E-Learning: Ziele, Verfahren, Strategien, Trends

6.369 Aufrufe

Veröffentlicht am

Veröffentlicht in: Bildung, Technologie
0 Kommentare
3 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
6.369
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
164
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
0
Kommentare
0
Gefällt mir
3
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie

E-Learning: Ziele, Verfahren, Strategien, Trends

  1. 1. E-Learning Ziele, Verfahren, Strategien, Trends Dr. Roland Klemke Pharma E-Learning Workshop 28.10.2010 Roland.Klemke@ou.nl
  2. 2. 1 AUSGANGSLAGE UND ZIELE
  3. 3. Aufmerksamkeitskurve Präsenztraining Nach 10 Min hört ein Drittel nicht mehr zu Nach 25 Min hören drei Viertel nicht mehr zu In diesem Zeitfenster nichts Wichtiges sagen! AnteilaufmerksamerTeilnehmer Dauer in Minuten Quelle: Red Magma 2008
  4. 4. Ausgangslage: Präsenztraining • Kosten (Trainerhonorare, Reisekosten) • Qualität • Umsetzbarkeit / Relevanz • Vergeudete Zeit (fehlende Voraussetzungen, fehlende Nachhaltigkeit) • Effekt (Prüfung, Übung, Praxisbezug)
  5. 5. Ziele
  6. 6. Ziele: Kosten „Mit E-Learning weniger Kosten verursachen“ • Kostenfaktoren Präsenztraining – Trainerhonorare – Trainingsmaterial – Reisekosten und -zeit – Arbeitszeit • Kostenfaktoren E-Learning – Content-Erstellung / -Beschaffung – Lernmanagement System (LMS) – Administration
  7. 7. Beispielkalkulation Kosten für... Berechnungs- grundlage Anzahl à Summe IST-Kalkulation – 30 % Präsenz Prod.kosten 2h WBT =50.000 € – 50 % Präsenz Prod.kosten 3h WBT =75.000 € Schulung Trainertage 200 800 € 160.000 € - 50.000 € - 80.000 € WBT Produktion 1h = 25.000 € + 50.000 € + 75.000 € Abwesenheit Schulungstage 2400 250 € 600.000 € - 150.000 € - 250.000 € Reisekosten Anreise, Unterbringung 1200 An: 50 € Ü: 70 € 120.000 € - 84.000 € Gesamt- kosten 1.110.000 € - 150.000 € - 339.000 € Einsparpotenzial E-Learning Beispiel: • Rollout einer Software für 1200 Anwender; • 2tägige Schulung mit Übernachtung Quelle: bureau42 GmbH 2007
  8. 8. Ziele: Qualität „Mit E-Learning ein höheres Niveau erreichen“ • Qualitätsfaktoren Präsenztraining – Trainerabhängig – Gleiche Voraussetzungen für alle Teilnehmer? • Qualitätsfaktoren E-Learning – Content-Qualität – Didaktisches Konzept – Lernstandsermittlung – Pre-Test • Sonstige Faktoren – Imageträger E-Learning – Technische Ausstattung als Anreiz
  9. 9. Beispiel Managment-Training Versicherung • Ziel: Einführung Management-Standards • Zielgruppe: Führungskräfte • Themen: Management- Handbuch Führung • E-Learning als Mittel der Kommunikation und des internen Marketing Quelle: bureau42 GmbH 2006
  10. 10. Ziele: Skalierung „Mit E-Learning einen höheren Durchsatz erzielen“ • Faktoren Präsenztraining – Begrenzte Teilnehmerzahl – Begrenzte Trainerverfügbarkeit • Unbegrenzte Skalierung – Anzahl Trainingseinheiten • Z.B. Flächenorganisation – Räumliche Komponente • Z.B. Außendienst – Zeitliche Komponente • Z.B. Neue Mitarbeiter
  11. 11. Beispiel Außendienst Versicherung • Ziel: verteilte Zielgruppe schnell und effektiv erreichen • Zielgruppe: Außendienst, Vertrieb • Themenauszug: – EU-Vermittlerrichtlinie, – Telefontraining, – Produktwissen Quelle: bureau42 GmbH 2008
