Ne(x)t Generation? Bildung im Übergang  von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft Lisa Rosa
Aufgabe der Bildung <ul><li>„ Wir müssen unsere Schüler auf Berufe und auf Technologien vorbereiten, die es noch gar nicht...
den gesellschaftlichen Umbruch verstehen <ul><li>Nicht: </li></ul><ul><li>kontinuierliche Weiterentwicklung/Verbesserung/E...
Kennzeichen einer Übergangsgesellschaft <ul><li>gleichzeitiges Bestehen von Systemmerkmalen der alten und Emergieren von M...
ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert das  Arbeiten <ul><li>Netzwerkbildung </li></ul><ul><ul><li>Selbstständigkeit statt Abhäng...
ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert  Wahrnehmung und   Denken Lisa Rosa von (ausschließlich) zu (immer mehr) linear netzförmig...
ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert das  Lernen <ul><li>Grenzen verflüssigen zwischen </li></ul><ul><ul><li>Arbeit und Lernen ...
Klage eines Mathematikprofessors 2009 <ul><li>„ [Ich würde] mich freuen, wenn die Studenten bei uns handlungs- und kritikf...
Lisa Rosa
Lisa Rosa
Bildungssystem „Schule, Unterricht & Erziehung“ - Systemeigenschaften <ul><li>Im Zentrum:  „die Lehrkraft“ </li></ul><ul><...
System Schule  System  Lerngesellschaft   Lisa Rosa Lisa Rosa lehrerzentriert: „Einer an Alle“; „Musik von vorne“ lernerze...
Praxis-Beispiel Lisa Rosa
Lisa Rosa
Praxisbeispiel:  MMORPGs fördern die Fähigkeit, <ul><li>spielerisch mit Problemlösungsstrategien zu experimentieren; </li>...
notwendige Kompetenzen sind offiziell identifiziert <ul><li>OECD 2001; EU 2006 </li></ul><ul><li>die Fähigkeit zur eigenen...
Wo wird das gelernt? <ul><li>„ Lernen und Bildung sind ins Alltagsleben eingebettet;  ihr primärer Ort sind die Netzwerke ...
Lisa Rosa
Lisa Rosa „ Pferdekutschen lassen sich nicht einfach zum Auto weiterentwickeln –  das Auto folgt einer anderen (System-) L...
Lernbegriff (alt) und Lernformen <ul><li>1. „Nicht-Schule“ </li></ul><ul><ul><li>implizites Lernen; informelles Lernen; So...
Lernbegriff (alt) und Lernformen <ul><li>3. „Reformpädagogik“ </li></ul><ul><ul><li>Verknüpfung von Lernen als Tätigkeit  ...
Neuer Lernbegriff entsteht <ul><li>„ Lernen 2.0“ </li></ul><ul><li>Netzlogik </li></ul><ul><li>erfahrungs- und wissensbasi...
Ist die Schule noch zu retten? <ul><li>Lernen und Bildung sind ins Alltagsleben eingebettet. Ihr primärer Ort sind die Net...
Die zentralen Lernmedien sind die jeweils aktuellen Informations- und Kommunikationsmedien des Internet <ul><li>Suchmaschi...
