Konkret-utopische Formender selbstbestimmt-koordinierten Produktion     Annette Schlemm, 2010
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3.2 Peer-Produktion• Aufgabenverteilung                       46
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ANHANG         50
3 Allianztechnik in der   konkreten Utopie• hohe gesamtgesellschaftliche Effektivität  (Grad der Bedürfnisbefriedigung gem...
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2 Konkrete Utopie – Es gibt ein globales Netzwerk   (Produktions-Konsumtions-Infrastruktur)       Das Netzwerk entsteht a...
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2 Konkrete Utopie• Grundsätzliche Strukturvorstellung nicht neu („Freie  Kooperationen“) etc.   – Historische Vorläufer: K...
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Exkurs: Fabber• Dazu werden          • In einem weiteren Schritt wird eine  pulverförmige oder     neue Schicht aufgetrage...
Exkurs: Fabber• Die Steuerung dieses Prozesses geschieht durch einen  Rechner, dem zuvor ein virtuelles 3-Dimensionales Bi...
Exkurs: Fabber• Gleichzeitig bedeutet das, dass der eigentliche  Herstellungsprozess vollautomatisch läuft• Auch die 3-D-M...
Exkurs: Fabber• Z.B. Stereolithographie• Dabei wird ein flüssiges Monomer durch Licht  polymerisiert• Der Standardwerkstof...
Exkurs: Fabber• Z.B. Stereolithographie                            • Inzwischen sind                              einige G...
Exkurs: Fabber• Weitere Techniken:   • Layer Object Manufacturing (LOM)   • Selektives Laserschmelzen bzw. Laser-sintern v...
Stereolithographie (SLA)• Dabei wird ein flüssiges  Monomer durch Licht  polymerisiert• Der Standardwerkstoff  ist hier Ep...
Stereolithographie (SLA)           • Mit dem Verfahren der             Stereolithographie             hergestellte Gehäuse...
Stereolithographie (SLA)            • Baumuster einer              Stereolithografieanlage              (3-D-Drucker)     ...
Layer Object    Manufacturing (LOM)    • Bei dieser Methode      werden die      Gegenstände aus      einzelnen Schichten ...
Layer Object Manufacturing (LOM)• Dieses Kurbelwellen-Modell wurde auf diese Art  hergestellt• Es besteht aus hochfesten P...
Selektives Laserschmelzen bzw.  Laser-sintern von Metallpulvern  (SLM/SLS)    • Aus Metallpulvern mit      Korngrößen von ...
Selektives Laserschmelzen bzw.Laser-sintern von Metallpulvern(SLM/SLS)      • Elektronenmikroskopische Aufnahme des       ...
Selektives Laserschmelzen bzw.Laser-sintern von Metallpulvern(SLM/SLS)                 • Anlage der Firma F&S             ...
