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Infrastrukturabgabe
NR. 04| 27.02.2015 |
Liebe Leserinnen und Leser,
im Bundestag standen diese Woche eine Reihe
wichtiger Entscheidungen auf der Tagesord-
nung. So beginnen wir das parlamentarische
Verfahren zur Maut, um das Gesetz noch vor
der Sommerpause zu verabschieden und ab
2016 zusätzliches Geld in unsere Infrastruktur
investieren zu können. Außerdem steigern wir
die Attraktivität der Bundeswehr durch ein
Bündel von Maßnahmen.
In der Öffentlichkeit bestimmt allerdings vor
allem die Entscheidung über die Verlängerung
des Hilfsprogramms für Griechenland die
Debatte. Ich verhehle nicht, dass uns allen
diese Entscheidung nicht leicht fällt. In der
Tat hat die neue griechische Regierung mit
vielen Äußerungen vor und nach der Wahl das
Vertrauen in ihre Fähigkeit zu konstruktiver
Zusammenarbeit und zur Programmerfüllung
schwer beschädigt. Es ist ihr jedoch nicht ge-
lungen, die übrigen Euro-Länder auseinander­
zudividieren. Bundesfinanzminister Schäuble
hat durchgesetzt, dass das aktuelle Programm
zu den gleichen Bedingungen fortgesetzt wird
wie bisher: Solidarität nur gegen Solidität. Die
griechische Regierung erhält vier Monate mehr
Zeit, die Vereinbarungen umzusetzen. Und nur
wenn sie dies nachweislich nach Überprüfung
durch die ‚Troika‘ getan hat, können die noch
offenen Mittel in Höhe von knapp 3,7 Mrd. Euro
ausgezahlt werden. Sie hat damit die Chance
bekommen, Vertrauen zurückzugewinnen und in
der Realität anzukommen. Wir hoffen, dass sie
diese – vielleicht letzte – Chance auch ergreift.
Sie sollte sich dabei ein Beispiel an der portu-
giesischen Regierung nehmen, die Finanzhilfen
des IWF vorzeitig zurückzahlen will. Portugal
hat auf Grund der Reformen das Vertrauen am
Kapitalmarkt schon so weit wiederhergestellt,
dass sie unter günstigeren Bedingungen als beim
IWF Kredite aufnehmen kann. Der Bundestag
hat dazu den Weg frei gemacht. Nachhaltige
Reformen führen ans Ziel.
Pkw-Maut nimmt Fahrt auf
„Die Infrastrukturabgabe ist fair, sinnvoll und gerecht“, das betonte
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in seiner Rede im Ple-
num. Am Donnerstag fand die erste Lesung zur Einführung einer
Infrastrukturabgabe im Deutschen Bundestag statt. Die Aussagen
des Ministers in der Debatte sowie die wichtigsten Fakten zum
Thema finden Sie im Überblick. 		 → Mehr dazu auf Seite 3
Foto: picture alliance / dpa
Bundesminister Alexander Dobrindt bei der Debatte zur Infrastrukturabgabe im Plenum.
Hilfsprogramm für Griechenland
Griechen: Vier Monate mehr Zeit
Diese Entscheidung fiel nicht leicht. Das Hilfsprogramm für Grie-
chenland verlängern – ja oder nein? Der Deutsche Bundestag
stimmte am Freitag dafür und gibt so Griechenland weitere Zeit.
„Es geht nicht um neue Milliarden
für Griechenland oder um die
Veränderung des Programms“,
machte Bundesfinanzminister
Dr. Wolfgang Schäuble gleich zu
Beginn der Debatte deutlich. Es
gehe schlichtweg darum, ein Pro-
gramm, welches eigentlich schon
Ende 2014 ausgelaufen wäre, um
vier Monate zu verlängern.
Griechenland hat sich in den ver-
gangenen Wochen verpflichtet,
keinerlei einseitige Maßnahmen
zu unternehmen, ohne Abstim-
mung mit Europäischer Zentral-
bank, Europäischem Währungs-
fonds und Europäischer Kommis-
sion. Zudem legte die griechische
Regierung eine Reformliste vor,
die sie in den nächsten Monaten
umsetzen wolle. Schäuble stellte
jedoch klar: Nur nach Überprü-
fung der Troika werden die noch
ausstehenden Gelder aus dem
Hilfsprogramm gezahlt. Die Grie-
chen sollten sich klar machen,
dass die Löhne und Renten in
anderen Ländern niedriger sind
als bei ihnen. Sanierung sei immer
mit Anstrengungen verbunden.
Solidarität habe auch immer mit
Verlässlichkeit zu tun. Solidarität
gibt es nur gegen Solidität.
Dennoch gehe es bei der Frage
auch um die Zukunft Europas,
machte Schäuble deutlich. „Wir
sind in Europa eine Gemein-
schaft.“ Dies müsse weiter gelebt
werden. Allen voran von uns
Deutschen.
