Usability:
Usability: 10 Do’s und Don’ts bei Intranet-
                                  Intranet-
Projekten
ONE Konferenz 2012, Dr. Marcel B.F. Uhr, soultank AG
Wer steht vor Ihnen?

     Marcel B.F. Uhr
     Dr. sc. techn. ETH
     Studium Biologie ETH Zürich mit
     Vertiefung in Ergonomie
     Doktorat an der ETH zum Thema
     Fahrsimulation
     Usability-Engineer seit ca. 15 Jahren
     CEO und Inhaber soultank AG             Mitarbeit bei Intranet-Projekten:
                                                  Swiss Life
     marcel.uhr@soultank.ch                       Visana
                                                  Swisscom
                                                  Suva
                                                  Mobiliar

                                                    ONE Konferenz 2012 | Folie 2
Am liebsten hätte ich alles im Intranet … E-Mail,
Termine, Aufgaben und alles was sonst noch da             Das Bewerten von Inhalten ist in
ist …                                                     unserem Unternehmen nicht so
                                                              bekannt, das würde ein
                                                              Kulturwandel bedingen.
  Das Intranet brauch ich vor allem, um
  andere Mitarbeiter der Unternehmung zu
  finden.
                                              Es wäre toll, wenn sich die Gruppe, der
                                              Bereich selbst auch darstellen könnte.


Einen Inhalt im Intranet
kommentieren, würde ich nicht,                      Ich weiss meistens, wo die
doch finde ich es gut, dass es                      Information ist, nur oft nicht ganz
andere machen.                                      genau.


                                    Das Intranet sollte das wichtigste
                                    Arbeitsinstrument für die Mitarbeiter sein.
Was ist an Intranet Projekten “speziell”?
Intranet Projekte sind “speziell” weil …
… alle Mitarbeiter sind End User
       sehr heterogene Bedürfnisse

… ein Intranet unterstützt nicht einen spezifischen Geschäftsprozess
sondern viele un- oder teilstrukturierte Informations- und Arbeitsprozesse
       alle Geschäftsbereiche sind Stakeholder

… viele Intranet spezifische Themen müssen adressiert werden
       internes Know-How häufig nur beschränkt vorhanden

… End User haben für viele Intranet Use Cases eine gute Alternative
z.B. E-Mail
       ein schlechtes Intranet wird nicht genutzt
                                                                      Thomas Maeder
                                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 4
Agenda

 Wie UCD bei Intranet-Projekten anwenden?
    Vorgehensmodell
    Usability-Methoden
    Konkretes Projekt

 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung
 Wie den Erfolg messen?
 Schlusspunkt und Diskussion




                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 5
User Centred Design
User Centred Design (UCD)?

  Was heisst das überhaupt?
     Im Deutschen: Nutzerorientierte Gestaltung


   Definition nach Wikipedia:
   Die nutzerorientierte Gestaltung zielt darauf ab,
   interaktive Produkte so zu gestalten, dass sie über
   eine hohe Gebrauchstauglichkeit (Usability) verfügen.
   Dies wird im Wesentlichen dadurch erreicht, dass der
   (zukünftige) Nutzer eines Produktes mit seinen
   Aufgaben, Zielen und Eigenschaften in den
   Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses gestellt wird.


                                                  ONE Konferenz 2012 | Folie 7
Vorgehensmodell: ISO 9241 Teil 210




                                     Iteration ist
                                     zentraler Punkt bei
                                     diesem Modell!