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Anderes produzieren mit anderer Technik

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Konkret-utopische Formen der selbstbestimmt-koordinierten Produktion

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Anderes produzieren mit anderer Technik

  1. 1. Konkret-utopische Formender selbstbestimmt-koordinierten Produktion Annette Schlemm, 2010
  2. 2. Plan1 Technik – Kritik und Gesellschaft2 Konkrete Utopie - Selbstentfaltungsgesellschaft • Exkurs: Menschenbild3 Allianztechnik in der Selbstentfaltungsgesellschaft • FabLabs • Peer-Produktion 2
  3. 3. 1.1 Technik-KritikDas Übel kommt nicht von der Technik, sondern von denen,die sie missbrauchen. Jacques-Yves Cousteau (1910-97), frz. Meeresbiologe 4
  4. 4. 1.1 Technik-KritikWas ist Technik? τέχνη (téchne): Fähigkeit, Kunstfertigkeit, Handwerk• Werkzeuge• Sozial-Technik (Popper)• Meditations-Techniken= Handlungsform, mit der die Beziehungen des Menschen zu sich selbst, zu anderen 5 und zur Umwelt reguliert werden
  5. 5. 1.1 Technik-Kritik J.S. Mill: „Es ist fraglich, ob alle bisher gemachten mechanischen Erfindungen die Tagesmühe irgendeines menschlichen Wesens erleichtert haben.“ K. Marx: „Solches ist jedoch auch keineswegs der Zweck der kapitalistisch verwandten Maschinerie. [...] Sie ist Mittel zur Produktion von Mehrwert.“ (MEW 23: 319) 6
  6. 6. 1.2 Technik und Gesellschaft• Technik – Regulierung von Beziehungen (Stoff, Energie, Information, Soziales, Psychisches...) Welche Beziehungen? In wessen Interesse? Gesellschaftliche Verhältnisse (Herrschaft, Macht, ...) 7
  7. 7. 1.2 Technik und Gesellschaft Gesellschaftliche VerhältnisseHerrschafts- und Ausbeutungs- Gesellschaft der beziehungen Selbstbestimmung Herrschafts- Techniken ? Technik der Selbstbestimmung 8
  8. 8. 1.2 Technik und Gesellschaft Gesellschaftliche VerhältnisseHerrschafts- und Ausbeutungs- Gesellschaft der beziehungen Selbstbestimmung Herrschafts- Techniken ? Technik der Selbstbestimmung 9
  9. 9. 2.1 Konkrete Utopie• Konkret meint NICHT: unmittelbar sinnlich „anfassbar“, sondern:• Konkret [1]: nicht abstrakt, über die Köpfe und Herzen der Menschen hinweg• Konkret [2]: die Möglichkeiten dafür müssen gegeben sein. 10
  10. 10. 2.1 Konkrete Utopie„Bauplan“ für eine konkrete Utopie• 1. Menschliche Bedürfnisse müssen befriedigt werden,• ohne dass 2. die natürliche Grundlagen des Lebens zerstört werden, • und ... Jede Utopie muss sich daran messen lassen,wie in ihr das Problem des Kloputzens gelöst ist... 11
  11. 11. 2.1 Konkrete Utopie• Anforderungen an eine menschlich-ökologische Bedürfnisbefriedigung: 1. ausgehend von Bedürfnissen gesellschaftlicher Individuen  nicht organisiert über Wertgesetz  nicht über zentrale Planung organisiert Aber... Die Menschen sind nicht so... 12
  12. 12. Exkurs: Menschenbild Isolierte Individualität Gesellschaftliche „Egoismus“ „Zwänge“ Beschränkte Menschlichkeit inausbeutenden, herrschaftlichen, kapitalistischen Verhältnissen Freiheit durch Gesellschaft, nicht gegen sie... Individualität durch Gegenseitigkeit, nicht gegen sie... 13
  13. 13. Exkurs: Menschenbild Was ich gegen andere Individuen und gegen die Natur erreiche schadet mir letztlich selbst. Ich kann mich erst und nur dann selbst entfalten, wenn es die anderen auch können und umgekehrt. 14
