Open Access-Publizieren -- Workshop am ISR

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Workshop am Institut für Stadt- und Regionalplanung der Technischen Universität Berlin am 05.02.2015 zu den Themenbereichen Urheberrecht, Bildrechte, Zitieren, Rechteinholung, Open Access und Creative Commons-Lizenzen

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  • Vortrag gegliedert in 4 Bereiche:
    Grundsätze Urheberrecht
    Umgang mit Bildrechten
    Einführung Open Access
    Creative Commons-Lizenzen
  • Prinzipiell Vertragsfreiheit; ABER keine unlauteren, sittenwidrigen Abreden

    Vertrag kann auch mündlich abgeschlossen werden; ABER Empfehlung: mündliche Vertragsabschlüsse vermeiden zwecks Nachvollziehbarkeit der übertragenen Rechte

    s. auch Bestimmungen des Verlagsgesetzes, z.B. „soweit nicht aus dem Vertrage sich ein anderes ergibt, dem Verleger das ausschließliche Recht zur Vervielfältigung und Verbreitung (Verlagsrecht) zu verschaffen“ (§ 8 VerlG)

    Unabdingbares Zweitverwertungsrecht: „Der Urheber eines wissenschaftlichen Beitrags, der im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln geförderten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen ist, hat auch dann, wenn er dem Verleger oder Herausgeber ein ausschließliches Nutzungsrecht eingeräumt hat, das Recht, den Beitrag nach Ablauf von zwölf Monaten seit der Erstveröffentlichung in der akzeptierten Manuskriptversion öffentlich zugänglich zu machen, soweit dies keinem gewerblichen Zweck dient. Die Quelle der Erstveröffentlichung ist anzugeben. Eine zum Nachteil des Urhebers abweichende Vereinbarung ist unwirksam.“ (§ 38 (4) UrhG)
  • Prinzipiell Unterscheidung Lichtbildwerke / Lichtbilder (§ 72) -> insbes. Unterschiede in Schutzfrist, aber grundsätzlich gilt:

    Werkschutz oder Leistungsschutz für Fotos, Graphiken, graphischen Übersichten u.Ä.
    Fremde Werke und etwaige eigene Änderungen müssen korrekt gekennzeichnet werden, vollständige Quellenangabe erforderlich
    Bei eigenen Werken etwaige andere Rechte Dritter beachten (u.a. Recht am eigenen Bild)
    Bei Nutzung fremder Werke Zulässigkeit eines Zitats prüfen

  • Ggf. Hinweis auf Nutzung im Rahmen von Abschluss- und Qualifikationsarbeiten falls zutreffend
  • Ziele
    Freie Verfügbarkeit wissenschaftlicher Inhalte im Internet
    „ Our mission of disseminating knowledge is only half complete if the information is not made widely and readily available to society.“
    Übertragung umfangreicher Nutzungsrechte an die Allgemeinheit (kopieren, verändern, verbreiten…)
    Einzige Bedingung: Anerkennung der Urheberschaft

    “Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities”
    Auch: “Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen“, häufig nur „Berliner Erklärung“
    Text der Deklaration sowie Liste der Signatoren unter http://openaccess.mpg.de/Berlin-Declaration
  • Lizenzen in USA für internationale Anwendung entwickelt
    Urheberrecht ist trotz internationaler Verträge stets nationales Recht
    Portierung = Anpassung der Lizenzen für verschiedene nationale Rechtssysteme
    Version 2.0 und 3.0 für Deutschland portiert
    Auch unportierte Lizenzen entfalten gesetzliche Wirkung in Deutschland (vgl. OLG Köln, Az. 6 U 60/14)
    Lizenzmodule im Laufe der Jahre mehrfach überarbeitet
    aktuell 4. Version von 2013
    auch inhaltliche Unterschiede zwischen Versionen (vgl. CC: Licence Versions)
    Rückwärtskompatibilität



    Bsp. für Unterschiede in Versionen:
    ab 4.0 auch auf Datenbanken anwendbar
    Werk URI obligatorisch ab V4.0
    Bis einschließlich V3.0 musste Werktitel angegeben werden, in 4.0 nicht mehr verpflichtend
    Kennzeichnung der Art von Bearbeitung
  • + Logos -> wichtig für Wiedererkennung, aber nicht Bestandteil der eigentlichen Lizenzen
  • Mit Stand von 2014 stehen über 880 Millionen Werke weltweit unter einer CC-Lizenz. (vgl. https://stateof.creativecommons.org/)
  • Widerruf möglich sofern Lizenzbedingungen nicht eingehalten werden

