Social Media und
Journalismus
!
Jakob Steinschaden, München, 17. Juni 2014

Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW)
Über mich:
• Publizistik in Wien
(Bachelor)

• Journalistisch tätig
seit 2006 (Kurier,
Manstein Verlag)

• zweifacher
Buchautor (2010,
2012)

• Blogger (seit 2010,
drei Blogs bisher)
Wo ich publiziere:
Die Inhalte für heute:
• Social Media in meiner journalistischen Praxis
• Social Media in Recherche und Berichterstattung
• Social Media als Traffic-Quelle
• Der Journalist als Social-Media-Marke
• Social Media als Konkurrenz für Medien
• Ein paar Tipps und Tricks
• 20, 30 Minuten für Fragen, Feedback, Diskussion
1. Social Media in meiner !
journalistischen Praxis
Aufstehen, Computer/
Smartphone aufdrehen, und:
TweetDeck + RSS-Reeder =
kostenloser Agentur-Ersatz
Den Content aktiv verteilen:
Social Sharing ermöglichen:
• Facebook Like,
Tweet und Google+
Buttons sind heute
Standard auf News-
Seiten und Blogs

• zeigen Autor und
anderen Lesern, wie
ein Artikel beim
Publikum ankommt

• Social Shares sind
zu einer Art
Währung geworden



Meine wichtigsten Kanäle:
200 1000 2200 70.000
4 1 3 2
Kanäle-Ranking:
200 1000 2200 70.000
E-Mail-Ersatz:
• Vernetzung mit der
eigenen Branche
lässt Privat- und
Berufsleben
verschwimmen
• Facebook, Twitter,
LinkedIn, Xing, etc.
werden zu neuen
Inboxen, die man
managen muss
2. Social Media 

in Recherche und 

Berichterstattung
Studienergebnisse I:
• 79 Prozent der deutschen Journalisten publizieren in
sozialen Netzwerken oder Blogs

• 49 Prozent der Befragten veröffentlichen die eigenen
Texte, Videos oder Hörfunkbeiträge regelmäßig in SN, 30
Prozent unregelmäßig
!
• Facebook (63 Prozent) vor Blogs/Foren (49 Prozent),
Twitter (45 Prozent), Google+ (37 Prozent), Xing (37
Prozent) und LinkedIn (22 Prozent)
Quelle: BITKOM-Studie „Medienmacher 2014 – Recherche, Qualitätsanspruch und Finanzierung im digitalen Alltag“, Mai 2014
Studienergebnisse II:
Quelle: Deutschland-Report der Cision Social Journalism-Studie 2013/14
• 79% deutscher Journalisten nutzen soziale Medien zur
Recherche (100% Rundfunk, 97% Online, 82%
Zeitschriften, 74% Zeitungen)

• 67% nutzen Social Media zum Networking.
!
• 60% nutzen Social Media zur Verifizierung.
!
• 66% nutzen Social Media zur Medienbeobachtung.

• für 66% dient Social Media dazu, besser die
Ergebnisse der eigenen Arbeit und die Aktivität
Anderer aus der Branche nachzuvollziehen.
!
Studienergebnisse III:
Quelle: Deutschland-Report der Cision Social Journalism-Studie 2013/14
• 37% informieren sich täglich in Social Media darüber,
wie auf ihre Inhalte reagiert wird
!
• 25% posten selbst täglich Kommentare zu anderen
Artikeln auf Facebook, Twitter und Co.
!
• Twitter: 56 Prozent passiv, 44 Prozent aktiv

• 27% lesen arbeitsrelevante Blogs einmal pro Woche 

• 29% lesen wöchentlich in Online-Foren

!
• Branchenkollegen auf Twitter folgen und mit ihnen
gelegentlich über aktuelle Themen diskutieren
!
• Facebook, Xing und LinkedIn zur Personensuche
verwenden
!
• Facebook wird gerne zur Bildersuche verwendet
(Profilbilder, Logos, etc.)
!
• Links zu eigenen Artikeln verbreiten
!
• Artikel werden bei großen Medien mittlerweile von
eigenen Social Media Teams gepostet, die oft 20 oder
mehr Kanäle betreuen

