30 cm. 1040 g. 925er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
Literatur:
Alain Gruber: Gebrauchssilber des 16. bis 19. Jahrhunderts,
Fribourg 1982, S. 114-116, Nr. 131 (mit Abb.).
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1134
VERMEIL NIELLO DOSE
Wohl Russland, 2. H. 18. Jh. Runde Form. Boden und Deckel mit
figürlicher Darstellung sowie umlaufendem, geschwungenem
Zierband in Niello zwischen Fischhaut punziertem Vermeilgrund.
D 8,9 cm. 130 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 600 / 1 000
(€ 560 / 930)
| 83
1136*
KAFFEEKANNE MIT KOBALTFOND UND BATAILLEN-
MALEREI
Meissen, um 1745. Kobaltblauer Fond mit radierten grossen Gold-
blumen und mit Vierpassreserven, darin ein Schlachtgetümmel
aus den Türkenkriegen auf der einen Seite und einem Feldlager
eines östlichen Reitervolks inmitten einer Felslandschaft auf der
anderen Seite. Unterglasurblaue Schwertermarke, Pressnummer
21. H 21 cm.
Deckel wohl original
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
| 84
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1137
PAAR TASSEN MIT LANDSCHAFTS-
DEKOR AUF SEEGRÜNEM FOND
Meissen, um 1740. Verpasskartuschen in Reserve
auf seegrünem Fond, gold gerändert. Mit Land-
schaftsszenen, in eisenroten Doppelringbordüren.
Goldspitzendekor an den Rändern. Unterglasur-
blaue Schwertermarken, Vergoldernummer 81.
H 7 cm, D 13 cm.
Provenienz:
- Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot 152.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 600 / 2 200
(€ 1 480 / 2 040)
1138*
ZYLINDERKRUG „LE JEU DE COLIN-MAILLARD”
Meissen, um 1745. Bemalt mit einer „Fêtes galantes” Szene
nach einem Gemälde von Nicolas Lancret, mit polychromer
Darstellung einer eleganten Gesellschaft beim Blindekuh-
Spiel, vor eine Landschaftszenerie jenseits einer Parkmau-
er in „grisaille” . Gitterwerkbänder in Gold mit vierpassigen
Landschaftsreserven mit Figurenstaffage in Purpur
Camaïeu. Ohne Marke. H 16,5 cm (19,5 cm).
Die Darstellung in Anlehnung an ein Gemälde von Nicolas
Lancret (1690-1743) „Le Jeu de Colin-Maillard”.
Vergleichsstücke: Sammlung Hanns  Elisabeth Weinberg,
Sotheby‘s New York, 10.11.2006, Lot 313; ein weiterer Krug
mit thematisch ähnlichem Dekor und Farbgebung, ehemals
Sammlung Emma Shaefer Sotheby‘s New York, 27.10.2017,
Lot 42.
CHF 12 000 / 14 000
(€ 11 110 / 12 960)
| 85
| 86
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1140*
MINIATURMODELL EINES HASEN
Meissen, um 1750. Naturalistisch modelliert im
Lauf nach links gerichtet, auf einem mit Blumen
und Blättern applizierten Geländesockel mit
Baumstütze. Spuren einer blauen Schwertermarke
auf der unglasierten Sockelunterseite. L 5 cm.
Ein Ohr minim restauriert.
Das Modell eines Gegenstücks, ehemals in der
Sammlung Sir Gawainie  Lady Baillie, bei Sothe-
by‘s London, 1.5.2013, Lot 158.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
1139*
ZWEI MODELLE VON SPRINGENDEM
HIRSCH UND HIRSCHKUH
Meissen, Modelle um 1747 von J.J. Kändler. Aus-
formungen 1747-63. Jedes Modell auf einem Ge-
ländesockel mit Baumstütze, appliziert mit Blumen
und Blättern. Naturalistisch modelliert, der Hirsch
staffiert in Rotbraun, die Hirschkuh in Graubraun.
Unterglasurblaue Schwertermarken mit und ohne
Punkt. H 11 cm, 12 cm.
Restaurierungen
Vergleichsstücke: C. Albiker, Die Meissener Porzel-
lantiere, 1935, Nr. 185 (Jagdgruppe mit Hirschkuh
und zwei Hunden); U. Pietsch, Porzellan Parforce,
München 2005, Kat.Nr. 21-28.
Im August 1747 fertigte Kändler drei verschiedene
Modelle von Rothirschen, darunter auch: „Einen
Hirsch Welcher schnell laufend Vorgestellet ist aufs
Sauberste modeliret damit ein jeder Liebhaber
unter bemeldeten 3. Stücken das aus lesen haben
kann.” (Pietsch 2005, Kat.Nr.21; 2002, S. 120).
Eine Variation der Hirschkuh, von Jagdhunden
erfasst, formte Kändler im gleichen Jahr. Als gra-
phische Vorlage diente wohl Johann Elias Ridingers
„Der gehetzte wehrlose Rehbock” (Pietsch 2005,
S.76-78).
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
| 87
1141*
JÄGER MIT JAGDHUND
Meissen, Mitte 18. Jh. Modell von J. F. Eberlein. In
elegantem, pelzgefütterten grünen Jagdkostüm,
mit einer Hand auf eine Flinte gestützt, die ande-
re auf den Rücken gelegt, um seine Schulter eine
Tasche. Begleitet von einem schwarz gefleckten
Jagdhund auf dem flachen Rocaillesockel mit
Goldhöhung. H 15,8 cm.
Kleine Restaurierungen
Vergleichsstück: The Hans C. Syz Collection
(1979), S. 464 Nr. 310.
CHF 5 500 / 6 500
(€ 5 090 / 6 020)
1142*
MODELL EINES LIEGENDEN HIRSCHS
Meissen, um 1745. Mit dem Kopf nach rechts, naturalis-
tisch modelliert mit kurzem Geweih und das Fell staffiert
in Hellbraun mit Höhungen in Dunkelbraun auf dem
Rücken und auf der Brust. Ohne Marke. 11,5 x 9 cm.
Geweih und Ohren restauriert.
CHF 3 600 / 4 200
(€ 3 330 / 3 890)
| 88
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1143*
JAGDLICHER FLAKON
Meissen, um 1755-60. Konische, abgeflachte Form.
Bemalt mit rocaille-gesäumten Tierszenen, in einer
bewaldeten Landschaft mit Hasen auf der einen und
Fasanen auf der anderen Seite, jeweils in Deckung vor
einem heranschleichenden Jagdhund. Die Rocaillen
polychrom und mit Blumengirlanden am oberen Rand.
Der Verschluss mit abgeflachtem Rundknauf, bemalt
mit einer weiteren Tierszene. Unterglasurblaue Schwer-
termarke. H 16 cm.
Minime flache Abplatzungen am Fussrand.
CHF 6 000 / 7 000
(€ 5 560 / 6 480)
1144*
MODELL EINER LIEGENDEN HIRSCHKUH
Meissen, Modell wohl von J.J. Kändler um 1736. Naturalistisch
modelliert, den Kopf nach links gedreht und mit rotbraun
staffiertem Fell mit dunkelbraunen Höhungen an Brust und
Kopf. Ohne Marke auf dem unglasierten Boden.
L 9,2 cm, H 5 cm.
Unsichtbar restauriert.
Vergleichsstück: U. Pietsch, Parforce Porzellan, 2005,
Kat. Nr. 29.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 89
1145*
JAGDLICHE TABATIERE
Meissen, 2. Hälfte 18. Jh. Ovale Form mit plastischer Ausformung
eines erlegten Hirsches mit zurückgeneigten Kopf, auf gewölbtem
Grassockel. Die Deckelkappe bemalt mit Manierblumensträussen,
auf der Innenseite des Deckels ein Stilleben mit umgestürzten
Blumenkorb. In vergoldeter Kupfermontierung mit Rocaillen.
9 x 8 cm.
Flache Bestossung an einem Ohr.
Das Motiv eines erlegten Hirsches setzt Kändler 1742 prominent
an einem für Kurfürst Clemens August in Auftrag gegebenen,
grossen figürlichen Jagdpokal um, vgl. Pietsch, Porzellan Parforce,
2005, S.36-41.
Für ein Vergleichsbeispiel zu einer Hirschtabatière aus einer
weiteren Manufaktur, Ludwigsburg, s. Beaucamp-Markowsky,
Porzellandosen des 18. Jh., 1985, S. 356 und Kat. Nr. 307 (Metro-
politan Museum Inv.Nr. 1982.60.364).
CHF 9 000 / 11 000
(€ 8 330 / 10 190)
| 90
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1146*
ZWEI MODELLE LIEGENDER HIRSCH UND
HIRSCHKUH
Meissen, Modelle wohl von J.J. Kändler um 1736. Natura-
listisch als Gegenstücke modelliert, der Hirsch mit dem
Kopf nach links geneigt, das Fell staffiert in Dunkelbraun, die
Hirschkuh nach rechts geneigt, mit dem Fell staffiert in Rot-
braun. Ohne Marken. L 10 cm , 8,5 cm; H 9,5 cm, 6,5 cm.
Kleine Restaurierungen.
Vergleichsstücke: Landesgewerbemuseum Stuttgart bei
C. Albiker, Die Meissener Porzellantiere, 1935, Abb. 182
und R. Rückert, Meissener Porzellan, 1966, Nr. 1150, 1151;
U. Pietsch, Parforce Porzellan, München 2005, Kat. Nr.29;
Sammlung Sir Gawainie  Lady Baillie, Sotheby‘s London,
1.5.2013, Lot 155 (Hirschkuh).
Kändler listet in seinem Arbeitsbericht vom Oktober 1736:
„Ein Hirschgen mit geweydern wiederum eines ohne Gehörne
auch aufs Lager Beyde wiederum verbessert u.z. abformen
tüchtig gemacht” (Pietsch 2005, Kat.Nr. 29; Pietsch 2002,
S. 43).
CHF 5 600 / 6 200
(€ 5 190 / 5 740)
1147*
MODELL EINES FUCHSES
Meissen, um 1750. Modell von J. F. Eberlein. Naturalis-
tisch modelliert mit einem Huhn im Fang und staffiert
in Rostbraun. Blaue Schwertermarke auf der unglasier-
ten Unterseite. L 9,8 cm, H 5 cm.
Minim restauriert.
Vergleichsstück: U. Pietsch, Porzellan Parforce,
München 2005, Nr. 33.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 91
1148
PLATTE AUS DEM SCHWANENSERVICE
Meissen, um 1738-39. Modell von Johann Joachim Kändler. „Schüssel Nr.2”. In Form einer
Muschel modelliert mit einem Paar Schwänen, in einem mit Schilf bewachsenen Gewässer,
neben einem Fischreiher mit Fisch im Schnabel und einem weiteren Fischreiher im Flug. Das
abgesetzte Muschelrelief der Fahne bekrönt von dem Allianzwappen, Brühl und Kolowrat-
Krokowksky und umlaufenden indianischen Blüten zwischen drei radial platzierten Blumen-
zweigen. Goldbordüre aus abwechselnd einem langen und zwei kurzen senkrechten Strichen.
Unterglasurblaue Schwertermarke. D 30 cm.
Zwei grosse Segmente restauriert.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz
Vgl. U. Pietsch, Schwanenservice, 2000, Kat. Nr.26.
Die Versteigerung dieses Lots erfolgt im Rahmen einer zwischen dem Verkäufer und dem
Nachlass der Grafen Brühl getroffenen Vereinbarung, durch die Letzterer auf weitere
Rückübertragungsansprüche verzichtet.
CHF 7 000 / 9 000
(€ 6 480 / 8 330)
| 92
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1149
KAMINPENDULE „LA DOULEUR“
Louis XVI, Paris, um 1775/1780. Das Modell von
François Vion (ca. 1737–1790). Das Zifferblatt signiert
Sotiau à Paris (Nicolas Sotiau, Meister 1782). Bronze
fein ziseliert sowie matt- und glanzvergoldet und
grauer Marmor. Das rechteckige, oben eingezogene
Uhrgehäuse flankiert von einer sich auf das Gehäuse
stützenden Frau, die einen toten Vogel beweint sowie
dem Amorknaben, der dieser einen lebenden Vogel
(fehlt) reicht. Auf mit drapiertem Tuch verziertem
Rechtecksockel und Tatzenfüssen sowie grauem
Marmorsockel mit eingelassenem Blattvolutenmäan-
der. Weisses Emailzifferblatt mit römischen Stunden-
und arabischen Minutenzahlen, dazwischen kleine
Sterne in Blau. Pariserwerk mit Halbstundenschlag
auf Glocke. Schlüssel, Pendel und Glocke fehlen.
H 36 cm.
Werk zu revidieren. Etwas unvollständig (Perlstab
sowie kleiner Zweigaufsatz).
Das Modell stammt aus dem Atelier von François
Vion, wie eine lavierte Federzeichnung in der Biblio-
thèque Doucet belegt. Das Thema wird mit Schmerz
„la Douleur“ angegeben. Die Uhr wird in Inventa-
ren und Auktionskatalogen auch als „la Pleureuse“
bezeichnet. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter Pröschel.
Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spät-
barock und Klassizismus. München 1986. Band 1. S.
247, Abb. 4.6.9 (Entwurfzeichnung) sowie 4.6.10 einer
Ausführung des Modells aus dem Kunsthandel.
Eine Version dieser Pendule ist auch mit Marmorge-
häuse bekannt, darunter eine aus der Sammlung von
Marie-Antoinette im Musée du Louvre. Vgl. Pierre
Kjellberg. EncyclopLdie de la Pendule française du
Moyen Age au XXe siècle. Paris. 1997. S, 246,
Abbildung A.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
1150
GUERIDON
Transition, Paris um 1780. Trägt eine Signatur P. Roussel. Rosen-
holz, dunkel gefärbtes Ahorn sowie teils gefärbte Hölzer eingelegt
in Form von Blumen, Girlanden und Bouquets. Rechteckiger Kor-
pus auf gerader Zarge mit geschweiften Beinen und Bronze-
sabots. Das Blatt in Messing stark gefasst und breit eingelegt mit
Musikmedaillons, umrahmt von Blütenzweigen und drapierten
Stoffband. Front mit drei Schubladen ohne Traversen. Messing-
schlüsselschilder. 1 Schlüssel. 47 x 32 x 69 cm.
Leicht abgeändert, Marketerie teils später.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 93
1151
BRIEFBESCHWERER MIT MOPS
Meissen, um 1745. Ein liegender Mops auf einem langrecht-
eckigen, profilierten Steg, bemalt mit Landschaftsvignetten mit
Figurenstaffage und kleinen Manierblumenbouquets. Ohne
Marke. L 19,2 cm.
Provenienz:
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1152
KOMMODE
Louis XVI, wohl Deutschland, um 1800. Nussbaum, Satinholz,
Mahagoni und Wurzelmaser eingelegt mit geometrischen, teils
getönten Filets sowie rechteckigen Reserven. Rechteckiger Kor-
pus auf gerader Zarge und Pyramidenbeinen. In der Mitte leicht
vorkragende Front mit drei Schubladen, die beiden unteren ohne
Traverse. Abgeschrägte vordere Ecken. Emaillierte Messingbe-
schläge. 3 Schlüssel. 119 × 61 × 83 cm.
Furnierrestaurierungen, Fehlstellen, Risse sowie kleinere Kratzer.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 94
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1153
PAAR GIRANDOLEN
Louis XVI, Frankreich um 1780. Weis-
ser Marmor sowie Bronze vergoldet.
Vier geschweifte Lichtarme um
erhöhte Zentralfackel auf tordiertem
Schaft auf vier Stützen. Auf kannelier-
tem Pilaster und ovalem Sockel mit
godronierten Füssen. Dekor in Form
von Füllhörnern, Maschen, Perlstab,
Lorbeer- und Blumengirlanden sowie
Palmetten. Vasenförmige Tüllen.
Tropfteller der Zentralfackeln fehlen.
19 x 12 x 57 cm.
Kleinere Fehlstellen und Bereibungen.
Durchbohrungen einer ehemaligen
Elektrifizierung.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1154
ZWEI HAUSMALER BLATTSCHÄLCHEN
Wien, um 1750. Nach einem „Blanc-de-chine”
Vorbild, das eine bemalt in Eisenrot mit einer Chi-
nesin auf einem Volutensockel und mit Blattbor-
düre, das andere polychrom mit einem Mädchen
mit Weinrispe auf einer Astkonsole. Unterglasur-
blaue Bindenschildmarke, Pressmarke E. D 10 cm.
Henkel ergänzt, Blattfüsse leicht bestossen.
Provenienz:
Schweizer Privatsammlung
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
| 95
1155*
GROSSE TERRINE MIT HAUS-
MALERDEKOR „FÈTE GALANTES”
Meissen, Mitte 18. Jh. Bemalung wohl von
Ferdinand Meyer von Pressnitz. Mit vergol-
deten Rocaillehandhaben und -knauf. Poly-
chrome Bemalung mit galanten Szenen in
Parklandschaften in der Art von A. Watteau.
Rand vergoldet. Unterglasurblaue Schwer-
termarke. D 28 cm.
CHF 5 500 / 7 500
(€ 5 090 / 6 940)
1156
SEMAINIER
Louis XV, Paris um 1760/70. Mit Signatur
J. Bircklé. Jacques Bircklé, Meister 1764.
Amaranth, Rosenholz und Palisander eingelegt
mit gefriesten, passig geschweiften Reser-
ven. Rechteckiger Korpus mit abgeschrägten
vorderen Ecken auf ausgeschnittener Zarge
und geschweiften Beinen mit vorderen Sabots.
Front mit sieben Schubladen. Spätere Brèche
d‘Alep Marmorplatte. Spätere Bronzebeschlä-
ge. 1 Schlüssel. 69 × 38 × 161 cm.
Stark restauriert.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
| 96
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1158
FEIN GEARBEITETER DOPPEL­
SEKRETÄR À ABATTANT
Louis XVI, Schweiz, um 1800. Samuel
Hämmerli (1750–1820) oder dessen Söhne,
Lenzburg. Nussbaum, Zwetschge sowie
Birken- und Wurzelmaser eingelegt in recht-
eckigen Reserven und Filets. Rechteckiger
Korpus mit leicht vorstehendem Blatt auf
gerader Zarge und Pyramidenbeinen. Front
mit Schublade über abklappbarer Schreib-
platte und zwei weiteren Schubladen. Die
oberste Schublade als Schreiblade ausge-
staltet, der herausziehbare Boden sowie die
abklappbare Front ergeben eine Schreib-
fläche. Öffnend auf Fach mit drei Schubla-
den, davon eine geheim. Die Schreibplatte
öffnend auf fein gestaltetes Interieur mit
zehn Schubladen und grossem Fach. Ge-
heimfach mit vier kleinen Schubladen unter
dem aufklappbaren Fachboden. Vergoldete
Bronzebeschläge. 2 Schlüssel. 114 x 54 (97)
x 141 cm.
Vergleichbare Sekretäre von Hämmerli
abgebildet bei: Fritz Bohnenblust: Von den
Lenzburger Tischmachern und Ebenisten
Hämmerli. In: Lenzburger Neujahrsblätter
1962, S. 30-45.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
1157
SELTENE PENDULE AUF SOCKEL
Louis XVI, Schweiz, Ende 18. Jh. Wohl Samuel Hämmerli, Lenzburg. Mono-
grammiert H L H J M V Z. Zwetschge, Nussbaum und andere teils getönte
Hölzer eingelegt mit geometrischen Filets und Reserven sowie beschnitzt
mit Vasen, Rosette und Zapfen. Sockel eingelegt mit ovalem Medaillon mit
Darstellung einer Mühle in Landschaft. Architektonisch gestaltetes Gehäuse
mit Zapfen als Abschluss, auf leicht gestuftem Sockel mit seitlichen Vasenauf-
sätzen. Weisses Emailzifferblatt „en cuvette“ und durchbrochen gearbeitete,
vergoldete feine Zeiger. Werk mit Graham-Ankergang und Viertelstunden-
schlag auf zwei Glocken. Zugrepetition. 47 x 15 104 cm.
Schlagwerk zu revidieren. 1 Profilleiste unvollständig (links oben).
Über den aus einer Lenzburger Tischmacherfamilie stammenden Samuel
Hämmerli ist nur wenig bekannt. Der ausgewogene Entwurf, die vorzügli-
che Auswahl des Furniers sowie deren feine Bearbeitung zeigen, dass sich
Hämmerli bei seinen Arbeiten an der Produktion der damaligen Zentren der
Möbelkunst orientierte. Dabei ist eine Anlehnung an die Arbeiten der Berner
Ebenisten Christoph Hopfengärtner oder Johannes Äbersold zu erkennen.
Dieser ist insbesondere bei den Arbeiten der beiden Söhne Samuel Hämmerli
der Jüngere (geb. 1778) sowie Gottried Hämmerli (geb. 1775) ausgeprägt,
die möglicherweise ihre Ausbildung teilweise bei Hopfengärtner absolviert
haben. (Hermann von Fischer: Hopfengärtner und das Bernische Mobiliar des
Klassizismus. Christoph Hopfengärtner und Zeitgenossen. Schloss Jegenstorf.
Ausstellung 1986. S. 25-25.)
CHF 1 800 / 2 800
(€ 1 670 / 2 590)
| 97
1159
PAAR KERZENSTÖCKE
Turin, um 1760-1786. Meistermarke Gabriel Marcello
Giuliano. Dekor von neoklassischer Inspiration geprägt,
mit prächtig ziselierten Verzierungen aus Ornamenten,
Palmetten, geometrischen Motiven, Girlanden sowie
Masken und Löwenköpfen. H 27,5 cm. Zus. 1700 g.
Provenienz:
- Kunsthandel G. F. Mazzoleni, Mailand bis 1985.
- Schweizer Privatbesitz, bei Obigem erworben.
Literatur:
Ausst.-Kat.: Maestri Orafi e Argentieri in Piemonte dal
XVLL al XIX secolo, hrsg. v. Francesca e Valeria Mazzole-
ni, Mailand, S. 124, Nr. 111.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
1160
KLEINER MITTELTISCH
Louis XVI, Bern um 1780. Nuss-
baum fein geschnitzt mit Rosetten
und Blättern sowie kanneliert.
Die Zarge eingelegt in Filets und
rechteckigen Stirnholz Reserven.
Rechteckiges, randmoulüriertes
und an den Ecken abgeschrägtes
Oberhasli- oder Grindelwaldner
Marmorblatt auf gerader Zarge und
konischen Beinen mit Kugelfüssen.
102 × 55 × 69 cm.
Restauriert. Wenige Furnierrisse.
CHF 500 / 700
(€ 460 / 650)
| 98
1161
PAAR EINFLAMMIGE APPLIKEN
Louis XVI, Frankreich um 1780. Bronze feuerver-
goldet. Geschweifter und schwenkbarer Lichtarm
mit Blattdekor, das Wandstück in Karniesform mit
Schuppen- und Blattdekor, der Wandarm an einem
Widderkopf montiert. Runder Tropfteller und zylindri-
sche Tülle. H 32 cm.
Ein Tropfteller mit kleiner Durchbrechung.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1162
KAMINPENDULE
Louis XVI, Paris um 1780. Das Zifferblatt si-
gniert Rouvière à Paris. Jean-Louis Rouvière,
Meister 1781. Weisser Marmor und Bronze
vergoldet. Amor, sich auf das Gehäuse stüt-
zend, auf felsigem Untergrund. Der Sockel
mit bacchantischen Puttoszenen im Relief.
Weisses Emailzifferblatt. Werk mit Anker-
gang und Halbstundenschlag auf Glocke.
1 Schlüssel.
41 × 14 × 46 cm.
Marmor restauriert. Stark gereinigt.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
| 99
1163
PAAR FEINE KERZENSTÖCKE
Louis XVI, Paris um 1775. Modell von Etienne Martincourt (Meister
1762). Bronze ziseliert sowie vergoldet. Der konische Schaft
umgeben von drei karniesförmigen Aussenstützen, bekrönt von
Zephyrsköpfen sowie Früchtegirlanden (bei einem Leuchter repa-
riert). Vasenförmige Tülle, die Wandung mit Girlande und Maschen
dekoriert. Auf Trompetenfuss mit umlaufenden Blattfries, geteilt
in drei Sektionen, appliziert mit durchbrochen gearbeitetem
Dekor in Form von grotesken Ranken mit Adler-Doppelköpfen.
H 28 cm.
Vergoldung berieben. Reparaturen.
Dieses Paar Kerzenleuchter im „Gout étrusque“ entspricht bei-
nahe einer Gruppe von vermutlich zwölf Leuchtern mit Zephy-
rsköpfen von Etienne Martincourt. Ein Paar, bezeichnet Martinot,
befindet sich im J. Paul Getty Museum in Malibu (72.DF.48), ein
weiteres in der Wallace Collectioin, vier Exemplare in der Hun-
tingdon Collection in San Marino, Kalifornien. Die Motive in der
Basis mit der Fackel und dem Adler-Doppelkopf werden mit der
Hochzeit der Erzherzogin Marie-Antoinette von Österreich 1770
in Verbindung gebracht. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter Pröschel:
Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spätbarock und
Klassizismus, S. 230, Abb. 4.1.12. mit Abbildung des Leuchters im
Getty Museums, der nur in wenigen Details sowie insbesondere in
der Gestaltung der Tülle abweicht.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1164
PAAR GROSSE MARMORVASEN
Louis XVI-Stil, wohl Frankreich. Weisser Mar-
mor mit leichter grauer Äderung. Glocken-
förmiger Vasenkorpus, die Wandung unten
mit Lorbeerblättern dekoriert, im mittleren
Bereich mit breitem Band und umlaufender
Draperie mit Maschen. Auf Trompetenfuss
und Rechtecksockel. D 60, H 85 cm.
Mehrere Reparaturen sowie einige Fehlstellen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 100
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1165
KREUZRELIQUIAR
Nordfrankreich, um 1780. Holz sehr fein
geschnitzt mit Girlanden, Blattvoluten,
Blumen etc. Stellkreuz auf rechteckigem
Sockel, in der Schnittstelle der Kreuzarme
eine ovale Öffnung für eine Kreuzreliquie,
umrahmt von sieben Engelsköpfen. Im
Sockel ein Fach mit einer Beglaubigung der
Reliquie durch Agostino Felice de‘ Rossi
(1768–1788) – Bischof von Terni (Umbrien)
aus dem Jahre 1778. 20 ×10,5 × 37,5 cm.
Leichte Fehlstelle an der Schnitzerei.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 101
1166
GESCHNITZTE UND GEFASSTE KONSOLE
Louis XVI, Italien, wohl Florenz um 1780. Holz ge-
schnitzt mit Rosetten, Weinranken, Blättern und Pal-
metten sowie gefasst und teilvergoldet. Rechteckiger
Korpus auf gestufter Zarge und hohen, konischen so-
wie kannelierten Beinen. Die Ecken wenig ausgestellt,
die Zarge mittig mit rechteckiger Reserve in Hinter-
glasmalerei, Darstellung einer mythologischen Szene
von Herakles, in den Olymp steigend, nachdem er die
12 Taten bewältigt hat (Hermes, Herakles, Athene,
ein Jüngling der die Jugend darstellt, Hera und Zeus).
Eingelassenes graues, hell gesprenkeltes Marmorblatt.
115 x 54 x 86 cm.
Elegante und fein gearbeitete Konsole. Eine in Form
und Dekor recht ähnliche Konsole befindet sich im Pa-
lazzo Pitti in Florenz, dort beschrieben als „manifattura
fiorentina, 1792“. Abgebildet bei: Enrico Colle: I mobili
di Palazzo Pitti, Il primo periodo lorenese 1737-1799,
Abb. 63, S. 136.
CHF 5 000 / 7 000
(€ 4 630 / 6 480)
| 102
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1168*
PUTTO MIT KAFFEEKANNE
Meissen, um 1760. Mit einem Tuch bemalt mit indianischen Blu-
men um seine Lenden, eine Kaffeekanne in beiden Händen. Auf
einem goldgehöhten Rocaillesockel. Ohne Marke. Modellnummer
359. eingeritzt. H 11,5 cm.
Restauriert
CHF 400 / 500
(€ 370 / 460)
1167*
ROKOKO WANDUHR MIT
TASCHEN-UHRWERK
das Porzellan Meissen, um 1750. Das
Uhrwerk 18. Jh., signiert C. Biefield London.
Modelliert als Rokokokartusche mit Goldhö-
hung und applizierten Blumenzweigen. Mit
einem eingesetzten Uhrwerk mit Spindel-
gang und Unruh. Federaufzug über Schnecke
und Kette. Spuren einer unterglasurblauen
Schwertermarke. Spuren einer Inventarnum-
mer in Rot „ V=e 1063”. H 22 cm.
Kleine Restaurierungen an einer Volute bzw.
Blüten und Blättern.
CHF 5 800 / 6 200
(€ 5 370 / 5 740)
| 103
1170*
PAAR FIGUREN, KAVALIER
UND MÄDCHEN MIT GEFLÜ-
GEL
Meissen, Mitte 18. Jh. Je auf einem
Rocaillesockel gehöht in Gold. In länd-
lichen Kostümen, sie mit einer Henne,
er mit einem Hahn auf dem Arm. Un-
terglasurblaue Schwertermarke auf der
Rückseite ihres Sockels, der Kavalier
mit Ritznummer 24. H 14 cm, 15 cm.
Kleine Restaurierungen
CHF 6 000 / 7 000
(€ 5 560 / 6 480)
1169
KAMINPENDULE MIT THERMOMETER „DUEL
DES POETES“
Louis XVI, Paris, Ende 18. Jh. Das Zifferblatt signiert Caus-
ard Hger du Roy suit la Cour. Bronze ziseliert und vergoldet.
Zylindrisches Gehäuse, auf zwei Büchern ruhend, flankiert
von den debattierenden Rousseau und Voltaire. Auf flachem,
ovalem und mittig gerundet vorkragendem, teils durchbro-
chenem Sockel. Aufsatz in pyramidaler Form mit Thermome-
ter, die Skalierung in Hinterglas signiert „Vallée fecit“ sowie in
Kartusche bezeichnet „Duel des poètes“. Weisses Emailzif-
ferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minuten-
zahlen. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke.
H 38 cm.
Vergoldung berieben. Thermometerinstrument defekt und
unvollständig. Zifferblatt mit Ausbrüchen. Pendel und Schlüs-
sel fehlen. Werk zu revidieren.
Seltene und äusserst charmante Pendule, die eine Debatte
zwischen zwei der bedeutendsten Philosophen der Aufklä-
rung thematisiert.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 310 / 3 700)
| 104
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1171*
TROMMLER ZU PFERD ALS GEWÜRZ TAFELAUF-
SATZ
Meissen, Mitte 18. Jh. Mit zwei Kesseltrommeln als Gewürzscha-
len mit Deckel, die rechte Hand erhoben und mit schwarzem
Dreispitz und rosefarben und gelb staffierter Uniform mit Goldhö-
hung, den Gardedegen umgebunden. Auf einem mit Blüten und
Blättern applizierten Sockel. H 19,7 cm.
Restaurierung an einem Deckel, Gardesäbel und Zügel.
Vergleichsstück: C. Albiker, Die Meissener Porzellantiere (1935),
Abb. 227.
CHF 9 500 / 11 000
(€ 8 800 / 10 190)
| 105
1172*
LOT VON FÜNF MINIATURFIGUREN
Meissen und Kloster Veilsdorf, 18. Jh. Figur eines Chinesen, Klos-
ter Veilsdorf, um 1765; Figur eines Herrn im Schlafrock, Meissen,
Mitte 18.Jh.; Figur einer Gärtnerin, Meissen, Mitte 18. Jh.; Figur
eines Bauern, Meissen, Mitte 18. Jh.; Figur einer Magd mit Kind,
Meissen, Mitte 18. Jh. Unterglasurblaue Schwertermarke an der
Rückseite des Sockels (Bauer und Mutter mit Kind); Spuren einer
unterglasurblauen Schwertermarke (Herr im Schlafrock).
6,2 cm, 6 cm, 8,8 cm, 8,5 cm, 8 cm.
Restaurierungen
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
1173*
MINIATURFIGUR EINER QUÄKERFRAU
Meissen, um 1750. Auf einem goldgehöhten Rocaillesockel.
Unterglasurblaue Schwertermarke auf der Rückseite des Sockels.
H 10,5 cm.
Das Modell, Gegenstück zum Quäker, stammt von einer Vorlage
„Sarah of Covent Garden” von Pierce Tempest nach Marcellus
Laroon d.Ä., aus der Serie „Cries of the City of London“, aus dem
Jahr 1711. Vgl. Y. Adams, Meissen Portrait Figures, 1987, S.131.
CHF 400 / 500
(€ 370 / 460)
| 106
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1174*
EIN PAAR AUEROCHSEN
Meissen, um 1741. Modelle von J.J. Kändler oder
P. Reinicke. Beide auf einem mit Blättern und Blüten
applizierten Geländesockel mit Baumstütze in der
Mitte. Mit braun geflecktem Fell staffiert, der eine
beim Grasen modelliert. Unterglasurblaue Schwer-
termarken. L 12,5 cm, 14 cm.
Ohren und Hörner mit Restaurierungen, Blätter
und Blüten minim restauriert.
Vergleichsstücke: C. Albiker, Meissener Tiere, 1935,
Abb. 180, 181; M. Kunze-Köllensperger, Sammlung
Axel Guttmann, VII, 1999, Nr. 51; Sotheby‘s Lon-
don, Sir Gawainie  Lady Baillie, 1.5.2013, Lot 172.
Eine Variation eines Auerochsen, im Kampf mit
Jagdhunden, hat Kändler in seinen Feierabendar-
beiten vom April und Mai 1741 notiert.
Vgl. U. Pietsch, Porzellan Parforce, 2005, S.71.
CHF 10 000 / 12 000
(€ 9 260 / 11 110)
1175*
ZWEI MODELLE VON KÜHEN
Meissen, um 1740. Als Gegenstücke, liegend, mit zugewandten
Köpfen modelliert. Das Fell mit braun-grauen Flecken schraffiert.
Unterglasurblaue Schwertermarke auf der Rückseite des linken
Modells. L 11,5 cm.
Restaurierungen
Die Arbeitsberichte von Kändler im Januar 1740 notieren: „6. Eine
Kuhe Vor die Frau Gräfin von Schall liegende in Thon, poussiret
und aufs sauberste aus gearbeitet.” (Pietsch 2002, S. 68);
M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttmann, 1999, S. 58 Nr.55.
CHF 1 800 / 2 200
(€ 1 670 / 2 040)
| 107
1176*
KLEINE SELTENE BILDPLATTE
Meissen, um 1750-60. In einem rechteckigen, teilvergoldeten Rocaillerahmen, darin eine
Ruinenlandschaft mit rastenden Schafen und einer Kuh. Rückseitige Spaltöffnung zur Auf-
hängung. Unterglasurblaue Schwertermarke. 9 x 13 cm.
Provenienz:
- Sotheby‘s London, 14.6.1983, Lot 119.
- Sammlung Hoffmeister, Hamburg.
- Bonhams, Hoffmeister Collection II, 26.5.2010, Lot 62.
Literatur:
Katalog der Sammlung Hoffmeister, Meissener Porzellan des 18. Jahrhunderts, 1999,
I, S. 308-309 Abb.197.
Ausstellung:
Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, 1999-2009.
CHF 6 000 / 7 000
(€ 5 560 / 6 480)
1177*
MODELL EINES KLEINEN PFERDS
Meissen, um 1745-50. Naturalistisch modelliert im
Galopp, mit kupiertem Schweif. Auf einem Gelän-
desockel mit Baumstütze und appliziert mit Blüten
und Blättern. In vergoldeter Montierung. Untergla-
surblaue Schwertermarke auf der Rückseite des
Sockels. 9,3 x 8 cm.
Restauriert
Vergleichsstück: M. Kunze-Köllensperger, Sammlung
Axel Guttmann, VII, 1999, S. 51 Nr.40.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 108
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1178*
GROSSER DESSERT TAFELAUFSATZ
Meissen, Mitte 18. Jh. Der ovale, mit Bandel- und Muschelwerk re-
liefierte Korb auf der Innenseite bemalt mit Blumenbouquets. Auf
einem Fuss gebildet von zwei Karyatiden in Form von antikisieren-
den Figuren, begleitet von zwei Putten, als Allegorien von Frühling
und Sommer, der eine mit Weizengarbe im Arm, der zweite mit
einem Korb Blumen. Auf einem hohen Felssockel appliziert mit
Blüten und Blättern. Reste eine blauen Schwertermarke auf dem
unglasierten Sockel. Pressnummer 28. H 48 cm.
Brand- und Haarriss, kleinere Restaurierungen.
Für einen ähnlichen Tafelaufsatz (der Korb alternativ mit Dulong-
relief) in den Kunstsammlungen Weimar, bei G. Reinheckel, Meis-
sener Prunkservice, 1989, Abb.19.; K. Butler, Die Sammlung der
Ermitage, Leningrad 1977, Nr. 84 (Modell des Fusses).
CHF 10 000 / 15 000
(€ 9 260 / 13 890)
1179*
PORTALPENDULE
Louis XVI, Paris, um 1780. Weisser und grauer Marmor, Bronze
vergoldet sowie brüniert. Das Gehäuse mit Adleraufsatz,
flankiert von zwei Putten. Die Portalseiten mit Karyatiden be-
setzt. Auf rechteckigem Sockel, eingelassen mit Bronzerelief
mit musizierenden Engeln. Ovale Wedgewood-Plakette mit
mythologischer Szene. Auf Kreiselfüssen. Weisses Emailziffer-
blatt (Risse und Fehlstellen). Werk mit Ankergang und Halb-
stundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 42 x 14 x 62 cm.
Bronzen teils zu befestigen, Füsse lose. Werk zu revidieren.
Beliebtes Modell einer Portalpendule aus der Zeit Louis XVI,
das in zahlreichen, leicht abgeänderten Varianten zu finden ist.
Vgl. Elke Niehüser: Die französische Bronzeuhr, München 1997,
S. 258 mit einigen Variationen dieser Uhr.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
| 109
1180
EIN PAAR FIGÜRLICHE GIRANDOLEN
Louis XVI, Frankreich um 1780. Weisser Marmor sowie Bronze
ziseliert und vergoldet bzw. brüniert. In Form von zwei Frauen in
antikisierendem Gewand, die jeweils einen dreiarmigen Leuchter
in Form von Lilienzweigen halten. Blütenförmige Tüllen. Der Sockel
mit Girlande behangen sowie mit Blätterfries besetzt. H 87 cm.
Ein Leuchter mit fehlendem Lichtarm sowie Blüte. Bestossungen
am Sockel.
CHF 2 000 / 3 500
(€ 1 850 / 3 240)
1181
AMEUBLEMENT
Louis XVI, Frankreich um 1780. Buche mulüriert und geschnitzt
mit Rosetten, Blatt- und Perlfriesen sowie weiss gefasst. Bestand:
Paar Bergèren, Paar Canapés sowie vier Fauteuils „à la reine“.
Trapezförmiger, vorne leicht gerundeter, gepolsterter Sitz auf
gerader Zarge und Säbelbeinen, leicht geschwungene Armleh-
nen. Gepolsterte Rückenlehne, abschliessend „en chapeau de
gendarme“, bei den Fauteuils und Canapés flankiert von freiste-
henden, kannelierten Säulen. Blauer, mit Blumen gemusterter
Veloursbezug. Alle mit abnehmbaren Sitzkissen.
Fauteuil: 61 x 61 x 94 cm. Bergère: 66 x 73 x 98 cm.
Canapé: 122 x 66 x 95 cm.
Polsterung leicht beschädigt. Spätere Fassung, teils berieben.
Verstärkt.
CHF 8 000 / 10 000
(€ 7 410 / 9 260)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1182
PAAR WANDAPPLIKEN
Frankreich, um 1900. Bronze und Messing sowie
geschliffenes Glas und Bergkristall. Mit fünf
röhrenförmigen, verschlungenen Lichtarmen
auf zwei Ebenen, aus einer balusterartigen Basis
entspringend. Vasenförmige Tüllen. Teils mit
Glasperlschnüren besetzt sowie mit Glas- und
Bergkristallhänger in Form von stilisierten Blüten
und Tropfen. H 89, B 47 cm.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1183*
GUERIDON „EN ETAGERE“
sog. „serviteur muet“, Louis XVI, Paris um 1785. Trägt
eine Signatur J. Canabas (Joseph Gengenbach Cana-
bas, Meister 1766). Mahagoni kanneliert und profiliert.
Runde, in Messingstab gefasste „Carrara“-Platte auf
kanneliertem Balusterschaft mit entsprechendem
Zwischentablar und 3 markant geschweiften Voluten-
beinen auf Rollen. D 50 cm, H 75 cm.
Rollen ersetzt, restauriert.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
| 110
| 111
1184
PAAR GROSSE DEKORATIVE FAMILLE
ROSE DECKELVASEN MIT BRONZE-
MONTIERUNG
Die Bronzemontierungen im Louis XVI-Stil, Paris,
19. Jh. Das Porzellan China, 19. Jh. Balusterför-
mige Vasen mit abnehmbarem Deckel. Beide
mit der selben polychromen Darstellung bemalt,
jungen Frauen bei einem Reitspiel, beobachtet
von Beamten in einer Pagode. Die Deckel bemalt
mit spielenden Kindern. Montiert auf vergolde-
tem Bronzefuss in Rechteckform, die Ecken rund
eingezogen. Lorbeerkranz als Dekor. H 68 cm.
Eine Vase repariert.
CHF 6 000 / 10 000
(€ 5 560 / 9 260)
| 112
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1185*
PAAR APPLIKEN
Spätes Louis XVI, Paris, 18./19. Jh. Im Stil von
Jean-Charles Delafosse (1734-89). Bronze
punziert sowie vergoldet. Mit zwei geschweiften
Lichtarmen auf konsolartigem Wandstück und
geflammtem Vasenaufsatz. Dekor in Form von
Maschen, Palmetten und Lorbeergirlanden.
Elektrifiziert. H 46 cm.
Dieses Applikenpaar weist grosse Ähnlichkeit mit
Wandleuchten in der Münchner Residenz, die bei
Ottomeyer/Pröschel als „im Stil von Jean-Charles
Delafosse“ beschrieben werden. Vom Architek-
ten, Entwerfer und Kupferstecher Delafosse sind
zahlreiche Entwürfe für Appliken und Leuchter im
Stil Louis XVI erhalten, im „goût grec“ mit Vasen-
aufsatz und Lorbeergirlanden. Verbreitet sind
auch die Modelle, die zusätzlich mit Widderkopf
geschmückt sind. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter
Pröschel: Vergoldete Bronzen. Die Bronzeareiten
des Spätbarock und Klassizismus, München 1986,
S. 186/187, mit Abb. 3.9.1 (Applike in der Münch-
ner Residenz).
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1186
CARTEL
Louis XVI, Frankreich um 1780. Das Zifferblatt und Werk signiert
Charles du Tertre à Paris (wohl Charles-Nicolas Dutertre, Meister
1758). Das Gehäuse bezeichnet Osmond (Robert und Jean-Pap-
tiste Osmond, Maître Fondeur in Paris ab 1746). Bronze zise-
liert sowie vergoldet. In Kartuschenform mit Vasenaufsatz und
seitlichen Lorbeergirlanden. Weisses Emailzifferblatt mit römi-
schen Stunden und arabischen Minuten. Werk mit Ankergang und
Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 65 x 30 cm.
