„Von der Pflege für die Pflege“

           Lymphologie
     Herausforderungen für die
         Wundbehandlung
Thomas Künzel, Aschaffenburg
• Physiotherapeut mit eigener Praxis
• Lymphtherapeut, Wundtherapeut
• Fachlehrer für Manuelle Lymphdrainage /KPE
Josephinum, Wien
Das Lymphgefäßsystem ist das
      körpereigene VAC-System
      Ruhelymphzeitvolumen 1 – 2 Liter pro Tag

  Das Lymphzeitvolumen kann kurzfristig durch die
Manuelle Lymphdrainage bis auf das 50fache gesteigert
                     werden
             (Prof. Dr. med. Hutschenreuther, Ulm)
Prof. Dr. med. Schad
           Herzzentrum München


      In den Extremitäten kann
interstitielle Flüssigkeit nur durch das
         Lymphgefäßsystem
       abtransportiert werden
Lymphpflichtige Lasten
- Wasser
- Eiweiß (Albumin, Globulin)
- alle Entzündungsmediatoren
- Zellen / Zelltrümmer
- Hyaluronsäure
- Fette (Dünndarm)
Bei jeder offenen Wunde ist das regionale
       Lymphgefäßsystem immer mit geschädigt
….. ohne eine suffiziente parallel zum Wundmanagement
   einsetzende KPE kann eine zeitgerechte Wundheilung
                     nicht erzielt werden

                     Zitat Dr. med. Michaela Knestele,
                  Wund- und Lymphnetz Marktoberdorf
                               09. Juni 2012
                  36. Jahreskongress der Dt. Ges. f. Lymphologie
Lymphostatische Ödeme
• posttraumatisches/postoperatives Ödem
  akutes Lymphödem
  – bei allen Wunde auch diabet./arteriell
• phlebo-lymphostatisches Ödem
  Phleb-Lymphödem
  – Posttrombotisch Syndrom
  – Chronisch venöse Insuffiziens St. II / III
• primäres oder sekundäres Lymphödem
posttraumatisches/postoperatives Ödem
         akutes Lymphödem
     bei allen Wunde auch diabet./arteriell
Zoomen wir uns einmal ins Interstitium
       – was läuft dort ab ?
• Freisetzung von Entzündungsmediatoren
• Aktive Hyperämie
• Kapillarpermeabilität 
• Lymphangiospasmen / Lymphangitis
• Schmerz
Akute Entzündung
Die akute Entzündung

•ist die stereotype Antwort des Körpers auf
eine Noxe (Schaden, Wunde oder
Schmerz);

•ist Grundvoraussetzung für die Heilung.
Lymphmodel der Haut
Sicherheitsventilfunktion
               TK



               LL


               LZV
                     steigt/sinkt die LL
                     steigt/sinkt das LZV
                     genauso mit,
                     das System arbeitet
                     bedarfsgerecht
Sicherheitsventilinsuffizienz
                   • Transportkapazität       tief
                   • Lymphgefässe             krank
                   • lymphpfl. Last (Wasser)  hoch

  LL↑ >TK↓
             LL


                   •   akute Entzündung, CVI Stad.2 und 3
                   •   Eiweißreiches Ödem
                   •   MLD/KPE
             TK

             LZV
Welche Bedeutung hat ein Ödem?
• Verlangsamung der Ver- und       • Bewegungseinschränkung im
  Entsorgung                         Kapsel- Sehnen- Bandapparat
• Herabsetzung der örtlichen       • posttraumatisch, Druck auf
  Immunabwehr                        Nervenrezeptoren
• Verschlechterung der             • unter Umständen, längere
  Wundheilung                        Arbeitsunfähigkeit
• Bindegewebsproliferation bei
  langbestehenden eiweissreichen
  Ödemen, Lymphödem
posttraumatisches/postoperatives Ödem


                   • Beseitigung des Ödems
                      – Wiederherstellung
                        annähernd
                        physiologischer
                        Verhältnisse
                   • Reduzierung der
                     Entzündungs-
                     mediatoren
                    deutliche schneller
                     heilende Wunden
posttraumatisches/postoperatives Ödem


                   durch:
                   • KPE
                     – Komplexe physikalische
                       Entstauungstherapie

                      Hautpflege
                      Manuelle
                       Lymphdrainage
                      Kompressionstherapie
                      Bewegungstherapie in
                       Kompression
phlebo-lymphostatisches Ödem
      Phleb-Lymphödem
phlebo-lymphostatisches Ödem
      Phleb-Lymphödem Stadium III

