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Mit Wirtschaftsinformatik
Wirtschaft neu gestalten.
Methoden Von Null auf Hundert
Managementmethoden
Wissensmanagement
1
Warum Wissensmanagement? 2
Das haben wir noch nie so
gemacht.
Das haben wir schon immer so
gemacht.
Jeder macht so wie er denkt.
Was läuft hier falsch?
Können wir die ganzen „geheimen“
Regelungen mal aufschreiben?
Irgendwie ist es schade. Ich muss bei
jeder Kleinigkeit den Infos
hinterherlaufen …
Gibt’s keinen Prozess, wie neue
Mitarbeiter wie ich das „Onboarding“
hinbekommen?
Die junge Kollegin Das „Firmen-Urgestein“
Personen lernen, um besser Probleme lösen zu können. 3
Wissen: Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Personen zur
Lösung von Problemen einsetzen.
Wissen wird von Menschen konstruiert und repräsentiert deren Erwartungen über
Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge.
Wissen hat als Voraussetzung:
• Daten und
• Informationen.
(nach Probst et al. 2012, S. 23)
Was ist Wissen?
Abb. Von Zeichen zum Wissen (nach Probst et. al. p.16)
.. und Bewertung
… und Struktur
.. und Reihenfolge
4
Wissen wird mehr, wenn man es nutzt
Abb. Wissensvermehrung durch Nutzung (Brell, 2016)
5
Persönliches Wissen vermehren = lernen. 6
Beispiel einer “Wissensanreicherung” für ein Produkt in der
Landwirtschaft
Traktorhersteller MASSEY-FERGUSON:
ab 1990 satellitengestütztes System zur Ernteertragsoptimierung ein.
Durch Satelliten-Positionierungssystem in der Erntemaschine :
Ernteerträge quadratmetergenau erfassen.
Precision Farming.
Das “Nebenprodukt” für das Kernprodukt „Traktor“ wird in Folge zur
Kernkompetenz.
Ergebnis:
1. Neues Geschäftsfeld
2. Verlängerung des Lebenszyklus’ des Produkts Traktor
3. Marktvorteil gegenüber anderen Herstellern wie ZTE.
7
Welche Wissensquellen werden gerne genutzt?
Gerne: Kollegen fragen oder Googeln.
Googeln ist wie denken, nur krasser.
Ungerne: Wissensdatenbank. >>> Motivation: Gamification
Quelle: Pöggeler (2014)
8
Wissens-PS auf die Straße bringen – viele wissen nicht wie
Pöggeler (2014)
Trotz täglichem Mantra: „Wir leben in der Wissensgesellschaft“ ...
Menschen wissen nicht, wie man Wissen in Profit umsetzt
9
Qualitätsmanagement und Wissen
Sicht deutscher Unternehmen (n=1.214): zunehmende Bedeutung von
• Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit
(86 Prozent)
• Individualisierung und Anpassung von Produkten an Kundenwünsche
(86 Prozent)
• Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen
(82 Prozent)
Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V., 2014
10
Wie kommt Wissen NICHT in den Menschen hinein?
Abb.: Der Nürnberger
Trichter
So nicht!
(Harsdörffer 1647)
Abb.: Vorlesen
So nicht!
11
Kategorisierung des Wissensbegriffs – tazit gegen explizit
Wissen des Menschen:
Implizites (tazites) und explizites Wissen.
implizit:
• schwer kommunizierbar.
• Erfahrungswissen, das schlecht in Worte gefasst werden kann.
• Beispiele:
Menschenkenntnis, gut funktionierende Bauchgefühl, super E-Bass-
Runs
explizit:
• lässt sich gut verschriftlichen.
• Beispiele: Regeln, wenn-dann Beziehungen
12
Know What – How - Why
Know – What
Was brauche ich, um einen Fahrradreifen zu flicken?
Know – How
Operationalisierbare Fertigkeiten und Kenntnisse.
