Auktion: 21. September 2022
BÜCHER & AUTOGRAPHEN
Lot 207
Lot 183
Lot 236
ibid online only (129)
Gemälde Alter Meister & des 19. Jhs.
Schweizer Kunst, Zeichnungen & Alte Grafik
Bücher & Autographen, Schmuck
Möbel, Uhren, Varia, Porzellan, Silber
AUKTIONSPROGRAMM
AUKTIONEN SEPTEMBER 2022 (A202 & IBID 129)
IBID 129
ONLINE ONLY AUKTIONEN
IBID ALTEGRAFIK&ZEICHNUNGEN
Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022
IBID SILBER
Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022
IBID SCHWEIZER KUNST
Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022
IBID BÜCHER & AUTOGRAPHEN
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IBIDMÖBEL&UHREN
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IBIDVARIA&SKULPTUREN
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IBID PORZELLAN
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IBID SCHMUCK
Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022
IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JHS.
Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch
Auktion: 22. September 2022
DECORATIVE ARTS
MÖBEL, UHREN, SILBER
PORZELLAN, TEPPICHE
DECORATIVE
ARTS
A202
SEPTEMBER
2022
SEPTEMBER
2022
Auktion: 21. September 2022
BÜCHER & AUTOGRAPHEN
BÜCHER
&
AUTOGRAPHEN
A202
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
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A202
SEPTEMBER
2022
GEMÄLDE
ALTER
MEISTER
UND
DES
19.
JH.,
ZEICHNUNGEN
UND
ALTE
GRAFIK
Auktion: 23. September 2022
Auktion: 23. September 2022
GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JH.
GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JH.
ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK
ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK
Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Fr. 16. bis Di. 20. September 2022, 10–18 Uhr
MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN,
SILBER, PORZELLAN (TEIL 1)
Donnerstag,22.September2022,10.00Uhr
Lot 1001 – 1135
MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN,
SILBER, PORZELLAN (TEIL 2)
Donnerstag,22.September2022,13.30Uhr
Lot 1136 – 1333
TEPPICHE
Donnerstag,22.September2022,17.00Uhr
Lot 1501 – 1584
BÜCHER & AUTOGRAPHEN
Mittwoch, 21. September 2022, 14.00 Uhr
Lot 101 – 232 & 501 – 577
ALTE GRAFIK
Freitag, 23. September 2022, 10.00 Uhr
Lot 3601 – 3639
ZEICHNUNGEN
Freitag, 23. September 2022, 11.00 Uhr
Lot 3401 – 3490
GEMÄLDE ALTER MEISTER
Freitag, 23. September 2022, 14.00 Uhr
Lot 3001 – 3079
GEMÄLDE DES 19. JH.
Freitag, 23. September 2022, 16.00 Uhr
Lot 3201 – 3241
Koller Auktionen ist Partner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und
einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen.
EURO-Schätzungen
Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 0.98 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung.
Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken.
Bücher		  S. 1
Buchmalerei, Autographen & Manuskripte		  S. 75
Abkürzungen 		  S. 104
Register		  S. 106
Adressen 		  S. 108
Auktionsbedingungen 		  S. 112
Auction Conditions		  S. 114
Auktions-Auftrag		  S. 116
AUKTIONEN
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
Abbildungen Umschlag: Vorderseite Lot 186, Rückseite Lot 217.
Helvetica 101 – 110
Geschichte & Kulturgeschichte 111 – 115
Literatur des 17. – 19. Jahrhunderts 116 – 131
Moderne Literatur 132 – 167
Varia 168 – 175
Kunst & Kunstgewerbe 176 – 180
Topographie & Reisen 181 – 190
Technik & Naturwissenschaften 191 – 207
Alte Drucke & Bibeln 208 – 232
Bücher
AUKTION
Mittwoch, 21. September 2022, 14.00 Uhr
VORBESICHTIGUNG
Freitag 16. bis Dienstag 20. September 2022, 10–18 Uhr
English descriptions upon request.
Zusätzliche Abbildungen:
www.kollerauktionen.ch
Dr. Andreas Terwey
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 44
terwey@kollerauktionen.ch
Gabriel Müller, M.A.
Tel. +41 44 445 63 40
books@kollerauktionen.ch
Teresa Ranft, M.A.
Tel. +41 44 445 63 41
books@kollerauktionen.ch
| 2
Helvetica
Bücher | Helvetica
101*
BASEL - Hentzy, [Rodolphe]. Promenade pittoresque dans l'evêché de
Bâle aux bords de la Birs, de la Sorner, et de la Suze, accompagnée de
XXXXIV paysages, et sites romantiques, fidèlement copies d'après nature.
Mit 44 (teils ankolorierten) Aquatinta-Tafeln. [Den Haag, G. Bakhuysen,
1808-1809]. Quer-8°. Etwas späterer Halblederband mit handschriftl.
Rückenschild (Rücken minimal berieben).
Lonchamp 1446. - Erste Ausgabe. - Enthält schöne Abbildungen von
Basel, Münchenstein, Chave Roche, Pont de Penne u.a. - Minimal gebräunt
und etwas fingerfleckig.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
102
BERGBAU UND HÜTTENWESEN - Wild, F. S. Essai sur la montagne salifère
du gouvernement d'Aigle, situé dans le Canton de Berne. Mit einer Faltkar-
te mit Umrisskolorit, gestochen von Jos. Clausner und einer gestochenen
Falttafel. Genf, Barde, Manget & Comp., 1788. 8°. 350 S., [1] Bl. Halbleder-
band d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und montiertem Deckeltitel (Vorder-
gelenk etwas eingerissen, minimal berieben).
Poggendorff II, 1325 - Dreyer 762 - Lonchamp 3294. - Seltene Erstaus-
gabe dieser geolokalen Abhandlung des Direktors der Saline Bex, Franz
Samuel Wild. Enthält eine der ersten Gebietskarten von Aigle, heute im
Kanton Waadt. - In den Rändern etwas stockfleckig.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
103
Bridel, Philippe Sirice - Birmann, Pierre. Course de Bâle à Bienne par les
Vallées du Jura. En voyageant en Suisse, le peintre trouve à chaque pas un
tableau, le poete une image & le Philosophe une réflexion. Mit gezeich-
neter Titelbordüre, 8 aquarellierten Original-Federzeichnungen und 3
Kupfertafeln sowie 1 mehrfach gefalt. gest. Karte. [Basel, Ch. Aug. Serini
Libraire, 1789]. Gr.-8°. [4] Bll., 256 S., [1] hs. Bl. dazwischengebunden, [1]
Bl. Halbleder mit goldgepr. Rückenschild (etwas berieben und bestossen,
Ecken stärker, leicht beschabt).
Lonchamp 453 - Wäber 126 - Amweg 6519 - Appenzeller 105-132 (Hegi)
- Quérard litteraire I, 342. - Erste Ausgabe. - Unikat. - Eine der ausführ-
lichsten frühen Abhandlungen zur Geschichte und Topographie des Jura
zwischen Basel und Biel, in sieben Briefen abgefasst von Philippe-Sirice
Bridel (1757–1845) im gleichen Jahr in deutscher Übersetzung als "Reise
durch eine der romantischsten Gegenden der Schweiz" erschienen. - Der
kleiner gesetzte Text angestückt und auf das Format der Federzeichnun-
gen gebracht. - Im Schnitt leicht gebräunt, Vorsätze etwas stockfleckig,
mittig im Bundsteg etwas angeplatzt.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
104*
[Dikenmann, Rudolf]. Souvenir de la Suisse (Deckeltitel). Mit 45 (davon 2
doppels.) Aquatintastichen nach R. Dikenmann. O. O. (Zürich, Dikenmann,
um 1850). Quer-8°. Brauner Lederband d. Z. mit goldgepr. VDeckeltitel
und Blindprägung (berieben).
Vgl. Thieme/B. IX, 217 - Nicht bei Lonchamp. - Schweizer Ansichtenbuch
mit zahlreichen prachtvollen Veduten von Zürich, Bern, Interlaken, Genf,
Rheinfall, Giesbach, Reichenbach, Staubbach, Jungfrau, Tellskapelle,
u.v.m. - Breitrandiger Druck. In den äussersten Rändern minimal gebräunt,
Buchblock etwas lose, ansonsten gut erhalten.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
101
102
103
| 3
105
Reinhardt, [Joseph]. A collection of Swiss
costumes in miniature. - Collection de costu-
mes suisses. Mit 30 kolor. Aquatintatafeln nach
Reinhardt. London, G. Schulze für W. T. Gilling,
1822. 4° (28,2 × 19,5 cm). [31] Bll., Tafeln (jede
Tafel mit weissem Schutzblatt). Neuer Halble-
derband mit Rückenschild unter Verwendung
alter marmorierter Deckel mit mont. Deckeltitel
(dieser mit kl. Fehlstelle).
Lipperheide Ga 31 - Colas 2530 - Lonchamp
670. - Erste Ausgabe. - Text in englischer
u. französischer Sprache. - Vorsätze etwas
stockfleckig. Die schönen Tafeln in kräftigem
Altkolorit, gutes und breitrandiges Exemplar.
- Provenienz: Gest. Exlibris des britischen Alpi-
nisten Frederick Gardiner (1850-1919), bekannt
als Begleiter von Lucy Walker bei der ersten
Besteigung des Matterhorns durch eine Frau
(1871) und als Erstbesteiger des Elbrus (1874).
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
106
Scheuchzer, Johann Jacob. Ouresiphoites
(graece) Helveticus, sive Itinera per Helvetiae
Alpinas Regiones facta annis [1702-1711] Pluri-
mis tabulis aeneis illustrata. 4 Teile in 2 Bänden.
Mit gest. Titel, 4 wiederholt. gest. Titelvignetten,
4 gest. Portraits, 3 (1 gefalt.) gest. Widmungs-
tafeln, 1 gefalt. Kupferstichkarte und 124 meist
gefalt. Kupfertafeln, davon 2 mit beweglich
montierten Teilen. Zweite Ausgabe. Leiden, Van
der Aa, 1723. 4°. [8] Bll., 167 S., [2] Bll., S. 169-
342 (S. 343-350 in der Pagination übersprun-
gen); [1] Bl., S. 351-428, [1] Bl.; S. 429-520; [1]
Bl., S. 521-635, [26] Bll. (Register). Sauber res-
taurierte Pergamentbände d. Z. (Rückenschilder
entfernt, gering staubfleckig).
Barth 17521 - Haller I, 995 - Lonchamp 2641 -
Wäber 28 - Nissen ZBI 3656.- Zweite und erste
vollständige Ausgabe des bekannten u. umfang-
reichsten Reisewerkes von Scheuchzer, der
seit 1696 in Zürich als Professor wirkte. Diese
Leidener Ausgabe ist besonders wegen der
zahlreichen Stadt-Ansichten nach Merian ge-
schätzt, die Van der Aa beibinden liess, darunter
Altdorf, Baden, Bern, Chur, Fribourg, Glarus,
Lausanne, Luzern, Rapperswil, Sion, Solothurn,
St. Gallen, Thun, Zürich (Vogelschau u. Ansicht
von der Seeseite), Zug u.v.a. Ausserdem mit
Plänen (Berg- u. Flussprofilen), mineralogischen,
botanischen und zoologischen Tafeln (Fabelwe-
sen). - Gleichmässig gering gebräunt, vereinzelt
minimal stock- bzw. fingerfleckig.
CHF 700 / 1 000
(€ 710 / 1 020)
107*
Stumpf, Johannes. Schweytzer Chronick:
Das ist, Beschreybunge Gemeiner loblicher
Eydgnoschafft Stetten, Landen, Völcker und
dero Chronickwirdigen Thaaten... gebesseret,
gemehret... und biss auf das gegenwirtige 1606.
aussgeführt. Sampt einem volkommenen
hierzu erforderten zwyfachen Register. 13 Teile
in 1 Band. Mit 14 Holzschnitt-Titelbordüren, 5
doppelblattgr. und 8 blattgr. Holzschnitt-Karten
sowie zahlr. Textholzschnitten (vereinzelt ankol.)
von H. Asper, H. Vogtherr, R. und J. Wyssenbach
u. a. Zürich, J. Wolff, 1606. Folio. [6], [24], DC-
CLXX Bll. Lederband des 18. Jahrhunderts mit
goldgeprägtem Rückenschild und Rückenver-
goldung (VGelenk leicht angeplatzt, Einriss am
unteren Kapital, etwas berieben und fleckig).
VD17 39:124186M (abweichende Kollation)
- Barth 10219 - Lonchamp 2819 - Feller/B. S.
144 ff. - Graesse VI, 516 - vgl. Haller IV, 396 u.
BM German 839 - nicht bei Adams. - Dritte und
letzte Ausgabe der bedeutendsten gedruckten
Schweizer Chronik des 16. Jhs. (erstmals 1548
erschienen) mit den grossartigen Holzschnitten
von Hans Asper, Heinrich Vogtherr, Rudolf und
Johann Wyssenbach u.a. - Gebräunt und etwas
stock-, feucht- und tintenfleckig, teils etwas
knapp beschnitten (mit leichtem Darstel-
lungsverlust), leichte (Rand-)Einrisse (zum Teil
unschön restauriert), Titelei etwas angerändert,
stärker gebräunt und im Bug verstärkt, Titel
und erstes Blatt lose, letztes Blatt aufgezogen.
Stellenweise Anstreichungen. Insgesamt gutes
Exemplar. - Provenienz: Aus dem ehemaligen
Besitz von Peter von Planta Wildenberg (1734-
1805) mit hs. Besitzvermerk, des weiteren von
"H. Drenckhahn, Basel, 1906".
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
103 105
| 4
Bücher | Helvetica
108
TOTENTANZ - Manuel, Niklaus (genannt
Deutsch). Niklaus Manuels Todtentanz gemalt
zu Bern um 1515-1520 lithographiert nach den
getreuen Copien des berühmten Kunstmalers
Wilhelm Stettler/ La danse des morts peinte à
Berne dans les années 1515 à 1520. Mit getön-
tem Portrait des Verfassers, lithographiertem
Titel und 24 ankol. lithographierten Tafeln von
J. Bergmann nach W. Stettler. Ohne Ort und Dr.
[Bern, Haller, wohl vor 1832]. Folio. [2] Bll., Tafeln.
Lose in rest. Halbleinen-Mappe mit Deckelillus-
tration und Schliessen (Rücken erneuert, VDe-
ckel etwas beschabt, Ecken leicht bestossen,
gebräunt, angestaubt und leicht fleckig).
Vgl. Oppermann 1144 (gibt für die Entste-
hung 1832 oder 1838 an) - Graesse IV, 373
(Ausg. Bern, R. Haag, 1823; kennt Ausgaben
mit deutschem Titel) - Brunet III, 1380 und
Lonchamp 1912 (beide Ausg. Bern, R. Haag,
1838) - Reichelt-Schultz Jacobi 112. - Haller-
sche Ausgabe, hier ohne den Druckvermerk
auf Umschlag und Titel sowie ohne die 2
lithographierten Blatt "Verse". - Vorliegend ein
alt-ankoloriertes Exemplar mit zahlreichen alten
handschriftlichen Marginalien (Kolorierungs-
anweisungen) und teils kleinen Bleistiftzeich-
nungen. Kolorierte Exemplare sind von grösster
Seltenheit. - Die Lithographien Wilhelm Stettlers
gehen auf eine Aquarellkopie von Albrecht Kauw
zurück, die dieser 1649 anfertigte und die sich
jetzt im Berner Historischen Museum befin-
det. Die originalen Totentanzfresken wurden
schon 1660 zerstört. "Die Totentanzfresken,
deren Entstehung noch in die vorholbeinische
Epoche, in das zweite Jahrzehnt des 16. Jhdts.
fällt, gehören zum Lebendigsten und Derbs-
ten, was je in dieser Art geschaffen worden ist"
(G. Buchheit, Der Totentanz, Berlin 1926). Die
Mappe mit einer hübschen lithographierten
Totentanzdarstellung auf dem Vorderdeckel und
dem Motto von Fr. Schiller "Auch die Todten sol-
len leben!". - Durchgehend etwas stockfleckig,
leicht gebräunt. Vereinzelte Blatt mit kleinen
Randeinrissen oder Eckfalz.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
109
Wolf, Caspar - Vues remarquables des
montagnes de la Suisse avec leur Description.
Premiere Partie. Mit 1 gest. Kopfvignette von
J. Störklin nach A. Dunker, 1 gest. Verzeichnis
der Tafeln und 10 kolor. Umrissradierungen von
Störklin, Pfenninger, Demeuse u. Wys nach C.
Wolf. Bern, Wagner, 1776 [-1777]. Folio. [4] Bll.,
15 S. Pappeinband um 1900 (Block etwas losel,
stärker fleckig und mit vereinzelten Fehlstellen)
in späterer Halbleinenkasette, die Radierungen
in beigelegter Halbleinenkassette.
Lonchamp 3198. - Parallel zur vorliegenden
französischen erschien eine deutsche Ausgabe.
- Merkwürdige Prospekte aus den Schweizer
Gebürgen und derselben Beschreibung. - vgl.
Raeber 1979:341 MP. - "Die Begegnung zwi-
schen Caspar Wolf und dem ein Jahr älteren
Abraham Wagner (1734-1782) stellt einen
historischen Glücksfall dar; denn erst die Initia-
tive des Berner Verlegers machte den mässig
erfolgreichen Maler aus Muri zu jener Figur,
als die er in die europäische Kunstgeschichte
108
| 5
eingehen sollte. Erst in Wagners Diensten
wurde Wolf nämlich zum wichtigsten Pionier
der Hochgebirgsmalerei. Die Schweizer Alpen
nahmen fortan in seinem Schaffen nicht nur
den grössten Raum ein, sondern machten das
eigentliche Zentrum dieses Schaffens aus,
von dem aus der Maler die Parameter seiner
Bildfindung neu definierte, wobei er barocke
Konventionen teilweise weit hinter sich liess. An
den Extremen der Landschaft im Hochgebirge
schärfte Wolf seine individuelle Ästhetik, der er
schliesslich die Natur in all ihren Erscheinungs-
formen unterwarf." (Caspar Wolf und die ästhe-
tische Eroberung der Natur. Kat. Basel 2014,
S. 99). - Das Vorwort von Albrecht von Haller
ist datiert auf den 23. Juni 1777 und dürfte zu
dessen letzten noch zu Lebzeiten publizierten
Texten gehören. Der eigentliche Text stammt
vom Berner Pfarrer und Pionier der Alpenfor-
schung Jakob Samuel Wyttenbach. - Die ersten
5 Seiten etwas feuchtrandig und gebräunt, die
Radierungen in schöner Erhaltung.
CHF 5 000 / 8 000
(€ 5 100 / 8 160)
110
[Zurlauben, Beat Fidel Baron de]. Tableaux
topographiques, pittoresques, physiques,
historiques, moraux, politiques, littéraires de la
Suisse. 5 in 4 Bänden. (2 Text- u. 2 Tafel-Bände
sowie 1 "Table analytique" v. E. A. Quétant ). Mit
1 gest. Frontispiz von Née nach Moreau le jeune,
1 (st. 2) gest. Titel und 2 gest. Vortiteln, 2 gest.
Kopfvignetten (davon eine mit 2 Portraits von
Zurlauben und De la Borde), 5 (st. 6) doppelb-
lattgr. Karten, 2 doppelblattgr. Plänen und 247 (1
doppelblattgr.) Kupfertafeln. Paris, L'Imprimerie
de Clousier, 1780–1786. Gr.-Folio. Lederbände
d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und Bandzahl,
Rückenvergoldung, goldgepr. Deckel-, Steh- und
Innenkantenbordüren, sowie dreiseitigem Gold-
schnitt (Bd. 2 Rücken erneuert unter Verwen-
dung des alten Bezugs, Innengelenke verstärkt;
Ecken bestossen, Kanten leicht berieben, teils
etwas beschabt und kratzspurig, Kapitale Bd. 3
angerissen, Hinterdeckel Bd. 4 gelockert).
Barth 17338 - Cohen/R. 1075 - Feller/Bon-
jour 505 ff. - Haller I, 235 - Lonchamp 3362
- Wäber 38 - Brunet V, 1546 - Lewine S. 581.
- Zweite Ausgabe des grössten und berühm-
testen Schweizer Ansichtenwerkes des 18.
Jahrhunderts. Enthält mehrheitlich Ansich-
ten der bedeutendsten Orte, Berge, Seen,
Karten (Generalkarte, Basel, Berner Oberland,
Neuchâtel u. Schaffhausen) sowie 2 Pläne
(Basel und "plan perspectif" mit Bergpanorama
der Zentralschweiz), historische Ereignisse,
Münz- u. Siegelbilder. - Die "Table analytique" im
4. Band angebunden. - Es fehlt die Karte vom
Berner Oberland. - Nur gelegentlich gebräunt
und schwach stockfleckig, fliegende Vorsät-
ze teils etwas leimschattig, Band 1 hinten im
oberen Rand feuchtrandig, insgesamt sauberes
Exemplar.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 8 160 / 12 240)
110
109
| 6
Geschichte & Kulturgeschichte
111 114
Bücher | Geschichte & Kulturgeschichte
111
FESTBÜCHER - Düsseldorf - Graminaeus,
Theodor. Beschreibung derer Fürstlicher Gülig-
scher Hochzeit. Mit gest. Titel und 36 (von 37)
doppelblattgr. Kupfertafeln von Frans Hogen-
berg u.a. Köln, [Theodor Gras], 1587. 4°. [138
(statt 142)] Bll. Halblederband d. 18. Jhs. mit
goldgepr. Rückenschild, reicher Rückenvergol-
dung und Wappensupralibros.
VD16 G 2797 - Ornamentstichslg. Berlin
2821 - Vinet 722 - Else Rümmler, Die Fürst-
lich Jülichsche Hochzeit zu Düsseldorf 1585.
Düsseldorf, 1983. - Dritte, erweiterte Ausgabe
der seltenen Beschreibung der prunkvollen
sogenannten "Düsseldorfer Hochzeit" 1585 von
Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg
und Markgräfin Jacobe von Baden. - Die dop-
pelblattgr. Textkupfer zeigen Einzüge, Trauung,
Bankett (teilweise mit Düsseldorfer Stadtan-
sichten), verschiedene Turniere auf der Bahn
und dem Düsseldorfer Marktplatz, Wappen der
beteiligten Adeligen, ferner 2 (von 3) See-
schlachten mit Feuerwerken auf dem Rhein. - Es
fehlen die Bll. J3 und J4 sowie K2 und K3 (mit 1
doppelblattgr. Tafel). - Gest. Titel und folgende
7 Bll. mit hinterlegten Eckabrissen, 5 Tafeln mit
zumeist hinterlegten Fehlstellen und Bildverlus-
ten. - Beiliegend die Faksimileausgabe mit dem
Kommentar von Rümmler (s.o.). Düsseldorf, H.
Marcus, 1982. 4°. Zus. in Schuber. - Numeriertes
Exemplar einer kl. Auflage.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
112
- Hirt, Alois Ludwig und K. F. von Brühl. Die
Weihe des Eros Uranios. Ein festlicher Aufzug
mit Tänzen. Gegeben den 8ten Januar 1818
im weissen Saale des Königlichen Schlosses,
zur Vermählungsfeier des Prinzen Friedrich von
Preussen ... und der Prinzessin Wilhelmine Luise
von Anhalt-Bernburg. Mit 13 (12 kolor., 1 gefalt.)
Kupfertafeln. Berlin, Wittich, 1818. Quer-4°
(25,2 × 31,5 cm). VI, 21 S. Original-Verlagspapp-
band mit Deckelschild (Ecken und Kapitale leicht
bestossen, etwas fleckig).
Lipperheide Sbb 24 - Vinet 702. - Erste
Ausgabe. - Romantisches Kostümfest des
preussischen Hofes, die schönen Tafeln nach
Zeichnungen von Stürmer und gestochen von
Jügel und Hillmann zeigen bis zu sechs Figuren
in antiken Kostümen in kräftigem Kolorit. - Die
Falttafel zeigt den Festzug in drei Reihen. - Sau-
beres Exemplar. - Provenienz: Aus der Bibliothek
des Prinzen Karl von Preussen, mit dessen
Stempel auf Titel.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
113*
HABSBURGER - Herrgott, Marquard. Genealo-
gia diplomatica Augustae gentis Habsburgicae.
3 Bände. Mit 3 gest. Frontispices (in Wieder-
holung), 3 Titelvignetten, 1 grenzkol., gefalt.
Kupferstichkarte, 24 (davon 16 doppelblattgr.,
1 losen) Kupfertafeln von A. und J. Schmuzer
nach J. H. Meyer, 18 gest. Initialen, 18 Kopf- und
Schlussvignetten sowie 6 Textkupfern von G. D.
C. Nicolai nach A. Altomonte. Wien, L. J. Kaliwo-
da, 1737. Folio. Moderne Halbpergamentbände
mit goldgepr. Rückenschild.
Wurzbach VIII, 364 - Dahlmann/Waitz 5974 -
Heller 11, 1908 - Graesse III, 260 - Coreth, Ös-
terr. Geschichtsschreibung 44 ff. - vom Bruch/
Müller, Historikerlexikon 146f. - Monumentales
Prachtwerk zur Geschichte und Genealogie des
habsburgischen Kaiserhauses überwiegend in
ihren Stammlanden am Oberrhein und in der
Schweiz. Die grossen Veduten zeigen Baden,
Freiburg/Br., Habsburg, Kyburg, Laufenburg,
Lenzburg, Rapperswil, Rheinfelden, Tiengen
usw. Die Karte von G.A. Steinberg zeigt den
Südschwarzwald, die Nordschweiz und den
Bodensee. - "Die Eigenart dieses Werkes ist,
daß es in der Anlage die direkte Nachfolge reich
bebilderter, barocker Ehrenwerke verrät, aber
mit der Sammlung nun auch bewusste Auswahl,
nach den neuesten Prinzipien geschulte Kritik
und Auseinandersetzung mit Quellen und
Autoren verbindet" (Coreth). - Leicht gebräunt,
stellenweise leicht stock- und feuchtfleckig (Bd.
1 vorne etwas stärker), Bd. 2 vorne etwas spor-
fleckig, insgesamt sauber. - Einige Marginalien
von alter Hand. - Gest. Exlibris "Jos. Raspieler".
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
| 7
112
113
| 8
Bücher | Geschichte & Kulturgeschichte
114
Marx, Karl und Friedrich Engels. Manifeste du
parti communiste par Karl Marx et Fr. Engels.
[Russisch: Manifest der kommunistischen
Partei. Übersetzung nach der deutschen Aus-
gabe 1872. Mit einem Vorwort der Autoren.]
Genf, freie russische Druckerei, 1882. 8°. X, 50
S. Restaurierte Original-Broschur mit Deckel-
titel in Russisch und Französisch (Rücken und
Aussenecken restauriert, Bibliotheksschild vom
Umschlag mit etwas Papierverlust abgelöst,
minimale Randschäden), eingelegt in marmo-
riertem Papierumschlag und Halbleinenkas-
sette.
Rubel 757 - vgl. PMM 326. - Erschienen als
3. Heft der "Russischen sozialrevolutionären
Bibliothek". - Zweite russische Übersetzung des
erstmals 1848 in deutscher Sprache erschienen
Manifests, die erste mit dem Vorwort von Marx
und Engels. Die Übersetzung stammt von Geor-
gi Valentinowitch Plechanow, zugleich Gründer
der freien russischen Druckerei, in der er seine
eigenen Arbeiten wie auch die Schriften anderer
verlegt hat. - Minimal fleckig, gutes Exemplar
der seltenen Broschüre.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 3 060 / 5 100)
115
MILITARIA - Artillerie - [Vogt, Heinrich Joseph].
Ernstfeuerwerkerei für die königlich preussi-
sche Artillerie. Mit 12 mehrfach gefalteten (11
handkolorierten) Kupfertafeln. Berlin, G. Reimer,
1818. 8°. XII, 233 S. Halblederband d. Z. mit Rü-
ckenschild (letzteres fehlt, am unteren VGelenk
angerissen, etwas berieben ).
Holzmann-Boh. II 1782. - Erste Ausgabe. -
Enthält Ausführungen über die Anfertigung
von Feuerwerkskörpern, Munition, Zündungen,
sowie der Anlage und Einrichtung Laborato-
rien. - Vorsätze leimschattig, ansonsten nur
gelegentlich schwach stockfleckig.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
115
111
111
| 9
Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
116 117
116
Avril, Paul - Nodier, Charles. Inès de la Sierras. Bi-
bliophiler Druck mit 16 Farbradierungen von Paul
Avril sowie der Extrasuite mit 58 Radierungen
in verschiedenen Zuständen. Paris, A. Ferroud
1897. 4°. XXIX, 108 S., [59] Bll. Original-Broschur
eingebunden in Halblederband d. Z. mit goldge-
pr. Rückentitel in marmoriertem Pappschuber
(kaum merklich beschabt).
Monod 8718 - Carteret IV, 306. - Eines von 200
numerierten Exemplaren auf unbeschnitte-
nem Vélin (GA). - Sehr frisches Exemplar, die
äussersten Ränder kaum merklich gebräunt. -
Radiertes Exlibris Paul Schlesinger auf Vorsatz.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
117
BAROCK-LITERATUR - Abraham à Sancta Clara.
Huy! und Pfuy! Der Welt. Huy, oder Anfrischung
zu allen schönen Tugenden: Pfuy, oder Abschre-
ckung von allen schändlichen Lastern.
Wohl angefüllter Wein-Keller, in welchem manch
durstige Seel sich mit einem geistlichen Gebet
erquirken kann. 2 Bände. Mit je 1 gest. Frontispiz
und zusammen 150 Textkupfern. Würzburg,
Hertz für Weigel in Nürnberg, 1710. 4°. [10] Bll.
611 S., [4] Bll.; [2] Bll., 521 S., [11] Bll. Lederbände
d. Z. mit Rückentiteln (beide Vorderdeckel lose,
etwas berieben).
VD18 10477829 und 15244741 - Dünnhaupt
155, 48.2. - Erstmals 1707 erschienen, erster
Druck der zweiten Ausgabe. - Mit den schönen
emblematischen Kupfern von Weigel nach
Luyken. Abweichend von den übrigen Predigt-
sammlungen Ulrich Megerles (1644-1709)
handelt es sich bei diesem Druck um eine Art
emblematischen Orbis Pictus von Naturbil-
dern: Sonne, Mond, Sterne, Luft, Wasser, Wald,
Meer, Tiere, Menschen etc. in 100 allegorischen
Kupfern Weigels. Jedes Kupfer ist mit latei-
nischen Distichen versehen, die wiederum in
zwei deutschen Strophen zu je sechs Versen
übersetzt und erläutert werden. - Die schönen
allegorischen Kupfer illustrieren die spöttisch
übertriebenen Kapitelüberschriften wie "Halt
die Nasen zu", "Der grosse Mist-Haufen" oder
"Hui Sau". - Durchgehend minimal stockfleckig,
vereinzelte hinterlegte Fehlstellen und kleine
Einrisse. - Spiegel jeweils mit gest. Exlibris
Burckhardt-Sarasin, Basel.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
| 10
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
118
FRANKREICH - Les Français Peints par
eux-mêmes, encyclopédie morale du dix-neu-
vième siècle. 8 Bde. (5 "Paris" u. 3 "Provence")
u. 1 Ergänzungs-Bd. "Prisme". Mit zahlreichen,
teils ganzseit. Holzstich-Illustrationen nach
Daumier Garvarni, Grandville u.a. Paris, Curmer,
1840-41. 4°. Schöne braune Maroquin-Meis-
terbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und
-Bandzahl, sowie floraler Verzierung, blindgepr.
Deckelillustrationen, Steh- und Innenkanten-
vergoldung, marmoriertem- bzw. Gold-Schnitt,
Original-Broschur eingebunden, eingelegt in
marmorierte Schuber (vereinzelte kaum merk-
liche Bereibungen, Schuber teils kaum merklich
eingerissen).
Carteret III, 245 ff. - Brivois 157 ff. - Lipperheide
Fc 37-38 u. Fe 10 - Sander 275 - Vicaire III, 794
ff. - Vollständige Ausgabe des berühmten Wer-
kes mit dem meist fehlenden Supplement-Band
"Prisme. Mit zahlreichen kolorierten Mode- und
Berufsdarstellungen. - Wohlerhalten, prachtvoll
gebunden.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
119*
Goethe, Johann Wolfgang von - Friedrich von
Sachsen. Pflanzen und Gebirgsarten von Mari-
enbad, gesammelt von dem Prinzen Friedrich
(1834 u. 1835) und von J. W. v. Goethe (1821-
23). Ergänzt, und mit einem Anhange über die
andern naturhistor. Verhältnisse des Curortes
hrsg. von C. J. Heidler. Mit lithogr. Frontispiz, 3 (1
kolor.) lithogr. Tafeln, 1 gefalt. kolor. lithogr. Karte
und 1 gefalt. Tabelle (so komplett). Prag, Kron-
berger und Weber, 1837. 8°. X, 203 S. Späterer
Halblederband mit eingeb. Original-Broschur
(etwas bestossen und beschabt, Kapitale mit
kleinen Fehlstellen, vorderes Gelenk angeris-
sen).
Goedeke IV.3, 593.32 - Hirzel 121 - Schmid,
Goethe u.d. Naturwiss. 427 u. 840 - Pritzel
3058 - Slg. Dorn 840. - Erste Ausgabe. - Der
Band enthält von Goethe den während seiner
Aufenthalte in Marienbad in den Jahren 1821-23
entstandenen Beitrag "Gang- und Gebirgsar-
ten von Marienbad", ferner einen Auszug aus
einem Brief an Graf Sternberg in Prag über den
Marienbader Serpentin und Pechstein. - Die
Arbeit über die Marienbader Flora stammt von
Friedrich von Sachsen (dem späteren König
Friedrich August II.), entstanden in den Jahren
1834/35. - Lt. Schmid basieren die Goethe-Tex-
te auf den Handschriften und stellen "Varianten"
dar, sie beruhen nicht auf zuvor gedruckten
Stücken. - Exemplar von besonderer Proveni-
enz: aus der Sammlung von Erwin Magnus, auf
dem vorderen Spiegel mit seinem Exlibris, der
Einband im Bereich des unteren Kapitals mit
seinem goldgeprägten Monogramm. Magnus ist
heute weniger als Bibliophiler, mehr als Überset-
zer von Jack London noch bekannt. Zwei Aus-
schnitte aus älteren Antiquariatskatalogen auf
den vorderen Vorsatz montiert, darunter einer
für dieses Exemplar. - Papierbedingt gebräunt u.
braunfleckig.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
120*
Goethe, Johann Wolfgang von. West-oestlicher
Divan. Mit gest. Frontispiz und gest. Titel von C.
Ermer. Stuttgard (sic), Cotta, 1819. Doppeltitel,
556 S. Halbleder der Zeit (bestossen, beschabt,
etwas fleckig, Kapitale überklebt bzw. restau-
riert).
Goedeke IV.III, 492, 120 - Kippenberg 399 - Slg.
Borst 1312 - Brieger 727 - Hagen 416. - Erster
Druck der ersten Ausgabe, erkennbar an den
Merkmalen: "S. 399 u. 400 doppelt gezählt,
dagegen S. 495-496 übersprungen, so dass die
Endseitenzahl zutreffend bleibt. Auf S. 9 "Talis-
mane" statt wie später "Talisman"" (Borst fol-
gend). - Das Frontispiz mit von Arabesken um-
gebenem arabischen Schriftzug (""Der östliche
Diwan vom westlichen Verfasser""). - Auf einem
Vorblatt handschriftlicher Geschenkvermerk
eines Prof. Koch an einen Professor Hartmann,
"hac qualiscunque Orientis parodia Göthiana",
datiert "im Sept. 1820". - Etwas gebräunt und
braunfleckig, Block teils etwas gewellt.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
121
Herder, Johann Gottfried. Ideen zur Philoso-
phie der Geschichte der Menschheit. 4 Bände.
Riga und Leipzig, Hartknoch, 1785-1792. Kl.-8°.
Pappbände d. Z. mit goldgepr. Rückenschildern
etwas berieben und beschabt, 2 VDeckel mit
Brandspuren).
VD18 1279712X - Goedeke IV, 1, 730, 79 -
Schulte-Strathaus 48b. - Die Oktavausgabe von
Herders erstmals 1784 erschienenem Haupt-
werk. - Gutes Exemplar.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
118
| 11
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118
| 12
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
122
LEXIKA - Diderot, [Denis] - D'Alembert,
[Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire
raisonné des sciences, des art et des métiers...
36 Textbände und 3 Tafelbände mit 445 (teils
mehrfach gefalteten) Kupfertafeln. Lausanne
und Bern, Sociétés typographiques, 1781.
Gr.-8°. Einheitlich gebundene Halblederbände
d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und Bandzahl
(etwas berieben und kratzspurig, vor allem die
Rücken).
Vgl. Graesse II, S. 389 - Lough, S. 40. - Die
Schweizer Oktavausgabe von Diderots umfas-
sender Enzyklopädie enthält unter anderem
Illustrationen zu den Gebieten der Mathematik,
Musik, Militär und Marine, Medizin, Anatomie,
Architektur, Chemie, Astronomie etc. - Minimal
gebräunt, ansonsten in guter Erhaltung.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 6 120 / 9 180)
| 13
| 14
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
123
LEXIKA - Diderot, [Denis] - D'Alembert, [Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des art et des métiers... 17 Textbände, 4
Supplementbände, 11 (in 12) Tafelbände in zus. 33 Bänden. Mit 1 gestochenen Frontispiz (zus. mit dem seltenen Erklärungsblatt von Diderot), 1 gefal-
teten und gestochenem Stammbaum, 2786 (recte: 3129), davon 253 doppelblattgrossen und 19 mehrfach gefalteten) Kupfertafeln sowie 7 gefalteten
Tabellen. Paris, Briasson u. a., 1751-1772 (Textbde. 1-7 u. Tafelbde. 1-10); Neufchâstel (d. i. Paris), Faulche, 1765 (Textbde. 8-17); Amsterdam, Panckou-
cke u. Rey, 1776-1777 (Supplemente u. Supplement-Tafelband). Folio. Marmorierte Kalbsldr. d.Z. mit Aussenkantenverg. sowie reicher Rückenverg. u. 2
Rückenschildern (Kapitale teils etwas bestossen, Deckel teils berieben und gelegentlich leicht kratzspurig, wenige Restaurierungen).
Adams, Diderot I, G1 - Tchemerzine IV, 434-435 - PMM 200 – Brunet II, 700 – Graesse II, 389 – Ebert 6709. - Originale Ausgabe mit allen Tafel- und
Supplement-Bänden, ohne die Indexbände, komplett mit allen Tafeln ! - Die Encyclopédie, von Diderot und D'Alembert herausgegeben, die selbst auch
einen grossen Teil der insgesamt gegen 72000 Artikel verantworteten, gilt als das bedeutendste Werk der Aufklärung. Sie ist heute eine der herausra-
genden Quellen für die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des 18. Jhs. "Ein Monument in der Geschichte des europäischen Denkens; der Gipfelpunkt
des Zeitalters der Vernunft" (PMM). Diderot beaufsichtigte auch den grössten Teil der speziell angefertigten Kupferstiche. Die detailreichen, meist
grossformatigen Abbildungen illustrieren Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und wurden eigens für diese Enzyklopädie hergestellt. Der Kup-
ferstich mit dem Stammbaum der Erkenntnis zeigt, wie alle Künste und Wissenschaften aus den drei geistigen Fähigkeiten hervorspriessen: Vernunft,
Erinnerung und Einbildungskraft. Gott und die heilige Schrift hatten hier keinen Platz, was das Unternehmen für Kirche und Staat so gefährlich machte:
"Die Philosophie bildet [auf dem Kupferstich] den Stamm des Baumes, während die Theologie ein entfernter Ast in der Nähe der schwarzen Magie ist. Di-
derot und d'Alembert hatten die alte Königin der Wissenschaften entthront. Sie hatten die erkennbare Welt neu geordnet und den Menschen darin neu
orientiert, während sie Gott hinausdrängten." (Darnton, Glänzende Geschäfte, S. 16). Diderot und D'Alembert beabsichtigten mit dem Werk, nicht nur
das ganze Wissen ihrer Zeit zu bündeln und zusammenzutragen, sondern auch das Denken der Menschen im Sinn der Aufklärung zu beeinflussen und
zu verändern. Sie verzichteten weitgehend auf historische und biographische Artikel, legten dafür umso mehr Wert auf die Behandlung der angewand-
ten mechanischen Künste, denen sie gleichberechtigten Status neben Kunst und Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr als 4000 gedruckten
Exemplaren fand rund die Hälfte ausserhalb Frankreichs einen Käufer, obgleich Hof, Kirche, und Richerschaft ausser sich vor Empörung waren. Im Jahr
1759 wurden die bis dahin veröfentlichten sieben Bände vom Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom Papst auf den Index gesetzt. Nach jahre-
langem Rechsstreit konnten die übrigen Bände doch noch in "Neufchâstel" (Druckort Paris) und Amsterdam erscheinen. - Die Divergenz hinsichtlich der
genannten Tafelzahl auf Titelei, dem Buchbinder-Aviso, dem Inhaltsverzeichnis und der bibliographischen Literatur ergibt sich aus der unterschiedlichen
Zählweise der Mehrfachtafeln. Zusammen sind es tatsächlich 3129 (Einzel)-Tafeln, wobei Doppel-, Tripel- und Quadrupel-Tafeln als 2, 3 oder 4 (Ein-
zel)-Tafeln gezählt wurden. - Textband 4 anfangs wurmspurig mit minimalem Buchstabenverlust, Textband 8 im oberen Rand etwas wasserspurig und
wellig, Textband 14 die ersten 4 Lagen mit Nagespuren und Papierverlusten im weissen Rand, Supplement-Tafelband unbeschnitten, im Rand teils gering
wellig und angestaubt. - Insgesamt sehr schönes, vollständiges Exemplar in guten bis prachtvollen zeitgenössischen Einbänden. - Provenienz: Schweizer
Privatbesitz.
CHF 20 000 / 30 000
(€ 20 410 / 30 610)
| 15
| 16
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
124
Margarethe von Navarra. Les Nouvelles (Hep-
taméron Français). 3 Bände. Mit 3 gest. Titeln
(wdh.) und 73 Kupfertafeln nach S. Freudenberg
sowie 72 Kopf- und 72 Schlussvignetten nach
B. A. Dunker. Bern, Nouvelle Société Typogra-
phique, 1780-1781. 8°. XLVII, 275 S.; [1] Bl., 308
S.; [1] Bl., 250 S., [1] Bl. Rote Maroquinbände
vom Anfang des 19. Jhs. mit Rückenvergoldung,
goldgepr. Deckelbordüre, Steh- und Innenkan-
tenvergoldung sowie Goldschnitt (etwas berie-
ben, Vorderdeckel von Band 3 vollständig gelöst,
Rücken teils stärker berieben und mit minimalen
Fehlstellen).
Cohen/R. Sp. 681 - Sander 1278 - Lewine S. 338
- vgl. Fürstenberg S. 113f. - Erste Ausgabe der
schönen und berühmten Berner Heptameron
Ausgabe, gleichzeitig das illustrative Hauptwerk
des Schweizers Sigmund Freudenberg und
des Deutschen Balthasar Dunker. "Les figures
... sont très jolies et gravées avec une finesse
remarquable" (Cohen/R.). Die Kupfer gesto-
chen von Guttenberg, Halbou, Henriquez, de
Launay jeune, de Longueil, Leroy und a. "Doch
bedeutender als die korrekten, technisch per-
fekten, mitunter ein wenig trockenen Täfelchen
nach Freudenberg, der jeweils eine Szene der
Nouvelle dicht am Text zeichnete, sind die 144
Kopf- und Schlußstücke, die Balthasar Anton
Dunker ... schuf. Seine Vignetten sind geistrei-
che Allegorien, satirisch-heitere Epigramme, die
mit graziöser Leichtigkeit und sicherem Gefühl
für das Ornament sowie scharfer Beobach-
tungsgabe zum Grossteil von ihm selbst radiert
sind. Jedes Kopfstück lässt die Quintessenz
der zugehörigen Erzählung in aller Knappheit
deutlich werden" (Slg. Kritter 21). - Bd. I und
II wie bei Cohen beschrieben auf besserem
Papier, ohne die Fehlpagination in Bd. I (vgl. ebd.).
- Fehlt die Tafel zu Nouvelle XX in Bd. I. - Teils
etw. stockfleckig oder gering gebräunt, sonst
dekoratives Exemplar aus der Königl. Ernst
August Fideikommiss-Bibliothek (Stempel auf
Titelbl. verso).
Cohen/R. 680 - Sander 1278 - Lanckoronska/
Oe. II, 187 - Lonchamp 1918. - Erste Berner
Heptameron-Ausgabe, mit dem Paginierungs-
fehler in Bd. 1 nach S. 166. Die Kupfer gestochen
von Guttenberg, Halbou, Henriquez, de Launay
jeune, de Longueil, Leroy u. a. "Die schönen
ganzseitigen Kupfer wirken dann durchaus fran-
zösisch, haben kaum etwas mit dem Wesen der
Schweizer Kunst und Buchillustration gemein.
Dunker versah das Werk mit hundertvierund-
vierzig Vignetten, die zu dem Schönsten dieser
Gattung zählen" (L./Oe.). - Gutes, nur minimal
gebräuntes Exemplar auf stärkerem Papier,
prachtvoll gebunden.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
125
Meyer, Conrad Ferdinand. Hutten's letzte
Tage. Leipzig, Haessel, 1882. 4°. VIII, 188 S.
Roter Maroquinband d. Z. mit historisierendem
Deckelornament u. Goldschnitt (Ecken minimal
berieben).
Mit eigenh. Widmung Meyers auf Vortitel: "Mei-
nen verehrten lieben Freunde...der Verfasser,
Kilchberg 26. Jan. 1883. - Etwas stockfleckig
und braunrandig, ansonsten wohlerhalten.
CHF 200 / 300
(€ 200 / 310)
126
MINIATURBÜCHER - Galleria Dantesca Micros-
copia. Mit 30 montierten Albuminabzügen
von Scaramuzza. Mailand, Ulrico Hoepli, 1880.
(5,1 × 3,7 cm). [40] Bll. Original-Maroquinband
mit blindgepr. Deckel- und Rückenvergoldung
und -Illustration in Rot und Schwarz, sowie mit
goldgepr. Rückentitel, Steh-, Innenkantenver-
goldung, roten Innenbezügen sowie Goldschnitt
(Gelenke minimal berieben).
Welsh 2178 - Vgl. Bondy, S. 95. - "The photo-
graphs are of excellent quality and represent
perhaps the earliest use of photography in a
miniature book" (Bondy). - In den Rändern kaum
merklich gebräunt. - Handschriftl. Widmung
"Per Jean Marie Pidoux J. R. M." auf Titel.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
124
| 17
127*
PERSISCHE LITERATUR - Hammer[-Purgstall],
J. von. Der Diwan von Mohammed Schem-
sed-din Hafis. Aus dem Persischen zum ersten-
mal ganz übersetzt. 2 Teile in 1 Band. Stuttgart
und Tübingen, Cotta, 1812-13. 8°. [4] Bll., XLII S.,
[2] Bll., 454 S., [1] w. Bl., [2] Bll., 574 S. Halbleder-
band des späteren 19. Jahrhunderts (Kanten
etwas beschabt).
Goedeke VII, 586, 31, 7 - Hayn/G. III, 4. - Erste
deutsche Ausgabe. - Vorsätze, Titel und
Vorrede bis S. II sowie letztes Textblatt in den
Rändern eng beschrieben mit Annotationen
und Verweisen von der Hand Georg Friedrich
Daumers (1800-1875), dessen Handexemplar
dies laut Marginalie eines weiteren Vorbesitzers
ist: "Handexemplar des Hafis-Dichters Georg
Fr. Daumer", so der Zusatz auf der Titelei. Dies
bezieht sich auf den erstmals 1846 von Dau-
mer publizierten Titel "Hafis. Eine Sammlung
persischer Gedichte". Der Religionsphilosoph
und Lyriker Daumer ist heute vor allem noch
als Erzieher von Kaspar Hauser bekannt. Die
überaus zahlreichen, eng geschrieben Annotati-
onen Daumers beinhalten Begriffe, die im Buch
vorkommen und die offenbar für ihn eine be-
sondere Bedeutung hatten (Arche Noah, Hafis,
Lilien etc.), dazu hat Daumer die Seitenzahlen
gesetzt. Es ergibt sich so ein Art Begriffsregister
als Dokument der Daumer`schen Rezeption
der vorliegenden Ausgabe. - Nur sehr wenig
gebräunt, insgesamt gut.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
128
PHILOSOPHIE - Descartes, René. Opera Philo-
sophica. Editio secunda. Ab auctore recognita.
2 Teile in 1 Band. Amsterdam, Elzevier, 1654 und
1650. Kl.-4°. Halblederband um 1920 mit gold-
gepr. Rückentitel (Ecken etwas bestossen).
Eine der frühen Sammelausgaben der Werke
Descartes' bei Elzevier, die aus verschiedenen
Einzelausgaben zusammengestellt wurden. -
Enthält: 1. Meditationes de prima philosophia.
Editio ultima prioribus auctior & emendatior. 3
Teile mit separaten Titelblättern. Mit wieder-
holter Druckermarke in Holzschnitt (Minerva).
Amsterdam, Elzevier, 1654. [8 (1 w.)] Bll., 191,
164, 88 S. - Willems 1174. - 2. Principia Philoso-
phiae. Mit Druckermarke und zahlr. teils ganzs.
Textholzschnitten. Ebd., 1650. [20] Bll., 302
S. - Vgl. Willems 1106. - Laut Inhaltsverzeichnis
auf der Rückseite des Vortitels umfasst die
vorliegende Ausgabe noch die "Dissertatio de
methodo" sowie den "Tractatus de Passionibus
Animae". Beide Werke sind hier jedoch nicht
beigebunden. - Etwas gebräunt und teils leicht
stockfleckig.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
129
- Hegel, Georg Wilhelm Friedrich. Encyclopä-
die der philosophischen Wissenschaften im
Grundrisse. Zum Gebrauch seiner Vorlesungen.
Dritte Ausgabe. Heidelberg, Verwaltung des
Osswald'schen Verlags. (C. F. Winter), 1830. 8°.
LVIII, 600 S. Marmorierter Pappband d. Z. mit
Rückenschild (ewas fleckig und berieben).
Goedeke V, 10, 25, 6 - Ziegenfuss I, 485 -
Steinhauer 343. - Ausgabe letzter Hand der
hegelschen Systemdarstellung. - Leicht
gebräunt, ansonsten sauberes Exemplar. - Titel
alt gestempelt Rhedigersche Stadt-Bibliothek
zu Breslau.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
129
127
126
| 18
Bücher | Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts
130
PHILOSOPHIE - Keckermann, Bartholomäus.
Systema Logicae. Tribus libris adornatum. Editio
postrema, ab authore recognita & emendata.
Genf, P. de la Rovière, 1611. Kl.-8°. [16] Bll., 575
S., [26] Bll. (d.l.w.). Moderner Halblederband
mit goldgepr. Rückentitel und marmorierten
Deckelbezügen.
Seltener Genfer Druck der Logik des Danziger
Theologen und Philosophen (1571/73-1608),
kein Exemplar in Schweizer Bibliotheken, für uns
über KVK nur ein Exemplar weltweit (University
of Illinois) mit diesem Druckvermerk nachweis-
bar. - "Als der vielleicht begabteste und selb-
ständigste reformierte Theologe der Ortho-
doxie hat K. mit seiner analytischen Methode
für die lutherische Orthodoxie, die Aufklärung
und auch für Schleiermacher vorbildlich gewirkt,
und er ist mit seiner Methode der Vater der
modernen „systematischen Theologie“ gewor-
den (NDB). - Etwas gebräunt, anfangs schmale
Feuchtränder, einige Marginalien von alter Hand.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
131
- Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph. Zeitschrift
für speculative Physik. 4 Hefte in 2 Bänden.
Jena und Leipzig, Ch. E. Gabler, 1800-1801. 8°.
Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und
eingeb. Original-Broschuren (Rücken minim
fleckig und berieben).
Goedeke V, 12, 9 und 11 - Ziegenfuss II, 434
- Kirchner 587. - Erste Ausgabe. - Enthält im
vierten Heft die "Darstellung meines Systems
der Philosophie", Schellings Systementwurf
einer Identitätsphilosophie. Neben Schelling
publizierten auch Henrik Steffens und K. A.
Eschenmayer in der vorliegenden Zeitschrift. Bis
1803 erschienen in Tübingen noch zwei Fort-
setzungsteile unter dem Titel "Neue Zeitschrift
für speculative Physik". - Leicht gebräuntes,
gutes Exemplar.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
130 131
| 19
132
Arp, Hans. Auch das ist nur eine Wolke. Aus den
Jahren 1920 bis 1950. Mit 4 von Arp aquarellier-
ten Scherenschnitten. Basel, Vineta, 1951. 4°
(27,5 × 20 cm). 75 S., [3] Bll. Original-Broschur.
Hagenbach 23. - Eines von 100 (GA 130) num.
Exemplaren auf kräftigem Vélin, im Druckver-
merk von Arp signiert. - Die Scherenschnitte
jeweils mit eingelegtem Schutzblatt, dieses mit
schwachem Abklatsch in den Bildbereich. Teils
unaufgeschnitten.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
133
BAUHAUS - Itten, Johannes. Tagebuch. Beiträ-
ge zu einem Kontrapunkt der bildenden Kunst.
Mit 2 S. schematischen Original-Farbproben
und zahlr. mont. Abbildungen. Berlin, Verlag der
Itten-Schule, 1930/ 1962. Quer-Gr.-Folio. [2],
112, [2] S. Inhaltsverzeichnis und Anmerkun-
gen. Blauer Leinwand mit goldgepr. Deckeltitel
und Schuber (Ecken leicht berieben, etwas
kratzspurig).
Im Druckvermerk 6-zeilige eigenhändige
Widmung von Annliese Itten (Ehefrau des
Künstlers) an den Philosophen Hans Heinz Holz
(1927-2011), dat. 4.9.1971. - Bolliger, Doku-
mentations-Bibliothek VI, 545: "Das Buch ist
gleicherweise für den Kunstpädagogen wie für
den Künstler Itten, sowie für das Bauhaus von
grosser Bedeutung." - Eines von 300 Exem-
plaren der Normalausgabe (GA 330). - Erste
Ausgabe. - Johannes Itten (1888-1967) war von
1919-1923 künstlerischer Leiter am Bauhaus.
Dort entwickelte er seine Form- und Gestal-
tungslehre weiter, die er später mit eigenen di-
daktischen Methoden im Kunstunterricht seiner
Schule vermittelte. "Im 1930 veröffentlichten
'Tagebuch'... hat sich Itten zusammenfassend
über seine Unterrichtsmethoden und seine For-
men- und Farbenlehre geäussert" (Willy Rotzler
(Hrsg.), Johannes Itten Werke und Schriften, S.
396). Für das vorliegende Werk schrieb er den
Text eigenhändig und zeichnete auf Matrizen,
die dann in der Itten-Schule gedruckt wurden.
Ein Teil der Restauflage der Rohbogen erschien
1962 in Zürich als Titelauflage mit einem Vorti-
telblatt. - Als Blockbuch gebunden. - Schwach
gebräunt und minimal stockfleckig, ansonsten
sauberes Exemplar.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
Moderne Literatur
132 133
| 20
Bücher | Moderne Literatur
134
BAUHAUS - Staatliches Bauhaus Weimar
1919-1923. Hg. vom Staatlichen Bauhaus und
Karl Nierendorf. Mit 147 Abbildungen und 20
Farbtafeln, davon 9 Original-Lithographien
von Herbert Bayer, Marcel Breuer, L. Hirsch-
feld-Mack, Keler-Molnar u.a. Weimar und Mün-
chen, Bauhaus-Verlag, 1923. 24,5 × 25,5 cm.
226 S. Rest. schwarzer Original-Pappband mit
typographisch gestaltetem Titel in Rot und Blau
von H. Bayer (Rücken erneuert; Ecken minimal
bestossen).
Wingler 562 - Söhn HDO V, 506 - Bolliger VI,
61. - Eines von 2000 Exemplaren der deutschen
Ausgabe (GA 2600). Erste und einzige Ausga-
be. - Der Einband nach Entwurf von H. Bayer,
typographische Anordnung von L. Moholy-Na-
gy. - Leicht gebräunt.
CHF 3 500 / 5 000
(€ 3 570 / 5 100)
135
Bazaine, Jean - Delahaye, Alain. L'être perdu. Mit
4 signierten Farblithographien von J. Bazaine.
[Paris,] Maeght, 1977. 4°. [2] w. Bll., 41 S., [2]
Bll., [2] w. Bll. Lose Lagen in Original-Umschlag,
Leinendecken und Schuber.
Eines von 80 numerierten Exemplaren auf vélin
d'Arches (GA 640), im Druckvermerk von Autor
und Künstler signiert. - Tadellos.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
136
Bill, Max - Erker-Treffen 3. Mit 9 num., sign.
Original-Graphiken (meist Lithographien). St.
Gallen, Larese, F. und Janett J., 1979. Folio (39,3
× 29 cm). [20] Bll. Lose Lagen in Original-Papp-
mappe und Schuber (minim berieben).
Eines von 200 handschriftlich nummerierten
Exemplaren auf Vélin BFK Rives, wobei jede
Graphik mit der Signatur, Nummerierung sowie
dem handschriftlich verfassten, lithographierten
Text versehen ist. Texte von Max Bill, Jean Cas-
sou, Max Frisch, Peter Huchel, Eugène Ionesco,
Halldór Laxness, Michel Leiris, Alexander Mit-
scherlich und Karl Prantl. Graphiken von Max Bill,
Piero Dorazio, Bernhard Heiliger, Wifredo Lam,
Otto Piene, Karl Prantl, Giuseppe Santomaso,
Antoni Tàpies und Günther Uecker. Unbeschnit-
tenes Exemplar. - In ausgesprochen frischer
Erhaltung.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
134
| 21
137
Bill, Max. x = x. Mit 10 Tafeln nach Zeichnungen
von Max Bill. Zürich, Allianz-Verlag, 1942. 8°.
[3] Bll., Tafeln, [1] Bl. Original-Halbleinwand mit
transparentem Umschlag (etwas gebräunt,
schwach stockfleckig).
Wingler 568. - Eines von 130 nummerierten
Exemparen (GA ca. 150). - Erste Ausgabe. -
Es fehlt der Schuber. In den Rändern minimal
gebräunt, stellenweise schwach fleckig (im Bug
stärker), Bindung hinten leicht angeplatzt.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
138
Bill, Max. 10 Original-Lithos. Folge von 10
Original-Lithographien. Zürich, Allianz-Verlag,
1941. 8° (21 × 15 cm). Lose eingelegt in typo-
graphisch gestalteten Original-Umschlag aus
3 Segmenten, davon einer mit dem Druckver-
merk (Rücken leicht aufgehellt, unteres Kapital
minimal berieben).
Eines von 80 nummerierten Exemplaren der
Normalausgabe (GA ca. 100) , die Tafeln jeweils
im Stein signiert und datiert. - Frisches Exem-
plar.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
139
Caulfield, Patrick - Laforgue, Jules. Some Po-
ems of Jules Laforgue. Mit 22 Farbserigraphien
sowie der Extra-Suite mit 6 losen Original-Farb-
serigraphien von Patrick Caulfield. London, Pe-
tersburg Press, 1973. 40,5 × 35,5 cm. Hellgraue
Meister-Lederbände von Rudolph Rieser in
Original-Lederkassette.
Vgl. Cristea, 38 A. - Eines von 200 numerierten
und vom Künstler im Druckvermerk signierten
Exemplaren der Edition A auf Neobond syn-
thetic paper (GA 500). Die losen Farbserigraphi-
en jeweils verso signiert, numeriert und betitelt.
- Vorliegendes Buch enthält 12 Gedichte sowie
22 Illustrationen als Studien für spätere Farb-
serigraphien, welche zwischen 1969 und 1972
entstanden sind. Die Illustration gedruckt bei
Frank Kicherer in Stuttgart. - Neuwertig.
CHF 3 000 / 4 000
(€ 3 060 / 4 080)
140
Chagall, Marc. Dessins pour la Bible. Mit
25 (inklusive Einbandillustration) farb. u. 23
schwarz-weissen Original-Lithographien von
M. Chagall sowie 96 Tafeln. Paris, Éditions de
la Revue Verve, 1960. Folio. Unpaginiert. Illustr.
Original-Pappband (leicht berieben, minimal
bestossen).
= Verve 37-38. - Mourlot 230-277 - Cramer 42.
- Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. -
In den Rändern schwach gebräunt.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
139
| 22
Bücher | Moderne Literatur
141
EINBÄNDE - Girard, Daniel - Flaubert, Gusta-
ve. La Tentation de Saint-Antoine. Mit gest.
Frontispiz, 17 ganzs. Tafeln und 48 Vignetten
als Pochoir Lithographien von D. Girard. Paris, H.
Cyral, 1930. 8°. [2] Bll., 310 S., [2] Bll. Nachtblauer
Maroquin-Meistereinband (sign. „M. de Saugy“)
mit goldgeprägtem Rückentitel und figürlicher
Deckelillustration, Kopfgoldschnitt, Vorsätze
mit Seide ausgestattet ; Rücken leicht gebräunt,
leicht fleckig), illustrierte Original-Broschur
eingebunden. Halb-Maroquin-Schuber (leichte
Gebrauchsspuren).
= Collection français. - Monod 4707. - Eines
von 20 nummerierten Exemplaren auf "papier
d'arches" (GA 1021). - Zweiseitig unbeschnit-
ten. - Vorsätze leicht angestaubt, ansonsten
frisches Exemplar.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
142
Erni, Hans - Buffon, (George Louis le Clerc,
Comte de). Histoires naturelles textes choisis.
Mit gestochenem Frontispiz und 50 Origi-
nal-Lithographien von H. Erni. Lausanne, A.
Gonin, (1954). Folio. 140, [1] w., [2], [1] w. Bll.
Lose Lagen in Original-Umschlag, Halbperga-
ment-Mappe mit Rückentitel und Schuber.
Giroud 16. - Eines von 199 nummerierten
Exemplaren (GA 250). Im Druckvermerk von
Künstler und Verleger signiert. - Unbeschnitte-
nes Exemplar. In sehr guter Erhaltung.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
143
- Vergilius Maro, P. Les Bucoliques. Version
française de Jacques Delille. Mit 25 Farbradie-
rungen und 3 -Lithographien (auf Umschlag und
Schuber) von H. Erni. Lausanne, A. & P. Gonin,
(1960). Folio. 110 S., [4] Bll. (d.l.w.). Lose Bogen in
illustriertem Original-Umschlag und Halbperga-
ment-Mappe mit Rückentitel und illustriertem
Original-Schuber.
Monod 11332 - Tiessen II, 48. - Eines von 32
nummerierten Exemplaren auf Papier d'Auver-
gne (GA 276). Im Druckvermerk vom Künstler
und den Verlegern signiert. - Dreiseitig unbe-
schnitten. - Vereinzelt stockfleckig, insgesamt
in sehr guter Erhaltung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
141
144 145
| 23
144
Jouve, Paul - Demaison, André. Le livre des
bêtes qu'on appelle sauvages. Mit Holz-
schnitt-Frontispiz, 38 (teils doppelblattgr.)
Holzschnitten und 5 Holzschnitt-Initialen von
Paul Jouve. Paris und Lausanne, Philippe Gonin,
1934. Folio. [4] w., [1] Bl., 122 S., [2], [2] w. Bll.
Brauner-Meistereinband (sign. J. Ogiez) mit
blindgepr. Vorder- und Rückendeckeln, silber-
gepr. Rückentitel, purpurnen Sämischlederbe-
zügen, reich illustr. Vorsatzblättern, Kopfgold-
schnitt (Rücken kaum merklich aufgehellt), in
marmoriertem Halbleder-Schuber.
Monod 3605 - Mouchon 1114. - Eines von 50
numerierten, im Druckvermerk vom Autor,
Künstler und Herausgeber signierten Exem-
plaren (GA). - Sehr schön erhaltenes, unbe-
schnittenes Exemplar. - Radiertes Exlibris "Paul
Schlesinger" auf fliegendem Vorsatz.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
145
- Kipling, Rudyard. La Chasse de Kaa. Mit ge-
stochenem Titel, 21 (davon 10 ganzseitig und
3 doppelblattgrossen) Original-Holzschnitten,
95 gest. Kopfvignetten, 1 gest. Initiale und 1
gest. Schlussvignette von Camille Beltrand und
Pierre Bouchet nach Paul Jouve. Paris, Javal
& Bourdeaux, 1930. Gr.-4°. [3] Bll., 115 S., [1]
Bl. Schöner Ziegenleder-Meistereinband mit
goldgeprägtem Rückentitel, ornamentalen
Deckelfileten und Lederintarsien, ausgestattete
Spiegel, Goldschnitt (sign. Massénat), Halbma-
roquin-Chemise mit goldgeprägtem Rückentitel
(Rücken aufgehellt), Halbmaroquin-Schuber
(leicht berieben, etwas aufgehellt).
Monod 6532 - Carteret IV, 219 - Marcilhac,
Paul Jouve, peintre sculpteur animalier, S. 379.
- Eines von 125 nummerierten Exemplaren
auf Japon Imperial à la forme (GA 185). - Sehr
sauberes und frisches Exemplar in prächtigem
Art-Déco-Meistereinband. - Lose beiliegend
vom Buchbinder Yvon Massénat signiertes Be-
gleitschreiben zu einer Ausstellung im salon des
artistes francais in New York, wo der vorliegende
Band präsentiert wurde.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
146
KINDERBÜCHER - Hosch-Wackernagel, Paul
- Melching, Hans. D'r luschdig Zipiti und sini
Schbezel. 8 farbigi Bilderboge (Original Schtei-
zeichnige) mit "lehrreiche Reimche". Mit 9 ganzs.
Farblithographien (inkl. Umschlag). Basel, Wepf,
Schwabe & Co., 1915. Quer-4° (25 × 34 cm).
Lose Bll. in illustrierter Original-Karton-Flügel-
mappe.
Kaiser, Swiss Picture Books 33 - Hürlimann
38 - Schweizer Bilderbuch-Illustratoren 640 -
Thieme/B. XVII, 542. - Erste Ausgabe. - Sehr
schönes, stark von der Wiener Sezession und
der Wiener Werkstätte inspiriertes Kinderbuch,
die einzige Veröffentlichung des Künstlers. "In
1915, one of the most wonderful Swiss child-
ren's books was published: beautiful lithogra-
phs by the architect Paul Hosch illustrate the
verses written in Basle dialect" (Kaiser). - Das
einzige Bilderbuch von Paul Hosch-Wackernagel
(1886–1975), der sich nach seinem Architektur-
studium an der Kunstgewerbeschule Elberfeld
in der Künstlerkolonie Darmstadt sowie in
Berlin aufhielt und anschliessend durch Europa,
Nordamerika und Asien reiste. Nach seiner
Rückkehr nach Basel 1914, gründete er mit
seinem ehemaligen Schüler Hans Melching die
Schweizer Werkstätten. Hosch-Wackernagel
arbeitete als Architekt in fast allen Zweigen des
Kunstgewerbes. Die schönen, sehr plakativen
Tafeln erzählen jeweils eine eigene Geschichte,
die in Schweizerdeutsch erklärt wird. - Bemer-
kenswert frisches und sauberes Exemplar.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
146
| 24
Bücher | Moderne Literatur
147
Kokoschka, Oskar. Florentiner Skizzenbuch. Mit
24 farbigen Tafeln in der Grösse der Originale
sowie mit zwei lose beiliegenden Original-Litho-
graphien von O. Kokoschka. Luzern, Ed. Bucher,
1972. Gr.-Fol. [4] Bll. 24 Farbtafeln, [2] Bll. Origi-
nal-Leinenband mit Deckel- und Rückentitel in
Original-Leinenschuber.
Wingler/Welz 472. - Eines von 75 römisch
numerierten Exemplaren der Vorzugssonder-
ausgabe (GA 475). - Herausgegeben von Georg
Theodor Ganslmayr, mit einer Einführung von
Heinz Spielmann. - Gutes Exemplar.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
148
Kokoschka, Oskar. Griechisches Skizzenbuch.
Mit 24 farbigen Tafeln in der Grösse der Origina-
le sowie mit zwei lose beiliegenden Original-Li-
thographien von O. Kokoschka. Luzern, Edition
Bucher, 1970. Folio. [3] Bll. Original-Leinenband
mit Deckel- und Rückentitel in Original-Leinen-
schuber.
Wingler/Welz 451. - Eines von 25 römisch
numerierten Exemplaren der Vorzugssonder-
ausgabe (GA 625). Herausgegeben von Georg
Theodor Ganslmayr und mit einer Einführung
von Heinz Spielmann. - In einwandfreier Erhal-
tung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
149
Kokoschka, Oskar - Westheim, Paul (Vorwort).
Der Zeichner Kokoschka. Mit 1 signierten,
nummerierten Original-Lithographie und 146
Abbildungen von und nach O. Kokoschka. New
York, Ernst Rathenau, 1961. 4°. 15 S., Tafeln.
Original-Leinwand mit blindgeprägtem Rücken-
und Deckeltitel.
Wingler/Welz 215. - Eines von 50 nummerierten
Exemplaren mit der signierten zweifarbigen
Lithographie "Teufel auf einem Esel und eine
Nymphe" auf Japan (GA 500). - Erste Ausgabe. -
In den Rändern minimal gebräunt.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
150
Lenk - Mack - Pfahler - Uecker. Honisch, Dieter.
XXXV Biennale di Venezia padiglione tedes-
co. 4 Hefte mit Texten in Italienisch, Englisch,
Deutsch. Mit zahlreichen Abbildungen sowie
4 Original-Graphiken der Künstler. Essen,
Museum Folkwang, 1970. 37 × 22,5 cm. Farbige
Original-Umschläge in weisser Original-Karton-
mappe (Mappe minimal angeschmutzt, etwas
bestossen).
Katalog für den deutschen Pavillion auf der
XXXV. Biennale von Venedig, den Künstlern der
bekannten Düsseldorfer Op-Art Gruppe "Zero"
gewidmet. - Mit je einer Farbserigraphie von
Lenk und Pfahler, einer Serigraphie von Mack auf
Silberfolie und einem Prägedruck (Nagel-Relief)
von Uecker. - Die Textteile minimal gelbrandig,
ansonsten auch die Graphiken wohlerhal-
ten. BEIGEGEBEN: Uecker Zeitung. 3-71/72.
Mülheim an der Ruhr, Hoppe + Werry KG, 1972.
Folio. - Minimal in den Rändern gebräunt, mit
vereinzelten Bestossungen.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
151
Lüpertz, Markus. Ausstellungskatalog "Skulp-
turen und Plastiken" Oktober-November 1984.
Widmungsexemplar mit 1 überarbeiteten
Photographie und Zeichnung mit Füllfeder
sowie 21 Farbillustrationen von M. Lüpertz.
Zürich, Maeght Lelong, 1984. Gr.-4°. [13] Bll.,
Doppelbogen. Lose Lagen in Original-Umschlag
(minimale Bestossung am oberen Rand mittig,
Gelenk unten kaum merklich eingerissen).
Dokumentation der Ausstellung von Martin
Lüpertz mit zahlreichen Werksabbildungen
sowie der Widmung und überarbeiteten Abbil-
dung Nr. 1 "für Johnny in Liebe + Freundschaft
Markus. - In sehr guter Erhaltung.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
145
| 25
152
Lüpertz, Markus. Katalog Maeght Juni-Juli
1983. Widmungsexemplar mit 1 montierten,
signierten Original-Zeichnung in Filzstift und
Kreide, einer beigelegten doppelblattgros-
sen Farboffsetlithographie sowie Mit 14 teils
farbigen Serigraphien von M. Lüpertz. Zürich,
Maeght, 1983. Gr.-4°. [14] Bll., Doppelbogen.
Lose Lagen in Original-Umschlag mit sign.
Deckel- und Rückenillustration (Rücken kaum
merklich berieben).
Dokumentation der Ausstellung von Martin
Lüpertz mit Vorwort von Richard Calvocoressi. -
Sehr gut erhalten.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
153*
Maillol, Aristide - Lukian von Samosta. Dialo-
gues des Courtisans. Mit 35 (davon 7 ganzs.)
Original-Lithographien und 1 Extrasuite in
Rötel von A. Maillol Paris, H. Creuzevault und
D. Vierny, 1948. Folio. [1] w., [1] Bll., 93 S., [2]
Bll. Lose Lagen und Tafeln in Original-Perga-
ment-Umschlag mit hs. Deckeltitel, Halbperga-
ment-Mappe mit blindgeprägtem Rückentitel
(leicht fleckig).
Monod 7468. - Eines von 50 nummerierten
Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer
Extrasuite in Rötel (GA 290). - Aus dem Grie-
chischen übersetzt von Charles Astruc. - Die
Lithographien wurden unter Aufsicht Fernand
Mourlots von Hand in den Text eingedruckt. Die
Steine nach der Fertigstellung zerstört. - Zwei-
seitig unbeschnitten. - In den Rändern minim
gebräunt, leicht angestaubt, Vorsätze etwas
leimschattig, der Umschlag der Suite stärker
gebräunt. Es fehlt der Schuber.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
154
- Vergilius Maro, Publius. Les Éclogues de Virgile
texte latin et traduction francaise de Marc
Lafargue. Mit 43 Original-Holzschnitten von
Aristide Maillol und Initialen von Eric Gill. Weimar,
Cranach-Presse für H. Kessler, 1926. Gr.-4°. [3]
Bll., 110 S. Lose Lagen in Original-Umschlag mit
Deckeltitel und Vignette in Halbpergament-De-
cke mit goldgepr. Rücken (etwas stockfleckig,
minimal gebräunt und berieben).
Guérin 16-59 - Müller-Krumbach 41 - Monod
11336 - From Manet to Hockney 30 - Garvey/
Wick 14 - Artist and the Book 172 - Slg. Classen
49. - 1 von 250 numerierten Exemplaren auf
Maillol Kesslerschem Handbütten (GA 292). -
Die Eklogen (lateinisch Eclogae oder Bucolica)
sind ein Sammelwerk von zehn Hirtengedichten
Vergils, das vermutlich zwischen 42 und 39 v.
Chr. entstanden ist. Obwohl auch schon antike
Kommentatoren diesen Veröffentlichungszeit-
raum annahmen, ist nach neuerer Forschung
auch ein Zeitpunkt bis 35 v. Chr. denkbar. Wohl
eines der schönsten deutschen bibliophilen Bü-
cher des 20. Jahrhunderts, verziert mit Maillols
ersten Buchholzschnitten. "Der Vergil ist ein in
jeder Hinsicht vollkommenes Buch geworden
und gilt für viele Kenner als das schönste in
Deutschland gedruckte Buch des 20. Jahr-
hunderts überhaupt" (Eyssen S. 94). - Minimal
stockfleckig.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
155
- Vergilius Maro, Publius. Les Géorgiques. 2
Bände. Mit 104 Original-Holzschnitten und 18
gest. Initialen von A. Maillol. Paris, Philippe Gonin,
1937-1943. Gr.-4°. [1] Bl., 174 S., [1] Bl.; [1] Bl.,
154 S., [1] Bl. Dunkelgrüne Leder-Meisterbände
(sign. J. Ogiez) mit blindgepr. braun-goldenen
Deckel-Ornamenten, goldgepr. Rückentiteln,
grünen Sämischlederbezügen, marmorierten
Vorsatzblättern, Kopfgoldschnitt (Rücken kaum
merklich aufgehellt), in marmorierten Halble-
der-Schubern.
Monod 11339 "Il existe des suites en noir et en
sanguine, formant un volume séparé" - The
Artist and the Book 175 - Guérin 159-215. -
Eines von 750 num. Exemplaren. - Das letzte
von Maillol illustrierte Buch, das auf eigens
für diese Ausgabe geschöpftem Hanfbütten
gedruckt wurde. Maillol arbeitete bereits seit
1909 an einzelnen Stöcken, ab 1937 erneut
auf Initiative Gonins; im September 1944 war
der letzte Holzstock fertiggestellt. Der Druck
konnte jedoch erst nach Ende des Krieges 1950
abgeschlossen werden. Gegenstück zu den
bereits 1926 auf der Cranach-Presse herge-
stellten Eclogen. Die in klassischen Umrissli-
nien geschnittenen Illustrationen werden für
die künstlerisch reifsten Holzschnittarbeiten
Maillols gehalten. - Unbeschnittenes Exemplar.
- In den Rändern minimal gebräunt, vereinzelt
stockfleckig. - Radierte Exlibris "Paul Schlesin-
ger" auf fliegendem Vorsatz.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
151 153 154
| 26
Bücher | Moderne Literatur
156
Matisse, Henri - Duthuit, Georges. Les Fauves.
Braque. Derain. Van Dongen. Dufy. Friesz.
Manguin. Marquet. Matisse. Puy. Vlaminck. Mit
zahlr., teils mont. und farb. Abb. Genf, Éd. des
Trois Collines, 1949. 32 × 24 cm. 254 S., [1] Bl.
Farb. Original-Broschur (gering berieben und
nachgedunkelt).
Duthuit-Garnaud 113. - Exemplar Nummer
1 der Vorzugsausgabe A, im Colophon vom
Autor signiert und mit Eindruck des Namens
der Empfänger, von Matisse farblich auf dem
Vorderdeckel überarbeitet und signiert. Weitere
handschriftliche Widmung eines Franconi an die
Empfänger auf dem Vortitel. - Unbeschnitten.
Innen etwas gebräunt, insgesamt sauber.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
157
Officina Bodoni - Musset, Alfred de. Les nuits.
Montagnola di Lugano, Officina Bodoni, 1924.
4°. [4] w. Bll., 55 S., [4] w. Bll. Original-Pappband
mit goldgepr. Pressensignet und - Rückentitel, in
Original-Pappschuber (minimal bestossen).