Klassische Anwendungen:
Social Media ist
auch selbst Thema:
• Facebook-Experiment, welche
Fans man sich mit Ads einfängt

• Twitter-Analyse mit Roman
Mittermayr, wie viele falsche und
inaktive Follower ö. Top-
Accounts haben (bis zu 68%)
!
• Social Media eignet sich gut für
Datenjournalismus, weil sich
über die APIs spannende
Zahlen abrufen lassen



User Content in den News:
• „Quelle: YouTube“ sieht man in
TV-Nachrichten nach wie vor
immer wieder

• Twitter- und Instagram-Bilder
von Justin Bieber in der
Klatsch&Tratsch-Presse
!
• Facebook-Seiten („Anliegen 

X hat Y Likes“) in Politik und
Chronik

• Zitate von Prominenten u.
Politikern von Twitter

</>??
</>
Probleme mit Embedded Content:
• erfordert minimale HTML-
Kenntnisse und CMS-
Systeme, die Einbettung
ermöglichen
• Content liegt auf Fremd-
Servern, kann dort
gelöscht/geändert werden
• Wer hat das
Urheberrecht??
• GEMA fordert Abgaben
für eingebettete Videos
3. Social Media 

als Traffic-Quelle
„Die Oma seines Frauchens ist gestorben. Was dieser Husky
an ihrem Grab macht, ist herzzerreißend.“ (heftig.co)
!
„Welch Zufall: Hätte er diesen Brief weggeworfen, wären wir
niemals an die Geschichte dahinter gekommen.“ (heftig.co)
!
“Er wohnte auf einer Insel inmitten von 13 Mio. Menschen.
Keiner beachtete ihn, bis eine Frau hinsah.” (Likemag.com)
!
“Bei dieser 79-jährigen Tänzerin gähnen zuerst alle… doch
plötzlich geschieht etwas Unfassbares. WOW!” (likemag.com)
Schon mal angeklickt?
Willkommen beim Clickbaiting:
• Schlagzeilen werden so
optimiert, dass sie von
möglichst vielen

a) angeglickt

b) geteilt werden
!
• Buzzfeed, Upworthy,
Viralnova oder heftig.co
haben das perfektioniert

• Jene Online-Medien, die
durch Social Traffic
schnell gewachsen sind





Achtung, pseudowissenschaftlich:
Quelle: Media Tenor Zitate-Ranking, Januar bis Dezember 2013.
Die alte Welt: Wer zitiert wen?
• Anerkennung und
Qualität von Stories und
Medien wird auch über
Zitierungen gemessen

• Spiegel und Bild führen
das Ranking 2013 an
!
•BTW: Auch Googles
PageRank funktioniert
nach dem Zitate-Prinzip



Traffic-Quellen von Online-
Medien
Hoffen auf virale Effekte:
• Sharing-Buttons können für
Gratis-Reichweite sorgen
!
• Sind für andere Leser auch
ein Indikator, welche Storys
gut angekommen sind
(Weiterlese-Effekt)

• Achtung: Bei Verwendung
muss Datenschutzerklärung
angepasst werden

Der Tod der Homepage:
• NYT: Zugriffe auf
Startseite von 2011 auf
2013 fast halbiert, aber
Page Views konstant
!
• Huffington Post: „Social
is our frontpage“

• Schlussfolgerung: Nicht
Startseite, sondern
Artikelebene muss
optimiert werden und
weitere Storys
schmackhaft machen



Quelle: New York Times Innovation Report, März 2014
Abhängigkeit von EdgeRank:
• Organische
Reichweite sinkt,
Paid Posts müssen
kompensieren
!
• Facebook erneuert
immer wieder
Newsfeed-Regeln

