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Bildung unter den bedingungen des klimawandels

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Bildung unter den bedingungen des klimawandels

  1. 1. Bildung unter den Bedingungen des Klimawandels Kann die Bildung eine wichtige Rolle dabei spielen, das Ruder herumzureißen - und wenn ja, wie? Lisa Rosa
  2. 2. Teil I: Der Druck der Verhältnisse
  3. 3. Ökosysteme = Komplexe Systeme
  4. 4. K Komplexe Systeme: Aufschaukelnde Rückkopplung
  5. 5. Bildung "WARUM ?"  Es geht nicht nur darum, welche neuen Fähigkeiten die Menschen brauchen, um einen Arbeitsplatz zu bekommen.  Es geht auch darum, welche Fähigkeiten die Menschen brauchen, um die (welt-) gesellschaftlichen Probleme lösen zu können (Klimawandel, Ungleichheit, Fake News, Demokratiegefährdung ...) 5
  6. 6. Bildung "WAS ?" - Literacy 2 für Alle  Kritisches Denken  Kreativität  Kommunikation  Kollaboration  Komplexitätsdenken  logisch systematisch denken und systemisch komplex  fachlogisch denken und trans- u. interdisziplinär  historisch denken  versatil denken = „big picture“ Zusammenhänge und engen Fokus, tiefe Fachlichkeit 6
  7. 7. Teil II: Bildung unter den Bedingungen der Digitalen Transformation
  8. 8. Traditionelle Unterrichtsplanung 1. Gegenstand 2. Ziele 3. Material 4. Methoden 5. Sozialformen 6. Medien Medienverständnis
  9. 9. Michael Giesecke, Innovationsspirale Die mediale Konstruktion der Welt @LisaRosa 9
  10. 10. Gesellschaftsformationen - Epochen 10
  11. 11. 11 Foto:BarrettLyon,TheOpteProject,Nov23,2003 Weltgesellschaft im Dauergespräch mit sich selbst - globale Vernetzung
  12. 12. www = Organisierungsmaschine Wem gehören die Netze? Wer besitzt die ICT-Infrastruktur?
  13. 13. 13 PLN – Persönliches Lernnetzwerk CoP – Communities of Practice Arbeitsteams Vernetztes Lernen - Vernetzung lernen
  14. 14. 14 Das #twitterlehrerzimmer
  15. 15. 15
  16. 16. Bildung "WIE?" Buchdruckzeitalter lehrerzentriert belehrend systematisch objektivistisch de-kontextualisiert allein feststehendes Ergebnis vorgegebene Bedeutung  Lernmodell: Büffeln digitales Zeitalter lernendenzentriert forschend problemorientiert perspektivisch re-kontextualisiert im Austausch mit anderen ergebnisoffen persönlicher Sinn  Lernmodell: Rauskriegen 16
  17. 17. WIE geht das unter den Bedingungen der Digitalität?  mit problemorientierter, projektförmiger Lernprozess-Gestaltung  unter Nutzung komplexer Medienformen  indem die Lehrer auch ihr eigenes Lernen projektförmig und digital vernetzt organisieren 17
  18. 18. Zwei Projektformen • Produktprojekt – „Wir bauen ein Insektenhotel“ • Erkundungsprojekt – „Wir möchten wissen, was wir gegen den Klimawandel tun können“