                                      ONE Konferenz 2012 | Folie 8
Methoden zum Ziel


ISO 9241-210




                    ONE Konferenz 2012 | Folie 9
Anwendung in einem konkreten Projekt
Konkretes Projekt

1. IST-Analyse Expert Reviews, Fokusgruppen
   Workshops und Contextual Inquiries
   Bedürfnisanalyse
2. Informationsarchitektur-Entwicklung
3. Navigationskonzept-Entwicklung         Usability-
   Walkthrough mit zwei Prototypen
4. Design-Entwicklung     Expert Reviews
5. (Usability-Labortest vor Going-Live)

                                          ONE Konferenz 2012 | Folie 11
Konkretes Projekt

1. IST-Analyse Expert Reviews, Fokusgruppen
   Workshops und Contextual Inquiries
   Bedürfnisanalyse




                                   ONE Konferenz 2012 | Folie 12
Konkretes Projekt

2. Informationsarchitektur-Entwicklung



  Mittels Card Sortings




                                     ONE Konferenz 2012 | Folie 13
Konkretes Projekt

3. Navigationskonzept-Entwicklung (durch Unic
   AG) Usability-Walkthrough mit zwei
   Prototypen




                                     ONE Konferenz 2012 | Folie 14
Konkretes Projekt

4. Design-Entwicklung (durch Unic AG)      Expert
   Reviews durch Usability Experten




                                    ONE Konferenz 2012 | Folie 15
Konkretes Projekt

5. (Usability-Labortest vor Going-Live)

  Konnte leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr
     durchgeführt werden




                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 16
Konkretes Projekt

  Insgesamt wurden ca. 150 Mitarbeiter von der gesamten
  Swisscom befragt und oder beobachtet
  Die Phase der UCD-Methoden dauerte ca. 5 Monate
  Es wurden sicher 500 A4-Seiten produziert ;-)




                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 17
Agenda

 Wie UCD bei Intranet-Projekten anwenden?
    Vorgehensmodell
    Usability-Methoden
    Konkretes Projekt

 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung
 Wie den Erfolg messen?
 Schlusspunkt und Diskussion




                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 18
10 Do’s und Don’ts
10 Do’s und Don’ts

1. Mehrfachzugang anbieten
2. Nicht anhand der Technologie entscheiden
3. Personalisierung machen und Individualisierung
ermöglichen
4. Sich nicht von der Unternehmenskultur einschränken
lassen
5. Das Intranet nur als Ablage verstehen
6. Mitarbeiter zu Mittätern machen
7. Es darf Spass bei der Bedienung machen
8. Nicht einfach die Struktur des Unternehmens abbilden
9. Testen, testen, testen
10. Nicht zu viel reinpacken ... zumindest am Anfang nicht

                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 20
1. Mehrfachzugang anbieten

  Der Google-Ansatz – nur einfach ein Suchfeld –
  funktioniert in Intranets nicht
  Nicht nur die Suche als Zugang zu den Informationen
  verstehen
  Mitarbeiter kennen die Unternehmung und wissen meist,
  wo was gefunden werden sollte Navigationszugang
  anbieten
  Im Gegensatz zu einer Internetseite ist die
  Informationsarchitektur bei Intranet um vieles wichtiger


                                             ONE Konferenz 2012 | Folie 21
1. Mehrfachzugang anbieten
                                     Schwächen


                                     Tools & Applikationen
                                              8%
                                                                    Navigation/Zugang zu
                                                                        Informationen
                    Collaboration                                            35%
                         5%
             Design
              14%



      Dokumenten-
      Management
                                                                            Personalisierung/
          5%
                                                                            Individualisierung
                                                                                    4%
                           Inhalte                 Dialog/Web 2.0
                            17%                         12%




                                                                         ONE Konferenz 2012 | Folie 22
2. Nicht anhand der Technologie entscheiden

  Den Benutzer interessiert die hinter dem Intranet liegende
  Technologie meist nicht
  Limitationen seitens der Technologie behindern die
  konzeptionelle Arbeit
  Kompromisse werden dann in der Umsetzung noch früh
  genug gemacht!




                                             ONE Konferenz 2012 | Folie 23
2. Nicht anhand der Technologie entscheiden



                                              Ihm ist es egal,
                                              wie der Patient
                                              geheilt wird,
                                              wichtig ist nur,
                                              dass er geheilt
                                              wird!
                                              Ähnlich geht es
                                              dem Mitarbeiter!