(Spam, Story
Bumping, Qualität)
!
• Viele Fans ≄große
Reichweite

(kurze Pause)
4. Der Journalist als!
Social-Media-Marke
Armin!
Wolf!
111 Tsd.
Follower

155 Tsd.
Likes
Richard
Gutjahr!
43 Tsd.
Follower
3600
Likes
Sascha
Lobo!
190 Tsd.
Follower
21.500
Likes
Stefan
Niggemeier!
38 Tsd.
Follower
5000

Likes
Was zeichnet eine SM-Marke aus?
• Sie haben hohe Social-Media-Reichweite, aber sie
sind auch in den „alten“ Medien sehr präsent und
treten dort oftmals als „Internet-Experten“ auf

• Ihre Tätigkeit beschränkt sich nicht auf Social
Media, sondern sie kommen entweder aus den
„alten“ Medien (ORF, WDR) oder sie haben dort
Anschluss gefunden (SpON)

• Sie sind auch offline sehr präsent und immer auf
einschlägigen Events als Speaker anzutreffen

• => Von Blogs und Social Media kann keiner
leben, es braucht noch die „alte Welt“
Experiment Krautreporter
• Verdichtung von
Social-Media-Stars
(Gutjahr, Niggemeier,
Tilo Jung)

• Crowdfunding v.a. via
Social Media
!
• sucht den direkten
Draht zum Internet-
Publikum

• lebt von den Geldern
des Online-Publikum

• Medien leben seit jeher nicht
nur von der Bekanntheit ihrer
eigenen Marke, sondern
auch von den großen Namen
ihrer Macher
!
• Social-Media-Funktionen zur
Maximierung der Reichweite
ihrer Journalisten

• Gefahr: Zu große Marken
gründen eigene Medien (z.B.
Ezra Klein mit Vox.com)
!
Medien brauchen SM-Marken:
5. Social Media als Konkurrenz

für Online-Medien
Ist Facebook nur ein Dienst?
Oder doch auch ein Medium?
• WM-News werden von
der Facebook-Agentur
HeinePR gemacht

• Content auf Facebook
wird kuratiert und als
Newsletter versandt

• Facebook-Pages
werden beworben

• Derzeit nur als
„Service“ für
Redakteure - aber
wohin kann das führen?
Twitter mit Breaking News:
• Erstes Bild der
Notlandung eines
Flugzeugs im Hudson
River zuerst auf Twitter

• Falschmeldung über
Terroranschlag in
gehacktem AP-Account

• Twitter-Nutzer berichtet
über bevorstehende
Tötung von Bin Laden



Google Now mit Nachrichten:
• Google Now ist ein
persönlicher Assistent,
der durch den Tag hilft

• Neben Wetter,
Parkplatz, etc. werden
neuerdings auch News
angezeigt

• Ich muss nicht mehr
nachschauen, wie das
Spiel XY ausgegangen
ist

Das Leistungsschutzrecht:
• Deutsche Verlage wollen
Geld von Google, wenn
ihr Content angezeigt
wird

• Content = Anrisstexte,
Vorschaubilder

• Google liefert ihnen
jedoch Milliarden Klicks

•Redaktionsempfehlung:
Annäherung in
Österreich und 19
anderen Ländern

6. Ein paar Tipps und Tricks
Beim Teilen taggen:
• Links zu Facebook-
Profilen und Pages

• Twitter mit @-Mentions
und Hashtags

• Verlinkte Personen,
Marken, Firmen etc.
bekommen eine
Notification
Blog-Content verteilen:
• RSS-Feed automatisch
bei XING veröffentlichen

• Twitter kann auch bei
XING veröffentlicht
werden

• Tumblr oder Medium
können ebenfalls zum
Verteilen von Content
genutzt werden
Achtung Facebook Messages:
• Wenn Nicht-Freunde
eine Direktnachricht
schreiben, landet sie im
„Andere“-Ordner