Beispiel: Wie flicke ich im Schnee einen Rennradreifen? Auf was muss
ich achten und was ist anders als Reifenflicken im Sommer? Wie
habe ich das das letzte mal gemacht?
Know – Why
Warum ist es für mich wichtig zu wissen, wie man im Schnee einen
Rennradreifen flickt? Welche Wertschöpfung kann ich damit
anstoßen?
13
Wie wird aus der „zufälligen“ Wissensmehrung ein Prozess? 14
Wissen im Unternehmen bewahren.
Wissen im Unternehmen mehren.
Wissenszuwachs planen.
Wissen im Unternehmen erkennen und bewerten.
Menschen motivieren, „mitzumachen“ (Führung).
Þ Attribute eines „Managementansatzes“
Þ Wissensmanagement.
Was ist Wissensmanagement?
Wissensmanagement beschäftigt sich mit
1. Erwerb,
2. (Weiter-) Entwicklung,
3. Transfer,
4. Speicherung
5. Nutzung
von Wissen
Wissensmanagment schafft förderliche Strukturen im
Unternehmen hierzu.
Wissen entsteht nicht durch eine Anhäufung von
Informationen, sondern erst durch die Verknüpfung der
Informationen mit bereits vorhandenem Vorwissen und der
Bewertung aus Vorerfahrungen.
15
Erweiterung des Wissensbegriffs: Wissenstreppe nach North
Abb. Wissenstreppe nach North (2016)
16
SECI Modell (Wissenspirale) und die vier Formen der
Wissensumwandlung
Abb.: SECI Modell (Nanoka & Takeuchi 2012, S. 78)
Inline Dokumentation
bei der Programmierung
Synopsen anfertigen
Lesen, üben, lesen...
Beispiel
„Lager Deutscher
Supermarkt“
17
Das SECI-Modell im Detail
Sozialisation
„Austausch von implizitem Wissen“ zwischen Menschen.
Durch Beobachtung und Nachahmung
Beispiel: „Lehrlinge und Meister „
(Nanoka & Takeuchi 2012, S. 80)
Externalisierung
implizites Wissen wird zu explizitem Wissen.
Durch Dokumentation.
Kombination
verschiedene Wissensquellen zusammenbringen
Beispiel: heterogene Expertenrunde.
Internalisierung
Explizites Wissen wird zu implizitem Wissen.
Beispiel: Üben, Learning by Doing.
18
Bausteine des Wissensmanagements
Abb.: Bausteine des Wissensmanagements (Probst et.al. 2012).
Sechs operative Bausteine und zwei Managementbausteine
Konzept hat sich in der Unternehmenspraxis bewährt (Lehner 2014 S. 82).
Das Vorgehen gleicht einem PDCA-Zyklus (Deming-Kreis, KVP, Kai-Zen)
19
Qualitätsmanagement und Wissensmanagement
Die Organisation hat Prozesse und Methoden festzulegen, die das
Vorgehen beschreiben, um die Anforderungen der Norm (7.1.6 und 7.2)
zu erfüllen:
1. Festlegung von Instrumenten und Prozessen, um
(1) unternehmenskritische Wissen zu identifizieren,
(2) Wissen zu vermitteln,
(3) Wissen zu erwerben,
(4) erforderlichen Kompetenzen zu bestimmen,
(5) sicherzustellen, dass Personen ausreichend kompetent sind,
(6) benötigte Kompetenzen zu erwerben
2. Bewertung des IST-Status von Wissen und Kompetenzen
3. Maßnahmen aus der Abweichung von IST-und Soll-Wissen ableiten.
4. Wirksamkeit überprüfen.
(analog Kontinuierlicher Verbesserungsprozess mit PDCA)
20
Wissensmanagement und Qualitätsmanagement – der
Wissenskreislauf
Wissen
produktiv
nutzen
21
Die Todesspirale der elektronischen Wissensbasis
Abb. Todesspirale
>>> Ausweg: Gamification
22
Wie kommt es zur Todesspirale? – die 90-9-1-Regel
90-9-1-Regel besagt, dass
1. der Inhalt in einer Community von nur 1% der Benutzer erstellt wird.