Die CSU-Landesgruppe hat zum
Hilfsprogramm einen Beschluss
gefasst. Diesen finden Sie hier. Hansjörg Durz MdB
27.02.2015		 www.csu-landesgruppe.de	 Seite 2
D i e s e W o c h e
IMPRESSUM:
Der Meinungsbeitrag auf S. 1 gibt die persönliche
Auffassung des betreffenden Abgeordneten wieder.
Foto Editorial:
Redaktion: Inge Niebergall
Verantwortliche Redakteurin: Linda Dietze
11011 Berlin · Platz der Republik 1
Telefon:	 (030) 227	 -	70212
e-mail:	bab@cducsu.de
internet:	www.csu-landesgruppe.de
Infrastrukturabgabe
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Koalitionsausschuss
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tern sollen alle problematischen Bereiche aufgelistet und anschließend
bewertet werden. Darauf einigten sich CSU, CDU und SPD am Dienstag
beim Koalitionsausschuss im Kanzleramt.
Was ist ein ... Koalitionsausschuss?
Spitzentreffen zu später Stunde: Am Dienstagabend tagte in Berlin wieder
der Koalitionsausschuss. Das Gremium, in dem die führenden Politiker
von CSU, CDU und SPD über den aktuellen Kurs diskutieren, verhandeln
und entscheiden.
Die CSU-Landesgruppe hatte wieder­
holt Nachbesserungen gefordert.
Hauptkritikpunkt sind die Dokumen-
tationspflichten. Denn Unternehmen
und Vereine müssen die Arbeitszeit
ihrer Mitarbeiter genauestens doku-
mentieren. „Der Mindestlohn darf kein
Bürokratiemonster sein“, sagte die
Vorsitzende der CSU-Landesgruppe
Gerda Hasselfeldt. In einem Brief an
die zuständige Bundesministerin An-
drea Nahles machte sie ihre Bedenken
deutlich. Nun gehe es darum, unter
anderem die Dokumentationspflich-
ten unter die Lupe zu nehmen und
nachzujustieren. „Wir stellen nicht
den Mindestlohn grundsätzlich in
Frage“, unterstrich Hasselfeldt, „aber
wir müssen überbordende Bürokratie
vermeiden.“
Der Koalitionsausschuss hat eine
wichtige Steuerungsaufgabe. Hier
wird die Zusammenarbeit zwischen
den Koalitionspartnern in der Regie-
rung und im Bundestag koordiniert
– und das auf höchster Ebene. Denn
Zutritt zum Koalitionsausschuss hat
nur die Führungsriege der Parteien,
die an der Regierungskoalition betei-
ligt sind. In einer Koalition stoßen die
unterschiedlichen Programme der
jeweiligen Fraktionen aufeinander.
Der Begriff Koalition stammt vom
lateinischen Wort „coalescere“ und
bedeutet ,sich einigen‘. Das ist auch
das Ziel des Koalitionsausschusses
bezogen auf wichtige Themen.
Die Treffen finden in unregelmäßigen
Abständen statt. 1961 war übrigens
erstmals von einem Koalitionsaus-
schuss die Rede – und zwar im
Koalitionsvertrag zwischen CSU, CDU
und FDP.
Diese Veröffentlichung der CSU-Landesgruppe dient ausschließ­­­-
lich der Information und darf während eines Wahlkampfes nicht
zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden.
Foto: picture alliance/dpa
+++ kurz notiert +++
Arbeitgeber Bundeswehr
Die Attraktivität der Bundeswehr
als Arbeitgeber wird gesteigert. Ein
entsprechendes Gesetz hat der Bun-
destag am Donnerstag verabschiedet.
20 Einzelmaßnahmen sollen dabei
die Bundeswehr wettbewerbsfähig
machen, damit sich auch künftig ge-
nügend junge Leute für den Dienst bei
der Bundeswehr bewerben.
Mali-Einsatz verlängert
Der Bundeswehreinsatz bewaffneter
Streitkräfte in Mali wird fortgesetzt.
Die Abgeordneten stimmten am
Donnerstag in namentlicher Ab-
stimmung für die Verlängerung der
EU-geführten Ausbildungsmission.
Das Mandat ist bis Ende Mai 2016
befristet. Bis zu 350 deutsche Solda-
ten sollen an der Mission teilnehmen.
Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen
ist in diesem Mandat nicht vorge-
sehen.