                                       Openwalls.com

                                           ONE Konferenz 2012 | Folie 24
3. Personalisierung machen und Individualisierung ermöglichen

  Personalisierung = auf meine Rolle als Mitarbeiter
  zugeschnitten
  Individualisierung = ich als Benutzer kann es noch weiter
  meinen Bedürfnissen anpassen


  Der Mitarbeiter kann sein «Tool» selbst gestalten und
  trotzdem «verpasst» er keine Informationen




                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 25
3. Personalisierung machen und Individualisierung ermöglichen




                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 26
4. Sich nicht von der Unternehmenskultur einschränken lassen

  Oft gehört: Ja, das ist halt historisch so gewachsen … bei
  unserem Unternehmen geht das aus xyz Gründen halt
  nicht …
  Bei Einbezug von Mitarbeitern darauf achten und
  versuchen diese «Störeinflüsse» zu reduzieren
  Ein Intranet kann auch ein Unternehmenskulturbooster
  sein!




                                               ONE Konferenz 2012 | Folie 27
4. Sich nicht von der Unternehmenskultur einschränken lassen




                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 28
5. Das Intranet nur als Ablage verstehen

  Intranets dürfen/müssen/sollen als lebende Objekte
  verstanden werden
  Verbindung zu Umsystemen sollen unbedingt ermöglicht
  werden
  Häufiger Wunsch von Mitarbeitern: Intranet ist der
  zentrale Einstiegspunkt zu Informationen jeglicher Art der
  Unternehmung




                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 29
5. Das Intranet nur als Ablage verstehen

                                             Stärken

                                           Navigation/Zugang zu
                                               Informationen
                                                    6%            Personalisierung/
            Tools & Applikationen                                 Individualisierung
                    25%                                                   4%



                                                                                       Dialog/Web 2.0
                                                                                            12%

      Collaboration
           6%



              Design
               6%                   Dokumenten-                    Inhalte
                                    Management                      41%
                                        0%




                                                                                  ONE Konferenz 2012 | Folie 30
6. Mitarbeiter zu Mittätern machen

   Collaboration ist ein zentraler Punkt bei einem modernen
  Intranet
  Das Wissen der Unternehmung liegt in den Köpfen der
  Mitarbeiter, dies sollen sie teilen
  Das muss aber ganz einfach und möglichst intuitive
  passieren (z. B. Bewerten von Inhalten, Kommentieren von
  Inhalten, Corporate Microblogging mit Mobile App
  Anbindung)




                                             ONE Konferenz 2012 | Folie 31
6. Mitarbeiter zu Mittätern machen




      http://blog.yammer.com/blog/2010/08/new-yammer-iphone-app-headed-your-way.html


                                                                                       ONE Konferenz 2012 | Folie 32
7. Es darf Spass bei der Bedienung machen

  Wenn Menschen ein System bedienen sollen, muss die
  Experience der Bedienung hoch sein (Apple-Effekt)
  Ruhig kleine Aufsteller einbinden (z. B. daily comix, Spruch
  des Tages …)
  Das animiert auch mehr zum mittun (siehe Punkt 6)




                                               ONE Konferenz 2012 | Folie 33
7. Es darf Spass bei der Bedienung machen

  Definition von Usability:
  Ein System ist …
  • leicht erlernbar
  • eine geringe Fehlerrate aufweist (effektiv)
  • effizient benutzbar
  • Benutzerbefriedigung bewirken




                                                  ONE Konferenz 2012 | Folie 34
8. Nicht einfach die Struktur des Unternehmens abbilden

  Ein Intranet soll auch als verbindendes Element zwischen
  den Mitarbeitern, den Abteilungen und den
  Organisationsbereichen verstanden werden
  Gärtli-Denken sollte vermieden werden
  Bei Card Sortings sortieren die Leute oft mehr nach
  Tätigkeiten/Aufgaben als nach Organisationseinheiten




