Das vorliegende Skript ist
                          zunächst ein Arbeitspapier. Es
                          soll einen knappen Überblick zur
                          aktuellen Entwicklung, den
                          Phänomenen, den Bedingungen
                          und zum musikpädagogischen
                          Potenzial des vernetzten Lernens
                          bieten.


Musiklernen im Internet




                          Matthias Krebs
Abbildung: thounds.com
Bedeutung des Internets
Die aktuelle JIM-Studie (www.mpfs.de) verdeutlicht den
sehr engen Kontext, in dem Musik und das Internet bei
Jugendlichen zueinander stehen. Drei Viertel der 12 bis
19-Jährigen besitzen einen eigenen! Computer mit
Internetzugang. Bevorzugte Informationsquelle und Ort
der Auseinandersetzung mit dem Thema Musik ist das
Internet. Wie soll Musikunterricht ernstgenommen           Abbildung: Musik-Ferien-Workshop, 2008

werden, wenn das Internet dort ignoriert wird?
So viel von unserer Musikkultur spielt sich im Internet ab. Es ist der Ort, wo Musik
gehört und diskutiert, wo Musik veröffentlicht, neu entdeckt und durch Empfehlung
verbreitet wird. Dort kann man sogar verfolgen, wie Musikstücke in kleinen Gruppen
entstehen oder gar gleich selbst online komponieren und gemeinsam musizieren.
Daneben gibt es das Kunstgenre Netzmusik das musikalisch die Eigenschaften seines
Mediums reflektiert und die Rolle des Hörers durch Interaktion neu definiert.
                                                                            © Matthias Krebs / 2
Bedeutung des Internets
An der Musikkultur teilzuhaben, schließt heute also auch mit ein, Angebote
des Internets zu nutzen und damit umgehen zu können. Das stellt uns Lehrende
wiederum vor eine Herausforderung, denn wir können das Netz nicht mehr aus dem
Unterricht voll und ganz ausschließen.

Es handelt sich aber um keine Bedrohung für die „traditionelle“ Musikvermittlung.
Singen, Tanzen, Klassenmusizieren usw. haben im Unterricht ihren festen
Platz. Das Internet bietet leicht zugängliche Möglichkeiten der Ergänzung. Lernende
können Lieder selber schreiben oder Begleitungen erfinden, eigene Tanzmusiken
kreieren oder ein sphärisches Instrument etwa mit Handgesten zum klingen bringen.

Das Internet bietet eine Chance ein bedeutendes Medium der Musikpraxis von
Schülerinnen und Schülern in den Unterricht einzubeziehen und mit ihnen
gemeinsam neuartige musikalische Ausdrucksformen erforschen zu können.
                                                                   © Matthias Krebs / 3
Veränderte Mediennutzung
Die klassischen Medien verlieren zu Gunsten des Internet.
                                          Täglicher Mediamix der 14-19Jährigen in Min.

                                                              9
                                                                          120
                                                    97

                                                            100
                                                    Quelle: JIM-Studie 2008 (Jugend, Information, Multimedia)


„Sie alle sind das, was wir „Digital Natives“ nennen – Menschen also, die nach
1980 direkt in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden, als Technologien
wie Usenet und Bulletin-Board-Systeme online gingen. Sie sind durchweg
vernetzt und mit den neuen digitalen Medien und Möglichkeiten bestens vertraut.“
                                   Quelle: Palfrey, John und Gasser, Urs: Generation Internet. München (2008)


                                                                                      © Matthias Krebs / 4
Mediennutzung im Detail: Die neue Generation der „Digital Natives“
•   Fast 96% der 14-19-Jährigen haben
    Zugang zum Internet                       Tägliche Mediennutzung in Deutschland
                                              250
•   Mehr als 50% besitzen einen eigenen                   225
                                                         Min./Tag
                                                                                      insgesamt
    Internetanschluss                         200                                     14-19jährige
•   Seit 2008 besitzen Jugendliche erstmals
    eher Computer als Fernseher               150                                           120
                                                                                           Min./Tag
                                                                 100
•   Sie sind 123 Minuten pro Tag online –     100
                                                                Min./Tag

    dagegen 97 Minuten vor dem Fernseher                                             58
                                                                                    Min./Tag
    und 89 Minuten Radio                      50

•   Internet ist das Medium, auf das die
                                               0
    meisten Jugendlichen am wenigsten                    Fernsehen                    Internet
    verzichten könnten                              Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie, 2009; JIM-Studie 2008
                                                                       (Jugend, Information, Multimedia)
•   95 % der Jugendlichen besitzen ein
    eigenes Handy
                                                                                 © Matthias Krebs / 5
Musiklernen im Internet?
Sowohl das Musizieren als auch die Musikvermittlung sind in hohem Maße von
kommunikativen und interaktiven Aspekten bestimmt. Die traditionelle Musikpraxis
lässt sich jedoch nicht 1:1 in die digitale Welt des Internets übertragen.

Auf der anderen Seite gibt es aber neuartige Möglichkeiten, über das Internet
musizierend in Kontakt zu treten (dies auch über Kontinente hinweg). Hier werden
nicht traditionelle Praktiken digital nachgebildet, sondern neue Wege gesucht, die
sich den medienimmanenter Eigenschaften des (Inter-)Netzes bedienen.




