Partizipation in Bibliotheken als gesellschaftliche Aufgabe?

Rudolf Mumenthaler
Rudolf MumenthalerDirektor at Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern um Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern
Partizipation in Bibliotheken als
gesellschaftliche Aufgabe?
Zwischenbericht von einem internationalen
Forschungsprojekt
FHO Fachhochschule Ostschweiz
Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler, Dr. Karsten Schuldt
1. ALMPUB (das Projekt)
2. «Übersetzungsproblem» für die Schweiz
3. Survey
4. Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
5. Weiteres Vorgehen
6. Reflexion: Internationale Zusammenarbeit
1
Agenda
• Forschungsprojekt ALMPUB (Archives, Libraries, Museums, Digitalization and the Public Sphere)
• Finanziert vom Norwegische Forschungsrat (Äquivalent zum Schweizerischen Nationalfonds,
Deutsche Forschungsgemeinschaft)
• Forderte eine internationale Beteiligung
• Lead: Departement of Archival, Library and Information Science, Oslo and Akershus University
College (Oslo)
• Teilnehmende aus: Norwegen, Dänemark, Deutschland, Schweden, Finnland, Schweiz, Ungarn, USA
• https://almpub.wordpress.com/about/
• Als Aktivität im Network on Libraries in Urban Space:
http://nlus.eu
(ein Antrag auf EU-Förderung wurde übrigens abgelehnt)
2
ALMPUB
• Im Projekt soll die Auswirkung der Digitalisierung auf die Rolle und Aufgaben von Bibliotheken, Archiven
und Museen als öffentliche Institutionen untersucht werden.
• Folgende Forschungsfragen stehen im Zentrum:
• Wie verändert die Digitalisierung die Rolle von Bibliotheken, Archiven und Museen als Infrastrukturen
für einen offenen und aufgeklärten öffentlichen Diskurs?
• Wie können Bibliotheken, Archive und Museen die digitalen Ressourcen durch die Partizipation von
Nutzerinnen und Nutzern anreichern?
• In welcher Form können Beiträge von Nutzerinnen und Nutzern einen offenen und aufgeklärten
öffentlichen Diskurs erleichtern?
3
Ziel und Forschungsfragen von ALMPUB
• Auswertung von Bibliotheksgesetzen, Policies, Strategien; Literaturanalyse
• Welche Rolle ist für Öffentliche Bibliotheken vorgesehen bzw. erwünscht?
• Repräsentative Umfrage in allen teilnehmenden Ländern
• Wie sieht die Bevölkerung (NutzerInnen und NichtnutzerInnen) die Rolle von Bibliotheken, Archiven
und Museen?
• Wie nutzt die Bevölkerung diese Institutionen? Wofür?
• Wie hat sich die Nutzung in jüngster Zeit verändert?
• Case Studies in ausgewählten Institutionen
• Dauer: Ende 2016-2019
• Alle Fragen werden vergleichend in den teilnehmenden Ländern untersucht
• Dadurch stellen sich grundsätzliche Fragen
4
Vorgehen, Forschungsplan
«Article 100 of the Norwegian Constitution specifies the responsibility of the state
authorities to facilitate ‘open and enlightened public discourse’. This ‘infrastructure
requirement’ affirms the duty of the state to support the development of cultural
institutions as a means of promoting freedom of expression. It is premised on a
deliberative view of democracy that emphasizes the ideal of the public sphere as
an arena for inclusive democratic participation. In accordance with the
infrastructure requirement, an essential goal of cultural policy is to ensure that the
people enjoy the greatest possible access to information and cultural expression
through independent cultural institutions (‘open’). It also stipulates that cultural
policy should contribute to enhancing the quality of communication in the public
sphere as an arena of collective truth seeking (‘enlightened’).»
5
Aus dem Forschungsantrag
• Der Antrag (und das norwegische Bibliotheksgesetz) gehen vom Modell der «deliberativen Demokratie»
(Habermas) aus
• Funktionierende Demokratie wird begriffen als freier, öffentlicher Diskurs über Themen der
Allgemeinheit
• Entscheidungen werden im öffentlichen, akzeptierenden Diskurs getroffen
•  Bibliotheken würden / sollen dabei eine Rolle spielen (z.B. Bühne öffentlicher Diskussion)
• In der Schweiz (und in Deutschland) gibt es diesen Anspruch nicht
• Demokratie wird als Ermöglichung von Freiheit («negative Freiheit, d.h. Freiheit von etwas»)
verstanden und in Gesetzen umgesetzt
• Recherche nach Policies (Gesetzen, Reglementen etc.) zeigt, dass Bibliotheken keine Aufgabe als
Teil einer «deliberativen Demokratie» zugeschrieben wird
•  Ist die Vorstellung falsch?