  12. 12. Ziele: Nachhaltigkeit „Mit E-Learning einen nachhaltigen Lerneffekt erzielen“ • Integration von Lern- und Arbeitsprozessen – Unterstützung von Learning on the Job – Wissen dort vermitteln, wo es benötigt wird • Angebot von Nachhaltigkeitselementen (Kommunikation, Nachschlagewerk) – Auffrischen von Lerninhalten – Vorbereiten von neuen Lernphasen
  13. 13. Beispiel Softwaretraining Technologiekonzern • Ziel: Einsatz SAP verbessern • Zielgruppe: SAP-Nutzer, Konzernweit • Themen: Konzernlösung SAP • Verfahren: in SAP integrierte Schulungs- und Dokumentationslösung – automatisierte Erstellung von SAP- Dokumentationen und Hilfe-Dokumenten – Einbindung der Hilfe- Dokumente in das SAP- System auf Quelle: Humance AG 2008
  14. 14. Ziele: Kontrolle „Mit E-Learning Bildungsstand und –fortschritt erfassen“ • Wer hat welche Fortbildung gemacht? • Mit welchem Erfolg? • Wer hat welche Fähigkeit? • Wer hat welches Potential? • Aber: – Betriebsrat? – Datenschutz?
  15. 15. Beispiel Händlerschulung Automobilkonzern • Ziel: Einführung Händler- System mit Abdeckung aller Händler • Zielgruppe: Vertragshändler • Themen: Händler System • Verfahren: – E-Learning Inhalt mit Anbindung an Zertifizierungssystem – Konzernzentrale kann Schulungserfolg nachvollziehen Quelle: ILT Solutions GmbH 2007
  16. 16. 2 VERFAHREN
  17. 17. Historie: Web
  18. 18. Historie: Web Individuelle Computer Web: Information Mit-Mach- Web Mein Web, Semantik
  19. 19. Trend: von Informationsangeboten zu Web2.0-Seiten
  20. 20. Historie: E-Learning Individuell – Sozial – Personalisiert Computer- based Training Web- based Training User-generated Content Social Networks Personal Learning Environment Learning Management Systeme Virtual Learning Environment
  21. 21. Simulation von Therapievorgängen unter „realistischen“ Bedingungen Grundlage: echte Falldaten aus der HIV-Therapie und HIV- Simulationsalgorithmen aus der medizinischen Forschung Ärzte bekommen Falldaten und aktuelle Situationen präsentiert und müssen komplexe Therapieentscheidungen treffen Ein komplexes Regelwerk simuliert den Therapieverlauf und stellt eine Folgesituation dar (z.B. Nebenwirkungen, Resistenzen, Viruslast) Über verschiedene Analysewerkzeuge kann der Arzt Labormessungen zur Diagnose durchführen Beispiel Therapiesimulation Interaktiv, Personalisiert, Komplex Quelle: sector5 New Media GmbH 2008
  22. 22. Lernfunktionen Funktionen Vermittlung Erarbeiten Übung Prüfung Nachschlagen Kommunikation
  23. 23. Didaktische Dimensionen Formalität Formal Informell Vernetzung Individuell Kooperativ Aufbau Explorativ Exposi- torisch Motivation Selbst- gesteuert Fremd- gesteuert
  24. 24. Vorgehensmodell: Skizze WBT Design: Lernzieloperationalisierung  wiedergeben nennen aufzählen beschreiben erläutern  Reproduktion  Reorganisation Transfer Problemlösung  Wissen  Verstehen  Anwenden  Analyse  Synthese  Evaluation  durchführen berechnen anwenden  ableiten ermitteln entwerfen erarbeiten planen bewerten beurteilen  Animationen/ Simulationen/ Skripte/HTML/ Videostate- ments  Lernkonto mit Fehleranalyse  Virtueller Case  Darbietung von Musterlösungen  Tutor- Kontakt  multiple choice  Lückentexte  Interaktive Übungen  geschlossene Fragen  Rekonstruktion komplexer Fälle und Fallstudien Lernziele Lernziel- stufen Infinitiv Beispiele Präsentations- Elemente Test- Elemente Feedback- Elemente  Simulationen Medienmix  Workshop Lernziel  Planspiel