  19. 19. Projektlern-Prinzipien: Auf die Denke kommt es an! 1. Lernprozess am persönlichen Sinn – den individuellen Fragen – der einzelnen Schüler*innen entlang 2. kollaborativ: Zusammenarbeit ist nicht Arbeitsteilung, sondern Kommunikation über den gemeinsamen komplexen Gegenstand 3. Paradigmenwechsel: Was gibt die Lehrkraft den Schüler*innen - und was nicht? 4. Lehrerrolle: Moderator von Lernprozessen statt Klausurtrainer
  20. 20. Neuer Wein in alte Schläuche
  21. 21. Paradigmenwechsel • Stoffe,"Inhalte" • Ziele • Material • Fragestellungen = nicht vorgeben! = stattdessen geben: • Begegnung mit komplexem Gegenstand • Aufgabe: Was bedeutet er für dich? • Strukturen und Prozess-Organisation • Instrumente, Mittel und Medien • großes Angebot an Info-Material und Kommunikationsmöglichkeiten - auch mit Experten via social media • Moderation von Gruppen- und Plenums- Prozessen und Einzelberatung
  22. 22. Fazit: Kontrolle der Prozesse statt der Inhalte Nicht der Gegenstand, der „Stoff“ oder gar das Material müssen didaktisch- methodisch aufbereitet werden, sondern die Lernumgebung, die Strukturen und Prozesse
  23. 23. Projektspirale (Prozess-Struktur)
  24. 24. 3 kritische Stellen
  25. 25. 1. Das Problem beim Lernen sind die Fragen • Wer stellt sie? • bearbeitbare und gleichzeitig eigene Fragen • viel Zeit, viel Kommunikation • individuelle Fragen vs. Teamfragen • Das Arbeitsvorhaben nicht vergessen!
  26. 26. 2. Motivations-Kurve
  27. 27. 3. Ergebnisqualität • genügend Kommunikation einplanen • in verschiedenen Formen • den gesamten Prozess entlang • zB. Zwischenstandsplenum mit moderierter Peer-Beratung über vorläufige Ergebnisse und Arbeitsprobleme • Einzelberatung • Die Lehrkraft ist nicht nur Begleitung, sondern auch Sparringspartner • Nicht zufrieden geben mit erstbesten Lösungen • Schüler*innen herausfordern mit kritischen Nachfragen • Konfrontieren mit Ergebnissen anderer Schüler*innen
  28. 28. Digitale Medienformen  Etherpad • Forschungsfragen und Arbeitsvorhaben klären • gemeinsam an Texten bzw. Plänen arbeiten • Arbeitsprobleme sammeln, diskutieren • Diskussionen dokumentieren  Weblog • Informationsmaterial zur Auswahl zusammenstellen • direkt am Infomaterial diskutieren • Arbeitsprodukte veröffentlichen und kommentieren • Feedback von innen und außen einholen • Expertengespräche mit außerschulischen Partnern führen
  29. 29. Praxisbeispiel 29 https://li.hamburg.de/publikationen/ 5307326/globales-lernen-postwachstum • Einführung in das Problem Wachstumsdilemma • Einführung in die Prinzipien der Projektarbeit • Einführung in die Arbeit mit Blogs • Beschreibung des durchgeführten Projekts • Stolpersteine, Tipps und Tricks • Projektmappe und Arbeitsblätter • Arte-Film „Weniger ist mehr“ • Komplettes Buch und Auszüge aus Tim Jackson, Wohlstand ohne Wachstum https://mehristweniger.wordpress.com
  30. 30. Lisa Rosa lisa.rosa@li-hamburg.de Twitter @lisarosa https://www.slideshare.net/lisarosa https://shiftingschool.wordpress.com