  14. 14. 2.2 Selbstentfaltungs- Gesellschaft• Organisierung entsprechend neuartiger Prinzipien • Herrschaftsfrei:  keine persönliche Herrschaft • Zwangsfrei:  keine Zwänge durch Organisationsprinzipien: (Wertgesetz, zentraler Plan...) • keine Zwänge durch Produktions- Technik (Fließband) 15
  15. 15. 2.2 Selbstentfaltungs- Gesellschaft• Wodurch wird die Gesellschaft strukturiert? – Selbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraft des Handelns  keine „äußerliche“ Motivation über Geld oder moralischen Druck notwendig 16
  16. 16. 2.2 Selbstentfaltungs- Gesellschaft• Anforderungen an eine menschlich-ökologische Bedürfnisbefriedigung: 2. Ökologische „Verträglichkeit“ (Selbstentfaltung nicht gegen die Natur)  „Allianz-Technik“ (E. Bloch) • „Technik als Entbindung und Vermittlung der im Schoß der Natur schlummernden Schöpfungen“ • „befreundete, konkrete Allianztechnik, die sich in Einklang zu bringen versucht mit dem hypothetischen Natursubjekt.“ 17
  17. 17. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft • Bedürfnis- • „Allianz“ mit befriedigung natürlichen Prozessen erfordert angemesseneRegulierung der Beziehungen zwischen Menschen und zwischen Menschen und Natur in der Produktion Bedürfnis- und naturgerechte Technik 18
  18. 18. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft• Technik, die nicht bedürfnisgerecht ist: Hacke, Schaufel und Schufterei 19
  19. 19. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft• Technik, die weder bedürfnis- noch naturgerecht ist: Fließbandarbeit als Handlanger der Maschinen „Ist eine Organisation der Produktion denkbar, die … ohne die vernichtende Unterdrückung von Geist und Körper auskommt?“ (Simone Weil) 20
  20. 20. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft• Widersprechende Anforderungen an eine Technik, die bedürfnis- und naturgerecht ist: dezentral Mühe und Ökologisch/Anstrengungen klimatisch ersparend Wunsch- verträglich d.h. Technik mit hoher d.h. Arbeits- energie- und produktivität materialsparend global 21
  21. 21. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft dezentral Ökodörfer Ökologisch/ klimatisch verträglich„Alternative“ Ökonomie- Projekte d.h. energie- und materialsparend Kommunen 22
  22. 22. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft dezentral Mühe und Ökologisch/Anstrengungen ? klimatisch ersparend verträglich d.h. mit hoher d.h. Arbeits- energie- und produktivität materialsparend global 23
  23. 23. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft dezentral Mühe undAnstrengungen ersparend • Freie Software d.h. mit hoher • Freie Kultur Arbeits- produktivität global 24
  24. 24. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft • Freie Software • Freie Kultur von Bedürfnissen ausgehend, Bedürfnisse befriedigend selbstbestimmt, selbst organisiert /koordiniert ökologisch auf Grund von Immaterialität und Bedürfnis- statt Profitorientierung 25
  25. 25. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft • Freie Software • Freie Kultur• hochproduktiv, komplex, global – auch hier sind Dezentralität und Selbstbestimmung möglich!• Durchbrechen des kapitalistischen Eigentumprinzips im immateriellen Bereich (Software, Kultur) 26
  26. 26. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft dezentral Mühe undAnstrengungen ersparend d.h. Immateriell mit hoher Arbeits- produktivität global 27
  27. 27. 3 Technik in der Selbst- Entfaltungsgesellschaft Von LINUX und Wikipedia werde ich aber nicht satt !!! Lässt sich die Produktionsweise der Freien Software und Freien Kultur auf die materielle Produktion übertragen ??? (www.oekonux.de, www.keimform.de) 28
