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Freier Zugang zu wissenschaftlichen
           Informationen
    Rubina Vock, Freie Universität Berlin
Einführung in Open Access



Übersicht

 1. Was bedeutet Open Access?

 2. Kurze Geschichte des Open Access

 3. Öffentliche Positionierung zu Open Access

 4. Open-Access-Strategien

 5. Vorteile von und Vorbehalte gegen Open Access




                                                    2
Einführung in Open Access

Was bedeutet Open Access?

   „Die Urheber und die Rechteinhaber solcher
   Veröffentlichungen gewähren allen Nutzern unwiderruflich
   das freie, weltweite Zugangsrecht zu diesen
   Veröffentlichungen und erlauben ihnen, diese
   Veröffentlichungen – in jedem beliebigen digitalen Medium
   und für jeden verantwortbaren Zweck – zu kopieren, zu
   nutzen, zu verbreiten, zu übertragen und öffentlich
   wiederzugeben sowie Bearbeitungen davon zu erstellen und
   zu verbreiten, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben
   wird.“
                                         Berliner Erklärung (2003)


                                                               3
Einführung in Open Access

Das bedeutet…

  •   Kostenfreier Zugang zu wissenschaftlichen Informationen

  •   Uneingeschränkte weltweite Verfügbarkeit

  •   Aber: Open Access ist mehr als der kostenfreie Zugang


  •   Open Access beinhaltet die Erlaubnis des Kopierens, der
      Übertragung, der öffentlichen Wiedergabe

  •   Aktive Verbreitung    Maximale Verbreitung




                                                                4
Einführung in Open Access

Kurze Geschichte des Open Access

  •   Entstanden Anfang der 1990er Jahren in der Physik:
      Ginsparg gründet den Preprint-Server ArXiv

  •   Begünstigt durch die Zeitschriftenkrise:
      Anstieg der Zeitschriftenpreise bei gleichzeitig
      stagnierendem oder geringerem Budget der Bibliotheken

  •   Entstehung zahlreicher Initiativen ⇒ Öffentliche
      Positionierung

  •   Open-Access-Richtlinien von Förderorganisationen,
      Forschungseinrichtungen und Hochschulen



                                                              5
Einführung in Open Access

Budapester Open Access Initiative (BOAI)
  •   „Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei und
      öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte
      die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken,
      in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede
      denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle,
      gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit
      dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.“

Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu
wissenschaftlichem Wissen
  •   Umfassende Repräsentation des wissenschaftlichen Wissens und
      des kulturellen Erbes
  •   Umfasst wissenschaftliche Forschungsergebnisse, aber auch
      Rohmaterialien, Quellenmaterialien etc.



                                                                       6
Einführung in Open Access

Weitere Initiativen und Verankerungen von Open Access

  • EU-Petition fordert den garantierten offenen Zugang zu
    allen öffentlich geförderten wissenschaftlichen
    Forschungsergebnissen
  • Europäische Kommission spricht sich in ihren
    „Empfehlungen zum Umgang mit geistigem Eigentum“
    stark für Open Access aus
  • Deutsche UNESCO-Kommission
    verabschiedet Resolution zu Open Access
  • Helmholtz-Gemeinschaft,
    Max-Planck-Gesellschaft,
    Fraunhofer-Gesellschaft
    fordern ihre Wissenschaftler/innen auf,
    Open Access zu publizieren

                                                             7
Einführung in Open Access

Verankerungen von Open Access in Förderorganisationen

  •   SNF und FWF verpflichten die von ihnen geförderten
      Wissenschaftler/innen, Open Access zu publizieren

  •   „Die DFG erwartet, dass die mit ihren Mitteln finanzierten
      Forschungsergebnisse publiziert und dabei möglichst auch
      digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im
      Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden.“

  •   Open-Access-Projekte der DFG:
       - Förderprogramm „Wissenschaftliche Zeitschriften“
       - Förderung von Dokumentenservern
       - Förderung retrospektiver Digitalisierung
       - Aufbau einer Infrastruktur