    Für ISR bedeutet dies
    wenn Sie für ein Werk einmal unter CC-L veröffentlichen, können Sie dies in 2 Jahren nicht zurückziehen
    Wenn Sie CC-lizenzierte Werke nutzen wollen, prüfen sie bitte die jeweiligen Lizenzbedingungen und halten Sie diese ein
  • Warum CC BY?
    Libre OA: Ermöglicht Open Access im Sinne der Berliner Erklärung (CC BY auch Empfehlung der Budapester Open Access Initiative)
    Rechtssicherheit: In Deutschland Lizenzen mehrfach gerichtlich bestätigt (OLG Köln: Az. 6 U 60/14 von 2014, LG Berlin: Az. 16 O 458/10 von 2010)
  • Bsp. aus NC-Broschüre, welche Handlungen problematisch oder unklar sind
    Nutzung von Inhalten in Bereichen Bildung und Weiterbildung, insbes. Erwachsenenbildung
    Strittig: Nutzung in Blogs, sofern diese Werbebanner einblenden, um Serverkosten zu decken
    Für weitere Beispiele und Details zu Abgrenzung kommerziell / nicht-kommerziell vgl. Klimpel (2012) „Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung »nicht-kommerziell - NC« “

    -> Vorteile des Verzichts auf NC überwiegen aus Sicht des Universitätsverlags im wissenschaftlichen Sektor
  • Open Access-Publizieren -- Workshop am ISR