2. 9% beteiligen sich sporadisch, konfigurieren oder kommentieren den
Inhalt.
3. Der Großteil, 90% der Nutzer, lesen und schauen zu, ohne sich aktiv
zu beteiligen.
(Nielsen, Jakob, 2006)
https://www.pumacy.de/publikationen/studien/wikis-fuer-
wissensmanagement/
23
Üben 24
Stellen Sie sich vor, Sie sind Projektleiter eines IT-Projektes, Ihre
Projektteam besteht aus zwei „alten Hasen“ und zwei jungen
engagierten Mitarbeitern frisch von der Hochschule.
Sie wissen, dass es ein ein ähnliches Folgeprojekt in zwei Jahren
geben wird.
Mindestens einer der „alten Hasen“ist dann im Ruhestand.
Einer der neuen Mitarbeiter ist sehr umtriebig und strebt ständig
neue Erfahrungen an, der andere ist ein wenig introvertiert.
Erfinden Sie Maßnahmen, alt und jung zusammen zu bringen.
Wie kann ihr Unternehmen vom umtriebigen jungen Kollegen
profitieren?
Verständnisfragen
1. Was unterscheidet Wissen von Informationen?
2. Was ist Wissensmanagement?
3. Warum benötigen Unternehmen Wissensmanagement?
4. Wie kann Digitalisierung Wissensmanagement in Unternehmen
unterstützen?
5. Welches Problem besteht bei der dauerhaften Nutzung von
elektronischen Wissensplattformen wie Firmenwikis oder
Dokumentenmanagementsystemen?
25
Quellen
Bücher:
1. Beißel, S. (2014): IT-Management für Bachelor. Konstanz und München: UVK
Verlagsgesellschaft mbH.
2. Lehner, F. (2014): Wissensmanagement - Grundlagen, Methoden und technische
Unterstützung (5., aktualiserte Auflage.). München: Carl Hanser Verlag.
3. Nonaka, I. & Takeuchi, H.: The Knowledge Creation Company. How Japanese Companies
Create the Dynamics of Innovation. Oxford, 1995
4. Probst, G., Raub, S., & Romhardt, K. (2012). Wissen managen - Wie Unternehmen ihre
wertvollste Ressource optimal nutzen (7. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler.
Zeitschriften:
1. Barney, J. (1991): Firm Resources and Sustained Competitive Advantage, in: Journal of
Management, 17: 1, S. 99–120.
2. Barney, J. B. (1986): Types of Competition and the Theory of Strategy: Toward an Integrative
Framework, in: Academy of Management Review, 11 (4): 791–800.
3. Barney, J. B. (1989): Asset Stocks and Sustained Competitive Advantage: A Comment: in:
Management Science, 35 (12): 1511–1513.
4. Dierickx, I. & Cool, K. (1989): Asset Stock Accumulation and Sustainability of Competitive
Advantage, in: Management Science, 35 (12): 1504–1511.
5. Harrigan, K. R./Dalmia, G. (1991): Knowledge Workers: The Last Bastion of Competitive
Advantage, in: Planning Review, 19: 6, S. 4–9.
6. North, K. (2016): Wissensorientierte Unternehmensführung – Wissensmanagement gestalten
(6.Auflage). Wiesbaden, Springer.
26
Quellen
Abschlussarbeiten:
1.Billinger, Xenia (2018) Entwicklung eines Wissensmanagementkonzepts
mit gamifizierter Einführungsstrategie für die agile Programmierung.
2.Lenßen, Christof (2018) Gestaltung eines Gamification-Konzeptes zur
Beförderung der digitalen Wissenskultur in der Daimler AG.