                                               ONE Konferenz 2012 | Folie 35
8. Nicht einfach die Struktur des Unternehmens abbilden

  Ein Intranet soll auch als verbindendes Element zwischen
  den Mitarbeitern, den Abteilungen und den
  Organisationsbereichen verstanden werden
  Gärtli-Denken sollte vermieden werden
  Bei Card Sortings sortieren die Leute oft mehr nach
  Tätigkeiten/Aufgaben als nach Organisationseinheiten




                                               ONE Konferenz 2012 | Folie 36
9. Testen, testen, testen

  Früh visualisieren, schnell testen!
  Bei bestehendem Intranet schon mal über die Schulter
  schauen (das Rad muss nicht immer neu erfunden
  werden)
  Workshops für die Bedürfnisse der Mitarbeiter
  durchführen (abteilungsgetrennt,
  abteilungsdurchmischt?!?)
  Möglichst bald Prototypen entwickeln, die mit realen
  Benutzern getestet werden können und dann iterieren!


                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 37
9. Testen, testen, testen


                                     Picture                   HTML
                                 (pixel accurate)             Prototyp
        – Visual Elaboration +




                                                 clickable
                                                Slideshow

                                                               HTML
                                 Wireframes
                                                             Wireframes

                                 Paper&Pencil


                                              – Interactivity +
                                                                          ONE Konferenz 2012 | Folie 38
10. Nicht zu viel reinpacken ... zumindest am Anfang nicht

   Ergonomischer Grundsatz: less is more
  Intranets sollen als lebende Objekte verstanden werden
  und auch nach Relaunch immer weiterentwickelt werden
  Dies hält auch die «Spannung» für den Benutzer aufrecht
  … doch aufgepasst, nicht zu wild!




                                                ONE Konferenz 2012 | Folie 39
Agenda

 Wie UCD bei Intranet-Projekten anwenden?
    Vorgehensmodell
    Usability-Methoden
    Konkretes Projekt

 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung
 Wie den Erfolg messen?
 Schlusspunkt und Diskussion




                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 40
Den Erfolg messen



                    triplepundit.com
Wie den Erfolg messen?

  Wichtig ist, dass schon beim Start eines Intranet-Projektes
  daran gedacht wird, wie in Bezug auf die Usability der
  Erfolg gemessen werden soll!


  Die Mitarbeiter entscheiden über die Qualität des
  Intranets
  Vorher-Nachher-Studien durchführen (vor allem bei schon
  bestehendem Intranet)
     Befragung (z . B. Zufriedenheitsmessungen)
     Statistiken (z. B. Zugriffszahlen …)


                                                  ONE Konferenz 2012 | Folie 42
Wie den Erfolg messen?

  Suva Intranet Redesign:
  Steigerung der Zufriedenheit um 15%




                                        ONE Konferenz 2012 | Folie 43
Agenda

 Wie UCD bei Intranet-Projekten anwenden?
    Vorgehensmodell
    Usability-Methoden
    Konkretes Projekt

 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung
 Wie den Erfolg messen?
 Schlusspunkt und Diskussion




                                            ONE Konferenz 2012 | Folie 44
Richtig gemacht?

  Das haben Swisscom, Suva und Die Mobiliar besser
  gemacht als andere Firmen?


  Die Mitarbeiter – also die effektiven Benutzer des
  Intranets – ins Zentrum gestellt
  Der Usability einen sehr hohen Stellenwert im Projekt
  beigemessen
  Den UCD-Ansatz konsequent gelebt!



                                              ONE Konferenz 2012 | Folie 45
Schlusspunkt

«Das Intranet soll mein wichtigstes
Arbeitsinstrument sein»

  Die Mitarbeiter sind sich der Wichtigkeit eines Intranets
  bewusst
  Wenn ein Mitarbeiter schneller die Information findet, die er für
  seine tägliche Arbeit braucht, spart dies Geld für das
  Unternehmen
  Wird nach dem UCD-Ansatz entwickelt, kann gespart werden!