    1. 1. Open Access-Publizieren – Workshop am ISR Dagmar Schobert, Kathleen Forth, Michaela Voigt publikationen@ub.tu-berlin.de Universitätsbibliothek der TU Berlin | 05.02.2015 Inhalte sind, sofern nicht anders gekennzeichnet, lizensiert unter CC BY 4.0 Creative Commons Namensnennung 4.0 International | https://creativecommons.org/licenses/by/4.0
    2. 2. GRUNDSÄTZE URHEBERRECHT Seite 2
    3. 3. Urheberrechtsschutz Seite 3 • Urheber = Schöpfer eines Werkes • Betreuer wissenschaftlicher Arbeiten sind keine Urheber • Urheberrecht kann nur natürliche Person (Urheber) beanspruchen • vs. Inhaber Verwertungsrechte: natürliche oder juristische Person WER • Geschützt wird ein Werk • keine Ideen, Inhalte, Konzepte o.Ä. • Werk = persönliche geistige Schöpfung (§ 2 UrhG)  u.a. • Sprachwerke • Werke der Musik • Lichtbildwerke • Filmwerke WAS • Schutz per Gesetz • keine Registrierung notwendig (im Ggs. zu Patenten, Warenzeichen, Logos usw.) • Schutzdauer: 70 Jahre nach Tod des Urhebers WIE
    4. 4. Rechte der UrheberInnen • Erstveröffentlichung • Anerkennung der Urheberschaft • Schutz vor Entstellung Urheberpersönlichkeitsrechte (§§ 12 – 14) • Vervielfältigung • Verbreitung • Öffentliche Zugänglichmachung • Vortragen, Aufführen, Vorführen • … Verwertungsrechte (§§ 15 – 24) Seite 4
    5. 5. Einräumung von Nutzungsrechten Seite 5 • Nutzungsrechte können übertragen werden (§ 31 UrhG) • … einzeln für jede Verwertungsart • … zeitlich begrenzt (z.B. für 5 Jahre) • … räumlich begrenzt (z.B. für Vertrieb in Europa) • … ausschließlich oder einfach Verwertungs- rechte • Rechteinhaber kann Werk exklusiv nutzen • Auch Urheber muss Rechte für weitere Nutzungen einholen Ausschließlich • Rechteinhaber kann Werk nutzen • Urheber kann wiederholt einfache Rechte an verschiedene Vertragsparteien übertragen Einfach
    6. 6. Verlagsvertrag  Urheber räumt (einfache oder ausschließliche) Nutzungsrechte für (bestimmte) Verwertungen ein  Vertragsfreiheit: Vertragsbedingungen werden zwischen Vertragsparteien ausgehandelt  ABER: seit 2014 bspw. unabdingbares Zweitverwertungsrecht (vgl. § 38 (4) UrhG)  Lesen Sie Ihren Verlagsvertrag und modifizieren Sie ihn unter Umständen!  Passage zur Übertragung exklusiver Rechte für alle Nutzungsarten streichen  Vertragszusatz einreichen mit Rechtevorbehalt (vgl. SPARC Author's Addendum) Seite 6
    7. 7. BESONDERE REGELUNGEN FÜR ABBILDUNGEN? Seite 7
    8. 8. Urheberrecht und verwandte Schutzrechte Seite 8 • Schöpferische Leistung, kreativer bzw. künstlerischer Anspruch • umfänglicher urheberrechtlicher Schutz • Schutzfrist: 70 Jahre nach Tod des Urhebers Lichtbildwerke (§ 2 UrhG (1) 5.) • „Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, (…) zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.“ • Ggf. Eigentumsrechte bzw. Hausrecht sowie Recht am eigenen Bild beachten Panoramafreiheit (§ 59 UrhG) • Persönlichkeitsrecht: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden“ (§ 22 KunstUrhG) • Ausnahmen u.a.: Personen der Zeitgeschichte, „Personen als Beiwerk“, Versammlungen/ Veranstaltungen (§ 23 KunstUrhG) Recht am eigenen Bild (KunstUrhG)
    9. 9. Zitatrecht  Zitatzweck („durch den besonderen Zweck gerechtfertigt“)  Keine Zustimmung des Rechteinhabers erforderlich, keine Vergütungspflicht  Auch Bildzitat möglich  Bedingungen:  Eigene Auseinandersetzung mit zitiertem Werk  nicht zur reinen Illustration!  Quellenangabe Seite 9 § 51 UrhG Zulässig ist die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe eines veröffentlichten Werkes zum Zweck des Zitats, sofern die Nutzung in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist. Zulässig ist dies insbesondere, wenn 1. einzelne Werke nach der Veröffentlichung in ein selbständiges wissenschaftliches Werk zur Erläuterung des Inhalts aufgenommen werden, 2. Stellen eines Werkes nach der Veröffentlichung in einem selbständigen Sprachwerk angeführt werden, 3. (…)