                                                               8
Einführung in Open Access

Open-Access-Strategien

Der goldene Weg

  • Primärpublikationen in Open-Access-Zeitschriften

  • Beiträge in Open-Access-Zeitschriften durchlaufen vor der
    Veröffentlichung einen Begutachtungsprozess

  • Die Rechte bleiben in der Regel bei den Autor/innen

  • Das Directory of Open Access Journal (DOAJ) verzeichnet
    derzeit über 4200 Zeitschriften




                                                           9
Einführung in Open Access

Open-Access-Strategien

Der grüne Weg

  • Parallele Bereitstellung wissenschaftlicher Beiträge

  • auf einem institutionellen oder disziplinären
    Dokumentenserver als Preprint oder Postprint

  • Berücksichtigung der Vertragsbedingungen

  • Übersicht darüber, was Verlage erlauben, gibt die
    SHERPA/RoMEO-Liste

  • Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR)
    verzeichnet derzeit 132 Repositorien für Deutschland

                                                           10
Einführung in Open Access

Warum Open Access?


  • Schnelle Verfügbarkeit wissenschaftlicher Informationen

  • Erhöhte Sichtbarkeit und Wirksamkeit

  •   Internationalisierung von Wissenschaft

  •   Nutzung der Vorteile von Digitalisierung und Internet
      (Einbeziehung von Zusatzmaterialien, keine
      Umfangbeschränkung)

  •   Verfügbarkeit relevanter Forschungsergebnisse für
      anwendungsorientierte Zielgruppen und Öffentlichkeit


                                                              11
Einführung in Open Access

Aber …


  • Rechtliche Vorbehalte

  • Schlechte Auffindbarkeit

  • Langzeitarchivierung von Dokumenten

  • Qualität von Open-Access-Publikationen

  • Kosten für die Autor/innen

  • Kein Reputationsgewinn



                                             12
Einführung in Open Access




    Viele Vorbehalte gegenüber Open Access

beruhen auf Vorurteilen und sind nicht haltbar.

 Die Vorteile, der Nutzen, den Open Access für

   die Wissenschaft und die Öffentlichkeit hat,

 überwiegt deutlich die befürchteten Nachteile.




                                                  13
www.open-access.net

Vielen Dank für Ihre
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Introduction to Open Access (in German)