                                                                    © Matthias Krebs / 6
Musiklernen im Internet?
Die Musikvermittlung kann zusätzlich von der Breite an Quellen, spezialisierten
Interessengruppen und nicht zuletzt von der zeit- und ortsunabhängigen
polydirektionalen Verbindung auf Online-Musikplattformen zwischen Lehrenden
und Schülern (auch untereinander) profitieren. Unterrichtsinhalte können erweitert,
jederzeit neue Impulse und Hilfen gegeben und Fortschritte dokumentiert werden.


Beispiel: www.soundcloud.com




Ein Beispiel für einen Musikplayer, bei dem Ausschnitte der Musik markieren und durch Kommentare
beschrieben werden können. Diese Kommentare können von den Schüler (auch in Gruppen) geschrieben
und diskutiert werden. Das Hörbeispiel kann der Lehrer z.B. auch für die HA zur Analyse freigeben.

                                                                               © Matthias Krebs / 7
Musiklernen im Internet ist mehr …
… als ein Gehörbildungsprogramm oder sinnfreies Herumgeklicke.
Bisher wurden 43 Online-Musikplattformen        Beispiel: Kollaborative Musikplattform
untersucht. Um die Vielzahl an Möglichkeiten
zur Auseinandersetzung mit Musik zu beschrei-
ben, werden folgende Klassen unterschieden:
   1.   Sequenzer-Programme
   2.   Notensatzprogramme
   3.   Livejamming / Begleitungen
   4.   Kollaborative Plattformen
   5.   Kommunikation / Community
   6.   Kunst (Genre: Netzmusik)                Auf www.thounds.com können Musiker
                                                kurze musikalische Gedanken mit dem
   7.   Soundtoys und Musikspiele               Laptopmikrophon direkt ins Internet
   8.   Musik/Samplearchive und -bibliotheken   aufnehmen. Befreundete Musiker können
   9.   Recherche: Musikblogs, Expertenseiten   dann weitere Instrumente hinzuspielen.


                                                                      © Matthias Krebs / 8
Was ist neu?
Es sind nicht die Technologien, es ist die veränderte Art und Weise seiner Nutzung,
die das Web2.0 so neuartig machen.

       Der Begriff Web2.0 bedeutet nicht eine zweite Version des WWW. Web2.0 wurde
       2004 vom Verleger Tim O‘Reilly zur Beschreibung von Eigenschaften bestehender
       Internetseiten erfolgreicher Internetfirmen geprägt.

Die vielfältigen kommunikativen und interaktiven Nutzungsmöglichkeiten, die das
Internet aktuell bietet, und die in Zukunft noch viel stärker auf das Alltagsleben
Einfluss nehmen, können und sollten auch in musikpädagogischen Kontexten
beachtet und integriert werden.

Der Umgang mit Musik sollte nicht den wirtschaftlichen Interessen großer
Medienkonzerne überlassen werden, die den Hörer zum unreflektierten Konsum
schneller Effektfolgen erziehen. Ziel ist bewusstes musikalisches Gestalten.

                                                                              © Matthias Krebs / 9
Musiklernen im Web2.0 – Eine Zukunftsvision?
Das sog. „Mitmach-Internet“ ist zum „Musikmach-Internet“ mutiert: Musizieren,
komponieren, arrangieren, Begleitungen und Musik selbst produzieren – all diese
Möglichkeiten der Gestaltung von Musik finden heute direkt im Internet-Browser statt.
Die Bedienung ist so simpel wie das Verschicken einer E-Mail. Teure
Computersysteme und komplexe Computerprogramme sind gar nicht nötig. Gerade
ein kleiner Laptop mit Internetanschluss reicht aus, um etwa ein einfaches
Notensatzprogramm nutzen oder mit sphärischen Netzinstrumenten ein Orchester
gründen zu können.

Das Beste jedoch ist, dass diese Plattformen nicht auf einen Computerraum
beschränkt sind. Im Gegenteil: Musikprojekte lassen sich Zuhause und sogar mit
Freunden gemeinsam weiterführen. Musikstücke werden geschaffen, die aus dem
Entdecken von Klängen und Strukturen entstehen. Das Ergebnis kann allen
vorgespielt werden, sogar vom Handy aus.
                                                                    © Matthias Krebs / 10
Lernen im Web2.0
Drei zentrale Elemente des Web2.0 unterscheiden dieses Medium von früheren:

1.   Das Netzprinzip: Überall kann jeder jederzeit mit jedem verknüpft werden und
     der potentielle Austausch mit allen ist möglich. Dadurch wird sowohl der
     Austausch von Verschiedenem zu einem Prinzip, als auch die Möglichkeit
     gegeben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. So können sich Netzwerke
     und Praxisgemeinschaften bilden.
2.   Das Prinzip der Selbststeuerung: Die Vernetzung provoziert die
     Selbststeuerung und setzt sie zugleich voraus.
3.   Das Prinzip des persönlichen Sinns: Das Subjekt und seine individuelle
     Perspektive auf die Welt erhält ausschlaggebende Bedeutung.

Das Kommunikationsmedium Internet hat seine eigenen Gesetze,
seine eigene Dynamik – mit diesen gilt es selbstbestimmt umzugehen.

                                                                  © Matthias Krebs / 11
Was ist Medienkompetenz?
Polemisch ausgedrückt, ist Medienkompetenz mehr, als zu wissen, wie der Computer
angeschaltet wird. Auch ist das bloße „Surfen“ im Netz allein noch keine Maßnahme,
um Medienkompetenz zu erwerben. Die Nutzung des Internets ist komplex.