6
«Übersetzungsprobleme»
• In Skandinavien (Norwegen, Dänemark) regeln Bibliotheksgesetze die Rolle und Aufgabe von Bibliotheken
national
• In der Schweiz sind Bildung und Kultur keine Bundesaufgaben, sondern klar Aufgaben der Gemeinden
und Kantone
• Es gibt entsprechend keine nationalen Gesetze in diesem Bereich, auch nicht für Bibliotheken
• Bibliotheksgesetze gibt es in einzelnen (wenigen) Kantonen
• Und diese wenigen Gesetze formulieren in der Regel nur allgemeine Rahmenbedingungen
• Zwischenfazit: die Übersetzung der Fragestellungen auf schweizerische (oder deutsche) Verhältnisse ist
nicht einfach. Ein direkter Vergleich ist kaum möglich.
7
«Übersetzungsprobleme» (2)
• Hintergrund der Befragten (Wohnort, Ausbildung, Beruf, Werte, Einstellungen)
• Fragen zur Mediennutzung und von Internetdiensten
• Politische Aktivitäten (v.a. Partizipation), gesellschaftliches Engagement
• Rolle der öffentlichen Bibliotheken und der Archive und Museen
• Wahrnehmung von Veränderungen
• Nutzung von Bibliotheken, Archiven, Museen (physisch, elektronisch)
• Wird parallel von Marktforschungsunternehmen in den beteiligten Ländern mehrsprachig durchgeführt
• Durchführung im Juni 2017 geplant
8
Vorgehen Survey als repräsentative Umfrage
• Zwei Bachelorarbeiten 2017 zum Themenbereich (Philippe Tanner, Silvana Tadic)
• «Partizipation» wird allgemein heruntergebrochen auf lokale Beteiligung
• Eher «Mitgestaltung innerhalb enger vorgegebener Strukturen» und weniger «Umgestaltung, Einfluss
auf die Strukturen»
• Umfrage (Tanner)
• Bibliotheken: Als Thema nicht unbekannt, aber auch nicht drängend
• In Projekten teilweise umgesetzt
• Vor allem als Ergänzung zu bestehenden Prozessen (Neubau, Umgestaltung) genutzt, eher als
«Input» (Ideen einreichen, Vorschläge machen), wenig als Beteiligung an Entscheidungen
• «Macht» bleibt bei der Bibliothek
• Laufendes Seminar zu Partizipation in Bibliotheken
• Ergebnisse noch ausstehend
9
Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
10
Ergebnis Umfrage BT Tanner
Befragung bei Schweizer Öffentlichen Bibliotheken (n=39)
11
Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
• Vergleich zwischen Gedächtnisinstitutionen (Tadic)
• In Museen scheint «Partizipation» eher thematisiert
• Auch da vor allem «Mitmachen» in schon strukturierten Ausstellungen, weniger Treffen von
Entscheidungen
• Fokus auf „user generated content“: einzelne Crowdsourcing-Aktivitäten
• Möglichkeiten und Umsetzung unterscheiden sich massiv zwischen Museen, Archiven, Bibliotheken
• Bibliotheken in der Schweiz agieren nicht als Agenten im Modell der «deliberativen Demokratie»
• Kein Anspruch, Bühne öffentlichen Diskurses zu sein
•  deshalb auch keine Strukturen in diese Richtung
• Wäre das nicht sinnvoll gerade in einer direkten Demokratie?
• In der Bibliothekspraxis wird Partizipation vor allem als «Einbringen» umgesetzt, nicht als Teil von Macht
(Entscheidungen treffen)
• Eher «kundennahe Entscheidungen» suchen, als «Demokratie ermöglichen»
• Zudem besteht eine gewisse Zurückhaltung der Institutionen, die Verantwortung aus der Hand zu
geben, was die Voraussetzung für eigentliche Partizipation ist
• Bibliothek (Archiv, Museum) wird als Institution verstanden, welche Dienstleistungen für die
Allgemeinheit erbringt
• Es ist ihr Auftrag, diese so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten
• Kritik: Ist dies nicht bloss Scheinpartizipation?
