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N°29 – Juni 2015
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ENERGIE
.........................................................................................
DEUTSCHES ENERGIEPAKET VOR DEM AB-
SCHLUSS
Wie sieht das Strommarktdesign der Zukunft aus? Sollen
alte Kohlekraftwerke mit einem Klimabeitrag belastet
werden? Und welche Rolle spielt die Kraft-Wärme-
Kopplung für Strommarkt und Klimaschutz? Seit Wochen
diskutiert die Politik über diese Fragen. Am Mittwoch, den
01. Juli 2015, will der Koalitionsausschuss bestehend aus
den Spitzen von CDU, CSU und SPD eine Entscheidung zum
Energiepaket fällen.
Dominiert wurde die bisherige Diskussion von der Frage,
ob es eine Kohleabgabe geben soll – wodurch sich Bun-
deswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) CO2-
Einsparungen in der Energiewirtschaft von 22 Millionen
Tonnen erhofft. Unterschwelliges Ziel hierbei ist, neben
dem Atomausstieg, auch den Ausstieg aus der Kohlekraft
schrittweise zu erreichen. Diese CO2-Einsparungen würden
insbesondere im Hinblick auf den Welt-Klimagipfel in Paris
Ende dieses Jahres für Deutschland eine gute Verhand-
lungsbasis darstellen.
Das im Koalitionsausschuss verhandelte Energiepaket um-
fasst auch die zukünftige Ausgestaltung des Strommarkt-
designs. Es geht um die Weiterentwicklung des aktuellen
Strommarktes oder die Etablierung eines Kapazitätsmark-
tes. Die Präferenz von Wirtschaftsminister Gabriel ist klar,
so sei er davon überzeugt, „dass ein weiter entwickelter
Strommarkt 2.0 besser dazu in der Lage ist, ein hohes Maß
an Versorgungssicherheit auch kostengünstig zu gewähr-
leisten.“
Als weiterer Punkt wird die Subventionsregelung für die
Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Koalitionsausschuss
diskutiert. In KWK-Anlagen wird gleichzeitig elektrische
THEMEN / TOPICS:
ENERGIE 1
Deutsches Energiepaket vor dem Abschluss /
Energy Reforms Ahead for Germany 2
Sommerpaket der EU-Energieunion kurz vor 2
Veröffentlichung / Energy Union’s ‘Summer
Package’ around the corner 3
ENERGIEEFFIZIENZ 3
Green Deal in Großbritannien gescheitert –
Die Zukunft der britischen Energieeffizienz-
politik ist ungewiss / Energy Efficiency Policy in
the UK under Cameron’s New Government 4
DIGITALISIERUNG 4
Nordirlands digitale Wirtschaft wächst /
Northern Ireland Number Two in UK’s
Expanding Digital Sector 4
VERKEHR 5
Weltweiter Transit Tracker zeigt Busse und
Bahnen in Echtzeit / Worldwide Transit Tracker
Shows Commuter Routes in Real Time 5
FINANZEN 6
Fintech dominiert Berliner Startup-Szene /
Fintech Conquering Berlin’s Start-up Scene 7
2
N°29 – Juni 2015
und thermische Energie erzeugt, wodurch diese besonders
energieeffizient und emissionsarm sind. Alte Steinkohle-
KWK sollen durch neue Gas-KWK ersetzt und der Förder-
deckel soll angehoben werden. In der Diskussion kommt
allerdings der Wärmeaspekt zu kurz und es wird maßgeb-
lich auf Strom fokussiert. Selbst wenn es zu einer Einigung
am 01. Juli kommen sollte, muss die Entscheidung zu-
nächst der EU zur Notifizierung vorgelegt werden, um
sicherzustellen, dass die Förderung mit dem EU-
Beihilferecht kompatibel ist.
ENERGY REFORMS AHEAD FOR GERMANY
The German debate surrounding energy regulations con-
tinues at the political level. Several aspects are currently in
negotiations: the amendment to the Combined Heat and
Power Act (KWKG), the electricity market design (Strom-
marktdesign) and the climate levy (Klimabeitrag). The
German government wants to achieve an agreement on
those three elements first, before addressing them sepa-
rately.
The underlying goal of the German government is to
phase-out nuclear and coal power almost simultaneously.
Sigmar Gabriel, Minister of the German Federal Ministry
for Economic Affairs and Energy (BMWi) and leader of the
social democrats (SPD), plans to introduce a climate levy
on coal-fired power plants. The objective is to reduce CO2
emissions in the electricity-producing coal sector by 22
million tonnes per year. This will position Germany to lead
the climate summit in Paris this coming December. The
White Paper discussing electricity market design is ex-
pected to be finally published in July.
Part of the discussions surrounding the coal levy and the
electricity market design is the reform of the subsidy
scheme for combined heat and power, or cogeneration
(CHP). Cogeneration is the simultaneous production of
electric and thermal energy from one fuel source. Excess
heat created during energy generation is recovered and
used for alternative applications of energy. By utilising the
waste from one process in the production of the other,
CHP is highly energy efficient. Cogeneration can increase
fuel efficiency, reduce energy costs and reduce green-
house gas emissions, among other benefits.
On 01 July 2015, the Cabinet will meet and potentially
submit a decision. Pending a decision, the CHP amend-
ment will be checked for compatibility with European
Union state aid rules.
.........................................................................................
