Mitglied der FHO Fachhochschule Ostschweiz
Zukunft von Bibliotheken in der
digitalen Informationsgesellschaft
Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler
Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft an
der HTW Chur
Stadtbücherei Frankfurt, 15. Mai 2014
Seite 1
Mitglied der FHO Fachhochschule Ostschweiz
Fragestellung
 Welche Bedeutung kommt der Bibliothek
als Ort in einer digitalen Umgebung zu?
 Welche Bedeutung haben neue Medien
und Inhalte für die Bibliothek?
 Welchen Einfluss haben diese
Entwicklungen auf Bibliotheken?
Seite 3
Neuinterpretation der
Grundaufgaben von Bibliotheken
Neuinterpretation der klassischen
Grundaufgaben von Bibliotheken und
Adaption an die Herausforderungen der
digitalen Informationsgesellschaft:
 Sammeln
 Archivieren
 Katalogisieren
 Bereitstellen
 Vermitteln
Seite 12
Grundaufgaben von Bibliotheken:
Sammeln
 Sammeln
 Beschaffung auch von elektronischen
Ressourcen, von neuen Medientypen
 Lizenzierung oder Kauf?
 Lizenzierung in Konsortien
 offene Inhalte
 Qualitätssicherung als Herausforderung
 Selektieren statt Sammeln
Seite 13
Trend: Bibliotheken befassen sich
mit Daten
 Klassische Bibliotheksaufgabe: Sammeln,
Katalogisieren, Bereitstellen von
publizierter Information
 Neu: auch von Daten
 Primärdaten (Forschungsdaten)
 Metadaten
 Aus der Anreicherung von Daten entsteht
Information
 Metadaten, Verknüpfungen (linked data)
Seite 14
Grundaufgaben: Archivierung
 Archivierung
 Neue Herausforderungen durch elektronische
Inhalte: digitale Langzeitarchivierung
 Archivierung von lizenzierten e-Ressourcen
 Archivierung von Forschungsdaten
 Wer ist zuständig? Verlage, Bibliotheken? IT-
Services von Unis?
 Herausforderung Kooperation: Know-How und
technische Infrastruktur
 Überregionale, nationale oder internationale
Zusammenarbeit. Beispiele: LOCKSS, Portico
Seite 15
Grundaufgabe: Katalogisierung
 Katalog traditionell als Inventar der Bibliothek
 Trend zur zentralen Katalogisierung
 Heute: Fremddatenübernahme
 Einspielung von Metadaten von E-Books-Paketen
in den Katalog
 Qualitätsproblematik
 Zukunft: Bibliothekssysteme in der Cloud
 WorldShare von OCLC oder Alma von ExLibris
 lokale Katalogisierung ist (eigentlich) nicht mehr nötig
Seite 16
Vom Bestand zum Angebot
 Wichtig ist nicht, ob die Bibliothek die
Inhalte besitzt, sondern dass sie diese den
Nutzern verfügbar macht
 Bestand ist sekundär (z.B. PDA)
 Suchmaschine statt Katalog
 Keine Katalogisierung, sondern Indexierung
der Information
 Neue Inhalte werden vermittelt
Seite 17
Semantisches Web
 Pflege der Ontologien für das semantische
Web als neue Aufgabe von Bibliotheken?
 Bibliothekskataloge werden durch
semantische Verknüpfungen ergänzt
 Publikation der Metadaten als Linked
Open Data
Seite 18
Neue Formate
 Grundlage dafür sind neue Standards für
die Erschliessung von Ressourcen (RDA,
BibFrame)
 Einführung dieser Standards läuft bereits
 Allerdings sind die Bibliothekssysteme noch
nicht wirklich bereit, die sich damit bietenden
Funktionen zu nutzen...