  • 1. Freier Zugang zu wissenschaftlichen Informationen Rubina Vock, Freie Universität Berlin
  • 2. Einführung in Open Access Übersicht 1. Was bedeutet Open Access? 2. Kurze Geschichte des Open Access 3. Öffentliche Positionierung zu Open Access 4. Open-Access-Strategien 5. Vorteile von und Vorbehalte gegen Open Access 2
  • 3. Einführung in Open Access Was bedeutet Open Access? „Die Urheber und die Rechteinhaber solcher Veröffentlichungen gewähren allen Nutzern unwiderruflich das freie, weltweite Zugangsrecht zu diesen Veröffentlichungen und erlauben ihnen, diese Veröffentlichungen – in jedem beliebigen digitalen Medium und für jeden verantwortbaren Zweck – zu kopieren, zu nutzen, zu verbreiten, zu übertragen und öffentlich wiederzugeben sowie Bearbeitungen davon zu erstellen und zu verbreiten, sofern die Urheberschaft korrekt angegeben wird.“ Berliner Erklärung (2003) 3
  • 4. Einführung in Open Access Das bedeutet… • Kostenfreier Zugang zu wissenschaftlichen Informationen • Uneingeschränkte weltweite Verfügbarkeit • Aber: Open Access ist mehr als der kostenfreie Zugang • Open Access beinhaltet die Erlaubnis des Kopierens, der Übertragung, der öffentlichen Wiedergabe • Aktive Verbreitung Maximale Verbreitung 4
  • 5. Einführung in Open Access Kurze Geschichte des Open Access • Entstanden Anfang der 1990er Jahren in der Physik: Ginsparg gründet den Preprint-Server ArXiv • Begünstigt durch die Zeitschriftenkrise: Anstieg der Zeitschriftenpreise bei gleichzeitig stagnierendem oder geringerem Budget der Bibliotheken • Entstehung zahlreicher Initiativen ⇒ Öffentliche Positionierung • Open-Access-Richtlinien von Förderorganisationen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen 5
  • 6. Einführung in Open Access Budapester Open Access Initiative (BOAI) • „Open access meint, dass diese Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind.“ Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen • Umfassende Repräsentation des wissenschaftlichen Wissens und des kulturellen Erbes • Umfasst wissenschaftliche Forschungsergebnisse, aber auch Rohmaterialien, Quellenmaterialien etc. 6
  • 7. Einführung in Open Access Weitere Initiativen und Verankerungen von Open Access • EU-Petition fordert den garantierten offenen Zugang zu allen öffentlich geförderten wissenschaftlichen Forschungsergebnissen • Europäische Kommission spricht sich in ihren „Empfehlungen zum Umgang mit geistigem Eigentum“ stark für Open Access aus • Deutsche UNESCO-Kommission verabschiedet Resolution zu Open Access • Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft fordern ihre Wissenschaftler/innen auf, Open Access zu publizieren 7
  • 8. Einführung in Open Access Verankerungen von Open Access in Förderorganisationen • SNF und FWF verpflichten die von ihnen geförderten Wissenschaftler/innen, Open Access zu publizieren • „Die DFG erwartet, dass die mit ihren Mitteln finanzierten Forschungsergebnisse publiziert und dabei möglichst auch digital veröffentlicht und für den entgeltfreien Zugriff im Internet (Open Access) verfügbar gemacht werden.“ • Open-Access-Projekte der DFG: - Förderprogramm „Wissenschaftliche Zeitschriften“ - Förderung von Dokumentenservern - Förderung retrospektiver Digitalisierung - Aufbau einer Infrastruktur 8
  • 9. Einführung in Open Access Open-Access-Strategien Der goldene Weg • Primärpublikationen in Open-Access-Zeitschriften • Beiträge in Open-Access-Zeitschriften durchlaufen vor der Veröffentlichung einen Begutachtungsprozess • Die Rechte bleiben in der Regel bei den Autor/innen • Das Directory of Open Access Journal (DOAJ) verzeichnet derzeit über 4200 Zeitschriften 9
  • 10. Einführung in Open Access Open-Access-Strategien Der grüne Weg • Parallele Bereitstellung wissenschaftlicher Beiträge • auf einem institutionellen oder disziplinären Dokumentenserver als Preprint oder Postprint • Berücksichtigung der Vertragsbedingungen • Übersicht darüber, was Verlage erlauben, gibt die SHERPA/RoMEO-Liste • Das Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) verzeichnet derzeit 132 Repositorien für Deutschland 10
  • 11. Einführung in Open Access Warum Open Access? • Schnelle Verfügbarkeit wissenschaftlicher Informationen • Erhöhte Sichtbarkeit und Wirksamkeit • Internationalisierung von Wissenschaft • Nutzung der Vorteile von Digitalisierung und Internet (Einbeziehung von Zusatzmaterialien, keine Umfangbeschränkung) • Verfügbarkeit relevanter Forschungsergebnisse für anwendungsorientierte Zielgruppen und Öffentlichkeit 11
  • 12. Einführung in Open Access Aber … • Rechtliche Vorbehalte • Schlechte Auffindbarkeit • Langzeitarchivierung von Dokumenten • Qualität von Open-Access-Publikationen • Kosten für die Autor/innen • Kein Reputationsgewinn 12
  • 13. Einführung in Open Access Viele Vorbehalte gegenüber Open Access beruhen auf Vorurteilen und sind nicht haltbar. Die Vorteile, der Nutzen, den Open Access für die Wissenschaft und die Öffentlichkeit hat, überwiegt deutlich die befürchteten Nachteile. 13