SOMMERPAKET DER EU-ENERGIEUNION
KURZ VOR VERÖFFENTLICHUNG
Das Sommerpaket der EU-Energieunion mit unterschiedli-
chen Reform- und Gesetzesvorschlägen soll noch im Juli
dieses Jahres veröffentlicht werden. Teil dessen ist das
Vorhaben, ein europäisches Strommarktdesign zu etablie-
ren, das grenzüberschreitend funktioniert, die regionale
Zusammenarbeit unterstützt und die Versorgungssicher-
heit europäisiert. Nach offizieller Veröffentlichung der EU-
Kommunikation soll ein Konsultationsprozess von sechs
Monaten eingeleitet werden.
Auch der kränkelnde EU-Emissionsrechtehandel soll nach
dem Willen der EU-Kommission rasch reformiert werden.
Yvon Slingenberg, Beraterin unter EU-Kommissar Miguel
Arias Cañete in der Generaldirektion Klimaschutz und
Energie, bestätigte, dass der Reformentwurf voraussicht-
lich am 15. Juli 2015 veröffentlicht wird. Anschließend
beginnt das EU-Trilog-Verfahren, um eine Einigung zwi-
schen Kommission, Parlament und Rat zu erzielen.
Im vergangenen Herbst hatte der Europäische Rat bereits
die sogenannte Marktstabilitätsreserve beschlossen, die
vom EU-Parlament bestätigt wurde. Diese soll dafür sor-
gen, dass die Preise für die CO2-Zertifikate nicht weiter
fallen, indem die Anzahl der Zertifikate im Markt reduziert
und in einem Fonds gesammelt werden.
3
N°29 – Juni 2015
ENERGY UNION’S ‘SUMMER PACKAGE’ AROUND THE
CORNER
The EU Energy Union’s “summer package” will be pub-
lished this July. The package will include different reforms
and legislative proposals. Part of the project is to establish
a European electricity market design that works across
borders in order to encourage regional cooperation and
security of supply. After the official EU documents are
released, there will be a six month period of consultation.
The EU Commission has iterated that the emissions trading
scheme (ETS) reform draft should be ready before the
August break. Yvon Slingenberg, Senior Advisor under
European Commissioner Miguel Arias Cañete in the Direc-
torate General Climate Action and Energy, stated that the
reform draft should be published on 15 July 2015. The
emissions trading scheme review proposal would still need
to be agreed upon in in trialogue discussions between the
Commission, Parliament and Council.
Last fall, the European Council had already decided on the
so-called market stability reserve (MSR), which was con-
firmed by the European Parliament. The MSR was created
in order to address the surplus of allowances and improve
the market’s resilience to economic shock. It acts as a
measure that regulates the supply of allowances to be
auctioned.
Photo: © EC Energy Union
........................................................................................
ENERGIEEFFIZIENZ
.........................................................................................
GREEN DEAL IN GROSSBRITANNIEN GE-
SCHEITERT – DIE ZUKUNFT DER BRITISCHEN
ENERGIEEFFIZIENZPOLITIK IST UNGEWISS
Die Energy and Utilities Alliance (EUA), der britische Ener-
gieverband, verlangt von David Cameron’s Konservativer
Partei einen klaren Standpunkt zur zukünftigen Energieef-
fizienzpolitik. Zudem solle der gescheiterte Green Deal, ein
Programm zur energetischen Modernisierung von Häu-
sern, evaluiert werden. Mike Foster, Geschäftsführer der
EUA, bezeichnete das Wahlprogramm der Konservativen
Partei in puncto Energieeffizienz als „dürftig“. Laut Foster
sei die Liste der zu debattierenden Themen lang: vom
Green Deal über Anreize für erneuerbare Wärme bis hin zu
Energiearmut.
Der Green Deal wurde am 01. Oktober 2012 beschlossen
und trat im Januar 2013 in Kraft. Federführend zuständig
war das Department of Energy and Climate Change (DECC),
das britische Energieministerium. Im Rahmen des Green
Deals wurden vergünstigte Kredite für energieeinsparende
Maßnahmen im Gebäudesektor angeboten. 14 Millionen
Häuser und Wohnungen sollten so bis 2020 modernisiert
werden. Doch statt 130.000 Anträge pro Jahr, ging nur ein
Bruchteil dessen ein.
Die durch die Maßnahmen gewonnene Energie- und Kos-
teneinsparung sollte die Zinsen für das Darlehen decken.
Diese Annahme ließ sich jedoch nicht realisieren, da meist
der Zinssatz die versprochene Einsparung überstieg. Hier
liegt auch einer der zentralen Unterschiede zum deutschen
KfW-Gebäudesanierungsprogramm. Die mögliche Einspa-
rung muss bei der KfW zunächst vor den umzusetzenden
Maßnahmen nachgewiesen werden. Ein weiteres Problem
des Green Deals war es, dass der Kredit in jedem Fall vom
4
N°29 – Juni 2015
Besitzer finanziert werden muss. In energetisch optimie-
rungsbedürftigen Gebäuden leben jedoch meist finanziell
schwächer gestellte Haushalte, die sich solch eine Finan-
zierung nicht leisten können.
Energieeffizienz wurde in Camerons Wahlprogramm ledig-
lich zweimal erwähnt. So sollen Energieeffizienzmaßnah-
men in über einer Millionen Haushalte in den kommenden
fünf Jahren umgesetzt werden. Wie dies erreicht werden
soll, wird jedoch nicht aufgezeigt. Die EUA würde es be-
grüßen, wenn genau geprüft würde, warum der Green
Deal scheiterte – nur so könne ein neues, verbraucherori-
entiertes Programm aufgesetzt werden.