12
Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
• Auf der Basis französischer Vorbilder testen, ob und wie Veranstaltungen mit partizipativen Ansätzen in
schweizerischen Bibliotheken überhaupt funktionieren können
•  These: In der schweizerischen Gesellschaft wird eher eine «liberale Demokratie» (Freiheit von,
weniger Freiheit zu) gelebt als eine deliberative. Das schlägt sich auch darauf nieder, wie Partizipation
in Bibliotheken funktionieren kann. (Dinge machen zu dürfen, weniger über Dinge entscheiden.)
•  Form: Experimente, die beobachtet und ausgewertet werden. Wie weit sind Bibliotheken bereit zu
gehen?
• Welche Wirkung haben entsprechende Aktivitäten?
• Dies könnte der Schweizer Beitrag zu den Case Studies im Rahmen von ALMPUB sein.
13
Weiteres Vorgehen
• Klingt gut, wird oft gefordert
• In der Praxis
• Deutlich werden die unterschiedlichen Konzepte, die man sich von der gleichen Sache macht
• Deutlich werden nationale Traditionen in Forschung (Fragen, Themen, Wissensbestände, Methoden)
und Institutionen (Was ist eine Bibliothek? Was ist ihre Aufgabe?)
• Deutlich werden unterschiedliche Formen der Institutionen (Was ist die Aufgabe von Hochschulen?
Wie wird Forschung finanziert?)
• Öffnet den Blick dafür, was man als gegeben annimmt
• Vergleichbare Ergebnisse benötigen mehr Zeit in der Planung (Klärung: Was ist eigentlich die Frage, wie
ist die für verschiedene Kontexte zu formulieren?). Lead eines Landes geht über die Kontexte in den
anderen Ländern hinweg
14
Reflexion: Internationale Zusammenarbeit
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
FHO Fachhochschule Ostschweiz
1 von 16

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  • 1. Partizipation in Bibliotheken als gesellschaftliche Aufgabe? Zwischenbericht von einem internationalen Forschungsprojekt FHO Fachhochschule Ostschweiz Prof. Dr. Rudolf Mumenthaler, Dr. Karsten Schuldt
  • 2. 1. ALMPUB (das Projekt) 2. «Übersetzungsproblem» für die Schweiz 3. Survey 4. Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)? 5. Weiteres Vorgehen 6. Reflexion: Internationale Zusammenarbeit 1 Agenda
  • 3. • Forschungsprojekt ALMPUB (Archives, Libraries, Museums, Digitalization and the Public Sphere) • Finanziert vom Norwegische Forschungsrat (Äquivalent zum Schweizerischen Nationalfonds, Deutsche Forschungsgemeinschaft) • Forderte eine internationale Beteiligung • Lead: Departement of Archival, Library and Information Science, Oslo and Akershus University College (Oslo) • Teilnehmende aus: Norwegen, Dänemark, Deutschland, Schweden, Finnland, Schweiz, Ungarn, USA • https://almpub.wordpress.com/about/ • Als Aktivität im Network on Libraries in Urban Space: http://nlus.eu (ein Antrag auf EU-Förderung wurde übrigens abgelehnt) 2 ALMPUB
  • 4. • Im Projekt soll die Auswirkung der Digitalisierung auf die Rolle und Aufgaben von Bibliotheken, Archiven und Museen als öffentliche Institutionen untersucht werden. • Folgende Forschungsfragen stehen im Zentrum: • Wie verändert die Digitalisierung die Rolle von Bibliotheken, Archiven und Museen als Infrastrukturen für einen offenen und aufgeklärten öffentlichen Diskurs? • Wie können Bibliotheken, Archive und Museen die digitalen Ressourcen durch die Partizipation von Nutzerinnen und Nutzern anreichern? • In welcher Form können Beiträge von Nutzerinnen und Nutzern einen offenen und aufgeklärten öffentlichen Diskurs erleichtern? 3 Ziel und Forschungsfragen von ALMPUB