Mardersteig 8. - Eines von 225 Exemplaren auf
Bütten-Papier der Papeteries du Marais (GA
230). Das Pressensignet am Schluss in Rot
gedruckt. - "Die Begegnung mit George Sand
bedeutete für Alfred de Musset ein entschei-
dendes Erlebnis. Den Bruch mit der geliebten
Frau hat er nie ganz verwinden können, und aus
seiner Enträuschung heraus entstanden eine
Anzahl von Gedichten in den Jahren 1835-
1837, die in Paris geschrieben worden sind" (H.
Mardersteig). Unbeschnittenes, wohlerhaltenes
Exemplar.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
158*
Picasso, Pablo - Artaud, Antonin. ... Autre chose
que de l'enfant beau. Mit 1 Original-Farbradie-
rung als Frontispiz. Paris, Louis Broder, 1957. 17
× 14,2 cm. 23 S., [1] w. Bl., [2] Bll., [3] w. Bll. Dun-
kelgrüner Maroquin-Meistereinband mit goldge-
pr. Rückentitel (sign. Leroux 1969). Spiegel und
Vorsätze mit gelbgrünem, geglätteten Maroquin
bezogen, Original-Broschur eingebunden. In
passendem Schuber.
(= Miroir du Poète III) - Cramer/Goeppert 87
- Monod 539 - Garvey 239: "one of the few
intaglio plates by Picasso to be printed in color".
- Eines von 15 Exemplaren hors commerce auf
Japon ancien (GA 135). Im Druckvermerk von
Picasso mit Bleistift signiert. - Sehr schönes
Exemplar.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 3 060 / 5 100)
158
155
| 27
159*
- Éluard, Paul. Le visage de la paix. Mit 1 Origi-
nal-Lithographie als Frontispiz und 29 Abbildun-
gen von und nach Pablo Picasso. Paris, Editions
Cercle d'Art, 1951. 4°. [2] w., [30] Bll. Bedruckte
Original-Broschur (an den Kapitalen leicht ange-
rissen, gebräunt, leicht bestossen).
Bloch 687 - Cramer 62 - Matarasso 57 - Monod
4238 - Mourlot 203. - Eines von 150 römisch
numerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe
auf Vélin pur fil johannot (Gesamtauflage 2250).
- Erste Ausgabe. - Erste Lagen unaufgeschnit-
ten. Buchblock vom Einband gelöst. Leicht
gebräunt, nur gelegentlich leicht fleckig.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
160
Rainer, Arnulf - Chardon, Louis. La croix et la
nuit. Kreuz und Nacht. Widmungsexemplar. Mit
16 (davon 3 montierten) Abbildungen und 1
doppelblattgrossen Original-Lithographie von
A. Rainer. Basel, Panderma Verlag, 1960. [1] Bl.,
17 S., [2] Bll. Illustrierte Original-Kartonnage.
= Dädalusreihe Nr. 2. - Kat. Rainer, Hannover
1977, S. 111. - Auf dem Titel bzw. beim Druck-
vermerk eigenhändig gewidmet an "[Johannes]
Gachnang", datiert 27.10.1976. - Ausserhalb
der Auflage von 925 Exemplaren, entspricht
von der Ausstattung her der Ausgabe C, bei
der die doppelseitige Original-Lithographie von
Rainer nicht übermalt und signiert wurde. - Eine
der frühesten Publikationen von Arnulf Rainer. -
Unbeschnitten und breitrandig. - In den Rändern
leicht gebräunt. - Lose beiliegend: 1. Maurer,
Otto. Die 'Übermalungen' von Arnulf Rainer. [1]
Bl. Ausstellungstext und Vita (leicht berieben,
minimaler Textverlust, Mittelfalz). - 2. TRR. Au-
tomatik optische Auflösung. Frankfurt am Main,
1952. [4] Bll. Begleittext zu einer Ausstellung in
der Galerie Franck.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
161
- Galerie Wuerthle (Hrsg.). Arnulf Rainer. Propor-
tionsordnungen. Malerei, Graphik, Plastik. Mit 6
lithographierten Tafeln und 6 montierten Farb-
collagen. Wien, Galerie Wuerthle, 1954. Gr.-4°.
[3] Bll., Tafeln. Lose in Umschlag (aufgehellt).
Über KVK lediglich 1 anderes Exemplar auf-
findbar (Bibliothek der Akademie der bildenen
Künste Wien). - Seltener Ausstellungskatalog
der Galerie Wuerthle in Wien, September - Ok-
tober 1954. - "'Proportionsgestaltung' ist weder
konkrete noch abstrakte Malerei, sie wurde aber
von dorther entwickelt. Man kann in der Verha-
eltnisordnung die Idee des Kunstwerks sehen.
In Zahlenrelationen verwandelbar, kann sie als
Ausgangspunkt einer gezielten wie einer freien
Arbeit angenommen werden..." (Vorwort von A.
Rainer). - In den Rändern gebräunt, Textblätter
mit winzigem Randeinriss (ca. 0,5 cm).
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
159 160
| 28
Bücher | Moderne Literatur
162
Schlégl - 10 Jahre Galerie & Edition Schlégl
Zürich. Neun Originalzeichnungen und drei
-Graphiken. Zürich, Galerie & Edition Schlegl,
1978-1981. (34 × 33,8 cm). Lose Doppelbogen
in Original-Plastikschuber mit bedrucktem Titel.
Eines von 24 numerierten Exemplaren auf Büt-
ten. - Die vor allem für osteuropäische Avant-
garde massgebende Galerie hat Künstler wie
Glattfelder, Riley, Staub oder Williams vertreten
und wurde 2014 nach 43 Jahren geschlossen.
- Das vorliegende Portfolio enthält Werke von
Douglas Swan (Aquarell, Tusche und Collage,
1981), Hans Hinterreither (Farblithographie
und Buntstift, 1957), Italo Valenti (Radierung),
Juan Martinez (Tusche, 1981), Tamás Konok
(Gouache auf Leinwand, 1981), Daniel de Quer-
vain (Farbradierung, 1981), Paul Suter (Tusche,
1981), Frank Badur (Aquarell, 1981), Lothar
Fischer (Kugelschreiber, 1979), Catherine Hetey
(Filzstift, 1981), Willy Meyer-Osburg (Gouache
über Bleistift, 1981), Josef Staub (Tusche und
Aquarell, 1981). - Die einzelnen Blätter jeweils
im Original-Umschlag mit Namensaufdruck der
jeweiligen Künstler. - Die Umschläge minimal
braunrandig, Zeichnungen und Graphiken in
schöner Erhaltung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
163
Verve. Revue artistique et littéraire. Nrn. 1-9
und 11-18 in 14 Heften. Mit Lithographien
von Borès, Bonnard, Braque, Chagall, Derain,
Guys, Kandinsky, Klee, Léger, Masson, Matisse,
Miró, Rattner und Rouault, sowie zahlreichen
Heliogravüren. Paris, Éditions de la Revue Verve,
1937-1947. Folio. Illustr. Original-Broschuren
und OPp. mit illustr. Schutzumschlägen (Rücken
etwas berieben und bestossen, Schutzum-
schläge teils leicht angerissen oder vereinzelt
winzige Fehlstellen).
Enthält: Vol. I, Nr. 1; Vol. I, Nr. 2; Vol. I, Nr. 3; Vol.
I, Nr. 4; Vol. II, Nr. 5 & 6; Vol. II, Nr. 7; Vol. II, Nr. 8;
Vol. III, Nr. 9; Vol. III, Nr. 11; Vol. III, Nr. 12; Vol. IV,
Nr. 13; Vol. IV, Nrn. 14 & 15; Vol. IV, Nr. 16; Vol. V,
Nrn. 17 & 18. - Der Druck der Farblithographien
bei Mourlot. - Leicht gebräunt, vereinzelt etwas
angestaubt. Bindung bei Heft 13 angeplatzt,
Heft 4 mit einigen Bleistiftanstreichungen.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 3 060 / 5 100)
164
Vlaminck, Maurice de - Salmon, André. Rive
Gauche. Quartier Latin - Plaisance - Mont-
parnasse - Les Quais - Saint-Germain-des
Prés. Mit einer signierten Original-Radierung
von Maurice de Vlaminck, 15 (teils) farbigen
Heliogravuren sowie zwei montierten Porträts
von Modigliani. Paris, Selbstverlag, 1951. Folio
(39 × 32 cm). 107 S. Lose Lagen in Original-Um-
schlag mit farbiger Vorderdeckel-Illustration
und Original-Pappdecke mit Japan-Holzfur-
nier-Überzug, in Original-Leinen-Kassette mit
Japan-Holzfurnier-Auskleidung (Leinenkassette
minimal berieben).
Walterskirchen XIX F. - Monod 10104. - Eines
von 300 Exemplaren auf Vélin d'Arches (GA
325). - Vereinzelt minimal stockfleckig, leicht
gebräunt.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
163 164
| 29
165
WIENER AKTIONISMUS - Brus, Günter. Die
Schastrommel, Organ der österr. Exilregierung.
Nr. 08 a-c. Drei Hefte. Brus Aktionen 61-70. Mit
Original-Farbserigrafien (inklusive Umschlagil-
lustrationen) sowie zahlreichen Texten, Photos
und Zeichnungen der beteiligten Autoren und
Künstler. Berlin und Bolzano, Druck Horst Mann
Dürschlag, 1972. 4°. 179 S., [1] Bl. Farbig illust-
rierter Original-Karton mit Umschlagsillustratio-
nen (8a Ecken minimal geknickt).
Aus der Auflage von 500. - Die komplette Folge
der Nummer 8, bestehend aus den drei Teilhef-
ten 8a, 8b und 8c. - Legendäre Zeitschriften des
Wiener Aktionismus, hier mit den Brus-Aktionen
1964-1970. Mit Beiträgen von Richard Long,
Joseph Beuys, Nam June Paik, Arnulf Rainer u.a.
- Sehr gut erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
166
ZEITSCHRIFTEN - Minotaure. Revue artistique
et littéraire. Heft 1 - 13 in 3 Bänden. Mit zahlrei-
chen farbigen und monochromen Reprodukti-
onen, sowie eingebundenen farbig-illustrierten
Umschlägen von Picasso, Derain, Duchamp,
Miró, Dali, Matisse, Magritte und Ernst. Paris, Al-
bert Skira, 1933-1939. Gr.-4°. Halb-Pergament-
bände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln, Bandzahl
und farbigen Pappbezügen (kaum merklich
gebräunt, vereinzelte minimale Bereibungen).
Vollständige Sammlung der 13. Ausgaben in 11
Heften mit Beteiligung aller wichtigen Surrealis-
ten. Erschienen bei Albert Skira und Tériade, galt
die Zeitschrift als Sprachrohr für sämtliche kul-
turellen, künstlerischen und wissenschaftlichen
Aktivitäten der Zeit. Alle Ausgaben beinhalten
fast 1500 Abbildungen von zahlreichen, zum
Teil damals noch unbekannten Künstlern. So
finden sich neben den ersten Darstellungen von
Picassos Skulpturen auch Kompositionen von
Balthus, Bellmer, Giacometti, Ubac, Paalen usw.
- Insgesamt in guter Erhaltung. - Handschriftl.
Exlibris "Alvarobazorra" auf Vorsatz montiert.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
167
- Verve. Revue artistique et littéraire. 8 Hefte
in 4 Bänden. Mit 39 (davon 4 doppelblattgr.,
inkl. OU) Original-Farblithographien von Borès,
Bonnard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandin-
sky, Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner
und Rouault, sowie zahlreichen Heliogravuren.
Paris, Éditions de la Revue Verve, 1937-1940.
Folio. Halbleder-Meistereinbände im Stil des
Art Déco, mit blindgeprägtem Rückentitel und
Bandzahl (sign.: "Weber & Wirz"). Mit einge-
bundenen illustr. Original-Broschuren (Ecken
minimal bestossen, vereinzelte winzige Berei-
bungen, leicht beschabt).
Druck der Farblithographien bei Mourlot.
- Leicht angestaubt. Stellenweise minimal
gebräunt. Insgesamt sehr sauber. - Exlibris
"Alvarobalozza" sowie Etikett "F. ROTH Beaux
Arts, Lausanne" montiert.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
167
167
| 30
Bücher | Varia
168
BUCHWESEN - Papier - Siegenthaler, Fred.
Strange Papers. A collection of the world's rarest
handmade papers. 2 Bde. Mit 105 (davon 4
mont. und 101 unter Passepartouts) Origi-
nal-Papierproben. Muttenz, (Paper Art), 1987. 4°
und Gr.-Folio (Kassette: 52 × 33 × 12 cm). 128;
40 S. Original-Pappband in Original-Holz-Kas-
sette mit Tapa (Rindenbast) überzogen.
Siegenthaler, Das Werk, S. 167: "Mein wichtigs-
tes Werk, Papiermuster, die nicht aus Rohstof-
fen wie dem üblicherweise verwendeten Holz-
zellstoff oder aus Hadern bestehen“. - Eines von
179 Exemplaren der Regular Edition (GA 200),
im Druckvermerk vom Verfasser signiert. Die
Box und die Buchbinder-Arbeiten ausgeführt
von René Freiburghaus. - Neuwertig.
CHF 1 800 / 2 500
(€ 1 840 / 2 550)
169
FAKSIMILE - Book of Kells. Evangeliorum
Quattuor Codex Cenannensis. Faksimile und
Kommentar in 3 Bänden mit zahlreichen teils
farbigen montierten Tafeln. Bern, Urs Graf, 1950.
Folio. Original-Pergamentbände mit goldgepr.
Rückentiteln und keltischen Deckel-Ornamen-
ten, in Original-Pappschuber.
Eines von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe
(GA 500). - Enthält eine Einleitung von E.H.
Alton und einen Aufsatz über die Verzierung
der Handschrift von Peter Meyer. - Neuwertig. -
Montiertes handschriftl. Exlibris "Alvarobalozza".
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
170
- Book of Kells. Ms. 58 Trinity College Library
Dublin. Farbiges Vollfaksimile und Kommentar
in 2 Bänden. Hrsg. von A. v. Euw und P. Fox.
Luzern, Faksimile Verlag, 1990. Folio (35 × 28 u.
35 × 27 cm). Weisses Saffianleder in schwarzer
Original-Leder-Kassette mit ornamentaler
Gold- und Blindprägung sowie versilberten
Beschlägen und Original-Halbleder in Schuber
(Kommentar).
Ganzleder-Exemplar der auf 1480 weltweit
limitierten arabisch numerierten Auflage (GA
1560). - Die berühmteste irische Handschrift
des frühen Mittelalters in vollendeter techni-
scher Druckqualität komplett wiedergegeben.
- Neuwertiger Zustand.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
Varia
168
169
| 31
171
- Les Petites Heures du Duc de Berry. Faksimi-
le-Druck der Handschrift MS. lat. 18014 der Bib-
liothèque nationale, Paris. Entstanden zwischen
1372 und 1390. Faksimile und Kommentarband
in 2 Bänden. Luzern, Faksimile-Verlag, 1988-
1989. Gr.-8° (22 × 15,5 cm). Original-Leder mit
floraler Rückenverg., goldgepr. Stehkanten, und
Rückenschild, sowie Goldschnitt und Origi-
nal-Halbleder mit goldgepr. Rückenschild in
Original-Plexiglas-Schuber.
Eines von 980 num. Exemplaren (GA 1060).
- Komplettes Vollfaksimile des berühmten
Stundenbuches des Duc de Berry mit allen
Beilagen. Der Kommentarband mit Beiträgen
von François Avril, Louisa Dunlop und Brunsdon
Yapp. - Neuwertig. - Lose beiliegend: 1. [4] Bll.
Verzeichnis der Illustrationen. - 2. Verlagsbro-
schüre und 2 lose Faksimile-Blätter in Origi-
nal-Leinwandmappe.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
172
- Les Très Riches Heures du Duc de Berry.
Vollfaksimile der Handschrift Nr. 65 im Musée
Condé in Chantilly bei Paris, entstanden um
1485. Faksimile und Kommentarband in 2 Bän-
den. Luzern, Faksimile-Verlag, 1984. 49,5 × 39,5
cm. Roter Maroquin-Einband mit Fleuronné-Rü-
ckenvergoldung und Wappen-Supralibros auf
Deckeln und HLeder mit goldgepr. Rückentitel
in Original-Plexiglas-Schuber (kaum merkliche
Fleckchen).
Eines von 980 Exemplaren (GA 1060). - Sehr
aufwändig hergestelltes Faksimile des wohl be-
rühmtesten und schönsten Stundenbuches der
Welt. - Wissenschaftlicher Kommentarband von
R. Cazelles und J. Rathofer. - Absolut neuwer-
tig. - Lose beiliegend: 1. [1] Bl. Verzeichnis der
Illustrationen. - 2. Zertifikat.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
173
- Marco Polo. Das Buch der Wunder. Vollfaksi-
mile der Ms. français 2810 in der Bibliothèque
nationale, Paris. Faksimile und Kommentar in 2
Bänden. Luzern, Faksimile Verlag, 1995. 44 × 31
cm. Braunes Kalbsleder mit floraler Rückenver-
goldung und Deckelgoldprägung, Goldschnitt in
dunkelblauer Original-Seiden-Kassette, Halble-
der mit goldgeprägtem Rückentitel.
Eines von 980 nummerierten Exemplaren (GA
1060). - Faksimile über Marco Polos phantas-
tische Abenteuerreisen, einer der berühmten
Bilderhandschriften des Mittelalters, das unter
anderem in den Inventaren des Herzogs von
Berry auftauchte. Mit deutsch-französischem
Kommentarband mit Beiträgen von J. Richard, F.
Avril, J. Monfrin, M.-T. Gousset u. M.-H. Tesnière.
- Es fehlen das Acrylglas-Lesepult und Schutz-
glas. - Neuwertig. Vergriffen. - Beigelegt: 26 S.
Verlags-Werbe-Prospekt. Original-Broschur.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
170
172
| 32
Bücher | Varia
174
FAKSIMILE - Das Stundenbuch des Herzogs
von Bedford. Vollfaksimile der Bilderhandschrift
MS Add. 18850 der British Library, London.
Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern,
Faksimile Verlag, 2006. 27,7 × 21 cm. Roter
Samt-Einband mit 2 ziselierten Schliessen und
Samt-Einband mit goldgepr. Rückenschild, zus.
in Original-Plexiglas-Schuber.
Eines von 980 nummerierten Exemplaren (GA
1060). - Mit dem wissenschaftlichen Kommen-
tarband von Eberhard König mit einem Beitrag
von Jenny Stratford. - Beiliegend die Präsentati-
onsmappe des Verlags zur Edition. - Neuwertig.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
175
MUSIK - Couperin, [François]. Pieces de cla-
vecin. 2 Teile in 1 Band. Paris, chez l'auteur et le
sieur Foucaut, 1713 [-1717]. Folio. [3] Bll., 78 S.
(Noten), [1] Bl., [3] Bll., 86 S. (Noten), [1] Bl. (alles
in Kupferstich). Moderner Maroquinband mit
Rückentitel.
RISM C 4283 u. 4290 - Eitner III, 84. - Erste
Ausgaben. - Die beiden ersten Bände des kom-
positorischen Hauptwerkes von Couperin, dem
1722 und 1730 noch zwei weitere Bände folgen
sollten. Als Hofkomponist Ludwigs XIV. gehörte
er zu den bedeutendsten Musikern seiner Zeit.
- Titelei des ersten Teils etwas angestaubt u.
stockfleckig, sonst nur gering gebräunt u. stel-
lenweise leicht fingerfleckig. Wenige Marginalien
von alter Hand in blassbrauner Tinte, wenige kl.
Rand- u. Eckläsuren alt hinterlegt (ausserhalb
von Text u. Noten). - Gutes Exemplar, durchweg
in kräftigen und sehr deutlichen Abzügen.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
175
174
| 33
176
ANTIKE - Keramik - Genick, Albert. Griechische
Keramik. XL Tafeln ausgewählt und aufgenom-
men. M. Einleitung und Beschreibung v. A. Furt-
wängler. Mit 40 Chromolithographien von Hein
& Mosler. Berlin, E. Wasmuth, 1883. Folio. Lose
Lagen in Original-Papp-Kassette mit bedruck-
tem Deckeltitel (minimal aufgehellt, Rücken teils
gelöst).
Brand/Evers 597. - Erstmals werden in diesem
Werk griechische Keramiken in ihrer tatsächli-
chen Grösse dargestellt. Albert Genick, deut-
scher Architekt und später Künstler, lebte nach
seiner Pensionierung in Rom und wurde in erster
Linie durch seine Aquarelle bekannt, die die
griechische und römische Antike zum Thema
hatten. - Vereinzelt in den Rändern gebräunt,
teils minimale Knicke. - Montiertes handschriftl.
Exlibris "Alvarobalozza".
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
177
- Montfaucon, Bernard de. Griechische und
Römische Alterthümer / welche der berühmte P.
Montfaucon ehemals samt den dazu gehörigen
Supplementen in zehen Bänden in Folio, an das
Licht gestellet hat. Mit gest. Titel von G. Müller
und 150 (teils gefalt.) Kupfertafeln. Nürnberg,
Lichtensteger, 1757. Gr.-4°. [6] Bll., 422 S., [7]
Bll. Lederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel,
floraler Rückenvergoldung, Steh- und Innenkan-
tenvergoldung (etwas berieben, Vergoldung
minimal beschabt).
VD18 14867141 - Graesse IV, 590 - Lipperhei-
de Ba6. - Erste deutsche Ausgabe, gleichzeitig
mit einer lateinischen erschienen. - Zusam-
menfassung des 1719 in Paris in 5 Bänden
erschienenen monumentalen Grundwerkes.
Die Tafeln zeigen Skulpturen, Bauwerke, Vasen,
Gemmen, Waffen etc. - Durchgehend minimal
fleckig, etwas braunrandig, ansonsten in guter
Erhaltung. - Montiertes Exlibris "Murer-Gubser"
auf fliegendem Vorsatz.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
178
JUGENDSTIL - Robert, Philippe. Feuilles
d'automne. Préface de Philippe Godet. Mit 18
montierten Farbtafeln sowie ornamentalen
Bordüren, zahlreichen Initialen, ornamentalen
Titeleinfassungen, Zierleisten und Vignetten
von Eugène Grasset. Le Ried-sur-Bienne,
Selbstverlag des Verfassers, 1909. Quer-Gr.-
Folio (52 × 39 cm). 45 S., [1] Bl. Ornamental
illustrierter Original-Leinenband im bedruck-
ten Original-Karton (dieser leicht fleckig und
berieben).
Bénezit XI, 766. - Nummeriertes Exemplar einer
nicht spezifizierten Auflage auf handgeschöpf-
tem grauen Fabriano-Bütten. Sehr schöner
bibliophiler Jugendstildruck mit dekorativen
Naturmotiven. Die Typographie von Eugène
Grasset, Paris. - Hervorragend erhaltenes,
breitrandiges Exemplar.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
Kunst & Kunstgewerbe
176 177
| 34
Bücher | Kunst & Kunstgewerbe
179
JUGENDSTIL - Verneuil, Maurice Pillard. Ency-
clopédie artistique et documentaire de la plante.
4 Bände. Mit 379 farbigen und monochromen
Tafeln. Paris, Librairie Centrale des Beaux-Arts,
[1910]. Folio. Lose Bogen in Original-Lein-
wand-Kassetten mit bedruckten Deckeltiteln
(Ecken minimal bestossen, kaum merklich
aufgehellt).
Über 300 Illustrationen von verschiedenen
Künstlern des Jugendstils, darunter Alphonse
Mucha, Mathurin Meheut, Charles Barberis und
der Fotograf Pierre Plauszewski. - Insgesamt in
guter Erhaltung, vereinzelte minimale Knicke.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
180
PERSISCHE KUNST - Pope, Arthur Upham und
Phyllis Ackerman (Hrsg.). A survey of Persian
Art from prehistoric times to the present. 6
Bände. Mit 1482 Tafeln und 1 gefalteten Karte.
London und New York, Oxford University Press,
1938–1939. Folio. Original-Leinenbände mit
goldgeprägtem Rückentitel (Rücken leicht auf-
gehellt, in den Ecken gering bestossen).
Erste Ausgabe. - Mit 1 gefalteten Karte von
Persien, Diagrammen und Plänen. - Ohne den
1958 publizierten Indexband. - Im Schnitt leicht
gebräunt. - Montiertes handschriftl. Exlibris
"Alvarobazorra" auf Vorsatz.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
178
179
| 35
181
ASIEN - China - Konfuzius. Confucius Sinarum
philosophus, sive scientia sinensis latine expo-
sita... adjecta est tabula chronologica Sinicae
monarchiae. 4 Teile in 1 Band. Mit 1 gest. Portrait
und 1 gest. Karte sowie 3 gest. (wiederholten)
Kopfvignetten. Paris, Cramoisy für Horthemels,
1687. Folio. CXXIV, 108, 21, 159, XX, 8 S., [1] Bl.,
S. 23-108 (recte 110), [1] Bl. Lederband d. Z. mit
Rückenvergoldung und modernem Rücken-
schild (stärker berieben, ältere Restaurierungen
an Kapitalen, Gelenken und Ecken).
Cordier BSI I, 1389-1393 - De Backer/S. II, 1564,
11 u. 12 - Walravens 140. - Erste europäische
Konfuzius-Übersetzung durch eine Gruppe von
Jesuiten-Missionaren. "[...] bringt erstmals die
ersten drei der konfuzianischen Vier Bücher in
lateinischer Übersetzung gemeinsam heraus.
[...] An dieser Ausgabe waren noch die Patres
Hertrich, Rougemont und Couplet beteiligt,
wobei der Anteil des letzteren bersonders
hervorzuheben ist, stammen von ihm doch
der einleitende Brief an König Ludwig, die lange
Einführung über den Ursprung des Werks und
die Bedeutung der klassischen Bücher, dann die
,Tabula genealogica` der ersten drei Kaiser-
dynastien von Huangdi ab, eine Liste der 15
chinesischen Provinzen und von 155 Orten mit
Angabe von Kirchen und Niederlassungen der
Jesuiten und schliesslich die ,Tabula chronologi-
ca`" (Walravens). - Flieg. Vorsatz fehlt vorne.
CHF 4 000 / 7 000
(€ 4 080 / 7 140)
182
- Japan - Charlevoix, [Pierre Francois Xavier de].
Histoire du Japon où l’on trouvera tout ce qu’on
a pu apprendre… Nouvelle édition. 6 Bde. Mit
58 gest. Plänen und Tafeln. Paris, Didot, 1754.
8°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln
und Bandzahlen, floraler Rückenvergoldung,
Stehkantenvergoldung (etwas berieben, Rücken
teils mit minimalen Einrissen).
Brunet I, 1806 - Cordier BJ 423 - de Backer/S. II,
1077 - Streit VI, 1448. - Die Tafeln mit Pflanzen,
Trachten, Schiffen u. a., Plänen von Osaka, Jedo,
Nagasaki, sowie Karten von Japan und Korea. -
Stellenweise minimal stockfleckig, vereinzelte
minimale Einrisse. - Gestempelte Exlibris auf
fliegendem Vorsatz "Societé de Geographie
Génève".
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
Topographie & Reisen
181 182
| 36
Bücher | Topographie & Reisen
183
ATLANTEN - Aa, Pieter van der. Le Nouveau
Theatre du Monde, ou la Geographie Royale.
Mit gest. Frontispiz, einigen gest. Vignetten und
Initialen, 7 doppelblattgr. Kupferkarten und 88
halbseitigen Kupferkarten auf 44 Blatt. Leiden,
[1713]. Gr.-Folio (56 × 43,5 cm). [7] Bll., 66, 76 S.
Späterer Halbpergament-Einband (Rückenbe-
zug unter Verwendung einer alten Pergament-
handschrift).
Koeman Aa 6. - Erste Ausgabe. - Unter den 7
grossen Karten zwei Weltkarten (davon eine
in Polprojektion), ferner Europa, Asien, Afrika,
Amerika und Italien. Die halbseitigen Karten
sind je zu zweit übereinanderliegend gedruckt
und zeigen Territorien in Europa (78), Asien (6)
und Amerika (4). Die Register am Schluss mit
einem frühen Verzeichnis der Siedlungen in
den amerikanischen Kolonien. - Flieg. Vorsätze
auf Innendeckel montiert, gleichmässig leicht
gebräunt, stellweise schwache Feucht- oder
Fingerflecke in den Rändern, letztes Register-
blatt stärker fleckig; 2 halbseitige Karten mit
hinterlegten Randeinrissen. - Gutes Exemplar
des prächtigen Monumentalwerkes. - Titel mit
hs. Besitzvermerk von 1714.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 8 160 / 12 240)
| 37
| 38
Bücher | Topographie & Reisen
184
- Homann, ohann Baptist und Erben. Atlas
compendiarius quinqvaginta tabularum geogra-
phicarum homannianarum alias in Atlante majori
contentarum. Mit gest. Titel, 1 doppelblattgros-
sen Tafel und 50 gest. altkolor. Kupferstich-Kar-
ten. Nürnberg, Homanns Erben, 1752. Gr.-Folio.
S. 9–36 (st. 40). Neues Ganzleder mit blindgepr.
Deckeltitel (unter Verwendung des alten Bezu-
ges; etwas beschabt).
Phillips 3499. - Die Karten zeigen die Welt in
zwei Hemisphären (auf 1 Blatt mit vier weiteren
kl. Erdgloben), Kontinentkarten von Europa,
Afrika, Asien und Amerika sowie Karten von
Spanien, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden
und Belgien, Grossbritannien, Schweiz, Italien
(8), Deutschland (20), Preussen, Böhmen und
Mähren u.a. - Es fehlen die Textseiten 1–8 und
37–40. - Gebräunt, leicht stock- und tinten-
fleckig, teils etwas feuchtfleckig, S.9/10 mit
ergänzter Eckfehlstelle. Anstreichungen und
handschriftliche Notizen von späterer Hand auf
Titel. - Insgesamt aber sauberes Exemplar.
CHF 6 000 / 9 000
(€ 6 120 / 9 180)
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Bücher | Topographie & Reisen
185
- Homann, Johann Baptist und Erben. Atlas Geographicus Maior
exhibens tellurem seu Globum terraquem in mappis generalibus &
specialibus. Band 1 (von 2). Mit gest. Frontispiz, gest. Titel mit Vignette
und 120 (von 150) kolor. Kupferkarten, davon 117 doppelblattgr. und 3
gefalt. Nürnberg, Homann Erben, 1759[-1778]. Gr.-Folio. Restaurierter
Lederband d. Z. mit Schliessbändern.
Phillips 622. - Enthält: Weltkarte (in 2 Fassungen, geographisch u. nach
Religionen), Iberische Halbinsel u. Balearen (4 inkl. Menorca mit Ansicht
von Port Mahon), Frankreich (6), Britische Inseln (5 inkl. Gegend um
London mit Ansicht), Benelux (10), Italien (15), Schweiz, Donau, Ungarn,
Balkan, Osmanisches Reich in Europa, Griechenland (4), Skandinavien
(3), Island, Preussen, Polen, Russland (2), Ukraine, Asien, Osmanisches
Reich in Asien, Teilkarten v. Asien (5), Afrika, Teilkarten v. Afrika (5),
Amerika, Teilkarten v. Amerika (5). - Aus dem zweiten Band (Deutsch-
land) sind 15 Karten eingebunden. - Die Karten sind 1728-1778 datiert.
- Attraktives zeitgenössisches Flächen- oder Grenzkolorit (Kartuschen
u. Ansichten unkoloriert), Abdrucke teils etwas flau. - Einige Karten ent-
fernt, Zählung von alter Hand. - Frontispiz und Titel im Bug angestückt
und neu eingehängt.
CHF 8 000 / 12 000
(€ 8 160 / 12 240)
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Bücher | Topographie & Reisen
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Lot 186
| 44
Bücher | Topographie & Reisen
186
- Ortelius, Abraham. Theatrum orbis terrarum. - Parergon. - Nomenclator ptolemaicus. 3 Teile in 1 Band. Mit kolor. gest. Titel, Portrait und Zwischentitel
sowie 147 doppelblattgr. kolor. Holzschnitt-Karten. Antwerpen, Plantin, 1595 [nur der dritte Teil datiert]. Gr.-Folio (44,5 × 31,5 cm). [1] w. Bl., [12] Bll., 115
gez. Karten, [4] Bll., 32 gez. Karten, 30 S., [2] Bll. Restaurierter Verlagseinband der Zeit mit verblasster Goldprägung, arabesken Eck- und grossem Mittel-
stück sowie Inschrift „Theatrum orbis terrrarum“ (Deckelbezüge etwas berieben und beschabt, ältere Restaurierungsspuren bzw. Material-Ergänzungen
am HDeckel sowie an Kapitalen und Gelenken). .
Van der Krogt 31:051 - Koeman Ort 29 - Phillips 374 - Shirley BL, T.ORT–1aa - Sabin 57693. - Vollständiges Exemplar mit 115 Karten im Theatrum sowie
den 32 historischen Karten des Parergon. -Die Benutzung von gedruckten Atlanten war über Jahrhunderte hinweg die selbstverständliche Praxis des
Reisenden. Ein Atlas erschloss die Welt und die Routen zwischen Ländern und Erdteilen. Was genau aber ist eigentlich ein Atlas? Diese Frage lässt sich
einfach beantworten: Er ist die kluge Kombination von Karten und erläuternden Texten, die von Abraham Ortelius (1527-1598) im letzten Drittel des 16.
Jahrhunderts erfunden wurde. Er kam auf die Idee, See- und Landkarten in einem einheitlichen Format stechen zu lassen und sie in einem Band zusam-
mengefasst herauszugeben.Das erstmals 1570 erschienene Werk stellte die Kenntnisse der besten Geographen seiner Zeit einer breiteren Öffentlich-
keit zur Verfügung. Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und auch die erste Weltumsegelung durch Magellan lagen noch nicht allzu weit zurück.
Auch den Gebildeten waren diese Gebiete ebenso wie viele europäische Länder noch kaum vertraut. Ortelius gelang es, die Welt vor dem Horizont
seiner Zeitgenossen wie auf einer Schaubühne darzubieten: Wissenschaftlich so exakt wie möglich, präsentierte er den Erdkreis auch in künstlerisch
ansprechender Weise, geschmückt mit mythologischen Darstellungen und mit Abbildungen von nautischen Geräten oder Schiffen verziert. Nach dem
grossen Erfolg der Erstausgabe wurde das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut, immer neue Karten ergänzten den
Bestand. Hatte die Erstausgabe noch 53 Karten, umfasst unser Exemplar von 1595 bereits 147 Karten. - Etwas gebräunt und fingerfleckig, der gest.
Titel stärker; die Weltkarte neu angefalzt, Falz- und Randeinriss dabei hinterlegt. Europa- und Deutschlandkarte ebenfalls mit hinterlegten Randeinrissen,
ansonsten keine nennenswerten Kartendefekte. Die letzten Blatt des „Nomenclator“ mit Feuchtfleck im unteren Bug. Auf dem ersten weissen Blatt ein
handschriftliches „Register der Tabellen so im Indice nicht zu finden“ von alter Hand (dieses im Unterrand hinterlegt). - Insgesamt sehr gutes Exemplar
im schönen Kolorit d. Z. - Provenienz: Auktion Fischer, Luzern (1987), Lot 583. - Seither Privatbesitz Schweiz..
CHF 40 000 / 60 000
(€ 40 820 / 61 220)
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Bücher | Topographie & Reisen
187
- Ramusio, Giovanni Battista. Delle navigationi et viaggi. 3 Bände. Mischauflage. Mit 3 doppelblattgr. Kupferkarten, 9 (6 doppelblattgr.) Holzschnittkarten
(in der Paginierung), 1 doppelblattgr. Ansicht u. 46 (teils blattgr.) Textholzschnitten. Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln sowie 2 Druckermarken
am Schluss. Venedig, Giunta, 1563, 1559 (in fine: 1558) und 1565. Folio (31,5 × 22 cm). [4], 34, 394 (recte: 395) Bll., [1] w. Bl.; [2], 28, 155 Bll. (Zählung
fehlerhaft), [1] Bl.; [6], 34, 456 Bll. Lederbände des 18. Jhs. mit goldgepr. Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung (saubere Restaurierungen a. d.
Kapitalen, dadurch kl. Verluste bei der Vergoldung).
Edit16 CNCE 27274, 27248 u. 27293 - Adams R 136, R 137 u. R 140 - Borba de Moraes II, 698-99 - Church 99 - Cordier BS 1939 - Cox I, 28 - Sabin
67732, 67739 u. 67740. - Der erste Band in dritter Ausgabe (erstmals 1550), der zweite Band in erster Ausgabe, der dritte in zweiter Ausgabe (erst-
mals 1556). - Die bedeutendste Sammlung von Reiseberichten des 16. Jahrhunderts vor de Bry, mit zahlreichen vorher ungedruckten Quellen und
bedeutendem Kartenmaterial. "The publication of Ramusio's Raccolta may be said
to open an era in the literary history of Voyages and Navigation. Instead of accounts
carelessly copied and translated from previous collections, perpetuating errors and
anachronisms, we find in this valuable work original narrations judiciously selected,
carefully printed, and enriched with notices which betray the hand of a scholar with
great critical acumen" (Harrisse). Band 1 enthält die frühen portugiesischen Reisen
in Afrika u. Asien, hierzu eine ganzseitige Holzschnittkarte der Nilquellen sowie 3
südorientierte Kupferkarten von Afrika sowie dem südlichen u. südöstlichen Asien,
alle von G. Gastaldi. Band 2 behandelt überwiegend das europäische Russland,
Zentral- u. Ostasien und enthält "die beste ältere Druckausgabe" von Marco Polos
Reisebericht (Walravens 44). Von besonderer Bedeutung ist der dritte Band, der fast
ausschliesslich Amerika gewidmet und am reichsten illustriert ist. Hierin befinden sich
6 weitere Gastaldi-Karten (in Holzschnitt), darunter eine Gesamtkarte der westlichen
Hemisphäre (mit Japan als "Giapam"), "Nuova Francia" (Neu-England und Kanada),
u. Brasilien; ferner (nicht von Gastaldi) Ansicht von Cusco in Peru sowie der erste
gedruckte Plan von Montreal (dieser am Schluss eingebunden und mit hinterlegten
Einrissen sowie Randläsuren). - Band 1 mit durchgehendem Feuchtfleck im oberen
Drittel, am Schluss stärker werdend; sonst nur gering gebräunt und stellenweise
etwas randfleckig. - Provenienz: gelöschter Besitzvermerk von alter Hand auf Titeln,
Exlibris Friedrich Sarre (1865-1945), des Begründers der islamischen Archäologie und
Kunstgeschichte in Deutschland. Weiteres, modernes Exlibris auf Spiegeln.
CHF 14 000 / 20 000
(€ 14 290 / 20 410)
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Bücher | Topographie & Reisen
188
ATLANTEN - Sachsen - Schenk, Peter (Hrsg.)
Atlas Saxonicus Novus, darinnen nicht allein die
Länder des Kurfürstenthums Sachsn nach ihren
Kreisen... sondern auch die Fürstenthümer und
Herschaften des Fürstlichen Hauses Sach-
sen, nebst allen daran grenzenden Ländern,
enthalten. Mit gest. Titelvign. und 47 (st. 57)
altkol. Kupferstichkarten. Amsterdam und
Leipzig, Peter Schenk, 1752-[1759]. Folio. Titel,
Tafeln. Original-Kalbsleder mit blindgeprägtem
Deckeltitel (berieben, leicht bestossen, schwach
beschabt).
Koeman Sche 15: "Although the date on the
title-page is 1752, this edition is of later date
as it contains maps dated between 1715-
1759." - vgl. LGK II, 704 - Phillips 3044 (alle
Ausgabe 1775). - Spätere Ausgabe (EA 1752).
- In unterschiedlicher Zusammenstellung
herausgegebener Regionalatlas Sachsens,
dessen Karten auf den ungemein detailreichen,
handgezeichneten Ämterkarten von A. F. Zürner
basieren. - Gebräunt, Titel stärker, letzterer mit
kleinen Randeinrissen, teils schwach feuchtran-
dig. Die Karte vom grossen Hayn mit winziger
Fehlstelle (wohl grösserer Wurmgang; minimaler
Darstellungsverlust).
CHF 4 000 / 6 000
(€ 4 080 / 6 120)
189
- Sanson, N. [Description de tout L'Univers en
plusieurs cartes, & en divers traitez de Geogra-
phie et d'Histoire]. Mit 74 gest., doppelblattgr.
Karten (teils ankol.) von A. de Winter und 15 (da-
von 9 doppelblattgr.) Kupfertafeln. Amsterdam,
Francois Halma, 1700. 4°. Neuer marmorierter
Pappband.
Koeman II, 127 (Hal 1) - Phillips 528. - Ohne
Titelblatt und Frontispiz. - Reduzierte Ausgabe
von Sanson's Folio Atlas von 1658. - Enhält eine
Weltkarte, eine Gesamtkarte von Europa, des
weiteren Afrika, Asien, Nord- und Südamerika,
Grosstartarien, Grossbritannien, Skandinavien,
Benelux, Mittel- und Osteuropa, u.v.m. - Die
Kupfertafeln mit astrologischen Darstellungen
(darunter 1 doppelblattgr. Sternenkarte), Globen
sowie astronomischen Diagrammen. - Vorge-
bunden ein hs. Kartenverzeichnis. - Unbeschnit-
ten. - Nur gelegentlich leicht stockfleckig und
schwach gebräunt, insgesamt sehr sauber und
frisch.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
190*
Riegel, Christoph (Hrsg.). Der neueste Staat von
Lothringen, Savojen, Ober- und Unter-Elsass,
Franche Comte, oder Graffschaft Burgund,
und sonderlich dem gantzen Schweizerland...
Alles auf das ordentlichste beschrieben, und
biss Anno 1712. inclusive mitgetheilet. 2 Teile
1 Band. Mit gest. Portrait als Frontispiz und
109 Kupfertafeln (davon 1 doppelblattgr. und 5
mehrfach gefaltetet) Frankfurt a. M. und Leipzig,
Chr. Riegel, 1713. Kl.-8°. [5] Bll., 1090 S. (recte
1088), [7] Bll., 125 S. Pgt. d. Z. mit hs. Rücken-
titel (Rücken und Ecken etwas betossen, leicht
kratzspurig).
Georgi I, 136. - Wohl zweite Ausgabe (EA 1690).
- Historisch-geographisches Kompendium
mehrheitlich die Schweiz und die westlich und
östlich des Oberrheins gelegenen Gebiete
behandelnd. Enthält Ansichten und Pläne von
Turin, Nancy, Bruntrut (Porrentruy), Colmar,
Freiburg i. Br., Überlingen, Heilbronn, Stuttgart,
Ulm, Lauffenburg, Müllhausen, Strasburg, Neu-
enburg, Rheinfelden, Appenzell, Aarau, Baden,
Basel, Bern, Chur, Kostanz, Eglisau, Einsiedeln,
Frauenfeld, St. Gallen, Genf, Lausanne, Zürich,
u. a. Herausragend eine Ansicht des Klosters
St. Gallen. - Teils etwas knapp beschnitten (u.
a. das Titelblatt), leicht gebräunt, erste Blatt
mit kleinem Wurmgang (ohne Text- oder
Darstellungsverlust), letztes Blatt mit leichtem
Blattausbruch aufgrund Feuchtfleck (ohne Text-
verlust) hinteres Innengelenk angeplatzt. - Alter
hs. Besitzvermerk auf Vorsatz "Müller".
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
188
| 49
189
190
| 50
Technik & Naturwissenschaften
191 192
Bücher | Technik & Naturwissenschaften
191
ASTRONOMIE - Ala al-Dīn Ali ibn Muhammed,
genannt Ali Qushji [türkisch Ali Kuşçu]. Mir'at
al-alam [Astronomisches Handbuch]. Mit 4 (1
kol.) gefalt., teils goldgehöhten Kupfertafeln.
Istanbul, dat. 1239h. [=ca. 1823/1824]. 8°. [65]
Bll. Ganzleder mit silbergeprägten floralen Mit-
telstücken und ornamentalen Deckelfileten (Ka-
pitale fehlen, etwas berieben, leicht bestossen,
kleine Wurmlöchlein und etwas fleckig, Deckel
leicht verzogen, VDeckel etwas beschabt mit kl.
Fehlstelle im Bezug, HGelenk etwas angeplatzt).
Gedruckt in gut lesbarem Nasta'liq mit zahl-
reichen Randanmerkungen. - Ein ursprünglich
arabisch verfasstes Werk des osmanischen
Autors Ali Qushji (1403–1474) später ins Osma-
nische übersetzt durch Sayyid 'Ali Mir. Ein gerne
benutztes kurzes Handbuch über Astronomie.
Die ausklappbaren Tafeln mit astronomischen
Schemata. - Stellenweise feuchtrandig (hinten
stärker), Tafeln etwas stockfleckig und leicht
angerändert, hinten im Bug leicht angeplatzt.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
192
BOTANIK - Kräuterbücher - [Egenolph, Chr.]
[Herbarum imagines vivae. Der Kreuter lebliche
Conterfeytunge]. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gest.
Titeln (in Wdh.), 289 (st. 291) altkol. Holzschnit-
ten. Frankfurt a. M., Chr. Egenolph, [1536]. 8°.
[43] (st. 44), [22] Bll. Moderner marmorierter
Pappeinband (gestempelt "Hans Heiland &
Sohn, Stuttgart").
VD16 H 2196 - Graesse I, 1.464 - Durling 1350
- Pritzel 2626 - vgl. Adams H-293 - Nissen
BBI 2344 - BM/STC German S. 396 - Haller, I,
275. - Teil 1 in zweiter Ausgabe, Teil 2 in erster
Ausgabe. - Egenolphs kleines Buch, eines der
ersten Kräuterbücher, das für eine einfache
Konsultation im Feld entwickelt wurde, war
sehr gefragt und ebenso schnell ausverkauft.
Im September 1536 wurde eine neue Ausgabe
herausgegeben, die den 2. Teil enthielt. - Die
meisten Holzschnitte sind verkleinerte Kopien
von Hans Weiditz' wichtigen Illustrationen
zu Brunfels' Herbarum vivae eicones (1530-
1532), den ersten realistischen und genauen
veröffentlichten Pflanzenillustrationen. - Es fehlt
der Haupttitel mit 2 Holzschnitten, dieser durch
ein koloriertes Exemplar des Titel des zweiten
Teils ergänzt. Das 4. Blatt (A4) falsch eingebun-
den (zwischen Fol. 16 und 17). Durchgehend
feuchtfleckig und gebräunt. - Einige Blatt mit
fachmännisch restaurierten Fehlstellen (teils
mit Darstellungsverlust), das letzte Blatt ganz
aufgezogen. - Durchgängig handschriftlich be-
zeichnet und mit zahlreichen Marginalien, beide
von alter Hand.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
193
- - (Ryff, Walther Hermann). Kurtzes Handt-
büchlein, und Experiment, vieler Artzneyen ...
Sampt lebendiger Abcontrafactur etlicher der
fürnembsten und gebreuchlichsten Kräut-
ter. Mit zahlr. altkolor. Pflanzenholzschnitten.
Strassburg, Glaser, 1633. Kl.-8° (16 ×10,5 cm).
[2] Bll., 201 (statt 202, es fehlt Bl. 86) Bll., [17]
Bll. Restaurierter Pergamentband d. Z. (Rücken
erneuert, Lederschliessen ergänzt; alte Deckel-
bezüge etwas fleckig).
VD17 3:667024P - Benzing, Ryff 65 - vgl. Nissen
BBI 1708. - Spätere Ausgabe des erstmals 1554
erschienenen Handbuches, vorliegend in einem
kolorierten Exemplar. - Durchgehend gebräunt
und etwas fleckig. - Hs. Besitzvermerke von
1741 und 1845 auf Spiegeln, kl. Restaurato-
renstempel.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
| 51
195 196
194
- Scheuchzer, Johann und Albrecht von Haller.
Agrostographia sive Graminum, Juncorum,
Cyperorum, Cyperoidum, iisque affinium His-
toria. Mit 11 (statt 19) gefalteten Kupfertafeln.
Zürich, Bodmer, 1719. 4°. [20] Bll., 512 S., [12] Bll.
Schmuckloser Lederband d. Z. (etwas berieben
und bestossen).
Nissen BBI 1751 - Pritzel 8172 - Stafleu-C. 10,
576 - Haller I, 1682. - Erste Ausgabe. - "Eine
überaus mühsame Arbeit, aber auch ein claßi-
sches Buch; er beschreibt auf das genaueste
und richtigste mehr als 400 Gattungen Gräser,
wovon die meisten in der Schweiz gefunden
werden. Es ist noch immer das einzige und das
beste in seiner Art. Auch die Kupfer sind unge-
mein richtig" (Haller). - Scheuchzers bedeuten-
des Werk über die Gräser ist meist nur in der
von Haller veranstalteten zweiten Auflage von
1775 aufzufinden. - Unbeschnittenes, in den
breiten Rändern etwas stockfleckiges Exemplar.
- Handschriftl. Besitzvermerk 1752 auf Vorsatz,
montiertes Exlibris "Murer-Gubser" auf Spiegel.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
195
Leibniz, Gottfried Wilhelm. Oeuvres philoso-
phiques latines & françoises. Publiées par R. E.
Raspe. Avec une preface de (A. G.) Kaestner.
Mit gest. Titelvignette. Amsterdam u. Leipzig,
J. Schreuder, 1765 (am Schluss: 1764). 4°. [2]
Bll., XVI S., [1] Bl., 540 S., [8] Bll., [1] Bl. (Errata).
Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückenschild und
linearer Rückenvergoldung (gering berieben).
Ravier 472 - DSB XI, 303 ff. (Raspe) - Ziegenfuss
II, 37 ff. - Erste Ausgabe der philosophischen
Schriften. - Gering gebräunt und minim wellig,
ansonsten gutes und breitrandiges Exemplar.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
196
Leibniz, Gottfried Wilhelm. Opera omnia, nunc
primum collecta, in classes distributa, praefa-
tionibus & indicibus exornata, studio L. Dutens.
6 Bände. Mit 1 gest. Portrait, 41 (11 gefalt.)
Kupfertafeln und 1 Falttabelle. Genf, de Tour-
nes, 1768. 4°. Lederbände d. Z. mit goldgepr.
Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung
(saubere Restaurierungen an Kapitalen und
Gelenken).
DSB 8, 166 - Ravier 473 (mit genauer Inhaltsan-
gabe S. 535 ff.) - Faber du Faur 1544 - Roller-G.
II, 93 - Cantor IV, 17. - Erste Gesamtausgabe,
besorgt durch den Historiker und Mathematiker
Louis Dutens. - Stellenweise etwas gebräunt,
die Tafeln in Band 3 durchgehend stärker. - Alte,
hs. gelöschte Besitzvermerke auf Titeln.
CHF 1 600 / 2 400
(€ 1 630 / 2 450)
| 52
Bücher | Technik & Naturwissenschaften
197
Leibniz, Gottfried Wilhelm. Principia philosophi-
ae, more geometrico demonstrata... . Accedunt
theoremata metaphysica de proprietatibus qui-
busdam entis infiniti et finit mundique existentis
perfectione, ex philosophia Leibnitiana pariter
selecta et geometrice demonstrata (von M. G.
Hansch). 2 Teile in 1 Band. Frankfurt und Leipzig,
Monath, 1728. 4°. [8] Bll., 188 S., [17] Bll., [1] Bl.,
36 S. Späterer Pappband mit hs. Rückenschild.
Ravier 381. - Erste Ausgabe der von Hansch
bearbeiteteten Auswahl. Die "Theoremata
metaphysica" Hanschs mit eigenem Titelblatt.
- Etwas gebräunt und randfleckig, am Schluss
etwas feuchtrandig.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
198
MASCHINENBÜCHER - Henning, V[eit] B[altha-
sar]. Sammlung nützlicher Machinen und Inst-
rumenten nebst deren Erklärung aus dem Fran-
zösischen, Englischen und andern Sprachen ins
Teutsche übersezt (von G. W. Pozinger). 5 Teile
in 1 Band. Mit 5 gest. Titeln und 100 meist gefalt.
Kupfertafeln. Nürnberg, Henning, [1747-52].
Folio. 202 S. Halblederband der Zeit mit vergold.
Rückentitel (etwas berieben, Hinterdeckel mit
Wurmspuren, oberes Gelenk etwas aufgeplatzt,
Kanten gering bestossen).
Poggendorff II, 480 (Pözinger) - Engelmann
320 - Zinner, Instrumente 372 - Holzmann-B. IV,
433 - nicht im Kat. "Theatrum Machinarum" des
Deutschen Museums (2008). - Erste Ausgabe
des seltenen, umfassenden und reich illustrier-
ten Werkes über den technischen Stand jener
Zeit. Die Kupfertafeln zeigen astronomische
Geräte, Rechenmaschinen, Waagen, Mühlen,
Hebewerke, Feuerspritzen, Mühlen, Musikin-
strumente, Feuerspritzpumpen, hydraulische
Wassermotoren u.v.a. Sie wurden von dem
Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler
Veit Balthasar Henning gestochen. - Stellen-
weise gering fingerspurig, ein Textblatt mit
hinterlegtem Randausriss (ohne Textverlust),
eine Tafel mit fachmännisch restaurierter und
ergänzter Papierfehlstelle (leichter Darstel-
lungsverlust). Gegen Schluss im Bug ganz
geringe Wurmlöcher. Sehr schönes, sauberes
Exemplar.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 4 080 / 6 120)
198 199
| 53
199
- Leupold, Jacob. Pars I. Theatri statici universa-
lis, sive Theatrum staticum, Das ist: Schau-
Platz der Gewicht-Kunst und Waagen, Enthält
nicht nur Die nöthigsten Fundamenta solcher
Wissenschafft und Kunst, sondern erkläret
auch selbige durch unterschiedliche Machinen
und Instrumenta, stellet dabey vor: Alle Arten
der Cramer-Gold-Silber-Probier-Schnell-Heu-
und andern curieusen Wagen [...]. 4 Teile in 1
Band. Mit 57 gefalt. Kupfertafeln. Leipzig, beim
Verfasser und J. F. Gleditschens seel. Sohn,
1726. Folio. [5] Bll., 332 S., [2] Bll. HLederband
mit vergold. Rückentitel (minimal berieben und
beschabt, Kapital mit winziger Fehlstelle).
Poggendorff I, 1438 - Bibl. Dt. Museum, Libri
rari, 169-170 - Hilz, Theatrum Machinarum, S.
114 - nicht bei Roberts/Trent. - Erste Ausgabe.
- Das deutsche Standardwerk der Zeit über alle
Arten von Grob- und Feinwaagen. Der dritte Teil
befasst sich insbesondere mit der "Abwiegung
und Beobachtung aller Eigenschafften der
Lufft". Die Tafeln mit Darstellungen von Glocken,
Barometern, Thermometern, Wettergläsern,
einer "Wind Machine", Waagen und weiteren
Messgeräten. - An den Rändern gebräunt und
stockfleckig, teilweise stärker. Vereinzelt braun-
und feuchtfleckig. - Stempel auf fliegendem
Vorsatz und Titel "Königliche Ingenieurartillerie
Bibliothek zu Hannover".
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
200
- Leupold, Jacob. Theatrum Machinarum Ge-
nerale. Schau-Platz des Grundes Mechanischer
Wissenschaften, das ist: Deutliche Anleitung zur
Mechanic oder Bewegungs-Kunst [...].
Alles mit viel nützlichen Anmerckungen [...]
vermehret. Mit 71 (1 mit drehbarer Volvel-
le) gefalt. Kupfertafeln von Krügner, Böcklin,
Uhlich, u. a. nach Leupold. Leipzig, Ch. Zunkel,
1724. Gr.-4°. [11], 240 S., [2] Bll. Ganzleder d. Z.
mit goldgeprägtem Rückenschild und floraler
Rückenvergoldung (letztere etwas verblichen,
Vordergelenk etwas angeplatzt, Ecken bestos-
sen, leicht beschabt).
Ornamentstichslg. Berlin 1786 - Klemm S.
233ff. u. 437 - Graesse IV, 188 - Darmstaedter
170-171. - Erste Ausgabe. - Reich umfassendes
Werk über Apparatebau, Maschinen-Technik,
usw., darunter Waagen, Flaschenzüge, Hebel,
Wasserräder, Werkzeuge aller Art, Mühlen, u. v.
a. Leupolds Werk, in dem er wissenschaftlichen
Geist mit praktischer Fertigkeit verbindet, sollte
vornehmlich dem Mechaniker und Maschinenin-
genieur seiner Zeit dienen. Es ist das vollstän-
digste Compendium über die technischen
Wissenschaften jener Epoche. - Gleichmässig
gebräunt, stellenweise stock-, braun-, feucht-
und tintenfleckig, erste Bll. mit Wurmgängen
im unteren Rand (ohne Text- oder Darstel-
lungsverlust), die Tafel LXVII mit fachmännisch
ergänztem Eckausriss, Spiegel etwas leimschat-
tig. - Auf Vorsatz gestempelt (unleserlich).
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
201
MEDIZIN - Anatomie - Vesalius, Andreas.
Opera omnia anatomica & chirurgica. Cura
H. Boerhaave & B. S. Albini. 2 Textbände und
separater Atlas in 3 Bänden. Mit 1 gest. Titel, 1
gest. Portrait-Frontispiz, 2 gest. (wiederholten)
Titelvignetten, 83 (12 gefalt.) Kupfertafeln und
38 Textkupfern. Leiden, J. du Vivié u. J. & H.
Verbeek, 1725. Folio. [21] Bll., 572 S.; [4] Bll., S.
577-686-1156, [26] Bll. Lederbände d. Z. mit
je 2 goldgepr. Rückenschildern und Rücken-
vergoldung (1 Rückenschild entfernt, Kapitale
bestossen, stärker berieben, Deckel beschabt,
Innengelenke verstärkt).
Osler 579 - Waller 9917 - Blake 473 - Choulant
49. - Erste vollständige Gesamtausgabe, wobei
die berühmten anatomischen Holzschnitte
der Original-Ausgaben durch Jan Wandelaer in
Kupfer sehr sorgfältig nachgestochen wurden.
- Etwas gebräunt (stellenweise stärker), in den
Rändern etwas stockfleckig. Die Kupfer durch-
weg in kräftigen Abdrucken.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
201 201
| 54
Bücher | Technik & Naturwissenschaften
202*
MEDIZIN - Gersdorff, Hans von. Feld und Statt-
buch bewerter Wundtartznei. New widerumb
ersehen zusampt dem Antidotari, Fürsorg und
Vorrath der Chirurgei. Mit Titelholzschnitt und
zahlreichen, teils blattgrossen Textholzschnit-
ten. Frankfurt, Christian Egenolff d. Ä., 1556. Gr.-
8°. [4] Bll., 84 S. Späterer Halbpergament-Band
(Ecken minimal bestossen).
VD16 G 1629 - Durling 4040. - Zweite Auflage
der Ryffschen Bearbeitung von Gersdorffs
berühmtem Feldbuch der Wundarznei, erst-
mals 1551 erschienen. - Minimal rand- und
feuchtfleckig, S. 18, 19, 39 mit Randeinriss und
Fehlstellen in der Darstellung.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
203*
- Scultetus, Johannes. Wund-Artzneyisches
Zeug-Hauß. Welches ... in die Teutsche Sprach
übersetzet hat ... A. Megerlin. 2 Teile in 1 Band.
Mit Holzschnitt-Titelvignette und 56 (davon 1
gefalteten) Kupfertafeln von J. Arnold. Frankfurt
und Ulm, Gerlin, 1666. 4°. [4] Bll., 263 S.; 238 S.,
[33] Bll. Pergamentband d. Z. mit handschriftl.
Rückentitel (etwas fleckig).
Hirsch V, 299 - VD 17 12:194393D - Vgl.
Garrison-Morton 5571 (Erstausgabe v. 1655). -
Erste deutsche Übersetzung der Amsterdamer
Ausgabe von 1661. "Es ist das Werk die umfas-
sendste Darstellung der Instrumente, Verbände
und Apparate jener Zeit und enthält gleichzeitig
eine Menge interessanter Beobachtungen,
die Zeugniss von seiner Unternehmungslust,
chirurg. Kühnheit und Geschicklichkeit ablegen"
(vgl. Hirsch). - Minimal gebräunt, hinterlegte
Fehlstelle auf Titel (ohne Textverlust). - Hand-
schriftl. Besitzvermerk auf Vorsatz "Johannes
Conrad Meyer".
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
204
PHYSIK - Rixner, Thaddäus Anselm und
Thaddäus Siber. Leben und Lehrmeinungen be-
rühmter Physiker am Ende des XVI. und am An-
fange des XVII. Jahrhunderts, als Beyträge zur
Geschichte der Physiologie. 6 Bände (von 7). Mit
6 gest. Portraits und 1 lithogr. Tafel. Sulzbach, J.
E. Seidel, 1819-1826. 8°. Halblederbände d. Z.
mit Rückenschildern und floraler Rückenvergol-
dung (minime Bereibungen, Kapitale teils leicht
bestossen).
Poggendorff II, 661. - Erste Ausgabe. - Jeder
Band ist einem Gelehrten gewidmet, nämlich:
Paracelsus, Gerolamo Cardano, Bernardino
Telesio, Francesco Patrizi, Giordano Bruno und
Tommaso Campanella. - Es erschien noch ein
siebter, Johan Baptist van Helmont gewidmeter
Band. - Anselm Rixner (1766-1838), bis zur
Säkularisation 1803 Mönch der Benediktiner-
abtei Metten, war Professor der Philosophie am
kurfürstlichen Lyzeum in Amberg. Thaddäus
Siber (1774-1854), ebenfalls Benediktiner,
wurde 1826 Professor der Physik in München. -
Stellenweise leicht stockfleckig oder gebräunt.
- Dekorative Reihe.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
202 203
| 55
205*
ZOOLOGIE - Brodtmann, Karl Joseph - Schinz,
Heinrich Rudolf. Naturgeschichte des Thier-
reiches. 4 Bände. Mit einem lithographischen
Frontispiz, 4 lithographischen Titelblättern und
511 (davon 343 kolorierten) lithographierten
Tafeln von K. J. Brodtmann. Zürich und Schaff-
hausen, 1827-1836. Folio. Halblederbände d. Z.
mit goldgepr. montierten Rückenschildern und
Bandzahlen (vereinzelte minimale Bereibungen).
Vgl. Nissen ZBI 3672 und vgl. Nissen IVB
825 - Schlenker 316.3 - vgl. Zimmer II S. 552
(kennt nur die 2. Ausgabe). - Band 1 in zweiter
verbesserter Auflage, die übrigen erste Aus-
gabe. - Enthält Abbildungen der Säugetiere,
Vögel-Gattungen, Reptilien und Fische. - Die
von Brodtmann lithographierten Tafeln zeigen
Völker der ganzen Welt, sowie detaillierte schön
kolorierte Darstellungen der Tierwelt. - Verein-
zelt etwas gebräunt und stockfleckig.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
206
- Gessner, Conrad. Vogelbuch... durch R.
Heusslein in hoch Teutsch versetzt, jetzt an
vielen orten castigirt und verbessert. Mit Holz-
schnitt-Titelvignette und 218 Textholzschnitten.
Frankfurt a. M., Saur für Campiers Erben, 1600.
Folio. [8] Bll., 556 S. - VORGEBUNDEN: Ders.
De Serpentibus. Oder Schlangenbuch. Mit
Holzschnitt-Titelvignette und zahlreichen Tex-
tholzschnitten. Heidelberg, J. Lancellot, 1613.
[4], 72 Bll. Halblederband des späten 19. Jhs. mit
2 goldgepr. Rückenschildern (etwas angestaubt
und fleckig).
I. VD16 G 1737 - Nissen IVB 351. - II. VD17
39:125941V. - Sammelband mit zweien der vier
Tierbücher Gessners in deutscher Sprache,
gegenüber der lateinischen Version gekürzt, die
Illustrationen wurden jedoch vollständig über-
nommen und zum Teil noch ergänzt. Darunter
finden sich auch Darstellungen und Beschrei-
bungen von Phantasiewesen. "...the most
authoritative zoological book between Aristotle
and the publication of Ray's Classification of
Fauna in 1693" (PMM 77). -- Etwas gebräunt, in
den Rändern teils leicht stockfleckig. - Wappe-
nexlibris Rudolf F. Siegel (1898) auf Spiegel; rad.
Exlibris F. Ransom auf Vorsatz.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
205
206
| 56
Bücher | Technik & Naturwissenschaften
| 57
Lot 207
| 58
Bücher | Technik & Naturwissenschaften
207
- Merian, Maria Sibylla. Over de voortteeling en wonderbaerlyke veranderingen der Surinaamsche insecten... Mit gest. kolor. Frontispiz, kolor. Titelvig-
nette, kolor. Vignette im Vorwort und 72 Kupfertafeln von J. Mulder, P. Sluyter u. D. Stoopendael nach M. S. Merian. - [BEIGEBUNDEN:] De europische
Insecten. Naauwkeurig onderzogt, nat leven geschildert ein in print gebragt. Mit gest. kolor. Frontispiz, kolor. Titelvignette, kolor. Vignette am Textende
sowie 188 (statt 184, Taf. CXVII-CXX ist doppelt) kolor. Kupfern, jeweils vier auf einer Tafel. 2 Teile in 1 Band. Amsterdam, Oosterwyk, 1719 und Bernard,
1730. 53 × 38 cm. Ganzleder der Zeit mit ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung und allseits marmoriertem Schnitt (Rücken und Ecken sauber
restauriert, etwas bestossen und beschabt, Bezug mit kleinen Fehlstellen).
Nissen BBI 1341 und 1342 - Wettengl 156 - Magee/Touzel 58. - Der Band zu Surinam ist das heute extrem selten gewordene Hauptwerk Maria Sibylla
Merians, das seine Entstehung der epochalen Reise der Künstlerin mit ihrer Tochter nach Südamerika in den Jahren 1699 bis 1701 verdankt. Die
gleichermassen naturwissenschaftlich wie in ihrer künstlerischen Ausführung bedeutenden Tafeln zeigen exotische Schmetterlinge in allen Entwick-
lungsstadien auf blühenden Pflanzen und Früchten, meist in Lebensgrösse, ergänzt um einige verkleinerte Reptilien- und Amphibiendarstellungen.
"Ihre schon beim Raupenbuch erwiesene Meisterschaft, den Pflanzen und Tieren bei der Darstellung ihre Eigentümlichkeit zu erhalten und sie trotzdem
in eine wirksame Bildkomposition hineinzubauen, hat mit dem Surinam-Werk einen unvergleichlichen Höhepunkt erreicht. Es gehört nicht nur zu den
besten alten naturwissenschaftlichen Werken, sondern ist eines der prachtvollsten illustrierten Bücher, die je geschaffen wurden" (Rückert S. 14). „Die Er-
zählstrategie war insgesamt […] eine ästhetische Strategie: kunstreich wurde der europäische Leser und Betrachter vom Vertrauten zum Fremdartigen
und vom Fremdartigen zum Eigenen geführt. Das erste Blatt mit der bereits bekannten Ananas und den erstaunlich grossen Kakerlaken verwies bereits
auf die ganz andere Natur Amerikas, die intensive Süsse der Früchte und die ungeheure Zerstörungskraft der Insekten“ (Natalie Zemon Davis, in: Kurt
Wettengl (Hg.): Maria Sibylla Merian 1647-1717. Künstlerin und Naturforscherin, Ostfildern 2013, S. 183). - Exemplare in altem, sauber ausgeführtem,
feinem Kolorit ohne nennenswerten Durchschlag. - Der Teil zu Surinam als zweite, erst postum erschienene Ausgabe, gegenüber der früheren Ausgabe
mit 12 zusätzlichen Tafeln, der Teil zu den europäischen Insekten in erster (niederländischer) Ausgabe. - Vereinzelt etwas braunfleckig, selten minimal
fingerfleckig, insgesamt wohlerhalten.
CHF 120 000 / 160 000
(€ 122 450 / 163 270)
| 59
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Alte Drucke & Bibeln
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
208
Aristoteles. Operum omnium. 7 Bände. Mit 7
Holzschnitt-Titelvignetten (in Wdh.). Venedig,
G. Brognolo und N. Moretti, 1584. 16°. Flexible
Pergament-Einbände d. Z. mit hs. Rückentitel
(Rücken gebräunt, Ecken leicht bestossen und
berieben (1 Band stärker), fleckig, Rücken und
VGelenk von Bd. 7 angeplatzt).
EDIT16 CNCE 2995 - nicht bei Adams. - Die
Ausgabe umfasst 7 Teile und einen Index, der in
unserem Exemplar im ersten Band eingebunden
ist. - Leicht gebräunt, nur gelegentlich schwach
fleckig, Band 4 vorne etwas feuchtrandig, teils
etwas knapp beschnitten (vereinzelt minimaler
Textverlust), erster Band S. 527/528 mit Blat-
tausriss (Textverlust). - Alter hs. Besitzvermerk
auf Spiegel "Angelis Gualandris donum Joannis
Baptiste... anno 1789" und Titel.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
209
Biblia germanica - Froschauer - Bibel Teütsch
das ist alle bücher alts und neüws Testaments...
2 Teile in 1 Band. Mit Titel-Holzschnittvignet-
te und zwei Holzschnittvignetten zu Beginn
der jeweiligen Teile. Zürich, Ch. Froschauer,
1548. Gr.-8°. [24] Bll., [288] Bll., [271] Bll., [1] Bl.
Schwarzer blindgepr. Lederband auf 4 Bünden
über Holzdeckeln, auf dem Vorderdeckel be-
zeichnet und datiert "Iacob de Fleger 1646", mit
Messingecken und intakten Messingschliessen
(berieben, Ecken bestossen, minimal kratzspu-
rig, Kapitale eingerissen).
VD16 B 2724 - Vischer C 380 - Rudolphi 342.
- Seltene Ausgabe der Zürcher Vollbibel in der
Übersetzung Zwinglis. - Der erste Holzschnitt
zeigt die Erschaffung Evas. - Im selben Jahr
erschien bei Froschauer die monumentale
Stumpfsche Schweizer Chronik. - Teils knapp
beschnitten, durchgehend minimal feucht-
fleckig. - Besitzstempel L. Harms auf Titel, auf
fliegendem Blatt handschriftl. Besitzvermerk
Salomon de Flieger, Hamburg 1680. Letzte zwei
Blatt verso mit handschriftl. Einträgen.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 4 080 / 6 120)
210
Boccaccio, Giovanni. Le Philocope de Messire
Jehan Boccace florentin, contenant l’histoi-
re de Fleury et Blanchefleur, divisé en sept
livres traduictz d’italien en françoys par Adrian
Sevin gentilhomme de la Maison de Gié. Mit
Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und 36
Textholzschnitten (teils in Wiederholung). Paris,
Denys Janot, 24. Februar 1542. VI, CLXXIIII Bll.
Blindgepr. Lederband um 1900 im Stil d. Z. über
Holzdeckeln mit Rückentitel (Kanten und Gelen-
ke mit leichten Bereibungen). In Schuber (dieser
mit schmalem Lichtrand).
USTC 37799 - IA 120.389 - Pettegree/W. FVB
6117 - BMC STC French, 71 - nicht bei Adams.
- Erste französische Ausgabe des Filocolo, die
Janot für ein Konsortium von Pariser Verle-
gern veranstaltete. Entsprechend variieren die
Verlagsangaben und Druckermarken, unser
Exemplar mit der eigenen Druckermarke Janots.
Die schönen, jeweils von Bordüren eingefassten
Holzschnitte fanden zuvor bereits in Janots
Ausgabe von "Amadís de Gaula" (1540) Ver-
wendung, eine Bordüre ist jedoch bereits 1520
datiert. - Titel leicht feucht- bzw. staubrandig,
stellenweise minim fingerfleckig, ansonsten
sehr gutes Exemplar. - Provenienz: Exlibris des
Schweizer Bibliophilen Paul Schlesinger (1897-
1977) von J. F. Junod auf Vorsatz.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
209 210
| 61
211
GASTRONOMIE UND LEBENSMITTEL - Apici-
us, Caelius. De re culinaria libri decem. B. Plati-
nae cremonensis de tuenda valetudine, natura
rerum et popinae scientia libri X. Pauli Aeginetae
de facultatibus alimentorum tractatus, Albano
Torino interprete. Mit je 1 Holzschnitt-
Druckermarke auf Titel und am Schluss. Lyon,
S. Gryphius, 1541. 8°. 314 S., [7] Bll. Späterer
Pergamenteinband (leicht staubfleckig).
Adams A 1300 - Baudrier VIII, 143 - Vicaire
31 - Bitting 11 - Oberle 5 - nicht bei Schraem-
li. - Zweite Apicius-Ausgabe in der Edition des
Basler Gelehrten Alban Thorer (1489-1559),
basierend auf der Handschrift, die dieser 1529
auf der Insel Maguelone bei Montpellier ent-
deckt hatte. Das Werk der römischen Spätan-
tike gilt als das älteste überlieferte Kochbuch
überhaupt. - Etwas gebräunt und teils leicht
stockfleckig, kl. Feuchfleck im Seitenrand.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
212
Gratian. Decretum aureum divi Gratiani cuius
titulus talis est. Mit Holzschnitt-Titelvignette
und Schlussdruckermarke. Rouen, Francois
Regnault, 16.2.1519. 12°. CCCXII, [45] Bll. Perga-
mentband des 17. Jhs. mit goldgepr. Rücken-
schild, Goldschnitt (Deckel schwach verzogen,
leicht berieben).
Pettegree/ W. FVB 72485 - Moreau II, 2026
- nicht bei Adams und BM French. - Erste
Rouen-Ausgabe dieser Postinkunbal. - Das
berühmteste kanonische Rechtsbuch des
Mittelalters mit schöner Titelvignette mit der
Darstellung eines schreibkundigen Mönches
vor Königen. - Leicht gebräunt, stellenweise
schwach feuchtfleckig (erste und letzte Blatt
etwas stärker). - Alter hs. Besitzvermerk auf
Titel, modernes Exlibris auf Vorsatz.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
211 212
| 62
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
213
Honter, Johannes. Rudimentorum Cosmo-
graphicorum libri III cum tabellis geographicis
elegantissimus. 2 Teile in 1 Band. Mit Holz-
schnitt-Druckermarke am Titel, 3 blattgr.
Textholzschnitten u. 13 (12 doppelblattgr.) Holz-
schnitt-Karten. Zürich, Ch. Froschauer, 1565.
Kl.-8°. [30] Bll., 2 weisse Blatt, 14 Kartenblätter.
- VORGEBUNDEN: Theognis von Megara.
Sententiae Elegiacae, cum interpretatione &
Scholijs Eliae Vineti. Basel, Oporin, 1569. [8] Bll.,
349 S., [1] w. Bl. Blindgepr. Schweinslederband d.
Z. mit figürl. Mittelstücken (Justitia vorne, Fortu-
na auf HDeckel) und schwarzgepr. Jahreszahl
1572 sowie Initialen "C.P.S" auf VDeckel (etwas
fleckig, Rücken berieben und beschabt).
I. VD16 H 4784 - Sabin 32794 - Vischer C
754 - Borsa, Die Ausgaben der Cosmographia,
S. 96. - Zweite Zürcher Ausgabe. - Erschien
erstmals 1530 mit nur zwei Karten in Krakau,
1542 dann in einer stark erweiterten Ausgabe in
Kronstadt mit 13 Karten. "Der aus numnehr 13
Holzschnittkarten bestehende erste Schulatlas
im Taschenformat stellte die erste nicht auf
Ptolemäus basierende Kartensammlung dar.
Die Weltkarte stützt sich auf die herzförmige
Darstellung von Peter Apian" (Lex. Kart. 321).
- Froschauer druckte diese Karten erstmals
1546 nach, um sie dann über Jahrzehnte hinweg
immer wieder zu verwenden. - Die beidsei-
tig bedruckten Karten zeigen die besagte
Weltkarte, Spanien, Frankreich, Deutschland,
Osteuropa, Balkan, Italien, Palästina, Türkei,
Asien u. Afrika, die ganzseitige Karte Sizilien,
die Textholzschnitte einen Sphärenglobus, das
Schema der Planetenbahnen mit der Erde im
Mittelpunkt sowie eine Erdkugel mit Winden.
- Die sechs letzten Karten mit Wurmgängen
im Bildbereich und kleinen Bildverlusten, mit
transparentem Tape hinterlegt, ohne die 2
weissen Bll. am Schluss; leicht fingerfleckig. - II.
VD16 T 875 - vgl. Hieronymus, GG 187 (Ausg.
1561). - Griechisch-lateinische Parallelausgabe,
herausgegeben durch Jacob Härtlein. - Einige
Unterstreichungen, wenige Marginalien sowie
Besitzvermerk von alter Hand. -
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
214
HORAE B.M.V. - [Heures a l'usage de Romme,
en Latin, & en François]. 2 Teile in 1 Band. Druck
in Rot und Schwarz, durchgehend mit allego-
rischen Metallschnitt-Bordüren und einigen
Textholzschnitten sowie Druckermarke am
Schluss. Paris, Nicolas du Chemin, 1570. 8°. [43],
114, [98] Bll. Schöner rest. Renaissance-Ein-
band: geglättetes Kalbsleder d. Z. mit reicher
ornamentaler Rücken- und Deckelvergoldung,
Deckel mit Arabesken-Mittelstück, Goldschnitt
(unter Verwendung der alten Decken; Kanten
berieben, gebräunt und etwas fleckig).