ENERGY EFFICIENCY POLICY IN THE UK UNDER CAMER-
ON’S NEW GOVERNMENT
The Energy and Utilities Alliance (EUA) requests a concrete
stance from David Cameron’s Conservative Party in re-
gards to its position on energy efficiency policy, as well as a
review of the Green Deal. Mike Foster, the EUA’s chief
executive, has called the Conservative’s election manifesto
“sparse in detail with regards to energy efficiency,” saying
that he is “looking to have what I hope will be fruitful con-
versations about the Green Deal, fuel poverty, etc. - there
is a big, long list.”
The Green Deal is a UK government policy headed by the
Department of Energy and Climate Change (DECC). It was
founded on 1 October 2012 and officially went into effect
in January 2013. The Department, at the time run by the
Liberal Democrat, Ed Davis, worked to provide loans for
energy saving measures to properties throughout the
United Kingdom. The Green Deal’s initial goal was to mod-
ernise 14 million households by 2020. However, instead of
the 130,000 expected annual applications, just a fraction
of the number has applied.
The policy seeks to provide homeowners with the option
of making energy efficient improvements on their homes
through loans from the government. The loans are later
repaid through energy bills and through the cost-saving
energy efficient improvements. The catch, however, is that
new tenants or owners are liable for paying back a debt
they did not incur. Additionally, payment must continue to
be made even if the expected energy savings do not occur.
This is the key difference from the German KFW energy-
efficiency loans. These loans must prove energy efficient
impacts beforehand.
Cameron’s Conservative manifesto mentions energy effi-
ciency twice. The document states that “energy efficiency
measures” will be brought “to over one million homes”
over the course of the next five years. The manifesto does
not detail how this will be achieved. The EUA would also
like the Green Deal to be re-examined to see just how the
Green Deal failed. This way, a new and user-oriented pro-
gram can take its place
..........................................................................................
DIGITALISIERUNG
..........................................................................................
NORDIRLANDS DIGITALE WIRTSCHAFT
WÄCHST
Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der digitale Sektor
Nordirlands mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer kürz-
lich veröffentlichten Studie von Northern Ireland Science
Park (NISP) hervor, einem Branchen-Netzwerk, das Unter-
nehmer, Investoren und globale Konzerne unterstützt. Die
Studie zeigt, dass digitale Unternehmen in Nordirland
innerhalb des Vereinigten Königreichs am zweitschnellsten
wachsen.
Bisher haben über 20 nordirische Unternehmen jeweils
über eine Million britische Pfund gesammelt, um ihre Ex-
pansion voran zu treiben. Bei digitalen Startups ist der
Standort zweitranging. Dies ist einer der Gründe, warum
auch in Nordirland die digitale Wirtschaft weiter wächst.
Steve Orr, Director bei NISP Connect, eine Abteilung, die
Unternehmertum fördert, konstatiert: „Die Pipeline ist
mittlerweile so stark, dass ich nicht überrascht wäre, wenn
5
N°29 – Juni 2015
weitere 22 Unternehmen ähnliche Summen in den nächs-
ten 12 Monaten aufbringen.“
NORTHERN IRELAND NUMBER TWO IN UK’S EXPANDING
DIGITAL SECTOR
Over the course of the past five years, Northern Ireland’s
digital sector has more than doubled in size. Northern
Ireland Science Park (NISP), self-proclaimed “peer-driven
network providing focus and support for knowledge-based
entrepreneurs, investors and global corporations” recently
released a report ranking Northern Ireland at number two
in the United Kingdom for the fastest growing companies
in the digital sector.
Connect, a branch of the NISP that supports entrepre-
neurialism, states that the digital sector is raising its own
money to support its endeavours. So far, almost 20 com-
panies have raised over one million GBP each to fund their
expansion initiatives. Due to the nature of digital start-ups
being online, location does not play as large a role. This is
one of the reasons Northern Ireland is such a hub for the
digital sector.
Steve Orr, Director of NISP Connect, says, "The pipeline is
now so strong that I would not be surprised if another 22
companies raised similar amounts over the next 12
months."
..........................................................................................
VERKEHR
..........................................................................................
WELTWEITER TRANSIT TRACKER ZEIGT BUS-
SE UND BAHNEN IN ECHTZEIT
Das öffentliche Verkehrssystem kann frustrierend und
teilweise verwirrend sein. Bei der Vielzahl an unterschied-
lichen Strecken, Stops und Verbindungen ist es eine Her-
ausforderung, den Überblick zu behalten und zu wissen, ob
man auch pünktlich ankommen wird, ist im Prinzip unmög-
lich.
Travic, kurz für Transit Visualisation Client, will hier Abhilfe
schaffen. Die digitale Karte zeigt, wo sich Busse und Bah-
nen im städtischen Verkehr befinden. Rund 250 Verkehrs-
unternehmen geben dafür ihre Daten frei. Das Projekt
Travic stammt aus einer Kooperation der Universität Frei-
burg mit dem schweizerischen Geoinformationsunterneh-
men geOps. Mit Travic wird jedes fahrende Transportmit-
tel, ob Bus, Bahn, Fähre oder Tram, mit dem jeweiligen
Standort in Echtzeit angezeigt. Dadurch kann der sich stets
in Bewegung befindende Verkehrsstrom live mitverfolgt
werden.
Photo: © Fotolia
Die Informationen, die Travic ermöglichen, werden durch
die sogenannten General Transition Feed Specification
(GTFS) feeds ermittelt. Diese Eingaben lesen die Daten
jedes teilnehmenden Verkehrsunternehmens aus. In Euro-
pa werden die Echtzeitdaten bisher nur von den Nieder-
landen gestellt. In Städten für die keine Echtzeitdaten zur
Verfügung stehen, wird der Standort der Busse und Bah-
nen anhand des Fahrplans ermittelt.