  • 5. • Auswertung von Bibliotheksgesetzen, Policies, Strategien; Literaturanalyse • Welche Rolle ist für Öffentliche Bibliotheken vorgesehen bzw. erwünscht? • Repräsentative Umfrage in allen teilnehmenden Ländern • Wie sieht die Bevölkerung (NutzerInnen und NichtnutzerInnen) die Rolle von Bibliotheken, Archiven und Museen? • Wie nutzt die Bevölkerung diese Institutionen? Wofür? • Wie hat sich die Nutzung in jüngster Zeit verändert? • Case Studies in ausgewählten Institutionen • Dauer: Ende 2016-2019 • Alle Fragen werden vergleichend in den teilnehmenden Ländern untersucht • Dadurch stellen sich grundsätzliche Fragen 4 Vorgehen, Forschungsplan
  • 6. «Article 100 of the Norwegian Constitution specifies the responsibility of the state authorities to facilitate ‘open and enlightened public discourse’. This ‘infrastructure requirement’ affirms the duty of the state to support the development of cultural institutions as a means of promoting freedom of expression. It is premised on a deliberative view of democracy that emphasizes the ideal of the public sphere as an arena for inclusive democratic participation. In accordance with the infrastructure requirement, an essential goal of cultural policy is to ensure that the people enjoy the greatest possible access to information and cultural expression through independent cultural institutions (‘open’). It also stipulates that cultural policy should contribute to enhancing the quality of communication in the public sphere as an arena of collective truth seeking (‘enlightened’).» 5 Aus dem Forschungsantrag
  • 7. • Der Antrag (und das norwegische Bibliotheksgesetz) gehen vom Modell der «deliberativen Demokratie» (Habermas) aus • Funktionierende Demokratie wird begriffen als freier, öffentlicher Diskurs über Themen der Allgemeinheit • Entscheidungen werden im öffentlichen, akzeptierenden Diskurs getroffen •  Bibliotheken würden / sollen dabei eine Rolle spielen (z.B. Bühne öffentlicher Diskussion) • In der Schweiz (und in Deutschland) gibt es diesen Anspruch nicht • Demokratie wird als Ermöglichung von Freiheit («negative Freiheit, d.h. Freiheit von etwas») verstanden und in Gesetzen umgesetzt • Recherche nach Policies (Gesetzen, Reglementen etc.) zeigt, dass Bibliotheken keine Aufgabe als Teil einer «deliberativen Demokratie» zugeschrieben wird •  Ist die Vorstellung falsch? 6 «Übersetzungsprobleme»
  • 8. • In Skandinavien (Norwegen, Dänemark) regeln Bibliotheksgesetze die Rolle und Aufgabe von Bibliotheken national • In der Schweiz sind Bildung und Kultur keine Bundesaufgaben, sondern klar Aufgaben der Gemeinden und Kantone • Es gibt entsprechend keine nationalen Gesetze in diesem Bereich, auch nicht für Bibliotheken • Bibliotheksgesetze gibt es in einzelnen (wenigen) Kantonen • Und diese wenigen Gesetze formulieren in der Regel nur allgemeine Rahmenbedingungen • Zwischenfazit: die Übersetzung der Fragestellungen auf schweizerische (oder deutsche) Verhältnisse ist nicht einfach. Ein direkter Vergleich ist kaum möglich. 7 «Übersetzungsprobleme» (2)
  • 9. • Hintergrund der Befragten (Wohnort, Ausbildung, Beruf, Werte, Einstellungen) • Fragen zur Mediennutzung und von Internetdiensten • Politische Aktivitäten (v.a. Partizipation), gesellschaftliches Engagement • Rolle der öffentlichen Bibliotheken und der Archive und Museen • Wahrnehmung von Veränderungen • Nutzung von Bibliotheken, Archiven, Museen (physisch, elektronisch) • Wird parallel von Marktforschungsunternehmen in den beteiligten Ländern mehrsprachig durchgeführt • Durchführung im Juni 2017 geplant 8 Vorgehen Survey als repräsentative Umfrage