    10. 10. Rechte einholen Immer auf der sicheren Seite ist, wer die Rechte einholt!  formlos per E-Mail: Titel, Urheber und Quelle benennen, Art und Zweck der Nutzung beschreiben (z.B. auf geplante Onlineveröffentlichung hinweisen)  Formulierungsvorschlag: Seite 10 Hiermit bitte ich um Genehmigung, das Werk … von Urheber … aus Quelle … für eine geplante Publikation in der Schriftenreihe … zu verwenden. Die Publikation wird verlegt beim Verlag …, sie wird gedruckt erscheinen und zeitgleich parallel online veröffentlicht.
    11. 11. OPEN ACCESS Seite 11
    12. 12. Der Weg zu Open Access Seite 12 GOLDENER WEG: Open Access Verlag GRÜNER WEG: Zweitveröffentlichung auf Repositorium Open Access logo, converted into svg, designed by PLoS. This version with white background. Lizenziert unter Creative Commons Public Domain Dedication
    13. 13. Der Weg zu Open Access: Goldener Weg Seite 13 GOLDENER WEG: Open Access Verlag GRÜNER WEG: Zweitveröffentlichung auf Repositorium  Qualitätsgeprüfte Version sofort weltweit verfügbar  Übertragung von Nutzungsrechten an Allgemeinheit
    14. 14. Seite 14 Creative Commons- Lizenz: Namensnennung 3.0 Deutschland
    15. 15. Der Weg zu Open Access: Grüner Weg Seite 15 GOLDENER WEG: Open Access Verlag GRÜNER WEG: Zweitveröffentlichung auf Repositorium  zusätzlich zur traditionellen Closed Access-Publikation  in der Regel keine weiteren Rechte für Allgemeinheit  abhängig von Rechteinhaber: Zweitveröffentlichung des Preprint, Postprint oder der Verlagsversion nach Embargofrist
    16. 16. Seite 16 Authors may self-archive the author’s accepted manuscript of their articles on their own websites. Authors may also deposit this version of the article in any repository, provided it is only made publicly available 12 months after official publication or later. He/ she may not use the publisher's version (the final article), which is posted on SpringerLink and other Springer websites, for the purpose of self-archiving or deposit. Furthermore, the author may only post his/her version provided acknowledgement is given to the original source of publication and a link is inserted to the published article on Springer's website. The link must be provided by inserting the DOI number of the article in the following sentence: “The final publication is available at Springer via http://dx.doi.org/[insert DOI]”
    17. 17. Open Access-Deklarationen Budapest Open Access Initiative (2001) Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities (2003) Bethesda Statement on Open Access Publishing (2003) Seite 17
    18. 18. Der Weg zu Open Access Seite 18 GOLDENER WEG: Open Access Verlag GRÜNER WEG: Zweitveröffentlichung auf Repositorium LIBRE OA = kostenfreie + weitere Rechte zur Verwendung GRATIS OA = kostenfreier Zugriff
    19. 19. Vorteile von Open Access  Erhöhte Sichtbarkeit und Zitierhäufigkeit von Publikationen  Freier Zugang zu öffentlich finanzierten Forschungsergebnissen  Verbleib der Verwertungsrechte bei Autorinnen und Autoren  Gute Auffindbarkeit über Suchmaschinen und andere Nachweisdienste  Prioritätssicherung  Partizipation an Vorteilen digitaler Dokumente  Förderung der internationalen und interdisziplinären Zusammenarbeit  Förderung der Forschungseffizienz durch rasche Diskussion von Forschungsergebnissen  langfristige Verfügbarkeit der Publikationen  Verbesserung der Informationsversorgung und Ausweg aus der Zeitschriftenkrise Seite 19
    20. 20. CREATIVE COMMONS Seite 20
    21. 21. Prinzipien  Creative Commons 2001 in USA gegründet, gemeinnützige Organisation  1. Version der Lizenzen 2002 veröffentlicht  Lizenzen in USA für internationale Anwendung entwickelt  Lizenzmodule im Laufe der Jahre mehrfach überarbeitet, aktuell Version 4.0 von 2013 Seite 21
    22. 22. Warum CC-Lizenzen?  Kreatives Potential nutzen: Verbreitung und Nutzung von Werken erleichtern  Urheberrecht in digitaler Welt nutzen  (c) All rights reserved  (cc) Some rights reserved  Keine Abschaffung des Urheberrechts, sondern baut auf UrhG auf und erweitert „Standardeinstellung“  Rechte und Pflichten für Urheber und Nutzer Seite 22 Graphik von Timothy Vollmer (cc) 2013, lizenziert unter CC BY 4.0 International
