5 Thesen für gute Smart Cities

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  • Herzlichen Dank für die Einladung zur Fachkonferenz der Bundes-SGK nach Potsdam.
    Ich möchte Ihnen einige Einsichten aus meiner Beschäftigung mit Smart-City-Projekten mitteilen.
  • Was genau passiert, Wie es zu bewerten ist?
    Wir wissen es (noch) nicht.
    Wir wissen aber, dass einfache Einschätzungen vermutlich falsch sind.

    Das erste Zitat stammt von danah boyd, einer hervorragenden Sozialwissenschaftlerin, die für Microsoft arbeitet – Wenn Sie wissen wollen, wie das soziale Leben vernetzter Jugendlicher aussieht, lesen Sie ihr Buch mit dem gleichnamigen Titel
    Jgdl gehen sehr differenziert mit dem Medium um; Es geht hier wie immer bei Jgdl um Peers und Wer mit wem und mit wem nicht usw

    Frau Merkel hat mit diesem Satz vermutlich mehr recht, als auch viele, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen, erkennen oder zugeben.
  • Zum Titel
  • Morozov hat schon früh darauf hingewiesen, dass die Euphorie, mit der das Internet und die sozialen Medien als Demokratisierungsinstrument gesehen wurden, unangebracht sei.
    Nicht nur die guten, auch die bösen können diese Technologien nutzen.

    Normativ wäre Open Governance ein neuer Politikansatz, der Internet und Co gut gebrauchen kann. Transparenz im politischen Prozess (die auch bedeuten kann, zu erläutern, warum Teile des Prozesses vertraulich und intransparent bleiben sollten) kann durch öffentliche Darstellung und Diskussion auf Webseiten und in sozialen Medien erhöht werden.

    Die mächtiger gewordenen BürgerInnen wollen und sollten in politische Prozesse und Stadtentwicklung einbezogen werden.

    Dazu fehlt es noch an Erfahrung und guten Verfahren.

    Diese Einbeziehung führt nicht zu einer Konfliktfreiheit. Eher im Gegenteil – einige Konflikte werden jetzt erst sichtbar, einige werden dadurch erst überhaupt artikuliert.
  • Als Schlussfolgerung meiner bisherigen Beschäftigung mit Smart Cities hier 5 Thesen für gute Smart Cities
  • Der Kern ist – wie bei vielen Aktivitäten – die eigenen Ziele zu klären bevor Technik oder Organisationsformen ausgewählt werden.
    Das klingt trivialer als es ist.
  • Smart City = IKT + Stadtentwicklung + integriert/ganzheitlich
    Nicht nur IKT
    Nicht nur schlaue Stadtentwicklung
    Nicht nur einzelne Sektoren

    Hier: Handynetz mit Anwendung
  • Hier einige ausgewählte Herausforderungen, für die zahlreiche Kommunen Lösungen suchen.
  • Für kommunale Anwendungen müssen Lösungen gefunden werden, die Datenschutz beispielhaft berücksichtigen und weiterentwickeln.
    Von Datensparsamkeit über Anonymisierung, Verschleierung bis hin zur Löschung nicht mehr benötigter Daten sind vorhandene Ansätze zu nutzen.
  • Hier ein Ergebnis aus einer Befragung des Smart-City-Projektes T-City Friedrichshafen in 2012, das für alle Anwendungen Bedeutung hat und von Gestaltern von Produkten berücksichtigt werden muss

    54% der Befragten in Friedrichshafen stimmten der Aussage zu, „Ich habe Sorge, dass der Schutz meiner persönlichen Daten bei der Einführung neuer Technologien nicht genug beachtet wird“.
  • Die 54% haben nicht ohne Grund Sorgen. Nicht nur der Mißbrauch von Datensammlung und -analyse durch die NSA oder große US-Konzerne ist problematisch.
    Das projekt-datenschutz.de listet Datensicherheits- und Datenschutz-Fälle aus Deutschland auf.
  • Unabhängig davon, was Sie im und mit dem Netz machen wollen, ein breitbandiger Zugang ohne Hürden ist die Voraussetzung für alles weitere.
  • Derzeit scheint Glasfaser die einzige Technologie zu sein, die Breitband im Festnetz in der Fläche ermöglichen kann.
    Die WLAN-Störerhaftung behindert die Verfügbarkeit freien WLAN-Zugangs erheblich. Die bisherigen Vorschläge der Bundesregierung schaffen hier keine Abhilfe.
    Der Zugang zum Internet sollte als Baustein der Daseinsvorsorge und öffentliche / kommunale Pflichtaufgabe verstanden werden.
  • Ohne Offene Standards für technische Produkte (Open Source oder zumindest klar dokumentierter Schnittstellen) führen neue Investitionen zu inkompatiblen Produkten. Dies behindert die Kooperation in Städten und mit anderen Partnern.

    Open Governance meint das Verständnis, dass BürgerInnen täglich die Stadt gestalten und daher über das Handeln und die Ziele ihrer Verwaltung und Stadtregierung auf dem Laufenden sein sollten.
  • Wir haben uns im Smart-City-Projekt T-City Friedrichshafen viele Einzelprojekte genauer angesehen.
    Ein großes Projekt mit mehr als 1.600 installierten „intelligenten“ Stromzählern in einem kompletten Stadtteil wurde gesondert in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE untersucht. 4,3% Einsparungen der Strommenge wurden berichtet. Das deckt sich mit 3,7%, die Fraunhofer ISE u.a. in der groß angelegten Intelliekon-Studie ermittelt hatten.