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Fragen, Bemerkungen, Anregungen … ?



http://www.flickr.com/photos/21496790@N06/5065834411/
One konferenz2012 usability-intranet-soultank_ag

One konferenz2012 usability-intranet-soultank_ag

  • 1.
    Usability: Usability: 10 Do’sund Don’ts bei Intranet- Intranet- Projekten ONE Konferenz 2012, Dr. Marcel B.F. Uhr, soultank AG
  • 2.
    Wer steht vorIhnen? Marcel B.F. Uhr Dr. sc. techn. ETH Studium Biologie ETH Zürich mit Vertiefung in Ergonomie Doktorat an der ETH zum Thema Fahrsimulation Usability-Engineer seit ca. 15 Jahren CEO und Inhaber soultank AG Mitarbeit bei Intranet-Projekten: Swiss Life marcel.uhr@soultank.ch Visana Swisscom Suva Mobiliar ONE Konferenz 2012 | Folie 2
  • 3.
    Am liebsten hätteich alles im Intranet … E-Mail, Termine, Aufgaben und alles was sonst noch da Das Bewerten von Inhalten ist in ist … unserem Unternehmen nicht so bekannt, das würde ein Kulturwandel bedingen. Das Intranet brauch ich vor allem, um andere Mitarbeiter der Unternehmung zu finden. Es wäre toll, wenn sich die Gruppe, der Bereich selbst auch darstellen könnte. Einen Inhalt im Intranet kommentieren, würde ich nicht, Ich weiss meistens, wo die doch finde ich es gut, dass es Information ist, nur oft nicht ganz andere machen. genau. Das Intranet sollte das wichtigste Arbeitsinstrument für die Mitarbeiter sein.
  • 4.
    Was ist anIntranet Projekten “speziell”? Intranet Projekte sind “speziell” weil … … alle Mitarbeiter sind End User sehr heterogene Bedürfnisse … ein Intranet unterstützt nicht einen spezifischen Geschäftsprozess sondern viele un- oder teilstrukturierte Informations- und Arbeitsprozesse alle Geschäftsbereiche sind Stakeholder … viele Intranet spezifische Themen müssen adressiert werden internes Know-How häufig nur beschränkt vorhanden … End User haben für viele Intranet Use Cases eine gute Alternative z.B. E-Mail ein schlechtes Intranet wird nicht genutzt Thomas Maeder ONE Konferenz 2012 | Folie 4
  • 5.
    Agenda Wie UCDbei Intranet-Projekten anwenden? Vorgehensmodell Usability-Methoden Konkretes Projekt 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung Wie den Erfolg messen? Schlusspunkt und Diskussion ONE Konferenz 2012 | Folie 5
  • 6.
  • 7.
    User Centred Design(UCD)? Was heisst das überhaupt? Im Deutschen: Nutzerorientierte Gestaltung Definition nach Wikipedia: Die nutzerorientierte Gestaltung zielt darauf ab, interaktive Produkte so zu gestalten, dass sie über eine hohe Gebrauchstauglichkeit (Usability) verfügen. Dies wird im Wesentlichen dadurch erreicht, dass der (zukünftige) Nutzer eines Produktes mit seinen Aufgaben, Zielen und Eigenschaften in den Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses gestellt wird. ONE Konferenz 2012 | Folie 7
  • 8.
    Vorgehensmodell: ISO 9241Teil 210 Iteration ist zentraler Punkt bei diesem Modell! ONE Konferenz 2012 | Folie 8
  • 9.
    Methoden zum Ziel ISO9241-210 ONE Konferenz 2012 | Folie 9
  • 10.
    Anwendung in einemkonkreten Projekt
  • 11.