Bohatta 1282 - nicht bei Lacombe. - Es fehlt das
Titelblatt. - Sehr seltenes gedrucktes Stun-
denbuch. Über KVK nur 2 Exemplare weltweit
in Bibliotheken nachweisbar (Mills College,
Oakland/USA und Plantin-Museum Antwer-
pen). - Vorsätze erneuert, vorne leicht gebräunt
(ansonsten nur im Schnitt), etwas angestaubt,
erste und letzte Blatt unfrisch, gelegentlich
leicht fleckig, stellenweise fachmännisch
ausgeführte Blattrestaurierungen (teilweise mit
leichtem Text- bzw. Darstellungsverlust), letztes
Drittel mit Wurmgang im weissen Rand (teils
restauriert). Insgesamt aber sauber und in guter
Erhaltung. - Provenienz: Wohl aus dem ehema-
ligen Besitz des französischen Bibliographen
und Bibliophilen Jérôme Pich (1812–1896) mit
hs. Besitzvermerk auf losem Blatt - Schweizer
Privatbesitz seit mehreren Generationen.
CHF 700 / 1 000
(€ 710 / 1 020)
213
| 63
215
INKUNABELN - Angelus de Clavasio. Summa
angelica de casibus conscientiae. Mit grosser
Schmuckinitiale in punziertem Blattgold und
Farben und zahlreichen eingemalten Lombar-
den in Rot und Blau. Nürnberg, Anton Koberger,
10. Februar 1492. 32,5 × 22,4 cm. [1] w. Bl., 310
Bll., [1] w. Bl. Gotische Tpye. 2 Spalten, 61 Zeilen.
Lederband d. Z. (aus der Koberger-Werkstatt)
über Holzdeckeln mit spätgotischer Blindprä-
gung: Rahmenaufbau aus Streicheisenlinien,
Felder gefüllt mit verschiedenen Einzelstempeln
sowie vergoldetem Deckeltitel "S. Angelica". Mit
7 (von 8) Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken
(Schliessen entfernt, dezente Restaurierungs-
spuren).
GW 01933 - Hain/C. 5395 - Goff A-722 - Pelle-
chet 3821 - BSB-Ink A-531. Pr 2071 - Madsen
200 - Oates 1020. 1021 - Ohly-Sack 163 - ISTC
ia00722000. - Zweite Koberger-Ausgabe des
beliebten Erbauungsbuches (erstmals 1488). -
Hauptwerk des Minoriten Angelus de Clavasio
(1411-95), der u.a. als Kommissar bei den
Türkenkreuzzügen aktiv war. Es handelt sich
um eine praktische Anweisung für Beichtväter,
die seit dem späten 15. Jahrhundert zahlreiche
Auflagen erlebte. Während der Reformation
geriet sie ins Visier Luthers, der sie 1520 in
Wittenberg als "mehr als teuflisch" (summa plus
quam diabolica) verbrennen liess. - Die beiden
ersten Blatt mit kl. Wurmspuren im weissen
Oberrand, stellenweise schwache Feucht- oder
Fingerflecken. Das letzte weisse Blatt verso
sowie der hintere Innendeckel mit Marginalien
von alter Hand.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 3 060 / 5 100)
216
- Aquin, Thomas von. Summa de veritate. Köln,
Heinrich Quentell, 7.3.1499. Gr.-4°. [1], CLXXVII,
[2] Bll. (A–Z6, Aa–Gg6). Neuer Halbleder-Ein-
band.
Hain 1421 - Cop. 564 (?) - BMC I, 289 - Pr.
1353B - Goff T 181 - BSB-Ink T 247 - Panzer I,
320, 326 - Pell. 1021 - Polain 3763 - Voull., Bln.
987 u. Köln 1160 - nicht bei Oates. - Vorsätze
erneuert. Gelegentlich schwach feuchtrandig
und stockfleckig, Titel etwas unfrisch, erste 2
und letztes Blatt jeweils mit hinterlegtem Einriss
(ca. 3 cm, ausserhalb des Textes). - Wenige
Marginalien und Anstreichungen von alter Hand.
Alte hs. Notiz auf Titel.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
214 215
214 215
| 64
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
217
- Colonna, Francesco. Hypnerotomachia Poliphili. Mit 172 (11 ganzseitigen) Holzschnitten (Benedetto Bordon zugeschrieben) und 39 Holzschnitt-Initi-
alen. Venedig, Aldus Manutius [für Leonardus Crassus], 1499. Folio (31,7 × 22,2 cm). [234] Bll. Lederband des 18. Jahrhunderts mit goldgepr. Rücken-
schild und reicher Rückenvergoldung (Gelenke angeplatzt, Kanten beschabt, Sign.-Märkchen am Rücken). Eingelegt in grüne Maroquin-Kassette um
1900 mit goldgepr. Rückentitel und Eckfleurons (Rücken aufgehellt).
GW 7223 - Hain/C. 5501 - Goff C 767 - Sander 2056 - Essling 1198 - Renouard 21.5 - ISTC ic00767000 - Aldinen-Slg. Berlin 49 und 50 - N. Harris, Nine
reset sheets in the Aldine Hypnerotomachia Poliphili, in: Gutenberg-Jahrbuch 2006, S. 245-275. - Erste Ausgabe im ersten Druckzustand, mit den bei
Harris beschriebenen Merkmalen der neun fraglichen Blätter im Originalsatz. Der bei den allermeisten Exemplaren retuschierte Priapus-Holzschnitt
liegt unzensiert vor. - Das ebenso berühmte wie rätselhafte Werk gilt bis heute als schönstes illustriertes Buch der Renaissance und als buchkünst-
lerische Ideallösung für die harmonische Kombination von Text und Bild. Sein nicht eben eingängiger Titel, der soviel bedeutet wie „Traumliebesstreit
des Poliphilos“, verweist bereits auf ein höchst artifizielles, der Wirklichkeit entrücktes Geschehen. Tatsächlich schildert es den Traum des seine
Geliebte suchenden Poliphilo als arkadische Wanderung, auf der der Held unter anderem zu verzauberten Wäldern, Grotten, Ruinen, einer Pyramide
und einem Amphitheater gelangt. Er begegnet dabei verschiedenen Fabelwesen, Allegorien und Göttern und gibt seinem Verfasser Gelegenheit,
ausführliche architektonische Beschreibungen, Metaphern und philosophische Rätsel auszubreiten. Dieser Verfasser blieb lange Zeit unbekannt, erst
im 18. Jahrhundert bemerkte man, dass die 38 Anfangsinitialen der einzelnen Abschnitte ein Akrostichon bilden: „Poliam Frater Franciscus Columna
Peramavit“ - Bruder Franciscus Columna hat Polia sehr geliebt. - Die Identifizierung Colonnas als Autor brachte jedoch ein neues Problem hervor: Es
kommen zwei Autoren dieses Namens in Frage. Zum einen ein Dominikaner aus Venedig, zum anderen ein Adliger aus Palestrina bei Rom. Bis heute ist
die Urheberschaft des Werkes nicht zweifelsfrei geklärt. Die Holzschnitte des Werkes, die in ihrer streng linearen Gestaltung ungemein modern wirken,
werden Benedetto Bordon zugeschrieben. - Sprach- und Druckgeschichtlich bedeutend ist das Buch, weil es in einer ungewöhnlichen Mischung aus
Latein, latinisiertem Italienisch, neu erfundenen Latinismen und dem römischen Italienisch des 15. Jahrhunderts geschrieben ist. Daneben gibt es aber
auch Passagen in Hebräisch, Arabisch und Griechisch, ferner ägyptische Hieroglyphen ebenso wie mathematische Anmerkungen, geometrische und
architektonische Konstruktionspläne u.a.m. - Anfangs gering fingerfleckig, die ersten ca. 50 Blatt mit kleinen, zumeist kaum merklichen Wurmspuren
und minimalem Buchstabenverlust. Durchgehender Feuchtfleck im Oberrand, anfangs stärker und bis in den Schriftspiegel reichend, dann schmaler
werdend und im weissen Oberrand verlaufend. Zwei Seiten mit alten Tintenflecken, ein ganzseitiger Holzschnitt mit durchgestrichener Marginalie von
alter Hand im Oberrand. Zwei weitere Holzschnitte von alter Hand in brauner Tinte ergänzt. - Provenienz: Exlibris des Schweizer Bibliophilen Paul Schle-
singer (1897-1977) von J. F. Junod auf Vorsatz. - Seither Schweizer Familienbesitz..
CHF 50 000 / 80 000
(€ 51 020 / 81 630)
| 65
| 66
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
218
INKUNABELN - Antonius Florentinus. Prima pars summe fratris Anthonini de flo-
rentia: ordinis predicatorum Archiep[iscop]i florentini. Mit einigen blau und rot ein-
gemalten Initialen. Venedig, Nicolaus Jenson, 15. Dezember 1479. Folio. [254] Bll.,
Rot eingefärbter Pergamentband des 18. Jhs. auf fünf Bünden, Rücken und Deckel
mit schwarzgepr. Bordüren und Fleurons, Goldschnitt mit dekorativer Punzierung,
transparenter Schutzumschlag (Rücken und Goldschnitt minimal aufgehellt, Ecken
und Kanten berieben, vereinzelte Kratzspuren und ein kleines Loch).
GW 2185 - Hain/C. 1243 - BMC V, 179 - Goff A 872. - Einer von vier unabhängig
erschienenen Teilen der "Summa theologiae moralis", des Hauptwerks von Antonio
de Forciglioni; von Papst Eugen IV. zum Erzbischof von Florenz ernannt, war ein en-
ger Vertrauter von Cosimo de Medici. Mit dem Vorwort des Franciscus Moneliensis.
- Breitrandiges Exemplar, die ersten 30 S. am rechten Rand minimal feuchtfleckig
(ausserhalb des Textes), vereinzelt etwas stockfleckig und kleine Wurmspuren. -
Fliegender Vorsatz mit handschriftl. Besitzvermerk 1800, Innendeckel modernes
Holzschnitt-Exlibris "A. W. Barten".
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
219
- Gratianus. Decretum cum apparatu Bartholomaei Brixiensis. [Mit der Glossa
ordinaria von Johannes Teutonicus in der Bearbeitung von Bartholomaeus Brixien-
sis]. Basel, Michael Wenssler, 1. September 1486. Gr.-Folio. [381] Bll. Zweispaltiger
Druck, Text von Kommentar umgeben. 70 bzw. 76 Zeilen. Got. Type, Druck in Rot
und Schwarz. Einige Initialspatien. Unter Verwendung der alten Bezüge sauber re-
staurierter Lederband über Holzdeckeln. Beide Deckelbezüge in blindgepr. Rauten
geteilt, die Felder mit floralen Stempeln gefüllt (Original-Rückenbezug fragmenta-
risch, Deckelbezüge stärker beschabt, Schliessen fehlen).
GW 11371 - Hain/C. H 7903 - Van der Haegen 5.50 - Kaufmann/Nabholz 220 -
Goff G 377 - BSB-Ink G 271 - Pellechet 5324 - Ohly-Sack 1258 - ISTC ig00377000.
- Monumentale Inkunabel aus der berühmten Basler Offizin von Michael Wenssler,
seitengetreuer Nachdruck der Ausgaben 1481 und 1482. - Das vorliegende, um
1140 entstandene Sammelwerk zum Kirchenrecht war das Hauptwerk des in
Bologna lebenden und als Vater der Kanonistik geltenden Kamaldulensermönchs
Gratian und bildete den ersten Teil des Corpus juris canonici. - Vollständig mit dem
ersten weissen Blatt. - Teils gebräunt, etwas feuchtfleckig in den Rändern, wenige
Blatt stärker feuchtfleckig, einige kleinere Randdefekte durch entfernte Blatt-
weiser, vereinzelte Marginalien von alter Hand. Beide Innendeckel mit montierten
Pergament-Handschriften, offenbar Einbandfunden im Zuge der Restaurierung. -
Provenienz: Schweizer Privatbesitz, durch Erbschaft an den jetzigen Eigentümer.
CHF 3 000 / 5 000
(€ 3 060 / 5 100)
218
220
219
| 67
220
- Gregorius IX. Papa (Ugolino di Segni). Decre-
tales cum glossa. Mit rot eingedruckten und
blau eingemalten Initialen. Mit rot gedruckter
Druckermarke auf dem letzten Blatt. Venedig,
Thomas de Blavis de Alexandria, 22. Dezember
1486. Gr.-4°. [420] Bll. Restaurierter zeitge-
nössischer Kalbslederband mit Spuren von
alten Stempeln, mit zwei seitlichen und zwei
weiteren Messingschliessen oben und unten,
sowie transparentem Schutzumschlag (Rücken
erneuert, Ecken stärker bestossen, Deckelbe-
zug etwas kratzspurig und mit Bereibungen,
vereinzelt wurmspurig).
GW 11476 - Hain/C. 8021 - Goff G 463 - BMC
V, 318 - BSB Ink. G 349. - Eine der mehr als
30 Inkunabelausgaben der Decretalen Papst
Gregors IX. Gregor galt als wichtigerer Förderer
des Hl. Dominikus und des Hl. Franz von Assisi,
1231 etablierte er die Pariser Universität als
eigenständige Institution. - Durchgehend
minimal feuchtrandig, vereinzelt wurmspurig.
Einige Textstellen ausgestrichen, ansonsten in
guter Erhaltung.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
221
- Rolewinck, Werner. [Fasciculus Temporum,
niederdeutsch]. Mit einer (statt 2) breiten flora-
len Holzschnittbordüre,
23 (statt 35) teils wiederholten Textholzschnit-
ten und 209 (statt 249) kleinen Wappenholz-
schnitten in zeitgenössischem Kolorit, sowie
hunderte runde Namensmedaillons. Zudem mit
einer über 15 Zeilen gehenden Holzschnitt-Ini-
tiale auf dem ersten Blatt. Utrecht, Jan Veldener,
1480. Folio. [6] n.n. Bll., [309] statt 332 Bll.
Moderner blindgepr. Kalbslederband über Holz-
deckeln mit modernen Messingschliessen und
Beschlägen (minimal kratzspurig und berieben,
die obere Schliesse lädiert, unteres Gelenk
angeplatzt).
GW M38760 - Hain/C. 9646 - Goff R 278 - BMC
IV, 12 - BSB R-256 - Polain (B) 3379 - Schreiber
5122a. - Erste niederdeutsche Ausgabe der
synoptischen Weltchronik des Kölner Kartäu-
sermönchs. Seine wichtigsten Werke sind der
Fasciculus temporum und De laude antiquae
Saxoniae nunc Westfaliae dictae.
Der Fasciculus temporum ist eine Universalge-
schichte in übersichtlicher Form, die zwar zu sei-
ner Zeit keine herausragende wissenschaftliche
Leistung war, aber eine ungeheure Verbreitung
fand. Die vorliegende Ausgabe enthält eine
Chronik der Herzöge von Brabant und Holland,
sowie der Könige von Frankreich und England. -
Durchgehend braun- und etwas feuchtfleckig.
Einige Blätter im Falz auf Papierstreifen geklebt,
erste 6 Bll. mit minimalen Randeinrissen, Holz-
schnittbordüre auf dem ersten Blatt beschnit-
ten. - Modernes Holzschnitt-Exlibris auf Spiegel
"A. W. Barten".
CHF 8 000 / 12 000
(€ 8 160 / 12 240)
221 221
| 68
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
222
- Schedel, Hartmann. Liber chronicarum cum figuris et imaginibus. Mit kalligraphischem Holzschnitt-Titelblatt, 2 doppelblattgr. kol. Holzschnittkarten,
über 1800 teilw. kolorierten Textholzschnitten von Michael Wohlgemuth und Hans Pleydenwurff, sowie 29 doppelblattgr. Stadtansichten. Nürnberg,
Anton Koberger, 12. Juli 1493. Folio. [20] Bll., CCLXVI, [5] Bll., CCLXVIII-CCXCIX, [1] Bl. Moderner Lederband mit goldgepr. Rückentitel (gering berieben,
etwas kratzspurig).
GW M40784 - Hain/C. 14508 - BMC, II 437 - München BSB Inkunabelkatalog, S. 195 - Goff 307 - Schreiber 5203. - Erste Ausgabe dieser gross angeleg-
ten Chronik, die zugleich das am reichsten illustrierte Buch des 15. Jahrhunderts darstellt. Vollständiges Exemplar. Die vorliegende lateinische Ausgabe
entstand ca. ein halbes Jahr vor der deutschen Erstausgabe, die Holzschnitte zeigen sich daher in besseren Abdrucken. Das umfassende Werk beinhal-
tet Karten und Illustrationen von Trier, Marseille, Verona, Ferrara, Hessen, Paris, Frankreich, England, Spanien, Venedig, Jerusalem, Wien, Ulm, München
u.a. sowie den berühmten Totentanz. Der Text vom Nürnberger Hartmann Schedel unter Verwendung von Jacobus Philippus de Bergamos "Supple-
mentum chronicarum" für die biblische und antike Geschichte und der "Historia bohemica" von Pius II für die aktuelle Geschichte. Zudem lässt sich nicht
gänzlich ausschliessen, dass Dürer, der im Atelier von Wohlgemuth und Pleydenwurff damals als 20-jähriger Schüler tätig war, an der Entstehung der
prächtigen Illustrationsfolge beteiligt gewesen war. - Mit teils kolorierten Initialen in Blau und Rot, 64 Zeilen (teils abweichend), manchmal zweispaltig
gedruckt, durchgehend in Rot und Blau rubriziert. - Sorgfältig gewaschenes Exemplar, die Lagenzählung am Fuss der Blätter handschriftlich mit Tinte.
Blätter CXXVIII bis CXXXIX am rechten Seitenrand stärker stockfleckig, CLXXII bis CLXXVI links etwas fleckig. CXCV bis CXCVII unten mittig etwas stock-
fleckig. CCLVIII hinterlegter minimaler Riss, CCXCVII-CCXCVIII rechts unten minimal feuchtrandig. Die Holzschnitte äusserst frisch und wohlerhalten.
- Blindstempel auf fliegendem Vorsatz "A. GIL ... Madrid".
CHF 25 000 / 40 000
(€ 25 510 / 40 820)
| 69
| 70
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
223
INKUNABELN - Turrecremata, Johannes de.
Questiones Evangeliorum de Tempore et de
Sanctis. [VORGEBUNDEN:] Nicolaus de Byard:
Flos theologiae. [Basel, J. Amerbach, nicht nach
28.09.1481]. Folio. [345 (statt 350)] Bll. Zwei-
spaltiger Druck, 47 Zeilen, got. Type. Blindgepr.
Schweinslederband um 1700 mit rot einge-
färbten Deckeln und goldgepr. Deckel-Vignette
sowie 2 intakten Schliessen (berieben, etwas
fleckig).
GW M48236 - Hain/C. 15714 - Goff T 553 -
BMC III, 747 - BSB-Ink T-568 - Pellechet 11270
- Kaufmann-Nabholz 388 - ISTC it00553000.
- Es fehlen das erste und das letzte Blatt. -
Provenienz: Hs. Besitzvermerke des Klosters St.
Urban (Kanton Luzern).
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
224
- Valerius Maximus. [Facta et Dicta memora-
bilia]. Valerii maximi factorvm ac dictorum
memoralium liber ad Tiberium Caesarem. Das
erste Textblatt mit einer grösseren Gold-Initiale
mit ausschlagender Bordüre in Rot, Grün und
Blau, am Fuss das Wappenschild der Mailänder
Visconti. Mit Rot und Blau eingemalten Initialen.
Venedig, Johannes de Colonia und Johannes
Mathen de Gherretshem, 1474. Gr.-4°. [163]
Bll. Roter Maroquinband des 19. Jhs. auf fünf
Bünden mit goldgepr. Rückentitel, blindgepr. De-
ckelfileten, ornamentalen goldgepr. Eckstücken,
den goldgepr. Wappensupralibros des Marquis
de Seillière, doppelten Stehkantenfileten,
breiten Innenkantenbordüren, Goldschnitt über
Schnittmarmorierung, in Leinenchemise und
Schuber mit goldgepr. Lederrücken (minimal
berieben).
Hain/C. 15776 - Goff V 26 - BMC V, 230 -
Proctor 44290. - Zweite Venezianer-Ausgabe
nach der von Wendelin von Speyer gedruckten
Ausgabe von 1471. Sammlung von denkwürdi-
gen Taten und Aussprüchen, gewidmet Kaiser
Tiberius. Valerius kompiliert sein Material aus
den Schriften von Nepos, Hyginus, Pomponius
Rufus, Cicero, Varro und Livius und veröffent-
licht dieses in neuen Büchern. Die Textüberlie-
ferung beruht auf zwei Manuskripten des 9. Jhs.,
einem Berner und Florentiner Codex. - Breitran-
dig, vereinzelte minimale Schmutzflecken in den
Rändern. - Aus der Sammlung des Marquis de
Seillière, mit dessen Wappensupralibros auf den
Deckeln; Exlibris John Saks auf Vorsatzblatt.
CHF 16 000 / 24 000
(€ 16 330 / 24 490)
223 224
| 71
Lot 224
| 72
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
225
Livius, Titius. Römische Historien mit etlichen
newen translation, so kurtz verschienen jaren im
hohen thum Styfft zu Mentz im latein, erfunden,
und vorhyn niut mer gesehn. Davon such im
endt des Registers. Mit 4 gest. Titelbordüren,
1 Textbordüre, 246 (davon 20 ganzs.) Holz-
schnitten (teils in Wdh.), 1 Druckermarke und
zahlreichen Initialen. Mainz, Johann Schoeffer,
1523. 4°. [2] Bll., CCCCXX (recte 438), [13] Bll.
Blindgeprägter Schweinslederband mit Strei-
cheisenverzierungen und Rollbandornamentik,
2 Schliessen (fehlen bzw. 1 lediglich fragmen-
tarisch erhalten; gebräunt, berieben und etwas
bestossen, kl. Fehlstellen im Bezug).
VD16 L 2105 - Adams L 1358 - Schweiger II,
45 - Schoeller 249 - Goedeke I, 446, 14d. - Erste
Ausgabe. - Vollständiger Text mit den 2 Büchern
der 4. Decade, die kurz vorher entdeckt wurden.
- Vorderes Innengelenk angeplatzt, erste Blatt
minimal angelockert, in den Rändern gebräunt,
etwas stockfleckig, teils leicht feuchtrandig und
tinten- und fingerfleckig, fast durchgehend
kleiner Wurmgang mit leichtem Textverlust,
einige Blatt mit Papierausbruch aufgrund von
Feuchtschaden (mit Text- und Illustrationsver-
lust; insbesondere die Bll. CLI–CLXIX), erste
Blatt angerändert und etwas knittrig, vereinzelte
Blatt mit leichtem Randeinriss, letzte Blatt
lose. Insgesamt dennoch gut erhalten. - Alte
handschriftliche Besitzvermerke auf dem Titel
und Spiegel. Erste Blatt mit Anstreichungen, Fol.
CCCLVI mit alter hs. Marginalie.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
226
MISSALE - Missale dominorum Teutonicorum.
Der Textanfang mit einer gold hinterlegten
Initiale in Blau, Grün und Rot, zahlreichen kol.
Initialen, der Text in Rot und Schwarz gedruckt.
Nürnberg, Georg Stuchs, [um 1499]. 2°. [15] n.n.
Bll., CCLVII Bll. Blindgepr. Lederband des späten
19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel, blindgepr. Rü-
ckenornamentik, vergold. Messingbeschlägen,
zwei intakten Messingschliessen, Goldschnitt
(hinterer Messingbeschlag etwas lose, Gold-
schnitt etwas aufgehellt).
GW M24184 - Weale-Bohatta 1936 - Schramm
XVIII Abb. 615. 626 - Baumann: Stuchs 96 - IBP
3800 - IGI 6653 - VB 1914 - BSB-Ink M-428
- Pr 2283 - BMC II, 472 - IC 8117 - Bod-inc
M-249. - Eines von nur rund 32 Exemplaren
der vom deutschen Orden herausgegebenen
Missalen, Stuchs war unter anderem auch als
Buchhändler, Notendrucker und Musikverleger
in Nürnberg tätig. - Durchgehend kaum merklich
gebräunt und vereinzelt fleckig. CXXX, CXXXIII,
CXXXIIII mit hinterlegten Fehlstellen, CXXXV mit
hinterlegter Fehlstelle und minimalem Textver-
lust. CXXXVI bis CXL Fehlstellen hinterlegt (teils
Textverlust).CLV mit einer minimalen Fehlstelle,
CLX hinterlegte Fehlstelle, CLXXII Fehlstelle mit
minimalem Textverlust unten, CLXXXIX mini-
maler Einriss unten mittig, CXCVII Ecke unten
rechts mit Fehlstelle. CCLVII mit handschriftl.
Vermerk recto.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 4 080 / 6 120)
227
More, Thomas. The workes of Sir Thomas More
Knyght. Holzschnitt-Titelblatt mit architek-
tonischer Bordüre, Widmung, sowie einigen
grösseren Initialen auf Schrotgrund. London,
John Cawood, John Waly und Richard Tottell,
1557. Gr.-4°. [15] Bll., 1138 S., [1] Bl., S. 1139-
1458. Moderner weinroter Maroquinband mit
goldgepr. Rückentitel und dekorativer Rücken-
und Deckelvergoldung, Steh- und Innenkanten-
vergoldung, Goldschnitt, sowie transparentem
Schutzumschlag (minimal kratzspurig).
Gibson 73 - Pforzheimer 743 - BM STC 18076. -
Erste Sammelausgabe der englischen Schriften
von Sir Thomas More, von seinem Neffen
herausgegeben, welcher nach der Enthauptung
Mores in den Besitz der meisten Manuskripte
seines Onkels kam und diese vor der Konfis-
kation durch König Heinrich VIII. und damit vor
der Vernichtung retten konnte. - Bis auf die drei
weissen Bll. am Schluss vollständig. Vereinzelte
Hinterlegungen am rechten Seitenrand (ohne
Textverlust). Minimal wurmspurig in den ersten
Blättern. - Blindgepr. Sammlungsstempel auf
dem Titelblatt sowie verso mit der gestempel-
ten Nummer: 131369.
CHF 12 000 / 18 000
(€ 12 240 / 18 370)
226 227
| 73
228
Münster, Sebastian. Cosmographey: das ist,
Beschreibung Aller Länder, Herrschafften und
fürnemesten Stetten des gantzen Erdbodens,
sampt ihren Gelegenheiten, Eygenschaff-
ten, Religion, Gebräuchen, Geschichten und
Handtierungen. Mit Holzschnitt-Portrait auf
Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss,
26 doppelblattgrossen Vortextkarten und über
1200 teils ganzseitigen und doppelblgr. sowie 2
grossen gefalt. Panoramaansichten, Karten und
Plänen. Basel, S. Henricpetri, 1598. Folio. [6] Bll.,
[52] Bll. (Karten), [8] Bll. (Register), 1461 S., [1] Bl.
(Druckermarke). Restaurierter Lederband unter
Verwendung alter, blindgepr. Schweinsleder-De-
cken über Holz (Rücken, Ecken und Schliessen
mit braunem Leder erneuert; die alten Bezüge
fleckig und beschabt).
VD16 M 6706 - Burmeister 83 - Sabin 51395.
– Erweiterte, 18. deutsche Ausgabe von
Sebastian Münsters (1488-1552) berühmter
Kosmographie, die erstmals 1544 erschien. -
"Eines der grossen Sammelwerke, welche die
geschichtlichen Wissensmengen verbreiteten
und durch eine leidlich behende Sprache - mehr
noch durch Holzschnittbilder - den wissens-
und nutzbegierigen Massen von den Fürsten
bis zu den Handwerkern die erweiterte Welt
der Entdeckungsjahrhunderte zugänglicher
machten (...). Es bildet der Gattung nach einen
Übergang von den geschlossenen mittelal-
terlichen Enzyklopädien eines Vincenz von
Beauvais oder Brunetto Latini, deren letzte
(...) die Schedel'sche Weltchronik ist, zu den
'kuriösen Relationen' eines Eberhard Werner
Happel (...) Auf wie vielen Rinnsalen, mit und
ohne Namensnennung, Münster das Allge-
meinwesen der beiden nächsten Jahrhunderte
erreicht, befruchtet oder belastet hat, ist noch
nicht untersucht." (Friedrich Gundolf, Anfänge
deutscher Geschichtsschreibung, S. 39). - Seine
weite Verbreitung fand das Werk des Basler
Hebraisten und Geographen vor allem wegen
seiner Stadtansichten. Hatte die erste Ausgabe
von 1544 lediglich 6 wirklichkeitsnahe Ansich-
ten - neben den obligatorischen Pilgerzielen
Rom und Jerusalem auch die Heimatstädte
des Verfassers, Ingelheim und Basel, enthal-
ten, nahm ihre Zahl mit jeder weiteren Auflage
zu. Die Cosmographia avancierte damit zum
Prototypen der "Städtebücher" und leitete eine
Entwicklung der Stadtdarstellung ein, die ihren
Höhepunkt schliesslich bei Merian erreichen
sollte. - Innengelenke verstärkt, gleichmäs-
sig gering gebräunt und stellenweise leicht
finger- bzw. feuchtfleckig in den Rändern. Die
gefalteten Panoramen von Heidelberg und Wien
etwas knitterspurig und mit sauber hinterleg-
ten Falz- bzw. Randeinrissen. Insgesamt gutes
Exemplar. - Provenienz: Druckvermerk mit hs.
Besitzeintrag eines Wilhelm Beide aus Hameln
von 1655. Weitere Vermerke von alter Hand auf
Titel und (montiert) auf Innendeckel. - Exlibris
des Basler Verlegers Rudolf Schwabe (1883-
1976) von Niklaus Stöcklin.
CHF 4 000 / 6 000
(€ 4 080 / 6 120)
229
Natali, Hieronymus. Evangelicae historiae
imagines ex ordine Evangeliorum. Mit gest. Titel,
gest. Kopfvign., 1 Schlussvign. und 153 Kupfer-
stich-Tafeln von J. und A. Collaert, C. de Mallerii,
A., J. und H. Wierix nach B. Passeri und M. de
Vos. Antwerpen, 1593. 4°. [4] Bll., Tafeln. Rest.
Ganzleder d. Z. mit goldgeprägten Arabesken
auf Rücken und Deckeln (unter Verwendung
des alten Bezuges Rücken und Ecken erneuert;
leicht bestossen, etwas beschabt).
Adams N 56 - de Backer/S. V, 1518 - Funck
196: ."Magnifique suite de gravures. - C'est le
monument de la gravure flamande de la fin du
XVIe siècle" - Brunet IV, 18. - Erste Ausgabe
der schönen Kupferstichfolge. - Zumeist in
den Rändern gebräunt und stockfleckig (hinten
etwas stärker), an der unteren Eckel teils etwas
abgegriffen, vorne im Bug feuchtfleckig, Titelei
mit fachmännisch restaurierten Randeinrissen,
Titel und letztes Nachsatzblatt im Zuge der
Restaurierung im Bug fachmännisch verstärkt
bzw. neu aufgezogen, die Tafel 132 mit unschön
hinterlegtem Einriss (ca. 10 cm, Tafel affek-
tiert). - Alte hs. Besitzvermerke, gestempeltes
und mont. Exlibris "De Perolles de Reynold" auf
Vorsatz, Titel und Vorrede.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
228
| 74
Bücher | Alte Drucke & Bibeln
230
Niger, Franciscus. Gramatica. 2 Teile in 1 Band.
Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten (in Wdh.) Basel,
Jakob (Wolff) aus Pforzheim, April, 1512. XCIIII,
[9], CVII, [8] Bll. Schweinsleder d. Z. über Holzde-
ckeln auf 3 Bünden, mit floraler Rollband-Orna-
mentik und Streicheisenverzierungen, spät. hs.
Rückenschild und Bibliotheks-Etikett, 2 neuen,
intakten Messing-Schliessen (Rücken erneuert;
wurmstichig, gebräunt, berieben).
VD16 ZV 11734 (nur 1. Teil). - Stark wurmsti-
chig, fast durchgehend (mit Textverlust), leicht
gebräunt, stellenweise fingerfleckig,
teils stärker feuchtrandig, Vorsätze etwas leim-
schattig und feucht. In der Buchmitte im Bug
angeplatzt, Buchblock angelockert. - Alter hs.
Besitzvermerke auf Vorsätzen und Titel hier dat.
1619. - Stellenweise ein paar Anstreichungen
in Rot.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
231
Otto von Passau. Der güldine Thron: ein
christlicher Ratschlag... Mit zahlreichen Holz-
schnitt-Vignetten und -Initialen. Ingolstadt,
Wolfgang Eder, 1596. 8°. [11] Bll., 745 S., [8] Bll.
Lederband d. Z. über Holzdeckeln mit blindgepr.
Vorder- und Rückdeckeln, Wappen-Supralibros,
handschriftl. mont. Rückentitel, zwei teils feh-
lenden Messingschliessen (stärker berieben und
kratzspurig, Rücken mit Fehlstellen).
VD16 O 1445. - Vereinzelt etwas feuchtfleckig
und wurmspurig, stellenweise Stockfleckchen.
- Hs. Besitzvermerk unleserlich auf Spiegel,
modernes Exlibris, entfernt. Letztes Blatt verso,
unbekannter Stempel.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
232
Stumpf, Johannes. Keyser Heinrychs des vierd-
ten Hertzogen zu Francken und am Rhyn etc.
fünnfzigjärige Historia. Mit Druckermarke und
104 Textholzschnitten. Zürich, Ch. Froschauer,
1556. Folio. [10], CXXXVII Bll. Neuer Lederband
unter Verwendung alter Holzdeckel mit blind-
gepr. Schweinsleder-Bezügen und defekten
Messingschliessen (Spangen entfernt, Bezüge
fleckig und berieben).
VD16 S 9869 - Vischer C 524 - Rudolphi 472 -
Leemann-van Elck, Froschauer, S. 122 u. Abb.
73 - Lebensbeschreibung Kaiser Heinrichs IV.
aus der Feder des Schweizer Historikers Johann
Stumpff (1500-n. 1574). - Die Holzschnitte zei-
gen Portraits, Ratsversammlungen, Schlachten
u. andere histor. Szenen. Sie wurden aus der
grossen Chronik von Stumpf (von 1548) ent-
nommen, einzig ein Holzschnitt von Jos. Murer
kam hinzu (vgl. Leemann-van Elck, Zürcher.
Buchillustr. 68). - Vorsätze erneuert, etwas fin-
ger- bzw. feuchtfleckig, 5 Blatt mit alt ergänzten
Seitenrändern (kl. Buchstabenverluste).
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
230 231
Buchmalerei und Manuskripte 501 – 519
Autographen 520 – 577
Autographen, Buchmalerei & Manuskripte
AUKTION
Mittwoch, 21. September 2022, im Anschluss an die Buchauktion
VORBESICHTIGUNG
Freitag 16. bis Dienstag 20. September 2022, 10–18 Uh
English descriptions upon request.
Zusätzliche Abbildungen:
www.kollerauktionen.ch
Dr. Andreas Terwey
Head of Department
Tel. +41 44 445 63 44
terwey@kollerauktionen.ch
Gabriel Müller, M.A.
Tel. +41 44 445 63 40
books@kollerauktionen.ch
Teresa Ranft, M.A.
Tel. +41 44 445 63 41
books@kollerauktionen.ch
| 76
Buchmalerei
501 502
Buchmalerei |
501
ANTIPHONARIUM - "Oficio de Difuntos Tomo
17, Letra 9". (Deckeltitel). Lateinische Hand-
schrift auf Pergament. Mit ganzseitigem Titel
mit gezeichneter, figürlicher Bordüre, 3 grossen,
farbigen Schmuckinitalen mit vegetabiler und
figürl. Ornamentik (ca. 24 × 24 und 31 × 28 cm)
sowie 151 (teils farbigen) Silhouetten-Initialen
und zahlreichen kl. Initialen. 5–7 gr. Zeilen Noten.
Textura und Quadratnoten in schwarzbrau-
ner Tinte auf 5 roten Linien, Rubriken in Rot.
Nord-Spanien, dat. 1704. Gr.-Folio (85 × 62 cm);
Blattgrösse 79,5 × 55,5 cm; Schriftspiegel
68 × 48 cm. [117] Bll. Leder-Einband d. Z. über
Holzdeckeln auf 5 Bünden, 21 Messing-Be-
schlägen und 2 intakten Schliessen (Rücken
angeplatzt, gebräunt, fleckig, berieben und
bestossen, kl. Fehlstellen im Bezug).
Barockes Antiphonar mit Totenoffizium aus
einem Franziskanerkloster in Nordspanien. - Auf
dem Titel und letzten Blatt wird der Schreiber
"Josepho Garcia" genannt. - Spiegel fehlen.
Gelegentliche Textverwischungen aufgrund
Feuchtschaden (teils stärker), Bräunungsspu-
ren, Tintenflecken, Randeinrisse (teils restau-
riert), erste Blatt mit Ausrissen in der oberen
Ecke, teils etwas wellig, fliegende Vorsätze
leimfleckig. Insgesamt dennoch gut lesbare und
gut erhaltene Handschrift.
CHF 1 500 / 2 500
(€ 1 530 / 2 550)
502*
HORAE B.M.V. - Stundenbuch. Lateinische
Handschrift auf Pergament. Mit 5 grossen Mini-
aturen mit floraler Bordüre, 6 Prachtinitialen mit
Bordüre sowie zahlreiche kleine Initialen. Alles in
Gold und Farben. Paris, um 1400. 18,5 × 13,5 cm
(12,2 × 17,7 cm). [130] Bll., 16 Zeilen gotische
Textura. Etwas spät. rest. Ganzleder (des 17.
Jhs.) unter Verwendung des alten Bezuges mit
reicher floraler Goldprägung auf Rücken und
Deckeln, blindgeprägte Stehkanten (Deckel
leicht verzogen, leicht berieben und bestossen,
etwas fleckig).
Schriftduktus, Dekoration, Text, Kalendarium
und Stil der Miniaturen lassen keinen Zweifel an
einer Datierung um 1400 und der Lokalisierung
in Paris. Den zentralen Anhaltspunkt für diese
Verortung liefert das von Heribert Tenschert
2011 angebotene Manuskript (vgl. Tenschert,
Katalog 66, Nr. 1), ein Pariser Stundenbuch um
1390, das wiederum eng mit dem Stundenbuch
in Baltimore, Walters Art Museum (Signatur
W96) verwandt ist. Eberhard König schreibt
diese Handschrift seinerzeit dem Meister
von Walters W96 zu. Die Buchdekoration, die
Miniaturen, der Hintergrund, die Bildstruktur, die
Konzeption und der Gewand- und Figurenstil
der vorliegenden Handschrift gehen eindeutig
auf die Tenschert-Handschrift zurück, sind
aber wohl etwas später zu datieren. Aus der
Ausstattung des Manuskripts geht hervor, dass
eine Unterscheidung der einzelnen ausführen-
den Hände der Miniaturen notwendig ist und
nun wieder auf breiterer Basis diskutiert werden
muss. Mit Hilfe dieses neuen Materials kann die
Frage nach der Autorschaft des Meisters von
Walters W96, dem Eberhard König das Manu-
skript zugeschrieben hat, neu diskutiert werden.
Unser Manuskript ist etwas später als das Pari-
ser Stundenbuch um 1390 zu datieren, jedoch
ist der Buchmaler eng in Beziehung damit zu
setzen: wahrscheinlich ist es derselbe Künstler
oder ein direkter Schüler. Sicherlich waren zwei
oder drei Hände an den Miniaturen dieser Hand-
schrift beteiligt. Während ein Grossteil der Bilder
Direktübertragungen des oben genannten Ma-
nuskriptes sind, müssen wir für die Darstellung
der Totenmesse auf das Umfeld des Bouci-
caut-Meisters verweisen (Boucicaut-Werkstatt,
Trauergottesdienst (Vesper), ca. 1415, London,
Sammlung Zwemmer; Stundenbuch, fol. 147,
ca. 1410, Brüssel, Bibl. königlich, MS. 10767, f.
106v (vgl. Meiss, Boucicaut-Meister, Abb. 138,
139)). Die dreizeiligen Dornenblattinitialen und
die davon ausgehenden Bordürenornamen-
te - mit Randverzierungen aus spiralförmigen
Weinranken und Efeublättern - verweisen ge-
nerell auf die Pariser Buchmalerei um 1400 (vgl.
Pariser Stundenbuch, Köln, Slg. Renate König,
Ars vivendi, ars moriendi Nr. 3). Wir danken Prof.
Dr. Mark Mersiowsky für die Zuschreibung die-
ses Manuskriptes. - Enthält folgende Miniaturen:
Bl. 19r: Verkündigung. - 78r: Kreuzigung. - 84r:
Herabsendung des Heiligen Geistes. - 89r:
Totenoffizium. - 126r: Auferstehung.- Leicht
gebräunt, stellenweise schwach fleckig (nur
wenige Textverwischungen), vereinzelt leichte
Bereibungen, und leicht knittrig bzw. gewellt,
hinten im Bundsteg angeplatzt (Bindung ange-
lockert). Insgesamt sehr saubere und sorfältig
ausgeführte Handschrift. - Einige Annotationen
von alter Hand, teils auf dazwischen gebunde-
nen Bll. - Provenienz: Europäische Sammlung.
CHF 40 000 / 60 000
(€ 40 820 / 61 220)
| 77
502
| 78
Buchmalerei |
503
The Spanish Forger - Höfische Szene mit
Ausstattung eines Ritters. Goldgehöhte und in
Farben illuminierte Miniatur im Stil des 15. Jhs.
auf Pergament. Wohl Frankreich, um 1900. Bild-
mass 22 × 18 cm; Blattgrösse 23,5 × 19,5 cm.
Vergoldeter Holzrahmen des 18. Jahrhunderts
(37 × 33 cm; berieben, Goldabblätterungen).
Literatur:
- Voelkle, William. The Spanish Forger. New York,
1978.
- Hindman, Sandra. Manuscript Illumination in
the Modern Age. Evanston, 2001, S. 156–162.
Das vorliegende Blatt ist wohl dem berühmtes-
ten Fälscher der Buchkunst, dem sogenannten
Spanish Forger zuzuschreiben, der im späten
19. und frühen 20. Jahrhundert eine grosse
Anzahl Miniaturen im mittelalterlichen Stil an-
gefertigt hat. Er erhielt seinen Namen von einer
Tafelmalerei, die einem spanischen Meister des
15. Jahrhunderts zugeschrieben worden war.
Stellenweise Krakeleen, teils mit leichtem Farb-
verlust (oben mittig etwas stärker), unten links
kleine Fehlstellen im Pergament (ausserhalb der
Darstellung), leicht gewellt.
Provenienz: Schweizer Privatbesitz.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
504
ORIENTALIA - Abhandlung über Astrologie und
Sehergabe in 2 Teilen. Persische Handschrift
auf geglättetem Papier. Meistens 4, teils auch
nur 2 Kolonnen in schwarzer und roter Tinte.
Iran, wohl 19. Jahrhundert. 35,5 × 22,5 cm. [50]
(davon 3 vakat) Bll. Rest. Ganzleder d. Z. mit
blindgeprägter Mittelarabeske und Rollbandor-
namentik (Fehlstellen im Bezug ergänzt; stark
berieben und bestossen).
Schlichtes Nasta'liq. Weder Kolophon, Titel
noch sonst Hinweise zu Autor oder Datierung.
Das Papier deutet auf eine Datierung ins 19.
Jahrhundert. Der Text dreht sich um Astrologie
und Wahrsagekunst ('ilm al-gafr; Textbeginn
auf Blatt 2r und 28r). Der unbekannte Schrei-
ber bezieht sich auf zwei gelehrte Männer, von
denen er behauptet, viel gelernt zu haben und
denen gegenüber er seine Bewunderung zum
Ausdruck bringt. Einerseits spricht er von Mîr
Bahâ'ad-Dîn Husain aus dem Dorfe Galâlî, zum
anderen erzäht er von Sayyid Husain 'Alî Isfahânî
aus der Stadt Laknahûr (=Lucknow) in Indien. -
Etwas gebräunt, stellenweise stärker feuchtran-
dig, teils leichte Tintenverwischungen und
Fingerflecken, an der unteren Ecke abgegriffen,
Buchblock mehrfach angeplatzt, einige Lagen
angelockert, einige Blatt im Bug alt verstärkt.
Einige Blatt mit kleinen Randeinrissen (teils alt
ergänzt und verstärkert, vor allem in der unteren
Ecke). Dennoch insgesamt sauber und gut
lesbare Handschrift. - Auf Blatt 2v und 28r alte
Besitzstempel (davon einer datiert 1301, [=ca.
1883/1884]), Vorsätze mit alten hs. Annotatio-
nen (teils kyrillische Buchstaben). - Beiliegend:
Gutachen von Marc-Edouard Enay, datiert 8.
August 2003.
CHF 700 / 1 000
(€ 710 / 1 020)
505
- Hafiz, Shams ad-Din Muhammad, persischer
Dichter und Mystiker (1315-1390). Diwan
[Gedichtsammlung in persischer Sprache]. Per-
sische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit
doppelblattgrossem farbig illuminierten Titelb-
latt, durchgehender floraler Bordüre in Gold und
Farbe, mehrfache und goldgehöhte Rahmen-
leiste. 2 Spalten à jeweils 13 Zeilen in schwarzer
Tinte. Iran, Ende des 18. Jahrhunderts. 15,5 ×
9,5 cm. [218] Bll. Späteres Halbleder (um 1900;
Kanten und Ecken berieben und bestossen, kl.
Fehlstellen im Bezug).
Sauberes und flüssiges Nasta'liq. - Die Hand-
schrift ist nicht datiert und stammt vermutlich
aus der frühen Qagaren-Zeit (gegen Ende des
18. Jahrhunderts). - Schöne Gedichtsammlung
des berühmtesten persischen Lyrikers, kürzere,
meist sieben- bis elfzeilige Liebesgedichte mit
schöner durchgehender Ausstattung mit filigra-
nen Blumenornamenten. - Gebräunt, gele-
gentlich etwas fleckig, teils feuchtrandig, einige
Textverwischungen, zumeist etwas unfrisch,
dennoch gut lesbar. Zahlreiche Blatt fachmän-
nisch alt hinterlegt und ergänzt (u. a. Titel). - Fol.
217r mit gelöschten Stempeln.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
503 504
| 79
506
- Jahreszeitenkalender. Arabische Handschrift
auf Papier. 24 Zeilen in braunschwarzer und roter
Tinte. Mauretanien, Ende 19. Jhs. Blattgrösse
ca. 22,5 × 17,5 cm. [19] Bll. Lose in Leder-Beutel
mit Lederintarsien in ornamentalem Muster (ca.
26 × 22 cm; berieben, teils angerissen, Fehlstel-
len im Bezug).
Maghribi Duktus. - Jahreszeitenkalender zum
Thema Sonne und Gestirne. - Reihenfolge wohl
nicht mehr korrekt. - Gebräunt, feuchtrandig,
teils leichte Textverwischungen, etwas angerän-
dert, letztes Blatt mit leichten Anrissen. - Beige-
legt: Handschriftlicher Brief mit Inhaltserklärung
eines Sidi/ Sidi Ali Amany auf Französisch.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
507
- Religiöses Traktat mit Gebetstexten. Arabi-
sche Handschrift auf Papier teils mit interlinea-
rer persischer Übersetzung. 19 Zeilen schwarze
und rote Tinte. Isfahan, dat. Ramadan, 1107h
[=1696]. [286] Bll. Späteres Leder mit jeweils 3
blindgeprägten Mittelarabesken und Eckfleu-
rons (Feuchtschaden, Rücken angeplatzt, teils
mit Fehlstellen im Bezug, Deckel verzogen und
gewölbt, berieben und bestossen)
Schlichtes Naskhi eines ungeübten Schrei-
bers. Das Kolophon nennt Ort und Datierung.
Die letzte Seite ist datiert 1199h. [=ca. 1784].
Die Handschrift ist mit Autograph kollatio-
niert. - Möglicherweise fehlt zu Beginn ein
Blatt. - Durchgehend starker Feuchtschaden
mit zahlreichen Textverwischungen. Darüber
hinaus feuchtrandig, gebräunt und angestaubt.
Teils angerändert (vereinzelt angestückt, teils
mit Textverlust) oder mit Blattausrissen, erste
und letzte Blatt angefranst und teils angerissen,
mittig einige Lagen angelockert, Innengelenke
angeplatzt. Zu restaurieren. - Vorsätze und
Spiegel mit zahlreichen hs. Annotationen.
CHF 400 / 700
(€ 410 / 710)
508
- Rumi, Jalal al-Din, persischer Gelehrter und
Dichter (1207–1273) Mathnawi. Teile 4-6 (von
6). Persische Handschrift auf geglättem Papier.
Mit 3 goldgehöhten und farbig illuminierten
Kapitelüberschriften mit reicher floraler Orna-
mentik. Durchgehend goldener Leistenrahmen
mit floraler Eckverzierung. 2-spaltiger Text à
14 Zeilen in schwarzer und roter Tinte. Iran,
dat. 25. Muharram 1245h. [=24.7.1829]. 23 ×
14 cm. [290] Bll. Läd. Ganzleder d. Z. (Kapitale
fehlen, Feuchtschaden, berieben und bestos-
sen, HDeckel mit grösserer Fehlstelle im Bezug
(Nagefrass?)).
Sorgfältiges aber nicht kalligraphisches
Nasta'liq. - Unvollständiges Manuskript des
Mathnawi von Jalal al-Din Rumi. Ein Hauptwerk
der islamischen Mystik, komplett in sechs
Teilen und etwa insgesamt 30000 Doppelver-
se umfassend. Vorliegend nur der zweite von
zwei Bänden. - Datierung und Kopist Ahmad
Shah Qadiri im Kolophon genannt. - Buchblock
angeplatzt, zahlreiche lose Lagen, gebräunt und
feuchtrandig, stellenweise leichte Fingerflecken
und Tintenverwischungen, vereinzelte Blatt
etwas angerändert (vorne und hinten stärker,
hier teils mit grösseren Einrissen). - Mehrfach
gestempelt.
CHF 1 000 / 1 500
(€ 1 020 / 1 530)
508
| 80
Buchmalerei |
509
ORIENTALIA - Traktat zu Prophetologie und
Heilsgeschichte aus Kontext des Sufismus in 2
Teilen. Persische Handschrift auf geglättetem
Papier. Mit 2 goldgehöhten und farbig illuminier-
ten Blättern. 23 Zeilen in schwarzer und roter
Tinte. Iran, wohl 18. Jahrhundert. 35,5 × 23,5
cm. [204] Bll. Rest. Lederband d. Z. mit 3 blind-
geprägten Mittelarabesken (Rücken erneuert;
berieben und bestossen, Deckel leicht verzo-
gen, Blindprägung nur noch leicht erkennbar).
Sauberes und geübtes Nasta'liq. Autor, Titel und
Datierung konnten nicht eruiert werden. Die
Datierung erfolgt aufgrund des orientalischen
Papiers und Duktus. - Der Text beginnt mit
der Schöpfung Gott schuf als Erstes Mum-
mads Licht. Wohl unvollständiges Manuskript,
zum Schluss wird auf einen 3. Teil verwiesen.
- Gebräunt, stellenweise leicht braun- und
fingerfleckig, hinten etwas feuchtrandig, nur
gelegentlich leichte Textverwischungen, 2.
Kapitelüberschrift aufgezogen, erste und letztes
Blatt etwas angerändert (letztes Blatt in den
Rändern verstärkt), Innengelenke und vorne im
Bundsteg angeplatzt, einige Lagen angelockert.
Insgesamt dennoch saubere und gut lesbare
Handschrift. - Auf Vorsatzblatt (1r) religiöse
Dichtungen. Durchgehend mit Stiftungsstem-
pel für eine Moschee (Name unleserlich).
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
510
- Zu den Wissenschaften der Alchemie.
Persische Handschrift auf Papier. Mit einigen kl.
Federzeichungen sowie zahlreichen Randglos-
sen. 11 Zeilen schwarze und rote Tinte. Iran, um
1800. 21 × 13 cm. [103] Bll. Rest. Lederband mit
jeweils 3 blindgeprägten Mittelarabesken und
Streicheisenverzierungen sowie Rollbandorna-
mentik (unter Verwendung der alten Decken;
ob. Kapital angerissen, berieben und bestossen,
teils kl. Fehlstellen im Bezug, etwas fleckig).
Flüssiges Naskhi auf orientalischem Papier. -
Nicht genauer identifizierbare, alchemistische
Abhandlung (Autor und Titel nicht zu eruieren)
mit kleinen thematischen Zeichnungen in
den Rändern. - Auf letztem Blatt datiert und
gestempelt 1282h [=ca. 1865], Khoja Umar ibn
(?). - Leicht gebräunt und schwach stockfleckig,
nur gelegentlich leicht feuchtfleckig. Insgesamt
saubere und gut lesbare Handschrift. - Vorsätze
und Spiegel mit zahlreichen handschriftlichen
Annotationen.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
509
510
| 81
Manuskripte
511*
AFRIKA - Burn-Murdoch, John Francis, eng-
lischer Militär (1859-1931). Sammlung von
Manuskripten zu militärischen Expeditionen in
Nordafrika bzw. entlang des Nils, 1884-1885.
Ca. 100 Blatt. Nordafrika, 1894-1895. 23 × 19
cm. Unterschiedliche englische Handschriften
auf unterschiedlichen Papieren (gebräunt teils
etwas fleckig und knickspurig, Randläsuren).
Burn-Murdoch, der es bis zum Major General
brachte, kommandierte u.a. die Kavallerie in
Ägypten als Mitglied der Royal Dragoons. Ein
Teilnachlass befindet sich im National Army
Museum, London. - Die hier angebotene
Sammlung wurde von verschiedenen Perso-
nen geschrieben, teils der Handschrift nach
zweifelsohne von ihm selber, teils (wohl auch
etwas später) von anderen; die Teile sind dann
auf dem Deckblatt als copy bezeichnet. Auf
einem Deckblatt ist angegeben March from
Assuan to Wada Halfa, ein weiteres Stück ist
unbetitelt, beschreibt aber eine militärische
Unternehmung ab Tunis. Einige der Blätter sind
handschriftlich numeriert, demnach sind die
Abschnitte teils unvollständig. Die Darstellung
erfolgte ganz überwiegend unter militärischen
Gesichtspunkten, geographische und meteo-
rologische werden nur in Zusammenghang mit
militärischen erwähnt. Trotz der Lücken ergibt
sich ein eindrückliches Bild vom Leben britischer
Kolonialtruppen in Nordafrika vor 1900. - Ins-
gesamt ordentlich. - Einige Beigaben: weitere
einzelne Blätter, eine grenzkolorierte Karte des
Nil, laut handschriftlichem Eintrag auf dem Vor-
derdeckel aus dem Besitz von Burne-Murdoch
u.a.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
512
BASEL - Augst - Erneuerung des Bereins über
die Bärenfelsischen Güter zu Augst. Deutsche
Handschrift auf Pergament. Augst, 1650.
32 × 21 cm. 33 Bll. Pergament mit angehängter
Siegelkapsel (angestaubt, beschabt, ausge-
bunden, Kapsel und Kordel erneuert, Deckel der
Siegelkapsel fehlt, Siegel restauriert, Marginalie
auf dem Vorderdeckel).
Vor Gericht in Augst unter Vogt Georg Hüssler
lässt Ernst Friedrich von Bärenfels (1604-1687)
den Berein über seine Zins- und Lehengüter am
13., 14. und 16. Mai des Jahres 1650 erneuern.
Listet detailliert die jeweiligen Besitztümer und
deren genaue Lage auf. - Anfangs handschrift-
licher Geschenkvermerk von 1885, Pergament
gewellt, teils fleckig, selten Läsuren, letztes
leeres Blatt mit grösserem Ausschnitt. - Dabei:
Fotokopie und Transkription eines Grossteils der
Urkunde.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
513
BASEL - Inventarium über Herrn Jacob Mieg
des Handelsmanns selig Verlassenschaft. Und:
Inventarium über Tit. Herrn Stadtrath Theodor
Mieg selg. Verlassenschaft. Deutsche Hand-
schriften auf Papier. Basel, 1813 und 1816. 30
Bll.; 1 Bl., 106 S., 1 Bl. 39 × 24 cm. Halbleder mit
marmoriertem Deckelbezug sowie Deckelschild
und marmorierter Pappband mit Deckelschild
(gering berieben und bestossen).
Jeweils aufgestellt und am Ende mit Unter-
schrift und Papiersiegel vom Notar J.J. Faesch,
Basel beglaubigt. Listet detailliert die jeweiligen
Besitztümer mit geschätzen Werten auf: Lie-
genschaften, Grabstätten (!), Baarschaft, Giold
Silber etc., Hausrath, Bettwerk, Zinn-, Kup-
fer- und Eisengeschirre, Diverses, Gemählde,
Fässer, Legate, schliesslich Zusammenzug des
Vermögens und Ausweisung der jeweiligen
Stücke für die Erben. Die genaue Liste erlaubt
einen guten Einblick in den Wohnstandard
damaliger grossbügerlicher Familien. - Das
Inventarium von 1813 etwas blass, sonst aber
sauber und nur gelegentlich etwas fleckig.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
511
| 82
Manuskripte |
514
COMICS - Howard, Calvin Henry, Car-
toon-Künstler (1911-1993). The cat´s meow.
Manuskript einer Goofy-Story. Bleistift auf
Papier. Links oben von Howard unter dem Rei-
hentitel signiert. Ohne Ort, um 1975. 5 Blatt (so
komplett). 43 × 36 cm. Gefaltet.
Howard arbeitete im Lauf seiner Karriere für die
bekanntensten Studios und Trickfilm-Künstler,
bevor er 1974 als Story Artist zu seinem ersten
Arbeitgeber Disney zurückkehrte. Auf jedem
Blatt sind zwischen fünf und acht Einzelzeich-
nungen. - Etwas knickspurig und verwischt,
recht gut.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
515
GASTRONOMIE UND LEBENSMITTEL - Basler
Kochbuch - Manuskript von verschiedenen
Händen. Deutsche Handschriften auf Büttenpa-
pier. Ohne Ort, ca. 1780-1900, 8°. 105 S., 70 S.,
18 Bl., 22 Bl. Vacate. Schmuckloses Halbperga-
ment (etwas beschabt und bestossen).
Auf dem Vorsatz mit Nennung der Vorbesitze-
rinnen: Frau Anna Katharina Handmann-Gemu-
seus bis 1845 (..); Frau Margarete Gyssler-Hand-
mann als Tochter 1845 bis 18.. (nicht ausgefüllt)
(...); Frau Susanna Handmann-Hoerner als
Urgrosstochter 1896 bis (!). Bringt in sauberen
Handschriften Rezepte wie: Eingemachte Quit-
ten, Quitten Brot, Eingemachte Nusz, ein Krebs
Ragou, Fricando von Kalbfleisch, Ein braunes
Haasen brühe, Ein gefüllt Huhn, Ein gefüllte
Spansau, Ein wilder Schweinskopf, Verbrüte
Strauben, Mandel Darten, Zimmet Brot, Eine
Wildbrätt Pasteten, Ein Kugelen Teig, gefüllte
Eyer, Zucker Hippen zu bachen, Mumpfer Kuge-
len u.v.a (Schreibweise wie im Original). Gegen
Ende einige Rezepte in Bleisitft (um 1900),
danach ein handschriftliches altes Register, die
Vacate auf bläulichem Schreibpapier. - Teils
etwas fleckig und verwischt, gering gewellt,
insgesamt gut.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
516
LIBER AMICORUM - Berner Freundschaftsal-
bum mit 17 aquarellierten Federzeichnungen,
oft unter Integration von Silhouetten, 7 schwar-
ze Tuschzeichnungen (meist Silhouetten) und
10 reinen Textblättern. Bern, 1781-1801. 13 ×
21 cm. Reizvolles dunkelgrünes Ganzleder mit
ornamentaler Rückenvergoldung, marmorierten
Spiegeln und Vorsätzen sowie Goldschnitt. lm
Pappschuber d. Z. (nur gering berieben und
bestossen, der Schuber mit kl. Fehlstellen und
Einrissen im Falz).
Das Album wurde lt. anfänglicher, moderner
Bleistiftmarginalie für einen Francois Quendoz
angelegt und gehörte zuletzt einem Frederic
Rey aus Genf, Urenkel des Vorigen. Unter den
dokumentierten Orten und Namen: Schulthess
de Zuric, Henriette Quendoz, Victor v. Busse,
Jean Christoph Bechtel, A.R. Wyss de Wengi,
Jean Jacques Kreis de Berne, David-Francois
Burgeois, C.B. Brauer aus Diepholz, Joh. Fried.
Sening aus Nördlingen, Martin Robert Rappard
aus Barmen. - Lose beiliegend drei zeitgenös-
sische Silhouetten sowie zwei Textblätter. -
Schönes Exemplar.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
516
Lot 514
| 84
Manuskripte |
517
PHILOSOPHIE - Cursus Phicus / Veterem ac
novam et Complectens Philosophiam. Latei-
nische Handschrift auf Papier. Mit 3 (1 ganzs.)
Federzeichnungen. [Ohne Ort, wohl Frankreich],
am Schluss datiert: 10. April 1688. Kl.-4° (21,3
× 16,7 cm). [108] beids. beschr. Bll. Späterer
Lederband im Stil d. Z. über Holzdeckeln (Bünde
leicht berieben).
Spätscholastische, reich gegliederte Einführung
in die Logik. - Saubere Handschrift. Die ganz-
seitige Zeichnung mit Darstellung des Arbor
porphy[riana] (Baum des Wissens). - Das erste
Blatt mit gelöschtem zeitgenöss. Besitzver-
merk, darunter hs. Besitzvermerk Debucher,
datiert 1733.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
518*
Schaeppi, Sophie, Malerin (1852–1921) - Huber,
Hans. Hadlaub nach Gottfried Keller. In Musik
gesetzt von Hans Huber. Illustriert von Sophie
Schaeppi. Deutsche Handschrift auf Papier.
Mit kalligraphisch gestaltetem Titel und 11
montierten, aquarellierten und signierten Origi-
nal-Federzeichnungen von S. Schaeppi. Schweiz
(wohl Winterthur), um 1891. Folio (45 × 35,5
cm). [10] Bll. hs. Text, Tafeln. Ganzleder d. Z. mit
blindgeprägtem Initialen auf VDeckel I. S. und
figürl. Rollbandornamentik, Innenkantenvergol-
dung (etwas berieben und bestossen, VDeckel
kratzspurig).
Sauberer und sehr sorgfältig ausgeführter
Original-Entwurf mit sehr feinen und dekorati-
ven Original-Aquarellen zur ersten Novelle von
Gottfried Kellers Züricher Novellen. Als literari-
sche Vorlage gilt die Figur des schweizerischen
Minnesängers Johannes Hadlaub. - Leicht
gebräunt.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
519
Vinet, Alexandre, reformierter Prediger
(1813-1847). Niederschrift von französischen
Predigten, gehalten in Hanau vor der Église
évangelique libre du Canton de Vaud. Schreiber-
hand. Hanau, um 1831-1864. 8°. Halbleinen d. Z.
(etwas bestossen und beschabt).
Vinet verfocht die Trennung von Kirche und
Staat. Die hier vorliegenden Predigten (un-
terbrochen von Predigten seines Nachfolgers
Malan, 1787-1864) waren in der Regel über
ein Bibelzitat, das dem Text jeweils vorgestellt
war. Die Namen der jeweiligen Prediger hat die
Schreiberin ans Ende der Predigten gestellt. -
Etwas gebräunt, recht gut. - Beigegeben: drei
Porträts der Hanauer Familie Wunderly-Re-
mond. Originalphotographien. Vintages. Salz-
papierabzüge. Partiell zeitgenössisch übermalt.
Oval ausgeschnitten und montiert. Ein Porträt
signiert Steinberger- v. Bauer, 1865. Vinet lebte
in Hanau bei der Familie, der Überlieferung nach
stammt die vorliegende Niederschrift von deren
Tochter Lily Wunderly, von der sich hier ebenfalls
ein Porträt findet.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
517 518
| 85
520
Auerbach, Berthold, Schriftsteller (1812-1882).
Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift.
Deutsche Handschrift auf unterschiedlichen
Papieren (nur kleine Altersspuren, etwas fleckig).
Vorhanden I. Datiert Potsdam, 2. Mai 1864.
Auerbach hielt sich im Frühjahr 1864 in Potsdam
auf, wo er am 15. Mai seinen Roman „Auf der
Höhe“ fertigstellte. - II. Auf eigenem Briefpapier.
Datiert 30.5.18(81). Ohne Nennung des Emp-
fängers. Erinnert an ein früheres Treffen und
erwähnt einen Professor Friedrich und Jacob
Auerbach. - Insgesamt gut erhalten.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
521
Bauhin, Caspar (Gaspard), Mediziner und Bota-
niker (1560-1624). Siebenzeiliges, eigenhän-
diges Albumblatt. Signiert Casparus Bauhinus,
sowie mit eigenhändigem Zusatz von Funktion
und Datum. Basel, 14.4.1624. 9 × 15 cm (etwas
knitterspurig, dezent gebräunt).
Mit den Sprüchen Salomonis entnommenen
Motto Omnia vanitas praeter Deum amare.
Bauhin wirkte ab 1582 in Basel, wo er an der Uni-
versität lehrte und den botanischen Garten der
Stadt errichtete. Als Nachfolger von Felix Platter
wurde er 1614 auch Stadtarzt und Professor für
praktische Medizin. E starb im Dezember 1624,
nur wenige Monate nach dem Abfassen des
vorliegenden Blattes. - Provenienz: aus einer
renommierten alten Basler Privatsammlung.
- Verso im linken Rand Spuren alter Montage,
sonst gut.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
522
Born, Max, Physiker und Nobelpreisträger
(1882-1970). Eigenhändige Unterschrift und
eigenhändiger Ortszusatz Bad Pyrmont auf
gedruckter Einladungskarte der Stadt Lindau.
Ein Blatt, 10 × 12 cm (ganz gering gebräunt).
Die Einladung betraf die Tagung der Nobelpreis-
träger für Medizin in Lindau am 2. Juli 1963, bei
der wohl auch Nichtmediziner anwesend waren.
Die Karte wurde auch vom Sohn Max Borns,
dem Pharmakologen Gustav Born (1921-2018)
signiert und eigenhändig mit kompletter Adres-
se versehen, ausserdem hat sich der belgische
Pharmakologe und Nobelpreisträger (1938)
Corneille Heymanns mit seiner eigenhändigen
Unterschrift in einer Ecke dazugesetzt. - Pro-
venienz: aus einer renommierten alten Basler
Privatsammlung. - Gut erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
Autographen
521
| 86
Autographen |
523
Churchill, Sir Winston Spencer, Staatsmann
(1874-1965). Eigenh. Brief mit Unterschrift.
London, 5. September 1908. 8°. 2 S.
An seinen Freund und Gönner, den Unterneh-
mer und liberalen Politiker (Nathan) Laski (1863-
1941), dem er für ein grosszügiges Geschenk
dankt. I trust I may be able to fulfill in some
small measure the hopes you have formed of
my public work. I shall look forward to bringing
my wife to Manchester and I am sure you will
like her very much. Your friend, Winston S.
Churchill. Laski hatte den jungen Churchill u.a.
bei seiner Unterhaus-Kanditatur in Manchester
unterstützt, er war der Vater des späteren La-
bour-Politikers Harold Laski. - Mit blindgepräg-
tem Wappen des Hosenbandordens am Kopf
und auf Briefpapier des Board of Trade.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
524
Churchill, Sir Winston Spencer, Staatsmann
(1874-1965). Maschinenbrief mit eigenh. Anre-
de, Grussformel und Unterschrift. Chartwell, 14.
Juli 1931. 4°. 1/2 S. (etwas stockfleckig).
An Professor Wilkinson, dem er für your most
deeply interesting critiques upon Marlboro-
ugh's theory of war dankt. Churchill sollte die
monumentale vierbändige Biographie seines
Ahnherren, des Duke of Marlborough, zwischen
1933 und 1938 in 4 Bänden publizieren.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
525
Cocteau, Jean, Künstler (1889-1963). Sieben-
zeiliger, eigenhändiger Brief an Pierre (de Mas-
sot). Signiert Tendresses Jean. Französische
Handschrift auf Papier. 27 × 21 cm (gefaltet,
etwas gebräunt).
Fragt nach dem Befinden und schlägt ein Treffen
vor. Verso (wohl von anderer Hand) bezeichnet
Mars 1929“.. De Massot (1900-1969) gehörte
zum Freundeskreis der Pariser Dadaisten und
Surrealisten. - Im Falz teils minimal lädiert,
sonst gut. - Provenienz: aus einer alten Basler
Privatsammlung.
CHF 800 / 1 200
(€ 820 / 1 220)
526
Cornelius, Peter, Dichter und Komponist
(1824-1874). Eigenhändiges Manuskript mit
12 Gedichtsabschriften sowie Lebenslauf. Voll
signiert. Deutsche Handschrift auf Papier. 27,5
× 21 cm. Vier ineinandergelegte Doppelbögen
(gering nachgedunkelt).
Auf dem Deckblatt mit eigenhändiger Widmung
an die Fürstin Carolyne (wohl: von Sayn-Witt-
genstein, Lebensgefährtin von Franz Liszt).
Datiert und voll signiert Am grünen Donnerstag
1860 / Peter Cornelius. Die Gedichte teils ohne
Titel (Anfänge: Der Engel mit dem Flam-
menschwert, Hoffnung ist der Mägdlein...),
teils mit Titel An Liszt, An Rosa. Nicht alle
Texte konnten in Band IV der Gesamtausgabe
(1905) gefunden werden. - Gut erhalten.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
527
Ehrlich, Paul, Mediziner und Nobelpreisträger
(1854-1915). Sonderdruck mit eigenh. Wid-
mung an den Frankfurter Oberbürgermeister
[Franz] Adickes. Undatiert, wohl 1897.
Auf dem Vorderdeckel von: Die Wertbemessung
des Diphterieheilserums und deren theoreti-
sche Grundlagen. Abdruck aus dem Klimschen
Jahrbuch (Sechster Band), Jena 1897. 8°. [1]
Bl., 34 S. Original-Broschur (etwas fingerfleckig
und angestaubt, Reste von Sign.-Märkchen). -
Stempel auf Titel verso.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
528
Einstein, Albert, Physiker (1879-1955). Fünf-
zeiliger, eigenhändiger, signierter Gruss auf
gedruckter Dankeskarte. Princeton, abgestem-
pelt 10.04.1954. 8 × 13 cm. Mit gelaufenem
Original-Briefumschlag (gering knickspurig und
vergilbt).
Dankt für Glückwunsche zu seinem 75. Ge-
burtstag. Die Empfängerin, E. Näegeli, war ihm
wohl noch aus seiner Winterthurer Zeit bekannt
... Ihre Mitteilungen, die alte Zeiten lebendig
werden lassen. Ein alter Zigeuner hat es in
dieser Beziehung nicht leicht. Beste Wünsche
! Ihr A. Einstein 54. - Provenienz: aus einer
renommierten alten Basler Privatsammlung. -
Unverwischt, gut erhalten.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
523 524
| 87
526 527
528
| 88
Autographen |
529
FRANZÖSISCHE REVOLUTION - Brief des
Comité de Salut Public (Wohlfahrtsausschuss).
Mit gedr. Briefkopf und Kupferstich-Vignette.
Paris, 17.8.1794 (premier fructidor an 2). Folio
(35,5 × 22,5 cm). 1 S.
Suspendierung eines Beamten wegen Krank-
heit. - Mit den Unterschriften von (Bertrand)
Barère, (Joseph) Eschassériaux, (Lazare) Carnot
und P. A. Laloy.
CHF 200 / 300
(€ 200 / 310)
530
Goethe, Johann Wolfgang, Dichter (1749-
1832). Zweiteiliger Brief mit eigenh. Unter-
schrift ergebenst Goethe. Weimar, 24. Juli
1814. 4°. 4 S. (das zweite Blatt mit horizontalem
Falzdurchriss und leichtem Buchstabenverlust).
Geschrieben von Goethes Sekretärin Caro-
line Ulrich, an Friedrich von Schlichtegroll in
München als Antwort auf dessen Empfehlungs-
schreiben für die Schauspielerin A. Altmutter.
Wie gern möchte ich das Gute, was sich auf
unserm Theater nach und nach hervorgetan [...]
weiter ausbreiten. Aber: Bey uns kann nur eine
kleine Anzahl Talente neben einander bestehen,
denn das wir nur drey mal in der Woche spielen
so ist für mehrere nicht Raum, und zu beklagen,
dass sie nicht genug beschäftigt sind. - Auf der
Rückseite fortgesetzt (von der Hand Riemers):
Die Absendung des Vorstehenden ist leider sehr
lange verzögert worden. Ich werde an meine
Pflicht erinnert in dem Augenblick, da ich von
Weimar scheide, um nach Frankfurt und Wies-
baden zu gehen. - Gebräunt, alt hinterlegte
Randdefekte.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
531
GOETHE-KREIS - Vulpius, Christian August,
Schriftsteller (1762-1827). Zwei eigenh. Briefe
mit Unterschrift. Weimar, 1807 und 1824. 8°.
Jeweils 2 S. (ein kl. Falzeinriss).
1. Weimar, 3. Oktober 1807. - Dankt für die Zu-
sendung einer gelehrten Abhandlung. - 2. Ebd.,
26. September 1824. „Seit 7 Tagen bin ich den
Fontibus Mattiacis entronnen“.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
530 532
| 89
532
Goethe-Kreis - Vier Autographen zum weiteren
Umfeld Goethes, ca. 1841-1869. Deutsche
Handschriften auf unterschiedlichen Papieren
und Formaten (gefaltet, teils gebräunt und
etwas fleckig).
Vorhanden sind: 1. Fr. v. Müller. Eigenhändiger
Brief an einen nicht genannten Herrn. datiert
Weimar, 9. Mai (18)41. Signiert v. Müller. Beruft
sich auf die Antwort von Auguste von Preussen
(mit Wilhelm verheiratet), die bedauert, das der
Wunsch des nicht genannten Bittstellers nicht
erfüllt wurde. Dabei: von Müller eh. adressierter
leerer Briefumschlag an einen Herrn Schramm,
evtl. der zu o.a. Schriftstück zugehörige. - 2./3..
Zwei eh. einseitige Briefe des Goethe-Enkels
Walther v. Goethe. Datiert Jena, Januar bzw.
Februar 1869. Voll signiert. Knappe Begleitbriefe
zu diversen Zeitschriftenartikeln, die retourniert
wurden (hier nicht dabei). -4 J.P. Eckermann.
Fünfzeilige eh. Notiz, voll signiert. Datiert Wei-
mar, 29.6.1846. Kurze Begleitnotiz zu einer Pa-
ketsendung an einen Dr. Detmold. - Beigegeben
drei eh. Blatt (von 4 ?) eines Briefes von Ulrike
(wohl: v. Levetzow), datiert Trziblitz, 9. Sept. (?)
1893. - Insgesamt ordentlich erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
533
Gounod, Charles, Komponist (1818-1893). Drei
eigenhändige und signierte Briefe. Französische
Handschrift auf unterschiedlichen Papieren
(gefaltet, etwas knickspurig, kleine Randläsuren).
1. Brief an Vizentini, datiert 1.2.1876. Empfeh-
lungsschreiben für das Werk eines Édouard
Lalo“ (?). - 2. Brief an einen nicht genannten
Monsieur. datiert 14. 9. (?). 1894. Bestätigt ein
Treffen und verweist auf eine Mademoisel-
le Erard. - 3. Brief an einen nicht genannten
Freund. datiert 23.1.1886. Bitte um Reservie-
rung zweier Logen für denselben Abend. - Brief
an Vizentini verso in einer Ecke mit Spuren alter
Montage. sonst recht gut
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
534
Haller, Albrecht von, Dichter, Arzt und Na-
turforscher (1708-1777). Eigenh. Brief mit
Unterschrift. Bern, 18. Mai 1772. 4°. 1/2 S. auf
Doppelblatt.
In französischer Sprache an einen ungenann-
ten Adressaten: Je viens de lire ... le Ms. de M.
Gilibert, il est pret pour Vous etre renvoyé de la
maniere, que Vous jugerez la plus convenable.
J'y ajouterai une reponse pour l'Auteur, ou je
marquerai l'idée que j'ai prise de cet ouvrage....
- Der französische Botaniker Jean-Emmanuel
Gilibert (1741-1814) ging 1775 auf Vermittlung
Hallers nach Vilnius und später nach Grodno,
wo er bedeutende botanische Gärten anlegte. -
Leicht stockfleckig.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
533 534
| 90
Autographen |
535
Kaiser, Georg, Schriftsteller (1878-1945). Drei
eigenhändige Briefe bzw. Mitteilungen und ein
eigenhändig signiertes Typoskript. Unterschied-
liche Papiere und Formate (nur kleine Alterss-
puren).
Vorhanden sind: I. Dreiseitiger Brief an (Kurt)
Hirschfeld. Zürich, ohne Datum (1940). Voll
signiert. Will an der kommenden Hauptprobe
(Tanaka) nicht teilnehmen und bittet, Dank
und Grüsse zu übermitteln. - II. Sechszeilige
Briefkarte an Hirschfeld. Ohne Ort und Datum.
Zum Gedicht Selbstbildnis und zum geplanten
Treffen im Storchen. - III. Einseitiges Typoskript
an Hirschfeld, voll signiert. Datiert Zürich,
10.02.1941. Zur Komödie Gentle People (nicht
identisch mit dem Irwin Shaw-Stück) und warum
er das Stück für vollkommen hält. Äussert sich
ablehnend zu unverständigem Publikum (Thea-
terabende, an denen das Publikum durchfällt...).
- IV. Einseitiger Brief an (Emil) Oprecht. datiert
St. Moritz, 13.4.1944. Voll signiert. Schickt ihm
das dritte hellenische Stück Bellerophon. -
Provenienz: alle Stücke aus einer renommierten
alten Basler Privatsammlung. - Teils etwas
gebräunt, falt- und knickspurig, insgesamt gut.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
536
Lesseps, Ferdinand M. de, Ingenieur (1805-
1894). Sieben Autographen der Jahre 1867-
1891, darunter eigenhändge Briefe. Franzö-
sische Handschriften auf unterschiedlchen
Papieren (teils gefaltet, etwas gebräunt und
knickspurig, kleine Randläsuren).