• Empfänger bekommt
keine Benachrichtigung,
sondern muss aktiv in
den Ordner schauen

• Habe deswegen schon
einige wichtige
Interview-Anfragen
verpasst



Tools zum Sharen:
• Social-Media-
Management mit
Möglichkeit zum
Vordatieren

• Aufpassen bei Teaser:
max. 140 Zeichen,
unterschiedliche
Zielgruppen

• Alternativen: Hootsuite,
Swat.io, Sysomos,
HubSpot, uvm.
Mit Neuem experimentieren:
• BBC, vol.at, Buzzfeed
mit WhatsApp-Sharing

• Vine, Instagram für
kurze News-Videos

• Snapchat wird von US-
Marken z.B. für
Coupons genutzt
Foren, Blogs, etc. nicht unterschätzen:
Zusammenfassung I:
• An Social Media führt für Journalisten kein Weg
vorbei, egal ob bei Print, TV oder Radio
• Social Media ist als Traffic-Quelle genauso wichtig wie
als Content-Quelle und Kommunikations-Plattform
• Nein, Journalisten müssen keine Social-Media-Stars
werden, aber sie sollten sich auf dem Gebiet
auskennen und nützlich für ihre Leser sein
• Content Curation wird im Journalismus noch wichtiger
werden als bisher
Zusammenfassung II:
• Social Media sind wie auch Google Rivalen von
lokalen Medien, weil sie am gleichen
Werbemarkt operieren
• Die Frage des Urheberrechts wird sich künftig
durch Social Media verschärfen
• Egal ob Facebook einmal stirbt und Snapchat
riesig wird: Es geht um Mensch-zu-Mensch-
Kommunikation, also: Be nice & useful!
Danke für die
Aufmerksamkeit!
Zeit für Fragen, Feedback,
Wünsche, Beschwerden!
Kontakt:!
jakob.steinschaden@gmx.at
@jakkse
!
Folien ab morgen unter www.jakkse.com

Social Media und Journalismus

  • 1.
    Social Media und Journalismus ! JakobSteinschaden, München, 17. Juni 2014
 Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW)
  • 2.
    Über mich: • Publizistikin Wien (Bachelor)
 • Journalistisch tätig seit 2006 (Kurier, Manstein Verlag)
 • zweifacher Buchautor (2010, 2012)
 • Blogger (seit 2010, drei Blogs bisher)
  • 3.
  • 4.
    Die Inhalte fürheute: • Social Media in meiner journalistischen Praxis • Social Media in Recherche und Berichterstattung • Social Media als Traffic-Quelle • Der Journalist als Social-Media-Marke • Social Media als Konkurrenz für Medien • Ein paar Tipps und Tricks • 20, 30 Minuten für Fragen, Feedback, Diskussion
  • 5.
    1. Social Mediain meiner ! journalistischen Praxis
  • 6.
  • 7.
    TweetDeck + RSS-Reeder= kostenloser Agentur-Ersatz
  • 8.
  • 9.
    Social Sharing ermöglichen: •Facebook Like, Tweet und Google+ Buttons sind heute Standard auf News- Seiten und Blogs
 • zeigen Autor und anderen Lesern, wie ein Artikel beim Publikum ankommt
 • Social Shares sind zu einer Art Währung geworden
 