3.Kurley, Ronny (2018) Anforderungsanalyse für ein EDV-System zur
Unterstützung eines Qualitätsmanagementsystems
4.Schmidt, Simon (2018) Konzept zur Erhöhung der IT Security Awareness
und der IT Security Literacy in KMU mit gamifizierten E-Learning-
Komponenten.
5.Amberg, Niklas (2016): Wissensmanagement im mittelständischen
Softwareunternehmen - Auswahl, Ersteinrichtung und Verstetigung eines
Software-Tools.
6.Klapproth, Marie (2016): Integriertes Qualitäts- und Wissensmanagement
zur Optimierung von Geschftsprozessen am Beispiel eines
mittelständischen Anbieters von Unternehmens-Software-Lösungen.
Neuss/Mönchengladbach
27
Quellen
sonstige Quellen:
1.Harsdörffer, Georg Philip (1647): Die Teutsche Dicht- und Reimkunst,
ohne Behuf der lateinischen Sprache, in VI Stunden einzugießen
2.Pöggeler, B. (2014). Produktiver Umgang mit Wissen in Unternehmen.
(Haufe-Lexware GmbH & Co.KG, Hrsg.) Abgerufen am 23. Mai 2016 von
faktor4-beratung: http://www.faktor4-beratung.de/sites/default/files/haufe-
studie-wissen-in-unternehmen.pdf .
3.Deutsche Gesellschaft für Qualität. (10. Oktober 2014). Repräsentative
Studie zeigt: Für neun von zehn Unternehmen ist Qualität Erfolgsgarant
der deutschen Wirtschaft. Abgerufen am 14.03.2017 von DGQ:
http://www.dgq.de/aktuelles/news/repraesentative-studie-zeigt-fuer-neun-
von-zehn-unternehmen-ist-qualitaet-erfolgsgarant-der-deutschen-
wirtschaft/
28
29
Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell
über: http://claus-brell.de/
Content: https://cbrell.de/blog
https://twitter.com/clausbrell
claus.brell@hs-niederrrhein,de

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Wissensmanagement

  • 1. Mit Wirtschaftsinformatik Wirtschaft neu gestalten. Methoden Von Null auf Hundert Managementmethoden Wissensmanagement 1
  • 2. Warum Wissensmanagement? 2 Das haben wir noch nie so gemacht. Das haben wir schon immer so gemacht. Jeder macht so wie er denkt. Was läuft hier falsch? Können wir die ganzen „geheimen“ Regelungen mal aufschreiben? Irgendwie ist es schade. Ich muss bei jeder Kleinigkeit den Infos hinterherlaufen … Gibt’s keinen Prozess, wie neue Mitarbeiter wie ich das „Onboarding“ hinbekommen? Die junge Kollegin Das „Firmen-Urgestein“
  • 3. Personen lernen, um besser Probleme lösen zu können. 3 Wissen: Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Personen zur Lösung von Problemen einsetzen. Wissen wird von Menschen konstruiert und repräsentiert deren Erwartungen über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Wissen hat als Voraussetzung: • Daten und • Informationen. (nach Probst et al. 2012, S. 23)
  • 4. Was ist Wissen? Abb. Von Zeichen zum Wissen (nach Probst et. al. p.16) .. und Bewertung … und Struktur .. und Reihenfolge 4
  • 5. Wissen wird mehr, wenn man es nutzt Abb. Wissensvermehrung durch Nutzung (Brell, 2016) 5
