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Der EU-Emissionshandel im Zusammenspiel mit komplementären Maßnahmen

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Der EU-Emissionshandel im Zusammenspiel mit komplementären Maßnahmen

  1. 1. Der EU-Emissionshandel im Zusammenspiel mit komplementären Maßnahmen Dr. Johanna Cludius Berliner Energietage 2018 Der Emissionshandel geht in Phase IV 09.05.2018
  2. 2. Prolog: Wie kam es zu den Reformen für Phase IV? Überschüsse und niedrige Preise 0 5 10 15 20 25 30 0 500 1000 1500 2000 2500 3000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 First trading period Second trading period Third trading period EUR/tCO2-eq Mio.emissionunits/MtCO2-eq Cumulative surplus Backloading Supply of allowances Verified emissions EUA price Quellen: EEA EU ETS Dataviewer, EEX
  3. 3. Was bedeuten die Reformen für die Interaktion des EU ETS mit nationalen Maßnahmen? • Bisherige Argumentation: (Komplementäre) nationale Maßnahmen sind klimapolitisch wirkungslos, weil die Gesamtmenge an Emissionsberechtigungen konstant bleibt.  Emissionsminderungen im deutschen Stromsektor werden durch Mehremissionen im EU-Ausland (oder in der Industrie) ausgeglichen • Spätestens seit Verabschiedung der ETS-Richtlinie für die 4. Handelsperiode (EU 2018/410) gilt dies nicht mehr..  Wenn Kraftwerke durch zusätzliche nationale Maßnahmen stillgelegt werden, können Mitgliedsstaaten das Cap um 5 Jahresemissionen dieser Anlagen reduzieren (Art. 12 Abs. 4)  Im Jahr 2019 startet die Marktstabilitätsreserve, die einen Teil der Überschüsse vom Markt nimmt. Ab 2023 werden Zertifikate aus der Reserve gelöscht; die Größe der Reserve ist auf die Auktionsmenge des Vorjahres (~ 800 Mio. Zertifikate) beschränkt. Nationale Maßnahmen verringern Emissionen Im ETS entsteht ein Überschuss an Zertifikaten Überschüsse werden in die MSR überführt Zertifikate in der MSR werden gelöscht
  4. 4. Mit Einführung dieser Reformen ist der Wasserbetteffekt Vergangenheit Quelle: Agora
  5. 5. Effekte der Reform auf Preise für Emissionsberechtigungen: Spekulation treibt die Preise nach oben EP agreed its position on ETS reform (i.e double MSR intake rate) on 15th February. EP and Council reached a provisional agreement to ETS reforms for Phase IV. EP proposes regulation to minimise impact of Brexit on 13th SeptemberCouncil agrees more ambitious position on ETS reform than expected (i.e. dynamic cancellation of allowances) on 28th February Council moves closer to EP positions on ETS reform ahead of new trialogue negoitations on the 13th September. EUA prices continue to rise as the demand for allowance for 2017 compliance increases Quelle: EEX
  6. 6. Relevanz für deutsche Energiepolitik: Sieben der Top-10 Emittenten sind dt. Braunkohlekraftwerke Country Power plant Fuel Emissions 2017 Electricity generation 2017 Emission intensity 2017 MtCO2 MWh g CO2/kWh PL Bełchatów lignite 37,6 32.909 1.143 DE Neurath lignite 29,9 27.133 1.102 DE Niederaußem lignite 27,2 23.579 1.154 DE Jänschwalde lignite 23,6 19.630 1.202 DE Weisweiler lignite 18,9 15.236 1.240 DE Schwarze Pumpe lignite 11,4 10.102 1.129 DE Lippendorf lignite 11,4 13.206 863 PL Kozienice hard coal 11,2 11.912 940 DE Boxberg Werk IV lignite 10,6 8.982 1.180 BG Maritsa East 2 lignite 10,5 8.982 1.169 Quelle: EUTL, ENTSOE, Platts
  7. 7. Gehen die Reformen weit genug? Bei ambitionierter Emissionsreduktion setzt sich der strukturelle Überschuss fort Quellen: EEA EU ETS Dataviewer, EEA ETS Report, 2017 0 500 1000 1500 2000 2500 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2026 2028 2030 MtCO2-eq Cap Verified Emissions 2017 WEM MS Projections (IS, LI gap-filled) Annual reduction of 2.5% of 2016 emissions
  8. 8. Die Wirkungsweise der MSR bei weniger ambitionierten Emissionsreduktionen Quellen: EEA EU ETS Dataviewer, Öko-Institut MSR Tool -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 BilliontCO2-eq Cumulative surplus MSR Cancelled allowances from MSR Backloading Unallocated allowances Upper threshold Lower threshold
  9. 9. Ambitioniertere nationale Maßnahmen: Eine Stärkung der MSR u. des EU ETS insgesamt sind nötig Quellen: EEA EU ETS Dataviewer, Öko-Institut MSR Tool -4 -3 -2 -1 0 1 2 3 4 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029 2030 BilliontCO2-eq Cumulative surplus MSR Cancelled allowances from MSR Backloading Unallocated allowances Upper threshold Lower threshold
  10. 10. Fazit • Durch Marktstabilitätsreserve und die Möglichkeit unilateraler Löschungen werden zusätzliche Minderungen durch nationale Maßnahmen in Emissionshandelssektoren nicht an anderer Stelle ausgeglichen. • Die neue ETS-Richtlinie bietet ein gutes Design für den Umgang mit temporären Überschüssen, aber geht nicht weit genug, um strukturellen Überschüsse zu begegnen und den langfristigen Umbau des Energiesystems voranzutreiben • Und: Die aktuelle Cap steht nicht im Einklang mit Erreichung langfristiger Klimaziele (2°C-Ziel) • Aber: Es gibt viele Optionen den EU-Emissionshandel zu stärken und in Einklang mit langfristigen Zielen zu bringen, z.B. eine Verringerung der Cap durch höheren Linearen Reduktionsfaktor oder Rebasing und eine Stärkung der MSR durch eine langfristig höhere intake rate und absinkende Schwellenwerte in der MSR.
  11. 11. Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit Dr. Johanna Cludius Energy & Climate Division Büro Berlin Schicklerstraße 5-7 D-10179 Berlin www.oeko.de

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