WORLDWIDE TRANSIT TRACKER SHOWS COMMUTER
ROUTES IN REAL TIME
Public transportation can be frustrating and at times, con-
fusing. With so many routes, stops and connections, it can
be difficult to determine which method of transportation
to take, let alone know if your transportation is due to
arrive on time.
6
N°29 – Juni 2015
What if you could look up real-time transit options not just
for where you live, but in Rome and NYC and Berlin, all at
the same time? With Travic, this is possible. Over 200 pub-
lic transportation companies have come together to sup-
port the joint project of the German University of Freiburg
and Swiss geoinformatics service provider, geOps. The
project has taken shape as Travic, or Transit Visualisation
Client. Travic is an application that combines static sched-
ule data with all available real-time data in order to create
a live map that shows the current position of transit vehi-
cles. Travic shows the routes of trains, buses, trams and
boats in cities around the world in real time, all the time.
The information that makes Travic possible is supplied by
GTFS feeds, or General Transit Feed Specification feeds.
These feeds read the data from each public transportation
company, which in turn creates a common format for all
public transportation schedules and corresponding geo-
graphic information.
Real-time data is currently available in the Netherlands.
For locations where real-time data is not available, or if the
real-time data is for some reason interrupted, vehicle posi-
tions are based on the most up-to-date information as well
as the schedule for the next few hours. The Travic server
loads all of the GTFS feeds at once, so that vehicles on the
map can be viewed at the same time, even though differ-
ent transit operators provide the data.
..........................................................................................
FINANZEN
..........................................................................................
FINTECH DOMINIERT BERLINER STARTUP-
SZENE
Fintech, die Kombination aus Finanzdienstleistungen und
modernsten Technologien, hat Berlin im Sturm erobert.
Vor dem Zweiten Weltkrieg war Berlin schon einmal die
zentrale Anlaufstelle für den Finanzsektor. Jetzt scheint
sich die deutsche Hauptstadt nach langer Durststrecke
erneut zu einer der europäischen Finanzmetropolen zu
entwickeln. Zahlreiche Fintech-Startups siedeln sich vor-
rangig hier an, nur in London sind noch mehr zu finden.
Diese Entwicklung ist überraschend, da bisher keine Groß-
bank Berlin ihr Zuhause nennt.
Photo: © Fotolia
Das könnte jedoch auch den Reiz ausmachen. Berlin hat
keine Bankentradition. Dies macht es Fintech-
Unternehmern einfacher, frisch und unvorbelastet zu star-
ten. Darüber hinaus sind Büroräume in Berlin erschwing-
lich, die Lebenshaltungskosten ebenfalls. Die deutsche
Hauptstadt ist bei weitem nicht so wohlhabend wie die
kapitalstarken Startup-Kontrahenten Frankfurt und Lon-
don. Durch Startup-„Factories“ gelingt es jedoch zuneh-
mend privates Geld nach Berlin zu locken. Beispiele sind
etwa Start-up Camp oder die Factory Berlin, die Startups
nicht nur Bürofläche zur Verfügung stellen, sondern ihnen
auch beim Aufbau eines Netzwerks, beispielsweise zu
Venture Capitalists, helfen.
Unabhängig von der Berliner Infrastruktur für Fintech-
Startups sprechen die Zahlen für den Standort. Laut Ernst
& Young investierten Venture-Capital-Unternehmen zwi-
schen Anfang 2013 und September 2014 in 145 Berliner
Tech-Projekte. Damit liegt Berlin vor Paris mit 66, doch
noch hinter London mit 187 investierten Projekten.
7
N°29 – Juni 2015
Dr. Thomas Prüver, Senior Manager bei Ernst & Young,
resümiert: "London und Berlin sind die mit Abstand wich-
tigsten Start-up-Zentren in Europa. London ist sicher noch
ein Stück internationaler und etablierter, insbesondere im
Fintech-Segment. Aber es ist bemerkenswert, wie sehr
Berlin in den vergangenen Jahren aufgeholt hat."
FINTECH CONQUERING BERLIN’S START-UP SCENE
Fintech, or financial technology, has taken Berlin by storm.
Before the Second World War, the city was the prime loca-
tion for financial services, but has gone decades without
any significant role as a financial centre. Today, the city is
working its way back to the financial top by becoming the
hub for numerous fintech start-ups, second only to Lon-
don. This is impressive due to the fact that Berlin has come
so far without a major bank calling the city home.
This, however, is part of the appeal. The city does not have
a banking tradition. This gives the “new kids on the block”
the ability to start fresh without taking tradition into ac-
count. Berlin is affordable when it comes to finding office
space and paying salaries and boasts a strong background
in e-commerce. While the city is not nearly as wealthy as
its start-up counterparts in Frankfurt and London, it has
created its own solution to this dilemma by allocating
private money to fund start-up “factories.” These loca-
tions, such as the aptly named, Factory or Start-up Camp,
label themselves as “campuses for start-ups and mature
tech companies.” Other start-up entrepreneurs are moti-
vated earlier on to approach foreign investors.
Whichever way Berlin start-ups go about getting their
footing in the fintech scene, their rate of success proves
that their methods are working. According to Ernst and
Young, from 2013 to September 2014, venture capital
firms invested in 145 Berlin tech projects, ahead of Paris’
66 and just behind London’s 187.
Tomas Prüver, Ernst and Young senior manager says, “Ber-
lin is on its way to establishing itself next to London as
Europe’s tech start-up hub. There’s still a gap to London,
and the gap in the fintech segment is bigger still. But even
here, Berlin is starting to catch up.”
Für Fragen und Rückmeldungen wenden Sie sich bitte an
mail@nuances.de.