Bildung am Ende der Übergangsgesellschaft <ul><li>Kinder und Jugendliche werden mit ihren eigenen mobilen Endgeräten den T...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

LR_Ne(x)tGeneration? Bildung im Uebergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft

3.724 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Bildung
0 Kommentare
5 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
3.724
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
108
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
23
Kommentare
0
Gefällt mir
5
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • LR_Ne(x)tGeneration? Bildung im Uebergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft

    1. 1. Ne(x)t Generation? Bildung im Übergang von der Arbeitsgesellschaft zur selbstreflexiven Lerngesellschaft Lisa Rosa
    2. 2. Aufgabe der Bildung <ul><li>„ Wir müssen unsere Schüler auf Berufe und auf Technologien vorbereiten, die es noch gar nicht gibt … um Probleme zu lösen, die wir noch gar nicht kennen.“ </li></ul><ul><li> (Karl Fisch) </li></ul>Lisa Rosa
    3. 3. den gesellschaftlichen Umbruch verstehen <ul><li>Nicht: </li></ul><ul><li>kontinuierliche Weiterentwicklung/Verbesserung/Evolution </li></ul><ul><li>Sondern: </li></ul><ul><li>radikale Transformation/Revolution/Formationswechsel </li></ul><ul><li>neue Gesellschaftsformation </li></ul><ul><ul><ul><li>Michael Giesecke: „Informationsgesellschaft“ </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Daniel Bell: „Wissensgesellschaft“ </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>Norbert Bolz: „Sinngesellschaft“ </li></ul></ul></ul><ul><ul><ul><li>J. W. Erdmann/Georg Rückriem: „Lernkultur“ </li></ul></ul></ul><ul><li>Transformationsprozesse </li></ul><ul><li>Übergangsgesellschaft </li></ul>Lisa Rosa
    4. 4. Kennzeichen einer Übergangsgesellschaft <ul><li>gleichzeitiges Bestehen von Systemmerkmalen der alten und Emergieren von Merkmalen der neuen Formation </li></ul><ul><li>Verflüssigung alter Grenzen </li></ul><ul><li>Ubiquität und Unumkehrbarkeit der neuen Merkmale </li></ul><ul><li>Zuspitzung von Widersprüchen </li></ul><ul><ul><li>abwehrende „Kulturkämpfe“ </li></ul></ul><ul><ul><li>vielfältige (vergebliche) Versuche zur Integration der neuen Merkmale in das alte System </li></ul></ul><ul><li>experimentelle Entwicklung von Übergangslösungen und Durchgangsstadien </li></ul><ul><li>alte Formen suchen neuen Platz im neuen System </li></ul><ul><li>Herausbildung/Erprobung vielfältiger neuer Begriffe und Modelle zur Welt-Erklärung </li></ul>Lisa Rosa
    5. 5. ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert das Arbeiten <ul><li>Netzwerkbildung </li></ul><ul><ul><li>Selbstständigkeit statt Abhängigkeit </li></ul></ul><ul><ul><li>atopische Praxisgemeinschaften </li></ul></ul><ul><ul><li>Verflüssigung der Grenzen zwischen Organisationen </li></ul></ul><ul><li>Lernende Systeme (intelligente Organisationen) </li></ul><ul><ul><li>Abbau von Hierarchie zugunsten von Netzwerkstrukturen (Projekt-Teams, verteiltes Wissen) </li></ul></ul><ul><ul><li>Kompetenzen statt formaler Qualifikation </li></ul></ul><ul><ul><li>Eigeninitiative statt Anweisungen „von oben“ </li></ul></ul><ul><ul><li>Neuerfinden statt Abarbeiten gewohnter Tätigkeitsmuster </li></ul></ul><ul><li>Verflüssigung der Grenzen zwischen Produzieren und Konsumieren (Prosument; Produser) </li></ul><ul><li>Verflüssigung der Grenze zwischen Arbeiten und Lernen </li></ul><ul><li>Verflüssigung der Grenze zwischen Arbeiten und Spielen / Freizeit </li></ul>Lisa Rosa