  • 7. Beispiel einer “Wissensanreicherung” für ein Produkt in der Landwirtschaft Traktorhersteller MASSEY-FERGUSON: ab 1990 satellitengestütztes System zur Ernteertragsoptimierung ein. Durch Satelliten-Positionierungssystem in der Erntemaschine : Ernteerträge quadratmetergenau erfassen. Precision Farming. Das “Nebenprodukt” für das Kernprodukt „Traktor“ wird in Folge zur Kernkompetenz. Ergebnis: 1. Neues Geschäftsfeld 2. Verlängerung des Lebenszyklus’ des Produkts Traktor 3. Marktvorteil gegenüber anderen Herstellern wie ZTE. 7
  • 8. Welche Wissensquellen werden gerne genutzt? Gerne: Kollegen fragen oder Googeln. Googeln ist wie denken, nur krasser. Ungerne: Wissensdatenbank. >>> Motivation: Gamification Quelle: Pöggeler (2014) 8
  • 9. Wissens-PS auf die Straße bringen – viele wissen nicht wie Pöggeler (2014) Trotz täglichem Mantra: „Wir leben in der Wissensgesellschaft“ ... Menschen wissen nicht, wie man Wissen in Profit umsetzt 9
  • 10. Qualitätsmanagement und Wissen Sicht deutscher Unternehmen (n=1.214): zunehmende Bedeutung von • Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit (86 Prozent) • Individualisierung und Anpassung von Produkten an Kundenwünsche (86 Prozent) • Fähigkeit, Innovationen hervorzubringen (82 Prozent) Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V., 2014 10
  • 11. Wie kommt Wissen NICHT in den Menschen hinein? Abb.: Der Nürnberger Trichter So nicht! (Harsdörffer 1647) Abb.: Vorlesen So nicht! 11
  • 12. Kategorisierung des Wissensbegriffs – tazit gegen explizit Wissen des Menschen: Implizites (tazites) und explizites Wissen. implizit: • schwer kommunizierbar. • Erfahrungswissen, das schlecht in Worte gefasst werden kann. • Beispiele: Menschenkenntnis, gut funktionierende Bauchgefühl, super E-Bass- Runs explizit: • lässt sich gut verschriftlichen. • Beispiele: Regeln, wenn-dann Beziehungen 12
  • 13. Know What – How - Why Know – What Was brauche ich, um einen Fahrradreifen zu flicken? Know – How Operationalisierbare Fertigkeiten und Kenntnisse. Beispiel: Wie flicke ich im Schnee einen Rennradreifen? Auf was muss ich achten und was ist anders als Reifenflicken im Sommer? Wie habe ich das das letzte mal gemacht? Know – Why Warum ist es für mich wichtig zu wissen, wie man im Schnee einen Rennradreifen flickt? Welche Wertschöpfung kann ich damit anstoßen? 13
  • 14. Wie wird aus der „zufälligen“ Wissensmehrung ein Prozess? 14 Wissen im Unternehmen bewahren. Wissen im Unternehmen mehren. Wissenszuwachs planen. Wissen im Unternehmen erkennen und bewerten. Menschen motivieren, „mitzumachen“ (Führung). Þ Attribute eines „Managementansatzes“ Þ Wissensmanagement.
  • 15. Was ist Wissensmanagement? Wissensmanagement beschäftigt sich mit 1. Erwerb, 2. (Weiter-) Entwicklung, 3. Transfer, 4. Speicherung 5. Nutzung von Wissen Wissensmanagment schafft förderliche Strukturen im Unternehmen hierzu. Wissen entsteht nicht durch eine Anhäufung von Informationen, sondern erst durch die Verknüpfung der Informationen mit bereits vorhandenem Vorwissen und der Bewertung aus Vorerfahrungen. 15
  • 16. Erweiterung des Wissensbegriffs: Wissenstreppe nach North Abb. Wissenstreppe nach North (2016) 16