  • 10. • Zwei Bachelorarbeiten 2017 zum Themenbereich (Philippe Tanner, Silvana Tadic) • «Partizipation» wird allgemein heruntergebrochen auf lokale Beteiligung • Eher «Mitgestaltung innerhalb enger vorgegebener Strukturen» und weniger «Umgestaltung, Einfluss auf die Strukturen» • Umfrage (Tanner) • Bibliotheken: Als Thema nicht unbekannt, aber auch nicht drängend • In Projekten teilweise umgesetzt • Vor allem als Ergänzung zu bestehenden Prozessen (Neubau, Umgestaltung) genutzt, eher als «Input» (Ideen einreichen, Vorschläge machen), wenig als Beteiligung an Entscheidungen • «Macht» bleibt bei der Bibliothek • Laufendes Seminar zu Partizipation in Bibliotheken • Ergebnisse noch ausstehend 9 Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
  • 11. 10 Ergebnis Umfrage BT Tanner Befragung bei Schweizer Öffentlichen Bibliotheken (n=39)
  • 12. 11 Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)? • Vergleich zwischen Gedächtnisinstitutionen (Tadic) • In Museen scheint «Partizipation» eher thematisiert • Auch da vor allem «Mitmachen» in schon strukturierten Ausstellungen, weniger Treffen von Entscheidungen • Fokus auf „user generated content“: einzelne Crowdsourcing-Aktivitäten • Möglichkeiten und Umsetzung unterscheiden sich massiv zwischen Museen, Archiven, Bibliotheken
  • 13. • Bibliotheken in der Schweiz agieren nicht als Agenten im Modell der «deliberativen Demokratie» • Kein Anspruch, Bühne öffentlichen Diskurses zu sein •  deshalb auch keine Strukturen in diese Richtung • Wäre das nicht sinnvoll gerade in einer direkten Demokratie? • In der Bibliothekspraxis wird Partizipation vor allem als «Einbringen» umgesetzt, nicht als Teil von Macht (Entscheidungen treffen) • Eher «kundennahe Entscheidungen» suchen, als «Demokratie ermöglichen» • Zudem besteht eine gewisse Zurückhaltung der Institutionen, die Verantwortung aus der Hand zu geben, was die Voraussetzung für eigentliche Partizipation ist • Bibliothek (Archiv, Museum) wird als Institution verstanden, welche Dienstleistungen für die Allgemeinheit erbringt • Es ist ihr Auftrag, diese so nutzerfreundlich wie möglich zu gestalten • Kritik: Ist dies nicht bloss Scheinpartizipation? 12 Klärung: Was ist der Zusammenhang von Partizipation und Bibliotheken (CH)?
  • 14. • Auf der Basis französischer Vorbilder testen, ob und wie Veranstaltungen mit partizipativen Ansätzen in schweizerischen Bibliotheken überhaupt funktionieren können •  These: In der schweizerischen Gesellschaft wird eher eine «liberale Demokratie» (Freiheit von, weniger Freiheit zu) gelebt als eine deliberative. Das schlägt sich auch darauf nieder, wie Partizipation in Bibliotheken funktionieren kann. (Dinge machen zu dürfen, weniger über Dinge entscheiden.) •  Form: Experimente, die beobachtet und ausgewertet werden. Wie weit sind Bibliotheken bereit zu gehen? • Welche Wirkung haben entsprechende Aktivitäten? • Dies könnte der Schweizer Beitrag zu den Case Studies im Rahmen von ALMPUB sein. 13 Weiteres Vorgehen
  • 15. • Klingt gut, wird oft gefordert • In der Praxis • Deutlich werden die unterschiedlichen Konzepte, die man sich von der gleichen Sache macht • Deutlich werden nationale Traditionen in Forschung (Fragen, Themen, Wissensbestände, Methoden) und Institutionen (Was ist eine Bibliothek? Was ist ihre Aufgabe?) • Deutlich werden unterschiedliche Formen der Institutionen (Was ist die Aufgabe von Hochschulen? Wie wird Forschung finanziert?) • Öffnet den Blick dafür, was man als gegeben annimmt • Vergleichbare Ergebnisse benötigen mehr Zeit in der Planung (Klärung: Was ist eigentlich die Frage, wie ist die für verschiedene Kontexte zu formulieren?). Lead eines Landes geht über die Kontexte in den anderen Ländern hinweg 14 Reflexion: Internationale Zusammenarbeit
  • 16. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit FHO Fachhochschule Ostschweiz