    6. 6. ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert Wahrnehmung und Denken Lisa Rosa von (ausschließlich) zu (immer mehr) linear netzförmig Kausalketten multikausal monomedial multimedial „ objektiv“ „ richtig/falsch“ kontextneutral intersubjektiv; interaktiv multiperspektivisch; divers; kontextbezogen allgemeingültige Bedeutungen persönliche Sinnbildung (personal Relevance now); Aushandlung von „Common Sense“
    7. 7. ÜBERGANG: Web 2.0 transformiert das Lernen <ul><li>Grenzen verflüssigen zwischen </li></ul><ul><ul><li>Arbeit und Lernen </li></ul></ul><ul><ul><li>Spielen und Lernen / Freizeit und Lernen </li></ul></ul><ul><ul><li>formellem Lernen (Unterricht) und informellem Lernen </li></ul></ul><ul><ul><li>„ Lehrer“ und „Schüler“ </li></ul></ul><ul><ul><li>„ Schule“ und „Lebenswelt“ </li></ul></ul>Lisa Rosa
    8. 8. Klage eines Mathematikprofessors 2009 <ul><li>„ [Ich würde] mich freuen, wenn die Studenten bei uns handlungs- und kritikfreudiger ankämen. Am Anfang herrscht ein schüchternes Konsumverhalten vor, wie sie es halt aus der Schule gewohnt sind. Und das, obwohl wir Kleingruppen anbieten können. Rechnet ein Student eine Aufgabe vor, wird nicht unterbrochen, nicht nachgefragt, und nicht auf Fehler hingewiesen, allein schon, um niemanden bloßzustellen. In der Vorlesung wird man rot, wenn man eine Frage stellt, die sich vielleicht als dumm heraus stellt. Es ist dann oft die letzte Frage, die dieser Student stellt. </li></ul><ul><li>Es dauert mehrere Semester, bis genügend Selbstvertrauen für eine echte Diskussion aufgebaut ist.“ </li></ul><ul><li>( aus einem Blogkommentar ) </li></ul>Lisa Rosa
    9. 9. Lisa Rosa
    10. 10. Lisa Rosa
    11. 11. Bildungssystem „Schule, Unterricht & Erziehung“ - Systemeigenschaften <ul><li>Im Zentrum: „die Lehrkraft“ </li></ul><ul><li>Funktion: Weitergabe von vorgegebenen „objektiven“ Wissensbeständen, </li></ul><ul><li> an alle gleich –zeitig/-förmig </li></ul><ul><li>Formen: Instruktion in Lehrgang und Training </li></ul><ul><li>Vorgegeben: Wege und Ergebnisse (Ziele, Inhalte, Stoffe, Materialien, Fragestellungen, Aufgaben, Bedeutungen) </li></ul><ul><li>Ergebniskontrolle: Die Lehrkraft beurteilt „Leistungen“ und „Persönlichkeit“ der Lernkraft </li></ul>Lisa Rosa
    12. 12. System Schule System Lerngesellschaft Lisa Rosa Lisa Rosa lehrerzentriert: „Einer an Alle“; „Musik von vorne“ lernerzentriert: Lernende sind Knoten im Lernnetz Weitergabe von festen Wissensbeständen gemeinsame Problemlösung und Wissensbildung an alle das Gleiche, gleichzeitig Individuell besonders Hauptformen: Lehrgang, Training Hauptform: Lernprojekte vorgegebene Stoffe (Kanons) – vorgegebenes Material von den Lernenden bestimmte Stoffe und gefundenes Material vorgegebene Ziele, Aufgaben und Fragestellungen selbstbestimmte Ziele, selbst gestellte Aufgaben, selbst formulierte Fragen vorgegebene Bedeutungen Erzeugung persönlichen Sinns vorgegebene Bewertungen + Urteile; Bewertung der Schüler durch den Lehrer „ reflexive wertkonstituierende Urteils- und Entscheidungs-kompetenz“ ( Erdmann )
    13. 13. Praxis-Beispiel Lisa Rosa
    14. 14. Lisa Rosa
    15. 15. Praxisbeispiel: MMORPGs fördern die Fähigkeit, <ul><li>spielerisch mit Problemlösungsstrategien zu experimentieren; </li></ul><ul><li>alternative Identitäten anzunehmen und zu erforschen; </li></ul><ul><li>dynamische Modelle realer Prozesse zu konstruieren, anzuwenden und zu analysieren; </li></ul><ul><li>unterschiedliche Wertesysteme wahrzunehmen und alternative Normen auszuhandeln </li></ul><ul><li>… </li></ul>Lisa Rosa
    16. 16. notwendige Kompetenzen sind offiziell identifiziert <ul><li>OECD 2001; EU 2006 </li></ul><ul><li>die Fähigkeit zur eigenen Sinnbildung </li></ul><ul><li>die Fähigkeit zur Kommunikation in heterogenen Gruppen </li></ul><ul><li>die Fähigkeit, selbstständig (kollaborativ) Probleme zu erkennen, zu definieren und zu lösen </li></ul><ul><li>die Fähigkeit, selbstbestimmt zu handeln </li></ul><ul><li>kompetenter Umgang mit Tools und Medien </li></ul>Lisa Rosa