Robert und Jean-Baptiste Osmond betrieben über zwei Gene-
rationen eine Bronzegiesserei, die heute nicht ganz so grosse
Bekanntheit wie diejenige von Caffieri, Gouthière oder Saint
Germain geniesst. Osmonds Produktion lässt sich jedoch gut
nachverfolgen und steht derjenigen der grossen Namen in keiner
Weise nach. Einen Entwurf zu der angebotenen Pendule aus der
Feder von Pierre-Antoine Follet findet sich in der Bibliothèque
Doucet (VI E 15, Res. fol.36-39), abgebildet bei Hans Ottomeyer/
Peter Pröschel. Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des
Spätbarock und Klassizismus. München 1986. Band 1. S. 184,
3.8.8. Die Abbildung einer Uhr des gleichen Modells abgebildet
ebd. Band 2, S. 544, Abb. 6.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 113
1187*
KAMINPENDULE
Louis XVI, Paris um 1770/80. Das Zifferblatt
signiert Thouvenez à Paris (Louis Thouve-
nez, Paris, Meister 1788). Weisser Marmor
und Bronze vergoldet. Das zylindrische
Gehäuse mit Vasenaufsatz, auf floraler
Stücke mit Voluten und Girlanden, seitlich
gestützt auf Ziegenböcken. Auf durch-
brochener Bronzebasis mit Tatzenfüssen
sowie rechteckigem Marmorsockel mit
Quetschfüssen. Weisses Emailzifferblatt
mit arabischen Zahlen. Pariserwerk mit
Halbstundenschlag auf Glocke.
40 x 12 x 46 cm.
Vasenaufsatz etwas zu richten.
Das Modell der Pendule abgebildet bei:
Pierre Kjellberg, Encyclopédie de la pendule
française, Paris 1997, S. 278, Abbildung A.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1188*
PAAR MINIATUR ROKOKOVASEN
möglicherweise Kelsterbach, um 1765-69. Unbemalt. Urnen-
fömige Rokokoform auf einem profilierten und balusterförmig
geschweiften Vierkantsockel. Der unglasierte Boden ohne Marke.
H 9,2 cm.
Vergleichsstücke: Alexa-Beatrice Christ, Kelsterbacher Porzel-
lan. Grossherzoglich-Hessische Porzellansammlung Darmstadt,
2004, S. 92 Abb. 148; A. Ziffer, Nymphenburger Porzellan.
Sammlung Bäuml, 1997, S. 109 Abb. 188, 189.
Dieses Modell existiert in einer Variation auch aus der Nymphen-
burger Manufaktur, wo der Modelleur Peter Seefried bis 1766/77
tätig war und dann weiter nach Kelsterbach wanderte. Zwischen
1767 und 1769 schuf er zahlreiche Modelle (Ziffer 1997, S.16).
Es wäre denkbar, dass er den Nymphenburger Entwurf mit nach
Kelsterbach brachte (Christ 2004, S. 124 Abb.148).
Diese Miniaturvasen nehmen Bezug auf die Gartenarchitektur des
18. Jh. und wurden auch als architektonische Aufsätze bei Figu-
rengruppen verwendet, z.B. in der Manufaktur Ansbach (A. Bayer,
Ansbacher Porzellan, Abb.28).
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
| 114
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1189*
FIGUR EINER DAME
Frankenthal, um 1756-57. Modell von Johann Wilhelm Lanz. Auf
einem gold und purpur gehöhten Rocaillesockel. In der linken
Hand einen braunen, lachsfarben gefütterten Hut. Unterglasur-
blaue Marke steigender Löwe. H 15 cm.
Kleine Bestossungen und Restaurierungen.
CHF 350 / 450
(€ 320 / 420)
1190
ALLEGORISCHE GRUPPE VON ASIEN UND AFRIKA
Fürstenberg, um 1775. Modell von Anton Carl Luplau. In Form von
zwei spielenden Putti, der eine dunkelhäutig mit einem Elefantenkopf
als Kopfbedeckung, der andere mit Schmuck um den Hals und am
Arm, sein Turban zur Seite gelegt. Beide auf einem Löwen sitzend,
über durchbrochenem Rocaillesockel. Unterglasurblaue Marke F auf
der Rückseite des Sockels. „No.4.g” eingeritzt. H 16 cm.
Unsichtbar restauriert.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
Vergleichbares Objekt: S. Ducret, Fürstenberger Porzellan, III, S.126
Abb. 175.
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1191*
LIEBESGRUPPE
Straßburg, Porzellanmanufaktur Joseph Hannong, um
1775. Auf einem flachen Erdsockel staffiert in Grün
und Braun, ein Mädchen mit Strohhut von einem Ka-
valier mit seinem Arm um ihre Schulter gelegt, hofiert.
Pressmarken iH (ligiert) G5 und 3. H 16,5 cm.
Vergleichsstück: J.-D. Ludmann, Strasbourg. faiences
et porcelaines de l‘est, 1973, S. 99 (Musée des arts
décoratifs de Strasbourg).
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
| 115
1192
KAMINPENDULE „ODYSSEUS UND
PENELOPE“
Empire, Paris um 1810/15. Das Zifferblatt
signiert MOULINIE BAUTTE  MOYNIER À
PARIS (Moulinié Bautte  Moynier, haupt-
sächlich tätig in Genf, ca. 1820). Bronze fein
ziseliert sowie matt- und glanzvergoldet. Auf
gestuftem Rechtecksockel sitzende Figur
des Mars, er stützt sich mit dem einen Arm
auf seinen Helm ab. Im Sockel ein Relieffries
mit Darstellung der Rückkehr des Odysseus.
Weisses Emailzifferblatt mit römischen Stun-
den. Pariser Werk mit Halbstundenschlag auf
Glocke. Speer neu zu befestigen. 1 Schlüssel.
Werk eventuell zu revidieren. 37 x 14 x 44 cm.
Fein gearbeitetes Gehäuse der in Genf ansäs-
sigen Uhrmacher und Goldschmiede Mouli-
nier, Bautte  Moynier, welche sonst eher für
feinste Taschenuhren mit Emailmalerei sowie
Vogelautomaten bekannt sind.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1193*
KONSOLE
Retour d‘Egypte, Frankreich,
um 1800. Mahagoni geschnitzt
mit Karyatiden sowie teils
geschwärtzt und teils vergoldet.
Rechteckiges schwarz-grau-
es Marmorblatt auf gerader
einschübiger Zarge und durch
Sockel verbundenen vorde-
ren Karyatiden- bzw. hinteren
Rechteckbeinen. Bronzebe-
schläge in Form von Lorbeer-
kränzen, Palmetten sowie
Merkurkopf. 114 x 46 x 87 cm.
Fehlstellen und Gebrauchsspu-
ren. Bestossungen am Marmor.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
| 116
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1194*
FIGUR EINER GÄRTNERIN
Frankenthal, um 1784. Auf einem rocaille-gesäum-
ten Grassockel. In beiden Händen einen Blumen-
topf. Unterglasurblaue CT-Marke und Kurhut mit
Beizeichen 84. H 11,5 cm.
Kleine Restaurierungen.
CHF 400 / 600
(€ 370 / 560)
1195
PAAR STÜHLE
Restauration, Paris um 1820, der Werkstatt von Georges und
François-Honoré Jacob zuzuschreiben. Mahagoni. Trapezförmi-
ger gepolsterter Sitz auf gerader Zarge und hinteren Säbelbeinen.
Die Vorderbeine en faux bambus. Leicht geschwungene Rücken-
lehne mit geradem Schulterbrett und rechteckiger, durchbrochen
geschnitzter Zunge. Mit stilisierten Blumen gestickter, goldfarbe-
ner Seidenbezug. 48 x 39 x 87 cm.
Gebrauchsspuren und Reparaturen. Lack teilweise stumpf.
Die Söhne des berühmten Georges Jacob, Georges und
François-Honoré betrieben an der Rue Meslay eine Werkstatt. Sie
signierten ihre Arbeiten mit „Jacob frères Rue Meslée“ Ihre Arbeit
stand stark unter dem Einfluss des Vaters, war jedoch in der Aus-
führung etwas schlichter und weniger hochwertig. Vergleichbare
Stühle von Jacob frères abgebildet bei: Jean Nicolay: L‘Art et la
Manière des Maitres Ébénistes français, Paris 1976, Tome 1, 243,
Fig. D.
CHF 1 600 / 2 600
(€ 1 480 / 2 410)
| 117
1197
SCHREIBGUERIDON
Louis XVI, Paris um 1770. Trägt eine Signatur M.G.
Cramer sowie einen Innungsstempel. Mathieu
Guillaume Cramer, Meister 1771. Rosenholz und Pa-
lisander eingelegt in rechteckigen, von feinen Filets
gerahmten Reserven sowie gefriest. Rechteckiges
Blatt in Messingstab gefasst, auf gerader einschü-
biger Zarge und Pyramidenbeinen. Die Schublade
als Schreiblade ausgestattet, der Klappdeckel als
Schreibunterlage mit blauem Satin bezogen. Her-
ausnehmbares Fach mit Einteilung für Tintenfass
und Löschsandbehälter (fehlen beide). Geheime
Schublade. 1 Schlüssel. 53,5 x 36,5 67 cm.
Etwas zu restaurieren.
CHF 2 500 / 3 000
(€ 2 310 / 2 780)
1196*
FIGUR EINER GÄRTNERIN
Frankenthal, um 1760. Auf einem gold und purpur gesäumten
Rocaillesockel. Mit gelbem Hut und einem Blumenkorb am Arm.
Ohne Marke. Presszeichen J(?) HI auf der Unterseite. H 10,2 cm.
Minim restauriert und bestossen.
CHF 400 / 500
(€ 370 / 460)
| 118
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1198*
1 PAAR LEUCHTER
St. Petersburg 1799. Beschaumeister Alexander
Ilitsch Jaschinow. Meistermarke Peter Uhrwäder.
Auf quadratischem, sich verjüngendem Fuss. Mit
sechpassigem Schaft und abnehmbaren Tropf-
tellern. H 26,8 cm. (Fuss gefüllt).
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
1199
JEAN–BAPTISTE CARPEAUX
(1827 – 1875) L‘Afrique. Gips mit grau/bräunlicher
Patina. Im Sockel signiert J Bti Carpeaux. H 68 cm.
Die Büste mit dem Titel „Pourquoi naître esclave“
entstammt einer Entwurfserie von Jean-Baptiste
Carpeaux in der Zeit zwischen 1867-1670, als
Vorarbeiten für eine Figur auf dem Brunnen „des
Quatres-Parties-du-Monde“, der wegen seines
Standortes an der Pariser Avenue de l‘observatoi-
re auch als „Fontaine de l‘observatoire“ bekannt
ist. Auf dem Brunnen tragen vier, die Erdteile
repräsentierende Frauenfiguren eine Erdkugel mit
Himmelsgewölbe. Die Büste ist teil des Entwurfs
für den Erdteil Afrika. Versionen in unterschiedli-
chen Materialien wie Terrakotta, Bronze, Gips und
Marmor sind bekannt und Teil der Sammlungen
wichtiger Museen wie dem Metropolitan Muse-
um in New York oder dem Petit Palais in Paris. Im
Gegensatz zu der hier angebotenen Büste ist
bei diesen der Titel „Pourquoi naître esclave“ im
Sockel eingraviert.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
| 119
1200*
BUREAU FAUTEIL „AUX TETES DE
BELIER“
Empire, Paris um 1810. In der Art von Jean-Bap-
tiste-Bernard Demay (Meister 1784). Mahago-
ni geschnitzt sowie gedrechselt, hufförmiger
gepolsteter Sitz auf gerader Zarge und hinteren
Säbel- sowie vorderen gedrechselten Beinen.
Rückenlehne mit breiten, geschwungenem und
leicht nach aussen gerollten Schulterbrett, vorne in
Widderköpfen endend. Neuer schwarzer Lederbe-
zug. 60 x 51 x 82 cm.
Restauriert.
Fauteuils mit sehr ähnlichen Armlehnen in Form
von Widderköpfen befinden sich in der Sammlung
des Victoria  Albert Museums in London (Inv.-Nr.:
W.9A/1,2-1987). Jene Fauteuils stammen aus dem
ehem. Besitz von Lord Stuart de Rothesay (briti-
scher Botschafter in Paris 1815-24/1828-1830).
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1201*
KAMINPENDULE „AFRIKANER MIT FASS“
Directoire/Empire, Paris um 1800/10. Der Entwurf von
J.A. Reiche (Jean-André Reiche, tätig um 1810/20), das
Zifferblatt bezeichnet à Paris. Bronze matt- und glanzver-
goldet sowie teils schwarz bemalt. Stehender dunkel-
häutiger Mann, das fassförmige Gehäuse rollend, auf
prismiertem Sockel mit glockenförmigen Füssen.
Applizierter Dekor in Form von Palmenblättern,
Gepäckstücken, exotischem Vogel und Anker
als Symbolen für den Überseehandel. Weisses
Emailzifferblatt mit arabischen Minuten- und
römischen Stundenzahlen. Pariserwerk mit Halb-
stundenschlag auf Glocke. Schlüssel fehlt.
28 x 11 x 33 cm.
Schlagwerkauslösung zu reparieren. Vergol-
dung berieben.
Ein gleiches Modell von J.A. Reiche
ist im Bestand des Musée d‘Aquitaine
unter folgender Beschreibung und
Inventarnummer: Pendule , modèle de
Jean-André Reiche, époque Empire,
bronze doré et patiné, 33x27, Inv.
2009.4.1.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 120
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1202
PAAR ZIERVASEN, FORM „CORNET”
Paris, Empire-Restauration, um 1810-30. auf Tatzenfüssen, über
einem quadratischen Sockel mit grün marmorierter Oberfläche.
Jede bemalt mit einer Alltagsszene, die erste mit einem Kavalier
beim Fischen und einer Dame unter einem Baum liegend, die
zweite mit zwei Frauen beim Schwatz, eine mit Besen in der Hand,
inmitten einer Stadtanlage. Die Rückseiten vergoldet und mit
radiertem Dekor. Ohne Marke. H 23 cm.
Provenienz:
Privatbesitz, Westschweiz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
1203
FAUTEUIL „AUX DAUPHINS“
Empire, Paris um 1810. Mahagoni geschnitzt mit Palmetten
und Voluten. Trapezförmiger gepolsterter Sitz auf Säbelbeinen.
Rechteckige, oben geschwungene und gepolsterte Rückenleh-
ne. Gerade Armlehnen mit Delphinstützen. Gemusterter grüner
Veloursbezug. Spätere Bronzeapplikationen. 63 x 65 x 94 cm.
Bezug mit Gebrauchsspuren, Reparatur am Schulterbrett.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
| 121
1204
PENDULE „AU CHAR DE TÉLÉMAQUE“
Empire, Paris 19. Jh. Nach einem Modell von Jean-André Reiche
(1752-1817). Bronze und Messing vergoldet. In Form eines anti-
ken Streitwagens mit Telemachos als Lenker, dahinter die stehene
Pallas Athene. Angespannt sind zwei geflügelte Pferde. Auf
rechteckigem Sockel, die Ecken mit Liktorenbündeln, in die Füsse
übergehend. Das Rad des Streitwagens bildet das Zifferblatt mit
römischen Stundenzahlen. Pariserwerk mit Halbstundenschlag
auf Glocke. Pendelaufhängung abgeändert. 51 × 13 × 45 cm.
Werk zu revidieren. Pendel und Schlüssel fehlen.
Es handelt sich beim Wagenlenker um Telemachos, Sohn des
berühmten gr. Helden Odysseus. Beide Figuren, Vater und Sohn,
stehen unter besonderem Schutz der Göttin Athene, hier darge-
stellt mit den typischen Attributen wie dem Schild mit Gorgonen-
haupt und ihrer Kriegerinnenausrüstung. Es könnte sich bei der
Darstellung um eine Episode aus der Telemachie handeln, einer
Parallelhandlung von Homers Odyssee, in der erzählt wird, wie
Odysseus’ und Penelopes Sohn Telemachos sich auf die Suche
nach dem vermissten Vater begibt. Die Episode steht sinngemäss
für den Sieg des Telemachos über seine Konkurrenten und Feinde,
der in diesem Fall in der mythologischen Erzählung mit amourö-
sen Eroberungen verbunden ist. Nachdem er dank der Göttin
Athene das Wagenrennen auf Kreta gewonnen hat, verlieben sich
die Nereide Calypso und die Königstochter Nausikaa in den jungen
Telemachos.
Das im Empire beliebte Modell wurde in zeitgenössischen Quellen
als „Minerve exitant les chevaux de Diomède“ oder „Char de Télé-
maque“ beschrieben, wie auch die Entwurfszeichnung von J.A.
Reiche in der Bibliothèque Nationale in Paris (Inventarnr. C.d.Est.
le 30, fol 43). J.A. Reiche, Sohn eines Leipziger Cafébesitzers, liess
sich während der Regierungszeit von Louis XVI in Paris an der Rue
Notre-Dame-de-Nazareth nieder, wo er bis zu seinem Tode als
Hersteller und Händler von Bronzen tätig war. 1785 wurde ihm die
Meisterwürde verliehen. Vgl. Pierre Kjellberg: Encyclopédie de la
pendule française du Moyen Age au XXe siècle. Paris 1997. S. 417,
D.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
| 122
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1206
LOT VON OVALER UND RUNDER
PLATTE, 2 TELLER UND SAUCIERE
Paris 19 Jh. Meistermarken E. Puiforcat und
Duponchel. Assortiert. Sämtliche Teile mit passig
geschweiftem, profiliertem Rand. Mit Wappen.
45×32 cm. D 33,5 cm, bzw. D 27 cm. Zus. 4670 g.
950er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 600 / 3 600
(€ 2 410 / 3 330)
1205*
PAAR KONSOLEN MIT SCHWÄNEN
Empire, Italien, Anfang 19. Jh. Nussbaum geschnitzt mit Schwä-
nen, Zierfriesen und Löwentatzen sowie teils vergoldet. Recht-
eckiges Blatt mit Brekzie belegt, auf gerader Zarge und ge-
schweiften Vorder- sowie hinteren Vierkantbeinen auf U-förmiger
Sockelleiste. Die Rückwand mit Spiegel belegt (Spiegel ersetzt).
128 × 62 × 95 cm.
Fehlstellen in der Vergoldung, Gebrauchsspuren. Marmor evtl.
später.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
| 123
1207
RUNDE HENKELSCHALE
Paris 1798–1809. Meistermarke Jean-Pierre Charpenat. Glatte
Rundform mit umlaufendem Profilrand. Beidseitige Henkel mit
Blattansatz. D 20 cm. 650 g. 950er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 500 / 800
(€ 460 / 740)
1208
GROSSE OVALE FUSSSCHALE UND OKTOGONALE
FUSSSCHALE
Paris 19. Jh. Meistermarke A. Aucoc. Assortiert. Passig geschweif-
te Form mit Profilrand. Auf entsprechendem Fuss. Achteckig mit
beidseitigen Henkeln. Auf vier Volutenfüssen mit Akanthusblat-
tansatz. Mit Wappen. 43,5 × 31,5 cm. 21 × 14,5 cm. Zus. 3175 g.
950er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 800 / 2 400
(€ 1 670 / 2 220)
| 124
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1209*
KAMINPENDULE MIT ERZENGEL
Empire, Frankreich um 1810/15. Bronze vergol-
det. Auf dem Gehäuse ein sitzender Erzengel
mit Waffen und Attributen des Krieges. Der
gestufte Sockel mit vier reliefierten Plaketten,
Darstellungen von mythologischen Szenen,
einem Bacchanal und einer Darstellung mit
Greifen. Auf Kreiselfüssen. Weisses Emailziffer-
blatt. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf
Glocke. 1 Schlüssel. 35 x 13 x 49 cm.
Ausbrüche am Zifferblatt. Ein Zeiger unpas-
send ersetzt. Werk evtl. zu revidieren.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 3 700 / 6 480)
1210
DEMILUNE-SPIELTISCH
Restauration, Frankreich, 19. Jh. Mahagoni.
Halbrundes, zweiteilig aufklappbares Blatt in
Messingeinfassung auf gerader Zarge und
Pyramidenbeinen mit Bronzesabots und
Rollen. Einmal aufklappbar als Frühstücks-
tisch mit Holzblatt, das zweite Mal mit Filz
als Spieltisch. Stütze durch ausziehbare
Schublade. 113 x 56(113) x 77 cm.
Risse und kleine Fehlstellen. Bronze teils
lose.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 930 / 1 390)
| 125
1211
KORBDECKENLEUCHTER
Nordeuropa, um 1800. Messing und geschliffenes Kristallglas.
Birnförmiger Leuchter mit sechs Lichtarmen sowie zentralem
Kerzenhalter. Kronenförmiger oberer Abschluss. Reicher Kristallg-
lasbehang. Ø 81 cm, H ca. 110 cm.
Wenige Fehlstellen und Bestossungen. Wenig unvollständig.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1212*
PAAR FIGÜRLICHE DREIFLAMMIGE
GIRANDOLEN
Empire, Paris um 1815. In der Art von Clau-
de–François Rabiat (1756–1815). Bronze braun
patiniert sowie teilvergoldet. Die geflügelten
Frauenfiguren auf zylindrischem Postament und
Rechtecksockel. Tüllen in Form von Blumen- und
Früchtekörben. H 55 cm.
Vergoldung berieben. 1 Tropfteller fehlt.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 126
1214
PAAR GIRANDOLEN „AUX VESTALES“
Restauration, Frankreich um 1820/30. Bronze teils brüniert
bzw. teils vergoldet. Zwei geschweifte Lichtarme mit Roll- und
Blattdekor, dazwischen ein dünner Stab mit Knospenabschluss
und Vasenaufsatz. Vasenförmige Tüllen. Auf Schaft in Form
von Vestalinnen. Auf schwarzem Marmor-Rundsockel und
Rechteckbasis. Dekor in Form von Ketten. H 45 cm.
CHF 1 500 / 2 000
(€ 1 390 / 1 850)
1213*
KLEINE TISCHPENDULE IN FORM EINES
VOGELKÄFIGS
Biedermeier, Wien um 1830. Der Zifferring signiert J. Straub B. in
Wien. Bronze und Messing vergoldet. In Form eines Vogelkäfigs
mit Tauben auf Quetschfüssen. Guillochiertes Zifferblatt mit
Emailziffering. Werk mit Unruh und „grande sonnerie“ auf zwei
Tonfedern. Wecker auf Glocke. 1 Schlüssel. 11,5 × 6 × 22 cm.
Zifferring mit Bestossungen und Rissen, etwas lose. Vergoldung
berieben.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
1215
FOLGE VON VIER
GONDOLESTÜHLEN
Charles X, Frankreich, 19. Jh.
Palisander eingelegt mit hellen
Filets. Gepolsterter hufförmiger
Sitz mit Damastbezug. Lehne mit
Balusterzunge. 48 × 55 × 80 cm.
Leichte Gebrauchsspuren.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
| 127
1216
HENKELTABLETT
Bern 1839–1941. Mit Meistermarke. Passig
geschweifte Ovalform mit profiliertem Rand.
Zwei seitliche Henkel sowie dem Wappen von
Tscharner-Erlach. 55×41,5 cm (exkl. Henkel).
3480 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 400 / 2 000
(€ 1 300 / 1 850)
1217
GROSSE BESTECKGARNITUR IN
HOLZKISTE
Österreich, Anfang 20. Jh. Mit Meistermarke
Klinkosch J. C. AG. Bestand: 24 Speisegabeln,
24 Speisemesser, 12 Speiselöffel, 12 Fisch-
messer, 12 Fischgabeln, 10 Dessertmesser,
11 Dessertgabeln (+ 1 versilberte Gabel), 12
Dessertlöffel, 12 Obstgabeln, 12 Obstmesser,
12 Eislöffel, 11 Moccalöffel, 12 Kaffeelöffel, 18
Vorlegeteile, 2 Salieren und 2 Salierenlöffel,
Mit Monogramm BKA. Teilweise assortiert /
versilbert ersetzt. Zus. 10330 g (exkl. Messer).
800er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 128
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1218*
PRUNK-VASE „AUX SERPENTS“ AUF SOCKEL
Restauration, wohl Preussen/Berlin oder England um
1820/40. Eisenkunstguss. Godronierter, ovaler Gefäss-
körper mit ausladender Lippe und markanten Schlan-
genhenkeln auf profiliertem Rundfuss. Die Wandung
mit feiner, antikisierender Szene einer Opfergabe. Auf
kanneliertem Säulensockel mit profiliertem Rundfuss.
D 50 cm, H mit Sockel 152 cm.
Vergleiche E. Schmidt, Der Preussische Eisenkunstguss,
Berlin 1981; S. 162-168.
CHF 10 000 / 15 000
(€ 9 260 / 13 890)
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Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1219
LOUIS XVI GLASFLAKON MIT GOLDMONTIERUNG
Wohl spätes 18. Jh. Ovale Form mit eingekerbter Schmalseite. Mit
Schraubverschluss und zylindrischer Verschlusskappe in Gold mit
Blattgirlanden im Louis XVI- Stil. Ungemarkt. 9,5 cm
Kleine Abschläge an den Kanten, Verschlusskette lose.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 41.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
Vergleichsstück: Rene Fribourg Collection, Part IV, Sotheby‘s,
London 1963, Lot 253.
CHF 400 / 500
(€ 370 / 460)
1221
NOTIZBÜCHLEIN
Wohl Neapel, Mitte 18. Jh. Roségold und
Schildpatt. Rechteckige Form mit „Piqué
Posé et Point” Dekor eingelegt in Roségold.
Mit Ruinenlandschaften mit Figurenstaffage
und Blattwerkdekor. L 10,5 cm.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 42.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 700 / 900
(€ 650 / 830)
1220
GROSSER EMAIL-CLOISSONÉ KOVSH
Moskau 1899–1908. Marke Ivan Petrovic Khlebni-
kov. Beschaumeister Ivan Lebedkin. Silber vergol-
det und Email-cloisonné. Rankwerk und Blüten in
Pastelltönen mit schattierten Blüten auf türkis-
blauem, rotem, cremefarbenen und kobaltblauem
Grund. H 12 cm. L 22 cm (inkl. Henkel). 442 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 131
1223
PERLMUTT TABATIERE MIT GOLDMONTIERUNG
Paris, 18. Jh. Perlmutt und Gold. Allseitig appliziert mit Perlmutt-
plättchen mit reliefierten Rocaillekartuschen mit Gitterwerk, darin
diverse Puttiszenen. Goldfütterung mit Rocailledaumenrast. Mit
beriebenen Goldmarken wohl von Jean Payen und Julien Berthe,
Paris 1754 (?). 4,2 x 8,2 x 5 cm.
Kanten mit Gebrauchsspuren
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 22.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
1224
BERGKRISTALL TABATIERE MIT
GOLDMONTIERUNG
Wohl deutsch, 2. Hälfte 19.Jh. Bombierte
Truhenform, mit eingeschnittenen Blatt-
motiven gefasst in Rot, an Front- und
Rückseite und allen vier Ecken des De-
ckels. Die Goldmontierung mit späteren,
wohl holländischen Kontrollmarken.
8,5 x7 x 5 cm.
Kleinere Ausbrüche im Bergkristall.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 34.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1222
MINIATUR VERGRÖSSERUNGSGLAS
Wohl Italien, um 1790. In passendem Lederfutteral. Konische
Form in einem Gold-Rahmen mit Ring montiert. 2,7 cm.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16. 5.1995, Lot 26.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 250 / 350
(€ 230 / 320)
| 132
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1225
GLAS SIEGELWACHS ETUI MIT GOLDMONTIERUNG
Spätes 19. Jh. Rechteckige Form mit abgeschrägten Kanten.
L 10,5 cm.
Eine Ecke bestossen, kleine Abschläge an den Rändern.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 38.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 250 / 350
(€ 230 / 320)
1226
ACHAT TABATIERE
Wohl Deutsch um 1750. Jh. Mit Vermeilmontierung. Kartuschen-
form, Deckel und Basis in hellbraunem, geädertem Achat. 7,5 cm.
Provenienz:
- Sothebys Genf, 16.5.1995, Lot 40.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 800 / 1 200
(€ 740 / 1 110)
1227
SELTENER BIEDERMEIER GLASBECHER
Böhmen, Franz Riedel, um 1805. Zylindrische Form, die Kuppa-
wand graviert mit einem Gedenkpodest mit Blumenkorb und mit
dem Monogramm PB, darüber eine Inschrift „Deine Gesundheit
werde...Dein Hertz ohne Mängel”, zwischen umlaufenden Säulen
und Arkaden mit bepflanzten Jardinieren, darüber Blumengirlan-
den. Eingraviertes M am unteren Rand. H 10,5 cm.
Lippenrand minim bestossen.
Provenienz:
Schweizer Privatsammlung
Vergleichende Literatur: Paul von Lichtenberg, Glasgravuren des
Biedermeier, Taf. 321, 321a und 324 für drei ähnliche Becher, dem
böhmischen Glasschneider Franz Riedel (1786-1844) zugeschrie-
ben.
CHF 1 500 / 2 800
(€ 1 390 / 2 590)
| 133
1228
QUARZ TABATIERE MIT GOLDMONTIERUNG
Wohl Dresden, 19. Jh. Weisser Quarz allseitig mit Dia-
mantschnittdekor aus sich über- und unterschneidenden Bö-
gen. Appliziert in der Art der Tabatieren von F. L. Hoffmann mit
applizierten Insekten und einer Raupe aus diversen Achaten,
koloriertem Glas und einem Diamant an der Spitze des Wurms,
die Montierung in Roségold. 6 x 8,5 x 3,4 cm.
Sprünge, eine Ecke bestossen.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 75.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
Die feinsten deutschen Tabatieren aus Halbedelsteinen im
18. Jh. werden der Werkstatt von Benjamin Gottlob Hoffmann
und Friedrich Ludwig Hoffmann, aus Bayreuth zugeschrieben.
Vergleichsstücke aus der Zeit um 1760-70 aus der Gilbert Col-
lection im Victoria  Albert Museum und Musée du Louvres.
Vgl. A.K. Snowman, Eighteenth Century Gold Boxes of Europe,
London, 1966, Taf. 544.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1229
QUARZ TABATIERE MIT GOLDMONTIERUNG
Wohl Dresden, 19. Jh. Weisser Quarz mit Insektenauflagen in di-
versen Achaten und gefärbtem Glas, darunter eine grosse Libelle,
mit Roségold Montierung. 6,7 x 8,2 x 3,6 cm.
Provenienz:
- Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 76.
- Kunsthandel Ars Domi, Zürich.
- Schweizer Privatbesitz.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
| 134
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1230
VITRINE
Louis XV-Stil, Paris um 1880. Trägt eine Signatur J. Zwiener. Rosenholz, Satiné und Stirnholz
eingelegt mit Blumenranken in Bandelwerkgitter. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter und
teils verglaster Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit
Doppeltüren mit geschliffenem Glas. Innen mit rotem Veloursbezug, die Rückwand verspie-
gelt. Vert de mer Marmorblatt. Feine ziselierte Bronzebeschläge in Form von Blumen und
Blattranken sowie Tatzensabots. 1 Schlüssel. 108 x 47 x 152 cm.
Gebrauchsspuren, Fehlstellen und fehlende Marketerieteile. Etwas ausgebleicht.
Das Möbel entspricht in Bezug auf Form und Qualität den Arbeiten von Joseph Emmanuel
Zwiener (geb. 1849), hingegen weicht die angebrachte Signatur ab.
Joseph Emmanuel Zwiener wurde 1849 in Deutschland geboren und lebte 1880 bis 1895 in
der Rue de la Roquette 12 in Paris. Seine Werkstatt produzierte eine grosse Anzahl aller-
feinster Möbel und kopierte jeden Stil von Boulle bis Louis XVI. Er schuf Louis-XVI-Möbel in
seiner ganz eigenen Stil-Interpretation und kopierte Stücke wichtiger öffentlicher Samm-
lungen in Frankreich. Die meisten seiner Werke waren im Louis-XV- oder Rokoko-Stil und
fein markettiert, versehen mit „Vernis Martin“-Platten und vergoldeten Bronzen.
CHF 2 500 / 3 000
(€ 2 310 / 2 780)
1231
PAAR VERGOLDETE BRONZEZIERVASEN
„À L‘AIGLE“
Napoléon III in Anlehnung an den Louis XV-Stil,
Frankreich, 19. Jh. Bronze ziseliert sowie vergoldet. In
Rocaillenform mit Voluten und Blatt- sowie Wein-
laubdekor. Der Henkel oben in Form von Adlerköpfen
endend. H 27 cm.
Vergoldung wenig berieben.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
1232*
KLEINE KASSETTE MIT SILBERNEM
ZWISCHENGLASDEKOR
Historismus, Paris um 1860. Signiert Normant
(wohl Henry Normant). Bronze graviert mit
Blüten und Blattwerk sowie vergoldet. Recht-
eckiger Korpus mit Walmdachförmigem Klapp-
deckel. Die Ecken besetzt mit kleinen Bronz-
efiguren in Nischen, auf den vorkragenden
Volutenfüssen stehend. Geschwungener Griff.
Die Wandungen sowie der Deckel zweifach
verglast, dazwischen durchbrochen gearbeite-
ter und gravierter Dekor in Silber, Darstellungen
von Instrumentenmedaillons in reichem Ran-
kenwerk. Der Deckel mit Paar in Landschaft, die
Front mit ländlichen Figuren. 1 Schlüssel.
18,5 x 9,5 x 13,5 cm.
Henry Normant arbeitete in Paris als Bronzier
und Emailleur bis 1878. Er nahm an zahlreichen
Weltausstellungen zwischen 1851 und 1878
teil und gewann verschiedene Preise, darunter
auch die Goldmedaille 1867 für die Qualität der
Produktion. Auf Grund seiner Reputation erhielt
Normant diverse Aufträge grösserer Firmen
wie Tiffany  Co., Susses Frères sowie die
Maison Alphonse Giroux. P. Kjellberg: Bronzes
of the 19th Century. Dictionary of Sculptors,
1994, S. 505-508.
CHF 1 800 / 2 800
(€ 1 670 / 2 590)
| 135
| 136
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1234
KAFFEEKANNE
London 1830. Meistermarke Robert
Hennell II. Balusterkanne mit profilierter
Wandung, Schlangenhautpunzierung
und floralem Dekor. Blumenknauf auf ge-
wölbtem, profiliertem Deckel. S-förmiger
Henkel, ebenfalls mit floralem Dekor. Auf
vier Füssen. H 20,5 cm. 745 g.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 600 / 800
(€ 560 / 740)
1233
TEEKANNE
London 1846. Meistermarke Ed-
ward Farrell. Auf vier fein model-
lierten, stilisierten Zwergenfüssen
stehend, ist diese komprimierte
balusterförmige Teekanne üppig
mit ziselierten Blumen und Schrift-
rollen verziert. Die Verarbeitung
ist von höchster Qualität mit fein
gearbeiteten Details. Die Kartu-
schen auf beiden Seiten der Kanne
sind mit einem Wappen und dem
lateinischen Motto „Virtus Semper
Viridis“ graviert, was übersetzt „Tu-
gend ist immer blühend“ bedeutet.
H 19 cm. 865 g. 925er-Silber.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 110 / 1 670)
| 137
1236*
TAUBE
Budapest 1822-1922. Meistermarke Antal
Bachruch. Vollplastisch, graviert und ziseliert
auf rechteckiger Plinthe. L 22,5 cm (inkl.
Sockel). H 14,5 cm (inkl. Sockel). 980 g.
CHF 1 800 / 2 800
(€ 1 670 / 2 590)
1235*
KETTENFLASCHE
Berlin, um 1896. Meistermarke J. Wagner  Sohn (königliche
Hofjuweliere). Allseitig ziseliert mit Voluten auf ovalem Fuss und
Adlerknauf. H 39,2 cm. 2220 g.
Diese Kettenflasche wurde 1896 von Prinz Friedrich Leopold von
Preussen (1865–1931) als Ehrenpreis anlässlich des Herbstren-
nens des westpreussischen Reitervereins verliehen, worauf auch
die Inschrift am Deckelrand verweist.
CHF 6 000 / 10 000
(€ 5 560 / 9 260)
1238*
BIBLIOTHEKSANRICHTE
MIT JARDINIERE
Louis Philippe, Frankreich, Mitte
19. Jh. Palisander geschnitzt
mit Blättern, Blattranken und
Voluten. Rechteckiger Korpus
mit abgeschrägten Ecken auf
Sockelleiste. Front mit passig
verglasten Doppeltüren. Ver-
goldete Bronzemontierungen in
Form von Blättern und Blumen.
Das Blatt in Bronzefries gefasst,
teils herausziehbar und eine
Jardinière freigebend. Schlüssel
fehlt. 121 x 45 x 100 cm.
Riss auf rechten Seite.
CHF 1 000 / 1 600
(€ 930 / 1 480)
1237*
PAAR „EWIG LICHT LAMPEN“
Napoléon III, Frankreich um 1880.
Bronze teils vergoldet, teils kupfer-
farben patiniert sowie hellblaues
Porzellan mit goldfarbenen Hei-
ligenfiguren dekoriert. Konischer
Leuchterkorpus mit zapfenförmigem
Abschluss, der obere Rand gefasst
von drei Engelsköpfen, daran an
Ketten aufgehängt. Durchbrochener
eingezogener Aufsatz, einen Einsatz
für das ewige Licht aufnehmend
(Einsätze fehlen). Durchbrochener
Dekor in Form von Blättern und Pal-
metten. D 39, H 120 cm.
Wenig unvollständig, ein Aufsatz
etwas zu reparieren.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 2 780 / 4 630)
| 138
| 139
| 140
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1239*
KAMINPENDULE „AUX TROIS GRACES“
Louis XVI–Stil, Paris um 1860. Signiert Henry Dasson
(1825–1896). Bronze matt- und glanzvergoldet bzw. teils
brüniert und weisser Marmor. Kugelförmiges Werkgehäuse mit
Putto-Aufsatz, von drei Grazien mit Girlanden getragen, auf
eingezogenem Dreisockel mit markanten Kegelfüssen. Sich dre-
hender Emailzifferring mit römischen Stunden- und arabischen
Minutenzahlen sowie „fleurs de lys“. Ankerwerk „au cercle tour-
nant“ mit Halbstundenschlag auf Glocke. Vergoldete Beschläge
und Applikationen in Form von Maskaronen, Zweigen, Palmetten,
Blumen und Perlstab. 1 Schlüssel. 30 × 30 × 76 cm.
Wenige Bestossungen am Zifferring sowie am Marmor.
Der Bronzier und Ebenist Henry Dasson spezialisierte sich auf
die Nachahmung von feinem Mobiliar des französischen Hofes,
schuf aber auch eigene Kreationen im Stil des 18. Jahrhun-
derts. Seine Möbel waren mit den feinsten Bronzebeschlägen
von höchster Qualität mit Quecksilbervergoldung versehen.
Grossen Anklang fand nach Aussage von Louis Gonse ein ganz
aus Bronze verarbeiteter Tisch im Louis-XVI-Stil, der später von
Lord Dudley erworben wurde, ein „wahres Meisterstück der Zise-
lierkunst“, und eine Kopie des Schreibpultes von Louis XV „n‘éga-
le-t-elle pas l‘original pour la délicatesse et le fini du travail?“
-, das von Lady Ashburton gekauft wurde. 1889 erzielte eine
Ausstellung mit exklusiven und ausserordentlich teuren Stücken
von H. Dasson weltweit grosse Erfolge. Lit.: D. Ledoux-Lebard,
Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 146-151 (biogr.
Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk
1981, S. 35 (biogr. Angaben). J. Meyer (2006), Great Exhibitions
London, New York, Paris, Philadelphia, 1851-1900. Antique
Collectors Club, Woodbridge; S. 269f. (Vergleichsbeispiele).
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
1240
EIN PAAR PORZELLAN-
FIGUREN MONTIERT ALS
KERZENLEUCHTER
Das Porzellan, China, 19. Jh., die
vergoldeten Bronzen wohl Eng-
land, 1. Hälfte 19. Jh. In Form von
sitzenden chinesischen Knaben,
mit helmartiger Kopfbedekung,
im Schoss jeweils mit einem
kleinen Hund. Drei geschweifte
Lichtarme mit Blattdekor, die
beiden äusseren mit palmenarti-
ger Tropfschale und Blütentülle,
der mittlere mit Tropfschale und
Vasentülle. Auf flachem Sockel
montiert mit Kreiselfüssen.
25 × 16 × 22,5 cm.
Vergoldung berieben.
Geringe Fehlstellen.
Ein Kreiselfuss repariert.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 390 / 2 310)
| 141
1241
PAAR VERGOLDETE BRONZEZIERVASEN
Wien, um 1900. Bronze mit reliefiertem Dekor in Form-
von Maskarons, Blattvoluten, Zierfriesen etc. Balus-
terförmige Vase auf Trompetenfuss und Vierkantso-
ckel mit Volutenfüssen. Seitliche gschweifte Henkel
sowie Deckel mit sitzender Engelsfigur. H 50 cm.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1242*
ZWEI SEHR ÄHNLICHE KLEINE SCHREIBMÖBEL
ALS PENDANTS
Transition-Stil, um 1900. Mahagoni, Rosenholz und Satinholz
eingelegt in geometrischen Reserven und Filets. Rechtecki-
ger Korpus auf ausgeschnittener zweischübiger Zarge und
geschweiften Beinen. Front mit abklappbarer Schreibplatte,
bemalt mit einer winterlichen Dorfszene bzw. einem Falkner
mit junger Frau im flämischen bzw. italienischen Stil, Öl auf
Holz. Das Möbel mit der Dorfszene mit seitlichen ovalen
Medaillons. Die Schreibplatte innen mit grünem Filz bezogen
und öffnend auf zwei grosse Fächer sowie zwei Schubladen.
Reiche und feine Bronzebeschläge in Form von Girlanden,
Maschen, Fleurons, Löwenköpfen sowie eines Portraits von
Louis XVI bzw. einer antikisierenden Opferszene. 2 Schlüssel.
67 × 36,5(68) × 120 cm.
Risse und kleinere Fehlstellen.
CHF 10 000 / 18 000
(€ 9 260 / 16 670)
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
| 142
1243
JARDINIÈRE
Napoléon III, Frankreich, 19. Jh. Signiert
F. Barbedienne (Ferdinand Barbedienne,
1810 - 1892), die Nymphenreliefs nach Jean
Goujon (1510 - 1567). Bronze vergoldet und
versilbert. Rechteckige Jardiniere mit abge-
rundeten vorderen Ecken und eingezogener
Zarge mit Vierkantfüssen. Die Front mit
zentralem Medaillon mit dem Markus-
Löwen, flankiert von Wassernymphen sowie
auf Fabeltieren reitenden Engeln. Eckstol-
len mit Lorbeerblättern reliefiert. Seitliche
Traghenkel in Form von Füllhörnern.
144 x 27 x 54 cm.
Oxidiert, Gebrauchsspuren.