Medienkompetenz beinhaltet
• die Fähigkeit, sich relativ rasch in den Informationsangeboten orientieren und
  bewegen zu können,
• die Fähigkeit, bestehende Informationen kritisch bewerten zu können,
• die Fähigkeit, selbst eigenständige Inhalte produzieren bzw. bestehende Inhalte
  auf wertsteigernde Weise bearbeiten zu können,
• das Wissen um den technischen Umgang mit dem Veröffentlichungswerkzeug
  sowie
• eine Grundkenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen.


                                                                 © Matthias Krebs / 12
Lernen im Web2.0: Musikpädagogische Herausforderungen
Es hängt vom Lehrenden ab, ein sinnvolles Konzept für den Unterricht zu entwickeln.
  Methodische Überlegungen
  • Welches konkrete Lernziel soll mit Hilfe der Online-Musikplattform erreicht werden?
  • Was sind die Vorteile gegenüber traditionellen Lehrmedien (CD, Video, Buch etc.)?
  • Welche technischen Bedingungen und musikalischen Vorkenntnisse sind zu berücksichtigen?
  • Wie kann ein erstes bewusstes Ergebnis unterstützt werden (Arbeitsblatt etc.)?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, Musik bewusst zu gestalten? Ist das Klangergebnis reproduzierbar?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, das Ergebnis mit körperlicher Musikpraxis (Singen, Tanzen etc.)
     zu verbinden?
  • Entspricht die Komplexität der Bedienung der
     Komplexität des möglichen musikalischen Ausdrucks?
  Überlegungen zur Motivation
  • Welchen Sinn/Nutzen/Spaß/Herausforderung bietet
     die Online-Musikplattform für die Lernenden?
  • Welche Möglichkeiten zur Team-Kommunikation
     oder zur Präsentation von Ergebnissen gibt es?
  • eine Hitparade, ein großes Orchester, ein Solo-Vortrag … Abbildung: Grundschul-Workshop, 2009

                                                                               © Matthias Krebs / 13
Musiklernen im Internet ist nicht Gehörbildung oder Youtube!
Musikmachen im Internet braucht dabei nicht mehr als einen Standard-Computer mit
Internetanschluss – keine komplexe Software. Z.B. können Begleitungen zum
Dazusingen erfunden werden, es können Noten (www.noteflight.com) oder Gitarrentabs
(www.songsterr.com) angehört, geschrieben, ausgedruckt und zwischen Mitschülern
ausgetauscht werden, es können einfache Musikaufnahmen von Zuhause gemacht
und die besten Stücke können sogar aufs Handy übertragen und auf den Freunden
vorgespielt werden. Es gibt viele geeignete Möglichkeiten, Musik im Internet-Browser
nicht nur anzuhören, sondern sie gleich selbst zu gestalten.
Musiklernen und der kreative Umgang mit Musik, in dem eine
Idee bewusst gestaltet wird, stehen in einem engen Zusam-
menhang. Das Internet bietet dafür weitere Instrumente.
Nicht zuletzt besteht die Chance, bisher ausgeschlossene
Lernende durch einen alternativen Zugang zu motivieren
und in das Musikmachen zu integrieren.                       Abbildung: Musik-Ferien-Workshop, 08

                                                                           © Matthias Krebs / 14
Fazit


Musik ist im Internet.

Musik kann im Internet gestaltet werden.

Wann, wie, mit wem und mit welchem musikalischem        Abbildung: www.thounds.com

Ergebnis entscheidet der Musizierende, der es vor einem Publikum präsentieren
kann.

Den obersten Stellenwert im Musik- und Instrumentalunterricht sollten immer noch die
Lernenden und die Musik einnehmen. Die digitalen Medien bieten aber viele
Möglichkeiten, beiden gerecht zu werden, vorausgesetzt, diese Möglichkeiten werden
von den Lehrenden erkannt und sinnvoll genutzt.

Im Folgenden seien einige Beispiele von Online-Musikplattformen kurz vorgestellt:

                                                                    © Matthias Krebs / 15
Beispiel: Notenschreiben und gemeinsame Kompositionen (Youtube für Noten)

                                          •   Mit Noteflight (http://www.noteflight.com/)
                                              können Noten im Internet publiziert werden.

                                          •   Notationsprogramm im Internet-Browser mit
                                              intuitiver Noteneingabe (auch Akkordsymbole,
                                              Liedtexte und Dynamikzeichen)
                                          •   Die Noten können akustisch wiedergegeben
                                              werden (auch einzelne Stimmen)
                                          •   Möglichkeit zum Ausdrucken sowie
                                              Speicherfunktion
• Die Noten können auch in und aus
anderen Notationsprogrammen exportiert    •   Kollaboratives Editieren von Noten –
bzw. importiert werden (MusicXML, MIDI,       ermöglicht Gemeinschaftskompositionen oder
WAV)
• Notenblätter können auf andere Seiten
                                              das Unterstützen von Lehrern/Mitschülern
und z.B. Blogs angezeigt und abgespielt   •   Die Nutzung von Noteflight ist kostenlos.