Please feel free to send questions and comments to
mail@nuances.de.*
Sollten Sie den Newsletter nicht weiter beziehen wollen,
senden Sie uns eine e-mail an: mail@nuances.de mit der
Nachricht: „unsubscribe“.
8
N°29 – Juni 2015
* If you wish to be removed from the newsletter mailing
list, please contact mail@nuances.de and place “unsub-
scribe” in the subject heading.

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  • 1. 1 N°29 – Juni 2015 ......................................................................................... ENERGIE ......................................................................................... DEUTSCHES ENERGIEPAKET VOR DEM AB- SCHLUSS Wie sieht das Strommarktdesign der Zukunft aus? Sollen alte Kohlekraftwerke mit einem Klimabeitrag belastet werden? Und welche Rolle spielt die Kraft-Wärme- Kopplung für Strommarkt und Klimaschutz? Seit Wochen diskutiert die Politik über diese Fragen. Am Mittwoch, den 01. Juli 2015, will der Koalitionsausschuss bestehend aus den Spitzen von CDU, CSU und SPD eine Entscheidung zum Energiepaket fällen. Dominiert wurde die bisherige Diskussion von der Frage, ob es eine Kohleabgabe geben soll – wodurch sich Bun- deswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) CO2- Einsparungen in der Energiewirtschaft von 22 Millionen Tonnen erhofft. Unterschwelliges Ziel hierbei ist, neben dem Atomausstieg, auch den Ausstieg aus der Kohlekraft schrittweise zu erreichen. Diese CO2-Einsparungen würden insbesondere im Hinblick auf den Welt-Klimagipfel in Paris Ende dieses Jahres für Deutschland eine gute Verhand- lungsbasis darstellen. Das im Koalitionsausschuss verhandelte Energiepaket um- fasst auch die zukünftige Ausgestaltung des Strommarkt- designs. Es geht um die Weiterentwicklung des aktuellen Strommarktes oder die Etablierung eines Kapazitätsmark- tes. Die Präferenz von Wirtschaftsminister Gabriel ist klar, so sei er davon überzeugt, „dass ein weiter entwickelter Strommarkt 2.0 besser dazu in der Lage ist, ein hohes Maß an Versorgungssicherheit auch kostengünstig zu gewähr- leisten.“ Als weiterer Punkt wird die Subventionsregelung für die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Koalitionsausschuss diskutiert. In KWK-Anlagen wird gleichzeitig elektrische THEMEN / TOPICS: ENERGIE 1 Deutsches Energiepaket vor dem Abschluss / Energy Reforms Ahead for Germany 2 Sommerpaket der EU-Energieunion kurz vor 2 Veröffentlichung / Energy Union’s ‘Summer Package’ around the corner 3 ENERGIEEFFIZIENZ 3 Green Deal in Großbritannien gescheitert – Die Zukunft der britischen Energieeffizienz- politik ist ungewiss / Energy Efficiency Policy in the UK under Cameron’s New Government 4 DIGITALISIERUNG 4 Nordirlands digitale Wirtschaft wächst / Northern Ireland Number Two in UK’s Expanding Digital Sector 4 VERKEHR 5 Weltweiter Transit Tracker zeigt Busse und Bahnen in Echtzeit / Worldwide Transit Tracker Shows Commuter Routes in Real Time 5 FINANZEN 6 Fintech dominiert Berliner Startup-Szene / Fintech Conquering Berlin’s Start-up Scene 7
  • 2. 2 N°29 – Juni 2015 und thermische Energie erzeugt, wodurch diese besonders energieeffizient und emissionsarm sind. Alte Steinkohle- KWK sollen durch neue Gas-KWK ersetzt und der Förder- deckel soll angehoben werden. In der Diskussion kommt allerdings der Wärmeaspekt zu kurz und es wird maßgeb- lich auf Strom fokussiert. Selbst wenn es zu einer Einigung am 01. Juli kommen sollte, muss die Entscheidung zu- nächst der EU zur Notifizierung vorgelegt werden, um sicherzustellen, dass die Förderung mit dem EU- Beihilferecht kompatibel ist. ENERGY REFORMS AHEAD FOR GERMANY The German debate surrounding energy regulations con- tinues at the political level. Several aspects are currently in negotiations: the amendment to the Combined Heat and Power Act (KWKG), the electricity market design (Strom- marktdesign) and the climate levy (Klimabeitrag). The German government wants to achieve an agreement on those three elements first, before addressing them sepa- rately. The underlying goal of the German government is to phase-out nuclear and coal power almost simultaneously. Sigmar Gabriel, Minister of the German Federal Ministry for Economic Affairs and Energy (BMWi) and leader of the social democrats (SPD), plans to introduce a climate levy on coal-fired power plants. The objective is to reduce CO2 emissions in the electricity-producing coal sector by 22 million tonnes per year. This will position Germany to lead the climate summit in Paris this coming December. The White Paper discussing electricity market design is ex- pected to be finally published in July. Part of the discussions surrounding the coal levy and the electricity market design is the reform of the subsidy scheme for combined heat and power, or cogeneration (CHP). Cogeneration is the simultaneous production of electric and thermal energy from one fuel source. Excess heat created during energy generation is recovered and used for alternative applications of energy. By utilising the waste from one process in the production of the other, CHP is highly energy efficient. Cogeneration can increase fuel efficiency, reduce energy costs and reduce green- house gas emissions, among other benefits. On 01 July 2015, the Cabinet will meet and potentially submit a decision. Pending a decision, the CHP amend- ment will be checked for compatibility with European Union state aid rules. ......................................................................................... SOMMERPAKET DER EU-ENERGIEUNION KURZ VOR VERÖFFENTLICHUNG Das Sommerpaket der EU-Energieunion mit unterschiedli- chen Reform- und Gesetzesvorschlägen soll noch im Juli dieses Jahres veröffentlicht werden. Teil dessen ist das Vorhaben, ein europäisches Strommarktdesign zu etablie- ren, das grenzüberschreitend funktioniert, die regionale Zusammenarbeit unterstützt und die Versorgungssicher- heit europäisiert. Nach offizieller Veröffentlichung der EU- Kommunikation soll ein Konsultationsprozess von sechs Monaten eingeleitet werden. Auch der kränkelnde EU-Emissionsrechtehandel soll nach dem Willen der EU-Kommission rasch reformiert werden. Yvon Slingenberg, Beraterin unter EU-Kommissar Miguel Arias Cañete in der Generaldirektion Klimaschutz und Energie, bestätigte, dass der Reformentwurf voraussicht- lich am 15. Juli 2015 veröffentlicht wird. Anschließend beginnt das EU-Trilog-Verfahren, um eine Einigung zwi- schen Kommission, Parlament und Rat zu erzielen. Im vergangenen Herbst hatte der Europäische Rat bereits die sogenannte Marktstabilitätsreserve beschlossen, die vom EU-Parlament bestätigt wurde. Diese soll dafür sor- gen, dass die Preise für die CO2-Zertifikate nicht weiter fallen, indem die Anzahl der Zertifikate im Markt reduziert und in einem Fonds gesammelt werden.