  • 10.
  • 11.
    4 1 32 Kanäle-Ranking: 200 1000 2200 70.000
  • 12.
    E-Mail-Ersatz: • Vernetzung mitder eigenen Branche lässt Privat- und Berufsleben verschwimmen • Facebook, Twitter, LinkedIn, Xing, etc. werden zu neuen Inboxen, die man managen muss
  • 13.
    2. Social Media
 in Recherche und 
 Berichterstattung
  • 14.
    Studienergebnisse I: • 79Prozent der deutschen Journalisten publizieren in sozialen Netzwerken oder Blogs
 • 49 Prozent der Befragten veröffentlichen die eigenen Texte, Videos oder Hörfunkbeiträge regelmäßig in SN, 30 Prozent unregelmäßig ! • Facebook (63 Prozent) vor Blogs/Foren (49 Prozent), Twitter (45 Prozent), Google+ (37 Prozent), Xing (37 Prozent) und LinkedIn (22 Prozent) Quelle: BITKOM-Studie „Medienmacher 2014 – Recherche, Qualitätsanspruch und Finanzierung im digitalen Alltag“, Mai 2014
  • 15.
    Studienergebnisse II: Quelle: Deutschland-Reportder Cision Social Journalism-Studie 2013/14 • 79% deutscher Journalisten nutzen soziale Medien zur Recherche (100% Rundfunk, 97% Online, 82% Zeitschriften, 74% Zeitungen)
 • 67% nutzen Social Media zum Networking. ! • 60% nutzen Social Media zur Verifizierung. ! • 66% nutzen Social Media zur Medienbeobachtung.
 • für 66% dient Social Media dazu, besser die Ergebnisse der eigenen Arbeit und die Aktivität Anderer aus der Branche nachzuvollziehen. !
  • 16.
    Studienergebnisse III: Quelle: Deutschland-Reportder Cision Social Journalism-Studie 2013/14 • 37% informieren sich täglich in Social Media darüber, wie auf ihre Inhalte reagiert wird ! • 25% posten selbst täglich Kommentare zu anderen Artikeln auf Facebook, Twitter und Co. ! • Twitter: 56 Prozent passiv, 44 Prozent aktiv
 • 27% lesen arbeitsrelevante Blogs einmal pro Woche 
 • 29% lesen wöchentlich in Online-Foren

  • 17.
    ! • Branchenkollegen aufTwitter folgen und mit ihnen gelegentlich über aktuelle Themen diskutieren ! • Facebook, Xing und LinkedIn zur Personensuche verwenden ! • Facebook wird gerne zur Bildersuche verwendet (Profilbilder, Logos, etc.) ! • Links zu eigenen Artikeln verbreiten ! • Artikel werden bei großen Medien mittlerweile von eigenen Social Media Teams gepostet, die oft 20 oder mehr Kanäle betreuen
 Klassische Anwendungen:
  • 18.
    Social Media ist auchselbst Thema: • Facebook-Experiment, welche Fans man sich mit Ads einfängt
 • Twitter-Analyse mit Roman Mittermayr, wie viele falsche und inaktive Follower ö. Top- Accounts haben (bis zu 68%) ! • Social Media eignet sich gut für Datenjournalismus, weil sich über die APIs spannende Zahlen abrufen lassen
 

  • 19.
    User Content inden News: • „Quelle: YouTube“ sieht man in TV-Nachrichten nach wie vor immer wieder
 • Twitter- und Instagram-Bilder von Justin Bieber in der Klatsch&Tratsch-Presse ! • Facebook-Seiten („Anliegen 
 X hat Y Likes“) in Politik und Chronik
 • Zitate von Prominenten u. Politikern von Twitter

  • 20.
  • 21.
  • 22.
    Probleme mit EmbeddedContent: • erfordert minimale HTML- Kenntnisse und CMS- Systeme, die Einbettung ermöglichen • Content liegt auf Fremd- Servern, kann dort gelöscht/geändert werden • Wer hat das Urheberrecht?? • GEMA fordert Abgaben für eingebettete Videos
  • 23.
    3. Social Media
 als Traffic-Quelle
  • 24.
    „Die Oma seinesFrauchens ist gestorben. Was dieser Husky an ihrem Grab macht, ist herzzerreißend.“ (heftig.co) ! „Welch Zufall: Hätte er diesen Brief weggeworfen, wären wir niemals an die Geschichte dahinter gekommen.“ (heftig.co) ! “Er wohnte auf einer Insel inmitten von 13 Mio. Menschen. Keiner beachtete ihn, bis eine Frau hinsah.” (Likemag.com) ! “Bei dieser 79-jährigen Tänzerin gähnen zuerst alle… doch plötzlich geschieht etwas Unfassbares. WOW!” (likemag.com) Schon mal angeklickt?
  • 25.
    Willkommen beim Clickbaiting: •Schlagzeilen werden so optimiert, dass sie von möglichst vielen
 a) angeglickt
 b) geteilt werden ! • Buzzfeed, Upworthy, Viralnova oder heftig.co haben das perfektioniert
 • Jene Online-Medien, die durch Social Traffic schnell gewachsen sind
 