                                                                           © Matthias Krebs / 16
Beispiel: Musizieren im Internet (Skype für Musiker)

•   Mit eJamming (http://www.ejamming.com/) können
    Musiker über das Internet zusammen Musik
    machen
•   Aufnahmeprogramm im Internet (zusammen über
    Mikrophon/Tonabnehmer Live musizieren, es
    können auch mehrere Spuren nachträglich
    aufgezeichnet werden)
•   Kontakt zu räumlich entfernten Musiker-Kollegen
•   Möglichkeiten zur Organisation von Treffen und
    Austausch von Aufnahmen und Materialien
•   Die Qualität ist sehr hoch, die Verzögerung
    zwischen den Musikern ist so gering, dass         • Es gibt noch eine Anzahl ähnlicher Konzepte
                                                      zum Musikmachen über das Internet
    gemeinsam musiziert werden kann
                                                      • einige Konzepte der Netzmusik bedienen
•   Es gibt auch Angebote für Instrumentalpädagogen   sich des Internets in seinen strukturellen und
                                                      sozialen Eigenschaften in künstlerischer Form

                                                                            © Matthias Krebs / 17
Beispiel: Organisation von Musikern (Chöre, Bands, Orchester, Seminare etc.)
                                                • Mit Mixxt (http://www.mixxt.com/) können
                                                  spezialisierte Social-Network-Plattformen
                                                  (ähnlich facebook oder StudiVZ) erstellt werden
                                                • Die Mixxt-Plattform kann auf eine ganz spezielle
                                                  Gruppe (z.B. Studierende eines Seminars,
                                                  Chormitglieder) beschränkt werden, d.h. Inhalte
                                                  werden nur für Mitglieder angezeigt
                                                  (Datenschutz, Copyrights)
                                                • Die Plattformen werden nur mit benötigten
                                                  Funktionen (u.a. Dateiaustausch, Forum, Fotos,
                                                  Veranstaltungskalender) ausgerüstet –
• Bsp. für eine halb offene Mixxt-Plattform:      technische „Spielerein“ oder Funktions-Chaos
www.musiklernen.mixxt.de                          werden vermieden
• Bsp. für eine geschlossene Mixxt-Plattform:
                                                • Eine Installation auf einem Universitäts-Server
www.digimedial1.mixxt.de
                                                  ist nicht nötig, das Angebot ist kostenlos

                                                                             © Matthias Krebs / 18
Beispiel: Lernen eines Instruments im Internet?
•   iPerform3D (www.iperform3d.com/) ist eine
    kommerzielle Online-Gitarrenschule
•   Angefangen beim Spielen einfacher Akkorde und
    Anschlagarten werden auch Notenkenntnisse vermittelt
•   Als Gitarrenlehrer fungiert eine Gruppe realer
    Menschen, die über aufwendige Technik in allen
    Bewegungen digitalisiert wurden
•   Das virtuelles Modell eines Gitarrenlehrers kann frei von
    allen Seiten betrachtet (auch durch das Griffbrett
    hindurch) und das Tempo kann frei gewählt werden            • Der iPerform-Gitarrenkurs ist ganz klar kein
•   Das System sieht Stufen unterschiedlichen                   Ersatz für eine Instrumentalausbildung an einer
    Schwierigkeitsgrades vor, die frei wiederholt oder          Musikschule
    übersprungen werden können                                  • Hier werden aber Ansätze deutlich, wie das
                                                                Musiklernen im digitalen Zeitalter aussehen
•   Der Gitarrenschüler, kann sein Spiel aufnehmen und
                                                                kann und welche Konsequenzen die neuen
    bewerten lassen – die realen Lehrer geben Feedback          Technologien auch für den Instrumental-
•   Es gibt auch Funktionen um andere Schüler                   unterricht haben werden
    kennenzulernen um auch gemeinsam zu üben                    • Üben muss jeder Gitarrenschüler noch selbst!

                                                                                       © Matthias Krebs / 19
Online-Musikplattformen – eine kleine Auswahl




                                                © Matthias Krebs / 20
Zusammenfassung / Ausblick
Das Web2.0 ist schon seit einigen Jahren Realität. Die flächendeckende Verbreitung von
Breitbandinternet beförderte die Möglichkeiten zur musikalischen Interaktion und Kommunikation
im WWW in verschiedensten Bereichen auch für „traditionelle“ Musiker .

Alle oben kurz vorgestellten Beispiele (nur eine ganz kleine Auswahl) sind nicht an zusätzliche
technische Ausstattung gebunden. Voraussetzung ist ein normaler Computer bzw. Laptop mit
Internetanschluss – d.h. die Angebote im Internet sind sofort einsetzbar (es ist kein musikspezifisch
ausgestattetes Computerlabor oder Studio nötig, Seminare können (sollten!) an den eigenen
Laptops durchgeführt werden).

Fast täglich werden neue innovative Angebote vorstellt, die sich für musikspezifische Bedürfnisse
(aus)nutzen lassen – häufig können diese sogar kostenlos genutzt werden. Es sind Kompetenzen
gefragt, die nicht die Bedienung einer Anwendung betreffen, sondern nicht zuletzt die bewusste Aus-
wahl nach eigenen (musikalischen) Bedürfnissen im Kontext der medialen Entwicklung bestimmen.

In naher Zukunft wird das mobile Internet eine große Bedeutung gewinnen, d.h. vernetzte
Kommunikation und Interaktion wird überall stattfinden – so auch netzbasiertes Musizieren.