  • 3. 3 N°29 – Juni 2015 ENERGY UNION’S ‘SUMMER PACKAGE’ AROUND THE CORNER The EU Energy Union’s “summer package” will be pub- lished this July. The package will include different reforms and legislative proposals. Part of the project is to establish a European electricity market design that works across borders in order to encourage regional cooperation and security of supply. After the official EU documents are released, there will be a six month period of consultation. The EU Commission has iterated that the emissions trading scheme (ETS) reform draft should be ready before the August break. Yvon Slingenberg, Senior Advisor under European Commissioner Miguel Arias Cañete in the Direc- torate General Climate Action and Energy, stated that the reform draft should be published on 15 July 2015. The emissions trading scheme review proposal would still need to be agreed upon in in trialogue discussions between the Commission, Parliament and Council. Last fall, the European Council had already decided on the so-called market stability reserve (MSR), which was con- firmed by the European Parliament. The MSR was created in order to address the surplus of allowances and improve the market’s resilience to economic shock. It acts as a measure that regulates the supply of allowances to be auctioned. Photo: © EC Energy Union ........................................................................................ ENERGIEEFFIZIENZ ......................................................................................... GREEN DEAL IN GROSSBRITANNIEN GE- SCHEITERT – DIE ZUKUNFT DER BRITISCHEN ENERGIEEFFIZIENZPOLITIK IST UNGEWISS Die Energy and Utilities Alliance (EUA), der britische Ener- gieverband, verlangt von David Cameron’s Konservativer Partei einen klaren Standpunkt zur zukünftigen Energieef- fizienzpolitik. Zudem solle der gescheiterte Green Deal, ein Programm zur energetischen Modernisierung von Häu- sern, evaluiert werden. Mike Foster, Geschäftsführer der EUA, bezeichnete das Wahlprogramm der Konservativen Partei in puncto Energieeffizienz als „dürftig“. Laut Foster sei die Liste der zu debattierenden Themen lang: vom Green Deal über Anreize für erneuerbare Wärme bis hin zu Energiearmut. Der Green Deal wurde am 01. Oktober 2012 beschlossen und trat im Januar 2013 in Kraft. Federführend zuständig war das Department of Energy and Climate Change (DECC), das britische Energieministerium. Im Rahmen des Green Deals wurden vergünstigte Kredite für energieeinsparende Maßnahmen im Gebäudesektor angeboten. 14 Millionen Häuser und Wohnungen sollten so bis 2020 modernisiert werden. Doch statt 130.000 Anträge pro Jahr, ging nur ein Bruchteil dessen ein. Die durch die Maßnahmen gewonnene Energie- und Kos- teneinsparung sollte die Zinsen für das Darlehen decken. Diese Annahme ließ sich jedoch nicht realisieren, da meist der Zinssatz die versprochene Einsparung überstieg. Hier liegt auch einer der zentralen Unterschiede zum deutschen KfW-Gebäudesanierungsprogramm. Die mögliche Einspa- rung muss bei der KfW zunächst vor den umzusetzenden Maßnahmen nachgewiesen werden. Ein weiteres Problem des Green Deals war es, dass der Kredit in jedem Fall vom
  • 4. 4 N°29 – Juni 2015 Besitzer finanziert werden muss. In energetisch optimie- rungsbedürftigen Gebäuden leben jedoch meist finanziell schwächer gestellte Haushalte, die sich solch eine Finan- zierung nicht leisten können. Energieeffizienz wurde in Camerons Wahlprogramm ledig- lich zweimal erwähnt. So sollen Energieeffizienzmaßnah- men in über einer Millionen Haushalte in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden. Wie dies erreicht werden soll, wird jedoch nicht aufgezeigt. Die EUA würde es be- grüßen, wenn genau geprüft würde, warum der Green Deal scheiterte – nur so könne ein neues, verbraucherori- entiertes Programm aufgesetzt werden. ENERGY EFFICIENCY POLICY IN THE UK UNDER CAMER- ON’S NEW GOVERNMENT The Energy and Utilities Alliance (EUA) requests a concrete stance from David Cameron’s Conservative Party in re- gards to its position on energy efficiency policy, as well as a review of the Green Deal. Mike Foster, the EUA’s chief executive, has called the Conservative’s election manifesto “sparse in detail with regards to energy efficiency,” saying that he is “looking to have what I hope will be fruitful con- versations about the Green Deal, fuel poverty, etc. - there is a big, long list.” The Green Deal is a UK government policy headed by the Department of Energy and Climate Change (DECC). It was founded on 1 October 2012 and officially went into effect in January 2013. The Department, at the time run by the Liberal Democrat, Ed Davis, worked to provide loans for energy saving measures to properties throughout the United Kingdom. The Green Deal’s initial goal was to mod- ernise 14 million households by 2020. However, instead of the 130,000 expected annual applications, just a fraction of the number has applied. The policy seeks to provide homeowners with the option of making energy efficient improvements on their homes through loans from