 Unabdingbare Voraussetzung für
das Abheilen eines Beingeschwürs
  (Ulcus cruris venosum) ist die
    Beseitigung des Ödems !
phlebo-lymphostatisches Ödem
                Phleb-Lymphödem
•   u.U. Ulcusbehandlung  lokale Wundtherapie
•   ML, B-tief
•   ML, inguinale Lymphknoten
•   ML, OS, Knie zügig, Schwerpunkt, ventro-
    mediales Bündel
•   ML, US einschleichend (am Ulcus vorbei, nicht
    hinein)
•   Nacharbeiten nach Befund
•   gute Hautpflege
•   Kompression
                                                    CVI 24
phlebo-lymphostatisches Ödem
      Phleb-Lymphödem
Ulcusrandbehandlung
Ulcusrandbehandlung
LKV beim Phleb-Lymphödem

               -Hautpflege
               -Baumwollschlauchverband
                    -Hautschutz
               -Elastomullbinden
                    -Finger/Zehen
               -Polstermaterial
                    -Watte
                    -Schaumstoffbinden
                    -Schaumstoffteile (grün)
               -Textilelstische Kurzzugbinden
                    -hoher Arbeitsdruck
                    -geringer Ruhedruck
LKV beim Phleb-Lymphödem
LKV beim Phleb-Lymphödem
Primäres / sekundäres Lymphödem

 Bei reinen Lymphödemen entstehen nur selten Wunden

Wichtige Ausnahmen: - Krebsrezidiv
                     - sekundäre Strahlenschäden
                     - Mazeration in Hautfalten
                     - Lymphocutane Zysten / Fisteln
Rezidiv beim Mammakarzinom
Sekundäre Strahlenschäden
Mazeration in Hautfalten
Lymphocutane Zysten / Fisteln
Lymphocutane Zysten / Fisteln
Lymphocutane Zysten / Fisteln
Komplexe physikalische
             Entstauungstherapie

Phase 1: Entstauung
Phase 2: Konservierung und Optimierung

                                 In beiden Phasen der KPE
                                 werden folgende
                                 Maßnahmen angewandt:
                                 • Hautpflege
                                 • Manuelle Lymphdrainage
                                 • Kompressionstherapie
                                 • Bewegungstherapie
Zweiphasentherapie
• Phase 1                        • Phase 2
  Entstauung                       Konservierung, Optimierung

• Dauer je nach Krankheitsbild   • Dauer je nach Krankheitsbild
  und Schweregrad 1 bis            mehrere Wochen, Monate
  mehrere Wochen                   oder lebenslang nötig

• ML täglich (mind. 3x Wo)       • ML nach individuellen
                                   Erfordernissen
• Kompressionsbandagen bis zur   • Kompressionsstrumpf
  nächsten Behandlung              tagsüber

• Hautpflege                     • Hautpflege
• Bewegung in Kompression        • Bewegung in Kompression
Kontraindikationen ML
absolut
–       akute Entzündungen durch pathogene Keime, also z.B. Bakterien
   oder Viren
– Pilz/Mykosen (falls nicht parallel zur ML behandelt)
– das cardiale Ödem

relativ
–       maligne Prozesse

lokal
– lokoregionäres Rezidiv (absolut für lokale Behandlung)
– akute Beinvenenthrombose/Thrombophlebitis
Kompressionstherapie
Lymphologischer Kompressionsverband - LKV
niedriger Ruhedruck - hoher Arbeitsdruck
• besteht deshalb aus Kurzzugbinden
• ist unterpolster
• mehrlagig
Anforderungen an den LKV
• Knochenvorsprünge/ko   • Gruben/konkave Stellen
  nvexe Stellen            aufpolstern
  abpolstern




                                                42
15.06.2009
Kompressionstherapie
Kompressionsbandage - LKB
niedriger Ruhedruck - hoher Arbeitsdruck
• Deshalb ausgeführt in flachgestrickter
  Nahtware
Rundstrickware   Flachgestrickte Ware
ohne Naht        mit Naht




                               Strumpf 46
Kompressionstherapie
Kontraindikationen für die
        Kompressionstherapie
• kardiale Ödeme
• akute Entzündung mit path. Keime /
  Infektionen
• paVK, Drücke der Beinarterien unter 70 mmHg
relativ:
• Schwerere Polyneuropathien (z.B. Diab. mel.)
• Arterieller Bluthochdruck
• Herzrhythmusstörungen
                                                 48
Lymphologie
Herausforderungen für die Wundbehandlung

