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RESEARCHSERVICES
Studie
IT-Freiberufler
2018
Silber-Partner
bronze-Partner
Alle Angaben in diesem Ergebnisband wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Trotzdem sind
Fehler nicht ausgeschlossen. Verlag, Redaktion und Herausgeber weisen darauf hin, dass sie weder eine
Garantie noch eine juristische Verantwortung oder jegliche Haftung für Folgen, die auf fehlerhafte
Informationen zurückzuführen sind, übernehmen.
Der vorliegende Ergebnisberichtsband, einschließlich all seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt.
Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung
in elektronischen Systemen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Genehmigung durch
IDG Research Services.
Ein aktuelles Studienprojekt von
RESEARCH SERVICES
Silber-Partner
Bronze-Partner
Unlängst berichtete ein Dax-30-CIO, dass
er für ein großes Projekt gleich mal 300
IT-Freiberufler anheuern wolle. Die Qualität
der Profile, die ihm angeboten wurden, ließ
ihn allerdings nicht gerade in Freudentränen
ausbrechen. Kein Wunder – alle, Anwender-
firmen wie Beratungs- und Softwarehäuser,
benötigen dringendst IT-Experten. Der Markt
ist eng geworden.
Schon seit Jahren warnen Arbeitsmarkt­
experten vor dem Engpass an IT-Mitarbei-
tern, an gut qualifizierten sowieso. Das
­Thema Fachkräftemangel dürfte viele Arbeit-
geber weiter begleiten. Genauso bleibt die
Flexi­bilisierung der Arbeitswelt akut, wie
­unsere aktuelle Studie zum Freiberuflermarkt
bestätigt. Zum Beispiel mit folgender Zahl:
Der ­Anteil der Unternehmen, die ihre Frei­
beruflerquote erhöhen, stieg von 45 auf
62,5 Prozent. Und weiter: Mehr als ein Drittel
der Befragten will in Zukunft noch stärker
auf externe IT-Fachkräfte setzen.
Wichtig ist, dass Freiberufler in diesem über-
hitzten Markt nicht den Kopf verlieren und
vor lauter Geldverdienen vergessen, dass sie
sich weiterbilden müssen. Die Studie sagt
ganz klar, dass die Qualität der Profile, die der
Vermittler dem CIO (oder wer sonst dafür zu-
ständig ist) vorlegt, das wichtigste Entschei-
dungskriterium für die Erteilung eines Auf-
trags ist. Sind die IT-Experten gut, werden
die Unternehmen dafür zahlen. Damit wären
wir wieder bei unserem oben genannten Bei-
spiel des Dax-30-CIOs, der auch ein zweites
wichtiges Kriterium hervorhebt: Die direkte
Beziehung zum Dienstleister wird wichtiger.
Dort müssen fachlich kompetente Ansprech-
partner sein, die auf jeden Fall ein IT-Grund-
verständnis mitbringen sollten.
Das ist schon deshalb wichtig, weil die
­Diskussion sowohl mit den Auftraggebern
als auch mit den Freelancern auf einem
­immer höheren Niveau stattfinden. Mit der
Digita­lisierung setzen sich agile Projekt­
methoden und der DevOps-Ansatz durch.
Auf der Technikseite gewinnen Advanced
Analytics, Künstliche Intelligenz und Block-
chain an Bedeutung. Vermittler, die nicht
mitreden können, dürften auf Dauer keine
Chancen haben.
Das ist die gute Nachricht der diesjährigen
Studie: Kompetenz und Qualität zahlen sich
aus – Motivation für alle, die Engagement
zeigen.
Ihr Hans Königes
CIOs erwarten
Qualität und
Kompetenz Hans Königes,
Ressortleiter Jobs & Karriere
Editorial 3
Inhalt
Die Key Findings im Überblick ............................................................ 6
Die Key Findings im Einzelnen
1. Status quo: Immer öfter Freelancer im Einsatz...................................9
2. Externe vs. Interne: 2018 wechselt die Führung..............................10
3. Auftragsvergabe: Qualität wichtiger als der Preis............................. 11
4. Beschaffungskanäle: Alles fließt...........................................................12
5. Leistungsversprechen: Die persönliche Ebene zählt.......................13
6. Freiberuflerbefragung: Geld und Fairness stehen im
	Vordergrund..............................................................................................14
7. Freiberuflerbefragung: Die allgemeine Zufriedenheit sinkt............15
8. Freiberuflerbefragung: Mehr Euro pro Tag und Stunde..................16
Management Summary
6
Editorial
3
	1. Brain Drain – Kompetenzen sichern..................... 40
2. Personal-Mix – Kompetenzen beschaffen...........41
3. Interaktion – Kompetenzen austauschen........... 42
4. Lebenslanges Lernen – Kompetenzen
ausbauen.................................................................... 43
Weitere
Studienergebnisse
39
Studiendesign
50
Studiensteckbrief...................51
Stichprobenstatistik...............52
©shutterstock.com/vectorfusionart
Die Studienreihe
61
Unsere Autoren / Sales-Team /
Gesamtstudienleitung..................62
Vorschau Studienreihe.................63
Kontakt  / 
Impressum
60
Die Sicht der Einsatzunternehmen ........................................................... 17
1. Leistung lohnt sich – womit Dienstleister punkten können...................18
2. Rechtsberatung – Angebot schlägt Nachfrage........................................19
3. IT-Projekte – Glocal Denglish...................................................................... 20
4. IT-Projekte – hier entsteht Handlungsbedarf............................................21
5. IT-Bereiche – noch mehr Nachfrage .........................................................22
6. Mixed Teams – gemeinsam besser arbeiten.............................................23
7. Software – Hilfe beim Steuern der Personaldienstleister........................24
8. Kein Bedarf – warum nur Festangestellte ­eingesetzt werden...............25
Ausgewählte Antworten von IT-Projektverantwortlichen.......................... 26
Die Sicht der IT-Freiberufler ..................................................................... 28
	1. Projekte und Kunden – ziemlich ausgelastet........................................... 29
2. Herausforderungen – der rechtliche Rahmen......................................... 30
3. Neuprojekte – man kennt sich, man vertraut sich...................................31
4. Scheinselbstständig – in der Ruhe liegt die Kraft ....................................32
5. Der Status – never change a winning team..............................................33
6. Konkurrenz – wenn aus Nearshore Onshore wird................................. 34
7. Marktentwicklung 1 – IT-Projektkategorien................................................35
8. Marktentwicklung 2 – IT-Bereiche.............................................................. 36
Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern................................................37
Die Studienergebnisse im Einzelnen
17
Unsere
Silber-­Studienpartner ­
stellen sich vor
55
HAYS AG..........................................................56
neusta consulting..........................................58
Blick in die
Zukunft
44
Von Truthähnen und
Schwänen
Interviews mit
den Verbänden
47
DBITS.................... 48
VGSD..................... 49
Die
Key Findings
im Überblick
Management
Summary
Qualität schlägt
Quantität
Klare Botschaft: Gewichtung der
­Kriterien bei der Auswahl und
­Beauftragung externer
IT-Fachkräfte
Direkte
Beauftragung
Insgesamt bevorzugen Unternehmen
die direkte Beauftragung. Je größer
das Unternehmen, desto häufiger sind
Personaldienstleister eingesetzt.
IT-Freiberufler:
weit verbreitet
Vier von fünf Unternehmen setzen
IT-Freelancer ein.
Derzeit:
50 % Feste – 50 % Freie
Einsatzunternehmen schätzen, dass
sich der Anteil externer IT-Fachkräfte
weiter erhöhen wird.
NeinJa
Eigene Festangestellte
(interne Mitarbeiter)
Arbeitnehmer­-
überlassung
Selbstständige
IT-Fachkräfte
Outsourcing-
Dienstleister
50,0  %
13,8  %
21,6  %
14,6  %
Qualität der
vorgestellten
IT-Fachkräfte-
Profile
Anzahl der
IT-Profile eines
Dienstleisters
Platz 1
Platz
13
20  %
Über
Personal­
dienstleister
Direkte
Beauf-
tragung39  %
Darüber freuen
sich Freelancer
Das ist den Unternehmen bei ihren
Personalvermittlern wichtig
Leicht rückläufige
Zufriedenheit
Die durchschnittliche Zufriedenheit der Freelancer
mit ihren Personaldienst­leistern hat gegenüber dem
Vorjahr leicht abgenommen.
©shutterstock.com/vectorfusionart
Stundensätze – es geht aufwärts
Bleibt der Trend intakt, ist 2019 die Marke von 100 Euro
pro Stunde in Reichweite.
1.
Gute Zusammenarbeit
bei früherem IT-Projekt
45,2  %
43,8  %
42,0  %
2.
Reputation des
Personaldienstleisters
3.
„Guter Draht“ zu festem
­Kundenansprechpartner
Zuverlässige Zahlung1,50
Durchschnitts­
bewertung auf
Skala von 1 bis 6
2017 2018
2,63
Durchschnitts­
bewertung auf
Skala von 1 bis 6
über alle Kriterien
hinweg
Durchschnitts­
angaben in Euro
2015 2016 2017 2018
(erwarteter
Stundensatz)
80,25
84,05
88,41
93,80
1,54
1,71
Faire Verträge
Reibungslose
Abwicklung
(von Vertrag bis
Abrechnung)
2,83
Die Key Findings
im Einzelnen
IT-Freiberufler 2018
1. Status quo:
Immer öfter Freelancer im Einsatz
Im vergangenen Jahr hat sich der Einsatz von IT-Freiberuflern in Unternehmen
­erneut ausgeweitet – und zwar deutlich. Zudem geht die überwiegende Mehrheit
der Befragten davon aus, dass Freelancer ein strategisches Werkzeug sind, flexibel
auf Schwankungen in der Auslastung der Kernbelegschaft zu reagieren.
Fast vier von fünf Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten
IT-Freiberufler eingesetzt. Gegenüber der Studie aus dem Vorjahr bedeutet
dies einen Anstieg um neun Prozentpunkte. Nur noch jede fünfte Firma
­verzichtet ganz auf die Unterstützung durch Freelancer.
Mehr als ein Drittel der Befragten will in Zukunft verstärkt auf externe
IT-Fachkräfte setzen, um beispielsweise flexibel auf Veränderungen in der
Nachfrage reagieren zu können. Für über die Hälfte der Unternehmen sind
Freelancer zumindest in Teilen eine strategische Überlegung wert.
Von den großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sprechen
sich 43,8 Prozent für einen stärkeren strategischen Einsatz von IT-Freiberuf-
lern aus, bei kleineren Firmen sind es lediglich 27,5 Prozent.
Wurden in Ihrem Unternehmen in
den vergangenen zwölf Monaten
externe IT-Fachkräfte eingesetzt?
Angaben in Prozent. Basis: n = 543
Studie
IT-Freiberufler
2018
Studie
IT-Freiberufler
2017
Gibt es in Ihrem Unternehmen ganz grund­
sätzliche strategische Überlegungen, ob mit
mehr oder weniger externen IT-Fachkräften
­gearbeitet werden soll (um z.B. immer ganz
­flexibel auf dem Markt agieren zu können)?
Angaben in Prozent. Basis: n = 329
Weiß nicht
Ja
Nein
78,5
19,0
2,6
Weiß nicht
Ja
Nein
69,3
27,4
3,4
Weiß nicht
Ja, in stärkerem
Maße
Nein
7,6
2,4
Ja, vereinzelt
55,0
35,0
9Management Summary
Eigene
Festangestellte
(interne
Mitarbeiter)
Arbeitnehmer­
überlassung
Selbstständige
IT-Fachkräfte
Outsourcing-
Dienstleister
2. Externe vs. Interne:
2018 wechselt die Führung
Beim Blick auf die Mitarbeiterstruktur zeigt sich ebenfalls, dass der Einsatz externer
IT-Mitarbeiter zulegen konnte. Ihr Anteil hat inzwischen mit dem der fest angestellten
Kräfte der ­Unternehmen gleichgezogen. Fragt man nach der Zukunft, zeichnet sich ab,
dass die Bedeutung der Festanstellung weiter schwindet.
Genau die Hälfte der IT-Fachkräfte ist derzeit noch fest bei den Einsatz­
unternehmen angestellt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Anteil noch
auf 55 Prozent belaufen. Bei der Unternehmensgröße gilt die Faustregel:
je kleiner, desto mehr Festangestellte. Aber der Unterschied ist nur gering:
Auch ­Firmen unter 100 Millionen Euro Umsatz kommen auf 53 Prozent
Festan­gestellte, Konzerne mit mehr als fünf Milliarden Euro Einnahmen
liegen bei 48 Prozent eigenen IT-Fachkräften.
Die Arbeitnehmerüberlassung hat am deutlichsten profitiert, trotz der
­Gesetzesreform zum April 2017. Allerdings stehen die Konsequenzen wie die
Überlassungshöchstdauer auch erst 2018 an. Der Anteil der Selbstständigen
fiel geringfügig zurück, während Outsourcing-Dienstleister leicht zulegen
konnten.
In den Prognosen zeigt sich, dass der Freelancer-Trend im laufenden
Jahr sogar noch an Fahrt aufnehmen kann. So stieg der Anteil der Unter­
nehmen, die ihre Freiberufler-Quote erhöhen beziehungsweise deutlich
­erhöhen wollen, gegenüber 2017 von zusammen 45 Prozent auf inzwischen
62,5 Prozent.
Wie setzen sich die IT-Fachkräfte, mit denen
Ihr Unternehmen derzeit zusammenarbeitet,
von der Struktur her zusammen?
Angaben in Prozent. Basis: n = 327
50,0
Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach
der Anteil externer IT-Fachkräfte in Zukunft
verändern?
Angaben in Prozent. Basis: n = 331
13,8
21,6
14,6
Deutlich
erhöhen
Erhöhen In etwa
gleich
bleiben
Ver-
ringern
Deutlich
verringern
Weiß
nicht /
keine
Angabe
18,1
44,4
34,1
1,8 0,6 0,9
10 Management Summary
3. Auftragsvergabe:
Qualität wichtiger als der Preis
„Alles wie gehabt“, hieß es hier im Vorjahr. Und auch 2018 ist die Qualität der vor­
gelegten Profile von IT-Fachkräften wieder das wichtigste Entscheidungskriterium.
Der Preis hingegen wiegt weniger schwer. Insgesamt ist der Abstand zwischen
den Kriterien geschrumpft.
Wichtigste Punkte für Auswahl und Beauftragung von externen IT-Fach­
kräften nach der Qualität der Profile sind Erfahrungswerte aus gemeinsamen
Projekten sowie bestätigte Referenzen. Am Ende der Skala rangieren wie bis-
her die quantitativen Kriterien, also die Größe des Freelancer-Pools, die Anzahl
der vorgestellten Profile und die Anzahl der Dienstleister, die sich an der Aus-
schreibung beteiligen.
Die Stunden- / Tagessätze der vorgeschlagenen Fachkräfte fallen 2018 bei
der Entscheidung vom dritten (2,15) auf den fünften Platz (2,33).
Die Befragten aus Fachbereichen stellen insgesamt geringere Anforderun-
gen als ihre Kollegen aus der Unternehmensleitung und der IT-Abteilung.
Kleinere Unternehmen achten maßgeblich auf Qualität und Tagessatz, große
Unternehmen liegen bei allen anderen Entscheidungskriterien in Führung.
Wie wichtig sind Ihnen die nachfolgenden Kriterien bei der Auswahl und
­Beauftragung von externen IT-Fachkräften?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr wichtig“) bis 6 („Überhaupt nicht wichtig“).
Basis: n = 331
Qualität der
vorgestellten
IT-Fachkräf­
te-Profile
Erfahrungs­
werte aus ge­
meinsamen
Projekten
(Bestätigte)
Beurteilungen
der Leistung
der externen
IT-Fach­
kraft aus
vergangenen
Projekten
(Referenzen)
Geschwin­
digkeit der
Rekrutierung
geeigneter
IT-Fachkräfte
durch den
Dienstleister
Stundensätze
/ Tagessätze
der vorge­
schlagenen
IT-Fachkraft
Zeitaufwand
für die Rekru­
tierung einer
externen
IT-Fachkraft
Zeitdauer bis
zur Vorstel­
lung einer
IT-Fachkraft
Vergleich­
barkeit der IT-
Fach­kräfte-
Profile
Anspra­
che eines
persönlichen
Netzwerkes
(Referenzen)
Räumliche
Nähe der
Kandidaten
(vor Ort   /
Remote)
Anzahl der
vorgestellten
IT-Fach­
kräfte-Profile
Anzahl der
teilneh­
menden
Dienstleister
an der Aus­
schreibung
(Wettbewerb)
Anzahl der
IT-Fach­
kräfte eines
Dienstleisters
(Pool-Größe)
2,01
2,15 2,24
2,29
2,33
2,41
2,42
2,45 2,51
2,51
2,69
2,76
2,88
11Management Summary
Über Third-
Party-
Manager /
Managed-­
Service-
Provider
Über
Online-­
Portale
Über
klassische
IT-Bera­
tungsunter­
nehmen
Über
Personal­
dienstleister
Direkte
Beauf­-
tragung
ohne
­Vermittler
Direkte
Beauftragung
der externen
IT-Fach­
kräfte ohne
Vermittler
Externe
IT-Fach-
kräfte über
Online-
Portale
Externe
IT-Fach-
kräfte über
klas­sische
IT-­
Beratungs-
unternehmen
Ausgelagerte
Rekrutie­
rung über
Third-Party-­
Manager/
Managed-­
Service-
Provider
Externe
­IT-Fach-
kräfte über
Personal­
dienstleister
4. Beschaffungskanäle:
Alles fließt
Bei den Kanälen zur Beschaffung freier IT-Experten gibt es seit Jahren ähnliche Trends:
Nach der direkten Beauftragung haben Online-Portale traditionell die besten Aus­
sichten, während Personaldienstleister an Boden verlieren. Die Realität sieht jedoch
noch anders aus.
Seit geraumer Zeit sinken die Zukunftsaussichten von Personaldienstleistern,
wenn es nach den befragten Unternehmen geht. Gegenüber dem Vorjahr
konnte dieser Beschaffungskanal gegen den Trend allerdings um über einen
Prozentpunkt zulegen. Knapp fünf Prozentpunkte verloren haben hingegen
die klassischen IT-Beratungsunternehmen. Hier gab es jedoch in den vergan-
genen Studien immer wieder Ausschläge in beide Richtungen.
Der Online-Kanal konnte seine guten Zukunftsaussichten in diesem Jahr
tatsächlich in Zugewinne umwandeln. Der Anteil stieg gegenüber 2017 von
8,6 Prozent auf 13,4 Prozent. Für die kommenden Jahre sieht es ebenfalls gut
aus für die Portale.
In Konzernen mit über fünf Milliarden Euro Umsatz fällt die Quote der
­direkten Vermittlung auf unter 25 Prozent. Im Gegenzug landen Personal-
dienstleister und IT-Berater jeweils bei etwa 27 Prozent. In Firmen unter
100 Millionen Euro Umsatz liegt die direkte Vermittlung mit zirka 54 Prozent
unangefochten an der Spitze.
Wie beauftragen Sie externe IT-Fachkräfte?
­Geben Sie bitte ungefähr in Prozent an, zu
­welchem Grad Sie die folgenden Beschaffungs-
kanäle nutzen.
Angaben in Prozent. Basis: n = 324
Wie schätzen Sie die Bedeutung der folgenden
Beschaffungskanäle zur Rekrutierung von
­externen IT-Fachkräften in den kommenden
zwei Jahren ein?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von -2 („Wird stark an
­Bedeutung verlieren“) bis +2 („Wird stark an Bedeutung zunehmen“),
wobei 0 für „Wird etwa gleichbedeutend bleiben“ steht. Positive Werte
stehen also für Zugewinn an Bedeutung. Je höher der Mittelwert,
desto stärker der Zugewinn.) Basis: n = 331
9,5
13,4
18,1
19,6
39,4
0,77
0,64
0,48
0,44
0,41
12 Management Summary
5. Leistungsversprechen:
Die persönliche Ebene zählt
Unternehmen setzen dieses Jahr mit Nachdruck auf die „Beziehung“ zu einem Personal­
dienstleister. Das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Aufsteiger der vergangenen Studie,
fällt deutlich zurück. Gleiches gilt für die fachliche Kompetenz des Ansprechpartners
beim Dienstleister.
Veränderungen in den Fragen sorgten in der vorliegenden Untersuchung für
Verschiebungen auf den ersten Plätzen: Der „Neueinsteiger 2018“, die erstmals
abgefragte „gute Zusammenarbeit bei einem früherem IT-Projekt“, setzte sich
sofort an die Spitze. Der zweite Neuzugang in der Befragung, die „Reputation
des Personaldienstleisters“, sprang auf die zweite Position.
Verdrängt wurden das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Gewinner und
­Spitzenreiter des Vorjahres, sowie die fachliche Kompetenz des Ansprech­
partners. Diese rangiert allerdings immer noch weit oben und wird flankiert
durch den „guten Draht zu einem festen Ansprechpartner“, den ebenfalls
­viele Einsatzunternehmen schätzen.
Die persönliche Bindung mit ihren verschiedenen Facetten ist entschei-
dend für die Auswahl eines Dienstleisters. Qualitative Kriterien hingegen
­rangieren – wie schon in den Vorjahren – am Ende des Feldes.
Was sind die maßgeblichen Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten
Personaldienstleisters?
Angaben in Prozent. Mehrfachantworten möglich. Basis: n = 219
Gute Zusammenarbeit bei früherem IT-Projekt
Reputation des Personaldienstleisters
„Guter Draht“ zu (festem) Kundenansprechpartner
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
IT-Know-how der Ansprechpartner des Anbieters
Branchenkompetenz und Markt-Know-how
Kundenreferenzliste
Bekanntheit des Personaldienstleisters
Höhe der Vermittlungsprovision
Regionale Nähe des Anbieters
Größe und Finanzkraft des Personaldienstleisters
Umfassendes Portfolio (inkl. eigener Projektkompetenz)
Vertragsrechtliche Kompetenz des Anbieters
Internationale Präsenz des Personaldienstleisters
Andere maßgebliche Kriterien
45,2
43,8
42,0
39,7
36,5
36,1
34,2
30,1
27,4
26,9
20,1
19,2
15,5
7,8
1,8
13Management Summary
6. Freiberuflerbefragung:
Geld und Fairness stehen im Vordergrund
Zuverlässige Zahlungen – für Freelancer ist dies das wichtigste Kriterium bei der
­Bewertung einer Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern. Gefordert ist auch die
­faire Ausgestaltung der Verträge. Und je weniger Reibung in der Zusammenarbeit
­auftritt, desto besser.
Es ist nicht entscheidend, ob Personaldienstleister schnell zahlen, sie sollten
in erster Linie zuverlässig überweisen. Daran hat sich auch 2018 nichts
­geändert. Die erstmals abgefragten „fairen Verträge“ haben sich gleich im
Spitzenfeld einsortiert.
Reibungslos, transparent und direkt sollte die Zusammenarbeit ablaufen.
Dies wünschen sich allerdings nicht nur Freiberufler von ihren Einsatzunter-
nehmen.
Weiter im Mittelfeld rangieren die fachliche Kompetenz der (im Idealfall
­festen) Ansprechpartner sowie die Fokussierung des Dienstleisters auf IT-Pro-
jekte. Kaum punkten können Personaldienstleister hingegen mit rechtlicher
Beratung, speziellen Tools, Schulungen und Themenkonferenzen.
Interessanter Aspekt: Freiberufler, die über 120.000 Euro pro Jahr in
­Rechnung stellen, sind deutlich stärker an den Kriterien im vorderen Feld
­interessiert, dafür haben sie noch weniger Interesse an den Leistungen im
Schlussdrittel als der Durchschnitt.
Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Anforderungen an die Services der ­
Personaldienstleister?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr zufrieden“) bis 6 („Gar nicht zufrieden“).
Basis: n = 40 (nur diejenigen IT-Freiberufler, die über Personaldienstleister an neue Projektangebote gelangen)
Zuverlässige Zahlung
Faire Verträge
Reibungslose Abwicklung (von Vertrag bis Abrechnung)
Transparente Konditionen
Schnelle Zahlung
Schnelle, direkte Kommunikation
Transparente Prozesse in der Zusammenarbeit
Fachliche Kompetenz der Ansprechpartner
Fokussierung auf IT-Projekte
Fester Ansprechpartner
Individuelle Betreuung
Rechtliche Beratung
Schnittstellen für Projekteinsatzzeiten
Collaboration-Tools für Projekteinsatzzeiten
Organisierte Themenkonferenzen
Schulungen / Fortbildungen
1,50
1,54
1,71
2,15
2,25
2,29
2,53
2,92
2,95
2,97
3,03
3,50
3,64
4,13
4,24
4,39
14 Management Summary
7. Freiberuflerbefragung:
Die allgemeine Zufriedenheit sinkt
Bei der Gewichtung der Kriterien für die Zufriedenheit der Freiberufler mit einem
­Personaldienstleister herrschte 2017 weitgehend Konstanz. Allerdings hat die
­durchschnittliche Zufriedenheit in fast allen Punkten gegenüber dem Vorjahr
­abgenommen.
Freelancer wünschen sich vor allem zuverlässige Zahlungen von ihrem
Dienstleister, und diese liegen hier voll im Plan. Auch 2017 landet das Krite­
rium klar an der Spitze, der Rückgang gegenüber der vergangenen Umfrage
war nur gering.
Dies sieht bei den übrigen Punkten schon anders aus: Die Zufriedenheit
rutschte auf breiter Front ab. Der Durchschnitt aller Werte schrumpfte von
2,63 auf 2,82, alle Kriterien verzeichneten einen Rückgang. Bestes Beispiel:
Der Punkt „Zusammenarbeit insgesamt“ fiel von 2,53 auf 2,74.
Die Zufriedenheit mit „interessanten Projekten“ fiel von Rang drei (2017) auf
den fünften Platz und damit noch hinter den „Umgang mit Datenschutzthemen“.
Am Ende des Feldes rangiert traditionell das (fehlende) Feedback zu beende-
ten Projekten. Hier verschlechterte sich der Wert sogar noch von 3,54 auf aktuell
3,72. Dahinter folgt der Neuzugang der „rechtlichen Beratung“. In Key Finding 6
gaben die Freiberufler jedoch an, dass dieser Service kein wirklich wichtiges
­Kriterium für die Zusammenarbeit mit einem Personaldienstleister ist.
Wie zufrieden sind Sie in der Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern in Bezug auf
die folgenden Kriterien?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr zufrieden“) bis 6 („Gar nicht zufrieden“).
Basis: n = 40 (nur diejenigen IT-Freiberufler, die über Personaldienstleister an neue Projektangebote gelangen)
Zuverlässige Zahlung
Reibungslose Abwicklung (von Vertrag bis Abrechnung)
Interessante Einsatzunternehmen
Umgang mit Datenschutzthemen
Interessante Projekte
Zusammenarbeit insgesamt
Schnelle Zahlung
Qualität der Prozesse in der Zusammenarbeit
Qualität der Kommunikation
Qualität der Betreuung
Akzeptanz der Honorarforderungen
Benutzerfreundlichkeit von Software-Tools in der Zusammenarbeit
Maßgeschneiderte Projektangebote
Abschließendes Feedback zu beendeten Projekten
Rechtliche Beratung
1,87
2,28
2,41
2,63
2,66
2,74
2,79
2,89
2,90
2,92
3,13
3,32
3,34
3,72
3,85
15Management Summary
Unter 40
Tsd. Euro
40 bis 60
Tsd. Euro
60 bis 80
Tsd. Euro
80 bis 100
Tsd. Euro
100 bis 120
Tsd. Euro
120 bis 140
Tsd. Euro
140 bis 160
Tsd. Euro
Über 160
Tsd. Euro
Ich möchte
keine Angabe
machen.
8. Freiberuflerbefragung:
Mehr Euro pro Tag und Stunde
Die Nachfrage nach IT-Experten sorgt dafür, dass der Preis weiter steigt – und zwar
kräftig: Der Markt nähert sich mit großen Schritten dem durchschnittlichen Stunden-
satz von 100 Euro.
Mit der Tagessatzprognose aus dem Vorjahr haben die IT-Freiberufler ins
Schwarze getroffen: Sie erwarteten für 2017 einen durchschnittlichen
­Stundensatz von 88,13 Euro, gelandet sind sie bei 88,41 Euro. Nach einem
­Anstieg von rund fünf Prozent soll sich der Preis dieses Jahr um sechs Prozent
verteuern. Geht die Entwicklung weiter, werden 2019 etwa 100 Euro pro
­Stunde aufgerufen – im Durchschnitt.
Den höchsten Stundensatz weisen IT-Fachleute auf, die 11 bis 15 Jahre im
Geschäft sind. Am wenigsten fordern Freelancer mit einer Berufserfahrung
von mehr als 20 Jahren. Den höchsten durchschnittlichen Stundensatz für
2018 prognostizieren allerdings Fachkräfte, die weniger als ein Jahr arbeiten:
109 Euro.
Der Anteil der IT-Freelancer mit einem Gesamtumsatz über 120.000 Euro
pro Jahr ist gegenüber 2017 konstant geblieben, er summiert sich aktuell auf
41,6 Prozent. Immerhin jeder Fünfte stellt mehr als 160.000 Euro pro Jahr in
Rechnung.
Wie hoch war Ihr durchschnittlicher Stundensatz, den Sie 2017 tatsächlich erzielt haben,
und wie hoch wird dieser schätzungsweise 2018 sein?
Angaben in Euro / Mittelwert je Jahr. Basis: n = 193
2016: 84,05
2017: 88,41
2018: 93,80
Wie hoch ist ungefähr Ihr Gesamtumsatz als Selbstständiger in der IT 2017?
Angaben in Euro / Mittelwert. Basis: n = 219
5,9
5,9
5,5
11,4
10,5 9,6
11,9
20,1
19,2
16 Management Summary
Die Studienergebnisse
im Einzelnen
Die Sicht der Einsatzunternehmen
IT-Freiberufler 2018
* kein Vergleich möglich, weil im Vorjahr noch nicht abgefragt
Umfrage unter Einsatzunternehmen
1. Leistung lohnt sich – womit Dienstleister
punkten können
Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Rangliste deutlich verändert. Heute ist die schnelle
­Kommunikation das wichtigste Merkmal eines Personaldienstleisters, wenn er bei seinen
Kunden gut ankommen will.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Aufsteiger 2017, ist in diesem Jahr um
rund 15 Prozentpunkte zurückgefallen. Im Gegenzug hat sich die schnelle,
­direkte Kommunikation um vier Plätze nach oben und an die Spitze ge­
schoben. Dies lässt darauf schließen, dass in den Unternehmen der Bedarf
an IT-Ressourcen zurzeit größer ist als der finanzielle Druck.
Die fachliche Kompetenz des Ansprechpartners hat zwar nach Punkten
verloren, ist aber auf dem zweiten Platz geblieben. Mit der reibungslosen
­Abwicklung und der Zuverlässigkeit können Dienstleister auch in diesem
Jahr punkten.
Die Rechtsberatung als Service wurde hier erstmals abgefragt. Allerdings
scheint sich die Nachfrage zumindest gegenüber einem Personaldienstleister
in Grenzen zu halten. Dennoch sind die Unternehmen relativ zufrieden mit
der Leistung (siehe nächste Seite).
Welche Aspekte sind Ihnen bei einem Personaldienstleister mit Blick auf dessen
Dienstleistung am wichtigsten?	
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Schnelle, direkte Kommunikation
Fachliche Kompetenz des Ansprechpartners
Reibungslose Abwicklung
Preis-Leistungs-Verhältnis
Zuverlässigkeit
Individuelle Betreuung, fester Ansprechpartner
Reibungslose, transparente Prozesse in der Zusammenarbeit
Flexibilität
Serviceorientierung
Fokussierung auf IT-Projekte
Termintreue
Fokussierung auf selbstständige IT-Fachkräfte
Rechtsberatung
Feedback bei Projektzusage oder -absage
Andere Aspekte
Studie IT-Freiberufler
2018
Studie IT-Freiberufler
2017
43,8
39,0
36,3
34,1
33,8
30,8
19,3
19,3
18,4
17,5
17,2
12,7
7,9
5,7
0,3
36,9
44,6
40,3
49,4
41,6
27,9
13,7
22,3
15,9
17,2
18,9
10,3
k.V.m.*
4,3
0,4
18 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
2. Rechtsberatung – Angebot schlägt Nachfrage
Die rechtlichen Rahmenbedingungen lasten traditionell auf dem Markt für externe
Fachkräfte, und 2017 wurden die Zügel noch einmal angezogen. Obwohl die Unternehmen
kaum Wert auf eine Rechtsberatung durch Personaldienstleister legen, sind sie überwiegend
mit dem Angebot zufrieden.
Knapp zwei Drittel der Unternehmen sind zufrieden oder sehr zufrieden mit
der Kompetenz von Personaldienstleistern bezüglich der Rechtsberatung.
Faustregel: Je größer die Firma, desto zufriedener.
Vor dem Hintergrund dieses sehr positiven Ergebnisses ist es natürlich
­bedauerlich, dass die Rechtsberatung als Aspekt für die Auswahl von Perso-
naldienstleister wenig relevant ist (siehe Seite 18).
Immerhin dürfen sich Kanzleien über neue Mandate freuen: Rund 60 Pro-
zent der Unternehmen haben investiert oder wollen in die Rechtsberatung
durch Kanzleien investieren. Bei Firmen mit über 1000 Mitarbeitern sind es
mehr als 70 Prozent. Das Rechtsbewusstsein scheint vorhanden. Vielleicht
müssen die Personaldienstleister noch nachhaltiger ihre Kompetenz auf die-
sem Gebiet beweisen.
Wie zufrieden sind Sie mit den Personaldienst-
leistern in Hinblick auf deren Kompetenz und
Know-how, wenn es um die rechtliche Beratung
rund um den Einsatz von externen IT-Fachkräf-
ten geht?
Angaben in Prozent. Basis: n = 324
Hat Ihr Unternehmen in Bezug auf die ­
rechtliche Beratung rund um den Einsatz
von externen IT-Fachkräften die Zusam­
menarbeit mit Rechtsanwaltskanzleien
­intensiviert?
Angaben in Prozent. Basis: n = 329
Gesamtergebnis
Weiß nicht
Zufrieden
Eher nicht
zufrieden
44,8
4,0
8,0
19,8
21,9
1,2
0,3 Sehr
zufrieden
Eher
zufrieden
Gar nicht
zufrieden
Gesamtergebnis
Weiß nicht /
keine Angabe
Ist geplant
Nein
Ja26,1
35,0
28,9
10,0
Nicht
zufrieden
19Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
3. IT-Projekte – Glocal Denglish
Dass Englisch die Lingua franca der IT ist und Projekte immer internationaler werden,
überrascht kaum. Aber der Wandel vollzieht sich nicht über Nacht: Die Mehrheit der
­Vorhaben ist immer noch lokal ausgeprägt.
Nach Jahren der zunehmenden Internationalisierung war 2017 der Anteil der
IT-Projekte gestiegen, die eine stärkere regionale beziehungsweise auf Deutsch­
land begrenzte Ausrichtung hatten. In diesem Jahr ist ein Vorjahresvergleich
schwierig, weil die Fragestellung verändert wurde. Immerhin sind 58 Prozent
der IT-Projekte in Deutschland überwiegend oder ausschließlich lokal geprägt.
Gerade einmal knapp sechs Prozent der IT-Vorhaben in Deutschland sind
überwiegend und ausschließlich international angelegt.
Was die Zukunft angeht, stimmen aber gut 60 Prozent der Befragten der
Aussage „IT-Projekte werden in unserem Unternehmen eine immer stärkere
internationale Ausrichtung haben.“ ausdrücklich zu. Im Vergleich zu 2017 sind
es dieses Mal weniger Top-Manager und mehr Führungskräfte aus IT und
Fachabteilungen, die von einer zunehmenden Internationalisierung ausgehen.
Englisch als Projektsprache wird weiter an Bedeutung gewinnen, denken
vier von fünf Befragten.
Wie sind die IT-Projekte Ihres Unternehmens derzeit ausgerichtet?
Angaben in Prozent. Basis: n = 327
Was meinen Sie, wie sich IT-Projekte in Ihren Unternehmen in den kommenden
zwei Jahren verändern werden? Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu?
Angaben in Prozent. Basis: n = 330
IT-Projekte werden in
unserem Unternehmen
eine immer stärkere
­internationale Ausrich-
tung haben.
Stimme voll und ganz zu
Stimme zu
Stimmer eher zu
Stimme eher nicht zu
Stimme nicht zu
Stimme gar nicht zu
Weiß nicht
Gesamtergebnis
Ausschließlich international
23,2 Ausschließlich lokal (auf einen oder
mehrere Standorte in Deutschland
beschränkt)
26,1
34,8
21,8
9,1
Überwiegend lokal
Sowohl lokal
als auch
international
Überwiegend
international
34,9
36,1
4,9 0,9
0,3
3,9
3,9
25,5
37,6
20,6
10,9
0,3
3,0 2,1
Englisch wird in
den Projekten deutlich
an Bedeutung
gewinnen.
20 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
4. IT-Projekte – hier entsteht Handlungsbedarf
Oben und unten herrscht Konstanz, dazwischen Bewegung: Unternehmen suchen in
den kommenden zwei Jahren in erster Linie Softwareentwickler auf dem freien Markt. ­
Dabei können Hardwareentwickler noch stärker zulegen.
Der prozentuale Anteil der Programmierer an der Spitze ist um acht Prozent-
punkte auf knapp 49 Prozent gestiegen. Dahinter rangieren wie im Vorjahr die
­Berater mit ­einem konstanten Wert.
Die Aussichten für Projektmanager trübten sich deutlich ein, sie fielen von
30 auf gut 23 Prozent. Sie wurden überholt von Neueinsteigern aus den Berei-
chen „Data Science“ und „Agile Entwicklung“, den Hypes der Zeit. In deren
Windschatten sind darüber hinaus auch die Qualitätsmanager an den Projekt-
leitern vorbeigezogen.
Ebenfalls abgestürzt sind die Zukunftsaussichten des Bereichs Engineering
und IT-nahe Ingenieurdienstleistungen, der Wert hat sich gegenüber 2017
halbiert. Im Gegenzug verdoppelte sich der Wert für Hardwareentwicklung,
die in den vergangenen Jahren immer im unteren Bereich angesiedelt war.
In welchen IT-Projektkategorien wird Ihr Unternehmen in den kommenden zwei
Jahren voraussichtlich den größten Bedarf an externen IT-Fachkräften haben?
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Softwareentwicklung / Programmierung
Beratung / Consulting
Agile Softwareentwicklung
Data Science
Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung / Test
Administration / Support
Projektmanagement / -leitung / Organisation / Koordination
Coaching / Schulung / Training
Hardwareentwicklung
Design / Entwicklung / Konstruktion
Dokumentation / DTP
Agile Entwicklungsmethode (z.B. Scrum)
Engineering / IT-nahe Ingenieurdienstleistungen
Berechnung / Simulation / Versuch / Validierung
48,9
38,7
29,3
28,7
26,9
25,7
23,3
19,3
19,3
17,8
15,4
13,9
10,6
9,4
21Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
5. IT-Bereiche – noch mehr Nachfrage
Der ideale Freelancer ist ein Experte für IT-Security, der Künstliche Intelligenz nutzt,
um die Digitalisierung seines Auftraggebers in der Cloud abzusichern. Fachleute für mobile
Collaboration hingegen treffen wohl nicht den breiten Geschmack.
Die Bedeutung der IT-Sicherheit für die Nachfrage nach externen Fachkräften
in den kommenden zwei Jahren hat noch einmal leicht zugelegt. Demgegen-
über konnte Cloud Computing zwar seinen zweiten Platz verteidigen, musste
aber einen herben Rückgang nach Punkten hinnehmen.
IoT beziehungsweise Industrie 4.0 sind gegenüber 2017 zurückgefallen,
was aber an den gehypten Neueinsteigern lag: Digitalisierung und Künstliche
Intelligenz konnten erwartungsgemäß relativ weit oben in der Tabelle ein­
steigen.
Den stärksten Einbruch verzeichneten Experten für Internet- / Web-­
orientierte Architekturen, sie fielen von 30 auf 18 Prozent. Auch Mobility als
Zukunftsthema musste Federn lassen.
Die Klassiker der Enterprise-IT, ERP und CRM, stecken seit Jahren in der
unteren Hälfte fest.
Was meinen Sie: In welchen der folgenden IT-Bereiche wird es in den kommenden
zwei Jahren den größten Bedarf an externen IT-Fachkräften geben?
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331
IT-Security
Cloud Computing
Digitalisierung
Künstliche Intelligenz, Machine Learning
Internet of Things / Industrie 4.0
Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data)
Prozessmanagement, Robotics
Servicemanagement
Virtualisierung
Internet- / Web-orientierte Architekturen
Mobility
CRM-Systeme
ERP-Systeme
Social Media / Collaboration
Mobile Payment
54,1
37,8
36,0
31,1
31,1
29,3
20,2
19,0
18,4
18,1
18,1
17,2
17,2
16,0
13,3
22 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
6. Mixed Teams – gemeinsam besser arbeiten
Der Einsatz von gemischten Teams aus externen und internen Mitarbeitern greift
um sich. Kein Wunder, schließlich sind die Auftraggeber immer noch zufrieden mit
dem Konzept.
Über 90 Prozent aller Unternehmen (knapp 96 Prozent der großen Unter­
nehmen) bilden bei ihren IT-Projekten Mixed Teams (manchmal, häufig
­beziehungsweise immer).
Zwar ist die Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahr unverändert, doch
­haben sich die Gewichte verschoben: Während der Anteil der Unternehmen,
die manchmal gemischte Teams bilden, um zehn Prozentpunkte geschrumpft
ist, stiegen die Werte für „häufig“ und „immer“ um jeweils fünf Prozentpunkte
an.
Wie schon im Vorjahr, entfielen auch 2018 auf die mit Mixed Teams nicht
und gar nicht zufriedenen Unternehmen null Stimmen. Der Anteil der sehr
zufriedenen Firmen stieg von 18 Prozent auf 31 Prozent, der Anteil der (nur)
zufriedenen schrumpfte dementsprechend.
Werden in Ihrem Unternehmen im Rahmen der
IT-Projekte sogenannte „Mixed Teams“ gebildet,
also gemischte Teams aus internen Mitarbeitern
und externen Dienstleistern (wie z.B. selbst­
ständigen IT-Fachkräften)?
Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Wie zufrieden sind Sie insgesamt in Bezug
auf den Erfolg derjenigen IT-Projekte, die
mit gemischten Teams durchgeführt wurden?
Angaben in Prozent. Basis: n = 296 (nur Unternehmen,
die sogenannte „Mixed Teams“ gebildet haben)
Ja, grund­
sätzlich
immer
Ja,
häufig
Ja,
manch-
mal
Nein,
eher
nicht
Nein, das
vermeiden
wir
Weiß
nicht /
keine
Angabe
Ja: 90,3 Nein: 9,1
46,2
Sehr
zufrieden
Zu-
frieden
Eher
zufrieden
Eher
nicht
zufrieden
Nicht
zufrieden
Gar
nicht
zufrieden
Weiß
nicht /
kann ich
nicht be­
urteilen
21,8
31,4
45,9
22,4
20,6
7,3
1,41,8
0,6 0,3
0 0
23Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter Einsatzunternehmen
7. Software – Hilfe beim Steuern der
Personaldienstleister
Rund ein Viertel der befragten Unternehmen setzt keine spezielle Software zur Steuerung
von Personaldienstleistern ein. Gegenüber dem Vorjahr ist dies allerdings ein deutlicher
Schritt in Richtung Digitalisierung.
Der Anteil der Unternehmen, die keine Tools zur Steuerung der Personal-
dienstleister nutzen, ist auf 26 Prozent gefallen. Besonders profitieren konnten
Tools für die Steuerung der Dienstleister (Vendor Management Solutions –
VMS), die sich auf einen Verbreitungsgrad von knapp 41 Prozent steigerten.
Auch Tools für den Einkauf (Supplier-Relationship-Management) steigen
deutlich in der Gunst der Einsatzunternehmen.
Dagegen verbuchten Tools für die Budgetkontrolle und Kontingent-­
überwachung der eingesetzten externen Ressourcen als einzige Kategorie
­einen leichten Rückgang.
Die Zufriedenheit der Unternehmen, die Programme für die Freelancer-­
Verwaltung nutzen, wurde 2018 nicht abgefragt. Im vergangenen Jahr hatte
sie sich in einem sehr hohen Bereich bewegt. Mit zwei der damals abgefragten
Tools waren sogar jeweils über 90 Prozent der Anwenderunternehmen zufrie-
den oder sehr zufrieden.
Bisher dominierten in der Verwaltung von freiberuflichen Kandidaten
Excel und ERP-Komponenten.
Kommen in Ihrem Unternehmen Tools zur Steuerung von Dienstleistern zum
­Einsatz?
Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Ja, Tools für den Einkauf
(Supplier-Relationship-Management)
Ja, Tools für die Steuerung der Dienstleister
(Vendor Management Solutions – VMS)
Ja, Tools für die Ausschreibung von
vakanten Projektpositionen
Ja, Tools für die Budgetkontrolle
und Kontingentüberwachung der
eingesetzten externen Ressourcen
Nein
29,0
40,8
22,7
15,1
26,3
24 Die Studienergebnisse im Einzelnen
* Wir möchten darauf hinweisen, dass die getroffenen Aussagen wegen
der zugrunde liegenden Fallzahl in ihrer Validität eingeschränkt sind.
Umfrage unter Einsatzunternehmen
8. Kein Bedarf – warum nur Festangestellte
­eingesetzt werden
Jedes fünfte Unternehmen verzichtet auf den Einsatz von IT-Freelancern,
einige davon grundsätzlich. Oder sie haben keinen Bedarf an externer
Unterstützung.
19 Prozent der Unternehmen haben 2017 keine IT-Freiberufler eingesetzt, nach
27 Prozent im Vorjahr (siehe Key Finding 1). Gut 30 Prozent dieser Unternehmen
geben an, dass sie grundsätzlich auf freie Mitarbeiter verzichten, 80 Prozent
­davon wiederum „schon immer“. Nur ein kleiner Teil der Unternehmen ohne
externe Unterstützung verzichtet seit der Änderung des Arbeitnehmerüberlas-
sungsgesetzes (AÜG) zum vergangenen April darauf.
Die meisten Unternehmen ohne Freelancer sagen, dass sie über aus­rei­
chend eigene, richtig qualifizierte IT-Mitarbeiter verfügen. Dieses Argument
konnte gegenüber 2017 zulegen. Gleiches gilt für den Schutz sensibler Unter-
nehmensdaten gegen den Abfluss von Wissen sowie das Risiko der Schein-
selbstständigkeit. An der Schwierigkeit, Freiberufler zu finden, lag es dem
­Bekunden nach nur in den wenigsten Fällen.
Sie sagen, dass Ihr Unternehmen keine
externen IT-Fachkräfte einsetzt. Wird in
Ihrem Unter­nehmen ganz grundsätzlich
auf den Einsatz von externen Fachkräften
­verzichtet?
Angaben in Prozent. Basis: n = 101
Hat Ihr Unternehmen schon immer ganz grund-
sätzlich auf externe IT-Fachkräfte verzichtet?
Oder verzichtet Ihr Unternehmen erst auf externe
IT-Fachkräfte, seit sich die Gesetzeslage vor etwa
einem Jahr geändert hat?
Angaben in Prozent. Basis: n = 30*
Gibt es ganz spezifische Gründe, warum Ihr Unternehmen keine externen IT-Fachkräfte einsetzt?
Mehrfachantworten möglich. Basis: n = 30*
Weiß nicht
Ja
Nein
30,7
57,4
11,9
Erst seit sich die
­Gesetzeslage ­
verändert hat
Schon immer
Weiß nicht
80,0
10,0
10,0
Keine Notwen­
digkeit für externe
IT-Fachkräfte
(unser Unter­
nehmen hat
ausreichend eigene
qualifizierte IT-
Mitarbeiter)
Schutz
sensibler Unter­
nehmensdaten /
Abfluss von Wissen
Risiko der
Scheinselbst-
ständigkeit
Angst vor Know-
how-Verlust, wenn
IT-Freiberufler
nicht mehr zur
Verfügung steht
Schwierigkeiten,
die geeigneten
IT-Freiberufler zu
gewinnen
Andere
Gründe
Weiß nicht /
keine Angabe
6,7
66,7
23,3
16,7
10,0
3,3 3,3
25Die Studienergebnisse im Einzelnen
„Wann entscheidet sich Ihr Unternehmen für bestimmte
Aufgaben und Projekte für Festanstellungen oder den
Einsatz von IT-Freiberuflern? Wann setzt Ihr Unterneh-
men eher auf Zeitarbeitsmodelle?“
Ausgewählte Antworten von IT-Projektverantwortlichen auf die Frage
Für einmalige abgrenzbare Projekte
werden eher IT-Freiberufler eingesetzt,
für alles andere Festangestellte.
Diese Entscheidung wird nahezu aus-
schließlich von der Art der IT-Projekte und
der Angebote des freien Marktes bestimmt.
Derzeit liegen die Schwerpunkte überwie-
gend bei den Personaldienstleistungen
und dem Einsatz externer IT-Fachkräfte.
Um Projekt-Timings zu
halten, die mit internen
Ressourcen nicht zu
halten sind.
Festanstellung bei
langfristigen Projekten,
Freiberufler bei kleinen
oder nicht so wichtigen
Projekten.
Wir setzen keine Zeitarbeitsmodelle
ein – kleiner Stamm an internen
­Mitarbeitern, die durch externe
­Spezialisten unterstützt werden.
• Generalisierbarkeit der
­Projekte / Arbeit und
Longtail der Aufgaben
und Projekte
C Festanstellung
• Wissenstransfer, kurze
Durchlaufzeiten und
Abfedern von Lastspitzen
C Freelancer
• Keine alternativen
Angebote
C Zeitarbeit
Zeitarbeitsmodelle bei lang­
fristigen Themen, z.B. Betrieb.
Freiberufler für Projekte und
immer nur dann, wenn keine
Festanstellungen möglich sind.
Festanstellung wird
präferiert; Einsatz
von IT-Freiberuflern,
um fehlende interne
Kapazitäten
abzudecken.
26 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Kommt immer auf die
Projekt­lage an: Je
mehr Projekte, desto
mehr Freelancer.
Aufgrund der Überalte-
rung des Personals
und der schwierigen
­Rekrutierung wird der
Einsatz von Freiberuflern
unabdingbar. Zeitarbeits-
unternehmen werden
­außer Acht gelassen,
da die Suche auch
selbstständig positive
Ergebnisse liefert.
Termindruck = IT-Freiberufler
Mein Unternehmen setzt
dann eher auf Zeitarbeits-
modelle, wenn Aufgaben
abschließend in einem
eher begrenzten Zeitfens-
ter erledigt beziehungs-
weise abgeschlossen
­werden können.
Freiberufler werden grundsätz-
lich nur für die Dauer eines
Projekts eingesetzt (kann bis
zu drei Jahre betragen). Auf
Zeitarbeiter wird zurück­
gegriffen, wenn die Vakanz nur
vorübergehend ist, z.B. bei
­längerer Krankheit eines fest
angestellten Mitarbeiters.
Generell sind Festanstellungen
präferiert, da die Entwicklung der
Produkte langfristig ausgelegt ist.
Zeitarbeit kommt ggf. zum kurz-
fristigen Überbrücken einer Perso-
nalengstelle infrage, soll aber zügig
durch eine Festanstellung ersetzt
werden. Freiberufler werden für
kurze Projekte mit sehr speziellen
Fachkenntnissen eingesetzt.
Wir kompensieren unsere
eigenen Ressourcen
durch externe Fachkräfte.
Daher haben wie bei all
unseren Projekten externe
Beteiligungen. Es bringt
außerdem eine neutrale
Sicht auf viele Punkte.
Wir nutzen keine
Zeitarbeit. Externe
Ressourcen benöti-
gen wir, da wir als
kleine Firma nicht
genügend Personal
haben, um manche
Projektanfragen in-
tern selbst zu staffen.
Wir stellen lieber ein,
als über Freelancer
zu gehen. Aber der
heutige Markt ist
schwer.
Wir setzen Rentner,
die vorher bei uns
gearbeitet haben, als
Freelancer ein.
27Die Studienergebnisse im Einzelnen
IT-Freiberufler 2018
Die Studienergebnisse
im Einzelnen
Die Sicht der IT-Freiberufler
Umfrage unter IT-Freiberuflern
1. Projekte und Kunden – ziemlich ausgelastet
IT-Freiberufler waren im Durchschnitt 185 Tage pro Jahr in fakturierbaren Projekten
im Einsatz. Und knapp die Hälfte hat nur einen Kunden pro Monat.
Setzt man ein durchschnittliches Arbeitsjahr für Angestellte mit 220 Arbeits­
tagen (250 Werktage minus 30 Tage Urlaub) an, liegt der durchschnittliche
Freiberufler mit 185 Tagen etwas darunter – zumindest, was die fakturierbaren
Tage betrifft. Hinzu kommen bei ihm jedoch unbezahlte Tage mit Tätigkeiten
wie Akquise, Weiterbildung, Urlaub und eigenem First-Level-Support.
Mehr als 300 Tage in Projekten zu leisten und abzurechnen, wie dies rund
sieben Prozent der Befragten tun, ist sportlich. Wer weniger als fünf Jahre als
Freelancer arbeitet, stellt durchschnittlich nur 154 Tage pro Jahr in Rechnung.
Freiberufler mit einem Jahresumsatz von unter 120.000 Euro fakturieren
im Schnitt 157 Tage pro Jahr, bei den Kollegen mit mehr als 120.000 Euro sind
es 215 Tage.
Wer über 120.000 Euro pro Jahr in Rechnung stellt, hat tendenziell weniger
Kunden – 1,62 im Durchschnitt verglichen mit 2,22 bei Freiberuflern unter
120.000 Euro pro Jahr.
Wie sah es 2017 mit Ihrer Projektauslastung aus?
An wie vielen Tagen waren Sie mit fakturierbaren
Projekten im Einsatz?
Angaben in Prozent. Basis: n = 236
Für wie viele Kunden arbeiten Sie in einem
durchschnittlichen Monat?
Angaben in Prozent. Basis: n = 236
1 Kunde
4,2
9,7
19,1
19,5
28,8
11,4
7,2 11,4
14,8
45,3
28,4
2 Kunden
An weniger
als
50 Tagen
An
50 bis 100
Tagen
An
100 bis 150
Tagen
An
150 bis 200
Tagen
An
200 bis 250
Tagen
An
250 bis 300
Tagen
An mehr
als
300 Tagen
3 Kunden
4 Kunden
oder mehr
Arithmetisches
Mittel:
1,92
29Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
2. Herausforderungen – der rechtliche Rahmen
Unangefochten an der Spitze der „Herausforderungen“ eines IT-Freiberuflers liegen die
­gesetzlichen Vorschriften und Regelungen beispielsweise zur Scheinselbstständigkeit.
Die AÜG-Reform 2017 hat indes den Druck nicht erhöht, im Gegenteil. Und auch sonst
blieb die Reihenfolge weitgehend konstant.
Der Spitzenreiter des Vorjahres, die rechtlichen Rahmenbedingungen,
­drücken auch 2018 den Freiberuflern stark aufs Gemüt. Allerdings nahm
der prozentuale Wert von 68 auf 58 Prozent ab. Auch die anderen Werte der
Spitzengruppe schrumpften zwischen zwei und sieben Prozentpunkten.
Im Mittelfeld tat sich gegenüber 2017 nicht viel – einzig nennenswerter
Aufsteiger mit einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten (von 14 auf 21 Pro-
zent) war „der hohe administrative Aufwand“ etwa zur Rechnungsstellung
und zum Forderungsmanagement.
Die freien Antworten zur Frage nannten detailliertere Probleme: Kunden
beizubringen, dass man nicht immer 100 Prozent onsite sein muss, ver­
nünftige Software im kleinen Maßstab für digitale Prozesse zu finden sowie
Unsicherheiten durch „kurze Kündigungsfristen und erratisches Kunden­
verhalten: Der Externe ist der Erste, der geht“ (siehe auch Seite 37 und 38 –
IT-Freiberufler: Ausgewählte Antworten).
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als IT-Selbstständiger?
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 236
Gesetzliche Vorschriften / Regelungen (z.B. zur Scheinselbstständigkeit)
Schwierige Planbarkeit von Anschlussprojekten / Projektverlängerungen
Unpassende Projektanfragen
Verhandlungen um Stunden- / Tageshonorare
Hoher Reiseaufwand / Entfernung zum Projekteinsatzort
Fehlende Zeit für Weiterbildung
Hohe Arbeitsbelastung
Zu viele Projektanfragen / Projektaufträge
Hoher administrativer Aufwand (Rechnungsstellung, Forderungsmanagement, …)
Aktuelle und verlässliche Informationen über aktuelle Projekte und Bedarfe bei Kunden
Hohe Kosten für Weiterbildung
Zu wenige Projektanfragen / Projektaufträge
Keine Projektaufträge
Hoher vertrieblicher Aufwand zur Generierung neuer Projekte
Erlangung von Projektreferenzen durch Kunden
Hohe fachliche Anforderungen durch Projekte
Andere Herausforderungen
Keine Herausforderungen
58,1
43,2
37,7
32,2
28,4
23,7
22,9
22,0
21,2
20,3
19,5
17,8
15,3
14,4
14,0
13,1
5,5
2,1
30 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
3. Neuprojekte – man kennt sich,
man vertraut sich
Das persönliche Netzwerk mit Kontakten und Beziehungen fängt nicht mehr
die meisten Projektangebote ein, 2018 liegen Folgeaufträge von bekannten
­Einsatzunternehmen an der Spitze.
Folgeaufträge von bekannten Einsatzunternehmen, die Empfehlung vor­
heriger Einsatzunternehmen sowie das Netzwerk der Kontakte bilden das
­magische Dreieck für den Gewinn neuer Projektangebote. Die Änderungen
an den Prozentwerten gegenüber 2017 sind nicht gravierend.
Folgeaufträge waren besonders wichtig für Freiberufler mit Jahresein­
nahmen von über 120.000 Euro. Dies deckt sich auch mit der Erkenntnis aus
der Frage 1 dieses Kapitels: Wer über 120.000 Euro pro Jahr in Rechnung stellt,
schafft dies mit weniger Kunden als der Durchschnitt.
Die im vergangenen Jahr abgefragten Personaldienstleister (52 Prozent)
wurden 2018 in Personaldienstleister und in Personalvermittler unterteilt.
­Während die Dienstleister auf knapp 17 Prozent kamen, schoben sich die
­Personalvermittler mit 56 Prozent auf den dritten Rang.
Der letztjährige Boom der Web-Kanäle – Social Media, Portale, eigene
­Website – ist vorerst gestoppt. Alle abgefragten Online-Wege für die Projekt­
akquise verloren Punkte.
Auf welche Weise gelangen Sie an neue Projektangebote?
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 236
Folgeaufträge von bekannten Einsatzunternehmen
Persönliches Netzwerk / Kontakte / Beziehungen
Über Projektvermittler
Auf Empfehlung vorheriger Einsatzunternehmen
Durch gute Vernetzung / Kontakte
Über Social-Media-Plattformen (z.B. Xing, Facebook)
Eigene Direktakquise
Durch eigene Internetpräsenz, durch eigene Werbemaßnahmen
Über Internetmarktplätze / Online-Projektportale mit Vermittlungsagenturleistungen
Über Unternehmensberatungen
Über Personaldienstleister
Über Systemhäuser
Über Internetmarktplätze / Online-Projektportale ohne Vermittlungsagenturleistungen
Auf andere Weise
78,8
76,3
55,5
51,7
50,8
32,6
25,8
23,7
21,6
20,3
16,9
16,1
16,1
1,3
31Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
4. Scheinselbstständig – in der Ruhe liegt die Kraft
Die Reform des AÜ-Gesetzes hat die Branche verunsichert? Nicht wirklich. Es wirkt eher so,
als lassen sich die Unternehmen und Freelancer nicht aus der Ruhe bringen. Nur Experten mit
einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro spüren etwas mehr Druck.
Rund 39 Prozent der Freiberufler haben eigenen Angaben zufolge Aufträge
nicht erhalten, weil der Auftraggeber die rechtliche Situation rund um die
Scheinselbstständigkeit unsicher fand. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als
im Vorjahr.
Angeboten wird Selbstständigen auch die Beschäftigung über Vermittler
statt auf direktem Weg. Mit 62 Prozent ist der Anteil allerdings deutlich gerin-
ger als im Vorjahr.
Was Unternehmen wollen, sind zu einem gewissen Grad mehr Informa­
tionen über vorige Aufträge. Zudem äußern Auftraggeber etwas häufiger
­Präferenzen für bestimmte rechtliche Konstrukte, beispielsweise eine GmbH
oder eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ-Erlaubnis).
Freiberufler mit mehr als 120.000 Euro Jahreshonorar liegen in allen
­Punkten über den Durchschnittswerten, teilweise um mehrere Prozentpunkte.
Rund 76 Prozent von ihnen wurde eine Beschäftigung über Vermittler statt
­direkt angeboten, 14 Prozentpunkte über dem Durchschnitt.
Wenn Sie einmal an die Auftragsakquise der vergangenen zwei, drei Jahre denken:
Welche der folgenden Phänomene haben Sie beobachtet?
Angaben in Prozent. Basis: n = 234
23,1
Es gibt Auftraggeber, die ein
Statusfeststellungsverfahren
verlangen.
Ich habe Aufträge nicht erhalten,
weil der Auftraggeber durch das
Thema Scheinselbstständigkeit
verunsichert war.
Die Auftraggeber verlangen
umfangreiche Angaben z.B. zum
Umfang anderer Aufträge, um
eine Scheinselbstständigkeit
ausschließen zu können.
Auftraggeber bieten mir Arbeit­
nehmerüberlassung / Zeitarbeit
anstelle von Selbstständigkeit an.
Auftraggeber bieten mir
befristete Verträge anstelle
von Selbstständigkeit an.
Auftraggeber bieten mir
Beschäftigung über Vermittler
statt direkt an.
Auftraggeber äußern Präferenzen
für bestimmte rechtliche
­Konstrukte, z.B. GmbH oder
ANÜ-Erlaubnis.
Ja
Nein
2017 2018 2017 2018 2017 2018 2017 2018
2017 2018 2017 2018 2017 2018
76,9
24,3
75,7
40,3
59,7
39,4
60,6
35,0
65,0
38,1
61,9
46,9
53,1 50,949,1
34,0
66,0
31,9
68,1 71,2
28,8
62,1
37,9
46,153,9
39,5
60,5
32 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Festanstellung Arbeitnehmer­überlassung
Umfrage unter IT-Freiberuflern
5. Der Status – never change a winning team
Die wenigsten Selbstständigen können sich vorstellen, ihren Status unter finanziellem oder
rechtlichem Druck zu verändern und in die Festanstellung oder Arbeitnehmerüberlassung zu
wechseln. Gegenüber dem Vorjahr gab es nur punktuelle Veränderungen.
Der Anteil der Freiberufler, die sich auf jeden Fall einen Wechsel in die Festanstel-
lung vorstellen können, stieg im Vergleich zu 2017 von sechs auf neun Prozent.
Bei der Zustimmung zur AÜ kletterte die Quote sogar von 0,4 auf drei Prozent.
Unter dem Strich änderte sich aber nichts: Während die Festanstellung we­
nigstens für einen Teil der Befragten noch eine Option sein könnte, scheidet der
Wechsel in die Arbeitnehmerüberlassung für die überwiegende Mehrzahl der
­Befragten kategorisch aus. Je größer die Berufserfahrung und je höher der Jah-
resumsatz, desto geringer ist die Bereitschaft, sich in Strukturen einzufinden.
In den freien Antworten wurde häufig die Maximalforderung für einen
Wechsel in die Festanstellung genannt: kurze Wege, der Hund darf mit ins
Büro, viel Geld, spannende Aufgaben, Weiterbildung und ein angenehmes
­Arbeitsklima. Einen Auszug der freien Antworten auf die Frage finden Sie auf
Seite 37 und 38 – IT-Freiberufler: Ausgewählte Antworten.
Interessant ist: Die Quote der Freiberufler, die sich heute bei einem Reset
­ihrer Karriere eher oder eindeutig für eine Festanstellung entscheiden würden,
springt von sieben im Vorjahr auf nunmehr zwölf Prozent.
Können Sie sich vorstellen, aus Gründen der Existenzsicherung oder vor dem Hintergrund rechtlicher
Unwägbarkeiten (Stichwort „Scheinselbstständigkeit“) eine Festanstellung anzustreben oder in die AÜ
zu wechseln?
Angaben in Prozent. Basis: n = 231 (Festanstellung) bzw. n = 233 (ANÜ)
Wenn Sie heute noch mal vor der
Wahl stünden, würden Sie sich
erneut für die Selbstständigkeit
oder für eine Festanstellung
entscheiden?
Angaben in Prozent. Basis: n = 236
Ja, auf jeden Fall
Eventuell
Eher nicht
Nein, auf keinen Fall
2017 2018 2017 2018
Ja:	37,2
Nein:	62,8
Ja:	40,3
Nein:	59,7
Ja:	9,3
Nein:	90,7
Ja:	13,3
Nein:	86,7
31,9
30,9
31,1
6,1
31,6
28,1
31,2
9,1
67,7
23,0
8,9
0,4
63,5 23,2
10,3
3,0
62,7
21,2
11,4
0,8 3,8
Eindeutig für
Selbstständigkeit
Eher für
Selbstständigkeit
Weiß nichtEindeutig für
Festanstellung
Eher für
Festanstellung
33Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
6. Konkurrenz – wenn aus Nearshore
Onshore wird
Der Zuzug von ausländischen IT-Experten in den deutschen Markt würde in erster
Linie auf die Stunden- und Tagessätze drücken, befürchten die Freelancer mehrheitlich.
Dass dadurch die Aufträge zurückgehen, glaubt jedoch nur ein gutes Drittel.
Die Zustimmungswerte zur Aussage „Ich befürchte eine zunehmende Kon-
kurrenz durch externe IT-Fachkräfte, die nicht aus Deutschland stammen“
entsprechen exakt dem Verlauf einer Gaußschen Normalverteilung. Die eine
­Hälfte der Freelancer befürchtet eine solche Konkurrenz, die andere nicht.
Elf Prozent stimmen vollkommen zu, neun gar nicht.
Freiberufler mit hohen Jahreseinkommen von über 120.000 Euro sowie
­Experten mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung sehen den Wettbewerb
mit ausländischen IT-Fachkräften etwas entspannter als ihre Kollegen.
In ihren freien Antworten warnen Freiberufler vor „unfairen, aggressiven
Methoden zur Verdrängung, zum Teil über Gegengeschäfte (China, Indien ...)“,
sowie vor „schlechterer Dienstleistungsqualität“, wobei „sinkende Stunden­
löhne (dabei) nur ein kleines / kurzes Randproblem“ seien.
Als Treiber der Entwicklung gelten der Fachkräftemangel, der Kostendruck
und die Annahme, dass Scheinselbstständigkeit und zunehmende Bürokratie
„den Einkauf von Dienstleistungen aus dem Ausland für Unternehmen attrak-
tiv“ machen. Die Folge: „Es gibt immer mehr Kollegen aus den östlichen euro-
päischen ­Ländern im Projekt.“
Aus welchen Gründen fürchten Sie eine zuneh-
mende Konkurrenz durch externe IT-Fachkräfte,
die nicht aus Deutschland stammen?
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 108
(nur die Freiberufler, die der Aussage zugestimmt haben)
Was meinen Sie, wie sich IT-Projekte in Ihren
Unternehmen in den kommenden zwei ­Jahren
verändern werden? Inwieweit stimmen Sie
der folgenden Aussage zu: „Ich befürchte eine
zunehmende Konkurrenz durch externe IT-Fach-
kräfte, die nicht aus Deutschland stammen.“?
Angaben in Prozent. Basis: n = 236
Sinkende
Stundenlöhne
Weniger
Aufträge
Qualität der
Ausbildung
Aus anderen
Gründen
77,8
35,2
25,0
12,0
Weiß
nicht
3,4
Stimme
gar nicht
zu
8,5
Stimme
nicht zu
16,2
Stimme
eher nicht zu
25,6
Stimme
eher zu
19,2Stimme
zu
16,2
Stimme
vollkommen
zu
10,7
34 Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
7. Marktentwicklung 1 –
IT-Projektkategorien
Die Hypes als Hoffnungsträger: Data Science und agile Softwareentwicklung starten
direkt an die Spitze mit der besten Marktentwicklung durch. Projektmanagement, ein
Klassiker der IT-Freiberufler, verliert hingegen den Anschluss an die Führenden.
Data Science und agile Softwareentwicklung sind dieses Jahr erstmals
­abgefragt worden. Man könnte sagen: ein Einstieg nach Maß.
Dann folgen die höherwertigen Projekte wie Beratung, Softwareentwick-
lung sowie der Bereich Management, Organisation und Koordination. Das
Projektmanagement ist jedoch (auch dank der beiden Neueinsteiger) vom
dritten auf den sechsten Rang zurückgefallen.
Murmeltiertag: Nach Einschätzung der meisten IT-Freelancer sind
­Hardwareprojekte und die Dokumentation nicht mehr besonders spannend.
Auch Jobs in Administration und Support wird wie schon im Vorjahr im
Durchschnitt kein großes Potenzial mehr zugestanden. Aber es bleibt fest­
zuhalten, dass allen abgefragten Feldern, selbst den eben genannten, mit
­einem Wert von größer Null eine noch eher positive Marktentwicklung
­zugestanden wird.
Ein Gewinner im Hauptfeld war Coaching / Schulung / Training. Hier kam
der meiste Optimismus von Freelancern mit einer Berufserfahrung von weni-
ger als fünf Jahren.
Wie sehen Sie die Marktentwicklung in den folgenden IT-Projektkategorien?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von +3 („Sehr positiv“) bis –3 („Sehr negativ“). Basis: n = 226
Data Science
Agile Softwareentwicklung
Beratung / Consulting
Softwareentwicklung / Programmierung
Agile Entwicklungsmethode (z.B. Scrum)
Projektmanagement / -leitung / Organisation / Koordination
Engineering / IT-nahe Ingenieurdienstleistungen
Coaching / Schulung / Training
Design / Entwicklung / Konstruktion
Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung / Test
Berechnung / Simulation / Versuch / Validierung
Hardwareentwicklung
Administration / Support
Dokumentation / DTP
1,87
1,82
1,79
1,70
1,66
1,55
1,39
1,31
1,21
1,09
1,09
0,77
0,54
0,30
35Die Studienergebnisse im Einzelnen
Umfrage unter IT-Freiberuflern
8. Marktentwicklung 2 –
IT-Bereiche
IT-Security ist immer noch das wichtigste IT-Segment aus Sicht der Freiberufler,
die Digitalisierung als Neueinsteiger landet jedoch schon kurz dahinter. Mobility und
Mobile Payment rutschen hingegen ab.
Etwas verwunderlich ist, dass die Künstliche Intelligenz als derzeit absoluter
Hype nur im hinteren Mittelfeld einsteigt. Vermutlich ist das Thema von
­einem Massengeschäft noch ziemlich weit entfernt.
Demgegenüber haben sich die Trends der vergangenen Jahre oben fest­
gesetzt: angefangen von IT-Sicherheit über Digitalisierung und Cloud bis hin
zu Big Data und Analytics.
Freelancer mit einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro liegen bei
­„Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data)“
mit 0,25 Punkten deutlich über der durchschnittlichen Erwartung an das
Marktsegment. Bei „Internet of Things / Industrie 4.0“ sind es immerhin
0,24 Punkte.
Ein weiterer Aufsteiger 2018 ist das Prozessmanagement – vermutlich,
weil es dieses Jahr mit dem Attribut „Robotics“ versehen wurde.
Mobility und Mobile Payment, die Aufsteiger des vergangenen Jahres,
­haben von den Freelancern einen Dämpfer erhalten, sie mussten Plätze
­abgeben. Beide Themen rangieren aus Sicht der Unternehmen ohnehin
im unteren Drittel der Tabelle.
In der Abstiegszone gab es keine Veränderungen: Noch immer liegen
­Servicemanagement, ERP, CRM und Collaboration nach Einschätzung der
Freiberufler auf den hintersten Plätzen. Die Unternehmen sehen dies ähnlich,
nur kommt bei ihnen Servicemanagement etwas besser weg.
Wie sehen Sie die Marktentwicklung in den folgenden IT-Bereichen?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von +3 („Sehr positiv“) bis –3 („Sehr negativ“). Basis: n = 226
IT-Security
Digitalisierung
Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data)
Cloud Computing
Virtualisierung
Mobility
Prozessmanagement, Robotics
Internet of Things / Industrie 4.0
Internet- / Web-orientierte Architekturen
Mobile Payment
Künstliche Intelligenz, Machine Learning
Servicemanagement
ERP-Systeme
CRM-Systeme
Social Media / Collaboration
2,10
1,95
1,91
1,85
1,84
1,77
1,72
1,71
1,68
1,57
1,55
1,24
1,11
1,10
0,95
36 Die Studienergebnisse im Einzelnen
„Vor welchen sonstigen Herausforderungen stehen Sie
als IT-Selbstständiger?“
Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern auf die Frage
Mehrere Kunden
gleichzeitig zu unterstützen.
Unsicherheit durch kurze
Kündigungsfristen und erratisches
Kundenverhalten: Der Externe ist
der Erste, der geht.
Kunden beizubringen, dass man
nicht immer 100 Prozent onsite sein
muss.
Vernünftige Software im kleinen
Maßstab für digitale Prozesse:
CRM, Seminarplanung …
Werkvertragsgesetz /
AÜG
Der IT-Projekt-Markt
wird vom Gesetzgeber
systematisch torpediert.
Man wird auf etwas
festgelegt, was man
gut gemacht hat – und
soll es immer wieder
machen.
Rückendeckung durch
­Partner bei Belastungs­
spitzen, Urlaub, Krankheit.
Work-Life-Balance
Preisdruck durch Oligopole
und Absprachen
(Dax-30-Unternehmen)
Bei der schnellen
technischen Entwicklung
den Überblick behalten
und aktuell bleiben.
Wunsch nach
Statusfeststellung
­seitens des
Kunden.
37Die Studienergebnisse im Einzelnen
Home-Office-Möglichkeit;
gute Bezahlung; Möglich-
keit der Weiterbildung.
Kommt auf das Gesamtpaket
aus Aufgabe, Unternehmen /
Team, Gehalt, Benefits und
Arbeitszeit an.
Keine.
Vorher wandere ich aus.
Eigentlich gar nicht
mehr, es müsste der
Traumjob sein.
70.000 €
Wenn die Unternehmenskultur passt
(New Work, Augenhöhe) und mir in
einer teamorientierten Arbeitsweise
kontinuierliches Lernen auf hohem
Niveau möglich ist
Wenn es sich nur um
ein Konstrukt handelt,
das aufgrund gesetz­
licher Regelungen not-
wendig ist, oder wenn
der Auftraggeber aus
betrieblichen Gründen
eine Tätigkeit in dem
Konstrukt Festanstel-
lung wünscht
Da ich nur noch wenige
Jahre bis zum Renten-
eintritt habe, macht das
keinen Sinn.
Wirtschaftlicher Zwang (keine
Projekte mehr). Und eventuell
wenn das Gehalt passt – und das
Thema „Scheinselbstständigkeit“
noch schlimmer wird ...
Festanstellung nur
für zeitlich befristetes
Projekt
Nähe zum Wohnort, große
Freiräume, Leitungsposition
mit strategischer Ausrichtung,
sehr gutes Gehalt
Kombi mit Home-Office
und in der Festanstel-
lung Hunde mitbringbar
(Büro in Ruhe alleine)
„Unter welchen sonstigen Bedingungen können
Sie sich eine Festanstellung vorstellen?“
Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern auf die Frage
Flexible Einsatzzeiten – eigenbestimmtes
Arbeiten – interessante Projekte.
38 Die Studienergebnisse im Einzelnen
IT-Freiberufler 2018
Weitere
Studienergebnisse
Zumindest in
geschäftskritischen
Feldern erst gar keine
externen IT-Fach-
kräfte beschäftigen
33,8
Zusammenarbeit mit
externen IT-Fachkräften
langfristig anlegen
64,7
Bestimmte Maßnahmen, um
sicherzustellen, dass das
Know-how im Unterneh-
men bleibt (z.B. Freiberufler
­schulen Mitarbeiter)
31,4
Durch den
Weggang von
IT-Freiberuflern
muss nicht
zwangsläufig
Know-how ver-
loren gehen.
9,4
1,2
Andere
Vorgehensweise
1. Brain Drain – Kompetenzen sichern
Der Know-how-Transfer ist ein heißes Eisen für Unternehmen – das sowohl
den Zufluss als auch den Abfluss betrifft.
Ein Drittel der Unternehmen setzt in geschäftskritischen Bereichen keine
IT-Freelancer ein und baut stattdessen auf eigene Ressourcen, um nicht von
externen Kräften abhängig zu sein.
Am beliebtesten ist die langfristige Kooperation mit Freiberuflern. Dies
bringt auch andere Vorteile mit sich, etwa bei der Einarbeitung.
Die Geschäftsleitung und vor allem die IT-Führung sind beim Know-how
deutlich sensibler als die Befragten aus Fachbereichen. Deren Werte liegen in
allen Punkten am Schluss.
In den freien Antworten wurde angegeben: Schulungen der internen
­Mitarbeiter durch die Externen, „abschreckend hohe Konventionalstrafen“
­sowie der Einsatz von Freiberuflern, „die Hilfe zur Selbsthilfe leisten sowie
Know-how aufbauen und verstetigen helfen – keine Beratungsunternehmen“.
Gerade wegen der Digitalisierung befürchten viele Auftraggeber, dass ihnen
­Know-how verloren geht, wenn auch die externen IT-Fachkräfte gehen.
Wie beugen Sie solch einer Entwicklung vor?	
Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331
40 Weitere Studienergebnisse
2. Personal-Mix – Kompetenzen beschaffen
Externe IT-Fachkräfte sind wichtige Kompetenzbringer für Unternehmen – zumindest
für drei Viertel von ihnen. Daran ändert sich auch in den kommenden Jahren nichts.
Für mehr als die Hälfte der Unternehmen haben externe IT-Experten eine
­große bis sehr große Bedeutung, wenn es um die Sicherstellung von Kompe-
tenzen und Know-how geht. In der Zukunftsfrage wurden die Angaben mit
ähnlichen Werten untermauert.
Gerade einmal sieben Prozent der Firmen messen den Kompetenzen von
Freiberuflern eine geringe Bedeutung bei.
Große Unternehmen bauen stärker auf Externe, und die Geschäftsleitung
sieht das Beschaffungsmodell im Durchschnitt deutlich positiver als IT-Füh-
rungskräfte. Beides setzt sich in den kommenden Jahren fort.
Welche Bedeutung hat der Einsatz von externen
IT-Fachkräften gegenüber den Alternativen
Festanstellung, Arbeitnehmerüberlassung,
Third-Party-Management usw. für Ihr Unter­
nehmen, wenn es um die Sicherstellung von
Kompetenzen und Know-how geht?
Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Wie schätzen Sie diese Bedeutung von
externen IT-Fachkräften in den kommenden
zwei Jahren für Ihr Unternehmen ein?
Angaben in Prozent. Basis: n = 331
Sehr große Bedeutung
Große Bedeutung
Eher große Bedeutung
Mittlere Bedeutung
Eher geringe Bedeutung
Geringe Bedeutung
Keine Bedeutung
Weiß nicht / keine Angabe
21,5
31,4
23,3
15,1
4,8
2,1
0,9
0,9
19,3
34,1
23,9
13,6
6,9
0,9
0,9
0,3
41Weitere Studienergebnisse
3. Interaktion – Kompetenzen austauschen
Agile Projekte, intensive Zusammenarbeit, Austausch von Fachwissen? Mitnichten.
Ein großer Teil der Unternehmen trennt Externe und Interne voneinander. Manchmal
gelingt dies sogar ganz gut.
Immerhin mehr als 40 Prozent der Firmen trennen Festangestellte und
­Freiberufler räumlich voneinander. Hintergrund sind rechtliche Rahmen­
bedingungen zur Feststellung von Scheinselbstständigkeit, die eine Ein­
gliederung des ­Freelancers in den normalen Unternehmensalltag und seine
Abläufe er­schweren.
Jedes achte Unternehmen hat die räumliche Trennung versucht, ist jedoch
wieder davon abgekommen. Und immerhin jede vierte Firma gibt an, dass
die Mauer zwischen Externen und Internen für den Projekterfolg nicht förder-
lich ist. Dies betrifft wohl in erster Linie agile Projekte, die von kurzen Wegen
und einem direkten Austausch der Experten profitieren.
Für mehr als die Hälfte der Befragten funktioniert die Trennung dem
­Bekunden nach jedoch gut bis sehr gut. Bei Werkverträgen mit geringer
­Projektkommunikation und klar umrissener Aufgabe, die eigenverantwort-
lich gelöst wird, kann dies sicher der Fall sein. Befragte aus der IT-Abteilung
­tendieren generell zu einer skeptischeren Bewertung der Trennung als die
Geschäftsleitung.
Wie ist das bei Ihnen im Unternehmen:
Werden externe und interne Mitarbeiter
von IT-Projekten räumlich getrennt?
Angaben in Prozent. Basis: n = 330
Eine konsequente Lösung rechtlicher Probleme
ist, externe IT-Fachkräfte in extra Gebäuden oder
Gebäudebereichen mit extra Telefonen und
Rechnern etc. zu setzen. Wie gut kann das funk-
tionieren, wenn externe und interne Mitarbeiter
sehr intensiv zusammenarbeiten?
Angaben in Prozent. Basis: n = 318
12,7
24,8
1,5
6,4
3,3
Ja, aber
nicht bei
jedem
IT-Projekt
Nein, bis jetzt
nicht, ist aber
angedacht
Weiß nicht / keine AngabeNein, darüber wurde noch
nicht mal nachgedacht.
Nein, wir haben
uns aus finanziellen
Gründen dagegen
entschieden.
13,6
9,4
28,2
21,1
5,0
2,5
3,8
17,6
12,3
37,7
Ja, sehr strikt
Ja, haben wir
schon gemacht,
sind aber wieder
davon abgekommen.
Nein, die räumliche
Trennung ist nicht
sinnvoll. Das ist dem
IT-Projekt nicht
förderlich.
Weiß nicht / keine Angabe
Sehr gut
GutEher
gut
Eher
schlecht
Schlecht
Sehr schlecht
42 Weitere Studienergebnisse
4. Lebenslanges Lernen – Kompetenzen ausbauen
Die Bedeutung von Zertifikaten und Weiterbildungsmaßnahmen für die Vermittlung der
IT-Freelancer hält sich in Grenzen. An der Spitze liegen ausgewiesenes Fach- und Methoden­
wissen sowie Projektmanagement, die eigentlichen Kernkompetenzen der IT-Experten.
Wenn Zertifikate, dann mit IT-Bezug: Fach- und Methodenwissen ist ein
Pfund, mit dem Externe wuchern können. Weiterbildung im Bereich Projekt-
management sind ebenfalls nützlich.
Bei Freelancern, die mehr als 16 Jahre aktiv sind, ist die Bedeutung von
Zertifikaten für den eigenen Marktwert am geringsten. Und für Freiberufler
mit einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro (immerhin über 40 Prozent
der Befragten) haben Weiterbildung und Zertifikate unterdurchschnittliche
Bedeutung, womöglich deswegen, weil gerade diese Freiberufler zumeist
ein oder zwei langjährige Auftraggeber haben. Aber auch sie punkten mit
IT-bezogenen Zertifikaten zum Fach- und Methodenwissen.
Fast drei Viertel der Befragten hält Berufsbild-Zertifikate (z.B. IHK, CeLS) für
nicht oder weniger wichtig, und 68 Prozent messen Zertifikaten für Soft Skills
keine bis geringe Bedeutung für den eigenen Marktwert bei.
Interessant ist in diesem Kontext, dass Schulungen und Fortbildungen
die am wenigsten wichtige Anforderung der Freiberufler an die Services der
­Personaldienstleister sind (siehe Key Finding 6).
Welche Bedeutung haben Weiterbildung und Zertifikate für den eigenen Marktwert
und für die Vermittlung?
Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Große Bedeutung“) bis 4 („Gar keine Bedeutung“). Basis: n = 234
IT-Zertifikate
(Fach- und
Methodenwissen)
Projekt-
management-
Zertifikate
Weiterbildung im
Allgemeinen (Vorträge
und Veranstaltungen
zu wirtschaftlichen,
politischen und gesell­
schaftlichen Themen)
Zertifikate im
­Allgemeinen
Zertifikate für
Soft Skills
(z.B. Teamfähigkeit,
analytisches
Denkvermögen)
Berufsbild-
Zertifikate
(z.B. IHK, CeLS)
2,25
2,36
2,55
2,65
2,89 2,99
43Weitere Studienergebnisse
IT-Freiberufler 2018
Blick
in die Zukunft
Von Truthähnen und Schwänen
Der Markt für IT-Freiberufler läuft von einer Rekordmarke zur nächsten.
Die Protagonisten selbst sind optimistisch, und auch ihre Auftraggeber
rechnen mit einer zunehmenden Nachfrage. Selbst kleine Indizien für
eine Trendwende sind nicht in Sicht.
Nach Jahren des Aufschwungs im Markt für IT-Freiberufler kommt einem
manchmal die sogenannte „Truthahn-Illusion“ in den Sinn: Jeden Tag und
mit jeder Fütterung wird der Truthahn sicherer, dass es das Leben und die
Menschen gut mit ihm meinen. Am größten ist seine Gewissheit am Tag
vor dem amerikanischen Erntedankfest „Thanksgiving“ – danach sinkt die
gefühlte Sicherheit rasant.
Schaut man von außen auf den Markt für IT-Freelancer, fällt ein vergleich­
bares Phänomen auf: Futter ist im Überfluss vorhanden. Dies zeigt sich in
erster Linie an den durchschnittlichen Stundensätzen, die laut vorliegender
Studie 2017 um rund fünf Prozent auf 88,41 Euro gestiegen sind. Und für 2018
erwarten die Experten mit 93,80 Euro einen weiteren Zuwachs von zirka
sechs Prozent. Setzt sich der Trend fort, wird im kommenden Jahr die Marke
von 100 Euro erreicht.
Dabei hatten die Einsatzunternehmen vergangenes Jahr noch genauer auf
das Geld geschaut und das Preis-Leistungs-Verhältnis als wichtigstes Krite­
rium für die Arbeit mit einem Personaldienstleister angegeben. Doch bei
den Kriterien für die Auswahl und Beauftragung externer Fachkräfte ist der
Tagessatz aktuell vom dritten auf den fünften Platz zurückgefallen. Fast
scheint es so, als hätten sich Unternehmen der Macht des Marktes ergeben:
Was heute maßgeblich zählt, sind die Qualität der Arbeit und die Geschwin-
digkeit bei der Vermittlung einer Fachkraft. Der Rest ist sekundär.
Die Nachfrage nach externen Experten ist inzwischen so hoch, dass 2018
­genau die Hälfte aller IT-Fachleute in Unternehmen Externe sind – nach
45 Prozent im Vorjahr. Und die Entwicklung geht noch weiter, prognosti­
zieren die befragten Einsatzunternehmen: Nur 2,4 Prozent gaben an, dass
sich die Freelancer-Quote verringern wird, über 60 Prozent gehen hingegen
von einer (deutlichen) Erhöhung aus.
Bei aller Euphorie darf man nicht außer Acht lassen, dass es im Grunde
­genommen keinen einheitlichen Markt gibt, denn die Flut hebt längst nicht
alle Boote. Während sich beispielsweise junge Freelancer über eine hohe
Nachfrage in ihrem aufstrebenden Spezialbereich freuen, lässt auf der ande-
Von Alexander Freimark
45Blick in die Zukunft
ren Seite technologischer Lebenszyklen die Marktdynamik spürbar nach.
Dies zeigt sich auch darin, dass einige Freelance-Einsteiger deutlich höhere
Honorarerwartungen haben als Freiberufler jenseits des 50. Lebensjahrs.
­Ausnahmen bestätigen indes auch hier die Regel.
Mit jedem Jahr und jedem Anstieg der Tagessätze werden Freiberufler
­sicherer, dass sie die bessere Option gewählt haben – kaum jemand zieht
eine Festanstellung in Betracht. Und in der Tat gibt es derzeit keine Anzei-
chen, dass der Markt am Scheitelpunkt steht. Selbst die Änderungen am
­Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) im vergangenen Jahr haben zu
­keinem signifikanten Niederschlag in den vorliegenden Antworten geführt,
weder bei Unternehmen noch bei IT-Experten.
Neben der Truthahn-Illusion gibt es allerdings noch das Prinzip schwarzer
Schwäne: höchst unwahrscheinliche Ereignisse, die aber tatsächlich ein­
treten und alles über den Haufen werfen können. Für Truthähne ist Thanks-
giving ein schwarzer Schwan. IT-Freiberufler müssen sich überraschen
­lassen – bis dahin können die meisten die Situation jedoch entspannt
­genießen.
„Als Entrepreneur müssen Sie an Ihrem
Unternehmen arbeiten, nicht notwendigerweise
in Ihrem Unternehmen.“
Günter Faltin (* 25.11.1944),
deutscher Hochschullehrer und Unternehmensgründer
Zitat
46 Blick in die Zukunft
IT-Freiberufler 2018
Interviews
mit den Verbänden
„Auftragslage hervorragend – Stimmung
angespannt“
IDG: Wie hat der DBITS das politische Jahr 2017
wahrgenommen?
TAMMLING: Zuallererst ist die Reform der Werk- und
Dienstverträge zu nennen. Diese sollte die Leiharbeit­
nehmer schützen, hat aber am Ende, wie befürchtet,
den gut verdienenden Selbstständigen aus der IT
enorm geschadet. Sie sind nun noch stärker ins Visier
der Sozialversicherungen gerückt. Nur die gute Auf­
tragslage kompensiert derzeit noch die negativen
­Auswirkungen auf die Auftragsvergabe.
IDG: Wird sich die Situation beruhigen?
TAMMLING: Wir befürchten das Gegenteil. Der neue Ko­
alitionsvertrag sieht teure soziale Wohltaten auf ­hohem
Niveau vor. Der Trend, überdurchschnittlich gut verdie­
nende Selbstständige, zu denen wir unsere Mitglieder
zählen, die Zeche bezahlen zu lassen, wird anhalten.
Ein Beispiel: die Verpflichtung zur Altersvorsorge. Nach
­gegenwärtigem Stand ist neben der DRV nur die soge­
nannte Rürup-Rente möglich. Um allerdings aus einem
Rürup-Vertrag eine Rente oberhalb des Grundsiche­
rungsniveaus zu generieren, muss der Freiberufler zu­
nächst sehr viel Geld einzahlen. Dieses eingeschränkte
„Angebot“ bedarf einer Erweiterung. Unter dem Deck­
mantel, die Selbstständigen (vor sich selbst) schützen zu
müssen, spricht uns die Politik die Fähigkeit oder den
Willen ab, unseren erworbenen Lebensstandard auch im
Alter aufrechtzuerhalten. Warum? Es geht um ein jähr­
liches Abschöpfungspotenzial von 15 Milliarden Euro!
IDG: Aber auch IT-Selbstständige sind doch potenziell
von Altersarmut bedroht        …
TAMMLING: Das können wir nicht bestätigen. Betrach­
ten Sie nur die Ergebnisse einiger Freiberuflerstudien:
Es gibt seriöse und repräsentative Datensammlungen,
die ein exaktes Bild der Einkommenssituation und so­
zialen Absicherung von selbstständigen IT-Experten
­wiedergeben, und dennoch beharrt die Politik auf
­antiquierten Stereotypen. Selbstständigkeit wird grund­
sätzlich über alle Berufsstände pauschaliert und mit
prekärer Beschäftigung gleichgesetzt. Zu diesem Zweck
werden unbelegte Zahlen in den Raum gestellt und die
Situa­tion abhängig Beschäftigter aus dem Niedriglohn­
sektor konsequent ausgeblendet.
IDG: Wie ist die Stimmung unter den IT-Selbstständigen?
TAMMLING: Ende 2017 hat der DBITS die Preisverlei­
hung des Wettbewerbs zum „IT-Freelancer des Jahres“
in der Botschaft der Republik Estland ausgerichtet –
­einem Land, das Deutschland in puncto Digitalisierung
übrigens einiges voraushat. Die Gäste waren Selbst­
ständige, Vertreter der IT-Branche und der Politik. Die
meisten Gespräche handelten von Befürchtungen, dass
die Berufsausübung bei zunehmenden Einschränkun­
gen durch die Politik immer schwieriger wird. Neben
der Angst, dass die große Koalition zu einem großen
Rundumschlag ausholt, um die Selbstständigen in eine
politisch vorgegebene Altersvorsorgeform zu zwingen,
die ihnen am Ende nur schadet, wurde befürchtet,
noch mehr Aufwand betreiben zu müssen, um der
­Bürokratie und Regulierungswut Genüge zu tun. Auf­
wand, der in Zeiten des Fachkräftemangels für die
­Entwicklung von Innovationen und somit die Stärkung
des Standorts Deutschland besser investiert wäre.
IDG: Warum sollten sich IT-Selbstständige einem
­eigenen Berufsverband anschließen?
TAMMLING: Für die Interessen der IT-Selbstständigen
kann weder eine Gewerkschaft noch eine einzige Inter­
essenvertretung für alle Selbstständigen eintreten. Un­
terschiedliche Berufsbilder und Einkommenssituationen
machen es für Letztere schwierig, die einzelnen Berufs­
stände gleichermaßen gut zu vertreten. IT-Selbstständi­
ge müssen „Flagge zeigen“ und brauchen daher einen
Verband, der ihre spezifischen Interessen vertritt. Für
die gegenseitige Stärkung hat der DBITS gemeinsam
mit dem DDIM e.V. die Experteninitiative Selbständigkeit
(experteninitiative-selbstaendigkeit.de) ins Leben
­gerufen. Damit setzen wir uns für die rechtssichere
­Ausübung der Selbstständigkeit von hoch qualifizierten
Wissensarbeitern ein.
Der DBITS (dbits.it) ist der Berufsverband für
IT-Selbstständige in Deutschland. Der Verein
vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf
gesellschaftlicher und politischer Eben. Der DBITS wird
von Selbstständigen für Selbstständige geführt und ist in
­Berlin ansässig.
Kerstin Tammling ist als freiberuflicher Consultant im
­Software-Asset-Management und Lizenzmanagement tätig. In der
IT-Branche ist sie seit Mitte der 1980er-Jahre zu ­Hause und arbeitet
seit 1989 selbstständig. Daneben setzt sie sich ehrenamtlich für die
gesellschaftlichen und politischen Interessen der Selbstständigen in
der IT im DBITS e.V. ein, dessen Vorstandsvorsitzende sie ist.
Kerstin Tammling,
Vorstandsvorsitzende DBITS
48 Interview
Altersvorsorgepflicht – was auf die
Selbstständigen zukommt
Union und SPD haben im Koalitionsvertrag die Einfüh­
rung einer Altersvorsorgepflicht (AV-Pflicht) für Selbst­
ständige verabredet – ebenso wie zuvor schon die
­Jamaika-Sondierer. Eine reine Rentenversicherungs­
pflicht scheint vom Tisch. Das weiterhin SPD-geführte
Arbeitsministerium könnte aber versucht sein, durch
­wenig attraktive Anlagealternativen zur Deutschen Ren­
tenversicherung (DRV) eine Rentenversicherungspflicht
durch die Hintertür einzuführen. Sehr viel hängt von
der genauen Ausgestaltung der neuen AV-Pflicht ab.
Wer wird einbezogen? – „Alle Selbstständigen ..., die
nicht bereits anderweitig obligatorisch (z.B. in berufs­
ständischen Versorgungswerken) abgesichert sind“,
heißt es im Koalitionsvertrag. In der Diskussion ist eine
Altersgrenze von zum Beispiel 50 Jahren. Wer jünger ist
und – wie die große Mehrzahl der Selbstständigen –
bereits fürs Alter vorgesorgt hat, ist oft langfristige Ver­
pflichtungen eingegangen, etwa durch eine Immobili­
enfinanzierung oder eine private Rentenversicherung.
Direktanlagen in Immobilien und Investmentfonds wer­
den im Rahmen der AV-Pflicht aber nicht anerkannt.
Die Selbstständigen fürchten, dass sie ihre jetzige
­Altersvorsorge mit Verlust veräußern müssen, um in
eine andere, eventuell weniger rentable einzuzahlen.
Einzelfallprüfungen, ob bereits ausreichend fürs Alter
vorgesorgt wurde, sind sehr aufwendig und müssten
regelmäßig wiederholt werden. Wir fordern deshalb,
die Altersvorsorgepflicht auf Gründer zu beschränken,
die sich in Kenntnis der neuen AV-Pflicht frei für eine
Selbstständigkeit entscheiden können.
In welcher Höhe muss Altersvorsorge nachgewiesen
werden? Der erste Anlauf für eine AV-Pflicht scheiterte
2012 daran, dass Mindestbeiträge in Höhe von 400 Euro /
Monat geplant waren. Hunderttausende von Teilzeit-­
Selbstständigen hätten ihre Selbstständigkeit beenden
müssen. Auch der jetzige Koalitionsvertrag lässt diese
Möglichkeit offen. Unseres Erachtens muss der Beitrag
(ab einem Einkommen von 450 Euro) jedoch einkom­
mensabhängig gestaltet sein, möglichst unter Berück­
sichtigung der Gleitzone. Die Beiträge der Selbstständi­
gen dürfen nicht höher sein als die, die Arbeitgeber und
-nehmer zusammen bezahlen. Genau das ist aber bei der
gesetzlichen Krankenversicherung jetzt schon der Fall:
Dort müssen Selbstständige im Gegensatz zu Angestell­
ten auch auf den Arbeitgeberanteil zur Sozialversiche­
rung auf Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden Beiträge
bezahlen, noch dazu gelten hohe Mindestbeiträge von
420 Euro/Monat (sollen auf 210 Euro gesenkt werden).
Die Mehrbelastung bei der Krankenversicherung muss
beendet werden, damit alle Selbstständigen die AV-Pflicht
erfüllen können. Ansonsten drohen Grenzbelastungen
mit Steuern und Beiträgen von 60 Prozent und mehr.
Was wird nun als Opt-out anerkannt? – Der Gesetz­
geber denkt an eine – um einen Erwerbsminderungs­
schutz ergänzte – Rürup-Rente und die Öffnung der
geförderten Riester-Rente für Selbstständige. Wir
­plädieren für die Einrichtung eines berufsständischen
Versorgungswerks auch für nicht kammerpflichtige
Selbstständige und für andere rentable Formen der
­Altersvorsorge mit möglichst geringer Kostenbelastung.
Hier wird sich zeigen, wie ehrlich es die Politik mit der
versprochenen Wahlfreiheit meint.
Bei freiwilligen Beitragszahlungen in die DRV prüft diese
vier Jahre in die Vergangenheit, ob nicht Pflichtbeiträge
nachzuzahlen sind, aufgrund des Vorliegens arbeitneh­
merähnlicher oder Scheinselbstständigkeit beziehungs­
weise einer rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit
(z.B. Lehrer). Die Folge sind oft der Verlust von Aufträgen
oder der Zwang, bestehende Ersparnisse aufzulösen und
in die DRV einzuzahlen. Wenn die DRV die Daten von
­Millionen von Selbstständigen erhalten möchte, muss
sie zunächst Rechtsicherheit schaffen. Das Statusfest­
stellungsverfahren muss vereinfacht und Statusände­
rungen nur noch mit Wirkung für die Zukunft erfolgen.
Schließlich ist künftig sichergestellt, dass in jedem Fall
Sozialversicherungsbeiträge geleistet wurden.
Der 2012 entstandene Verband
der Gründer und Selbstständigen
Deutschland (VGSD) e.V.
mit Sitz in München vertritt die
­Interessen von Freiberuflern,
Soloselbstständigen und kleinen Unternehmen. Aktuell zählt
der VGSD 3.000 Vereins- und 14.000 (kostenlose) Community-­
Mitglieder. IT-Experten und -Berater sind
unter den Mitgliedern besonders stark vertreten.
Dr. Andreas Lutz ist Vorstandsvorsitzender des VGSD und Sprecher
der vor einem Jahr gegründeten Bundesarbeitsgemeinschaft Selbst­
ständigenverbände (bagsv).
Dr. Andreas Lutz,
VGSD-Vorstandsvorsitzender
49Interview
IT-Freiberufler 2018
Studiendesign
Studiensteckbrief
Herausgeber.............................. COMPUTERWOCHE, CIO, TecChannel und ChannelPartner
Studienpartner......................... Silber-Partner:
Hays AG
neusta consulting GmbH
Bronze-Partner:
Allgeier SE
Experis GmbH
GECO Deutschland GmbH
GULP Information Services GmbH
Harvey Nash GmbH
Questax GmbH
SOLCOM GmbH
sowie in Kooperation mit dem Deutschen Bundesverband Infor­
mationstechnologie für Selbstständige e.V. (DBITS) und dem Ver-
band der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGDS)
Grundgesamtheiten................ (1) IT-Projektverantwortliche und IT/TK-Entscheider aus
Geschäftsführung und Vorstand sowie in leitender Funktion aus
den Fachbereichen und Entscheider aus Einkaufsabteilungen in
Einsatzunternehmen der D-A-CH-Region
(2) IT-Freiberufler
Methode....................................... Online-Umfrage (CAWI)
Teilnehmergenerierung ...... Stichprobenziehung in der IT-Entscheider-Datenbank von
IDG Business Media; persönliche E-Mail-Einladungen zur Umfrage;
redaktionelle Teasermeldungen, Meldungen in E-Mail-Newslettern
der COMPUTERWOCHE sowie einzelner Studienpartner
Gesamtstichprobe................... 567 qualifizierte Interviews
Stichprobe 1:
Einsatzunternehmen: 331 qualifizierte Interviews
Stichprobe 2:
IT-Freiberufler: 236 qualifizierte Interviews
Untersuchungszeitraum...... 20. Dezember 2017 bis 2. Februar 2018
Fragebogenentwicklung....... IDG Research Services in enger Abstimmung mit den Partnern
­dieser Studie
Durchführung........................... IDG Research Services
Technologischer Partner...... Questback GmbH, Köln
Umfragesoftware..................... EFS Survey Fall 2017
51Studiendesign
Stichprobenstatistik
Einsatzunternehmen (Stichprobe 1)
Branchenverteilung* 	 Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau...............................................1,2 %
	 Energie- und Wasserversorgung........................................................................ 2,5 %
	 Chemisch-pharmazeutische Industrie, Life-Science..................................5,2 %
	 Medizin- und Labortechnik................................................................................. 0,9 %
	 Metallerzeugende und -verarbeitende Industrie...........................................7,2 %
	 Maschinen- und Anlagenbau.............................................................................. 6,3 %
	 Automobilindustrie und Zulieferer.....................................................................3,3 %
	 Herstellung von elektrotechnischen Gütern, IT-Industrie.......................17,2 %
	 Konsumgüter-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie..............................3,6 %
	 Feinmechanik und Optik.......................................................................................1,2 %
	 Sonstiges Produzierendes Gewerbe...................................................................5,7 %
	 Baugewerbe, Handwerk......................................................................................... 4,8 %
	 Groß- und Einzelhandel (inkl. Online-Handel)............................................. 9,2 %
	 Finanzwirtschaft und Bankwesen.......................................................................5,4 %
	Versicherungswirtschaft........................................................................................3,0 %
	Immobilienwirtschaft..............................................................................................1,2 %
	 Transport, Logistik und Verkehr..........................................................................3,3 %
	 Dienstleistungen für Unternehmen.................................................................. 8,7 %
	 Öffentliche Verwaltung, Gebietskörperschaften, Sozialversicherung....3,3 %
	 Gesundheits- und Sozialwesen...........................................................................1,8 %
	 Hochschule / Forschung / Entwicklung...........................................................1,8 %
	 Andere Branchengruppe........................................................................................1,9 %
	 Keine Angabe.............................................................................................................1,2 %
Unternehmensbereich	 Unternehmens- und Geschäftsleitung...........................................................13,9 %
	 Verwaltung / Personal.............................................................................................3,6 %
	 Finanzen / Rechnungswesen...............................................................................3,3 %
	 Einkauf / Beschaffung.............................................................................................7,2 %
	 Verkauf / Vertrieb / Marketing..............................................................................3,6 %
	 IT / EDV / Telekommunikation......................................................................... 25,8 %
	 Anderer Arbeitsbereich...........................................................................................1,9 %
Unternehmensgröße	 Weniger als 100 Beschäftigte..............................................................................12,1 %
	 100 bis 499 Beschäftigte......................................................................................20,5 %
	 500 bis 999 Beschäftigte.......................................................................................16,0 %
	 1.000 bis 1.999 Beschäftigte.................................................................................16,6 %
	 2.000 bis 4.999 Beschäftigte................................................................................14,2 %
	 5.000 bis 9.999 Beschäftigte................................................................................. 9,4 %
	 10.000 Beschäftigte und mehr............................................................................ 8,8 %
	 Keine Angabe............................................................................................................ 2,4 %
* Mehrfachnennungen möglich
52 Studiendesign
Stichprobenstatistik
IT-Freiberufler (Stichprobe 2)
Geschlecht 	Männlich............................................................................................................................89,4 %
	Weiblich	............................................................................................................................. 10,6 %
	
Alter	 Unter 30 Jahre.................................................................................................................... 4,2 %
	 30 bis 39 Jahre...................................................................................................................12,3 %
	 40 bis 49 Jahre.................................................................................................................24,3 %
	 50 bis 59 Jahre..................................................................................................................43,0 %
	 60 Jahre und älter............................................................................................................16,2 %
	
Gesamtumsatz	 Unter 40 Tsd. Euro.............................................................................................................5,9 %
	 40 bis 60 Tsd. Euro.............................................................................................................5,9 %
	 60 bis 80 Tsd. Euro.............................................................................................................5,5 %
	 80 bis 100 Tsd. Euro.........................................................................................................11,4 %
	 100 bis 120 Tsd. Euro...................................................................................................... 10,5 %
	 120 bis 140 Tsd. Euro........................................................................................................ 9,6 %
	 140 bis 160 Tsd. Euro.......................................................................................................11,9 %
	 Über 160 Tsd. Euro..........................................................................................................20,1 %
	 Ich möchte keine Angabe machen............................................................................19,2 %
	
Projektauslastung	 An weniger als 50 Tagen................................................................................................ 4,2 %
	 An 50 bis 100 Tagen......................................................................................................... 9,7 %
	 An 100 bis 150 Tagen......................................................................................................19,1 %
	 An 150 bis 200 Tagen......................................................................................................19,5 %
	 An 200 bis 250 Tagen....................................................................................................28,8 %
	 An 250 bis 300 Tagen.....................................................................................................11,4 %
	 An mehr als 300 Tagen....................................................................................................7,2 %
	
Tätigkeit als 	 Seit weniger als einem Jahr........................................................................................... 6,8 %
IT-Freiberufler	 Seit 1 bis 5 Jahren.............................................................................................................17,4 %
	 Seit 6 bis 10 Jahren..........................................................................................................19,9 %
	 Seit 11 bis 15 Jahren.........................................................................................................16,9 %
	 Seit 16 bis 20 Jahren........................................................................................................19,1 %
	 Schon länger als 20 Jahre.............................................................................................19,9 %
53Studiendesign
IDG Studie 2018 IT Freiberufler
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IDG Studie 2018 IT Freiberufler

  • 2. Alle Angaben in diesem Ergebnisband wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Trotzdem sind Fehler nicht ausgeschlossen. Verlag, Redaktion und Herausgeber weisen darauf hin, dass sie weder eine Garantie noch eine juristische Verantwortung oder jegliche Haftung für Folgen, die auf fehlerhafte Informationen zurückzuführen sind, übernehmen. Der vorliegende Ergebnisberichtsband, einschließlich all seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen, auch auszugsweise, bedürfen der schriftlichen Genehmigung durch IDG Research Services. Ein aktuelles Studienprojekt von RESEARCH SERVICES Silber-Partner Bronze-Partner
  • 3. Unlängst berichtete ein Dax-30-CIO, dass er für ein großes Projekt gleich mal 300 IT-Freiberufler anheuern wolle. Die Qualität der Profile, die ihm angeboten wurden, ließ ihn allerdings nicht gerade in Freudentränen ausbrechen. Kein Wunder – alle, Anwender- firmen wie Beratungs- und Softwarehäuser, benötigen dringendst IT-Experten. Der Markt ist eng geworden. Schon seit Jahren warnen Arbeitsmarkt­ experten vor dem Engpass an IT-Mitarbei- tern, an gut qualifizierten sowieso. Das ­Thema Fachkräftemangel dürfte viele Arbeit- geber weiter begleiten. Genauso bleibt die Flexi­bilisierung der Arbeitswelt akut, wie ­unsere aktuelle Studie zum Freiberuflermarkt bestätigt. Zum Beispiel mit folgender Zahl: Der ­Anteil der Unternehmen, die ihre Frei­ beruflerquote erhöhen, stieg von 45 auf 62,5 Prozent. Und weiter: Mehr als ein Drittel der Befragten will in Zukunft noch stärker auf externe IT-Fachkräfte setzen. Wichtig ist, dass Freiberufler in diesem über- hitzten Markt nicht den Kopf verlieren und vor lauter Geldverdienen vergessen, dass sie sich weiterbilden müssen. Die Studie sagt ganz klar, dass die Qualität der Profile, die der Vermittler dem CIO (oder wer sonst dafür zu- ständig ist) vorlegt, das wichtigste Entschei- dungskriterium für die Erteilung eines Auf- trags ist. Sind die IT-Experten gut, werden die Unternehmen dafür zahlen. Damit wären wir wieder bei unserem oben genannten Bei- spiel des Dax-30-CIOs, der auch ein zweites wichtiges Kriterium hervorhebt: Die direkte Beziehung zum Dienstleister wird wichtiger. Dort müssen fachlich kompetente Ansprech- partner sein, die auf jeden Fall ein IT-Grund- verständnis mitbringen sollten. Das ist schon deshalb wichtig, weil die ­Diskussion sowohl mit den Auftraggebern als auch mit den Freelancern auf einem ­immer höheren Niveau stattfinden. Mit der Digita­lisierung setzen sich agile Projekt­ methoden und der DevOps-Ansatz durch. Auf der Technikseite gewinnen Advanced Analytics, Künstliche Intelligenz und Block- chain an Bedeutung. Vermittler, die nicht mitreden können, dürften auf Dauer keine Chancen haben. Das ist die gute Nachricht der diesjährigen Studie: Kompetenz und Qualität zahlen sich aus – Motivation für alle, die Engagement zeigen. Ihr Hans Königes CIOs erwarten Qualität und Kompetenz Hans Königes, Ressortleiter Jobs & Karriere Editorial 3
  • 4. Inhalt Die Key Findings im Überblick ............................................................ 6 Die Key Findings im Einzelnen 1. Status quo: Immer öfter Freelancer im Einsatz...................................9 2. Externe vs. Interne: 2018 wechselt die Führung..............................10 3. Auftragsvergabe: Qualität wichtiger als der Preis............................. 11 4. Beschaffungskanäle: Alles fließt...........................................................12 5. Leistungsversprechen: Die persönliche Ebene zählt.......................13 6. Freiberuflerbefragung: Geld und Fairness stehen im Vordergrund..............................................................................................14 7. Freiberuflerbefragung: Die allgemeine Zufriedenheit sinkt............15 8. Freiberuflerbefragung: Mehr Euro pro Tag und Stunde..................16 Management Summary 6 Editorial 3 1. Brain Drain – Kompetenzen sichern..................... 40 2. Personal-Mix – Kompetenzen beschaffen...........41 3. Interaktion – Kompetenzen austauschen........... 42 4. Lebenslanges Lernen – Kompetenzen ausbauen.................................................................... 43 Weitere Studienergebnisse 39 Studiendesign 50 Studiensteckbrief...................51 Stichprobenstatistik...............52 ©shutterstock.com/vectorfusionart Die Studienreihe 61 Unsere Autoren / Sales-Team / Gesamtstudienleitung..................62 Vorschau Studienreihe.................63
  • 5. Kontakt  /  Impressum 60 Die Sicht der Einsatzunternehmen ........................................................... 17 1. Leistung lohnt sich – womit Dienstleister punkten können...................18 2. Rechtsberatung – Angebot schlägt Nachfrage........................................19 3. IT-Projekte – Glocal Denglish...................................................................... 20 4. IT-Projekte – hier entsteht Handlungsbedarf............................................21 5. IT-Bereiche – noch mehr Nachfrage .........................................................22 6. Mixed Teams – gemeinsam besser arbeiten.............................................23 7. Software – Hilfe beim Steuern der Personaldienstleister........................24 8. Kein Bedarf – warum nur Festangestellte ­eingesetzt werden...............25 Ausgewählte Antworten von IT-Projektverantwortlichen.......................... 26 Die Sicht der IT-Freiberufler ..................................................................... 28 1. Projekte und Kunden – ziemlich ausgelastet........................................... 29 2. Herausforderungen – der rechtliche Rahmen......................................... 30 3. Neuprojekte – man kennt sich, man vertraut sich...................................31 4. Scheinselbstständig – in der Ruhe liegt die Kraft ....................................32 5. Der Status – never change a winning team..............................................33 6. Konkurrenz – wenn aus Nearshore Onshore wird................................. 34 7. Marktentwicklung 1 – IT-Projektkategorien................................................35 8. Marktentwicklung 2 – IT-Bereiche.............................................................. 36 Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern................................................37 Die Studienergebnisse im Einzelnen 17 Unsere Silber-­Studienpartner ­ stellen sich vor 55 HAYS AG..........................................................56 neusta consulting..........................................58 Blick in die Zukunft 44 Von Truthähnen und Schwänen Interviews mit den Verbänden 47 DBITS.................... 48 VGSD..................... 49
  • 6. Die Key Findings im Überblick Management Summary Qualität schlägt Quantität Klare Botschaft: Gewichtung der ­Kriterien bei der Auswahl und ­Beauftragung externer IT-Fachkräfte Direkte Beauftragung Insgesamt bevorzugen Unternehmen die direkte Beauftragung. Je größer das Unternehmen, desto häufiger sind Personaldienstleister eingesetzt. IT-Freiberufler: weit verbreitet Vier von fünf Unternehmen setzen IT-Freelancer ein. Derzeit: 50 % Feste – 50 % Freie Einsatzunternehmen schätzen, dass sich der Anteil externer IT-Fachkräfte weiter erhöhen wird. NeinJa Eigene Festangestellte (interne Mitarbeiter) Arbeitnehmer­- überlassung Selbstständige IT-Fachkräfte Outsourcing- Dienstleister 50,0  % 13,8  % 21,6  % 14,6  % Qualität der vorgestellten IT-Fachkräfte- Profile Anzahl der IT-Profile eines Dienstleisters Platz 1 Platz 13 20  % Über Personal­ dienstleister Direkte Beauf- tragung39  %
  • 7. Darüber freuen sich Freelancer Das ist den Unternehmen bei ihren Personalvermittlern wichtig Leicht rückläufige Zufriedenheit Die durchschnittliche Zufriedenheit der Freelancer mit ihren Personaldienst­leistern hat gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen. ©shutterstock.com/vectorfusionart Stundensätze – es geht aufwärts Bleibt der Trend intakt, ist 2019 die Marke von 100 Euro pro Stunde in Reichweite. 1. Gute Zusammenarbeit bei früherem IT-Projekt 45,2  % 43,8  % 42,0  % 2. Reputation des Personaldienstleisters 3. „Guter Draht“ zu festem ­Kundenansprechpartner Zuverlässige Zahlung1,50 Durchschnitts­ bewertung auf Skala von 1 bis 6 2017 2018 2,63 Durchschnitts­ bewertung auf Skala von 1 bis 6 über alle Kriterien hinweg Durchschnitts­ angaben in Euro 2015 2016 2017 2018 (erwarteter Stundensatz) 80,25 84,05 88,41 93,80 1,54 1,71 Faire Verträge Reibungslose Abwicklung (von Vertrag bis Abrechnung) 2,83
  • 8. Die Key Findings im Einzelnen IT-Freiberufler 2018
  • 9. 1. Status quo: Immer öfter Freelancer im Einsatz Im vergangenen Jahr hat sich der Einsatz von IT-Freiberuflern in Unternehmen ­erneut ausgeweitet – und zwar deutlich. Zudem geht die überwiegende Mehrheit der Befragten davon aus, dass Freelancer ein strategisches Werkzeug sind, flexibel auf Schwankungen in der Auslastung der Kernbelegschaft zu reagieren. Fast vier von fünf Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten IT-Freiberufler eingesetzt. Gegenüber der Studie aus dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um neun Prozentpunkte. Nur noch jede fünfte Firma ­verzichtet ganz auf die Unterstützung durch Freelancer. Mehr als ein Drittel der Befragten will in Zukunft verstärkt auf externe IT-Fachkräfte setzen, um beispielsweise flexibel auf Veränderungen in der Nachfrage reagieren zu können. Für über die Hälfte der Unternehmen sind Freelancer zumindest in Teilen eine strategische Überlegung wert. Von den großen Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern sprechen sich 43,8 Prozent für einen stärkeren strategischen Einsatz von IT-Freiberuf- lern aus, bei kleineren Firmen sind es lediglich 27,5 Prozent. Wurden in Ihrem Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten externe IT-Fachkräfte eingesetzt? Angaben in Prozent. Basis: n = 543 Studie IT-Freiberufler 2018 Studie IT-Freiberufler 2017 Gibt es in Ihrem Unternehmen ganz grund­ sätzliche strategische Überlegungen, ob mit mehr oder weniger externen IT-Fachkräften ­gearbeitet werden soll (um z.B. immer ganz ­flexibel auf dem Markt agieren zu können)? Angaben in Prozent. Basis: n = 329 Weiß nicht Ja Nein 78,5 19,0 2,6 Weiß nicht Ja Nein 69,3 27,4 3,4 Weiß nicht Ja, in stärkerem Maße Nein 7,6 2,4 Ja, vereinzelt 55,0 35,0 9Management Summary
  • 10. Eigene Festangestellte (interne Mitarbeiter) Arbeitnehmer­ überlassung Selbstständige IT-Fachkräfte Outsourcing- Dienstleister 2. Externe vs. Interne: 2018 wechselt die Führung Beim Blick auf die Mitarbeiterstruktur zeigt sich ebenfalls, dass der Einsatz externer IT-Mitarbeiter zulegen konnte. Ihr Anteil hat inzwischen mit dem der fest angestellten Kräfte der ­Unternehmen gleichgezogen. Fragt man nach der Zukunft, zeichnet sich ab, dass die Bedeutung der Festanstellung weiter schwindet. Genau die Hälfte der IT-Fachkräfte ist derzeit noch fest bei den Einsatz­ unternehmen angestellt. Im vergangenen Jahr hatte sich der Anteil noch auf 55 Prozent belaufen. Bei der Unternehmensgröße gilt die Faustregel: je kleiner, desto mehr Festangestellte. Aber der Unterschied ist nur gering: Auch ­Firmen unter 100 Millionen Euro Umsatz kommen auf 53 Prozent Festan­gestellte, Konzerne mit mehr als fünf Milliarden Euro Einnahmen liegen bei 48 Prozent eigenen IT-Fachkräften. Die Arbeitnehmerüberlassung hat am deutlichsten profitiert, trotz der ­Gesetzesreform zum April 2017. Allerdings stehen die Konsequenzen wie die Überlassungshöchstdauer auch erst 2018 an. Der Anteil der Selbstständigen fiel geringfügig zurück, während Outsourcing-Dienstleister leicht zulegen konnten. In den Prognosen zeigt sich, dass der Freelancer-Trend im laufenden Jahr sogar noch an Fahrt aufnehmen kann. So stieg der Anteil der Unter­ nehmen, die ihre Freiberufler-Quote erhöhen beziehungsweise deutlich ­erhöhen wollen, gegenüber 2017 von zusammen 45 Prozent auf inzwischen 62,5 Prozent. Wie setzen sich die IT-Fachkräfte, mit denen Ihr Unternehmen derzeit zusammenarbeitet, von der Struktur her zusammen? Angaben in Prozent. Basis: n = 327 50,0 Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der Anteil externer IT-Fachkräfte in Zukunft verändern? Angaben in Prozent. Basis: n = 331 13,8 21,6 14,6 Deutlich erhöhen Erhöhen In etwa gleich bleiben Ver- ringern Deutlich verringern Weiß nicht / keine Angabe 18,1 44,4 34,1 1,8 0,6 0,9 10 Management Summary
  • 11. 3. Auftragsvergabe: Qualität wichtiger als der Preis „Alles wie gehabt“, hieß es hier im Vorjahr. Und auch 2018 ist die Qualität der vor­ gelegten Profile von IT-Fachkräften wieder das wichtigste Entscheidungskriterium. Der Preis hingegen wiegt weniger schwer. Insgesamt ist der Abstand zwischen den Kriterien geschrumpft. Wichtigste Punkte für Auswahl und Beauftragung von externen IT-Fach­ kräften nach der Qualität der Profile sind Erfahrungswerte aus gemeinsamen Projekten sowie bestätigte Referenzen. Am Ende der Skala rangieren wie bis- her die quantitativen Kriterien, also die Größe des Freelancer-Pools, die Anzahl der vorgestellten Profile und die Anzahl der Dienstleister, die sich an der Aus- schreibung beteiligen. Die Stunden- / Tagessätze der vorgeschlagenen Fachkräfte fallen 2018 bei der Entscheidung vom dritten (2,15) auf den fünften Platz (2,33). Die Befragten aus Fachbereichen stellen insgesamt geringere Anforderun- gen als ihre Kollegen aus der Unternehmensleitung und der IT-Abteilung. Kleinere Unternehmen achten maßgeblich auf Qualität und Tagessatz, große Unternehmen liegen bei allen anderen Entscheidungskriterien in Führung. Wie wichtig sind Ihnen die nachfolgenden Kriterien bei der Auswahl und ­Beauftragung von externen IT-Fachkräften? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr wichtig“) bis 6 („Überhaupt nicht wichtig“). Basis: n = 331 Qualität der vorgestellten IT-Fachkräf­ te-Profile Erfahrungs­ werte aus ge­ meinsamen Projekten (Bestätigte) Beurteilungen der Leistung der externen IT-Fach­ kraft aus vergangenen Projekten (Referenzen) Geschwin­ digkeit der Rekrutierung geeigneter IT-Fachkräfte durch den Dienstleister Stundensätze / Tagessätze der vorge­ schlagenen IT-Fachkraft Zeitaufwand für die Rekru­ tierung einer externen IT-Fachkraft Zeitdauer bis zur Vorstel­ lung einer IT-Fachkraft Vergleich­ barkeit der IT- Fach­kräfte- Profile Anspra­ che eines persönlichen Netzwerkes (Referenzen) Räumliche Nähe der Kandidaten (vor Ort   / Remote) Anzahl der vorgestellten IT-Fach­ kräfte-Profile Anzahl der teilneh­ menden Dienstleister an der Aus­ schreibung (Wettbewerb) Anzahl der IT-Fach­ kräfte eines Dienstleisters (Pool-Größe) 2,01 2,15 2,24 2,29 2,33 2,41 2,42 2,45 2,51 2,51 2,69 2,76 2,88 11Management Summary
  • 12. Über Third- Party- Manager / Managed-­ Service- Provider Über Online-­ Portale Über klassische IT-Bera­ tungsunter­ nehmen Über Personal­ dienstleister Direkte Beauf­- tragung ohne ­Vermittler Direkte Beauftragung der externen IT-Fach­ kräfte ohne Vermittler Externe IT-Fach- kräfte über Online- Portale Externe IT-Fach- kräfte über klas­sische IT-­ Beratungs- unternehmen Ausgelagerte Rekrutie­ rung über Third-Party-­ Manager/ Managed-­ Service- Provider Externe ­IT-Fach- kräfte über Personal­ dienstleister 4. Beschaffungskanäle: Alles fließt Bei den Kanälen zur Beschaffung freier IT-Experten gibt es seit Jahren ähnliche Trends: Nach der direkten Beauftragung haben Online-Portale traditionell die besten Aus­ sichten, während Personaldienstleister an Boden verlieren. Die Realität sieht jedoch noch anders aus. Seit geraumer Zeit sinken die Zukunftsaussichten von Personaldienstleistern, wenn es nach den befragten Unternehmen geht. Gegenüber dem Vorjahr konnte dieser Beschaffungskanal gegen den Trend allerdings um über einen Prozentpunkt zulegen. Knapp fünf Prozentpunkte verloren haben hingegen die klassischen IT-Beratungsunternehmen. Hier gab es jedoch in den vergan- genen Studien immer wieder Ausschläge in beide Richtungen. Der Online-Kanal konnte seine guten Zukunftsaussichten in diesem Jahr tatsächlich in Zugewinne umwandeln. Der Anteil stieg gegenüber 2017 von 8,6 Prozent auf 13,4 Prozent. Für die kommenden Jahre sieht es ebenfalls gut aus für die Portale. In Konzernen mit über fünf Milliarden Euro Umsatz fällt die Quote der ­direkten Vermittlung auf unter 25 Prozent. Im Gegenzug landen Personal- dienstleister und IT-Berater jeweils bei etwa 27 Prozent. In Firmen unter 100 Millionen Euro Umsatz liegt die direkte Vermittlung mit zirka 54 Prozent unangefochten an der Spitze. Wie beauftragen Sie externe IT-Fachkräfte? ­Geben Sie bitte ungefähr in Prozent an, zu ­welchem Grad Sie die folgenden Beschaffungs- kanäle nutzen. Angaben in Prozent. Basis: n = 324 Wie schätzen Sie die Bedeutung der folgenden Beschaffungskanäle zur Rekrutierung von ­externen IT-Fachkräften in den kommenden zwei Jahren ein? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von -2 („Wird stark an ­Bedeutung verlieren“) bis +2 („Wird stark an Bedeutung zunehmen“), wobei 0 für „Wird etwa gleichbedeutend bleiben“ steht. Positive Werte stehen also für Zugewinn an Bedeutung. Je höher der Mittelwert, desto stärker der Zugewinn.) Basis: n = 331 9,5 13,4 18,1 19,6 39,4 0,77 0,64 0,48 0,44 0,41 12 Management Summary
  • 13. 5. Leistungsversprechen: Die persönliche Ebene zählt Unternehmen setzen dieses Jahr mit Nachdruck auf die „Beziehung“ zu einem Personal­ dienstleister. Das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Aufsteiger der vergangenen Studie, fällt deutlich zurück. Gleiches gilt für die fachliche Kompetenz des Ansprechpartners beim Dienstleister. Veränderungen in den Fragen sorgten in der vorliegenden Untersuchung für Verschiebungen auf den ersten Plätzen: Der „Neueinsteiger 2018“, die erstmals abgefragte „gute Zusammenarbeit bei einem früherem IT-Projekt“, setzte sich sofort an die Spitze. Der zweite Neuzugang in der Befragung, die „Reputation des Personaldienstleisters“, sprang auf die zweite Position. Verdrängt wurden das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Gewinner und ­Spitzenreiter des Vorjahres, sowie die fachliche Kompetenz des Ansprech­ partners. Diese rangiert allerdings immer noch weit oben und wird flankiert durch den „guten Draht zu einem festen Ansprechpartner“, den ebenfalls ­viele Einsatzunternehmen schätzen. Die persönliche Bindung mit ihren verschiedenen Facetten ist entschei- dend für die Auswahl eines Dienstleisters. Qualitative Kriterien hingegen ­rangieren – wie schon in den Vorjahren – am Ende des Feldes. Was sind die maßgeblichen Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Personaldienstleisters? Angaben in Prozent. Mehrfachantworten möglich. Basis: n = 219 Gute Zusammenarbeit bei früherem IT-Projekt Reputation des Personaldienstleisters „Guter Draht“ zu (festem) Kundenansprechpartner Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis IT-Know-how der Ansprechpartner des Anbieters Branchenkompetenz und Markt-Know-how Kundenreferenzliste Bekanntheit des Personaldienstleisters Höhe der Vermittlungsprovision Regionale Nähe des Anbieters Größe und Finanzkraft des Personaldienstleisters Umfassendes Portfolio (inkl. eigener Projektkompetenz) Vertragsrechtliche Kompetenz des Anbieters Internationale Präsenz des Personaldienstleisters Andere maßgebliche Kriterien 45,2 43,8 42,0 39,7 36,5 36,1 34,2 30,1 27,4 26,9 20,1 19,2 15,5 7,8 1,8 13Management Summary
  • 14. 6. Freiberuflerbefragung: Geld und Fairness stehen im Vordergrund Zuverlässige Zahlungen – für Freelancer ist dies das wichtigste Kriterium bei der ­Bewertung einer Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern. Gefordert ist auch die ­faire Ausgestaltung der Verträge. Und je weniger Reibung in der Zusammenarbeit ­auftritt, desto besser. Es ist nicht entscheidend, ob Personaldienstleister schnell zahlen, sie sollten in erster Linie zuverlässig überweisen. Daran hat sich auch 2018 nichts ­geändert. Die erstmals abgefragten „fairen Verträge“ haben sich gleich im Spitzenfeld einsortiert. Reibungslos, transparent und direkt sollte die Zusammenarbeit ablaufen. Dies wünschen sich allerdings nicht nur Freiberufler von ihren Einsatzunter- nehmen. Weiter im Mittelfeld rangieren die fachliche Kompetenz der (im Idealfall ­festen) Ansprechpartner sowie die Fokussierung des Dienstleisters auf IT-Pro- jekte. Kaum punkten können Personaldienstleister hingegen mit rechtlicher Beratung, speziellen Tools, Schulungen und Themenkonferenzen. Interessanter Aspekt: Freiberufler, die über 120.000 Euro pro Jahr in ­Rechnung stellen, sind deutlich stärker an den Kriterien im vorderen Feld ­interessiert, dafür haben sie noch weniger Interesse an den Leistungen im Schlussdrittel als der Durchschnitt. Wie wichtig sind Ihnen die folgenden Anforderungen an die Services der ­ Personaldienstleister? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr zufrieden“) bis 6 („Gar nicht zufrieden“). Basis: n = 40 (nur diejenigen IT-Freiberufler, die über Personaldienstleister an neue Projektangebote gelangen) Zuverlässige Zahlung Faire Verträge Reibungslose Abwicklung (von Vertrag bis Abrechnung) Transparente Konditionen Schnelle Zahlung Schnelle, direkte Kommunikation Transparente Prozesse in der Zusammenarbeit Fachliche Kompetenz der Ansprechpartner Fokussierung auf IT-Projekte Fester Ansprechpartner Individuelle Betreuung Rechtliche Beratung Schnittstellen für Projekteinsatzzeiten Collaboration-Tools für Projekteinsatzzeiten Organisierte Themenkonferenzen Schulungen / Fortbildungen 1,50 1,54 1,71 2,15 2,25 2,29 2,53 2,92 2,95 2,97 3,03 3,50 3,64 4,13 4,24 4,39 14 Management Summary
  • 15. 7. Freiberuflerbefragung: Die allgemeine Zufriedenheit sinkt Bei der Gewichtung der Kriterien für die Zufriedenheit der Freiberufler mit einem ­Personaldienstleister herrschte 2017 weitgehend Konstanz. Allerdings hat die ­durchschnittliche Zufriedenheit in fast allen Punkten gegenüber dem Vorjahr ­abgenommen. Freelancer wünschen sich vor allem zuverlässige Zahlungen von ihrem Dienstleister, und diese liegen hier voll im Plan. Auch 2017 landet das Krite­ rium klar an der Spitze, der Rückgang gegenüber der vergangenen Umfrage war nur gering. Dies sieht bei den übrigen Punkten schon anders aus: Die Zufriedenheit rutschte auf breiter Front ab. Der Durchschnitt aller Werte schrumpfte von 2,63 auf 2,82, alle Kriterien verzeichneten einen Rückgang. Bestes Beispiel: Der Punkt „Zusammenarbeit insgesamt“ fiel von 2,53 auf 2,74. Die Zufriedenheit mit „interessanten Projekten“ fiel von Rang drei (2017) auf den fünften Platz und damit noch hinter den „Umgang mit Datenschutzthemen“. Am Ende des Feldes rangiert traditionell das (fehlende) Feedback zu beende- ten Projekten. Hier verschlechterte sich der Wert sogar noch von 3,54 auf aktuell 3,72. Dahinter folgt der Neuzugang der „rechtlichen Beratung“. In Key Finding 6 gaben die Freiberufler jedoch an, dass dieser Service kein wirklich wichtiges ­Kriterium für die Zusammenarbeit mit einem Personaldienstleister ist. Wie zufrieden sind Sie in der Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern in Bezug auf die folgenden Kriterien? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Sehr zufrieden“) bis 6 („Gar nicht zufrieden“). Basis: n = 40 (nur diejenigen IT-Freiberufler, die über Personaldienstleister an neue Projektangebote gelangen) Zuverlässige Zahlung Reibungslose Abwicklung (von Vertrag bis Abrechnung) Interessante Einsatzunternehmen Umgang mit Datenschutzthemen Interessante Projekte Zusammenarbeit insgesamt Schnelle Zahlung Qualität der Prozesse in der Zusammenarbeit Qualität der Kommunikation Qualität der Betreuung Akzeptanz der Honorarforderungen Benutzerfreundlichkeit von Software-Tools in der Zusammenarbeit Maßgeschneiderte Projektangebote Abschließendes Feedback zu beendeten Projekten Rechtliche Beratung 1,87 2,28 2,41 2,63 2,66 2,74 2,79 2,89 2,90 2,92 3,13 3,32 3,34 3,72 3,85 15Management Summary
  • 16. Unter 40 Tsd. Euro 40 bis 60 Tsd. Euro 60 bis 80 Tsd. Euro 80 bis 100 Tsd. Euro 100 bis 120 Tsd. Euro 120 bis 140 Tsd. Euro 140 bis 160 Tsd. Euro Über 160 Tsd. Euro Ich möchte keine Angabe machen. 8. Freiberuflerbefragung: Mehr Euro pro Tag und Stunde Die Nachfrage nach IT-Experten sorgt dafür, dass der Preis weiter steigt – und zwar kräftig: Der Markt nähert sich mit großen Schritten dem durchschnittlichen Stunden- satz von 100 Euro. Mit der Tagessatzprognose aus dem Vorjahr haben die IT-Freiberufler ins Schwarze getroffen: Sie erwarteten für 2017 einen durchschnittlichen ­Stundensatz von 88,13 Euro, gelandet sind sie bei 88,41 Euro. Nach einem ­Anstieg von rund fünf Prozent soll sich der Preis dieses Jahr um sechs Prozent verteuern. Geht die Entwicklung weiter, werden 2019 etwa 100 Euro pro ­Stunde aufgerufen – im Durchschnitt. Den höchsten Stundensatz weisen IT-Fachleute auf, die 11 bis 15 Jahre im Geschäft sind. Am wenigsten fordern Freelancer mit einer Berufserfahrung von mehr als 20 Jahren. Den höchsten durchschnittlichen Stundensatz für 2018 prognostizieren allerdings Fachkräfte, die weniger als ein Jahr arbeiten: 109 Euro. Der Anteil der IT-Freelancer mit einem Gesamtumsatz über 120.000 Euro pro Jahr ist gegenüber 2017 konstant geblieben, er summiert sich aktuell auf 41,6 Prozent. Immerhin jeder Fünfte stellt mehr als 160.000 Euro pro Jahr in Rechnung. Wie hoch war Ihr durchschnittlicher Stundensatz, den Sie 2017 tatsächlich erzielt haben, und wie hoch wird dieser schätzungsweise 2018 sein? Angaben in Euro / Mittelwert je Jahr. Basis: n = 193 2016: 84,05 2017: 88,41 2018: 93,80 Wie hoch ist ungefähr Ihr Gesamtumsatz als Selbstständiger in der IT 2017? Angaben in Euro / Mittelwert. Basis: n = 219 5,9 5,9 5,5 11,4 10,5 9,6 11,9 20,1 19,2 16 Management Summary
  • 17. Die Studienergebnisse im Einzelnen Die Sicht der Einsatzunternehmen IT-Freiberufler 2018
  • 18. * kein Vergleich möglich, weil im Vorjahr noch nicht abgefragt Umfrage unter Einsatzunternehmen 1. Leistung lohnt sich – womit Dienstleister punkten können Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Rangliste deutlich verändert. Heute ist die schnelle ­Kommunikation das wichtigste Merkmal eines Personaldienstleisters, wenn er bei seinen Kunden gut ankommen will. Das Preis-Leistungs-Verhältnis, der Aufsteiger 2017, ist in diesem Jahr um rund 15 Prozentpunkte zurückgefallen. Im Gegenzug hat sich die schnelle, ­direkte Kommunikation um vier Plätze nach oben und an die Spitze ge­ schoben. Dies lässt darauf schließen, dass in den Unternehmen der Bedarf an IT-Ressourcen zurzeit größer ist als der finanzielle Druck. Die fachliche Kompetenz des Ansprechpartners hat zwar nach Punkten verloren, ist aber auf dem zweiten Platz geblieben. Mit der reibungslosen ­Abwicklung und der Zuverlässigkeit können Dienstleister auch in diesem Jahr punkten. Die Rechtsberatung als Service wurde hier erstmals abgefragt. Allerdings scheint sich die Nachfrage zumindest gegenüber einem Personaldienstleister in Grenzen zu halten. Dennoch sind die Unternehmen relativ zufrieden mit der Leistung (siehe nächste Seite). Welche Aspekte sind Ihnen bei einem Personaldienstleister mit Blick auf dessen Dienstleistung am wichtigsten? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Schnelle, direkte Kommunikation Fachliche Kompetenz des Ansprechpartners Reibungslose Abwicklung Preis-Leistungs-Verhältnis Zuverlässigkeit Individuelle Betreuung, fester Ansprechpartner Reibungslose, transparente Prozesse in der Zusammenarbeit Flexibilität Serviceorientierung Fokussierung auf IT-Projekte Termintreue Fokussierung auf selbstständige IT-Fachkräfte Rechtsberatung Feedback bei Projektzusage oder -absage Andere Aspekte Studie IT-Freiberufler 2018 Studie IT-Freiberufler 2017 43,8 39,0 36,3 34,1 33,8 30,8 19,3 19,3 18,4 17,5 17,2 12,7 7,9 5,7 0,3 36,9 44,6 40,3 49,4 41,6 27,9 13,7 22,3 15,9 17,2 18,9 10,3 k.V.m.* 4,3 0,4 18 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 19. Umfrage unter Einsatzunternehmen 2. Rechtsberatung – Angebot schlägt Nachfrage Die rechtlichen Rahmenbedingungen lasten traditionell auf dem Markt für externe Fachkräfte, und 2017 wurden die Zügel noch einmal angezogen. Obwohl die Unternehmen kaum Wert auf eine Rechtsberatung durch Personaldienstleister legen, sind sie überwiegend mit dem Angebot zufrieden. Knapp zwei Drittel der Unternehmen sind zufrieden oder sehr zufrieden mit der Kompetenz von Personaldienstleistern bezüglich der Rechtsberatung. Faustregel: Je größer die Firma, desto zufriedener. Vor dem Hintergrund dieses sehr positiven Ergebnisses ist es natürlich ­bedauerlich, dass die Rechtsberatung als Aspekt für die Auswahl von Perso- naldienstleister wenig relevant ist (siehe Seite 18). Immerhin dürfen sich Kanzleien über neue Mandate freuen: Rund 60 Pro- zent der Unternehmen haben investiert oder wollen in die Rechtsberatung durch Kanzleien investieren. Bei Firmen mit über 1000 Mitarbeitern sind es mehr als 70 Prozent. Das Rechtsbewusstsein scheint vorhanden. Vielleicht müssen die Personaldienstleister noch nachhaltiger ihre Kompetenz auf die- sem Gebiet beweisen. Wie zufrieden sind Sie mit den Personaldienst- leistern in Hinblick auf deren Kompetenz und Know-how, wenn es um die rechtliche Beratung rund um den Einsatz von externen IT-Fachkräf- ten geht? Angaben in Prozent. Basis: n = 324 Hat Ihr Unternehmen in Bezug auf die ­ rechtliche Beratung rund um den Einsatz von externen IT-Fachkräften die Zusam­ menarbeit mit Rechtsanwaltskanzleien ­intensiviert? Angaben in Prozent. Basis: n = 329 Gesamtergebnis Weiß nicht Zufrieden Eher nicht zufrieden 44,8 4,0 8,0 19,8 21,9 1,2 0,3 Sehr zufrieden Eher zufrieden Gar nicht zufrieden Gesamtergebnis Weiß nicht / keine Angabe Ist geplant Nein Ja26,1 35,0 28,9 10,0 Nicht zufrieden 19Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 20. Umfrage unter Einsatzunternehmen 3. IT-Projekte – Glocal Denglish Dass Englisch die Lingua franca der IT ist und Projekte immer internationaler werden, überrascht kaum. Aber der Wandel vollzieht sich nicht über Nacht: Die Mehrheit der ­Vorhaben ist immer noch lokal ausgeprägt. Nach Jahren der zunehmenden Internationalisierung war 2017 der Anteil der IT-Projekte gestiegen, die eine stärkere regionale beziehungsweise auf Deutsch­ land begrenzte Ausrichtung hatten. In diesem Jahr ist ein Vorjahresvergleich schwierig, weil die Fragestellung verändert wurde. Immerhin sind 58 Prozent der IT-Projekte in Deutschland überwiegend oder ausschließlich lokal geprägt. Gerade einmal knapp sechs Prozent der IT-Vorhaben in Deutschland sind überwiegend und ausschließlich international angelegt. Was die Zukunft angeht, stimmen aber gut 60 Prozent der Befragten der Aussage „IT-Projekte werden in unserem Unternehmen eine immer stärkere internationale Ausrichtung haben.“ ausdrücklich zu. Im Vergleich zu 2017 sind es dieses Mal weniger Top-Manager und mehr Führungskräfte aus IT und Fachabteilungen, die von einer zunehmenden Internationalisierung ausgehen. Englisch als Projektsprache wird weiter an Bedeutung gewinnen, denken vier von fünf Befragten. Wie sind die IT-Projekte Ihres Unternehmens derzeit ausgerichtet? Angaben in Prozent. Basis: n = 327 Was meinen Sie, wie sich IT-Projekte in Ihren Unternehmen in den kommenden zwei Jahren verändern werden? Inwieweit stimmen Sie den folgenden Aussagen zu? Angaben in Prozent. Basis: n = 330 IT-Projekte werden in unserem Unternehmen eine immer stärkere ­internationale Ausrich- tung haben. Stimme voll und ganz zu Stimme zu Stimmer eher zu Stimme eher nicht zu Stimme nicht zu Stimme gar nicht zu Weiß nicht Gesamtergebnis Ausschließlich international 23,2 Ausschließlich lokal (auf einen oder mehrere Standorte in Deutschland beschränkt) 26,1 34,8 21,8 9,1 Überwiegend lokal Sowohl lokal als auch international Überwiegend international 34,9 36,1 4,9 0,9 0,3 3,9 3,9 25,5 37,6 20,6 10,9 0,3 3,0 2,1 Englisch wird in den Projekten deutlich an Bedeutung gewinnen. 20 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 21. Umfrage unter Einsatzunternehmen 4. IT-Projekte – hier entsteht Handlungsbedarf Oben und unten herrscht Konstanz, dazwischen Bewegung: Unternehmen suchen in den kommenden zwei Jahren in erster Linie Softwareentwickler auf dem freien Markt. ­ Dabei können Hardwareentwickler noch stärker zulegen. Der prozentuale Anteil der Programmierer an der Spitze ist um acht Prozent- punkte auf knapp 49 Prozent gestiegen. Dahinter rangieren wie im Vorjahr die ­Berater mit ­einem konstanten Wert. Die Aussichten für Projektmanager trübten sich deutlich ein, sie fielen von 30 auf gut 23 Prozent. Sie wurden überholt von Neueinsteigern aus den Berei- chen „Data Science“ und „Agile Entwicklung“, den Hypes der Zeit. In deren Windschatten sind darüber hinaus auch die Qualitätsmanager an den Projekt- leitern vorbeigezogen. Ebenfalls abgestürzt sind die Zukunftsaussichten des Bereichs Engineering und IT-nahe Ingenieurdienstleistungen, der Wert hat sich gegenüber 2017 halbiert. Im Gegenzug verdoppelte sich der Wert für Hardwareentwicklung, die in den vergangenen Jahren immer im unteren Bereich angesiedelt war. In welchen IT-Projektkategorien wird Ihr Unternehmen in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich den größten Bedarf an externen IT-Fachkräften haben? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Softwareentwicklung / Programmierung Beratung / Consulting Agile Softwareentwicklung Data Science Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung / Test Administration / Support Projektmanagement / -leitung / Organisation / Koordination Coaching / Schulung / Training Hardwareentwicklung Design / Entwicklung / Konstruktion Dokumentation / DTP Agile Entwicklungsmethode (z.B. Scrum) Engineering / IT-nahe Ingenieurdienstleistungen Berechnung / Simulation / Versuch / Validierung 48,9 38,7 29,3 28,7 26,9 25,7 23,3 19,3 19,3 17,8 15,4 13,9 10,6 9,4 21Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 22. Umfrage unter Einsatzunternehmen 5. IT-Bereiche – noch mehr Nachfrage Der ideale Freelancer ist ein Experte für IT-Security, der Künstliche Intelligenz nutzt, um die Digitalisierung seines Auftraggebers in der Cloud abzusichern. Fachleute für mobile Collaboration hingegen treffen wohl nicht den breiten Geschmack. Die Bedeutung der IT-Sicherheit für die Nachfrage nach externen Fachkräften in den kommenden zwei Jahren hat noch einmal leicht zugelegt. Demgegen- über konnte Cloud Computing zwar seinen zweiten Platz verteidigen, musste aber einen herben Rückgang nach Punkten hinnehmen. IoT beziehungsweise Industrie 4.0 sind gegenüber 2017 zurückgefallen, was aber an den gehypten Neueinsteigern lag: Digitalisierung und Künstliche Intelligenz konnten erwartungsgemäß relativ weit oben in der Tabelle ein­ steigen. Den stärksten Einbruch verzeichneten Experten für Internet- / Web-­ orientierte Architekturen, sie fielen von 30 auf 18 Prozent. Auch Mobility als Zukunftsthema musste Federn lassen. Die Klassiker der Enterprise-IT, ERP und CRM, stecken seit Jahren in der unteren Hälfte fest. Was meinen Sie: In welchen der folgenden IT-Bereiche wird es in den kommenden zwei Jahren den größten Bedarf an externen IT-Fachkräften geben? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331 IT-Security Cloud Computing Digitalisierung Künstliche Intelligenz, Machine Learning Internet of Things / Industrie 4.0 Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data) Prozessmanagement, Robotics Servicemanagement Virtualisierung Internet- / Web-orientierte Architekturen Mobility CRM-Systeme ERP-Systeme Social Media / Collaboration Mobile Payment 54,1 37,8 36,0 31,1 31,1 29,3 20,2 19,0 18,4 18,1 18,1 17,2 17,2 16,0 13,3 22 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 23. Umfrage unter Einsatzunternehmen 6. Mixed Teams – gemeinsam besser arbeiten Der Einsatz von gemischten Teams aus externen und internen Mitarbeitern greift um sich. Kein Wunder, schließlich sind die Auftraggeber immer noch zufrieden mit dem Konzept. Über 90 Prozent aller Unternehmen (knapp 96 Prozent der großen Unter­ nehmen) bilden bei ihren IT-Projekten Mixed Teams (manchmal, häufig ­beziehungsweise immer). Zwar ist die Gesamtsumme gegenüber dem Vorjahr unverändert, doch ­haben sich die Gewichte verschoben: Während der Anteil der Unternehmen, die manchmal gemischte Teams bilden, um zehn Prozentpunkte geschrumpft ist, stiegen die Werte für „häufig“ und „immer“ um jeweils fünf Prozentpunkte an. Wie schon im Vorjahr, entfielen auch 2018 auf die mit Mixed Teams nicht und gar nicht zufriedenen Unternehmen null Stimmen. Der Anteil der sehr zufriedenen Firmen stieg von 18 Prozent auf 31 Prozent, der Anteil der (nur) zufriedenen schrumpfte dementsprechend. Werden in Ihrem Unternehmen im Rahmen der IT-Projekte sogenannte „Mixed Teams“ gebildet, also gemischte Teams aus internen Mitarbeitern und externen Dienstleistern (wie z.B. selbst­ ständigen IT-Fachkräften)? Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Wie zufrieden sind Sie insgesamt in Bezug auf den Erfolg derjenigen IT-Projekte, die mit gemischten Teams durchgeführt wurden? Angaben in Prozent. Basis: n = 296 (nur Unternehmen, die sogenannte „Mixed Teams“ gebildet haben) Ja, grund­ sätzlich immer Ja, häufig Ja, manch- mal Nein, eher nicht Nein, das vermeiden wir Weiß nicht / keine Angabe Ja: 90,3 Nein: 9,1 46,2 Sehr zufrieden Zu- frieden Eher zufrieden Eher nicht zufrieden Nicht zufrieden Gar nicht zufrieden Weiß nicht / kann ich nicht be­ urteilen 21,8 31,4 45,9 22,4 20,6 7,3 1,41,8 0,6 0,3 0 0 23Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 24. Umfrage unter Einsatzunternehmen 7. Software – Hilfe beim Steuern der Personaldienstleister Rund ein Viertel der befragten Unternehmen setzt keine spezielle Software zur Steuerung von Personaldienstleistern ein. Gegenüber dem Vorjahr ist dies allerdings ein deutlicher Schritt in Richtung Digitalisierung. Der Anteil der Unternehmen, die keine Tools zur Steuerung der Personal- dienstleister nutzen, ist auf 26 Prozent gefallen. Besonders profitieren konnten Tools für die Steuerung der Dienstleister (Vendor Management Solutions – VMS), die sich auf einen Verbreitungsgrad von knapp 41 Prozent steigerten. Auch Tools für den Einkauf (Supplier-Relationship-Management) steigen deutlich in der Gunst der Einsatzunternehmen. Dagegen verbuchten Tools für die Budgetkontrolle und Kontingent-­ überwachung der eingesetzten externen Ressourcen als einzige Kategorie ­einen leichten Rückgang. Die Zufriedenheit der Unternehmen, die Programme für die Freelancer-­ Verwaltung nutzen, wurde 2018 nicht abgefragt. Im vergangenen Jahr hatte sie sich in einem sehr hohen Bereich bewegt. Mit zwei der damals abgefragten Tools waren sogar jeweils über 90 Prozent der Anwenderunternehmen zufrie- den oder sehr zufrieden. Bisher dominierten in der Verwaltung von freiberuflichen Kandidaten Excel und ERP-Komponenten. Kommen in Ihrem Unternehmen Tools zur Steuerung von Dienstleistern zum ­Einsatz? Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Ja, Tools für den Einkauf (Supplier-Relationship-Management) Ja, Tools für die Steuerung der Dienstleister (Vendor Management Solutions – VMS) Ja, Tools für die Ausschreibung von vakanten Projektpositionen Ja, Tools für die Budgetkontrolle und Kontingentüberwachung der eingesetzten externen Ressourcen Nein 29,0 40,8 22,7 15,1 26,3 24 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 25. * Wir möchten darauf hinweisen, dass die getroffenen Aussagen wegen der zugrunde liegenden Fallzahl in ihrer Validität eingeschränkt sind. Umfrage unter Einsatzunternehmen 8. Kein Bedarf – warum nur Festangestellte ­eingesetzt werden Jedes fünfte Unternehmen verzichtet auf den Einsatz von IT-Freelancern, einige davon grundsätzlich. Oder sie haben keinen Bedarf an externer Unterstützung. 19 Prozent der Unternehmen haben 2017 keine IT-Freiberufler eingesetzt, nach 27 Prozent im Vorjahr (siehe Key Finding 1). Gut 30 Prozent dieser Unternehmen geben an, dass sie grundsätzlich auf freie Mitarbeiter verzichten, 80 Prozent ­davon wiederum „schon immer“. Nur ein kleiner Teil der Unternehmen ohne externe Unterstützung verzichtet seit der Änderung des Arbeitnehmerüberlas- sungsgesetzes (AÜG) zum vergangenen April darauf. Die meisten Unternehmen ohne Freelancer sagen, dass sie über aus­rei­ chend eigene, richtig qualifizierte IT-Mitarbeiter verfügen. Dieses Argument konnte gegenüber 2017 zulegen. Gleiches gilt für den Schutz sensibler Unter- nehmensdaten gegen den Abfluss von Wissen sowie das Risiko der Schein- selbstständigkeit. An der Schwierigkeit, Freiberufler zu finden, lag es dem ­Bekunden nach nur in den wenigsten Fällen. Sie sagen, dass Ihr Unternehmen keine externen IT-Fachkräfte einsetzt. Wird in Ihrem Unter­nehmen ganz grundsätzlich auf den Einsatz von externen Fachkräften ­verzichtet? Angaben in Prozent. Basis: n = 101 Hat Ihr Unternehmen schon immer ganz grund- sätzlich auf externe IT-Fachkräfte verzichtet? Oder verzichtet Ihr Unternehmen erst auf externe IT-Fachkräfte, seit sich die Gesetzeslage vor etwa einem Jahr geändert hat? Angaben in Prozent. Basis: n = 30* Gibt es ganz spezifische Gründe, warum Ihr Unternehmen keine externen IT-Fachkräfte einsetzt? Mehrfachantworten möglich. Basis: n = 30* Weiß nicht Ja Nein 30,7 57,4 11,9 Erst seit sich die ­Gesetzeslage ­ verändert hat Schon immer Weiß nicht 80,0 10,0 10,0 Keine Notwen­ digkeit für externe IT-Fachkräfte (unser Unter­ nehmen hat ausreichend eigene qualifizierte IT- Mitarbeiter) Schutz sensibler Unter­ nehmensdaten / Abfluss von Wissen Risiko der Scheinselbst- ständigkeit Angst vor Know- how-Verlust, wenn IT-Freiberufler nicht mehr zur Verfügung steht Schwierigkeiten, die geeigneten IT-Freiberufler zu gewinnen Andere Gründe Weiß nicht / keine Angabe 6,7 66,7 23,3 16,7 10,0 3,3 3,3 25Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 26. „Wann entscheidet sich Ihr Unternehmen für bestimmte Aufgaben und Projekte für Festanstellungen oder den Einsatz von IT-Freiberuflern? Wann setzt Ihr Unterneh- men eher auf Zeitarbeitsmodelle?“ Ausgewählte Antworten von IT-Projektverantwortlichen auf die Frage Für einmalige abgrenzbare Projekte werden eher IT-Freiberufler eingesetzt, für alles andere Festangestellte. Diese Entscheidung wird nahezu aus- schließlich von der Art der IT-Projekte und der Angebote des freien Marktes bestimmt. Derzeit liegen die Schwerpunkte überwie- gend bei den Personaldienstleistungen und dem Einsatz externer IT-Fachkräfte. Um Projekt-Timings zu halten, die mit internen Ressourcen nicht zu halten sind. Festanstellung bei langfristigen Projekten, Freiberufler bei kleinen oder nicht so wichtigen Projekten. Wir setzen keine Zeitarbeitsmodelle ein – kleiner Stamm an internen ­Mitarbeitern, die durch externe ­Spezialisten unterstützt werden. • Generalisierbarkeit der ­Projekte / Arbeit und Longtail der Aufgaben und Projekte C Festanstellung • Wissenstransfer, kurze Durchlaufzeiten und Abfedern von Lastspitzen C Freelancer • Keine alternativen Angebote C Zeitarbeit Zeitarbeitsmodelle bei lang­ fristigen Themen, z.B. Betrieb. Freiberufler für Projekte und immer nur dann, wenn keine Festanstellungen möglich sind. Festanstellung wird präferiert; Einsatz von IT-Freiberuflern, um fehlende interne Kapazitäten abzudecken. 26 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 27. Kommt immer auf die Projekt­lage an: Je mehr Projekte, desto mehr Freelancer. Aufgrund der Überalte- rung des Personals und der schwierigen ­Rekrutierung wird der Einsatz von Freiberuflern unabdingbar. Zeitarbeits- unternehmen werden ­außer Acht gelassen, da die Suche auch selbstständig positive Ergebnisse liefert. Termindruck = IT-Freiberufler Mein Unternehmen setzt dann eher auf Zeitarbeits- modelle, wenn Aufgaben abschließend in einem eher begrenzten Zeitfens- ter erledigt beziehungs- weise abgeschlossen ­werden können. Freiberufler werden grundsätz- lich nur für die Dauer eines Projekts eingesetzt (kann bis zu drei Jahre betragen). Auf Zeitarbeiter wird zurück­ gegriffen, wenn die Vakanz nur vorübergehend ist, z.B. bei ­längerer Krankheit eines fest angestellten Mitarbeiters. Generell sind Festanstellungen präferiert, da die Entwicklung der Produkte langfristig ausgelegt ist. Zeitarbeit kommt ggf. zum kurz- fristigen Überbrücken einer Perso- nalengstelle infrage, soll aber zügig durch eine Festanstellung ersetzt werden. Freiberufler werden für kurze Projekte mit sehr speziellen Fachkenntnissen eingesetzt. Wir kompensieren unsere eigenen Ressourcen durch externe Fachkräfte. Daher haben wie bei all unseren Projekten externe Beteiligungen. Es bringt außerdem eine neutrale Sicht auf viele Punkte. Wir nutzen keine Zeitarbeit. Externe Ressourcen benöti- gen wir, da wir als kleine Firma nicht genügend Personal haben, um manche Projektanfragen in- tern selbst zu staffen. Wir stellen lieber ein, als über Freelancer zu gehen. Aber der heutige Markt ist schwer. Wir setzen Rentner, die vorher bei uns gearbeitet haben, als Freelancer ein. 27Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 28. IT-Freiberufler 2018 Die Studienergebnisse im Einzelnen Die Sicht der IT-Freiberufler
  • 29. Umfrage unter IT-Freiberuflern 1. Projekte und Kunden – ziemlich ausgelastet IT-Freiberufler waren im Durchschnitt 185 Tage pro Jahr in fakturierbaren Projekten im Einsatz. Und knapp die Hälfte hat nur einen Kunden pro Monat. Setzt man ein durchschnittliches Arbeitsjahr für Angestellte mit 220 Arbeits­ tagen (250 Werktage minus 30 Tage Urlaub) an, liegt der durchschnittliche Freiberufler mit 185 Tagen etwas darunter – zumindest, was die fakturierbaren Tage betrifft. Hinzu kommen bei ihm jedoch unbezahlte Tage mit Tätigkeiten wie Akquise, Weiterbildung, Urlaub und eigenem First-Level-Support. Mehr als 300 Tage in Projekten zu leisten und abzurechnen, wie dies rund sieben Prozent der Befragten tun, ist sportlich. Wer weniger als fünf Jahre als Freelancer arbeitet, stellt durchschnittlich nur 154 Tage pro Jahr in Rechnung. Freiberufler mit einem Jahresumsatz von unter 120.000 Euro fakturieren im Schnitt 157 Tage pro Jahr, bei den Kollegen mit mehr als 120.000 Euro sind es 215 Tage. Wer über 120.000 Euro pro Jahr in Rechnung stellt, hat tendenziell weniger Kunden – 1,62 im Durchschnitt verglichen mit 2,22 bei Freiberuflern unter 120.000 Euro pro Jahr. Wie sah es 2017 mit Ihrer Projektauslastung aus? An wie vielen Tagen waren Sie mit fakturierbaren Projekten im Einsatz? Angaben in Prozent. Basis: n = 236 Für wie viele Kunden arbeiten Sie in einem durchschnittlichen Monat? Angaben in Prozent. Basis: n = 236 1 Kunde 4,2 9,7 19,1 19,5 28,8 11,4 7,2 11,4 14,8 45,3 28,4 2 Kunden An weniger als 50 Tagen An 50 bis 100 Tagen An 100 bis 150 Tagen An 150 bis 200 Tagen An 200 bis 250 Tagen An 250 bis 300 Tagen An mehr als 300 Tagen 3 Kunden 4 Kunden oder mehr Arithmetisches Mittel: 1,92 29Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 30. Umfrage unter IT-Freiberuflern 2. Herausforderungen – der rechtliche Rahmen Unangefochten an der Spitze der „Herausforderungen“ eines IT-Freiberuflers liegen die ­gesetzlichen Vorschriften und Regelungen beispielsweise zur Scheinselbstständigkeit. Die AÜG-Reform 2017 hat indes den Druck nicht erhöht, im Gegenteil. Und auch sonst blieb die Reihenfolge weitgehend konstant. Der Spitzenreiter des Vorjahres, die rechtlichen Rahmenbedingungen, ­drücken auch 2018 den Freiberuflern stark aufs Gemüt. Allerdings nahm der prozentuale Wert von 68 auf 58 Prozent ab. Auch die anderen Werte der Spitzengruppe schrumpften zwischen zwei und sieben Prozentpunkten. Im Mittelfeld tat sich gegenüber 2017 nicht viel – einzig nennenswerter Aufsteiger mit einem Zuwachs von sieben Prozentpunkten (von 14 auf 21 Pro- zent) war „der hohe administrative Aufwand“ etwa zur Rechnungsstellung und zum Forderungsmanagement. Die freien Antworten zur Frage nannten detailliertere Probleme: Kunden beizubringen, dass man nicht immer 100 Prozent onsite sein muss, ver­ nünftige Software im kleinen Maßstab für digitale Prozesse zu finden sowie Unsicherheiten durch „kurze Kündigungsfristen und erratisches Kunden­ verhalten: Der Externe ist der Erste, der geht“ (siehe auch Seite 37 und 38 – IT-Freiberufler: Ausgewählte Antworten). Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als IT-Selbstständiger? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 236 Gesetzliche Vorschriften / Regelungen (z.B. zur Scheinselbstständigkeit) Schwierige Planbarkeit von Anschlussprojekten / Projektverlängerungen Unpassende Projektanfragen Verhandlungen um Stunden- / Tageshonorare Hoher Reiseaufwand / Entfernung zum Projekteinsatzort Fehlende Zeit für Weiterbildung Hohe Arbeitsbelastung Zu viele Projektanfragen / Projektaufträge Hoher administrativer Aufwand (Rechnungsstellung, Forderungsmanagement, …) Aktuelle und verlässliche Informationen über aktuelle Projekte und Bedarfe bei Kunden Hohe Kosten für Weiterbildung Zu wenige Projektanfragen / Projektaufträge Keine Projektaufträge Hoher vertrieblicher Aufwand zur Generierung neuer Projekte Erlangung von Projektreferenzen durch Kunden Hohe fachliche Anforderungen durch Projekte Andere Herausforderungen Keine Herausforderungen 58,1 43,2 37,7 32,2 28,4 23,7 22,9 22,0 21,2 20,3 19,5 17,8 15,3 14,4 14,0 13,1 5,5 2,1 30 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 31. Umfrage unter IT-Freiberuflern 3. Neuprojekte – man kennt sich, man vertraut sich Das persönliche Netzwerk mit Kontakten und Beziehungen fängt nicht mehr die meisten Projektangebote ein, 2018 liegen Folgeaufträge von bekannten ­Einsatzunternehmen an der Spitze. Folgeaufträge von bekannten Einsatzunternehmen, die Empfehlung vor­ heriger Einsatzunternehmen sowie das Netzwerk der Kontakte bilden das ­magische Dreieck für den Gewinn neuer Projektangebote. Die Änderungen an den Prozentwerten gegenüber 2017 sind nicht gravierend. Folgeaufträge waren besonders wichtig für Freiberufler mit Jahresein­ nahmen von über 120.000 Euro. Dies deckt sich auch mit der Erkenntnis aus der Frage 1 dieses Kapitels: Wer über 120.000 Euro pro Jahr in Rechnung stellt, schafft dies mit weniger Kunden als der Durchschnitt. Die im vergangenen Jahr abgefragten Personaldienstleister (52 Prozent) wurden 2018 in Personaldienstleister und in Personalvermittler unterteilt. ­Während die Dienstleister auf knapp 17 Prozent kamen, schoben sich die ­Personalvermittler mit 56 Prozent auf den dritten Rang. Der letztjährige Boom der Web-Kanäle – Social Media, Portale, eigene ­Website – ist vorerst gestoppt. Alle abgefragten Online-Wege für die Projekt­ akquise verloren Punkte. Auf welche Weise gelangen Sie an neue Projektangebote? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 236 Folgeaufträge von bekannten Einsatzunternehmen Persönliches Netzwerk / Kontakte / Beziehungen Über Projektvermittler Auf Empfehlung vorheriger Einsatzunternehmen Durch gute Vernetzung / Kontakte Über Social-Media-Plattformen (z.B. Xing, Facebook) Eigene Direktakquise Durch eigene Internetpräsenz, durch eigene Werbemaßnahmen Über Internetmarktplätze / Online-Projektportale mit Vermittlungsagenturleistungen Über Unternehmensberatungen Über Personaldienstleister Über Systemhäuser Über Internetmarktplätze / Online-Projektportale ohne Vermittlungsagenturleistungen Auf andere Weise 78,8 76,3 55,5 51,7 50,8 32,6 25,8 23,7 21,6 20,3 16,9 16,1 16,1 1,3 31Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 32. Umfrage unter IT-Freiberuflern 4. Scheinselbstständig – in der Ruhe liegt die Kraft Die Reform des AÜ-Gesetzes hat die Branche verunsichert? Nicht wirklich. Es wirkt eher so, als lassen sich die Unternehmen und Freelancer nicht aus der Ruhe bringen. Nur Experten mit einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro spüren etwas mehr Druck. Rund 39 Prozent der Freiberufler haben eigenen Angaben zufolge Aufträge nicht erhalten, weil der Auftraggeber die rechtliche Situation rund um die Scheinselbstständigkeit unsicher fand. Dies ist ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr. Angeboten wird Selbstständigen auch die Beschäftigung über Vermittler statt auf direktem Weg. Mit 62 Prozent ist der Anteil allerdings deutlich gerin- ger als im Vorjahr. Was Unternehmen wollen, sind zu einem gewissen Grad mehr Informa­ tionen über vorige Aufträge. Zudem äußern Auftraggeber etwas häufiger ­Präferenzen für bestimmte rechtliche Konstrukte, beispielsweise eine GmbH oder eine Erlaubnis zur Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ-Erlaubnis). Freiberufler mit mehr als 120.000 Euro Jahreshonorar liegen in allen ­Punkten über den Durchschnittswerten, teilweise um mehrere Prozentpunkte. Rund 76 Prozent von ihnen wurde eine Beschäftigung über Vermittler statt ­direkt angeboten, 14 Prozentpunkte über dem Durchschnitt. Wenn Sie einmal an die Auftragsakquise der vergangenen zwei, drei Jahre denken: Welche der folgenden Phänomene haben Sie beobachtet? Angaben in Prozent. Basis: n = 234 23,1 Es gibt Auftraggeber, die ein Statusfeststellungsverfahren verlangen. Ich habe Aufträge nicht erhalten, weil der Auftraggeber durch das Thema Scheinselbstständigkeit verunsichert war. Die Auftraggeber verlangen umfangreiche Angaben z.B. zum Umfang anderer Aufträge, um eine Scheinselbstständigkeit ausschließen zu können. Auftraggeber bieten mir Arbeit­ nehmerüberlassung / Zeitarbeit anstelle von Selbstständigkeit an. Auftraggeber bieten mir befristete Verträge anstelle von Selbstständigkeit an. Auftraggeber bieten mir Beschäftigung über Vermittler statt direkt an. Auftraggeber äußern Präferenzen für bestimmte rechtliche ­Konstrukte, z.B. GmbH oder ANÜ-Erlaubnis. Ja Nein 2017 2018 2017 2018 2017 2018 2017 2018 2017 2018 2017 2018 2017 2018 76,9 24,3 75,7 40,3 59,7 39,4 60,6 35,0 65,0 38,1 61,9 46,9 53,1 50,949,1 34,0 66,0 31,9 68,1 71,2 28,8 62,1 37,9 46,153,9 39,5 60,5 32 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 33. Festanstellung Arbeitnehmer­überlassung Umfrage unter IT-Freiberuflern 5. Der Status – never change a winning team Die wenigsten Selbstständigen können sich vorstellen, ihren Status unter finanziellem oder rechtlichem Druck zu verändern und in die Festanstellung oder Arbeitnehmerüberlassung zu wechseln. Gegenüber dem Vorjahr gab es nur punktuelle Veränderungen. Der Anteil der Freiberufler, die sich auf jeden Fall einen Wechsel in die Festanstel- lung vorstellen können, stieg im Vergleich zu 2017 von sechs auf neun Prozent. Bei der Zustimmung zur AÜ kletterte die Quote sogar von 0,4 auf drei Prozent. Unter dem Strich änderte sich aber nichts: Während die Festanstellung we­ nigstens für einen Teil der Befragten noch eine Option sein könnte, scheidet der Wechsel in die Arbeitnehmerüberlassung für die überwiegende Mehrzahl der ­Befragten kategorisch aus. Je größer die Berufserfahrung und je höher der Jah- resumsatz, desto geringer ist die Bereitschaft, sich in Strukturen einzufinden. In den freien Antworten wurde häufig die Maximalforderung für einen Wechsel in die Festanstellung genannt: kurze Wege, der Hund darf mit ins Büro, viel Geld, spannende Aufgaben, Weiterbildung und ein angenehmes ­Arbeitsklima. Einen Auszug der freien Antworten auf die Frage finden Sie auf Seite 37 und 38 – IT-Freiberufler: Ausgewählte Antworten. Interessant ist: Die Quote der Freiberufler, die sich heute bei einem Reset ­ihrer Karriere eher oder eindeutig für eine Festanstellung entscheiden würden, springt von sieben im Vorjahr auf nunmehr zwölf Prozent. Können Sie sich vorstellen, aus Gründen der Existenzsicherung oder vor dem Hintergrund rechtlicher Unwägbarkeiten (Stichwort „Scheinselbstständigkeit“) eine Festanstellung anzustreben oder in die AÜ zu wechseln? Angaben in Prozent. Basis: n = 231 (Festanstellung) bzw. n = 233 (ANÜ) Wenn Sie heute noch mal vor der Wahl stünden, würden Sie sich erneut für die Selbstständigkeit oder für eine Festanstellung entscheiden? Angaben in Prozent. Basis: n = 236 Ja, auf jeden Fall Eventuell Eher nicht Nein, auf keinen Fall 2017 2018 2017 2018 Ja: 37,2 Nein: 62,8 Ja: 40,3 Nein: 59,7 Ja: 9,3 Nein: 90,7 Ja: 13,3 Nein: 86,7 31,9 30,9 31,1 6,1 31,6 28,1 31,2 9,1 67,7 23,0 8,9 0,4 63,5 23,2 10,3 3,0 62,7 21,2 11,4 0,8 3,8 Eindeutig für Selbstständigkeit Eher für Selbstständigkeit Weiß nichtEindeutig für Festanstellung Eher für Festanstellung 33Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 34. Umfrage unter IT-Freiberuflern 6. Konkurrenz – wenn aus Nearshore Onshore wird Der Zuzug von ausländischen IT-Experten in den deutschen Markt würde in erster Linie auf die Stunden- und Tagessätze drücken, befürchten die Freelancer mehrheitlich. Dass dadurch die Aufträge zurückgehen, glaubt jedoch nur ein gutes Drittel. Die Zustimmungswerte zur Aussage „Ich befürchte eine zunehmende Kon- kurrenz durch externe IT-Fachkräfte, die nicht aus Deutschland stammen“ entsprechen exakt dem Verlauf einer Gaußschen Normalverteilung. Die eine ­Hälfte der Freelancer befürchtet eine solche Konkurrenz, die andere nicht. Elf Prozent stimmen vollkommen zu, neun gar nicht. Freiberufler mit hohen Jahreseinkommen von über 120.000 Euro sowie ­Experten mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung sehen den Wettbewerb mit ausländischen IT-Fachkräften etwas entspannter als ihre Kollegen. In ihren freien Antworten warnen Freiberufler vor „unfairen, aggressiven Methoden zur Verdrängung, zum Teil über Gegengeschäfte (China, Indien ...)“, sowie vor „schlechterer Dienstleistungsqualität“, wobei „sinkende Stunden­ löhne (dabei) nur ein kleines / kurzes Randproblem“ seien. Als Treiber der Entwicklung gelten der Fachkräftemangel, der Kostendruck und die Annahme, dass Scheinselbstständigkeit und zunehmende Bürokratie „den Einkauf von Dienstleistungen aus dem Ausland für Unternehmen attrak- tiv“ machen. Die Folge: „Es gibt immer mehr Kollegen aus den östlichen euro- päischen ­Ländern im Projekt.“ Aus welchen Gründen fürchten Sie eine zuneh- mende Konkurrenz durch externe IT-Fachkräfte, die nicht aus Deutschland stammen? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 108 (nur die Freiberufler, die der Aussage zugestimmt haben) Was meinen Sie, wie sich IT-Projekte in Ihren Unternehmen in den kommenden zwei ­Jahren verändern werden? Inwieweit stimmen Sie der folgenden Aussage zu: „Ich befürchte eine zunehmende Konkurrenz durch externe IT-Fach- kräfte, die nicht aus Deutschland stammen.“? Angaben in Prozent. Basis: n = 236 Sinkende Stundenlöhne Weniger Aufträge Qualität der Ausbildung Aus anderen Gründen 77,8 35,2 25,0 12,0 Weiß nicht 3,4 Stimme gar nicht zu 8,5 Stimme nicht zu 16,2 Stimme eher nicht zu 25,6 Stimme eher zu 19,2Stimme zu 16,2 Stimme vollkommen zu 10,7 34 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 35. Umfrage unter IT-Freiberuflern 7. Marktentwicklung 1 – IT-Projektkategorien Die Hypes als Hoffnungsträger: Data Science und agile Softwareentwicklung starten direkt an die Spitze mit der besten Marktentwicklung durch. Projektmanagement, ein Klassiker der IT-Freiberufler, verliert hingegen den Anschluss an die Führenden. Data Science und agile Softwareentwicklung sind dieses Jahr erstmals ­abgefragt worden. Man könnte sagen: ein Einstieg nach Maß. Dann folgen die höherwertigen Projekte wie Beratung, Softwareentwick- lung sowie der Bereich Management, Organisation und Koordination. Das Projektmanagement ist jedoch (auch dank der beiden Neueinsteiger) vom dritten auf den sechsten Rang zurückgefallen. Murmeltiertag: Nach Einschätzung der meisten IT-Freelancer sind ­Hardwareprojekte und die Dokumentation nicht mehr besonders spannend. Auch Jobs in Administration und Support wird wie schon im Vorjahr im Durchschnitt kein großes Potenzial mehr zugestanden. Aber es bleibt fest­ zuhalten, dass allen abgefragten Feldern, selbst den eben genannten, mit ­einem Wert von größer Null eine noch eher positive Marktentwicklung ­zugestanden wird. Ein Gewinner im Hauptfeld war Coaching / Schulung / Training. Hier kam der meiste Optimismus von Freelancern mit einer Berufserfahrung von weni- ger als fünf Jahren. Wie sehen Sie die Marktentwicklung in den folgenden IT-Projektkategorien? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von +3 („Sehr positiv“) bis –3 („Sehr negativ“). Basis: n = 226 Data Science Agile Softwareentwicklung Beratung / Consulting Softwareentwicklung / Programmierung Agile Entwicklungsmethode (z.B. Scrum) Projektmanagement / -leitung / Organisation / Koordination Engineering / IT-nahe Ingenieurdienstleistungen Coaching / Schulung / Training Design / Entwicklung / Konstruktion Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung / Test Berechnung / Simulation / Versuch / Validierung Hardwareentwicklung Administration / Support Dokumentation / DTP 1,87 1,82 1,79 1,70 1,66 1,55 1,39 1,31 1,21 1,09 1,09 0,77 0,54 0,30 35Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 36. Umfrage unter IT-Freiberuflern 8. Marktentwicklung 2 – IT-Bereiche IT-Security ist immer noch das wichtigste IT-Segment aus Sicht der Freiberufler, die Digitalisierung als Neueinsteiger landet jedoch schon kurz dahinter. Mobility und Mobile Payment rutschen hingegen ab. Etwas verwunderlich ist, dass die Künstliche Intelligenz als derzeit absoluter Hype nur im hinteren Mittelfeld einsteigt. Vermutlich ist das Thema von ­einem Massengeschäft noch ziemlich weit entfernt. Demgegenüber haben sich die Trends der vergangenen Jahre oben fest­ gesetzt: angefangen von IT-Sicherheit über Digitalisierung und Cloud bis hin zu Big Data und Analytics. Freelancer mit einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro liegen bei ­„Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data)“ mit 0,25 Punkten deutlich über der durchschnittlichen Erwartung an das Marktsegment. Bei „Internet of Things / Industrie 4.0“ sind es immerhin 0,24 Punkte. Ein weiterer Aufsteiger 2018 ist das Prozessmanagement – vermutlich, weil es dieses Jahr mit dem Attribut „Robotics“ versehen wurde. Mobility und Mobile Payment, die Aufsteiger des vergangenen Jahres, ­haben von den Freelancern einen Dämpfer erhalten, sie mussten Plätze ­abgeben. Beide Themen rangieren aus Sicht der Unternehmen ohnehin im unteren Drittel der Tabelle. In der Abstiegszone gab es keine Veränderungen: Noch immer liegen ­Servicemanagement, ERP, CRM und Collaboration nach Einschätzung der Freiberufler auf den hintersten Plätzen. Die Unternehmen sehen dies ähnlich, nur kommt bei ihnen Servicemanagement etwas besser weg. Wie sehen Sie die Marktentwicklung in den folgenden IT-Bereichen? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von +3 („Sehr positiv“) bis –3 („Sehr negativ“). Basis: n = 226 IT-Security Digitalisierung Business Intelligence, Data Science und Analytics (Big Data, Smart Data) Cloud Computing Virtualisierung Mobility Prozessmanagement, Robotics Internet of Things / Industrie 4.0 Internet- / Web-orientierte Architekturen Mobile Payment Künstliche Intelligenz, Machine Learning Servicemanagement ERP-Systeme CRM-Systeme Social Media / Collaboration 2,10 1,95 1,91 1,85 1,84 1,77 1,72 1,71 1,68 1,57 1,55 1,24 1,11 1,10 0,95 36 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 37. „Vor welchen sonstigen Herausforderungen stehen Sie als IT-Selbstständiger?“ Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern auf die Frage Mehrere Kunden gleichzeitig zu unterstützen. Unsicherheit durch kurze Kündigungsfristen und erratisches Kundenverhalten: Der Externe ist der Erste, der geht. Kunden beizubringen, dass man nicht immer 100 Prozent onsite sein muss. Vernünftige Software im kleinen Maßstab für digitale Prozesse: CRM, Seminarplanung … Werkvertragsgesetz / AÜG Der IT-Projekt-Markt wird vom Gesetzgeber systematisch torpediert. Man wird auf etwas festgelegt, was man gut gemacht hat – und soll es immer wieder machen. Rückendeckung durch ­Partner bei Belastungs­ spitzen, Urlaub, Krankheit. Work-Life-Balance Preisdruck durch Oligopole und Absprachen (Dax-30-Unternehmen) Bei der schnellen technischen Entwicklung den Überblick behalten und aktuell bleiben. Wunsch nach Statusfeststellung ­seitens des Kunden. 37Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 38. Home-Office-Möglichkeit; gute Bezahlung; Möglich- keit der Weiterbildung. Kommt auf das Gesamtpaket aus Aufgabe, Unternehmen / Team, Gehalt, Benefits und Arbeitszeit an. Keine. Vorher wandere ich aus. Eigentlich gar nicht mehr, es müsste der Traumjob sein. 70.000 € Wenn die Unternehmenskultur passt (New Work, Augenhöhe) und mir in einer teamorientierten Arbeitsweise kontinuierliches Lernen auf hohem Niveau möglich ist Wenn es sich nur um ein Konstrukt handelt, das aufgrund gesetz­ licher Regelungen not- wendig ist, oder wenn der Auftraggeber aus betrieblichen Gründen eine Tätigkeit in dem Konstrukt Festanstel- lung wünscht Da ich nur noch wenige Jahre bis zum Renten- eintritt habe, macht das keinen Sinn. Wirtschaftlicher Zwang (keine Projekte mehr). Und eventuell wenn das Gehalt passt – und das Thema „Scheinselbstständigkeit“ noch schlimmer wird ... Festanstellung nur für zeitlich befristetes Projekt Nähe zum Wohnort, große Freiräume, Leitungsposition mit strategischer Ausrichtung, sehr gutes Gehalt Kombi mit Home-Office und in der Festanstel- lung Hunde mitbringbar (Büro in Ruhe alleine) „Unter welchen sonstigen Bedingungen können Sie sich eine Festanstellung vorstellen?“ Ausgewählte Antworten von IT-Freiberuflern auf die Frage Flexible Einsatzzeiten – eigenbestimmtes Arbeiten – interessante Projekte. 38 Die Studienergebnisse im Einzelnen
  • 40. Zumindest in geschäftskritischen Feldern erst gar keine externen IT-Fach- kräfte beschäftigen 33,8 Zusammenarbeit mit externen IT-Fachkräften langfristig anlegen 64,7 Bestimmte Maßnahmen, um sicherzustellen, dass das Know-how im Unterneh- men bleibt (z.B. Freiberufler ­schulen Mitarbeiter) 31,4 Durch den Weggang von IT-Freiberuflern muss nicht zwangsläufig Know-how ver- loren gehen. 9,4 1,2 Andere Vorgehensweise 1. Brain Drain – Kompetenzen sichern Der Know-how-Transfer ist ein heißes Eisen für Unternehmen – das sowohl den Zufluss als auch den Abfluss betrifft. Ein Drittel der Unternehmen setzt in geschäftskritischen Bereichen keine IT-Freelancer ein und baut stattdessen auf eigene Ressourcen, um nicht von externen Kräften abhängig zu sein. Am beliebtesten ist die langfristige Kooperation mit Freiberuflern. Dies bringt auch andere Vorteile mit sich, etwa bei der Einarbeitung. Die Geschäftsleitung und vor allem die IT-Führung sind beim Know-how deutlich sensibler als die Befragten aus Fachbereichen. Deren Werte liegen in allen Punkten am Schluss. In den freien Antworten wurde angegeben: Schulungen der internen ­Mitarbeiter durch die Externen, „abschreckend hohe Konventionalstrafen“ ­sowie der Einsatz von Freiberuflern, „die Hilfe zur Selbsthilfe leisten sowie Know-how aufbauen und verstetigen helfen – keine Beratungsunternehmen“. Gerade wegen der Digitalisierung befürchten viele Auftraggeber, dass ihnen ­Know-how verloren geht, wenn auch die externen IT-Fachkräfte gehen. Wie beugen Sie solch einer Entwicklung vor? Mehrfachantworten möglich. Angaben in Prozent. Basis: n = 331 40 Weitere Studienergebnisse
  • 41. 2. Personal-Mix – Kompetenzen beschaffen Externe IT-Fachkräfte sind wichtige Kompetenzbringer für Unternehmen – zumindest für drei Viertel von ihnen. Daran ändert sich auch in den kommenden Jahren nichts. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen haben externe IT-Experten eine ­große bis sehr große Bedeutung, wenn es um die Sicherstellung von Kompe- tenzen und Know-how geht. In der Zukunftsfrage wurden die Angaben mit ähnlichen Werten untermauert. Gerade einmal sieben Prozent der Firmen messen den Kompetenzen von Freiberuflern eine geringe Bedeutung bei. Große Unternehmen bauen stärker auf Externe, und die Geschäftsleitung sieht das Beschaffungsmodell im Durchschnitt deutlich positiver als IT-Füh- rungskräfte. Beides setzt sich in den kommenden Jahren fort. Welche Bedeutung hat der Einsatz von externen IT-Fachkräften gegenüber den Alternativen Festanstellung, Arbeitnehmerüberlassung, Third-Party-Management usw. für Ihr Unter­ nehmen, wenn es um die Sicherstellung von Kompetenzen und Know-how geht? Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Wie schätzen Sie diese Bedeutung von externen IT-Fachkräften in den kommenden zwei Jahren für Ihr Unternehmen ein? Angaben in Prozent. Basis: n = 331 Sehr große Bedeutung Große Bedeutung Eher große Bedeutung Mittlere Bedeutung Eher geringe Bedeutung Geringe Bedeutung Keine Bedeutung Weiß nicht / keine Angabe 21,5 31,4 23,3 15,1 4,8 2,1 0,9 0,9 19,3 34,1 23,9 13,6 6,9 0,9 0,9 0,3 41Weitere Studienergebnisse
  • 42. 3. Interaktion – Kompetenzen austauschen Agile Projekte, intensive Zusammenarbeit, Austausch von Fachwissen? Mitnichten. Ein großer Teil der Unternehmen trennt Externe und Interne voneinander. Manchmal gelingt dies sogar ganz gut. Immerhin mehr als 40 Prozent der Firmen trennen Festangestellte und ­Freiberufler räumlich voneinander. Hintergrund sind rechtliche Rahmen­ bedingungen zur Feststellung von Scheinselbstständigkeit, die eine Ein­ gliederung des ­Freelancers in den normalen Unternehmensalltag und seine Abläufe er­schweren. Jedes achte Unternehmen hat die räumliche Trennung versucht, ist jedoch wieder davon abgekommen. Und immerhin jede vierte Firma gibt an, dass die Mauer zwischen Externen und Internen für den Projekterfolg nicht förder- lich ist. Dies betrifft wohl in erster Linie agile Projekte, die von kurzen Wegen und einem direkten Austausch der Experten profitieren. Für mehr als die Hälfte der Befragten funktioniert die Trennung dem ­Bekunden nach jedoch gut bis sehr gut. Bei Werkverträgen mit geringer ­Projektkommunikation und klar umrissener Aufgabe, die eigenverantwort- lich gelöst wird, kann dies sicher der Fall sein. Befragte aus der IT-Abteilung ­tendieren generell zu einer skeptischeren Bewertung der Trennung als die Geschäftsleitung. Wie ist das bei Ihnen im Unternehmen: Werden externe und interne Mitarbeiter von IT-Projekten räumlich getrennt? Angaben in Prozent. Basis: n = 330 Eine konsequente Lösung rechtlicher Probleme ist, externe IT-Fachkräfte in extra Gebäuden oder Gebäudebereichen mit extra Telefonen und Rechnern etc. zu setzen. Wie gut kann das funk- tionieren, wenn externe und interne Mitarbeiter sehr intensiv zusammenarbeiten? Angaben in Prozent. Basis: n = 318 12,7 24,8 1,5 6,4 3,3 Ja, aber nicht bei jedem IT-Projekt Nein, bis jetzt nicht, ist aber angedacht Weiß nicht / keine AngabeNein, darüber wurde noch nicht mal nachgedacht. Nein, wir haben uns aus finanziellen Gründen dagegen entschieden. 13,6 9,4 28,2 21,1 5,0 2,5 3,8 17,6 12,3 37,7 Ja, sehr strikt Ja, haben wir schon gemacht, sind aber wieder davon abgekommen. Nein, die räumliche Trennung ist nicht sinnvoll. Das ist dem IT-Projekt nicht förderlich. Weiß nicht / keine Angabe Sehr gut GutEher gut Eher schlecht Schlecht Sehr schlecht 42 Weitere Studienergebnisse
  • 43. 4. Lebenslanges Lernen – Kompetenzen ausbauen Die Bedeutung von Zertifikaten und Weiterbildungsmaßnahmen für die Vermittlung der IT-Freelancer hält sich in Grenzen. An der Spitze liegen ausgewiesenes Fach- und Methoden­ wissen sowie Projektmanagement, die eigentlichen Kernkompetenzen der IT-Experten. Wenn Zertifikate, dann mit IT-Bezug: Fach- und Methodenwissen ist ein Pfund, mit dem Externe wuchern können. Weiterbildung im Bereich Projekt- management sind ebenfalls nützlich. Bei Freelancern, die mehr als 16 Jahre aktiv sind, ist die Bedeutung von Zertifikaten für den eigenen Marktwert am geringsten. Und für Freiberufler mit einem Jahresumsatz von über 120.000 Euro (immerhin über 40 Prozent der Befragten) haben Weiterbildung und Zertifikate unterdurchschnittliche Bedeutung, womöglich deswegen, weil gerade diese Freiberufler zumeist ein oder zwei langjährige Auftraggeber haben. Aber auch sie punkten mit IT-bezogenen Zertifikaten zum Fach- und Methodenwissen. Fast drei Viertel der Befragten hält Berufsbild-Zertifikate (z.B. IHK, CeLS) für nicht oder weniger wichtig, und 68 Prozent messen Zertifikaten für Soft Skills keine bis geringe Bedeutung für den eigenen Marktwert bei. Interessant ist in diesem Kontext, dass Schulungen und Fortbildungen die am wenigsten wichtige Anforderung der Freiberufler an die Services der ­Personaldienstleister sind (siehe Key Finding 6). Welche Bedeutung haben Weiterbildung und Zertifikate für den eigenen Marktwert und für die Vermittlung? Mittelwertangaben. Abfrage auf einer Skala von 1 („Große Bedeutung“) bis 4 („Gar keine Bedeutung“). Basis: n = 234 IT-Zertifikate (Fach- und Methodenwissen) Projekt- management- Zertifikate Weiterbildung im Allgemeinen (Vorträge und Veranstaltungen zu wirtschaftlichen, politischen und gesell­ schaftlichen Themen) Zertifikate im ­Allgemeinen Zertifikate für Soft Skills (z.B. Teamfähigkeit, analytisches Denkvermögen) Berufsbild- Zertifikate (z.B. IHK, CeLS) 2,25 2,36 2,55 2,65 2,89 2,99 43Weitere Studienergebnisse
  • 45. Von Truthähnen und Schwänen Der Markt für IT-Freiberufler läuft von einer Rekordmarke zur nächsten. Die Protagonisten selbst sind optimistisch, und auch ihre Auftraggeber rechnen mit einer zunehmenden Nachfrage. Selbst kleine Indizien für eine Trendwende sind nicht in Sicht. Nach Jahren des Aufschwungs im Markt für IT-Freiberufler kommt einem manchmal die sogenannte „Truthahn-Illusion“ in den Sinn: Jeden Tag und mit jeder Fütterung wird der Truthahn sicherer, dass es das Leben und die Menschen gut mit ihm meinen. Am größten ist seine Gewissheit am Tag vor dem amerikanischen Erntedankfest „Thanksgiving“ – danach sinkt die gefühlte Sicherheit rasant. Schaut man von außen auf den Markt für IT-Freelancer, fällt ein vergleich­ bares Phänomen auf: Futter ist im Überfluss vorhanden. Dies zeigt sich in erster Linie an den durchschnittlichen Stundensätzen, die laut vorliegender Studie 2017 um rund fünf Prozent auf 88,41 Euro gestiegen sind. Und für 2018 erwarten die Experten mit 93,80 Euro einen weiteren Zuwachs von zirka sechs Prozent. Setzt sich der Trend fort, wird im kommenden Jahr die Marke von 100 Euro erreicht. Dabei hatten die Einsatzunternehmen vergangenes Jahr noch genauer auf das Geld geschaut und das Preis-Leistungs-Verhältnis als wichtigstes Krite­ rium für die Arbeit mit einem Personaldienstleister angegeben. Doch bei den Kriterien für die Auswahl und Beauftragung externer Fachkräfte ist der Tagessatz aktuell vom dritten auf den fünften Platz zurückgefallen. Fast scheint es so, als hätten sich Unternehmen der Macht des Marktes ergeben: Was heute maßgeblich zählt, sind die Qualität der Arbeit und die Geschwin- digkeit bei der Vermittlung einer Fachkraft. Der Rest ist sekundär. Die Nachfrage nach externen Experten ist inzwischen so hoch, dass 2018 ­genau die Hälfte aller IT-Fachleute in Unternehmen Externe sind – nach 45 Prozent im Vorjahr. Und die Entwicklung geht noch weiter, prognosti­ zieren die befragten Einsatzunternehmen: Nur 2,4 Prozent gaben an, dass sich die Freelancer-Quote verringern wird, über 60 Prozent gehen hingegen von einer (deutlichen) Erhöhung aus. Bei aller Euphorie darf man nicht außer Acht lassen, dass es im Grunde ­genommen keinen einheitlichen Markt gibt, denn die Flut hebt längst nicht alle Boote. Während sich beispielsweise junge Freelancer über eine hohe Nachfrage in ihrem aufstrebenden Spezialbereich freuen, lässt auf der ande- Von Alexander Freimark 45Blick in die Zukunft
  • 46. ren Seite technologischer Lebenszyklen die Marktdynamik spürbar nach. Dies zeigt sich auch darin, dass einige Freelance-Einsteiger deutlich höhere Honorarerwartungen haben als Freiberufler jenseits des 50. Lebensjahrs. ­Ausnahmen bestätigen indes auch hier die Regel. Mit jedem Jahr und jedem Anstieg der Tagessätze werden Freiberufler ­sicherer, dass sie die bessere Option gewählt haben – kaum jemand zieht eine Festanstellung in Betracht. Und in der Tat gibt es derzeit keine Anzei- chen, dass der Markt am Scheitelpunkt steht. Selbst die Änderungen am ­Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) im vergangenen Jahr haben zu ­keinem signifikanten Niederschlag in den vorliegenden Antworten geführt, weder bei Unternehmen noch bei IT-Experten. Neben der Truthahn-Illusion gibt es allerdings noch das Prinzip schwarzer Schwäne: höchst unwahrscheinliche Ereignisse, die aber tatsächlich ein­ treten und alles über den Haufen werfen können. Für Truthähne ist Thanks- giving ein schwarzer Schwan. IT-Freiberufler müssen sich überraschen ­lassen – bis dahin können die meisten die Situation jedoch entspannt ­genießen. „Als Entrepreneur müssen Sie an Ihrem Unternehmen arbeiten, nicht notwendigerweise in Ihrem Unternehmen.“ Günter Faltin (* 25.11.1944), deutscher Hochschullehrer und Unternehmensgründer Zitat 46 Blick in die Zukunft
  • 48. „Auftragslage hervorragend – Stimmung angespannt“ IDG: Wie hat der DBITS das politische Jahr 2017 wahrgenommen? TAMMLING: Zuallererst ist die Reform der Werk- und Dienstverträge zu nennen. Diese sollte die Leiharbeit­ nehmer schützen, hat aber am Ende, wie befürchtet, den gut verdienenden Selbstständigen aus der IT enorm geschadet. Sie sind nun noch stärker ins Visier der Sozialversicherungen gerückt. Nur die gute Auf­ tragslage kompensiert derzeit noch die negativen ­Auswirkungen auf die Auftragsvergabe. IDG: Wird sich die Situation beruhigen? TAMMLING: Wir befürchten das Gegenteil. Der neue Ko­ alitionsvertrag sieht teure soziale Wohltaten auf ­hohem Niveau vor. Der Trend, überdurchschnittlich gut verdie­ nende Selbstständige, zu denen wir unsere Mitglieder zählen, die Zeche bezahlen zu lassen, wird anhalten. Ein Beispiel: die Verpflichtung zur Altersvorsorge. Nach ­gegenwärtigem Stand ist neben der DRV nur die soge­ nannte Rürup-Rente möglich. Um allerdings aus einem Rürup-Vertrag eine Rente oberhalb des Grundsiche­ rungsniveaus zu generieren, muss der Freiberufler zu­ nächst sehr viel Geld einzahlen. Dieses eingeschränkte „Angebot“ bedarf einer Erweiterung. Unter dem Deck­ mantel, die Selbstständigen (vor sich selbst) schützen zu müssen, spricht uns die Politik die Fähigkeit oder den Willen ab, unseren erworbenen Lebensstandard auch im Alter aufrechtzuerhalten. Warum? Es geht um ein jähr­ liches Abschöpfungspotenzial von 15 Milliarden Euro! IDG: Aber auch IT-Selbstständige sind doch potenziell von Altersarmut bedroht        … TAMMLING: Das können wir nicht bestätigen. Betrach­ ten Sie nur die Ergebnisse einiger Freiberuflerstudien: Es gibt seriöse und repräsentative Datensammlungen, die ein exaktes Bild der Einkommenssituation und so­ zialen Absicherung von selbstständigen IT-Experten ­wiedergeben, und dennoch beharrt die Politik auf ­antiquierten Stereotypen. Selbstständigkeit wird grund­ sätzlich über alle Berufsstände pauschaliert und mit prekärer Beschäftigung gleichgesetzt. Zu diesem Zweck werden unbelegte Zahlen in den Raum gestellt und die Situa­tion abhängig Beschäftigter aus dem Niedriglohn­ sektor konsequent ausgeblendet. IDG: Wie ist die Stimmung unter den IT-Selbstständigen? TAMMLING: Ende 2017 hat der DBITS die Preisverlei­ hung des Wettbewerbs zum „IT-Freelancer des Jahres“ in der Botschaft der Republik Estland ausgerichtet – ­einem Land, das Deutschland in puncto Digitalisierung übrigens einiges voraushat. Die Gäste waren Selbst­ ständige, Vertreter der IT-Branche und der Politik. Die meisten Gespräche handelten von Befürchtungen, dass die Berufsausübung bei zunehmenden Einschränkun­ gen durch die Politik immer schwieriger wird. Neben der Angst, dass die große Koalition zu einem großen Rundumschlag ausholt, um die Selbstständigen in eine politisch vorgegebene Altersvorsorgeform zu zwingen, die ihnen am Ende nur schadet, wurde befürchtet, noch mehr Aufwand betreiben zu müssen, um der ­Bürokratie und Regulierungswut Genüge zu tun. Auf­ wand, der in Zeiten des Fachkräftemangels für die ­Entwicklung von Innovationen und somit die Stärkung des Standorts Deutschland besser investiert wäre. IDG: Warum sollten sich IT-Selbstständige einem ­eigenen Berufsverband anschließen? TAMMLING: Für die Interessen der IT-Selbstständigen kann weder eine Gewerkschaft noch eine einzige Inter­ essenvertretung für alle Selbstständigen eintreten. Un­ terschiedliche Berufsbilder und Einkommenssituationen machen es für Letztere schwierig, die einzelnen Berufs­ stände gleichermaßen gut zu vertreten. IT-Selbstständi­ ge müssen „Flagge zeigen“ und brauchen daher einen Verband, der ihre spezifischen Interessen vertritt. Für die gegenseitige Stärkung hat der DBITS gemeinsam mit dem DDIM e.V. die Experteninitiative Selbständigkeit (experteninitiative-selbstaendigkeit.de) ins Leben ­gerufen. Damit setzen wir uns für die rechtssichere ­Ausübung der Selbstständigkeit von hoch qualifizierten Wissensarbeitern ein. Der DBITS (dbits.it) ist der Berufsverband für IT-Selbstständige in Deutschland. Der Verein vertritt die Interessen seiner Mitglieder auf gesellschaftlicher und politischer Eben. Der DBITS wird von Selbstständigen für Selbstständige geführt und ist in ­Berlin ansässig. Kerstin Tammling ist als freiberuflicher Consultant im ­Software-Asset-Management und Lizenzmanagement tätig. In der IT-Branche ist sie seit Mitte der 1980er-Jahre zu ­Hause und arbeitet seit 1989 selbstständig. Daneben setzt sie sich ehrenamtlich für die gesellschaftlichen und politischen Interessen der Selbstständigen in der IT im DBITS e.V. ein, dessen Vorstandsvorsitzende sie ist. Kerstin Tammling, Vorstandsvorsitzende DBITS 48 Interview
  • 49. Altersvorsorgepflicht – was auf die Selbstständigen zukommt Union und SPD haben im Koalitionsvertrag die Einfüh­ rung einer Altersvorsorgepflicht (AV-Pflicht) für Selbst­ ständige verabredet – ebenso wie zuvor schon die ­Jamaika-Sondierer. Eine reine Rentenversicherungs­ pflicht scheint vom Tisch. Das weiterhin SPD-geführte Arbeitsministerium könnte aber versucht sein, durch ­wenig attraktive Anlagealternativen zur Deutschen Ren­ tenversicherung (DRV) eine Rentenversicherungspflicht durch die Hintertür einzuführen. Sehr viel hängt von der genauen Ausgestaltung der neuen AV-Pflicht ab. Wer wird einbezogen? – „Alle Selbstständigen ..., die nicht bereits anderweitig obligatorisch (z.B. in berufs­ ständischen Versorgungswerken) abgesichert sind“, heißt es im Koalitionsvertrag. In der Diskussion ist eine Altersgrenze von zum Beispiel 50 Jahren. Wer jünger ist und – wie die große Mehrzahl der Selbstständigen – bereits fürs Alter vorgesorgt hat, ist oft langfristige Ver­ pflichtungen eingegangen, etwa durch eine Immobili­ enfinanzierung oder eine private Rentenversicherung. Direktanlagen in Immobilien und Investmentfonds wer­ den im Rahmen der AV-Pflicht aber nicht anerkannt. Die Selbstständigen fürchten, dass sie ihre jetzige ­Altersvorsorge mit Verlust veräußern müssen, um in eine andere, eventuell weniger rentable einzuzahlen. Einzelfallprüfungen, ob bereits ausreichend fürs Alter vorgesorgt wurde, sind sehr aufwendig und müssten regelmäßig wiederholt werden. Wir fordern deshalb, die Altersvorsorgepflicht auf Gründer zu beschränken, die sich in Kenntnis der neuen AV-Pflicht frei für eine Selbstständigkeit entscheiden können. In welcher Höhe muss Altersvorsorge nachgewiesen werden? Der erste Anlauf für eine AV-Pflicht scheiterte 2012 daran, dass Mindestbeiträge in Höhe von 400 Euro / Monat geplant waren. Hunderttausende von Teilzeit-­ Selbstständigen hätten ihre Selbstständigkeit beenden müssen. Auch der jetzige Koalitionsvertrag lässt diese Möglichkeit offen. Unseres Erachtens muss der Beitrag (ab einem Einkommen von 450 Euro) jedoch einkom­ mensabhängig gestaltet sein, möglichst unter Berück­ sichtigung der Gleitzone. Die Beiträge der Selbstständi­ gen dürfen nicht höher sein als die, die Arbeitgeber und -nehmer zusammen bezahlen. Genau das ist aber bei der gesetzlichen Krankenversicherung jetzt schon der Fall: Dort müssen Selbstständige im Gegensatz zu Angestell­ ten auch auf den Arbeitgeberanteil zur Sozialversiche­ rung auf Mieteinnahmen, Zinsen und Dividenden Beiträge bezahlen, noch dazu gelten hohe Mindestbeiträge von 420 Euro/Monat (sollen auf 210 Euro gesenkt werden). Die Mehrbelastung bei der Krankenversicherung muss beendet werden, damit alle Selbstständigen die AV-Pflicht erfüllen können. Ansonsten drohen Grenzbelastungen mit Steuern und Beiträgen von 60 Prozent und mehr. Was wird nun als Opt-out anerkannt? – Der Gesetz­ geber denkt an eine – um einen Erwerbsminderungs­ schutz ergänzte – Rürup-Rente und die Öffnung der geförderten Riester-Rente für Selbstständige. Wir ­plädieren für die Einrichtung eines berufsständischen Versorgungswerks auch für nicht kammerpflichtige Selbstständige und für andere rentable Formen der ­Altersvorsorge mit möglichst geringer Kostenbelastung. Hier wird sich zeigen, wie ehrlich es die Politik mit der versprochenen Wahlfreiheit meint. Bei freiwilligen Beitragszahlungen in die DRV prüft diese vier Jahre in die Vergangenheit, ob nicht Pflichtbeiträge nachzuzahlen sind, aufgrund des Vorliegens arbeitneh­ merähnlicher oder Scheinselbstständigkeit beziehungs­ weise einer rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit (z.B. Lehrer). Die Folge sind oft der Verlust von Aufträgen oder der Zwang, bestehende Ersparnisse aufzulösen und in die DRV einzuzahlen. Wenn die DRV die Daten von ­Millionen von Selbstständigen erhalten möchte, muss sie zunächst Rechtsicherheit schaffen. Das Statusfest­ stellungsverfahren muss vereinfacht und Statusände­ rungen nur noch mit Wirkung für die Zukunft erfolgen. Schließlich ist künftig sichergestellt, dass in jedem Fall Sozialversicherungsbeiträge geleistet wurden. Der 2012 entstandene Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) e.V. mit Sitz in München vertritt die ­Interessen von Freiberuflern, Soloselbstständigen und kleinen Unternehmen. Aktuell zählt der VGSD 3.000 Vereins- und 14.000 (kostenlose) Community-­ Mitglieder. IT-Experten und -Berater sind unter den Mitgliedern besonders stark vertreten. Dr. Andreas Lutz ist Vorstandsvorsitzender des VGSD und Sprecher der vor einem Jahr gegründeten Bundesarbeitsgemeinschaft Selbst­ ständigenverbände (bagsv). Dr. Andreas Lutz, VGSD-Vorstandsvorsitzender 49Interview
  • 51. Studiensteckbrief Herausgeber.............................. COMPUTERWOCHE, CIO, TecChannel und ChannelPartner Studienpartner......................... Silber-Partner: Hays AG neusta consulting GmbH Bronze-Partner: Allgeier SE Experis GmbH GECO Deutschland GmbH GULP Information Services GmbH Harvey Nash GmbH Questax GmbH SOLCOM GmbH sowie in Kooperation mit dem Deutschen Bundesverband Infor­ mationstechnologie für Selbstständige e.V. (DBITS) und dem Ver- band der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V. (VGDS) Grundgesamtheiten................ (1) IT-Projektverantwortliche und IT/TK-Entscheider aus Geschäftsführung und Vorstand sowie in leitender Funktion aus den Fachbereichen und Entscheider aus Einkaufsabteilungen in Einsatzunternehmen der D-A-CH-Region (2) IT-Freiberufler Methode....................................... Online-Umfrage (CAWI) Teilnehmergenerierung ...... Stichprobenziehung in der IT-Entscheider-Datenbank von IDG Business Media; persönliche E-Mail-Einladungen zur Umfrage; redaktionelle Teasermeldungen, Meldungen in E-Mail-Newslettern der COMPUTERWOCHE sowie einzelner Studienpartner Gesamtstichprobe................... 567 qualifizierte Interviews Stichprobe 1: Einsatzunternehmen: 331 qualifizierte Interviews Stichprobe 2: IT-Freiberufler: 236 qualifizierte Interviews Untersuchungszeitraum...... 20. Dezember 2017 bis 2. Februar 2018 Fragebogenentwicklung....... IDG Research Services in enger Abstimmung mit den Partnern ­dieser Studie Durchführung........................... IDG Research Services Technologischer Partner...... Questback GmbH, Köln Umfragesoftware..................... EFS Survey Fall 2017 51Studiendesign
  • 52. Stichprobenstatistik Einsatzunternehmen (Stichprobe 1) Branchenverteilung* Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Bergbau...............................................1,2 % Energie- und Wasserversorgung........................................................................ 2,5 % Chemisch-pharmazeutische Industrie, Life-Science..................................5,2 % Medizin- und Labortechnik................................................................................. 0,9 % Metallerzeugende und -verarbeitende Industrie...........................................7,2 % Maschinen- und Anlagenbau.............................................................................. 6,3 % Automobilindustrie und Zulieferer.....................................................................3,3 % Herstellung von elektrotechnischen Gütern, IT-Industrie.......................17,2 % Konsumgüter-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie..............................3,6 % Feinmechanik und Optik.......................................................................................1,2 % Sonstiges Produzierendes Gewerbe...................................................................5,7 % Baugewerbe, Handwerk......................................................................................... 4,8 % Groß- und Einzelhandel (inkl. Online-Handel)............................................. 9,2 % Finanzwirtschaft und Bankwesen.......................................................................5,4 % Versicherungswirtschaft........................................................................................3,0 % Immobilienwirtschaft..............................................................................................1,2 % Transport, Logistik und Verkehr..........................................................................3,3 % Dienstleistungen für Unternehmen.................................................................. 8,7 % Öffentliche Verwaltung, Gebietskörperschaften, Sozialversicherung....3,3 % Gesundheits- und Sozialwesen...........................................................................1,8 % Hochschule / Forschung / Entwicklung...........................................................1,8 % Andere Branchengruppe........................................................................................1,9 % Keine Angabe.............................................................................................................1,2 % Unternehmensbereich Unternehmens- und Geschäftsleitung...........................................................13,9 % Verwaltung / Personal.............................................................................................3,6 % Finanzen / Rechnungswesen...............................................................................3,3 % Einkauf / Beschaffung.............................................................................................7,2 % Verkauf / Vertrieb / Marketing..............................................................................3,6 % IT / EDV / Telekommunikation......................................................................... 25,8 % Anderer Arbeitsbereich...........................................................................................1,9 % Unternehmensgröße Weniger als 100 Beschäftigte..............................................................................12,1 % 100 bis 499 Beschäftigte......................................................................................20,5 % 500 bis 999 Beschäftigte.......................................................................................16,0 % 1.000 bis 1.999 Beschäftigte.................................................................................16,6 % 2.000 bis 4.999 Beschäftigte................................................................................14,2 % 5.000 bis 9.999 Beschäftigte................................................................................. 9,4 % 10.000 Beschäftigte und mehr............................................................................ 8,8 % Keine Angabe............................................................................................................ 2,4 % * Mehrfachnennungen möglich 52 Studiendesign
  • 53. Stichprobenstatistik IT-Freiberufler (Stichprobe 2) Geschlecht Männlich............................................................................................................................89,4 % Weiblich ............................................................................................................................. 10,6 % Alter Unter 30 Jahre.................................................................................................................... 4,2 % 30 bis 39 Jahre...................................................................................................................12,3 % 40 bis 49 Jahre.................................................................................................................24,3 % 50 bis 59 Jahre..................................................................................................................43,0 % 60 Jahre und älter............................................................................................................16,2 % Gesamtumsatz Unter 40 Tsd. Euro.............................................................................................................5,9 % 40 bis 60 Tsd. Euro.............................................................................................................5,9 % 60 bis 80 Tsd. Euro.............................................................................................................5,5 % 80 bis 100 Tsd. Euro.........................................................................................................11,4 % 100 bis 120 Tsd. Euro...................................................................................................... 10,5 % 120 bis 140 Tsd. Euro........................................................................................................ 9,6 % 140 bis 160 Tsd. Euro.......................................................................................................11,9 % Über 160 Tsd. Euro..........................................................................................................20,1 % Ich möchte keine Angabe machen............................................................................19,2 % Projektauslastung An weniger als 50 Tagen................................................................................................ 4,2 % An 50 bis 100 Tagen......................................................................................................... 9,7 % An 100 bis 150 Tagen......................................................................................................19,1 % An 150 bis 200 Tagen......................................................................................................19,5 % An 200 bis 250 Tagen....................................................................................................28,8 % An 250 bis 300 Tagen.....................................................................................................11,4 % An mehr als 300 Tagen....................................................................................................7,2 % Tätigkeit als Seit weniger als einem Jahr........................................................................................... 6,8 % IT-Freiberufler Seit 1 bis 5 Jahren.............................................................................................................17,4 % Seit 6 bis 10 Jahren..........................................................................................................19,9 % Seit 11 bis 15 Jahren.........................................................................................................16,9 % Seit 16 bis 20 Jahren........................................................................................................19,1 % Schon länger als 20 Jahre.............................................................................................19,9 % 53Studiendesign