Die Darstellungen der Nymphen auf der
Front gehen auf Entwürfe von Jean Goujon
(1510 - 1567) für die alte „Fontaine des
Innocents“ aus dem Jahre 1549 zurück. Die
mit „Nymphe et petit génie monté sur un
dragon“ bzw. „Nymphe et petit génie monté
sur un cheval marin“ betitelten Steinreliefs,
ursprünglich aus dem Sockel des Brunnens,
befinden sich heute im Musée du Louvre.
Vgl. Florence Rionette. Les bronzes
Barbedienne. Paris 2016. Seite 232,
Abbildung 183.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 7 410 / 11 110)
| 143
1244*
TORASCHILD
Wien, 1860. Meistermarke wohl CW.
Reich getriebener, gravierter und pun-
zierter kartuschenförmiger Schild mit
halbreliefierten Sujets: Die Tafeln werden
von zwei steigenden Löwen gehalten.
Oberhalb der Löwen mit zentral platzier-
ter Krone. In Voluten- und Rocaillenum-
rahmung. H 28,7 cm. 586 g.
CHF 2 500 / 3 500
(€ 2 310 / 3 240)
1246
LIEGE MIT JONCGEFLECHT
Victorianisch, England, Mitte 19. Jh. Mahagoni. Flaches Gestell auf
sechs gedrechselten Beinen mit Rollen. Aufklappbare und in der
Neigung verstellbare Rückenlehne sowie verstellbare Liege mit
Joncgeflecht. Seitliche Befestigungsvorrichtung für Schirm oder
Tisch. 195 x 61 x 32 (max. H 104) cm.
Gebrauchsspuren und kleine Fehlstellen.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 1 850 / 2 780)
1245
1 PAAR WIENER FLASCHEN-
KÜHLER
Wien 1857. Meistermarke Franz Schiffer
 Sohn. Auf stark eingezogenem Rund-
fuss, blütenförmig profiliert. Tulpenför-
miger, glatter Korpus mit leicht ausladen-
dem, 12-passigem, profilierten Rand. An
der Wandung beidseitig halbplastischer,
bekrönter Adler über umlaufenden Bän-
dern. Beidseitig geschwungene Henkel
mit sitzenden, trinkenden plastischen
Figuren. Innenseitiger Flaschenhalter
nicht aus Silber. H 37 cm. D 32 cm. Je
3100 g (und Einsatz je 400 g).
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 4 630 / 7 410)
| 144
Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
1247
PAAR WANDLEUCHTER AUS DEM
GROSSMÜNSTER ZÜRICH
Historismus, Zürich um 1850/1860 in Anlehnung
an die Romanik. Bronze und Messing getrieben. Die
massiven Wandarme in Form von durchbrochenen
Blattvoluten und Drachen. Daran an Kordeln hän-
gender Leuchter in Kronenform mit 3 Lichtschir-
men in Form von Maiglöckchen. H 126, T 82 cm.
Provenienz:
Schweizer Privatbesitz.
Diese Wandleuchter stammen aus dem Zürcher
Grossmünster und waren dort an den Pfeilern des
Langhauses montiert. Man darf davon ausgehen,
dass sie im Zuge der Restaurierungen des Innen-
raums 1851 - 1853 montiert wurden. Ziel dieser
Restaurierung war die Entfernung der späteren
barocken Elemente und die Rückführung an die
romanischen Ursprünge des Gotteshauses. Das
Drachenmotiv im Wandarm des Leuchters nimmt
ein entsprechendes Motiv eines Relieffrieses ent-
lang der Wand des Langhauses auf.
Bei einer späteren Innenrenovation unter der
Leitung des Kantonsbaumeister Hermann Fietz
1913 - 1915 wurden die Leuchter wieder entfernt
und durch Wandlampen ersetzt, deren Entwurf
von Fietz stammte. Vgl. Regine Abegg, Christine
Barraud Wiener, Karl Grunder. Die Kunstdenkmäler
der Stadt Zürich. Neue Ausgabe, Band III.I Altstadt
rechts der Limmat - Sakralbauten. Bern 2007. S.
159ff sowie Abb. S. 163. Inneres nach Restaurie-
rung von 1851-1853. Foto um 1900.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 3 700 / 5 560)
1248*
1 PAAR GIRANDOLEN „AUX SATYRES“
Historismus, die Figuren von F. LEVILLAIN (Ferdi-
nand Levillain, 1837 Paris 1903). Mit einer Gies-
sersignatur von Barbedienne. Bronze patiniert.
Bambusförmiger Schaft mit Reiherabschluss sowie
sechs geschweiften, blätterbeschmückten Licht-
armen mit breiten Tropftellern und vasenförmigen
Tüllen auf palmettenbeschmücktem Rechteck-
sockel mit ruhendem bzw. flötenspielendem Satyr
und eingerollten Volutenfüssen. H 73 cm.
Die Vorlage des hier angebotenen Paares mit den
Satyrfiguren findet sich in den Marmorfiguren des
Praxiteles aus der griechischen Antike im 4. Jahr-
hundert vor Christus.
F. Levillan war Schüler von B. Jouffroy (1806-1882).
Er stellte erstmals im Salon des Artistes Français
von 1861 aus und tat dies durchgehend bis 1903.
Im Jahre 1867 erntete er anlässlich der Exposition
Universelle grosse Bewunderung für eine neoanti-
ke Schale, gefertigt für die Maison Blos et Drouard.
Wenige Jahre später begann er eine Zusammenar-
beit mit F. Barbedienne, welche die Basis seines im-
mensen Erfolges darstellte. Im Jahre 1875 erhielt
er für seine Exponate einstimmig die Goldmedaille
in der Exposition Universelle mit der Begründung
„... aux formes si variées et si pures... sont portées
au plus haut degré de perfection“. Zahlreiche Me-
daillen folgten in den 1870er und 1880er Jahren.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 2 780 / 3 700)
| 144
VORBESICHTIGUNG
Hardturmstrasse 102/121
8031 Zürich, Schweiz
AUKTION
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Hardturmstrasse 121
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ONLINE ONLY
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2, Rue de l‘Athénée
1205 Genf, Schweiz
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2, Rue de l‘Athénée
1205 Genf, Schweiz
AUKTIONEN
REPRÄSENTANTEN
Koller Auktionen AG
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8031 Zürich, Schweiz
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MÜNCHEN
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Ulrike Gruben
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BEIJING
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ITALIEN /TESSIN
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16124Genua,Italien
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HAMBURG
Ulrike Gruben
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Auktionen: 21. September bis 5./6. Oktober 2021
Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
Kontakt · Anahi Cardona · Tel. +41 44 445 63 21 · cardona@kollerauktionen.ch
Gemälde, Zeichnungen  Grafik Alter Meister  des 19. Jhs.
Bücher  Autographen, Schmuck, Möbel, Uhren, Varia, Porzellan
Bücher  Autographen
Auktion: Mittwoch, 29. September 2021
Kontakt · Andreas Terwey · Tel. +41 44 445 63 40 · terwey@kollerauktionen.ch
Rembrandt van Rijn (1606–1669). Einblattdruck des «Curateur over den Insolventen Boedel van Rembrant van Rijn» mit der
Ankündigung zur Versteigerung von Kunstwerken aus Rembrandts Besitz. Mit einer mehrzeiligen HolzschnittInitiale. [Amsterdam, 1658].
Govaert Flinck (1615–1660). Tronie eines bärtigen Mannes. 1650. Öl auf Leinwand. 61,5 × 50,7 cm.
Kontakt · Karoline Weser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch
Daniel Seghers und Cornelis Schut. Blumengirlande um eine Kartusche mit Maria und Jesuskind. Öl auf Holz. 68,5 × 53 cm.
Gemälde Alter Meister  des 19. Jahrhunderts
Auktion: Freitag, 1. Oktober 2021
BEDINGUNGEN FÜR KLASSISCHE AUKTIONEN
Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von
Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti-
onssaal versteigert werden.
Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht
sich der Bieter den nachstehenden Auktions-
bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG,
Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz
(„Koller“):
1. Rechtsstellung der Parteien
Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im
Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu
versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei-
gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf
fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell-
vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32
Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts
(„OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im
Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem
höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“),
wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein
verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer
und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird
dadurch nicht Partei des Kaufvertrages.
2. Aufgeld
2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer
auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich-
ten, das wie folgt berechnet wird:
i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25%
ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis
CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000
und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis
zur Höhe des Zuschlags
iii. bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf
die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000
und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000
bis zur Höhe des Zuschlags.
2.2 Falls der Käufer während einer online über-
tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im
Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine
fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird
ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags
verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen
einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin-
gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite
publiziert sind. Diese können von den hier pub-
lizieren abweichen.
2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei-
zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich-
ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes
beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes
einzelne Objekt. 
2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be-
zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr-
wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten
wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus
Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig
abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er-
halten die MWST rückvergütet. 
2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden,
dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine
Kommission erhält.
3. Garantie
3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol-
gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers
rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und
Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das
Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt
vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung
von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter,
Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht
geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte
Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei-
bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher
Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand
denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa-
talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand
wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als
gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder
an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände-
rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden. 
3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender
Bestimmung findet nach Ermessen von Koller
nicht statt, falls:
i. 
die Beschreibung des Objekts im Auktions-
katalog im Einklang mit der Meinung einer
Fachperson oder mit der herrschenden Mei-
nung von Fachpersonen stand oder die Be-
schreibung im Auktionskatalog andeutete,
dass hierüber Meinungsverschiedenheiten
bestanden, 
ii. die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach
dem Stand der Forschung und mit den allge-
mein anerkannten und üblichen Methoden
noch nicht oder nur mit unverhältnismässi-
gem Aufwand als solche erkennbar war,
iii. die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein-
schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder 
iv. es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde,
Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han-
delt, das gemäss den Angaben im Auktions-
katalog vor 1880 entstanden sein müsste.
3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin
des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag
des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2)
Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen.
Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt
und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die
Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus,
dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach
Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe-
nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge-
fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es
ihm übergeben wurde, und unbelastet von An-
sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den
Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob-
jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom
Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten
Gutachten von zwei unabhängigen und in dem
Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch
nicht an solche Gutachten gebunden und behält
sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf
eigene Kosten einzuholen.
3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel-
tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss
vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von
Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich-
ten.
3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als
Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer
3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des
von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel-
des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere
Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem
Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss
Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen.
4. Haftungsausschluss
4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu-
stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick
des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob-
jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren.
Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in
neuwertigem Zustand.
4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata-
log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa-
tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands-
berichte von Koller die vor der Auktion angefordert
werden können, geben lediglich ein allgemeines
Bild und eine unverbindliche Einschätzung von
Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er-
folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch
kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung
übernehmen. Während der Ausstellung besteht
die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen.
Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das
ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen,
und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän-
giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die
Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog-
beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei-
bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs
(inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache
ausschliesslich massgebend. Koller behält sich
das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder
Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf
diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit
solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht
werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut-
achten stellen genauso wenig wie von Koller vor-
genommene Objektbeschreibungen oder sonsti-
ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen
über dessen Wert) explizite oder stillschweigende
Zusicherungendar.
4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird
jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg-
bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers
gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse
eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol-
ler gegenüber dem Käufer.
5. Teilnahme an der Auktion
5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter
steht jedermann offen. Koller behält sich aber
das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder
Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich-
keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an
ihren Auktionen zu untersagen. 
5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt
sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion
mittels des dafür vorgesehenen Formulars re-
gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re-
gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas-
ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen.
Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller
berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss
Angaben auf dem Registrierungsformular bis
zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich
Spesen des Kartenanbieters zu belasten. 
5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen
Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen
Bank verlangen. 
5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz-
werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom
Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von
20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver-
langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti-
on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer
verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum-
gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
6. Versteigerung
6.1 Koller kann ein Objekt unterhalb des mit dem
Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises
zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots
anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver-
bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot
gebunden, bis dieses entweder überboten oder
von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden
sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen
entscheidet die Auktionsleitung. 
6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be-
sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein
Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an
einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4
nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige-
rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen
oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die
Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte. 
6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern
des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser-
halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas-
sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor-
liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt
vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe-
halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen
anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn
die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv,
nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft. 
6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen-
ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen
können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der
Steigerung schriftlich entgegengenommen. 
6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten,
wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti-
onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf
Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann
nicht telefonisch geboten werden und Interes-
senten werden um Abgabe eines schriftlichen
Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk-
tionssaal gebeten. 
6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei-
ner Live-Auktion abgeben möchten, können an
der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller
aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk-
tion zugelassen worden sind. Koller behält sich
das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei-
teres abzulehnen. 
6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück-
sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück-
sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie-
tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche
Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und
Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5.
7. Eigentumsübergang
Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt
geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis
und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in
Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die-
se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu-
geordnet hat.
8. Abholung der ersteigerten Objekte
8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom
Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss
der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei-
gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des
Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist
mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit
es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung
ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll-
ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des
Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses
Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller.
8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol-
ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder
Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob-
jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor-
sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur
Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST.
Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr
und es ist Sache des Käufers, für eine angemes-
sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu
sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf-
tung übernommen werden. Werden die erstei-
gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt,
lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge-
fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder
in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz
von CHF 10 pro Objekt ein. 
8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich
entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer.
Ohne anders lautende schriftliche Abmachung
werden die zugeschlagenen Objekte für den
Transport durch Koller auf Kosten des Käufers
versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche
Objekte werden von Koller nicht versandt.
9. Bezahlung der ersteigerten Objekte
9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für
ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach
Abschluss der Auktion in Schweizer Franken
zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind
nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von
Koller möglich und unterliegen einer Bearbei-
tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer
zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag
erhoben wird.
9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent-
gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf
jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller
oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und
allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit
eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer
im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe-
trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls
der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7
TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist
Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer
berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag
der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen
Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine
Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben,
dieebenfallsderKreditkartebelastetwird.
9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung
nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem
namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin
Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii)
ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers
verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten
oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver-
langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech-
tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min-
destverkaufspreises entweder freihändig oder
anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den
Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers
zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng-
lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis
wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer
haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der
Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste-
henden Schaden. 
9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde-
tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz
befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht.
Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten
Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder
berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver-
wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei-
bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen.
10. Vertretung
Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil-
ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange-
nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso-
nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder
als Organ einer juristischen Person bieten, kann
der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt
werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem
Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die
ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten.
11. Verschiedene Bestimmungen
11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines
Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede
Haftung des anwesenden Beamten, der Ge-
meinde oder des Staates für Handlungen von
Koller ist ausgeschlossen. 
11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne
oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB
an einen Dritten zu übertragen oder durch einen
Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der
Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten
aus diesen AGB Dritten zu übertragen.
11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien
und Abbildungen von verkauften Objekten in den
eigenen Publikationen und in den Medien zu ver-
öffentlichen und damit Werbung zu betreiben. 
11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be-
standteil jedes einzelnen an der Auktion ge-
schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind
nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller
verbindlich. 
11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser
AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un-
wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder
Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder
Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un-
gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen
werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und
Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen
Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt-
schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt
bei eventuellen Lücken der Regelung.
11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen
daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus-
schluss von allfälligen Verweisungen des Bun-
desgesetztes über das Internationale Privat-
recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener
Kaufrechts (UN-Kaufrechts). 
11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter
Einschluss der Geltendmachung von Verrech-
nungen und Gegenforderungen), welche aus oder
im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess-
lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung
oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich
die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol-
ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem
sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen.
Zürich, 1. Juli 2018
AUCTION CONDITIONS (CLASSIC AUCTIONS)
These conditions apply solely to items which are
auctioned by Koller (according to the definition
below) live in the saleroom.
By participating in the auction the bidder
accepts the following Auction Conditions of
Koller Auctions Ltd, Hardturmstrasse 102, 8005
Zurich, Switzerland (“Koller”).
1. Legal status of the parties
The auction items are auctioned by Koller in
the name of and on the account of the seller
of the auctioned item (“Seller”). Koller acts on
behalf of and for the account of the Seller as his
agent as defined in article 32, section 1 of the
Swiss Code of Obligations (“CO”). The hammer
price is determined by the bidder recognised by
Koller as having made the highest bid in Swiss
Francs in the course of an auction (“Purchaser”),
resulting in the conclusion of a purchase
contract between the Seller and the Purchaser
(“Purchase Contract”). Koller is thereby not a
party to the Purchase Contract.
2. Surcharge
2.1 In addition to the bid price, the Purchaser
must pay a surcharge on such bid price
calculated as follows:
i.  on a successful bid of up to CHF 10 000: 25%
ii. NEW: on a successful bid over CHF 10 000 up
to CHF 400 000: 25% on the first CHF 10 000
and 22% on the difference between CHF 10 000
and the bid.
iii. NEW: on a successful bid over CHF 400 000:
25% on the first CHF 10 000, 22% on
CHF 390 000 and 15% on the difference
between CHF 400 000 and the bid.
2.2 If the winning bid is placed over the internet
in the course of a saleroom auction which is
broadcast online (“Live Auction”), or leaves a
pre-sale bid through an independent bidding
platform which is linked with Koller, there will be
anadditional3%addedtothesurcharge.Bidders
are subject to Koller’s terms and conditions as
listed on the Live Auction website, which may
differ in some respects from those listed here.
2.3 The Purchaser must pay Swiss value added
tax (“VAT”) on the surcharge. The stated
percentage of the surcharge corresponds to the
successful bid for each individual item.
2.4 The full tax is charged on all items marked * in
the auction catalogue, i.e. VAT is charged on the
sum of the bid price plus the surcharge for those
items. The VAT will be refunded to Purchasers
providing a validly stamped export declaration.
2.5 The Purchaser agrees that Koller also has
the possibility to receive a commission from the
Seller.
3. Guarantee
3.1 Koller shall rescind the purchase (subject to
Sections 3.2 and 3.3 below) in the name of the
Seller and shall reimburse the purchase price
and the surcharge (incl. VAT) to the Purchaser if
an item proves to be a forgery. A “forgery” shall
be deemed to exist if the item, in the reasonable
opinion of Koller, is an imitation created
with the intention of causing a deception
with respect to the authorship, age, period,
culture or origin, if the correct description of
such content is not reflected in the auction
catalogue (taking account of any additions),
and if this circumstance significantly impairs
the value of the item in comparison to an item
corresponding to the catalogue description. An
item shall not be deemed to have been forged if
it is merely damaged and/or has been subjected
to restoration work and/or modifications of any
nature whatsoever.
3.2 A rescission in accordance with the above
provision shall not take place at the discretion of
Koller if:
i. the description of the item in the auction
catalogue was supported by the view of
a specialist or by the prevailing view of
specialists, or if the description in the auction
catalogue suggested that differences of
opinion exist in this respect;
ii. the forgery was not identifiable as such at the
time of the successful bid in accordance with
the current state of research and with the
generally acknowledged and usual methods,
or only with disproportionate effort;
iii. the forgery (based on Koller’s conscientious
assessment) was produced before 1880; or
iv. the purchased item is a painting, watercolour,
drawing or sculpture which according to the
details set out in the auction catalogue was
created prior to 1880.
3.3 The Purchaser may request rescission from
Koller (as the agent of the Seller) from the day
of the successful bid for a period of two (2)
years (three (3) weeks for jewellery). It shall be
granted exclusively to the Purchaser and may
not be assigned to any third party. Assertion of
theclaimshallbeconditionaluponthePurchaser
making a complaint to Koller by registered letter
immediately after the discovery of the defect,
and returning the purchased item to Koller in
the same condition as it was handed over to him
and unencumbered by third parties› claims. The
Purchaser must provide proof that the item is a
forgery. Koller may demand that the Purchaser
obtains at his own expense expert opinions from
two independent individuals who are recognised
experts in the field. However, Koller shall not be
bound by any such expert opinion, and reserves
the right to obtain additional expert advice at its
own expense.
3.4 Koller may at its complete discretion waive
the assertion of grounds for exclusion pursuant
to the above Section 3.2 or the fulfilment of
preconditionspursuanttotheaboveSection3.3.
3.5 The claims of the Purchaser against Koller
as the agent of the Seller under Section
3.1 are limited to the reimbursement of the
purchase price and surcharge (incl. VAT) paid
by the Purchaser. Further or other claims of
the Purchaser are excluded under any legal
title (including error according to art. 23 ff. CO)
whatsoever.
4. Disclaimer
4.1 The items are auctioned in the condition
existing at the time of the successful bid. The
auctioned items are “used” objects and are
therefore generally not in pristine condition.
4.2 Each item in the auction catalogue is listed
with a description and an illustration. The
information in the auction catalogue, as well
as the condition reports issued by Koller, are
intended to provide an overall impression and
a non-binding assessment by Koller. The items
are described to the best of our knowledge
and belief. However, Koller cannot accept any
liability for the details provided in the catalogue.
The items may be inspected during the preview.
The Purchaser is therefore invited to inspect an
item prior to the auction and, possibly with the
assistance of an independent specialist advisor,
to form his own opinion of the concordance
betweentheitemandthecataloguedescription.
Concerning the descriptions of the items, the
German-language print edition of the catalogue
(including any later amendments) shall be
exclusively applicable. Koller reserves the right
to call upon experts or specialists of its choice to
give an opinion and to rely on that opinion. Koller
cannot be held liable for the correctness of such
opinions. Neither any such expert opinions or
reports, nor the descriptions of items provided
by Koller, nor other statements pertaining to
an item (including statements pertaining to
the value thereof) constitute explicit or implicit
warranties.
4.3 Subject to Article 3 above, no guarantee or
warranty whatsoever is given in respect to legal
and material defects. The liabilities of the Seller
vis-à-vis the Purchaser are limited to the same
extent as the liabilities of Koller vis-à-vis the
Purchaser.
5. Participation in the auction
5.1 Any party may participate in an auction as
a bidder. However, Koller reserves the right
at its complete discretion to prevent any
person entering its premises or attending or
participating in its auctions.
5.2 Bidders who are not personally known to
Koller must register at least 48 hours before the
auction,usingtheformprovidedforthispurpose.
The registration form must be signed, with legal
effect, and a copy of the bidder’s passport must
be enclosed, as well as current, valid credit card
information. In the event of payment default by
the Purchaser, Koller shall be entitled to charge
the Purchaser’s credit card in accordance with
the details provided on the registration form for
the entire amount of the invoice, plus the credit
card processing fees.
5.3 Koller may demand in advance from any
bidder a certificate of creditworthiness issued by
a bank approved by Koller.
5.4 In the case of bids for items with upper
estimated values of more than CHF 30 000,
Koller may demand that the bidder first remits
20% of the lower estimated value as security.
Following the auction, Koller will offset this sum
against its claims and the claims of the Seller,
and will reimburse any possible surpluses to the
Purchaser/bidder without delay.
6. Auction
6.1 Koller may initiate the auctioning of an item
below the minimum selling price agreed upon
with the Seller. A bid placed at an auction is a
binding offer. The bidder shall remain bound by
his bid until this is either outbid or rejected by
Koller. Double bids shall immediately be called
once again; in case of uncertainty, the auction
management shall decide.
6.2 Koller may refuse a bid without providing
justification if a Purchaser fails to fulfil the
conditions for participation in an auction
pursuant to the above Sections 5.2 to 5.4. Koller
may also pass or withdraw auctioned items
without a sale even if this is not apparent to the
auction participants.
6.3 Koller reserves the right to combine,
separate or omit numbered lots in the catalogue
or to offer them out of sequence. Koller reserves
the right to sell lots “conditionally” at its sole
discretion, in which event the hammer price will
be considered as conditional and the highest
bidder will remain bound by his bid for 14 days
following the auction. The highest bidder will
be released from all obligations if he does not
receiveastatementfromKollerwithinthisperiod
declaring the hammer price as final.
6.4 Written bids from potential Purchasers
who cannot attend the auction in person are
accepted up to 48 hours before the auction
begins.
6.5 Potential Purchasers may bid by telephone
if they have given written notice at least 48
hours before the auction starts. Koller does not
accept telephone bids for lots estimated under
CHF 500, and bidders are requested to leave a
written bid or participate in the salesroom for
such items.
6.6 Potential Purchasers who intend to place
their bids in the course of a Live Auction may
participate in the auction once their registration
applications have been approved by Koller.
Koller reserves the right to decline registration
applications at its discretion.
6.7 Koller shall not be liable for any bids
including advance notifications of telephone
bidding which are not taken into consideration.
Telephone bidders and persons giving written
instructions are also subject to the provisions of
Article 5 relating to proof of identity and financial
soundness.
7. Transfer of title
Ownership of an auctioned item shall be
transferred to the Purchaser as soon as the
purchase price and the surcharge (incl. VAT)
have been comprehensively paid in Swiss francs
and Koller has attributed these payments to the
corresponding item.
8. Collection of the auctioned items
8.1Theauctioneditemsmustbecollectedatthe
Purchaser›s own expense within 7 days from the
end of the auction during official opening hours.
The place of performance for the purchase
contract between the Purchaser and the Seller
is therefore the registered office of Koller. If
time permits, the items may be handed over
after each auction session. The handover shall
take place following comprehensive payment
of the purchase price as well as the surcharge
(incl. VAT) and the attribution of this sum to the
auctioned item by Koller.
8.2 During the aforementioned period, Koller
shall be liable for loss, theft, damage or
destruction of items which have been auctioned
and paid for, although solely due to intentional or
grossly negligent acts on the part of Koller, and
onlyuptothetotaloftheauctionprice,surcharge
and VAT. Koller ceases to have liability after the
aforementioned period, and the Purchaser shall
be responsible for ensuring adequate insurance
cover for the auctioned item. No liability can be
assumed for frames and glass. If the auctioned
items are not collected within 7 days, Koller will
store the works at a company of their choice
at the purchaser’s own risk and expense or on
their own premises at a daily rate of CHF 10 per
object.
8.3 Shipping orders may be given to Koller in
writing. All shipping costs shall be borne by the
Purchaser. Unless otherwise agreed in writing,
transport insurance shall be contracted for the
sold items at the expense of the Purchaser.
Glass-covered pictures and fragile items shall
not be sent by Koller.
9. Payment for the auctioned items
9.1 The invoice for a successful bid for an
auctioned item is payable in Swiss francs within
7 days from the end of the auction. Payments by
credit card are only possible with the approval of
Koller’s accounting department, and are subject
to processing fees amounting to between 2
and 4% of the invoiced amount, payable by the
purchaser and added to the invoice total.
9.2 Irrespective of the Purchaser‘s instructions,
KollermayuseanypaymentsbythePurchaseras
settlement for any debt owed by the Purchaser
to Koller or the Seller and set off any debt which
it owes to the Purchaser against its own claims.
If the Purchaser defaults on a payment, default
interestof10%p.a.shallbechargedontopofthe
invoiced sum. If Koller does not receive payment
for purchases within seven (7) days following
the auction, Koller reserves the right to charge
the Purchaser’s credit card for the full amount
of the invoice, without further notification to
the Purchaser. In such cases the credit card
processing fees of 2–4% as described above
are also applicable, and will be charged to the
Purchaser’s credit card.
9.3 If the Purchaser does not pay or does not
pay promptly, Koller may moreover in its own
name and in the Seller›s name either (i) insist
on the fulfilment of the purchase agreement
or (ii) without further notice withdraw from the
purchase agreement and waive the subsequent
performance of the Purchaser or assert a
claim for compensation for non-performance;
in the latter case Koller shall also be entitled,
irrespective of any minimum sales price, to sell
the item either directly or in an auction, and
may use the proceeds to reduce the debts of
the Purchaser. Any amount realised above the
original hammer price shall be paid out to the
Seller. The Purchaser is liable to Koller and the
Seller for all prejudice caused by non-payment or
late payment.
9.4 Koller retains a right of retention and a lien on
all the Purchaser›s items in its custody until full
payment of all monies owed. Koller may exercise
such liens in accordance with the legislation
on the enforcement of debts or by private sale
(including in its own name). The plea of prior
lien exploitation pursuant to Art. 41 of the Swiss
Debt Collection and Bankruptcy Act is excluded.
10. Representation
Each Purchaser shall be personally liable for each
bid he places, and for the purchase contract
between the Purchaser and the Seller. Proof of
the power of representation may be requested
from persons bidding as agents for a third
party or as an organ of a corporate body. The
agent shall be jointly and severally liable with his
principal for the fulfilment of all obligations.
11. Miscellaneous provisions
11.1 The auction shall be attended by an official
fromthecityofZurich.Theattendingofficial,the
local authority and the state have no liability for
the acts of Koller.
11.2 Koller reserves the right to transfer any or
all rights and obligations from these Auction
Conditions to a third party or to have these
carried out by a third party. The bidder and/or
Purchaser does not have the right to transfer
any rights from these Auction Conditions to a
third party.
11.3 Koller reserves the right to publish
illustrations and photographs of sold items in its
own publications and the media and to publicise
its services therewith.
11.4Theaforementionedprovisionsformpartof
each individual purchase agreement concluded
at the auction. Amendments are binding only
with Koller›s written agreement.
11.5 Should certain provisions of these Auction
Conditions be or become partially or fully
invalid and/or unenforceable, this does not
affect the validity of the remaining provisions.
The invalid and/or unenforceable provisions
shall be replaced by those which most closely
approximate the economic meaning and
intended economic purpose of said provisions.
The same shall be applicable to any possible
gaps or loopholes in the provisions.
11.6 The present Auction Conditions and all
amendments thereof are governed by Swiss
law, under exclusion of possible references
to Switzerland’s Federal Code on Private
International Law (CPIL), and under exclusion of
the Vienna C.I.S.G. Convention (UN Convention).
11.7 The courts of the Canton of Zurich
shall be exclusively responsible for settling
disputes (including the assertion of offsetting
and counterclaims) which arise out of or in
conjunction with these Auction Conditions
(includingtheirvalidity,legaleffect,interpretation
or fulfilment). Koller may, however, initiate legal
proceedings before any other competent court.
11.8 In the event of any discrepancy between
the different language versions of these Auction
Conditions, the German language version shall
prevail.
Zurich, 1 July 2018
Koller
Auktionen
AG,
Hardturmstrasse
102,
8031
Zürich,
Schweiz.
Tel 
+41 44 445 63 63, Fax 
+41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch 
Auktions-Aufträge
/
Ordres
d’achats
/
Absentee
Bid
Form
Date
Signature
Auktion
Vente/Sale
Lot.
no.
Gegenstand
/
Déscription
Gebot
/
Ordre
CHF
Maximum
bid
(CHF)
Bitte
beachten
Sie,
dass
wir
für
Objekte
unter
CHF
500.–
keine
Telefon-Gebote
annehmen
können.
Veuillez
prendre
note
que
nous
ne
pouvons
pas
accepter
d’ordres
d’achat
téléphoniques
pour
des
lots
au-dessous
de
CHF
500.–
Please
note
that
we
cannot
accept
telephone
bids
for
objects
below
CHF
500.–
Der
Bieter
willigt
hiermit
in
die
Bearbeitung
seiner
Personendaten
durch
Koller
gemäss
Datenschutzerklärung
(siehe
Homepage)
ein.
L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet).
The
bidder
hereby
agrees
to
the
processing
of
his
personal
data
by
Koller
in
accordance
with
the
Privacy
Notice
(see
website).
Anwendbar
sind
die
Auktionsbedingungen,
die
im
Katalog
und
auf
unserer
Homepage
publiziert
sind.
Gerichtsstand
ist
Zürich
1.
Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1.
I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction.
Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten.
Je
voudrais
recevoir
tous
les
documents
/
factures
de
Koller
exclusivement
par
voie
électronique.
I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless).
Name
/
Nom
Adresse
/
Address
Ort,
Land
/
Ville,
Pays
/
City
State,
Country
Tel.
E-Mail
INTERNATIONAL
AUCTIONS
|
SWISS
MADE
Ja
/
Oui
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Yes
Nein
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Koller Decorative Arts Auktion 30 Sep 2021

  • 1.
    Auktion: 30. September2021 MÖBEL, PORZELLAN & SILBER
  • 4.
    AUKTION IBID 122 Bietenab 21.09 bis 5./6.10.2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr Gemälde,ZeichnungenGrafikAlterMeisterdes19.Jhs. BücherAutographen,Schmuck,Möbel,Uhren,Varia,Porzellan IBID ALTEGRAFIKZEICHNUNGEN Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 IBID BÜCHER AUTOGRAPHEN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBIDMÖBELUHREN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBIDVARIASKULPTUREN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBID PORZELLAN Bieten ab 21.09 bis 5.10.2021 IBID SCHMUCK Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER DES 19. JHS. Bieten ab 21.09 bis 6.10.2021 AUKTIONSPROGRAMM AUKTIONEN SEPTEMBER 2021 (A198 IBID 122)
  • 5.
    TEPPICHE Donnerstag,30.September2021,9.30 Uhr Lot 1501– 1583 SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN Donnerstag,30.September2021,11.00 Uhr Lot 1301 – 1368 MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN Donnerstag,30.September2021,13.00 Uhr Lot 1001 – 1248 ANTIKE WAFFEN Donnerstag,30.September2021,17.00 Uhr Lot 1401 – 1498 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch Auktion: 30. September 2021 DECORATIVE ARTS MÖBEL, UHREN, SILBER, PORZELLAN, TEPPICHE ANTIKE WAFFEN, SAMMLUNG VON ELFENBEINOBJEKTEN DECORATIVE ARTS A198 SEPTEMBER 2021 BÜCHER AUTOGRAPHEN Mittwoch, 29. September 2021, 14.00 Uhr Lot 101 – 363 501 – 527 SEPTEMBER 2021 Auktion: 29. September 2021 BÜCHER, BUCHMALEREI AUTOGRAPHEN BÜCHER, BUCHMALEREI AUTOGRAPHEN A198 ALTE GRAFIK Freitag, 1. Oktober 2021, 10.30 Uhr Lot 3601 – 3636 ZEICHNUNGEN Freitag, 1. Oktober 2021, 11.00 Uhr Lot 3401 – 3488 GEMÄLDE ALTER MEISTER Freitag, 1. Oktober 2021, 14.00 Uhr Lot 3001 – 3072 GEMÄLDE DES 19. JH. Freitag, 1. Oktober 2021, 16.00 Uhr Lot 3201 – 3253 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A198 OKTOBER 2021 GEMÄLDE ALTER MEISTER UND DES 19. JH., ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Auktion: 1. Oktober 2021 GEMÄLDE ALTER MEISTER DES 19. JH. ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr
  • 6.
    Koller Auktionen istPartner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen. EURO-Schätzungen Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 1.08 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung. Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken. Decorative Arts   S. 1 Sammlung von Elfenbeinobjekten   S. 145 Antike Waffen   S. 193 Teppiche   S. 193 Adressen    S. 256 Auktionsbedingungen    S. 260 Auction Conditions   S. 262 Auktions-Auftrag   S. 264 AUKTIONEN Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz
  • 7.
    Zusätzliche Informationen undAbbildungen: www.kollerauktionen.ch Decorative Arts Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan AUKTION Donnerstag, 30. September 2021, 13 Uhr VORBESICHTIGUNG Freitag, 24. bis Dienstag, 28. September 2021, 10 –18 Uhr English descriptions and additional photos: www.kollerauctions.com Sabine Neumaier Porzellan Fayence Head of Department Tel. +41 44 445 63 12 neumaier@kollerauktionen.ch Corinne Koller Silber Head of Department Tel. +41 44 445 63 22 ckoller@kollerauktionen.ch Hannah Wepler Silber Tel. +41 44 445 63 62 wepler@kollerauktionen.ch Stephan Koller Möbel Dekorationen Head of department Tel. +41 44 445 63 20 skoller@kollerauktionen.ch Giordana Schmid Möbel Dekorationen Tel. +41 44 445 63 52 schmid@kollerauktionen.ch
  • 8.
    | 2 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1001 CORPUS CHRISTI Alpenländisch, Südtirol um 1400. Holz vollrund geschnitzt und gefasst. H 46 cm. Fehlstellen, im Bereich des Lendenschurzes wohl überarbeitet. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1002* AQUAMANILE Nordeuropa, wohl Deutschland, Ende 15. Jh. Bronze. In Form eines Löwen, der Schwanz geschwungen als Henkel. Kleiner Ausgusstubus im Maul. H 10,5 cm. Teils mit Grünspan. Deckel fehlt. Ausguss bestossen. Obwohl der Begriff Aquamanile ursprüng- lich das Becken bezeichnete, setzte sich dieser im Laufe der Zeit als Bezeichnung für das Giessgefäss durch. Figürliche Giessgefässe zum Waschen der Hände wurden vorwiegend in Deutschland ab dem 12. Jh. benutzt. Neben Pferden, Hirschen oder Büsten mit Menschen- köpfen war der Löwe, als Symbol der Macht und Stärke, ein äusserst beliebtes Motiv. Das vorliegende, eher einfachere Exemplar, lässt aufgrund der Schweifung des Schwanzes eine Datierung im aus- gehenden 15. Jh. vermuten. Vgl. Otto v. Falke und Erich Meyer: Bronzegeräte des Mittelalters 1. Romanische Leuchter und Gefässe. Giessgefässe der Gotik, Berlin 1935, Abb. 484, 492, 493. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480)
  • 9.
    | 3 1003* VORTRAGEKREUZ Gotisch, wohlBurgund, 1. H. 15. Jh. Holzkern, beschlagen mit getriebenen Silberplatten, Dekor von Pinienzapfen und Rosetten in rautenförmiger Einteilung. Spuren einer ehemaligen Vergoldung. Die Platten vom Perlstab gesäumt. An der Vorderseite mit emailliertem Gottvater in gotischer Nische mit Baldachin zwischen zwei Fialen auf der Vierung von Kreuzquer- und Längsbalken, auf der Rückseite an gleicher Stelle ein leeres Rechteck, ursprünglich zur Aufnahme einer Reliquie (Türe fehlt). Montiert auf späterem konischen Rohrstiel mit abgeflachtem No- dus in vergoldetem Kupfer. Punziert PVE unter Krone bzw. Datierungs- oder Ortsstempel B. 22 × 2 × 44 cm. Bestossungen und Fehlstellen. Türe sowie Einfas- sung des Reliquienbehälters fehlen bzw. unvollstän- dig. Arrangiert. Provenienz: - Ehemals Sammlung Leopold Kolisch, Amsterdam. Auktion Sotheby‘s Amsterdam, 20.12.2001. Lot 156. - Privatbesitz Österreich CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 780 / 3 700)
  • 10.
    | 4 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1004* SPÄTGOTISCHE EISENUHR Schweiz, wohl Zug, Anfang 17. Jh. Offenes Gehäuse aus flachen Eisenbändern, die Ecken schräg gestellt und in Fialen endend. Geh- und Schlagwerk hinter- einander angeordnet, das Werk mit Spindelgang auf Waagunruh (Rückbau). Stundenschlagwerk mit innen verzahnter Schlossscheibe und aussenliegendem Windflügel. Gotisierender Glockenstuhl. Das später bemalte Zifferblatt mit einer Ansicht von Zug und dem Zuger Wappen sowie dem Wappen der Zuger Familie Brandenberg. 16 × 21 × 48 cm. Restauriert und mit Ergänzungen. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480) 1005 RELIEFFIGUR DES HEILIGEN URSUS Schweiz, wohl Solothurn um 1580/1600. Linde geschnitzt im Halbrelief sowie gefasst, verso geflacht. Der Heilige in Vollrüstung mit Schild. H 119 cm. Fahne fehlt, Schwert unvollständig, Fehlstellen und Reparaturen. Fassung später. Literatur: Gottfried Lörtscher. Aus der Reihe Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Solothurn. 1957. S. 198. Mit Abbildung der Figur, aus Pri- vatbesitz in Büsserach. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 240 / 4 630)
  • 11.
    | 5 1007 RELIEFFIGUR DERHEILIGEN KATHARINA Schweiz, wohl Solothurn, um 1580/1600. Holz geschnitzt im Halbrelief sowie gefasst und verso geflacht. Die Heilige Katharina stehend mit Schwert und Buch als Attributen, zu ihren Füssen ein kleines Rad. H 120 cm. Risse und kleinere Fehlstellen. Fehlende Teile am Sockel und am Rad. Fassung später. Literatur: Gottfried Lörtscher. Aus der Reihe Kunstdenkmäler der Schweiz. Kanton Solothurn. 1957. S. 198. Mit Abbildung der Figur, aus Privatbesitz in Büsserach. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 240 / 4 630) 1006* EISENUHR MIT WECKER Im spätgotischen Stil, Süddeutschland oder Schweiz, das Ziffer- blatt trägt eine Datierung 1582. Das offene Gehäuse mit rundem Querschnitt, die vier Pfeiler mit Nasen und von Fialen bekrönt. Hin- tereinander liegendes Geh- und Schlagewerk, mit Spindelgang und Waagunruh. Stundenschlagwerk mit innen verzahnter Schlossschei- be auf Glocke. Kleines Weckerwerk. Das Zifferblatt oben mit einem Engel bemalt, der auf einer Schalmei bläst. Im unteren Bereich zwei leicht erhöhte Wappen mit drei Sternen bzw. drei Halbmonden. 15 × 12 × 33 cm. Gewichte unvollständig. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
  • 12.
    | 6 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1008* KLEINE TURMUHR MIT GLOCKENSCHLÄGERFIGUR Schweiz oder Deutschland, 16./17. Jh. Eisen geschmiedet. Offenes Gehäuse aus flachen Bändern, an den Ecken schräg gestellt und in gotischen Fialen endend. Geh- und Schlagwerk hintereinander lie- gend, das Gehwerk mit Spindelgang und Waagunruh, Stundenschlag auf Glocke, darüber geschnitzte sitzende Glockenschlägerfigur. Spä- teres Blechzifferblatt, beschriftet Zeyt eilt, teilt, heilt. 22 × 27 × 45 cm. Ergänzungen und Restaurierungen. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 1009* BRONZEPLAKETTE KREUZIGUNG Norditalien, nach einer Arbeit von Galeazzo Mondella (1467–1528), genannt Moderno. Späterer Abguss, wohl 17. Jh. Bronze vergoldet. Vielfigurige Darstellung der Kreuzigung. Christus am Kreuz zwischen den beiden Schächern. An sein Kreuz klammert sich Maria Magdalena. Um- stehend zahlreiche Soldaten und Wachen, der Heilige Johannes. Am Boden gestützt von zwei Frauen sitzt Maria. 10,5 x 7,5 cm. Späterer Abguss einer Reliefplakette, welche dem Künstler Moderno zugeschrieben wird. Mo- derno ist das Pseudonym eines Goldschmiedes, der in Norditalien und später in Rom aktiv war. Er signierte einige Stücke mit „Opus Moderni“. Es wird vermutet, dass sich hinter dem Pseudonym der aus Verona stammende Goldschmied Gale- azzo Mondella verbirgt. Exemplare dieser Plakette befinden sich in wichtigen Sammlungen wie dem Metropolitan Museum New York (31.33.9), dem Victoria Albert Museum London oder in der National Gal- lery of Art Washington (National Gallery of Art. Renaissance Bronzes from the Kress Collection. Washington 1951. S. 85.) CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110)
  • 13.