       Ja – deshalb sind Ambulante
        Netzwerke erforderlich aus:
Lymphologie
Herausforderungen für die Wundbehandlung

                     Ärzte
                  Wenn
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                      63741 Aschaffenburg
info@lymphologic.de
                      info@therapiekreisel.com

NPK2012 - Thomas Künzel: Von der Pflege für die Pflege - Lymphologie

  • 1.
    „Von der Pflegefür die Pflege“ Lymphologie Herausforderungen für die Wundbehandlung
  • 2.
    Thomas Künzel, Aschaffenburg •Physiotherapeut mit eigener Praxis • Lymphtherapeut, Wundtherapeut • Fachlehrer für Manuelle Lymphdrainage /KPE
  • 3.
  • 5.
    Das Lymphgefäßsystem istdas körpereigene VAC-System Ruhelymphzeitvolumen 1 – 2 Liter pro Tag Das Lymphzeitvolumen kann kurzfristig durch die Manuelle Lymphdrainage bis auf das 50fache gesteigert werden (Prof. Dr. med. Hutschenreuther, Ulm)
  • 6.
    Prof. Dr. med.Schad Herzzentrum München In den Extremitäten kann interstitielle Flüssigkeit nur durch das Lymphgefäßsystem abtransportiert werden
  • 7.
    Lymphpflichtige Lasten - Wasser -Eiweiß (Albumin, Globulin) - alle Entzündungsmediatoren - Zellen / Zelltrümmer - Hyaluronsäure - Fette (Dünndarm)
  • 8.
    Bei jeder offenenWunde ist das regionale Lymphgefäßsystem immer mit geschädigt ….. ohne eine suffiziente parallel zum Wundmanagement einsetzende KPE kann eine zeitgerechte Wundheilung nicht erzielt werden Zitat Dr. med. Michaela Knestele, Wund- und Lymphnetz Marktoberdorf 09. Juni 2012 36. Jahreskongress der Dt. Ges. f. Lymphologie
  • 9.
    Lymphostatische Ödeme • posttraumatisches/postoperativesÖdem akutes Lymphödem – bei allen Wunde auch diabet./arteriell • phlebo-lymphostatisches Ödem Phleb-Lymphödem – Posttrombotisch Syndrom – Chronisch venöse Insuffiziens St. II / III • primäres oder sekundäres Lymphödem
  • 10.
    posttraumatisches/postoperatives Ödem akutes Lymphödem bei allen Wunde auch diabet./arteriell
  • 11.
    Zoomen wir unseinmal ins Interstitium – was läuft dort ab ?
  • 12.
    • Freisetzung vonEntzündungsmediatoren • Aktive Hyperämie • Kapillarpermeabilität  • Lymphangiospasmen / Lymphangitis • Schmerz
  • 13.
  • 14.
    Die akute Entzündung •istdie stereotype Antwort des Körpers auf eine Noxe (Schaden, Wunde oder Schmerz); •ist Grundvoraussetzung für die Heilung.
  • 15.
  • 16.
    Sicherheitsventilfunktion TK LL LZV steigt/sinkt die LL steigt/sinkt das LZV genauso mit, das System arbeitet bedarfsgerecht
  • 17.
    Sicherheitsventilinsuffizienz • Transportkapazität  tief • Lymphgefässe  krank • lymphpfl. Last (Wasser)  hoch LL↑ >TK↓ LL • akute Entzündung, CVI Stad.2 und 3 • Eiweißreiches Ödem • MLD/KPE TK LZV
  • 18.
    Welche Bedeutung hatein Ödem? • Verlangsamung der Ver- und • Bewegungseinschränkung im Entsorgung Kapsel- Sehnen- Bandapparat • Herabsetzung der örtlichen • posttraumatisch, Druck auf Immunabwehr Nervenrezeptoren • Verschlechterung der • unter Umständen, längere Wundheilung Arbeitsunfähigkeit • Bindegewebsproliferation bei langbestehenden eiweissreichen Ödemen, Lymphödem
  • 19.
    posttraumatisches/postoperatives Ödem • Beseitigung des Ödems – Wiederherstellung annähernd physiologischer Verhältnisse • Reduzierung der Entzündungs- mediatoren  deutliche schneller heilende Wunden
  • 20.
    posttraumatisches/postoperatives Ödem durch: • KPE – Komplexe physikalische Entstauungstherapie  Hautpflege  Manuelle Lymphdrainage  Kompressionstherapie  Bewegungstherapie in Kompression