    Konkretes Projekt 1. IST-AnalyseExpert Reviews, Fokusgruppen Workshops und Contextual Inquiries Bedürfnisanalyse 2. Informationsarchitektur-Entwicklung 3. Navigationskonzept-Entwicklung Usability- Walkthrough mit zwei Prototypen 4. Design-Entwicklung Expert Reviews 5. (Usability-Labortest vor Going-Live) ONE Konferenz 2012 | Folie 11
  • 12.
    Konkretes Projekt 1. IST-AnalyseExpert Reviews, Fokusgruppen Workshops und Contextual Inquiries Bedürfnisanalyse ONE Konferenz 2012 | Folie 12
  • 13.
    Konkretes Projekt 2. Informationsarchitektur-Entwicklung Mittels Card Sortings ONE Konferenz 2012 | Folie 13
  • 14.
    Konkretes Projekt 3. Navigationskonzept-Entwicklung(durch Unic AG) Usability-Walkthrough mit zwei Prototypen ONE Konferenz 2012 | Folie 14
  • 15.
    Konkretes Projekt 4. Design-Entwicklung(durch Unic AG) Expert Reviews durch Usability Experten ONE Konferenz 2012 | Folie 15
  • 16.
    Konkretes Projekt 5. (Usability-Labortestvor Going-Live) Konnte leider aus zeitlichen Gründen nicht mehr durchgeführt werden ONE Konferenz 2012 | Folie 16
  • 17.
    Konkretes Projekt Insgesamt wurden ca. 150 Mitarbeiter von der gesamten Swisscom befragt und oder beobachtet Die Phase der UCD-Methoden dauerte ca. 5 Monate Es wurden sicher 500 A4-Seiten produziert ;-) ONE Konferenz 2012 | Folie 17
  • 18.
    Agenda Wie UCDbei Intranet-Projekten anwenden? Vorgehensmodell Usability-Methoden Konkretes Projekt 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung Wie den Erfolg messen? Schlusspunkt und Diskussion ONE Konferenz 2012 | Folie 18
  • 19.
    10 Do’s undDon’ts
  • 20.
    10 Do’s undDon’ts 1. Mehrfachzugang anbieten 2. Nicht anhand der Technologie entscheiden 3. Personalisierung machen und Individualisierung ermöglichen 4. Sich nicht von der Unternehmenskultur einschränken lassen 5. Das Intranet nur als Ablage verstehen 6. Mitarbeiter zu Mittätern machen 7. Es darf Spass bei der Bedienung machen 8. Nicht einfach die Struktur des Unternehmens abbilden 9. Testen, testen, testen 10. Nicht zu viel reinpacken ... zumindest am Anfang nicht ONE Konferenz 2012 | Folie 20
  • 21.
    1. Mehrfachzugang anbieten Der Google-Ansatz – nur einfach ein Suchfeld – funktioniert in Intranets nicht Nicht nur die Suche als Zugang zu den Informationen verstehen Mitarbeiter kennen die Unternehmung und wissen meist, wo was gefunden werden sollte Navigationszugang anbieten Im Gegensatz zu einer Internetseite ist die Informationsarchitektur bei Intranet um vieles wichtiger ONE Konferenz 2012 | Folie 21
  • 22.
    1. Mehrfachzugang anbieten Schwächen Tools & Applikationen 8% Navigation/Zugang zu Informationen Collaboration 35% 5% Design 14% Dokumenten- Management Personalisierung/ 5% Individualisierung 4% Inhalte Dialog/Web 2.0 17% 12% ONE Konferenz 2012 | Folie 22
  • 23.
    2. Nicht anhandder Technologie entscheiden Den Benutzer interessiert die hinter dem Intranet liegende Technologie meist nicht Limitationen seitens der Technologie behindern die konzeptionelle Arbeit Kompromisse werden dann in der Umsetzung noch früh genug gemacht! ONE Konferenz 2012 | Folie 23
  • 24.
    2. Nicht anhandder Technologie entscheiden Ihm ist es egal, wie der Patient geheilt wird, wichtig ist nur, dass er geheilt wird! Ähnlich geht es dem Mitarbeiter! Openwalls.com ONE Konferenz 2012 | Folie 24