Foto: picture alliance/r. goldmann
Brief aus Berlin
Marcus Mark
27.02.2015		 www.csu-landesgruppe.de	 Seite 3
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zur Infrastrukturabgabe
„Dieser Systemwechsel ist ein echter Meilenstein“
Es war eines der Wahlversprechen der CSU: die Infrastrukturabgabe für Pkw. Am Donnerstag fand die erste
Lesung der sogenannten Pkw-Maut im Deutschen Bundestag statt. Dies sei ein Systemwechsel – weg von der
Steuerfinanzierung hin zur Nutzerfinanzierung der Infrastruktur, sagt Minister Alexander Dobrindt. Er machte
deutlich, wie wichtig das Vorhaben ist:
Zur Finanzierung der Infrastruktur: „In den
meisten europäischen Ländern gibt es
drei Säulen der Finanzierung der Infra-
struktur: Kfz-Steuer-Systeme, Mineral­
ölsteuersysteme und Mautsysteme. In
Deutschland haben wir bisher nur zwei
Säulen: die Kfz-Steuer und die Mine-
ralölsteuer. Wir bauen jetzt die dritte
Säule, wie sie in unseren Nachbarlän-
dern bereits existiert. Dass es dabei
zu keinen Mehrbelastungen derer
kommen darf, die bisher die beiden
ersten Säulen bedienen, ist, glaube
ich, geradezu selbstverständlich.“
Zu den Mehreinnahmen: „Wir vollziehen
einen echten Systemwechsel von ei-
ner vorwiegend steuerfinanzierten zu
einer nutzerfinanzierten Infrastruktur.
Dadurch bewegen wir 3,7 Milliarden
Euro vom Finanzetat in den Ver-
kehrsetat – jedes Jahr, dauerhaft und
zweckgebunden. Dadurch sichern
wir die Zukunftsfähigkeit unserer
Verkehrsnetze und damit Wachstum,
Wohlstand und Arbeit von morgen.“
ZumParadigmenwechsel: „Dieser System-
wechsel ist ein echter Meilenstein in
der Finanzierung der Infrastruktur.
Änderung der Kfz-Steuer
In Richtung Nutzerfinanzierung
Die sogenannte Pkw-Maut sorgt für einen Systemwech-
sel: von der steuerfinanzierten hin zu einer nutzerfinan-
zierten Investition in die Infrastruktur.
Bisher trugen Autohalter in Deutschland über ihre Steu-
erabgabe an der Finanzierung bei. Damit es durch die
Einführung der Infrastrukturabgabe zu keiner Doppelbe-
lastung kommt, werden die Beiträge der Kfz-Steuer nun
abgemildert.
Am Donnerstag wurde deshalb ein zweiter Gesetzentwurf
in erster Lesung beraten, der das Verkehrssteuergesetz
entsprechend abändern soll. Die Entlastung erfolgt in der
Höhe, die der Infrastrukturabgabe entspricht.
Zudem sollen mit dem Gesetzentwurf technische Anpas-
sungen bei der Kfz-Steuer umgesetzt werden, die sich aus
der Übernahme der Verwaltung durch den Zoll ergeben.
Foto: picture alliance/bildagentur online
♦♦Mautpflichtig sind Halter in Deutschland und im Aus-
land zugelassener Pkw und Wohnmobile. Für deutsche
Autofahrer entsteht jedoch durch die Einführung von
Freibeträgen bei der Kfz-Steuer keine Mehrbelastung.
♦♦3, 7 Milliarden Euro soll die Maut in einer Legislatur­
periode an Einnahmen erzielen.
♦♦Die Gelder sind zweckgebunden und dürfen nur für
Infrastrukturprojekte ausgegeben werden.
♦♦Die Höhe der Abgabe bemisst sich an der Größe und
der Umweltfreundlichkeit des Pkw. Bei Wohnmobilen
ist das Gewicht ausschlaggebend.
♦♦Die Erfassung der Mautdaten erfolgt für in Deutschland
zugelassene Fahrzeuge elektronisch und unterliegt
einem umfassenden Datenschutz.
♦♦Für Halter im Ausland zugelassener Pkw gibt es Zehn-
tages-, Zweimonats- oder Jahresvignetten.
Das Verursacherprinzip ,Wer mitnutzt,
der zahlt mit‘ wird umgesetzt. Damit
schaffen wir eine breitere Basis für die
zukünftige Finanzierungsgrundlage
unserer Infrastruktur.“
Zum Maut-Projekt: „Wir haben im Wahl-
kampf mehr Gerechtigkeit in der Stra-
ßenfinanzierung gefordert. Wir haben
dafür in den Koalitionsverhandlungen
gestritten. Wir haben uns durchge-
setzt. Und wir haben jetzt mit der Ein-
bringung einen wichtigen Schritt zur
Umsetzung genommen. Wir zeigen:
Die Union ist eine politische Kraft, die
nicht nur Investitionslücken beklagt
und Zustände beschreibt, sondern
entschlossen handelt. Die Infrastruk-
turabgabe kommt – die Investitionen
in unsere Infrastruktur steigen.“
Zur Gerechtigkeitsfrage: „Die Infrastruktur­
abgabe, sie ist fair, sie ist sinnvoll, und
sie ist gerecht. Sie ist fair, weil sie in
den meisten unserer Nachbarländer
genau so durchgeführt wird. Sie ist
sinnvoll, weil jeder Euro, den wir ein-
nehmen, zusätzlich in die Infrastruktur
investiert wird, und sie ist gerecht, weil
sie zukünftig jeden, der die Straßen
nutzt, angemessen an der Finanzie-
rung beteiligt.“
Die Fakten zur Infrastrukturabgabe:
Brief aus Berlin
27.02.2015		 www.csu-landesgruppe.de	 Seite 4
Außenpolitik
Über die Situation in der Ukraine
Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine standen im
Mittelpunkt des Gesprächs der CSU-Landesgruppen­
vorsitzenden Gerda Hasselfeldt mit Oksana Syroyid,
Vizepräsidentin der ukrainischen Rada – dem dortigen
Parlament. An dem Treffen nahm auch der ukrainische
Botschafter in Deutschland teil.