  25. 25. Verfahren: Blended Learning • Didaktisches Konzept • Mischung von verschiedenen Trainingsformen • Präsenztraing • E-Learning • Virtual Classroom • Praxistransfer
  26. 26. Blended Learning - Vorbereitung - Vorbereitung Selbstlernabschnitt Präsenzschulung Betreuung und Aufgaben per Telefon, E-Mail, Forum, Virtual Classroom
  27. 27. Blended Learning - Nachbereitung - Präsenzschulung Vorbereitung Selbstlernabschnitt Betreuung und Aufgaben per Telefon, E-Mail, Forum, Virtual Classroom
  28. 28. Blended Learning - Praxisphase - Präsenzschulung Vorbe- reitung Praxis am Arbeitplatz Betreuung und Aufgaben per Telefon, E-Mail, Forum, Virtual Classroom Präsenzschulung
  29. 29. Blended Learning - Lernen am Arbeitsplatz - Vorbereitung Selbstlernabschnitt Betreuung und Aufgaben per Telefon, E-Mail, Forum, Virtual Classroom Virtuelles Zwischen- treffen Betreuter Transferabschnitt
  30. 30. Blended Learning - Begleitung/Integration - Vorbe- reitung Betreuung und Aufgaben per Telefon, E-Mail, Forum, Virtual Classroom Transfer in die Praxis Virtuelles Abschluss- treffen Virtueller Kick-off Nachbetreuung am Arbeitsplatz vorbereitender Selbstlern- abschnitt Präsenzschulung
  31. 31. Kombination aus Präsenzschulung und E-Learning Gruppenräume werden mit interaktiver Gruppensoftware ausgestattet Teilnehmende Ärzte lernen in Gruppen und lösen Aufgaben Ein Moderator kann Gruppenergebnisse interaktiv einsammeln und zur Diskussion stellen Interaktive Diskussionsmaterialien verstärken den Lerneffekt Projektbeispiel Blended Learning Ärztefortbildung für HIV-Therapie Quelle: sector5 New Media GmbH 2007
  32. 32. 3 STRATEGIE
  33. 33. Strategie Quelle: Assen & Van de Pol (2008) Ad hoc Training Spontaner Bedarf Learning Management Kosten & Transparenz Kompetenz- Management Qualität & Bedarf Unternehmens- Akademie Strategische Personal- entwicklung Lernende Organisation Nachhaltige Organisations- entwicklung
  34. 34. Strategie: Faktoren • Organisationsstruktur – Zentral / Dezentral • Selbstbild / Fremdbild der Organisation – Qualität vs. Kosten – Top-Down vs. Bottom-Up • Ausbildungsniveau – Motivation, Didaktik • Dynamik / Stabilität der Inhalte – Produktionskonzepte, Formate – Eigenproduktion vs. Fremdproduktion • Zielgruppe – Größe, örtliche Verteilung, Zeit, Ausstattung – Intern / Extern (Vertrieb, Service)
  35. 35. Strategie: Vorgehensweise Rollout-Plan Ergebnismessung definieren E-Learning Spezifikationen bestimmen Change Management Trainingsabteilung IT (Technologie, Zusammenarbeit, Randbedingungen) Unterstützung Top-Management Unternehmensziele <-> E-Learning-Ziele
  36. 36. Strategie: Umsetzung Auswahl Themen Auswahl / Erstellung Inhalte Roll-Out Planung Lenrstrategie Konzpetion Drehbuch Produktion Integration
  37. 37. Strategie: Outcome-oriented Learning • Paradigmenwechsel: Lernergebnisse statt Lerninhalte im Vordergrund • Lernergebnisse: Fähigkeiten und Kompetenzen • Offizielle Strategie der Europäischen Union – Bologna Prozess: Studenten-zentrierte Lehre mit expliziten „Learning Outcomes“ – European Qualification Framework: Lerner Mobilität erhöhen durch standardisiertes Kompetenzmodell