the government. The loans are later repaid through energy bills and through the cost-saving energy efficient improvements. The catch, however, is that new tenants or owners are liable for paying back a debt they did not incur. Additionally, payment must continue to be made even if the expected energy savings do not occur. This is the key difference from the German KFW energy- efficiency loans. These loans must prove energy efficient impacts beforehand. Cameron’s Conservative manifesto mentions energy effi- ciency twice. The document states that “energy efficiency measures” will be brought “to over one million homes” over the course of the next five years. The manifesto does not detail how this will be achieved. The EUA would also like the Green Deal to be re-examined to see just how the Green Deal failed. This way, a new and user-oriented pro- gram can take its place .......................................................................................... DIGITALISIERUNG .......................................................................................... NORDIRLANDS DIGITALE WIRTSCHAFT WÄCHST Innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich der digitale Sektor Nordirlands mehr als verdoppelt. Dies geht aus einer kürz- lich veröffentlichten Studie von Northern Ireland Science Park (NISP) hervor, einem Branchen-Netzwerk, das Unter- nehmer, Investoren und globale Konzerne unterstützt. Die Studie zeigt, dass digitale Unternehmen in Nordirland innerhalb des Vereinigten Königreichs am zweitschnellsten wachsen. Bisher haben über 20 nordirische Unternehmen jeweils über eine Million britische Pfund gesammelt, um ihre Ex- pansion voran zu treiben. Bei digitalen Startups ist der Standort zweitranging. Dies ist einer der Gründe, warum auch in Nordirland die digitale Wirtschaft weiter wächst. Steve Orr, Director bei NISP Connect, eine Abteilung, die Unternehmertum fördert, konstatiert: „Die Pipeline ist mittlerweile so stark, dass ich nicht überrascht wäre, wenn
  • 5. 5 N°29 – Juni 2015 weitere 22 Unternehmen ähnliche Summen in den nächs- ten 12 Monaten aufbringen.“ NORTHERN IRELAND NUMBER TWO IN UK’S EXPANDING DIGITAL SECTOR Over the course of the past five years, Northern Ireland’s digital sector has more than doubled in size. Northern Ireland Science Park (NISP), self-proclaimed “peer-driven network providing focus and support for knowledge-based entrepreneurs, investors and global corporations” recently released a report ranking Northern Ireland at number two in the United Kingdom for the fastest growing companies in the digital sector. Connect, a branch of the NISP that supports entrepre- neurialism, states that the digital sector is raising its own money to support its endeavours. So far, almost 20 com- panies have raised over one million GBP each to fund their expansion initiatives. Due to the nature of digital start-ups being online, location does not play as large a role. This is one of the reasons Northern Ireland is such a hub for the digital sector. Steve Orr, Director of NISP Connect, says, "The pipeline is now so strong that I would not be surprised if another 22 companies raised similar amounts over the next 12 months." .......................................................................................... VERKEHR .......................................................................................... WELTWEITER TRANSIT TRACKER ZEIGT BUS- SE UND BAHNEN IN ECHTZEIT Das öffentliche Verkehrssystem kann frustrierend und teilweise verwirrend sein. Bei der Vielzahl an unterschied- lichen Strecken, Stops und Verbindungen ist es eine Her- ausforderung, den Überblick zu behalten und zu wissen, ob man auch pünktlich ankommen wird, ist im Prinzip unmög- lich. Travic, kurz für Transit Visualisation Client, will hier Abhilfe schaffen. Die digitale Karte zeigt, wo sich Busse und Bah- nen im städtischen Verkehr befinden. Rund 250 Verkehrs- unternehmen geben dafür ihre Daten frei. Das Projekt Travic stammt aus einer Kooperation der Universität Frei- burg mit dem schweizerischen Geoinformationsunterneh- men geOps. Mit Travic wird jedes fahrende Transportmit- tel, ob Bus, Bahn, Fähre oder Tram, mit dem jeweiligen Standort in Echtzeit angezeigt. Dadurch kann der sich stets in Bewegung befindende Verkehrsstrom live mitverfolgt werden. Photo: © Fotolia Die Informationen, die Travic ermöglichen, werden durch die sogenannten General Transition Feed Specification (GTFS) feeds ermittelt. Diese Eingaben lesen die Daten jedes teilnehmenden Verkehrsunternehmens aus. In Euro- pa werden die Echtzeitdaten bisher nur von den Nieder- landen gestellt. In Städten für die keine Echtzeitdaten zur Verfügung stehen, wird der Standort der Busse und Bah- nen anhand des Fahrplans ermittelt. WORLDWIDE TRANSIT TRACKER SHOWS COMMUTER ROUTES IN REAL TIME Public transportation can be frustrating and at times, con- fusing. With so many routes, stops and connections, it can be difficult to determine which method of transportation to take, let alone know if your transportation is due to arrive on time.