  28. 28. 3 Technik in der Selbst- EntfaltungsgesellschaftLässt sich die Produktionsweise der Freien Software undFreien Kultur auf die materielle Produktion übertragen ??? IMMATERIELL ? MATERIELL• Arbeitsteilung/ Koordination beruht auf Freiwilligkeit (z.B. „Maintainer“)  • dezentral vernetzt im globalem Rahmen auf Basis Internet 29
  29. 29. 3 Technik in der Selbst- EntfaltungsgesellschaftLässt sich die Produktionsweise der Freien Software undFreien Kultur auf die materielle Produktion übertragen ??? IMMATERIELL ? MATERIELL • keine Privatisierung • kap. Privateigentum an durch „Copyleft“  Grund und Boden / Produktionsmitteln  Commons- Bewegung! 30
  30. 30. 3 Technik in der Selbst- EntfaltungsgesellschaftLässt sich die Produktionsweise der Freien Software undFreien Kultur auf die materielle Produktion übertragen ??? Umsonst- „Laden“ +? Ressourcenpool (keine Waren, sondern Güter BLEIBEN Commons („Lizenz“ !) Commonsgüter) 31
  31. 31. 3 Technik in der Selbst- EntfaltungsgesellschaftLässt sich die Produktionsweise der Freien Software undFreien Kultur auf die materielle Produktion übertragen ??? IMMATERIELL ? MATERIELL• dezentrale Arbeitsstationen • dezentrale Arbeitsstationen (PC)• Grundlage: Mengenwachstum  Preissenkung 32
  32. 32. 3.1 FabLabVon Rapid Prototyping zu Rapid Producing „3D-Drucker“ 33
  33. 33. 3.1 FabLab „3D-Drucker“• Grundsätzlich werden die Gegenstände dabei nicht wie herkömmlich aus einem Materialblock herausgearbeitet (Drehen, Fräsen, Bohren) sondern schichtweise aufgebaut 34
  34. 34. 3.1 FabLabDaten weltweit verfügbar lokale Produktion im Fabricator 35 CAD – virtuelles Produkt
  35. 35. 3.1 FabLab Bondo (Kenia) 36
  36. 36. 3.1 FabLab Hamburg 37
  37. 37. 3.1 FabLab Amsterdam 38
  38. 38. 3.1 FabLab RepRap 39
  39. 39. 3.1 FabLab 40
  40. 40. 3 Technik in der Selbst- EntfaltungsgesellschaftHighTech ist eine Antwort – aber was war eigentlich die Frage???• Befriedigung konsumtiver und produktiver Bedürfnisse aller Menschen• in ökologisch verträglichen Wechselbeziehungen mit der Natur: – wobei Menschen individuell und in selbstorganisierten Kollektiven die Ziele und Mittel bestimmen und entwickeln, – wozu eine dezentral-vernetzte Struktur erforderlich – und die angemessene Nutzung der jeweils höchsten Produktivität notwendig ist 41
  41. 41. 3.2 Peer-Produktion• Peer-Produktion (= Partnerschaftliche Produktion):• Freiwillige Kooperation zwischen Gleichberechtigten („Peers“), die zu einem gemeinsamen Ziel beitragen. (Siefkes) 42
  42. 42. 3.2 Peer-Produktion• „Ich brauche etwas !“ – „Jede gute Software setzt an einer Stelle an, wo´s ihre Entwickler_in juckt.“ (Eric Raymond)• Jetzt NICHT suchen, wo ich das kaufen kann, sondern: Leute suchen, die ungefähr dasselbe Problem oder Ziel haben,• gemeinsam das herstellen, was wir brauchen… 43
  43. 43. 3.2 Peer-Produktion 44http://www.slideshare.net/StefanMz/commonismus-kommt
  44. 44. 3.2 Peer-Produktion 45http://www.slideshare.net/StefanMz/commonismus-kommtc
  45. 45. 3.2 Peer-Produktion• Aufgabenverteilung 46
  46. 46. 3.2 Peer-Produktion• Aufgabenverteilung • Normalerweise durch Selbstauswahl und Stigmergie sonst (ungewünschte Aufgaben): • Automatisierung: die entsprechenden Tätigkeiten wegautomatisieren • Umorganisation: die Tätigkeiten angenehmer (unterhaltsamer, interessanter, leichter) machen, so dass sich Freiwillige finden. 47 • Faire Aufteilung.