                                                                                 © Matthias Krebs / 21
Weitere Informationen / Kontakt



Auf meinen Weblogs können Sie weitere Beispiele zum Thema „Musikmachen im Internet“ sowie
Skripte finden:

www.netzmusik.wordpress.com

www.musiklernen.tumblr.com - Blog der Seminarergebnisse des Musikpädagogikseminars
                           „Musiklernen im Web2.0“ im Wintersemester 2009/10 an der
                           Universität Potsdam (Unterrichtsideen, Konzepte, Essays)




Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!                 Matthias Krebs
                                                     Tel.: 0177 7373939
                                                     krebs@udk-berlin.de
                                                     www.matthiaskrebs.net

                                                                             © Matthias Krebs / 22

Musiklernen im Internet

  • 1.
    Das vorliegende Skriptist zunächst ein Arbeitspapier. Es soll einen knappen Überblick zur aktuellen Entwicklung, den Phänomenen, den Bedingungen und zum musikpädagogischen Potenzial des vernetzten Lernens bieten. Musiklernen im Internet Matthias Krebs Abbildung: thounds.com
  • 2.
    Bedeutung des Internets Dieaktuelle JIM-Studie (www.mpfs.de) verdeutlicht den sehr engen Kontext, in dem Musik und das Internet bei Jugendlichen zueinander stehen. Drei Viertel der 12 bis 19-Jährigen besitzen einen eigenen! Computer mit Internetzugang. Bevorzugte Informationsquelle und Ort der Auseinandersetzung mit dem Thema Musik ist das Internet. Wie soll Musikunterricht ernstgenommen Abbildung: Musik-Ferien-Workshop, 2008 werden, wenn das Internet dort ignoriert wird? So viel von unserer Musikkultur spielt sich im Internet ab. Es ist der Ort, wo Musik gehört und diskutiert, wo Musik veröffentlicht, neu entdeckt und durch Empfehlung verbreitet wird. Dort kann man sogar verfolgen, wie Musikstücke in kleinen Gruppen entstehen oder gar gleich selbst online komponieren und gemeinsam musizieren. Daneben gibt es das Kunstgenre Netzmusik das musikalisch die Eigenschaften seines Mediums reflektiert und die Rolle des Hörers durch Interaktion neu definiert. © Matthias Krebs / 2
  • 3.
    Bedeutung des Internets Ander Musikkultur teilzuhaben, schließt heute also auch mit ein, Angebote des Internets zu nutzen und damit umgehen zu können. Das stellt uns Lehrende wiederum vor eine Herausforderung, denn wir können das Netz nicht mehr aus dem Unterricht voll und ganz ausschließen. Es handelt sich aber um keine Bedrohung für die „traditionelle“ Musikvermittlung. Singen, Tanzen, Klassenmusizieren usw. haben im Unterricht ihren festen Platz. Das Internet bietet leicht zugängliche Möglichkeiten der Ergänzung. Lernende können Lieder selber schreiben oder Begleitungen erfinden, eigene Tanzmusiken kreieren oder ein sphärisches Instrument etwa mit Handgesten zum klingen bringen. Das Internet bietet eine Chance ein bedeutendes Medium der Musikpraxis von Schülerinnen und Schülern in den Unterricht einzubeziehen und mit ihnen gemeinsam neuartige musikalische Ausdrucksformen erforschen zu können. © Matthias Krebs / 3
  • 4.
    Veränderte Mediennutzung Die klassischenMedien verlieren zu Gunsten des Internet. Täglicher Mediamix der 14-19Jährigen in Min. 9 120 97 100 Quelle: JIM-Studie 2008 (Jugend, Information, Multimedia) „Sie alle sind das, was wir „Digital Natives“ nennen – Menschen also, die nach 1980 direkt in das digitale Zeitalter hineingeboren wurden, als Technologien wie Usenet und Bulletin-Board-Systeme online gingen. Sie sind durchweg vernetzt und mit den neuen digitalen Medien und Möglichkeiten bestens vertraut.“ Quelle: Palfrey, John und Gasser, Urs: Generation Internet. München (2008) © Matthias Krebs / 4
  • 5.
    Mediennutzung im Detail:Die neue Generation der „Digital Natives“ • Fast 96% der 14-19-Jährigen haben Zugang zum Internet Tägliche Mediennutzung in Deutschland 250 • Mehr als 50% besitzen einen eigenen 225 Min./Tag insgesamt Internetanschluss 200 14-19jährige • Seit 2008 besitzen Jugendliche erstmals eher Computer als Fernseher 150 120 Min./Tag 100 • Sie sind 123 Minuten pro Tag online – 100 Min./Tag dagegen 97 Minuten vor dem Fernseher 58 Min./Tag und 89 Minuten Radio 50 • Internet ist das Medium, auf das die 0 meisten Jugendlichen am wenigsten Fernsehen Internet verzichten könnten Quelle: ARD/ZDF-Onlinestudie, 2009; JIM-Studie 2008 (Jugend, Information, Multimedia) • 95 % der Jugendlichen besitzen ein eigenes Handy © Matthias Krebs / 5
  • 6.