    Ob diese ca. 4% Einsparung viel oder wenig sind, darüber lässt sich streiten.
  • Und es deckt sich mit einer Studie, die Ernst&Young 2013 für das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft durchgeführt haben.
    Ernst & Young (2013): Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Zähler. Online verfügbar unter http://bit.ly/ernst_young_smartmetering, zuletzt geprüft am 15.02.2015.

    Der Nutzen für den Endkunden ist also recht überschaubar.

    Aus Open Governance-Perspektive ist hier vor allem problematisch, dass es um die Energieeinsparung bei Smart Metering und Smart Grid auch gar nicht prioritär geht.
    Es geht um Steuerung der Netze und Abbau von Lastspitzen z.B. durch Ein- und Ausschalten von Erzeugern und Verbrauchern in Haushalten.

    Das sollte man dann aber auch sagen und die, die steuern wollen, sollten die Steuerungsinstrumente dann auch finanzieren.
  • „Die da draußen machen ja schon Smart City“ so der Bürgermeister eine mittelgroßen Stadt mit Blick auf seine BürgerInnen.
    „Das müssen wir zur Kenntnis nehmen und auch nutzen“.
  • 39 % der Bevölkerung sind mit Sicherheit und Datenschutz im Internet überfordert und fühlen sich verunsichert. (DIVSI 2012)
    Diese Menschen müssen beim zunehmenden Einsatz von Informationstechnologie trotzdem mitgenommen werden.
  • Dabei ist zu prüfen, wie Kommunikation erfolgreich wirken kann
  • Zuhören ist dabei vielleicht wichtiger als verkünden
  • Hier noch einmal zusammengefasst meine 5 Thesen für gute Smart Cities
  • Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
    Melden Sie sich gerne, wenn Sie noch Fragen haben.
  • Weiterentwicklung der Ideen und Schlussfolgerungen dargestellt in der Publikation
    Die digitale Stadt der Zukunft, erschienen bei der SGK NRW - mehr Infos dazu: bit.ly/digitale_stadt
  • Und in der neuesten Studie zum Thema:
    Deutschlands Städte werden digital
    Mehr dazu und Downloadlink: bit.ly/digitale_staedte_
  • Für ländliche Regionen könnte auch das Projekt Smart Country interessant sein.
  • Mehr Infos zum Smart-City-Projekt im Endbericht „Smart City konkret“
    Und auf der Webseite stadtundikt.de
  • 5 Thesen für gute Smart Cities

    1. 1. Smart Cities - Geschäftsmodell oder neuer Politikansatz? Michael Lobeck Geographisches Institut der Universität Bonn / promediare.de Fachkonferenz Bundes-SGK, 3./4. Juli 2015 in Potsdam
    2. 2. It’s Complicated danah boyd Das Internet ist für uns alle Neuland Angela Merkel
    3. 3. Smart Cities - Geschäftsmodell oder neuer Politikansatz?
    4. 4. Was wäre ein Geschäftsmodell? • Irgendwann genug Gewinn im Vergleich zu alternativer Anlage • Problematik: Tendenz zu Monopolen in »Netzwerk«-Märkten stärker
    5. 5. Was wäre ein neuer Politikansatz? • Kommt sehr auf den alten an / Morozov • Open Governance • (Mächtigere) Bürger einbeziehen • Neue Verfahren erproben • Keine Beteiligungsromantik
    6. 6. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    7. 7. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    8. 8. Kommunale Herausforderungen • Finanzen • Demographischer Wandel • Integration • Partizipation • Städtewettbewerb
    9. 9. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    10. 10. 54% Sorgen ©iStock / polygraphus
    11. 11. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    12. 12. • Glasfaser • Störerhaftung • Daseinsvorsorge • Pflichtaufgabe
    13. 13. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    14. 14. Einsparungen 4,3 % Christian Haugen, CC BY 2.0, flickr.com
    15. 15. "Die von der EU angestrebte Rolloutquote von 80% bis 2022 über eine allgemeine Einbauverpflichtung führt zu einem gesamtwirtschaftlich negativen Netto-Kapitalwert, und ist zudem für den Großteil der Kundengruppen wirtschaftlich nicht zumutbar.“ (Ernst & Young 2013, S. 217) Christian Haugen, CC BY 2.0, flickr.com
    16. 16. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele vor Technik • Datenschutz als Priorität • Echtes Breitband ohne Grenzen • Offene Standards in Technik und Governance • Bürgerengagement ermöglichen und nutzen
    17. 17. Quelle: https://www.divsi.de/sites/default/files/presse/docs/DIVSI-Milieu-Studie_Kurzfassung.pdf
    18. 18. 5 Thesen für gute Smart Cities • Ziele • Datenschutz • Breitband • Offene Standards • Bürgerengagement
    19. 19. lobeck@promediare.de www.promediare.de @michael_lobeck
    20. 20. Backup • Aktuelle Literatur zum Thema
    21. 21. bit.ly/ digitale_stadt
    22. 22. bit.ly/ digitale_staedte_
    23. 23. bit.ly/ smartcountry
    24. 24. stadtundikt.de

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