  38. 38. Outcome-oriented Learning Learning Outcomes Didaktik LerninhalteLernprozess Assessment
  39. 39. Lehr- & Lern Aktivitäten IT-gestützte Prozesse Services Daten Outcome-oriented Learning Standardisierungsebenen Mensch zu Mensch Mensch zu Maschine Maschine zu Maschine
  40. 40. Standards • Standards stellen Interoperabilität sicher: – Verschiedene Content-Hersteller – Verschiedene Lernmanagement-Systeme – Heterogene HR-Infrastrukturen • Relevante Standards – SCORM (Sharable Content Object Reference Model) – IMS LD – QTI (Question & Test Interoperability)
  41. 41. Beispiel Daimler: Kompetenzmanagement als Basis der Weiterbildungsstrategie Qualifizierungsberatung Beurteilung Entwicklung MA-Profil Soll-Profil Gap-Profil Assessments Qualifiz.- Katalog WB T Präsen z CBT Coaching Dokumente Tutoring Qualifi- zierungs- Empfehlung Individuelles Lernportfolio Bildungs- Controlling
  42. 42. 4 TRENDS
  43. 43. Trends • Personalisierung – Personal Learning Environments – Mobile Learning • Soziale Netzwerke – Social Media Integration • Open Educational Resources
  44. 44. Personal Learning Environments • Menschenbild: eigenmotivierter Lerner • Abkehr von institutionellen Lernprozessen • Der Lerner steht im Mittelpunkt und in der Verantwortung • Rolle der Institution: Befähiger, Ermöglicher • Institutionen schaffen Rahmenbedingungen, in denen Lernende sich selbst entwickeln können
  45. 45. Personal Learning Environments Quelle: Scott Wilson 2009
  46. 46. Mobiltelefone werden als Spielzeug und nicht als Lernmittel angesehen. Mobile Learning Quelle: Marcus Specht 2009
  47. 47. Quelle: Marcus Specht 2009
  48. 48. Mobiltelefone sind universelle Werkzeuge für: Lesen, Diskutieren, Dokumentieren, Annotieren, und andere Lernaktivitäten. Quelle: Marcus Specht 2009
  49. 49. Mobile Learning Content (iTunes U) Quelle: Marcus Specht 2009
  50. 50. Examples of sensors GPS + compass + accelerometer Quelle: Marcus Specht 2009
  51. 51. Social Media Integration Health Care Education in Virtual Worlds Quelle: Darlene Arlantho, Flickr.com
  52. 52. Offene Bildungsangebote (Open Educational Content) MACE Project Quelle: http://www.mace-project.eu
  53. 53. Fazit • Outcome-orientierung (Kompetenzen) öffnet die Tür zu – Personalisierung und Individualisierung (Welche Lernergebisse benötige ich? Wie erreiche ich am Besten diese Ergebisse?) – Offenen Bildungsressourcen (Wo bekomme ich Ressourcen zu diesen Fähigkeiten und Ergebnissen?) – Mobilem Lernen (Wie kann ich Lernergebnisse in mobilen Situationen erzielen?) – Standardisierung und Flexibilisierung • Der Lerner steht im Mittelpunkt
  54. 54. Gruppenarbeit: Outcome-oriented Learning Rollout-Plan Ergebnismessung definieren E-Learning Spezifikationen bestimmen Change Management Trainingsabteilung IT (Technologie, Zusammenarbeit, Randbedingungen) Unterstützung Top-Management Unternehmensziele <-> E-Learning- Ziele • Wie ist die derzeitige E- Learning-Strategie? • Wie wirkt sich die Outcome- oriented Learning auf die E- Learning Strategie Ihres Unternehmens aus? • Für welche Bereiche eignet sich Outcome-oriented Learning? • Wo ist der Mehrwert am höchsten?
  55. 55. Vielen Dank! Dr. Roland Klemke Center of Learning Sciences and Technology Open Universiteit Nederland Roland.Klemke@ou.nl

×