    | 7 1011* EMAILPLAKETTE GRABLEGUNGCHRISTI Limoges, um 1520/30. Dem Meister des Altars von Mesnil-sous-Jumièges zuzuschreiben. Darstellung der Grablegung. Der Leichnam Christi wird von Jo- seph von Arimathäa in den Sarg gelegt. Davor kniend Maria Magdalena, dahinter der Heilige Nikodemus. Hinter dem Sarg eine Gruppe von Heiligen, darunter die Jungfrau Maria sowie der Heilige Johannes. 15,5 × 15,5 cm. Restauriert. Die Komposition der vorliegenden Plakette geht wohl auf einen Holzschnitt Lucas Cranachs d. Ä. (1472-1553) zurück. Dessen Originalkomposition einer Grablegung wird auf 1509 (oder früher) datiert und entstand im Zusammenhang mit dem Werkzy- klus zu seiner Passion Christi. Der Künstler unserer Emailarbeit hat die grundlegenden Strukturelemen- te von Cranach übernommen. So folgen beispiels- weise das horizontale Grab, die Figurenkonstellation, das Arrangement, die Mimik, Gestik und Posturen sowie der sich zu einer Landschaft hin öffnende Horizont treu dem Original. Aufgrund der techni- schen Gegebenheiten hat der Künstler unserer Emailplakette einige Details synthetisiert und dafür Golderhöhungen bzw. Guillochen als ästhetische Intensivierung appliziert. Stilistisch erinnert unsere Arbeit stark an Werke des Limosiner Meisters des Altars von Mesnil-sous-Ju- mièges, insbesondere an den namensgebenden Passionsaltar aus Mesnil-sous-Jumièges und an eine Einzelplakette mit einer Kreuzigungsszene. Bei- de Werke werden um 1520-25 datiert und befinden sich in der Sammlung des Musée des Beaux Arts in Limoges (Inv.-Nr.: 376 457). Mehrere Szenen des Altars basieren auf Stichen von Dürer aus der „Passi- on“ (1508-1512) und der „Kleinen Passion“ (1510). Vgl.: Véronique Notin, „Le Maître du retable de Mes- nil-sous-Jumièges“, BSAHL, 1991, S. 97-110. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1010* KELCH Südamerika, 16. Jh. Auf achtpassigem Fuss. Zwi- schen zwei balusterförmigen Schaftstücken ein eingedrückter Nodus. Konische Kuppa mit glattwan- digem Lippenrand, in floral gestalteter Fassung. H 24 cm. 632 g. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
  • 14.
    | 8 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1012 IZNIK KERAMIK TELLER Türkei, um 1620. Bemalt in reliefiertem Rot, Kobaltblau und Grün mit einem Bouquet von Ro- sen, Tulpen und Hyazinthen, schwarz konturiert. Die Tellerfahne bemalt in Schwarz mit einer „breaking waves” Bordüre, auf der Rückseite alternierende Blatt- und Blütenmotive. Der Standring zweifach zur Hängung durchbohrt. D 29,5 cm. Minime Absplitterung der Glasur. Provenienz: Schweizer Privatsammlung CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1013 IZNIK KERAMIK TELLER Türkei, um 1620. Bemalt in relie- fiertem Rot, Kobaltblau und Grün, schwarz konturiert, mit einem „SAZ” Blatt zwischen einem losen Bouquet von Päonien, Tulpen und Rosen, die Tellerfahne bemalt in Schwarz mit ei- ner „breaking wave” Bordüre, auf der Rückseite alternierende Blatt- und Blütenmotive in Grün und Kobaltblau. Der Standring zur Hängung durch- bohrt. D 28,8 cm. Kleinere Haarrisse. Minimale Absplit- terung der Glasur. Provenienz: Schweizer Privatbesitz CHF 2 500 / 3 500 (€ 2 310 / 3 240)
  • 15.
    | 9 1014* KERZENLEUCHTER INFORM EINER NEREIDE Werkstatt des Severo Calzetta da Ravenna oder dessen Sohn Niccolò Calzetta, Ravenna, 16. Jh. Bronze. In Form einer Frauenbüste, die an den ausgestreckten Armen zwei geschweifte Leuchter hält mit späteren Vasentüllen. Die Lichtarme entspringen in Form von Delphinköpfen aus dem Rumpf. Auf späterem Fuss in Form einer Adler- klaue. H 26 cm. Der Leuchter entspricht einem relativ bekannten und in verschiedenen Variationen existierenden Modell, das in der früheren Literatur Andrea Riccio zugeschrieben wird. So etwa ein sehr verwandter Leuchter, ebenfalls auf einer Adlerklaue stehend, aus der Sammlung E. Foulc Paris (Wilhelm Bode: Die Italienischen Bronzestatuetten der Renaissance, Berlin 1922, S. 57). In der von James David Draper überarbeiteten Version wird dieselbe Figur neu Severo von Calzetta da Ravenna oder dessen Sohn Niccolò Calzetta zugeschrieben. Diese neuere Zuschreibung setzt sich in der jüngeren Literatur durch. So etwa ein Leuchter mit der selben Ne- reide, jedoch auf einem reliefierten Trompetenfuss aus der Sammlung Carrand, Bestand des Museo Nazionale del Bargello (Tommaso Rago: Calzettiana Tar- da. I Bronzeti della Bottega Ravennate di Severo Calzetta del Nuseo Nazionale del Bargello e del Museo Stefano Bardini a Firenze, Florenz 2015, Abb. 53). Ebenso Calzetta zugeschrieben wird ein sehr ähnlicher Leuchter auf Klauenfuss im Art Institurte Chicago, der um 1520 datiert wird, dessen Leuchterarme jedoch im Gegensatz mit unserem geschuppt und als Fischschwänze ausgebildet sind (Inventar Nr. 94174). CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 1015 KLEINE EISENKASSETTE Nürnberg, 16. Jh. Eisen mit geäztem Dekor in Form von Halbpersonen im Profil, in architektonischer Umrahmung. Rechteckiger Korpus auf Kugelfüsschen. Klappdeckel. Eisenschloss. 1 Schlüssel. 9 × 7 × 6,5 cm. Schloss repariert, teils ergänzt. CHF 1 000 / 1 200 (€ 930 / 1 110)
  • 16.
    | 10 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1016* RELIEFTAFEL MIT MOSES UND DEN ZEHN GEBOTE-TAFELN Frankreich, 16./17. Jh. Weisser, roter, rosafarbener und schwarzer Marmor behauen und graviert. Moses stehend mit den beiden Gesetzestafeln. Profilierte Umrahmung. Verso in Eisenrahmen gefasst. 68 × 86 cm. Absplitterung und Riss. Provenienz: - Aus einer Pariser Sammlung. - Sammlung München. Die Zehn Gebote in der Version des Genfer Reformators und Hugenottenvaters Johannes Calvin. Dieser behielt im Gegensatz zu den Lutheranern und der mittelalterlichen christlichen Tradition das Bilderverbot (3. Gebot) aufrecht. Der alttestamentlichen Version fügte Calvin das neutestamentliche Doppelgebot Jesu der Gottes- und der Nächstenliebe hinzu. Neben dem Glaubensbekenntnis und dem Gebet des Herrn (Vater Unser) stellten die Zehn Gebote den Hauptbestandteil des reformierten Gottesdienstes. Die Tafeln mit den Zehn Geboten hatten in der Hugenottischen Kirche in Frankreich auch als Bilder- satz eine wichtige Funktion. CHF 15 000 / 20 000 (€ 13 890 / 18 520) 1017 TAPISSERIE WOHL AUS EINER SERIE ZUM LEBEN JAKOBS Bruxelles oder Enghien, ca. 1550/75. Ein alter, bärtiger Mann, der sich auf einen Stock stützt, wird von einem jüngeren Mann emp- fangen. Ihm folgt ein Diener mit langem Stab, auf eine sitzende Frau mit Kind zurückschauend. Im Hintergrund links einige sich umarmende Figuren und ein Kamel dahinter. Vielfigurige biblische Darstellung, wohl die Versöhnung zwischen Jakob und seinem Sohn Joseph, König von Ägypten (Genesis 47: 5-6). Mit floraler Bordüre mit Früchten, in den unteren Ecken zwei Personen. 390 × 463 cm. Wenige Fehlstellen und Reparaturen. Diese Szene könnte zu einer unbekannten Serie von Tapisserien mit biblischen Darstellungen gehören, in welcher Patriarchen wie Abraham und Jakob gerne als bärtige Alte dargestellt sind. Als Vergleiche können eine Tapisserien über das Leben Abrahams in Hampton Court (um 1545) und eine über das Leben Jakobs in Brüssel (um 1535) angeführt werden. Die Bordüre mit dem breiten floralen Dekor findet sich auf Tapis- serien aus der Zeit zwischen 1540 und 1560. Das Motiv findet sich sowohl in Brüssel als auch in Enghien. CHF 20 000 / 30 000 (€ 18 520 / 27 780)
  • 18.
    | 12 1019* SCHREITENDES PFERD NachRenaissance-Vorbildern, wohl Italien, 17./18. Jh. Bronze patiniert. Montiert auf recht- eckigem ebonisierten Holzsockel. H 12 cm; mit Sockel 25 cm. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 1018 GROSSE MAIOLIKA PLATTE Ligurien, Savona, 17. Jh. Die Form inspiriert von Silberformen mit re- liefiertem Rand und Kehle um einen zentralen Standring. Bemalt in Blau mit einer zentralen mythologischen Szene, Neptun und Nereiden in einer Meerlandschaft, inmitten radial angeordneten Tierszenen auf kleinen Landschaftsstreifen und Pflanzenmo- tiven am Rand. Marke Krone. D 46 cm. Kleine alte Restaurierungen am Rand. Vergleichsstücke: Le collezioni di Ceramiche, Musei e Collezioni della Citta Di Genova, Ausstellung 2001, S. 14. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
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    | 13 1020 FAYENCE BREITRANDTELLER Winterthur,um 1680. Hellgrau glasiert und bemalt mit Scharffeuerfarben, im Spiegel ein Bacchus mit Weinrispen im Haar und in der einen Hand eine Schale, inmitten einer hügeligen Landschaft, auf der Fahne eine Weinrispe, eine Birne, ein Granatapfel und ein Rettich. D 34 cm. Riss mit alter Reparatur CHF 600 / 800 (€ 560 / 740) 1021* SCHREITENDER BULLE Wohl Italien, 17./18. Jh. Nach einem Modell von Giovanni da Bologna, genannt Giambologna (Douai 1529–1608 Florenz) und Antonio Susini (1558–1624). Bronze dunkel patiniert. Montiert auf einen ebonisierten Holzsockel. H 9,5 cm; mit Sockel 23 cm. Ein Hinterbein etwas verbogen. Das Modell dieses schreitenden Bullen geht auf eine Arbeit von Giambologna zurück, der sich dabei selber an einem antiken Vorbild orientierte. Das ursprüngliche Modell wurde 1573 für Cosimo de Medici gefertigt und befindet sich heute im Museo Nazionale del Bargello in Florenz. Das Modell wurde in den späteren Jahrhunderten ver- schiedentlich rezipiert und in leichten Abwand- lungen gegossen. Eine unserem Bullen sehr ähn- liche Version findet sich in der Anglesey Abbey, Cambridgeshire (NT 515167). Deren Guss wird zwischen 1600 und 1700 datiert. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410)
  • 20.
    | 14 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1022 FRAGMENT EINER TAPISSERIE-BORDÜRE Renaissance, Bruxelles, wohl Atelier von François Geubels, um 1560. Allegorische Darstellungen der Grosszügigkeit und der Gerechtigkeit unter Baldachin, darüber drei Adler. In architekto- nischer Grotesken-Rahmung mit von Blättern umrankten Säulen sowie Karyatiden. 167 × 66 cm. Farben verblasst. Restaurierungen. Das Fragment war Teil der Bordüre einer grossen Tapisserie; sehr ähnliche Bordüren weisen etwa die Bildteppiche aus einer Serie über Romolus und Remus von François Geubels auf, die unter anderem im Kunsthistorischen Museum Wien ausgestellt sind (Guy Delmarcel. La tapisserie flamande. Paris 1999. S. 155ff.). Die etwas abgewandelte Gruppe ist dort mit beschrifteter Kartusche versehen, bezeichnet „REGNVM AVTEN JVSTICIA ET LIBERALI- TATE“. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850) 1023 FRAGMENT EINER TAPISSERIE-BORDÜRE Renaissance, Bruxelles, wohl Atelier von François Geubels, um 1560. Darstellung einer Frau mit Palmwedel, darunter ein Drache. In architektonischer Grotesken-Rahmung mit von Blättern um- rankten Säulen und Karyatiden. 60 x 150 cm. Farben etwas verblasst. Restaurierungen. Auch diese Bordüre weist grosse Ähnlichkeit mit den Bordüren der Reihe über Romolus und Remus von François Geubels auf. Die Frau mit dem Palmwedel könnte eine Allegorie darstellen, was zu der Romolus und Remus Serie passend wäre. Möglich wäre auch die Darstellung der Heiligen Katharina oder der Heiligen Margarete (Drache). CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850)
  • 21.
    | 15 1024* NAUTILUSPOKAL Spanien oderSüdamerika 17. Jh. „Nautilus“-Muschel in Silber- montierung mit floralem Dekor. Eingezogener Schaft auf leicht getrepptem, durchbrochenem Rundfuss. H 13,9 cm. CHF 15 000 / 18 000 (€ 13 890 / 16 670)
  • 22.
    | 16 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1025* GROSSE TAPISSERIE „GESCHICHTE DES PHILIPPUS“ Renaissance, Flandern, 2. Hälfte 16. Jh. Darstellung der Geschich- te des Philippus (Apostelgeschichte 8.26 - 40). Philippus wird von Gott auf die Strasse zwischen Jerusalem und Gaza geführt: „Leve toi et ... midi“. Der Heilige Geist rät ihm, sich an den Kämmerer der Kandake, Königin von Äthiopien zu halten, der auf einem Karren begleitet von Soldaten vorbeizieht: „Approche et tadionis a ce chariot“. Philippus deutet dem Kämmerer eine Stelle im Buche Jesaja, welche dieser liest, zunächst jedoch nicht versteht: „Il fut mene come la brebis a occis iona“. Nach dem er verstanden hat, lässt sich der Kämmerer von Philippus taufen. Breite Bordüre mit Groteskenmotiven, Engeln und Ranken. H 372 x 337 cm. Diverse Restaurierungen, sowie Fehlstellen. Teils stark ausge- bleicht. Der linke Bordürenstreifen später angefügt. Reparaturen über Insektenschäden, vor allem im unteren Bereich, vier Spruch- bänder vakant ersetzt. Die Darstellungsform der gestaffelte Landschaft, in der die Geschichte der gleichen Figuren in verschiedenen Stationen erzählt wird, entspricht einem mittelaterlichen Bildprogramm. Erwähnenswert sind die französichen Bibelzitate, die aus der wohl ersten lateinisch-französischen Ausgabe des Neuen Testaments stammen, die 1522 vom in Paris geborenen Drucker und Verleger Robert Estienne (1503–1559) publiziert wurde. Ebenso hervor- ragend sind die grotesken Bordüren, die auf Druckgrafiken aus Italien, aus dem Umkreis und der Nachfolge Raffaels referieren. CHF 20 000 / 30 000 (€ 18 520 / 27 780)
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    | 17 1027 ♣ KLEINES REISEKABINETT Barock,wohl Holland, 17. Jh. Palisander eingelegt mit Elfenbein und hellem Holz in Form von geometrischen feinen Filets. Rechteckiger Korpus, die Front abklapp- bar und öffnend auf sechs Schubladen, die Fronten mit Voluten- und Ranken- werkintarsien. Kleine Messingbeschläge. 46,5 × 26,5(53) × 30 cm. Schlüssel, Schlüsselschild und Traghen- kel fehlen. Elfenbeinfilets teils unvoll- ständig, Risse, etwas zu überholen. Front etwas verzogen. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 1026 ♣ KLAPPBARE REISESONNENUHR Renaissance, Nürnberg, sign. Paulus Reinmann sowie datiert 1606. Paulus Reinmann, Nürnberg 1557–1609. Elfenbein mit rot und schwarz kolorierten Gravuren. Grundplatte mit Kompass mit eingravierter Missweisung und Himmelsrichtungen. Umlaufend die Stundenskala von 4-12-8. Darunter eine konkave Skalierung mit Zahlenfolge 8-23-16. Die Innenseite des Deckels graviert mit diversen Städten und deren Polhöhen, darüber eine Skalierung mit den Sternzeichen. Fadengnomon fehlt. Durchbrechung. Auf der Rückseite der Grundplatte (Boden) befindet sich eine Monduhr mit vergoldeter Messing-Mondscheibe umgeben von Tages- und Stundenskalen, vier Messingfüsschen. Gravierte Beschriftung „Epacta Gregorii Anno 1603“. Auf dem Deckel (aussen) die Win- drose mit 16 Himmelsrichtungen und Skala von 1-32, Zeiger in Form einer Hand sowie Guckloch für Kompass. Geschlossen 10 x 6,5 cm. Kompassnadel sowie Glasabdeckung fehlen. Feine Risse, Schar- nierverdrahtung unvollständig. Die Beobachtung des Sonnenlaufs ist die ursprüng- lichste Form der Zeitbestimmung. Mechanische Taschenuhren waren lange Zeit teuer und stör- anfällig. So blieben Klapp- und Tischson- nenuhren bis gegen 1800 Zeitmesser für den Alltag. Auch zum Stellen der Uhren waren sie noch lange unverzichtbar. Die Familie Reinmann wird in Nürnberg als eine der bekanntesten Kompassma- cherfamilien geführt. Neun Familien- mitglieder waren Kompassmacher. Vom Kompassmacher Paul Reinmann sind noch heute sehr viele Sonnenuhren bekannt. Diese werden in den inter- nationalen Museen von Oxford, London und Chicago ausgestellt. Aber auch im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg ist ein Exemplar ausgestellt. (Frank Liebau: Die Kompassmacher aus Nürnberg und Fürth, 2017. Online-Ausgabe) CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560)
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    | 18 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1028* VERMEIL-ABTSTAB-KRÜMME Deutschland um 1680. Massiv gestaltet, punziert, graviert, in Form einer grossen eingerollten Akanthusvolute. In der Mitte kleine Statue der Muttergottes mit Kind. H 22,5 cm. 607 g. CHF 2 800 / 4 800 (€ 2 590 / 4 440) 1029* VERMEIL BUCKELPOKAL Nürnberg 1606–1609. Meistermarke Christoph Schell. Flacher, in der Mitte stark ansteigender Rundfuss. Mit reliefiertem Zungen- muster, vasenförmiger Schaft und tropfenförmig, reliefierter Kelch mit Blütenmotiv. H 14,1 cm. 150 g. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1031* APOSTELLÖFFEL Zürich, um 1660-80. Meistermarke Alexander Kilchsberger II. Sil- ber, teilvergoldet. Gemuldete, tropfenförmige Laffe an kantigem Stiel. Fein gearbeitete, vergoldete Figur. Mit Blumengravur auf der Rückseite der Löffellaffe. L 16,1 cm. 27 g. CHF 1 800 / 2 800 (€ 1 670 / 2 590) 1030* VERMEIL APOSTELLÖFFEL PAULUS Zürich, um 1660–1680. Meistermarke Hans Heinrich Denzler. Tropfenförmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel. Rückseite fein graviert mit zwei Tulpendarstellungen. L 16,7 cm. 31 g. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
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    | 19 1032* APOSTELLÖFFEL MATTHIAS Zürich,um 1660-80. Meistermarke Hans Conrad Boller. Tropfen- förmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel. Auf der Rückseite fein graviert zwei Blumendarstellungen. L 16,5 cm. 27 g. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310) 1034 SPIEGELMEDAILLON MIT LIMOGES-EMAILMALEREI Limoges, Anfang 17. Jh. Wohl Jean Guibert (circa 1570/75–1626) Email polychrom bemalt, Darstellung des Raubes der Europa durch Zeus, vermutlich in Anlehnung an einen Entwurf der Werk- statt von Hendrick Goltzius (1558–1617). In feiner vergoldeter Montierung, Rückseitig mit Spiegel besetzt sowie frontseitig zu öffnen. Innen ursprünglich wohl mit Miniaturportrait (fehlt). Der Rahmen mit seitlichem Eierstab-Dekor, oben in Doppelvoluten abschliessend und mit Hängeöse. 11 x 6,7 cm. Email mit diversen Restaurierungen und Fehlstellen. Spiegel stark korrodiert. Vergoldung stark berieben. Schönes und wohl in dieser Form als Ensemble entstandenes Objekt. Die Darstellung der Entführung der Europa durch Zeus lehnt sich wohl an einen Kupferstich von 1590 an, dessen Entwurf aus der Werkstatt von Hendrick Goltzius stammt; Blatt 20 aus der Folge Ovids Metamorphosen (vgl. Online Collection Staatliche Kunstsammlungen Dresden; https://skd-online-collection.skd. museum/Details/Index/569747). Ein sehr ähnliches Medaillon mit Spiegel, das ebenfalls eine Email-Miniatur von Guibert aufweist, dort mit der Darstellung von Atalanta und Meleager mit dem Calydonischen Eber, befindet sich im British Museum (Inventar WB 40). Allerdings ist die dortige Montierung eine galvanoplastische Reproduktion. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1033* VERMEIL HERMENLÖFFEL Zürich, um 1660–80. Meistermarke Alexander Kilchsperger. Trop- fenförmige, gemuldete Laffe an kantigem Stiel mit bekrönender, fein ausgeführter Figur. Auf der Rückseite fein graviertes Blattmo- tiv. L 16,4 cm. 37 g. CHF 1 800 / 2 800 (€ 1 670 / 2 590)
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    | 20 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1036 INTARSIERTE ANRICHTE/HALB- SCHRANK Renaissance, wohl Graubünden, 16./17. Jh. Nussbaum, Kirsche, Ahorn und Arve eingelegt in geometrischen Reserven mit Bossenwerk und Filets sowie Rankenwerk. Flachschnitzerei Dekor in Form von Rankenwerk sowie zwei Vögel. Rechteckiger Korpus mit profiliertem, vorkragendem Blatt auf Sockelgeschoss. Architektonisch gegliederte Front mit Doppeltüren zwischen breiten Lisenen, mit Pilastern besetzt. Schlagleiste in Pilasterform. Eisenschloss und geschmiedete Eisenbe- schläge (teils später). Seitliche Traggriffe. 1 Schlüssel. 155 x 56,5 x 102 cm. Blatt teils ergänzt. Fehlstellen. CHF 600 / 800 (€ 560 / 740) 1035* SELTENE HALSUHR Süddeutschland, wohl Hans Christoph Kreizer, Augsburg um 1630. Messing durchbrochen gearbeitet, graviert und vergoldet sowie geschliffenes Glas. In ovaler Form, die Seiten mit facettier- ten Glaselementen, in Messingmontierung mit durchbrochenen Blattvoluten und Knospen. Front- und Rückseite zu öffnen und mit Glaselementen besetzt, der rückseitige Deckel ebenfalls facettiert. Versilbertes Zifferblatt mit römischen Stundenzahlen sowie emailliert mit Phoenix und Blattwerk (mit Fehlstellen). Feines Werk mit Spindelgang und Stundenschlag auf eine im rückseitigen Deckel untergebrachte Glocke. Ausgeschnittener Eisendekor in Rankenform. Die Federhäuse graviert mit Blattwerk. Hängeöse. H 8,5 cm. Werk zu revidieren/justieren. Glaselemente teils verkratzt. Vergleichbare Uhren, teils als Tischuhren auf Stand oder als Halsuhren mit Ständer aus Augsburg, von Johann Reinhold, Hans Kristoph Kreitzer sowie Hans Buschmann abgebildet bei: Klaus Maurice: Die deutsche Räderuhr, München 1976, Band II, Nr. 458 bis 463. CHF 15 000 / 25 000 (€ 13 890 / 23 150)
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    | 21 1037 KONSOL EISENUHR Winterthur,Anfang 17. Jh. Monogrammiert und datiert 16A*L16 (für Andreas II. Liechti, 1582–1650). Eisen ge- schmiedet sowie teils gefasst. Offenes Werk, die Ecken mit flachen, schräg gestellten Bändern, oben in Voluten endend. Hintereinander angeordnetes Gehwerk mit Spindelgang und Radunruh sowie Halbstundenschlagwerk mit innen verzahn- ter Schlossscheibe und kleinem Flügelrad. Glockenstuhl mit Nelke als Abschluss sowie kleinen Blüten als Dekor. Zifferblatt bemalt mit Putte und Sanduhr sowie Datierung 1616. 16.5 × 17 × 39 cm. Diverse Ergänzungen und Restaurierungen, Zifferblatt später. Ursprünglich wohl mit Wecker. Die Uhr ist erwähnt im Inventar der lediglich sieben über- lieferten Uhren von Andreas II. Liechti, mit der Bemerkung „unvollständig“. Vgl. Adolf Schenk. Georg Holtey: Die Uhrma- cherfamilie Liechti von Winterthur und ihre Werke. Winterthur 2006. S. 101. Eine nah verwandte Uhr, ebenfalls mit einem Gestell aus Flacheisen, befindet sich im Uhrenmuseum Win- terthur. (Schenk/Holtey: S. 69, Abb. 31.) CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 400 / 11 100) 1038 GROSSE GESCHNITZTE TRUHE Frankreich, 16./17. Jh. Nussbaum geschnitzt mit Blätter- und Blumenranken, Tieren und Engeln. Die Front mit reliefierter Darstellung der Anbetung der Heiligen drei Könige, flankiert von plastisch geschnitzten Allegorien der Weisheit und Justizia. Rechteckiger Korpus auf gerader, profilierter Sockelleiste und ge- quetschten Füssen. Klappdeckel. Eisenschloss und -bänder (teils ersetzt). 1 Schlüssel. 150 x 62 x 87 cm. Risse sowie fehlende Teile an der Sockelleiste. Gebrauchsspuren. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
  • 28.
    | 22 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1039 FRAGMENT EINES RAHMENS ODER EINER SUPRAPORTE Spanien, 17. Jh. Kiefer geschnitzt im Relief sowie gefasst. Bogenförmig, Darstellung von zwei Per- sonen, die von einem Engel zusammengebracht werden (Joachim und Anna?). Flankierend zwei weitere Figuren. 113 x 38 x 10 cm. Fassung unvollständig. CHF 600 / 1 000 (€ 560 / 930) 1040* EINZEIGRIGE TURMUHR/HAUSUHR Wohl Schweiz, 17. Jh. Eisen geschmiedet. Offenes Werk mit flachen Eisenbändern, die Ecken in Voluten auslaufend. Gehwerk mit Spindelgang auf später angebrachtes, kurzes seitliches Pendel. Stundenschlagwerk auf extern zu montiertender grossen Glocke. 36 × 55 × 59 cm. Restauriert und umgebaut. Gewichte unvollständig. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 240 / 4 630) 1041 EISENSCHATULLE Wohl Deutschland, 17. Jh. Eisen teils rot gefasst, mit geschmiedeten Blattmotiven sowie moulürierten Profilstäben belegt. Rechteckiger Korpus mit Klapp- deckel. Schloss mit sechs Riegeln, durchbrochene Schlossplatte. Vexierschlüsselschild. Traghenkel. 1 Schlüssel. 22,5 × 13 ×12 cm. Schlüsselschild zu reparieren. Berieben. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560)
  • 29.
    | 23 1042* EISENKASSETTE MITDEN WAPPEN DER FAMILIEN PEYER UND VON WALDKIRCH Schaffhausen, 17. Jh. Holzkern beschlagen mit Eisen sowie bemalt; der Deckel mit den Wappen der Familien Peyer sowie der Familie von Waldkirch. Die Front dreifach kassettiert, die zentrale Kassette bemalt mit einem Blumenkranz um das Schlüsselschild in Form von zwei Doppelvoluten, die beiden äusseren zeigen den auf der Harfe oder Leier spielenden König David bzw. Orpheus als Sänger mit Instrument, zu seinen Füssen ein Löwe. Die beiden Seiten mit Blumen bemalt. Rechteckiger Korpus mit Klappdeckel. Geschmiedete Traghenkel. Eisenschloss. 1 Schlüssel. 46,5 × 24,5 ×23 cm. Fehlstellen an der Bemalung. Die Truhe entstand wohl anlässlich einer Heirat zwischen Mitglie- dern der beiden Familien Peyer und von Waldkirch, zu denen es im 17. Jh. verschiedentlich kam. So heiratete Hans Christoph von Waldkirch (1612–1680) im Jahre 1634 Agathe Peyer im Hof. Hans Christoph von Waldkirch amtete ab 1669 als Reichsvogt und war ab 1644 Mitglied des grossen Rats von Schaffhausen. Allerdings handelt es sich bei dem Wappen der Familie Peyer um dasjenige der Linie „mit dem Wecken“, was eher auf eine andere Verbindung schliessen lässt, da Agathe aus der Linie im Hof stammte. Eine frühe Allianzwappenscheibe aus dem Jahre 1580 bezeugt eine Verbindung zwischen Hans Leopold (Lüpold) von Waldkirch und Maria Peyer mit den Wecken. Die Scheibe befindet sich in Schloss Altenklingen bei Wigoltingen. Auch ist im Familienstamm- baum eine Heirat zwischen Hans Martin Peyer mit dem Wecken (1630–1691) und Anna Barbara von Waldkirch (1640-1722) im Jahre 1663 bekannt. Hans Martin Peyer war Pfarrer zu Lohn sowie Pfarrer zum Münster in Schaffhausen. Das Wappen der Familie Peyer ist auf der Truhe spiegelverkehrt dargestellt. Dies ist nicht unüblich, Wappen durften so dargestellt werden, dass sie einander zugewandt waren. In der Heraldik wird dies als Courtoisie bezeichnet. CHF 15 000 / 25 000 (€ 13 890 / 23 150)
  • 30.
    | 24 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1043 GROSSE TAPISSERIE AUS DER FOLGE „DAS LEBEN DES CÄSAR“ Brüssel, Mitte 17. Jh. Stadtmarke BB (Brabant-Brüssel) so- wie signiert G. Peemans (Gérard Peemans, aktiv 1660–1707). Schlachtendarstellung, im oberen Teil in Kartusche bezeichnet „IULIUS CAESAR ET POMPEUS CONFLIGUINT“. Breite Bordüre mit opulenter Blumengirlande mit Figuren sowie Hirtendarstellung in Kartusche. 400 x 600 cm. Kleinere Risse, Restaurierungen. Eine ähnliche Tapisserie von Gérard Peemans aus den Serien ‚La Vie de César-Auguste‘, ‚L‘Histoire de Marc-Antoine et Cléopatre‘ und ‚l‘Histoire de Zénobie, reine de Palmyre‘ ist abgebildet in: Guy Delmarcel: La Tapisserie Flamande du XV au XVIII siècle, Paris 1999, S. 247. Gerard Peemans war der Schwiegersohn des berühmten Brüs- seler Teppichwebers Gerard van der Strecken, der Mitte des 17. Jahrhunderts eine große Anzahl hochwertiger Wandbehänge herstellte. G. Peemans betrieb eine der wichtigsten Brüsseler Werkstätten der zweiten Hälfte des 17. Jh. Zwischen 1660 und 1707 tätig, beschäftigte er bereits im Jahr 1665 vierzehn Weber an sechs Webstühlen. Diese Zahl stieg 1683 auf dreiunddreißig Weber an, um dann von 1703–1707 wieder auf vier Webstühle zu fallen. In seinen Werkstätten ließ er zahlreiche Behänge nach externen Künstlervorlagen anfertigen: Den Behang der Apostelgeschichte nach einem Modell von Raffael, im Depot des Victoria und Albert Museum, London zu finden, sowie die Tapisserie zur Geschichte Alexanders des Großen nach den Vorlagen von Charles Le Brun. Weitere Werkzyklen sind nach Vorlagen flämischer Maler wie Jus- tus van Egmont inspiriert, so unter anderem auch die Geschichte des Achilles nach Rubens, die Geschichten von Kleopatra und Marcus Aurelius sowie von Dido und Aeneas. Von meisterhafter Qualität ist insbesondere der Behang der Zenobia, Königin von Palmyra, ausgestellt im Musée Royaux d’Art et d’Histoire, Bruxel- les. Viele Vorzeichnungen stammen von Justus van Egmont (Leiden 1601–1674 Antwerpen), der vor allem als geschickter Maler von Porträts und Historienbildern sowie als Schöpfer von Wandteppi- chen bekannt ist. Von 1620 bis 1628 war er Mitglied der Werkstatt von Rubens und beteiligte sich an der Ausführung der Geschichte der Marie de Médicis, einem Zyklus, der für die Galerie des Palais du Luxembourg in Paris bestimmt war (1622–1625). Er ließ sich in Paris nieder und wurde Mitarbeiter von Simon Vouet. Er malte Gobelinentwürfe für die Werkstätten im Faubourg Saint-Mar- cel-Quartier, wo viele nach Paris emigrierte flämische Gobe- linknüpfer, wie Coomans und Van der Plancken (de la Planche) arbeiteten. Von König Ludwig XIV mit dem Titel „Peintre du Roy“ geehrt, war Van Egmont im 1648 einer der zwölf Gründer der Akademie für Malerei und Bildhauerei. Ab 1649 war er in Brüssel angesiedelt, bevor er sich 1653 dauerhaft in Antwerpen nieder- ließ, wo er bis zu seinem Tod 1674 in Opulenz und Ruhm lebte. Seine bekanntesten Tapisserieentwürfe stammen aus dieser letzteren Periode, darunter die Geschichten des Cäsar Augustus (1659), der Kleopatra und Marcus Aurelius (1661), des Dido und Aeneas, der Zenobia - Königin von Palmyra (ausgestellt im Musée Royaux d’Art et d’Histoire, Bruxelles), und des Aurelian (1665). In ihrer Gestaltung und Komposition sind diese Vorlagen von Justus van Egmont ein prächtiger Ausdruck des flämischen Barocks. Alle erwähnten Wandteppiche weisen die gleichen Bordüren auf, ihres Zeichens ein Meisterwerk der flämischen Barockkunst, mit Liebesmotiven, Früchte- und Blumengirlanden „au naturel“, Pfauen, Vasen, wasserspeiende Delphine sowie Kartuschen mit lateinischen Inschriften, welche wiederkehrende Gestaltungs- mittel sind und die barocke Opulenz bezeugen. Das lebendige und leuchtende Kolorit charakterisiert sich durch die Zartheit der Rosé-, Grau- und Beigetöne. Verstärkt wird diese Farbpalet- te durch kräftig satte Rot-, Blau-, Grün-, Gold- und Kupfertöne. Die prächtige Bordüre vervollständigt die festliche Atmosphäre dieses brillanten Behangs. CHF 20 000 / 30 000 (€ 18 520 / 27 780)
  • 31.
  • 32.
    | 26 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1044 TAPISSERIE „TRIUMPH DAVIDS ÜBER GOLIATH“ Frankreich oder Flandern, 17. Jh. Dargestellt eine Schlachtensze- ne mit König Saulus, im Vordergrund David, der den Kopf Goliaths dem König präsentiert. Breite Bordüre mit Früchtegirlande. 312 × 315 cm. Ausgebleicht. Reparaturen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 33.
    | 27 1045* EINZEIGRIGE TURMUHR/ HAUSUHR Schweizoder Deutschland, 17. Jh. Offenes Gehäuse mit flachen Eisenbän- dern, die Ecken in Voluten auslaufend. Hintereinander angeordnetes Gehwerk mit Spindelgang und Waagunruhr sowie Schlagwerk für Stunden auf Glocke. Zifferblatt bemalt mit geflügeltem Engelskopf. 33 × 35 × 61 cm. Ergänzungen und Restaurierungen. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1046* TURMUHR/HAUSUHR 17. Jh. Eisen. Offenes Werk mit flachen Eisenbändern, die Ecken in Voluten auslaufend. Drei hintereinander liegende Werke, Gehwerk mit Spindelgang auf Waagunruh, zwei Schlagwerke für Viertel- stundenschlag auf zwei Glocken. 28,5 × 29 × 60 cm. Stark restauriert und ergänzt. Gewichte unvollständig. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850)
  • 34.
    | 28 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1047 SCHRANK MIT BEININTARSIEN Koloniale Arbeit, wohl Mexiko, 17./18. Jh. Mahagoni eingelegt mit Bein in Form von stilisierten Rosetten sowie geometrischen Motiven. Pun- zierter Dekor in Form von geometrischen Filets. Rechteckiger Korpus mit geradem, vorkragendem Kranz auf profilierter Sockelleiste. Front mit zwei dreifach kassettierten Türen. Kassettierte Seitenwandungen. Innen mit zusätzlicher Schublade. 183 x 67 x 225 cm. Fehlstellen. Innen mit späteren Verstärkungen. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
  • 35.
    | 29 1048* KLEINE TURMUHR/HAUSUHR Schweizoder Süddeutschland, 17./18. Jh. Eisen. Offenes Werk mit fla- chen Eisenbändern, die Ecken in Voluten auslaufend. Geh- und zwei Schlagwerke hintereinander liegend, das Schlag- werk mit Spindelgang und Waagunruh. Viertelstundenschlag auf zwei Glocken. Späteres bemaltes Zifferblatt, bemalt mit Rocaille auf rotem Grund. 34 × 46 × 75 cm. Ergänzungen und Restaurierungen, Glockenstuhl sowie Waagunruh später. Spätere Zeiger. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 240 / 4 630) 1049 WAFFENTRUHE Schweiz, wohl Aargau, 17. Jh. Nadelholz ver- stärkt mit geschmiedeten Eisenbeschlägen. Leicht prismierter Korpus mit gewölbtem, teils aufklappbarem Deckel. 104 x 45 x 62 cm. CHF 600 / 800 (€ 560 / 740)
  • 36.
    | 30 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1050* SPÄTRENAISSANCE EISENUHR MIT VORDERPENDEL Südeutschland oder Schweiz, um 1660/80. Eisen geschmiedet. Geschlossenes Ge- häuse, später bemalt mit goldfarbenem Blattwerk sowie Engelskopf auf rotem Grund. Dreiseitig mit durchbrochener Bekrönung von Blattvolutenwerk. Glockenstuhl bekrönt von vier stilisierten Akanthusblättern. Bemal- ter Zifferring mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen. Werk mit massi- ven Vierkantpfeilern, im oberen Teil gedreht. Drei hintereinander angelegte Werke mit Spindelgang auf Vorderpendel sowie zwei Schlagwerke für Viertelstunden sowie Stun- den auf zwei Glocken. Wohl späterer Umbau von Radunruh. 16 × 15,5 × 36 cm. Werk stark gereinigt, Gehäuse wohl später. Schönes und fein gearbeitetes Werk, wohl ur- sprünglich mit Radunruh. Das eigentlich nicht sichtbare Rahmenwerk mit Zierelementen. Eine etwas frühere Uhr mit vergleichbarem Pfeilerrahmen, mit Mondphase und Radun- ruh, die als Süddeutschland um ca. 1620 be- schrieben wird, abgebildet bei: Fridolin Staub: Eine Sammlung alter Uhren. Gipf-Oberfrick 2000. S. 56, Nr. 33. CHF 10 000 / 15 000 (€ 9 260 / 13 890)
  • 37.