Vorhanden sind: 1. Eigenhändige Sen-
tenz Aperire terram gentibus auf kleinem
Albumblatt. Datiert Paris, 19. (September ?)
1888. - 2. Eigenhändiger siebenzeiliger Brief
(an J. Herbette ?), undatiert. - 3. Zweiseitger
eigenhändiger sgnierter Brief an seine Inge-
nieure, auf Briefpapier der Kanalgesellschaft,
dat. 29.04.1869. - 4. Eigenhändige Unterschrift
auf Brief von Schreiberhand, an einen Herrn
Lindheim in Wien. Paris, 27. Juni 1867. Antwort
auf ein erhaltenes Telegramm. -5. Eigenhändi-
ger, einseitiger Brief an einen Kollegen. Paris, 12.
März 1890 (Jahr nicht sicher lesbar) - 6. Eigen-
händige Unterschrift auf gedruckter Antwort an
einen Robert Ilges (?), Köln. Auf Briefpapier der
Kanalgesellschaft. Datiert 4. Januar 1859. -7.
Zwei eigenhändige Sentenzen auf einem Blatt.
Eigenhändig signiert. Datiert 1891. - Dabei:
Brief von anderer Hand in deutscher Sprache
an Vater und Geschwister, signiert Theodor.
Auf Briefpapier der Kanalgesellschaft. Datiert
Port Said, 13. Juni 1864. - Meist nur kleinere Al-
tersspuren, recht gut. - Provenienz: alle Stücke
aus einer alten Basler Privatsammlung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
537
Lortzing, Albert, Komponist (1801-1851).
Eigenhändiger halbseitiger Brief an Redak-
teur Rudolph Hirsch. Ohne Ort (Leipzig ?),
25.3.(18)42. Ein Blatt, mit Lacksiegel. 21,5 ×
13,5 cm (gefaltet, unsauber aufgerissen ohne
Buchstabenverlust, Siegel angebrochen).
Abschlägiger Bescheid einer zuvor geäus-
serten Bitte um einen (autobiographischen?)
Beitrag: Leider aber habe ich nichts deartiges
vorräthig.... Der Adressat (1816-1872) war
Herausgeber der Gallerie lebender Tondichter,
erstmals 1836 erschienen und ohne Erwähnung
von Lortzing. 1840-43 war Hirsch, der auch sel-
ber zahlreiche Lieder komponierte, Redakteur
des Komet in Leipzig, dorthin ist der Brief auch
adressiert. - Kaum gebräunt, etwas knitterspu-
rig, insgesamt gut.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
537
536
| 91
538
Maria Theresia, römisch-deutsche Kaiserin
(1719-1780). Urkunde für einen Freiherrn Carl
Sigmund von Ziegesar über eine Verpfän-
dungsauslösung im Kanton Bern. Deutsche
Handschrift auf Pergament. Schreiberhand. Von
der Kaiserin eigenhändig signiert. Pressburg,
20.9.1741. Aufgefaltet ca. 58 × 83 cm. Mit ange-
hängter Siegelkapsel (wellig, etwas angestaubt,
partiell wasserfleckig, Kapsel und Band erneuert,
Deckel der Kapsel fehlt).
Vermutlich bezüglich auf den Geheimrath Carl
Siegmund den Jüngeren (1696-1754). - Teils
fingerfleckig und fleckig, noch ordentlich.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
539
Mendelssohn-Bartholdy, Felix, Komponist
(1809-1847). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Bad
Soden im Taunus, 27. Juli 1845. 18,1 × 19,4 cm.
1 S. auf Doppelblatt (Falzeinrisse alt hingerlegt).
Empfehlungsschreiben ohne Anrede: Dass
mir Fräulein Betty Fischer aus Darmstadt durch
ihr ausgezeichnetes Gesangstalent eine sehr
grosse Freude bereitet hat, indem sie einige
Arien von Mozart und Beethoven mit Gefühl und
Verständniss vortrug, dass sie eine sehr ange-
nehm jugendliche Stimme mit reiner Intonation
und guter gründlicher Schule verbindet [...] be-
scheinige ich durch meinen Namen. - Mendels-
sohn verbrachte den Sommer - wie schon im
Vorjahr - in Bad Soden, wo er u.a. mit der Arbeit
am Elias begann und das Streichquintett B-Dur
fertigstellte. - Leicht staubfleckig.
CHF 1 200 / 1 800
(€ 1 220 / 1 840)
540
Meyerbeer, Giacomo, Komponist (1791-1864).
Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Auf
bläulichem Papier (gefaltet, wenig fleckig, kleine
Randläsuren).
Vorhanden sind: 1. Briefpapier des Hotel de
l'Europe / F. X. Maier. An einen Herrn Direktor in
Karlsruhe, wohl den Musikdirektor der Badischen
Staatskapelle, Wilhelm Kalliwoda (1827-1893):
Wie soll ich Ihnen genugsam für Ihren freundli-
chen liebenswürdigen Empfang in Carlsruhe und
Ihre heutige gütige Mitteilung danken? Datiert
Baden-Baden, 15. Juli 1858. - 2. Einseitiger
Brief an einen nicht genannten Monsieur le
Directeur. Datiert 18 Oktober (ohne Jahr,
1850er Jahre ?). Über einen M. Cerilier, den er
dem Adressaten empfiehlt. - Insgesamt recht
gut erhalten.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
539
| 92
Autographen |
541*
MUSIK - Sammlung von mehr als 70 signierten
Konzert-Programmen klassischer Musik. Basel,
1952-1966. In Sammelordner.
Umfangreiche Dokumentation der Basler
Solistenabende und anderer Konzertreihen, es
finden sich auch wenige Programme aus ande-
ren Städten (Genf, Luzern). Enthält Unterschrif-
ten von Martha Argerich, Wilhelm Backhaus,
Georgy Cziffra, Edwin Fischer, Walter Gieseking,
Hans Leygraf, Kirsten Flagstad, George Szell,
Rudolf Serkin, Wolfgang Sawallisch, Dietrich
Fischer-Dieskau, André Cluytens, Emil Gilels,
Clemens Krauss u.v.a. Darüber hinaus einige
Autogramm- und Postkarten (Karl Böhm, Pablo
Casals) sowie ein eigenh. Brief von Alfred Cortot
(1955). - Weitere (spätere) Programme lose
beiliegend.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
542
NAPOLEONICA - Augereau, Charles Pierre
François, Revolutionsgeneral und Marschall von
Frankreich (1757-1816). Eigenh. Brief an seinen
Bruder. Barèges, 1. Juli 1807. 4°. 1 S. (gefaltet,
etwas gebräunt).
An seinen Bruder, den Général de Brigade
Augereau: Je te prie de remettre mes lettres a
leurs adresse, ma santé est soufrante les bains
ont renouvelle mes douleurs. - Nach seiner
Verwundung in der Schlacht von Eylau hatte
Napoleon Augereau in einen längeren Erho-
lungsurlaub geschickt. - BEIGEGEBEN: Belliard,
Augustin-Daniel. Eigenh. Brief an den Général
Divisionnaire Friant. Miniet (Minieh in Ägypten),
le 12 ventôse an 8 (3.3.1800). - Belliard und
Friant sollten wenige Tage später gemeinsam in
der Schlacht bei Heliopolis kämpfen. - Minimal
fleckig, insgesamt sauber.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
543
- Bernadotte, Jean-Baptiste-Jules, Fürst von
Pontecorvo, Marschall von Frankreich, später als
Karl XIV. Johann König von Schweden (1763–
1844). Eigenh. Brief mit markanter Unterschrift.
O.O., 15. Dezember 1808. 4°. 3 S. auf Doppelb-
latt (gefaltet, kleine Randläsuren).
Inhaltsreicher Brief an einen Freund, die Erzie-
hung seines Sohnes betreffend. Bernadotte gibt
genaue Anweisungen für dessen Stundenplan
par example la connaissance des Langues
vivantes, des Mathématiques, de l'histoire de
la Géographie et par dessus tout l'usage du
Monde et un sens droit. Zum gegenwärtigen
Lehrer schreibt er Il n´a pas voyage et le moin
du déplacement le fait trouver dans un monde
nouveau ou il est embarassé. - Etwas gebräunt
und fleckig.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
542 543
| 93
544
- Berthier, Louis-Alexandre, Fürst von Wagram
u. Neuchâtel, Marschall von Frankreich (1753-
1815). Eigenh. Brief mit Unterschrift Alexand-
re. Fontainebleau, 9. April 1814. 4°. 1 1/4 S. auf
Doppelblatt (gefaltet, etwas gebräunt)
An Marschall Ney, den Prince de la Moskowa:
J'ai reçu l'envoi de la ligne de demarcation,
comme je vous l'ai mandé, il y adeux heures.
Erwähnt weiter den Herzog von Reggio, Graf v.
Gevaudin, die neu festzulegende Grenzlinie u.a.
- Minimal fleckig, gut.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
545
- Bonaparte, Pauline, Prinzessin Borghése,
Schwester von Napoléon I. (1780-1825).
Eigenh. Brief mit Unterschrift. Lucca, 24. Juli
(wohl 1816). Kl.-8°. 4 S. auf Doppelblatt (gefaltet,
etwas gebräunt).
An eine Gräfin, die gegen Anweisung Schmuck
von Pauline verkauft hat. Verweist darauf, dass
sie nicht dulden werde, dass man sich über sie
lustig mache aber machen Sie, was Sie wollen,
ich hatte geglaubt, Sie seien ehrlch. - Letztes
Blatt in einer Ecke minimal fleckig. sonst gut.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
546
- Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien,
Herzog von Leuchtenberg, Stiefsohn Napo-
leons I. (1781-1824). Eigenh. Brief mit Unter-
schrift. Mailand, 10. Juni 1813. 4°. 1 S. (gefaltet,
etwas fleckig).
Adressiert an Jean Andoche Junot, Duc d´Ab-
rantes. Antwort auf einen Brief an Eugène, in
dem ihm Junot Teile seiner Bibliotherk zum Kauf
angeboten hatte. Eugéne muss aber aus Geld-
und Platzmangel (die ewig gleichen Probleme
...) absagen. Junot stürzte sich etwas später im
Wahn aus dem Fenster und starb an den Ver-
letzungen am 29.7.1813, nachdem er versucht
hatte, sich sein gebrochenes Bein selber zu
amputieren. - Kleiner Fleck im Text, sonst gut.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
544 546
| 94
Autographen |
547
NAPOLEONICA - Ghaisne, Louis-Auguste-Vic-
tor de, comte de Bourmont, Staatsmann (1773-
1856). Brief mit eigenh. Unterschrift. Paris, 28.
Februar 1830. 4°.
Mit gedrucktem Briefkopf des Ministère de la
Guerre an Baron Bacot de Romand. - BEIGE-
GEBEN: Portal d'Albarèdes. Eigenh. Brief an den
Grafen Carra St. Cyr. Paris, 18. August 1820.
Folio. 1 S.
CHF 200 / 300
(€ 200 / 310)
548
- Hortense de Beauharnais, Königin von Holland,
Stieftochter Napoléons I., Mutter von Napoléon
III. (1783-1837). Zwei eigenh. Briefe mit Unter-
schrift. Rom, 7. Januar 1830 und Arenenberg,
1. Oktober 1835 (gefaltet, etwas gebräunt und
fleckig).
Dankt 1835 für einen erhaltenen Brief, erwartet
den gelegentlichen Besuch des Adressaten in
Arenenberg, wo ihre Herbstblumen sie noch
mehrere Monate zurückhalten werden. Berich-
tet 1830 über ihre persönliche (auch finanzielle)
Situation und ihre Erwartungen an den nicht
genannten prinzlichen Adressaten. - Teils gering
fleckig, insgesamt gut.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
549
- Junot, Jean Andoche, Herzog von Abrantès
(1771-1813). Brief an Berthier mit eigenh. Un-
terschrift. Mit gedrucktem Briefkopf Le Gou-
verneur de Paris. Paris, 28. April 1807. 4° (24,5 ×
20 cm). Ein Blatt. (gefaltet, etwas knitterspurig).
In der Angelegenheit eines Monsieur Benfield,
eines Engländers, der als ausländischer Kriegs-
gefangener gilt. Berichtet von evtl. Genehmi-
gungen, die Benfield den Aufenthalt in Paris
erlauben und von dessen Ersuchen, ihm aus
geschäftlichen Gründen eine Reise nach Rotter-
dam zu erlauben. - Bearbeitungsvermerke von
alter Hand mit verschiedenen Stiften, minimal
gebräunt und fleckig.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
548 549
| 95
550
- Konvolut von 6 Briefen mit Unterschrift, teils
mit gedrucktem Briefkopf.
ENTHÄLT:
1. MacDonald, Jacques Alexandre, Herzog von
Tarent, Marschall von Frankreich (1765–1840).
Eigenh. Brief mit Unterschrift. Chambery, 18.
April 1800. 4°. 1 S.
2. Hastrel de Rivedoux, Etienne, französischer
General (1766–1846). Gestochener Brief mit
eigenhändiger Grussform und Unterschrift.
Paris, 31. August 1815. 4°. 1 S.
3. Prieur, Jean-Baptiste, Militärgrossrichter (XX).
Eigenh. Brief mit Unterschrift. Strassburg, 14.
August 1792. 4°. 1 S.
4. Bruslys, Nicolas Ernault des, französischer
Revolutionsgeneral (1757–1809). Eigenh. Brief
mit Unterschrift. 31. Januar 1798. Gr.-8°. 2 S. auf
Doppelblatt.
5. Schreiben mit Unterschrift der Officiers de
Santé . Amiens, 22. Juli 1796. 4°. 1 S. Gestem-
pelt.
6. Brief an den Kriegsminister Henri-Jac-
ques-Gauillaume Clarke. Marlia, 21. Juni 1812.
Gr.-8°. 1/2 S. Gestempelt.
Zumeist gefaltet, etwas gebräunt oder leicht
stockfleckig, vereinzelt mit kleinen Randeinris-
sen.
CHF 400 / 700
(€ 410 / 710)
551
- Murat, Joachim, Schwager Napoleons und ab
1808 König von Neapel (1767-1815). Brief mit
eigenh. Unterschrift. O.O. [Neapel], 16.7.1809.
11,5 × 18,5 cm (gefaltet, im linken Rand
Löchlein von alter Aktenheftung mit minimalen
Buchstabenverlusten).
Erteilt den Befehl zur Verlegung von zwei
Kompanien Infanterie in den Hafen à l'effet d'y
être embarquées pour Capri. Ces Compagnies
doivent être fortes de 200 hommes. - Sauber.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
552
NAPOLEONICA - Napoleon I., Kaiser der
Franzosen (1769-1821). Ordre. Sa majeste or-
donne... Von Schreiberhand. Mit eigenhändiger
Paraphe Nap. Schönbrunn, 24.6.1809. 31 × 20
cm. Ein Blatt (gefaltet, knickspurig).
Befehl über Transport und Einsatz von Hau-
bitzen und Mörsern von Raab bzw. Wien nach
Pressburg. Abgedruckt im dritten Band von
Général Pelet, Memoires sur la guerre de 1809
en Allemagne, Seite 468. - Im Rand etwas
nachgedunkelt, etwas gebräunt, sonst sauber.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
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Autographen |
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NAPOLEONICA - Quantin, Pierre, Gene-
ral (1759-1824). Drei Befehle mit eigenh.
Unterschriften. Dünkirchen und Vannes (2),
1796. Verschiedene Formate, jeweils mit gedr.
Briefköpfen (gefaltet, etwas knitterspurig, kl.
Randläsuren).
BEIGEGEBEN: Petiet, Claude-Louis, Kriegsmi-
nister (1749-1806). Urkunde mit eigenh. Unter-
schrift. Paris, 1796. Folio. 1 S. - Etwas gebräunt
und braunfleckig.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
554
- Récamier, Julie, Salonnière (1777-1849). Ei-
genh. Brief ohne Unterschrift. Undatiert. 8°. 1 S.
auf Doppelblatt. Mit Siegel (Inschrift „Nulla dies
sine nebula“) und Adresse verso.
An Monsieur Artaud. - Etwas fleckig, hs. Zusatz
im Unterrand gelöscht. - Portrait-Lithographie
beiliegend.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
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Niebuhr, Barthold George, Historiker (1776-
1831). Vierzehnzeiliger eigenhändiger Brief an
einen liebsten Reiner, signiert Niebuhr. 25 ×
20 cm (gefaltet, etwas gebräunt, knitterspurig,
ein Eckabriss ohne Textverlust, eine andere Ecke
ohne Textverlust neuer angestückt)..
Ohne Ort oder Datum, die Anrede folgt erst
in der zweiten Zeile. Dreht sich um nach Wien
bestimmte Sendungen nach Wien, deren Ein-
treffen erwartet wird. Erwähnt einen Leipziger
Commissionär und einen Wiener Cabinettrath
Albrecht als Versender bzw. Empfänger, wohl
von Büchern. - Insgesamt noch ordentlich. -
Provenienz: aus einer alten Basler Privatsamm-
lung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
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Oken, Lorenz, Naturforscher und romantischer
Naturphilosoph (1779-1851). Eigenh. Brief mit
Unterschrift. Jena, 2.1.1810. 8°. 1/2 S.
Oken sollte 1835 der erste Rektor der Universi-
tät Zürich werden. - Provenienz: aus einer alten
Basler Privatsammlung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
557
Oken, Lorenz, Naturwissenschaftler (1779-
1851). Eigenhändige, achtzeilige Vorlesungs-
bescheinigung. Signiert Dr. Oken. Jena,
27.8.1812. 17 × 20 cm (gebräunt und braun-
fleckig).
Bescheinigt dem Studiosus Seiler, die Vorle-
sungen fleissig besucht zu haben. Mit Original-
Lacksiegel. - Dabei: weitere Bescheinigung für
denselben Studenten, ausgestellt von Heinr.
Luden. Ebenfalls mit OSiegel. - Provenienz:
Stücke aus einer renommierten alten Basler
Privatsammlung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
558
Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932).
Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift
und Original-Federzeichnungen (davon eine
koloriert). Jeweils voll signiert. Wien, 2.4.1898
und Karlsbad, September 1899. Beide gelaufen,
zusammen jeweils einseitig auf Trägerkarton
montiert (jeweils an einer Schmalseite leicht
angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur).
An den Semper-Schüler und Mitbegründer des
Münchner Jugendstils, den Maler und Entwerfer
Hans Eduard von Berlepsch- (Valendas), (1849-
1921) . Die Karte aus Wien mit Tuschezeichnung
(Harlekin und biertrinkendem schwarzgekleide-
ten Mann - wohl eine Berlepsch-Karikatur). Die
Karte aus Karlsbad mit kolorierter Karikatur von
fünf Strassentypen, teils im frühen Jugendstil. -
Minimal verwischt, gut erhalten.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
559
Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932).
Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift
und Original-Federzeichnungen (davon eine ko-
loriert). Jeweils voll signiert. London, 1898 und
Paris, 1898 (jeweils an einer Schmalseite leicht
angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur).
Gerichtet an den Semper-Schüler und Mitbe-
gründer des Münchner Jugendstils, den Maler
und Entwerfer Hans Eduard von Berlepsch- (Va-
lendas), (1849-1921) . Die Karte aus London in
englischer Sprache, mit Karikaturen englischer
Strassentypen. Die Karte aus Paris mit Vollbild
einer Dame im typischen frühen Jugendstil. -
Minimal verwischt, gut erhalten.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
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Autographen |
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Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932).
Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift
und Original-Federzeichnungen (davon eine
koloriert). Eigenhändig signiert (Japan) bzw.
monogrammiert (Basel). Japan, 01.02.1900
(abgestempelt San Francisco 1901 !) und Basel,
2.12.1898 (jeweils an einer Schmalseite leicht
angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur).
Gerichtet an den Semper-Schüler und Mitbe-
gründer des Münchner Jugendstils, den Maler
und Entwerfer Hans Eduard von Berlepsch-
(Valendas), (1849-1921) . Die Karte aus Japan
mit Skizze eines Sackträgers, von anderer
Hand darunter auf dem Träger zugesetzt
gehoben aus dem Wrack d. Rio de Janeiro
22. Febr. 1901. Das Passagierschiff sank am 2.
Februar 1901, erst 2014 wurden die Reste des
Wracks in der Bay wiederaufgespürt. Die Karte
aus Basel mit Vollbild eines Rauchers, Bild und
Schrift im typischen frühen Jugendstil. - Minimal
verwischt, vor allem die Japan-Karte, insgesamt
gut erhalten.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
561
Platter d. Ältere, Felix, Arzt und Anatom (1536-
1614). Eigenhändiges siebenzeiliges Album-
blatt. Signiert Felix Platterus. Ohne Ort und
Datum, (wohl Basel, um 1600). 14,5 × 8,5 cm
(gering gebräunt).
Zitiert Ph. Melanchthon Nullius est felix conatus
et utilis unquam consilium si non detque iuvet-
que Deus. Signiert als Professor, was er seit
1571 war (und ihn von seinem gleichnamigen
Neffen unterscheidet). Platter ist heute noch
für seine erst 1840 publizierte Autobiographie
bekannt. - Provenienz: aus einer renommierten
alten Basler Privatsammlung. - Gut erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
562
Saint-Hilaire, Etienne Geoffroy, Zoologe und
Evolutionsforscher (1772-1844). Eigenhändi-
ge Unterschrift auf einer Urkunde der Société
Linnéenne des Paris. Datiert 10.1.1822. Mit
drei weiteren Originalsignaturen. Französi-
sche Handschriften auf gestochener Urkunde
(Blanchard nach Plée und Hesse). 37,5 × 47 cm
(gefaltet. angestaubt, kl. Randeinrisse).
Saint-Hilaire war einer der Forscher, der die
Grundlagen für die Evolutionstheorie schuf. Hier
ist er in einer eher kuriosen Funktion dokumen-
tiert. Die genannte Pariser Gesellschaft war
zwar schon 1787 gegründet worden, geriet aber
schnell in Konkurrenz mit der offiziellen Akade-
mie der Naturwissenschaften und veschwand
deshalb etwa 1789 wieder von der Bildfläche.
Ein neuer Belebungsversuch begann 1821, en-
dete aber auch schon wieder 1835. 1866 gab es
den dritten und letzten Versuch, 1922 wurde die
Société schliesslich offiziell aufgelöst. Hier ein
sehr seltenes Dokument aus dem Anfang der
zweiten Phase, die Aufnahmeurkunde eines J.B.
Delalande in die Gesellschaft. Es unterschrieben
eigenhändig Bernard Germain de Lacépède als
Präsident, Saint-Hilaire als Erster Vizepräsident,
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A.G. Desmarest als Zweiter Vizepräsident sowie
Thibaut de Berneaud als Sekretär der Gesell-
schaft. Die gestochene Urkunde ist reizvoll
klassizistisch gestaltet, mit Porträts von Joseph
Pitton de Tournefort und Linné, einer kleinen al-
legroischen Szene, Lorbeerfestons als Rahmen
sowie dem Original-Lacksiegel der Gesellschaft.
- Breitrandig, unbeschnitten, im Rand oben und
unten recto (!) Spuren alter Montage, insgesamt
recht gut.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
563
Sammlung von 25 Autographen zur deutschen
Literatur. Deutsche Handschriften auf unter-
schiedlichen Papieren. Um 1890-1960 (meist
nur kleine Altersspuren).
Vorhanden sind: Hermann Hesse. Fotopostkar-
te von Hesse 1956 mit seinem Enkel. Von Hesse
monogrammiert H.H. - Gerhart Hauptmann.
Zwei Stück: mont. Signatur unter Fotoport-
rät, dat. 1939. Eh. kurzer Brief an einen nicht
genannten Herrn, dat. 6.7.1910. - Wilh. Raabe.
Abschnitt einer Paketkarte, von Raabe eh. aus-
gefüllt. Braunschweig 16.1.1903. - C. Sternheim.
Zwei Stück: Albumblatt Immerhin ! C. Stern-
heim Berlin 6.1.25 (wohl Seite aus einem De-
dikationsexemplar). Eh. Postkarte in Blei an die
Offizin Haag-Drugulin. Abgestempelt 23.4.13.
- Max. Harden. Eh. Postkarte in Kopierstift. An
Dr. Pflaum, München, datiert (Berlin)-Grune-
wald, 31.12.1910. - Bernh. Kellermann. Eh. Brief
an (Fritz) Engel. Datiert Berlin, 14.7.17 (?). - Max
Kretzer. Eh. Gedicht. Von anderer Hand datiert
8.2.1909. - Herm. Sudermann. Drei Stücke,
1926-1928. Zwei eh. Briefe, ein masch. Brief mit
eh. Signatur. - L. Ganghofer. Drei Stück. Zwei eh.
Briefkarten, ein eh. Albumblatt. 1910-1917. - L.
Fulda. Eh. Briefkarte. Datiert Berlin, 17.12.1924.
- M. Halbe. Zwei masch. Stück an Marie v. Bülow.
Eh. signiert. 1939-1940. - Weitere eh. bzw. eh.
signierte von W. Bergengrün (drei Stück), C.
Flaischlen (zwei Stück), Paul Schallück und B.v.
Heiseler (je eins). - Insgesamt gut.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
564
Schiller, Ernst Friedrich Wilhelm, Landgerichts-
rat und Sohn Friedrich Schillers (1796-1841).
Eigenhändiger achtseitiger Brief mit einer ganz-
seitigen Kartenskizze. Signiert Schiller. Trier, 5.
August 1828 (von anderer Hand ergänzt: 2. Juni
1829). 27 × 22 cm (gebräunt, Randläsuren).
Seit 1828 war Ernst, zweiter Sohn von Friedrich
(von) Schiller, als Landgerichtsrat in Trier tätig.
Der eng beschriebene Brief an einen nicht ge-
nannten Freund entstand wohl unter dem Ein-
druck des Umzugs und der neuen Umgebung.
Erwähnt werden der vorhergegangene Brief
des Freundes vom Mai, der bisher unbeantwor-
tet blieb. Weiter erwähnt werden die Russen
auf dem Balkan (!), Emilie (von Schiller, jüngste
Schwester des Briefschreibers), Carl August von
Sachsen-Weimar, sodann ausführlich Trier und
Umgebung. Die Karte zeigt zentral das kleine
Trier an der Mosel, umgeben von Dörfern, Fle-
cken und Wäldern. - Gefaltet, teils gering fleckig
und verwischt, ordentlich.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
564
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Autographen |
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Schillings, Max von, Dirigent und Komponist
(1868-1933). Zwei drei- bzw. vierseitige eigen-
händige BrIefe an den Komponisten Alexander
von Zemlinsky. Deutsche Handschriften auf
Papier der Kapelldirektion des Kgl. Württember-
gischen Hoftheaters. 25 × 19 cm (etwas vergilbt,
gefaltet).
Für die Rezeption und Werkgeschichte Zem-
linskys bedeutende und bisher wohl nicht
ausgewertete Belege. Der erste Brief, datiert
Stuttgart, 18.3.1910, betrifft Kleider machen
Leute (die Uraufführung der Erstfassung fand
am 2. Oktober 1910 in der Volksoper Wien
statt). Eine Stuttgarter Aufführung war lt. Brief
für November angesetzt. Schillings schreibt
für die Sicherstellung dieses Termins werde
ich meinen Einfluss voll einsetzen. - II. Datiert
Stuttgart 16.3.1917. Betrifft Eine Florentini-
sche Tragödie. Das Werk hatte seine Urauf-
führung am 30.1.1917 am Württembergischen
Hoftheater in Stuttgart unter M. von Schillings
erlebt. Eine weitere Aufführung erfolgte in Prag,
zu deren Erfolg v. Schillings den Komponisten
hier beglückwünscht. Geht noch weiter u.a.
auf die Wünsche des Stuttgarter Publikums
ein. - Provenienz: aus einer renommierten
alten Basler Privatsammlung. - Wenige kleine
Verwischungen auf der letzten Seite des Briefes
von 1917, sonst gut.
CHF 500 / 800
(€ 510 / 820)
566
Schleiden, M. J., Jurist und Botaniker, (1804-
1881). Drei Autographen. Jeweils auf eigenem
Briefpapier mit Blindstempel sowie eigenhändig
signiert M.J. Schleiden. Deutsche Handschrift
auf Doppelbögen (etwas gebräunt).
Schleiden wirkte erst als Jurist, bis er 1832/33
ein Medizinstudium aufnahm. Er war Mitbegrün-
der der Zelltheorie und ein entschiedener Be-
kämpfer des Antisemitismus der 1870er Jahre.
- Vorhanden sind: I. Zweiseitiger Brief an einen
Dr. Unger, datiert Jena 9.7.1846. Zu Fragen der
Universitätsreform. - II. Zweieinhalbseitiger
Brief an einen ungenannten Herrn. Datiert Jena
10.4.1859. Bedauert, dem Empfänger in einer
Verlagsangelegenheit nicht helfen zu können,
ich habe in der buchhändlerischen Welt gar kei-
ne Bekannte, auf die ich irgendwie Einfluss aus-
üben könnte. - III. Eigenhändiges Albumblatt.
Datiert Jena, im Mai 1862. Ein alter Spruch neu
aufgeputzt. Es darf nicht alles als Gold dir gelten
/ Was eitel gelbes Gefunkel ist.... - Provenienz:
alle Stücke aus einer renommierten alten Basler
Privatsammlung.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
567
Schnitzler, Arthur, Schriftsteller (1862-1931).
Drei Autographen. Deutsche Handschrift auf
unterschiedlichen Papieren und Formaten (nur
kleine Altersspuren).
Vorhanden sind: 1. Persönlicher, inhaltsreicher
Brief an eine verehrte und liebe gnädige Frau,
der er unter anderem von jenem Autounglück
berichtet, dem eine liebe Freundin von mir zum
Opfer fiel. Der Unfalltod Vilma Lichtensterns
sollte Schnitzler noch lange Zeit zu schaffen
machen. Des weiteren berichtet er über die
Hochzeit seiner Tochter Lili, die Ende des Mo-
nats stattfinden soll: der Tag steht wirklich noch
nicht fest, aus formalen Gründen. datiert Wien,
19.6.1927. - 2. Masch. Karte mit eigenhändiger
Unterschrift. Über seine Bekanntschaft mit
J.J. David und dass er zu einer von der nicht
genannten Adressation beabsichtigten Biogra-
phie Davids Mitteilungen zu machen. Datiert
Alt Aussee, 26.07.1916. - 3. Siebenzeilige
eigenhändige, aber unsignierte Notiz auf eige-
nen Briefpapier. Kündigt sein Kommen an und
bitte statt seines Namens nur Dr. A.S. Wien
zu setzen. Datiert (Wien ?), 31.3.(19)09. - Teils
gefaltet, insgesamt gut.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
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| 101
568
Soemmering, Samuel Thomas von, Anatom
und Physiologe (1755-1830). Eigenh. Brief mit
Unterschrift. München, 17. April 1806. 4°. 1 S.
auf Doppelblatt, Adresse verso (kl. Siegelausriss,
Nadelspuren).
An Hofrat (Heinrich Karl) Eichstädt in Jena, u.a.
über den Phrenologen Franz Joseph Gall: Sein
eigener Bericht im Freymüthigen über seine
Meinungen vom Bau des Gehirns ist mir nicht
deutlich. / Die Nachricht, die gestern H[err]
Geh[eimra]t Jacobi von Ihnen über das bessere
Befinden des Einzigen Goethe erhielt hat uns
hier gar sehr viele herzliche Freude gemacht.
CHF 250 / 400
(€ 260 / 410)
569
Thomas, Ambroise, Komponist (1811-1896).
Fünf eigenhändige Briefe, eine beschriebene Vi-
sitenkarte sowie eine eigenhändige Unterschrift
auf einem Urkundenfragment. Französische
Handschrift auf unterschiedlichen Papieren und
Formaten (teils etwas gebräunt und knitterspu-
rig, kleine Randläsuren).
Vorhanden sind: 1. Zweiseitiger Brief an eine
nicht benannte Madame. Datiert 19. Juli 1860.
Über seinen Gesundheitszustand. Berichtet,
er habe wieder zur Unterstützung zu Opium
greifen müssen. - 2. Zweiseitiger Brief an eine
nicht genannte Comtesse. Datiert 2. Juni 1875.
Über seine Reise aufs Land und seine Rückkehr
ans Konservatorium. - 3. Einseitige eigenhändi-
ge Entschuldigung, ohne Anrede und Datum, an
einen unbenannten Monsieur, vereinbart einen
neuen Termin. - 4./5. Zwei weitere eigenhändige
signierte Briefe. - 6. Zweiseitig beschriebene Vi-
sitenkarte an einen cher Confrère, datiert 11.
Juni 1891. Entschuldigt seine Indisposition und
schlägt einen neuen Termin vor. - 7. Fragment
einer Urkunde des Conservatoire National,
datiert 8. November 1856, mit eigenhändiger
Unterschrift von Thomas. - Provenienz: alle
Stücke aus einer renommierten alten Basler
Privatsammlung. - Das Fragment stark gebräunt
und mit gerissenem Falz, die anderen Stücke
sauber.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
570
Verdi, Giuseppe (Komponist, 1813-1901). Ei-
genhändiger, zweieinhalbseitiger Brief an seinen
Verleger Giulio Ricordi in Mailand. Eigenhändig
signiert G. Verdi. Genova, 10. Dezember (ohne
Jahr, evtl. 1885 oder 1886). Italienische Hand-
schrift auf Papier. 18,5 × 11,5 cm. Doppelblatt.
Gefaltet.
Aus der Zeit der Arbeit an Otello, die er 1884
aufgenommen und 1886 beendet hatte. Er er-
wähnt den Fortgang der Arbeit le recite d'Otello
sono finite und vergleicht die Qualitäten der
Sänger Giovanni Battista De Negri (1851-1924)
und Francesco Tamagno (1850-1905), die beide
später die Titelpartie sangen, Tamagno in der
Uraufführung: Tamagno e' il primo, ma De Negri
non e' il secundo.... - Dabei Briefumschlag an
Ricordi, wohl von anderer Hand beschriftet, dem
Datumsstempel 1889 nach zu einem anderen
Brief gehörig. - Teils gering verwischt, insge-
samt frisch.
CHF 2 000 / 3 000
(€ 2 040 / 3 060)
570
569
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Autographen |
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Viebig, Clara, Schriftstellerin (1860-1959). Das
Kind. Novelle von Clara Viebig (Kopftitel). Eigen-
händiges Manuskript. Deutsche Handschrift auf
37 einseitg beschriebenen Papierbögen. Unda-
tiert (um 1920 ?). 30 × 23 cm (etwas gebräunt,
kl. Randläsuren, etwas knitterspurig).
Mit Umstellungen, Kürzungen und Einschüben
der Autorin, insgesamt in flüssigem Duktus
geschrieben. Die Publikation der in Berlin spie-
lenden Novelle konnten wir nicht nachweisen,
evtl. erschien die Arbeit nur in einer Zeitschrift.
- Beigegeben: Blatt mit eh. Sinnspruch, datiert
Berlin-Zehlendorf 1910, von der Autorin voll
signiert. - Teils etwas fleckig, recht gut erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
572
Virchow, Rudolf, Arzt und Politiker (1821-1901).
Eigenh. Brief mit Unterschrift. Berlin, 18. Juni
1867. 8°. 2 S.
An einen Kollegen, dessen Manuskript er erhal-
ten habe, ohne dasselbe bisher durchsehen zu
können.
CHF 300 / 500
(€ 310 / 510)
573
Virchow, Rudolf, Arzt und Politiker (1821-1901).
Eigenh. Brief mit Unterschrift. Dazu eine Beiga-
be. Berlin, 21. November 1894. 8°. 1/2 S.
Empfehlungsschreiben für den Maler Otto
Kleinig, gezeichnet von Virchow als Mitglied
der Stadtverordneten-Versammlung. - Beige-
geben: Visitenkarte Virchows mit dreizeiliger,
unsignierter undatierter Empfehlung Virchows
eines Dr. Haeckel an (Ferdinando) Palasciano
(1815-1891), der Virchow 1858 in Karlsruhe
kennengelernt hatte. In italienischer Sprache. -
Etwas gebräunt.
CHF 350 / 500
(€ 360 / 510)
572
571
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574
Wagner, Richard, Komponist, (1813-1883).
Eigenh. Brief mit Unterschrift Richard Wagner.
Paris, 12. Dezember 1861. 8°. 2 1/2 S. (horizon-
taler Falzriss, Text und Signatur betroffen aber
vollständig erhalten). Mit eigenh. adress. Kuvert
mit 5 roten Lacksiegeln (gelaufen).
Bekannter Bettelbrief an den Komponisten
Robert von Hornstein in München: Ich höre, Sie
sind reich geworden. - Wie traurig ich mich be-
finde, können Sie leicht aus meinen Miserfolgen
entnehmen. - Um sich zu erhalten und neue
Arbeiten in Angriff zu nehmen bedarf ich eines
sofortigen Vorschusses von Zehntausend Fran-
cs. [...] Mir diese Summe zu verschaffen, wird
auch Ihnen schwer fallen; möglich aber, wenn Sie
wollen und Opfer nicht scheuen, wird es Ihnen
jedenfalls sein [...] So zeigen Sie, ob Sie ein rech-
ter Mann sind [...]. - Hornstein war nicht bereit,
Wagner diese grosse Summe zu beschaffen,
wofür sich dieser mit einer wenig schmeichel-
haften Charakterisierung in seiner Autobio-
graphie Mein Leben rächte. Hornsteins Sohn
schliesslich klärte die Öffentlichkeit über diesen
Zusammenhang auf und publizierte den vor-
liegenden und noch einen weiteren Pumpbrief
Wagners: Ferdinand von Hornstein (Hg.), Zwei
unveröffentlichte Briefe Richard Wagners an
Robert von Hornstein, München 1911.
CHF 2 500 / 4 000
(€ 2 550 / 4 080)
575
Wedekind, Frank, Dichter (1864-1918). Zweisei-
tiger, eigenhändiger Brief an den Berliner Haupt-
mann Röhrig. Voll signiert. Mit dem eigenhändig
beschrifteten Original-Umschlag. München, 1.
Mai 1917. Doppelblatt, 21 × 16,5 cm (Umschlag
etwas vergilbt und knickspurig).
Danksagung für einen Brief des Hauptmanns,
mit Bezug auf ein bevorstehendes Gastspiel
Wedekinds und seiner Frau am Künstlertheater
Zürich. Röhrig als Briefpartner Wedekinds ist
über das Aargauer Nachlassverzeichnis belegt.
Die von Wedekind hier für Röhrig benutzte
Adresse Unter den Linden 44 war die des
Kleinen Theaters, wo gut zehn Jahre früher
das Kabarett Schall und Rauch residierte und
wo auch Wedekind aufgetreten war. - Proveni-
enz: aus einer renommierten alten Basler Privat-
sammlung. - Minimal knickspurig, sauber.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
576
Zola, Emile, Schriftsteller (1840-1902). Elfzeili-
ge, eigenhändig beschriebene Visitenkarte, voll
signiert. Mit dem wohl eigenhändig beschrifte-
ten Original-Umschlag. 6 × 10 cm (Umschlag
an der rechten Kante unsauber aufgerissen und
mit Fehlstellen der Adresse und der Briefmarke,
etwas gebräunt).
Abgestempelt Villennes und Paris, 2. (?)
September (18)94 und adressiert an (Ély)
Halpérine-Kaminsky. Sagt einen Termin ab und
verweist auf eine geplante Rom-Reise. - Pro-
venienz: aus einer renommierten alten Basler
Privatsammlung. - Insgesamt gut erhalten.
CHF 400 / 600
(€ 410 / 610)
577
Zuckmayer, Carl, Schriftsteller (1896-1977).
Elf Autographen, davon 2 als Briefkarten, 2
als Kurznotiz bzw. gedruckter Text zum Autor
sowie 7 maschinenschriftliche Briefe mit den
Originalumschlägen. Alle Stücke voll signiert.
Deutsche Maschinenschrift bzw. Handschrift
auf unterschiedlichen Papieren (nur kleine
Altersspuren).
Ganz überwiegend an denselben Pfälzer
Antiquar, der ihm diverse Angebote gemacht
hatte, auch Lesetermine vorschlug etc. Zuck-
mayer hatte offenbar versucht, die sein Werk
betreffende Stücke, die ihm verloren gegangen
waren, neu zu erwerben. - Insgesamt nur kleine
Altersspuren.
CHF 600 / 900
(€ 610 / 920)
574
Abkürzungen Deutsch Englisch Französisch
Abb. Abbildungen illustration(s) illustration(s)
altkol. altkoloriert contemporary colouring colorié à l‘époque
Bd(e). Band, Bände volume(s) tome(s), volume(s)
Bl(l). Blatt, Blätter leaf, leaves; print(s) feuillet(s); épreuve(s)
blattgr. blattgross full size en taille réelle
d. Z. der Zeit contemporary contemporain, de l‘époque
doppelblattgr. doppelblattgross double page à double page
ebd. ebenda ibidem ibidem
eigenh. eigenhändig autograph autographe
EA Erstausgabe first edition édition originale
Expl. Exemplar copy exemplaire
fig. figuralen, figürlichen figurative figuratif, figurative
flieg. fliegender loose volant(e)
Frontisp. Frontispiz frontispiece frontispice
ganzs. ganzseitigen full page à pleine page
GA Gesamtauflage number of copies tirage global
gefalt. gefaltet folded replié
gest. gestochen engraved gravé
goldgepr. goldgeprägt gilt-tooled/ gilt-stamped doré
H- Halb half demi
HLdr. Halb-Leder half calf demi veau
hs. handschriftlich handwritten manuscrit(e)
Illustr. Illustration(en) illustration(s) illustration(s)
Jh. Jahrhundert century siècle
kl. klein small, minor petit(e)
kol. (hand)koloriert (hand-)coloured colorié (à main)
Ldr. Leder calf veau
Ln. Leinen cloth toile
Lwd. Leinwand cloth toile
Lithos Lithographie(n) lithograph(s) lithographie(s)
lithogr. lithographiert lithographic lithographique
marmor. marmoriert marbled marbré
mont. montiert mounted montée
Ms. Manuskript manuscript manuscrit
num. numeriert numbered numérote, justifié à
O- Original original originale
ob. oben, oberen up, upper en haut
OKalbsleder Original-Kalbsleder original calf leather veau originale
Pgt. Pergament parchment, vellum vélin
Pp. Pappband boards cartonnage
Rad. Radierung(en) etching(s) eau-forte, eaux-fortes
Rückensch. Rückenschild spine label étiquette
RTitel Rückentitel spine title pièce de titre
S. Seite, Seiten page(s) page(s)
sign. signiert signed signé
Sp. Spalte, Spalten column(s) colonne(s)
teils teilweise partially en partie
unt. unten, unteren bottom en bas
V- Vorder- front avant
Verg. Vergoldung gilt stamped dorure (à chaud)
VGelenk Vordergelenk front joint charnière avant
Vign. Vignette(n) vignette(s) vignette(s)
w. Bl. Weiss blank blanc
Wz. Wasserzeichen watermark filigrane
zus. zusammen together ensemble
Bieten ab 13. September 2022
Auktionen: 27. und 28. September 2022
Vorbesichtigung: 16.–20. September, 10–18 Uhr
Kontakt · Dr. Andreas Terwey · Tel. +41 44 445 63 44 · terwey@kollerauktionen.ch
Gemälde, Zeichnungen  Grafik Alter Meister  des 19. Jhs.,
Schweizer Kunst, Bücher  Autographen, Schmuck, Möbel,
Uhren, Varia, Porzellan, Silber
| 106
Register
Aa, P. van der 183
Abraham à Sancta Clara 117
Ali Qushji 191
Angelus de Clavasio 215
Antiphonarium 501
Apicius, C. 211
Aquin, Th. von 216
Aristoteles 208
Arp, H. 132
Artaud, A. 158
Auerbach, B. 520
Augereau, P.-Fr.-Ch. 542
Avril, P. 116
Bauhin, C. Eh. 521
Bazaine, J. 135
Bernadotte, J. B. J. 543
Berthier, L.-A. 544
Bill, M. 136–138
Birrmann, P. 103
Boccaccio, G. 210
Bonaparte, P. 545
Born, M. 522
Bridel, P. S. 103
Brühl, K. F. von 112
Brus, G. 165
Buffon, G.-L. L. de 142
Burn-Murdoch, J. F. 511
Chagall, M. 140
Chardon, L. 160
Charlevoix, P. Fr. X. 182
Churchill, W. 523–524
Cocteau, J. 525
Colonna, F. 217
Cornelius, P. 526
Couperin, Fr. 175
Delahaye, A. 135
Demaison, A. 144
Descartes, R. 128
Diderot, D. 122–123
Dikenmann, R. 104
Duthuit, G. 156
Egenolph, Chr. 192
Ehrlich, P. 527
Einstein, A. 528
Éluard, P. 159
Engels, F. 114
Erni, H. 142–143
Eugène de
Beauharnais
546
Faksimile 169–174
Flaubert, G. 141
Florentinus, A. 218
Français, Les. 118
Friedrich von Sachsen 119
Froschauer, C. 209
Genick, A. 176
Gersdorff, H. 202
Gessner, C. 206
Ghaisne de Bourmont,
L.-A.-V.
547
Goethe, J. W. v. 119–120,
530
Gounod, Ch 533
Graminaeus, D. 111
Gratian 212
Gratianus 219
Gregorius IX. Papa. 220
Hafiz, Shams ad-Din Mu-
hammad
Iran, Ende des 18. Jahrhun-
derts.
505
Haller, A. v. 534
Hammer-Purgstall, J. 127
Hegel, G. W. F. 129
Henning, V. B. 198
Hentzy, R. 101
Herder, J. G. 121
Herrgott, M. 113
Hirt, A. L. 112
Homann, J. B. 184–185
Honter, J. 213
Horae B.M.V. 214, 502
Hortense de Beauharnais 548
Hosch-Wackernagel, P. 146
Howard, C. 514
Huber, H. 518
Itten, J. 133
Jouve, P. 145
Junot, J. A. 549
Kaiser, G. 535
Keckermann, B. 130
Keller, G. 518
Kipling, R. 145
Kokoschka, O. 147–149
Konfuzius 181
Laforgue, J. 139
Leibniz, G. W. 195–197
Lenk, P. 150
Lesseps, F. M. de 536
Leupold, J. 199–200
Livius, T. 225
Lortzing, A. 537
Lukian 153
Lüpertz, M. 151–152
Mack, H. 150
Maillol, A. 153–154
Manuel, N. 108
Marco Polo 173
| 107
Margarethe von Navarra. 124
Maria Theresia 538
Marx, K. 114
Matisse, H. 156
Melching, H. 146
Mendelssohn-Bartholdy, F. 539
Merian, M. S. 207
Meyer, C. F. 125
Meyerbeer, G. 540
Missale 226
Montfaucon, B. 177
More, T. 227
Münster, S. 228
Murat, J. 551
Musset, A. 157
Napoleon I. 552
Natali, H. 229
Niebuhr, B. G. 555
Niger, Fr. 230
Nodier, C. 116
Oken, L. 556–557
Orientalia 504–510
Orlik, E. 558–560
Ortelius, A. 186
Otto von Passau 231
Pfahler, G. K. 150
Picasso, P. 158–159
Platter d.Ä, F. 561
Pope, A. U. 180
Quantin, P. 553
Rainer, A. 160–161
Ramusio, G. B. 187
Récamier, J. 554
Reinhardt, J. 105
Riegel, Chr. 190
Rixner, T. A. 204
Robert, Ph. 178
Rolewinck, W. 221
Rumi, Jalal al-Din 508
Ryff, W. H. 193
Saint-Hilaire, E. G. 562
Salmon, A. 164
Sanson, N. 189
Schaeppi, S. 518
Schedel, H. 222
Schelling, F. W. J. 131
Schenk, P. 188
Scheuchzer, J. A. 194
Scheuchzer, J. J. 106
Schiller, E. F. W. 564
Schillings, M.v. 565
Schinz, H. R. 205
Schleiden, M. J. 566
Schnitzler, A. 567
Scultetus, J. 203
Siber, T. 204
Siegenthaler, F. 168
Soemmering, S. T. v. 568
Stumpf, J. 107, 232
The Spanish Forger 503
Thomas, A. 569
Turrecremata, J. de 223
Uecker, G. 150
Valerius Maximus 224
Verdi, G. 570
Vergilius, M. P. 143, 155
Verneuil, M. P. 179
Vesalius, A. 201
Viebig, C. 571
Vinet, A. 519
Virchow, R. 572–573
Vogt, H. J. 115
Vulpius, C. A. 531
Wagner, R. 574
Wedekind, F. 575
Westheim, P. 149
Wild, F. S. 102
Wolf, C. 109
Zola, E. 576
Zuckmayer, C. 577
Zurlauben, B. F. B. de 110
VORBESICHTIGUNG
Hardturmstrasse 102/121
8031 Zürich, Schweiz
AUKTION
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
VORBESICHTIGUNG
Hardturmstrasse 121
8031 Zürich, Schweiz
AUKTION
ONLINE ONLY
VORBESICHTIGUNG
2, Rue de l‘Athénée
1205 Genf, Schweiz
AUKTION
2, Rue de l‘Athénée
1205 Genf, Schweiz
AUKTIONEN
REPRÄSENTANTEN
Koller Auktionen AG
Hardturmstrasse 102
8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63 
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Koller Auktionen AG
2, Rue de l‘Athénée
1205 Genf, Schweiz
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Fax +41 22 810 06 30
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MÜNCHEN
Fiona Seidler
Vilshofener Strasse 8
81679 München
Tel. +49 89 22 80 27 66
Fax +49 89 22 80 27 67
Mobile +49 177 257 63 98
muenchen@kollerauktionen.com
DÜSSELDORF
Ulrike Gruben
Citadellstrasse 4
40213 Düsseldorf
Tel. +49 211 30 14 36 38
Fax +49 211 30 14 36 39
Mobile +49 175 586 38 64
duesseldorf@kollerauktionen.com
BEIJING
Jing Li
Haidianque Chedaogou 10# 6/4-307
100089 Beijing
Tel. +86 135 2039 8057
beijing@kollerauctions.com
ITALIEN /TESSIN
LuigiPesce
ViaCairoli18
16124Genua,Italien
T+393395962768
italia@kollerauktionen.com
HAMBURG
Ulrike Gruben
Tel. +49 211 30 14 36 38
hamburg@kollerauktionen.com
| 109
Kontakt · Stephan Koller · Tel. +41 44 445 63 20 · skoller@kollerauktionen.ch
Möbel, Uhren, Porzellan  Silber
Auktion: Donnerstag, 22. September 2022
Lackkommode. Louis XV, Paris, um 1760. Die europäische Lackarbeit 18./19. Jh. 102 × 52 × 88 cm.
Kontakt · Karoline Weser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch
PEDER MØRK MØNSTED. Flusslandschaft. 1907. Öl auf Leinwand. 70,3 × 101 cm. (Detail).
Gemälde des 19. Jahrhunderts
Auktion: Freitag, 23. September 2022
Kontakt · Karoline Weser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch
HANS ROTTENHAMMER und JAN BRUEGHEL d. Ä. Die Auferweckung des Lazarus. Um 1596. Öl auf Kupfer. 29,8 × 38,3 cm. (Detail).
Gemälde Alter Meister
Auktion: Freitag, 23. September 2022
| 112
BEDINGUNGEN FÜR KLASSISCHE AUKTIONEN
Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von
Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti-
onssaal versteigert werden.
Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht
sich der Bieter den nachstehenden Auktions-
bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG,
Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz
(„Koller“):
1. Rechtsstellung der Parteien
Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im
Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu
versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei-
gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf
fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell-
vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32
Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts
(„OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im
Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem
höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“),
wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein
verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer
und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird
dadurch nicht Partei des Kaufvertrages.
2. Aufgeld
2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer
auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich-
ten, das wie folgt berechnet wird:
i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25%
ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis
CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000
und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis
zur Höhe des Zuschlags
iii. 
bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf
die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000
und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000
bis zur Höhe des Zuschlags.
2.2 Falls der Käufer während einer online über-
tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im
Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine
fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird
ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags
verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen
einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin-
gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite
publiziert sind. Diese können von den hier pub-
lizieren abweichen.
2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei-
zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich-
ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes
beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes
einzelne Objekt. 
2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be-
zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr-
wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten
wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus
Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig
abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er-
halten die MWST rückvergütet. 
2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden,
dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine
Kommission erhält.
3. Garantie
3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol-
gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers
rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und
Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das
Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt
vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung
von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter,
Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht
geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte
Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei-
bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher
Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand
denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa-
talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand
wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als
gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder
an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände-
rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden. 
3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender
Bestimmung findet nach Ermessen von Koller
nicht statt, falls:
i. 
die Beschreibung des Objekts im Auktions-
katalog im Einklang mit der Meinung einer
Fachperson oder mit der herrschenden Mei-
nung von Fachpersonen stand oder die Be-
schreibung im Auktionskatalog andeutete,
dass hierüber Meinungsverschiedenheiten
bestanden, 
ii. 
die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach
dem Stand der Forschung und mit den allge-
mein anerkannten und üblichen Methoden
noch nicht oder nur mit unverhältnismässi-
gem Aufwand als solche erkennbar war,
iii. 
die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein-
schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder 
iv. 
es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde,
Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han-
delt, das gemäss den Angaben im Auktions-
katalog vor 1880 entstanden sein müsste.
3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin
des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag
des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2)
Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen.
Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt
und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die
Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus,
dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach
Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe-
nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge-
fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es
ihm übergeben wurde, und unbelastet von An-
sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den
Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob-
jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom
Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten
Gutachten von zwei unabhängigen und in dem
Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch
nicht an solche Gutachten gebunden und behält
sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf
eigene Kosten einzuholen.
3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel-
tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss
vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von
Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich-
ten.
3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als
Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer
3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des
von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel-
des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere
Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem
Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss
Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen.
4. Haftungsausschluss
4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu-
stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick
des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob-
jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren.
Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in
neuwertigem Zustand.
4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata-
log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa-
tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands-
berichte von Koller die vor der Auktion angefordert
werden können, geben lediglich ein allgemeines
Bild und eine unverbindliche Einschätzung von
Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er-
folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch
kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung
übernehmen. Während der Ausstellung besteht
die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen.
Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das
ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen,
und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän-
giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die
Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog-
beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei-
bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs
(inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache
ausschliesslich massgebend. Koller behält sich
das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder
Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf
diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit
solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht
werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut-
achten stellen genauso wenig wie von Koller vor-
genommene Objektbeschreibungen oder sonsti-
ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen
über dessen Wert) explizite oder stillschweigende
Zusicherungendar.
4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird
jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg-
bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers
gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse
eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol-
ler gegenüber dem Käufer.
5. Teilnahme an der Auktion
5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter
steht jedermann offen. Koller behält sich aber
das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder
Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich-
keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an
ihren Auktionen zu untersagen. 
5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt
sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion
mittels des dafür vorgesehenen Formulars re-
gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re-
gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas-
ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen.
Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller
berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss
Angaben auf dem Registrierungsformular bis
zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich
Spesen des Kartenanbieters zu belasten. 
5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen
Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen
Bank verlangen. 
5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz-
werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom
Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von
20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver-
langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti-
on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer
verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum-
gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
| 113
6. Versteigerung
6.1 Koller kann ein Objekt unterhalb des mit dem
Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises
zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots
anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver-
bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot
gebunden, bis dieses entweder überboten oder
von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden
sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen
entscheidet die Auktionsleitung. 
6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be-
sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein
Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an
einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4
nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige-
rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen
oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die
Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte. 
6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern
des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser-
halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas-
sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor-
liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt
vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe-
halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen
anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn
die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv,
nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft. 
6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen-
ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen
können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der
Steigerung schriftlich entgegengenommen. 
6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten,
wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti-
onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf
Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann
nicht telefonisch geboten werden und Interes-
senten werden um Abgabe eines schriftlichen
Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk-
tionssaal gebeten. 
6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei-
ner Live-Auktion abgeben möchten, können an
der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller
aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk-
tion zugelassen worden sind. Koller behält sich
das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei-
teres abzulehnen. 
6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück-
sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück-
sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie-
tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche
Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und
Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5.
7. Eigentumsübergang
Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt
geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis
und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in
Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die-
se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu-
geordnet hat.
8. Abholung der ersteigerten Objekte
8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom
Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss
der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei-
gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des
Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist
mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit
es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung
ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll-
ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des
Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses
Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller.
8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol-
ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder
Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob-
jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor-
sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur
Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST.
Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr
und es ist Sache des Käufers, für eine angemes-
sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu
sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf-
tung übernommen werden. Werden die erstei-
gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt,
lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge-
fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder
in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz
von CHF 10 pro Objekt ein. 
8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich
entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer.
Ohne anders lautende schriftliche Abmachung
werden die zugeschlagenen Objekte für den
Transport durch Koller auf Kosten des Käufers
versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche
Objekte werden von Koller nicht versandt.
9. Bezahlung der ersteigerten Objekte
9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für
ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach
Abschluss der Auktion in Schweizer Franken
zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind
nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von
Koller möglich und unterliegen einer Bearbei-
tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer
zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag
erhoben wird.
9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent-
gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf
jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller
oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und
allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit
eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer
im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe-
trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls
der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7
TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist
Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer
berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag
der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen
Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine
Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben,
dieebenfallsderKreditkartebelastetwird.
9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung
nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem
namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin
Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii)
ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers
verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten
oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver-
langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech-
tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min-
destverkaufspreises entweder freihändig oder
anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den
Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers
zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng-
lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis
wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer
haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der
Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste-
henden Schaden. 
9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde-
tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz
befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht.
Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten
Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder
berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver-
wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei-
bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen.
10. Vertretung
Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil-
ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange-
nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso-
nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder
als Organ einer juristischen Person bieten, kann
der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt
werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem
Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die
ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten.
11. Verschiedene Bestimmungen
11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines
Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede
Haftung des anwesenden Beamten, der Ge-
meinde oder des Staates für Handlungen von
Koller ist ausgeschlossen. 
11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne
oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB
an einen Dritten zu übertragen oder durch einen
Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der
Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten
aus diesen AGB Dritten zu übertragen.
11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien
und Abbildungen von verkauften Objekten in den
eigenen Publikationen und in den Medien zu ver-
öffentlichen und damit Werbung zu betreiben. 
11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be-
standteil jedes einzelnen an der Auktion ge-
schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind
nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller
verbindlich. 
11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser
AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un-
wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder
Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder
Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un-
gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen
werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und
Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen
Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt-
schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt
bei eventuellen Lücken der Regelung.
11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen
daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus-
schluss von allfälligen Verweisungen des Bun-
desgesetztes über das Internationale Privat-
recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener
Kaufrechts (UN-Kaufrechts). 
11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter
Einschluss der Geltendmachung von Verrech-
nungen und Gegenforderungen), welche aus oder
im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess-
lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung
oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich
die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol-
ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem
sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen.
Zürich, 1. Juli 2018
| 114
AUCTION CONDITIONS (CLASSIC AUCTIONS)
These conditions apply solely to items which are
auctioned by Koller (according to the definition
below) live in the saleroom.
By participating in the auction the bidder
accepts the following Auction Conditions of
Koller Auctions Ltd, Hardturmstrasse 102, 8005
Zurich, Switzerland (“Koller”).
1. Legal status of the parties
The auction items are auctioned by Koller in
the name of and on the account of the seller
of the auctioned item (“Seller”). Koller acts on
behalf of and for the account of the Seller as his
agent as defined in article 32, section 1 of the
Swiss Code of Obligations (“CO”). The hammer
price is determined by the bidder recognised by
Koller as having made the highest bid in Swiss
Francs in the course of an auction (“Purchaser”),
resulting in the conclusion of a purchase
contract between the Seller and the Purchaser
(“Purchase Contract”). Koller is thereby not a
party to the Purchase Contract.
2. Surcharge
2.1 In addition to the bid price, the Purchaser
must pay a surcharge on such bid price
calculated as follows:
i.  on a successful bid of up to CHF 10 000: 25%
ii. onasuccessfulbidoverCHF10000uptoCHF
400 000: 25% on the first CHF 10 000 and22%
on the difference between CHF 10 000 and the
bid.
iii. on a successful bid over CHF 400 000: 25% on
the first CHF 10 000, 22% on CHF 390 000 and
15%onthedifferencebetweenCHF400000and
thebid.
2.2 If the winning bid is placed over the internet
in the course of a saleroom auction which is
broadcast online (“Live Auction”), or leaves a
pre-sale bid through an independent bidding
platform which is linked with Koller, there will be
anadditional3%addedtothesurcharge.Bidders
are subject to Koller’s terms and conditions as
listed on the Live Auction website, which may
differ in some respects from those listed here.
2.3 The Purchaser must pay Swiss value added
tax (“VAT”) on the surcharge. The stated
percentage of the surcharge corresponds to the
successful bid for each individual item.
2.4 The full tax is charged on all items marked * in
the auction catalogue, i.e. VAT is charged on the
sum of the bid price plus the surcharge for those
items. The VAT will be refunded to Purchasers
providing a validly stamped export declaration.
2.5 The Purchaser agrees that Koller also has
the possibility to receive a commission from the
Seller.
3. Guarantee
3.1 Koller shall rescind the purchase (subject to
Sections 3.2 and 3.3 below) in the name of the
Seller and shall reimburse the purchase price
and the surcharge (incl. VAT) to the Purchaser if
an item proves to be a forgery. A “forgery” shall
be deemed to exist if the item, in the reasonable
opinion of Koller, is an imitation created
with the intention of causing a deception
with respect to the authorship, age, period,
culture or origin, if the correct description of
such content is not reflected in the auction
catalogue (taking account of any additions),
and if this circumstance significantly impairs
the value of the item in comparison to an item
corresponding to the catalogue description. An
item shall not be deemed to have been forged if
it is merely damaged and/or has been subjected
to restoration work and/or modifications of any
nature whatsoever.
3.2 A rescission in accordance with the above
provision shall not take place at the discretion of
Koller if:
i. 
the description of the item in the auction
catalogue was supported by the view of
a specialist or by the prevailing view of
specialists, or if the description in the auction
catalogue suggested that differences of
opinion exist in this respect;
ii. the forgery was not identifiable as such at the
time of the successful bid in accordance with
the current state of research and with the
generally acknowledged and usual methods,
or only with disproportionate effort;
iii. 
the forgery (based on Koller’s conscientious
assessment) was produced before 1880; or
iv. 
the purchased item is a painting, watercolour,
drawing or sculpture which according to the
details set out in the auction catalogue was
created prior to 1880.
3.3 The Purchaser may request rescission from
Koller (as the agent of the Seller) from the day
of the successful bid for a period of two (2)
years (three (3) weeks for jewellery). It shall be
granted exclusively to the Purchaser and may
not be assigned to any third party. Assertion of
theclaimshallbeconditionaluponthePurchaser
making a complaint to Koller by registered letter
immediately after the discovery of the defect,
and returning the purchased item to Koller in
the same condition as it was handed over to him
and unencumbered by third parties› claims. The
Purchaser must provide proof that the item is a
forgery. Koller may demand that the Purchaser
obtains at his own expense expert opinions from
two independent individuals who are recognised
experts in the field. However, Koller shall not be
bound by any such expert opinion, and reserves
the right to obtain additional expert advice at its
own expense.
3.4 Koller may at its complete discretion waive
the assertion of grounds for exclusion pursuant
to the above Section 3.2 or the fulfilment of
preconditionspursuanttotheaboveSection3.3.
3.5 The claims of the Purchaser against Koller
as the agent of the Seller under Section
3.1 are limited to the reimbursement of the
purchase price and surcharge (incl. VAT) paid
by the Purchaser. Further or other claims of
the Purchaser are excluded under any legal
title (including error according to art. 23 ff. CO)
whatsoever.
4. Disclaimer
4.1 The items are auctioned in the condition
existing at the time of the successful bid. The
auctioned items are “used” objects and are
therefore generally not in pristine condition.
4.2 Each item in the auction catalogue is listed
with a description and an illustration. The
information in the auction catalogue, as well
as the condition reports issued by Koller, are
intended to provide an overall impression and
a non-binding assessment by Koller. The items
are described to the best of our knowledge
and belief. However, Koller cannot accept any
liability for the details provided in the catalogue.
The items may be inspected during the preview.
The Purchaser is therefore invited to inspect an
item prior to the auction and, possibly with the
assistance of an independent specialist advisor,
to form his own opinion of the concordance
betweentheitemandthecataloguedescription.
Concerning the descriptions of the items, the
German-language print edition of the catalogue
(including any later amendments) shall be
exclusively applicable. Koller reserves the right
to call upon experts or specialists of its choice to
give an opinion and to rely on that opinion. Koller
cannot be held liable for the correctness of such
opinions. Neither any such expert opinions or
reports, nor the descriptions of items provided
by Koller, nor other statements pertaining to
an item (including statements pertaining to
the value thereof) constitute explicit or implicit
warranties.
4.3 Subject to Article 3 above, no guarantee or
warranty whatsoever is given in respect to legal
and material defects. The liabilities of the Seller
vis-à-vis the Purchaser are limited to the same
extent as the liabilities of Koller vis-à-vis the
Purchaser.
5. Participation in the auction
5.1 Any party may participate in an auction as
a bidder. However, Koller reserves the right
at its complete discretion to prevent any
person entering its premises or attending or
participating in its auctions.
5.2 Bidders who are not personally known to
Koller must register at least 48 hours before the
auction,usingtheformprovidedforthispurpose.
The registration form must be signed, with legal
effect, and a copy of the bidder’s passport must
be enclosed, as well as current, valid credit card
information. In the event of payment default by
the Purchaser, Koller shall be entitled to charge
the Purchaser’s credit card in accordance with
the details provided on the registration form for
the entire amount of the invoice, plus the credit
card processing fees.
5.3 Koller may demand in advance from any
bidder a certificate of creditworthiness issued by
a bank approved by Koller.
5.4 In the case of bids for items with upper
estimated values of more than CHF 30 000,
Koller may demand that the bidder first remits
20% of the lower estimated value as security.
Following the auction, Koller will offset this sum
against its claims and the claims of the Seller,
and will reimburse any possible surpluses to the
Purchaser/bidder without delay.
6. Auction
6.1 Koller may initiate the auctioning of an item
below the minimum selling price agreed upon
with the Seller. A bid placed at an auction is a
binding offer. The bidder shall remain bound by
his bid until this is either outbid or rejected by
Koller. Double bids shall immediately be called
once again; in case of uncertainty, the auction
management shall decide.
6.2 Koller may refuse a bid without providing
| 115
justification if a Purchaser fails to fulfil the
conditions for participation in an auction
pursuant to the above Sections 5.2 to 5.4. Koller
may also pass or withdraw auctioned items
without a sale even if this is not apparent to the
auction participants.
6.3 Koller reserves the right to combine,
separate or omit numbered lots in the catalogue
or to offer them out of sequence. Koller reserves
the right to sell lots “conditionally” at its sole
discretion, in which event the hammer price will
be considered as conditional and the highest
bidder will remain bound by his bid for 14 days
following the auction. The highest bidder will
be released from all obligations if he does not
receiveastatementfromKollerwithinthisperiod
declaring the hammer price as final.
6.4 Written bids from potential Purchasers
who cannot attend the auction in person are
accepted up to 48 hours before the auction
begins.
6.5 Potential Purchasers may bid by telephone
if they have given written notice at least 48
hours before the auction starts. Koller does not
accept telephone bids for lots estimated under
CHF 500, and bidders are requested to leave a
written bid or participate in the salesroom for
such items.
6.6 Potential Purchasers who intend to place
their bids in the course of a Live Auction may
participate in the auction once their registration
applications have been approved by Koller.
Koller reserves the right to decline registration
applications at its discretion.
6.7 Koller shall not be liable for any bids
including advance notifications of telephone
bidding which are not taken into consideration.
Telephone bidders and persons giving written
instructions are also subject to the provisions of
Article 5 relating to proof of identity and financial
soundness.
7. Transfer of title
Ownership of an auctioned item shall be
transferred to the Purchaser as soon as the
purchase price and the surcharge (incl. VAT)
have been comprehensively paid and Koller has
attributed these payments to the corresponding
item.
8. Collection of the auctioned items
8.1Theauctioneditemsmustbecollectedatthe
Purchaser›s own expense within 7 days from the
end of the auction during official opening hours.
The place of performance for the purchase
contract between the Purchaser and the Seller
is therefore the registered office of Koller. If
time permits, the items may be handed over
after each auction session. The handover shall
take place following comprehensive payment
of the purchase price as well as the surcharge
(incl. VAT) and the attribution of this sum to the
auctioned item by Koller.
8.2 During the aforementioned period, Koller
shall be liable for loss, theft, damage or
destruction of items which have been auctioned
and paid for, although solely due to intentional or
grossly negligent acts on the part of Koller, and
onlyuptothetotaloftheauctionprice,surcharge
and VAT. Koller ceases to have liability after the
aforementioned period, and the Purchaser shall
be responsible for ensuring adequate insurance
cover for the auctioned item. No liability can be
assumed for frames and glass. If the auctioned
items are not collected within 7 days, Koller will
store the works at a company of their choice
at the purchaser’s own risk and expense or on
their own premises at a daily rate of CHF 10 per
object.
8.3 Shipping orders may be given to Koller in
writing. All shipping costs shall be borne by the
Purchaser. Unless otherwise agreed in writing,
transport insurance shall be contracted for the
sold items at the expense of the Purchaser.
Glass-covered pictures and fragile items shall
not be sent by Koller.
9. Payment for the auctioned items
9.1 The invoice for a successful bid for an
auctioned item is payable within 7 days from
the end of the auction. Payments by credit card
are only possible with the approval of Koller’s
accounting department, and are subject to
processing fees amounting to between 2 and
4% of the invoiced amount, payable by the
purchaser and added to the invoice total.
9.2 Irrespective of the Purchaser‘s instructions,
KollermayuseanypaymentsbythePurchaseras
settlement for any debt owed by the Purchaser
to Koller or the Seller and set off any debt which
it owes to the Purchaser against its own claims.
If the Purchaser defaults on a payment, default
interestof10%p.a.shallbechargedontopofthe
invoiced sum. If Koller does not receive payment
for purchases within seven (7) days following
the auction, Koller reserves the right to charge
the Purchaser’s credit card for the full amount
of the invoice, without further notification to
the Purchaser. In such cases the credit card
processing fees of 2–4% as described above
are also applicable, and will be charged to the
Purchaser’s credit card.
9.3 If the Purchaser does not pay or does not
pay promptly, Koller may moreover in its own
name and in the Seller›s name either (i) insist
on the fulfilment of the purchase agreement
or (ii) without further notice withdraw from the
purchase agreement and waive the subsequent
performance of the Purchaser or assert a
claim for compensation for non-performance;
in the latter case Koller shall also be entitled,
irrespective of any minimum sales price, to sell
the item either directly or in an auction, and
may use the proceeds to reduce the debts of
the Purchaser. Any amount realised above the
original hammer price shall be paid out to the
Seller. The Purchaser is liable to Koller and the
Seller for all prejudice caused by non-payment or
late payment.
9.4 Koller retains a right of retention and a lien on
all the Purchaser›s items in its custody until full
payment of all monies owed. Koller may exercise
such liens in accordance with the legislation
on the enforcement of debts or by private sale
(including in its own name). The plea of prior
lien exploitation pursuant to Art. 41 of the Swiss
Debt Collection and Bankruptcy Act is excluded.
10. Representation
Each Purchaser shall be personally liable for each
bid he places, and for the purchase contract
between the Purchaser and the Seller. Proof of
the power of representation may be requested
from persons bidding as agents for a third
party or as an organ of a corporate body. The
agent shall be jointly and severally liable with his
principal for the fulfilment of all obligations.
11. Miscellaneous provisions
11.1 The auction shall be attended by an official
fromthecityofZurich.Theattendingofficial,the
local authority and the state have no liability for
the acts of Koller.
11.2 Koller reserves the right to transfer any or
all rights and obligations from these Auction
Conditions to a third party or to have these
carried out by a third party. The bidder and/or
Purchaser does not have the right to transfer
any rights from these Auction Conditions to a
third party.
11.3 Koller reserves the right to publish
illustrations and photographs of sold items in its
own publications and the media and to publicise
its services therewith.
11.4Theaforementionedprovisionsformpartof
each individual purchase agreement concluded
at the auction. Amendments are binding only
with Koller›s written agreement.
11.5 Should certain provisions of these Auction
Conditions be or become partially or fully
invalid and/or unenforceable, this does not
affect the validity of the remaining provisions.
The invalid and/or unenforceable provisions
shall be replaced by those which most closely
approximate the economic meaning and
intended economic purpose of said provisions.
The same shall be applicable to any possible
gaps or loopholes in the provisions.
11.6 The present Auction Conditions and all
amendments thereof are governed by Swiss
law, under exclusion of possible references
to Switzerland’s Federal Code on Private
International Law (CPIL), and under exclusion of
the Vienna C.I.S.G. Convention (UN Convention).
11.7 The courts of the Canton of Zurich
shall be exclusively responsible for settling
disputes (including the assertion of offsetting
and counterclaims) which arise out of or in
conjunction with these Auction Conditions
(includingtheirvalidity,legaleffect,interpretation
or fulfilment). Koller may, however, initiate legal
proceedings before any other competent court.
11.8 In the event of any discrepancy between
the different language versions of these Auction
Conditions, the German language version shall
prevail.
Zurich, 1 July 2018
Koller
Auktionen
AG,
Hardturmstrasse
102,
8031
Zürich,
Schweiz.
Tel 
+41 44 445 63 63, Fax 
+41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch 
Auktions-Aufträge
/
Ordres
d’achats
/
Absentee
Bid
Form
Date
Signature
Auktion
Vente/Sale
Lot.
no.
Gegenstand
/
Déscription
Gebot
/
Ordre
CHF
Maximum
bid
(CHF)
Bitte
beachten
Sie,
dass
wir
für
Objekte
unter
CHF
500.–
keine
Telefon-Gebote
annehmen
können.
Veuillez
prendre
note
que
nous
ne
pouvons
pas
accepter
d’ordres
d’achat
téléphoniques
pour
des
lots
au-dessous
de
CHF
500.–
Please
note
that
we
cannot
accept
telephone
bids
for
objects
below
CHF
500.–
Der
Bieter
willigt
hiermit
in
die
Bearbeitung
seiner
Personendaten
durch
Koller
gemäss
Datenschutzerklärung
(siehe
Homepage)
ein.
L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet).
The
bidder
hereby
agrees
to
the
processing
of
his
personal
data
by
Koller
in
accordance
with
the
Privacy
Notice
(see
website).
Anwendbar
sind
die
Auktionsbedingungen,
die
im
Katalog
und
auf
unserer
Homepage
publiziert
sind.
Gerichtsstand
ist
Zürich
1.
Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1.
I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction.
Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten.
Je
voudrais
recevoir
tous
les
documents
/
factures
de
Koller
exclusivement
par
voie
électronique.
I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless).
Name
/
Nom
Adresse
/
Address
Ort,
Land
/
Ville,
Pays
/
City
State,
Country
Tel.
E-Mail
INTERNATIONAL
AUCTIONS
|
SWISS
MADE
Ja
/
Oui
/
Yes
Nein
/
Non
/
No
x
Koller
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Bieter
willigt
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bidder
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die
Auktionsbedingungen,
die
im
Katalog
und
auf
unserer
Homepage
publiziert
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Gerichtsstand
ist
Zürich
1.
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I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction.
Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten.
Je
voudrais
recevoir
tous
les
documents
/
factures
de
Koller
exclusivement
par
voie
électronique.
I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless).
Name
/
Nom
Adresse
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Address
Ort,
Land
/
Ville,
Pays
/
City
State,
Country
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INTERNATIONAL
AUCTIONS
|
SWISS
MADE
Ja
/
Oui
/
Yes
Nein
/
Non
/
No
x
Lot 191
Lot 217
Lot 196
Lot 205
Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz
Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66 
office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch

BÜCHER & AUTOGRAPHEN Auction 21 September 2022

  • 1.
    Auktion: 21. September2022 BÜCHER & AUTOGRAPHEN
  • 2.
  • 3.
  • 5.
  • 6.
    ibid online only(129) Gemälde Alter Meister & des 19. Jhs. Schweizer Kunst, Zeichnungen & Alte Grafik Bücher & Autographen, Schmuck Möbel, Uhren, Varia, Porzellan, Silber AUKTIONSPROGRAMM AUKTIONEN SEPTEMBER 2022 (A202 & IBID 129) IBID 129 ONLINE ONLY AUKTIONEN IBID ALTEGRAFIK&ZEICHNUNGEN Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022 IBID SILBER Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022 IBID SCHWEIZER KUNST Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022 IBID BÜCHER & AUTOGRAPHEN Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022 IBIDMÖBEL&UHREN Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022 IBIDVARIA&SKULPTUREN Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022 IBID PORZELLAN Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022 IBID SCHMUCK Bieten ab 13.09 bis 27.09.2022 IBID GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JHS. Bieten ab 13.09 bis 28.09.2022
  • 7.