Die Lage im Osten des Landes sei noch immer drama-
tisch, sagte Syroyid. Andererseits wies sie aber auch auf
die derzeit oft zu wenig beachteten Probleme hin, welche
die ganze Ukraine betreffen würden. Die Ukraine versuche
grundlegende Reformen, zum Beispiel in der Wirtschaft,
umzusetzen und die Abhängigkeit von russischen Ener-
gielieferungen zu verringern. Die Vizepräsidentin bat je-
doch vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise im ganzen
Land um weitere Unterstützung. Hasselfeldt versicherte,
die Lage in der Ukraine genau zu beobachten. Deutsch-
land werde sich weiter auf den Gebieten der Diplomatie,
Institutionsaufbau und Wirtschaft engagieren.
Nachhaltigkeitsstrategie
Über einen Weltzukunftsvertrag
17 Ziele für eine bessere Welt: Für eine globale Nach-
haltigkeitsagenda schlagen die Vereinten Nationen einen
effektiven, transparenten und überprüfbaren Fahrplan bis
2030 vor. Am Donnerstag hat der Deutsche Bundes-
tag einem Antrag der Koalitionsfraktionen zugestimmt,
indem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich für
die Umsetzung der vorgeschlagenen nachhaltigen UN-
Entwicklungsziele einzusetzen.
„Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um einen
Weltzukunftsvertrag“, unterstrich Dr. Gerd Müller, Bun-
desminister für Entwicklung und wirtschaftliche Zusam-
menarbeit, im Plenum. Nur gemeinsam könne man die
Überlebensfragen der Menschheit lösen: Frieden schaffen,
Schöpfung erhalten und für Ernährung, Gesundheit und
Energie sorgen und ein Leben in Würde ermöglichen.
dabei stelle sich jedoch die globale Gerechtigkeitsfrage
ebenso wie die globale Verteilungsfrage. Deshalb brauche
Globalisierung Grenzen, soziale und ökologische Vorgaben.
Foto: CSU-Landesgruppe Foto: picture alliance/science photo library
Kleinanlegerschutz
Zum Schutz der Sparer
Die Transparenz von Finanzprodukten und Anleger­
informationen sollen verbessert werden. Damit soll der­
jenige, der Geld anlegt, die Seriosität, die Renditeaussichten
und das Risiko dieser Anlagen besser einschätzen und
Risiken abschätzen können. Dies soll das Vertrauen in die
in Deutschland angebotenen Finanzdienstleistungen und
Produkte stärken.
Die Bundesregierung hat einen entsprechenden Entwurf
eines Kleinanlegerschutzgesetzes am Freitag in erster Le-
sung in den Bundestag eingebracht. Sollte dieser Entwurf
zum Gesetz werden, würde dies vor allem Sparer schützen.
Denn in der Vergangenheit haben diese zum Teil erhebliche
Vermögenseinbußen erlitten, wenn sie in Produkte inves-
tierten, die nur einer eingeschränkten Aufsicht durch die
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterlagen.
Gentechnik
Kein Anbau veränderter Pflanzen
Gemeinsames Ziel sei es, den Anbau gentechnisch
veränderter Pflanzen in Deutschland flächendeckend
zu verbieten. Dies stellte Bundeslandwirtschaftsminister
Christian Schmidt (CSU) gleich zu Beginn seiner Rede
in der Aktuellen Stunde am Mittwoch klar. Einen ent-
sprechenden Gesetzentwurf hat das Bundesministerium
jüngst in die Ressortabstimmung gegeben. Jetzt müsse
der Anbau insgesamt sachlich diskutiert werden, forderte
der Bundesminister auch von der Opposition.
Die Frage, ob Bund oder Länder für solche Anbauver-
bote zuständig sind, sei zunächst zweitrangig. „Es muss
darum gehen, dass diese Verbote schnell kommen und
einer gerichtlichen Überprüfung stand halten“, ergänzte
Marlene Mortler, agrarpolitische Sprecherin der CSU-
Landesgruppe.