  • 22.
  • 23.
    phlebo-lymphostatisches Ödem Phleb-Lymphödem Stadium III Unabdingbare Voraussetzung für das Abheilen eines Beingeschwürs (Ulcus cruris venosum) ist die Beseitigung des Ödems !
  • 24.
    phlebo-lymphostatisches Ödem Phleb-Lymphödem • u.U. Ulcusbehandlung  lokale Wundtherapie • ML, B-tief • ML, inguinale Lymphknoten • ML, OS, Knie zügig, Schwerpunkt, ventro- mediales Bündel • ML, US einschleichend (am Ulcus vorbei, nicht hinein) • Nacharbeiten nach Befund • gute Hautpflege • Kompression CVI 24
  • 25.
  • 26.
  • 27.
  • 28.
    LKV beim Phleb-Lymphödem -Hautpflege -Baumwollschlauchverband -Hautschutz -Elastomullbinden -Finger/Zehen -Polstermaterial -Watte -Schaumstoffbinden -Schaumstoffteile (grün) -Textilelstische Kurzzugbinden -hoher Arbeitsdruck -geringer Ruhedruck
  • 29.
  • 30.
  • 31.
    Primäres / sekundäresLymphödem Bei reinen Lymphödemen entstehen nur selten Wunden Wichtige Ausnahmen: - Krebsrezidiv - sekundäre Strahlenschäden - Mazeration in Hautfalten - Lymphocutane Zysten / Fisteln
  • 32.
  • 33.
  • 34.
  • 35.
  • 36.
  • 37.
  • 38.
    Komplexe physikalische Entstauungstherapie Phase 1: Entstauung Phase 2: Konservierung und Optimierung In beiden Phasen der KPE werden folgende Maßnahmen angewandt: • Hautpflege • Manuelle Lymphdrainage • Kompressionstherapie • Bewegungstherapie
  • 39.
    Zweiphasentherapie • Phase 1 • Phase 2 Entstauung Konservierung, Optimierung • Dauer je nach Krankheitsbild • Dauer je nach Krankheitsbild und Schweregrad 1 bis mehrere Wochen, Monate mehrere Wochen oder lebenslang nötig • ML täglich (mind. 3x Wo) • ML nach individuellen Erfordernissen • Kompressionsbandagen bis zur • Kompressionsstrumpf nächsten Behandlung tagsüber • Hautpflege • Hautpflege • Bewegung in Kompression • Bewegung in Kompression
  • 40.
    Kontraindikationen ML absolut – akute Entzündungen durch pathogene Keime, also z.B. Bakterien oder Viren – Pilz/Mykosen (falls nicht parallel zur ML behandelt) – das cardiale Ödem relativ – maligne Prozesse lokal – lokoregionäres Rezidiv (absolut für lokale Behandlung) – akute Beinvenenthrombose/Thrombophlebitis
  • 41.
    Kompressionstherapie Lymphologischer Kompressionsverband -LKV niedriger Ruhedruck - hoher Arbeitsdruck • besteht deshalb aus Kurzzugbinden • ist unterpolster • mehrlagig
  • 42.
    Anforderungen an denLKV • Knochenvorsprünge/ko • Gruben/konkave Stellen nvexe Stellen aufpolstern abpolstern 42
  • 43.
  • 45.
    Kompressionstherapie Kompressionsbandage - LKB niedrigerRuhedruck - hoher Arbeitsdruck • Deshalb ausgeführt in flachgestrickter Nahtware
  • 46.
    Rundstrickware Flachgestrickte Ware ohne Naht mit Naht Strumpf 46
  • 47.
  • 48.
    Kontraindikationen für die Kompressionstherapie • kardiale Ödeme • akute Entzündung mit path. Keime / Infektionen • paVK, Drücke der Beinarterien unter 70 mmHg relativ: • Schwerere Polyneuropathien (z.B. Diab. mel.) • Arterieller Bluthochdruck • Herzrhythmusstörungen 48
  • 49.
    Lymphologie Herausforderungen für dieWundbehandlung Ja – deshalb sind Ambulante Netzwerke erforderlich aus:
  • 50.
    Lymphologie Herausforderungen für dieWundbehandlung Ärzte Wenn Pflege Therapeuten Patient Versorgern
  • 51.
  • 52.
    Im Neurod 2 Therapiekreisel Kompetenzzentrum für Physiotherapie GmbH 63741 Aschaffenburg Mühlstraße 94a www.lymphologic.de 63741 Aschaffenburg info@lymphologic.de info@therapiekreisel.com