    Koller Auktionen AG,Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch Auktion: 22. September 2022 DECORATIVE ARTS MÖBEL, UHREN, SILBER PORZELLAN, TEPPICHE DECORATIVE ARTS A202 SEPTEMBER 2022 SEPTEMBER 2022 Auktion: 21. September 2022 BÜCHER & AUTOGRAPHEN BÜCHER & AUTOGRAPHEN A202 Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch A202 SEPTEMBER 2022 GEMÄLDE ALTER MEISTER UND DES 19. JH., ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Auktion: 23. September 2022 Auktion: 23. September 2022 GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JH. GEMÄLDE ALTER MEISTER & DES 19. JH. ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK ZEICHNUNGEN UND ALTE GRAFIK Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Fr. 16. bis Di. 20. September 2022, 10–18 Uhr MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN (TEIL 1) Donnerstag,22.September2022,10.00Uhr Lot 1001 – 1135 MÖBEL, PENDULEN, SKULPTUREN, SILBER, PORZELLAN (TEIL 2) Donnerstag,22.September2022,13.30Uhr Lot 1136 – 1333 TEPPICHE Donnerstag,22.September2022,17.00Uhr Lot 1501 – 1584 BÜCHER & AUTOGRAPHEN Mittwoch, 21. September 2022, 14.00 Uhr Lot 101 – 232 & 501 – 577 ALTE GRAFIK Freitag, 23. September 2022, 10.00 Uhr Lot 3601 – 3639 ZEICHNUNGEN Freitag, 23. September 2022, 11.00 Uhr Lot 3401 – 3490 GEMÄLDE ALTER MEISTER Freitag, 23. September 2022, 14.00 Uhr Lot 3001 – 3079 GEMÄLDE DES 19. JH. Freitag, 23. September 2022, 16.00 Uhr Lot 3201 – 3241
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    Koller Auktionen istPartner von Art Loss Register. Sämtliche Gegenstände in diesem Katalog, sofern sie eindeutig identifizierbar sind und einen Schätzwert von mind. € 1000 haben, wurden vor der Versteigerung mit dem Datenbestand des Registers individuell abgeglichen. EURO-Schätzungen Die Schätzungen in Euro wurden zum Kurs von 0.98 umgerechnet und auf zwei Stellen gerundet, sie dienen nur zur Orientierung. Verbindlich sind die Angaben in Schweizer Franken. Bücher   S. 1 Buchmalerei, Autographen & Manuskripte   S. 75 Abkürzungen    S. 104 Register   S. 106 Adressen    S. 108 Auktionsbedingungen    S. 112 Auction Conditions   S. 114 Auktions-Auftrag   S. 116 AUKTIONEN Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz Abbildungen Umschlag: Vorderseite Lot 186, Rückseite Lot 217.
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    Helvetica 101 – 110 Geschichte &Kulturgeschichte 111 – 115 Literatur des 17. – 19. Jahrhunderts 116 – 131 Moderne Literatur 132 – 167 Varia 168 – 175 Kunst & Kunstgewerbe 176 – 180 Topographie & Reisen 181 – 190 Technik & Naturwissenschaften 191 – 207 Alte Drucke & Bibeln 208 – 232 Bücher AUKTION Mittwoch, 21. September 2022, 14.00 Uhr VORBESICHTIGUNG Freitag 16. bis Dienstag 20. September 2022, 10–18 Uhr English descriptions upon request. Zusätzliche Abbildungen: www.kollerauktionen.ch Dr. Andreas Terwey Head of Department Tel. +41 44 445 63 44 terwey@kollerauktionen.ch Gabriel Müller, M.A. Tel. +41 44 445 63 40 books@kollerauktionen.ch Teresa Ranft, M.A. Tel. +41 44 445 63 41 books@kollerauktionen.ch
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    | 2 Helvetica Bücher |Helvetica 101* BASEL - Hentzy, [Rodolphe]. Promenade pittoresque dans l'evêché de Bâle aux bords de la Birs, de la Sorner, et de la Suze, accompagnée de XXXXIV paysages, et sites romantiques, fidèlement copies d'après nature. Mit 44 (teils ankolorierten) Aquatinta-Tafeln. [Den Haag, G. Bakhuysen, 1808-1809]. Quer-8°. Etwas späterer Halblederband mit handschriftl. Rückenschild (Rücken minimal berieben). Lonchamp 1446. - Erste Ausgabe. - Enthält schöne Abbildungen von Basel, Münchenstein, Chave Roche, Pont de Penne u.a. - Minimal gebräunt und etwas fingerfleckig. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 102 BERGBAU UND HÜTTENWESEN - Wild, F. S. Essai sur la montagne salifère du gouvernement d'Aigle, situé dans le Canton de Berne. Mit einer Faltkar- te mit Umrisskolorit, gestochen von Jos. Clausner und einer gestochenen Falttafel. Genf, Barde, Manget & Comp., 1788. 8°. 350 S., [1] Bl. Halbleder- band d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und montiertem Deckeltitel (Vorder- gelenk etwas eingerissen, minimal berieben). Poggendorff II, 1325 - Dreyer 762 - Lonchamp 3294. - Seltene Erstaus- gabe dieser geolokalen Abhandlung des Direktors der Saline Bex, Franz Samuel Wild. Enthält eine der ersten Gebietskarten von Aigle, heute im Kanton Waadt. - In den Rändern etwas stockfleckig. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 103 Bridel, Philippe Sirice - Birmann, Pierre. Course de Bâle à Bienne par les Vallées du Jura. En voyageant en Suisse, le peintre trouve à chaque pas un tableau, le poete une image & le Philosophe une réflexion. Mit gezeich- neter Titelbordüre, 8 aquarellierten Original-Federzeichnungen und 3 Kupfertafeln sowie 1 mehrfach gefalt. gest. Karte. [Basel, Ch. Aug. Serini Libraire, 1789]. Gr.-8°. [4] Bll., 256 S., [1] hs. Bl. dazwischengebunden, [1] Bl. Halbleder mit goldgepr. Rückenschild (etwas berieben und bestossen, Ecken stärker, leicht beschabt). Lonchamp 453 - Wäber 126 - Amweg 6519 - Appenzeller 105-132 (Hegi) - Quérard litteraire I, 342. - Erste Ausgabe. - Unikat. - Eine der ausführ- lichsten frühen Abhandlungen zur Geschichte und Topographie des Jura zwischen Basel und Biel, in sieben Briefen abgefasst von Philippe-Sirice Bridel (1757–1845) im gleichen Jahr in deutscher Übersetzung als "Reise durch eine der romantischsten Gegenden der Schweiz" erschienen. - Der kleiner gesetzte Text angestückt und auf das Format der Federzeichnun- gen gebracht. - Im Schnitt leicht gebräunt, Vorsätze etwas stockfleckig, mittig im Bundsteg etwas angeplatzt. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 104* [Dikenmann, Rudolf]. Souvenir de la Suisse (Deckeltitel). Mit 45 (davon 2 doppels.) Aquatintastichen nach R. Dikenmann. O. O. (Zürich, Dikenmann, um 1850). Quer-8°. Brauner Lederband d. Z. mit goldgepr. VDeckeltitel und Blindprägung (berieben). Vgl. Thieme/B. IX, 217 - Nicht bei Lonchamp. - Schweizer Ansichtenbuch mit zahlreichen prachtvollen Veduten von Zürich, Bern, Interlaken, Genf, Rheinfall, Giesbach, Reichenbach, Staubbach, Jungfrau, Tellskapelle, u.v.m. - Breitrandiger Druck. In den äussersten Rändern minimal gebräunt, Buchblock etwas lose, ansonsten gut erhalten. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 101 102 103
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    | 3 105 Reinhardt, [Joseph].A collection of Swiss costumes in miniature. - Collection de costu- mes suisses. Mit 30 kolor. Aquatintatafeln nach Reinhardt. London, G. Schulze für W. T. Gilling, 1822. 4° (28,2 × 19,5 cm). [31] Bll., Tafeln (jede Tafel mit weissem Schutzblatt). Neuer Halble- derband mit Rückenschild unter Verwendung alter marmorierter Deckel mit mont. Deckeltitel (dieser mit kl. Fehlstelle). Lipperheide Ga 31 - Colas 2530 - Lonchamp 670. - Erste Ausgabe. - Text in englischer u. französischer Sprache. - Vorsätze etwas stockfleckig. Die schönen Tafeln in kräftigem Altkolorit, gutes und breitrandiges Exemplar. - Provenienz: Gest. Exlibris des britischen Alpi- nisten Frederick Gardiner (1850-1919), bekannt als Begleiter von Lucy Walker bei der ersten Besteigung des Matterhorns durch eine Frau (1871) und als Erstbesteiger des Elbrus (1874). CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 106 Scheuchzer, Johann Jacob. Ouresiphoites (graece) Helveticus, sive Itinera per Helvetiae Alpinas Regiones facta annis [1702-1711] Pluri- mis tabulis aeneis illustrata. 4 Teile in 2 Bänden. Mit gest. Titel, 4 wiederholt. gest. Titelvignetten, 4 gest. Portraits, 3 (1 gefalt.) gest. Widmungs- tafeln, 1 gefalt. Kupferstichkarte und 124 meist gefalt. Kupfertafeln, davon 2 mit beweglich montierten Teilen. Zweite Ausgabe. Leiden, Van der Aa, 1723. 4°. [8] Bll., 167 S., [2] Bll., S. 169- 342 (S. 343-350 in der Pagination übersprun- gen); [1] Bl., S. 351-428, [1] Bl.; S. 429-520; [1] Bl., S. 521-635, [26] Bll. (Register). Sauber res- taurierte Pergamentbände d. Z. (Rückenschilder entfernt, gering staubfleckig). Barth 17521 - Haller I, 995 - Lonchamp 2641 - Wäber 28 - Nissen ZBI 3656.- Zweite und erste vollständige Ausgabe des bekannten u. umfang- reichsten Reisewerkes von Scheuchzer, der seit 1696 in Zürich als Professor wirkte. Diese Leidener Ausgabe ist besonders wegen der zahlreichen Stadt-Ansichten nach Merian ge- schätzt, die Van der Aa beibinden liess, darunter Altdorf, Baden, Bern, Chur, Fribourg, Glarus, Lausanne, Luzern, Rapperswil, Sion, Solothurn, St. Gallen, Thun, Zürich (Vogelschau u. Ansicht von der Seeseite), Zug u.v.a. Ausserdem mit Plänen (Berg- u. Flussprofilen), mineralogischen, botanischen und zoologischen Tafeln (Fabelwe- sen). - Gleichmässig gering gebräunt, vereinzelt minimal stock- bzw. fingerfleckig. CHF 700 / 1 000 (€ 710 / 1 020) 107* Stumpf, Johannes. Schweytzer Chronick: Das ist, Beschreybunge Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen, Völcker und dero Chronickwirdigen Thaaten... gebesseret, gemehret... und biss auf das gegenwirtige 1606. aussgeführt. Sampt einem volkommenen hierzu erforderten zwyfachen Register. 13 Teile in 1 Band. Mit 14 Holzschnitt-Titelbordüren, 5 doppelblattgr. und 8 blattgr. Holzschnitt-Karten sowie zahlr. Textholzschnitten (vereinzelt ankol.) von H. Asper, H. Vogtherr, R. und J. Wyssenbach u. a. Zürich, J. Wolff, 1606. Folio. [6], [24], DC- CLXX Bll. Lederband des 18. Jahrhunderts mit goldgeprägtem Rückenschild und Rückenver- goldung (VGelenk leicht angeplatzt, Einriss am unteren Kapital, etwas berieben und fleckig). VD17 39:124186M (abweichende Kollation) - Barth 10219 - Lonchamp 2819 - Feller/B. S. 144 ff. - Graesse VI, 516 - vgl. Haller IV, 396 u. BM German 839 - nicht bei Adams. - Dritte und letzte Ausgabe der bedeutendsten gedruckten Schweizer Chronik des 16. Jhs. (erstmals 1548 erschienen) mit den grossartigen Holzschnitten von Hans Asper, Heinrich Vogtherr, Rudolf und Johann Wyssenbach u.a. - Gebräunt und etwas stock-, feucht- und tintenfleckig, teils etwas knapp beschnitten (mit leichtem Darstel- lungsverlust), leichte (Rand-)Einrisse (zum Teil unschön restauriert), Titelei etwas angerändert, stärker gebräunt und im Bug verstärkt, Titel und erstes Blatt lose, letztes Blatt aufgezogen. Stellenweise Anstreichungen. Insgesamt gutes Exemplar. - Provenienz: Aus dem ehemaligen Besitz von Peter von Planta Wildenberg (1734- 1805) mit hs. Besitzvermerk, des weiteren von "H. Drenckhahn, Basel, 1906". CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 103 105
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    | 4 Bücher |Helvetica 108 TOTENTANZ - Manuel, Niklaus (genannt Deutsch). Niklaus Manuels Todtentanz gemalt zu Bern um 1515-1520 lithographiert nach den getreuen Copien des berühmten Kunstmalers Wilhelm Stettler/ La danse des morts peinte à Berne dans les années 1515 à 1520. Mit getön- tem Portrait des Verfassers, lithographiertem Titel und 24 ankol. lithographierten Tafeln von J. Bergmann nach W. Stettler. Ohne Ort und Dr. [Bern, Haller, wohl vor 1832]. Folio. [2] Bll., Tafeln. Lose in rest. Halbleinen-Mappe mit Deckelillus- tration und Schliessen (Rücken erneuert, VDe- ckel etwas beschabt, Ecken leicht bestossen, gebräunt, angestaubt und leicht fleckig). Vgl. Oppermann 1144 (gibt für die Entste- hung 1832 oder 1838 an) - Graesse IV, 373 (Ausg. Bern, R. Haag, 1823; kennt Ausgaben mit deutschem Titel) - Brunet III, 1380 und Lonchamp 1912 (beide Ausg. Bern, R. Haag, 1838) - Reichelt-Schultz Jacobi 112. - Haller- sche Ausgabe, hier ohne den Druckvermerk auf Umschlag und Titel sowie ohne die 2 lithographierten Blatt "Verse". - Vorliegend ein alt-ankoloriertes Exemplar mit zahlreichen alten handschriftlichen Marginalien (Kolorierungs- anweisungen) und teils kleinen Bleistiftzeich- nungen. Kolorierte Exemplare sind von grösster Seltenheit. - Die Lithographien Wilhelm Stettlers gehen auf eine Aquarellkopie von Albrecht Kauw zurück, die dieser 1649 anfertigte und die sich jetzt im Berner Historischen Museum befin- det. Die originalen Totentanzfresken wurden schon 1660 zerstört. "Die Totentanzfresken, deren Entstehung noch in die vorholbeinische Epoche, in das zweite Jahrzehnt des 16. Jhdts. fällt, gehören zum Lebendigsten und Derbs- ten, was je in dieser Art geschaffen worden ist" (G. Buchheit, Der Totentanz, Berlin 1926). Die Mappe mit einer hübschen lithographierten Totentanzdarstellung auf dem Vorderdeckel und dem Motto von Fr. Schiller "Auch die Todten sol- len leben!". - Durchgehend etwas stockfleckig, leicht gebräunt. Vereinzelte Blatt mit kleinen Randeinrissen oder Eckfalz. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 109 Wolf, Caspar - Vues remarquables des montagnes de la Suisse avec leur Description. Premiere Partie. Mit 1 gest. Kopfvignette von J. Störklin nach A. Dunker, 1 gest. Verzeichnis der Tafeln und 10 kolor. Umrissradierungen von Störklin, Pfenninger, Demeuse u. Wys nach C. Wolf. Bern, Wagner, 1776 [-1777]. Folio. [4] Bll., 15 S. Pappeinband um 1900 (Block etwas losel, stärker fleckig und mit vereinzelten Fehlstellen) in späterer Halbleinenkasette, die Radierungen in beigelegter Halbleinenkassette. Lonchamp 3198. - Parallel zur vorliegenden französischen erschien eine deutsche Ausgabe. - Merkwürdige Prospekte aus den Schweizer Gebürgen und derselben Beschreibung. - vgl. Raeber 1979:341 MP. - "Die Begegnung zwi- schen Caspar Wolf und dem ein Jahr älteren Abraham Wagner (1734-1782) stellt einen historischen Glücksfall dar; denn erst die Initia- tive des Berner Verlegers machte den mässig erfolgreichen Maler aus Muri zu jener Figur, als die er in die europäische Kunstgeschichte 108
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    | 5 eingehen sollte.Erst in Wagners Diensten wurde Wolf nämlich zum wichtigsten Pionier der Hochgebirgsmalerei. Die Schweizer Alpen nahmen fortan in seinem Schaffen nicht nur den grössten Raum ein, sondern machten das eigentliche Zentrum dieses Schaffens aus, von dem aus der Maler die Parameter seiner Bildfindung neu definierte, wobei er barocke Konventionen teilweise weit hinter sich liess. An den Extremen der Landschaft im Hochgebirge schärfte Wolf seine individuelle Ästhetik, der er schliesslich die Natur in all ihren Erscheinungs- formen unterwarf." (Caspar Wolf und die ästhe- tische Eroberung der Natur. Kat. Basel 2014, S. 99). - Das Vorwort von Albrecht von Haller ist datiert auf den 23. Juni 1777 und dürfte zu dessen letzten noch zu Lebzeiten publizierten Texten gehören. Der eigentliche Text stammt vom Berner Pfarrer und Pionier der Alpenfor- schung Jakob Samuel Wyttenbach. - Die ersten 5 Seiten etwas feuchtrandig und gebräunt, die Radierungen in schöner Erhaltung. CHF 5 000 / 8 000 (€ 5 100 / 8 160) 110 [Zurlauben, Beat Fidel Baron de]. Tableaux topographiques, pittoresques, physiques, historiques, moraux, politiques, littéraires de la Suisse. 5 in 4 Bänden. (2 Text- u. 2 Tafel-Bände sowie 1 "Table analytique" v. E. A. Quétant ). Mit 1 gest. Frontispiz von Née nach Moreau le jeune, 1 (st. 2) gest. Titel und 2 gest. Vortiteln, 2 gest. Kopfvignetten (davon eine mit 2 Portraits von Zurlauben und De la Borde), 5 (st. 6) doppelb- lattgr. Karten, 2 doppelblattgr. Plänen und 247 (1 doppelblattgr.) Kupfertafeln. Paris, L'Imprimerie de Clousier, 1780–1786. Gr.-Folio. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentitel und Bandzahl, Rückenvergoldung, goldgepr. Deckel-, Steh- und Innenkantenbordüren, sowie dreiseitigem Gold- schnitt (Bd. 2 Rücken erneuert unter Verwen- dung des alten Bezugs, Innengelenke verstärkt; Ecken bestossen, Kanten leicht berieben, teils etwas beschabt und kratzspurig, Kapitale Bd. 3 angerissen, Hinterdeckel Bd. 4 gelockert). Barth 17338 - Cohen/R. 1075 - Feller/Bon- jour 505 ff. - Haller I, 235 - Lonchamp 3362 - Wäber 38 - Brunet V, 1546 - Lewine S. 581. - Zweite Ausgabe des grössten und berühm- testen Schweizer Ansichtenwerkes des 18. Jahrhunderts. Enthält mehrheitlich Ansich- ten der bedeutendsten Orte, Berge, Seen, Karten (Generalkarte, Basel, Berner Oberland, Neuchâtel u. Schaffhausen) sowie 2 Pläne (Basel und "plan perspectif" mit Bergpanorama der Zentralschweiz), historische Ereignisse, Münz- u. Siegelbilder. - Die "Table analytique" im 4. Band angebunden. - Es fehlt die Karte vom Berner Oberland. - Nur gelegentlich gebräunt und schwach stockfleckig, fliegende Vorsät- ze teils etwas leimschattig, Band 1 hinten im oberen Rand feuchtrandig, insgesamt sauberes Exemplar. CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 160 / 12 240) 110 109
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    | 6 Geschichte &Kulturgeschichte 111 114 Bücher | Geschichte & Kulturgeschichte 111 FESTBÜCHER - Düsseldorf - Graminaeus, Theodor. Beschreibung derer Fürstlicher Gülig- scher Hochzeit. Mit gest. Titel und 36 (von 37) doppelblattgr. Kupfertafeln von Frans Hogen- berg u.a. Köln, [Theodor Gras], 1587. 4°. [138 (statt 142)] Bll. Halblederband d. 18. Jhs. mit goldgepr. Rückenschild, reicher Rückenvergol- dung und Wappensupralibros. VD16 G 2797 - Ornamentstichslg. Berlin 2821 - Vinet 722 - Else Rümmler, Die Fürst- lich Jülichsche Hochzeit zu Düsseldorf 1585. Düsseldorf, 1983. - Dritte, erweiterte Ausgabe der seltenen Beschreibung der prunkvollen sogenannten "Düsseldorfer Hochzeit" 1585 von Herzog Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg und Markgräfin Jacobe von Baden. - Die dop- pelblattgr. Textkupfer zeigen Einzüge, Trauung, Bankett (teilweise mit Düsseldorfer Stadtan- sichten), verschiedene Turniere auf der Bahn und dem Düsseldorfer Marktplatz, Wappen der beteiligten Adeligen, ferner 2 (von 3) See- schlachten mit Feuerwerken auf dem Rhein. - Es fehlen die Bll. J3 und J4 sowie K2 und K3 (mit 1 doppelblattgr. Tafel). - Gest. Titel und folgende 7 Bll. mit hinterlegten Eckabrissen, 5 Tafeln mit zumeist hinterlegten Fehlstellen und Bildverlus- ten. - Beiliegend die Faksimileausgabe mit dem Kommentar von Rümmler (s.o.). Düsseldorf, H. Marcus, 1982. 4°. Zus. in Schuber. - Numeriertes Exemplar einer kl. Auflage. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 112 - Hirt, Alois Ludwig und K. F. von Brühl. Die Weihe des Eros Uranios. Ein festlicher Aufzug mit Tänzen. Gegeben den 8ten Januar 1818 im weissen Saale des Königlichen Schlosses, zur Vermählungsfeier des Prinzen Friedrich von Preussen ... und der Prinzessin Wilhelmine Luise von Anhalt-Bernburg. Mit 13 (12 kolor., 1 gefalt.) Kupfertafeln. Berlin, Wittich, 1818. Quer-4° (25,2 × 31,5 cm). VI, 21 S. Original-Verlagspapp- band mit Deckelschild (Ecken und Kapitale leicht bestossen, etwas fleckig). Lipperheide Sbb 24 - Vinet 702. - Erste Ausgabe. - Romantisches Kostümfest des preussischen Hofes, die schönen Tafeln nach Zeichnungen von Stürmer und gestochen von Jügel und Hillmann zeigen bis zu sechs Figuren in antiken Kostümen in kräftigem Kolorit. - Die Falttafel zeigt den Festzug in drei Reihen. - Sau- beres Exemplar. - Provenienz: Aus der Bibliothek des Prinzen Karl von Preussen, mit dessen Stempel auf Titel. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 113* HABSBURGER - Herrgott, Marquard. Genealo- gia diplomatica Augustae gentis Habsburgicae. 3 Bände. Mit 3 gest. Frontispices (in Wieder- holung), 3 Titelvignetten, 1 grenzkol., gefalt. Kupferstichkarte, 24 (davon 16 doppelblattgr., 1 losen) Kupfertafeln von A. und J. Schmuzer nach J. H. Meyer, 18 gest. Initialen, 18 Kopf- und Schlussvignetten sowie 6 Textkupfern von G. D. C. Nicolai nach A. Altomonte. Wien, L. J. Kaliwo- da, 1737. Folio. Moderne Halbpergamentbände mit goldgepr. Rückenschild. Wurzbach VIII, 364 - Dahlmann/Waitz 5974 - Heller 11, 1908 - Graesse III, 260 - Coreth, Ös- terr. Geschichtsschreibung 44 ff. - vom Bruch/ Müller, Historikerlexikon 146f. - Monumentales Prachtwerk zur Geschichte und Genealogie des habsburgischen Kaiserhauses überwiegend in ihren Stammlanden am Oberrhein und in der Schweiz. Die grossen Veduten zeigen Baden, Freiburg/Br., Habsburg, Kyburg, Laufenburg, Lenzburg, Rapperswil, Rheinfelden, Tiengen usw. Die Karte von G.A. Steinberg zeigt den Südschwarzwald, die Nordschweiz und den Bodensee. - "Die Eigenart dieses Werkes ist, daß es in der Anlage die direkte Nachfolge reich bebilderter, barocker Ehrenwerke verrät, aber mit der Sammlung nun auch bewusste Auswahl, nach den neuesten Prinzipien geschulte Kritik und Auseinandersetzung mit Quellen und Autoren verbindet" (Coreth). - Leicht gebräunt, stellenweise leicht stock- und feuchtfleckig (Bd. 1 vorne etwas stärker), Bd. 2 vorne etwas spor- fleckig, insgesamt sauber. - Einige Marginalien von alter Hand. - Gest. Exlibris "Jos. Raspieler". CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060)
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    | 8 Bücher |Geschichte & Kulturgeschichte 114 Marx, Karl und Friedrich Engels. Manifeste du parti communiste par Karl Marx et Fr. Engels. [Russisch: Manifest der kommunistischen Partei. Übersetzung nach der deutschen Aus- gabe 1872. Mit einem Vorwort der Autoren.] Genf, freie russische Druckerei, 1882. 8°. X, 50 S. Restaurierte Original-Broschur mit Deckel- titel in Russisch und Französisch (Rücken und Aussenecken restauriert, Bibliotheksschild vom Umschlag mit etwas Papierverlust abgelöst, minimale Randschäden), eingelegt in marmo- riertem Papierumschlag und Halbleinenkas- sette. Rubel 757 - vgl. PMM 326. - Erschienen als 3. Heft der "Russischen sozialrevolutionären Bibliothek". - Zweite russische Übersetzung des erstmals 1848 in deutscher Sprache erschienen Manifests, die erste mit dem Vorwort von Marx und Engels. Die Übersetzung stammt von Geor- gi Valentinowitch Plechanow, zugleich Gründer der freien russischen Druckerei, in der er seine eigenen Arbeiten wie auch die Schriften anderer verlegt hat. - Minimal fleckig, gutes Exemplar der seltenen Broschüre. CHF 3 000 / 5 000 (€ 3 060 / 5 100) 115 MILITARIA - Artillerie - [Vogt, Heinrich Joseph]. Ernstfeuerwerkerei für die königlich preussi- sche Artillerie. Mit 12 mehrfach gefalteten (11 handkolorierten) Kupfertafeln. Berlin, G. Reimer, 1818. 8°. XII, 233 S. Halblederband d. Z. mit Rü- ckenschild (letzteres fehlt, am unteren VGelenk angerissen, etwas berieben ). Holzmann-Boh. II 1782. - Erste Ausgabe. - Enthält Ausführungen über die Anfertigung von Feuerwerkskörpern, Munition, Zündungen, sowie der Anlage und Einrichtung Laborato- rien. - Vorsätze leimschattig, ansonsten nur gelegentlich schwach stockfleckig. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 115 111 111
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    | 9 Literatur des17. - 19. Jahrhunderts 116 117 116 Avril, Paul - Nodier, Charles. Inès de la Sierras. Bi- bliophiler Druck mit 16 Farbradierungen von Paul Avril sowie der Extrasuite mit 58 Radierungen in verschiedenen Zuständen. Paris, A. Ferroud 1897. 4°. XXIX, 108 S., [59] Bll. Original-Broschur eingebunden in Halblederband d. Z. mit goldge- pr. Rückentitel in marmoriertem Pappschuber (kaum merklich beschabt). Monod 8718 - Carteret IV, 306. - Eines von 200 numerierten Exemplaren auf unbeschnitte- nem Vélin (GA). - Sehr frisches Exemplar, die äussersten Ränder kaum merklich gebräunt. - Radiertes Exlibris Paul Schlesinger auf Vorsatz. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 117 BAROCK-LITERATUR - Abraham à Sancta Clara. Huy! und Pfuy! Der Welt. Huy, oder Anfrischung zu allen schönen Tugenden: Pfuy, oder Abschre- ckung von allen schändlichen Lastern. Wohl angefüllter Wein-Keller, in welchem manch durstige Seel sich mit einem geistlichen Gebet erquirken kann. 2 Bände. Mit je 1 gest. Frontispiz und zusammen 150 Textkupfern. Würzburg, Hertz für Weigel in Nürnberg, 1710. 4°. [10] Bll. 611 S., [4] Bll.; [2] Bll., 521 S., [11] Bll. Lederbände d. Z. mit Rückentiteln (beide Vorderdeckel lose, etwas berieben). VD18 10477829 und 15244741 - Dünnhaupt 155, 48.2. - Erstmals 1707 erschienen, erster Druck der zweiten Ausgabe. - Mit den schönen emblematischen Kupfern von Weigel nach Luyken. Abweichend von den übrigen Predigt- sammlungen Ulrich Megerles (1644-1709) handelt es sich bei diesem Druck um eine Art emblematischen Orbis Pictus von Naturbil- dern: Sonne, Mond, Sterne, Luft, Wasser, Wald, Meer, Tiere, Menschen etc. in 100 allegorischen Kupfern Weigels. Jedes Kupfer ist mit latei- nischen Distichen versehen, die wiederum in zwei deutschen Strophen zu je sechs Versen übersetzt und erläutert werden. - Die schönen allegorischen Kupfer illustrieren die spöttisch übertriebenen Kapitelüberschriften wie "Halt die Nasen zu", "Der grosse Mist-Haufen" oder "Hui Sau". - Durchgehend minimal stockfleckig, vereinzelte hinterlegte Fehlstellen und kleine Einrisse. - Spiegel jeweils mit gest. Exlibris Burckhardt-Sarasin, Basel. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610)
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    | 10 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 118 FRANKREICH - Les Français Peints par eux-mêmes, encyclopédie morale du dix-neu- vième siècle. 8 Bde. (5 "Paris" u. 3 "Provence") u. 1 Ergänzungs-Bd. "Prisme". Mit zahlreichen, teils ganzseit. Holzstich-Illustrationen nach Daumier Garvarni, Grandville u.a. Paris, Curmer, 1840-41. 4°. Schöne braune Maroquin-Meis- terbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und -Bandzahl, sowie floraler Verzierung, blindgepr. Deckelillustrationen, Steh- und Innenkanten- vergoldung, marmoriertem- bzw. Gold-Schnitt, Original-Broschur eingebunden, eingelegt in marmorierte Schuber (vereinzelte kaum merk- liche Bereibungen, Schuber teils kaum merklich eingerissen). Carteret III, 245 ff. - Brivois 157 ff. - Lipperheide Fc 37-38 u. Fe 10 - Sander 275 - Vicaire III, 794 ff. - Vollständige Ausgabe des berühmten Wer- kes mit dem meist fehlenden Supplement-Band "Prisme. Mit zahlreichen kolorierten Mode- und Berufsdarstellungen. - Wohlerhalten, prachtvoll gebunden. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 119* Goethe, Johann Wolfgang von - Friedrich von Sachsen. Pflanzen und Gebirgsarten von Mari- enbad, gesammelt von dem Prinzen Friedrich (1834 u. 1835) und von J. W. v. Goethe (1821- 23). Ergänzt, und mit einem Anhange über die andern naturhistor. Verhältnisse des Curortes hrsg. von C. J. Heidler. Mit lithogr. Frontispiz, 3 (1 kolor.) lithogr. Tafeln, 1 gefalt. kolor. lithogr. Karte und 1 gefalt. Tabelle (so komplett). Prag, Kron- berger und Weber, 1837. 8°. X, 203 S. Späterer Halblederband mit eingeb. Original-Broschur (etwas bestossen und beschabt, Kapitale mit kleinen Fehlstellen, vorderes Gelenk angeris- sen). Goedeke IV.3, 593.32 - Hirzel 121 - Schmid, Goethe u.d. Naturwiss. 427 u. 840 - Pritzel 3058 - Slg. Dorn 840. - Erste Ausgabe. - Der Band enthält von Goethe den während seiner Aufenthalte in Marienbad in den Jahren 1821-23 entstandenen Beitrag "Gang- und Gebirgsar- ten von Marienbad", ferner einen Auszug aus einem Brief an Graf Sternberg in Prag über den Marienbader Serpentin und Pechstein. - Die Arbeit über die Marienbader Flora stammt von Friedrich von Sachsen (dem späteren König Friedrich August II.), entstanden in den Jahren 1834/35. - Lt. Schmid basieren die Goethe-Tex- te auf den Handschriften und stellen "Varianten" dar, sie beruhen nicht auf zuvor gedruckten Stücken. - Exemplar von besonderer Proveni- enz: aus der Sammlung von Erwin Magnus, auf dem vorderen Spiegel mit seinem Exlibris, der Einband im Bereich des unteren Kapitals mit seinem goldgeprägten Monogramm. Magnus ist heute weniger als Bibliophiler, mehr als Überset- zer von Jack London noch bekannt. Zwei Aus- schnitte aus älteren Antiquariatskatalogen auf den vorderen Vorsatz montiert, darunter einer für dieses Exemplar. - Papierbedingt gebräunt u. braunfleckig. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 120* Goethe, Johann Wolfgang von. West-oestlicher Divan. Mit gest. Frontispiz und gest. Titel von C. Ermer. Stuttgard (sic), Cotta, 1819. Doppeltitel, 556 S. Halbleder der Zeit (bestossen, beschabt, etwas fleckig, Kapitale überklebt bzw. restau- riert). Goedeke IV.III, 492, 120 - Kippenberg 399 - Slg. Borst 1312 - Brieger 727 - Hagen 416. - Erster Druck der ersten Ausgabe, erkennbar an den Merkmalen: "S. 399 u. 400 doppelt gezählt, dagegen S. 495-496 übersprungen, so dass die Endseitenzahl zutreffend bleibt. Auf S. 9 "Talis- mane" statt wie später "Talisman"" (Borst fol- gend). - Das Frontispiz mit von Arabesken um- gebenem arabischen Schriftzug (""Der östliche Diwan vom westlichen Verfasser""). - Auf einem Vorblatt handschriftlicher Geschenkvermerk eines Prof. Koch an einen Professor Hartmann, "hac qualiscunque Orientis parodia Göthiana", datiert "im Sept. 1820". - Etwas gebräunt und braunfleckig, Block teils etwas gewellt. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 121 Herder, Johann Gottfried. Ideen zur Philoso- phie der Geschichte der Menschheit. 4 Bände. Riga und Leipzig, Hartknoch, 1785-1792. Kl.-8°. Pappbände d. Z. mit goldgepr. Rückenschildern etwas berieben und beschabt, 2 VDeckel mit Brandspuren). VD18 1279712X - Goedeke IV, 1, 730, 79 - Schulte-Strathaus 48b. - Die Oktavausgabe von Herders erstmals 1784 erschienenem Haupt- werk. - Gutes Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 118
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    | 12 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 122 LEXIKA - Diderot, [Denis] - D'Alembert, [Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des art et des métiers... 36 Textbände und 3 Tafelbände mit 445 (teils mehrfach gefalteten) Kupfertafeln. Lausanne und Bern, Sociétés typographiques, 1781. Gr.-8°. Einheitlich gebundene Halblederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und Bandzahl (etwas berieben und kratzspurig, vor allem die Rücken). Vgl. Graesse II, S. 389 - Lough, S. 40. - Die Schweizer Oktavausgabe von Diderots umfas- sender Enzyklopädie enthält unter anderem Illustrationen zu den Gebieten der Mathematik, Musik, Militär und Marine, Medizin, Anatomie, Architektur, Chemie, Astronomie etc. - Minimal gebräunt, ansonsten in guter Erhaltung. CHF 6 000 / 9 000 (€ 6 120 / 9 180)
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    | 14 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 123 LEXIKA - Diderot, [Denis] - D'Alembert, [Jean Le Rond]. Encyclopédie, ou dictionnaire raisonné des sciences, des art et des métiers... 17 Textbände, 4 Supplementbände, 11 (in 12) Tafelbände in zus. 33 Bänden. Mit 1 gestochenen Frontispiz (zus. mit dem seltenen Erklärungsblatt von Diderot), 1 gefal- teten und gestochenem Stammbaum, 2786 (recte: 3129), davon 253 doppelblattgrossen und 19 mehrfach gefalteten) Kupfertafeln sowie 7 gefalteten Tabellen. Paris, Briasson u. a., 1751-1772 (Textbde. 1-7 u. Tafelbde. 1-10); Neufchâstel (d. i. Paris), Faulche, 1765 (Textbde. 8-17); Amsterdam, Panckou- cke u. Rey, 1776-1777 (Supplemente u. Supplement-Tafelband). Folio. Marmorierte Kalbsldr. d.Z. mit Aussenkantenverg. sowie reicher Rückenverg. u. 2 Rückenschildern (Kapitale teils etwas bestossen, Deckel teils berieben und gelegentlich leicht kratzspurig, wenige Restaurierungen). Adams, Diderot I, G1 - Tchemerzine IV, 434-435 - PMM 200 – Brunet II, 700 – Graesse II, 389 – Ebert 6709. - Originale Ausgabe mit allen Tafel- und Supplement-Bänden, ohne die Indexbände, komplett mit allen Tafeln ! - Die Encyclopédie, von Diderot und D'Alembert herausgegeben, die selbst auch einen grossen Teil der insgesamt gegen 72000 Artikel verantworteten, gilt als das bedeutendste Werk der Aufklärung. Sie ist heute eine der herausra- genden Quellen für die Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft des 18. Jhs. "Ein Monument in der Geschichte des europäischen Denkens; der Gipfelpunkt des Zeitalters der Vernunft" (PMM). Diderot beaufsichtigte auch den grössten Teil der speziell angefertigten Kupferstiche. Die detailreichen, meist grossformatigen Abbildungen illustrieren Handwerk, Technik und Gewerbe im 18. Jh. und wurden eigens für diese Enzyklopädie hergestellt. Der Kup- ferstich mit dem Stammbaum der Erkenntnis zeigt, wie alle Künste und Wissenschaften aus den drei geistigen Fähigkeiten hervorspriessen: Vernunft, Erinnerung und Einbildungskraft. Gott und die heilige Schrift hatten hier keinen Platz, was das Unternehmen für Kirche und Staat so gefährlich machte: "Die Philosophie bildet [auf dem Kupferstich] den Stamm des Baumes, während die Theologie ein entfernter Ast in der Nähe der schwarzen Magie ist. Di- derot und d'Alembert hatten die alte Königin der Wissenschaften entthront. Sie hatten die erkennbare Welt neu geordnet und den Menschen darin neu orientiert, während sie Gott hinausdrängten." (Darnton, Glänzende Geschäfte, S. 16). Diderot und D'Alembert beabsichtigten mit dem Werk, nicht nur das ganze Wissen ihrer Zeit zu bündeln und zusammenzutragen, sondern auch das Denken der Menschen im Sinn der Aufklärung zu beeinflussen und zu verändern. Sie verzichteten weitgehend auf historische und biographische Artikel, legten dafür umso mehr Wert auf die Behandlung der angewand- ten mechanischen Künste, denen sie gleichberechtigten Status neben Kunst und Wissenschaft zubilligten. Von den etwas mehr als 4000 gedruckten Exemplaren fand rund die Hälfte ausserhalb Frankreichs einen Käufer, obgleich Hof, Kirche, und Richerschaft ausser sich vor Empörung waren. Im Jahr 1759 wurden die bis dahin veröfentlichten sieben Bände vom Pariser Generalstaatsanwalt verboten und vom Papst auf den Index gesetzt. Nach jahre- langem Rechsstreit konnten die übrigen Bände doch noch in "Neufchâstel" (Druckort Paris) und Amsterdam erscheinen. - Die Divergenz hinsichtlich der genannten Tafelzahl auf Titelei, dem Buchbinder-Aviso, dem Inhaltsverzeichnis und der bibliographischen Literatur ergibt sich aus der unterschiedlichen Zählweise der Mehrfachtafeln. Zusammen sind es tatsächlich 3129 (Einzel)-Tafeln, wobei Doppel-, Tripel- und Quadrupel-Tafeln als 2, 3 oder 4 (Ein- zel)-Tafeln gezählt wurden. - Textband 4 anfangs wurmspurig mit minimalem Buchstabenverlust, Textband 8 im oberen Rand etwas wasserspurig und wellig, Textband 14 die ersten 4 Lagen mit Nagespuren und Papierverlusten im weissen Rand, Supplement-Tafelband unbeschnitten, im Rand teils gering wellig und angestaubt. - Insgesamt sehr schönes, vollständiges Exemplar in guten bis prachtvollen zeitgenössischen Einbänden. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 20 000 / 30 000 (€ 20 410 / 30 610)
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    | 16 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 124 Margarethe von Navarra. Les Nouvelles (Hep- taméron Français). 3 Bände. Mit 3 gest. Titeln (wdh.) und 73 Kupfertafeln nach S. Freudenberg sowie 72 Kopf- und 72 Schlussvignetten nach B. A. Dunker. Bern, Nouvelle Société Typogra- phique, 1780-1781. 8°. XLVII, 275 S.; [1] Bl., 308 S.; [1] Bl., 250 S., [1] Bl. Rote Maroquinbände vom Anfang des 19. Jhs. mit Rückenvergoldung, goldgepr. Deckelbordüre, Steh- und Innenkan- tenvergoldung sowie Goldschnitt (etwas berie- ben, Vorderdeckel von Band 3 vollständig gelöst, Rücken teils stärker berieben und mit minimalen Fehlstellen). Cohen/R. Sp. 681 - Sander 1278 - Lewine S. 338 - vgl. Fürstenberg S. 113f. - Erste Ausgabe der schönen und berühmten Berner Heptameron Ausgabe, gleichzeitig das illustrative Hauptwerk des Schweizers Sigmund Freudenberg und des Deutschen Balthasar Dunker. "Les figures ... sont très jolies et gravées avec une finesse remarquable" (Cohen/R.). Die Kupfer gesto- chen von Guttenberg, Halbou, Henriquez, de Launay jeune, de Longueil, Leroy und a. "Doch bedeutender als die korrekten, technisch per- fekten, mitunter ein wenig trockenen Täfelchen nach Freudenberg, der jeweils eine Szene der Nouvelle dicht am Text zeichnete, sind die 144 Kopf- und Schlußstücke, die Balthasar Anton Dunker ... schuf. Seine Vignetten sind geistrei- che Allegorien, satirisch-heitere Epigramme, die mit graziöser Leichtigkeit und sicherem Gefühl für das Ornament sowie scharfer Beobach- tungsgabe zum Grossteil von ihm selbst radiert sind. Jedes Kopfstück lässt die Quintessenz der zugehörigen Erzählung in aller Knappheit deutlich werden" (Slg. Kritter 21). - Bd. I und II wie bei Cohen beschrieben auf besserem Papier, ohne die Fehlpagination in Bd. I (vgl. ebd.). - Fehlt die Tafel zu Nouvelle XX in Bd. I. - Teils etw. stockfleckig oder gering gebräunt, sonst dekoratives Exemplar aus der Königl. Ernst August Fideikommiss-Bibliothek (Stempel auf Titelbl. verso). Cohen/R. 680 - Sander 1278 - Lanckoronska/ Oe. II, 187 - Lonchamp 1918. - Erste Berner Heptameron-Ausgabe, mit dem Paginierungs- fehler in Bd. 1 nach S. 166. Die Kupfer gestochen von Guttenberg, Halbou, Henriquez, de Launay jeune, de Longueil, Leroy u. a. "Die schönen ganzseitigen Kupfer wirken dann durchaus fran- zösisch, haben kaum etwas mit dem Wesen der Schweizer Kunst und Buchillustration gemein. Dunker versah das Werk mit hundertvierund- vierzig Vignetten, die zu dem Schönsten dieser Gattung zählen" (L./Oe.). - Gutes, nur minimal gebräuntes Exemplar auf stärkerem Papier, prachtvoll gebunden. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 125 Meyer, Conrad Ferdinand. Hutten's letzte Tage. Leipzig, Haessel, 1882. 4°. VIII, 188 S. Roter Maroquinband d. Z. mit historisierendem Deckelornament u. Goldschnitt (Ecken minimal berieben). Mit eigenh. Widmung Meyers auf Vortitel: "Mei- nen verehrten lieben Freunde...der Verfasser, Kilchberg 26. Jan. 1883. - Etwas stockfleckig und braunrandig, ansonsten wohlerhalten. CHF 200 / 300 (€ 200 / 310) 126 MINIATURBÜCHER - Galleria Dantesca Micros- copia. Mit 30 montierten Albuminabzügen von Scaramuzza. Mailand, Ulrico Hoepli, 1880. (5,1 × 3,7 cm). [40] Bll. Original-Maroquinband mit blindgepr. Deckel- und Rückenvergoldung und -Illustration in Rot und Schwarz, sowie mit goldgepr. Rückentitel, Steh-, Innenkantenver- goldung, roten Innenbezügen sowie Goldschnitt (Gelenke minimal berieben). Welsh 2178 - Vgl. Bondy, S. 95. - "The photo- graphs are of excellent quality and represent perhaps the earliest use of photography in a miniature book" (Bondy). - In den Rändern kaum merklich gebräunt. - Handschriftl. Widmung "Per Jean Marie Pidoux J. R. M." auf Titel. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 124
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    | 17 127* PERSISCHE LITERATUR- Hammer[-Purgstall], J. von. Der Diwan von Mohammed Schem- sed-din Hafis. Aus dem Persischen zum ersten- mal ganz übersetzt. 2 Teile in 1 Band. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1812-13. 8°. [4] Bll., XLII S., [2] Bll., 454 S., [1] w. Bl., [2] Bll., 574 S. Halbleder- band des späteren 19. Jahrhunderts (Kanten etwas beschabt). Goedeke VII, 586, 31, 7 - Hayn/G. III, 4. - Erste deutsche Ausgabe. - Vorsätze, Titel und Vorrede bis S. II sowie letztes Textblatt in den Rändern eng beschrieben mit Annotationen und Verweisen von der Hand Georg Friedrich Daumers (1800-1875), dessen Handexemplar dies laut Marginalie eines weiteren Vorbesitzers ist: "Handexemplar des Hafis-Dichters Georg Fr. Daumer", so der Zusatz auf der Titelei. Dies bezieht sich auf den erstmals 1846 von Dau- mer publizierten Titel "Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte". Der Religionsphilosoph und Lyriker Daumer ist heute vor allem noch als Erzieher von Kaspar Hauser bekannt. Die überaus zahlreichen, eng geschrieben Annotati- onen Daumers beinhalten Begriffe, die im Buch vorkommen und die offenbar für ihn eine be- sondere Bedeutung hatten (Arche Noah, Hafis, Lilien etc.), dazu hat Daumer die Seitenzahlen gesetzt. Es ergibt sich so ein Art Begriffsregister als Dokument der Daumer`schen Rezeption der vorliegenden Ausgabe. - Nur sehr wenig gebräunt, insgesamt gut. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 128 PHILOSOPHIE - Descartes, René. Opera Philo- sophica. Editio secunda. Ab auctore recognita. 2 Teile in 1 Band. Amsterdam, Elzevier, 1654 und 1650. Kl.-4°. Halblederband um 1920 mit gold- gepr. Rückentitel (Ecken etwas bestossen). Eine der frühen Sammelausgaben der Werke Descartes' bei Elzevier, die aus verschiedenen Einzelausgaben zusammengestellt wurden. - Enthält: 1. Meditationes de prima philosophia. Editio ultima prioribus auctior & emendatior. 3 Teile mit separaten Titelblättern. Mit wieder- holter Druckermarke in Holzschnitt (Minerva). Amsterdam, Elzevier, 1654. [8 (1 w.)] Bll., 191, 164, 88 S. - Willems 1174. - 2. Principia Philoso- phiae. Mit Druckermarke und zahlr. teils ganzs. Textholzschnitten. Ebd., 1650. [20] Bll., 302 S. - Vgl. Willems 1106. - Laut Inhaltsverzeichnis auf der Rückseite des Vortitels umfasst die vorliegende Ausgabe noch die "Dissertatio de methodo" sowie den "Tractatus de Passionibus Animae". Beide Werke sind hier jedoch nicht beigebunden. - Etwas gebräunt und teils leicht stockfleckig. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 129 - Hegel, Georg Wilhelm Friedrich. Encyclopä- die der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse. Zum Gebrauch seiner Vorlesungen. Dritte Ausgabe. Heidelberg, Verwaltung des Osswald'schen Verlags. (C. F. Winter), 1830. 8°. LVIII, 600 S. Marmorierter Pappband d. Z. mit Rückenschild (ewas fleckig und berieben). Goedeke V, 10, 25, 6 - Ziegenfuss I, 485 - Steinhauer 343. - Ausgabe letzter Hand der hegelschen Systemdarstellung. - Leicht gebräunt, ansonsten sauberes Exemplar. - Titel alt gestempelt Rhedigersche Stadt-Bibliothek zu Breslau. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 129 127 126
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    | 18 Bücher |Literatur des 17. - 19. Jahrhunderts 130 PHILOSOPHIE - Keckermann, Bartholomäus. Systema Logicae. Tribus libris adornatum. Editio postrema, ab authore recognita & emendata. Genf, P. de la Rovière, 1611. Kl.-8°. [16] Bll., 575 S., [26] Bll. (d.l.w.). Moderner Halblederband mit goldgepr. Rückentitel und marmorierten Deckelbezügen. Seltener Genfer Druck der Logik des Danziger Theologen und Philosophen (1571/73-1608), kein Exemplar in Schweizer Bibliotheken, für uns über KVK nur ein Exemplar weltweit (University of Illinois) mit diesem Druckvermerk nachweis- bar. - "Als der vielleicht begabteste und selb- ständigste reformierte Theologe der Ortho- doxie hat K. mit seiner analytischen Methode für die lutherische Orthodoxie, die Aufklärung und auch für Schleiermacher vorbildlich gewirkt, und er ist mit seiner Methode der Vater der modernen „systematischen Theologie“ gewor- den (NDB). - Etwas gebräunt, anfangs schmale Feuchtränder, einige Marginalien von alter Hand. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 131 - Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph. Zeitschrift für speculative Physik. 4 Hefte in 2 Bänden. Jena und Leipzig, Ch. E. Gabler, 1800-1801. 8°. Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und eingeb. Original-Broschuren (Rücken minim fleckig und berieben). Goedeke V, 12, 9 und 11 - Ziegenfuss II, 434 - Kirchner 587. - Erste Ausgabe. - Enthält im vierten Heft die "Darstellung meines Systems der Philosophie", Schellings Systementwurf einer Identitätsphilosophie. Neben Schelling publizierten auch Henrik Steffens und K. A. Eschenmayer in der vorliegenden Zeitschrift. Bis 1803 erschienen in Tübingen noch zwei Fort- setzungsteile unter dem Titel "Neue Zeitschrift für speculative Physik". - Leicht gebräuntes, gutes Exemplar. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 130 131
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    | 19 132 Arp, Hans.Auch das ist nur eine Wolke. Aus den Jahren 1920 bis 1950. Mit 4 von Arp aquarellier- ten Scherenschnitten. Basel, Vineta, 1951. 4° (27,5 × 20 cm). 75 S., [3] Bll. Original-Broschur. Hagenbach 23. - Eines von 100 (GA 130) num. Exemplaren auf kräftigem Vélin, im Druckver- merk von Arp signiert. - Die Scherenschnitte jeweils mit eingelegtem Schutzblatt, dieses mit schwachem Abklatsch in den Bildbereich. Teils unaufgeschnitten. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 133 BAUHAUS - Itten, Johannes. Tagebuch. Beiträ- ge zu einem Kontrapunkt der bildenden Kunst. Mit 2 S. schematischen Original-Farbproben und zahlr. mont. Abbildungen. Berlin, Verlag der Itten-Schule, 1930/ 1962. Quer-Gr.-Folio. [2], 112, [2] S. Inhaltsverzeichnis und Anmerkun- gen. Blauer Leinwand mit goldgepr. Deckeltitel und Schuber (Ecken leicht berieben, etwas kratzspurig). Im Druckvermerk 6-zeilige eigenhändige Widmung von Annliese Itten (Ehefrau des Künstlers) an den Philosophen Hans Heinz Holz (1927-2011), dat. 4.9.1971. - Bolliger, Doku- mentations-Bibliothek VI, 545: "Das Buch ist gleicherweise für den Kunstpädagogen wie für den Künstler Itten, sowie für das Bauhaus von grosser Bedeutung." - Eines von 300 Exem- plaren der Normalausgabe (GA 330). - Erste Ausgabe. - Johannes Itten (1888-1967) war von 1919-1923 künstlerischer Leiter am Bauhaus. Dort entwickelte er seine Form- und Gestal- tungslehre weiter, die er später mit eigenen di- daktischen Methoden im Kunstunterricht seiner Schule vermittelte. "Im 1930 veröffentlichten 'Tagebuch'... hat sich Itten zusammenfassend über seine Unterrichtsmethoden und seine For- men- und Farbenlehre geäussert" (Willy Rotzler (Hrsg.), Johannes Itten Werke und Schriften, S. 396). Für das vorliegende Werk schrieb er den Text eigenhändig und zeichnete auf Matrizen, die dann in der Itten-Schule gedruckt wurden. Ein Teil der Restauflage der Rohbogen erschien 1962 in Zürich als Titelauflage mit einem Vorti- telblatt. - Als Blockbuch gebunden. - Schwach gebräunt und minimal stockfleckig, ansonsten sauberes Exemplar. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) Moderne Literatur 132 133
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    | 20 Bücher |Moderne Literatur 134 BAUHAUS - Staatliches Bauhaus Weimar 1919-1923. Hg. vom Staatlichen Bauhaus und Karl Nierendorf. Mit 147 Abbildungen und 20 Farbtafeln, davon 9 Original-Lithographien von Herbert Bayer, Marcel Breuer, L. Hirsch- feld-Mack, Keler-Molnar u.a. Weimar und Mün- chen, Bauhaus-Verlag, 1923. 24,5 × 25,5 cm. 226 S. Rest. schwarzer Original-Pappband mit typographisch gestaltetem Titel in Rot und Blau von H. Bayer (Rücken erneuert; Ecken minimal bestossen). Wingler 562 - Söhn HDO V, 506 - Bolliger VI, 61. - Eines von 2000 Exemplaren der deutschen Ausgabe (GA 2600). Erste und einzige Ausga- be. - Der Einband nach Entwurf von H. Bayer, typographische Anordnung von L. Moholy-Na- gy. - Leicht gebräunt. CHF 3 500 / 5 000 (€ 3 570 / 5 100) 135 Bazaine, Jean - Delahaye, Alain. L'être perdu. Mit 4 signierten Farblithographien von J. Bazaine. [Paris,] Maeght, 1977. 4°. [2] w. Bll., 41 S., [2] Bll., [2] w. Bll. Lose Lagen in Original-Umschlag, Leinendecken und Schuber. Eines von 80 numerierten Exemplaren auf vélin d'Arches (GA 640), im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert. - Tadellos. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 136 Bill, Max - Erker-Treffen 3. Mit 9 num., sign. Original-Graphiken (meist Lithographien). St. Gallen, Larese, F. und Janett J., 1979. Folio (39,3 × 29 cm). [20] Bll. Lose Lagen in Original-Papp- mappe und Schuber (minim berieben). Eines von 200 handschriftlich nummerierten Exemplaren auf Vélin BFK Rives, wobei jede Graphik mit der Signatur, Nummerierung sowie dem handschriftlich verfassten, lithographierten Text versehen ist. Texte von Max Bill, Jean Cas- sou, Max Frisch, Peter Huchel, Eugène Ionesco, Halldór Laxness, Michel Leiris, Alexander Mit- scherlich und Karl Prantl. Graphiken von Max Bill, Piero Dorazio, Bernhard Heiliger, Wifredo Lam, Otto Piene, Karl Prantl, Giuseppe Santomaso, Antoni Tàpies und Günther Uecker. Unbeschnit- tenes Exemplar. - In ausgesprochen frischer Erhaltung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 134
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    | 21 137 Bill, Max.x = x. Mit 10 Tafeln nach Zeichnungen von Max Bill. Zürich, Allianz-Verlag, 1942. 8°. [3] Bll., Tafeln, [1] Bl. Original-Halbleinwand mit transparentem Umschlag (etwas gebräunt, schwach stockfleckig). Wingler 568. - Eines von 130 nummerierten Exemparen (GA ca. 150). - Erste Ausgabe. - Es fehlt der Schuber. In den Rändern minimal gebräunt, stellenweise schwach fleckig (im Bug stärker), Bindung hinten leicht angeplatzt. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 138 Bill, Max. 10 Original-Lithos. Folge von 10 Original-Lithographien. Zürich, Allianz-Verlag, 1941. 8° (21 × 15 cm). Lose eingelegt in typo- graphisch gestalteten Original-Umschlag aus 3 Segmenten, davon einer mit dem Druckver- merk (Rücken leicht aufgehellt, unteres Kapital minimal berieben). Eines von 80 nummerierten Exemplaren der Normalausgabe (GA ca. 100) , die Tafeln jeweils im Stein signiert und datiert. - Frisches Exem- plar. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 139 Caulfield, Patrick - Laforgue, Jules. Some Po- ems of Jules Laforgue. Mit 22 Farbserigraphien sowie der Extra-Suite mit 6 losen Original-Farb- serigraphien von Patrick Caulfield. London, Pe- tersburg Press, 1973. 40,5 × 35,5 cm. Hellgraue Meister-Lederbände von Rudolph Rieser in Original-Lederkassette. Vgl. Cristea, 38 A. - Eines von 200 numerierten und vom Künstler im Druckvermerk signierten Exemplaren der Edition A auf Neobond syn- thetic paper (GA 500). Die losen Farbserigraphi- en jeweils verso signiert, numeriert und betitelt. - Vorliegendes Buch enthält 12 Gedichte sowie 22 Illustrationen als Studien für spätere Farb- serigraphien, welche zwischen 1969 und 1972 entstanden sind. Die Illustration gedruckt bei Frank Kicherer in Stuttgart. - Neuwertig. CHF 3 000 / 4 000 (€ 3 060 / 4 080) 140 Chagall, Marc. Dessins pour la Bible. Mit 25 (inklusive Einbandillustration) farb. u. 23 schwarz-weissen Original-Lithographien von M. Chagall sowie 96 Tafeln. Paris, Éditions de la Revue Verve, 1960. Folio. Unpaginiert. Illustr. Original-Pappband (leicht berieben, minimal bestossen). = Verve 37-38. - Mourlot 230-277 - Cramer 42. - Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. - In den Rändern schwach gebräunt. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 139
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    | 22 Bücher |Moderne Literatur 141 EINBÄNDE - Girard, Daniel - Flaubert, Gusta- ve. La Tentation de Saint-Antoine. Mit gest. Frontispiz, 17 ganzs. Tafeln und 48 Vignetten als Pochoir Lithographien von D. Girard. Paris, H. Cyral, 1930. 8°. [2] Bll., 310 S., [2] Bll. Nachtblauer Maroquin-Meistereinband (sign. „M. de Saugy“) mit goldgeprägtem Rückentitel und figürlicher Deckelillustration, Kopfgoldschnitt, Vorsätze mit Seide ausgestattet ; Rücken leicht gebräunt, leicht fleckig), illustrierte Original-Broschur eingebunden. Halb-Maroquin-Schuber (leichte Gebrauchsspuren). = Collection français. - Monod 4707. - Eines von 20 nummerierten Exemplaren auf "papier d'arches" (GA 1021). - Zweiseitig unbeschnit- ten. - Vorsätze leicht angestaubt, ansonsten frisches Exemplar. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 142 Erni, Hans - Buffon, (George Louis le Clerc, Comte de). Histoires naturelles textes choisis. Mit gestochenem Frontispiz und 50 Origi- nal-Lithographien von H. Erni. Lausanne, A. Gonin, (1954). Folio. 140, [1] w., [2], [1] w. Bll. Lose Lagen in Original-Umschlag, Halbperga- ment-Mappe mit Rückentitel und Schuber. Giroud 16. - Eines von 199 nummerierten Exemplaren (GA 250). Im Druckvermerk von Künstler und Verleger signiert. - Unbeschnitte- nes Exemplar. In sehr guter Erhaltung. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 143 - Vergilius Maro, P. Les Bucoliques. Version française de Jacques Delille. Mit 25 Farbradie- rungen und 3 -Lithographien (auf Umschlag und Schuber) von H. Erni. Lausanne, A. & P. Gonin, (1960). Folio. 110 S., [4] Bll. (d.l.w.). Lose Bogen in illustriertem Original-Umschlag und Halbperga- ment-Mappe mit Rückentitel und illustriertem Original-Schuber. Monod 11332 - Tiessen II, 48. - Eines von 32 nummerierten Exemplaren auf Papier d'Auver- gne (GA 276). Im Druckvermerk vom Künstler und den Verlegern signiert. - Dreiseitig unbe- schnitten. - Vereinzelt stockfleckig, insgesamt in sehr guter Erhaltung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 141 144 145
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    | 23 144 Jouve, Paul- Demaison, André. Le livre des bêtes qu'on appelle sauvages. Mit Holz- schnitt-Frontispiz, 38 (teils doppelblattgr.) Holzschnitten und 5 Holzschnitt-Initialen von Paul Jouve. Paris und Lausanne, Philippe Gonin, 1934. Folio. [4] w., [1] Bl., 122 S., [2], [2] w. Bll. Brauner-Meistereinband (sign. J. Ogiez) mit blindgepr. Vorder- und Rückendeckeln, silber- gepr. Rückentitel, purpurnen Sämischlederbe- zügen, reich illustr. Vorsatzblättern, Kopfgold- schnitt (Rücken kaum merklich aufgehellt), in marmoriertem Halbleder-Schuber. Monod 3605 - Mouchon 1114. - Eines von 50 numerierten, im Druckvermerk vom Autor, Künstler und Herausgeber signierten Exem- plaren (GA). - Sehr schön erhaltenes, unbe- schnittenes Exemplar. - Radiertes Exlibris "Paul Schlesinger" auf fliegendem Vorsatz. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 145 - Kipling, Rudyard. La Chasse de Kaa. Mit ge- stochenem Titel, 21 (davon 10 ganzseitig und 3 doppelblattgrossen) Original-Holzschnitten, 95 gest. Kopfvignetten, 1 gest. Initiale und 1 gest. Schlussvignette von Camille Beltrand und Pierre Bouchet nach Paul Jouve. Paris, Javal & Bourdeaux, 1930. Gr.-4°. [3] Bll., 115 S., [1] Bl. Schöner Ziegenleder-Meistereinband mit goldgeprägtem Rückentitel, ornamentalen Deckelfileten und Lederintarsien, ausgestattete Spiegel, Goldschnitt (sign. Massénat), Halbma- roquin-Chemise mit goldgeprägtem Rückentitel (Rücken aufgehellt), Halbmaroquin-Schuber (leicht berieben, etwas aufgehellt). Monod 6532 - Carteret IV, 219 - Marcilhac, Paul Jouve, peintre sculpteur animalier, S. 379. - Eines von 125 nummerierten Exemplaren auf Japon Imperial à la forme (GA 185). - Sehr sauberes und frisches Exemplar in prächtigem Art-Déco-Meistereinband. - Lose beiliegend vom Buchbinder Yvon Massénat signiertes Be- gleitschreiben zu einer Ausstellung im salon des artistes francais in New York, wo der vorliegende Band präsentiert wurde. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 146 KINDERBÜCHER - Hosch-Wackernagel, Paul - Melching, Hans. D'r luschdig Zipiti und sini Schbezel. 8 farbigi Bilderboge (Original Schtei- zeichnige) mit "lehrreiche Reimche". Mit 9 ganzs. Farblithographien (inkl. Umschlag). Basel, Wepf, Schwabe & Co., 1915. Quer-4° (25 × 34 cm). Lose Bll. in illustrierter Original-Karton-Flügel- mappe. Kaiser, Swiss Picture Books 33 - Hürlimann 38 - Schweizer Bilderbuch-Illustratoren 640 - Thieme/B. XVII, 542. - Erste Ausgabe. - Sehr schönes, stark von der Wiener Sezession und der Wiener Werkstätte inspiriertes Kinderbuch, die einzige Veröffentlichung des Künstlers. "In 1915, one of the most wonderful Swiss child- ren's books was published: beautiful lithogra- phs by the architect Paul Hosch illustrate the verses written in Basle dialect" (Kaiser). - Das einzige Bilderbuch von Paul Hosch-Wackernagel (1886–1975), der sich nach seinem Architektur- studium an der Kunstgewerbeschule Elberfeld in der Künstlerkolonie Darmstadt sowie in Berlin aufhielt und anschliessend durch Europa, Nordamerika und Asien reiste. Nach seiner Rückkehr nach Basel 1914, gründete er mit seinem ehemaligen Schüler Hans Melching die Schweizer Werkstätten. Hosch-Wackernagel arbeitete als Architekt in fast allen Zweigen des Kunstgewerbes. Die schönen, sehr plakativen Tafeln erzählen jeweils eine eigene Geschichte, die in Schweizerdeutsch erklärt wird. - Bemer- kenswert frisches und sauberes Exemplar. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 146
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    | 24 Bücher |Moderne Literatur 147 Kokoschka, Oskar. Florentiner Skizzenbuch. Mit 24 farbigen Tafeln in der Grösse der Originale sowie mit zwei lose beiliegenden Original-Litho- graphien von O. Kokoschka. Luzern, Ed. Bucher, 1972. Gr.-Fol. [4] Bll. 24 Farbtafeln, [2] Bll. Origi- nal-Leinenband mit Deckel- und Rückentitel in Original-Leinenschuber. Wingler/Welz 472. - Eines von 75 römisch numerierten Exemplaren der Vorzugssonder- ausgabe (GA 475). - Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr, mit einer Einführung von Heinz Spielmann. - Gutes Exemplar. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 148 Kokoschka, Oskar. Griechisches Skizzenbuch. Mit 24 farbigen Tafeln in der Grösse der Origina- le sowie mit zwei lose beiliegenden Original-Li- thographien von O. Kokoschka. Luzern, Edition Bucher, 1970. Folio. [3] Bll. Original-Leinenband mit Deckel- und Rückentitel in Original-Leinen- schuber. Wingler/Welz 451. - Eines von 25 römisch numerierten Exemplaren der Vorzugssonder- ausgabe (GA 625). Herausgegeben von Georg Theodor Ganslmayr und mit einer Einführung von Heinz Spielmann. - In einwandfreier Erhal- tung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 149 Kokoschka, Oskar - Westheim, Paul (Vorwort). Der Zeichner Kokoschka. Mit 1 signierten, nummerierten Original-Lithographie und 146 Abbildungen von und nach O. Kokoschka. New York, Ernst Rathenau, 1961. 4°. 15 S., Tafeln. Original-Leinwand mit blindgeprägtem Rücken- und Deckeltitel. Wingler/Welz 215. - Eines von 50 nummerierten Exemplaren mit der signierten zweifarbigen Lithographie "Teufel auf einem Esel und eine Nymphe" auf Japan (GA 500). - Erste Ausgabe. - In den Rändern minimal gebräunt. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 150 Lenk - Mack - Pfahler - Uecker. Honisch, Dieter. XXXV Biennale di Venezia padiglione tedes- co. 4 Hefte mit Texten in Italienisch, Englisch, Deutsch. Mit zahlreichen Abbildungen sowie 4 Original-Graphiken der Künstler. Essen, Museum Folkwang, 1970. 37 × 22,5 cm. Farbige Original-Umschläge in weisser Original-Karton- mappe (Mappe minimal angeschmutzt, etwas bestossen). Katalog für den deutschen Pavillion auf der XXXV. Biennale von Venedig, den Künstlern der bekannten Düsseldorfer Op-Art Gruppe "Zero" gewidmet. - Mit je einer Farbserigraphie von Lenk und Pfahler, einer Serigraphie von Mack auf Silberfolie und einem Prägedruck (Nagel-Relief) von Uecker. - Die Textteile minimal gelbrandig, ansonsten auch die Graphiken wohlerhal- ten. BEIGEGEBEN: Uecker Zeitung. 3-71/72. Mülheim an der Ruhr, Hoppe + Werry KG, 1972. Folio. - Minimal in den Rändern gebräunt, mit vereinzelten Bestossungen. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 151 Lüpertz, Markus. Ausstellungskatalog "Skulp- turen und Plastiken" Oktober-November 1984. Widmungsexemplar mit 1 überarbeiteten Photographie und Zeichnung mit Füllfeder sowie 21 Farbillustrationen von M. Lüpertz. Zürich, Maeght Lelong, 1984. Gr.-4°. [13] Bll., Doppelbogen. Lose Lagen in Original-Umschlag (minimale Bestossung am oberen Rand mittig, Gelenk unten kaum merklich eingerissen). Dokumentation der Ausstellung von Martin Lüpertz mit zahlreichen Werksabbildungen sowie der Widmung und überarbeiteten Abbil- dung Nr. 1 "für Johnny in Liebe + Freundschaft Markus. - In sehr guter Erhaltung. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 145
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    | 25 152 Lüpertz, Markus.Katalog Maeght Juni-Juli 1983. Widmungsexemplar mit 1 montierten, signierten Original-Zeichnung in Filzstift und Kreide, einer beigelegten doppelblattgros- sen Farboffsetlithographie sowie Mit 14 teils farbigen Serigraphien von M. Lüpertz. Zürich, Maeght, 1983. Gr.-4°. [14] Bll., Doppelbogen. Lose Lagen in Original-Umschlag mit sign. Deckel- und Rückenillustration (Rücken kaum merklich berieben). Dokumentation der Ausstellung von Martin Lüpertz mit Vorwort von Richard Calvocoressi. - Sehr gut erhalten. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 153* Maillol, Aristide - Lukian von Samosta. Dialo- gues des Courtisans. Mit 35 (davon 7 ganzs.) Original-Lithographien und 1 Extrasuite in Rötel von A. Maillol Paris, H. Creuzevault und D. Vierny, 1948. Folio. [1] w., [1] Bll., 93 S., [2] Bll. Lose Lagen und Tafeln in Original-Perga- ment-Umschlag mit hs. Deckeltitel, Halbperga- ment-Mappe mit blindgeprägtem Rückentitel (leicht fleckig). Monod 7468. - Eines von 50 nummerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe mit einer Extrasuite in Rötel (GA 290). - Aus dem Grie- chischen übersetzt von Charles Astruc. - Die Lithographien wurden unter Aufsicht Fernand Mourlots von Hand in den Text eingedruckt. Die Steine nach der Fertigstellung zerstört. - Zwei- seitig unbeschnitten. - In den Rändern minim gebräunt, leicht angestaubt, Vorsätze etwas leimschattig, der Umschlag der Suite stärker gebräunt. Es fehlt der Schuber. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 154 - Vergilius Maro, Publius. Les Éclogues de Virgile texte latin et traduction francaise de Marc Lafargue. Mit 43 Original-Holzschnitten von Aristide Maillol und Initialen von Eric Gill. Weimar, Cranach-Presse für H. Kessler, 1926. Gr.-4°. [3] Bll., 110 S. Lose Lagen in Original-Umschlag mit Deckeltitel und Vignette in Halbpergament-De- cke mit goldgepr. Rücken (etwas stockfleckig, minimal gebräunt und berieben). Guérin 16-59 - Müller-Krumbach 41 - Monod 11336 - From Manet to Hockney 30 - Garvey/ Wick 14 - Artist and the Book 172 - Slg. Classen 49. - 1 von 250 numerierten Exemplaren auf Maillol Kesslerschem Handbütten (GA 292). - Die Eklogen (lateinisch Eclogae oder Bucolica) sind ein Sammelwerk von zehn Hirtengedichten Vergils, das vermutlich zwischen 42 und 39 v. Chr. entstanden ist. Obwohl auch schon antike Kommentatoren diesen Veröffentlichungszeit- raum annahmen, ist nach neuerer Forschung auch ein Zeitpunkt bis 35 v. Chr. denkbar. Wohl eines der schönsten deutschen bibliophilen Bü- cher des 20. Jahrhunderts, verziert mit Maillols ersten Buchholzschnitten. "Der Vergil ist ein in jeder Hinsicht vollkommenes Buch geworden und gilt für viele Kenner als das schönste in Deutschland gedruckte Buch des 20. Jahr- hunderts überhaupt" (Eyssen S. 94). - Minimal stockfleckig. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 155 - Vergilius Maro, Publius. Les Géorgiques. 2 Bände. Mit 104 Original-Holzschnitten und 18 gest. Initialen von A. Maillol. Paris, Philippe Gonin, 1937-1943. Gr.-4°. [1] Bl., 174 S., [1] Bl.; [1] Bl., 154 S., [1] Bl. Dunkelgrüne Leder-Meisterbände (sign. J. Ogiez) mit blindgepr. braun-goldenen Deckel-Ornamenten, goldgepr. Rückentiteln, grünen Sämischlederbezügen, marmorierten Vorsatzblättern, Kopfgoldschnitt (Rücken kaum merklich aufgehellt), in marmorierten Halble- der-Schubern. Monod 11339 "Il existe des suites en noir et en sanguine, formant un volume séparé" - The Artist and the Book 175 - Guérin 159-215. - Eines von 750 num. Exemplaren. - Das letzte von Maillol illustrierte Buch, das auf eigens für diese Ausgabe geschöpftem Hanfbütten gedruckt wurde. Maillol arbeitete bereits seit 1909 an einzelnen Stöcken, ab 1937 erneut auf Initiative Gonins; im September 1944 war der letzte Holzstock fertiggestellt. Der Druck konnte jedoch erst nach Ende des Krieges 1950 abgeschlossen werden. Gegenstück zu den bereits 1926 auf der Cranach-Presse herge- stellten Eclogen. Die in klassischen Umrissli- nien geschnittenen Illustrationen werden für die künstlerisch reifsten Holzschnittarbeiten Maillols gehalten. - Unbeschnittenes Exemplar. - In den Rändern minimal gebräunt, vereinzelt stockfleckig. - Radierte Exlibris "Paul Schlesin- ger" auf fliegendem Vorsatz. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 151 153 154
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    | 26 Bücher |Moderne Literatur 156 Matisse, Henri - Duthuit, Georges. Les Fauves. Braque. Derain. Van Dongen. Dufy. Friesz. Manguin. Marquet. Matisse. Puy. Vlaminck. Mit zahlr., teils mont. und farb. Abb. Genf, Éd. des Trois Collines, 1949. 32 × 24 cm. 254 S., [1] Bl. Farb. Original-Broschur (gering berieben und nachgedunkelt). Duthuit-Garnaud 113. - Exemplar Nummer 1 der Vorzugsausgabe A, im Colophon vom Autor signiert und mit Eindruck des Namens der Empfänger, von Matisse farblich auf dem Vorderdeckel überarbeitet und signiert. Weitere handschriftliche Widmung eines Franconi an die Empfänger auf dem Vortitel. - Unbeschnitten. Innen etwas gebräunt, insgesamt sauber. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 157 Officina Bodoni - Musset, Alfred de. Les nuits. Montagnola di Lugano, Officina Bodoni, 1924. 4°. [4] w. Bll., 55 S., [4] w. Bll. Original-Pappband mit goldgepr. Pressensignet und - Rückentitel, in Original-Pappschuber (minimal bestossen). Mardersteig 8. - Eines von 225 Exemplaren auf Bütten-Papier der Papeteries du Marais (GA 230). Das Pressensignet am Schluss in Rot gedruckt. - "Die Begegnung mit George Sand bedeutete für Alfred de Musset ein entschei- dendes Erlebnis. Den Bruch mit der geliebten Frau hat er nie ganz verwinden können, und aus seiner Enträuschung heraus entstanden eine Anzahl von Gedichten in den Jahren 1835- 1837, die in Paris geschrieben worden sind" (H. Mardersteig). Unbeschnittenes, wohlerhaltenes Exemplar. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 158* Picasso, Pablo - Artaud, Antonin. ... Autre chose que de l'enfant beau. Mit 1 Original-Farbradie- rung als Frontispiz. Paris, Louis Broder, 1957. 17 × 14,2 cm. 23 S., [1] w. Bl., [2] Bll., [3] w. Bll. Dun- kelgrüner Maroquin-Meistereinband mit goldge- pr. Rückentitel (sign. Leroux 1969). Spiegel und Vorsätze mit gelbgrünem, geglätteten Maroquin bezogen, Original-Broschur eingebunden. In passendem Schuber. (= Miroir du Poète III) - Cramer/Goeppert 87 - Monod 539 - Garvey 239: "one of the few intaglio plates by Picasso to be printed in color". - Eines von 15 Exemplaren hors commerce auf Japon ancien (GA 135). Im Druckvermerk von Picasso mit Bleistift signiert. - Sehr schönes Exemplar. CHF 3 000 / 5 000 (€ 3 060 / 5 100) 158 155
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    | 27 159* - Éluard,Paul. Le visage de la paix. Mit 1 Origi- nal-Lithographie als Frontispiz und 29 Abbildun- gen von und nach Pablo Picasso. Paris, Editions Cercle d'Art, 1951. 4°. [2] w., [30] Bll. Bedruckte Original-Broschur (an den Kapitalen leicht ange- rissen, gebräunt, leicht bestossen). Bloch 687 - Cramer 62 - Matarasso 57 - Monod 4238 - Mourlot 203. - Eines von 150 römisch numerierten Exemplaren der Vorzugsausgabe auf Vélin pur fil johannot (Gesamtauflage 2250). - Erste Ausgabe. - Erste Lagen unaufgeschnit- ten. Buchblock vom Einband gelöst. Leicht gebräunt, nur gelegentlich leicht fleckig. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 160 Rainer, Arnulf - Chardon, Louis. La croix et la nuit. Kreuz und Nacht. Widmungsexemplar. Mit 16 (davon 3 montierten) Abbildungen und 1 doppelblattgrossen Original-Lithographie von A. Rainer. Basel, Panderma Verlag, 1960. [1] Bl., 17 S., [2] Bll. Illustrierte Original-Kartonnage. = Dädalusreihe Nr. 2. - Kat. Rainer, Hannover 1977, S. 111. - Auf dem Titel bzw. beim Druck- vermerk eigenhändig gewidmet an "[Johannes] Gachnang", datiert 27.10.1976. - Ausserhalb der Auflage von 925 Exemplaren, entspricht von der Ausstattung her der Ausgabe C, bei der die doppelseitige Original-Lithographie von Rainer nicht übermalt und signiert wurde. - Eine der frühesten Publikationen von Arnulf Rainer. - Unbeschnitten und breitrandig. - In den Rändern leicht gebräunt. - Lose beiliegend: 1. Maurer, Otto. Die 'Übermalungen' von Arnulf Rainer. [1] Bl. Ausstellungstext und Vita (leicht berieben, minimaler Textverlust, Mittelfalz). - 2. TRR. Au- tomatik optische Auflösung. Frankfurt am Main, 1952. [4] Bll. Begleittext zu einer Ausstellung in der Galerie Franck. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 161 - Galerie Wuerthle (Hrsg.). Arnulf Rainer. Propor- tionsordnungen. Malerei, Graphik, Plastik. Mit 6 lithographierten Tafeln und 6 montierten Farb- collagen. Wien, Galerie Wuerthle, 1954. Gr.-4°. [3] Bll., Tafeln. Lose in Umschlag (aufgehellt). Über KVK lediglich 1 anderes Exemplar auf- findbar (Bibliothek der Akademie der bildenen Künste Wien). - Seltener Ausstellungskatalog der Galerie Wuerthle in Wien, September - Ok- tober 1954. - "'Proportionsgestaltung' ist weder konkrete noch abstrakte Malerei, sie wurde aber von dorther entwickelt. Man kann in der Verha- eltnisordnung die Idee des Kunstwerks sehen. In Zahlenrelationen verwandelbar, kann sie als Ausgangspunkt einer gezielten wie einer freien Arbeit angenommen werden..." (Vorwort von A. Rainer). - In den Rändern gebräunt, Textblätter mit winzigem Randeinriss (ca. 0,5 cm). CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 159 160