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  • 1. Infrastrukturabgabe NR. 04| 27.02.2015 | Liebe Leserinnen und Leser, im Bundestag standen diese Woche eine Reihe wichtiger Entscheidungen auf der Tagesord- nung. So beginnen wir das parlamentarische Verfahren zur Maut, um das Gesetz noch vor der Sommerpause zu verabschieden und ab 2016 zusätzliches Geld in unsere Infrastruktur investieren zu können. Außerdem steigern wir die Attraktivität der Bundeswehr durch ein Bündel von Maßnahmen. In der Öffentlichkeit bestimmt allerdings vor allem die Entscheidung über die Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland die Debatte. Ich verhehle nicht, dass uns allen diese Entscheidung nicht leicht fällt. In der Tat hat die neue griechische Regierung mit vielen Äußerungen vor und nach der Wahl das Vertrauen in ihre Fähigkeit zu konstruktiver Zusammenarbeit und zur Programmerfüllung schwer beschädigt. Es ist ihr jedoch nicht ge- lungen, die übrigen Euro-Länder auseinander­ zudividieren. Bundesfinanzminister Schäuble hat durchgesetzt, dass das aktuelle Programm zu den gleichen Bedingungen fortgesetzt wird wie bisher: Solidarität nur gegen Solidität. Die griechische Regierung erhält vier Monate mehr Zeit, die Vereinbarungen umzusetzen. Und nur wenn sie dies nachweislich nach Überprüfung durch die ‚Troika‘ getan hat, können die noch offenen Mittel in Höhe von knapp 3,7 Mrd. Euro ausgezahlt werden. Sie hat damit die Chance bekommen, Vertrauen zurückzugewinnen und in der Realität anzukommen. Wir hoffen, dass sie diese – vielleicht letzte – Chance auch ergreift. Sie sollte sich dabei ein Beispiel an der portu- giesischen Regierung nehmen, die Finanzhilfen des IWF vorzeitig zurückzahlen will. Portugal hat auf Grund der Reformen das Vertrauen am Kapitalmarkt schon so weit wiederhergestellt, dass sie unter günstigeren Bedingungen als beim IWF Kredite aufnehmen kann. Der Bundestag hat dazu den Weg frei gemacht. Nachhaltige Reformen führen ans Ziel. Pkw-Maut nimmt Fahrt auf „Die Infrastrukturabgabe ist fair, sinnvoll und gerecht“, das betonte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt in seiner Rede im Ple- num. Am Donnerstag fand die erste Lesung zur Einführung einer Infrastrukturabgabe im Deutschen Bundestag statt. Die Aussagen des Ministers in der Debatte sowie die wichtigsten Fakten zum Thema finden Sie im Überblick. → Mehr dazu auf Seite 3 Foto: picture alliance / dpa Bundesminister Alexander Dobrindt bei der Debatte zur Infrastrukturabgabe im Plenum. Hilfsprogramm für Griechenland Griechen: Vier Monate mehr Zeit Diese Entscheidung fiel nicht leicht. Das Hilfsprogramm für Grie- chenland verlängern – ja oder nein? Der Deutsche Bundestag stimmte am Freitag dafür und gibt so Griechenland weitere Zeit. „Es geht nicht um neue Milliarden für Griechenland oder um die Veränderung des Programms“, machte Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble gleich zu Beginn der Debatte deutlich. Es gehe schlichtweg darum, ein Pro- gramm, welches eigentlich schon Ende 2014 ausgelaufen wäre, um vier Monate zu verlängern. Griechenland hat sich in den ver- gangenen Wochen verpflichtet, keinerlei einseitige Maßnahmen zu unternehmen, ohne Abstim- mung mit Europäischer Zentral- bank, Europäischem Währungs- fonds und Europäischer Kommis- sion. Zudem legte die griechische Regierung eine Reformliste vor, die sie in den nächsten Monaten umsetzen wolle. Schäuble stellte jedoch klar: Nur nach Überprü- fung der Troika werden die noch ausstehenden Gelder aus dem Hilfsprogramm gezahlt. Die Grie- chen sollten sich klar machen, dass die Löhne und Renten in anderen Ländern niedriger sind als bei ihnen. Sanierung sei immer mit Anstrengungen verbunden. Solidarität habe auch immer mit Verlässlichkeit zu tun. Solidarität gibt es nur gegen Solidität. Dennoch gehe es bei der Frage auch um die Zukunft Europas, machte Schäuble deutlich. „Wir sind in Europa eine Gemein- schaft.“ Dies müsse weiter gelebt werden. Allen voran von uns Deutschen. Die CSU-Landesgruppe hat zum Hilfsprogramm einen Beschluss gefasst. Diesen finden Sie hier. Hansjörg Durz MdB