  • 17. SECI Modell (Wissenspirale) und die vier Formen der Wissensumwandlung Abb.: SECI Modell (Nanoka & Takeuchi 2012, S. 78) Inline Dokumentation bei der Programmierung Synopsen anfertigen Lesen, üben, lesen... Beispiel „Lager Deutscher Supermarkt“ 17
  • 18. Das SECI-Modell im Detail Sozialisation „Austausch von implizitem Wissen“ zwischen Menschen. Durch Beobachtung und Nachahmung Beispiel: „Lehrlinge und Meister „ (Nanoka & Takeuchi 2012, S. 80) Externalisierung implizites Wissen wird zu explizitem Wissen. Durch Dokumentation. Kombination verschiedene Wissensquellen zusammenbringen Beispiel: heterogene Expertenrunde. Internalisierung Explizites Wissen wird zu implizitem Wissen. Beispiel: Üben, Learning by Doing. 18
  • 19. Bausteine des Wissensmanagements Abb.: Bausteine des Wissensmanagements (Probst et.al. 2012). Sechs operative Bausteine und zwei Managementbausteine Konzept hat sich in der Unternehmenspraxis bewährt (Lehner 2014 S. 82). Das Vorgehen gleicht einem PDCA-Zyklus (Deming-Kreis, KVP, Kai-Zen) 19
  • 20. Qualitätsmanagement und Wissensmanagement Die Organisation hat Prozesse und Methoden festzulegen, die das Vorgehen beschreiben, um die Anforderungen der Norm (7.1.6 und 7.2) zu erfüllen: 1. Festlegung von Instrumenten und Prozessen, um (1) unternehmenskritische Wissen zu identifizieren, (2) Wissen zu vermitteln, (3) Wissen zu erwerben, (4) erforderlichen Kompetenzen zu bestimmen, (5) sicherzustellen, dass Personen ausreichend kompetent sind, (6) benötigte Kompetenzen zu erwerben 2. Bewertung des IST-Status von Wissen und Kompetenzen 3. Maßnahmen aus der Abweichung von IST-und Soll-Wissen ableiten. 4. Wirksamkeit überprüfen. (analog Kontinuierlicher Verbesserungsprozess mit PDCA) 20
  • 21. Wissensmanagement und Qualitätsmanagement – der Wissenskreislauf Wissen produktiv nutzen 21
  • 22. Die Todesspirale der elektronischen Wissensbasis Abb. Todesspirale >>> Ausweg: Gamification 22
  • 23. Wie kommt es zur Todesspirale? – die 90-9-1-Regel 90-9-1-Regel besagt, dass 1. der Inhalt in einer Community von nur 1% der Benutzer erstellt wird. 2. 9% beteiligen sich sporadisch, konfigurieren oder kommentieren den Inhalt. 3. Der Großteil, 90% der Nutzer, lesen und schauen zu, ohne sich aktiv zu beteiligen. (Nielsen, Jakob, 2006) https://www.pumacy.de/publikationen/studien/wikis-fuer- wissensmanagement/ 23
  • 24. Üben 24 Stellen Sie sich vor, Sie sind Projektleiter eines IT-Projektes, Ihre Projektteam besteht aus zwei „alten Hasen“ und zwei jungen engagierten Mitarbeitern frisch von der Hochschule. Sie wissen, dass es ein ein ähnliches Folgeprojekt in zwei Jahren geben wird. Mindestens einer der „alten Hasen“ist dann im Ruhestand. Einer der neuen Mitarbeiter ist sehr umtriebig und strebt ständig neue Erfahrungen an, der andere ist ein wenig introvertiert. Erfinden Sie Maßnahmen, alt und jung zusammen zu bringen. Wie kann ihr Unternehmen vom umtriebigen jungen Kollegen profitieren?