  47. 47. 3 Technik in der Selbst-Entfaltungsgesellschaft„Erfindung hat erst dann wiederwirkliche Utopie im Leibe,wenn Bedarfswirtschaftstatt Profitwirtschaftbetrieben wird.“(Ernst Bloch) 48
  48. 48. Danke für dieAufmerksamkeit... 49
  49. 49. ANHANG 50
  50. 50. 3 Allianztechnik in der konkreten Utopie• hohe gesamtgesellschaftliche Effektivität (Grad der Bedürfnisbefriedigung gemessen am Ressourceneinsatz) – Einsparung von Lebenszeit und –kraft, die für die Herstellung solcher Güter notwendig aufgewendet werden muss – Produktion kann aus dem Zentrum des Lebens herausrücken (mehr Muße, von notwendiger Produktion freie Zeit...) – neue Einheit von Produktion bzw. Arbeit und Leben (nicht arbeitsdominiert wie früher) – gibt Reserven für „Fehler“-freundlichkeit der neuen Selbst-Organisierungsstrukturen (Reserven für das 51 Ausprobieren, spielerischer Umgang)
  51. 51. 2 Konkrete Utopie• Was ist neu? – Hohe Arbeitsproduktivität – Weltweite Verflochtenheit der Wirtschaft – Internet-Vernetzung – „Immaterialisierung“ großer Teile der „Wertschöpfung“ 52
  52. 52. 2 Konkrete Utopie – Es gibt ein globales Netzwerk (Produktions-Konsumtions-Infrastruktur)  Das Netzwerk entsteht aus sich selbst organisierenden lokalen Aktivitäten  bolo bolo 53
  53. 53. 2 Konkrete UtopieSelbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraftdes Handelns – Dabei besteht auf jeder Ebene das berechtigte Eigeninteresse, das Netzwerk effektiv und ökologisch verträglich zu betreiben und die dazu notwendigen Schritte zu realisieren. – Das muss nicht vorsorglich vorher oder von außen bzw. von oben vorgegeben werden (Modellvorgaben). 54
  54. 54. 2 Konkrete UtopieSelbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraftdes Handelns – „Eine Welt mit Platz für viele Welten“ (Zapatistas) – Jeweils „von unten“ (Individuum, Gruppe, Region...) Menschen beteiligen sich selbstbestimmt an Projekten und Netzwerken, nichts kann zentral erzwungen werden (z. B. Raumschiffe...) 55
  55. 55. 2 Konkrete Utopie Peter Kropotkin: Anzustreben ist „die vollständigste Entwicklung der Individualität,verbunden mit der höchsten Entwicklung der freiwilligen Assoziation unter allen Aspekten, in allen möglichen Graden, für alle erdenklichen Ziele: eine immer wechselnde Assoziation, die ... Formen annimmt, welche in jedem Augenblick am besten dem vielfältigen Trachten aller entsprechen.“ 56
  56. 56. 2 Konkrete Utopie• Grundsätzliche Strukturvorstellung nicht neu („Freie Kooperationen“) etc. – Historische Vorläufer: Kommunen, Gartenstadtbewegung, Genossenschaften, Werksgilden,... 57
  57. 57. 2 Konkrete Utopie• Passt das zusammen? – „globale High-Tech-Kommunen“ Schon wieder Technik??? 58
  58. 58. Exkurs: Fabber• Dazu werden • In einem weiteren Schritt wird eine pulverförmige oder neue Schicht aufgetragen und diese flüssige wiederum lokal ausgehärtet Rohmaterialien in • Auf diese Weise entstehen komplexe dünnen Schichten Strukturen aufgetragen und anschließend mit Laserstrahlung lokal ausgehärtet 59
  59. 59. Exkurs: Fabber• Die Steuerung dieses Prozesses geschieht durch einen Rechner, dem zuvor ein virtuelles 3-Dimensionales Bild des herzustellenden Gegenstandes mit Hilfe einer Konstruktionssoftware eingegeben wurde • Damit ist die Herstellung komplexer Objekte möglich 60