  • 2. 27.02.2015 www.csu-landesgruppe.de Seite 2 D i e s e W o c h e IMPRESSUM: Der Meinungsbeitrag auf S. 1 gibt die persönliche Auffassung des betreffenden Abgeordneten wieder. Foto Editorial: Redaktion: Inge Niebergall Verantwortliche Redakteurin: Linda Dietze 11011 Berlin · Platz der Republik 1 Telefon: (030) 227 - 70212 e-mail: bab@cducsu.de internet: www.csu-landesgruppe.de Infrastrukturabgabe PKW-Maut nimmt Fahrt auf 1 Hilfsprogramm für Griechenland Griechen: Vier Monate mehr Zeit 1 Koalitionsausschuss Mindestlohn-Regeln auf dem Prüfstand 2 Bundestags-ABC Was ist ein ... Koalitionsausschuss? 2 Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zur Infrastrukturabgabe „Dieser Systemwechsel ist ein echter Meilenstein“ 3 Änderung der Kfz-Steuer In Richtung Nutzerfinanzierung 3 Kleinanlegerschutz Zum Schutz der Sparer 4 Außenpolitik Über die Situation in der Ukraine 4 Gentechnik Kein Anbau veränderter Pflanzen 4 Nachhaltigkeitsstrategie Über einen Weltzukunftsvertrag 4 Bundestags-ABC Koalitionsausschuss Mindestlohn-Regeln auf dem Prüfstand Die Regelungen beim Mindestlohn kommen auf dem Prüfstand. Bis Os- tern sollen alle problematischen Bereiche aufgelistet und anschließend bewertet werden. Darauf einigten sich CSU, CDU und SPD am Dienstag beim Koalitionsausschuss im Kanzleramt. Was ist ein ... Koalitionsausschuss? Spitzentreffen zu später Stunde: Am Dienstagabend tagte in Berlin wieder der Koalitionsausschuss. Das Gremium, in dem die führenden Politiker von CSU, CDU und SPD über den aktuellen Kurs diskutieren, verhandeln und entscheiden. Die CSU-Landesgruppe hatte wieder­ holt Nachbesserungen gefordert. Hauptkritikpunkt sind die Dokumen- tationspflichten. Denn Unternehmen und Vereine müssen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter genauestens doku- mentieren. „Der Mindestlohn darf kein Bürokratiemonster sein“, sagte die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe Gerda Hasselfeldt. In einem Brief an die zuständige Bundesministerin An- drea Nahles machte sie ihre Bedenken deutlich. Nun gehe es darum, unter anderem die Dokumentationspflich- ten unter die Lupe zu nehmen und nachzujustieren. „Wir stellen nicht den Mindestlohn grundsätzlich in Frage“, unterstrich Hasselfeldt, „aber wir müssen überbordende Bürokratie vermeiden.“ Der Koalitionsausschuss hat eine wichtige Steuerungsaufgabe. Hier wird die Zusammenarbeit zwischen den Koalitionspartnern in der Regie- rung und im Bundestag koordiniert – und das auf höchster Ebene. Denn Zutritt zum Koalitionsausschuss hat nur die Führungsriege der Parteien, die an der Regierungskoalition betei- ligt sind. In einer Koalition stoßen die unterschiedlichen Programme der jeweiligen Fraktionen aufeinander. Der Begriff Koalition stammt vom lateinischen Wort „coalescere“ und bedeutet ,sich einigen‘. Das ist auch das Ziel des Koalitionsausschusses bezogen auf wichtige Themen. Die Treffen finden in unregelmäßigen Abständen statt. 1961 war übrigens erstmals von einem Koalitionsaus- schuss die Rede – und zwar im Koalitionsvertrag zwischen CSU, CDU und FDP. Diese Veröffentlichung der CSU-Landesgruppe dient ausschließ­­­- lich der Information und darf während eines Wahlkampfes nicht zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Foto: picture alliance/dpa +++ kurz notiert +++ Arbeitgeber Bundeswehr Die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber wird gesteigert. Ein entsprechendes Gesetz hat der Bun- destag am Donnerstag verabschiedet. 20 Einzelmaßnahmen sollen dabei die Bundeswehr wettbewerbsfähig machen, damit sich auch künftig ge- nügend junge Leute für den Dienst bei der Bundeswehr bewerben. Mali-Einsatz verlängert Der Bundeswehreinsatz bewaffneter Streitkräfte in Mali wird fortgesetzt. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag in namentlicher Ab- stimmung für die Verlängerung der EU-geführten Ausbildungsmission. Das Mandat ist bis Ende Mai 2016 befristet. Bis zu 350 deutsche Solda- ten sollen an der Mission teilnehmen. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen ist in diesem Mandat nicht vorge- sehen. Foto: picture alliance/r. goldmann Brief aus Berlin Marcus Mark