    23. 23. Baukastenprinzip Seite 23 4 Lizenzmodule  6 mögliche Lizenztypen  BY: Attribution = Namensnennung  SA: Share alike = Weitergabe unter gleichen Bedingungen  NC: Non-commercial = Nicht-kommerziell  ND: No derivatives = Keine Bearbeitung
    24. 24. Bestandteile  Ausführlicher Lizenzvertrag  Kurzfassung (Commons Deed)  Maschinenlesbare Fassung Seite 24 Abb. Three “Layers” Of Creative Commons Licenses von Creative Commons, lizenziert unter CC BY 3.0 Unported
    25. 25. Bestandteile: Lizenzvertrag Seite 25
    26. 26. Bestandteile: Kurzfassung (Commons Deed) Seite 26
    27. 27. Bestandteile: Maschinenlesbare Fassung Seite 27
    28. 28. Vorteile Creative Commons-Lizenzen  Standardisierung: klar definierte Nutzungslizenzen, Bedingungen für jedermann einsehbar  Einfachheit: gültiger „Vertragsabschluss“ durch Kennzeichnung mit bestimmter Lizenz  Verständlichkeit: dank allgemein verständlicher Kurzfassungen (sog. Commons deed)  Durchsetzbarkeit: rechtlich bestätigte Lizenzverträge  Internationalität: zahlreiche Übersetzungen  Identifizierbarkeit Mensch: Leicht zu identifizieren dank Ikonographie  Identifizierbarkeit Maschine: Maschinenlesbare Fassungen  Verbreitung: bekannt und genutzt in Kunst, Kultur und Wissenschaft – in Deutschland und weltweit  Aktualität: Lizenzen werden kontinuierlich weiterentwickelt (aktuell 4. Version)  CC BY und BY-SA ermöglicht Open Access im Sinne der Berliner Erklärung Seite 28
    29. 29. Lizenzbedingungen Autorinnen und Autoren räumen der Allgemeinheit einfache Nutzungsrechte ein, die flexibler und weiter sind, als das deutsche Urheberrecht sie vorsieht. Seite 29 Immer erlaubt Vervielfältigung und Verbreitung Recht auf öffentliches Zeigen Immer obligatorisch Urheber nennen Link auf Fundstelle angeben Link zum Lizenztext angeben Ggf. weitere Einschränkungen Beispiel 1: kommerzielle Verwendung Beispiel 2: Bearbeitung
    30. 30. Lizenzbedingungen Autorinnen und Autoren räumen der Allgemeinheit einfache Nutzungsrechte ein, die flexibler und weiter sind, als das deutsche Urheberrecht sie vorsieht. Seite 30 Immer erlaubt Vervielfältigung und Verbreitung Recht auf öffentliches Zeigen Immer obligatorisch Urheber nennen Link auf Fundstelle angeben Link zum Lizenztext angeben Ggf. weitere Einschränkungen Beispiel 1: kommerzielle Verwendung Beispiel 2: Bearbeitung Der Lizenzgeber kann eine einmal vergebene Lizenz nicht widerrufen.
    31. 31. Empfehlung Universitätsverlag Übertragen Sie möglichst keine ausschließlichen Nutzungsrechte an Verlage, behalten Sie sich Rechte für die eigene Weiternutzung Ihrer Inhalte vor. Der Universitätsverlag empfiehlt die Verwendung der Creative Commons-Lizenz: Namensnennung 3.0 Deutschland. Warum nicht NC?  Term „nicht kommerziell“ nicht klar definiert  Untersagung von eigentlich gewünschten Nutzungen Warum nicht SA?  Drohende Lizenzinkompatibilität bei weiterer Verwendung Warum nicht ND?  Teils schwierige Abgrenzung Begriff „Bearbeitung“  Nicht vereinbar mit Forderung zur Nachnutzung von OA-Werken Seite 31
    32. 32. NC – Keine kommerzielle Nutzung  Lizenztext lässt offen, was als kommerzielle Nutzung zu verstehen ist  Bisher keine eindeutigen Gerichtsurteile zur Auslegung des Terms „nicht-kommerziell“  Im Zweifel auf Verwendung eines NC-lizenzierten Werkes verzichten  Empfehlung: möglichst keine NC-Klauseln für eigene Werke nutzen Seite 32 Die Rechteeinräumung gemäß Abschnitt 3 gilt nur für Handlungen, die nicht vorrangig auf einen geschäftlichen Vorteil oder eine geldwerte Vergütung gerichtet sind („nicht-kommerzielle Nutzung“, „Non-commercial-Option“). Wird Ihnen in Zusammenhang mit dem Schutzgegenstand dieser Lizenz ein anderer Schutzgegenstand überlassen, ohne dass eine vertragliche Verpflichtung hierzu besteht (etwa im Wege von File-Sharing), so wird dies nicht als auf geschäftlichen Vorteil oder geldwerte Vergütung gerichtet angesehen, wenn in Verbindung mit dem Austausch der Schutzgegenstände tatsächlich keine Zahlung oder geldwerte Vergütung geleistet wird. (vgl. Abs. 4. b des Lizenztextes der CC BY NC 3.0 DE) Kommerziell ist eine Nutzung dann, wenn sie in erster Linie auf kommerziell relevante Vorteile oder auf eine Vergütung abzielt. (vgl. Tooltip zu „kommerzielle Zwecke“ in Commons Deed der CC BY NC 3.0 DE)