 

  • 26.
  • 27.
    Quelle: Media TenorZitate-Ranking, Januar bis Dezember 2013. Die alte Welt: Wer zitiert wen? • Anerkennung und Qualität von Stories und Medien wird auch über Zitierungen gemessen
 • Spiegel und Bild führen das Ranking 2013 an ! •BTW: Auch Googles PageRank funktioniert nach dem Zitate-Prinzip
 

  • 28.
  • 29.
    Hoffen auf viraleEffekte: • Sharing-Buttons können für Gratis-Reichweite sorgen ! • Sind für andere Leser auch ein Indikator, welche Storys gut angekommen sind (Weiterlese-Effekt)
 • Achtung: Bei Verwendung muss Datenschutzerklärung angepasst werden

  • 30.
    Der Tod derHomepage: • NYT: Zugriffe auf Startseite von 2011 auf 2013 fast halbiert, aber Page Views konstant ! • Huffington Post: „Social is our frontpage“
 • Schlussfolgerung: Nicht Startseite, sondern Artikelebene muss optimiert werden und weitere Storys schmackhaft machen
 
 Quelle: New York Times Innovation Report, März 2014
  • 31.
    Abhängigkeit von EdgeRank: •Organische Reichweite sinkt, Paid Posts müssen kompensieren ! • Facebook erneuert immer wieder Newsfeed-Regeln
 (Spam, Story Bumping, Qualität) ! • Viele Fans ≄große Reichweite

  • 32.
  • 33.
    4. Der Journalistals! Social-Media-Marke
  • 34.
    Armin! Wolf! 111 Tsd. Follower
 155 Tsd. Likes Richard Gutjahr! 43Tsd. Follower 3600 Likes Sascha Lobo! 190 Tsd. Follower 21.500 Likes Stefan Niggemeier! 38 Tsd. Follower 5000
 Likes
  • 35.
    Was zeichnet eineSM-Marke aus? • Sie haben hohe Social-Media-Reichweite, aber sie sind auch in den „alten“ Medien sehr präsent und treten dort oftmals als „Internet-Experten“ auf
 • Ihre Tätigkeit beschränkt sich nicht auf Social Media, sondern sie kommen entweder aus den „alten“ Medien (ORF, WDR) oder sie haben dort Anschluss gefunden (SpON)
 • Sie sind auch offline sehr präsent und immer auf einschlägigen Events als Speaker anzutreffen
 • => Von Blogs und Social Media kann keiner leben, es braucht noch die „alte Welt“
  • 36.
    Experiment Krautreporter • Verdichtungvon Social-Media-Stars (Gutjahr, Niggemeier, Tilo Jung)
 • Crowdfunding v.a. via Social Media ! • sucht den direkten Draht zum Internet- Publikum
 • lebt von den Geldern des Online-Publikum