  • 3. 27.02.2015 www.csu-landesgruppe.de Seite 3 Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt zur Infrastrukturabgabe „Dieser Systemwechsel ist ein echter Meilenstein“ Es war eines der Wahlversprechen der CSU: die Infrastrukturabgabe für Pkw. Am Donnerstag fand die erste Lesung der sogenannten Pkw-Maut im Deutschen Bundestag statt. Dies sei ein Systemwechsel – weg von der Steuerfinanzierung hin zur Nutzerfinanzierung der Infrastruktur, sagt Minister Alexander Dobrindt. Er machte deutlich, wie wichtig das Vorhaben ist: Zur Finanzierung der Infrastruktur: „In den meisten europäischen Ländern gibt es drei Säulen der Finanzierung der Infra- struktur: Kfz-Steuer-Systeme, Mineral­ ölsteuersysteme und Mautsysteme. In Deutschland haben wir bisher nur zwei Säulen: die Kfz-Steuer und die Mine- ralölsteuer. Wir bauen jetzt die dritte Säule, wie sie in unseren Nachbarlän- dern bereits existiert. Dass es dabei zu keinen Mehrbelastungen derer kommen darf, die bisher die beiden ersten Säulen bedienen, ist, glaube ich, geradezu selbstverständlich.“ Zu den Mehreinnahmen: „Wir vollziehen einen echten Systemwechsel von ei- ner vorwiegend steuerfinanzierten zu einer nutzerfinanzierten Infrastruktur. Dadurch bewegen wir 3,7 Milliarden Euro vom Finanzetat in den Ver- kehrsetat – jedes Jahr, dauerhaft und zweckgebunden. Dadurch sichern wir die Zukunftsfähigkeit unserer Verkehrsnetze und damit Wachstum, Wohlstand und Arbeit von morgen.“ ZumParadigmenwechsel: „Dieser System- wechsel ist ein echter Meilenstein in der Finanzierung der Infrastruktur. Änderung der Kfz-Steuer In Richtung Nutzerfinanzierung Die sogenannte Pkw-Maut sorgt für einen Systemwech- sel: von der steuerfinanzierten hin zu einer nutzerfinan- zierten Investition in die Infrastruktur. Bisher trugen Autohalter in Deutschland über ihre Steu- erabgabe an der Finanzierung bei. Damit es durch die Einführung der Infrastrukturabgabe zu keiner Doppelbe- lastung kommt, werden die Beiträge der Kfz-Steuer nun abgemildert. Am Donnerstag wurde deshalb ein zweiter Gesetzentwurf in erster Lesung beraten, der das Verkehrssteuergesetz entsprechend abändern soll. Die Entlastung erfolgt in der Höhe, die der Infrastrukturabgabe entspricht. Zudem sollen mit dem Gesetzentwurf technische Anpas- sungen bei der Kfz-Steuer umgesetzt werden, die sich aus der Übernahme der Verwaltung durch den Zoll ergeben. Foto: picture alliance/bildagentur online ♦♦Mautpflichtig sind Halter in Deutschland und im Aus- land zugelassener Pkw und Wohnmobile. Für deutsche Autofahrer entsteht jedoch durch die Einführung von Freibeträgen bei der Kfz-Steuer keine Mehrbelastung. ♦♦3, 7 Milliarden Euro soll die Maut in einer Legislatur­ periode an Einnahmen erzielen. ♦♦Die Gelder sind zweckgebunden und dürfen nur für Infrastrukturprojekte ausgegeben werden. ♦♦Die Höhe der Abgabe bemisst sich an der Größe und der Umweltfreundlichkeit des Pkw. Bei Wohnmobilen ist das Gewicht ausschlaggebend. ♦♦Die Erfassung der Mautdaten erfolgt für in Deutschland zugelassene Fahrzeuge elektronisch und unterliegt einem umfassenden Datenschutz. ♦♦Für Halter im Ausland zugelassener Pkw gibt es Zehn- tages-, Zweimonats- oder Jahresvignetten. Das Verursacherprinzip ,Wer mitnutzt, der zahlt mit‘ wird umgesetzt. Damit schaffen wir eine breitere Basis für die zukünftige Finanzierungsgrundlage unserer Infrastruktur.“ Zum Maut-Projekt: „Wir haben im Wahl- kampf mehr Gerechtigkeit in der Stra- ßenfinanzierung gefordert. Wir haben dafür in den Koalitionsverhandlungen gestritten. Wir haben uns durchge- setzt. Und wir haben jetzt mit der Ein- bringung einen wichtigen Schritt zur Umsetzung genommen. Wir zeigen: Die Union ist eine politische Kraft, die nicht nur Investitionslücken beklagt und Zustände beschreibt, sondern entschlossen handelt. Die Infrastruk- turabgabe kommt – die Investitionen in unsere Infrastruktur steigen.“ Zur Gerechtigkeitsfrage: „Die Infrastruktur­ abgabe, sie ist fair, sie ist sinnvoll, und sie ist gerecht. Sie ist fair, weil sie in den meisten unserer Nachbarländer genau so durchgeführt wird. Sie ist sinnvoll, weil jeder Euro, den wir ein- nehmen, zusätzlich in die Infrastruktur investiert wird, und sie ist gerecht, weil sie zukünftig jeden, der die Straßen nutzt, angemessen an der Finanzie- rung beteiligt.“ Die Fakten zur Infrastrukturabgabe: Brief aus Berlin