Seite 19
Anwendung des semantischen
Webs
 Linked Open Data Quellen
 Z.B. für Personen- und Autorennamen
 Z.T. aus Bibliotheken (GND)
 Verknüpfung einzelner Elemente
 Autor mit Werk, Titel/Ausgabe mit Werk
 Darstellung und Nutzung von
Beziehungen:
 Zu einer Buchausgabe wird z.B. auch eine
Verfilmung oder ein Hörbuch angezeigt
Seite 20
Grundaufgabe: Bereitstellung
 Elektronische Ressourcen mit besonderen
Herausforderungen:
 Urheberrechtliche Einschränkungen
 Restriktive Lizenzbestimmungen
 Technische Einschränkungen
 Hoher Preis
 Zum Teil eingeschränktes Angebot
 Zeitliche Verzögerung zwischen Freischaltung
des Zugangs und Bereitstellung im Katalog
Seite 21
Lösungsansatz: Open Access
 Freier Zugang zu Information für alle
 Problematik der Finanzierung
 Bereitstellung, Sicherung,
Publikationsunterstützung als Aufgaben
von Bibliotheken
 Verlage und AutorInnen müssen
mitspielen
 Trend: Open Content, Open Data etc.
Seite 22
E-Books vs gedruckte Bücher
 In Deutschland nutzen rund 20% E-Books
 E-Books machen ca. 10% des Umsatzes
im Buchhandel aus
 Studien zeigen: wer E-Books kauft (liest),
kauft (liest) auch viele Bücher
 Bis jetzt findet keine Verdrängung statt
Seite 23
E-Books in Bibliotheken
Wissenschaftlich
 Format: PDF
 Kein DRM
 Zugang beschränkt auf
Hochschulangehörige
 Vergleichbar mit E-
Zeitschriften
 Verschiedene Verlage
und Aggregatoren als
Anbieter
Öffentlich
 Format: EPUB
 DRM
 Temporärer Zugriff für
Bibliotheksnutzer
 Vergleichbar mit Buch-
Ausleihe
 Onleihe mit quasi
Monopol im deutschen
Sprachraum
Seite 24
Mobile Nutzung
 Herausforderung: Bereitstellung der
Inhalte auch für mobile Geräte
 Mehrzahl der Webzugriffe über mobile
Endgeräte (Smart-
phones, Tablets)
 Jugendliche: fast
100% Smartphones
Seite 25
http://www.kidsandmedia.co.uk/
MLibrary, die mobile Bibliothek
 Mobilfreundliche Websites
 Straffung der Inhalte
 Responsive Design
 Mobile Kataloge
 Inklusive Ausleihe,
Verwaltung Nutzerkonto etc.
 Ressourcen in
mobilfreundlichen
Formaten (EPUB)
Seite 26
http://www.lib.umich.edu/mobile-
technology/mlibrary-mobile
Bereitstellung: Digitalisierung
 Digitalisierung von Bibliotheksmaterialien
ist mittlerweile Routineaufgabe
 Vor allem in Bibliotheken mit Sonderbeständen
(alte Drucke, Bildarchiv etc.)
 Unterschiedliche Medientypen mit
unterschiedlichen Anforderungen
 Massendigitalisierung mit
(teil)automatisierten Workflows
 DigiCenters als Kompetenzzentren
Seite 27
Digitalisierungszentren
Seite 28http://www2.frog-blog.ch/digital-trends/retrodigitalisierung-in-der-praxis-wie-die-
zentralbibliothek-ihre-bestande-digitalisiert
Vermittlung
 Es genügt nicht, Information
bereitzustellen, sie muss aktiv an die
(potentiellen) Nutzer vermittelt werden
 nicht nur Marketing und PR
 Auch Vermittlung der Fähigkeiten, die es für
die sinnvolle Nutzung von Information braucht:
Informationskompetenz
Seite 29
Vermittlung: Angebote
 Neue Angebote von Bibliotheken:
 Schulungen
 Vermittlung von Kursen zur Förderung der
Medien-, Recherche- und Informations-
kompetenz
 Integration in Curricula (Unterricht an Schulen
und Hochschulen)
 Einführungen für weniger geübte Nutzer
Seite 30
Neue Formen der Vermittlung
 Einsatz neuer Methoden und
Technologien:
 Marketing:
 Blogs, soziale Medien
 Veranstaltungen
 Kulturevents, Leseförderung etc.
 Schulungen
 Webinare
 Screencasts
Seite 31
Soziale Medien – nicht nur Facebook
Herausforderung Mehrwert von
sozialen Medien
 Eine Facebook-Seite zu haben, genügt
nicht!