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    | 28 Bücher |Moderne Literatur 162 Schlégl - 10 Jahre Galerie & Edition Schlégl Zürich. Neun Originalzeichnungen und drei -Graphiken. Zürich, Galerie & Edition Schlegl, 1978-1981. (34 × 33,8 cm). Lose Doppelbogen in Original-Plastikschuber mit bedrucktem Titel. Eines von 24 numerierten Exemplaren auf Büt- ten. - Die vor allem für osteuropäische Avant- garde massgebende Galerie hat Künstler wie Glattfelder, Riley, Staub oder Williams vertreten und wurde 2014 nach 43 Jahren geschlossen. - Das vorliegende Portfolio enthält Werke von Douglas Swan (Aquarell, Tusche und Collage, 1981), Hans Hinterreither (Farblithographie und Buntstift, 1957), Italo Valenti (Radierung), Juan Martinez (Tusche, 1981), Tamás Konok (Gouache auf Leinwand, 1981), Daniel de Quer- vain (Farbradierung, 1981), Paul Suter (Tusche, 1981), Frank Badur (Aquarell, 1981), Lothar Fischer (Kugelschreiber, 1979), Catherine Hetey (Filzstift, 1981), Willy Meyer-Osburg (Gouache über Bleistift, 1981), Josef Staub (Tusche und Aquarell, 1981). - Die einzelnen Blätter jeweils im Original-Umschlag mit Namensaufdruck der jeweiligen Künstler. - Die Umschläge minimal braunrandig, Zeichnungen und Graphiken in schöner Erhaltung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 163 Verve. Revue artistique et littéraire. Nrn. 1-9 und 11-18 in 14 Heften. Mit Lithographien von Borès, Bonnard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandinsky, Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und Rouault, sowie zahlreichen Heliogravüren. Paris, Éditions de la Revue Verve, 1937-1947. Folio. Illustr. Original-Broschuren und OPp. mit illustr. Schutzumschlägen (Rücken etwas berieben und bestossen, Schutzum- schläge teils leicht angerissen oder vereinzelt winzige Fehlstellen). Enthält: Vol. I, Nr. 1; Vol. I, Nr. 2; Vol. I, Nr. 3; Vol. I, Nr. 4; Vol. II, Nr. 5 & 6; Vol. II, Nr. 7; Vol. II, Nr. 8; Vol. III, Nr. 9; Vol. III, Nr. 11; Vol. III, Nr. 12; Vol. IV, Nr. 13; Vol. IV, Nrn. 14 & 15; Vol. IV, Nr. 16; Vol. V, Nrn. 17 & 18. - Der Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Leicht gebräunt, vereinzelt etwas angestaubt. Bindung bei Heft 13 angeplatzt, Heft 4 mit einigen Bleistiftanstreichungen. CHF 3 000 / 5 000 (€ 3 060 / 5 100) 164 Vlaminck, Maurice de - Salmon, André. Rive Gauche. Quartier Latin - Plaisance - Mont- parnasse - Les Quais - Saint-Germain-des Prés. Mit einer signierten Original-Radierung von Maurice de Vlaminck, 15 (teils) farbigen Heliogravuren sowie zwei montierten Porträts von Modigliani. Paris, Selbstverlag, 1951. Folio (39 × 32 cm). 107 S. Lose Lagen in Original-Um- schlag mit farbiger Vorderdeckel-Illustration und Original-Pappdecke mit Japan-Holzfur- nier-Überzug, in Original-Leinen-Kassette mit Japan-Holzfurnier-Auskleidung (Leinenkassette minimal berieben). Walterskirchen XIX F. - Monod 10104. - Eines von 300 Exemplaren auf Vélin d'Arches (GA 325). - Vereinzelt minimal stockfleckig, leicht gebräunt. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 163 164
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    | 29 165 WIENER AKTIONISMUS- Brus, Günter. Die Schastrommel, Organ der österr. Exilregierung. Nr. 08 a-c. Drei Hefte. Brus Aktionen 61-70. Mit Original-Farbserigrafien (inklusive Umschlagil- lustrationen) sowie zahlreichen Texten, Photos und Zeichnungen der beteiligten Autoren und Künstler. Berlin und Bolzano, Druck Horst Mann Dürschlag, 1972. 4°. 179 S., [1] Bl. Farbig illust- rierter Original-Karton mit Umschlagsillustratio- nen (8a Ecken minimal geknickt). Aus der Auflage von 500. - Die komplette Folge der Nummer 8, bestehend aus den drei Teilhef- ten 8a, 8b und 8c. - Legendäre Zeitschriften des Wiener Aktionismus, hier mit den Brus-Aktionen 1964-1970. Mit Beiträgen von Richard Long, Joseph Beuys, Nam June Paik, Arnulf Rainer u.a. - Sehr gut erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 166 ZEITSCHRIFTEN - Minotaure. Revue artistique et littéraire. Heft 1 - 13 in 3 Bänden. Mit zahlrei- chen farbigen und monochromen Reprodukti- onen, sowie eingebundenen farbig-illustrierten Umschlägen von Picasso, Derain, Duchamp, Miró, Dali, Matisse, Magritte und Ernst. Paris, Al- bert Skira, 1933-1939. Gr.-4°. Halb-Pergament- bände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln, Bandzahl und farbigen Pappbezügen (kaum merklich gebräunt, vereinzelte minimale Bereibungen). Vollständige Sammlung der 13. Ausgaben in 11 Heften mit Beteiligung aller wichtigen Surrealis- ten. Erschienen bei Albert Skira und Tériade, galt die Zeitschrift als Sprachrohr für sämtliche kul- turellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Aktivitäten der Zeit. Alle Ausgaben beinhalten fast 1500 Abbildungen von zahlreichen, zum Teil damals noch unbekannten Künstlern. So finden sich neben den ersten Darstellungen von Picassos Skulpturen auch Kompositionen von Balthus, Bellmer, Giacometti, Ubac, Paalen usw. - Insgesamt in guter Erhaltung. - Handschriftl. Exlibris "Alvarobazorra" auf Vorsatz montiert. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 167 - Verve. Revue artistique et littéraire. 8 Hefte in 4 Bänden. Mit 39 (davon 4 doppelblattgr., inkl. OU) Original-Farblithographien von Borès, Bonnard, Braque, Chagall, Derain, Guys, Kandin- sky, Klee, Léger, Masson, Matisse, Miró, Rattner und Rouault, sowie zahlreichen Heliogravuren. Paris, Éditions de la Revue Verve, 1937-1940. Folio. Halbleder-Meistereinbände im Stil des Art Déco, mit blindgeprägtem Rückentitel und Bandzahl (sign.: "Weber & Wirz"). Mit einge- bundenen illustr. Original-Broschuren (Ecken minimal bestossen, vereinzelte winzige Berei- bungen, leicht beschabt). Druck der Farblithographien bei Mourlot. - Leicht angestaubt. Stellenweise minimal gebräunt. Insgesamt sehr sauber. - Exlibris "Alvarobalozza" sowie Etikett "F. ROTH Beaux Arts, Lausanne" montiert. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 167 167
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    | 30 Bücher |Varia 168 BUCHWESEN - Papier - Siegenthaler, Fred. Strange Papers. A collection of the world's rarest handmade papers. 2 Bde. Mit 105 (davon 4 mont. und 101 unter Passepartouts) Origi- nal-Papierproben. Muttenz, (Paper Art), 1987. 4° und Gr.-Folio (Kassette: 52 × 33 × 12 cm). 128; 40 S. Original-Pappband in Original-Holz-Kas- sette mit Tapa (Rindenbast) überzogen. Siegenthaler, Das Werk, S. 167: "Mein wichtigs- tes Werk, Papiermuster, die nicht aus Rohstof- fen wie dem üblicherweise verwendeten Holz- zellstoff oder aus Hadern bestehen“. - Eines von 179 Exemplaren der Regular Edition (GA 200), im Druckvermerk vom Verfasser signiert. Die Box und die Buchbinder-Arbeiten ausgeführt von René Freiburghaus. - Neuwertig. CHF 1 800 / 2 500 (€ 1 840 / 2 550) 169 FAKSIMILE - Book of Kells. Evangeliorum Quattuor Codex Cenannensis. Faksimile und Kommentar in 3 Bänden mit zahlreichen teils farbigen montierten Tafeln. Bern, Urs Graf, 1950. Folio. Original-Pergamentbände mit goldgepr. Rückentiteln und keltischen Deckel-Ornamen- ten, in Original-Pappschuber. Eines von 30 Exemplaren der Vorzugsausgabe (GA 500). - Enthält eine Einleitung von E.H. Alton und einen Aufsatz über die Verzierung der Handschrift von Peter Meyer. - Neuwertig. - Montiertes handschriftl. Exlibris "Alvarobalozza". CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 170 - Book of Kells. Ms. 58 Trinity College Library Dublin. Farbiges Vollfaksimile und Kommentar in 2 Bänden. Hrsg. von A. v. Euw und P. Fox. Luzern, Faksimile Verlag, 1990. Folio (35 × 28 u. 35 × 27 cm). Weisses Saffianleder in schwarzer Original-Leder-Kassette mit ornamentaler Gold- und Blindprägung sowie versilberten Beschlägen und Original-Halbleder in Schuber (Kommentar). Ganzleder-Exemplar der auf 1480 weltweit limitierten arabisch numerierten Auflage (GA 1560). - Die berühmteste irische Handschrift des frühen Mittelalters in vollendeter techni- scher Druckqualität komplett wiedergegeben. - Neuwertiger Zustand. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) Varia 168 169
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    | 31 171 - LesPetites Heures du Duc de Berry. Faksimi- le-Druck der Handschrift MS. lat. 18014 der Bib- liothèque nationale, Paris. Entstanden zwischen 1372 und 1390. Faksimile und Kommentarband in 2 Bänden. Luzern, Faksimile-Verlag, 1988- 1989. Gr.-8° (22 × 15,5 cm). Original-Leder mit floraler Rückenverg., goldgepr. Stehkanten, und Rückenschild, sowie Goldschnitt und Origi- nal-Halbleder mit goldgepr. Rückenschild in Original-Plexiglas-Schuber. Eines von 980 num. Exemplaren (GA 1060). - Komplettes Vollfaksimile des berühmten Stundenbuches des Duc de Berry mit allen Beilagen. Der Kommentarband mit Beiträgen von François Avril, Louisa Dunlop und Brunsdon Yapp. - Neuwertig. - Lose beiliegend: 1. [4] Bll. Verzeichnis der Illustrationen. - 2. Verlagsbro- schüre und 2 lose Faksimile-Blätter in Origi- nal-Leinwandmappe. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 172 - Les Très Riches Heures du Duc de Berry. Vollfaksimile der Handschrift Nr. 65 im Musée Condé in Chantilly bei Paris, entstanden um 1485. Faksimile und Kommentarband in 2 Bän- den. Luzern, Faksimile-Verlag, 1984. 49,5 × 39,5 cm. Roter Maroquin-Einband mit Fleuronné-Rü- ckenvergoldung und Wappen-Supralibros auf Deckeln und HLeder mit goldgepr. Rückentitel in Original-Plexiglas-Schuber (kaum merkliche Fleckchen). Eines von 980 Exemplaren (GA 1060). - Sehr aufwändig hergestelltes Faksimile des wohl be- rühmtesten und schönsten Stundenbuches der Welt. - Wissenschaftlicher Kommentarband von R. Cazelles und J. Rathofer. - Absolut neuwer- tig. - Lose beiliegend: 1. [1] Bl. Verzeichnis der Illustrationen. - 2. Zertifikat. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 173 - Marco Polo. Das Buch der Wunder. Vollfaksi- mile der Ms. français 2810 in der Bibliothèque nationale, Paris. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern, Faksimile Verlag, 1995. 44 × 31 cm. Braunes Kalbsleder mit floraler Rückenver- goldung und Deckelgoldprägung, Goldschnitt in dunkelblauer Original-Seiden-Kassette, Halble- der mit goldgeprägtem Rückentitel. Eines von 980 nummerierten Exemplaren (GA 1060). - Faksimile über Marco Polos phantas- tische Abenteuerreisen, einer der berühmten Bilderhandschriften des Mittelalters, das unter anderem in den Inventaren des Herzogs von Berry auftauchte. Mit deutsch-französischem Kommentarband mit Beiträgen von J. Richard, F. Avril, J. Monfrin, M.-T. Gousset u. M.-H. Tesnière. - Es fehlen das Acrylglas-Lesepult und Schutz- glas. - Neuwertig. Vergriffen. - Beigelegt: 26 S. Verlags-Werbe-Prospekt. Original-Broschur. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 170 172
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    | 32 Bücher |Varia 174 FAKSIMILE - Das Stundenbuch des Herzogs von Bedford. Vollfaksimile der Bilderhandschrift MS Add. 18850 der British Library, London. Faksimile und Kommentar in 2 Bänden. Luzern, Faksimile Verlag, 2006. 27,7 × 21 cm. Roter Samt-Einband mit 2 ziselierten Schliessen und Samt-Einband mit goldgepr. Rückenschild, zus. in Original-Plexiglas-Schuber. Eines von 980 nummerierten Exemplaren (GA 1060). - Mit dem wissenschaftlichen Kommen- tarband von Eberhard König mit einem Beitrag von Jenny Stratford. - Beiliegend die Präsentati- onsmappe des Verlags zur Edition. - Neuwertig. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 175 MUSIK - Couperin, [François]. Pieces de cla- vecin. 2 Teile in 1 Band. Paris, chez l'auteur et le sieur Foucaut, 1713 [-1717]. Folio. [3] Bll., 78 S. (Noten), [1] Bl., [3] Bll., 86 S. (Noten), [1] Bl. (alles in Kupferstich). Moderner Maroquinband mit Rückentitel. RISM C 4283 u. 4290 - Eitner III, 84. - Erste Ausgaben. - Die beiden ersten Bände des kom- positorischen Hauptwerkes von Couperin, dem 1722 und 1730 noch zwei weitere Bände folgen sollten. Als Hofkomponist Ludwigs XIV. gehörte er zu den bedeutendsten Musikern seiner Zeit. - Titelei des ersten Teils etwas angestaubt u. stockfleckig, sonst nur gering gebräunt u. stel- lenweise leicht fingerfleckig. Wenige Marginalien von alter Hand in blassbrauner Tinte, wenige kl. Rand- u. Eckläsuren alt hinterlegt (ausserhalb von Text u. Noten). - Gutes Exemplar, durchweg in kräftigen und sehr deutlichen Abzügen. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 175 174
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    | 33 176 ANTIKE -Keramik - Genick, Albert. Griechische Keramik. XL Tafeln ausgewählt und aufgenom- men. M. Einleitung und Beschreibung v. A. Furt- wängler. Mit 40 Chromolithographien von Hein & Mosler. Berlin, E. Wasmuth, 1883. Folio. Lose Lagen in Original-Papp-Kassette mit bedruck- tem Deckeltitel (minimal aufgehellt, Rücken teils gelöst). Brand/Evers 597. - Erstmals werden in diesem Werk griechische Keramiken in ihrer tatsächli- chen Grösse dargestellt. Albert Genick, deut- scher Architekt und später Künstler, lebte nach seiner Pensionierung in Rom und wurde in erster Linie durch seine Aquarelle bekannt, die die griechische und römische Antike zum Thema hatten. - Vereinzelt in den Rändern gebräunt, teils minimale Knicke. - Montiertes handschriftl. Exlibris "Alvarobalozza". CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 177 - Montfaucon, Bernard de. Griechische und Römische Alterthümer / welche der berühmte P. Montfaucon ehemals samt den dazu gehörigen Supplementen in zehen Bänden in Folio, an das Licht gestellet hat. Mit gest. Titel von G. Müller und 150 (teils gefalt.) Kupfertafeln. Nürnberg, Lichtensteger, 1757. Gr.-4°. [6] Bll., 422 S., [7] Bll. Lederband d. Z. mit goldgepr. Rückentitel, floraler Rückenvergoldung, Steh- und Innenkan- tenvergoldung (etwas berieben, Vergoldung minimal beschabt). VD18 14867141 - Graesse IV, 590 - Lipperhei- de Ba6. - Erste deutsche Ausgabe, gleichzeitig mit einer lateinischen erschienen. - Zusam- menfassung des 1719 in Paris in 5 Bänden erschienenen monumentalen Grundwerkes. Die Tafeln zeigen Skulpturen, Bauwerke, Vasen, Gemmen, Waffen etc. - Durchgehend minimal fleckig, etwas braunrandig, ansonsten in guter Erhaltung. - Montiertes Exlibris "Murer-Gubser" auf fliegendem Vorsatz. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 178 JUGENDSTIL - Robert, Philippe. Feuilles d'automne. Préface de Philippe Godet. Mit 18 montierten Farbtafeln sowie ornamentalen Bordüren, zahlreichen Initialen, ornamentalen Titeleinfassungen, Zierleisten und Vignetten von Eugène Grasset. Le Ried-sur-Bienne, Selbstverlag des Verfassers, 1909. Quer-Gr.- Folio (52 × 39 cm). 45 S., [1] Bl. Ornamental illustrierter Original-Leinenband im bedruck- ten Original-Karton (dieser leicht fleckig und berieben). Bénezit XI, 766. - Nummeriertes Exemplar einer nicht spezifizierten Auflage auf handgeschöpf- tem grauen Fabriano-Bütten. Sehr schöner bibliophiler Jugendstildruck mit dekorativen Naturmotiven. Die Typographie von Eugène Grasset, Paris. - Hervorragend erhaltenes, breitrandiges Exemplar. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) Kunst & Kunstgewerbe 176 177
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    | 34 Bücher |Kunst & Kunstgewerbe 179 JUGENDSTIL - Verneuil, Maurice Pillard. Ency- clopédie artistique et documentaire de la plante. 4 Bände. Mit 379 farbigen und monochromen Tafeln. Paris, Librairie Centrale des Beaux-Arts, [1910]. Folio. Lose Bogen in Original-Lein- wand-Kassetten mit bedruckten Deckeltiteln (Ecken minimal bestossen, kaum merklich aufgehellt). Über 300 Illustrationen von verschiedenen Künstlern des Jugendstils, darunter Alphonse Mucha, Mathurin Meheut, Charles Barberis und der Fotograf Pierre Plauszewski. - Insgesamt in guter Erhaltung, vereinzelte minimale Knicke. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 180 PERSISCHE KUNST - Pope, Arthur Upham und Phyllis Ackerman (Hrsg.). A survey of Persian Art from prehistoric times to the present. 6 Bände. Mit 1482 Tafeln und 1 gefalteten Karte. London und New York, Oxford University Press, 1938–1939. Folio. Original-Leinenbände mit goldgeprägtem Rückentitel (Rücken leicht auf- gehellt, in den Ecken gering bestossen). Erste Ausgabe. - Mit 1 gefalteten Karte von Persien, Diagrammen und Plänen. - Ohne den 1958 publizierten Indexband. - Im Schnitt leicht gebräunt. - Montiertes handschriftl. Exlibris "Alvarobazorra" auf Vorsatz. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 178 179
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    | 35 181 ASIEN -China - Konfuzius. Confucius Sinarum philosophus, sive scientia sinensis latine expo- sita... adjecta est tabula chronologica Sinicae monarchiae. 4 Teile in 1 Band. Mit 1 gest. Portrait und 1 gest. Karte sowie 3 gest. (wiederholten) Kopfvignetten. Paris, Cramoisy für Horthemels, 1687. Folio. CXXIV, 108, 21, 159, XX, 8 S., [1] Bl., S. 23-108 (recte 110), [1] Bl. Lederband d. Z. mit Rückenvergoldung und modernem Rücken- schild (stärker berieben, ältere Restaurierungen an Kapitalen, Gelenken und Ecken). Cordier BSI I, 1389-1393 - De Backer/S. II, 1564, 11 u. 12 - Walravens 140. - Erste europäische Konfuzius-Übersetzung durch eine Gruppe von Jesuiten-Missionaren. "[...] bringt erstmals die ersten drei der konfuzianischen Vier Bücher in lateinischer Übersetzung gemeinsam heraus. [...] An dieser Ausgabe waren noch die Patres Hertrich, Rougemont und Couplet beteiligt, wobei der Anteil des letzteren bersonders hervorzuheben ist, stammen von ihm doch der einleitende Brief an König Ludwig, die lange Einführung über den Ursprung des Werks und die Bedeutung der klassischen Bücher, dann die ,Tabula genealogica` der ersten drei Kaiser- dynastien von Huangdi ab, eine Liste der 15 chinesischen Provinzen und von 155 Orten mit Angabe von Kirchen und Niederlassungen der Jesuiten und schliesslich die ,Tabula chronologi- ca`" (Walravens). - Flieg. Vorsatz fehlt vorne. CHF 4 000 / 7 000 (€ 4 080 / 7 140) 182 - Japan - Charlevoix, [Pierre Francois Xavier de]. Histoire du Japon où l’on trouvera tout ce qu’on a pu apprendre… Nouvelle édition. 6 Bde. Mit 58 gest. Plänen und Tafeln. Paris, Didot, 1754. 8°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und Bandzahlen, floraler Rückenvergoldung, Stehkantenvergoldung (etwas berieben, Rücken teils mit minimalen Einrissen). Brunet I, 1806 - Cordier BJ 423 - de Backer/S. II, 1077 - Streit VI, 1448. - Die Tafeln mit Pflanzen, Trachten, Schiffen u. a., Plänen von Osaka, Jedo, Nagasaki, sowie Karten von Japan und Korea. - Stellenweise minimal stockfleckig, vereinzelte minimale Einrisse. - Gestempelte Exlibris auf fliegendem Vorsatz "Societé de Geographie Génève". CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) Topographie & Reisen 181 182
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    | 36 Bücher |Topographie & Reisen 183 ATLANTEN - Aa, Pieter van der. Le Nouveau Theatre du Monde, ou la Geographie Royale. Mit gest. Frontispiz, einigen gest. Vignetten und Initialen, 7 doppelblattgr. Kupferkarten und 88 halbseitigen Kupferkarten auf 44 Blatt. Leiden, [1713]. Gr.-Folio (56 × 43,5 cm). [7] Bll., 66, 76 S. Späterer Halbpergament-Einband (Rückenbe- zug unter Verwendung einer alten Pergament- handschrift). Koeman Aa 6. - Erste Ausgabe. - Unter den 7 grossen Karten zwei Weltkarten (davon eine in Polprojektion), ferner Europa, Asien, Afrika, Amerika und Italien. Die halbseitigen Karten sind je zu zweit übereinanderliegend gedruckt und zeigen Territorien in Europa (78), Asien (6) und Amerika (4). Die Register am Schluss mit einem frühen Verzeichnis der Siedlungen in den amerikanischen Kolonien. - Flieg. Vorsätze auf Innendeckel montiert, gleichmässig leicht gebräunt, stellweise schwache Feucht- oder Fingerflecke in den Rändern, letztes Register- blatt stärker fleckig; 2 halbseitige Karten mit hinterlegten Randeinrissen. - Gutes Exemplar des prächtigen Monumentalwerkes. - Titel mit hs. Besitzvermerk von 1714. CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 160 / 12 240)
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    | 38 Bücher |Topographie & Reisen 184 - Homann, ohann Baptist und Erben. Atlas compendiarius quinqvaginta tabularum geogra- phicarum homannianarum alias in Atlante majori contentarum. Mit gest. Titel, 1 doppelblattgros- sen Tafel und 50 gest. altkolor. Kupferstich-Kar- ten. Nürnberg, Homanns Erben, 1752. Gr.-Folio. S. 9–36 (st. 40). Neues Ganzleder mit blindgepr. Deckeltitel (unter Verwendung des alten Bezu- ges; etwas beschabt). Phillips 3499. - Die Karten zeigen die Welt in zwei Hemisphären (auf 1 Blatt mit vier weiteren kl. Erdgloben), Kontinentkarten von Europa, Afrika, Asien und Amerika sowie Karten von Spanien, Frankreich, Ungarn, den Niederlanden und Belgien, Grossbritannien, Schweiz, Italien (8), Deutschland (20), Preussen, Böhmen und Mähren u.a. - Es fehlen die Textseiten 1–8 und 37–40. - Gebräunt, leicht stock- und tinten- fleckig, teils etwas feuchtfleckig, S.9/10 mit ergänzter Eckfehlstelle. Anstreichungen und handschriftliche Notizen von späterer Hand auf Titel. - Insgesamt aber sauberes Exemplar. CHF 6 000 / 9 000 (€ 6 120 / 9 180)
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    | 40 Bücher |Topographie & Reisen 185 - Homann, Johann Baptist und Erben. Atlas Geographicus Maior exhibens tellurem seu Globum terraquem in mappis generalibus & specialibus. Band 1 (von 2). Mit gest. Frontispiz, gest. Titel mit Vignette und 120 (von 150) kolor. Kupferkarten, davon 117 doppelblattgr. und 3 gefalt. Nürnberg, Homann Erben, 1759[-1778]. Gr.-Folio. Restaurierter Lederband d. Z. mit Schliessbändern. Phillips 622. - Enthält: Weltkarte (in 2 Fassungen, geographisch u. nach Religionen), Iberische Halbinsel u. Balearen (4 inkl. Menorca mit Ansicht von Port Mahon), Frankreich (6), Britische Inseln (5 inkl. Gegend um London mit Ansicht), Benelux (10), Italien (15), Schweiz, Donau, Ungarn, Balkan, Osmanisches Reich in Europa, Griechenland (4), Skandinavien (3), Island, Preussen, Polen, Russland (2), Ukraine, Asien, Osmanisches Reich in Asien, Teilkarten v. Asien (5), Afrika, Teilkarten v. Afrika (5), Amerika, Teilkarten v. Amerika (5). - Aus dem zweiten Band (Deutsch- land) sind 15 Karten eingebunden. - Die Karten sind 1728-1778 datiert. - Attraktives zeitgenössisches Flächen- oder Grenzkolorit (Kartuschen u. Ansichten unkoloriert), Abdrucke teils etwas flau. - Einige Karten ent- fernt, Zählung von alter Hand. - Frontispiz und Titel im Bug angestückt und neu eingehängt. CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 160 / 12 240)
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    | 42 Bücher |Topographie & Reisen
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    | 44 Bücher |Topographie & Reisen 186 - Ortelius, Abraham. Theatrum orbis terrarum. - Parergon. - Nomenclator ptolemaicus. 3 Teile in 1 Band. Mit kolor. gest. Titel, Portrait und Zwischentitel sowie 147 doppelblattgr. kolor. Holzschnitt-Karten. Antwerpen, Plantin, 1595 [nur der dritte Teil datiert]. Gr.-Folio (44,5 × 31,5 cm). [1] w. Bl., [12] Bll., 115 gez. Karten, [4] Bll., 32 gez. Karten, 30 S., [2] Bll. Restaurierter Verlagseinband der Zeit mit verblasster Goldprägung, arabesken Eck- und grossem Mittel- stück sowie Inschrift „Theatrum orbis terrrarum“ (Deckelbezüge etwas berieben und beschabt, ältere Restaurierungsspuren bzw. Material-Ergänzungen am HDeckel sowie an Kapitalen und Gelenken). . Van der Krogt 31:051 - Koeman Ort 29 - Phillips 374 - Shirley BL, T.ORT–1aa - Sabin 57693. - Vollständiges Exemplar mit 115 Karten im Theatrum sowie den 32 historischen Karten des Parergon. -Die Benutzung von gedruckten Atlanten war über Jahrhunderte hinweg die selbstverständliche Praxis des Reisenden. Ein Atlas erschloss die Welt und die Routen zwischen Ländern und Erdteilen. Was genau aber ist eigentlich ein Atlas? Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Er ist die kluge Kombination von Karten und erläuternden Texten, die von Abraham Ortelius (1527-1598) im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts erfunden wurde. Er kam auf die Idee, See- und Landkarten in einem einheitlichen Format stechen zu lassen und sie in einem Band zusam- mengefasst herauszugeben.Das erstmals 1570 erschienene Werk stellte die Kenntnisse der besten Geographen seiner Zeit einer breiteren Öffentlich- keit zur Verfügung. Die Entdeckung Amerikas durch Kolumbus und auch die erste Weltumsegelung durch Magellan lagen noch nicht allzu weit zurück. Auch den Gebildeten waren diese Gebiete ebenso wie viele europäische Länder noch kaum vertraut. Ortelius gelang es, die Welt vor dem Horizont seiner Zeitgenossen wie auf einer Schaubühne darzubieten: Wissenschaftlich so exakt wie möglich, präsentierte er den Erdkreis auch in künstlerisch ansprechender Weise, geschmückt mit mythologischen Darstellungen und mit Abbildungen von nautischen Geräten oder Schiffen verziert. Nach dem grossen Erfolg der Erstausgabe wurde das Unternehmen in den folgenden Jahrzehnten immer weiter ausgebaut, immer neue Karten ergänzten den Bestand. Hatte die Erstausgabe noch 53 Karten, umfasst unser Exemplar von 1595 bereits 147 Karten. - Etwas gebräunt und fingerfleckig, der gest. Titel stärker; die Weltkarte neu angefalzt, Falz- und Randeinriss dabei hinterlegt. Europa- und Deutschlandkarte ebenfalls mit hinterlegten Randeinrissen, ansonsten keine nennenswerten Kartendefekte. Die letzten Blatt des „Nomenclator“ mit Feuchtfleck im unteren Bug. Auf dem ersten weissen Blatt ein handschriftliches „Register der Tabellen so im Indice nicht zu finden“ von alter Hand (dieses im Unterrand hinterlegt). - Insgesamt sehr gutes Exemplar im schönen Kolorit d. Z. - Provenienz: Auktion Fischer, Luzern (1987), Lot 583. - Seither Privatbesitz Schweiz.. CHF 40 000 / 60 000 (€ 40 820 / 61 220)
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    | 46 Bücher |Topographie & Reisen 187 - Ramusio, Giovanni Battista. Delle navigationi et viaggi. 3 Bände. Mischauflage. Mit 3 doppelblattgr. Kupferkarten, 9 (6 doppelblattgr.) Holzschnittkarten (in der Paginierung), 1 doppelblattgr. Ansicht u. 46 (teils blattgr.) Textholzschnitten. Holzschnitt-Druckermarken auf den Titeln sowie 2 Druckermarken am Schluss. Venedig, Giunta, 1563, 1559 (in fine: 1558) und 1565. Folio (31,5 × 22 cm). [4], 34, 394 (recte: 395) Bll., [1] w. Bl.; [2], 28, 155 Bll. (Zählung fehlerhaft), [1] Bl.; [6], 34, 456 Bll. Lederbände des 18. Jhs. mit goldgepr. Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung (saubere Restaurierungen a. d. Kapitalen, dadurch kl. Verluste bei der Vergoldung). Edit16 CNCE 27274, 27248 u. 27293 - Adams R 136, R 137 u. R 140 - Borba de Moraes II, 698-99 - Church 99 - Cordier BS 1939 - Cox I, 28 - Sabin 67732, 67739 u. 67740. - Der erste Band in dritter Ausgabe (erstmals 1550), der zweite Band in erster Ausgabe, der dritte in zweiter Ausgabe (erst- mals 1556). - Die bedeutendste Sammlung von Reiseberichten des 16. Jahrhunderts vor de Bry, mit zahlreichen vorher ungedruckten Quellen und bedeutendem Kartenmaterial. "The publication of Ramusio's Raccolta may be said to open an era in the literary history of Voyages and Navigation. Instead of accounts carelessly copied and translated from previous collections, perpetuating errors and anachronisms, we find in this valuable work original narrations judiciously selected, carefully printed, and enriched with notices which betray the hand of a scholar with great critical acumen" (Harrisse). Band 1 enthält die frühen portugiesischen Reisen in Afrika u. Asien, hierzu eine ganzseitige Holzschnittkarte der Nilquellen sowie 3 südorientierte Kupferkarten von Afrika sowie dem südlichen u. südöstlichen Asien, alle von G. Gastaldi. Band 2 behandelt überwiegend das europäische Russland, Zentral- u. Ostasien und enthält "die beste ältere Druckausgabe" von Marco Polos Reisebericht (Walravens 44). Von besonderer Bedeutung ist der dritte Band, der fast ausschliesslich Amerika gewidmet und am reichsten illustriert ist. Hierin befinden sich 6 weitere Gastaldi-Karten (in Holzschnitt), darunter eine Gesamtkarte der westlichen Hemisphäre (mit Japan als "Giapam"), "Nuova Francia" (Neu-England und Kanada), u. Brasilien; ferner (nicht von Gastaldi) Ansicht von Cusco in Peru sowie der erste gedruckte Plan von Montreal (dieser am Schluss eingebunden und mit hinterlegten Einrissen sowie Randläsuren). - Band 1 mit durchgehendem Feuchtfleck im oberen Drittel, am Schluss stärker werdend; sonst nur gering gebräunt und stellenweise etwas randfleckig. - Provenienz: gelöschter Besitzvermerk von alter Hand auf Titeln, Exlibris Friedrich Sarre (1865-1945), des Begründers der islamischen Archäologie und Kunstgeschichte in Deutschland. Weiteres, modernes Exlibris auf Spiegeln. CHF 14 000 / 20 000 (€ 14 290 / 20 410)
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    | 48 Bücher |Topographie & Reisen 188 ATLANTEN - Sachsen - Schenk, Peter (Hrsg.) Atlas Saxonicus Novus, darinnen nicht allein die Länder des Kurfürstenthums Sachsn nach ihren Kreisen... sondern auch die Fürstenthümer und Herschaften des Fürstlichen Hauses Sach- sen, nebst allen daran grenzenden Ländern, enthalten. Mit gest. Titelvign. und 47 (st. 57) altkol. Kupferstichkarten. Amsterdam und Leipzig, Peter Schenk, 1752-[1759]. Folio. Titel, Tafeln. Original-Kalbsleder mit blindgeprägtem Deckeltitel (berieben, leicht bestossen, schwach beschabt). Koeman Sche 15: "Although the date on the title-page is 1752, this edition is of later date as it contains maps dated between 1715- 1759." - vgl. LGK II, 704 - Phillips 3044 (alle Ausgabe 1775). - Spätere Ausgabe (EA 1752). - In unterschiedlicher Zusammenstellung herausgegebener Regionalatlas Sachsens, dessen Karten auf den ungemein detailreichen, handgezeichneten Ämterkarten von A. F. Zürner basieren. - Gebräunt, Titel stärker, letzterer mit kleinen Randeinrissen, teils schwach feuchtran- dig. Die Karte vom grossen Hayn mit winziger Fehlstelle (wohl grösserer Wurmgang; minimaler Darstellungsverlust). CHF 4 000 / 6 000 (€ 4 080 / 6 120) 189 - Sanson, N. [Description de tout L'Univers en plusieurs cartes, & en divers traitez de Geogra- phie et d'Histoire]. Mit 74 gest., doppelblattgr. Karten (teils ankol.) von A. de Winter und 15 (da- von 9 doppelblattgr.) Kupfertafeln. Amsterdam, Francois Halma, 1700. 4°. Neuer marmorierter Pappband. Koeman II, 127 (Hal 1) - Phillips 528. - Ohne Titelblatt und Frontispiz. - Reduzierte Ausgabe von Sanson's Folio Atlas von 1658. - Enhält eine Weltkarte, eine Gesamtkarte von Europa, des weiteren Afrika, Asien, Nord- und Südamerika, Grosstartarien, Grossbritannien, Skandinavien, Benelux, Mittel- und Osteuropa, u.v.m. - Die Kupfertafeln mit astrologischen Darstellungen (darunter 1 doppelblattgr. Sternenkarte), Globen sowie astronomischen Diagrammen. - Vorge- bunden ein hs. Kartenverzeichnis. - Unbeschnit- ten. - Nur gelegentlich leicht stockfleckig und schwach gebräunt, insgesamt sehr sauber und frisch. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 190* Riegel, Christoph (Hrsg.). Der neueste Staat von Lothringen, Savojen, Ober- und Unter-Elsass, Franche Comte, oder Graffschaft Burgund, und sonderlich dem gantzen Schweizerland... Alles auf das ordentlichste beschrieben, und biss Anno 1712. inclusive mitgetheilet. 2 Teile 1 Band. Mit gest. Portrait als Frontispiz und 109 Kupfertafeln (davon 1 doppelblattgr. und 5 mehrfach gefaltetet) Frankfurt a. M. und Leipzig, Chr. Riegel, 1713. Kl.-8°. [5] Bll., 1090 S. (recte 1088), [7] Bll., 125 S. Pgt. d. Z. mit hs. Rücken- titel (Rücken und Ecken etwas betossen, leicht kratzspurig). Georgi I, 136. - Wohl zweite Ausgabe (EA 1690). - Historisch-geographisches Kompendium mehrheitlich die Schweiz und die westlich und östlich des Oberrheins gelegenen Gebiete behandelnd. Enthält Ansichten und Pläne von Turin, Nancy, Bruntrut (Porrentruy), Colmar, Freiburg i. Br., Überlingen, Heilbronn, Stuttgart, Ulm, Lauffenburg, Müllhausen, Strasburg, Neu- enburg, Rheinfelden, Appenzell, Aarau, Baden, Basel, Bern, Chur, Kostanz, Eglisau, Einsiedeln, Frauenfeld, St. Gallen, Genf, Lausanne, Zürich, u. a. Herausragend eine Ansicht des Klosters St. Gallen. - Teils etwas knapp beschnitten (u. a. das Titelblatt), leicht gebräunt, erste Blatt mit kleinem Wurmgang (ohne Text- oder Darstellungsverlust), letztes Blatt mit leichtem Blattausbruch aufgrund Feuchtfleck (ohne Text- verlust) hinteres Innengelenk angeplatzt. - Alter hs. Besitzvermerk auf Vorsatz "Müller". CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 188
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    | 50 Technik &Naturwissenschaften 191 192 Bücher | Technik & Naturwissenschaften 191 ASTRONOMIE - Ala al-Dīn Ali ibn Muhammed, genannt Ali Qushji [türkisch Ali Kuşçu]. Mir'at al-alam [Astronomisches Handbuch]. Mit 4 (1 kol.) gefalt., teils goldgehöhten Kupfertafeln. Istanbul, dat. 1239h. [=ca. 1823/1824]. 8°. [65] Bll. Ganzleder mit silbergeprägten floralen Mit- telstücken und ornamentalen Deckelfileten (Ka- pitale fehlen, etwas berieben, leicht bestossen, kleine Wurmlöchlein und etwas fleckig, Deckel leicht verzogen, VDeckel etwas beschabt mit kl. Fehlstelle im Bezug, HGelenk etwas angeplatzt). Gedruckt in gut lesbarem Nasta'liq mit zahl- reichen Randanmerkungen. - Ein ursprünglich arabisch verfasstes Werk des osmanischen Autors Ali Qushji (1403–1474) später ins Osma- nische übersetzt durch Sayyid 'Ali Mir. Ein gerne benutztes kurzes Handbuch über Astronomie. Die ausklappbaren Tafeln mit astronomischen Schemata. - Stellenweise feuchtrandig (hinten stärker), Tafeln etwas stockfleckig und leicht angerändert, hinten im Bug leicht angeplatzt. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 192 BOTANIK - Kräuterbücher - [Egenolph, Chr.] [Herbarum imagines vivae. Der Kreuter lebliche Conterfeytunge]. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 gest. Titeln (in Wdh.), 289 (st. 291) altkol. Holzschnit- ten. Frankfurt a. M., Chr. Egenolph, [1536]. 8°. [43] (st. 44), [22] Bll. Moderner marmorierter Pappeinband (gestempelt "Hans Heiland & Sohn, Stuttgart"). VD16 H 2196 - Graesse I, 1.464 - Durling 1350 - Pritzel 2626 - vgl. Adams H-293 - Nissen BBI 2344 - BM/STC German S. 396 - Haller, I, 275. - Teil 1 in zweiter Ausgabe, Teil 2 in erster Ausgabe. - Egenolphs kleines Buch, eines der ersten Kräuterbücher, das für eine einfache Konsultation im Feld entwickelt wurde, war sehr gefragt und ebenso schnell ausverkauft. Im September 1536 wurde eine neue Ausgabe herausgegeben, die den 2. Teil enthielt. - Die meisten Holzschnitte sind verkleinerte Kopien von Hans Weiditz' wichtigen Illustrationen zu Brunfels' Herbarum vivae eicones (1530- 1532), den ersten realistischen und genauen veröffentlichten Pflanzenillustrationen. - Es fehlt der Haupttitel mit 2 Holzschnitten, dieser durch ein koloriertes Exemplar des Titel des zweiten Teils ergänzt. Das 4. Blatt (A4) falsch eingebun- den (zwischen Fol. 16 und 17). Durchgehend feuchtfleckig und gebräunt. - Einige Blatt mit fachmännisch restaurierten Fehlstellen (teils mit Darstellungsverlust), das letzte Blatt ganz aufgezogen. - Durchgängig handschriftlich be- zeichnet und mit zahlreichen Marginalien, beide von alter Hand. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 193 - - (Ryff, Walther Hermann). Kurtzes Handt- büchlein, und Experiment, vieler Artzneyen ... Sampt lebendiger Abcontrafactur etlicher der fürnembsten und gebreuchlichsten Kräut- ter. Mit zahlr. altkolor. Pflanzenholzschnitten. Strassburg, Glaser, 1633. Kl.-8° (16 ×10,5 cm). [2] Bll., 201 (statt 202, es fehlt Bl. 86) Bll., [17] Bll. Restaurierter Pergamentband d. Z. (Rücken erneuert, Lederschliessen ergänzt; alte Deckel- bezüge etwas fleckig). VD17 3:667024P - Benzing, Ryff 65 - vgl. Nissen BBI 1708. - Spätere Ausgabe des erstmals 1554 erschienenen Handbuches, vorliegend in einem kolorierten Exemplar. - Durchgehend gebräunt und etwas fleckig. - Hs. Besitzvermerke von 1741 und 1845 auf Spiegeln, kl. Restaurato- renstempel. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610)
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    | 51 195 196 194 -Scheuchzer, Johann und Albrecht von Haller. Agrostographia sive Graminum, Juncorum, Cyperorum, Cyperoidum, iisque affinium His- toria. Mit 11 (statt 19) gefalteten Kupfertafeln. Zürich, Bodmer, 1719. 4°. [20] Bll., 512 S., [12] Bll. Schmuckloser Lederband d. Z. (etwas berieben und bestossen). Nissen BBI 1751 - Pritzel 8172 - Stafleu-C. 10, 576 - Haller I, 1682. - Erste Ausgabe. - "Eine überaus mühsame Arbeit, aber auch ein claßi- sches Buch; er beschreibt auf das genaueste und richtigste mehr als 400 Gattungen Gräser, wovon die meisten in der Schweiz gefunden werden. Es ist noch immer das einzige und das beste in seiner Art. Auch die Kupfer sind unge- mein richtig" (Haller). - Scheuchzers bedeuten- des Werk über die Gräser ist meist nur in der von Haller veranstalteten zweiten Auflage von 1775 aufzufinden. - Unbeschnittenes, in den breiten Rändern etwas stockfleckiges Exemplar. - Handschriftl. Besitzvermerk 1752 auf Vorsatz, montiertes Exlibris "Murer-Gubser" auf Spiegel. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 195 Leibniz, Gottfried Wilhelm. Oeuvres philoso- phiques latines & françoises. Publiées par R. E. Raspe. Avec une preface de (A. G.) Kaestner. Mit gest. Titelvignette. Amsterdam u. Leipzig, J. Schreuder, 1765 (am Schluss: 1764). 4°. [2] Bll., XVI S., [1] Bl., 540 S., [8] Bll., [1] Bl. (Errata). Halbleder d. Z. mit goldgepr. Rückenschild und linearer Rückenvergoldung (gering berieben). Ravier 472 - DSB XI, 303 ff. (Raspe) - Ziegenfuss II, 37 ff. - Erste Ausgabe der philosophischen Schriften. - Gering gebräunt und minim wellig, ansonsten gutes und breitrandiges Exemplar. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 196 Leibniz, Gottfried Wilhelm. Opera omnia, nunc primum collecta, in classes distributa, praefa- tionibus & indicibus exornata, studio L. Dutens. 6 Bände. Mit 1 gest. Portrait, 41 (11 gefalt.) Kupfertafeln und 1 Falttabelle. Genf, de Tour- nes, 1768. 4°. Lederbände d. Z. mit goldgepr. Rückentiteln und reicher Rückenvergoldung (saubere Restaurierungen an Kapitalen und Gelenken). DSB 8, 166 - Ravier 473 (mit genauer Inhaltsan- gabe S. 535 ff.) - Faber du Faur 1544 - Roller-G. II, 93 - Cantor IV, 17. - Erste Gesamtausgabe, besorgt durch den Historiker und Mathematiker Louis Dutens. - Stellenweise etwas gebräunt, die Tafeln in Band 3 durchgehend stärker. - Alte, hs. gelöschte Besitzvermerke auf Titeln. CHF 1 600 / 2 400 (€ 1 630 / 2 450)
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    | 52 Bücher |Technik & Naturwissenschaften 197 Leibniz, Gottfried Wilhelm. Principia philosophi- ae, more geometrico demonstrata... . Accedunt theoremata metaphysica de proprietatibus qui- busdam entis infiniti et finit mundique existentis perfectione, ex philosophia Leibnitiana pariter selecta et geometrice demonstrata (von M. G. Hansch). 2 Teile in 1 Band. Frankfurt und Leipzig, Monath, 1728. 4°. [8] Bll., 188 S., [17] Bll., [1] Bl., 36 S. Späterer Pappband mit hs. Rückenschild. Ravier 381. - Erste Ausgabe der von Hansch bearbeiteteten Auswahl. Die "Theoremata metaphysica" Hanschs mit eigenem Titelblatt. - Etwas gebräunt und randfleckig, am Schluss etwas feuchtrandig. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 198 MASCHINENBÜCHER - Henning, V[eit] B[altha- sar]. Sammlung nützlicher Machinen und Inst- rumenten nebst deren Erklärung aus dem Fran- zösischen, Englischen und andern Sprachen ins Teutsche übersezt (von G. W. Pozinger). 5 Teile in 1 Band. Mit 5 gest. Titeln und 100 meist gefalt. Kupfertafeln. Nürnberg, Henning, [1747-52]. Folio. 202 S. Halblederband der Zeit mit vergold. Rückentitel (etwas berieben, Hinterdeckel mit Wurmspuren, oberes Gelenk etwas aufgeplatzt, Kanten gering bestossen). Poggendorff II, 480 (Pözinger) - Engelmann 320 - Zinner, Instrumente 372 - Holzmann-B. IV, 433 - nicht im Kat. "Theatrum Machinarum" des Deutschen Museums (2008). - Erste Ausgabe des seltenen, umfassenden und reich illustrier- ten Werkes über den technischen Stand jener Zeit. Die Kupfertafeln zeigen astronomische Geräte, Rechenmaschinen, Waagen, Mühlen, Hebewerke, Feuerspritzen, Mühlen, Musikin- strumente, Feuerspritzpumpen, hydraulische Wassermotoren u.v.a. Sie wurden von dem Nürnberger Kupferstecher und Kunsthändler Veit Balthasar Henning gestochen. - Stellen- weise gering fingerspurig, ein Textblatt mit hinterlegtem Randausriss (ohne Textverlust), eine Tafel mit fachmännisch restaurierter und ergänzter Papierfehlstelle (leichter Darstel- lungsverlust). Gegen Schluss im Bug ganz geringe Wurmlöcher. Sehr schönes, sauberes Exemplar. CHF 4 000 / 6 000 (€ 4 080 / 6 120) 198 199
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    | 53 199 - Leupold,Jacob. Pars I. Theatri statici universa- lis, sive Theatrum staticum, Das ist: Schau- Platz der Gewicht-Kunst und Waagen, Enthält nicht nur Die nöthigsten Fundamenta solcher Wissenschafft und Kunst, sondern erkläret auch selbige durch unterschiedliche Machinen und Instrumenta, stellet dabey vor: Alle Arten der Cramer-Gold-Silber-Probier-Schnell-Heu- und andern curieusen Wagen [...]. 4 Teile in 1 Band. Mit 57 gefalt. Kupfertafeln. Leipzig, beim Verfasser und J. F. Gleditschens seel. Sohn, 1726. Folio. [5] Bll., 332 S., [2] Bll. HLederband mit vergold. Rückentitel (minimal berieben und beschabt, Kapital mit winziger Fehlstelle). Poggendorff I, 1438 - Bibl. Dt. Museum, Libri rari, 169-170 - Hilz, Theatrum Machinarum, S. 114 - nicht bei Roberts/Trent. - Erste Ausgabe. - Das deutsche Standardwerk der Zeit über alle Arten von Grob- und Feinwaagen. Der dritte Teil befasst sich insbesondere mit der "Abwiegung und Beobachtung aller Eigenschafften der Lufft". Die Tafeln mit Darstellungen von Glocken, Barometern, Thermometern, Wettergläsern, einer "Wind Machine", Waagen und weiteren Messgeräten. - An den Rändern gebräunt und stockfleckig, teilweise stärker. Vereinzelt braun- und feuchtfleckig. - Stempel auf fliegendem Vorsatz und Titel "Königliche Ingenieurartillerie Bibliothek zu Hannover". CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 200 - Leupold, Jacob. Theatrum Machinarum Ge- nerale. Schau-Platz des Grundes Mechanischer Wissenschaften, das ist: Deutliche Anleitung zur Mechanic oder Bewegungs-Kunst [...]. Alles mit viel nützlichen Anmerckungen [...] vermehret. Mit 71 (1 mit drehbarer Volvel- le) gefalt. Kupfertafeln von Krügner, Böcklin, Uhlich, u. a. nach Leupold. Leipzig, Ch. Zunkel, 1724. Gr.-4°. [11], 240 S., [2] Bll. Ganzleder d. Z. mit goldgeprägtem Rückenschild und floraler Rückenvergoldung (letztere etwas verblichen, Vordergelenk etwas angeplatzt, Ecken bestos- sen, leicht beschabt). Ornamentstichslg. Berlin 1786 - Klemm S. 233ff. u. 437 - Graesse IV, 188 - Darmstaedter 170-171. - Erste Ausgabe. - Reich umfassendes Werk über Apparatebau, Maschinen-Technik, usw., darunter Waagen, Flaschenzüge, Hebel, Wasserräder, Werkzeuge aller Art, Mühlen, u. v. a. Leupolds Werk, in dem er wissenschaftlichen Geist mit praktischer Fertigkeit verbindet, sollte vornehmlich dem Mechaniker und Maschinenin- genieur seiner Zeit dienen. Es ist das vollstän- digste Compendium über die technischen Wissenschaften jener Epoche. - Gleichmässig gebräunt, stellenweise stock-, braun-, feucht- und tintenfleckig, erste Bll. mit Wurmgängen im unteren Rand (ohne Text- oder Darstel- lungsverlust), die Tafel LXVII mit fachmännisch ergänztem Eckausriss, Spiegel etwas leimschat- tig. - Auf Vorsatz gestempelt (unleserlich). CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 201 MEDIZIN - Anatomie - Vesalius, Andreas. Opera omnia anatomica & chirurgica. Cura H. Boerhaave & B. S. Albini. 2 Textbände und separater Atlas in 3 Bänden. Mit 1 gest. Titel, 1 gest. Portrait-Frontispiz, 2 gest. (wiederholten) Titelvignetten, 83 (12 gefalt.) Kupfertafeln und 38 Textkupfern. Leiden, J. du Vivié u. J. & H. Verbeek, 1725. Folio. [21] Bll., 572 S.; [4] Bll., S. 577-686-1156, [26] Bll. Lederbände d. Z. mit je 2 goldgepr. Rückenschildern und Rücken- vergoldung (1 Rückenschild entfernt, Kapitale bestossen, stärker berieben, Deckel beschabt, Innengelenke verstärkt). Osler 579 - Waller 9917 - Blake 473 - Choulant 49. - Erste vollständige Gesamtausgabe, wobei die berühmten anatomischen Holzschnitte der Original-Ausgaben durch Jan Wandelaer in Kupfer sehr sorgfältig nachgestochen wurden. - Etwas gebräunt (stellenweise stärker), in den Rändern etwas stockfleckig. Die Kupfer durch- weg in kräftigen Abdrucken. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 201 201
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    | 54 Bücher |Technik & Naturwissenschaften 202* MEDIZIN - Gersdorff, Hans von. Feld und Statt- buch bewerter Wundtartznei. New widerumb ersehen zusampt dem Antidotari, Fürsorg und Vorrath der Chirurgei. Mit Titelholzschnitt und zahlreichen, teils blattgrossen Textholzschnit- ten. Frankfurt, Christian Egenolff d. Ä., 1556. Gr.- 8°. [4] Bll., 84 S. Späterer Halbpergament-Band (Ecken minimal bestossen). VD16 G 1629 - Durling 4040. - Zweite Auflage der Ryffschen Bearbeitung von Gersdorffs berühmtem Feldbuch der Wundarznei, erst- mals 1551 erschienen. - Minimal rand- und feuchtfleckig, S. 18, 19, 39 mit Randeinriss und Fehlstellen in der Darstellung. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 203* - Scultetus, Johannes. Wund-Artzneyisches Zeug-Hauß. Welches ... in die Teutsche Sprach übersetzet hat ... A. Megerlin. 2 Teile in 1 Band. Mit Holzschnitt-Titelvignette und 56 (davon 1 gefalteten) Kupfertafeln von J. Arnold. Frankfurt und Ulm, Gerlin, 1666. 4°. [4] Bll., 263 S.; 238 S., [33] Bll. Pergamentband d. Z. mit handschriftl. Rückentitel (etwas fleckig). Hirsch V, 299 - VD 17 12:194393D - Vgl. Garrison-Morton 5571 (Erstausgabe v. 1655). - Erste deutsche Übersetzung der Amsterdamer Ausgabe von 1661. "Es ist das Werk die umfas- sendste Darstellung der Instrumente, Verbände und Apparate jener Zeit und enthält gleichzeitig eine Menge interessanter Beobachtungen, die Zeugniss von seiner Unternehmungslust, chirurg. Kühnheit und Geschicklichkeit ablegen" (vgl. Hirsch). - Minimal gebräunt, hinterlegte Fehlstelle auf Titel (ohne Textverlust). - Hand- schriftl. Besitzvermerk auf Vorsatz "Johannes Conrad Meyer". CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 204 PHYSIK - Rixner, Thaddäus Anselm und Thaddäus Siber. Leben und Lehrmeinungen be- rühmter Physiker am Ende des XVI. und am An- fange des XVII. Jahrhunderts, als Beyträge zur Geschichte der Physiologie. 6 Bände (von 7). Mit 6 gest. Portraits und 1 lithogr. Tafel. Sulzbach, J. E. Seidel, 1819-1826. 8°. Halblederbände d. Z. mit Rückenschildern und floraler Rückenvergol- dung (minime Bereibungen, Kapitale teils leicht bestossen). Poggendorff II, 661. - Erste Ausgabe. - Jeder Band ist einem Gelehrten gewidmet, nämlich: Paracelsus, Gerolamo Cardano, Bernardino Telesio, Francesco Patrizi, Giordano Bruno und Tommaso Campanella. - Es erschien noch ein siebter, Johan Baptist van Helmont gewidmeter Band. - Anselm Rixner (1766-1838), bis zur Säkularisation 1803 Mönch der Benediktiner- abtei Metten, war Professor der Philosophie am kurfürstlichen Lyzeum in Amberg. Thaddäus Siber (1774-1854), ebenfalls Benediktiner, wurde 1826 Professor der Physik in München. - Stellenweise leicht stockfleckig oder gebräunt. - Dekorative Reihe. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 202 203
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    | 55 205* ZOOLOGIE -Brodtmann, Karl Joseph - Schinz, Heinrich Rudolf. Naturgeschichte des Thier- reiches. 4 Bände. Mit einem lithographischen Frontispiz, 4 lithographischen Titelblättern und 511 (davon 343 kolorierten) lithographierten Tafeln von K. J. Brodtmann. Zürich und Schaff- hausen, 1827-1836. Folio. Halblederbände d. Z. mit goldgepr. montierten Rückenschildern und Bandzahlen (vereinzelte minimale Bereibungen). Vgl. Nissen ZBI 3672 und vgl. Nissen IVB 825 - Schlenker 316.3 - vgl. Zimmer II S. 552 (kennt nur die 2. Ausgabe). - Band 1 in zweiter verbesserter Auflage, die übrigen erste Aus- gabe. - Enthält Abbildungen der Säugetiere, Vögel-Gattungen, Reptilien und Fische. - Die von Brodtmann lithographierten Tafeln zeigen Völker der ganzen Welt, sowie detaillierte schön kolorierte Darstellungen der Tierwelt. - Verein- zelt etwas gebräunt und stockfleckig. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 206 - Gessner, Conrad. Vogelbuch... durch R. Heusslein in hoch Teutsch versetzt, jetzt an vielen orten castigirt und verbessert. Mit Holz- schnitt-Titelvignette und 218 Textholzschnitten. Frankfurt a. M., Saur für Campiers Erben, 1600. Folio. [8] Bll., 556 S. - VORGEBUNDEN: Ders. De Serpentibus. Oder Schlangenbuch. Mit Holzschnitt-Titelvignette und zahlreichen Tex- tholzschnitten. Heidelberg, J. Lancellot, 1613. [4], 72 Bll. Halblederband des späten 19. Jhs. mit 2 goldgepr. Rückenschildern (etwas angestaubt und fleckig). I. VD16 G 1737 - Nissen IVB 351. - II. VD17 39:125941V. - Sammelband mit zweien der vier Tierbücher Gessners in deutscher Sprache, gegenüber der lateinischen Version gekürzt, die Illustrationen wurden jedoch vollständig über- nommen und zum Teil noch ergänzt. Darunter finden sich auch Darstellungen und Beschrei- bungen von Phantasiewesen. "...the most authoritative zoological book between Aristotle and the publication of Ray's Classification of Fauna in 1693" (PMM 77). -- Etwas gebräunt, in den Rändern teils leicht stockfleckig. - Wappe- nexlibris Rudolf F. Siegel (1898) auf Spiegel; rad. Exlibris F. Ransom auf Vorsatz. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 205 206
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    | 58 Bücher |Technik & Naturwissenschaften 207 - Merian, Maria Sibylla. Over de voortteeling en wonderbaerlyke veranderingen der Surinaamsche insecten... Mit gest. kolor. Frontispiz, kolor. Titelvig- nette, kolor. Vignette im Vorwort und 72 Kupfertafeln von J. Mulder, P. Sluyter u. D. Stoopendael nach M. S. Merian. - [BEIGEBUNDEN:] De europische Insecten. Naauwkeurig onderzogt, nat leven geschildert ein in print gebragt. Mit gest. kolor. Frontispiz, kolor. Titelvignette, kolor. Vignette am Textende sowie 188 (statt 184, Taf. CXVII-CXX ist doppelt) kolor. Kupfern, jeweils vier auf einer Tafel. 2 Teile in 1 Band. Amsterdam, Oosterwyk, 1719 und Bernard, 1730. 53 × 38 cm. Ganzleder der Zeit mit ornamentaler Deckel- und Rückenvergoldung und allseits marmoriertem Schnitt (Rücken und Ecken sauber restauriert, etwas bestossen und beschabt, Bezug mit kleinen Fehlstellen). Nissen BBI 1341 und 1342 - Wettengl 156 - Magee/Touzel 58. - Der Band zu Surinam ist das heute extrem selten gewordene Hauptwerk Maria Sibylla Merians, das seine Entstehung der epochalen Reise der Künstlerin mit ihrer Tochter nach Südamerika in den Jahren 1699 bis 1701 verdankt. Die gleichermassen naturwissenschaftlich wie in ihrer künstlerischen Ausführung bedeutenden Tafeln zeigen exotische Schmetterlinge in allen Entwick- lungsstadien auf blühenden Pflanzen und Früchten, meist in Lebensgrösse, ergänzt um einige verkleinerte Reptilien- und Amphibiendarstellungen. "Ihre schon beim Raupenbuch erwiesene Meisterschaft, den Pflanzen und Tieren bei der Darstellung ihre Eigentümlichkeit zu erhalten und sie trotzdem in eine wirksame Bildkomposition hineinzubauen, hat mit dem Surinam-Werk einen unvergleichlichen Höhepunkt erreicht. Es gehört nicht nur zu den besten alten naturwissenschaftlichen Werken, sondern ist eines der prachtvollsten illustrierten Bücher, die je geschaffen wurden" (Rückert S. 14). „Die Er- zählstrategie war insgesamt […] eine ästhetische Strategie: kunstreich wurde der europäische Leser und Betrachter vom Vertrauten zum Fremdartigen und vom Fremdartigen zum Eigenen geführt. Das erste Blatt mit der bereits bekannten Ananas und den erstaunlich grossen Kakerlaken verwies bereits auf die ganz andere Natur Amerikas, die intensive Süsse der Früchte und die ungeheure Zerstörungskraft der Insekten“ (Natalie Zemon Davis, in: Kurt Wettengl (Hg.): Maria Sibylla Merian 1647-1717. Künstlerin und Naturforscherin, Ostfildern 2013, S. 183). - Exemplare in altem, sauber ausgeführtem, feinem Kolorit ohne nennenswerten Durchschlag. - Der Teil zu Surinam als zweite, erst postum erschienene Ausgabe, gegenüber der früheren Ausgabe mit 12 zusätzlichen Tafeln, der Teil zu den europäischen Insekten in erster (niederländischer) Ausgabe. - Vereinzelt etwas braunfleckig, selten minimal fingerfleckig, insgesamt wohlerhalten. CHF 120 000 / 160 000 (€ 122 450 / 163 270)
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    | 60 Alte Drucke& Bibeln Bücher | Alte Drucke & Bibeln 208 Aristoteles. Operum omnium. 7 Bände. Mit 7 Holzschnitt-Titelvignetten (in Wdh.). Venedig, G. Brognolo und N. Moretti, 1584. 16°. Flexible Pergament-Einbände d. Z. mit hs. Rückentitel (Rücken gebräunt, Ecken leicht bestossen und berieben (1 Band stärker), fleckig, Rücken und VGelenk von Bd. 7 angeplatzt). EDIT16 CNCE 2995 - nicht bei Adams. - Die Ausgabe umfasst 7 Teile und einen Index, der in unserem Exemplar im ersten Band eingebunden ist. - Leicht gebräunt, nur gelegentlich schwach fleckig, Band 4 vorne etwas feuchtrandig, teils etwas knapp beschnitten (vereinzelt minimaler Textverlust), erster Band S. 527/528 mit Blat- tausriss (Textverlust). - Alter hs. Besitzvermerk auf Spiegel "Angelis Gualandris donum Joannis Baptiste... anno 1789" und Titel. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 209 Biblia germanica - Froschauer - Bibel Teütsch das ist alle bücher alts und neüws Testaments... 2 Teile in 1 Band. Mit Titel-Holzschnittvignet- te und zwei Holzschnittvignetten zu Beginn der jeweiligen Teile. Zürich, Ch. Froschauer, 1548. Gr.-8°. [24] Bll., [288] Bll., [271] Bll., [1] Bl. Schwarzer blindgepr. Lederband auf 4 Bünden über Holzdeckeln, auf dem Vorderdeckel be- zeichnet und datiert "Iacob de Fleger 1646", mit Messingecken und intakten Messingschliessen (berieben, Ecken bestossen, minimal kratzspu- rig, Kapitale eingerissen). VD16 B 2724 - Vischer C 380 - Rudolphi 342. - Seltene Ausgabe der Zürcher Vollbibel in der Übersetzung Zwinglis. - Der erste Holzschnitt zeigt die Erschaffung Evas. - Im selben Jahr erschien bei Froschauer die monumentale Stumpfsche Schweizer Chronik. - Teils knapp beschnitten, durchgehend minimal feucht- fleckig. - Besitzstempel L. Harms auf Titel, auf fliegendem Blatt handschriftl. Besitzvermerk Salomon de Flieger, Hamburg 1680. Letzte zwei Blatt verso mit handschriftl. Einträgen. CHF 4 000 / 6 000 (€ 4 080 / 6 120) 210 Boccaccio, Giovanni. Le Philocope de Messire Jehan Boccace florentin, contenant l’histoi- re de Fleury et Blanchefleur, divisé en sept livres traduictz d’italien en françoys par Adrian Sevin gentilhomme de la Maison de Gié. Mit Holzschnitt-Druckermarke auf Titel und 36 Textholzschnitten (teils in Wiederholung). Paris, Denys Janot, 24. Februar 1542. VI, CLXXIIII Bll. Blindgepr. Lederband um 1900 im Stil d. Z. über Holzdeckeln mit Rückentitel (Kanten und Gelen- ke mit leichten Bereibungen). In Schuber (dieser mit schmalem Lichtrand). USTC 37799 - IA 120.389 - Pettegree/W. FVB 6117 - BMC STC French, 71 - nicht bei Adams. - Erste französische Ausgabe des Filocolo, die Janot für ein Konsortium von Pariser Verle- gern veranstaltete. Entsprechend variieren die Verlagsangaben und Druckermarken, unser Exemplar mit der eigenen Druckermarke Janots. Die schönen, jeweils von Bordüren eingefassten Holzschnitte fanden zuvor bereits in Janots Ausgabe von "Amadís de Gaula" (1540) Ver- wendung, eine Bordüre ist jedoch bereits 1520 datiert. - Titel leicht feucht- bzw. staubrandig, stellenweise minim fingerfleckig, ansonsten sehr gutes Exemplar. - Provenienz: Exlibris des Schweizer Bibliophilen Paul Schlesinger (1897- 1977) von J. F. Junod auf Vorsatz. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 209 210
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    | 61 211 GASTRONOMIE UNDLEBENSMITTEL - Apici- us, Caelius. De re culinaria libri decem. B. Plati- nae cremonensis de tuenda valetudine, natura rerum et popinae scientia libri X. Pauli Aeginetae de facultatibus alimentorum tractatus, Albano Torino interprete. Mit je 1 Holzschnitt- Druckermarke auf Titel und am Schluss. Lyon, S. Gryphius, 1541. 8°. 314 S., [7] Bll. Späterer Pergamenteinband (leicht staubfleckig). Adams A 1300 - Baudrier VIII, 143 - Vicaire 31 - Bitting 11 - Oberle 5 - nicht bei Schraem- li. - Zweite Apicius-Ausgabe in der Edition des Basler Gelehrten Alban Thorer (1489-1559), basierend auf der Handschrift, die dieser 1529 auf der Insel Maguelone bei Montpellier ent- deckt hatte. Das Werk der römischen Spätan- tike gilt als das älteste überlieferte Kochbuch überhaupt. - Etwas gebräunt und teils leicht stockfleckig, kl. Feuchfleck im Seitenrand. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 212 Gratian. Decretum aureum divi Gratiani cuius titulus talis est. Mit Holzschnitt-Titelvignette und Schlussdruckermarke. Rouen, Francois Regnault, 16.2.1519. 12°. CCCXII, [45] Bll. Perga- mentband des 17. Jhs. mit goldgepr. Rücken- schild, Goldschnitt (Deckel schwach verzogen, leicht berieben). Pettegree/ W. FVB 72485 - Moreau II, 2026 - nicht bei Adams und BM French. - Erste Rouen-Ausgabe dieser Postinkunbal. - Das berühmteste kanonische Rechtsbuch des Mittelalters mit schöner Titelvignette mit der Darstellung eines schreibkundigen Mönches vor Königen. - Leicht gebräunt, stellenweise schwach feuchtfleckig (erste und letzte Blatt etwas stärker). - Alter hs. Besitzvermerk auf Titel, modernes Exlibris auf Vorsatz. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 211 212
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    | 62 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 213 Honter, Johannes. Rudimentorum Cosmo- graphicorum libri III cum tabellis geographicis elegantissimus. 2 Teile in 1 Band. Mit Holz- schnitt-Druckermarke am Titel, 3 blattgr. Textholzschnitten u. 13 (12 doppelblattgr.) Holz- schnitt-Karten. Zürich, Ch. Froschauer, 1565. Kl.-8°. [30] Bll., 2 weisse Blatt, 14 Kartenblätter. - VORGEBUNDEN: Theognis von Megara. Sententiae Elegiacae, cum interpretatione & Scholijs Eliae Vineti. Basel, Oporin, 1569. [8] Bll., 349 S., [1] w. Bl. Blindgepr. Schweinslederband d. Z. mit figürl. Mittelstücken (Justitia vorne, Fortu- na auf HDeckel) und schwarzgepr. Jahreszahl 1572 sowie Initialen "C.P.S" auf VDeckel (etwas fleckig, Rücken berieben und beschabt). I. VD16 H 4784 - Sabin 32794 - Vischer C 754 - Borsa, Die Ausgaben der Cosmographia, S. 96. - Zweite Zürcher Ausgabe. - Erschien erstmals 1530 mit nur zwei Karten in Krakau, 1542 dann in einer stark erweiterten Ausgabe in Kronstadt mit 13 Karten. "Der aus numnehr 13 Holzschnittkarten bestehende erste Schulatlas im Taschenformat stellte die erste nicht auf Ptolemäus basierende Kartensammlung dar. Die Weltkarte stützt sich auf die herzförmige Darstellung von Peter Apian" (Lex. Kart. 321). - Froschauer druckte diese Karten erstmals 1546 nach, um sie dann über Jahrzehnte hinweg immer wieder zu verwenden. - Die beidsei- tig bedruckten Karten zeigen die besagte Weltkarte, Spanien, Frankreich, Deutschland, Osteuropa, Balkan, Italien, Palästina, Türkei, Asien u. Afrika, die ganzseitige Karte Sizilien, die Textholzschnitte einen Sphärenglobus, das Schema der Planetenbahnen mit der Erde im Mittelpunkt sowie eine Erdkugel mit Winden. - Die sechs letzten Karten mit Wurmgängen im Bildbereich und kleinen Bildverlusten, mit transparentem Tape hinterlegt, ohne die 2 weissen Bll. am Schluss; leicht fingerfleckig. - II. VD16 T 875 - vgl. Hieronymus, GG 187 (Ausg. 1561). - Griechisch-lateinische Parallelausgabe, herausgegeben durch Jacob Härtlein. - Einige Unterstreichungen, wenige Marginalien sowie Besitzvermerk von alter Hand. - CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 214 HORAE B.M.V. - [Heures a l'usage de Romme, en Latin, & en François]. 2 Teile in 1 Band. Druck in Rot und Schwarz, durchgehend mit allego- rischen Metallschnitt-Bordüren und einigen Textholzschnitten sowie Druckermarke am Schluss. Paris, Nicolas du Chemin, 1570. 8°. [43], 114, [98] Bll. Schöner rest. Renaissance-Ein- band: geglättetes Kalbsleder d. Z. mit reicher ornamentaler Rücken- und Deckelvergoldung, Deckel mit Arabesken-Mittelstück, Goldschnitt (unter Verwendung der alten Decken; Kanten berieben, gebräunt und etwas fleckig). Bohatta 1282 - nicht bei Lacombe. - Es fehlt das Titelblatt. - Sehr seltenes gedrucktes Stun- denbuch. Über KVK nur 2 Exemplare weltweit in Bibliotheken nachweisbar (Mills College, Oakland/USA und Plantin-Museum Antwer- pen). - Vorsätze erneuert, vorne leicht gebräunt (ansonsten nur im Schnitt), etwas angestaubt, erste und letzte Blatt unfrisch, gelegentlich leicht fleckig, stellenweise fachmännisch ausgeführte Blattrestaurierungen (teilweise mit leichtem Text- bzw. Darstellungsverlust), letztes Drittel mit Wurmgang im weissen Rand (teils restauriert). Insgesamt aber sauber und in guter Erhaltung. - Provenienz: Wohl aus dem ehema- ligen Besitz des französischen Bibliographen und Bibliophilen Jérôme Pich (1812–1896) mit hs. Besitzvermerk auf losem Blatt - Schweizer Privatbesitz seit mehreren Generationen. CHF 700 / 1 000 (€ 710 / 1 020) 213
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    | 63 215 INKUNABELN -Angelus de Clavasio. Summa angelica de casibus conscientiae. Mit grosser Schmuckinitiale in punziertem Blattgold und Farben und zahlreichen eingemalten Lombar- den in Rot und Blau. Nürnberg, Anton Koberger, 10. Februar 1492. 32,5 × 22,4 cm. [1] w. Bl., 310 Bll., [1] w. Bl. Gotische Tpye. 2 Spalten, 61 Zeilen. Lederband d. Z. (aus der Koberger-Werkstatt) über Holzdeckeln mit spätgotischer Blindprä- gung: Rahmenaufbau aus Streicheisenlinien, Felder gefüllt mit verschiedenen Einzelstempeln sowie vergoldetem Deckeltitel "S. Angelica". Mit 7 (von 8) Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken (Schliessen entfernt, dezente Restaurierungs- spuren). GW 01933 - Hain/C. 5395 - Goff A-722 - Pelle- chet 3821 - BSB-Ink A-531. Pr 2071 - Madsen 200 - Oates 1020. 1021 - Ohly-Sack 163 - ISTC ia00722000. - Zweite Koberger-Ausgabe des beliebten Erbauungsbuches (erstmals 1488). - Hauptwerk des Minoriten Angelus de Clavasio (1411-95), der u.a. als Kommissar bei den Türkenkreuzzügen aktiv war. Es handelt sich um eine praktische Anweisung für Beichtväter, die seit dem späten 15. Jahrhundert zahlreiche Auflagen erlebte. Während der Reformation geriet sie ins Visier Luthers, der sie 1520 in Wittenberg als "mehr als teuflisch" (summa plus quam diabolica) verbrennen liess. - Die beiden ersten Blatt mit kl. Wurmspuren im weissen Oberrand, stellenweise schwache Feucht- oder Fingerflecken. Das letzte weisse Blatt verso sowie der hintere Innendeckel mit Marginalien von alter Hand. CHF 3 000 / 5 000 (€ 3 060 / 5 100) 216 - Aquin, Thomas von. Summa de veritate. Köln, Heinrich Quentell, 7.3.1499. Gr.-4°. [1], CLXXVII, [2] Bll. (A–Z6, Aa–Gg6). Neuer Halbleder-Ein- band. Hain 1421 - Cop. 564 (?) - BMC I, 289 - Pr. 1353B - Goff T 181 - BSB-Ink T 247 - Panzer I, 320, 326 - Pell. 1021 - Polain 3763 - Voull., Bln. 987 u. Köln 1160 - nicht bei Oates. - Vorsätze erneuert. Gelegentlich schwach feuchtrandig und stockfleckig, Titel etwas unfrisch, erste 2 und letztes Blatt jeweils mit hinterlegtem Einriss (ca. 3 cm, ausserhalb des Textes). - Wenige Marginalien und Anstreichungen von alter Hand. Alte hs. Notiz auf Titel. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 214 215 214 215
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    | 64 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 217 - Colonna, Francesco. Hypnerotomachia Poliphili. Mit 172 (11 ganzseitigen) Holzschnitten (Benedetto Bordon zugeschrieben) und 39 Holzschnitt-Initi- alen. Venedig, Aldus Manutius [für Leonardus Crassus], 1499. Folio (31,7 × 22,2 cm). [234] Bll. Lederband des 18. Jahrhunderts mit goldgepr. Rücken- schild und reicher Rückenvergoldung (Gelenke angeplatzt, Kanten beschabt, Sign.-Märkchen am Rücken). Eingelegt in grüne Maroquin-Kassette um 1900 mit goldgepr. Rückentitel und Eckfleurons (Rücken aufgehellt). GW 7223 - Hain/C. 5501 - Goff C 767 - Sander 2056 - Essling 1198 - Renouard 21.5 - ISTC ic00767000 - Aldinen-Slg. Berlin 49 und 50 - N. Harris, Nine reset sheets in the Aldine Hypnerotomachia Poliphili, in: Gutenberg-Jahrbuch 2006, S. 245-275. - Erste Ausgabe im ersten Druckzustand, mit den bei Harris beschriebenen Merkmalen der neun fraglichen Blätter im Originalsatz. Der bei den allermeisten Exemplaren retuschierte Priapus-Holzschnitt liegt unzensiert vor. - Das ebenso berühmte wie rätselhafte Werk gilt bis heute als schönstes illustriertes Buch der Renaissance und als buchkünst- lerische Ideallösung für die harmonische Kombination von Text und Bild. Sein nicht eben eingängiger Titel, der soviel bedeutet wie „Traumliebesstreit des Poliphilos“, verweist bereits auf ein höchst artifizielles, der Wirklichkeit entrücktes Geschehen. Tatsächlich schildert es den Traum des seine Geliebte suchenden Poliphilo als arkadische Wanderung, auf der der Held unter anderem zu verzauberten Wäldern, Grotten, Ruinen, einer Pyramide und einem Amphitheater gelangt. Er begegnet dabei verschiedenen Fabelwesen, Allegorien und Göttern und gibt seinem Verfasser Gelegenheit, ausführliche architektonische Beschreibungen, Metaphern und philosophische Rätsel auszubreiten. Dieser Verfasser blieb lange Zeit unbekannt, erst im 18. Jahrhundert bemerkte man, dass die 38 Anfangsinitialen der einzelnen Abschnitte ein Akrostichon bilden: „Poliam Frater Franciscus Columna Peramavit“ - Bruder Franciscus Columna hat Polia sehr geliebt. - Die Identifizierung Colonnas als Autor brachte jedoch ein neues Problem hervor: Es kommen zwei Autoren dieses Namens in Frage. Zum einen ein Dominikaner aus Venedig, zum anderen ein Adliger aus Palestrina bei Rom. Bis heute ist die Urheberschaft des Werkes nicht zweifelsfrei geklärt. Die Holzschnitte des Werkes, die in ihrer streng linearen Gestaltung ungemein modern wirken, werden Benedetto Bordon zugeschrieben. - Sprach- und Druckgeschichtlich bedeutend ist das Buch, weil es in einer ungewöhnlichen Mischung aus Latein, latinisiertem Italienisch, neu erfundenen Latinismen und dem römischen Italienisch des 15. Jahrhunderts geschrieben ist. Daneben gibt es aber auch Passagen in Hebräisch, Arabisch und Griechisch, ferner ägyptische Hieroglyphen ebenso wie mathematische Anmerkungen, geometrische und architektonische Konstruktionspläne u.a.m. - Anfangs gering fingerfleckig, die ersten ca. 50 Blatt mit kleinen, zumeist kaum merklichen Wurmspuren und minimalem Buchstabenverlust. Durchgehender Feuchtfleck im Oberrand, anfangs stärker und bis in den Schriftspiegel reichend, dann schmaler werdend und im weissen Oberrand verlaufend. Zwei Seiten mit alten Tintenflecken, ein ganzseitiger Holzschnitt mit durchgestrichener Marginalie von alter Hand im Oberrand. Zwei weitere Holzschnitte von alter Hand in brauner Tinte ergänzt. - Provenienz: Exlibris des Schweizer Bibliophilen Paul Schle- singer (1897-1977) von J. F. Junod auf Vorsatz. - Seither Schweizer Familienbesitz.. CHF 50 000 / 80 000 (€ 51 020 / 81 630)