    33. 33. SA – Weitergabe unter gleichen Bedingungen  SA-Klausel muss „nur“ für Abwandlungen eingehalten werden  Ziel: Pool an frei lizenzierten Werken erweitern  Bekanntester Anwender: Wikipedia  ABER: was zählt als „Abwandlung“? Seite 33 Sie dürfen eine Abwandlung ausschließlich unter den Bedingungen i. dieser Lizenz, ii. einer späteren Version dieser Lizenz mit denselben Lizenzelementen, iii. einer rechtsordnungsspezifischen Creative-Commons-Lizenz mit denselben Lizenzelementen ab Version 3.0 aufwärts (z.B. Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 US), iv. der Creative-Commons-Unported-Lizenz mit denselben Lizenzelementen ab Version 3.0 aufwärts, oder v. einer mit Creative Commons kompatiblen Lizenz verbreiten oder öffentlich zeigen. (4. b des Lizenztextes der CC BY SA 3.0 DE)
    34. 34. ND – Keine Bearbeitung Was gilt als Bearbeitung?  Rein technische Änderungen und Vervielfältigungen?  CC-lizenziertes Lied nutzen zur Vertonung eines Videos?  Aufnahme in Sammelband?  Bildausschnitt? Bild einfärben? Seite 34 Der Begriff „Abwandlung“ im Sinne dieser Lizenz bezeichnet das Ergebnis jeglicher Art von Veränderung des Schutzgegenstandes, solange die eigenpersönlichen Züge des Schutzgegenstandes darin nicht verblassen und daran eigene Schutzrechte entstehen. Das kann insbesondere eine Bearbeitung, Umgestaltung, Änderung, Anpassung, Übersetzung oder Heranziehung des Schutzgegenstandes zur Vertonung von Laufbildern sein. Nicht als Abwandlung des Schutzgegenstandes gelten seine Aufnahme in eine Sammlung oder ein Sammelwerk und die freie Benutzung des Schutzgegenstandes. (Abs. 1. a des Lizenztextes der CC BY 3.0 DE)
    35. 35. ND – Keine Bearbeitung Was gilt als Bearbeitung?  Rein technische Änderungen und Vervielfältigungen?  Nein, vgl. CC-Lizenztextlesung (ab ca. 00:35:00)  CC-lizenziertes Lied nutzen zur Vertonung eines Videos?  Ja, vgl. CC-Lizenztextlesung (ca. 00:36:50)  Aufnahme in Sammelband?  Nein, vgl. Abs. 1. a des Lizenztextes der CC BY 3.0 DE  Bildausschnitt? Bild einfärben?  Jein: „Das Beschneiden eines Bildes stellt eine Umgestaltung im Sinne des § 23 Abs. 1 UrhG dar, wenn dadurch die Bildaussage verändert wird.“ (OLG Köln, Urteil vom 31.10.2014, Az. 6 U 60/14) Seite 35 Der Begriff „Abwandlung“ im Sinne dieser Lizenz bezeichnet das Ergebnis jeglicher Art von Veränderung des Schutzgegenstandes, solange die eigenpersönlichen Züge des Schutzgegenstandes darin nicht verblassen und daran eigene Schutzrechte entstehen. Das kann insbesondere eine Bearbeitung, Umgestaltung, Änderung, Anpassung, Übersetzung oder Heranziehung des Schutzgegenstandes zur Vertonung von Laufbildern sein. Nicht als Abwandlung des Schutzgegenstandes gelten seine Aufnahme in eine Sammlung oder ein Sammelwerk und die freie Benutzung des Schutzgegenstandes. (Abs. 1. a des Lizenztextes der CC BY 3.0 DE)
    36. 36. Weiterführende Literatur & Links  Informationen des Universitätsverlags: http://verlag.tu-berlin.de/  TU Berlin, Referat V D: Leitfaden Urheberrecht der Technischen Universität Berlin (13.11.2014)  Creative Commons:  Frequently Asked Questions  Best practices for attribution  Anleitung inkl. Beispiele für korrekte Kennzeichnung CC- lizenzierter Werke  License Versions  Übersicht über Geschichte, Entwicklung und Unterschiede der verschiedenen Versionen von CC-Lizenzen  Klimpel, Paul: Freies Wissen dank Creative-Commons-Lizenzen. Folgen, Risiken und Nebenwirkungen der Bedingung »nicht-kommerziell - NC« (2012)  Kreutzer, Till: Open-Content-Lizenzen. Ein Leitfaden für die Praxis (2011)  pb21.de: CC-Lizenztextlesung – Juristen und Pädagogen erklären die Creative Commons Lizenzen (2014)  Juristen Till Kreutzer und John H. Weitzmann kommentieren und erläutern CC-Lizenztexte (Video, ca. 2 Std. 10 min)  SHERPA/RoMEO  Datenbank mit Informationen zu Verlagsleitlinien bzgl. Parallelpublikationen Seite 36
    37. 37. Fragen?! Seite 37 publikationen@ub.tu-berlin.de Telefon (030) 314- Dagmar Schobert 76127 Michaela Voigt 76130 Kathleen Forth 76131

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