  • 25.
    3. Personalisierung machenund Individualisierung ermöglichen Personalisierung = auf meine Rolle als Mitarbeiter zugeschnitten Individualisierung = ich als Benutzer kann es noch weiter meinen Bedürfnissen anpassen Der Mitarbeiter kann sein «Tool» selbst gestalten und trotzdem «verpasst» er keine Informationen ONE Konferenz 2012 | Folie 25
  • 26.
    3. Personalisierung machenund Individualisierung ermöglichen ONE Konferenz 2012 | Folie 26
  • 27.
    4. Sich nichtvon der Unternehmenskultur einschränken lassen Oft gehört: Ja, das ist halt historisch so gewachsen … bei unserem Unternehmen geht das aus xyz Gründen halt nicht … Bei Einbezug von Mitarbeitern darauf achten und versuchen diese «Störeinflüsse» zu reduzieren Ein Intranet kann auch ein Unternehmenskulturbooster sein! ONE Konferenz 2012 | Folie 27
  • 28.
    4. Sich nichtvon der Unternehmenskultur einschränken lassen ONE Konferenz 2012 | Folie 28
  • 29.
    5. Das Intranetnur als Ablage verstehen Intranets dürfen/müssen/sollen als lebende Objekte verstanden werden Verbindung zu Umsystemen sollen unbedingt ermöglicht werden Häufiger Wunsch von Mitarbeitern: Intranet ist der zentrale Einstiegspunkt zu Informationen jeglicher Art der Unternehmung ONE Konferenz 2012 | Folie 29
  • 30.
    5. Das Intranetnur als Ablage verstehen Stärken Navigation/Zugang zu Informationen 6% Personalisierung/ Tools & Applikationen Individualisierung 25% 4% Dialog/Web 2.0 12% Collaboration 6% Design 6% Dokumenten- Inhalte Management 41% 0% ONE Konferenz 2012 | Folie 30
  • 31.
    6. Mitarbeiter zuMittätern machen Collaboration ist ein zentraler Punkt bei einem modernen Intranet Das Wissen der Unternehmung liegt in den Köpfen der Mitarbeiter, dies sollen sie teilen Das muss aber ganz einfach und möglichst intuitive passieren (z. B. Bewerten von Inhalten, Kommentieren von Inhalten, Corporate Microblogging mit Mobile App Anbindung) ONE Konferenz 2012 | Folie 31
  • 32.
    6. Mitarbeiter zuMittätern machen http://blog.yammer.com/blog/2010/08/new-yammer-iphone-app-headed-your-way.html ONE Konferenz 2012 | Folie 32
  • 33.
    7. Es darfSpass bei der Bedienung machen Wenn Menschen ein System bedienen sollen, muss die Experience der Bedienung hoch sein (Apple-Effekt) Ruhig kleine Aufsteller einbinden (z. B. daily comix, Spruch des Tages …) Das animiert auch mehr zum mittun (siehe Punkt 6) ONE Konferenz 2012 | Folie 33
  • 34.
    7. Es darfSpass bei der Bedienung machen Definition von Usability: Ein System ist … • leicht erlernbar • eine geringe Fehlerrate aufweist (effektiv) • effizient benutzbar • Benutzerbefriedigung bewirken ONE Konferenz 2012 | Folie 34
  • 35.
    8. Nicht einfachdie Struktur des Unternehmens abbilden Ein Intranet soll auch als verbindendes Element zwischen den Mitarbeitern, den Abteilungen und den Organisationsbereichen verstanden werden Gärtli-Denken sollte vermieden werden Bei Card Sortings sortieren die Leute oft mehr nach Tätigkeiten/Aufgaben als nach Organisationseinheiten ONE Konferenz 2012 | Folie 35
  • 36.