 Einbezug der Community ist wichtig, aber
nicht einfach
 Attraktive Inhalte, die zur Interaktion
einladen
 Blogs als Grundlage für Web 2.0
 Warum nicht NutzerInnen aktiv
einbeziehen?
Seite 33
Gaming und Games in Bibliotheken
 Games als fester Bestandteil der
Freizeitgestaltung von Jugendlichen
 Eltern und Erzieher skeptisch
 Rolle von Games für Bibliotheken
 Ergänzung Medienangebot
 Soziale Funktion von Games (Events)
 Unterhaltung
 Angebot für männliche Jugendlichen
 Jugendliche fühlen sich „wie zu Hause“
Seite 34
Gaming in der Nacht der
Bibliotheken
Seite 35
http://stadtbibliothekelsdorf.files.wordpress.com/2013/03/nacht-der-bibliothek-
092.jpg
Makerspaces
 Makerspaces sind Orte, an denen unter
Anleitung neue Technologien ausprobiert
werden können, um eigene Inhalte zu
kreieren
 Bibliotheken sehen darin eine Erweiterung
ihres Vermittlungsauftrags, aber auch
andere Institutionen bieten Makerspaces
oder FabLabs an.
Seite 36
Was wird in Makerspaces gemacht?
 3D-Modelle bauen und auf 3D-Printer
ausdrucken
 Videos produzieren und schneiden
 Musik machen, mischen, aufnehmen
 Progammieren mit einfachen Tools (Arduino)
 Bauen von Computern und Robotern mit
einfachen Mitteln (Rasberry Pi) etc.
 Nähen, Basteln uvm.
Seite 37
3D-Drucker im Makerspace der
Stadtbibliothek Köln
Seite 38
http://oebib.wordpress.com/2014/02/05/makerspace-die-stunde-der-macher-in-
der-stadtbibliothek-koln/
Neue Funktionen des Raums
 Zunahme der virtuellen Nutzung hat
Auswirkung auf Raum
 Zusammen mit neuen Aufgaben für die
Bibliotheken, da das traditionelle
Kerngeschäft der Ausleihe von Medien an
Bedeutung verliert
Seite 39
Konzept des Dritten Orts
 Eigenschaften eines Dritten Orts ("third
place“):
 Kostenlos oder günstig
 Essen und Trinken sind wichtig (aber nicht
zwingend)
 Zugänglichkeit: nah für viele (Gehdistanz)
 Einladend und bequem
 Neue und alte Freunde sind dort zu treffen
 Stammkunden einbeziehen
Seite 40
Seite 41
http://developingadeveloper.wordpress.com/2012/03/15/where-is-your-
third-place/
Bibliothek als «Dritter Ort»
 Die Bibliothek als sozialer Treffpunkt für
Menschen aller Generationen und aus
verschiedenen Kulturen
 Bibliothek übernimmt gesellschaftliche
Aufgaben
 Medienbestand stellt Werkzeug dar
 Bibliothek als gesellschaftliche Einrichtung
42
Aufgaben Bibliotheksbau und -raum
 Raum muss einladend sein
 Platz bieten für andere Aktivitäten
 Platz bieten zum gemütlichen Verweilen
 Café
 Lounge zum Zeitschriften Lesen
Seite 43
Neuer Trend?
Seite 44
Nutzerorientierung: Zonen
 Bibliotheksraum wird in Zonen gegliedert,
je nach Bedürfnissen von Zielgruppen
oder Nutzungsformen
 Stille Zonen zum Lesen und Studieren
 Gruppenarbeitsplätze zum Diskutieren in
Gruppen
 Laute Zonen zum Spielen, Reden
 Akustik als Herausforderung an den
Bibliotheksbau!