  • 38.
    | 32 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1052 GROSSER AUSZUGSTISCH Barock, Schweiz datiert 1737. Nussbaum gedrechselt sowie geschnitzt mit Fischblasendekor und appliziertem, in Lorbeer- kranz gesäumtem Monogramm PB ABV. Rechteckiges, beidseitig ausziehbares Blatt auf gerader Zarge mit seitlichen Schubla- den. Gedrechselte Balusterbeine auf Umlaufsteg in Eiche und gequetschten Füssen. Eisenbeschläge. 207 x 69 x 82 cm (381 cm Gesamtlänge) Kleinere Reparaturen. CHF 4 500 / 7 000 (€ 4 170 / 6 480) 1051 OKTOKONALE TISCHUHR England, Anfang 18. Jh. Das Werk sig- niert C. Cabrier London (wohl Charles Cabrier, Meister 1697–1724). Bronze graviert mit Blattwerk sowie vergol- det. Oktogonales Gehäuse, allseitig mit bastionsförmigen, verglasten Durchbrüchen auf drei Füssen in Löwenform (spätere Justierfüsse). Werk mit Spindelgang und Unruh, Schlagwerk auf Glocke. Gravierter Messingzifferring mit römischen Stunden- und arabischen Minuten. Spätere Zeiger. 12 × 12 × 8 cm. Schlagwerkfeder defekt. Ergänzun- gen und kleinere Änderungen. Glo- ckenbefestigung repariert/ergänzt. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
  • 39.
    | 33 1053 KRUZIFIX INGESCHNITZTEM RAHMEN Frankreich, Anfang 18. Jh. Corpus in Birnbaum vollrund fein geschnitzt. Auf geschwärztem Holzkreuz, montiert auf einer mit ockerfarbenem Velours bezogener Platte. Geschnitzter und vergoldeter Rahmen mit Blätter- und Früchtegirlande. H Corpus 39 cm, total 73 × 47 cm. Fehlstellen an der Vergoldung. Corpus mit Riss und Reparaturen am Bauch sowie an den Fingern. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480)
  • 40.
    | 34 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1054 ZWEI FAYENCE TISCHLEUCHTER „IMARI CINESE” Mailand, Manufaktur Pasquale Rubati, zweite Hälfte 18. Jh. Profilierter Schaft auf einem oktagonalen Fuss. Bemalt mit Scharffeuerfarben in Blau, überdekoriert in Eisenrot und Goldhöhung im Imari-Stil mit rankenden Chrysanthemenstauden über einem Fels auf einem Erdstreifen. H 18,5 cm. Beide Schäfte am Ansatz restauriert CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1055 KLEINER FAYENCE TELLER Italien, wohl Nove, um 1800. Mit mangan- farbenem „faux bois” Dekor und fünf kleinen Veduten in Kupferstich-Imitation in Sepia. D 19,7 cm. CHF 600 / 800 (€ 560 / 740)
  • 41.
    | 35 1056 FAYENCE TELLERMIT PAGODENDEKOR Mailand, Manufaktur Felipe Clerici, 18. Jh. Fassonierte Form bemalt mit Scharffeu- erfarben in Blau und Rot mit Höhungen in Gelb. Mit chinesischer Pagode zwischen Landschafts- und Architekturmotiven und Fischer auf einem Boot. D 19 cm. Minime Randbestossungen. Für den Dekor vgl. Museo Poldi Pezzoli, Katalog 1964, Nr. 243. CHF 500 / 700 (€ 460 / 650) 1057 PAAR TASSEN UND UNTERTASSEN Doccia, Ginori, um 1780. Becherform mit gedrehten Henkeln. Auf kobaltblauem Fond ovale Reserven mit Rosenmotiven und Goldblatt- dekor. Ohne Marken. 7 cm, 13,5 cm. Provenienz: - Sammlung Dr. William P. Harbeson, Sotheby‘s Parke-Bernet, New York, 1972 (Inv.Nr. I.D.6). - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670)
  • 42.
    | 36 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1058 GROSSER TRUMEAU-SPIEGEL Régence, Frankreich, Anfang18. Jh. Holz ge- schnitzt mit Muscheln, Rocaillen, Trauben, Blatt- voluten, Blumen und Zierfriesen sowie vergoldet. Rechteckiger Doppelrahmen mit geschweift ausgeschnittenem, teils verspiegeltem Aufsatz. 202 x 114 cm. Wenig fehlende Teile am Schnitzwerk. Vergoldung mit Fehlstellen. Späteres Spiegeglas. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1059 ♣ BOULLE-PENDULE AUF SOCKEL Régence, Paris um 1720/30. Das Werk signiert Pia à Paris (wohl Barthélemy Pia, Meister 1715). Gehäuse mit Boulle-Marketerie in première und contre-partie in braunem Schildpatt und graviertem Messing in Form von Blumen- und Blätterranken. Bronzedekor in Form von Blumen und Blättern sowie Puttofigur als Aufsatz. Die Türe mit zwei allegorischen Putten dekoriert. Reliefiertes Bron- zezifferblatt mit weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang und Halbstundenschlag auf Glocke. 39 x 17 x 112 cm. Emailkartuschen teils mit Sprüngen. Fehlstellen in Marketerie. CHF 1 200 / 1 500 (€ 1 110 / 1 390)
  • 43.
    | 37 1060 FEINES SCAGLIOLATISCHBLATT Italien, 17. Jh. Rechteckiges Blatt, als zentrale Dar- stellung eine Eule (wohl Allegorie der Weisheit), auf einer Vase stehend und umgeben von aus der Vase wachsendem Astwerk mit zahlreichen Vögeln. Flan- kiert von zwei Vasen mit schönen Blumenbouquets. Eingefasst von breitem, mehrfach eingezogenem Filet, auf dem weitere Vögel sitzen. Auf modernem Tischgestell (verbogen). 111 × 67 cm. Diverse Reparaturen, Fehlstellen und Kratzer. Rand- ausbrüche. Ausgesprochen schöne und fein gearbeitete Platte in Scagliola Technik. Dabei wurde Gips mit anderen Zuschlagstoffen eingefärbt und zu Platten ge- presst, aus denen einzelne Stücke ausgeschnitten und als Intarsien zu einem Bild zusammengeführt wurden. Diese Technik ist eine Abwandlung der Pietra-Dura Arbeiten, wo vorzugsweise Halbe- delstein-Stücke zu Intarsien zusammengefügt wurden. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 44.
    | 38 1061* SPIEGEL George II,England um 1720/30. Holz geschnitzt mit Blattvoluten, Zierfriesen, Rosetten und Muschel sowie vergoldet. Rechteckiger Rahmen mit gesprengtem Giebel. 118 × 60 cm. Kleine Risse sowie Fehlstellen in der Vergoldung. CHF 800 / 1 000 (€ 740 / 930) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1062* BEDEUTENDE UND FEIN GESCHNITZTE KONSOLE „AUX DRAGONS“ Régence, Nordfrankreich oder Deutschland um 1725/30. Holz reich geschnitzt mit Rocaillen, Blumen, Blättern und Gitter- werk sowie vergoldet. Trapezförmiges, passig geschweiftes und randmoulüriertes rot/weisses Marmorblatt auf geschweift ausgeschnittener, durchbrochener Zarge mit Jagdattributen. Auf markant geschweiften Beinen, umschlungen von Drachen sowie verbunden durch einen breiten Steg mit Darstellung eines Jagd- hundes mit Schwan. 143 × 66,5 x 85 cm. Fehlstellen und Reparaturen, Ergänzungen. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
  • 45.
    | 39 1063* BÖTTGERSTEINZEUG WALZENKRUG Meissen,um 1710-13. Rotbraunes Steinzeug mit horizontalen, schwärzlichen Adern. Geschliffen und poliert. Zylindrische Form mit gewölbtem, profilierte De- ckel und profilierter, gekehlter Fussleiste. Der Bandhenkel seitlich gekehlt und mit geschliffener Mulde am Ansatz. An der Innenseite im oberen Bereich poliert. Mit vergoldeter Silbermontierung und kugeligem Daumenrast. H 22,5 cm. Minime Randbestossungen am Fuss. Im Meissener Inventar vom 3. August 1711 wurde das gesamte Produktsorti- ment der Manufaktur aufgelistet, darunter eine grosse Anzahl unterschiedlicher Böttgersteinzeug Krüge, u.a. „54 hohe glatte Bier Krüge (gebrannt)‘ (C. Boltz, KFS MB Nr. 96, 1982, S. 35). Vergleichsstücke: Staatliche Kunstsammlungen Dresden SKD PE 2366 a,b; SKD PE 2361 a,b; Bayerisches Nationalmuseum München, ehemals Staatl. Museen Berlin (R. Rückert 1966, Nr. 10); Sammlung Hans Syz, Smythsonian Institution (Katalog, 1979, Kat. Nr.7); Sammlung Arnhold (M. Cassidy-Geiger, 2008, Nr. 163); Christies London, 22.5.2019, Lot 332. CHF 18 000 / 22 000 (€ 16 670 / 20 370)
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    | 40 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1064* BÖTTGERPORZELLAN TEEKANNE Meissen, um 1713. Reliefauflagen von Johann Jacob Irminger (1633-1724). Die kugelige, leicht gedrückte Form mit einfachem Schlaufenhenkel und geradem Ausguss und einer umlaufenden, reliefierten Akanthusblattbordüre mit gekrausten Blättern am oberen und unteren Rand und auf dem leicht gewölbten Deckel mit einer Akanthusblatreihe. Ohne Marke. H 12,5 cm. Minime Bestossungen an Fuss und Deckelrand Vergleichsstücke: Zimmermann, Meissner Porzellan, 1908, S.215 Abb.82; C. Boltz, Steinzeug und Porzellan der Böttgerperiode, Keramos 167/168, 2000, S. 116-119; U.Pietsch-C.Banz, Triumph der Blauen Schwerter, 2010, S. 174 Nr. 21 (SKD Inv.Nr. PE 2839 a,b); Bonhams London, 22.7.2020, Lot 9. Da Böttger bestrebt war, für seine Porzellane eine eigene, an der Silber- und Goldschmiedekunst orientierte Formensprache zu entwickeln, ließ er nur wenige chinesische Porzellane als Vorbilder gelten. Dies betraf auch die Teekanne, für deren Gestaltung man nicht auf einheimische Modelle zurückgreifen konnte. Im Reper- toire der Meißner Manufaktur lassen sich an die 30 unterschied- liche Modelle von Teekannen nachweisen, die dank wechselnder Dekore immer wieder variiert werden konnten. (cit. Banz 2010, S. 174) CHF 5 500 / 6 500 (€ 5 090 / 6 020) 1066 KOMMODE Louis XIV, Rhonetal oder Dauphiné, um 1710/15. Wohl Thomas Hache (1664–1747). Olive, Stirnholz, Palisander und andere Hölzer reich eingelegt in Form von geometrischen Motiven, rechteckigen Reserven und Filets. Das Blatt mit Malteserstern. Rechteckiger Korpus mit profiliertem, überstehendem Blatt auf ausgeschnittenen Konsolenfüssen. Leicht gerundete Front mit fünf Schubladen auf vier Reihen. Bronzebeschläge in Form von Maskarons sowie Blattvoluten. 121 x 61 x 81 cm. Beschläge sowie Schlösser später. Restauriert. Mit ihrer markanten und schönen Furnierarbeit sowie der Verwen- dung von Stirnholz und Olivenholz weist diese gut gearbeitete Kommode grosse Ähnlichkeit mit Arbeiten des in Grenoble tä- tigen Thomas Hache auf. Vgl. eine Kommode aus einer Privat- sammlung: Pierre Rouge/Françoise Rouge: Le génie des Hache, Dijon 2005, S. 216, Nr. 81. CHF 14 000 / 24 000 (€ 12 960 / 22 220)
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  • 48.
    | 42 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1067* BÖTTGERPORZELLAN DECKELGEFÄSS Meissen, um 1715-20. Die Bemalung signiert und datiert „MLuosing 1725.”. Wandung mit kannelierter Schulter und Ansatz, bemalt in Gold und Eisenrot. Auf der Wandung Zweige mit Pfirsichblüten im Ka- kiemonstil in Eisenrot und Gold, zwischen zwei Vö- geln an den Seiten. Auf der Innenseite des Deckels signiert und datiert „MLuosing 1725.” in Schwarzlot. Ohne Marke. H 15,5 cm. Minim bestossen. Die Bemalung wohl holländisch mit seltener Signa- tur und Datierung. Ein vergleichbarer Dekor auf einer Meissener Teekanne in der Sammlung Arnhold, M. Cassidy Geiger, 2008, S. 602 Nr. 296. CHF 9 000 / 12 000 (€ 8 330 / 11 110) 1068* BÖTTGERPORZELLAN SCHOKOLADEN- BECHER Meissen, um 1715-20. Vergoldung aus der Dresde- ner Goldwerkstatt von George Funcke. Jedes Stück umlaufend kanneliert und mit Teilvergoldung und Bandelwerkbordüre zwischen kleinen Rosetten an den Rändern. Innenseite der Tasse vergoldet. Die Unterseite mit einem Standring und mit entspre- chendem Dekor. Ohne Marken H 7,3 cm, D 12,5 cm. Segment der Tassenwandung restauriert, minime Fussrandbestossungen. Vgl. C. Boltz, Steinzeug und Porzellan der Böttger- periode, Keramos 2000, 167/168, S. 39 Abb.46. CHF 4 500 / 6 500 (€ 4 170 / 6 020)
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    | 43 1069* BÖTTGERSTEINZEUG PILGERFLASCHE Meissen,um 1711. Reliefauflagen Johann Jacob Irminger (1633-1724). Im Stil einer getriebenen Silberform, mit weiblichen Maskarons, „Pallas” Köpfchen, jede mit einem Kopfzier in Form eines Blatts und über einer Blattkonsole. Am Bauchansatz ein umlau- fendes Lambrequinrelief, über einem taillierten, ovalen und godronnierten Fuss. H 15,2 cm (17,5 cm). Minime Restaurierung an der Mündung. Im Manufakturinventar von 1711 sind erstmals diverse Flaschen notiert, darunter: „44 boutilllen mit 2 Köpffen an seiten (gebrannt)“ (C. Boltz, Formen des Böttgersteinzeugs im Jahre 1711, KFS MB Nr.96, 1982, S.30). Zu Vergleichsstücken s. Staatliche Kunst- sammlungen Dresden (Inv.Nr. PE 736, PE 737, PE 738); Victoria Albert Museum (Inv. Nr. C.29-2006 u. C.28-2006); Sammlung Arnhold, M.Cassidy-Geiger, 2008, S.183 Nr. 4 (mit Angaben aus dem Inventar des Japanischen Palais von 1779 und Verkäufen aus den Königlich Sächsischen Sammlungen bei Lepke Berlin, in den Jahren 1919 und 1920). CHF 16 000 / 18 000 (€ 14 810 / 16 670)
  • 50.
    | 44 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1071* GROSSE GESCHNITZTE KONSOLE Régence, Frankreich, Anfang 18. Jh. Holz moulüriert, teils durchbrochen geschnitzt mit Reben, Blättern, Blumen- korb und Rocaillen sowie vergoldet. Trapezförmiges, randmoulüriertes und dreiseitig geschweiftes Griotte rouge Marmorblatt auf ausgeschnittener Zarge und vier geschweiften Beinen. 134 x 65 x 84 cm. Fehlstellen an der Vergoldung, Marmor später. Vergoldung übergangen. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1070* MADONNA MIT KIND Barock, Süddeutsch/Oberrhein, 18. Jh. Terracotta vollrund modelliert sowie polychrom gefasst. Die Gottesmutter steht in bewegter Haltung und trägt das Kind mit Segensgestus in beiden Händen. Zu den Füssen der Madonna ein Drache als Versinn- bildlichung der Überwindung des Bösen. Auf späterem architek- tonischem Sockel mit reliefiertem Dekor in Form von Girlanden, Zweigen und Bäumen. Auf rundem Holzsockel und mit Glashaube. H Figur 29 cm, mit Sockel 41 cm. Wenige Fehlstellen und Reparaturen. Fassung berieben. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
  • 51.
    | 45 1072 ♣ BOULLE PENDULEAUF SOCKEL Régence, Paris um 1720/30. Das Zifferblatt signiert Seugnot à Paris, das Werk signiert De St. Blimonde à Paris. Leicht geschweif- tes Gehäuse, belegt mit braunem Schildpatt sowie intarsiert mit graviertem Messing in Form von Girlanden und Blattrollwerk. Ziselierte und vergoldete Bronzebeschläge in Form von Blattvolu- ten, Blumen und Tierköpfen. Flora als Aufsatzfigur. Die Türbronze in Form von drei mythologischen Wasserwesen. Reliefiertes Bron- zezifferblatt mit weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang und Halbstundenschlag auf Glocke. 42 × 20 × 110 cm. Marketerie restauriert und zu restaurieren. Werk zu prüfen. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 780 / 3 700) 1073 KOMMODE „EN TOMBEAU“ Louis XV, Paris um 1760. Signiert L. Boudin und mit dem In- nungsstempel. Léonard Boudin, Meister in Paris 1761. Rosenholz und Veilchenholz eingelegt in passig geschweiften Reserven. Rechteckiger, dreiseitig bombierter und geschweifter Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit fünf Schubladen auf drei Rängen. Markant ausgestellte Eckstollen. Bronzebeschläge. Grau-weisses, randmoulüriertes Marmorblatt. 131 x 66 x 85 cm. Fehlstellen und Restaurationen. Bronzebeschläge alt, jedoch wohl ersetzt. Schlösser später. Schöne Kommode „en tombeau“, eine in Form und Marketerie fast identische Kommode von Léonard Boudin abgebildet bei: Pierre Kjellberg: Le mobilier français du XVIIIe siècle. Paris 1989, S. 93. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 240 / 4 630)
  • 52.
    | 46 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1074 TASSE UND UNTERTASSE MIT CHINOISERIEN IN SILBER Meissen, um 1740. Bemalung in der Seuterwerkstatt in Augsburg. Form mit Ausguss, „Café au lait” Fond, Gold- und Silberbemalung. Mit umlaufender Chinoiserieszene in Silber, die Untertasse mit einer Reserve, darin eine entsprechende Szene auf einer Bandel- werkkonsole. Unterglasurblaue Schwertermarken. D 11 cm. Silberdekor oxidiert und Vergoldung berieben, Ausguss mit kleiner Bestossung. Provenienz: - Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot 195. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. Das Heissgetränk wurde bei diesem Formstück mittels Ausguss in die Untertasse gegossen, aus welcher dann getrunken wurde (Den Blaauwen 2000, S. 119 Kat. 68). CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 1075 DECKEL EINER ZUCKERDOSE Meissen, um 1725. Oktagonale profilierte Form, mit Kauffahrteiszenen und Bordüren in Eisenrot und Gold. Vergoldernummer 33. L 10 cm. CHF 500 / 700 (€ 460 / 650)
  • 53.
    | 47 1076 PAAR TELLERAUS EINEM FABELTIER-SERVICE Meissen, 2. Viertel 18.Jh. Bemalung in der Art von Fried- rich Adam von Löwenfinck (1727-1736 in Meissen tätig). Bemalt in Purpur Camaïeu und Goldhöhung mit einem Fabeltier auf einem Geländesockel, verstreuten Insekten und einer stilisierten Blattbordüre am Rand. Ohne Marke, ohne Formerzeichen. 24 cm. 1 Teller restauriert am Rand und mit Haarriss Ein Service mit identischem Fabeltier-Dekor in der Art Löwenfincks wurde 1745 für den Baron von Münchhausen, jedes Stück trägt sein Wappen, in Auftrag gegeben (Pietsch, Phantastische Welten, 2014). Löwenfinck war nur bis 1736 in der Meissener Manufaktur, konnte das Dekor des Mün- chausen Services daher nicht mehr selbst ausführen. Zu einem Vergleich für die Darstellung eines Kamels aus der Hand von Löwenfinck, ein Teller aus dem „Schwarz-Gold- Streifen” Service von 1735. vgl. Pietsch 2014, S. 181, Nr. 77; R. Wark, A. F. von Löwenfinck, Stand der heutigen Kenntnis- se, in KFS, 1960, Nr.50, S.33 und Abb.94. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1077* KAFFEEKANNE MIT FEINEM GOLD- CHINESENDEKOR Meissen, um 1725-28. Die Bemalung in Augsburg wohl von Abraham Seuter. Auf lüsterbraunem Fond radierte Goldchine- senszenen auf einem Gitterwerksockel und Augsburger Goldbordüre an den Rändern. Unterglasurblaue Schwertermarke. Dreher- zeichen. H 20 cm. Ausguss unsichtbar restauriert CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 560 / 7 410)
  • 54.
    | 48 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1079* PAAR STÜHLE „A CHASSIS“ Rokoko, Venedig, um 1750. Nussbaum fein und teils durchbrochen geschnitzt mit Rocaillen und Voluten. Trapezförmiger, leicht geschwungener Sitz mit auf- gesetzten, gepolsterten Kissen auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Tatzenfüssen. Kartuschenförmige Rückenlehne mit eingesetztem, gepolsterten Kissen. Unifarbener beiger Alcantarabe- zug. 56 x 55 x 116 cm. Gebrauchsspuren und Fehlstellen, alte Reparaturen. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1078 MARMORFIGUR EINES PUTTOS Mitte 18. Jh. Weisser Marmor vollrund gearbeitet. Stehend im Wasser, den linken Arm nach oben ge- reckt mit geballter Faust. H 62 cm. Oberfläche teils stark verwittert, diverse Reparatur- stellen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 55.
    | 49 1080 PAAR „ARTEPOVERA“ ECKHALBSCHRÄNKE MIT HÄNGEAUFSATZ Rokoko, Venedig, 18. Jh. Holz bemalt mit Blumen auf rotem und beigem Grund sowie beklebt mit kolorierten Stichen in Arte Po- vera Manier. Die Hängekästchen mit viertelkreisförmigem Korpus und Bogengiebel. Front mit Türe. Die eintürigen Eckhalbschränke auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften kurzen Beinen. Alle Türen je mit passiger Reserve, Darstellungen figurativer Szenen in rot/grüner Einfassung. 55 x 36 x 170 cm. Je ein Ober- und Unterteil restauriert. Beim zweiten Schrank Ober- und Unterteil zusammengefügt, die Türen stark verzogen und zu restaurieren bzw. reinigen. Die Arte Povera Technik wurde in Venedig in Anlehnung an die chinesischen Lackarbeiten entwickelt. Dabei wurden Motive aus Stichen ausgeschnitten, koloriert und in auf eine lackartig bemalte Struktur in Form von Bildmotiven aufgetragen. Siehe Möbel mit vergleichbaren Dekoren: Saul Levy: Laques veni- tiennes du dix-huitieme siecle, Paris 1968, Bd. 2, Abb. 140–148. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
  • 56.
    | 50 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1082 ♣ KOMMODE Rokoko, Norditalien, wohl Turin, Mitte 18. Jh. Rosen- holz, Palisander, Buchsbaum, Nussbaummaser sowie Elfenbein eingelegt in Form von geschwungenen Reserven mit Rocaillen- und Blätterumrandung. Das Blatt eingelegt mit Abrahams Opfer in Rocaillenreser- ve. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Bronzesabots. Front mit drei Schubladen zwischen ausladenden Eckstollen. Bronzebeschläge. 3 Schlüssel. 129 × 58 × 93 cm. Guter restaurierter Zustand, Binnenzeichnung der Marketerie teils stark verschliffen. Rückwand sowie Schubladen innen mit Stoff ausgeschlagen. CHF 6 000 / 9 000 (€ 5 560 / 8 330) 1081 PAAR FAUTEUILS Barock, wohl Lombardei, 2. Hälfte 18. Jh. Nuss- baum geschnitzt mit Rocaillen und Palmetten sowie moulüriert und patiniert. Trapezförmiger, geschweifter und gepolsterter Sitz auf ausge- schnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Volutenfüssen. Schildförmige gepolsterte Rückenlehne sowie vorne ausladende Armlehnen, in Voluten endend. Beiger Seidenbezug. 64 × 87 × 98 cm. Fehlstellen. Etwas zu verstärken. Stoff fleckig. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850)
  • 57.
  • 58.
    | 52 1083* PAAR STÜHLE„À CHASSIS“ Rokoko, Veneto um 1740. Nussbaum moulüriert und geschnitzt mit Rocaillen und Voluten. Leicht trapezförmiger Sitz mit gepolstertem Aufsatzkissen auf ausgeschnittener Zarge und geschweif- ten Beinen mit Volutenfüssen (später erhöht). Passige, gepolsterte Rücken- lehne. Roter, mit farbigen Blumen be- stickter Damaststoff. 49 x 62 x 104 cm. Leichte Bestossungen, einige Repara- turen. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1084* PAAR ORIENTALISCHE FIGUREN Meissen, um 1740-45. Als dunkelhäutiger Diener und Ausruferin mit Blumenkorb. Beide auf einem mit Blumen und Blättern applizierten Sockel, als Orientalin gekleidet mit einer Schale voller Blüten und als Orientale mit einer Ser- vierplatte mit schwarzem Deckelpokal. Ohne Marken. H 13 cm und 14,5 cm. Minim restauriert an Blüten und Blättern und am Rocksaum der Ausruferin Vergleichsstücke: Sammlung Pauls-Eisenbeiss, Katalog, Bd. I, 1967, S. 246. Die Figur des Dieners wurde bei einer Krinoli- nengruppe von Kändler von 1737 üblicherwei- se als Seitenfigur benutzt, vgl. Sammlung Pauls, 1967, S. 258. CHF 9 000 / 12 000 (€ 8 330 / 11 110) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
  • 59.
    | 53 1085* MODELL EINERHUNDEHÜTTE MIT HUND Meissen, um 1735-40. Modell von J. J. Kändler. Der Hund mit schwarz geflecktem Fell, bellendem Ausdruck und angekettet auf einer Hundehütte sitzend, die mit einem eisenrot geziegel- ten Dach und einem Gehäuse mit Holzlatten in Braun schraffiert ist. Spuren einer blauen Schwertermarke auf dem unglasierten Boden. Dreherzeichen zwei Punkte. H 11 cm. Kleine Restaurierungen Vergleichsstücke: M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttman, S. 46, Nr. 29; Sotheby‘s New York, Antique Porcelain Company, 2006, Lot 542; Sotheby‘s London, Sir Gawainie und Lady Baillie, 1.5.2013, Lot 199 (Variation des Modells). CHF 14 000 / 16 000 (€ 12 960 / 14 810) 1086* SELTENES MODELL EINER KATZE Meissen, Modell wohl um 1736-38 von J. J. Kändler. In kauernder Stellung und fauchendem Gesichtsausdruck. Das Fell in Brauntönen gefleckt mit Höhungen in Eisenrot an Maul und Schnauze und Gelb an den Augen. Untergla- surblaue Schwertermarke auf der Unterseite. L 10 cm. Ohren minim bestossen Kändlers Arbeitsberichte listen im Juni und September 1736 und Oktober 1739 diverse Katzenmodelle (Pietsch 2002, S. 41). Zum Vergleich weiterer früher Modelle s. C. Albiker, Meissener Porzellantiere, 1935, Nr. 144 und M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttmann, 1999, S. 69 Kat. Nr.77, 78. CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 560 / 7 410)
  • 60.
    | 54 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1088* KLEINES MODELL EINES HUMMERS ALS GEWÜRZ- DOSE Meissen, 2. Hälfte 18. Jh. Naturalistisch modelliert und bemalt in Eisenrot und mit Höhungen in Schwarz. Der Deckel auf der Oberseite mit Asthenkel. Unterglasurblaue Schwertermarke auf der Unterseite. L 14,5 cm. Minim restauriert. CHF 6 000 / 7 000 (€ 5 560 / 6 480) 1087* HARLEKIN UND COLUMBINE Meissen, um 1745. Er mit grünem Spitzhut und gerautetem Kostüm mit Halskrause, einen Dudelsack im Arm, sie im Tiroler Kostüm, eine Leier auf dem Schoss. Auf Felssockeln, appli- ziert mit Blumen und Blättern bei der Figur des Harlekins. Unterglasurblaue Schwertmarke auf der Rückseite des Sockels (Harlekin). H 14,5 cm, 12,3 cm Kleine Restaurierungen CHF 5 000 / 6 000 (€ 4 630 / 5 560)
  • 61.
    | 55 1089 GRÜNE HORNPENDULEAUF SOCKEL Louis XV, 18. Jh. Das Zifferblatt signiert Causard à Paris (wohl Jean Edmé Causard, gest. 1780). Geschweiftes Holzgehäuse, belegt mit grünem Horn. Vergoldete Bronzebeschläge in Form von Rocaillen, Blättern und Blumengirlanden. Reliefiertes Bronzezifferblatt mit weissen Emailkartuschen. Werk mit Spindelgang und Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 52 × 24 × 126 cm. Horn mit Rissen und Reparaturen. Feiner Riss im Email. Werk wohl zu revidieren. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1090* JAPANISCHE DIENERIN MIT KNABEN Meissen, Mitte 18. Jh. Modell von Peter Reinicke. In weis- ser unbemalter Jacke mit blauer Schärpe gebunden und mit einer eisenroten Blattbordüre über gelbem Rock. An der linken Hand einen Knaben mit Vogel auf der Hand, in ihrer rechten Hand ein kleines Tablett mit Teekanne und Koppchen. Auf einem flachen Felssockel mit Blättern und Blumen appliziert. Spuren einer blauen Schwerter- marke, Ritznummer 29. H 14,5 cm. Minim restauriert CHF 7 500 / 8 500 (€ 6 940 / 7 870)
  • 62.
    | 56 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1091 AUGUSTUS REX VASE MIT CHINOISERIEDEKOR Meissen, um 1735-40. Die Bemalung wohl aus dem 19. Jh. Auf dem kugelförmigen Zwischenstück zwei passige Reserven mit Chinesen, gruppiert um einen Tisch, begleitet von einem Laute spielenden Musiker auf der einen Seite und der Präsentation von Porzellanen auf einem Tisch durch eine Gruppe von Chinesen mit Würdenträger auf der anderen Seite. Hals und Fuss mit indiani- schen Blumen und zwei Vögeln in Reserve auf purpurfarbenem Fond, Goldränder. AR Marke in Blau auf dem unglasierten Boden. H 47 cm. Provenienz: - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. Vergleichsstücke: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Inv.Nr. PE 1346 (zur Form), PE 1340 (zum Fonddekor mit Bemalung). Zu vergleichbaren purpurfarbenen Fondporzellanen mit entspre- chendem ostasiatischen Dekor, siehe SKD, Inv. Nr. PE5311. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 1092 KOMMODE Louis XV, Frankreich um 1760/70. Trägt eine Signatur Lutz (Gerhard Henri Lutz, Meister 1766) sowie den Innungsstempel. Palisander und Rosenholz eingelegt in rechteckigen, gefriesten Reserven sowie breiten Filets. Trapezförmiger, dreiseitig geschweifter Korpus auf ausgeschnitte- ner Zarge und geschweiften Beinen, die vorderen mit Bronzesabots. Front mit drei Schubladen auf zwei Reihen. Rotes grau gesprenkeltes randmoulüriertes Marmor- blatt. Feine vergoldete Bronzebeschläge, die Schürzenbronze ersetzt. ca. 130 x 52 x 86 cm. Furnierfehlstellen und Restaurierungen. Teils stark ausgebleicht. Schlichte, jedoch in der Form elegante Kommode mit hohen und schön proportio- nierten Beinen und Schwüngen. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480)
  • 63.
    | 57 1093 BANQUETTE UNDFAUTEUIL Louis XV, Frankreich, um 1760. In der Art von Tilliard (Jean Bap- tiste I. Tillard, Meister 1717) Buche moulüriert und geschnitzt mit Rocaillen, Blumenranken und Blättern. Die Banquette mit rechteckigem, frontseitig dreifach geschweiftem Sitz auf aus- geschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Markant nach aussen gerollte Armlehnen. Aufsatzkissen. Der Fauteuil mit tra- pezförmigem, gepolstertem Sitz auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Passig gepolsterte Rückenlehne „à la reine“ sowie leicht ausladende Armlehnen. Stoffbezug zu ersetzen. Banquette: 238 x 68 x 86 cm; Fauteuil: 67 x 67 x 100 cm. Bezug zu ersetzen. Gebrauchsspuren und Verstärkungen. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1094 BUREAUPLAT„ÀESPAGNOLETTESAVECAIGRETTES“ Louis XV-Stil, Paris, 19. Jh. In der Art von Charles Cressent (Meister 1720). Veilchenholz und Rosenholz eingelegt in Reserven und Filets. Rechteckiges, passig geschweiftes Blatt mit braunem, goldgeprägtem Leder bezogen und in Bronzestab gefasst. Die Ecken mit Muscheln besetzt. Auf ausgeschnittener dreischübiger Zarge und geschweiften Beinen, die Eckstollen mit Bronzeespa- gnoletten besetzt. Auf Bronzesabots in Form von Löwentatzen. Reiche Bronzebeschläge in Form von Voluten, Blättern, Rocaillen sowie Bacchusköpfen. 176 × 98 × 79 cm. Leder stockfleckig sowie mit Gebrauchsspuren. Kleinere Restau- rationen und Fehlstellen. Ausgebleicht. Fünf Bureauplats „à espagnolettes avec aigrettes“ mit sehr ähn- lichem Bronzezier und den auffälligen Espagnoletten mit Feder- schmuck, die Cressent zugeschrieben werden, sind bekannt und befinden sich in internationalen Museen. Eines davon in Schloss Versailles, das auf die Zeit um 1725-30 datiert wird. (Alexandre Pradère, Charles Cressent, Dijon 2002, S. 124 ff, cat. 47 ff). CHF 6 000 / 10 000 (€ 5 560 / 9 260)
  • 64.
    | 58 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1095 PAAR ENCOIGNUREN Louis XV, Paris um 1750/60. Signiert J. Stumpff (Jean Chrysostome Stumpff, Meister 1766) sowie mit Innungsspempel. Veilchen- und Rosenholz eingelegt in passigen gefriesten Reserven. Viertel- kreisförmiger Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweif- ten Beinen. Front mit Türe zwischen leicht geschwungenen Eckstollen. Vergoldete Bronzebeschläge. Randmulürierte Griotte rouge Marmorplatte. 1 Schlüssel. 66 x 43 x 90 cm. Leichte Furnierfehlstellen, restauriert. 1 hinterer Fuss repariert. Der ursprünglich aus Schweigern in Schwaben stammende Jean Chrysostome Stumpff erlangte in Paris 1766 die Meisterwürde. Mit ihrer schlichten, jedoch hochwertig gefertigten Marketerie sind die beiden Encoignuren recht typisch für das Werk Stumpffs, der gerne geometrische, gefriesten oder Reserven „en papillon“ verwendete. Pierre Kjellberg: Le mobilier français du XVIII siècle, Paris 1§968, S. 824–828. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 1096* MODELL EINES PAPAGEIS Meissen, um 1740. Modell wohl von J. J. Kändler. Das Federkleid staffiert in Grün mit Konturen in Mangan und blauen Flügeln, die Flügelunterseiten in Gelb. Auf einem modellierten Astsockel. Blaue Schwertermarke und Beizeichen auf dem unglasierten Sockel. H 19 cm. Vergleichsstücke: Victoria Albert Museum (Inv.Nr. C.5-1984); R. Rückert, Kat. München 1966, Nr. 1080, 1082; M. Röbbig, Kabi- nettstücke 2006, Kat. Nr. 23 S. 134-135; Sotheby‘s London, Sir Gawainie Lady Baillie, 1.5.2013, Lot 80, 81; Sotheby‘s New York, 28.4. 2015, Lot 78. Kändlers Papageien gehörten unter allen Vögeln zu den beliebtes- ten Aufträgen in der Manufaktur, wie auch die Inventare für die Be- stellungen für Friedrich den Grossen während seiner Besetzung Sachsens ab 1756 offenbaren. Von insgesamt 173, orderte er 61 Papageien (Röbbig 2006, S. 128). Gemäss Kändlers Arbeitsbe- richten entstanden 1740 einige Papageienmodelle, darunter: „1. einen Pappagoy in Thon poussiret grosse Sorte vor Mons. Huiet (Pariser Marchand-Mercier). Dass solcher gegen den ehemals Von mir gefertigeten Pappagoy siehet.” (Pietsch, Arbeitsberichte, 2002, S. 70, 72). CHF 11 000 / 13 000 (€ 10 190 / 12 040)
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    | 62 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1097 ZWEI TELLER MIT FAMILLE ROSE DEKOR Meissen, um 1735-1740. Form „Neuer Ausschnitt“, bemalt mit einem Ast, der bei einem Teller aus geometrischen Felsen wächst, zwischen blühenden Chrysanthemenstauden, auf welchen ein bzw. zwei Vögel sitzen. Jeder Rand mit blühenden Zweigen. Unterglasurblaue Schwertermarken, ein Teller mit Pressnummer 16. D 21,5 cm. Emailfarben berieben. Provenienz: - Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot162, 165. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 2 500 / 3 000 (€ 2 310 / 2 780) 1098* ZWEI MODELLE VON AMAZONASPAPAGEIEN Meissen, Modelle um 1741 von J. J. Kändler. Als Gegenstücke, Modelle der „Mittleren Sorte”. Die modellierten Astsockel, der eine mit Höhungen in Grün, appliziert mit Blättern. In leuchtenden Farben staffiert, in Blau, Rot und Grün bzw. Gelb. Ein Modell mit Spuren einer blauen Schwertermarke auf der unglasierten Unter- seite (und Inventarnummer 127 in Schwarz), das andere Modell mit Pressmarke 57. H 14 cm. Die Arbeitsberichte Kändlers im Oktober 1741:„7. Einen Neuen Pappagoy mittlere Sorte in Thon poussiret welcher gegen den schon im Waaren Laager befindl. Pappagoy siehet.” (Pietsch 2002, S. 83). Vergleichsstücke: Metropolitan Museum of Art (Inv. Nr. 1974.356.376); M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttmann, VII, 1999, S. 85, Nr.95,96; M. Röbbig, Farbensprühende Kostbarkeiten. Die Papageien, in: Kabinettstücke, 2006, S. 109-143, Kat. Nr. 15, 17. Die Papageien gehörten zu den beliebtesten Vogelarten fürst- licher Menagerien und es wurden die verschiedensten Arten in Porzellan verwirklicht. Schon kurze Zeit nach den lebensgrossen Papageien aus dem Jahr 1733 für das Japanische Palais, hatte Kändler 1735 kleinere Exemplare von 12cm Grösse modelliert, die Modelle mittlerer und grosser Sorte folgen spätestens im Mai 1740 (Pietsch 2002, S.70 u. Röbbig 2006, S. 123). Die Beliebtheit der exotischen Vögel spiegelt sich in den zahlreichen Aufträgen wieder, darunter für den Pariser Marchand-Mercier Huët um 1740, oder für die Gräfin Moschinska in Dresden, für die Kändler „einen indianischen Vogel von ziemlicher Grösse (...)” anfertigte (Röbbig 2006, S. 131) und schliesslich auch für den sächsischen Hof als Spezialauftrag für die sächsische Kurfürstin Maria Josepha (1699-1757), Gemahlin von König August III., für die Kändler 1745 eine grosse Porzellangruppe mit Papageienpaar ausführte (Pietsch 2002, S. 107). CHF 12 000 / 16 000 (€ 11 110 / 14 810)
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    | 64 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1099 SCHALE MIT FAMILLE-VERTE DEKOR Meissen, um 1738-40. Godronnierte Form mit runder Standfläche im Spiegel. Bemalt im ostasiatischen Stil mit einem Schmetterling auf einem Prunusast und umlau- fenden Ästen auf der Wandung. Rand gefasst in Braun. Unterglasurblaue Schwertermarke, Pressnummer 23. D 21,5 cm. Randlinie berieben CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1100* TAFELDEKORATION Louis XV, die feuervergoldete Bronzemontie- rung Paris, um 1745/50 (C-couronné Marke), die Seladonschale China, 19 Jh., die Vögel Meissen, Mitte 18. Jh. Die Seladonschale in Blütenform, auf astförmiger Montierung mit Blattwerk, flankierend zwei Rotkehlchen. Auf bronzenem Rocaillensockel mit Volutenfüssen. 23 × 11,5 × 19 cm. Restauriert. CHF 4 500 / 5 500 (€ 4 170 / 5 090) 1101 FOLGE VON 4 STÜHLEN Louis XV, Frankreich um 1750. Buche moulüriert und geschnitzt mit Blumen und Blättergirlanden. Leicht trapezförmiger, geschweifter Sitz auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften, durch H-Steg verbundenen Beinen. Kartuschenförmige, oben geschweifte Rückenlehne. Sitz- und Rückenlehne mit Jonggeflecht. Abnehm- bare rosa Sitzkissen mit floral gemuster- tem Bezug. 1 Joncsitz zu restaurieren. Ursprünglich mit gepolstertem Sitz. 52 x 54 x 99 cm. Fehlstellen CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110)
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    | 65 1102 KOMMODE Louis XV,Frankreich um 1750/60. Rosenholz und Ama- rant eingelegt mit teils getönten Hölzern in Form von Blütenzweigen. Trapezförmiger, dreiseitig geschweifter und bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge mit geschweiften Beinen. Front mit zwei Schubladen, ohne Traverse, zwischen markant geschwungenen Eckstollen. Vergoldete Bronzebeschläge in Form von Rocaillen und Blattvoluten. Randmoulüriertes Brèche d‘Alep Marmor- Blatt (repariert). Schubladen innen ergänzt. 1 Schlüssel. 137 x 52 x 89 cm. Stark ausgebleicht, diverse Fehlstellen und Reparaturen. Marketerie abgeschliffen. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
  • 72.
    | 66 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1103 KOMMODE Louis XV, Paris um 1750/60. Rosenholz, Palisander und Stirnholz eingelegt mit passigen Reserven sowie gefriest. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf ausge- schnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit zwei Schubladen ohne Traverse. Grau/rot/weiss gesprenkelte, randmoulürierte Marmorplatte. Spätere Bronzebeschläge. 126 × 65 × 90 cm. Restauriert und verstärkt. Furnierer teils ersetzt und mit Kittungen. Furnierrisse und Gebrauchsspuren. Die Schürze teils abgeschnitten und an der Schublade befestigt. Schub- laden etwas schwergängig. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480) 1104 DUCHESSE BRISEE Louis XV, Paris um 1740/50. Nussbaum und Buche moulüriert so- wie geschnitzt mit Blättern und Blumen. Zweiteilig. In geschweif- ter Form auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Gepolsterte, in Armlehnen übergehende Rückenlehne; langes Fussteil mit niedriger, geschwungener Lehne. Heller mit Blumen fein gemusterter Stoffbezug. 2 Aufsatzkissen. 184 x 80 x 95 cm. Wenige Fehlstellen und Reparaturen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 73.
    | 67 1105* PAAR VERGOLDETEKLEINE BRONZELEUCHTER MIT PORZELLANFIGUREN Louis XV, Frankreich. Das Porzellan Meissen, Mitte 18. Jh., die ver- goldeten Bronzen Frankreich, wohl 18. Jh. Astförmiger Leuchter mit zwei geschwungenen Lichtarmen, Blattwerk und Porzellan- blüten. Auf dem durchrbochenen Rocaillensockel ruhen zentral eine Figur des Harlekins mit Dudelsack bzw. eine Zitronenverkäu- fern. H 18 cm. Neue Vergoldung. Blüten teils minimal bestossen. CHF 14 000 / 18 000 (€ 12 960 / 16 670) 1106* PAAR FAUTEUILS „EN CABRIOLET“ Louis XV, Lyon, um 1750. Pierre Nogaret (Meister in Lyon 1745) zuzuschreiben. Nussbaum moulüriert und geschnitzt mit Blumen, Blüten und Blättern. Hufförmiger, frontseitig geschwungener ge- polsterter Sitz auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Bei- nen mit Volutenfüssen. Passige gepolsterte Rückenlehne sowie leicht ausladende, in Voluten und Muschel endende Armlehnen. Goldfarbener, Baumwolldamastbezug. 63 × 58 × 91 cm. Verstärkungen und Reparaturen. Kleinere Fehlstellen und Wurm- gänge. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
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    | 68 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1107 PAAR VERGOLDETE KERZENLEUCHTER Louis XV, Frankreich um 1730/50. Bronze punziert sowie feuervergoldet. Der leicht tordierte Schaft ebenso wie der glockenförmige Fuss mit Rocail- len- und Volutendekor. Passiger Tropfteller, teils durchbrochen gearbeitet. H 30 cm. Minimale Risse. Untersicht später vergoldet. Kräftige und markante Bronzearbeit mit schöner Vergoldung. Der Entwurf inspiriert durch die Ar- beiten von Juste Aurèle Meissonier, vergleichbare Arbeiten bei: Hans Ottomeyer/Peter Pröschel: Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986, S. 104. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) 1108 SCHREIBGUERIDON Louis XV, Frankreich 18. Jh. Veilchenholz mit dunklen Filets. Rechteckiges leicht überstehendes Blatt in erhöhter Umrahmung mit grünem, goldgeprägten Leder bezogen (später). Auf wenig ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Bronzesabots. Die seitliche Schublade als Schreibschublade mit Fächern für Tintenfass, etc. 64,5 x 38 x 69 cm. Wenige Fehlstellen. Arrangiert. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
  • 75.