    Musiklernen im Internet? Sowohldas Musizieren als auch die Musikvermittlung sind in hohem Maße von kommunikativen und interaktiven Aspekten bestimmt. Die traditionelle Musikpraxis lässt sich jedoch nicht 1:1 in die digitale Welt des Internets übertragen. Auf der anderen Seite gibt es aber neuartige Möglichkeiten, über das Internet musizierend in Kontakt zu treten (dies auch über Kontinente hinweg). Hier werden nicht traditionelle Praktiken digital nachgebildet, sondern neue Wege gesucht, die sich den medienimmanenter Eigenschaften des (Inter-)Netzes bedienen. © Matthias Krebs / 6
  • 7.
    Musiklernen im Internet? DieMusikvermittlung kann zusätzlich von der Breite an Quellen, spezialisierten Interessengruppen und nicht zuletzt von der zeit- und ortsunabhängigen polydirektionalen Verbindung auf Online-Musikplattformen zwischen Lehrenden und Schülern (auch untereinander) profitieren. Unterrichtsinhalte können erweitert, jederzeit neue Impulse und Hilfen gegeben und Fortschritte dokumentiert werden. Beispiel: www.soundcloud.com Ein Beispiel für einen Musikplayer, bei dem Ausschnitte der Musik markieren und durch Kommentare beschrieben werden können. Diese Kommentare können von den Schüler (auch in Gruppen) geschrieben und diskutiert werden. Das Hörbeispiel kann der Lehrer z.B. auch für die HA zur Analyse freigeben. © Matthias Krebs / 7
  • 8.
    Musiklernen im Internetist mehr … … als ein Gehörbildungsprogramm oder sinnfreies Herumgeklicke. Bisher wurden 43 Online-Musikplattformen Beispiel: Kollaborative Musikplattform untersucht. Um die Vielzahl an Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Musik zu beschrei- ben, werden folgende Klassen unterschieden: 1. Sequenzer-Programme 2. Notensatzprogramme 3. Livejamming / Begleitungen 4. Kollaborative Plattformen 5. Kommunikation / Community 6. Kunst (Genre: Netzmusik) Auf www.thounds.com können Musiker kurze musikalische Gedanken mit dem 7. Soundtoys und Musikspiele Laptopmikrophon direkt ins Internet 8. Musik/Samplearchive und -bibliotheken aufnehmen. Befreundete Musiker können 9. Recherche: Musikblogs, Expertenseiten dann weitere Instrumente hinzuspielen. © Matthias Krebs / 8
  • 9.
    Was ist neu? Essind nicht die Technologien, es ist die veränderte Art und Weise seiner Nutzung, die das Web2.0 so neuartig machen. Der Begriff Web2.0 bedeutet nicht eine zweite Version des WWW. Web2.0 wurde 2004 vom Verleger Tim O‘Reilly zur Beschreibung von Eigenschaften bestehender Internetseiten erfolgreicher Internetfirmen geprägt. Die vielfältigen kommunikativen und interaktiven Nutzungsmöglichkeiten, die das Internet aktuell bietet, und die in Zukunft noch viel stärker auf das Alltagsleben Einfluss nehmen, können und sollten auch in musikpädagogischen Kontexten beachtet und integriert werden. Der Umgang mit Musik sollte nicht den wirtschaftlichen Interessen großer Medienkonzerne überlassen werden, die den Hörer zum unreflektierten Konsum schneller Effektfolgen erziehen. Ziel ist bewusstes musikalisches Gestalten. © Matthias Krebs / 9
  • 10.
    Musiklernen im Web2.0– Eine Zukunftsvision? Das sog. „Mitmach-Internet“ ist zum „Musikmach-Internet“ mutiert: Musizieren, komponieren, arrangieren, Begleitungen und Musik selbst produzieren – all diese Möglichkeiten der Gestaltung von Musik finden heute direkt im Internet-Browser statt. Die Bedienung ist so simpel wie das Verschicken einer E-Mail. Teure Computersysteme und komplexe Computerprogramme sind gar nicht nötig. Gerade ein kleiner Laptop mit Internetanschluss reicht aus, um etwa ein einfaches Notensatzprogramm nutzen oder mit sphärischen Netzinstrumenten ein Orchester gründen zu können. Das Beste jedoch ist, dass diese Plattformen nicht auf einen Computerraum beschränkt sind. Im Gegenteil: Musikprojekte lassen sich Zuhause und sogar mit Freunden gemeinsam weiterführen. Musikstücke werden geschaffen, die aus dem Entdecken von Klängen und Strukturen entstehen. Das Ergebnis kann allen vorgespielt werden, sogar vom Handy aus. © Matthias Krebs / 10
  • 11.
    Lernen im Web2.0 Dreizentrale Elemente des Web2.0 unterscheiden dieses Medium von früheren: 1. Das Netzprinzip: Überall kann jeder jederzeit mit jedem verknüpft werden und der potentielle Austausch mit allen ist möglich. Dadurch wird sowohl der Austausch von Verschiedenem zu einem Prinzip, als auch die Möglichkeit gegeben, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. So können sich Netzwerke und Praxisgemeinschaften bilden. 2. Das Prinzip der Selbststeuerung: Die Vernetzung provoziert die Selbststeuerung und setzt sie zugleich voraus. 3. Das Prinzip des persönlichen Sinns: Das Subjekt und seine individuelle Perspektive auf die Welt erhält ausschlaggebende Bedeutung. Das Kommunikationsmedium Internet hat seine eigenen Gesetze, seine eigene Dynamik – mit diesen gilt es selbstbestimmt umzugehen. © Matthias Krebs / 11