Seite 45
Zonierung in Bibliotheken
Seite 46http://modelprogrammer.kulturstyrelsen.dk/en/design-challenges/library-
zones/#.U2SmvF4kHZE
Neue Aufgaben – neue
Raumfunktionen
 neue Raumstrukturen:
 Makerspaces – ein Labor mit entsprechender
Infrastruktur
 Vermittlungsaktivitäten: Events benötigen freie
Flächen, ev. durch mobile Möblierung
temporär zu schaffen
 Infrastruktur für neue Medien und neue
Technologien
 Virtuelle Angebote sichtbar machen
Seite 47
Quellentaucher
Seite 48
Landmark Libraries
 Stararchitekten haben Bibliothek entdeckt
 Funktion steht nicht immer im Vordergrund
Seite 49
Last but not least: neue
Technologien
 Der Einfluss neuer Technologien ist
schwer vorherzusagen
 Nutzererwartungen verändern sich sehr
schnell
 Nutzer bringen veränderte Gewohnheiten
mit in die Bibliothek
Seite 50
Auswahl neuer Technologien und
möglicher Einsatz in Bibliotheken
 Augmented Reality
 Indoor Navigation, virtuelle Führungen
 NFC, nearfield communication
 Selbstverbuchung, Navigation
 Wearables (Google Glass, iWatch etc.)
 Internet wird noch mobiler
 Neue Interfaces
 Multitouch-Tische
Seite 51
Neue Technologien (2)
 Tablets
 Ausleihe, Bereitstellung mit Inhalten,
Schulungen
 Enhanced E-Books
 Selbst produzierte interaktive Lehrbücher
 Unterstützung bei Produktion und
Bereitstellung
 Internet of Things
 RFID, QR-Codes
Seite 52
Fazit
 Bibliotheken müssen sich ständig wandeln
und weiterentwickeln
 Neue Aufgaben auf der Grundlage der
klassischen Funktionen und der
Nutzerbedürfnisse entwickeln
 Stärker zusammenarbeiten und
Infrastruktur gemeinsam betreiben
 Bedarf an Weiter-/Fortbildung ist hoch!
Seite 53
Die Bibliothek der Zukunft...
 Ist gemütlicher Treffpunkt
 Ist Zentrum des Kultur- und Bildungslebens
 Bietet vielfältige Informationsversorgung und
viele Dienstleistungen drum herum:
 Beratung, Events, Lesungen, Ausstellungen,
Kurse, Schulungen
 Bietet Raum zum Entdecken, Lernen und für
kreative Aktivitäten
 Bietet Unterstützung bei der Nutzung neuer
Technologien
Seite 54
Mitglied der FHO Fachhochschule Ostschweiz Seite 55
Vielen Dank für die
Aufmerksamkeit!
Feedback oder Fragen an
rudolf.mumenthaler@htwchur.ch
www.ruedimumenthaler.ch

Zukunft von Bibliotheken in der digitalen Informationsgesellschaft

  • 1.
    Mitglied der FHOFachhochschule Ostschweiz Zukunft von Bibliotheken in der digitalen Informationsgesellschaft Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft an der HTW Chur Stadtbücherei Frankfurt, 15. Mai 2014 Seite 1
  • 2.
    Mitglied der FHOFachhochschule Ostschweiz
  • 3.
    Fragestellung  Welche Bedeutungkommt der Bibliothek als Ort in einer digitalen Umgebung zu?  Welche Bedeutung haben neue Medien und Inhalte für die Bibliothek?  Welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf Bibliotheken? Seite 3
  • 4.
    Neuinterpretation der Grundaufgaben vonBibliotheken Neuinterpretation der klassischen Grundaufgaben von Bibliotheken und Adaption an die Herausforderungen der digitalen Informationsgesellschaft:  Sammeln  Archivieren  Katalogisieren  Bereitstellen  Vermitteln Seite 12
  • 5.
    Grundaufgaben von Bibliotheken: Sammeln Sammeln  Beschaffung auch von elektronischen Ressourcen, von neuen Medientypen  Lizenzierung oder Kauf?  Lizenzierung in Konsortien  offene Inhalte  Qualitätssicherung als Herausforderung  Selektieren statt Sammeln Seite 13
  • 6.
    Trend: Bibliotheken befassensich mit Daten  Klassische Bibliotheksaufgabe: Sammeln, Katalogisieren, Bereitstellen von publizierter Information  Neu: auch von Daten  Primärdaten (Forschungsdaten)  Metadaten  Aus der Anreicherung von Daten entsteht Information  Metadaten, Verknüpfungen (linked data) Seite 14
  • 7.