    | 69 1109 BUREAU PLAT LouisXV, Frankreich um 1740/50. Palisander und Rosenholz eingelegt in von Filets umrandeten Reserven. Rechteckiges, in Bronzestab gefasstes Blatt mit brauner, geprägter Lederauflage auf leicht ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Bronzesabots. Front mit drei Schubladen, die mittlere leicht zurückversetzt. Entsprechende, jedoch blinde Rückseite. Vergoldete Bronzebe- schläge in Form von Rocaillen, Blättern und Blüten, Steuermarke C couronné. 3 Schlüssel. Etwas zu restaurieren. 146 × 77 × 77,5 cm. Die äusseren Schubladen innen ergänzt. Alte Restaurationen. CHF 20 000 / 30 000 (€ 18 520 / 27 780)
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    | 70 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1110 PAAR GROSSE KAMINBÖCKE Louis XV, Paris, Frankreich um 1750. Bronze ziseliert sowie vergoldet. Die Schaustücke in Form von Rocaillen, darauf sitzend eine junge Frau mit Hut und entblöster Brust bzw. eine Figur eines Chinesen. Mit geschmiedeten Eisenböcken. 45 × 78 × 47 cm. Vergoldung berieben, die Eisenböcke mit abgeänderter Montie- rung. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 1111 HEILIGER FLORIAN Barock, Bayern, Mitte 18. Jh. Unter Einfluss von Ignaz Günther. Linde vollrund geschnitzt sowie gefasst und teilvergoldet. Be- wegte Arbeit, der Heilige Florian trägt einen Helm mit mächtiger Federzier und löscht mit dem Kessel ein zu seinen Füssen stehen- den Turm. Auf späterer Wandkonsole. H 36 cm. Fassung überarbeitet. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
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    | 71 1112 KOMMODE Louis XV,Frankreich, wohl Nantes oder Bordeaux um 1760. Un- deutlich signiert und mit Innungsstempel. Palisander, Rosenholz sowie teils getönte Edelhölzer eingelegt in Form von Lorbeer- ranken, Blumen, Blattvoluten und Blättern in passigen, gefriesten Reserven. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Sabots. Gebauchte Front mit zwei Schubladen ohne Traverse. Vergolde- te, teils wohl ersetzte Bronzebeschläge. Graues, rot und weiss gesprenkeltes Brekzieblatt. 2 Schlüssel. 122 × 62 × 85 cm. Restaurationen an der Struktur sowie Restaurationen und Kittun- gen an der Marketerie. Leicht ausgebleicht. Elegante Kommode mit feiner Blumenmarketerie sowie auffälli- gen Olivenranken. CHF 15 000 / 25 000 (€ 13 890 / 23 150)
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    1113* PAARLÖWENAUFVERGOLDETENBRONZESOCKELN das Porzellan Meissen,um 1751-53. Modell wohl von J. J. Kändler. Löwe und Löwin mit ihrem Jungen, als Gegenstücke, mit einer erhobenen Vorderpranke auf einem Felssockel mit applizierten Blättern und Blüten. Das Fell hellbraun gehöht mit Detailzeich- nung. Auf geschweiften, vergoldeten Bronzesockeln im Louis XV-Stil. Unterglasurblaue Schwertermarke am Rand beider Felssockel. L 14,5 cm, 15,5 cm (21 cm mit Sockel) ; H 12,5 cm, 13,5 cm (17,5 cm mit Sockel). Dieses Modell des Löwen befindet sich als Attribut der Fortitudo am Sockel des 1753 von Kändler geschaffenen Porzellanmodells für das geplante monumentale Reiterstandbild für König August III. (vgl. Albiker 1935, Abb. 220; Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Inv. Nr. 2528). Vergleichsstücke: C. Albiker, Die Meissner Porzellantiere, 1935, Nr. 198 (Löwe); Y. Hackenbroch, Meissen Porcelain Scultpture, KFS 50/1960, Abb. 160R; Rückert, Meissener Porzellan, 1966, Nr. 1058, 1059, Taf. 262 (Sammlung Ernst Schneider, Lustheim); U. Pietsch, Porzellan Parforce, München 2005, S.74 Kat.Nr. 19; Sotheby‘s Zürich, 9.12.1997, Lot 39; Sammlung Sir Gawainie Lady Baillie, Sotheby‘s London, 1. 5. 2013, Lot 103 und 92 für ein grösseres Paar mit Bronzemontierung; Sotheby‘s Paris, 15.3.2014, Lot 72 (ein fast identisches Paar mit Louis XV Bronzemontierung); Christie‘s London, 21.11.2018, Lot 67. Nach den beinahe lebensgrossen Löwenmodellen, die für das Japanische Palais zwischen 1732 und 1733 von Kirchner kreiert wurden (Albiker 1935, Abb. 12,13), entstehen ab den 1740er Jahren diverse kleinere Löwenmodelle. Kändler notiert in seinen Arbeitsberichten im November 1748: „ Eine Löwin, welche darzu gehöret von eben solcher Grösse, welche gemeinsam prillend und liegend aufs beste nach der Natur vorgestellet ist. For Ihro Majt. Die Königin einen grossen Löwen modelliert. Es ist selbiger liegend zugleich prillend nach der Natur aufs beste vorgestellet.” (Pietsch 2005, S. 74 Kat.19) CHF 26 000 / 30 000 (€ 24 070 / 27 780) | 72 Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellann
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    | 74 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1114 FAYENCE TELLER Straßburg, um 1748-53. Möglicherweise aus dem „Cle- menswerther Service”. Sechsfach passig geschweifte Form bemalt mit einer Rose im Spiegel, einer Tulpe, Enzian und einem Veilchen auf der Fahne, braun gerän- dert. Ohne Marke. D 24 cm. Rand minim bestossen Ein Fayenceservice aus der Strassburger Manufaktur mit diesem Dekorschema, einer zentralen Einzelblume umgeben von einigen wenigen kleinen gestreuten Blu- men, wurde für den Kurfürst Clemens August und sein Jagdschloss Clemenswerth in Auftrag gegeben und im Oktober 1751 ausgeliefert. Keines der Stücke wurde gemarkt. Die Vielfalt des Services mit seinen Schau- gerichten kann auf einem Foto der alten Schlossküche in Clemenswerth nachvollzogen werden (J. Bastian, Strasbourg-Faience et Porcelaines, 1721-1784, 2003, S.36/37) CHF 500 / 700 (€ 460 / 650) 1115 OVALE FAYENCE PLATTE Straßburg, um 1748-53. Form „façon d‘argent”. Mit einer Rose im Spiegel und einer gelben Tulpe am Rand, zwischen verstreuten Blüten und Blättchen. Braune Randlinie. L 32 cm. Minime Absplitterungen am Rand. Emailfarben leicht verkratzt. CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1116 1 PAAR TROMPETENLEUCHTER Lausanne, um 1760. Meistermarke Papus Dautun. Auf passig geschweiftem Tel- lerfuss mit Profilrand. H 23 cm. Zus. 630 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560)
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    1117 ROKOKO TRUMEAU SPIEGEL Bernum 1760. Wohl von Johann Friedrich Funk I. (1706–1775) Holz geschnitzt mit Blättern, Blüten und Rocaillen. Rechteckiger, unten und oben leicht geschwungener Rah- men, die Ecken mit Blattvoluten be- tont, der ausgeschnittene Abschluss durchbrochen. Im oberen Drittel eine Reserve, gemalt in Öl auf Leinwand, Darstellung einer Burg an Fluss mit Brücke, in weiter Landschaft. 148 x 94 cm. Fehlstelle an Vergoldung. Spiegelglas später. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1118 ELEGANTER DAMENSEKRETÄR Louis XV, Paris oder Grenoble um 1760. Rosenholz und Veilchenholz teils gefriest sowie eingelegt in pas- sigen Reserven und Filets. Die Front mit schildförmiger Rautenwerk Kartusche. Rechteckiger, allseitig elegant bombierter Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit Sabots. Abklappbares Schreibblatt, innen mit Leder bezogen, öffnend auf zwei Fächer, vier Schubladen sowie geheimem Fach unter Schiebedeckel. Front mit zwei kleinen Schubla- den. Bronzebeschläge. 1 Schlüssel. Zum Freistellen. 83 x 47(79) x 93 cm. Ausgebleicht. Riss auf Rückseite. Restaurierungen. Eleganter und fein gearbeiteter Damensekretär, der durch seine dezenten Schwünge und Bombierungen sowie die schlichte, jedoch feine Marketeriearbeit besticht. Die Formgebung des Sekretärs entspricht Arbeiten der in Grenoble tätigen Gebrüder Hache. Allerdings sind diese in der Marketerie wesentlich auf- wändiger gestaltet. Vgl. Pierre Rouge/François Rouge: Le Génie des Hache, Dijon 2005, S. 370-374 mit Abbildungen von in der Form sehr ähnlichen Damen- sekretären. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) | 75
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    | 76 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1119 SPROSSENSPIEGEL Rokoko, Bern um 1750. Wohl von Johann Friedrich Funk I. (1706-1775). Holz teils durchbrochen ge- schnitzt mit Blumengirlanden, Rocaillen und Voluten sowie vergoldet. Rechteckiger, oben und unten leicht geschwungener Doppelrahmen. 156 x 105 cm. Fehlstellen und Restaurierungen. Vergoldung teils übergangen. Spiegelglas später. Ein bis auf den Aufsatz sehr ähnlicher Spiegel von Johann Friedrich Funk I befindet sich im Musée Romand, Schloss La Sarraz. Vgl. Hermann von Fischer: Fonk à Berne, Bern 2001, S. 191, Abb. 345. CHF 6 000 / 8 000 (€ 5 560 / 7 410) 1120 KOMMODE Rokoko, Bern um 1745. Von Mathäus Funk (Murten 1697–1783 Bern). Nuss- baum Maser eingelegt in rechteckigen Reserven, umrahmt von gefriesten Filets. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter und geschweifter Korpus auf ausge- schnittener Zarge und wenig geschwun- genen kurzen Beinen. Front mit drei Schubladen, die beiden oberen ohne Traverse und mit Messingkanneluren. Bronzebeschläge. 112 × 58 × 86 cm. Blatt wohl später, ursprünglich mit Mar- mor. Bronzesabots sowie Beschläge an Eckstollen fehlen. Gebrauchsspuren und Furnierrestaurierungen. Noch eher in der barocken Formen- sprache verhaftete Kommode von Funk. Vergleichbare Modelle finden sich bei: Hermann von Fischer: Fonck à Berne, Bern 2001, S. 94, Nr. 144. Die Bronzebe- schläge vergleiche S. 318, Nr. 623 bzw. S. 323, Nr. 640 sowie S. 325, Nr. 645. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560)
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    1121 TISCHUHR „FACON NACHTUHR“ Rokoko,Bern um 1750. Das Werk signiert I. Blaser à Berne (1730-1789). Bronze vergoldet. Front mit gros- sem Emailzifferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen. Umrahmt von Rocaillen, Blattvoluten sowie Gitterwerk. Geschlossenes, rot gefasstes Eisenblechgehäuse auf vier einklappbaren Doppelvolutenbeinen mit Blattdekor. Werk mit Spin- delgang und Halbstundenschlag auf Glocke. Wecker- scheibe, Weckerwerk ausgebaut. 19 × 12 × 32 cm. Zifferblatt mit Bestossung, eine seitliche Türe fehlt. Zu überholen. Vergleichbare Tischuhren, häufig auch als Nachtuh- ren oder Veilleusen ausgelegt, finden sich in Bern auch bei Funk. So eine Tischuhr, signiert ‚Fonck à Ber- ne‘ um 1750, mit denselben Beinen bzw. eine weitere Tischuhr mit vergleichbarer Gestaltung des Frontons. Vgl. Hermann von Fischer: Fonck à Berne, Bern 2001, S. 143, Nr. 281 und 282. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1122 KONSOLE Rokoko, Bern um 1760. Von Johann Friedrich Funk I. (1706-1775). Holz teils durchbrochen geschnitzt mit Rocaillen, Blattvoluten und Blumen sowie vergol- det. Trapezförmiges, leicht geschwungenes sowie randmoulüriertes Oberhasli Marmorblatt auf symmetrischer, wellig ausgeschnittener Zarge. Die Schmalseiten entsprechend der Front gestaltet. Die vorderen Ecken mit markanten Eckzierden in Form von plastischen Rocaillen. Geschweifte, s-förmige Beine, an den Innen- seiten mit leichtem Blattschmuck und auf Volutenfüssen. Verbunden durch eine geschwungene Traverse, durchbrochen gearbeitet mit Rocaille, Blumen und Blättern. Originale Vergoldung. 128 x 63 x 80 cm. Die hier angebotene Konsole weist bezüglich der symmetrischen Gestaltung, der mit Blüten gefüllten zentralen Rocaille sowie den mit feinen Blattvoluten geschnitzten Beinen Ähnlichkeiten mit einem Konsoltisch im Wildtschen Haus in Basel auf. Vgl. Hermann von Fischer, Fonck à Berne. Bern 2001, S. 189 (Abb. 341). CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480)
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    | 78 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1124 EMAILDOPPELDOSE Süddeutschland, wohl spätes 18. Jh. Passig gescheifte Ovalform. Emaille und Metallmontierung. Beidseitiger Deckel. Auf der Wan- dung und den Deckelaussenseiten unterschiedliche Sujets. Die Wandung mit einer umlaufenden Landschaft mit zwei Reitern und einem Wanderer mit Pferd, auf dem einen Deckel ein Jäger bei der Hasenjagd, auf dem anderen Deckel eine Parklandschaft mit Kavalier und Dame. Auf den Deckelinnenseiten Architekturdar- stellungen. 8 x 6,3 x 5 cm. Wenige Risse und Ausbrüche im Email. Provenienz: - ehemals Charles E. Dunlap Collection, New York. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 500 / 700 (€ 460 / 650) 1123 DOSE MIT EMAILMALEREI Berlin, wohl Werkstatt Fromery, um 1730-1740. Bemalung in der Art von Christian Friedrich Herold (1700–1779). Mit emaillierten Kupferauflagen, bemalt und mit geschlagenen Goldreliefs ver- ziert. Mit Landschaftskartuschen mit Figurenstaffage, dazwi- schen blaues Gitterwerk. Mit Metallmontierung. Risse im Email. Provenienz: - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
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    | 79 1125 SELTENES DECKELKÄNNCHENMIT „EMAIL DE SAXE” DEKOR Berlin, Goldschmiede und Galanteriewaren- handlung Stephan Grimmau, um 1720-30. Gerippte Balusterform mit emaillierten Kup- ferauflagen, bemalt und mit geschlagenen Gol- dreliefs verziert. Sechs Landschaftskartuschen mit bäuerlichen Gelagen und allegorischen Szenen, dazwischen blaues und purpurfar- benes Gitterwerk. Vermeilmontierung mit Meistermarke Grimo. H 14 cm. Minime Risse und Reparatur im Deckel, minime Ausbrüche im Emaille, Montierung mit alten Lötspuren. Provenienz: - Weinmüller Auktion München, Nr. 134, 1971, S.26, Kat. Nr. 291. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. Die berühmte Galanteriewarenhandlung von Pierre und später Alexander Fromery in Berlin waren nicht das einzige Geschäft, über das man in den späten 20er Jahren des 18. Jh. Toiletteservice und andere Gegenstände mit Goldauflagen beziehen konnte. Im Berliner „Intelligenzblatt“ vom 3.11.1727 preisst der Berliner Goldschmied und Galanteriearbeiter Stephan Grimmau seine Waren zum Verkauf an, „eine emaillierte Toilette mit goldenen Figu- ren und von Silber vergoldet garnieret, welche von neuer, nirgends also gemachter facon“ (zit. U. Weinhold, Emailmalerei, 2000, S. 167). CHF 2 500 / 3 500 (€ 2 310 / 3 240) 1126 EMAILLIERTES SCHERENETUI wohl Augsburg, um 1730. Mit Emailauflagen, Antikenporträts in reliefertem Gold zwischen polychromen Landschaftskartuschen und Gitterwerk. In vergoldeter Metallmontierung. L 10 cm. Kleine Haarrisse und Ausbrüche im Emaille. Vergleichbarer Dekor auf einer Toilette Dose von Johann Erhart Heuglin in Augsburg, datiert um 1729-33, im Musée du Louvre, Inv. Nr. CL 20873. CHF 250 / 350 (€ 230 / 320)
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    | 80 1128 1 PAARKERZENSTÖCKE Augsburg 1767–69. Meistermarke Johann Philipp Heckenauer. Auf passig geschweiftem Tellerfuss mit eingezogenem, balusterförmigem Schaft. H 14,5 cm. Zus. 480 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 400 / 2 200 (€ 1 300 / 2 040) 1129 1 PAAR KASSEROLLEN Lausanne um 1760. Meistermarke Papus Dautin. Deckel Bern, Ende 19. Jh. von Ludwig Friedrich Brugger. Glatte Rundform mit gedrechseltem Holzstiel in Silberfassung. Deckel stark gewölbt mit Holzknauf. Die Deckel wurden im 19. Jh. ergänzt. Deckel mit Inschrift 1.v.F. und 2.v.F. Stammt aus der Berner Patrizierfamilie von Frisching. D 21 cm. L 41 cm (inkl. Stiel). Zus. 3180 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 2 500 / 5 000 (€ 2 310 / 4 630) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1127 KAFFEEKANNE Nyon, um 1760. Meistermarke Antoine Charrier. Glattwandige Birnform auf drei Bocksfüssen. Ge- wölbter, profilierter Deckel mit Knauf. Geschwun- gener Holzhenkel. Eingraviertes Wappen der Patrizierfamilie von Watteville (Wattenwyl). H 22 cm. 470 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 2 000 / 4 000 (€ 1 850 / 3 700)
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    | 81 1131 TEA CADDIESMIT BOX London 1765. Meistermarke Samuel Taylor. Teedosen in Baluster- form, auf stark eingezogenem, gegossenem Rundfuss, allseitig mit getriebenen Blüten und Voluten. Deckel mit Pinienknauf. Bestand: 3 Teedosen und 12 moderne assortierte Teelöffel und 1 Löffel mit durchbrochener Laffe. In originaler Lederbox auf vier Füsschen. H 14,5 bzw. 15,5 cm. Zus. 1000 g. 925er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1130 KAFFEEKANNE Yverdon, 2. H. 18 Jh. Meistermarke Charles-Léopold Dupuis genannt Aubinguer. Glattwandige Birnform auf drei Bocksfüssen. Gewölbter, profilierter Deckel mit Knauf. Geschwungener Holzhenkel H 27 cm. 720 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
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    | 82 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1132* PAAR ASSORTIERE HANDLEUCHTER Barcelona. 18. Jh. Meistermarke Ramón Altet und Pau Sala. Mit passig geschweifter Basis und Profilrand sowie langer Handhabe. L 30 bzw. 30,5 cm. Zus. 379 g. CHF 2 000 / 4 000 (€ 1 850 / 3 700) 1133 KAFFEEKANNE London, 1747. Meistermarke William Cripps. Gegossen und zise- liert. Birnförmiger Korpus, allseitig lebhaft reliefiert. Die Wandung zeigt Poseidon mit Dreizack sowie Amphitrite auf dem Delphin, als auch die Darstellung eines Pferdes, sowie der Leitspruch „VIRTU- TE ET FIDE“. Den Deckel ziert eine Knabengestalt. Der Fuss wird von Rocaillen, Blüten, Voluten und Echsentier im Relief geziert. H 30 cm. 1040 g. 925er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Literatur: Alain Gruber: Gebrauchssilber des 16. bis 19. Jahrhunderts, Fribourg 1982, S. 114-116, Nr. 131 (mit Abb.). CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 1134 VERMEIL NIELLO DOSE Wohl Russland, 2. H. 18. Jh. Runde Form. Boden und Deckel mit figürlicher Darstellung sowie umlaufendem, geschwungenem Zierband in Niello zwischen Fischhaut punziertem Vermeilgrund. D 8,9 cm. 130 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 600 / 1 000 (€ 560 / 930)
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    | 83 1136* KAFFEEKANNE MITKOBALTFOND UND BATAILLEN- MALEREI Meissen, um 1745. Kobaltblauer Fond mit radierten grossen Gold- blumen und mit Vierpassreserven, darin ein Schlachtgetümmel aus den Türkenkriegen auf der einen Seite und einem Feldlager eines östlichen Reitervolks inmitten einer Felslandschaft auf der anderen Seite. Unterglasurblaue Schwertermarke, Pressnummer 21. H 21 cm. Deckel wohl original CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480)
  • 90.
    | 84 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1137 PAAR TASSEN MIT LANDSCHAFTS- DEKOR AUF SEEGRÜNEM FOND Meissen, um 1740. Verpasskartuschen in Reserve auf seegrünem Fond, gold gerändert. Mit Land- schaftsszenen, in eisenroten Doppelringbordüren. Goldspitzendekor an den Rändern. Unterglasur- blaue Schwertermarken, Vergoldernummer 81. H 7 cm, D 13 cm. Provenienz: - Christie‘s Genf, 16.11.1992, Lot 152. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 1 600 / 2 200 (€ 1 480 / 2 040) 1138* ZYLINDERKRUG „LE JEU DE COLIN-MAILLARD” Meissen, um 1745. Bemalt mit einer „Fêtes galantes” Szene nach einem Gemälde von Nicolas Lancret, mit polychromer Darstellung einer eleganten Gesellschaft beim Blindekuh- Spiel, vor eine Landschaftszenerie jenseits einer Parkmau- er in „grisaille” . Gitterwerkbänder in Gold mit vierpassigen Landschaftsreserven mit Figurenstaffage in Purpur Camaïeu. Ohne Marke. H 16,5 cm (19,5 cm). Die Darstellung in Anlehnung an ein Gemälde von Nicolas Lancret (1690-1743) „Le Jeu de Colin-Maillard”. Vergleichsstücke: Sammlung Hanns Elisabeth Weinberg, Sotheby‘s New York, 10.11.2006, Lot 313; ein weiterer Krug mit thematisch ähnlichem Dekor und Farbgebung, ehemals Sammlung Emma Shaefer Sotheby‘s New York, 27.10.2017, Lot 42. CHF 12 000 / 14 000 (€ 11 110 / 12 960)
  • 91.
  • 92.
    | 86 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1140* MINIATURMODELL EINES HASEN Meissen, um 1750. Naturalistisch modelliert im Lauf nach links gerichtet, auf einem mit Blumen und Blättern applizierten Geländesockel mit Baumstütze. Spuren einer blauen Schwertermarke auf der unglasierten Sockelunterseite. L 5 cm. Ein Ohr minim restauriert. Das Modell eines Gegenstücks, ehemals in der Sammlung Sir Gawainie Lady Baillie, bei Sothe- by‘s London, 1.5.2013, Lot 158. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 1139* ZWEI MODELLE VON SPRINGENDEM HIRSCH UND HIRSCHKUH Meissen, Modelle um 1747 von J.J. Kändler. Aus- formungen 1747-63. Jedes Modell auf einem Ge- ländesockel mit Baumstütze, appliziert mit Blumen und Blättern. Naturalistisch modelliert, der Hirsch staffiert in Rotbraun, die Hirschkuh in Graubraun. Unterglasurblaue Schwertermarken mit und ohne Punkt. H 11 cm, 12 cm. Restaurierungen Vergleichsstücke: C. Albiker, Die Meissener Porzel- lantiere, 1935, Nr. 185 (Jagdgruppe mit Hirschkuh und zwei Hunden); U. Pietsch, Porzellan Parforce, München 2005, Kat.Nr. 21-28. Im August 1747 fertigte Kändler drei verschiedene Modelle von Rothirschen, darunter auch: „Einen Hirsch Welcher schnell laufend Vorgestellet ist aufs Sauberste modeliret damit ein jeder Liebhaber unter bemeldeten 3. Stücken das aus lesen haben kann.” (Pietsch 2005, Kat.Nr.21; 2002, S. 120). Eine Variation der Hirschkuh, von Jagdhunden erfasst, formte Kändler im gleichen Jahr. Als gra- phische Vorlage diente wohl Johann Elias Ridingers „Der gehetzte wehrlose Rehbock” (Pietsch 2005, S.76-78). CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560)
  • 93.
    | 87 1141* JÄGER MITJAGDHUND Meissen, Mitte 18. Jh. Modell von J. F. Eberlein. In elegantem, pelzgefütterten grünen Jagdkostüm, mit einer Hand auf eine Flinte gestützt, die ande- re auf den Rücken gelegt, um seine Schulter eine Tasche. Begleitet von einem schwarz gefleckten Jagdhund auf dem flachen Rocaillesockel mit Goldhöhung. H 15,8 cm. Kleine Restaurierungen Vergleichsstück: The Hans C. Syz Collection (1979), S. 464 Nr. 310. CHF 5 500 / 6 500 (€ 5 090 / 6 020) 1142* MODELL EINES LIEGENDEN HIRSCHS Meissen, um 1745. Mit dem Kopf nach rechts, naturalis- tisch modelliert mit kurzem Geweih und das Fell staffiert in Hellbraun mit Höhungen in Dunkelbraun auf dem Rücken und auf der Brust. Ohne Marke. 11,5 x 9 cm. Geweih und Ohren restauriert. CHF 3 600 / 4 200 (€ 3 330 / 3 890)
  • 94.
    | 88 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1143* JAGDLICHER FLAKON Meissen, um 1755-60. Konische, abgeflachte Form. Bemalt mit rocaille-gesäumten Tierszenen, in einer bewaldeten Landschaft mit Hasen auf der einen und Fasanen auf der anderen Seite, jeweils in Deckung vor einem heranschleichenden Jagdhund. Die Rocaillen polychrom und mit Blumengirlanden am oberen Rand. Der Verschluss mit abgeflachtem Rundknauf, bemalt mit einer weiteren Tierszene. Unterglasurblaue Schwer- termarke. H 16 cm. Minime flache Abplatzungen am Fussrand. CHF 6 000 / 7 000 (€ 5 560 / 6 480) 1144* MODELL EINER LIEGENDEN HIRSCHKUH Meissen, Modell wohl von J.J. Kändler um 1736. Naturalistisch modelliert, den Kopf nach links gedreht und mit rotbraun staffiertem Fell mit dunkelbraunen Höhungen an Brust und Kopf. Ohne Marke auf dem unglasierten Boden. L 9,2 cm, H 5 cm. Unsichtbar restauriert. Vergleichsstück: U. Pietsch, Parforce Porzellan, 2005, Kat. Nr. 29. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
  • 95.
    | 89 1145* JAGDLICHE TABATIERE Meissen,2. Hälfte 18. Jh. Ovale Form mit plastischer Ausformung eines erlegten Hirsches mit zurückgeneigten Kopf, auf gewölbtem Grassockel. Die Deckelkappe bemalt mit Manierblumensträussen, auf der Innenseite des Deckels ein Stilleben mit umgestürzten Blumenkorb. In vergoldeter Kupfermontierung mit Rocaillen. 9 x 8 cm. Flache Bestossung an einem Ohr. Das Motiv eines erlegten Hirsches setzt Kändler 1742 prominent an einem für Kurfürst Clemens August in Auftrag gegebenen, grossen figürlichen Jagdpokal um, vgl. Pietsch, Porzellan Parforce, 2005, S.36-41. Für ein Vergleichsbeispiel zu einer Hirschtabatière aus einer weiteren Manufaktur, Ludwigsburg, s. Beaucamp-Markowsky, Porzellandosen des 18. Jh., 1985, S. 356 und Kat. Nr. 307 (Metro- politan Museum Inv.Nr. 1982.60.364). CHF 9 000 / 11 000 (€ 8 330 / 10 190)
  • 96.
    | 90 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1146* ZWEI MODELLE LIEGENDER HIRSCH UND HIRSCHKUH Meissen, Modelle wohl von J.J. Kändler um 1736. Natura- listisch als Gegenstücke modelliert, der Hirsch mit dem Kopf nach links geneigt, das Fell staffiert in Dunkelbraun, die Hirschkuh nach rechts geneigt, mit dem Fell staffiert in Rot- braun. Ohne Marken. L 10 cm , 8,5 cm; H 9,5 cm, 6,5 cm. Kleine Restaurierungen. Vergleichsstücke: Landesgewerbemuseum Stuttgart bei C. Albiker, Die Meissener Porzellantiere, 1935, Abb. 182 und R. Rückert, Meissener Porzellan, 1966, Nr. 1150, 1151; U. Pietsch, Parforce Porzellan, München 2005, Kat. Nr.29; Sammlung Sir Gawainie Lady Baillie, Sotheby‘s London, 1.5.2013, Lot 155 (Hirschkuh). Kändler listet in seinem Arbeitsbericht vom Oktober 1736: „Ein Hirschgen mit geweydern wiederum eines ohne Gehörne auch aufs Lager Beyde wiederum verbessert u.z. abformen tüchtig gemacht” (Pietsch 2005, Kat.Nr. 29; Pietsch 2002, S. 43). CHF 5 600 / 6 200 (€ 5 190 / 5 740) 1147* MODELL EINES FUCHSES Meissen, um 1750. Modell von J. F. Eberlein. Naturalis- tisch modelliert mit einem Huhn im Fang und staffiert in Rostbraun. Blaue Schwertermarke auf der unglasier- ten Unterseite. L 9,8 cm, H 5 cm. Minim restauriert. Vergleichsstück: U. Pietsch, Porzellan Parforce, München 2005, Nr. 33. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
  • 97.
    | 91 1148 PLATTE AUSDEM SCHWANENSERVICE Meissen, um 1738-39. Modell von Johann Joachim Kändler. „Schüssel Nr.2”. In Form einer Muschel modelliert mit einem Paar Schwänen, in einem mit Schilf bewachsenen Gewässer, neben einem Fischreiher mit Fisch im Schnabel und einem weiteren Fischreiher im Flug. Das abgesetzte Muschelrelief der Fahne bekrönt von dem Allianzwappen, Brühl und Kolowrat- Krokowksky und umlaufenden indianischen Blüten zwischen drei radial platzierten Blumen- zweigen. Goldbordüre aus abwechselnd einem langen und zwei kurzen senkrechten Strichen. Unterglasurblaue Schwertermarke. D 30 cm. Zwei grosse Segmente restauriert. Provenienz: Schweizer Privatbesitz Vgl. U. Pietsch, Schwanenservice, 2000, Kat. Nr.26. Die Versteigerung dieses Lots erfolgt im Rahmen einer zwischen dem Verkäufer und dem Nachlass der Grafen Brühl getroffenen Vereinbarung, durch die Letzterer auf weitere Rückübertragungsansprüche verzichtet. CHF 7 000 / 9 000 (€ 6 480 / 8 330)
  • 98.
    | 92 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1149 KAMINPENDULE „LA DOULEUR“ Louis XVI, Paris, um 1775/1780. Das Modell von François Vion (ca. 1737–1790). Das Zifferblatt signiert Sotiau à Paris (Nicolas Sotiau, Meister 1782). Bronze fein ziseliert sowie matt- und glanzvergoldet und grauer Marmor. Das rechteckige, oben eingezogene Uhrgehäuse flankiert von einer sich auf das Gehäuse stützenden Frau, die einen toten Vogel beweint sowie dem Amorknaben, der dieser einen lebenden Vogel (fehlt) reicht. Auf mit drapiertem Tuch verziertem Rechtecksockel und Tatzenfüssen sowie grauem Marmorsockel mit eingelassenem Blattvolutenmäan- der. Weisses Emailzifferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen, dazwischen kleine Sterne in Blau. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke. Schlüssel, Pendel und Glocke fehlen. H 36 cm. Werk zu revidieren. Etwas unvollständig (Perlstab sowie kleiner Zweigaufsatz). Das Modell stammt aus dem Atelier von François Vion, wie eine lavierte Federzeichnung in der Biblio- thèque Doucet belegt. Das Thema wird mit Schmerz „la Douleur“ angegeben. Die Uhr wird in Inventa- ren und Auktionskatalogen auch als „la Pleureuse“ bezeichnet. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter Pröschel. Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spät- barock und Klassizismus. München 1986. Band 1. S. 247, Abb. 4.6.9 (Entwurfzeichnung) sowie 4.6.10 einer Ausführung des Modells aus dem Kunsthandel. Eine Version dieser Pendule ist auch mit Marmorge- häuse bekannt, darunter eine aus der Sammlung von Marie-Antoinette im Musée du Louvre. Vgl. Pierre Kjellberg. EncyclopLdie de la Pendule française du Moyen Age au XXe siècle. Paris. 1997. S, 246, Abbildung A. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310) 1150 GUERIDON Transition, Paris um 1780. Trägt eine Signatur P. Roussel. Rosen- holz, dunkel gefärbtes Ahorn sowie teils gefärbte Hölzer eingelegt in Form von Blumen, Girlanden und Bouquets. Rechteckiger Kor- pus auf gerader Zarge mit geschweiften Beinen und Bronze- sabots. Das Blatt in Messing stark gefasst und breit eingelegt mit Musikmedaillons, umrahmt von Blütenzweigen und drapierten Stoffband. Front mit drei Schubladen ohne Traversen. Messing- schlüsselschilder. 1 Schlüssel. 47 x 32 x 69 cm. Leicht abgeändert, Marketerie teils später. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 99.
    | 93 1151 BRIEFBESCHWERER MITMOPS Meissen, um 1745. Ein liegender Mops auf einem langrecht- eckigen, profilierten Steg, bemalt mit Landschaftsvignetten mit Figurenstaffage und kleinen Manierblumenbouquets. Ohne Marke. L 19,2 cm. Provenienz: - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1152 KOMMODE Louis XVI, wohl Deutschland, um 1800. Nussbaum, Satinholz, Mahagoni und Wurzelmaser eingelegt mit geometrischen, teils getönten Filets sowie rechteckigen Reserven. Rechteckiger Kor- pus auf gerader Zarge und Pyramidenbeinen. In der Mitte leicht vorkragende Front mit drei Schubladen, die beiden unteren ohne Traverse. Abgeschrägte vordere Ecken. Emaillierte Messingbe- schläge. 3 Schlüssel. 119 × 61 × 83 cm. Furnierrestaurierungen, Fehlstellen, Risse sowie kleinere Kratzer. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
  • 100.
    | 94 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1153 PAAR GIRANDOLEN Louis XVI, Frankreich um 1780. Weis- ser Marmor sowie Bronze vergoldet. Vier geschweifte Lichtarme um erhöhte Zentralfackel auf tordiertem Schaft auf vier Stützen. Auf kannelier- tem Pilaster und ovalem Sockel mit godronierten Füssen. Dekor in Form von Füllhörnern, Maschen, Perlstab, Lorbeer- und Blumengirlanden sowie Palmetten. Vasenförmige Tüllen. Tropfteller der Zentralfackeln fehlen. 19 x 12 x 57 cm. Kleinere Fehlstellen und Bereibungen. Durchbohrungen einer ehemaligen Elektrifizierung. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1154 ZWEI HAUSMALER BLATTSCHÄLCHEN Wien, um 1750. Nach einem „Blanc-de-chine” Vorbild, das eine bemalt in Eisenrot mit einer Chi- nesin auf einem Volutensockel und mit Blattbor- düre, das andere polychrom mit einem Mädchen mit Weinrispe auf einer Astkonsole. Unterglasur- blaue Bindenschildmarke, Pressmarke E. D 10 cm. Henkel ergänzt, Blattfüsse leicht bestossen. Provenienz: Schweizer Privatsammlung CHF 700 / 900 (€ 650 / 830)
  • 101.
    | 95 1155* GROSSE TERRINEMIT HAUS- MALERDEKOR „FÈTE GALANTES” Meissen, Mitte 18. Jh. Bemalung wohl von Ferdinand Meyer von Pressnitz. Mit vergol- deten Rocaillehandhaben und -knauf. Poly- chrome Bemalung mit galanten Szenen in Parklandschaften in der Art von A. Watteau. Rand vergoldet. Unterglasurblaue Schwer- termarke. D 28 cm. CHF 5 500 / 7 500 (€ 5 090 / 6 940) 1156 SEMAINIER Louis XV, Paris um 1760/70. Mit Signatur J. Bircklé. Jacques Bircklé, Meister 1764. Amaranth, Rosenholz und Palisander eingelegt mit gefriesten, passig geschweiften Reser- ven. Rechteckiger Korpus mit abgeschrägten vorderen Ecken auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen mit vorderen Sabots. Front mit sieben Schubladen. Spätere Brèche d‘Alep Marmorplatte. Spätere Bronzebeschlä- ge. 1 Schlüssel. 69 × 38 × 161 cm. Stark restauriert. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480)
  • 102.
    | 96 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1158 FEIN GEARBEITETER DOPPEL­ SEKRETÄR À ABATTANT Louis XVI, Schweiz, um 1800. Samuel Hämmerli (1750–1820) oder dessen Söhne, Lenzburg. Nussbaum, Zwetschge sowie Birken- und Wurzelmaser eingelegt in recht- eckigen Reserven und Filets. Rechteckiger Korpus mit leicht vorstehendem Blatt auf gerader Zarge und Pyramidenbeinen. Front mit Schublade über abklappbarer Schreib- platte und zwei weiteren Schubladen. Die oberste Schublade als Schreiblade ausge- staltet, der herausziehbare Boden sowie die abklappbare Front ergeben eine Schreib- fläche. Öffnend auf Fach mit drei Schubla- den, davon eine geheim. Die Schreibplatte öffnend auf fein gestaltetes Interieur mit zehn Schubladen und grossem Fach. Ge- heimfach mit vier kleinen Schubladen unter dem aufklappbaren Fachboden. Vergoldete Bronzebeschläge. 2 Schlüssel. 114 x 54 (97) x 141 cm. Vergleichbare Sekretäre von Hämmerli abgebildet bei: Fritz Bohnenblust: Von den Lenzburger Tischmachern und Ebenisten Hämmerli. In: Lenzburger Neujahrsblätter 1962, S. 30-45. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850) 1157 SELTENE PENDULE AUF SOCKEL Louis XVI, Schweiz, Ende 18. Jh. Wohl Samuel Hämmerli, Lenzburg. Mono- grammiert H L H J M V Z. Zwetschge, Nussbaum und andere teils getönte Hölzer eingelegt mit geometrischen Filets und Reserven sowie beschnitzt mit Vasen, Rosette und Zapfen. Sockel eingelegt mit ovalem Medaillon mit Darstellung einer Mühle in Landschaft. Architektonisch gestaltetes Gehäuse mit Zapfen als Abschluss, auf leicht gestuftem Sockel mit seitlichen Vasenauf- sätzen. Weisses Emailzifferblatt „en cuvette“ und durchbrochen gearbeitete, vergoldete feine Zeiger. Werk mit Graham-Ankergang und Viertelstunden- schlag auf zwei Glocken. Zugrepetition. 47 x 15 104 cm. Schlagwerk zu revidieren. 1 Profilleiste unvollständig (links oben). Über den aus einer Lenzburger Tischmacherfamilie stammenden Samuel Hämmerli ist nur wenig bekannt. Der ausgewogene Entwurf, die vorzügli- che Auswahl des Furniers sowie deren feine Bearbeitung zeigen, dass sich Hämmerli bei seinen Arbeiten an der Produktion der damaligen Zentren der Möbelkunst orientierte. Dabei ist eine Anlehnung an die Arbeiten der Berner Ebenisten Christoph Hopfengärtner oder Johannes Äbersold zu erkennen. Dieser ist insbesondere bei den Arbeiten der beiden Söhne Samuel Hämmerli der Jüngere (geb. 1778) sowie Gottried Hämmerli (geb. 1775) ausgeprägt, die möglicherweise ihre Ausbildung teilweise bei Hopfengärtner absolviert haben. (Hermann von Fischer: Hopfengärtner und das Bernische Mobiliar des Klassizismus. Christoph Hopfengärtner und Zeitgenossen. Schloss Jegenstorf. Ausstellung 1986. S. 25-25.) CHF 1 800 / 2 800 (€ 1 670 / 2 590)
  • 103.
    | 97 1159 PAAR KERZENSTÖCKE Turin,um 1760-1786. Meistermarke Gabriel Marcello Giuliano. Dekor von neoklassischer Inspiration geprägt, mit prächtig ziselierten Verzierungen aus Ornamenten, Palmetten, geometrischen Motiven, Girlanden sowie Masken und Löwenköpfen. H 27,5 cm. Zus. 1700 g. Provenienz: - Kunsthandel G. F. Mazzoleni, Mailand bis 1985. - Schweizer Privatbesitz, bei Obigem erworben. Literatur: Ausst.-Kat.: Maestri Orafi e Argentieri in Piemonte dal XVLL al XIX secolo, hrsg. v. Francesca e Valeria Mazzole- ni, Mailand, S. 124, Nr. 111. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 1160 KLEINER MITTELTISCH Louis XVI, Bern um 1780. Nuss- baum fein geschnitzt mit Rosetten und Blättern sowie kanneliert. Die Zarge eingelegt in Filets und rechteckigen Stirnholz Reserven. Rechteckiges, randmoulüriertes und an den Ecken abgeschrägtes Oberhasli- oder Grindelwaldner Marmorblatt auf gerader Zarge und konischen Beinen mit Kugelfüssen. 102 × 55 × 69 cm. Restauriert. Wenige Furnierrisse. CHF 500 / 700 (€ 460 / 650)
  • 104.
    | 98 1161 PAAR EINFLAMMIGEAPPLIKEN Louis XVI, Frankreich um 1780. Bronze feuerver- goldet. Geschweifter und schwenkbarer Lichtarm mit Blattdekor, das Wandstück in Karniesform mit Schuppen- und Blattdekor, der Wandarm an einem Widderkopf montiert. Runder Tropfteller und zylindri- sche Tülle. H 32 cm. Ein Tropfteller mit kleiner Durchbrechung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1162 KAMINPENDULE Louis XVI, Paris um 1780. Das Zifferblatt si- gniert Rouvière à Paris. Jean-Louis Rouvière, Meister 1781. Weisser Marmor und Bronze vergoldet. Amor, sich auf das Gehäuse stüt- zend, auf felsigem Untergrund. Der Sockel mit bacchantischen Puttoszenen im Relief. Weisses Emailzifferblatt. Werk mit Anker- gang und Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 41 × 14 × 46 cm. Marmor restauriert. Stark gereinigt. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
  • 105.
    | 99 1163 PAAR FEINEKERZENSTÖCKE Louis XVI, Paris um 1775. Modell von Etienne Martincourt (Meister 1762). Bronze ziseliert sowie vergoldet. Der konische Schaft umgeben von drei karniesförmigen Aussenstützen, bekrönt von Zephyrsköpfen sowie Früchtegirlanden (bei einem Leuchter repa- riert). Vasenförmige Tülle, die Wandung mit Girlande und Maschen dekoriert. Auf Trompetenfuss mit umlaufenden Blattfries, geteilt in drei Sektionen, appliziert mit durchbrochen gearbeitetem Dekor in Form von grotesken Ranken mit Adler-Doppelköpfen. H 28 cm. Vergoldung berieben. Reparaturen. Dieses Paar Kerzenleuchter im „Gout étrusque“ entspricht bei- nahe einer Gruppe von vermutlich zwölf Leuchtern mit Zephy- rsköpfen von Etienne Martincourt. Ein Paar, bezeichnet Martinot, befindet sich im J. Paul Getty Museum in Malibu (72.DF.48), ein weiteres in der Wallace Collectioin, vier Exemplare in der Hun- tingdon Collection in San Marino, Kalifornien. Die Motive in der Basis mit der Fackel und dem Adler-Doppelkopf werden mit der Hochzeit der Erzherzogin Marie-Antoinette von Österreich 1770 in Verbindung gebracht. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter Pröschel: Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus, S. 230, Abb. 4.1.12. mit Abbildung des Leuchters im Getty Museums, der nur in wenigen Details sowie insbesondere in der Gestaltung der Tülle abweicht. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1164 PAAR GROSSE MARMORVASEN Louis XVI-Stil, wohl Frankreich. Weisser Mar- mor mit leichter grauer Äderung. Glocken- förmiger Vasenkorpus, die Wandung unten mit Lorbeerblättern dekoriert, im mittleren Bereich mit breitem Band und umlaufender Draperie mit Maschen. Auf Trompetenfuss und Rechtecksockel. D 60, H 85 cm. Mehrere Reparaturen sowie einige Fehlstellen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 106.
    | 100 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1165 KREUZRELIQUIAR Nordfrankreich, um 1780. Holz sehr fein geschnitzt mit Girlanden, Blattvoluten, Blumen etc. Stellkreuz auf rechteckigem Sockel, in der Schnittstelle der Kreuzarme eine ovale Öffnung für eine Kreuzreliquie, umrahmt von sieben Engelsköpfen. Im Sockel ein Fach mit einer Beglaubigung der Reliquie durch Agostino Felice de‘ Rossi (1768–1788) – Bischof von Terni (Umbrien) aus dem Jahre 1778. 20 ×10,5 × 37,5 cm. Leichte Fehlstelle an der Schnitzerei. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
  • 107.
    | 101 1166 GESCHNITZTE UNDGEFASSTE KONSOLE Louis XVI, Italien, wohl Florenz um 1780. Holz ge- schnitzt mit Rosetten, Weinranken, Blättern und Pal- metten sowie gefasst und teilvergoldet. Rechteckiger Korpus auf gestufter Zarge und hohen, konischen so- wie kannelierten Beinen. Die Ecken wenig ausgestellt, die Zarge mittig mit rechteckiger Reserve in Hinter- glasmalerei, Darstellung einer mythologischen Szene von Herakles, in den Olymp steigend, nachdem er die 12 Taten bewältigt hat (Hermes, Herakles, Athene, ein Jüngling der die Jugend darstellt, Hera und Zeus). Eingelassenes graues, hell gesprenkeltes Marmorblatt. 115 x 54 x 86 cm. Elegante und fein gearbeitete Konsole. Eine in Form und Dekor recht ähnliche Konsole befindet sich im Pa- lazzo Pitti in Florenz, dort beschrieben als „manifattura fiorentina, 1792“. Abgebildet bei: Enrico Colle: I mobili di Palazzo Pitti, Il primo periodo lorenese 1737-1799, Abb. 63, S. 136. CHF 5 000 / 7 000 (€ 4 630 / 6 480)
  • 108.