  • 4. 27.02.2015 www.csu-landesgruppe.de Seite 4 Außenpolitik Über die Situation in der Ukraine Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine standen im Mittelpunkt des Gesprächs der CSU-Landesgruppen­ vorsitzenden Gerda Hasselfeldt mit Oksana Syroyid, Vizepräsidentin der ukrainischen Rada – dem dortigen Parlament. An dem Treffen nahm auch der ukrainische Botschafter in Deutschland teil. Die Lage im Osten des Landes sei noch immer drama- tisch, sagte Syroyid. Andererseits wies sie aber auch auf die derzeit oft zu wenig beachteten Probleme hin, welche die ganze Ukraine betreffen würden. Die Ukraine versuche grundlegende Reformen, zum Beispiel in der Wirtschaft, umzusetzen und die Abhängigkeit von russischen Ener- gielieferungen zu verringern. Die Vizepräsidentin bat je- doch vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise im ganzen Land um weitere Unterstützung. Hasselfeldt versicherte, die Lage in der Ukraine genau zu beobachten. Deutsch- land werde sich weiter auf den Gebieten der Diplomatie, Institutionsaufbau und Wirtschaft engagieren. Nachhaltigkeitsstrategie Über einen Weltzukunftsvertrag 17 Ziele für eine bessere Welt: Für eine globale Nach- haltigkeitsagenda schlagen die Vereinten Nationen einen effektiven, transparenten und überprüfbaren Fahrplan bis 2030 vor. Am Donnerstag hat der Deutsche Bundes- tag einem Antrag der Koalitionsfraktionen zugestimmt, indem die Bundesregierung aufgefordert wird, sich für die Umsetzung der vorgeschlagenen nachhaltigen UN- Entwicklungsziele einzusetzen. „Es geht um nicht mehr und nicht weniger als um einen Weltzukunftsvertrag“, unterstrich Dr. Gerd Müller, Bun- desminister für Entwicklung und wirtschaftliche Zusam- menarbeit, im Plenum. Nur gemeinsam könne man die Überlebensfragen der Menschheit lösen: Frieden schaffen, Schöpfung erhalten und für Ernährung, Gesundheit und Energie sorgen und ein Leben in Würde ermöglichen. dabei stelle sich jedoch die globale Gerechtigkeitsfrage ebenso wie die globale Verteilungsfrage. Deshalb brauche Globalisierung Grenzen, soziale und ökologische Vorgaben. Foto: CSU-Landesgruppe Foto: picture alliance/science photo library Kleinanlegerschutz Zum Schutz der Sparer Die Transparenz von Finanzprodukten und Anleger­ informationen sollen verbessert werden. Damit soll der­ jenige, der Geld anlegt, die Seriosität, die Renditeaussichten und das Risiko dieser Anlagen besser einschätzen und Risiken abschätzen können. Dies soll das Vertrauen in die in Deutschland angebotenen Finanzdienstleistungen und Produkte stärken. Die Bundesregierung hat einen entsprechenden Entwurf eines Kleinanlegerschutzgesetzes am Freitag in erster Le- sung in den Bundestag eingebracht. Sollte dieser Entwurf zum Gesetz werden, würde dies vor allem Sparer schützen. Denn in der Vergangenheit haben diese zum Teil erhebliche Vermögenseinbußen erlitten, wenn sie in Produkte inves- tierten, die nur einer eingeschränkten Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht unterlagen. Gentechnik Kein Anbau veränderter Pflanzen Gemeinsames Ziel sei es, den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland flächendeckend zu verbieten. Dies stellte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gleich zu Beginn seiner Rede in der Aktuellen Stunde am Mittwoch klar. Einen ent- sprechenden Gesetzentwurf hat das Bundesministerium jüngst in die Ressortabstimmung gegeben. Jetzt müsse der Anbau insgesamt sachlich diskutiert werden, forderte der Bundesminister auch von der Opposition. Die Frage, ob Bund oder Länder für solche Anbauver- bote zuständig sind, sei zunächst zweitrangig. „Es muss darum gehen, dass diese Verbote schnell kommen und einer gerichtlichen Überprüfung stand halten“, ergänzte Marlene Mortler, agrarpolitische Sprecherin der CSU- Landesgruppe. Foto: picture alliance/chromorangeFoto: picture alliance/chromorange Brief aus Berlin