  • 12.
    Was ist Medienkompetenz? Polemischausgedrückt, ist Medienkompetenz mehr, als zu wissen, wie der Computer angeschaltet wird. Auch ist das bloße „Surfen“ im Netz allein noch keine Maßnahme, um Medienkompetenz zu erwerben. Die Nutzung des Internets ist komplex. Medienkompetenz beinhaltet • die Fähigkeit, sich relativ rasch in den Informationsangeboten orientieren und bewegen zu können, • die Fähigkeit, bestehende Informationen kritisch bewerten zu können, • die Fähigkeit, selbst eigenständige Inhalte produzieren bzw. bestehende Inhalte auf wertsteigernde Weise bearbeiten zu können, • das Wissen um den technischen Umgang mit dem Veröffentlichungswerkzeug sowie • eine Grundkenntnis der rechtlichen Rahmenbedingungen. © Matthias Krebs / 12
  • 13.
    Lernen im Web2.0:Musikpädagogische Herausforderungen Es hängt vom Lehrenden ab, ein sinnvolles Konzept für den Unterricht zu entwickeln. Methodische Überlegungen • Welches konkrete Lernziel soll mit Hilfe der Online-Musikplattform erreicht werden? • Was sind die Vorteile gegenüber traditionellen Lehrmedien (CD, Video, Buch etc.)? • Welche technischen Bedingungen und musikalischen Vorkenntnisse sind zu berücksichtigen? • Wie kann ein erstes bewusstes Ergebnis unterstützt werden (Arbeitsblatt etc.)? • Welche Möglichkeiten gibt es, Musik bewusst zu gestalten? Ist das Klangergebnis reproduzierbar? • Welche Möglichkeiten gibt es, das Ergebnis mit körperlicher Musikpraxis (Singen, Tanzen etc.) zu verbinden? • Entspricht die Komplexität der Bedienung der Komplexität des möglichen musikalischen Ausdrucks? Überlegungen zur Motivation • Welchen Sinn/Nutzen/Spaß/Herausforderung bietet die Online-Musikplattform für die Lernenden? • Welche Möglichkeiten zur Team-Kommunikation oder zur Präsentation von Ergebnissen gibt es? • eine Hitparade, ein großes Orchester, ein Solo-Vortrag … Abbildung: Grundschul-Workshop, 2009 © Matthias Krebs / 13
  • 14.
    Musiklernen im Internetist nicht Gehörbildung oder Youtube! Musikmachen im Internet braucht dabei nicht mehr als einen Standard-Computer mit Internetanschluss – keine komplexe Software. Z.B. können Begleitungen zum Dazusingen erfunden werden, es können Noten (www.noteflight.com) oder Gitarrentabs (www.songsterr.com) angehört, geschrieben, ausgedruckt und zwischen Mitschülern ausgetauscht werden, es können einfache Musikaufnahmen von Zuhause gemacht und die besten Stücke können sogar aufs Handy übertragen und auf den Freunden vorgespielt werden. Es gibt viele geeignete Möglichkeiten, Musik im Internet-Browser nicht nur anzuhören, sondern sie gleich selbst zu gestalten. Musiklernen und der kreative Umgang mit Musik, in dem eine Idee bewusst gestaltet wird, stehen in einem engen Zusam- menhang. Das Internet bietet dafür weitere Instrumente. Nicht zuletzt besteht die Chance, bisher ausgeschlossene Lernende durch einen alternativen Zugang zu motivieren und in das Musikmachen zu integrieren. Abbildung: Musik-Ferien-Workshop, 08 © Matthias Krebs / 14
  • 15.
    Fazit Musik ist imInternet. Musik kann im Internet gestaltet werden. Wann, wie, mit wem und mit welchem musikalischem Abbildung: www.thounds.com Ergebnis entscheidet der Musizierende, der es vor einem Publikum präsentieren kann. Den obersten Stellenwert im Musik- und Instrumentalunterricht sollten immer noch die Lernenden und die Musik einnehmen. Die digitalen Medien bieten aber viele Möglichkeiten, beiden gerecht zu werden, vorausgesetzt, diese Möglichkeiten werden von den Lehrenden erkannt und sinnvoll genutzt. Im Folgenden seien einige Beispiele von Online-Musikplattformen kurz vorgestellt: © Matthias Krebs / 15
  • 16.
    Beispiel: Notenschreiben undgemeinsame Kompositionen (Youtube für Noten) • Mit Noteflight (http://www.noteflight.com/) können Noten im Internet publiziert werden. • Notationsprogramm im Internet-Browser mit intuitiver Noteneingabe (auch Akkordsymbole, Liedtexte und Dynamikzeichen) • Die Noten können akustisch wiedergegeben werden (auch einzelne Stimmen) • Möglichkeit zum Ausdrucken sowie Speicherfunktion • Die Noten können auch in und aus anderen Notationsprogrammen exportiert • Kollaboratives Editieren von Noten – bzw. importiert werden (MusicXML, MIDI, ermöglicht Gemeinschaftskompositionen oder WAV) • Notenblätter können auf andere Seiten das Unterstützen von Lehrern/Mitschülern und z.B. Blogs angezeigt und abgespielt • Die Nutzung von Noteflight ist kostenlos. © Matthias Krebs / 16
  • 17.