    Grundaufgaben: Archivierung  Archivierung Neue Herausforderungen durch elektronische Inhalte: digitale Langzeitarchivierung  Archivierung von lizenzierten e-Ressourcen  Archivierung von Forschungsdaten  Wer ist zuständig? Verlage, Bibliotheken? IT- Services von Unis?  Herausforderung Kooperation: Know-How und technische Infrastruktur  Überregionale, nationale oder internationale Zusammenarbeit. Beispiele: LOCKSS, Portico Seite 15
  • 8.
    Grundaufgabe: Katalogisierung  Katalogtraditionell als Inventar der Bibliothek  Trend zur zentralen Katalogisierung  Heute: Fremddatenübernahme  Einspielung von Metadaten von E-Books-Paketen in den Katalog  Qualitätsproblematik  Zukunft: Bibliothekssysteme in der Cloud  WorldShare von OCLC oder Alma von ExLibris  lokale Katalogisierung ist (eigentlich) nicht mehr nötig Seite 16
  • 9.
    Vom Bestand zumAngebot  Wichtig ist nicht, ob die Bibliothek die Inhalte besitzt, sondern dass sie diese den Nutzern verfügbar macht  Bestand ist sekundär (z.B. PDA)  Suchmaschine statt Katalog  Keine Katalogisierung, sondern Indexierung der Information  Neue Inhalte werden vermittelt Seite 17
  • 10.
    Semantisches Web  Pflegeder Ontologien für das semantische Web als neue Aufgabe von Bibliotheken?  Bibliothekskataloge werden durch semantische Verknüpfungen ergänzt  Publikation der Metadaten als Linked Open Data Seite 18
  • 11.
    Neue Formate  Grundlagedafür sind neue Standards für die Erschliessung von Ressourcen (RDA, BibFrame)  Einführung dieser Standards läuft bereits  Allerdings sind die Bibliothekssysteme noch nicht wirklich bereit, die sich damit bietenden Funktionen zu nutzen... Seite 19
  • 12.
    Anwendung des semantischen Webs Linked Open Data Quellen  Z.B. für Personen- und Autorennamen  Z.T. aus Bibliotheken (GND)  Verknüpfung einzelner Elemente  Autor mit Werk, Titel/Ausgabe mit Werk  Darstellung und Nutzung von Beziehungen:  Zu einer Buchausgabe wird z.B. auch eine Verfilmung oder ein Hörbuch angezeigt Seite 20
  • 13.
    Grundaufgabe: Bereitstellung  ElektronischeRessourcen mit besonderen Herausforderungen:  Urheberrechtliche Einschränkungen  Restriktive Lizenzbestimmungen  Technische Einschränkungen  Hoher Preis  Zum Teil eingeschränktes Angebot  Zeitliche Verzögerung zwischen Freischaltung des Zugangs und Bereitstellung im Katalog Seite 21
  • 14.
    Lösungsansatz: Open Access Freier Zugang zu Information für alle  Problematik der Finanzierung  Bereitstellung, Sicherung, Publikationsunterstützung als Aufgaben von Bibliotheken  Verlage und AutorInnen müssen mitspielen  Trend: Open Content, Open Data etc. Seite 22
  • 15.
    E-Books vs gedruckteBücher  In Deutschland nutzen rund 20% E-Books  E-Books machen ca. 10% des Umsatzes im Buchhandel aus  Studien zeigen: wer E-Books kauft (liest), kauft (liest) auch viele Bücher  Bis jetzt findet keine Verdrängung statt Seite 23
  • 16.
    E-Books in Bibliotheken Wissenschaftlich Format: PDF  Kein DRM  Zugang beschränkt auf Hochschulangehörige  Vergleichbar mit E- Zeitschriften  Verschiedene Verlage und Aggregatoren als Anbieter Öffentlich  Format: EPUB  DRM  Temporärer Zugriff für Bibliotheksnutzer  Vergleichbar mit Buch- Ausleihe  Onleihe mit quasi Monopol im deutschen Sprachraum Seite 24
  • 17.
    Mobile Nutzung  Herausforderung:Bereitstellung der Inhalte auch für mobile Geräte  Mehrzahl der Webzugriffe über mobile Endgeräte (Smart- phones, Tablets)  Jugendliche: fast 100% Smartphones Seite 25 http://www.kidsandmedia.co.uk/
  • 18.