    | 102 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1168* PUTTO MIT KAFFEEKANNE Meissen, um 1760. Mit einem Tuch bemalt mit indianischen Blu- men um seine Lenden, eine Kaffeekanne in beiden Händen. Auf einem goldgehöhten Rocaillesockel. Ohne Marke. Modellnummer 359. eingeritzt. H 11,5 cm. Restauriert CHF 400 / 500 (€ 370 / 460) 1167* ROKOKO WANDUHR MIT TASCHEN-UHRWERK das Porzellan Meissen, um 1750. Das Uhrwerk 18. Jh., signiert C. Biefield London. Modelliert als Rokokokartusche mit Goldhö- hung und applizierten Blumenzweigen. Mit einem eingesetzten Uhrwerk mit Spindel- gang und Unruh. Federaufzug über Schnecke und Kette. Spuren einer unterglasurblauen Schwertermarke. Spuren einer Inventarnum- mer in Rot „ V=e 1063”. H 22 cm. Kleine Restaurierungen an einer Volute bzw. Blüten und Blättern. CHF 5 800 / 6 200 (€ 5 370 / 5 740)
  • 109.
    | 103 1170* PAAR FIGUREN,KAVALIER UND MÄDCHEN MIT GEFLÜ- GEL Meissen, Mitte 18. Jh. Je auf einem Rocaillesockel gehöht in Gold. In länd- lichen Kostümen, sie mit einer Henne, er mit einem Hahn auf dem Arm. Un- terglasurblaue Schwertermarke auf der Rückseite ihres Sockels, der Kavalier mit Ritznummer 24. H 14 cm, 15 cm. Kleine Restaurierungen CHF 6 000 / 7 000 (€ 5 560 / 6 480) 1169 KAMINPENDULE MIT THERMOMETER „DUEL DES POETES“ Louis XVI, Paris, Ende 18. Jh. Das Zifferblatt signiert Caus- ard Hger du Roy suit la Cour. Bronze ziseliert und vergoldet. Zylindrisches Gehäuse, auf zwei Büchern ruhend, flankiert von den debattierenden Rousseau und Voltaire. Auf flachem, ovalem und mittig gerundet vorkragendem, teils durchbro- chenem Sockel. Aufsatz in pyramidaler Form mit Thermome- ter, die Skalierung in Hinterglas signiert „Vallée fecit“ sowie in Kartusche bezeichnet „Duel des poètes“. Weisses Emailzif- ferblatt mit römischen Stunden- und arabischen Minuten- zahlen. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke. H 38 cm. Vergoldung berieben. Thermometerinstrument defekt und unvollständig. Zifferblatt mit Ausbrüchen. Pendel und Schlüs- sel fehlen. Werk zu revidieren. Seltene und äusserst charmante Pendule, die eine Debatte zwischen zwei der bedeutendsten Philosophen der Aufklä- rung thematisiert. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 310 / 3 700)
  • 110.
    | 104 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1171* TROMMLER ZU PFERD ALS GEWÜRZ TAFELAUF- SATZ Meissen, Mitte 18. Jh. Mit zwei Kesseltrommeln als Gewürzscha- len mit Deckel, die rechte Hand erhoben und mit schwarzem Dreispitz und rosefarben und gelb staffierter Uniform mit Goldhö- hung, den Gardedegen umgebunden. Auf einem mit Blüten und Blättern applizierten Sockel. H 19,7 cm. Restaurierung an einem Deckel, Gardesäbel und Zügel. Vergleichsstück: C. Albiker, Die Meissener Porzellantiere (1935), Abb. 227. CHF 9 500 / 11 000 (€ 8 800 / 10 190)
  • 111.
    | 105 1172* LOT VONFÜNF MINIATURFIGUREN Meissen und Kloster Veilsdorf, 18. Jh. Figur eines Chinesen, Klos- ter Veilsdorf, um 1765; Figur eines Herrn im Schlafrock, Meissen, Mitte 18.Jh.; Figur einer Gärtnerin, Meissen, Mitte 18. Jh.; Figur eines Bauern, Meissen, Mitte 18. Jh.; Figur einer Magd mit Kind, Meissen, Mitte 18. Jh. Unterglasurblaue Schwertermarke an der Rückseite des Sockels (Bauer und Mutter mit Kind); Spuren einer unterglasurblauen Schwertermarke (Herr im Schlafrock). 6,2 cm, 6 cm, 8,8 cm, 8,5 cm, 8 cm. Restaurierungen CHF 600 / 800 (€ 560 / 740) 1173* MINIATURFIGUR EINER QUÄKERFRAU Meissen, um 1750. Auf einem goldgehöhten Rocaillesockel. Unterglasurblaue Schwertermarke auf der Rückseite des Sockels. H 10,5 cm. Das Modell, Gegenstück zum Quäker, stammt von einer Vorlage „Sarah of Covent Garden” von Pierce Tempest nach Marcellus Laroon d.Ä., aus der Serie „Cries of the City of London“, aus dem Jahr 1711. Vgl. Y. Adams, Meissen Portrait Figures, 1987, S.131. CHF 400 / 500 (€ 370 / 460)
  • 112.
    | 106 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1174* EIN PAAR AUEROCHSEN Meissen, um 1741. Modelle von J.J. Kändler oder P. Reinicke. Beide auf einem mit Blättern und Blüten applizierten Geländesockel mit Baumstütze in der Mitte. Mit braun geflecktem Fell staffiert, der eine beim Grasen modelliert. Unterglasurblaue Schwer- termarken. L 12,5 cm, 14 cm. Ohren und Hörner mit Restaurierungen, Blätter und Blüten minim restauriert. Vergleichsstücke: C. Albiker, Meissener Tiere, 1935, Abb. 180, 181; M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Axel Guttmann, VII, 1999, Nr. 51; Sotheby‘s Lon- don, Sir Gawainie Lady Baillie, 1.5.2013, Lot 172. Eine Variation eines Auerochsen, im Kampf mit Jagdhunden, hat Kändler in seinen Feierabendar- beiten vom April und Mai 1741 notiert. Vgl. U. Pietsch, Porzellan Parforce, 2005, S.71. CHF 10 000 / 12 000 (€ 9 260 / 11 110) 1175* ZWEI MODELLE VON KÜHEN Meissen, um 1740. Als Gegenstücke, liegend, mit zugewandten Köpfen modelliert. Das Fell mit braun-grauen Flecken schraffiert. Unterglasurblaue Schwertermarke auf der Rückseite des linken Modells. L 11,5 cm. Restaurierungen Die Arbeitsberichte von Kändler im Januar 1740 notieren: „6. Eine Kuhe Vor die Frau Gräfin von Schall liegende in Thon, poussiret und aufs sauberste aus gearbeitet.” (Pietsch 2002, S. 68); M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Guttmann, 1999, S. 58 Nr.55. CHF 1 800 / 2 200 (€ 1 670 / 2 040)
  • 113.
    | 107 1176* KLEINE SELTENEBILDPLATTE Meissen, um 1750-60. In einem rechteckigen, teilvergoldeten Rocaillerahmen, darin eine Ruinenlandschaft mit rastenden Schafen und einer Kuh. Rückseitige Spaltöffnung zur Auf- hängung. Unterglasurblaue Schwertermarke. 9 x 13 cm. Provenienz: - Sotheby‘s London, 14.6.1983, Lot 119. - Sammlung Hoffmeister, Hamburg. - Bonhams, Hoffmeister Collection II, 26.5.2010, Lot 62. Literatur: Katalog der Sammlung Hoffmeister, Meissener Porzellan des 18. Jahrhunderts, 1999, I, S. 308-309 Abb.197. Ausstellung: Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe, 1999-2009. CHF 6 000 / 7 000 (€ 5 560 / 6 480) 1177* MODELL EINES KLEINEN PFERDS Meissen, um 1745-50. Naturalistisch modelliert im Galopp, mit kupiertem Schweif. Auf einem Gelän- desockel mit Baumstütze und appliziert mit Blüten und Blättern. In vergoldeter Montierung. Untergla- surblaue Schwertermarke auf der Rückseite des Sockels. 9,3 x 8 cm. Restauriert Vergleichsstück: M. Kunze-Köllensperger, Sammlung Axel Guttmann, VII, 1999, S. 51 Nr.40. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
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    | 108 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1178* GROSSER DESSERT TAFELAUFSATZ Meissen, Mitte 18. Jh. Der ovale, mit Bandel- und Muschelwerk re- liefierte Korb auf der Innenseite bemalt mit Blumenbouquets. Auf einem Fuss gebildet von zwei Karyatiden in Form von antikisieren- den Figuren, begleitet von zwei Putten, als Allegorien von Frühling und Sommer, der eine mit Weizengarbe im Arm, der zweite mit einem Korb Blumen. Auf einem hohen Felssockel appliziert mit Blüten und Blättern. Reste eine blauen Schwertermarke auf dem unglasierten Sockel. Pressnummer 28. H 48 cm. Brand- und Haarriss, kleinere Restaurierungen. Für einen ähnlichen Tafelaufsatz (der Korb alternativ mit Dulong- relief) in den Kunstsammlungen Weimar, bei G. Reinheckel, Meis- sener Prunkservice, 1989, Abb.19.; K. Butler, Die Sammlung der Ermitage, Leningrad 1977, Nr. 84 (Modell des Fusses). CHF 10 000 / 15 000 (€ 9 260 / 13 890) 1179* PORTALPENDULE Louis XVI, Paris, um 1780. Weisser und grauer Marmor, Bronze vergoldet sowie brüniert. Das Gehäuse mit Adleraufsatz, flankiert von zwei Putten. Die Portalseiten mit Karyatiden be- setzt. Auf rechteckigem Sockel, eingelassen mit Bronzerelief mit musizierenden Engeln. Ovale Wedgewood-Plakette mit mythologischer Szene. Auf Kreiselfüssen. Weisses Emailziffer- blatt (Risse und Fehlstellen). Werk mit Ankergang und Halb- stundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 42 x 14 x 62 cm. Bronzen teils zu befestigen, Füsse lose. Werk zu revidieren. Beliebtes Modell einer Portalpendule aus der Zeit Louis XVI, das in zahlreichen, leicht abgeänderten Varianten zu finden ist. Vgl. Elke Niehüser: Die französische Bronzeuhr, München 1997, S. 258 mit einigen Variationen dieser Uhr. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480)
  • 115.
    | 109 1180 EIN PAARFIGÜRLICHE GIRANDOLEN Louis XVI, Frankreich um 1780. Weisser Marmor sowie Bronze ziseliert und vergoldet bzw. brüniert. In Form von zwei Frauen in antikisierendem Gewand, die jeweils einen dreiarmigen Leuchter in Form von Lilienzweigen halten. Blütenförmige Tüllen. Der Sockel mit Girlande behangen sowie mit Blätterfries besetzt. H 87 cm. Ein Leuchter mit fehlendem Lichtarm sowie Blüte. Bestossungen am Sockel. CHF 2 000 / 3 500 (€ 1 850 / 3 240) 1181 AMEUBLEMENT Louis XVI, Frankreich um 1780. Buche mulüriert und geschnitzt mit Rosetten, Blatt- und Perlfriesen sowie weiss gefasst. Bestand: Paar Bergèren, Paar Canapés sowie vier Fauteuils „à la reine“. Trapezförmiger, vorne leicht gerundeter, gepolsterter Sitz auf gerader Zarge und Säbelbeinen, leicht geschwungene Armleh- nen. Gepolsterte Rückenlehne, abschliessend „en chapeau de gendarme“, bei den Fauteuils und Canapés flankiert von freiste- henden, kannelierten Säulen. Blauer, mit Blumen gemusterter Veloursbezug. Alle mit abnehmbaren Sitzkissen. Fauteuil: 61 x 61 x 94 cm. Bergère: 66 x 73 x 98 cm. Canapé: 122 x 66 x 95 cm. Polsterung leicht beschädigt. Spätere Fassung, teils berieben. Verstärkt. CHF 8 000 / 10 000 (€ 7 410 / 9 260)
  • 116.
    Decorative Arts |Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1182 PAAR WANDAPPLIKEN Frankreich, um 1900. Bronze und Messing sowie geschliffenes Glas und Bergkristall. Mit fünf röhrenförmigen, verschlungenen Lichtarmen auf zwei Ebenen, aus einer balusterartigen Basis entspringend. Vasenförmige Tüllen. Teils mit Glasperlschnüren besetzt sowie mit Glas- und Bergkristallhänger in Form von stilisierten Blüten und Tropfen. H 89, B 47 cm. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1183* GUERIDON „EN ETAGERE“ sog. „serviteur muet“, Louis XVI, Paris um 1785. Trägt eine Signatur J. Canabas (Joseph Gengenbach Cana- bas, Meister 1766). Mahagoni kanneliert und profiliert. Runde, in Messingstab gefasste „Carrara“-Platte auf kanneliertem Balusterschaft mit entsprechendem Zwischentablar und 3 markant geschweiften Voluten- beinen auf Rollen. D 50 cm, H 75 cm. Rollen ersetzt, restauriert. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410) | 110
  • 117.
    | 111 1184 PAAR GROSSEDEKORATIVE FAMILLE ROSE DECKELVASEN MIT BRONZE- MONTIERUNG Die Bronzemontierungen im Louis XVI-Stil, Paris, 19. Jh. Das Porzellan China, 19. Jh. Balusterför- mige Vasen mit abnehmbarem Deckel. Beide mit der selben polychromen Darstellung bemalt, jungen Frauen bei einem Reitspiel, beobachtet von Beamten in einer Pagode. Die Deckel bemalt mit spielenden Kindern. Montiert auf vergolde- tem Bronzefuss in Rechteckform, die Ecken rund eingezogen. Lorbeerkranz als Dekor. H 68 cm. Eine Vase repariert. CHF 6 000 / 10 000 (€ 5 560 / 9 260)
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    | 112 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1185* PAAR APPLIKEN Spätes Louis XVI, Paris, 18./19. Jh. Im Stil von Jean-Charles Delafosse (1734-89). Bronze punziert sowie vergoldet. Mit zwei geschweiften Lichtarmen auf konsolartigem Wandstück und geflammtem Vasenaufsatz. Dekor in Form von Maschen, Palmetten und Lorbeergirlanden. Elektrifiziert. H 46 cm. Dieses Applikenpaar weist grosse Ähnlichkeit mit Wandleuchten in der Münchner Residenz, die bei Ottomeyer/Pröschel als „im Stil von Jean-Charles Delafosse“ beschrieben werden. Vom Architek- ten, Entwerfer und Kupferstecher Delafosse sind zahlreiche Entwürfe für Appliken und Leuchter im Stil Louis XVI erhalten, im „goût grec“ mit Vasen- aufsatz und Lorbeergirlanden. Verbreitet sind auch die Modelle, die zusätzlich mit Widderkopf geschmückt sind. Vgl. Hans Ottomeyer/Peter Pröschel: Vergoldete Bronzen. Die Bronzeareiten des Spätbarock und Klassizismus, München 1986, S. 186/187, mit Abb. 3.9.1 (Applike in der Münch- ner Residenz). CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1186 CARTEL Louis XVI, Frankreich um 1780. Das Zifferblatt und Werk signiert Charles du Tertre à Paris (wohl Charles-Nicolas Dutertre, Meister 1758). Das Gehäuse bezeichnet Osmond (Robert und Jean-Pap- tiste Osmond, Maître Fondeur in Paris ab 1746). Bronze zise- liert sowie vergoldet. In Kartuschenform mit Vasenaufsatz und seitlichen Lorbeergirlanden. Weisses Emailzifferblatt mit römi- schen Stunden und arabischen Minuten. Werk mit Ankergang und Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 65 x 30 cm. Robert und Jean-Baptiste Osmond betrieben über zwei Gene- rationen eine Bronzegiesserei, die heute nicht ganz so grosse Bekanntheit wie diejenige von Caffieri, Gouthière oder Saint Germain geniesst. Osmonds Produktion lässt sich jedoch gut nachverfolgen und steht derjenigen der grossen Namen in keiner Weise nach. Einen Entwurf zu der angebotenen Pendule aus der Feder von Pierre-Antoine Follet findet sich in der Bibliothèque Doucet (VI E 15, Res. fol.36-39), abgebildet bei Hans Ottomeyer/ Peter Pröschel. Vergoldete Bronzen. Die Bronzearbeiten des Spätbarock und Klassizismus. München 1986. Band 1. S. 184, 3.8.8. Die Abbildung einer Uhr des gleichen Modells abgebildet ebd. Band 2, S. 544, Abb. 6. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
  • 119.
    | 113 1187* KAMINPENDULE Louis XVI,Paris um 1770/80. Das Zifferblatt signiert Thouvenez à Paris (Louis Thouve- nez, Paris, Meister 1788). Weisser Marmor und Bronze vergoldet. Das zylindrische Gehäuse mit Vasenaufsatz, auf floraler Stücke mit Voluten und Girlanden, seitlich gestützt auf Ziegenböcken. Auf durch- brochener Bronzebasis mit Tatzenfüssen sowie rechteckigem Marmorsockel mit Quetschfüssen. Weisses Emailzifferblatt mit arabischen Zahlen. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke. 40 x 12 x 46 cm. Vasenaufsatz etwas zu richten. Das Modell der Pendule abgebildet bei: Pierre Kjellberg, Encyclopédie de la pendule française, Paris 1997, S. 278, Abbildung A. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1188* PAAR MINIATUR ROKOKOVASEN möglicherweise Kelsterbach, um 1765-69. Unbemalt. Urnen- fömige Rokokoform auf einem profilierten und balusterförmig geschweiften Vierkantsockel. Der unglasierte Boden ohne Marke. H 9,2 cm. Vergleichsstücke: Alexa-Beatrice Christ, Kelsterbacher Porzel- lan. Grossherzoglich-Hessische Porzellansammlung Darmstadt, 2004, S. 92 Abb. 148; A. Ziffer, Nymphenburger Porzellan. Sammlung Bäuml, 1997, S. 109 Abb. 188, 189. Dieses Modell existiert in einer Variation auch aus der Nymphen- burger Manufaktur, wo der Modelleur Peter Seefried bis 1766/77 tätig war und dann weiter nach Kelsterbach wanderte. Zwischen 1767 und 1769 schuf er zahlreiche Modelle (Ziffer 1997, S.16). Es wäre denkbar, dass er den Nymphenburger Entwurf mit nach Kelsterbach brachte (Christ 2004, S. 124 Abb.148). Diese Miniaturvasen nehmen Bezug auf die Gartenarchitektur des 18. Jh. und wurden auch als architektonische Aufsätze bei Figu- rengruppen verwendet, z.B. in der Manufaktur Ansbach (A. Bayer, Ansbacher Porzellan, Abb.28). CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110)
  • 120.
    | 114 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1189* FIGUR EINER DAME Frankenthal, um 1756-57. Modell von Johann Wilhelm Lanz. Auf einem gold und purpur gehöhten Rocaillesockel. In der linken Hand einen braunen, lachsfarben gefütterten Hut. Unterglasur- blaue Marke steigender Löwe. H 15 cm. Kleine Bestossungen und Restaurierungen. CHF 350 / 450 (€ 320 / 420) 1190 ALLEGORISCHE GRUPPE VON ASIEN UND AFRIKA Fürstenberg, um 1775. Modell von Anton Carl Luplau. In Form von zwei spielenden Putti, der eine dunkelhäutig mit einem Elefantenkopf als Kopfbedeckung, der andere mit Schmuck um den Hals und am Arm, sein Turban zur Seite gelegt. Beide auf einem Löwen sitzend, über durchbrochenem Rocaillesockel. Unterglasurblaue Marke F auf der Rückseite des Sockels. „No.4.g” eingeritzt. H 16 cm. Unsichtbar restauriert. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Vergleichbares Objekt: S. Ducret, Fürstenberger Porzellan, III, S.126 Abb. 175. CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1191* LIEBESGRUPPE Straßburg, Porzellanmanufaktur Joseph Hannong, um 1775. Auf einem flachen Erdsockel staffiert in Grün und Braun, ein Mädchen mit Strohhut von einem Ka- valier mit seinem Arm um ihre Schulter gelegt, hofiert. Pressmarken iH (ligiert) G5 und 3. H 16,5 cm. Vergleichsstück: J.-D. Ludmann, Strasbourg. faiences et porcelaines de l‘est, 1973, S. 99 (Musée des arts décoratifs de Strasbourg). CHF 400 / 600 (€ 370 / 560)
  • 121.
    | 115 1192 KAMINPENDULE „ODYSSEUSUND PENELOPE“ Empire, Paris um 1810/15. Das Zifferblatt signiert MOULINIE BAUTTE MOYNIER À PARIS (Moulinié Bautte Moynier, haupt- sächlich tätig in Genf, ca. 1820). Bronze fein ziseliert sowie matt- und glanzvergoldet. Auf gestuftem Rechtecksockel sitzende Figur des Mars, er stützt sich mit dem einen Arm auf seinen Helm ab. Im Sockel ein Relieffries mit Darstellung der Rückkehr des Odysseus. Weisses Emailzifferblatt mit römischen Stun- den. Pariser Werk mit Halbstundenschlag auf Glocke. Speer neu zu befestigen. 1 Schlüssel. Werk eventuell zu revidieren. 37 x 14 x 44 cm. Fein gearbeitetes Gehäuse der in Genf ansäs- sigen Uhrmacher und Goldschmiede Mouli- nier, Bautte Moynier, welche sonst eher für feinste Taschenuhren mit Emailmalerei sowie Vogelautomaten bekannt sind. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1193* KONSOLE Retour d‘Egypte, Frankreich, um 1800. Mahagoni geschnitzt mit Karyatiden sowie teils geschwärtzt und teils vergoldet. Rechteckiges schwarz-grau- es Marmorblatt auf gerader einschübiger Zarge und durch Sockel verbundenen vorde- ren Karyatiden- bzw. hinteren Rechteckbeinen. Bronzebe- schläge in Form von Lorbeer- kränzen, Palmetten sowie Merkurkopf. 114 x 46 x 87 cm. Fehlstellen und Gebrauchsspu- ren. Bestossungen am Marmor. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110)
  • 122.
    | 116 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1194* FIGUR EINER GÄRTNERIN Frankenthal, um 1784. Auf einem rocaille-gesäum- ten Grassockel. In beiden Händen einen Blumen- topf. Unterglasurblaue CT-Marke und Kurhut mit Beizeichen 84. H 11,5 cm. Kleine Restaurierungen. CHF 400 / 600 (€ 370 / 560) 1195 PAAR STÜHLE Restauration, Paris um 1820, der Werkstatt von Georges und François-Honoré Jacob zuzuschreiben. Mahagoni. Trapezförmi- ger gepolsterter Sitz auf gerader Zarge und hinteren Säbelbeinen. Die Vorderbeine en faux bambus. Leicht geschwungene Rücken- lehne mit geradem Schulterbrett und rechteckiger, durchbrochen geschnitzter Zunge. Mit stilisierten Blumen gestickter, goldfarbe- ner Seidenbezug. 48 x 39 x 87 cm. Gebrauchsspuren und Reparaturen. Lack teilweise stumpf. Die Söhne des berühmten Georges Jacob, Georges und François-Honoré betrieben an der Rue Meslay eine Werkstatt. Sie signierten ihre Arbeiten mit „Jacob frères Rue Meslée“ Ihre Arbeit stand stark unter dem Einfluss des Vaters, war jedoch in der Aus- führung etwas schlichter und weniger hochwertig. Vergleichbare Stühle von Jacob frères abgebildet bei: Jean Nicolay: L‘Art et la Manière des Maitres Ébénistes français, Paris 1976, Tome 1, 243, Fig. D. CHF 1 600 / 2 600 (€ 1 480 / 2 410)
  • 123.
    | 117 1197 SCHREIBGUERIDON Louis XVI,Paris um 1770. Trägt eine Signatur M.G. Cramer sowie einen Innungsstempel. Mathieu Guillaume Cramer, Meister 1771. Rosenholz und Pa- lisander eingelegt in rechteckigen, von feinen Filets gerahmten Reserven sowie gefriest. Rechteckiges Blatt in Messingstab gefasst, auf gerader einschü- biger Zarge und Pyramidenbeinen. Die Schublade als Schreiblade ausgestattet, der Klappdeckel als Schreibunterlage mit blauem Satin bezogen. Her- ausnehmbares Fach mit Einteilung für Tintenfass und Löschsandbehälter (fehlen beide). Geheime Schublade. 1 Schlüssel. 53,5 x 36,5 67 cm. Etwas zu restaurieren. CHF 2 500 / 3 000 (€ 2 310 / 2 780) 1196* FIGUR EINER GÄRTNERIN Frankenthal, um 1760. Auf einem gold und purpur gesäumten Rocaillesockel. Mit gelbem Hut und einem Blumenkorb am Arm. Ohne Marke. Presszeichen J(?) HI auf der Unterseite. H 10,2 cm. Minim restauriert und bestossen. CHF 400 / 500 (€ 370 / 460)
  • 124.
    | 118 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1198* 1 PAAR LEUCHTER St. Petersburg 1799. Beschaumeister Alexander Ilitsch Jaschinow. Meistermarke Peter Uhrwäder. Auf quadratischem, sich verjüngendem Fuss. Mit sechpassigem Schaft und abnehmbaren Tropf- tellern. H 26,8 cm. (Fuss gefüllt). CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) 1199 JEAN–BAPTISTE CARPEAUX (1827 – 1875) L‘Afrique. Gips mit grau/bräunlicher Patina. Im Sockel signiert J Bti Carpeaux. H 68 cm. Die Büste mit dem Titel „Pourquoi naître esclave“ entstammt einer Entwurfserie von Jean-Baptiste Carpeaux in der Zeit zwischen 1867-1670, als Vorarbeiten für eine Figur auf dem Brunnen „des Quatres-Parties-du-Monde“, der wegen seines Standortes an der Pariser Avenue de l‘observatoi- re auch als „Fontaine de l‘observatoire“ bekannt ist. Auf dem Brunnen tragen vier, die Erdteile repräsentierende Frauenfiguren eine Erdkugel mit Himmelsgewölbe. Die Büste ist teil des Entwurfs für den Erdteil Afrika. Versionen in unterschiedli- chen Materialien wie Terrakotta, Bronze, Gips und Marmor sind bekannt und Teil der Sammlungen wichtiger Museen wie dem Metropolitan Muse- um in New York oder dem Petit Palais in Paris. Im Gegensatz zu der hier angebotenen Büste ist bei diesen der Titel „Pourquoi naître esclave“ im Sockel eingraviert. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410)
  • 125.
    | 119 1200* BUREAU FAUTEIL„AUX TETES DE BELIER“ Empire, Paris um 1810. In der Art von Jean-Bap- tiste-Bernard Demay (Meister 1784). Mahago- ni geschnitzt sowie gedrechselt, hufförmiger gepolsteter Sitz auf gerader Zarge und hinteren Säbel- sowie vorderen gedrechselten Beinen. Rückenlehne mit breiten, geschwungenem und leicht nach aussen gerollten Schulterbrett, vorne in Widderköpfen endend. Neuer schwarzer Lederbe- zug. 60 x 51 x 82 cm. Restauriert. Fauteuils mit sehr ähnlichen Armlehnen in Form von Widderköpfen befinden sich in der Sammlung des Victoria Albert Museums in London (Inv.-Nr.: W.9A/1,2-1987). Jene Fauteuils stammen aus dem ehem. Besitz von Lord Stuart de Rothesay (briti- scher Botschafter in Paris 1815-24/1828-1830). CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1201* KAMINPENDULE „AFRIKANER MIT FASS“ Directoire/Empire, Paris um 1800/10. Der Entwurf von J.A. Reiche (Jean-André Reiche, tätig um 1810/20), das Zifferblatt bezeichnet à Paris. Bronze matt- und glanzver- goldet sowie teils schwarz bemalt. Stehender dunkel- häutiger Mann, das fassförmige Gehäuse rollend, auf prismiertem Sockel mit glockenförmigen Füssen. Applizierter Dekor in Form von Palmenblättern, Gepäckstücken, exotischem Vogel und Anker als Symbolen für den Überseehandel. Weisses Emailzifferblatt mit arabischen Minuten- und römischen Stundenzahlen. Pariserwerk mit Halb- stundenschlag auf Glocke. Schlüssel fehlt. 28 x 11 x 33 cm. Schlagwerkauslösung zu reparieren. Vergol- dung berieben. Ein gleiches Modell von J.A. Reiche ist im Bestand des Musée d‘Aquitaine unter folgender Beschreibung und Inventarnummer: Pendule , modèle de Jean-André Reiche, époque Empire, bronze doré et patiné, 33x27, Inv. 2009.4.1. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
  • 126.
    | 120 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1202 PAAR ZIERVASEN, FORM „CORNET” Paris, Empire-Restauration, um 1810-30. auf Tatzenfüssen, über einem quadratischen Sockel mit grün marmorierter Oberfläche. Jede bemalt mit einer Alltagsszene, die erste mit einem Kavalier beim Fischen und einer Dame unter einem Baum liegend, die zweite mit zwei Frauen beim Schwatz, eine mit Besen in der Hand, inmitten einer Stadtanlage. Die Rückseiten vergoldet und mit radiertem Dekor. Ohne Marke. H 23 cm. Provenienz: Privatbesitz, Westschweiz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390) 1203 FAUTEUIL „AUX DAUPHINS“ Empire, Paris um 1810. Mahagoni geschnitzt mit Palmetten und Voluten. Trapezförmiger gepolsterter Sitz auf Säbelbeinen. Rechteckige, oben geschwungene und gepolsterte Rückenleh- ne. Gerade Armlehnen mit Delphinstützen. Gemusterter grüner Veloursbezug. Spätere Bronzeapplikationen. 63 x 65 x 94 cm. Bezug mit Gebrauchsspuren, Reparatur am Schulterbrett. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740)
  • 127.
    | 121 1204 PENDULE „AUCHAR DE TÉLÉMAQUE“ Empire, Paris 19. Jh. Nach einem Modell von Jean-André Reiche (1752-1817). Bronze und Messing vergoldet. In Form eines anti- ken Streitwagens mit Telemachos als Lenker, dahinter die stehene Pallas Athene. Angespannt sind zwei geflügelte Pferde. Auf rechteckigem Sockel, die Ecken mit Liktorenbündeln, in die Füsse übergehend. Das Rad des Streitwagens bildet das Zifferblatt mit römischen Stundenzahlen. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke. Pendelaufhängung abgeändert. 51 × 13 × 45 cm. Werk zu revidieren. Pendel und Schlüssel fehlen. Es handelt sich beim Wagenlenker um Telemachos, Sohn des berühmten gr. Helden Odysseus. Beide Figuren, Vater und Sohn, stehen unter besonderem Schutz der Göttin Athene, hier darge- stellt mit den typischen Attributen wie dem Schild mit Gorgonen- haupt und ihrer Kriegerinnenausrüstung. Es könnte sich bei der Darstellung um eine Episode aus der Telemachie handeln, einer Parallelhandlung von Homers Odyssee, in der erzählt wird, wie Odysseus’ und Penelopes Sohn Telemachos sich auf die Suche nach dem vermissten Vater begibt. Die Episode steht sinngemäss für den Sieg des Telemachos über seine Konkurrenten und Feinde, der in diesem Fall in der mythologischen Erzählung mit amourö- sen Eroberungen verbunden ist. Nachdem er dank der Göttin Athene das Wagenrennen auf Kreta gewonnen hat, verlieben sich die Nereide Calypso und die Königstochter Nausikaa in den jungen Telemachos. Das im Empire beliebte Modell wurde in zeitgenössischen Quellen als „Minerve exitant les chevaux de Diomède“ oder „Char de Télé- maque“ beschrieben, wie auch die Entwurfszeichnung von J.A. Reiche in der Bibliothèque Nationale in Paris (Inventarnr. C.d.Est. le 30, fol 43). J.A. Reiche, Sohn eines Leipziger Cafébesitzers, liess sich während der Regierungszeit von Louis XVI in Paris an der Rue Notre-Dame-de-Nazareth nieder, wo er bis zu seinem Tode als Hersteller und Händler von Bronzen tätig war. 1785 wurde ihm die Meisterwürde verliehen. Vgl. Pierre Kjellberg: Encyclopédie de la pendule française du Moyen Age au XXe siècle. Paris 1997. S. 417, D. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560)
  • 128.
    | 122 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1206 LOT VON OVALER UND RUNDER PLATTE, 2 TELLER UND SAUCIERE Paris 19 Jh. Meistermarken E. Puiforcat und Duponchel. Assortiert. Sämtliche Teile mit passig geschweiftem, profiliertem Rand. Mit Wappen. 45×32 cm. D 33,5 cm, bzw. D 27 cm. Zus. 4670 g. 950er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 2 600 / 3 600 (€ 2 410 / 3 330) 1205* PAAR KONSOLEN MIT SCHWÄNEN Empire, Italien, Anfang 19. Jh. Nussbaum geschnitzt mit Schwä- nen, Zierfriesen und Löwentatzen sowie teils vergoldet. Recht- eckiges Blatt mit Brekzie belegt, auf gerader Zarge und ge- schweiften Vorder- sowie hinteren Vierkantbeinen auf U-förmiger Sockelleiste. Die Rückwand mit Spiegel belegt (Spiegel ersetzt). 128 × 62 × 95 cm. Fehlstellen in der Vergoldung, Gebrauchsspuren. Marmor evtl. später. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850)
  • 129.
    | 123 1207 RUNDE HENKELSCHALE Paris1798–1809. Meistermarke Jean-Pierre Charpenat. Glatte Rundform mit umlaufendem Profilrand. Beidseitige Henkel mit Blattansatz. D 20 cm. 650 g. 950er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 500 / 800 (€ 460 / 740) 1208 GROSSE OVALE FUSSSCHALE UND OKTOGONALE FUSSSCHALE Paris 19. Jh. Meistermarke A. Aucoc. Assortiert. Passig geschweif- te Form mit Profilrand. Auf entsprechendem Fuss. Achteckig mit beidseitigen Henkeln. Auf vier Volutenfüssen mit Akanthusblat- tansatz. Mit Wappen. 43,5 × 31,5 cm. 21 × 14,5 cm. Zus. 3175 g. 950er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 800 / 2 400 (€ 1 670 / 2 220)
  • 130.
    | 124 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1209* KAMINPENDULE MIT ERZENGEL Empire, Frankreich um 1810/15. Bronze vergol- det. Auf dem Gehäuse ein sitzender Erzengel mit Waffen und Attributen des Krieges. Der gestufte Sockel mit vier reliefierten Plaketten, Darstellungen von mythologischen Szenen, einem Bacchanal und einer Darstellung mit Greifen. Auf Kreiselfüssen. Weisses Emailziffer- blatt. Pariserwerk mit Halbstundenschlag auf Glocke. 1 Schlüssel. 35 x 13 x 49 cm. Ausbrüche am Zifferblatt. Ein Zeiger unpas- send ersetzt. Werk evtl. zu revidieren. CHF 4 000 / 7 000 (€ 3 700 / 6 480) 1210 DEMILUNE-SPIELTISCH Restauration, Frankreich, 19. Jh. Mahagoni. Halbrundes, zweiteilig aufklappbares Blatt in Messingeinfassung auf gerader Zarge und Pyramidenbeinen mit Bronzesabots und Rollen. Einmal aufklappbar als Frühstücks- tisch mit Holzblatt, das zweite Mal mit Filz als Spieltisch. Stütze durch ausziehbare Schublade. 113 x 56(113) x 77 cm. Risse und kleine Fehlstellen. Bronze teils lose. CHF 1 000 / 1 500 (€ 930 / 1 390)
  • 131.
    | 125 1211 KORBDECKENLEUCHTER Nordeuropa, um1800. Messing und geschliffenes Kristallglas. Birnförmiger Leuchter mit sechs Lichtarmen sowie zentralem Kerzenhalter. Kronenförmiger oberer Abschluss. Reicher Kristallg- lasbehang. Ø 81 cm, H ca. 110 cm. Wenige Fehlstellen und Bestossungen. Wenig unvollständig. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1212* PAAR FIGÜRLICHE DREIFLAMMIGE GIRANDOLEN Empire, Paris um 1815. In der Art von Clau- de–François Rabiat (1756–1815). Bronze braun patiniert sowie teilvergoldet. Die geflügelten Frauenfiguren auf zylindrischem Postament und Rechtecksockel. Tüllen in Form von Blumen- und Früchtekörben. H 55 cm. Vergoldung berieben. 1 Tropfteller fehlt. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 132.
    | 126 1214 PAAR GIRANDOLEN„AUX VESTALES“ Restauration, Frankreich um 1820/30. Bronze teils brüniert bzw. teils vergoldet. Zwei geschweifte Lichtarme mit Roll- und Blattdekor, dazwischen ein dünner Stab mit Knospenabschluss und Vasenaufsatz. Vasenförmige Tüllen. Auf Schaft in Form von Vestalinnen. Auf schwarzem Marmor-Rundsockel und Rechteckbasis. Dekor in Form von Ketten. H 45 cm. CHF 1 500 / 2 000 (€ 1 390 / 1 850) 1213* KLEINE TISCHPENDULE IN FORM EINES VOGELKÄFIGS Biedermeier, Wien um 1830. Der Zifferring signiert J. Straub B. in Wien. Bronze und Messing vergoldet. In Form eines Vogelkäfigs mit Tauben auf Quetschfüssen. Guillochiertes Zifferblatt mit Emailziffering. Werk mit Unruh und „grande sonnerie“ auf zwei Tonfedern. Wecker auf Glocke. 1 Schlüssel. 11,5 × 6 × 22 cm. Zifferring mit Bestossungen und Rissen, etwas lose. Vergoldung berieben. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 1215 FOLGE VON VIER GONDOLESTÜHLEN Charles X, Frankreich, 19. Jh. Palisander eingelegt mit hellen Filets. Gepolsterter hufförmiger Sitz mit Damastbezug. Lehne mit Balusterzunge. 48 × 55 × 80 cm. Leichte Gebrauchsspuren. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) Decorative Arts | Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan
  • 133.
    | 127 1216 HENKELTABLETT Bern 1839–1941.Mit Meistermarke. Passig geschweifte Ovalform mit profiliertem Rand. Zwei seitliche Henkel sowie dem Wappen von Tscharner-Erlach. 55×41,5 cm (exkl. Henkel). 3480 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 400 / 2 000 (€ 1 300 / 1 850) 1217 GROSSE BESTECKGARNITUR IN HOLZKISTE Österreich, Anfang 20. Jh. Mit Meistermarke Klinkosch J. C. AG. Bestand: 24 Speisegabeln, 24 Speisemesser, 12 Speiselöffel, 12 Fisch- messer, 12 Fischgabeln, 10 Dessertmesser, 11 Dessertgabeln (+ 1 versilberte Gabel), 12 Dessertlöffel, 12 Obstgabeln, 12 Obstmesser, 12 Eislöffel, 11 Moccalöffel, 12 Kaffeelöffel, 18 Vorlegeteile, 2 Salieren und 2 Salierenlöffel, Mit Monogramm BKA. Teilweise assortiert / versilbert ersetzt. Zus. 10330 g (exkl. Messer). 800er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630)
  • 134.
    | 128 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1218* PRUNK-VASE „AUX SERPENTS“ AUF SOCKEL Restauration, wohl Preussen/Berlin oder England um 1820/40. Eisenkunstguss. Godronierter, ovaler Gefäss- körper mit ausladender Lippe und markanten Schlan- genhenkeln auf profiliertem Rundfuss. Die Wandung mit feiner, antikisierender Szene einer Opfergabe. Auf kanneliertem Säulensockel mit profiliertem Rundfuss. D 50 cm, H mit Sockel 152 cm. Vergleiche E. Schmidt, Der Preussische Eisenkunstguss, Berlin 1981; S. 162-168. CHF 10 000 / 15 000 (€ 9 260 / 13 890)
  • 135.