    8. Nicht einfachdie Struktur des Unternehmens abbilden Ein Intranet soll auch als verbindendes Element zwischen den Mitarbeitern, den Abteilungen und den Organisationsbereichen verstanden werden Gärtli-Denken sollte vermieden werden Bei Card Sortings sortieren die Leute oft mehr nach Tätigkeiten/Aufgaben als nach Organisationseinheiten ONE Konferenz 2012 | Folie 36
  • 37.
    9. Testen, testen,testen Früh visualisieren, schnell testen! Bei bestehendem Intranet schon mal über die Schulter schauen (das Rad muss nicht immer neu erfunden werden) Workshops für die Bedürfnisse der Mitarbeiter durchführen (abteilungsgetrennt, abteilungsdurchmischt?!?) Möglichst bald Prototypen entwickeln, die mit realen Benutzern getestet werden können und dann iterieren! ONE Konferenz 2012 | Folie 37
  • 38.
    9. Testen, testen,testen Picture HTML (pixel accurate) Prototyp – Visual Elaboration + clickable Slideshow HTML Wireframes Wireframes Paper&Pencil – Interactivity + ONE Konferenz 2012 | Folie 38
  • 39.
    10. Nicht zuviel reinpacken ... zumindest am Anfang nicht Ergonomischer Grundsatz: less is more Intranets sollen als lebende Objekte verstanden werden und auch nach Relaunch immer weiterentwickelt werden Dies hält auch die «Spannung» für den Benutzer aufrecht … doch aufgepasst, nicht zu wild! ONE Konferenz 2012 | Folie 39
  • 40.
    Agenda Wie UCDbei Intranet-Projekten anwenden? Vorgehensmodell Usability-Methoden Konkretes Projekt 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung Wie den Erfolg messen? Schlusspunkt und Diskussion ONE Konferenz 2012 | Folie 40
  • 41.
    Den Erfolg messen triplepundit.com
  • 42.
    Wie den Erfolgmessen? Wichtig ist, dass schon beim Start eines Intranet-Projektes daran gedacht wird, wie in Bezug auf die Usability der Erfolg gemessen werden soll! Die Mitarbeiter entscheiden über die Qualität des Intranets Vorher-Nachher-Studien durchführen (vor allem bei schon bestehendem Intranet) Befragung (z . B. Zufriedenheitsmessungen) Statistiken (z. B. Zugriffszahlen …) ONE Konferenz 2012 | Folie 42
  • 43.
    Wie den Erfolgmessen? Suva Intranet Redesign: Steigerung der Zufriedenheit um 15% ONE Konferenz 2012 | Folie 43
  • 44.
    Agenda Wie UCDbei Intranet-Projekten anwenden? Vorgehensmodell Usability-Methoden Konkretes Projekt 10 Do’s und Don’ts aus der Erfahrung Wie den Erfolg messen? Schlusspunkt und Diskussion ONE Konferenz 2012 | Folie 44
  • 45.
    Richtig gemacht? Das haben Swisscom, Suva und Die Mobiliar besser gemacht als andere Firmen? Die Mitarbeiter – also die effektiven Benutzer des Intranets – ins Zentrum gestellt Der Usability einen sehr hohen Stellenwert im Projekt beigemessen Den UCD-Ansatz konsequent gelebt! ONE Konferenz 2012 | Folie 45
  • 46.
    Schlusspunkt «Das Intranet sollmein wichtigstes Arbeitsinstrument sein» Die Mitarbeiter sind sich der Wichtigkeit eines Intranets bewusst Wenn ein Mitarbeiter schneller die Information findet, die er für seine tägliche Arbeit braucht, spart dies Geld für das Unternehmen Wird nach dem UCD-Ansatz entwickelt, kann gespart werden! ONE Konferenz 2012 | Folie 46
  • 47.
    Fragen, Bemerkungen, Anregungen… ? http://www.flickr.com/photos/21496790@N06/5065834411/