    MLibrary, die mobileBibliothek  Mobilfreundliche Websites  Straffung der Inhalte  Responsive Design  Mobile Kataloge  Inklusive Ausleihe, Verwaltung Nutzerkonto etc.  Ressourcen in mobilfreundlichen Formaten (EPUB) Seite 26 http://www.lib.umich.edu/mobile- technology/mlibrary-mobile
  • 19.
    Bereitstellung: Digitalisierung  Digitalisierungvon Bibliotheksmaterialien ist mittlerweile Routineaufgabe  Vor allem in Bibliotheken mit Sonderbeständen (alte Drucke, Bildarchiv etc.)  Unterschiedliche Medientypen mit unterschiedlichen Anforderungen  Massendigitalisierung mit (teil)automatisierten Workflows  DigiCenters als Kompetenzzentren Seite 27
  • 20.
  • 21.
    Vermittlung  Es genügtnicht, Information bereitzustellen, sie muss aktiv an die (potentiellen) Nutzer vermittelt werden  nicht nur Marketing und PR  Auch Vermittlung der Fähigkeiten, die es für die sinnvolle Nutzung von Information braucht: Informationskompetenz Seite 29
  • 22.
    Vermittlung: Angebote  NeueAngebote von Bibliotheken:  Schulungen  Vermittlung von Kursen zur Förderung der Medien-, Recherche- und Informations- kompetenz  Integration in Curricula (Unterricht an Schulen und Hochschulen)  Einführungen für weniger geübte Nutzer Seite 30
  • 23.
    Neue Formen derVermittlung  Einsatz neuer Methoden und Technologien:  Marketing:  Blogs, soziale Medien  Veranstaltungen  Kulturevents, Leseförderung etc.  Schulungen  Webinare  Screencasts Seite 31
  • 24.
    Soziale Medien –nicht nur Facebook
  • 25.
    Herausforderung Mehrwert von sozialenMedien  Eine Facebook-Seite zu haben, genügt nicht!  Einbezug der Community ist wichtig, aber nicht einfach  Attraktive Inhalte, die zur Interaktion einladen  Blogs als Grundlage für Web 2.0  Warum nicht NutzerInnen aktiv einbeziehen? Seite 33
  • 26.
    Gaming und Gamesin Bibliotheken  Games als fester Bestandteil der Freizeitgestaltung von Jugendlichen  Eltern und Erzieher skeptisch  Rolle von Games für Bibliotheken  Ergänzung Medienangebot  Soziale Funktion von Games (Events)  Unterhaltung  Angebot für männliche Jugendlichen  Jugendliche fühlen sich „wie zu Hause“ Seite 34
  • 27.
    Gaming in derNacht der Bibliotheken Seite 35 http://stadtbibliothekelsdorf.files.wordpress.com/2013/03/nacht-der-bibliothek- 092.jpg
  • 28.
    Makerspaces  Makerspaces sindOrte, an denen unter Anleitung neue Technologien ausprobiert werden können, um eigene Inhalte zu kreieren  Bibliotheken sehen darin eine Erweiterung ihres Vermittlungsauftrags, aber auch andere Institutionen bieten Makerspaces oder FabLabs an. Seite 36
  • 29.
    Was wird inMakerspaces gemacht?  3D-Modelle bauen und auf 3D-Printer ausdrucken  Videos produzieren und schneiden  Musik machen, mischen, aufnehmen  Progammieren mit einfachen Tools (Arduino)  Bauen von Computern und Robotern mit einfachen Mitteln (Rasberry Pi) etc.  Nähen, Basteln uvm. Seite 37
  • 30.
    3D-Drucker im Makerspaceder Stadtbibliothek Köln Seite 38 http://oebib.wordpress.com/2014/02/05/makerspace-die-stunde-der-macher-in- der-stadtbibliothek-koln/
  • 31.
    Neue Funktionen desRaums  Zunahme der virtuellen Nutzung hat Auswirkung auf Raum  Zusammen mit neuen Aufgaben für die Bibliotheken, da das traditionelle Kerngeschäft der Ausleihe von Medien an Bedeutung verliert Seite 39
  • 32.