    Beispiel: Musizieren imInternet (Skype für Musiker) • Mit eJamming (http://www.ejamming.com/) können Musiker über das Internet zusammen Musik machen • Aufnahmeprogramm im Internet (zusammen über Mikrophon/Tonabnehmer Live musizieren, es können auch mehrere Spuren nachträglich aufgezeichnet werden) • Kontakt zu räumlich entfernten Musiker-Kollegen • Möglichkeiten zur Organisation von Treffen und Austausch von Aufnahmen und Materialien • Die Qualität ist sehr hoch, die Verzögerung zwischen den Musikern ist so gering, dass • Es gibt noch eine Anzahl ähnlicher Konzepte zum Musikmachen über das Internet gemeinsam musiziert werden kann • einige Konzepte der Netzmusik bedienen • Es gibt auch Angebote für Instrumentalpädagogen sich des Internets in seinen strukturellen und sozialen Eigenschaften in künstlerischer Form © Matthias Krebs / 17
  • 18.
    Beispiel: Organisation vonMusikern (Chöre, Bands, Orchester, Seminare etc.) • Mit Mixxt (http://www.mixxt.com/) können spezialisierte Social-Network-Plattformen (ähnlich facebook oder StudiVZ) erstellt werden • Die Mixxt-Plattform kann auf eine ganz spezielle Gruppe (z.B. Studierende eines Seminars, Chormitglieder) beschränkt werden, d.h. Inhalte werden nur für Mitglieder angezeigt (Datenschutz, Copyrights) • Die Plattformen werden nur mit benötigten Funktionen (u.a. Dateiaustausch, Forum, Fotos, Veranstaltungskalender) ausgerüstet – • Bsp. für eine halb offene Mixxt-Plattform: technische „Spielerein“ oder Funktions-Chaos www.musiklernen.mixxt.de werden vermieden • Bsp. für eine geschlossene Mixxt-Plattform: • Eine Installation auf einem Universitäts-Server www.digimedial1.mixxt.de ist nicht nötig, das Angebot ist kostenlos © Matthias Krebs / 18
  • 19.
    Beispiel: Lernen einesInstruments im Internet? • iPerform3D (www.iperform3d.com/) ist eine kommerzielle Online-Gitarrenschule • Angefangen beim Spielen einfacher Akkorde und Anschlagarten werden auch Notenkenntnisse vermittelt • Als Gitarrenlehrer fungiert eine Gruppe realer Menschen, die über aufwendige Technik in allen Bewegungen digitalisiert wurden • Das virtuelles Modell eines Gitarrenlehrers kann frei von allen Seiten betrachtet (auch durch das Griffbrett hindurch) und das Tempo kann frei gewählt werden • Der iPerform-Gitarrenkurs ist ganz klar kein • Das System sieht Stufen unterschiedlichen Ersatz für eine Instrumentalausbildung an einer Schwierigkeitsgrades vor, die frei wiederholt oder Musikschule übersprungen werden können • Hier werden aber Ansätze deutlich, wie das Musiklernen im digitalen Zeitalter aussehen • Der Gitarrenschüler, kann sein Spiel aufnehmen und kann und welche Konsequenzen die neuen bewerten lassen – die realen Lehrer geben Feedback Technologien auch für den Instrumental- • Es gibt auch Funktionen um andere Schüler unterricht haben werden kennenzulernen um auch gemeinsam zu üben • Üben muss jeder Gitarrenschüler noch selbst! © Matthias Krebs / 19
  • 20.
    Online-Musikplattformen – einekleine Auswahl © Matthias Krebs / 20
  • 21.
    Zusammenfassung / Ausblick DasWeb2.0 ist schon seit einigen Jahren Realität. Die flächendeckende Verbreitung von Breitbandinternet beförderte die Möglichkeiten zur musikalischen Interaktion und Kommunikation im WWW in verschiedensten Bereichen auch für „traditionelle“ Musiker . Alle oben kurz vorgestellten Beispiele (nur eine ganz kleine Auswahl) sind nicht an zusätzliche technische Ausstattung gebunden. Voraussetzung ist ein normaler Computer bzw. Laptop mit Internetanschluss – d.h. die Angebote im Internet sind sofort einsetzbar (es ist kein musikspezifisch ausgestattetes Computerlabor oder Studio nötig, Seminare können (sollten!) an den eigenen Laptops durchgeführt werden). Fast täglich werden neue innovative Angebote vorstellt, die sich für musikspezifische Bedürfnisse (aus)nutzen lassen – häufig können diese sogar kostenlos genutzt werden. Es sind Kompetenzen gefragt, die nicht die Bedienung einer Anwendung betreffen, sondern nicht zuletzt die bewusste Aus- wahl nach eigenen (musikalischen) Bedürfnissen im Kontext der medialen Entwicklung bestimmen. In naher Zukunft wird das mobile Internet eine große Bedeutung gewinnen, d.h. vernetzte Kommunikation und Interaktion wird überall stattfinden – so auch netzbasiertes Musizieren. © Matthias Krebs / 21
  • 22.
    Weitere Informationen /Kontakt Auf meinen Weblogs können Sie weitere Beispiele zum Thema „Musikmachen im Internet“ sowie Skripte finden: www.netzmusik.wordpress.com www.musiklernen.tumblr.com - Blog der Seminarergebnisse des Musikpädagogikseminars „Musiklernen im Web2.0“ im Wintersemester 2009/10 an der Universität Potsdam (Unterrichtsideen, Konzepte, Essays) Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Matthias Krebs Tel.: 0177 7373939 krebs@udk-berlin.de www.matthiaskrebs.net © Matthias Krebs / 22