Hinweis der Redaktion

  • Normalerweise spreche ich über Bildung unter den Bedingungen der Digitalität. Aber das Angebot hier für Sie und mit Ihnen zu sprechen, hat mich davon überzeugt, dass ich ab jetzt immer über Bildung unter den Bedingungen des Klimawandels sprechen muss
  • Pädagogik übliche Vorstellung Medien meiner Erfahrung nach so: Wir planen unseren Unterricht, wie ich schon vor 40 Jahren so gelernt. Die Lehrkraft legt den Gegenstand des Lernens (meist Thema oder Inhalt der Stunde oder Reihe genannt) fest, sowie die Ziele, das Material, die Methoden und Sozialformen und ganz am Ende wählt sie die Medien, mit denen das Lernen stattfinden und die Materialien präsentiert werden sollen: Lehrbuchtext, OH-Folien, oder irgendwas mit Beamer. Wenn Medien aber nur neutrale Transportmittel für sogenannte Inhalte wären, könnte man nicht verstehen, wieso sie die gesamte Gesellschaft, mit ihrer Wirtschaft, Rechtsprechung, Arbeit und Politik umkrempeln können – etwas, was wir ja gerade erleben! Arbeitsplätze und Berufe, die verschwinden, Berufe, die neu entstehen, unmögliche Präsidenten, die gewählt werden und vorher niemals gewählt worden wären … usw.
    Irgend etwas stimmt also nicht an diesem Medienbegriff. Ich schlage daher im folgenden einen Medienbegriff vor, mit dem man nicht nur den Werkzeugcharakter der Medien meint, sondern mit dem man eben auch diese radikalen gesellschaftlichen Veränderungen verstehen kann.
  • Der Medienbegriff des Medienwissenschaftlers Michael Giesecke versteht Medien als Auslöser und Beschleuniger gesellschaftlicher Formationen oder Kulturen. Sie sind aber auch gleichzeitig Produkt von Kultur. In dieser Spirale kann man überall anfangen, weil es keinen ursächlichen Anfang gibt. Die einzelnen Stationen hier bedingen sich gegenseitig und entwickeln sich ko-evolutionär.
  • Durch die tatsächlich erlebte gesellschaftliche Umwälzung der letzten beiden Jahrzehnte ist es mittlerweile nichts neues mehr, die Epochen der Menschheitsgeschichte nach Leit-Medien zu begreifen. Dies ist nur eine von vielen ähnlichen Darstellungen. Unterschieden wird die Zeit der Mündlichkeit, der Schriftlichkeit … Die gesellschaftlichen bzw. kulturellen Begleiterscheinungen sind hier in Zusammenhang mit den Kommunikationsmöglichkeiten gebracht: in der Zeit der Mündlichkeit war die Gesellschaft in Stämme organisiert, nicht mehr als 150 Menschen. Zur gesellschaftlichen Organisation braucht es aber dauernde Kommunikation. Dann kam die Schrift, die Vorbedingung für die Herausbildung von Institutionen, wie sie z.B. im alten Ägypten entstanden. Das Gedächtnis wird zum ersten Mal ausgelagert, Inhalte fixiert und unabhängig vom Autor zugänglich gemacht. Damit kann man viele Köpfe organisieren und kompliziertere Probleme bewältigen. Definitiv hätte es keine Pyramiden ohne Schrift und staatliche Institutionen gegeben. Druck mit beweglichen Lettern, Standardisierung und Alphabetisierung waren notwendige Bedingung für Kapitalismus und Industrialisierung. Was passiert heute an gesellschaftlicher Transformation durch die Digitalität? Es ist eine weitere Stufe der Komplexität der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Transformation der gesellschaftlichen Verfasstheit. Jetzt rücken Netzwerke ins Zentrum der Strukturbildung.
    Was aber haben diese soziologisch-historischen Überlegungen überhaupt mit Schule und Lernen zu tun?
    Jedesmal, wenn es mit Hilfe eines neuen Leitmediums zu einer gesellschaftlichen Transformation kam, gab es auch eine Neuformatierung alter Paradoxien. Das heißt, Widersprüche werden auf neue Weise bearbeitet und handhabbar gemacht.
  • Die Organisierungsmaschine des 21. Jh, nachdem die Gewerkschaften und andere Organisationen der Arbeiterbewegung keine große Rolle mehr spielen. Es organisiert die 99% gebildeter junger weltweit vernetzter englischsprachiger Menschen auf der ganzen Welt, einschließlich der first nation people, die kein Kapital besitzen und nicht mehr den Lebensstandard ihrer bürgerlichen Eltern erreichen, die klug genug sind, um die globalen Bedrohungen zu erkennen und eine gattungsperspektive einnehmen zu können, weil sie rassismuskritisch und lifestyletolerant sind.

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