    Konzept des DrittenOrts  Eigenschaften eines Dritten Orts ("third place“):  Kostenlos oder günstig  Essen und Trinken sind wichtig (aber nicht zwingend)  Zugänglichkeit: nah für viele (Gehdistanz)  Einladend und bequem  Neue und alte Freunde sind dort zu treffen  Stammkunden einbeziehen Seite 40
  • 33.
  • 34.
    Bibliothek als «DritterOrt»  Die Bibliothek als sozialer Treffpunkt für Menschen aller Generationen und aus verschiedenen Kulturen  Bibliothek übernimmt gesellschaftliche Aufgaben  Medienbestand stellt Werkzeug dar  Bibliothek als gesellschaftliche Einrichtung 42
  • 35.
    Aufgaben Bibliotheksbau und-raum  Raum muss einladend sein  Platz bieten für andere Aktivitäten  Platz bieten zum gemütlichen Verweilen  Café  Lounge zum Zeitschriften Lesen Seite 43
  • 36.
  • 37.
    Nutzerorientierung: Zonen  Bibliotheksraumwird in Zonen gegliedert, je nach Bedürfnissen von Zielgruppen oder Nutzungsformen  Stille Zonen zum Lesen und Studieren  Gruppenarbeitsplätze zum Diskutieren in Gruppen  Laute Zonen zum Spielen, Reden  Akustik als Herausforderung an den Bibliotheksbau! Seite 45
  • 38.
    Zonierung in Bibliotheken Seite46http://modelprogrammer.kulturstyrelsen.dk/en/design-challenges/library- zones/#.U2SmvF4kHZE
  • 39.
    Neue Aufgaben –neue Raumfunktionen  neue Raumstrukturen:  Makerspaces – ein Labor mit entsprechender Infrastruktur  Vermittlungsaktivitäten: Events benötigen freie Flächen, ev. durch mobile Möblierung temporär zu schaffen  Infrastruktur für neue Medien und neue Technologien  Virtuelle Angebote sichtbar machen Seite 47
  • 40.
  • 41.
    Landmark Libraries  Stararchitektenhaben Bibliothek entdeckt  Funktion steht nicht immer im Vordergrund Seite 49
  • 42.
    Last but notleast: neue Technologien  Der Einfluss neuer Technologien ist schwer vorherzusagen  Nutzererwartungen verändern sich sehr schnell  Nutzer bringen veränderte Gewohnheiten mit in die Bibliothek Seite 50
  • 43.
    Auswahl neuer Technologienund möglicher Einsatz in Bibliotheken  Augmented Reality  Indoor Navigation, virtuelle Führungen  NFC, nearfield communication  Selbstverbuchung, Navigation  Wearables (Google Glass, iWatch etc.)  Internet wird noch mobiler  Neue Interfaces  Multitouch-Tische Seite 51
  • 44.
    Neue Technologien (2) Tablets  Ausleihe, Bereitstellung mit Inhalten, Schulungen  Enhanced E-Books  Selbst produzierte interaktive Lehrbücher  Unterstützung bei Produktion und Bereitstellung  Internet of Things  RFID, QR-Codes Seite 52
  • 45.
    Fazit  Bibliotheken müssensich ständig wandeln und weiterentwickeln  Neue Aufgaben auf der Grundlage der klassischen Funktionen und der Nutzerbedürfnisse entwickeln  Stärker zusammenarbeiten und Infrastruktur gemeinsam betreiben  Bedarf an Weiter-/Fortbildung ist hoch! Seite 53
  • 46.
    Die Bibliothek derZukunft...  Ist gemütlicher Treffpunkt  Ist Zentrum des Kultur- und Bildungslebens  Bietet vielfältige Informationsversorgung und viele Dienstleistungen drum herum:  Beratung, Events, Lesungen, Ausstellungen, Kurse, Schulungen  Bietet Raum zum Entdecken, Lernen und für kreative Aktivitäten  Bietet Unterstützung bei der Nutzung neuer Technologien Seite 54
  • 47.
    Mitglied der FHOFachhochschule Ostschweiz Seite 55 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Feedback oder Fragen an rudolf.mumenthaler@htwchur.ch www.ruedimumenthaler.ch