  • 6. 6 N°29 – Juni 2015 What if you could look up real-time transit options not just for where you live, but in Rome and NYC and Berlin, all at the same time? With Travic, this is possible. Over 200 pub- lic transportation companies have come together to sup- port the joint project of the German University of Freiburg and Swiss geoinformatics service provider, geOps. The project has taken shape as Travic, or Transit Visualisation Client. Travic is an application that combines static sched- ule data with all available real-time data in order to create a live map that shows the current position of transit vehi- cles. Travic shows the routes of trains, buses, trams and boats in cities around the world in real time, all the time. The information that makes Travic possible is supplied by GTFS feeds, or General Transit Feed Specification feeds. These feeds read the data from each public transportation company, which in turn creates a common format for all public transportation schedules and corresponding geo- graphic information. Real-time data is currently available in the Netherlands. For locations where real-time data is not available, or if the real-time data is for some reason interrupted, vehicle posi- tions are based on the most up-to-date information as well as the schedule for the next few hours. The Travic server loads all of the GTFS feeds at once, so that vehicles on the map can be viewed at the same time, even though differ- ent transit operators provide the data. .......................................................................................... FINANZEN .......................................................................................... FINTECH DOMINIERT BERLINER STARTUP- SZENE Fintech, die Kombination aus Finanzdienstleistungen und modernsten Technologien, hat Berlin im Sturm erobert. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Berlin schon einmal die zentrale Anlaufstelle für den Finanzsektor. Jetzt scheint sich die deutsche Hauptstadt nach langer Durststrecke erneut zu einer der europäischen Finanzmetropolen zu entwickeln. Zahlreiche Fintech-Startups siedeln sich vor- rangig hier an, nur in London sind noch mehr zu finden. Diese Entwicklung ist überraschend, da bisher keine Groß- bank Berlin ihr Zuhause nennt. Photo: © Fotolia Das könnte jedoch auch den Reiz ausmachen. Berlin hat keine Bankentradition. Dies macht es Fintech- Unternehmern einfacher, frisch und unvorbelastet zu star- ten. Darüber hinaus sind Büroräume in Berlin erschwing- lich, die Lebenshaltungskosten ebenfalls. Die deutsche Hauptstadt ist bei weitem nicht so wohlhabend wie die kapitalstarken Startup-Kontrahenten Frankfurt und Lon- don. Durch Startup-„Factories“ gelingt es jedoch zuneh- mend privates Geld nach Berlin zu locken. Beispiele sind etwa Start-up Camp oder die Factory Berlin, die Startups nicht nur Bürofläche zur Verfügung stellen, sondern ihnen auch beim Aufbau eines Netzwerks, beispielsweise zu Venture Capitalists, helfen. Unabhängig von der Berliner Infrastruktur für Fintech- Startups sprechen die Zahlen für den Standort. Laut Ernst & Young investierten Venture-Capital-Unternehmen zwi- schen Anfang 2013 und September 2014 in 145 Berliner Tech-Projekte. Damit liegt Berlin vor Paris mit 66, doch noch hinter London mit 187 investierten Projekten.
  • 7. 7 N°29 – Juni 2015 Dr. Thomas Prüver, Senior Manager bei Ernst & Young, resümiert: "London und Berlin sind die mit Abstand wich- tigsten Start-up-Zentren in Europa. London ist sicher noch ein Stück internationaler und etablierter, insbesondere im Fintech-Segment. Aber es ist bemerkenswert, wie sehr Berlin in den vergangenen Jahren aufgeholt hat." FINTECH CONQUERING BERLIN’S START-UP SCENE Fintech, or financial technology, has taken Berlin by storm. Before the Second World War, the city was the prime loca- tion for financial services, but has gone decades without any significant role as a financial centre. Today, the city is working its way back to the financial top by becoming the hub for numerous fintech start-ups, second only to Lon- don. This is impressive due to the fact that Berlin has come so far without a major bank calling the city home. This, however, is part of the appeal. The city does not have a banking tradition. This gives the “new kids on the block” the ability to start fresh without taking tradition into ac- count. Berlin is affordable when it comes to finding office space and paying salaries and boasts a strong background in e-commerce. While the city is not nearly as wealthy as its start-up counterparts in Frankfurt and London, it has created its own solution to this dilemma by allocating private money to fund start-up “factories.” These loca- tions, such as the aptly named, Factory or Start-up Camp, label themselves as “campuses for start-ups and mature tech companies.” Other start-up entrepreneurs are moti- vated earlier on to approach foreign investors. Whichever way Berlin start-ups go about getting their footing in the fintech scene, their rate of success proves that their methods are working. According to Ernst and Young, from 2013 to September 2014, venture capital firms invested in 145 Berlin tech projects, ahead of Paris’ 66 and just behind London’s 187. Tomas Prüver, Ernst and Young senior manager says, “Ber- lin is on its way to establishing itself next to London as Europe’s tech start-up hub. There’s still a gap to London, and the gap in the fintech segment is bigger still. But even here, Berlin is starting to catch up.” Für Fragen und Rückmeldungen wenden Sie sich bitte an mail@nuances.de. Please feel free to send questions and comments to mail@nuances.de.* Sollten Sie den Newsletter nicht weiter beziehen wollen, senden Sie uns eine e-mail an: mail@nuances.de mit der Nachricht: „unsubscribe“.
  • 8. 8 N°29 – Juni 2015 * If you wish to be removed from the newsletter mailing list, please contact mail@nuances.de and place “unsub- scribe” in the subject heading.