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    | 66 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 218 INKUNABELN - Antonius Florentinus. Prima pars summe fratris Anthonini de flo- rentia: ordinis predicatorum Archiep[iscop]i florentini. Mit einigen blau und rot ein- gemalten Initialen. Venedig, Nicolaus Jenson, 15. Dezember 1479. Folio. [254] Bll., Rot eingefärbter Pergamentband des 18. Jhs. auf fünf Bünden, Rücken und Deckel mit schwarzgepr. Bordüren und Fleurons, Goldschnitt mit dekorativer Punzierung, transparenter Schutzumschlag (Rücken und Goldschnitt minimal aufgehellt, Ecken und Kanten berieben, vereinzelte Kratzspuren und ein kleines Loch). GW 2185 - Hain/C. 1243 - BMC V, 179 - Goff A 872. - Einer von vier unabhängig erschienenen Teilen der "Summa theologiae moralis", des Hauptwerks von Antonio de Forciglioni; von Papst Eugen IV. zum Erzbischof von Florenz ernannt, war ein en- ger Vertrauter von Cosimo de Medici. Mit dem Vorwort des Franciscus Moneliensis. - Breitrandiges Exemplar, die ersten 30 S. am rechten Rand minimal feuchtfleckig (ausserhalb des Textes), vereinzelt etwas stockfleckig und kleine Wurmspuren. - Fliegender Vorsatz mit handschriftl. Besitzvermerk 1800, Innendeckel modernes Holzschnitt-Exlibris "A. W. Barten". CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 219 - Gratianus. Decretum cum apparatu Bartholomaei Brixiensis. [Mit der Glossa ordinaria von Johannes Teutonicus in der Bearbeitung von Bartholomaeus Brixien- sis]. Basel, Michael Wenssler, 1. September 1486. Gr.-Folio. [381] Bll. Zweispaltiger Druck, Text von Kommentar umgeben. 70 bzw. 76 Zeilen. Got. Type, Druck in Rot und Schwarz. Einige Initialspatien. Unter Verwendung der alten Bezüge sauber re- staurierter Lederband über Holzdeckeln. Beide Deckelbezüge in blindgepr. Rauten geteilt, die Felder mit floralen Stempeln gefüllt (Original-Rückenbezug fragmenta- risch, Deckelbezüge stärker beschabt, Schliessen fehlen). GW 11371 - Hain/C. H 7903 - Van der Haegen 5.50 - Kaufmann/Nabholz 220 - Goff G 377 - BSB-Ink G 271 - Pellechet 5324 - Ohly-Sack 1258 - ISTC ig00377000. - Monumentale Inkunabel aus der berühmten Basler Offizin von Michael Wenssler, seitengetreuer Nachdruck der Ausgaben 1481 und 1482. - Das vorliegende, um 1140 entstandene Sammelwerk zum Kirchenrecht war das Hauptwerk des in Bologna lebenden und als Vater der Kanonistik geltenden Kamaldulensermönchs Gratian und bildete den ersten Teil des Corpus juris canonici. - Vollständig mit dem ersten weissen Blatt. - Teils gebräunt, etwas feuchtfleckig in den Rändern, wenige Blatt stärker feuchtfleckig, einige kleinere Randdefekte durch entfernte Blatt- weiser, vereinzelte Marginalien von alter Hand. Beide Innendeckel mit montierten Pergament-Handschriften, offenbar Einbandfunden im Zuge der Restaurierung. - Provenienz: Schweizer Privatbesitz, durch Erbschaft an den jetzigen Eigentümer. CHF 3 000 / 5 000 (€ 3 060 / 5 100) 218 220 219
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    | 67 220 - GregoriusIX. Papa (Ugolino di Segni). Decre- tales cum glossa. Mit rot eingedruckten und blau eingemalten Initialen. Mit rot gedruckter Druckermarke auf dem letzten Blatt. Venedig, Thomas de Blavis de Alexandria, 22. Dezember 1486. Gr.-4°. [420] Bll. Restaurierter zeitge- nössischer Kalbslederband mit Spuren von alten Stempeln, mit zwei seitlichen und zwei weiteren Messingschliessen oben und unten, sowie transparentem Schutzumschlag (Rücken erneuert, Ecken stärker bestossen, Deckelbe- zug etwas kratzspurig und mit Bereibungen, vereinzelt wurmspurig). GW 11476 - Hain/C. 8021 - Goff G 463 - BMC V, 318 - BSB Ink. G 349. - Eine der mehr als 30 Inkunabelausgaben der Decretalen Papst Gregors IX. Gregor galt als wichtigerer Förderer des Hl. Dominikus und des Hl. Franz von Assisi, 1231 etablierte er die Pariser Universität als eigenständige Institution. - Durchgehend minimal feuchtrandig, vereinzelt wurmspurig. Einige Textstellen ausgestrichen, ansonsten in guter Erhaltung. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 221 - Rolewinck, Werner. [Fasciculus Temporum, niederdeutsch]. Mit einer (statt 2) breiten flora- len Holzschnittbordüre, 23 (statt 35) teils wiederholten Textholzschnit- ten und 209 (statt 249) kleinen Wappenholz- schnitten in zeitgenössischem Kolorit, sowie hunderte runde Namensmedaillons. Zudem mit einer über 15 Zeilen gehenden Holzschnitt-Ini- tiale auf dem ersten Blatt. Utrecht, Jan Veldener, 1480. Folio. [6] n.n. Bll., [309] statt 332 Bll. Moderner blindgepr. Kalbslederband über Holz- deckeln mit modernen Messingschliessen und Beschlägen (minimal kratzspurig und berieben, die obere Schliesse lädiert, unteres Gelenk angeplatzt). GW M38760 - Hain/C. 9646 - Goff R 278 - BMC IV, 12 - BSB R-256 - Polain (B) 3379 - Schreiber 5122a. - Erste niederdeutsche Ausgabe der synoptischen Weltchronik des Kölner Kartäu- sermönchs. Seine wichtigsten Werke sind der Fasciculus temporum und De laude antiquae Saxoniae nunc Westfaliae dictae. Der Fasciculus temporum ist eine Universalge- schichte in übersichtlicher Form, die zwar zu sei- ner Zeit keine herausragende wissenschaftliche Leistung war, aber eine ungeheure Verbreitung fand. Die vorliegende Ausgabe enthält eine Chronik der Herzöge von Brabant und Holland, sowie der Könige von Frankreich und England. - Durchgehend braun- und etwas feuchtfleckig. Einige Blätter im Falz auf Papierstreifen geklebt, erste 6 Bll. mit minimalen Randeinrissen, Holz- schnittbordüre auf dem ersten Blatt beschnit- ten. - Modernes Holzschnitt-Exlibris auf Spiegel "A. W. Barten". CHF 8 000 / 12 000 (€ 8 160 / 12 240) 221 221
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    | 68 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 222 - Schedel, Hartmann. Liber chronicarum cum figuris et imaginibus. Mit kalligraphischem Holzschnitt-Titelblatt, 2 doppelblattgr. kol. Holzschnittkarten, über 1800 teilw. kolorierten Textholzschnitten von Michael Wohlgemuth und Hans Pleydenwurff, sowie 29 doppelblattgr. Stadtansichten. Nürnberg, Anton Koberger, 12. Juli 1493. Folio. [20] Bll., CCLXVI, [5] Bll., CCLXVIII-CCXCIX, [1] Bl. Moderner Lederband mit goldgepr. Rückentitel (gering berieben, etwas kratzspurig). GW M40784 - Hain/C. 14508 - BMC, II 437 - München BSB Inkunabelkatalog, S. 195 - Goff 307 - Schreiber 5203. - Erste Ausgabe dieser gross angeleg- ten Chronik, die zugleich das am reichsten illustrierte Buch des 15. Jahrhunderts darstellt. Vollständiges Exemplar. Die vorliegende lateinische Ausgabe entstand ca. ein halbes Jahr vor der deutschen Erstausgabe, die Holzschnitte zeigen sich daher in besseren Abdrucken. Das umfassende Werk beinhal- tet Karten und Illustrationen von Trier, Marseille, Verona, Ferrara, Hessen, Paris, Frankreich, England, Spanien, Venedig, Jerusalem, Wien, Ulm, München u.a. sowie den berühmten Totentanz. Der Text vom Nürnberger Hartmann Schedel unter Verwendung von Jacobus Philippus de Bergamos "Supple- mentum chronicarum" für die biblische und antike Geschichte und der "Historia bohemica" von Pius II für die aktuelle Geschichte. Zudem lässt sich nicht gänzlich ausschliessen, dass Dürer, der im Atelier von Wohlgemuth und Pleydenwurff damals als 20-jähriger Schüler tätig war, an der Entstehung der prächtigen Illustrationsfolge beteiligt gewesen war. - Mit teils kolorierten Initialen in Blau und Rot, 64 Zeilen (teils abweichend), manchmal zweispaltig gedruckt, durchgehend in Rot und Blau rubriziert. - Sorgfältig gewaschenes Exemplar, die Lagenzählung am Fuss der Blätter handschriftlich mit Tinte. Blätter CXXVIII bis CXXXIX am rechten Seitenrand stärker stockfleckig, CLXXII bis CLXXVI links etwas fleckig. CXCV bis CXCVII unten mittig etwas stock- fleckig. CCLVIII hinterlegter minimaler Riss, CCXCVII-CCXCVIII rechts unten minimal feuchtrandig. Die Holzschnitte äusserst frisch und wohlerhalten. - Blindstempel auf fliegendem Vorsatz "A. GIL ... Madrid". CHF 25 000 / 40 000 (€ 25 510 / 40 820)
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    | 70 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 223 INKUNABELN - Turrecremata, Johannes de. Questiones Evangeliorum de Tempore et de Sanctis. [VORGEBUNDEN:] Nicolaus de Byard: Flos theologiae. [Basel, J. Amerbach, nicht nach 28.09.1481]. Folio. [345 (statt 350)] Bll. Zwei- spaltiger Druck, 47 Zeilen, got. Type. Blindgepr. Schweinslederband um 1700 mit rot einge- färbten Deckeln und goldgepr. Deckel-Vignette sowie 2 intakten Schliessen (berieben, etwas fleckig). GW M48236 - Hain/C. 15714 - Goff T 553 - BMC III, 747 - BSB-Ink T-568 - Pellechet 11270 - Kaufmann-Nabholz 388 - ISTC it00553000. - Es fehlen das erste und das letzte Blatt. - Provenienz: Hs. Besitzvermerke des Klosters St. Urban (Kanton Luzern). CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 224 - Valerius Maximus. [Facta et Dicta memora- bilia]. Valerii maximi factorvm ac dictorum memoralium liber ad Tiberium Caesarem. Das erste Textblatt mit einer grösseren Gold-Initiale mit ausschlagender Bordüre in Rot, Grün und Blau, am Fuss das Wappenschild der Mailänder Visconti. Mit Rot und Blau eingemalten Initialen. Venedig, Johannes de Colonia und Johannes Mathen de Gherretshem, 1474. Gr.-4°. [163] Bll. Roter Maroquinband des 19. Jhs. auf fünf Bünden mit goldgepr. Rückentitel, blindgepr. De- ckelfileten, ornamentalen goldgepr. Eckstücken, den goldgepr. Wappensupralibros des Marquis de Seillière, doppelten Stehkantenfileten, breiten Innenkantenbordüren, Goldschnitt über Schnittmarmorierung, in Leinenchemise und Schuber mit goldgepr. Lederrücken (minimal berieben). Hain/C. 15776 - Goff V 26 - BMC V, 230 - Proctor 44290. - Zweite Venezianer-Ausgabe nach der von Wendelin von Speyer gedruckten Ausgabe von 1471. Sammlung von denkwürdi- gen Taten und Aussprüchen, gewidmet Kaiser Tiberius. Valerius kompiliert sein Material aus den Schriften von Nepos, Hyginus, Pomponius Rufus, Cicero, Varro und Livius und veröffent- licht dieses in neuen Büchern. Die Textüberlie- ferung beruht auf zwei Manuskripten des 9. Jhs., einem Berner und Florentiner Codex. - Breitran- dig, vereinzelte minimale Schmutzflecken in den Rändern. - Aus der Sammlung des Marquis de Seillière, mit dessen Wappensupralibros auf den Deckeln; Exlibris John Saks auf Vorsatzblatt. CHF 16 000 / 24 000 (€ 16 330 / 24 490) 223 224
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    | 72 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 225 Livius, Titius. Römische Historien mit etlichen newen translation, so kurtz verschienen jaren im hohen thum Styfft zu Mentz im latein, erfunden, und vorhyn niut mer gesehn. Davon such im endt des Registers. Mit 4 gest. Titelbordüren, 1 Textbordüre, 246 (davon 20 ganzs.) Holz- schnitten (teils in Wdh.), 1 Druckermarke und zahlreichen Initialen. Mainz, Johann Schoeffer, 1523. 4°. [2] Bll., CCCCXX (recte 438), [13] Bll. Blindgeprägter Schweinslederband mit Strei- cheisenverzierungen und Rollbandornamentik, 2 Schliessen (fehlen bzw. 1 lediglich fragmen- tarisch erhalten; gebräunt, berieben und etwas bestossen, kl. Fehlstellen im Bezug). VD16 L 2105 - Adams L 1358 - Schweiger II, 45 - Schoeller 249 - Goedeke I, 446, 14d. - Erste Ausgabe. - Vollständiger Text mit den 2 Büchern der 4. Decade, die kurz vorher entdeckt wurden. - Vorderes Innengelenk angeplatzt, erste Blatt minimal angelockert, in den Rändern gebräunt, etwas stockfleckig, teils leicht feuchtrandig und tinten- und fingerfleckig, fast durchgehend kleiner Wurmgang mit leichtem Textverlust, einige Blatt mit Papierausbruch aufgrund von Feuchtschaden (mit Text- und Illustrationsver- lust; insbesondere die Bll. CLI–CLXIX), erste Blatt angerändert und etwas knittrig, vereinzelte Blatt mit leichtem Randeinriss, letzte Blatt lose. Insgesamt dennoch gut erhalten. - Alte handschriftliche Besitzvermerke auf dem Titel und Spiegel. Erste Blatt mit Anstreichungen, Fol. CCCLVI mit alter hs. Marginalie. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 226 MISSALE - Missale dominorum Teutonicorum. Der Textanfang mit einer gold hinterlegten Initiale in Blau, Grün und Rot, zahlreichen kol. Initialen, der Text in Rot und Schwarz gedruckt. Nürnberg, Georg Stuchs, [um 1499]. 2°. [15] n.n. Bll., CCLVII Bll. Blindgepr. Lederband des späten 19. Jhs. mit goldgepr. Rückentitel, blindgepr. Rü- ckenornamentik, vergold. Messingbeschlägen, zwei intakten Messingschliessen, Goldschnitt (hinterer Messingbeschlag etwas lose, Gold- schnitt etwas aufgehellt). GW M24184 - Weale-Bohatta 1936 - Schramm XVIII Abb. 615. 626 - Baumann: Stuchs 96 - IBP 3800 - IGI 6653 - VB 1914 - BSB-Ink M-428 - Pr 2283 - BMC II, 472 - IC 8117 - Bod-inc M-249. - Eines von nur rund 32 Exemplaren der vom deutschen Orden herausgegebenen Missalen, Stuchs war unter anderem auch als Buchhändler, Notendrucker und Musikverleger in Nürnberg tätig. - Durchgehend kaum merklich gebräunt und vereinzelt fleckig. CXXX, CXXXIII, CXXXIIII mit hinterlegten Fehlstellen, CXXXV mit hinterlegter Fehlstelle und minimalem Textver- lust. CXXXVI bis CXL Fehlstellen hinterlegt (teils Textverlust).CLV mit einer minimalen Fehlstelle, CLX hinterlegte Fehlstelle, CLXXII Fehlstelle mit minimalem Textverlust unten, CLXXXIX mini- maler Einriss unten mittig, CXCVII Ecke unten rechts mit Fehlstelle. CCLVII mit handschriftl. Vermerk recto. CHF 4 000 / 6 000 (€ 4 080 / 6 120) 227 More, Thomas. The workes of Sir Thomas More Knyght. Holzschnitt-Titelblatt mit architek- tonischer Bordüre, Widmung, sowie einigen grösseren Initialen auf Schrotgrund. London, John Cawood, John Waly und Richard Tottell, 1557. Gr.-4°. [15] Bll., 1138 S., [1] Bl., S. 1139- 1458. Moderner weinroter Maroquinband mit goldgepr. Rückentitel und dekorativer Rücken- und Deckelvergoldung, Steh- und Innenkanten- vergoldung, Goldschnitt, sowie transparentem Schutzumschlag (minimal kratzspurig). Gibson 73 - Pforzheimer 743 - BM STC 18076. - Erste Sammelausgabe der englischen Schriften von Sir Thomas More, von seinem Neffen herausgegeben, welcher nach der Enthauptung Mores in den Besitz der meisten Manuskripte seines Onkels kam und diese vor der Konfis- kation durch König Heinrich VIII. und damit vor der Vernichtung retten konnte. - Bis auf die drei weissen Bll. am Schluss vollständig. Vereinzelte Hinterlegungen am rechten Seitenrand (ohne Textverlust). Minimal wurmspurig in den ersten Blättern. - Blindgepr. Sammlungsstempel auf dem Titelblatt sowie verso mit der gestempel- ten Nummer: 131369. CHF 12 000 / 18 000 (€ 12 240 / 18 370) 226 227
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    | 73 228 Münster, Sebastian.Cosmographey: das ist, Beschreibung Aller Länder, Herrschafften und fürnemesten Stetten des gantzen Erdbodens, sampt ihren Gelegenheiten, Eygenschaff- ten, Religion, Gebräuchen, Geschichten und Handtierungen. Mit Holzschnitt-Portrait auf Titel, Holzschnitt-Druckermarke am Schluss, 26 doppelblattgrossen Vortextkarten und über 1200 teils ganzseitigen und doppelblgr. sowie 2 grossen gefalt. Panoramaansichten, Karten und Plänen. Basel, S. Henricpetri, 1598. Folio. [6] Bll., [52] Bll. (Karten), [8] Bll. (Register), 1461 S., [1] Bl. (Druckermarke). Restaurierter Lederband unter Verwendung alter, blindgepr. Schweinsleder-De- cken über Holz (Rücken, Ecken und Schliessen mit braunem Leder erneuert; die alten Bezüge fleckig und beschabt). VD16 M 6706 - Burmeister 83 - Sabin 51395. – Erweiterte, 18. deutsche Ausgabe von Sebastian Münsters (1488-1552) berühmter Kosmographie, die erstmals 1544 erschien. - "Eines der grossen Sammelwerke, welche die geschichtlichen Wissensmengen verbreiteten und durch eine leidlich behende Sprache - mehr noch durch Holzschnittbilder - den wissens- und nutzbegierigen Massen von den Fürsten bis zu den Handwerkern die erweiterte Welt der Entdeckungsjahrhunderte zugänglicher machten (...). Es bildet der Gattung nach einen Übergang von den geschlossenen mittelal- terlichen Enzyklopädien eines Vincenz von Beauvais oder Brunetto Latini, deren letzte (...) die Schedel'sche Weltchronik ist, zu den 'kuriösen Relationen' eines Eberhard Werner Happel (...) Auf wie vielen Rinnsalen, mit und ohne Namensnennung, Münster das Allge- meinwesen der beiden nächsten Jahrhunderte erreicht, befruchtet oder belastet hat, ist noch nicht untersucht." (Friedrich Gundolf, Anfänge deutscher Geschichtsschreibung, S. 39). - Seine weite Verbreitung fand das Werk des Basler Hebraisten und Geographen vor allem wegen seiner Stadtansichten. Hatte die erste Ausgabe von 1544 lediglich 6 wirklichkeitsnahe Ansich- ten - neben den obligatorischen Pilgerzielen Rom und Jerusalem auch die Heimatstädte des Verfassers, Ingelheim und Basel, enthal- ten, nahm ihre Zahl mit jeder weiteren Auflage zu. Die Cosmographia avancierte damit zum Prototypen der "Städtebücher" und leitete eine Entwicklung der Stadtdarstellung ein, die ihren Höhepunkt schliesslich bei Merian erreichen sollte. - Innengelenke verstärkt, gleichmäs- sig gering gebräunt und stellenweise leicht finger- bzw. feuchtfleckig in den Rändern. Die gefalteten Panoramen von Heidelberg und Wien etwas knitterspurig und mit sauber hinterleg- ten Falz- bzw. Randeinrissen. Insgesamt gutes Exemplar. - Provenienz: Druckvermerk mit hs. Besitzeintrag eines Wilhelm Beide aus Hameln von 1655. Weitere Vermerke von alter Hand auf Titel und (montiert) auf Innendeckel. - Exlibris des Basler Verlegers Rudolf Schwabe (1883- 1976) von Niklaus Stöcklin. CHF 4 000 / 6 000 (€ 4 080 / 6 120) 229 Natali, Hieronymus. Evangelicae historiae imagines ex ordine Evangeliorum. Mit gest. Titel, gest. Kopfvign., 1 Schlussvign. und 153 Kupfer- stich-Tafeln von J. und A. Collaert, C. de Mallerii, A., J. und H. Wierix nach B. Passeri und M. de Vos. Antwerpen, 1593. 4°. [4] Bll., Tafeln. Rest. Ganzleder d. Z. mit goldgeprägten Arabesken auf Rücken und Deckeln (unter Verwendung des alten Bezuges Rücken und Ecken erneuert; leicht bestossen, etwas beschabt). Adams N 56 - de Backer/S. V, 1518 - Funck 196: ."Magnifique suite de gravures. - C'est le monument de la gravure flamande de la fin du XVIe siècle" - Brunet IV, 18. - Erste Ausgabe der schönen Kupferstichfolge. - Zumeist in den Rändern gebräunt und stockfleckig (hinten etwas stärker), an der unteren Eckel teils etwas abgegriffen, vorne im Bug feuchtfleckig, Titelei mit fachmännisch restaurierten Randeinrissen, Titel und letztes Nachsatzblatt im Zuge der Restaurierung im Bug fachmännisch verstärkt bzw. neu aufgezogen, die Tafel 132 mit unschön hinterlegtem Einriss (ca. 10 cm, Tafel affek- tiert). - Alte hs. Besitzvermerke, gestempeltes und mont. Exlibris "De Perolles de Reynold" auf Vorsatz, Titel und Vorrede. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 228
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    | 74 Bücher |Alte Drucke & Bibeln 230 Niger, Franciscus. Gramatica. 2 Teile in 1 Band. Mit 2 Holzschnitt-Titelvignetten (in Wdh.) Basel, Jakob (Wolff) aus Pforzheim, April, 1512. XCIIII, [9], CVII, [8] Bll. Schweinsleder d. Z. über Holzde- ckeln auf 3 Bünden, mit floraler Rollband-Orna- mentik und Streicheisenverzierungen, spät. hs. Rückenschild und Bibliotheks-Etikett, 2 neuen, intakten Messing-Schliessen (Rücken erneuert; wurmstichig, gebräunt, berieben). VD16 ZV 11734 (nur 1. Teil). - Stark wurmsti- chig, fast durchgehend (mit Textverlust), leicht gebräunt, stellenweise fingerfleckig, teils stärker feuchtrandig, Vorsätze etwas leim- schattig und feucht. In der Buchmitte im Bug angeplatzt, Buchblock angelockert. - Alter hs. Besitzvermerke auf Vorsätzen und Titel hier dat. 1619. - Stellenweise ein paar Anstreichungen in Rot. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 231 Otto von Passau. Der güldine Thron: ein christlicher Ratschlag... Mit zahlreichen Holz- schnitt-Vignetten und -Initialen. Ingolstadt, Wolfgang Eder, 1596. 8°. [11] Bll., 745 S., [8] Bll. Lederband d. Z. über Holzdeckeln mit blindgepr. Vorder- und Rückdeckeln, Wappen-Supralibros, handschriftl. mont. Rückentitel, zwei teils feh- lenden Messingschliessen (stärker berieben und kratzspurig, Rücken mit Fehlstellen). VD16 O 1445. - Vereinzelt etwas feuchtfleckig und wurmspurig, stellenweise Stockfleckchen. - Hs. Besitzvermerk unleserlich auf Spiegel, modernes Exlibris, entfernt. Letztes Blatt verso, unbekannter Stempel. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 232 Stumpf, Johannes. Keyser Heinrychs des vierd- ten Hertzogen zu Francken und am Rhyn etc. fünnfzigjärige Historia. Mit Druckermarke und 104 Textholzschnitten. Zürich, Ch. Froschauer, 1556. Folio. [10], CXXXVII Bll. Neuer Lederband unter Verwendung alter Holzdeckel mit blind- gepr. Schweinsleder-Bezügen und defekten Messingschliessen (Spangen entfernt, Bezüge fleckig und berieben). VD16 S 9869 - Vischer C 524 - Rudolphi 472 - Leemann-van Elck, Froschauer, S. 122 u. Abb. 73 - Lebensbeschreibung Kaiser Heinrichs IV. aus der Feder des Schweizer Historikers Johann Stumpff (1500-n. 1574). - Die Holzschnitte zei- gen Portraits, Ratsversammlungen, Schlachten u. andere histor. Szenen. Sie wurden aus der grossen Chronik von Stumpf (von 1548) ent- nommen, einzig ein Holzschnitt von Jos. Murer kam hinzu (vgl. Leemann-van Elck, Zürcher. Buchillustr. 68). - Vorsätze erneuert, etwas fin- ger- bzw. feuchtfleckig, 5 Blatt mit alt ergänzten Seitenrändern (kl. Buchstabenverluste). CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 230 231
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    Buchmalerei und Manuskripte501 – 519 Autographen 520 – 577 Autographen, Buchmalerei & Manuskripte AUKTION Mittwoch, 21. September 2022, im Anschluss an die Buchauktion VORBESICHTIGUNG Freitag 16. bis Dienstag 20. September 2022, 10–18 Uh English descriptions upon request. Zusätzliche Abbildungen: www.kollerauktionen.ch Dr. Andreas Terwey Head of Department Tel. +41 44 445 63 44 terwey@kollerauktionen.ch Gabriel Müller, M.A. Tel. +41 44 445 63 40 books@kollerauktionen.ch Teresa Ranft, M.A. Tel. +41 44 445 63 41 books@kollerauktionen.ch
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    | 76 Buchmalerei 501 502 Buchmalerei| 501 ANTIPHONARIUM - "Oficio de Difuntos Tomo 17, Letra 9". (Deckeltitel). Lateinische Hand- schrift auf Pergament. Mit ganzseitigem Titel mit gezeichneter, figürlicher Bordüre, 3 grossen, farbigen Schmuckinitalen mit vegetabiler und figürl. Ornamentik (ca. 24 × 24 und 31 × 28 cm) sowie 151 (teils farbigen) Silhouetten-Initialen und zahlreichen kl. Initialen. 5–7 gr. Zeilen Noten. Textura und Quadratnoten in schwarzbrau- ner Tinte auf 5 roten Linien, Rubriken in Rot. Nord-Spanien, dat. 1704. Gr.-Folio (85 × 62 cm); Blattgrösse 79,5 × 55,5 cm; Schriftspiegel 68 × 48 cm. [117] Bll. Leder-Einband d. Z. über Holzdeckeln auf 5 Bünden, 21 Messing-Be- schlägen und 2 intakten Schliessen (Rücken angeplatzt, gebräunt, fleckig, berieben und bestossen, kl. Fehlstellen im Bezug). Barockes Antiphonar mit Totenoffizium aus einem Franziskanerkloster in Nordspanien. - Auf dem Titel und letzten Blatt wird der Schreiber "Josepho Garcia" genannt. - Spiegel fehlen. Gelegentliche Textverwischungen aufgrund Feuchtschaden (teils stärker), Bräunungsspu- ren, Tintenflecken, Randeinrisse (teils restau- riert), erste Blatt mit Ausrissen in der oberen Ecke, teils etwas wellig, fliegende Vorsätze leimfleckig. Insgesamt dennoch gut lesbare und gut erhaltene Handschrift. CHF 1 500 / 2 500 (€ 1 530 / 2 550) 502* HORAE B.M.V. - Stundenbuch. Lateinische Handschrift auf Pergament. Mit 5 grossen Mini- aturen mit floraler Bordüre, 6 Prachtinitialen mit Bordüre sowie zahlreiche kleine Initialen. Alles in Gold und Farben. Paris, um 1400. 18,5 × 13,5 cm (12,2 × 17,7 cm). [130] Bll., 16 Zeilen gotische Textura. Etwas spät. rest. Ganzleder (des 17. Jhs.) unter Verwendung des alten Bezuges mit reicher floraler Goldprägung auf Rücken und Deckeln, blindgeprägte Stehkanten (Deckel leicht verzogen, leicht berieben und bestossen, etwas fleckig). Schriftduktus, Dekoration, Text, Kalendarium und Stil der Miniaturen lassen keinen Zweifel an einer Datierung um 1400 und der Lokalisierung in Paris. Den zentralen Anhaltspunkt für diese Verortung liefert das von Heribert Tenschert 2011 angebotene Manuskript (vgl. Tenschert, Katalog 66, Nr. 1), ein Pariser Stundenbuch um 1390, das wiederum eng mit dem Stundenbuch in Baltimore, Walters Art Museum (Signatur W96) verwandt ist. Eberhard König schreibt diese Handschrift seinerzeit dem Meister von Walters W96 zu. Die Buchdekoration, die Miniaturen, der Hintergrund, die Bildstruktur, die Konzeption und der Gewand- und Figurenstil der vorliegenden Handschrift gehen eindeutig auf die Tenschert-Handschrift zurück, sind aber wohl etwas später zu datieren. Aus der Ausstattung des Manuskripts geht hervor, dass eine Unterscheidung der einzelnen ausführen- den Hände der Miniaturen notwendig ist und nun wieder auf breiterer Basis diskutiert werden muss. Mit Hilfe dieses neuen Materials kann die Frage nach der Autorschaft des Meisters von Walters W96, dem Eberhard König das Manu- skript zugeschrieben hat, neu diskutiert werden. Unser Manuskript ist etwas später als das Pari- ser Stundenbuch um 1390 zu datieren, jedoch ist der Buchmaler eng in Beziehung damit zu setzen: wahrscheinlich ist es derselbe Künstler oder ein direkter Schüler. Sicherlich waren zwei oder drei Hände an den Miniaturen dieser Hand- schrift beteiligt. Während ein Grossteil der Bilder Direktübertragungen des oben genannten Ma- nuskriptes sind, müssen wir für die Darstellung der Totenmesse auf das Umfeld des Bouci- caut-Meisters verweisen (Boucicaut-Werkstatt, Trauergottesdienst (Vesper), ca. 1415, London, Sammlung Zwemmer; Stundenbuch, fol. 147, ca. 1410, Brüssel, Bibl. königlich, MS. 10767, f. 106v (vgl. Meiss, Boucicaut-Meister, Abb. 138, 139)). Die dreizeiligen Dornenblattinitialen und die davon ausgehenden Bordürenornamen- te - mit Randverzierungen aus spiralförmigen Weinranken und Efeublättern - verweisen ge- nerell auf die Pariser Buchmalerei um 1400 (vgl. Pariser Stundenbuch, Köln, Slg. Renate König, Ars vivendi, ars moriendi Nr. 3). Wir danken Prof. Dr. Mark Mersiowsky für die Zuschreibung die- ses Manuskriptes. - Enthält folgende Miniaturen: Bl. 19r: Verkündigung. - 78r: Kreuzigung. - 84r: Herabsendung des Heiligen Geistes. - 89r: Totenoffizium. - 126r: Auferstehung.- Leicht gebräunt, stellenweise schwach fleckig (nur wenige Textverwischungen), vereinzelt leichte Bereibungen, und leicht knittrig bzw. gewellt, hinten im Bundsteg angeplatzt (Bindung ange- lockert). Insgesamt sehr saubere und sorfältig ausgeführte Handschrift. - Einige Annotationen von alter Hand, teils auf dazwischen gebunde- nen Bll. - Provenienz: Europäische Sammlung. CHF 40 000 / 60 000 (€ 40 820 / 61 220)
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    | 78 Buchmalerei | 503 TheSpanish Forger - Höfische Szene mit Ausstattung eines Ritters. Goldgehöhte und in Farben illuminierte Miniatur im Stil des 15. Jhs. auf Pergament. Wohl Frankreich, um 1900. Bild- mass 22 × 18 cm; Blattgrösse 23,5 × 19,5 cm. Vergoldeter Holzrahmen des 18. Jahrhunderts (37 × 33 cm; berieben, Goldabblätterungen). Literatur: - Voelkle, William. The Spanish Forger. New York, 1978. - Hindman, Sandra. Manuscript Illumination in the Modern Age. Evanston, 2001, S. 156–162. Das vorliegende Blatt ist wohl dem berühmtes- ten Fälscher der Buchkunst, dem sogenannten Spanish Forger zuzuschreiben, der im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine grosse Anzahl Miniaturen im mittelalterlichen Stil an- gefertigt hat. Er erhielt seinen Namen von einer Tafelmalerei, die einem spanischen Meister des 15. Jahrhunderts zugeschrieben worden war. Stellenweise Krakeleen, teils mit leichtem Farb- verlust (oben mittig etwas stärker), unten links kleine Fehlstellen im Pergament (ausserhalb der Darstellung), leicht gewellt. Provenienz: Schweizer Privatbesitz. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 504 ORIENTALIA - Abhandlung über Astrologie und Sehergabe in 2 Teilen. Persische Handschrift auf geglättetem Papier. Meistens 4, teils auch nur 2 Kolonnen in schwarzer und roter Tinte. Iran, wohl 19. Jahrhundert. 35,5 × 22,5 cm. [50] (davon 3 vakat) Bll. Rest. Ganzleder d. Z. mit blindgeprägter Mittelarabeske und Rollbandor- namentik (Fehlstellen im Bezug ergänzt; stark berieben und bestossen). Schlichtes Nasta'liq. Weder Kolophon, Titel noch sonst Hinweise zu Autor oder Datierung. Das Papier deutet auf eine Datierung ins 19. Jahrhundert. Der Text dreht sich um Astrologie und Wahrsagekunst ('ilm al-gafr; Textbeginn auf Blatt 2r und 28r). Der unbekannte Schrei- ber bezieht sich auf zwei gelehrte Männer, von denen er behauptet, viel gelernt zu haben und denen gegenüber er seine Bewunderung zum Ausdruck bringt. Einerseits spricht er von Mîr Bahâ'ad-Dîn Husain aus dem Dorfe Galâlî, zum anderen erzäht er von Sayyid Husain 'Alî Isfahânî aus der Stadt Laknahûr (=Lucknow) in Indien. - Etwas gebräunt, stellenweise stärker feuchtran- dig, teils leichte Tintenverwischungen und Fingerflecken, an der unteren Ecke abgegriffen, Buchblock mehrfach angeplatzt, einige Lagen angelockert, einige Blatt im Bug alt verstärkt. Einige Blatt mit kleinen Randeinrissen (teils alt ergänzt und verstärkert, vor allem in der unteren Ecke). Dennoch insgesamt sauber und gut lesbare Handschrift. - Auf Blatt 2v und 28r alte Besitzstempel (davon einer datiert 1301, [=ca. 1883/1884]), Vorsätze mit alten hs. Annotatio- nen (teils kyrillische Buchstaben). - Beiliegend: Gutachen von Marc-Edouard Enay, datiert 8. August 2003. CHF 700 / 1 000 (€ 710 / 1 020) 505 - Hafiz, Shams ad-Din Muhammad, persischer Dichter und Mystiker (1315-1390). Diwan [Gedichtsammlung in persischer Sprache]. Per- sische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit doppelblattgrossem farbig illuminierten Titelb- latt, durchgehender floraler Bordüre in Gold und Farbe, mehrfache und goldgehöhte Rahmen- leiste. 2 Spalten à jeweils 13 Zeilen in schwarzer Tinte. Iran, Ende des 18. Jahrhunderts. 15,5 × 9,5 cm. [218] Bll. Späteres Halbleder (um 1900; Kanten und Ecken berieben und bestossen, kl. Fehlstellen im Bezug). Sauberes und flüssiges Nasta'liq. - Die Hand- schrift ist nicht datiert und stammt vermutlich aus der frühen Qagaren-Zeit (gegen Ende des 18. Jahrhunderts). - Schöne Gedichtsammlung des berühmtesten persischen Lyrikers, kürzere, meist sieben- bis elfzeilige Liebesgedichte mit schöner durchgehender Ausstattung mit filigra- nen Blumenornamenten. - Gebräunt, gele- gentlich etwas fleckig, teils feuchtrandig, einige Textverwischungen, zumeist etwas unfrisch, dennoch gut lesbar. Zahlreiche Blatt fachmän- nisch alt hinterlegt und ergänzt (u. a. Titel). - Fol. 217r mit gelöschten Stempeln. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 503 504
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    | 79 506 - Jahreszeitenkalender.Arabische Handschrift auf Papier. 24 Zeilen in braunschwarzer und roter Tinte. Mauretanien, Ende 19. Jhs. Blattgrösse ca. 22,5 × 17,5 cm. [19] Bll. Lose in Leder-Beutel mit Lederintarsien in ornamentalem Muster (ca. 26 × 22 cm; berieben, teils angerissen, Fehlstel- len im Bezug). Maghribi Duktus. - Jahreszeitenkalender zum Thema Sonne und Gestirne. - Reihenfolge wohl nicht mehr korrekt. - Gebräunt, feuchtrandig, teils leichte Textverwischungen, etwas angerän- dert, letztes Blatt mit leichten Anrissen. - Beige- legt: Handschriftlicher Brief mit Inhaltserklärung eines Sidi/ Sidi Ali Amany auf Französisch. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 507 - Religiöses Traktat mit Gebetstexten. Arabi- sche Handschrift auf Papier teils mit interlinea- rer persischer Übersetzung. 19 Zeilen schwarze und rote Tinte. Isfahan, dat. Ramadan, 1107h [=1696]. [286] Bll. Späteres Leder mit jeweils 3 blindgeprägten Mittelarabesken und Eckfleu- rons (Feuchtschaden, Rücken angeplatzt, teils mit Fehlstellen im Bezug, Deckel verzogen und gewölbt, berieben und bestossen) Schlichtes Naskhi eines ungeübten Schrei- bers. Das Kolophon nennt Ort und Datierung. Die letzte Seite ist datiert 1199h. [=ca. 1784]. Die Handschrift ist mit Autograph kollatio- niert. - Möglicherweise fehlt zu Beginn ein Blatt. - Durchgehend starker Feuchtschaden mit zahlreichen Textverwischungen. Darüber hinaus feuchtrandig, gebräunt und angestaubt. Teils angerändert (vereinzelt angestückt, teils mit Textverlust) oder mit Blattausrissen, erste und letzte Blatt angefranst und teils angerissen, mittig einige Lagen angelockert, Innengelenke angeplatzt. Zu restaurieren. - Vorsätze und Spiegel mit zahlreichen hs. Annotationen. CHF 400 / 700 (€ 410 / 710) 508 - Rumi, Jalal al-Din, persischer Gelehrter und Dichter (1207–1273) Mathnawi. Teile 4-6 (von 6). Persische Handschrift auf geglättem Papier. Mit 3 goldgehöhten und farbig illuminierten Kapitelüberschriften mit reicher floraler Orna- mentik. Durchgehend goldener Leistenrahmen mit floraler Eckverzierung. 2-spaltiger Text à 14 Zeilen in schwarzer und roter Tinte. Iran, dat. 25. Muharram 1245h. [=24.7.1829]. 23 × 14 cm. [290] Bll. Läd. Ganzleder d. Z. (Kapitale fehlen, Feuchtschaden, berieben und bestos- sen, HDeckel mit grösserer Fehlstelle im Bezug (Nagefrass?)). Sorgfältiges aber nicht kalligraphisches Nasta'liq. - Unvollständiges Manuskript des Mathnawi von Jalal al-Din Rumi. Ein Hauptwerk der islamischen Mystik, komplett in sechs Teilen und etwa insgesamt 30000 Doppelver- se umfassend. Vorliegend nur der zweite von zwei Bänden. - Datierung und Kopist Ahmad Shah Qadiri im Kolophon genannt. - Buchblock angeplatzt, zahlreiche lose Lagen, gebräunt und feuchtrandig, stellenweise leichte Fingerflecken und Tintenverwischungen, vereinzelte Blatt etwas angerändert (vorne und hinten stärker, hier teils mit grösseren Einrissen). - Mehrfach gestempelt. CHF 1 000 / 1 500 (€ 1 020 / 1 530) 508
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    | 80 Buchmalerei | 509 ORIENTALIA- Traktat zu Prophetologie und Heilsgeschichte aus Kontext des Sufismus in 2 Teilen. Persische Handschrift auf geglättetem Papier. Mit 2 goldgehöhten und farbig illuminier- ten Blättern. 23 Zeilen in schwarzer und roter Tinte. Iran, wohl 18. Jahrhundert. 35,5 × 23,5 cm. [204] Bll. Rest. Lederband d. Z. mit 3 blind- geprägten Mittelarabesken (Rücken erneuert; berieben und bestossen, Deckel leicht verzo- gen, Blindprägung nur noch leicht erkennbar). Sauberes und geübtes Nasta'liq. Autor, Titel und Datierung konnten nicht eruiert werden. Die Datierung erfolgt aufgrund des orientalischen Papiers und Duktus. - Der Text beginnt mit der Schöpfung Gott schuf als Erstes Mum- mads Licht. Wohl unvollständiges Manuskript, zum Schluss wird auf einen 3. Teil verwiesen. - Gebräunt, stellenweise leicht braun- und fingerfleckig, hinten etwas feuchtrandig, nur gelegentlich leichte Textverwischungen, 2. Kapitelüberschrift aufgezogen, erste und letztes Blatt etwas angerändert (letztes Blatt in den Rändern verstärkt), Innengelenke und vorne im Bundsteg angeplatzt, einige Lagen angelockert. Insgesamt dennoch saubere und gut lesbare Handschrift. - Auf Vorsatzblatt (1r) religiöse Dichtungen. Durchgehend mit Stiftungsstem- pel für eine Moschee (Name unleserlich). CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 510 - Zu den Wissenschaften der Alchemie. Persische Handschrift auf Papier. Mit einigen kl. Federzeichungen sowie zahlreichen Randglos- sen. 11 Zeilen schwarze und rote Tinte. Iran, um 1800. 21 × 13 cm. [103] Bll. Rest. Lederband mit jeweils 3 blindgeprägten Mittelarabesken und Streicheisenverzierungen sowie Rollbandorna- mentik (unter Verwendung der alten Decken; ob. Kapital angerissen, berieben und bestossen, teils kl. Fehlstellen im Bezug, etwas fleckig). Flüssiges Naskhi auf orientalischem Papier. - Nicht genauer identifizierbare, alchemistische Abhandlung (Autor und Titel nicht zu eruieren) mit kleinen thematischen Zeichnungen in den Rändern. - Auf letztem Blatt datiert und gestempelt 1282h [=ca. 1865], Khoja Umar ibn (?). - Leicht gebräunt und schwach stockfleckig, nur gelegentlich leicht feuchtfleckig. Insgesamt saubere und gut lesbare Handschrift. - Vorsätze und Spiegel mit zahlreichen handschriftlichen Annotationen. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 509 510
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    | 81 Manuskripte 511* AFRIKA -Burn-Murdoch, John Francis, eng- lischer Militär (1859-1931). Sammlung von Manuskripten zu militärischen Expeditionen in Nordafrika bzw. entlang des Nils, 1884-1885. Ca. 100 Blatt. Nordafrika, 1894-1895. 23 × 19 cm. Unterschiedliche englische Handschriften auf unterschiedlichen Papieren (gebräunt teils etwas fleckig und knickspurig, Randläsuren). Burn-Murdoch, der es bis zum Major General brachte, kommandierte u.a. die Kavallerie in Ägypten als Mitglied der Royal Dragoons. Ein Teilnachlass befindet sich im National Army Museum, London. - Die hier angebotene Sammlung wurde von verschiedenen Perso- nen geschrieben, teils der Handschrift nach zweifelsohne von ihm selber, teils (wohl auch etwas später) von anderen; die Teile sind dann auf dem Deckblatt als copy bezeichnet. Auf einem Deckblatt ist angegeben March from Assuan to Wada Halfa, ein weiteres Stück ist unbetitelt, beschreibt aber eine militärische Unternehmung ab Tunis. Einige der Blätter sind handschriftlich numeriert, demnach sind die Abschnitte teils unvollständig. Die Darstellung erfolgte ganz überwiegend unter militärischen Gesichtspunkten, geographische und meteo- rologische werden nur in Zusammenghang mit militärischen erwähnt. Trotz der Lücken ergibt sich ein eindrückliches Bild vom Leben britischer Kolonialtruppen in Nordafrika vor 1900. - Ins- gesamt ordentlich. - Einige Beigaben: weitere einzelne Blätter, eine grenzkolorierte Karte des Nil, laut handschriftlichem Eintrag auf dem Vor- derdeckel aus dem Besitz von Burne-Murdoch u.a. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 512 BASEL - Augst - Erneuerung des Bereins über die Bärenfelsischen Güter zu Augst. Deutsche Handschrift auf Pergament. Augst, 1650. 32 × 21 cm. 33 Bll. Pergament mit angehängter Siegelkapsel (angestaubt, beschabt, ausge- bunden, Kapsel und Kordel erneuert, Deckel der Siegelkapsel fehlt, Siegel restauriert, Marginalie auf dem Vorderdeckel). Vor Gericht in Augst unter Vogt Georg Hüssler lässt Ernst Friedrich von Bärenfels (1604-1687) den Berein über seine Zins- und Lehengüter am 13., 14. und 16. Mai des Jahres 1650 erneuern. Listet detailliert die jeweiligen Besitztümer und deren genaue Lage auf. - Anfangs handschrift- licher Geschenkvermerk von 1885, Pergament gewellt, teils fleckig, selten Läsuren, letztes leeres Blatt mit grösserem Ausschnitt. - Dabei: Fotokopie und Transkription eines Grossteils der Urkunde. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 513 BASEL - Inventarium über Herrn Jacob Mieg des Handelsmanns selig Verlassenschaft. Und: Inventarium über Tit. Herrn Stadtrath Theodor Mieg selg. Verlassenschaft. Deutsche Hand- schriften auf Papier. Basel, 1813 und 1816. 30 Bll.; 1 Bl., 106 S., 1 Bl. 39 × 24 cm. Halbleder mit marmoriertem Deckelbezug sowie Deckelschild und marmorierter Pappband mit Deckelschild (gering berieben und bestossen). Jeweils aufgestellt und am Ende mit Unter- schrift und Papiersiegel vom Notar J.J. Faesch, Basel beglaubigt. Listet detailliert die jeweiligen Besitztümer mit geschätzen Werten auf: Lie- genschaften, Grabstätten (!), Baarschaft, Giold Silber etc., Hausrath, Bettwerk, Zinn-, Kup- fer- und Eisengeschirre, Diverses, Gemählde, Fässer, Legate, schliesslich Zusammenzug des Vermögens und Ausweisung der jeweiligen Stücke für die Erben. Die genaue Liste erlaubt einen guten Einblick in den Wohnstandard damaliger grossbügerlicher Familien. - Das Inventarium von 1813 etwas blass, sonst aber sauber und nur gelegentlich etwas fleckig. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 511
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    | 82 Manuskripte | 514 COMICS- Howard, Calvin Henry, Car- toon-Künstler (1911-1993). The cat´s meow. Manuskript einer Goofy-Story. Bleistift auf Papier. Links oben von Howard unter dem Rei- hentitel signiert. Ohne Ort, um 1975. 5 Blatt (so komplett). 43 × 36 cm. Gefaltet. Howard arbeitete im Lauf seiner Karriere für die bekanntensten Studios und Trickfilm-Künstler, bevor er 1974 als Story Artist zu seinem ersten Arbeitgeber Disney zurückkehrte. Auf jedem Blatt sind zwischen fünf und acht Einzelzeich- nungen. - Etwas knickspurig und verwischt, recht gut. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 515 GASTRONOMIE UND LEBENSMITTEL - Basler Kochbuch - Manuskript von verschiedenen Händen. Deutsche Handschriften auf Büttenpa- pier. Ohne Ort, ca. 1780-1900, 8°. 105 S., 70 S., 18 Bl., 22 Bl. Vacate. Schmuckloses Halbperga- ment (etwas beschabt und bestossen). Auf dem Vorsatz mit Nennung der Vorbesitze- rinnen: Frau Anna Katharina Handmann-Gemu- seus bis 1845 (..); Frau Margarete Gyssler-Hand- mann als Tochter 1845 bis 18.. (nicht ausgefüllt) (...); Frau Susanna Handmann-Hoerner als Urgrosstochter 1896 bis (!). Bringt in sauberen Handschriften Rezepte wie: Eingemachte Quit- ten, Quitten Brot, Eingemachte Nusz, ein Krebs Ragou, Fricando von Kalbfleisch, Ein braunes Haasen brühe, Ein gefüllt Huhn, Ein gefüllte Spansau, Ein wilder Schweinskopf, Verbrüte Strauben, Mandel Darten, Zimmet Brot, Eine Wildbrätt Pasteten, Ein Kugelen Teig, gefüllte Eyer, Zucker Hippen zu bachen, Mumpfer Kuge- len u.v.a (Schreibweise wie im Original). Gegen Ende einige Rezepte in Bleisitft (um 1900), danach ein handschriftliches altes Register, die Vacate auf bläulichem Schreibpapier. - Teils etwas fleckig und verwischt, gering gewellt, insgesamt gut. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 516 LIBER AMICORUM - Berner Freundschaftsal- bum mit 17 aquarellierten Federzeichnungen, oft unter Integration von Silhouetten, 7 schwar- ze Tuschzeichnungen (meist Silhouetten) und 10 reinen Textblättern. Bern, 1781-1801. 13 × 21 cm. Reizvolles dunkelgrünes Ganzleder mit ornamentaler Rückenvergoldung, marmorierten Spiegeln und Vorsätzen sowie Goldschnitt. lm Pappschuber d. Z. (nur gering berieben und bestossen, der Schuber mit kl. Fehlstellen und Einrissen im Falz). Das Album wurde lt. anfänglicher, moderner Bleistiftmarginalie für einen Francois Quendoz angelegt und gehörte zuletzt einem Frederic Rey aus Genf, Urenkel des Vorigen. Unter den dokumentierten Orten und Namen: Schulthess de Zuric, Henriette Quendoz, Victor v. Busse, Jean Christoph Bechtel, A.R. Wyss de Wengi, Jean Jacques Kreis de Berne, David-Francois Burgeois, C.B. Brauer aus Diepholz, Joh. Fried. Sening aus Nördlingen, Martin Robert Rappard aus Barmen. - Lose beiliegend drei zeitgenös- sische Silhouetten sowie zwei Textblätter. - Schönes Exemplar. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 516
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    | 84 Manuskripte | 517 PHILOSOPHIE- Cursus Phicus / Veterem ac novam et Complectens Philosophiam. Latei- nische Handschrift auf Papier. Mit 3 (1 ganzs.) Federzeichnungen. [Ohne Ort, wohl Frankreich], am Schluss datiert: 10. April 1688. Kl.-4° (21,3 × 16,7 cm). [108] beids. beschr. Bll. Späterer Lederband im Stil d. Z. über Holzdeckeln (Bünde leicht berieben). Spätscholastische, reich gegliederte Einführung in die Logik. - Saubere Handschrift. Die ganz- seitige Zeichnung mit Darstellung des Arbor porphy[riana] (Baum des Wissens). - Das erste Blatt mit gelöschtem zeitgenöss. Besitzver- merk, darunter hs. Besitzvermerk Debucher, datiert 1733. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 518* Schaeppi, Sophie, Malerin (1852–1921) - Huber, Hans. Hadlaub nach Gottfried Keller. In Musik gesetzt von Hans Huber. Illustriert von Sophie Schaeppi. Deutsche Handschrift auf Papier. Mit kalligraphisch gestaltetem Titel und 11 montierten, aquarellierten und signierten Origi- nal-Federzeichnungen von S. Schaeppi. Schweiz (wohl Winterthur), um 1891. Folio (45 × 35,5 cm). [10] Bll. hs. Text, Tafeln. Ganzleder d. Z. mit blindgeprägtem Initialen auf VDeckel I. S. und figürl. Rollbandornamentik, Innenkantenvergol- dung (etwas berieben und bestossen, VDeckel kratzspurig). Sauberer und sehr sorgfältig ausgeführter Original-Entwurf mit sehr feinen und dekorati- ven Original-Aquarellen zur ersten Novelle von Gottfried Kellers Züricher Novellen. Als literari- sche Vorlage gilt die Figur des schweizerischen Minnesängers Johannes Hadlaub. - Leicht gebräunt. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 519 Vinet, Alexandre, reformierter Prediger (1813-1847). Niederschrift von französischen Predigten, gehalten in Hanau vor der Église évangelique libre du Canton de Vaud. Schreiber- hand. Hanau, um 1831-1864. 8°. Halbleinen d. Z. (etwas bestossen und beschabt). Vinet verfocht die Trennung von Kirche und Staat. Die hier vorliegenden Predigten (un- terbrochen von Predigten seines Nachfolgers Malan, 1787-1864) waren in der Regel über ein Bibelzitat, das dem Text jeweils vorgestellt war. Die Namen der jeweiligen Prediger hat die Schreiberin ans Ende der Predigten gestellt. - Etwas gebräunt, recht gut. - Beigegeben: drei Porträts der Hanauer Familie Wunderly-Re- mond. Originalphotographien. Vintages. Salz- papierabzüge. Partiell zeitgenössisch übermalt. Oval ausgeschnitten und montiert. Ein Porträt signiert Steinberger- v. Bauer, 1865. Vinet lebte in Hanau bei der Familie, der Überlieferung nach stammt die vorliegende Niederschrift von deren Tochter Lily Wunderly, von der sich hier ebenfalls ein Porträt findet. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 517 518
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    | 85 520 Auerbach, Berthold,Schriftsteller (1812-1882). Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Deutsche Handschrift auf unterschiedlichen Papieren (nur kleine Altersspuren, etwas fleckig). Vorhanden I. Datiert Potsdam, 2. Mai 1864. Auerbach hielt sich im Frühjahr 1864 in Potsdam auf, wo er am 15. Mai seinen Roman „Auf der Höhe“ fertigstellte. - II. Auf eigenem Briefpapier. Datiert 30.5.18(81). Ohne Nennung des Emp- fängers. Erinnert an ein früheres Treffen und erwähnt einen Professor Friedrich und Jacob Auerbach. - Insgesamt gut erhalten. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 521 Bauhin, Caspar (Gaspard), Mediziner und Bota- niker (1560-1624). Siebenzeiliges, eigenhän- diges Albumblatt. Signiert Casparus Bauhinus, sowie mit eigenhändigem Zusatz von Funktion und Datum. Basel, 14.4.1624. 9 × 15 cm (etwas knitterspurig, dezent gebräunt). Mit den Sprüchen Salomonis entnommenen Motto Omnia vanitas praeter Deum amare. Bauhin wirkte ab 1582 in Basel, wo er an der Uni- versität lehrte und den botanischen Garten der Stadt errichtete. Als Nachfolger von Felix Platter wurde er 1614 auch Stadtarzt und Professor für praktische Medizin. E starb im Dezember 1624, nur wenige Monate nach dem Abfassen des vorliegenden Blattes. - Provenienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Verso im linken Rand Spuren alter Montage, sonst gut. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 522 Born, Max, Physiker und Nobelpreisträger (1882-1970). Eigenhändige Unterschrift und eigenhändiger Ortszusatz Bad Pyrmont auf gedruckter Einladungskarte der Stadt Lindau. Ein Blatt, 10 × 12 cm (ganz gering gebräunt). Die Einladung betraf die Tagung der Nobelpreis- träger für Medizin in Lindau am 2. Juli 1963, bei der wohl auch Nichtmediziner anwesend waren. Die Karte wurde auch vom Sohn Max Borns, dem Pharmakologen Gustav Born (1921-2018) signiert und eigenhändig mit kompletter Adres- se versehen, ausserdem hat sich der belgische Pharmakologe und Nobelpreisträger (1938) Corneille Heymanns mit seiner eigenhändigen Unterschrift in einer Ecke dazugesetzt. - Pro- venienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Gut erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) Autographen 521
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    | 86 Autographen | 523 Churchill,Sir Winston Spencer, Staatsmann (1874-1965). Eigenh. Brief mit Unterschrift. London, 5. September 1908. 8°. 2 S. An seinen Freund und Gönner, den Unterneh- mer und liberalen Politiker (Nathan) Laski (1863- 1941), dem er für ein grosszügiges Geschenk dankt. I trust I may be able to fulfill in some small measure the hopes you have formed of my public work. I shall look forward to bringing my wife to Manchester and I am sure you will like her very much. Your friend, Winston S. Churchill. Laski hatte den jungen Churchill u.a. bei seiner Unterhaus-Kanditatur in Manchester unterstützt, er war der Vater des späteren La- bour-Politikers Harold Laski. - Mit blindgepräg- tem Wappen des Hosenbandordens am Kopf und auf Briefpapier des Board of Trade. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 524 Churchill, Sir Winston Spencer, Staatsmann (1874-1965). Maschinenbrief mit eigenh. Anre- de, Grussformel und Unterschrift. Chartwell, 14. Juli 1931. 4°. 1/2 S. (etwas stockfleckig). An Professor Wilkinson, dem er für your most deeply interesting critiques upon Marlboro- ugh's theory of war dankt. Churchill sollte die monumentale vierbändige Biographie seines Ahnherren, des Duke of Marlborough, zwischen 1933 und 1938 in 4 Bänden publizieren. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 525 Cocteau, Jean, Künstler (1889-1963). Sieben- zeiliger, eigenhändiger Brief an Pierre (de Mas- sot). Signiert Tendresses Jean. Französische Handschrift auf Papier. 27 × 21 cm (gefaltet, etwas gebräunt). Fragt nach dem Befinden und schlägt ein Treffen vor. Verso (wohl von anderer Hand) bezeichnet Mars 1929“.. De Massot (1900-1969) gehörte zum Freundeskreis der Pariser Dadaisten und Surrealisten. - Im Falz teils minimal lädiert, sonst gut. - Provenienz: aus einer alten Basler Privatsammlung. CHF 800 / 1 200 (€ 820 / 1 220) 526 Cornelius, Peter, Dichter und Komponist (1824-1874). Eigenhändiges Manuskript mit 12 Gedichtsabschriften sowie Lebenslauf. Voll signiert. Deutsche Handschrift auf Papier. 27,5 × 21 cm. Vier ineinandergelegte Doppelbögen (gering nachgedunkelt). Auf dem Deckblatt mit eigenhändiger Widmung an die Fürstin Carolyne (wohl: von Sayn-Witt- genstein, Lebensgefährtin von Franz Liszt). Datiert und voll signiert Am grünen Donnerstag 1860 / Peter Cornelius. Die Gedichte teils ohne Titel (Anfänge: Der Engel mit dem Flam- menschwert, Hoffnung ist der Mägdlein...), teils mit Titel An Liszt, An Rosa. Nicht alle Texte konnten in Band IV der Gesamtausgabe (1905) gefunden werden. - Gut erhalten. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 527 Ehrlich, Paul, Mediziner und Nobelpreisträger (1854-1915). Sonderdruck mit eigenh. Wid- mung an den Frankfurter Oberbürgermeister [Franz] Adickes. Undatiert, wohl 1897. Auf dem Vorderdeckel von: Die Wertbemessung des Diphterieheilserums und deren theoreti- sche Grundlagen. Abdruck aus dem Klimschen Jahrbuch (Sechster Band), Jena 1897. 8°. [1] Bl., 34 S. Original-Broschur (etwas fingerfleckig und angestaubt, Reste von Sign.-Märkchen). - Stempel auf Titel verso. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 528 Einstein, Albert, Physiker (1879-1955). Fünf- zeiliger, eigenhändiger, signierter Gruss auf gedruckter Dankeskarte. Princeton, abgestem- pelt 10.04.1954. 8 × 13 cm. Mit gelaufenem Original-Briefumschlag (gering knickspurig und vergilbt). Dankt für Glückwunsche zu seinem 75. Ge- burtstag. Die Empfängerin, E. Näegeli, war ihm wohl noch aus seiner Winterthurer Zeit bekannt ... Ihre Mitteilungen, die alte Zeiten lebendig werden lassen. Ein alter Zigeuner hat es in dieser Beziehung nicht leicht. Beste Wünsche ! Ihr A. Einstein 54. - Provenienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Unverwischt, gut erhalten. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 523 524
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    | 88 Autographen | 529 FRANZÖSISCHEREVOLUTION - Brief des Comité de Salut Public (Wohlfahrtsausschuss). Mit gedr. Briefkopf und Kupferstich-Vignette. Paris, 17.8.1794 (premier fructidor an 2). Folio (35,5 × 22,5 cm). 1 S. Suspendierung eines Beamten wegen Krank- heit. - Mit den Unterschriften von (Bertrand) Barère, (Joseph) Eschassériaux, (Lazare) Carnot und P. A. Laloy. CHF 200 / 300 (€ 200 / 310) 530 Goethe, Johann Wolfgang, Dichter (1749- 1832). Zweiteiliger Brief mit eigenh. Unter- schrift ergebenst Goethe. Weimar, 24. Juli 1814. 4°. 4 S. (das zweite Blatt mit horizontalem Falzdurchriss und leichtem Buchstabenverlust). Geschrieben von Goethes Sekretärin Caro- line Ulrich, an Friedrich von Schlichtegroll in München als Antwort auf dessen Empfehlungs- schreiben für die Schauspielerin A. Altmutter. Wie gern möchte ich das Gute, was sich auf unserm Theater nach und nach hervorgetan [...] weiter ausbreiten. Aber: Bey uns kann nur eine kleine Anzahl Talente neben einander bestehen, denn das wir nur drey mal in der Woche spielen so ist für mehrere nicht Raum, und zu beklagen, dass sie nicht genug beschäftigt sind. - Auf der Rückseite fortgesetzt (von der Hand Riemers): Die Absendung des Vorstehenden ist leider sehr lange verzögert worden. Ich werde an meine Pflicht erinnert in dem Augenblick, da ich von Weimar scheide, um nach Frankfurt und Wies- baden zu gehen. - Gebräunt, alt hinterlegte Randdefekte. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 531 GOETHE-KREIS - Vulpius, Christian August, Schriftsteller (1762-1827). Zwei eigenh. Briefe mit Unterschrift. Weimar, 1807 und 1824. 8°. Jeweils 2 S. (ein kl. Falzeinriss). 1. Weimar, 3. Oktober 1807. - Dankt für die Zu- sendung einer gelehrten Abhandlung. - 2. Ebd., 26. September 1824. „Seit 7 Tagen bin ich den Fontibus Mattiacis entronnen“. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 530 532
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    | 89 532 Goethe-Kreis -Vier Autographen zum weiteren Umfeld Goethes, ca. 1841-1869. Deutsche Handschriften auf unterschiedlichen Papieren und Formaten (gefaltet, teils gebräunt und etwas fleckig). Vorhanden sind: 1. Fr. v. Müller. Eigenhändiger Brief an einen nicht genannten Herrn. datiert Weimar, 9. Mai (18)41. Signiert v. Müller. Beruft sich auf die Antwort von Auguste von Preussen (mit Wilhelm verheiratet), die bedauert, das der Wunsch des nicht genannten Bittstellers nicht erfüllt wurde. Dabei: von Müller eh. adressierter leerer Briefumschlag an einen Herrn Schramm, evtl. der zu o.a. Schriftstück zugehörige. - 2./3.. Zwei eh. einseitige Briefe des Goethe-Enkels Walther v. Goethe. Datiert Jena, Januar bzw. Februar 1869. Voll signiert. Knappe Begleitbriefe zu diversen Zeitschriftenartikeln, die retourniert wurden (hier nicht dabei). -4 J.P. Eckermann. Fünfzeilige eh. Notiz, voll signiert. Datiert Wei- mar, 29.6.1846. Kurze Begleitnotiz zu einer Pa- ketsendung an einen Dr. Detmold. - Beigegeben drei eh. Blatt (von 4 ?) eines Briefes von Ulrike (wohl: v. Levetzow), datiert Trziblitz, 9. Sept. (?) 1893. - Insgesamt ordentlich erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 533 Gounod, Charles, Komponist (1818-1893). Drei eigenhändige und signierte Briefe. Französische Handschrift auf unterschiedlichen Papieren (gefaltet, etwas knickspurig, kleine Randläsuren). 1. Brief an Vizentini, datiert 1.2.1876. Empfeh- lungsschreiben für das Werk eines Édouard Lalo“ (?). - 2. Brief an einen nicht genannten Monsieur. datiert 14. 9. (?). 1894. Bestätigt ein Treffen und verweist auf eine Mademoisel- le Erard. - 3. Brief an einen nicht genannten Freund. datiert 23.1.1886. Bitte um Reservie- rung zweier Logen für denselben Abend. - Brief an Vizentini verso in einer Ecke mit Spuren alter Montage. sonst recht gut CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 534 Haller, Albrecht von, Dichter, Arzt und Na- turforscher (1708-1777). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Bern, 18. Mai 1772. 4°. 1/2 S. auf Doppelblatt. In französischer Sprache an einen ungenann- ten Adressaten: Je viens de lire ... le Ms. de M. Gilibert, il est pret pour Vous etre renvoyé de la maniere, que Vous jugerez la plus convenable. J'y ajouterai une reponse pour l'Auteur, ou je marquerai l'idée que j'ai prise de cet ouvrage.... - Der französische Botaniker Jean-Emmanuel Gilibert (1741-1814) ging 1775 auf Vermittlung Hallers nach Vilnius und später nach Grodno, wo er bedeutende botanische Gärten anlegte. - Leicht stockfleckig. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 533 534
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    | 90 Autographen | 535 Kaiser,Georg, Schriftsteller (1878-1945). Drei eigenhändige Briefe bzw. Mitteilungen und ein eigenhändig signiertes Typoskript. Unterschied- liche Papiere und Formate (nur kleine Alterss- puren). Vorhanden sind: I. Dreiseitiger Brief an (Kurt) Hirschfeld. Zürich, ohne Datum (1940). Voll signiert. Will an der kommenden Hauptprobe (Tanaka) nicht teilnehmen und bittet, Dank und Grüsse zu übermitteln. - II. Sechszeilige Briefkarte an Hirschfeld. Ohne Ort und Datum. Zum Gedicht Selbstbildnis und zum geplanten Treffen im Storchen. - III. Einseitiges Typoskript an Hirschfeld, voll signiert. Datiert Zürich, 10.02.1941. Zur Komödie Gentle People (nicht identisch mit dem Irwin Shaw-Stück) und warum er das Stück für vollkommen hält. Äussert sich ablehnend zu unverständigem Publikum (Thea- terabende, an denen das Publikum durchfällt...). - IV. Einseitiger Brief an (Emil) Oprecht. datiert St. Moritz, 13.4.1944. Voll signiert. Schickt ihm das dritte hellenische Stück Bellerophon. - Provenienz: alle Stücke aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Teils etwas gebräunt, falt- und knickspurig, insgesamt gut. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 536 Lesseps, Ferdinand M. de, Ingenieur (1805- 1894). Sieben Autographen der Jahre 1867- 1891, darunter eigenhändge Briefe. Franzö- sische Handschriften auf unterschiedlchen Papieren (teils gefaltet, etwas gebräunt und knickspurig, kleine Randläsuren). Vorhanden sind: 1. Eigenhändige Sen- tenz Aperire terram gentibus auf kleinem Albumblatt. Datiert Paris, 19. (September ?) 1888. - 2. Eigenhändiger siebenzeiliger Brief (an J. Herbette ?), undatiert. - 3. Zweiseitger eigenhändiger sgnierter Brief an seine Inge- nieure, auf Briefpapier der Kanalgesellschaft, dat. 29.04.1869. - 4. Eigenhändige Unterschrift auf Brief von Schreiberhand, an einen Herrn Lindheim in Wien. Paris, 27. Juni 1867. Antwort auf ein erhaltenes Telegramm. -5. Eigenhändi- ger, einseitiger Brief an einen Kollegen. Paris, 12. März 1890 (Jahr nicht sicher lesbar) - 6. Eigen- händige Unterschrift auf gedruckter Antwort an einen Robert Ilges (?), Köln. Auf Briefpapier der Kanalgesellschaft. Datiert 4. Januar 1859. -7. Zwei eigenhändige Sentenzen auf einem Blatt. Eigenhändig signiert. Datiert 1891. - Dabei: Brief von anderer Hand in deutscher Sprache an Vater und Geschwister, signiert Theodor. Auf Briefpapier der Kanalgesellschaft. Datiert Port Said, 13. Juni 1864. - Meist nur kleinere Al- tersspuren, recht gut. - Provenienz: alle Stücke aus einer alten Basler Privatsammlung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 537 Lortzing, Albert, Komponist (1801-1851). Eigenhändiger halbseitiger Brief an Redak- teur Rudolph Hirsch. Ohne Ort (Leipzig ?), 25.3.(18)42. Ein Blatt, mit Lacksiegel. 21,5 × 13,5 cm (gefaltet, unsauber aufgerissen ohne Buchstabenverlust, Siegel angebrochen). Abschlägiger Bescheid einer zuvor geäus- serten Bitte um einen (autobiographischen?) Beitrag: Leider aber habe ich nichts deartiges vorräthig.... Der Adressat (1816-1872) war Herausgeber der Gallerie lebender Tondichter, erstmals 1836 erschienen und ohne Erwähnung von Lortzing. 1840-43 war Hirsch, der auch sel- ber zahlreiche Lieder komponierte, Redakteur des Komet in Leipzig, dorthin ist der Brief auch adressiert. - Kaum gebräunt, etwas knitterspu- rig, insgesamt gut. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 537 536
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    | 91 538 Maria Theresia,römisch-deutsche Kaiserin (1719-1780). Urkunde für einen Freiherrn Carl Sigmund von Ziegesar über eine Verpfän- dungsauslösung im Kanton Bern. Deutsche Handschrift auf Pergament. Schreiberhand. Von der Kaiserin eigenhändig signiert. Pressburg, 20.9.1741. Aufgefaltet ca. 58 × 83 cm. Mit ange- hängter Siegelkapsel (wellig, etwas angestaubt, partiell wasserfleckig, Kapsel und Band erneuert, Deckel der Kapsel fehlt). Vermutlich bezüglich auf den Geheimrath Carl Siegmund den Jüngeren (1696-1754). - Teils fingerfleckig und fleckig, noch ordentlich. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 539 Mendelssohn-Bartholdy, Felix, Komponist (1809-1847). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Bad Soden im Taunus, 27. Juli 1845. 18,1 × 19,4 cm. 1 S. auf Doppelblatt (Falzeinrisse alt hingerlegt). Empfehlungsschreiben ohne Anrede: Dass mir Fräulein Betty Fischer aus Darmstadt durch ihr ausgezeichnetes Gesangstalent eine sehr grosse Freude bereitet hat, indem sie einige Arien von Mozart und Beethoven mit Gefühl und Verständniss vortrug, dass sie eine sehr ange- nehm jugendliche Stimme mit reiner Intonation und guter gründlicher Schule verbindet [...] be- scheinige ich durch meinen Namen. - Mendels- sohn verbrachte den Sommer - wie schon im Vorjahr - in Bad Soden, wo er u.a. mit der Arbeit am Elias begann und das Streichquintett B-Dur fertigstellte. - Leicht staubfleckig. CHF 1 200 / 1 800 (€ 1 220 / 1 840) 540 Meyerbeer, Giacomo, Komponist (1791-1864). Zwei eigenhändige Briefe mit Unterschrift. Auf bläulichem Papier (gefaltet, wenig fleckig, kleine Randläsuren). Vorhanden sind: 1. Briefpapier des Hotel de l'Europe / F. X. Maier. An einen Herrn Direktor in Karlsruhe, wohl den Musikdirektor der Badischen Staatskapelle, Wilhelm Kalliwoda (1827-1893): Wie soll ich Ihnen genugsam für Ihren freundli- chen liebenswürdigen Empfang in Carlsruhe und Ihre heutige gütige Mitteilung danken? Datiert Baden-Baden, 15. Juli 1858. - 2. Einseitiger Brief an einen nicht genannten Monsieur le Directeur. Datiert 18 Oktober (ohne Jahr, 1850er Jahre ?). Über einen M. Cerilier, den er dem Adressaten empfiehlt. - Insgesamt recht gut erhalten. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 539
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    | 92 Autographen | 541* MUSIK- Sammlung von mehr als 70 signierten Konzert-Programmen klassischer Musik. Basel, 1952-1966. In Sammelordner. Umfangreiche Dokumentation der Basler Solistenabende und anderer Konzertreihen, es finden sich auch wenige Programme aus ande- ren Städten (Genf, Luzern). Enthält Unterschrif- ten von Martha Argerich, Wilhelm Backhaus, Georgy Cziffra, Edwin Fischer, Walter Gieseking, Hans Leygraf, Kirsten Flagstad, George Szell, Rudolf Serkin, Wolfgang Sawallisch, Dietrich Fischer-Dieskau, André Cluytens, Emil Gilels, Clemens Krauss u.v.a. Darüber hinaus einige Autogramm- und Postkarten (Karl Böhm, Pablo Casals) sowie ein eigenh. Brief von Alfred Cortot (1955). - Weitere (spätere) Programme lose beiliegend. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 542 NAPOLEONICA - Augereau, Charles Pierre François, Revolutionsgeneral und Marschall von Frankreich (1757-1816). Eigenh. Brief an seinen Bruder. Barèges, 1. Juli 1807. 4°. 1 S. (gefaltet, etwas gebräunt). An seinen Bruder, den Général de Brigade Augereau: Je te prie de remettre mes lettres a leurs adresse, ma santé est soufrante les bains ont renouvelle mes douleurs. - Nach seiner Verwundung in der Schlacht von Eylau hatte Napoleon Augereau in einen längeren Erho- lungsurlaub geschickt. - BEIGEGEBEN: Belliard, Augustin-Daniel. Eigenh. Brief an den Général Divisionnaire Friant. Miniet (Minieh in Ägypten), le 12 ventôse an 8 (3.3.1800). - Belliard und Friant sollten wenige Tage später gemeinsam in der Schlacht bei Heliopolis kämpfen. - Minimal fleckig, insgesamt sauber. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 543 - Bernadotte, Jean-Baptiste-Jules, Fürst von Pontecorvo, Marschall von Frankreich, später als Karl XIV. Johann König von Schweden (1763– 1844). Eigenh. Brief mit markanter Unterschrift. O.O., 15. Dezember 1808. 4°. 3 S. auf Doppelb- latt (gefaltet, kleine Randläsuren). Inhaltsreicher Brief an einen Freund, die Erzie- hung seines Sohnes betreffend. Bernadotte gibt genaue Anweisungen für dessen Stundenplan par example la connaissance des Langues vivantes, des Mathématiques, de l'histoire de la Géographie et par dessus tout l'usage du Monde et un sens droit. Zum gegenwärtigen Lehrer schreibt er Il n´a pas voyage et le moin du déplacement le fait trouver dans un monde nouveau ou il est embarassé. - Etwas gebräunt und fleckig. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 542 543
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    | 93 544 - Berthier,Louis-Alexandre, Fürst von Wagram u. Neuchâtel, Marschall von Frankreich (1753- 1815). Eigenh. Brief mit Unterschrift Alexand- re. Fontainebleau, 9. April 1814. 4°. 1 1/4 S. auf Doppelblatt (gefaltet, etwas gebräunt) An Marschall Ney, den Prince de la Moskowa: J'ai reçu l'envoi de la ligne de demarcation, comme je vous l'ai mandé, il y adeux heures. Erwähnt weiter den Herzog von Reggio, Graf v. Gevaudin, die neu festzulegende Grenzlinie u.a. - Minimal fleckig, gut. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 545 - Bonaparte, Pauline, Prinzessin Borghése, Schwester von Napoléon I. (1780-1825). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Lucca, 24. Juli (wohl 1816). Kl.-8°. 4 S. auf Doppelblatt (gefaltet, etwas gebräunt). An eine Gräfin, die gegen Anweisung Schmuck von Pauline verkauft hat. Verweist darauf, dass sie nicht dulden werde, dass man sich über sie lustig mache aber machen Sie, was Sie wollen, ich hatte geglaubt, Sie seien ehrlch. - Letztes Blatt in einer Ecke minimal fleckig. sonst gut. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 546 - Eugène de Beauharnais, Vizekönig von Italien, Herzog von Leuchtenberg, Stiefsohn Napo- leons I. (1781-1824). Eigenh. Brief mit Unter- schrift. Mailand, 10. Juni 1813. 4°. 1 S. (gefaltet, etwas fleckig). Adressiert an Jean Andoche Junot, Duc d´Ab- rantes. Antwort auf einen Brief an Eugène, in dem ihm Junot Teile seiner Bibliotherk zum Kauf angeboten hatte. Eugéne muss aber aus Geld- und Platzmangel (die ewig gleichen Probleme ...) absagen. Junot stürzte sich etwas später im Wahn aus dem Fenster und starb an den Ver- letzungen am 29.7.1813, nachdem er versucht hatte, sich sein gebrochenes Bein selber zu amputieren. - Kleiner Fleck im Text, sonst gut. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 544 546
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    | 94 Autographen | 547 NAPOLEONICA- Ghaisne, Louis-Auguste-Vic- tor de, comte de Bourmont, Staatsmann (1773- 1856). Brief mit eigenh. Unterschrift. Paris, 28. Februar 1830. 4°. Mit gedrucktem Briefkopf des Ministère de la Guerre an Baron Bacot de Romand. - BEIGE- GEBEN: Portal d'Albarèdes. Eigenh. Brief an den Grafen Carra St. Cyr. Paris, 18. August 1820. Folio. 1 S. CHF 200 / 300 (€ 200 / 310) 548 - Hortense de Beauharnais, Königin von Holland, Stieftochter Napoléons I., Mutter von Napoléon III. (1783-1837). Zwei eigenh. Briefe mit Unter- schrift. Rom, 7. Januar 1830 und Arenenberg, 1. Oktober 1835 (gefaltet, etwas gebräunt und fleckig). Dankt 1835 für einen erhaltenen Brief, erwartet den gelegentlichen Besuch des Adressaten in Arenenberg, wo ihre Herbstblumen sie noch mehrere Monate zurückhalten werden. Berich- tet 1830 über ihre persönliche (auch finanzielle) Situation und ihre Erwartungen an den nicht genannten prinzlichen Adressaten. - Teils gering fleckig, insgesamt gut. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 549 - Junot, Jean Andoche, Herzog von Abrantès (1771-1813). Brief an Berthier mit eigenh. Un- terschrift. Mit gedrucktem Briefkopf Le Gou- verneur de Paris. Paris, 28. April 1807. 4° (24,5 × 20 cm). Ein Blatt. (gefaltet, etwas knitterspurig). In der Angelegenheit eines Monsieur Benfield, eines Engländers, der als ausländischer Kriegs- gefangener gilt. Berichtet von evtl. Genehmi- gungen, die Benfield den Aufenthalt in Paris erlauben und von dessen Ersuchen, ihm aus geschäftlichen Gründen eine Reise nach Rotter- dam zu erlauben. - Bearbeitungsvermerke von alter Hand mit verschiedenen Stiften, minimal gebräunt und fleckig. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 548 549
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    | 95 550 - Konvolutvon 6 Briefen mit Unterschrift, teils mit gedrucktem Briefkopf. ENTHÄLT: 1. MacDonald, Jacques Alexandre, Herzog von Tarent, Marschall von Frankreich (1765–1840). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Chambery, 18. April 1800. 4°. 1 S. 2. Hastrel de Rivedoux, Etienne, französischer General (1766–1846). Gestochener Brief mit eigenhändiger Grussform und Unterschrift. Paris, 31. August 1815. 4°. 1 S. 3. Prieur, Jean-Baptiste, Militärgrossrichter (XX). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Strassburg, 14. August 1792. 4°. 1 S. 4. Bruslys, Nicolas Ernault des, französischer Revolutionsgeneral (1757–1809). Eigenh. Brief mit Unterschrift. 31. Januar 1798. Gr.-8°. 2 S. auf Doppelblatt. 5. Schreiben mit Unterschrift der Officiers de Santé . Amiens, 22. Juli 1796. 4°. 1 S. Gestem- pelt. 6. Brief an den Kriegsminister Henri-Jac- ques-Gauillaume Clarke. Marlia, 21. Juni 1812. Gr.-8°. 1/2 S. Gestempelt. Zumeist gefaltet, etwas gebräunt oder leicht stockfleckig, vereinzelt mit kleinen Randeinris- sen. CHF 400 / 700 (€ 410 / 710) 551 - Murat, Joachim, Schwager Napoleons und ab 1808 König von Neapel (1767-1815). Brief mit eigenh. Unterschrift. O.O. [Neapel], 16.7.1809. 11,5 × 18,5 cm (gefaltet, im linken Rand Löchlein von alter Aktenheftung mit minimalen Buchstabenverlusten). Erteilt den Befehl zur Verlegung von zwei Kompanien Infanterie in den Hafen à l'effet d'y être embarquées pour Capri. Ces Compagnies doivent être fortes de 200 hommes. - Sauber. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 552 NAPOLEONICA - Napoleon I., Kaiser der Franzosen (1769-1821). Ordre. Sa majeste or- donne... Von Schreiberhand. Mit eigenhändiger Paraphe Nap. Schönbrunn, 24.6.1809. 31 × 20 cm. Ein Blatt (gefaltet, knickspurig). Befehl über Transport und Einsatz von Hau- bitzen und Mörsern von Raab bzw. Wien nach Pressburg. Abgedruckt im dritten Band von Général Pelet, Memoires sur la guerre de 1809 en Allemagne, Seite 468. - Im Rand etwas nachgedunkelt, etwas gebräunt, sonst sauber. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 552 550 551