  • 136.
    | 130 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1219 LOUIS XVI GLASFLAKON MIT GOLDMONTIERUNG Wohl spätes 18. Jh. Ovale Form mit eingekerbter Schmalseite. Mit Schraubverschluss und zylindrischer Verschlusskappe in Gold mit Blattgirlanden im Louis XVI- Stil. Ungemarkt. 9,5 cm Kleine Abschläge an den Kanten, Verschlusskette lose. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 41. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. Vergleichsstück: Rene Fribourg Collection, Part IV, Sotheby‘s, London 1963, Lot 253. CHF 400 / 500 (€ 370 / 460) 1221 NOTIZBÜCHLEIN Wohl Neapel, Mitte 18. Jh. Roségold und Schildpatt. Rechteckige Form mit „Piqué Posé et Point” Dekor eingelegt in Roségold. Mit Ruinenlandschaften mit Figurenstaffage und Blattwerkdekor. L 10,5 cm. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 42. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 700 / 900 (€ 650 / 830) 1220 GROSSER EMAIL-CLOISSONÉ KOVSH Moskau 1899–1908. Marke Ivan Petrovic Khlebni- kov. Beschaumeister Ivan Lebedkin. Silber vergol- det und Email-cloisonné. Rankwerk und Blüten in Pastelltönen mit schattierten Blüten auf türkis- blauem, rotem, cremefarbenen und kobaltblauem Grund. H 12 cm. L 22 cm (inkl. Henkel). 442 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
  • 137.
    | 131 1223 PERLMUTT TABATIEREMIT GOLDMONTIERUNG Paris, 18. Jh. Perlmutt und Gold. Allseitig appliziert mit Perlmutt- plättchen mit reliefierten Rocaillekartuschen mit Gitterwerk, darin diverse Puttiszenen. Goldfütterung mit Rocailledaumenrast. Mit beriebenen Goldmarken wohl von Jean Payen und Julien Berthe, Paris 1754 (?). 4,2 x 8,2 x 5 cm. Kanten mit Gebrauchsspuren Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 22. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 1224 BERGKRISTALL TABATIERE MIT GOLDMONTIERUNG Wohl deutsch, 2. Hälfte 19.Jh. Bombierte Truhenform, mit eingeschnittenen Blatt- motiven gefasst in Rot, an Front- und Rückseite und allen vier Ecken des De- ckels. Die Goldmontierung mit späteren, wohl holländischen Kontrollmarken. 8,5 x7 x 5 cm. Kleinere Ausbrüche im Bergkristall. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 34. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1222 MINIATUR VERGRÖSSERUNGSGLAS Wohl Italien, um 1790. In passendem Lederfutteral. Konische Form in einem Gold-Rahmen mit Ring montiert. 2,7 cm. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16. 5.1995, Lot 26. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 250 / 350 (€ 230 / 320)
  • 138.
    | 132 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1225 GLAS SIEGELWACHS ETUI MIT GOLDMONTIERUNG Spätes 19. Jh. Rechteckige Form mit abgeschrägten Kanten. L 10,5 cm. Eine Ecke bestossen, kleine Abschläge an den Rändern. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 38. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 250 / 350 (€ 230 / 320) 1226 ACHAT TABATIERE Wohl Deutsch um 1750. Jh. Mit Vermeilmontierung. Kartuschen- form, Deckel und Basis in hellbraunem, geädertem Achat. 7,5 cm. Provenienz: - Sothebys Genf, 16.5.1995, Lot 40. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 800 / 1 200 (€ 740 / 1 110) 1227 SELTENER BIEDERMEIER GLASBECHER Böhmen, Franz Riedel, um 1805. Zylindrische Form, die Kuppa- wand graviert mit einem Gedenkpodest mit Blumenkorb und mit dem Monogramm PB, darüber eine Inschrift „Deine Gesundheit werde...Dein Hertz ohne Mängel”, zwischen umlaufenden Säulen und Arkaden mit bepflanzten Jardinieren, darüber Blumengirlan- den. Eingraviertes M am unteren Rand. H 10,5 cm. Lippenrand minim bestossen. Provenienz: Schweizer Privatsammlung Vergleichende Literatur: Paul von Lichtenberg, Glasgravuren des Biedermeier, Taf. 321, 321a und 324 für drei ähnliche Becher, dem böhmischen Glasschneider Franz Riedel (1786-1844) zugeschrie- ben. CHF 1 500 / 2 800 (€ 1 390 / 2 590)
  • 139.
    | 133 1228 QUARZ TABATIEREMIT GOLDMONTIERUNG Wohl Dresden, 19. Jh. Weisser Quarz allseitig mit Dia- mantschnittdekor aus sich über- und unterschneidenden Bö- gen. Appliziert in der Art der Tabatieren von F. L. Hoffmann mit applizierten Insekten und einer Raupe aus diversen Achaten, koloriertem Glas und einem Diamant an der Spitze des Wurms, die Montierung in Roségold. 6 x 8,5 x 3,4 cm. Sprünge, eine Ecke bestossen. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 75. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. Die feinsten deutschen Tabatieren aus Halbedelsteinen im 18. Jh. werden der Werkstatt von Benjamin Gottlob Hoffmann und Friedrich Ludwig Hoffmann, aus Bayreuth zugeschrieben. Vergleichsstücke aus der Zeit um 1760-70 aus der Gilbert Col- lection im Victoria Albert Museum und Musée du Louvres. Vgl. A.K. Snowman, Eighteenth Century Gold Boxes of Europe, London, 1966, Taf. 544. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1229 QUARZ TABATIERE MIT GOLDMONTIERUNG Wohl Dresden, 19. Jh. Weisser Quarz mit Insektenauflagen in di- versen Achaten und gefärbtem Glas, darunter eine grosse Libelle, mit Roségold Montierung. 6,7 x 8,2 x 3,6 cm. Provenienz: - Sotheby‘s Genf, 16.5.1995, Lot 76. - Kunsthandel Ars Domi, Zürich. - Schweizer Privatbesitz. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780)
  • 140.
    | 134 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1230 VITRINE Louis XV-Stil, Paris um 1880. Trägt eine Signatur J. Zwiener. Rosenholz, Satiné und Stirnholz eingelegt mit Blumenranken in Bandelwerkgitter. Trapezförmiger, dreiseitig bombierter und teils verglaster Korpus auf ausgeschnittener Zarge und geschweiften Beinen. Front mit Doppeltüren mit geschliffenem Glas. Innen mit rotem Veloursbezug, die Rückwand verspie- gelt. Vert de mer Marmorblatt. Feine ziselierte Bronzebeschläge in Form von Blumen und Blattranken sowie Tatzensabots. 1 Schlüssel. 108 x 47 x 152 cm. Gebrauchsspuren, Fehlstellen und fehlende Marketerieteile. Etwas ausgebleicht. Das Möbel entspricht in Bezug auf Form und Qualität den Arbeiten von Joseph Emmanuel Zwiener (geb. 1849), hingegen weicht die angebrachte Signatur ab. Joseph Emmanuel Zwiener wurde 1849 in Deutschland geboren und lebte 1880 bis 1895 in der Rue de la Roquette 12 in Paris. Seine Werkstatt produzierte eine grosse Anzahl aller- feinster Möbel und kopierte jeden Stil von Boulle bis Louis XVI. Er schuf Louis-XVI-Möbel in seiner ganz eigenen Stil-Interpretation und kopierte Stücke wichtiger öffentlicher Samm- lungen in Frankreich. Die meisten seiner Werke waren im Louis-XV- oder Rokoko-Stil und fein markettiert, versehen mit „Vernis Martin“-Platten und vergoldeten Bronzen. CHF 2 500 / 3 000 (€ 2 310 / 2 780)
  • 141.
    1231 PAAR VERGOLDETE BRONZEZIERVASEN „ÀL‘AIGLE“ Napoléon III in Anlehnung an den Louis XV-Stil, Frankreich, 19. Jh. Bronze ziseliert sowie vergoldet. In Rocaillenform mit Voluten und Blatt- sowie Wein- laubdekor. Der Henkel oben in Form von Adlerköpfen endend. H 27 cm. Vergoldung wenig berieben. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310) 1232* KLEINE KASSETTE MIT SILBERNEM ZWISCHENGLASDEKOR Historismus, Paris um 1860. Signiert Normant (wohl Henry Normant). Bronze graviert mit Blüten und Blattwerk sowie vergoldet. Recht- eckiger Korpus mit Walmdachförmigem Klapp- deckel. Die Ecken besetzt mit kleinen Bronz- efiguren in Nischen, auf den vorkragenden Volutenfüssen stehend. Geschwungener Griff. Die Wandungen sowie der Deckel zweifach verglast, dazwischen durchbrochen gearbeite- ter und gravierter Dekor in Silber, Darstellungen von Instrumentenmedaillons in reichem Ran- kenwerk. Der Deckel mit Paar in Landschaft, die Front mit ländlichen Figuren. 1 Schlüssel. 18,5 x 9,5 x 13,5 cm. Henry Normant arbeitete in Paris als Bronzier und Emailleur bis 1878. Er nahm an zahlreichen Weltausstellungen zwischen 1851 und 1878 teil und gewann verschiedene Preise, darunter auch die Goldmedaille 1867 für die Qualität der Produktion. Auf Grund seiner Reputation erhielt Normant diverse Aufträge grösserer Firmen wie Tiffany Co., Susses Frères sowie die Maison Alphonse Giroux. P. Kjellberg: Bronzes of the 19th Century. Dictionary of Sculptors, 1994, S. 505-508. CHF 1 800 / 2 800 (€ 1 670 / 2 590) | 135
  • 142.
    | 136 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1234 KAFFEEKANNE London 1830. Meistermarke Robert Hennell II. Balusterkanne mit profilierter Wandung, Schlangenhautpunzierung und floralem Dekor. Blumenknauf auf ge- wölbtem, profiliertem Deckel. S-förmiger Henkel, ebenfalls mit floralem Dekor. Auf vier Füssen. H 20,5 cm. 745 g. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 600 / 800 (€ 560 / 740) 1233 TEEKANNE London 1846. Meistermarke Ed- ward Farrell. Auf vier fein model- lierten, stilisierten Zwergenfüssen stehend, ist diese komprimierte balusterförmige Teekanne üppig mit ziselierten Blumen und Schrift- rollen verziert. Die Verarbeitung ist von höchster Qualität mit fein gearbeiteten Details. Die Kartu- schen auf beiden Seiten der Kanne sind mit einem Wappen und dem lateinischen Motto „Virtus Semper Viridis“ graviert, was übersetzt „Tu- gend ist immer blühend“ bedeutet. H 19 cm. 865 g. 925er-Silber. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 110 / 1 670)
  • 143.
    | 137 1236* TAUBE Budapest 1822-1922.Meistermarke Antal Bachruch. Vollplastisch, graviert und ziseliert auf rechteckiger Plinthe. L 22,5 cm (inkl. Sockel). H 14,5 cm (inkl. Sockel). 980 g. CHF 1 800 / 2 800 (€ 1 670 / 2 590) 1235* KETTENFLASCHE Berlin, um 1896. Meistermarke J. Wagner Sohn (königliche Hofjuweliere). Allseitig ziseliert mit Voluten auf ovalem Fuss und Adlerknauf. H 39,2 cm. 2220 g. Diese Kettenflasche wurde 1896 von Prinz Friedrich Leopold von Preussen (1865–1931) als Ehrenpreis anlässlich des Herbstren- nens des westpreussischen Reitervereins verliehen, worauf auch die Inschrift am Deckelrand verweist. CHF 6 000 / 10 000 (€ 5 560 / 9 260)
  • 144.
    1238* BIBLIOTHEKSANRICHTE MIT JARDINIERE Louis Philippe,Frankreich, Mitte 19. Jh. Palisander geschnitzt mit Blättern, Blattranken und Voluten. Rechteckiger Korpus mit abgeschrägten Ecken auf Sockelleiste. Front mit passig verglasten Doppeltüren. Ver- goldete Bronzemontierungen in Form von Blättern und Blumen. Das Blatt in Bronzefries gefasst, teils herausziehbar und eine Jardinière freigebend. Schlüssel fehlt. 121 x 45 x 100 cm. Riss auf rechten Seite. CHF 1 000 / 1 600 (€ 930 / 1 480) 1237* PAAR „EWIG LICHT LAMPEN“ Napoléon III, Frankreich um 1880. Bronze teils vergoldet, teils kupfer- farben patiniert sowie hellblaues Porzellan mit goldfarbenen Hei- ligenfiguren dekoriert. Konischer Leuchterkorpus mit zapfenförmigem Abschluss, der obere Rand gefasst von drei Engelsköpfen, daran an Ketten aufgehängt. Durchbrochener eingezogener Aufsatz, einen Einsatz für das ewige Licht aufnehmend (Einsätze fehlen). Durchbrochener Dekor in Form von Blättern und Pal- metten. D 39, H 120 cm. Wenig unvollständig, ein Aufsatz etwas zu reparieren. CHF 3 000 / 5 000 (€ 2 780 / 4 630) | 138
  • 145.
  • 146.
    | 140 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1239* KAMINPENDULE „AUX TROIS GRACES“ Louis XVI–Stil, Paris um 1860. Signiert Henry Dasson (1825–1896). Bronze matt- und glanzvergoldet bzw. teils brüniert und weisser Marmor. Kugelförmiges Werkgehäuse mit Putto-Aufsatz, von drei Grazien mit Girlanden getragen, auf eingezogenem Dreisockel mit markanten Kegelfüssen. Sich dre- hender Emailzifferring mit römischen Stunden- und arabischen Minutenzahlen sowie „fleurs de lys“. Ankerwerk „au cercle tour- nant“ mit Halbstundenschlag auf Glocke. Vergoldete Beschläge und Applikationen in Form von Maskaronen, Zweigen, Palmetten, Blumen und Perlstab. 1 Schlüssel. 30 × 30 × 76 cm. Wenige Bestossungen am Zifferring sowie am Marmor. Der Bronzier und Ebenist Henry Dasson spezialisierte sich auf die Nachahmung von feinem Mobiliar des französischen Hofes, schuf aber auch eigene Kreationen im Stil des 18. Jahrhun- derts. Seine Möbel waren mit den feinsten Bronzebeschlägen von höchster Qualität mit Quecksilbervergoldung versehen. Grossen Anklang fand nach Aussage von Louis Gonse ein ganz aus Bronze verarbeiteter Tisch im Louis-XVI-Stil, der später von Lord Dudley erworben wurde, ein „wahres Meisterstück der Zise- lierkunst“, und eine Kopie des Schreibpultes von Louis XV „n‘éga- le-t-elle pas l‘original pour la délicatesse et le fini du travail?“ -, das von Lady Ashburton gekauft wurde. 1889 erzielte eine Ausstellung mit exklusiven und ausserordentlich teuren Stücken von H. Dasson weltweit grosse Erfolge. Lit.: D. Ledoux-Lebard, Le mobilier français du XIXe siècle, Paris 1989; S. 146-151 (biogr. Angaben). C. Payne, 19th Century European Furniture, Suffolk 1981, S. 35 (biogr. Angaben). J. Meyer (2006), Great Exhibitions London, New York, Paris, Philadelphia, 1851-1900. Antique Collectors Club, Woodbridge; S. 269f. (Vergleichsbeispiele). CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110) 1240 EIN PAAR PORZELLAN- FIGUREN MONTIERT ALS KERZENLEUCHTER Das Porzellan, China, 19. Jh., die vergoldeten Bronzen wohl Eng- land, 1. Hälfte 19. Jh. In Form von sitzenden chinesischen Knaben, mit helmartiger Kopfbedekung, im Schoss jeweils mit einem kleinen Hund. Drei geschweifte Lichtarme mit Blattdekor, die beiden äusseren mit palmenarti- ger Tropfschale und Blütentülle, der mittlere mit Tropfschale und Vasentülle. Auf flachem Sockel montiert mit Kreiselfüssen. 25 × 16 × 22,5 cm. Vergoldung berieben. Geringe Fehlstellen. Ein Kreiselfuss repariert. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 390 / 2 310)
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    | 141 1241 PAAR VERGOLDETEBRONZEZIERVASEN Wien, um 1900. Bronze mit reliefiertem Dekor in Form- von Maskarons, Blattvoluten, Zierfriesen etc. Balus- terförmige Vase auf Trompetenfuss und Vierkantso- ckel mit Volutenfüssen. Seitliche gschweifte Henkel sowie Deckel mit sitzender Engelsfigur. H 50 cm. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1242* ZWEI SEHR ÄHNLICHE KLEINE SCHREIBMÖBEL ALS PENDANTS Transition-Stil, um 1900. Mahagoni, Rosenholz und Satinholz eingelegt in geometrischen Reserven und Filets. Rechtecki- ger Korpus auf ausgeschnittener zweischübiger Zarge und geschweiften Beinen. Front mit abklappbarer Schreibplatte, bemalt mit einer winterlichen Dorfszene bzw. einem Falkner mit junger Frau im flämischen bzw. italienischen Stil, Öl auf Holz. Das Möbel mit der Dorfszene mit seitlichen ovalen Medaillons. Die Schreibplatte innen mit grünem Filz bezogen und öffnend auf zwei grosse Fächer sowie zwei Schubladen. Reiche und feine Bronzebeschläge in Form von Girlanden, Maschen, Fleurons, Löwenköpfen sowie eines Portraits von Louis XVI bzw. einer antikisierenden Opferszene. 2 Schlüssel. 67 × 36,5(68) × 120 cm. Risse und kleinere Fehlstellen. CHF 10 000 / 18 000 (€ 9 260 / 16 670)
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    Decorative Arts |Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan | 142 1243 JARDINIÈRE Napoléon III, Frankreich, 19. Jh. Signiert F. Barbedienne (Ferdinand Barbedienne, 1810 - 1892), die Nymphenreliefs nach Jean Goujon (1510 - 1567). Bronze vergoldet und versilbert. Rechteckige Jardiniere mit abge- rundeten vorderen Ecken und eingezogener Zarge mit Vierkantfüssen. Die Front mit zentralem Medaillon mit dem Markus- Löwen, flankiert von Wassernymphen sowie auf Fabeltieren reitenden Engeln. Eckstol- len mit Lorbeerblättern reliefiert. Seitliche Traghenkel in Form von Füllhörnern. 144 x 27 x 54 cm. Oxidiert, Gebrauchsspuren. Die Darstellungen der Nymphen auf der Front gehen auf Entwürfe von Jean Goujon (1510 - 1567) für die alte „Fontaine des Innocents“ aus dem Jahre 1549 zurück. Die mit „Nymphe et petit génie monté sur un dragon“ bzw. „Nymphe et petit génie monté sur un cheval marin“ betitelten Steinreliefs, ursprünglich aus dem Sockel des Brunnens, befinden sich heute im Musée du Louvre. Vgl. Florence Rionette. Les bronzes Barbedienne. Paris 2016. Seite 232, Abbildung 183. CHF 8 000 / 12 000 (€ 7 410 / 11 110)
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    | 143 1244* TORASCHILD Wien, 1860.Meistermarke wohl CW. Reich getriebener, gravierter und pun- zierter kartuschenförmiger Schild mit halbreliefierten Sujets: Die Tafeln werden von zwei steigenden Löwen gehalten. Oberhalb der Löwen mit zentral platzier- ter Krone. In Voluten- und Rocaillenum- rahmung. H 28,7 cm. 586 g. CHF 2 500 / 3 500 (€ 2 310 / 3 240) 1246 LIEGE MIT JONCGEFLECHT Victorianisch, England, Mitte 19. Jh. Mahagoni. Flaches Gestell auf sechs gedrechselten Beinen mit Rollen. Aufklappbare und in der Neigung verstellbare Rückenlehne sowie verstellbare Liege mit Joncgeflecht. Seitliche Befestigungsvorrichtung für Schirm oder Tisch. 195 x 61 x 32 (max. H 104) cm. Gebrauchsspuren und kleine Fehlstellen. CHF 2 000 / 3 000 (€ 1 850 / 2 780) 1245 1 PAAR WIENER FLASCHEN- KÜHLER Wien 1857. Meistermarke Franz Schiffer Sohn. Auf stark eingezogenem Rund- fuss, blütenförmig profiliert. Tulpenför- miger, glatter Korpus mit leicht ausladen- dem, 12-passigem, profilierten Rand. An der Wandung beidseitig halbplastischer, bekrönter Adler über umlaufenden Bän- dern. Beidseitig geschwungene Henkel mit sitzenden, trinkenden plastischen Figuren. Innenseitiger Flaschenhalter nicht aus Silber. H 37 cm. D 32 cm. Je 3100 g (und Einsatz je 400 g). Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 5 000 / 8 000 (€ 4 630 / 7 410)
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    | 144 Decorative Arts| Möbel, Pendulen, Tapisserien, Skulpturen, Silber und Porzellan 1247 PAAR WANDLEUCHTER AUS DEM GROSSMÜNSTER ZÜRICH Historismus, Zürich um 1850/1860 in Anlehnung an die Romanik. Bronze und Messing getrieben. Die massiven Wandarme in Form von durchbrochenen Blattvoluten und Drachen. Daran an Kordeln hän- gender Leuchter in Kronenform mit 3 Lichtschir- men in Form von Maiglöckchen. H 126, T 82 cm. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. Diese Wandleuchter stammen aus dem Zürcher Grossmünster und waren dort an den Pfeilern des Langhauses montiert. Man darf davon ausgehen, dass sie im Zuge der Restaurierungen des Innen- raums 1851 - 1853 montiert wurden. Ziel dieser Restaurierung war die Entfernung der späteren barocken Elemente und die Rückführung an die romanischen Ursprünge des Gotteshauses. Das Drachenmotiv im Wandarm des Leuchters nimmt ein entsprechendes Motiv eines Relieffrieses ent- lang der Wand des Langhauses auf. Bei einer späteren Innenrenovation unter der Leitung des Kantonsbaumeister Hermann Fietz 1913 - 1915 wurden die Leuchter wieder entfernt und durch Wandlampen ersetzt, deren Entwurf von Fietz stammte. Vgl. Regine Abegg, Christine Barraud Wiener, Karl Grunder. Die Kunstdenkmäler der Stadt Zürich. Neue Ausgabe, Band III.I Altstadt rechts der Limmat - Sakralbauten. Bern 2007. S. 159ff sowie Abb. S. 163. Inneres nach Restaurie- rung von 1851-1853. Foto um 1900. CHF 4 000 / 6 000 (€ 3 700 / 5 560) 1248* 1 PAAR GIRANDOLEN „AUX SATYRES“ Historismus, die Figuren von F. LEVILLAIN (Ferdi- nand Levillain, 1837 Paris 1903). Mit einer Gies- sersignatur von Barbedienne. Bronze patiniert. Bambusförmiger Schaft mit Reiherabschluss sowie sechs geschweiften, blätterbeschmückten Licht- armen mit breiten Tropftellern und vasenförmigen Tüllen auf palmettenbeschmücktem Rechteck- sockel mit ruhendem bzw. flötenspielendem Satyr und eingerollten Volutenfüssen. H 73 cm. Die Vorlage des hier angebotenen Paares mit den Satyrfiguren findet sich in den Marmorfiguren des Praxiteles aus der griechischen Antike im 4. Jahr- hundert vor Christus. F. Levillan war Schüler von B. Jouffroy (1806-1882). Er stellte erstmals im Salon des Artistes Français von 1861 aus und tat dies durchgehend bis 1903. Im Jahre 1867 erntete er anlässlich der Exposition Universelle grosse Bewunderung für eine neoanti- ke Schale, gefertigt für die Maison Blos et Drouard. Wenige Jahre später begann er eine Zusammenar- beit mit F. Barbedienne, welche die Basis seines im- mensen Erfolges darstellte. Im Jahre 1875 erhielt er für seine Exponate einstimmig die Goldmedaille in der Exposition Universelle mit der Begründung „... aux formes si variées et si pures... sont portées au plus haut degré de perfection“. Zahlreiche Me- daillen folgten in den 1870er und 1880er Jahren. CHF 3 000 / 4 000 (€ 2 780 / 3 700) | 144
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    VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 102/121 8031 Zürich,Schweiz AUKTION Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 121 8031 Zürich, Schweiz AUKTION ONLINE ONLY VORBESICHTIGUNG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTION 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTIONEN REPRÄSENTANTEN Koller Auktionen AG Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63  Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch Koller Auktionen AG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz Tél +41 22 311 03 85 Fax +41 22 810 06 30 geneva@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch MÜNCHEN Fiona Seidler Maximiliansplatz 20 80333 München Tel. +49 89 22 80 27 66 Fax +49 89 22 80 27 67 Mobile +49 177 257 63 98 muenchen@kollerauktionen.com DÜSSELDORF Ulrike Gruben Citadellstrasse 4 40213 Düsseldorf Tel. +49 211 30 14 36 38 Fax +49 211 30 14 36 39 Mobile +49 175 586 38 64 duesseldorf@kollerauktionen.com BEIJING Jing Li Haidianque Chedaogou 10# 6/4-307 100089 Beijing Tel. +86 135 2039 8057 beijing@kollerauctions.com ITALIEN /TESSIN LuigiPesce ViaCairoli18 16124Genua,Italien T+393395962768 italia@kollerauktionen.com HAMBURG Ulrike Gruben Tel. +49 211 30 14 36 38 hamburg@kollerauktionen.com
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    Auktionen: 21. Septemberbis 5./6. Oktober 2021 Vorbesichtigung: Fr. 24. bis Di. 28. September, 10–18 Uhr Kontakt · Anahi Cardona · Tel. +41 44 445 63 21 · cardona@kollerauktionen.ch Gemälde, Zeichnungen Grafik Alter Meister des 19. Jhs. Bücher Autographen, Schmuck, Möbel, Uhren, Varia, Porzellan
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    Bücher Autographen Auktion:Mittwoch, 29. September 2021 Kontakt · Andreas Terwey · Tel. +41 44 445 63 40 · terwey@kollerauktionen.ch Rembrandt van Rijn (1606–1669). Einblattdruck des «Curateur over den Insolventen Boedel van Rembrant van Rijn» mit der Ankündigung zur Versteigerung von Kunstwerken aus Rembrandts Besitz. Mit einer mehrzeiligen HolzschnittInitiale. [Amsterdam, 1658].
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    Govaert Flinck (1615–1660).Tronie eines bärtigen Mannes. 1650. Öl auf Leinwand. 61,5 × 50,7 cm. Kontakt · Karoline Weser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch Daniel Seghers und Cornelis Schut. Blumengirlande um eine Kartusche mit Maria und Jesuskind. Öl auf Holz. 68,5 × 53 cm. Gemälde Alter Meister des 19. Jahrhunderts Auktion: Freitag, 1. Oktober 2021
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    BEDINGUNGEN FÜR KLASSISCHEAUKTIONEN Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti- onssaal versteigert werden. Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht sich der Bieter den nachstehenden Auktions- bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz („Koller“): 1. Rechtsstellung der Parteien Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei- gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell- vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32 Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts („OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“), wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird dadurch nicht Partei des Kaufvertrages. 2. Aufgeld 2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich- ten, das wie folgt berechnet wird: i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25% ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000 und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis zur Höhe des Zuschlags iii. bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000 und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000 bis zur Höhe des Zuschlags. 2.2 Falls der Käufer während einer online über- tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin- gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite publiziert sind. Diese können von den hier pub- lizieren abweichen. 2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei- zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich- ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes einzelne Objekt.  2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be- zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr- wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er- halten die MWST rückvergütet.  2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden, dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine Kommission erhält. 3. Garantie 3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol- gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter, Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei- bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa- talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände- rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden.  3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender Bestimmung findet nach Ermessen von Koller nicht statt, falls: i. die Beschreibung des Objekts im Auktions- katalog im Einklang mit der Meinung einer Fachperson oder mit der herrschenden Mei- nung von Fachpersonen stand oder die Be- schreibung im Auktionskatalog andeutete, dass hierüber Meinungsverschiedenheiten bestanden,  ii. die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach dem Stand der Forschung und mit den allge- mein anerkannten und üblichen Methoden noch nicht oder nur mit unverhältnismässi- gem Aufwand als solche erkennbar war, iii. die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein- schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder  iv. es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde, Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han- delt, das gemäss den Angaben im Auktions- katalog vor 1880 entstanden sein müsste. 3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2) Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen. Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus, dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe- nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge- fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es ihm übergeben wurde, und unbelastet von An- sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob- jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten Gutachten von zwei unabhängigen und in dem Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch nicht an solche Gutachten gebunden und behält sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf eigene Kosten einzuholen. 3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel- tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich- ten. 3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer 3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel- des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen. 4. Haftungsausschluss 4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu- stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob- jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren. Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in neuwertigem Zustand. 4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata- log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa- tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands- berichte von Koller die vor der Auktion angefordert werden können, geben lediglich ein allgemeines Bild und eine unverbindliche Einschätzung von Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er- folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung übernehmen. Während der Ausstellung besteht die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen. Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen, und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän- giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog- beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei- bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs (inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache ausschliesslich massgebend. Koller behält sich das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut- achten stellen genauso wenig wie von Koller vor- genommene Objektbeschreibungen oder sonsti- ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen über dessen Wert) explizite oder stillschweigende Zusicherungendar. 4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg- bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol- ler gegenüber dem Käufer. 5. Teilnahme an der Auktion 5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter steht jedermann offen. Koller behält sich aber das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich- keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an ihren Auktionen zu untersagen.  5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion mittels des dafür vorgesehenen Formulars re- gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re- gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas- ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen. Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss Angaben auf dem Registrierungsformular bis zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich Spesen des Kartenanbieters zu belasten.  5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen Bank verlangen.  5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz- werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von 20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver- langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti- on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum- gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
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    6. Versteigerung 6.1 Kollerkann ein Objekt unterhalb des mit dem Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver- bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot gebunden, bis dieses entweder überboten oder von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen entscheidet die Auktionsleitung.  6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be- sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4 nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige- rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte.  6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser- halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas- sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor- liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe- halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv, nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft.  6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen- ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der Steigerung schriftlich entgegengenommen.  6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten, wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti- onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann nicht telefonisch geboten werden und Interes- senten werden um Abgabe eines schriftlichen Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk- tionssaal gebeten.  6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei- ner Live-Auktion abgeben möchten, können an der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk- tion zugelassen worden sind. Koller behält sich das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei- teres abzulehnen.  6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück- sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück- sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie- tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5. 7. Eigentumsübergang Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die- se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu- geordnet hat. 8. Abholung der ersteigerten Objekte 8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei- gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll- ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller. 8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol- ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob- jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor- sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST. Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr und es ist Sache des Käufers, für eine angemes- sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf- tung übernommen werden. Werden die erstei- gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt, lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge- fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz von CHF 10 pro Objekt ein.  8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer. Ohne anders lautende schriftliche Abmachung werden die zugeschlagenen Objekte für den Transport durch Koller auf Kosten des Käufers versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche Objekte werden von Koller nicht versandt. 9. Bezahlung der ersteigerten Objekte 9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach Abschluss der Auktion in Schweizer Franken zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von Koller möglich und unterliegen einer Bearbei- tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag erhoben wird. 9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent- gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe- trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7 TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben, dieebenfallsderKreditkartebelastetwird. 9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii) ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver- langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech- tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min- destverkaufspreises entweder freihändig oder anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng- lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste- henden Schaden.  9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde- tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht. Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver- wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei- bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen. 10. Vertretung Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil- ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange- nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso- nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder als Organ einer juristischen Person bieten, kann der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten. 11. Verschiedene Bestimmungen 11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede Haftung des anwesenden Beamten, der Ge- meinde oder des Staates für Handlungen von Koller ist ausgeschlossen.  11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB an einen Dritten zu übertragen oder durch einen Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten aus diesen AGB Dritten zu übertragen. 11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien und Abbildungen von verkauften Objekten in den eigenen Publikationen und in den Medien zu ver- öffentlichen und damit Werbung zu betreiben.  11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be- standteil jedes einzelnen an der Auktion ge- schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller verbindlich.  11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un- wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un- gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt- schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt bei eventuellen Lücken der Regelung. 11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus- schluss von allfälligen Verweisungen des Bun- desgesetztes über das Internationale Privat- recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener Kaufrechts (UN-Kaufrechts).  11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter Einschluss der Geltendmachung von Verrech- nungen und Gegenforderungen), welche aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess- lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol- ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen. Zürich, 1. Juli 2018
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    AUCTION CONDITIONS (CLASSICAUCTIONS) These conditions apply solely to items which are auctioned by Koller (according to the definition below) live in the saleroom. By participating in the auction the bidder accepts the following Auction Conditions of Koller Auctions Ltd, Hardturmstrasse 102, 8005 Zurich, Switzerland (“Koller”). 1. Legal status of the parties The auction items are auctioned by Koller in the name of and on the account of the seller of the auctioned item (“Seller”). Koller acts on behalf of and for the account of the Seller as his agent as defined in article 32, section 1 of the Swiss Code of Obligations (“CO”). The hammer price is determined by the bidder recognised by Koller as having made the highest bid in Swiss Francs in the course of an auction (“Purchaser”), resulting in the conclusion of a purchase contract between the Seller and the Purchaser (“Purchase Contract”). Koller is thereby not a party to the Purchase Contract. 2. Surcharge 2.1 In addition to the bid price, the Purchaser must pay a surcharge on such bid price calculated as follows: i. on a successful bid of up to CHF 10 000: 25% ii. NEW: on a successful bid over CHF 10 000 up to CHF 400 000: 25% on the first CHF 10 000 and 22% on the difference between CHF 10 000 and the bid. iii. NEW: on a successful bid over CHF 400 000: 25% on the first CHF 10 000, 22% on CHF 390 000 and 15% on the difference between CHF 400 000 and the bid. 2.2 If the winning bid is placed over the internet in the course of a saleroom auction which is broadcast online (“Live Auction”), or leaves a pre-sale bid through an independent bidding platform which is linked with Koller, there will be anadditional3%addedtothesurcharge.Bidders are subject to Koller’s terms and conditions as listed on the Live Auction website, which may differ in some respects from those listed here. 2.3 The Purchaser must pay Swiss value added tax (“VAT”) on the surcharge. The stated percentage of the surcharge corresponds to the successful bid for each individual item. 2.4 The full tax is charged on all items marked * in the auction catalogue, i.e. VAT is charged on the sum of the bid price plus the surcharge for those items. The VAT will be refunded to Purchasers providing a validly stamped export declaration. 2.5 The Purchaser agrees that Koller also has the possibility to receive a commission from the Seller. 3. Guarantee 3.1 Koller shall rescind the purchase (subject to Sections 3.2 and 3.3 below) in the name of the Seller and shall reimburse the purchase price and the surcharge (incl. VAT) to the Purchaser if an item proves to be a forgery. A “forgery” shall be deemed to exist if the item, in the reasonable opinion of Koller, is an imitation created with the intention of causing a deception with respect to the authorship, age, period, culture or origin, if the correct description of such content is not reflected in the auction catalogue (taking account of any additions), and if this circumstance significantly impairs the value of the item in comparison to an item corresponding to the catalogue description. An item shall not be deemed to have been forged if it is merely damaged and/or has been subjected to restoration work and/or modifications of any nature whatsoever. 3.2 A rescission in accordance with the above provision shall not take place at the discretion of Koller if: i. the description of the item in the auction catalogue was supported by the view of a specialist or by the prevailing view of specialists, or if the description in the auction catalogue suggested that differences of opinion exist in this respect; ii. the forgery was not identifiable as such at the time of the successful bid in accordance with the current state of research and with the generally acknowledged and usual methods, or only with disproportionate effort; iii. the forgery (based on Koller’s conscientious assessment) was produced before 1880; or iv. the purchased item is a painting, watercolour, drawing or sculpture which according to the details set out in the auction catalogue was created prior to 1880. 3.3 The Purchaser may request rescission from Koller (as the agent of the Seller) from the day of the successful bid for a period of two (2) years (three (3) weeks for jewellery). It shall be granted exclusively to the Purchaser and may not be assigned to any third party. Assertion of theclaimshallbeconditionaluponthePurchaser making a complaint to Koller by registered letter immediately after the discovery of the defect, and returning the purchased item to Koller in the same condition as it was handed over to him and unencumbered by third parties› claims. The Purchaser must provide proof that the item is a forgery. Koller may demand that the Purchaser obtains at his own expense expert opinions from two independent individuals who are recognised experts in the field. However, Koller shall not be bound by any such expert opinion, and reserves the right to obtain additional expert advice at its own expense. 3.4 Koller may at its complete discretion waive the assertion of grounds for exclusion pursuant to the above Section 3.2 or the fulfilment of preconditionspursuanttotheaboveSection3.3. 3.5 The claims of the Purchaser against Koller as the agent of the Seller under Section 3.1 are limited to the reimbursement of the purchase price and surcharge (incl. VAT) paid by the Purchaser. Further or other claims of the Purchaser are excluded under any legal title (including error according to art. 23 ff. CO) whatsoever. 4. Disclaimer 4.1 The items are auctioned in the condition existing at the time of the successful bid. The auctioned items are “used” objects and are therefore generally not in pristine condition. 4.2 Each item in the auction catalogue is listed with a description and an illustration. The information in the auction catalogue, as well as the condition reports issued by Koller, are intended to provide an overall impression and a non-binding assessment by Koller. The items are described to the best of our knowledge and belief. However, Koller cannot accept any liability for the details provided in the catalogue. The items may be inspected during the preview. The Purchaser is therefore invited to inspect an item prior to the auction and, possibly with the assistance of an independent specialist advisor, to form his own opinion of the concordance betweentheitemandthecataloguedescription. Concerning the descriptions of the items, the German-language print edition of the catalogue (including any later amendments) shall be exclusively applicable. Koller reserves the right to call upon experts or specialists of its choice to give an opinion and to rely on that opinion. Koller cannot be held liable for the correctness of such opinions. Neither any such expert opinions or reports, nor the descriptions of items provided by Koller, nor other statements pertaining to an item (including statements pertaining to the value thereof) constitute explicit or implicit warranties. 4.3 Subject to Article 3 above, no guarantee or warranty whatsoever is given in respect to legal and material defects. The liabilities of the Seller vis-à-vis the Purchaser are limited to the same extent as the liabilities of Koller vis-à-vis the Purchaser. 5. Participation in the auction 5.1 Any party may participate in an auction as a bidder. However, Koller reserves the right at its complete discretion to prevent any person entering its premises or attending or participating in its auctions. 5.2 Bidders who are not personally known to Koller must register at least 48 hours before the auction,usingtheformprovidedforthispurpose. The registration form must be signed, with legal effect, and a copy of the bidder’s passport must be enclosed, as well as current, valid credit card information. In the event of payment default by the Purchaser, Koller shall be entitled to charge the Purchaser’s credit card in accordance with the details provided on the registration form for the entire amount of the invoice, plus the credit card processing fees. 5.3 Koller may demand in advance from any bidder a certificate of creditworthiness issued by a bank approved by Koller. 5.4 In the case of bids for items with upper estimated values of more than CHF 30 000, Koller may demand that the bidder first remits 20% of the lower estimated value as security. Following the auction, Koller will offset this sum against its claims and the claims of the Seller, and will reimburse any possible surpluses to the Purchaser/bidder without delay. 6. Auction 6.1 Koller may initiate the auctioning of an item below the minimum selling price agreed upon with the Seller. A bid placed at an auction is a binding offer. The bidder shall remain bound by his bid until this is either outbid or rejected by Koller. Double bids shall immediately be called once again; in case of uncertainty, the auction management shall decide. 6.2 Koller may refuse a bid without providing
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    justification if aPurchaser fails to fulfil the conditions for participation in an auction pursuant to the above Sections 5.2 to 5.4. Koller may also pass or withdraw auctioned items without a sale even if this is not apparent to the auction participants. 6.3 Koller reserves the right to combine, separate or omit numbered lots in the catalogue or to offer them out of sequence. Koller reserves the right to sell lots “conditionally” at its sole discretion, in which event the hammer price will be considered as conditional and the highest bidder will remain bound by his bid for 14 days following the auction. The highest bidder will be released from all obligations if he does not receiveastatementfromKollerwithinthisperiod declaring the hammer price as final. 6.4 Written bids from potential Purchasers who cannot attend the auction in person are accepted up to 48 hours before the auction begins. 6.5 Potential Purchasers may bid by telephone if they have given written notice at least 48 hours before the auction starts. Koller does not accept telephone bids for lots estimated under CHF 500, and bidders are requested to leave a written bid or participate in the salesroom for such items. 6.6 Potential Purchasers who intend to place their bids in the course of a Live Auction may participate in the auction once their registration applications have been approved by Koller. Koller reserves the right to decline registration applications at its discretion. 6.7 Koller shall not be liable for any bids including advance notifications of telephone bidding which are not taken into consideration. Telephone bidders and persons giving written instructions are also subject to the provisions of Article 5 relating to proof of identity and financial soundness. 7. Transfer of title Ownership of an auctioned item shall be transferred to the Purchaser as soon as the purchase price and the surcharge (incl. VAT) have been comprehensively paid in Swiss francs and Koller has attributed these payments to the corresponding item. 8. Collection of the auctioned items 8.1Theauctioneditemsmustbecollectedatthe Purchaser›s own expense within 7 days from the end of the auction during official opening hours. The place of performance for the purchase contract between the Purchaser and the Seller is therefore the registered office of Koller. If time permits, the items may be handed over after each auction session. The handover shall take place following comprehensive payment of the purchase price as well as the surcharge (incl. VAT) and the attribution of this sum to the auctioned item by Koller. 8.2 During the aforementioned period, Koller shall be liable for loss, theft, damage or destruction of items which have been auctioned and paid for, although solely due to intentional or grossly negligent acts on the part of Koller, and onlyuptothetotaloftheauctionprice,surcharge and VAT. Koller ceases to have liability after the aforementioned period, and the Purchaser shall be responsible for ensuring adequate insurance cover for the auctioned item. No liability can be assumed for frames and glass. If the auctioned items are not collected within 7 days, Koller will store the works at a company of their choice at the purchaser’s own risk and expense or on their own premises at a daily rate of CHF 10 per object. 8.3 Shipping orders may be given to Koller in writing. All shipping costs shall be borne by the Purchaser. Unless otherwise agreed in writing, transport insurance shall be contracted for the sold items at the expense of the Purchaser. Glass-covered pictures and fragile items shall not be sent by Koller. 9. Payment for the auctioned items 9.1 The invoice for a successful bid for an auctioned item is payable in Swiss francs within 7 days from the end of the auction. Payments by credit card are only possible with the approval of Koller’s accounting department, and are subject to processing fees amounting to between 2 and 4% of the invoiced amount, payable by the purchaser and added to the invoice total. 9.2 Irrespective of the Purchaser‘s instructions, KollermayuseanypaymentsbythePurchaseras settlement for any debt owed by the Purchaser to Koller or the Seller and set off any debt which it owes to the Purchaser against its own claims. If the Purchaser defaults on a payment, default interestof10%p.a.shallbechargedontopofthe invoiced sum. If Koller does not receive payment for purchases within seven (7) days following the auction, Koller reserves the right to charge the Purchaser’s credit card for the full amount of the invoice, without further notification to the Purchaser. In such cases the credit card processing fees of 2–4% as described above are also applicable, and will be charged to the Purchaser’s credit card. 9.3 If the Purchaser does not pay or does not pay promptly, Koller may moreover in its own name and in the Seller›s name either (i) insist on the fulfilment of the purchase agreement or (ii) without further notice withdraw from the purchase agreement and waive the subsequent performance of the Purchaser or assert a claim for compensation for non-performance; in the latter case Koller shall also be entitled, irrespective of any minimum sales price, to sell the item either directly or in an auction, and may use the proceeds to reduce the debts of the Purchaser. Any amount realised above the original hammer price shall be paid out to the Seller. The Purchaser is liable to Koller and the Seller for all prejudice caused by non-payment or late payment. 9.4 Koller retains a right of retention and a lien on all the Purchaser›s items in its custody until full payment of all monies owed. Koller may exercise such liens in accordance with the legislation on the enforcement of debts or by private sale (including in its own name). The plea of prior lien exploitation pursuant to Art. 41 of the Swiss Debt Collection and Bankruptcy Act is excluded. 10. Representation Each Purchaser shall be personally liable for each bid he places, and for the purchase contract between the Purchaser and the Seller. Proof of the power of representation may be requested from persons bidding as agents for a third party or as an organ of a corporate body. The agent shall be jointly and severally liable with his principal for the fulfilment of all obligations. 11. Miscellaneous provisions 11.1 The auction shall be attended by an official fromthecityofZurich.Theattendingofficial,the local authority and the state have no liability for the acts of Koller. 11.2 Koller reserves the right to transfer any or all rights and obligations from these Auction Conditions to a third party or to have these carried out by a third party. The bidder and/or Purchaser does not have the right to transfer any rights from these Auction Conditions to a third party. 11.3 Koller reserves the right to publish illustrations and photographs of sold items in its own publications and the media and to publicise its services therewith. 11.4Theaforementionedprovisionsformpartof each individual purchase agreement concluded at the auction. Amendments are binding only with Koller›s written agreement. 11.5 Should certain provisions of these Auction Conditions be or become partially or fully invalid and/or unenforceable, this does not affect the validity of the remaining provisions. The invalid and/or unenforceable provisions shall be replaced by those which most closely approximate the economic meaning and intended economic purpose of said provisions. The same shall be applicable to any possible gaps or loopholes in the provisions. 11.6 The present Auction Conditions and all amendments thereof are governed by Swiss law, under exclusion of possible references to Switzerland’s Federal Code on Private International Law (CPIL), and under exclusion of the Vienna C.I.S.G. Convention (UN Convention). 11.7 The courts of the Canton of Zurich shall be exclusively responsible for settling disputes (including the assertion of offsetting and counterclaims) which arise out of or in conjunction with these Auction Conditions (includingtheirvalidity,legaleffect,interpretation or fulfilment). Koller may, however, initiate legal proceedings before any other competent court. 11.8 In the event of any discrepancy between the different language versions of these Auction Conditions, the German language version shall prevail. Zurich, 1 July 2018
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    Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x
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    Koller Auktionen AG,Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch