Agil arbeiten
Ideen und Methoden zur Erleichterung der täglichen Arbeit
Stephan Dahrendorf,
23.5.2017
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Agile Werte
Im Februar 2001 haben 17 Erstunterzeichner diese Werte als Agiles Manifest formuliert:
„Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und
anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:
Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen
Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation
Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung
Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans
Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die
Werte auf der linken Seite höher ein.“
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Agiles Mindset
Hin zu…
– Sinngebung
– Netzwerken
– Befähigen
– (Aus-)Testen
– Transparenz
Weg von…
– Profitdenken
– Hierarchien
– Kontrollieren
– Langfristige Planung
– Verschlossenheit
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Agile Prinzipien
• Unsere höchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche
Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen.
• Heisse Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile
Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
• Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich
zusammenarbeiten.
• Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die
Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen.
• Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines
Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht.
• Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf
unbegrenzte Zeit halten können.
• Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell.
• In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und
passt sein Verhalten entsprechend an.
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Merkmale agiler Organisationen
1. Klare Vision
2. Anspruchsvolle Ziele
3. Klare Prioritäten
4. Erkennbarer Kundenfokus
5. Unternehmerischer Spirit
6. Funktionierende Organisationsstrukturen
6
Gemeinsamkeiten agiler Arbeitsmethoden
Ziele
 Flexibilität
 Geschwindigkeit
 Qualität
Effekte
 Transparenz
 Visualisierung
 Verbindlichkeit
Kommunikation
 Planung
 Täglicher Austausch
 Rückblick
Prinzipien
 Methodischer Rahmen
 Zielvorgabe: Auftrag
 Ablauf: Teamentscheidung
7
Wo steht Ihr Unternehmen in Sachen Agilität?
nicht agil eher nicht agil eher agil sehr agil
Unternehmens-
größe
<10
<100
<500
>500
8
Agiles Arbeiten kennt viele Methoden
•Scrum
•Kanban
•Design Thinking
•Lean Start-Up
•Agile Games
•Retrospektiven
•Agile Transitions
•World-Cafe
•Open Space
•Real Time Strategic Change (RTSC)
•Appreciative Inquiry (AI)
•Serious Games
•Systemische
Organisationsentwicklung
•Change-Management
•Coaching-Kultur
9
Die wichtigsten 3 Methoden
Regeln Rollen Routinen
Kanban Kanban Board Moderator Tägliches Stand-Up
Scrum
Product Backlog
Sprint Backlog
Burndown Chart
Product Owner
Scrum Master
Team
Sprintplanung
Tägliches Stand-Up
Rückblick
Design Thinking Zeit + Raum + Team Moderator
Problem verstehen
Prototyp bauen
Testen
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Scrum: Komplexe Projekte organisieren
• Rollen:
– Product Owner (Ergebnisverantwortlicher; priorisiert Aufgaben)
– Scrum Master (Prozessverantwortlicher; kein Mitglied des Projektteams, keine Weisungsbefugnis)
– Team (Umsetzer; entscheidet, welche vorgegebenen Elemente in der Phase realisiert werden sollen;
zerlegt Anforderungen in Arbeitsaufgaben; trifft sich täglich; verpflichtet sich, das gesetzte Ziel zu
erreichen; optimale Teamgröße: 7 +/- zwei, exklusive SM und PO)
• Meetings:
– Sprint Planning (Ziel- und Ressourcenplanung für 2 – 4 Wochen; nach jedem Spring liegt eine
lauffähige Version des Produktes vor;)
– Daily Meeting (Was habe ich in den letzten 24 Stunden erreicht? Was nehme ich mir für die
nächsten 24 Stunden vor? An welchem Punkt kann ich Unterstützung gebrauchen?)
– Sprint Review (vorgestellte Version wird vom Kunden geprüft; Änderungsanforderungen werden ins
Product-Backlog eingefügt)
– Retrospektive (Team reflektiert den zurückliegenden Projektabschnitt und leitet Maßnahmen für
effizienteres Arbeiten ab)
• Hilfsmittel
– Product-Backlog, Sprint-Backlog, Burn-Down-Chart
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Kanban: Die tägliche Arbeit steuern
• Aufgabenfluss steuern
• Aktuelle Aufgaben limitieren
• Transparenz über alle Aufgaben des Teams
• Abhängigkeiten sichtbar machen
• Getane Arbeit würdigen
Zu erledigen In Arbeit Erledigt
Konkrete Aufgaben
Thematisch sortieren
Bearbeiter kenntlich machen
Termine festhalten
Regelmäßig leeren
Nur gerade
bearbeitete
Aufgaben
Täglich
besprechen
„Parkplatz“
vorhalten
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Design Thinking: Prototypen entwickeln
• Mögliche Ausgangsfragen:
– Wir haben das folgende Problem, lasst uns gemeinsam über eine Lösung nachdenken.
– Wir haben eine bestimmte Technologie; wofür könnten wir sie einsetzen?
– Unser Wettbewerber hat etwas auf den Markt gebracht; wie können wir das auch schnell
realisieren?
• Voraussetzungen:
– Team + Raum + Methode
• 6 Phasen:
– Problem verstehen (=verfügbare Informationen aufnehmen)
– Synthese bilden (=gesammelte Informationen verdichten und ordnen; zB Persona)
– Ideen entwickeln (=Ideen generieren, sortieren, ausarbeiten)
– Prototypen bauen (=funktionsfähig, gibt einen Eindruck von der Idee)
– Testen
– Weiterentwickeln
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Praxisbeispiele
• Softwareentwicklung mit Scrum
• Büroorganisation mit Kanban
• Produktentwicklung mit Design Thinking
14
Einstieg ins agile Arbeiten
Die fünf wichtigsten Schritte
1. Pilotprojekt oder –team identifizieren
2. Methode trainieren (1 Tag)
3. Ausprobieren (und nicht aufgeben)
4. Moderierte Retrospektive (2 Stunden)
5. Methode anpassen
Die reine Verkündung der agilen Projektmethodik führt nicht zur
Anwendung, sondern in den direkten Widerstand. Überzeugen Sie das
Team vom Nutzen der Methode.
15
Herzlich Willkommen bei Inplace!
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Kontakt
Adresse:
Ferdinandstraße 29-33
20095 Hamburg
Email:
info@inplace-hamburg.com
Webseite:
www.inplace-hamburg.com
Telefon:
040 – 35 71 77 30

2017 05-23 agil arbeiten

  • 1.
    Agil arbeiten Ideen undMethoden zur Erleichterung der täglichen Arbeit Stephan Dahrendorf, 23.5.2017
  • 2.
    2 Agile Werte Im Februar2001 haben 17 Erstunterzeichner diese Werte als Agiles Manifest formuliert: „Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt: Individuen und Interaktionen stehen über Prozessen und Werkzeugen Funktionierende Software steht über einer umfassenden Dokumentation Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über der Vertragsverhandlung Reagieren auf Veränderung steht über dem Befolgen eines Plans Das heißt, obwohl wir die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen wir die Werte auf der linken Seite höher ein.“
  • 3.
    3 Agiles Mindset Hin zu… –Sinngebung – Netzwerken – Befähigen – (Aus-)Testen – Transparenz Weg von… – Profitdenken – Hierarchien – Kontrollieren – Langfristige Planung – Verschlossenheit
  • 4.
    4 Agile Prinzipien • Unserehöchste Priorität ist es, den Kunden durch frühe und kontinuierliche Auslieferung wertvoller Software zufrieden zu stellen. • Heisse Anforderungsänderungen selbst spät in der Entwicklung willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen zum Wettbewerbsvorteil des Kunden. • Fachexperten und Entwickler müssen während des Projektes täglich zusammenarbeiten. • Errichte Projekte rund um motivierte Individuen. Gib ihnen das Umfeld und die Unterstützung, die sie benötigen und vertraue darauf, dass sie die Aufgabe erledigen. • Die effizienteste und effektivste Methode, Informationen an und innerhalb eines Entwicklungsteams zu übermitteln, ist im Gespräch von Angesicht zu Angesicht. • Die Auftraggeber, Entwickler und Benutzer sollten ein gleichmäßiges Tempo auf unbegrenzte Zeit halten können. • Einfachheit – die Kunst, die Menge nicht getaner Arbeit zu maximieren – ist essenziell. • In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und passt sein Verhalten entsprechend an.
  • 5.
    5 Merkmale agiler Organisationen 1.Klare Vision 2. Anspruchsvolle Ziele 3. Klare Prioritäten 4. Erkennbarer Kundenfokus 5. Unternehmerischer Spirit 6. Funktionierende Organisationsstrukturen
  • 6.
    6 Gemeinsamkeiten agiler Arbeitsmethoden Ziele Flexibilität  Geschwindigkeit  Qualität Effekte  Transparenz  Visualisierung  Verbindlichkeit Kommunikation  Planung  Täglicher Austausch  Rückblick Prinzipien  Methodischer Rahmen  Zielvorgabe: Auftrag  Ablauf: Teamentscheidung
  • 7.
    7 Wo steht IhrUnternehmen in Sachen Agilität? nicht agil eher nicht agil eher agil sehr agil Unternehmens- größe <10 <100 <500 >500
  • 8.
    8 Agiles Arbeiten kenntviele Methoden •Scrum •Kanban •Design Thinking •Lean Start-Up •Agile Games •Retrospektiven •Agile Transitions •World-Cafe •Open Space •Real Time Strategic Change (RTSC) •Appreciative Inquiry (AI) •Serious Games •Systemische Organisationsentwicklung •Change-Management •Coaching-Kultur
  • 9.
    9 Die wichtigsten 3Methoden Regeln Rollen Routinen Kanban Kanban Board Moderator Tägliches Stand-Up Scrum Product Backlog Sprint Backlog Burndown Chart Product Owner Scrum Master Team Sprintplanung Tägliches Stand-Up Rückblick Design Thinking Zeit + Raum + Team Moderator Problem verstehen Prototyp bauen Testen
  • 10.
    10 Scrum: Komplexe Projekteorganisieren • Rollen: – Product Owner (Ergebnisverantwortlicher; priorisiert Aufgaben) – Scrum Master (Prozessverantwortlicher; kein Mitglied des Projektteams, keine Weisungsbefugnis) – Team (Umsetzer; entscheidet, welche vorgegebenen Elemente in der Phase realisiert werden sollen; zerlegt Anforderungen in Arbeitsaufgaben; trifft sich täglich; verpflichtet sich, das gesetzte Ziel zu erreichen; optimale Teamgröße: 7 +/- zwei, exklusive SM und PO) • Meetings: – Sprint Planning (Ziel- und Ressourcenplanung für 2 – 4 Wochen; nach jedem Spring liegt eine lauffähige Version des Produktes vor;) – Daily Meeting (Was habe ich in den letzten 24 Stunden erreicht? Was nehme ich mir für die nächsten 24 Stunden vor? An welchem Punkt kann ich Unterstützung gebrauchen?) – Sprint Review (vorgestellte Version wird vom Kunden geprüft; Änderungsanforderungen werden ins Product-Backlog eingefügt) – Retrospektive (Team reflektiert den zurückliegenden Projektabschnitt und leitet Maßnahmen für effizienteres Arbeiten ab) • Hilfsmittel – Product-Backlog, Sprint-Backlog, Burn-Down-Chart
  • 11.
    11 Kanban: Die täglicheArbeit steuern • Aufgabenfluss steuern • Aktuelle Aufgaben limitieren • Transparenz über alle Aufgaben des Teams • Abhängigkeiten sichtbar machen • Getane Arbeit würdigen Zu erledigen In Arbeit Erledigt Konkrete Aufgaben Thematisch sortieren Bearbeiter kenntlich machen Termine festhalten Regelmäßig leeren Nur gerade bearbeitete Aufgaben Täglich besprechen „Parkplatz“ vorhalten
  • 12.
    12 Design Thinking: Prototypenentwickeln • Mögliche Ausgangsfragen: – Wir haben das folgende Problem, lasst uns gemeinsam über eine Lösung nachdenken. – Wir haben eine bestimmte Technologie; wofür könnten wir sie einsetzen? – Unser Wettbewerber hat etwas auf den Markt gebracht; wie können wir das auch schnell realisieren? • Voraussetzungen: – Team + Raum + Methode • 6 Phasen: – Problem verstehen (=verfügbare Informationen aufnehmen) – Synthese bilden (=gesammelte Informationen verdichten und ordnen; zB Persona) – Ideen entwickeln (=Ideen generieren, sortieren, ausarbeiten) – Prototypen bauen (=funktionsfähig, gibt einen Eindruck von der Idee) – Testen – Weiterentwickeln
  • 13.
    13 Praxisbeispiele • Softwareentwicklung mitScrum • Büroorganisation mit Kanban • Produktentwicklung mit Design Thinking
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    14 Einstieg ins agileArbeiten Die fünf wichtigsten Schritte 1. Pilotprojekt oder –team identifizieren 2. Methode trainieren (1 Tag) 3. Ausprobieren (und nicht aufgeben) 4. Moderierte Retrospektive (2 Stunden) 5. Methode anpassen Die reine Verkündung der agilen Projektmethodik führt nicht zur Anwendung, sondern in den direkten Widerstand. Überzeugen Sie das Team vom Nutzen der Methode.
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