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    | 96 Autographen | 553 NAPOLEONICA- Quantin, Pierre, Gene- ral (1759-1824). Drei Befehle mit eigenh. Unterschriften. Dünkirchen und Vannes (2), 1796. Verschiedene Formate, jeweils mit gedr. Briefköpfen (gefaltet, etwas knitterspurig, kl. Randläsuren). BEIGEGEBEN: Petiet, Claude-Louis, Kriegsmi- nister (1749-1806). Urkunde mit eigenh. Unter- schrift. Paris, 1796. Folio. 1 S. - Etwas gebräunt und braunfleckig. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 554 - Récamier, Julie, Salonnière (1777-1849). Ei- genh. Brief ohne Unterschrift. Undatiert. 8°. 1 S. auf Doppelblatt. Mit Siegel (Inschrift „Nulla dies sine nebula“) und Adresse verso. An Monsieur Artaud. - Etwas fleckig, hs. Zusatz im Unterrand gelöscht. - Portrait-Lithographie beiliegend. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 555 Niebuhr, Barthold George, Historiker (1776- 1831). Vierzehnzeiliger eigenhändiger Brief an einen liebsten Reiner, signiert Niebuhr. 25 × 20 cm (gefaltet, etwas gebräunt, knitterspurig, ein Eckabriss ohne Textverlust, eine andere Ecke ohne Textverlust neuer angestückt).. Ohne Ort oder Datum, die Anrede folgt erst in der zweiten Zeile. Dreht sich um nach Wien bestimmte Sendungen nach Wien, deren Ein- treffen erwartet wird. Erwähnt einen Leipziger Commissionär und einen Wiener Cabinettrath Albrecht als Versender bzw. Empfänger, wohl von Büchern. - Insgesamt noch ordentlich. - Provenienz: aus einer alten Basler Privatsamm- lung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 555 556
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    | 97 556 Oken, Lorenz,Naturforscher und romantischer Naturphilosoph (1779-1851). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Jena, 2.1.1810. 8°. 1/2 S. Oken sollte 1835 der erste Rektor der Universi- tät Zürich werden. - Provenienz: aus einer alten Basler Privatsammlung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 557 Oken, Lorenz, Naturwissenschaftler (1779- 1851). Eigenhändige, achtzeilige Vorlesungs- bescheinigung. Signiert Dr. Oken. Jena, 27.8.1812. 17 × 20 cm (gebräunt und braun- fleckig). Bescheinigt dem Studiosus Seiler, die Vorle- sungen fleissig besucht zu haben. Mit Original- Lacksiegel. - Dabei: weitere Bescheinigung für denselben Studenten, ausgestellt von Heinr. Luden. Ebenfalls mit OSiegel. - Provenienz: Stücke aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 558 Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932). Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift und Original-Federzeichnungen (davon eine koloriert). Jeweils voll signiert. Wien, 2.4.1898 und Karlsbad, September 1899. Beide gelaufen, zusammen jeweils einseitig auf Trägerkarton montiert (jeweils an einer Schmalseite leicht angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur). An den Semper-Schüler und Mitbegründer des Münchner Jugendstils, den Maler und Entwerfer Hans Eduard von Berlepsch- (Valendas), (1849- 1921) . Die Karte aus Wien mit Tuschezeichnung (Harlekin und biertrinkendem schwarzgekleide- ten Mann - wohl eine Berlepsch-Karikatur). Die Karte aus Karlsbad mit kolorierter Karikatur von fünf Strassentypen, teils im frühen Jugendstil. - Minimal verwischt, gut erhalten. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 559 Orlik, Emil, Maler und Graphiker (1870-1932). Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift und Original-Federzeichnungen (davon eine ko- loriert). Jeweils voll signiert. London, 1898 und Paris, 1898 (jeweils an einer Schmalseite leicht angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur). Gerichtet an den Semper-Schüler und Mitbe- gründer des Münchner Jugendstils, den Maler und Entwerfer Hans Eduard von Berlepsch- (Va- lendas), (1849-1921) . Die Karte aus London in englischer Sprache, mit Karikaturen englischer Strassentypen. Die Karte aus Paris mit Vollbild einer Dame im typischen frühen Jugendstil. - Minimal verwischt, gut erhalten. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 558
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    | 98 Autographen | 560 Orlik,Emil, Maler und Graphiker (1870-1932). Zwei eigenhändige Postkarten mit Unterschrift und Original-Federzeichnungen (davon eine koloriert). Eigenhändig signiert (Japan) bzw. monogrammiert (Basel). Japan, 01.02.1900 (abgestempelt San Francisco 1901 !) und Basel, 2.12.1898 (jeweils an einer Schmalseite leicht angefalzt, mit kleiner Tektierung der Frankatur). Gerichtet an den Semper-Schüler und Mitbe- gründer des Münchner Jugendstils, den Maler und Entwerfer Hans Eduard von Berlepsch- (Valendas), (1849-1921) . Die Karte aus Japan mit Skizze eines Sackträgers, von anderer Hand darunter auf dem Träger zugesetzt gehoben aus dem Wrack d. Rio de Janeiro 22. Febr. 1901. Das Passagierschiff sank am 2. Februar 1901, erst 2014 wurden die Reste des Wracks in der Bay wiederaufgespürt. Die Karte aus Basel mit Vollbild eines Rauchers, Bild und Schrift im typischen frühen Jugendstil. - Minimal verwischt, vor allem die Japan-Karte, insgesamt gut erhalten. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 561 Platter d. Ältere, Felix, Arzt und Anatom (1536- 1614). Eigenhändiges siebenzeiliges Album- blatt. Signiert Felix Platterus. Ohne Ort und Datum, (wohl Basel, um 1600). 14,5 × 8,5 cm (gering gebräunt). Zitiert Ph. Melanchthon Nullius est felix conatus et utilis unquam consilium si non detque iuvet- que Deus. Signiert als Professor, was er seit 1571 war (und ihn von seinem gleichnamigen Neffen unterscheidet). Platter ist heute noch für seine erst 1840 publizierte Autobiographie bekannt. - Provenienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Gut erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 562 Saint-Hilaire, Etienne Geoffroy, Zoologe und Evolutionsforscher (1772-1844). Eigenhändi- ge Unterschrift auf einer Urkunde der Société Linnéenne des Paris. Datiert 10.1.1822. Mit drei weiteren Originalsignaturen. Französi- sche Handschriften auf gestochener Urkunde (Blanchard nach Plée und Hesse). 37,5 × 47 cm (gefaltet. angestaubt, kl. Randeinrisse). Saint-Hilaire war einer der Forscher, der die Grundlagen für die Evolutionstheorie schuf. Hier ist er in einer eher kuriosen Funktion dokumen- tiert. Die genannte Pariser Gesellschaft war zwar schon 1787 gegründet worden, geriet aber schnell in Konkurrenz mit der offiziellen Akade- mie der Naturwissenschaften und veschwand deshalb etwa 1789 wieder von der Bildfläche. Ein neuer Belebungsversuch begann 1821, en- dete aber auch schon wieder 1835. 1866 gab es den dritten und letzten Versuch, 1922 wurde die Société schliesslich offiziell aufgelöst. Hier ein sehr seltenes Dokument aus dem Anfang der zweiten Phase, die Aufnahmeurkunde eines J.B. Delalande in die Gesellschaft. Es unterschrieben eigenhändig Bernard Germain de Lacépède als Präsident, Saint-Hilaire als Erster Vizepräsident, 559 560
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    | 99 A.G. Desmarestals Zweiter Vizepräsident sowie Thibaut de Berneaud als Sekretär der Gesell- schaft. Die gestochene Urkunde ist reizvoll klassizistisch gestaltet, mit Porträts von Joseph Pitton de Tournefort und Linné, einer kleinen al- legroischen Szene, Lorbeerfestons als Rahmen sowie dem Original-Lacksiegel der Gesellschaft. - Breitrandig, unbeschnitten, im Rand oben und unten recto (!) Spuren alter Montage, insgesamt recht gut. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 563 Sammlung von 25 Autographen zur deutschen Literatur. Deutsche Handschriften auf unter- schiedlichen Papieren. Um 1890-1960 (meist nur kleine Altersspuren). Vorhanden sind: Hermann Hesse. Fotopostkar- te von Hesse 1956 mit seinem Enkel. Von Hesse monogrammiert H.H. - Gerhart Hauptmann. Zwei Stück: mont. Signatur unter Fotoport- rät, dat. 1939. Eh. kurzer Brief an einen nicht genannten Herrn, dat. 6.7.1910. - Wilh. Raabe. Abschnitt einer Paketkarte, von Raabe eh. aus- gefüllt. Braunschweig 16.1.1903. - C. Sternheim. Zwei Stück: Albumblatt Immerhin ! C. Stern- heim Berlin 6.1.25 (wohl Seite aus einem De- dikationsexemplar). Eh. Postkarte in Blei an die Offizin Haag-Drugulin. Abgestempelt 23.4.13. - Max. Harden. Eh. Postkarte in Kopierstift. An Dr. Pflaum, München, datiert (Berlin)-Grune- wald, 31.12.1910. - Bernh. Kellermann. Eh. Brief an (Fritz) Engel. Datiert Berlin, 14.7.17 (?). - Max Kretzer. Eh. Gedicht. Von anderer Hand datiert 8.2.1909. - Herm. Sudermann. Drei Stücke, 1926-1928. Zwei eh. Briefe, ein masch. Brief mit eh. Signatur. - L. Ganghofer. Drei Stück. Zwei eh. Briefkarten, ein eh. Albumblatt. 1910-1917. - L. Fulda. Eh. Briefkarte. Datiert Berlin, 17.12.1924. - M. Halbe. Zwei masch. Stück an Marie v. Bülow. Eh. signiert. 1939-1940. - Weitere eh. bzw. eh. signierte von W. Bergengrün (drei Stück), C. Flaischlen (zwei Stück), Paul Schallück und B.v. Heiseler (je eins). - Insgesamt gut. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 564 Schiller, Ernst Friedrich Wilhelm, Landgerichts- rat und Sohn Friedrich Schillers (1796-1841). Eigenhändiger achtseitiger Brief mit einer ganz- seitigen Kartenskizze. Signiert Schiller. Trier, 5. August 1828 (von anderer Hand ergänzt: 2. Juni 1829). 27 × 22 cm (gebräunt, Randläsuren). Seit 1828 war Ernst, zweiter Sohn von Friedrich (von) Schiller, als Landgerichtsrat in Trier tätig. Der eng beschriebene Brief an einen nicht ge- nannten Freund entstand wohl unter dem Ein- druck des Umzugs und der neuen Umgebung. Erwähnt werden der vorhergegangene Brief des Freundes vom Mai, der bisher unbeantwor- tet blieb. Weiter erwähnt werden die Russen auf dem Balkan (!), Emilie (von Schiller, jüngste Schwester des Briefschreibers), Carl August von Sachsen-Weimar, sodann ausführlich Trier und Umgebung. Die Karte zeigt zentral das kleine Trier an der Mosel, umgeben von Dörfern, Fle- cken und Wäldern. - Gefaltet, teils gering fleckig und verwischt, ordentlich. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 564
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    | 100 Autographen | 565 Schillings,Max von, Dirigent und Komponist (1868-1933). Zwei drei- bzw. vierseitige eigen- händige BrIefe an den Komponisten Alexander von Zemlinsky. Deutsche Handschriften auf Papier der Kapelldirektion des Kgl. Württember- gischen Hoftheaters. 25 × 19 cm (etwas vergilbt, gefaltet). Für die Rezeption und Werkgeschichte Zem- linskys bedeutende und bisher wohl nicht ausgewertete Belege. Der erste Brief, datiert Stuttgart, 18.3.1910, betrifft Kleider machen Leute (die Uraufführung der Erstfassung fand am 2. Oktober 1910 in der Volksoper Wien statt). Eine Stuttgarter Aufführung war lt. Brief für November angesetzt. Schillings schreibt für die Sicherstellung dieses Termins werde ich meinen Einfluss voll einsetzen. - II. Datiert Stuttgart 16.3.1917. Betrifft Eine Florentini- sche Tragödie. Das Werk hatte seine Urauf- führung am 30.1.1917 am Württembergischen Hoftheater in Stuttgart unter M. von Schillings erlebt. Eine weitere Aufführung erfolgte in Prag, zu deren Erfolg v. Schillings den Komponisten hier beglückwünscht. Geht noch weiter u.a. auf die Wünsche des Stuttgarter Publikums ein. - Provenienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Wenige kleine Verwischungen auf der letzten Seite des Briefes von 1917, sonst gut. CHF 500 / 800 (€ 510 / 820) 566 Schleiden, M. J., Jurist und Botaniker, (1804- 1881). Drei Autographen. Jeweils auf eigenem Briefpapier mit Blindstempel sowie eigenhändig signiert M.J. Schleiden. Deutsche Handschrift auf Doppelbögen (etwas gebräunt). Schleiden wirkte erst als Jurist, bis er 1832/33 ein Medizinstudium aufnahm. Er war Mitbegrün- der der Zelltheorie und ein entschiedener Be- kämpfer des Antisemitismus der 1870er Jahre. - Vorhanden sind: I. Zweiseitiger Brief an einen Dr. Unger, datiert Jena 9.7.1846. Zu Fragen der Universitätsreform. - II. Zweieinhalbseitiger Brief an einen ungenannten Herrn. Datiert Jena 10.4.1859. Bedauert, dem Empfänger in einer Verlagsangelegenheit nicht helfen zu können, ich habe in der buchhändlerischen Welt gar kei- ne Bekannte, auf die ich irgendwie Einfluss aus- üben könnte. - III. Eigenhändiges Albumblatt. Datiert Jena, im Mai 1862. Ein alter Spruch neu aufgeputzt. Es darf nicht alles als Gold dir gelten / Was eitel gelbes Gefunkel ist.... - Provenienz: alle Stücke aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 567 Schnitzler, Arthur, Schriftsteller (1862-1931). Drei Autographen. Deutsche Handschrift auf unterschiedlichen Papieren und Formaten (nur kleine Altersspuren). Vorhanden sind: 1. Persönlicher, inhaltsreicher Brief an eine verehrte und liebe gnädige Frau, der er unter anderem von jenem Autounglück berichtet, dem eine liebe Freundin von mir zum Opfer fiel. Der Unfalltod Vilma Lichtensterns sollte Schnitzler noch lange Zeit zu schaffen machen. Des weiteren berichtet er über die Hochzeit seiner Tochter Lili, die Ende des Mo- nats stattfinden soll: der Tag steht wirklich noch nicht fest, aus formalen Gründen. datiert Wien, 19.6.1927. - 2. Masch. Karte mit eigenhändiger Unterschrift. Über seine Bekanntschaft mit J.J. David und dass er zu einer von der nicht genannten Adressation beabsichtigten Biogra- phie Davids Mitteilungen zu machen. Datiert Alt Aussee, 26.07.1916. - 3. Siebenzeilige eigenhändige, aber unsignierte Notiz auf eige- nen Briefpapier. Kündigt sein Kommen an und bitte statt seines Namens nur Dr. A.S. Wien zu setzen. Datiert (Wien ?), 31.3.(19)09. - Teils gefaltet, insgesamt gut. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 566 567
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    | 101 568 Soemmering, SamuelThomas von, Anatom und Physiologe (1755-1830). Eigenh. Brief mit Unterschrift. München, 17. April 1806. 4°. 1 S. auf Doppelblatt, Adresse verso (kl. Siegelausriss, Nadelspuren). An Hofrat (Heinrich Karl) Eichstädt in Jena, u.a. über den Phrenologen Franz Joseph Gall: Sein eigener Bericht im Freymüthigen über seine Meinungen vom Bau des Gehirns ist mir nicht deutlich. / Die Nachricht, die gestern H[err] Geh[eimra]t Jacobi von Ihnen über das bessere Befinden des Einzigen Goethe erhielt hat uns hier gar sehr viele herzliche Freude gemacht. CHF 250 / 400 (€ 260 / 410) 569 Thomas, Ambroise, Komponist (1811-1896). Fünf eigenhändige Briefe, eine beschriebene Vi- sitenkarte sowie eine eigenhändige Unterschrift auf einem Urkundenfragment. Französische Handschrift auf unterschiedlichen Papieren und Formaten (teils etwas gebräunt und knitterspu- rig, kleine Randläsuren). Vorhanden sind: 1. Zweiseitiger Brief an eine nicht benannte Madame. Datiert 19. Juli 1860. Über seinen Gesundheitszustand. Berichtet, er habe wieder zur Unterstützung zu Opium greifen müssen. - 2. Zweiseitiger Brief an eine nicht genannte Comtesse. Datiert 2. Juni 1875. Über seine Reise aufs Land und seine Rückkehr ans Konservatorium. - 3. Einseitige eigenhändi- ge Entschuldigung, ohne Anrede und Datum, an einen unbenannten Monsieur, vereinbart einen neuen Termin. - 4./5. Zwei weitere eigenhändige signierte Briefe. - 6. Zweiseitig beschriebene Vi- sitenkarte an einen cher Confrère, datiert 11. Juni 1891. Entschuldigt seine Indisposition und schlägt einen neuen Termin vor. - 7. Fragment einer Urkunde des Conservatoire National, datiert 8. November 1856, mit eigenhändiger Unterschrift von Thomas. - Provenienz: alle Stücke aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Das Fragment stark gebräunt und mit gerissenem Falz, die anderen Stücke sauber. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 570 Verdi, Giuseppe (Komponist, 1813-1901). Ei- genhändiger, zweieinhalbseitiger Brief an seinen Verleger Giulio Ricordi in Mailand. Eigenhändig signiert G. Verdi. Genova, 10. Dezember (ohne Jahr, evtl. 1885 oder 1886). Italienische Hand- schrift auf Papier. 18,5 × 11,5 cm. Doppelblatt. Gefaltet. Aus der Zeit der Arbeit an Otello, die er 1884 aufgenommen und 1886 beendet hatte. Er er- wähnt den Fortgang der Arbeit le recite d'Otello sono finite und vergleicht die Qualitäten der Sänger Giovanni Battista De Negri (1851-1924) und Francesco Tamagno (1850-1905), die beide später die Titelpartie sangen, Tamagno in der Uraufführung: Tamagno e' il primo, ma De Negri non e' il secundo.... - Dabei Briefumschlag an Ricordi, wohl von anderer Hand beschriftet, dem Datumsstempel 1889 nach zu einem anderen Brief gehörig. - Teils gering verwischt, insge- samt frisch. CHF 2 000 / 3 000 (€ 2 040 / 3 060) 570 569
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    | 102 Autographen | 571 Viebig,Clara, Schriftstellerin (1860-1959). Das Kind. Novelle von Clara Viebig (Kopftitel). Eigen- händiges Manuskript. Deutsche Handschrift auf 37 einseitg beschriebenen Papierbögen. Unda- tiert (um 1920 ?). 30 × 23 cm (etwas gebräunt, kl. Randläsuren, etwas knitterspurig). Mit Umstellungen, Kürzungen und Einschüben der Autorin, insgesamt in flüssigem Duktus geschrieben. Die Publikation der in Berlin spie- lenden Novelle konnten wir nicht nachweisen, evtl. erschien die Arbeit nur in einer Zeitschrift. - Beigegeben: Blatt mit eh. Sinnspruch, datiert Berlin-Zehlendorf 1910, von der Autorin voll signiert. - Teils etwas fleckig, recht gut erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 572 Virchow, Rudolf, Arzt und Politiker (1821-1901). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Berlin, 18. Juni 1867. 8°. 2 S. An einen Kollegen, dessen Manuskript er erhal- ten habe, ohne dasselbe bisher durchsehen zu können. CHF 300 / 500 (€ 310 / 510) 573 Virchow, Rudolf, Arzt und Politiker (1821-1901). Eigenh. Brief mit Unterschrift. Dazu eine Beiga- be. Berlin, 21. November 1894. 8°. 1/2 S. Empfehlungsschreiben für den Maler Otto Kleinig, gezeichnet von Virchow als Mitglied der Stadtverordneten-Versammlung. - Beige- geben: Visitenkarte Virchows mit dreizeiliger, unsignierter undatierter Empfehlung Virchows eines Dr. Haeckel an (Ferdinando) Palasciano (1815-1891), der Virchow 1858 in Karlsruhe kennengelernt hatte. In italienischer Sprache. - Etwas gebräunt. CHF 350 / 500 (€ 360 / 510) 572 571
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    | 103 574 Wagner, Richard,Komponist, (1813-1883). Eigenh. Brief mit Unterschrift Richard Wagner. Paris, 12. Dezember 1861. 8°. 2 1/2 S. (horizon- taler Falzriss, Text und Signatur betroffen aber vollständig erhalten). Mit eigenh. adress. Kuvert mit 5 roten Lacksiegeln (gelaufen). Bekannter Bettelbrief an den Komponisten Robert von Hornstein in München: Ich höre, Sie sind reich geworden. - Wie traurig ich mich be- finde, können Sie leicht aus meinen Miserfolgen entnehmen. - Um sich zu erhalten und neue Arbeiten in Angriff zu nehmen bedarf ich eines sofortigen Vorschusses von Zehntausend Fran- cs. [...] Mir diese Summe zu verschaffen, wird auch Ihnen schwer fallen; möglich aber, wenn Sie wollen und Opfer nicht scheuen, wird es Ihnen jedenfalls sein [...] So zeigen Sie, ob Sie ein rech- ter Mann sind [...]. - Hornstein war nicht bereit, Wagner diese grosse Summe zu beschaffen, wofür sich dieser mit einer wenig schmeichel- haften Charakterisierung in seiner Autobio- graphie Mein Leben rächte. Hornsteins Sohn schliesslich klärte die Öffentlichkeit über diesen Zusammenhang auf und publizierte den vor- liegenden und noch einen weiteren Pumpbrief Wagners: Ferdinand von Hornstein (Hg.), Zwei unveröffentlichte Briefe Richard Wagners an Robert von Hornstein, München 1911. CHF 2 500 / 4 000 (€ 2 550 / 4 080) 575 Wedekind, Frank, Dichter (1864-1918). Zweisei- tiger, eigenhändiger Brief an den Berliner Haupt- mann Röhrig. Voll signiert. Mit dem eigenhändig beschrifteten Original-Umschlag. München, 1. Mai 1917. Doppelblatt, 21 × 16,5 cm (Umschlag etwas vergilbt und knickspurig). Danksagung für einen Brief des Hauptmanns, mit Bezug auf ein bevorstehendes Gastspiel Wedekinds und seiner Frau am Künstlertheater Zürich. Röhrig als Briefpartner Wedekinds ist über das Aargauer Nachlassverzeichnis belegt. Die von Wedekind hier für Röhrig benutzte Adresse Unter den Linden 44 war die des Kleinen Theaters, wo gut zehn Jahre früher das Kabarett Schall und Rauch residierte und wo auch Wedekind aufgetreten war. - Proveni- enz: aus einer renommierten alten Basler Privat- sammlung. - Minimal knickspurig, sauber. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 576 Zola, Emile, Schriftsteller (1840-1902). Elfzeili- ge, eigenhändig beschriebene Visitenkarte, voll signiert. Mit dem wohl eigenhändig beschrifte- ten Original-Umschlag. 6 × 10 cm (Umschlag an der rechten Kante unsauber aufgerissen und mit Fehlstellen der Adresse und der Briefmarke, etwas gebräunt). Abgestempelt Villennes und Paris, 2. (?) September (18)94 und adressiert an (Ély) Halpérine-Kaminsky. Sagt einen Termin ab und verweist auf eine geplante Rom-Reise. - Pro- venienz: aus einer renommierten alten Basler Privatsammlung. - Insgesamt gut erhalten. CHF 400 / 600 (€ 410 / 610) 577 Zuckmayer, Carl, Schriftsteller (1896-1977). Elf Autographen, davon 2 als Briefkarten, 2 als Kurznotiz bzw. gedruckter Text zum Autor sowie 7 maschinenschriftliche Briefe mit den Originalumschlägen. Alle Stücke voll signiert. Deutsche Maschinenschrift bzw. Handschrift auf unterschiedlichen Papieren (nur kleine Altersspuren). Ganz überwiegend an denselben Pfälzer Antiquar, der ihm diverse Angebote gemacht hatte, auch Lesetermine vorschlug etc. Zuck- mayer hatte offenbar versucht, die sein Werk betreffende Stücke, die ihm verloren gegangen waren, neu zu erwerben. - Insgesamt nur kleine Altersspuren. CHF 600 / 900 (€ 610 / 920) 574
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    Abkürzungen Deutsch EnglischFranzösisch Abb. Abbildungen illustration(s) illustration(s) altkol. altkoloriert contemporary colouring colorié à l‘époque Bd(e). Band, Bände volume(s) tome(s), volume(s) Bl(l). Blatt, Blätter leaf, leaves; print(s) feuillet(s); épreuve(s) blattgr. blattgross full size en taille réelle d. Z. der Zeit contemporary contemporain, de l‘époque doppelblattgr. doppelblattgross double page à double page ebd. ebenda ibidem ibidem eigenh. eigenhändig autograph autographe EA Erstausgabe first edition édition originale Expl. Exemplar copy exemplaire fig. figuralen, figürlichen figurative figuratif, figurative flieg. fliegender loose volant(e) Frontisp. Frontispiz frontispiece frontispice ganzs. ganzseitigen full page à pleine page GA Gesamtauflage number of copies tirage global gefalt. gefaltet folded replié gest. gestochen engraved gravé goldgepr. goldgeprägt gilt-tooled/ gilt-stamped doré H- Halb half demi HLdr. Halb-Leder half calf demi veau hs. handschriftlich handwritten manuscrit(e) Illustr. Illustration(en) illustration(s) illustration(s) Jh. Jahrhundert century siècle kl. klein small, minor petit(e) kol. (hand)koloriert (hand-)coloured colorié (à main) Ldr. Leder calf veau Ln. Leinen cloth toile Lwd. Leinwand cloth toile Lithos Lithographie(n) lithograph(s) lithographie(s) lithogr. lithographiert lithographic lithographique marmor. marmoriert marbled marbré mont. montiert mounted montée Ms. Manuskript manuscript manuscrit num. numeriert numbered numérote, justifié à O- Original original originale ob. oben, oberen up, upper en haut OKalbsleder Original-Kalbsleder original calf leather veau originale Pgt. Pergament parchment, vellum vélin Pp. Pappband boards cartonnage Rad. Radierung(en) etching(s) eau-forte, eaux-fortes Rückensch. Rückenschild spine label étiquette RTitel Rückentitel spine title pièce de titre S. Seite, Seiten page(s) page(s) sign. signiert signed signé Sp. Spalte, Spalten column(s) colonne(s) teils teilweise partially en partie unt. unten, unteren bottom en bas V- Vorder- front avant Verg. Vergoldung gilt stamped dorure (à chaud) VGelenk Vordergelenk front joint charnière avant Vign. Vignette(n) vignette(s) vignette(s) w. Bl. Weiss blank blanc Wz. Wasserzeichen watermark filigrane zus. zusammen together ensemble
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    Bieten ab 13.September 2022 Auktionen: 27. und 28. September 2022 Vorbesichtigung: 16.–20. September, 10–18 Uhr Kontakt · Dr. Andreas Terwey · Tel. +41 44 445 63 44 · terwey@kollerauktionen.ch Gemälde, Zeichnungen Grafik Alter Meister des 19. Jhs., Schweizer Kunst, Bücher Autographen, Schmuck, Möbel, Uhren, Varia, Porzellan, Silber
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    | 106 Register Aa, P.van der 183 Abraham à Sancta Clara 117 Ali Qushji 191 Angelus de Clavasio 215 Antiphonarium 501 Apicius, C. 211 Aquin, Th. von 216 Aristoteles 208 Arp, H. 132 Artaud, A. 158 Auerbach, B. 520 Augereau, P.-Fr.-Ch. 542 Avril, P. 116 Bauhin, C. Eh. 521 Bazaine, J. 135 Bernadotte, J. B. J. 543 Berthier, L.-A. 544 Bill, M. 136–138 Birrmann, P. 103 Boccaccio, G. 210 Bonaparte, P. 545 Born, M. 522 Bridel, P. S. 103 Brühl, K. F. von 112 Brus, G. 165 Buffon, G.-L. L. de 142 Burn-Murdoch, J. F. 511 Chagall, M. 140 Chardon, L. 160 Charlevoix, P. Fr. X. 182 Churchill, W. 523–524 Cocteau, J. 525 Colonna, F. 217 Cornelius, P. 526 Couperin, Fr. 175 Delahaye, A. 135 Demaison, A. 144 Descartes, R. 128 Diderot, D. 122–123 Dikenmann, R. 104 Duthuit, G. 156 Egenolph, Chr. 192 Ehrlich, P. 527 Einstein, A. 528 Éluard, P. 159 Engels, F. 114 Erni, H. 142–143 Eugène de Beauharnais 546 Faksimile 169–174 Flaubert, G. 141 Florentinus, A. 218 Français, Les. 118 Friedrich von Sachsen 119 Froschauer, C. 209 Genick, A. 176 Gersdorff, H. 202 Gessner, C. 206 Ghaisne de Bourmont, L.-A.-V. 547 Goethe, J. W. v. 119–120, 530 Gounod, Ch 533 Graminaeus, D. 111 Gratian 212 Gratianus 219 Gregorius IX. Papa. 220 Hafiz, Shams ad-Din Mu- hammad Iran, Ende des 18. Jahrhun- derts. 505 Haller, A. v. 534 Hammer-Purgstall, J. 127 Hegel, G. W. F. 129 Henning, V. B. 198 Hentzy, R. 101 Herder, J. G. 121 Herrgott, M. 113 Hirt, A. L. 112 Homann, J. B. 184–185 Honter, J. 213 Horae B.M.V. 214, 502 Hortense de Beauharnais 548 Hosch-Wackernagel, P. 146 Howard, C. 514 Huber, H. 518 Itten, J. 133 Jouve, P. 145 Junot, J. A. 549 Kaiser, G. 535 Keckermann, B. 130 Keller, G. 518 Kipling, R. 145 Kokoschka, O. 147–149 Konfuzius 181 Laforgue, J. 139 Leibniz, G. W. 195–197 Lenk, P. 150 Lesseps, F. M. de 536 Leupold, J. 199–200 Livius, T. 225 Lortzing, A. 537 Lukian 153 Lüpertz, M. 151–152 Mack, H. 150 Maillol, A. 153–154 Manuel, N. 108 Marco Polo 173
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    | 107 Margarethe vonNavarra. 124 Maria Theresia 538 Marx, K. 114 Matisse, H. 156 Melching, H. 146 Mendelssohn-Bartholdy, F. 539 Merian, M. S. 207 Meyer, C. F. 125 Meyerbeer, G. 540 Missale 226 Montfaucon, B. 177 More, T. 227 Münster, S. 228 Murat, J. 551 Musset, A. 157 Napoleon I. 552 Natali, H. 229 Niebuhr, B. G. 555 Niger, Fr. 230 Nodier, C. 116 Oken, L. 556–557 Orientalia 504–510 Orlik, E. 558–560 Ortelius, A. 186 Otto von Passau 231 Pfahler, G. K. 150 Picasso, P. 158–159 Platter d.Ä, F. 561 Pope, A. U. 180 Quantin, P. 553 Rainer, A. 160–161 Ramusio, G. B. 187 Récamier, J. 554 Reinhardt, J. 105 Riegel, Chr. 190 Rixner, T. A. 204 Robert, Ph. 178 Rolewinck, W. 221 Rumi, Jalal al-Din 508 Ryff, W. H. 193 Saint-Hilaire, E. G. 562 Salmon, A. 164 Sanson, N. 189 Schaeppi, S. 518 Schedel, H. 222 Schelling, F. W. J. 131 Schenk, P. 188 Scheuchzer, J. A. 194 Scheuchzer, J. J. 106 Schiller, E. F. W. 564 Schillings, M.v. 565 Schinz, H. R. 205 Schleiden, M. J. 566 Schnitzler, A. 567 Scultetus, J. 203 Siber, T. 204 Siegenthaler, F. 168 Soemmering, S. T. v. 568 Stumpf, J. 107, 232 The Spanish Forger 503 Thomas, A. 569 Turrecremata, J. de 223 Uecker, G. 150 Valerius Maximus 224 Verdi, G. 570 Vergilius, M. P. 143, 155 Verneuil, M. P. 179 Vesalius, A. 201 Viebig, C. 571 Vinet, A. 519 Virchow, R. 572–573 Vogt, H. J. 115 Vulpius, C. A. 531 Wagner, R. 574 Wedekind, F. 575 Westheim, P. 149 Wild, F. S. 102 Wolf, C. 109 Zola, E. 576 Zuckmayer, C. 577 Zurlauben, B. F. B. de 110
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    VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 102/121 8031 Zürich,Schweiz AUKTION Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz VORBESICHTIGUNG Hardturmstrasse 121 8031 Zürich, Schweiz AUKTION ONLINE ONLY VORBESICHTIGUNG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTION 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz AUKTIONEN REPRÄSENTANTEN Koller Auktionen AG Hardturmstrasse 102 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63  Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch Koller Auktionen AG 2, Rue de l‘Athénée 1205 Genf, Schweiz Tél +41 22 311 03 85 Fax +41 22 810 06 30 geneva@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch MÜNCHEN Fiona Seidler Vilshofener Strasse 8 81679 München Tel. +49 89 22 80 27 66 Fax +49 89 22 80 27 67 Mobile +49 177 257 63 98 muenchen@kollerauktionen.com DÜSSELDORF Ulrike Gruben Citadellstrasse 4 40213 Düsseldorf Tel. +49 211 30 14 36 38 Fax +49 211 30 14 36 39 Mobile +49 175 586 38 64 duesseldorf@kollerauktionen.com BEIJING Jing Li Haidianque Chedaogou 10# 6/4-307 100089 Beijing Tel. +86 135 2039 8057 beijing@kollerauctions.com ITALIEN /TESSIN LuigiPesce ViaCairoli18 16124Genua,Italien T+393395962768 italia@kollerauktionen.com HAMBURG Ulrike Gruben Tel. +49 211 30 14 36 38 hamburg@kollerauktionen.com
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    | 109 Kontakt ·Stephan Koller · Tel. +41 44 445 63 20 · skoller@kollerauktionen.ch Möbel, Uhren, Porzellan Silber Auktion: Donnerstag, 22. September 2022 Lackkommode. Louis XV, Paris, um 1760. Die europäische Lackarbeit 18./19. Jh. 102 × 52 × 88 cm.
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    Kontakt · KarolineWeser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch PEDER MØRK MØNSTED. Flusslandschaft. 1907. Öl auf Leinwand. 70,3 × 101 cm. (Detail). Gemälde des 19. Jahrhunderts Auktion: Freitag, 23. September 2022
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    Kontakt · KarolineWeser · Tel. +41 44 445 63 35 · weser@kollerauktionen.ch HANS ROTTENHAMMER und JAN BRUEGHEL d. Ä. Die Auferweckung des Lazarus. Um 1596. Öl auf Kupfer. 29,8 × 38,3 cm. (Detail). Gemälde Alter Meister Auktion: Freitag, 23. September 2022
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    | 112 BEDINGUNGEN FÜRKLASSISCHE AUKTIONEN Diese Bedingungen gelten für Objekte, die von Koller (gemäss Definition unten) live im Aukti- onssaal versteigert werden. Durch die Teilnahme an der Auktion unterzieht sich der Bieter den nachstehenden Auktions- bedingungen („AGB“) der Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8005 Zürich, Schweiz („Koller“): 1. Rechtsstellung der Parteien Die Steigerungsobjekte werden durch Koller im Namen und auf Rechnung des Einlieferers des zu versteigernden Objektes („Einlieferer“) verstei- gert. Koller handelt in fremdem Namen und auf fremde Rechnung als direkte/unmittelbare Stell- vertreterin des Einlieferers im Sinne von Art. 32 Abs. 1 des schweizerischen Obligationenrechts („OR“). Der Zuschlag erfolgt an den von Koller im Rahmen der Auktion anerkannten Bieter mit dem höchsten Gebot in Schweizer Franken („Käufer“), wodurch das betroffene ersteigerte Objekt ein verbindlicher Kaufvertrag zwischen Einlieferer und Käufer entsteht („Kaufvertrag“). Koller wird dadurch nicht Partei des Kaufvertrages. 2. Aufgeld 2.1 Nebst dem Zuschlagspreis ist vom Käufer auf den Zuschlagspreis ein Aufgeld zu entrich- ten, das wie folgt berechnet wird: i. bei einem Zuschlag bis CHF 10‘000: 25% ii. bei einem Zuschlag ab CHF 10‘000 bis CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000 und 22% auf die Differenz von CHF 10‘000 bis zur Höhe des Zuschlags iii. bei einem Zuschlag ab CHF 400‘000: 25% auf die ersten CHF 10‘000; 22% auf CHF 390‘000 und 15% auf die Differenz von CHF 400‘000 bis zur Höhe des Zuschlags. 2.2 Falls der Käufer während einer online über- tragenen Saal-Auktion („Live-Auktion“) live im Internet mitbietet, oder ein Vorgebot über eine fremde, mit Koller verlinkten Seite abgibt, wird ein zusätzlicher Aufpreis von 3% des Zuschlags verrechnet. Für Gebotsabgaben im Rahmen einer Live-Auktion gelten im Übrigen die Bedin- gungen, welche auf der Live-Auktion Webseite publiziert sind. Diese können von den hier pub- lizieren abweichen. 2.3 Auf das Aufgeld hat der Käufer die schwei- zerische Mehrwertsteuer („MWST“) zu entrich- ten. Die angegebenen %-Sätze des Aufgeldes beziehen sich auf den Zuschlagspreis für jedes einzelne Objekt.  2.4 Alle im Auktionskatalog mit * (Asterisk) be- zeichneten Objekte sind vollumfänglich mehr- wertsteuerpflichtig, d. h. bei diesen Objekten wird die MWST auf den Zuschlagspreis plus Aufgeld berechnet. Käufer, die eine rechtsgültig abgestempelte Ausfuhrdeklaration vorlegen, er- halten die MWST rückvergütet.  2.5 Der Käufer erklärt sich damit einverstanden, dass Koller allenfalls auch vom Einlieferer eine Kommission erhält. 3. Garantie 3.1 Koller wird den Kauf (unter Vorbehalt nachfol- gender Ziffern 3.2 und 3.3) namens des Einlieferers rückgängig machen und dem Käufer Kaufpreis und Aufgeld (inkl. MWST) zurückerstatten, falls sich das Objekt als Fälschung erweist. Eine Fälschung liegt vor, wenn das Objekt nach vernünftiger Auffassung von Koller eine im Hinblick auf Urheberschaft, Alter, Periode,KulturoderHerkunftinTäuschungsabsicht geschaffene Imitation ist, bei der sich die korrekte Beschreibung solcher Inhalte nicht in der Beschrei- bungimAuktionskatalog(unterBeachtungjeglicher Ergänzungen) widerspiegelt und dieser Umstand denWertdesObjektsimVergleichzueinemderKa- talogbeschreibung entsprechenden Gegenstand wesentlich beeinträchtigt. Ein Objekt gilt nicht als gefälscht, wenn es lediglich beschädigt ist und/oder an ihm Restaurierungsarbeiten und/oder Verände- rungenirgendwelcherArtvorgenommenwurden.  3.2 Eine Rückabwicklung gemäss vorstehender Bestimmung findet nach Ermessen von Koller nicht statt, falls: i. die Beschreibung des Objekts im Auktions- katalog im Einklang mit der Meinung einer Fachperson oder mit der herrschenden Mei- nung von Fachpersonen stand oder die Be- schreibung im Auktionskatalog andeutete, dass hierüber Meinungsverschiedenheiten bestanden,  ii. die Fälschung zur Zeit des Zuschlages nach dem Stand der Forschung und mit den allge- mein anerkannten und üblichen Methoden noch nicht oder nur mit unverhältnismässi- gem Aufwand als solche erkennbar war, iii. die Fälschung (nach Kollers sorgfältiger Ein- schätzung) vor 1880 hergestellt wurde oder  iv. es sich beim Kaufobjekt um ein Gemälde, Aquarell, eine Zeichnung oder Skulptur han- delt, das gemäss den Angaben im Auktions- katalog vor 1880 entstanden sein müsste. 3.3 Der Käufer kann von Koller (als Vertreterin des Einlieferers) die Rückabwicklung ab dem Tag des Zuschlages für einen Zeitraum von zwei (2) Jahren (drei (3) Wochen für Schmuck) verlangen. Sie wird ausschliesslich dem Käufer eingeräumt und darf nicht an Dritte abgetreten werden. Die Geltendmachung des Anspruchs setzt voraus, dass der Käufer gegenüber Koller sofort nach Entdeckung des Mangels mit eingeschriebe- nem Brief Mängelrüge erhebt und Koller das ge- fälschte Kaufobjekt im gleichen Zustand, wie es ihm übergeben wurde, und unbelastet von An- sprüchen Dritter, zurückgibt. Der Käufer hat den Nachweis zu erbringen, dass es sich beim Ob- jekt um eine Fälschung handelt. Koller kann vom Käufer verlangen, dass dieser auf eigene Kosten Gutachten von zwei unabhängigen und in dem Bereich anerkannten Experten einholt, ist jedoch nicht an solche Gutachten gebunden und behält sich das Recht vor, zusätzlichen Expertenrat auf eigene Kosten einzuholen. 3.4 KollerkannnachfreiemErmessenaufdieGel- tendmachung eines Ausschlussgrundes gemäss vorstehender Ziffer 3.2 oder auf die Erfüllung von Voraussetzungen nach obiger Ziffer 3.3 verzich- ten. 3.5 Die Ansprüche des Käufers gegen Koller als Vertreterin des Einlieferers unter dieser Ziffer 3.1 beschränken sich auf die Rückerstattung des von diesem bezahlten Kaufpreises und Aufgel- des (inkl. MWST). Weitergehende oder andere Ansprüche des Käufers sind unter jedwelchem Rechtstitel (inklusive Irrtumsanfechtung gemäss Art. 23 ff. OR) ausgeschlossen. 4. Haftungsausschluss 4.1 Die Steigerungsobjekte werden in dem Zu- stand versteigert, in dem sie sich im Augenblick des Zuschlags befinden. Bei den Steigerungsob- jekten handelt es sich um „gebrauchte“ Waren. Diese befinden sich naturgemäss nicht mehr in neuwertigem Zustand. 4.2 Zu jedem Objekt beinhaltet der Auktionskata- log eine Beschreibung mit Abbildung. Die Informa- tionenindenAuktionskatalogen,sowie Zustands- berichte von Koller die vor der Auktion angefordert werden können, geben lediglich ein allgemeines Bild und eine unverbindliche Einschätzung von Koller wieder. Die Beschreibung der Objekte er- folgt nach bestem Wissen und Gewissen, doch kann Koller für die Katalogangaben keine Haftung übernehmen. Während der Ausstellung besteht die Möglichkeit, die Gegenstände zu besichtigen. Entsprechend wird der Käufer aufgefordert, das ObjektvorderAuktioninAugenscheinzunehmen, und sich, allenfalls unter Heranziehung unabhän- giger Fachberatung, ein eigenes Urteil über die Übereinstimmung des Objekts mit der Katalog- beschreibung zu bilden. Für die Objektbeschrei- bungen ist die gedruckte Ausgabe des Katalogs (inkl. späterer Ergänzungen) in deutscher Sprache ausschliesslich massgebend. Koller behält sich das Recht vor, zur Meinungsbildung Experten oder Fachkräfte ihrer Wahl beizuziehen und sich auf diese abzustützen. Koller kann für die Richtigkeit solcher Meinungen nicht verantwortlich gemacht werden. Solche Expertenmeinungen oder Gut- achten stellen genauso wenig wie von Koller vor- genommene Objektbeschreibungen oder sonsti- ge Aussagen über ein Objekt (inklusive Aussagen über dessen Wert) explizite oder stillschweigende Zusicherungendar. 4.3 UnterVorbehaltvonvorstehenderZiff.3wird jede Haftung für Rechts- und Sachmängel weg- bedungen. Die Verpflichtungen des Einlieferers gegenüber dem Käufer sind im gleichen Masse eingeschränkt wie die Verbindlichkeiten von Kol- ler gegenüber dem Käufer. 5. Teilnahme an der Auktion 5.1 Die Teilnahme an einer Auktion als Bieter steht jedermann offen. Koller behält sich aber das Recht vor, nach freiem Ermessen jeder Person den Zutritt zu ihren Geschäftsräumlich- keiten oder die Anwesenheit bzw. Teilnahme an ihren Auktionen zu untersagen.  5.2 Bieter, die Koller nicht persönlich bekannt sind, müssen sich bis 48 Stunden vor der Auktion mittels des dafür vorgesehenen Formulars re- gistrieren. Der rechtsgültig unterzeichneten Re- gistrierung ist eine Kopie des gültigen Reisepas- ses und eine Kopie der Kreditkarte beizulegen. Bei jedem Zahlungsverzug des Bieters ist Koller berechtigt, die Kreditkarte des Bieters gemäss Angaben auf dem Registrierungsformular bis zur Höhe des geschuldeten Betrages zuzüglich Spesen des Kartenanbieters zu belasten.  5.3 Koller kann von jedem Bieter vorgängig einen Bonitätsnachweis einer für Koller akzeptablen Bank verlangen.  5.4 Bei Geboten für Objekte mit oberen Schätz- werten von mehr als CHF 30 000 kann Koller vom Bieter jederzeit die vorgängige Überweisung von 20% der unteren Schätzwerte als Sicherheit ver- langen. Koller wird diesen Betrag nach der Aukti- on mit ihren und den Ansprüchen der Einlieferer verrechnenundeinenallfälligenÜberschussum- gehend an den Käufer / Bieter zurückerstatten.
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    | 113 6. Versteigerung 6.1Koller kann ein Objekt unterhalb des mit dem Einlieferer vereinbarten Mindestverkaufspreises zum Ausruf bringen. Die Abgabe eines Gebots anlässlich der Versteigerung bedeutet eine ver- bindliche Offerte. Der Bieter bleibt an sein Gebot gebunden, bis dieses entweder überboten oder von Koller abgelehnt wird. Doppelgebote werden sofort nochmals aufgerufen; in Zweifelsfällen entscheidet die Auktionsleitung.  6.2 Es steht Koller frei, ein Angebot ohne be- sondere Gründe abzulehnen oder aber, falls ein Bieter die Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Auktion gemäss obiger Ziffer 5.2 bis 5.4 nicht erfüllt. Ebenso steht es Koller frei, Steige- rungsgegenstände ohne Verkauf zuzuschlagen oder zurückzunehmen, selbst wenn dies für die Auktionsteilnehmer nicht erkennbar sein sollte.  6.3 Koller behält sich das Recht vor, Nummern des Katalogs zu vereinigen, zu trennen, ausser- halb der Reihenfolge anzubieten oder wegzulas- sen. Koller behält sich vor, einen Zuschlag bei Vor- liegen besonderer Umstände nur unter Vorbehalt vorzunehmen. Erfolgt der Zuschlag unter Vorbe- halt, so bleibt der Bieter noch während 14 Tagen anseinGebotgebunden.Erwirdwiederfrei,wenn die Erklärung von Koller, der Zuschlag sei definitiv, nicht innert dieser Frist bei ihm eintrifft.  6.4 Steigerungsangebote von Kaufinteressen- ten, die der Auktion nicht persönlich beiwohnen können, werden bis 48 Stunden vor Beginn der Steigerung schriftlich entgegengenommen.  6.5 Interessenten können telefonisch mitbieten, wenn sie dies mindestens 48 Stunden vor Aukti- onsbeginn schriftlich vorangemeldet haben. Auf Objekte mit Schätzpreisen unter CHF 500 kann nicht telefonisch geboten werden und Interes- senten werden um Abgabe eines schriftlichen Gebots bzw. um persönliches Mitbieten im Auk- tionssaal gebeten.  6.6 Interessenten, die ihr Gebot im Rahmen ei- ner Live-Auktion abgeben möchten, können an der Auktion teilnehmen, nachdem sie von Koller aufgrund eines Registrierungsgesuchs zur Auk- tion zugelassen worden sind. Koller behält sich das Recht vor, Registrierungsgesuche ohne wei- teres abzulehnen.  6.7 Koller lehnt jede Haftung für nicht berück- sichtigte Gebote aller Art sowie für nicht berück- sichtigte Anmeldungen für telefonisches Mitbie- tenab.FürtelefonischeMitbieterundschriftliche Auftraggeber gilt bezüglich Legitimierung und Bonitätsnachweis ebenfalls Ziff. 5. 7. Eigentumsübergang Das Eigentum an einem ersteigerten Objekt geht auf den Käufer über, sobald der Kaufpreis und das Aufgeld (inkl. MWST) vollständig in Schweizer Franken bezahlt sind und Koller die- se Zahlungen dem entsprechenden Objekt zu- geordnet hat. 8. Abholung der ersteigerten Objekte 8.1 Die ersteigerten Gegenstände müssen vom Käufer innerhalb von 7 Tagen nach Abschluss der Auktion während der Öffnungszeiten auf ei- gene Kosten abgeholt werden. Erfüllungsort des Kaufvertrages zwischen Käufer und Einlieferer ist mithin der Geschäftssitz von Koller. Wenn die Zeit es erlaubt, werden die Objekte nach jeder Sitzung ausgegeben. Die Herausgabe erfolgt nach voll- ständiger Bezahlung des Kaufpreises sowie des Aufgeldes (inkl. MWST) und Zuordnung dieses Betrages zum ersteigerten Objekt durch Koller. 8.2 Während der vorgenannten Frist haftet Kol- ler für Verlust, Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung zugeschlagener und bezahlter Ob- jekte, jedoch nur bei grobfahrlässiger oder vor- sätzlicher Handlung durch Koller und nur bis zur Höhe von Zuschlagspreis, Aufgeld und MWST. Nach Ablauf dieser Frist haftet Koller nicht mehr und es ist Sache des Käufers, für eine angemes- sene Versicherung des ersteigerten Objekts zu sorgen. Für Rahmen und Glas kann keine Haf- tung übernommen werden. Werden die erstei- gerten Objekte nicht innert 7 Tagen abgeholt, lagert Koller diese wahlweise auf Kosten und Ge- fahr des Käufers bei einer Firma ihrer Wahl oder in ihren eigenen Räumen zu einem Tagessatz von CHF 10 pro Objekt ein.  8.3 Transportaufträge nimmt Koller schriftlich entgegen. Die Transportkosten trägt der Käufer. Ohne anders lautende schriftliche Abmachung werden die zugeschlagenen Objekte für den Transport durch Koller auf Kosten des Käufers versichert. Verglaste Bilder und zerbrechliche Objekte werden von Koller nicht versandt. 9. Bezahlung der ersteigerten Objekte 9.1 Die Rechnung aufgrund eines Zuschlags für ein ersteigertes Objekt ist innert 7 Tagen nach Abschluss der Auktion in Schweizer Franken zu bezahlen. Zahlungen mittels Kreditkarte sind nur nach Rücksprache mit der Buchhaltung von Koller möglich und unterliegen einer Bearbei- tungsgebühr zwischen 2 und 4%, die vom Käufer zu bezahlen ist und auf den Rechnungsbetrag erhoben wird. 9.2 Koller kann Zahlungen des Käufers auch ent- gegen dessen anderslautenden Instruktionen auf jedebeliebigeSchulddesKäufersgegenüberKoller oder gegenüber dem Einlieferer anrechnen und allfällige Forderungen des Käufers gegen sie mit eigenen Ansprüchen verrechnen. Ist der Käufer im Zahlungsverzug, wird auf den Rechnungsbe- trag ein Verzugszins von 10% p.a. erhoben. Falls der Käufer den Rechnungsbetrag nicht innert 7 TagennachderbetreffendenAuktionbegleicht,ist Koller ohne weitere Rücksprache mit dem Käufer berechtigt, den geschuldeten Rechnungsbetrag der Kreditkarte des Käufers zu belasten. In solchen Fällen wird auf den Rechnungsbetrag sodann eine Bearbeitungsgebühr zwischen 2 und 4% erhoben, dieebenfallsderKreditkartebelastetwird. 9.3 Leistet der Käufer die geschuldete Zahlung nicht oder nicht rechtzeitig, kann Koller zudem namens des Einlieferers wahlweise (i) weiterhin Erfüllung des Kaufvertrags verlangen oder (ii) ohne Fristansetzung auf Leistung des Käufers verzichten und vom Kaufvertrag zurücktreten oder Schadenersatz wegen Nichterfüllung ver- langen; im letzteren Fall ist Koller auch berech- tigt, das Objekt ohne Beachtung eines Min- destverkaufspreises entweder freihändig oder anlässlich einer Auktion zu verkaufen und den Erlös zur Reduktion der Schulden des Käufers zu verwenden. Ein allfälliger über dem ursprüng- lichen Zuschlagspreis liegender Verkaufspreis wird an den Einlieferer ausbezahlt. Der Käufer haftet Koller und dem Einlieferer für allen aus der Nichtzahlung bzw. Zahlungsverspätung entste- henden Schaden.  9.4 BiszurvollständigenBezahlungallergeschulde- tenBeträgebehältKolleranallensichinihremBesitz befindlichen Objekten des Käufers ein Pfandrecht. Koller ist zur betreibungsrechtlichen oder privaten Verwertung (inkl. Selbsteintritt) solcher Pfänder berechtigt. Die Einrede der vorgängigen Pfandver- wertung nach Art. 41 des Schweizer Schuldbetrei- bungs-undKonkursrechtsistausgeschlossen. 10. Vertretung Jeder Käufer haftet persönlich aus dem ihm erteil- ten Zuschlag und aus dem durch ihn eingegange- nen Kaufvertrag mit dem Einlieferer. Von Perso- nen, die als Stellvertreter in fremdem Namen oder als Organ einer juristischen Person bieten, kann der Nachweis der Vertretungsbefugnis verlangt werden. Ein solcher Stellvertreter haftet mit dem Vertretenen unbeschränkt und solidarisch für die ErfüllungsämtlicherVerbindlichkeiten. 11. Verschiedene Bestimmungen 11.1 Die Auktion erfolgt unter Mitwirkung eines Beamten des Stadtammannamtes Zürich. Jede Haftung des anwesenden Beamten, der Ge- meinde oder des Staates für Handlungen von Koller ist ausgeschlossen.  11.2 Koller behält sich das Recht vor, einzelne oder alle Rechte und Pflichten aus diesen AGB an einen Dritten zu übertragen oder durch einen Dritten ausüben zu lassen. Der Bieter resp. der Käufer ist nicht berechtigt, Rechte und Pflichten aus diesen AGB Dritten zu übertragen. 11.3 Koller behält sich das Recht vor, Fotografien und Abbildungen von verkauften Objekten in den eigenen Publikationen und in den Medien zu ver- öffentlichen und damit Werbung zu betreiben.  11.4 Die vorstehenden Bedingungen sind Be- standteil jedes einzelnen an der Auktion ge- schlossenen Kaufvertrags. Abänderungen sind nur mit schriftlichem Einverständnis von Koller verbindlich.  11.5 Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise nichtig und/oder un- wirksam sein, bleibt die Gültigkeit und/oder Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen oder Teile solcher Bestimmungen unberührt. Die un- gültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen werden durch solche ersetzt, die dem Sinn und Zweck der ungültigen und/oder unwirksamen Bestimmungen in rechtswirksamer Weise wirt- schaftlich am nächsten kommt. Das gleiche gilt bei eventuellen Lücken der Regelung. 11.6 Die vorliegenden AGB und alle Änderungen daran unterliegen Schweizer Recht, unter Aus- schluss von allfälligen Verweisungen des Bun- desgesetztes über das Internationale Privat- recht (IPRG) und unter Ausschluss des Wiener Kaufrechts (UN-Kaufrechts).  11.7 Für die Beurteilung von Streitigkeiten (unter Einschluss der Geltendmachung von Verrech- nungen und Gegenforderungen), welche aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB (einschliess- lich deren Gültigkeit, Rechtswirkung, Auslegung oder Erfüllung) entstehen, sind ausschliesslich die Gerichte des Kantons Zürich zuständig. Kol- ler ist aber berechtigt, ein Verfahren vor jedem sonst zuständigen Gericht anhängig zu machen. Zürich, 1. Juli 2018
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    | 114 AUCTION CONDITIONS(CLASSIC AUCTIONS) These conditions apply solely to items which are auctioned by Koller (according to the definition below) live in the saleroom. By participating in the auction the bidder accepts the following Auction Conditions of Koller Auctions Ltd, Hardturmstrasse 102, 8005 Zurich, Switzerland (“Koller”). 1. Legal status of the parties The auction items are auctioned by Koller in the name of and on the account of the seller of the auctioned item (“Seller”). Koller acts on behalf of and for the account of the Seller as his agent as defined in article 32, section 1 of the Swiss Code of Obligations (“CO”). The hammer price is determined by the bidder recognised by Koller as having made the highest bid in Swiss Francs in the course of an auction (“Purchaser”), resulting in the conclusion of a purchase contract between the Seller and the Purchaser (“Purchase Contract”). Koller is thereby not a party to the Purchase Contract. 2. Surcharge 2.1 In addition to the bid price, the Purchaser must pay a surcharge on such bid price calculated as follows: i. on a successful bid of up to CHF 10 000: 25% ii. onasuccessfulbidoverCHF10000uptoCHF 400 000: 25% on the first CHF 10 000 and22% on the difference between CHF 10 000 and the bid. iii. on a successful bid over CHF 400 000: 25% on the first CHF 10 000, 22% on CHF 390 000 and 15%onthedifferencebetweenCHF400000and thebid. 2.2 If the winning bid is placed over the internet in the course of a saleroom auction which is broadcast online (“Live Auction”), or leaves a pre-sale bid through an independent bidding platform which is linked with Koller, there will be anadditional3%addedtothesurcharge.Bidders are subject to Koller’s terms and conditions as listed on the Live Auction website, which may differ in some respects from those listed here. 2.3 The Purchaser must pay Swiss value added tax (“VAT”) on the surcharge. The stated percentage of the surcharge corresponds to the successful bid for each individual item. 2.4 The full tax is charged on all items marked * in the auction catalogue, i.e. VAT is charged on the sum of the bid price plus the surcharge for those items. The VAT will be refunded to Purchasers providing a validly stamped export declaration. 2.5 The Purchaser agrees that Koller also has the possibility to receive a commission from the Seller. 3. Guarantee 3.1 Koller shall rescind the purchase (subject to Sections 3.2 and 3.3 below) in the name of the Seller and shall reimburse the purchase price and the surcharge (incl. VAT) to the Purchaser if an item proves to be a forgery. A “forgery” shall be deemed to exist if the item, in the reasonable opinion of Koller, is an imitation created with the intention of causing a deception with respect to the authorship, age, period, culture or origin, if the correct description of such content is not reflected in the auction catalogue (taking account of any additions), and if this circumstance significantly impairs the value of the item in comparison to an item corresponding to the catalogue description. An item shall not be deemed to have been forged if it is merely damaged and/or has been subjected to restoration work and/or modifications of any nature whatsoever. 3.2 A rescission in accordance with the above provision shall not take place at the discretion of Koller if: i. the description of the item in the auction catalogue was supported by the view of a specialist or by the prevailing view of specialists, or if the description in the auction catalogue suggested that differences of opinion exist in this respect; ii. the forgery was not identifiable as such at the time of the successful bid in accordance with the current state of research and with the generally acknowledged and usual methods, or only with disproportionate effort; iii. the forgery (based on Koller’s conscientious assessment) was produced before 1880; or iv. the purchased item is a painting, watercolour, drawing or sculpture which according to the details set out in the auction catalogue was created prior to 1880. 3.3 The Purchaser may request rescission from Koller (as the agent of the Seller) from the day of the successful bid for a period of two (2) years (three (3) weeks for jewellery). It shall be granted exclusively to the Purchaser and may not be assigned to any third party. Assertion of theclaimshallbeconditionaluponthePurchaser making a complaint to Koller by registered letter immediately after the discovery of the defect, and returning the purchased item to Koller in the same condition as it was handed over to him and unencumbered by third parties› claims. The Purchaser must provide proof that the item is a forgery. Koller may demand that the Purchaser obtains at his own expense expert opinions from two independent individuals who are recognised experts in the field. However, Koller shall not be bound by any such expert opinion, and reserves the right to obtain additional expert advice at its own expense. 3.4 Koller may at its complete discretion waive the assertion of grounds for exclusion pursuant to the above Section 3.2 or the fulfilment of preconditionspursuanttotheaboveSection3.3. 3.5 The claims of the Purchaser against Koller as the agent of the Seller under Section 3.1 are limited to the reimbursement of the purchase price and surcharge (incl. VAT) paid by the Purchaser. Further or other claims of the Purchaser are excluded under any legal title (including error according to art. 23 ff. CO) whatsoever. 4. Disclaimer 4.1 The items are auctioned in the condition existing at the time of the successful bid. The auctioned items are “used” objects and are therefore generally not in pristine condition. 4.2 Each item in the auction catalogue is listed with a description and an illustration. The information in the auction catalogue, as well as the condition reports issued by Koller, are intended to provide an overall impression and a non-binding assessment by Koller. The items are described to the best of our knowledge and belief. However, Koller cannot accept any liability for the details provided in the catalogue. The items may be inspected during the preview. The Purchaser is therefore invited to inspect an item prior to the auction and, possibly with the assistance of an independent specialist advisor, to form his own opinion of the concordance betweentheitemandthecataloguedescription. Concerning the descriptions of the items, the German-language print edition of the catalogue (including any later amendments) shall be exclusively applicable. Koller reserves the right to call upon experts or specialists of its choice to give an opinion and to rely on that opinion. Koller cannot be held liable for the correctness of such opinions. Neither any such expert opinions or reports, nor the descriptions of items provided by Koller, nor other statements pertaining to an item (including statements pertaining to the value thereof) constitute explicit or implicit warranties. 4.3 Subject to Article 3 above, no guarantee or warranty whatsoever is given in respect to legal and material defects. The liabilities of the Seller vis-à-vis the Purchaser are limited to the same extent as the liabilities of Koller vis-à-vis the Purchaser. 5. Participation in the auction 5.1 Any party may participate in an auction as a bidder. However, Koller reserves the right at its complete discretion to prevent any person entering its premises or attending or participating in its auctions. 5.2 Bidders who are not personally known to Koller must register at least 48 hours before the auction,usingtheformprovidedforthispurpose. The registration form must be signed, with legal effect, and a copy of the bidder’s passport must be enclosed, as well as current, valid credit card information. In the event of payment default by the Purchaser, Koller shall be entitled to charge the Purchaser’s credit card in accordance with the details provided on the registration form for the entire amount of the invoice, plus the credit card processing fees. 5.3 Koller may demand in advance from any bidder a certificate of creditworthiness issued by a bank approved by Koller. 5.4 In the case of bids for items with upper estimated values of more than CHF 30 000, Koller may demand that the bidder first remits 20% of the lower estimated value as security. Following the auction, Koller will offset this sum against its claims and the claims of the Seller, and will reimburse any possible surpluses to the Purchaser/bidder without delay. 6. Auction 6.1 Koller may initiate the auctioning of an item below the minimum selling price agreed upon with the Seller. A bid placed at an auction is a binding offer. The bidder shall remain bound by his bid until this is either outbid or rejected by Koller. Double bids shall immediately be called once again; in case of uncertainty, the auction management shall decide. 6.2 Koller may refuse a bid without providing
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    | 115 justification ifa Purchaser fails to fulfil the conditions for participation in an auction pursuant to the above Sections 5.2 to 5.4. Koller may also pass or withdraw auctioned items without a sale even if this is not apparent to the auction participants. 6.3 Koller reserves the right to combine, separate or omit numbered lots in the catalogue or to offer them out of sequence. Koller reserves the right to sell lots “conditionally” at its sole discretion, in which event the hammer price will be considered as conditional and the highest bidder will remain bound by his bid for 14 days following the auction. The highest bidder will be released from all obligations if he does not receiveastatementfromKollerwithinthisperiod declaring the hammer price as final. 6.4 Written bids from potential Purchasers who cannot attend the auction in person are accepted up to 48 hours before the auction begins. 6.5 Potential Purchasers may bid by telephone if they have given written notice at least 48 hours before the auction starts. Koller does not accept telephone bids for lots estimated under CHF 500, and bidders are requested to leave a written bid or participate in the salesroom for such items. 6.6 Potential Purchasers who intend to place their bids in the course of a Live Auction may participate in the auction once their registration applications have been approved by Koller. Koller reserves the right to decline registration applications at its discretion. 6.7 Koller shall not be liable for any bids including advance notifications of telephone bidding which are not taken into consideration. Telephone bidders and persons giving written instructions are also subject to the provisions of Article 5 relating to proof of identity and financial soundness. 7. Transfer of title Ownership of an auctioned item shall be transferred to the Purchaser as soon as the purchase price and the surcharge (incl. VAT) have been comprehensively paid and Koller has attributed these payments to the corresponding item. 8. Collection of the auctioned items 8.1Theauctioneditemsmustbecollectedatthe Purchaser›s own expense within 7 days from the end of the auction during official opening hours. The place of performance for the purchase contract between the Purchaser and the Seller is therefore the registered office of Koller. If time permits, the items may be handed over after each auction session. The handover shall take place following comprehensive payment of the purchase price as well as the surcharge (incl. VAT) and the attribution of this sum to the auctioned item by Koller. 8.2 During the aforementioned period, Koller shall be liable for loss, theft, damage or destruction of items which have been auctioned and paid for, although solely due to intentional or grossly negligent acts on the part of Koller, and onlyuptothetotaloftheauctionprice,surcharge and VAT. Koller ceases to have liability after the aforementioned period, and the Purchaser shall be responsible for ensuring adequate insurance cover for the auctioned item. No liability can be assumed for frames and glass. If the auctioned items are not collected within 7 days, Koller will store the works at a company of their choice at the purchaser’s own risk and expense or on their own premises at a daily rate of CHF 10 per object. 8.3 Shipping orders may be given to Koller in writing. All shipping costs shall be borne by the Purchaser. Unless otherwise agreed in writing, transport insurance shall be contracted for the sold items at the expense of the Purchaser. Glass-covered pictures and fragile items shall not be sent by Koller. 9. Payment for the auctioned items 9.1 The invoice for a successful bid for an auctioned item is payable within 7 days from the end of the auction. Payments by credit card are only possible with the approval of Koller’s accounting department, and are subject to processing fees amounting to between 2 and 4% of the invoiced amount, payable by the purchaser and added to the invoice total. 9.2 Irrespective of the Purchaser‘s instructions, KollermayuseanypaymentsbythePurchaseras settlement for any debt owed by the Purchaser to Koller or the Seller and set off any debt which it owes to the Purchaser against its own claims. If the Purchaser defaults on a payment, default interestof10%p.a.shallbechargedontopofthe invoiced sum. If Koller does not receive payment for purchases within seven (7) days following the auction, Koller reserves the right to charge the Purchaser’s credit card for the full amount of the invoice, without further notification to the Purchaser. In such cases the credit card processing fees of 2–4% as described above are also applicable, and will be charged to the Purchaser’s credit card. 9.3 If the Purchaser does not pay or does not pay promptly, Koller may moreover in its own name and in the Seller›s name either (i) insist on the fulfilment of the purchase agreement or (ii) without further notice withdraw from the purchase agreement and waive the subsequent performance of the Purchaser or assert a claim for compensation for non-performance; in the latter case Koller shall also be entitled, irrespective of any minimum sales price, to sell the item either directly or in an auction, and may use the proceeds to reduce the debts of the Purchaser. Any amount realised above the original hammer price shall be paid out to the Seller. The Purchaser is liable to Koller and the Seller for all prejudice caused by non-payment or late payment. 9.4 Koller retains a right of retention and a lien on all the Purchaser›s items in its custody until full payment of all monies owed. Koller may exercise such liens in accordance with the legislation on the enforcement of debts or by private sale (including in its own name). The plea of prior lien exploitation pursuant to Art. 41 of the Swiss Debt Collection and Bankruptcy Act is excluded. 10. Representation Each Purchaser shall be personally liable for each bid he places, and for the purchase contract between the Purchaser and the Seller. Proof of the power of representation may be requested from persons bidding as agents for a third party or as an organ of a corporate body. The agent shall be jointly and severally liable with his principal for the fulfilment of all obligations. 11. Miscellaneous provisions 11.1 The auction shall be attended by an official fromthecityofZurich.Theattendingofficial,the local authority and the state have no liability for the acts of Koller. 11.2 Koller reserves the right to transfer any or all rights and obligations from these Auction Conditions to a third party or to have these carried out by a third party. The bidder and/or Purchaser does not have the right to transfer any rights from these Auction Conditions to a third party. 11.3 Koller reserves the right to publish illustrations and photographs of sold items in its own publications and the media and to publicise its services therewith. 11.4Theaforementionedprovisionsformpartof each individual purchase agreement concluded at the auction. Amendments are binding only with Koller›s written agreement. 11.5 Should certain provisions of these Auction Conditions be or become partially or fully invalid and/or unenforceable, this does not affect the validity of the remaining provisions. The invalid and/or unenforceable provisions shall be replaced by those which most closely approximate the economic meaning and intended economic purpose of said provisions. The same shall be applicable to any possible gaps or loopholes in the provisions. 11.6 The present Auction Conditions and all amendments thereof are governed by Swiss law, under exclusion of possible references to Switzerland’s Federal Code on Private International Law (CPIL), and under exclusion of the Vienna C.I.S.G. Convention (UN Convention). 11.7 The courts of the Canton of Zurich shall be exclusively responsible for settling disputes (including the assertion of offsetting and counterclaims) which arise out of or in conjunction with these Auction Conditions (includingtheirvalidity,legaleffect,interpretation or fulfilment). Koller may, however, initiate legal proceedings before any other competent court. 11.8 In the event of any discrepancy between the different language versions of these Auction Conditions, the German language version shall prevail. Zurich, 1 July 2018
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    Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x Koller Auktionen AG, Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz. Tel  +41 44 445 63 63, Fax  +41 44 273 19 66, office@kollerauktionen.ch  Auktions-Aufträge / Ordres d’achats / Absentee Bid Form Date Signature Auktion Vente/Sale Lot. no. Gegenstand / Déscription Gebot / Ordre CHF Maximum bid (CHF) Bitte beachten Sie, dass wir für Objekte unter CHF 500.– keine Telefon-Gebote annehmen können. Veuillez prendre note que nous ne pouvons pas accepter d’ordres d’achat téléphoniques pour des lots au-dessous de CHF 500.– Please note that we cannot accept telephone bids for objects below CHF 500.– Der Bieter willigt hiermit in die Bearbeitung seiner Personendaten durch Koller gemäss Datenschutzerklärung (siehe Homepage) ein. L‘enchérisseur autorise le traitement de ses données personnelles par Koller selon la Déclaration de Confidentialité (voir site Internet). The bidder hereby agrees to the processing of his personal data by Koller in accordance with the Privacy Notice (see website). Anwendbar sind die Auktionsbedingungen, die im Katalog und auf unserer Homepage publiziert sind. Gerichtsstand ist Zürich 1. Les Conditions de Vente publiées dans le cataloque et sur notre site Internet font foi. Le tribunal compétent est à Zurich 1. I agree to abide by the Auction Conditions published in the catalogue and on our website. The courts of Zurich 1 have jurisdiction. Ich möchte alle Dokumente/Rechnungen von Koller in Zukunft ausschliesslich elektronisch erhalten. Je voudrais recevoir tous les documents / factures de Koller exclusivement par voie électronique. I would like to receive all documents/invoices from Koller electronically only (paperless). Name / Nom Adresse / Address Ort, Land / Ville, Pays / City State, Country Tel. E-Mail INTERNATIONAL AUCTIONS | SWISS MADE Ja / Oui / Yes Nein / Non / No x
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    Koller Auktionen AG,Hardturmstrasse 102, 8031 Zürich, Schweiz Tel +41 44 445 63 63, Fax +41 44 273 19 66  office@kollerauktionen.ch, www.kollerauktionen.ch