    17. 17. Wo wird das gelernt? <ul><li>„ Lernen und Bildung sind ins Alltagsleben eingebettet; ihr primärer Ort sind die Netzwerke des Social Web .“ </li></ul><ul><li> ( CEO Rolf Schmidt-Holz, CeBIT 2009 ) </li></ul><ul><li>gilt für Individuen UND für Organisationen </li></ul>Lisa Rosa
    18. 18. Lisa Rosa
    19. 19. Lisa Rosa „ Pferdekutschen lassen sich nicht einfach zum Auto weiterentwickeln – das Auto folgt einer anderen (System-) Logik.“ ( Johannes W. Erdmann )
    20. 20. Lernbegriff (alt) und Lernformen <ul><li>1. „Nicht-Schule“ </li></ul><ul><ul><li>implizites Lernen; informelles Lernen; Sozialisationslernen; Erfahrungslernen </li></ul></ul><ul><ul><li>Lernen IN DER Tätigkeit: „ learning by doing “; („Handlungswissen“) </li></ul></ul><ul><li>2. „Schule“ </li></ul><ul><ul><li>explizites Lernen; systematisches Lernen; Lehr-Lernen; </li></ul></ul><ul><ul><li>Lernen ALS Tätigkeit: „ learning by knowing “ („Buchwissen“ – „know-that“ + „know-how“) </li></ul></ul>Lisa Rosa Lisa Rosa
    21. 21. Lernbegriff (alt) und Lernformen <ul><li>3. „Reformpädagogik“ </li></ul><ul><ul><li>Verknüpfung von Lernen als Tätigkeit </li></ul></ul><ul><ul><li> mit Lernen in der Tätigkeit: </li></ul></ul><ul><ul><li>„ learning by knowing about what we are doing“ </li></ul></ul><ul><ul><li>„ Häuser des Lernens“, „Lernlandschaften“, „Lernwerkstätten“, „Lernbüros“ </li></ul></ul><ul><ul><li>„ Freiarbeit“, „Lernen durch Lehren“, „Projektzeiten“ </li></ul></ul><ul><ul><li>… </li></ul></ul>Lisa Rosa Lisa Rosa
    22. 22. Neuer Lernbegriff entsteht <ul><li>„ Lernen 2.0“ </li></ul><ul><li>Netzlogik </li></ul><ul><li>erfahrungs- und wissensbasiert („Reformpädagogik“) </li></ul><ul><li>+ selbstgesteuert </li></ul><ul><li>+ vernetzt </li></ul><ul><li>+ sinnbildend, wertekonstituierend </li></ul><ul><li>+ selbstreflexiv ( learning by learning about how and about what we are learning about what we are doing ) </li></ul><ul><li>+ gilt für Individuen und Systeme! </li></ul>Lisa Rosa
    23. 23. Ist die Schule noch zu retten? <ul><li>Lernen und Bildung sind ins Alltagsleben eingebettet. Ihr primärer Ort sind die Netzwerke des Social Web. </li></ul><ul><li>Mehr Netz in die Schule? </li></ul><ul><li>Die Schule mehr ins Netz? </li></ul><ul><li>Das Bildungssystem muss sich neu konstruieren – </li></ul><ul><ul><li>im Netz </li></ul></ul><ul><ul><li>mit dem Netz </li></ul></ul><ul><ul><li>in der Netzlogik </li></ul></ul>Lisa Rosa
    24. 24. Die zentralen Lernmedien sind die jeweils aktuellen Informations- und Kommunikationsmedien des Internet <ul><li>Suchmaschinen, RSS Feedreader </li></ul><ul><li>Wikis, Blogs, Social Bookmarking, Flickr, YouTube </li></ul><ul><li>SchVZ, Facebook </li></ul><ul><li>IM, Skype, Twitter </li></ul><ul><li>GIS, GPS (Geo-Informations- und –Navigationssysteme) </li></ul><ul><li>Video Games </li></ul><ul><li>… </li></ul>Lisa Rosa
    25. 25. Bildung am Ende der Übergangsgesellschaft <ul><li>Kinder und Jugendliche werden mit ihren eigenen mobilen Endgeräten den Tag nicht mehr (vorwiegend) an einem Ort -„Schule“- verbringen und unter Kontrolle und Aufsicht stehen. Stattdessen werden sie den ganzen Tag lernen. Dieses Lernen wird eine je individuelle und sich ständig verändernde Mischung sein aus systematischem und informellem Lernen, Spielen und Arbeiten – in Gruppen und allein sowie an verschiedensten Orten, lokal im Real Life und global im Internet. Sie werden dabei jederzeit erreichbare Menschen haben, die ihnen helfen, ihre Lern- und Lebensprozesse selbstbestimmt zu organisieren. </li></ul><ul><li>Es wird für jeden ein eigenes selbstbestimmtes „offenes Curriculum“ geben. </li></ul>Lisa Rosa

    ×