  60. 60. Exkurs: Fabber• Gleichzeitig bedeutet das, dass der eigentliche Herstellungsprozess vollautomatisch läuft• Auch die 3-D-Modelle können, einmal erstellt, beispielsweise per Internet weltweit verwendet werden • Eine gewünschte individuelle Anpassung ist überall möglich 61
  61. 61. Exkurs: Fabber• Z.B. Stereolithographie• Dabei wird ein flüssiges Monomer durch Licht polymerisiert• Der Standardwerkstoff ist hier Epoxydharz• Die Geräte arbeiten ähnlich wie ein Drucker, mit dem Unterschied, dass das Ergebnis 3-dimensional, also ein „richtiger“ Gegenstand ist 62
  62. 62. Exkurs: Fabber• Z.B. Stereolithographie • Inzwischen sind einige Geräte so kompakt, dass sie auf einen Schreibtisch passen 63
  63. 63. Exkurs: Fabber• Weitere Techniken: • Layer Object Manufacturing (LOM) • Selektives Laserschmelzen bzw. Laser-sintern von Metallpulvern (SLM/SLS) • Laser Sintern (SLS) 64
  64. 64. Stereolithographie (SLA)• Dabei wird ein flüssiges Monomer durch Licht polymerisiert• Der Standardwerkstoff ist hier Epoxydharz• Die Geräte arbeiten ähnlich wie ein Drucker, mit dem Unterschied, dass das Ergebnis 3-dimensional, also ein „richtiger“ Gegenstand ist 65
  65. 65. Stereolithographie (SLA) • Mit dem Verfahren der Stereolithographie hergestellte Gehäuse für Akkuschrauber und Telefone (jeweils Rohform und finished) • Die Materialanforderungen werden von diesen Geräten genauso erfüllt wie von herkömmlichen Massenprodukten 66
  66. 66. Stereolithographie (SLA) • Baumuster einer Stereolithografieanlage (3-D-Drucker) • inzwischen sind einige Geräte so kompakt, dass sie auf einen Schreibtisch passen 67
  67. 67. Layer Object Manufacturing (LOM) • Bei dieser Methode werden die Gegenstände aus einzelnen Schichten vorhandenen Materials (Papier, PVC) hergestellt• Nach dem „Legen“ einer Schicht wird diese selektiv verklebt• Anschließend werden die nicht benötigten Schichtteile abgelöst 68
  68. 68. Layer Object Manufacturing (LOM)• Dieses Kurbelwellen-Modell wurde auf diese Art hergestellt• Es besteht aus hochfesten Papierlagen 69
  69. 69. Selektives Laserschmelzen bzw. Laser-sintern von Metallpulvern (SLM/SLS) • Aus Metallpulvern mit Korngrößen von 30-50 µm werden dünne Schichten auf einem Träger aufgebracht • Mit einem leistungs- starken Laser werdenlokal Teile der Schicht aufgeschmolzen bzw. erhitzt(gesintert) und verfestigen sich dabei zu einem stabilenmetallischen Verbundwerkstoff 70
  70. 70. Selektives Laserschmelzen bzw.Laser-sintern von Metallpulvern(SLM/SLS) • Elektronenmikroskopische Aufnahme des Metallpulvers • Wichtige Eigenschaften der Werkstoffe für dieses Verfahren sind niedrige Schmelz- temperatur und geringe Wärmeleitfähigkeit • in der Praxis verwendete Werkstoffe sind Nickel-Bronze-Legierungen, Stahl-Binder- Kombinationen, Polyamid, Polystyrol, Poly- carbonat oder kunstharzbeschichtete Sande • daraus hergestellte Schraube, die ohne Nachbearbeitung zu einer konventionellen Mutter passt 71
  71. 71. Selektives Laserschmelzen bzw.Laser-sintern von Metallpulvern(SLM/SLS) • Anlage der Firma F&S Stereolithographie- technik GmbH, die mit dem SLM-Verfahren metallische Bauteile direkt herstellt. 72
  72. 72. Selektives Laserschmelzen bzw.Laser-sintern von Metallpulvern(SLM/SLS) • Laser-Sinter- Maschine der Firma EOS 73

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