  • 25. Verständnisfragen 1. Was unterscheidet Wissen von Informationen? 2. Was ist Wissensmanagement? 3. Warum benötigen Unternehmen Wissensmanagement? 4. Wie kann Digitalisierung Wissensmanagement in Unternehmen unterstützen? 5. Welches Problem besteht bei der dauerhaften Nutzung von elektronischen Wissensplattformen wie Firmenwikis oder Dokumentenmanagementsystemen? 25
  • 26. Quellen Bücher: 1. Beißel, S. (2014): IT-Management für Bachelor. Konstanz und München: UVK Verlagsgesellschaft mbH. 2. Lehner, F. (2014): Wissensmanagement - Grundlagen, Methoden und technische Unterstützung (5., aktualiserte Auflage.). München: Carl Hanser Verlag. 3. Nonaka, I. & Takeuchi, H.: The Knowledge Creation Company. How Japanese Companies Create the Dynamics of Innovation. Oxford, 1995 4. Probst, G., Raub, S., & Romhardt, K. (2012). Wissen managen - Wie Unternehmen ihre wertvollste Ressource optimal nutzen (7. Auflage). Wiesbaden: Springer Gabler. Zeitschriften: 1. Barney, J. (1991): Firm Resources and Sustained Competitive Advantage, in: Journal of Management, 17: 1, S. 99–120. 2. Barney, J. B. (1986): Types of Competition and the Theory of Strategy: Toward an Integrative Framework, in: Academy of Management Review, 11 (4): 791–800. 3. Barney, J. B. (1989): Asset Stocks and Sustained Competitive Advantage: A Comment: in: Management Science, 35 (12): 1511–1513. 4. Dierickx, I. & Cool, K. (1989): Asset Stock Accumulation and Sustainability of Competitive Advantage, in: Management Science, 35 (12): 1504–1511. 5. Harrigan, K. R./Dalmia, G. (1991): Knowledge Workers: The Last Bastion of Competitive Advantage, in: Planning Review, 19: 6, S. 4–9. 6. North, K. (2016): Wissensorientierte Unternehmensführung – Wissensmanagement gestalten (6.Auflage). Wiesbaden, Springer. 26
  • 27. Quellen Abschlussarbeiten: 1.Billinger, Xenia (2018) Entwicklung eines Wissensmanagementkonzepts mit gamifizierter Einführungsstrategie für die agile Programmierung. 2.Lenßen, Christof (2018) Gestaltung eines Gamification-Konzeptes zur Beförderung der digitalen Wissenskultur in der Daimler AG. 3.Kurley, Ronny (2018) Anforderungsanalyse für ein EDV-System zur Unterstützung eines Qualitätsmanagementsystems 4.Schmidt, Simon (2018) Konzept zur Erhöhung der IT Security Awareness und der IT Security Literacy in KMU mit gamifizierten E-Learning- Komponenten. 5.Amberg, Niklas (2016): Wissensmanagement im mittelständischen Softwareunternehmen - Auswahl, Ersteinrichtung und Verstetigung eines Software-Tools. 6.Klapproth, Marie (2016): Integriertes Qualitäts- und Wissensmanagement zur Optimierung von Geschftsprozessen am Beispiel eines mittelständischen Anbieters von Unternehmens-Software-Lösungen. Neuss/Mönchengladbach 27
  • 28. Quellen sonstige Quellen: 1.Harsdörffer, Georg Philip (1647): Die Teutsche Dicht- und Reimkunst, ohne Behuf der lateinischen Sprache, in VI Stunden einzugießen 2.Pöggeler, B. (2014). Produktiver Umgang mit Wissen in Unternehmen. (Haufe-Lexware GmbH & Co.KG, Hrsg.) Abgerufen am 23. Mai 2016 von faktor4-beratung: http://www.faktor4-beratung.de/sites/default/files/haufe- studie-wissen-in-unternehmen.pdf . 3.Deutsche Gesellschaft für Qualität. (10. Oktober 2014). Repräsentative Studie zeigt: Für neun von zehn Unternehmen ist Qualität Erfolgsgarant der deutschen Wirtschaft. Abgerufen am 14.03.2017 von DGQ: http://www.dgq.de/aktuelles/news/repraesentative-studie-zeigt-fuer-neun- von-zehn-unternehmen-ist-qualitaet-erfolgsgarant-der-deutschen- wirtschaft/ 28
  • 29. 29 Prof. Dr. rer. nat. Claus Brell über: http://claus-brell.de/ Content: https://cbrell.de/blog https://twitter.com/clausbrell claus.brell@hs-niederrrhein,de