  • 37.
    • Medien lebenseit jeher nicht nur von der Bekanntheit ihrer eigenen Marke, sondern auch von den großen Namen ihrer Macher ! • Social-Media-Funktionen zur Maximierung der Reichweite ihrer Journalisten
 • Gefahr: Zu große Marken gründen eigene Medien (z.B. Ezra Klein mit Vox.com) ! Medien brauchen SM-Marken:
  • 38.
    5. Social Mediaals Konkurrenz
 für Online-Medien
  • 39.
    Ist Facebook nurein Dienst?
  • 40.
    Oder doch auchein Medium? • WM-News werden von der Facebook-Agentur HeinePR gemacht
 • Content auf Facebook wird kuratiert und als Newsletter versandt
 • Facebook-Pages werden beworben
 • Derzeit nur als „Service“ für Redakteure - aber wohin kann das führen?
  • 41.
    Twitter mit BreakingNews: • Erstes Bild der Notlandung eines Flugzeugs im Hudson River zuerst auf Twitter
 • Falschmeldung über Terroranschlag in gehacktem AP-Account
 • Twitter-Nutzer berichtet über bevorstehende Tötung von Bin Laden
 

  • 42.
    Google Now mitNachrichten: • Google Now ist ein persönlicher Assistent, der durch den Tag hilft
 • Neben Wetter, Parkplatz, etc. werden neuerdings auch News angezeigt
 • Ich muss nicht mehr nachschauen, wie das Spiel XY ausgegangen ist

  • 43.
    Das Leistungsschutzrecht: • DeutscheVerlage wollen Geld von Google, wenn ihr Content angezeigt wird
 • Content = Anrisstexte, Vorschaubilder
 • Google liefert ihnen jedoch Milliarden Klicks
 •Redaktionsempfehlung: Annäherung in Österreich und 19 anderen Ländern

  • 44.
    6. Ein paarTipps und Tricks
  • 45.
    Beim Teilen taggen: •Links zu Facebook- Profilen und Pages
 • Twitter mit @-Mentions und Hashtags
 • Verlinkte Personen, Marken, Firmen etc. bekommen eine Notification
  • 46.
    Blog-Content verteilen: • RSS-Feedautomatisch bei XING veröffentlichen
 • Twitter kann auch bei XING veröffentlicht werden
 • Tumblr oder Medium können ebenfalls zum Verteilen von Content genutzt werden
  • 47.
    Achtung Facebook Messages: •Wenn Nicht-Freunde eine Direktnachricht schreiben, landet sie im „Andere“-Ordner
 • Empfänger bekommt keine Benachrichtigung, sondern muss aktiv in den Ordner schauen
 • Habe deswegen schon einige wichtige Interview-Anfragen verpasst
 

  • 48.
    Tools zum Sharen: •Social-Media- Management mit Möglichkeit zum Vordatieren
 • Aufpassen bei Teaser: max. 140 Zeichen, unterschiedliche Zielgruppen
 • Alternativen: Hootsuite, Swat.io, Sysomos, HubSpot, uvm.
  • 49.
    Mit Neuem experimentieren: •BBC, vol.at, Buzzfeed mit WhatsApp-Sharing
 • Vine, Instagram für kurze News-Videos
 • Snapchat wird von US- Marken z.B. für Coupons genutzt
  • 50.
    Foren, Blogs, etc.nicht unterschätzen:
  • 51.
    Zusammenfassung I: • AnSocial Media führt für Journalisten kein Weg vorbei, egal ob bei Print, TV oder Radio • Social Media ist als Traffic-Quelle genauso wichtig wie als Content-Quelle und Kommunikations-Plattform • Nein, Journalisten müssen keine Social-Media-Stars werden, aber sie sollten sich auf dem Gebiet auskennen und nützlich für ihre Leser sein • Content Curation wird im Journalismus noch wichtiger werden als bisher
  • 52.
    Zusammenfassung II: • SocialMedia sind wie auch Google Rivalen von lokalen Medien, weil sie am gleichen Werbemarkt operieren • Die Frage des Urheberrechts wird sich künftig durch Social Media verschärfen • Egal ob Facebook einmal stirbt und Snapchat riesig wird: Es geht um Mensch-zu-Mensch- Kommunikation, also: Be nice & useful!
  • 53.
    Danke für die Aufmerksamkeit! Zeitfür Fragen, Feedback, Wünsche, Beschwerden!
  • 54.