Gaskombikraftwerke sind schnell gebaut,
erschweren aber das Erreichen der CO2-Ziele
Hoher Wirkungsgrad und flexible Einsatzmöglichkeiten
Bei Gaskombikraftwerken treibt eine erdgasbefeuerte Gasturbine einen Generator zur Strom-
erzeugung an. Zusätzlich werden die heissen Abgase der Gasturbine auf einen Wärmetauscher
geführt und so über eine nachgeschaltete Dampfturbine und den daran gekoppelten Generator in
elektrische Energie umgewandelt. Dadurch gehören Gaskombikraftwerke mit einem Wirkungsgrad von
bis zu 60 Prozent zu den effizientesten konventionellen Kraftwerken. Gaskombikraftwerke sind
typische Mittellastkraftwerke, die flexibel auch zur Netzregulierung eingesetzt werden können, auch
wenn sie bis heute nicht die Flexibilität von Speicherkraftwerken erreichen. Gaskombikraftwerke
werden aus Kostengründen normalerweise nicht als Grundlastkraftwerke eingesetzt.

Hohe Abhängigkeit vom Ausland
Gaskombikraftwerke haben den Vorteil, dass sie vergleichsweise schnell gebaut werden können und
dadurch in relativ kurzer Zeit Versorgungsprobleme lösen. Voraussetzungen sind ein geeigneter
Standort und -leistungsfähige Gas- und Stromnetze in der Nähe. Allerdings gibt es in der Schweiz
bisher noch keine Möglichkeiten zur Gasspeicherung, weil die geologischen Voraussetzungen für den
Bau von unterirdischen Speichern ungünstig sind. Allerdings laufen gegenwärtig mehrere
entsprechende Projekte. Würde das Erdgas verflüssigt und so gespeichert, wäre dies mit grossen
Verlusten beim Wirkungsgrad verbunden. Sollen die Kraftwerke flexibel betrieben werden, muss auch
ein flexibler Gasbezug möglich sein. In jedem Fall erhöht sich die Abhängigkeit von ausländischen
Gaslieferungen stark.

Strompreis ist stark vom Gaspreis abhängig
Ein Gaskombikraftwerk in Europa erzeugt heute Strom zu Kosten von zirka 8 bis 15 Rappen pro kWh.
Entscheidend ist der Gaspreis. Gaspreisschwankungen wirken sich damit unmittelbar auf den
Strompreis aus. Eine weitere Unsicherheit sind die Kosten für die CO2-Kompensation. Mit dem CO2-
Gesetz, das aktuell im Parlament hängig ist und eine 100-Prozent-Kompensation im Inland vorsieht,
ist ein rentabler Betrieb nicht möglich. Hinzu kommen Einschränkungen durch kantonale
Energiegesetze und kommunale Zonenpläne.

Jedes Werk produziert 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr
Ein Gaskombikraftwerk von 400 MW Leistung (Kernkraftwerk Mühleberg, Beznau I oder II: je rund 370
MW Leistung) produziert rund 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr. Dies sind 2,5 Prozent des CO2-
Ausstosses der Schweiz. Würde die Kernkraft in der Schweiz komplett durch Gaskombikraftwerke
ersetzt, läge der Anteil bei 25 Prozent.

Fazit: Notwendige Übergangslösung mit Nachteilen
Können die Kernkraftwerke Mühleberg und Beznau nicht innert nützlicher Frist ersetzt werden, wird
der Bau von Gaskombikraftwerken nötig. Dem stehen allerdings gewichtige klimapolitische Bedenken
entgegen. Klar ist: Die CO2-Kompensation muss zu einem wesentlichen Teil im Ausland erfolgen
können, damit der Bau mehrerer Gaskraftwerke möglich ist. Denn die inländischen Kompensationen
werden nicht wettbewerbsfähig und zudem bereits rasch ausgeschöpft sein.

Gaskombikraftwerke

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    Gaskombikraftwerke sind schnellgebaut, erschweren aber das Erreichen der CO2-Ziele Hoher Wirkungsgrad und flexible Einsatzmöglichkeiten Bei Gaskombikraftwerken treibt eine erdgasbefeuerte Gasturbine einen Generator zur Strom- erzeugung an. Zusätzlich werden die heissen Abgase der Gasturbine auf einen Wärmetauscher geführt und so über eine nachgeschaltete Dampfturbine und den daran gekoppelten Generator in elektrische Energie umgewandelt. Dadurch gehören Gaskombikraftwerke mit einem Wirkungsgrad von bis zu 60 Prozent zu den effizientesten konventionellen Kraftwerken. Gaskombikraftwerke sind typische Mittellastkraftwerke, die flexibel auch zur Netzregulierung eingesetzt werden können, auch wenn sie bis heute nicht die Flexibilität von Speicherkraftwerken erreichen. Gaskombikraftwerke werden aus Kostengründen normalerweise nicht als Grundlastkraftwerke eingesetzt. Hohe Abhängigkeit vom Ausland Gaskombikraftwerke haben den Vorteil, dass sie vergleichsweise schnell gebaut werden können und dadurch in relativ kurzer Zeit Versorgungsprobleme lösen. Voraussetzungen sind ein geeigneter Standort und -leistungsfähige Gas- und Stromnetze in der Nähe. Allerdings gibt es in der Schweiz bisher noch keine Möglichkeiten zur Gasspeicherung, weil die geologischen Voraussetzungen für den Bau von unterirdischen Speichern ungünstig sind. Allerdings laufen gegenwärtig mehrere entsprechende Projekte. Würde das Erdgas verflüssigt und so gespeichert, wäre dies mit grossen Verlusten beim Wirkungsgrad verbunden. Sollen die Kraftwerke flexibel betrieben werden, muss auch ein flexibler Gasbezug möglich sein. In jedem Fall erhöht sich die Abhängigkeit von ausländischen Gaslieferungen stark. Strompreis ist stark vom Gaspreis abhängig Ein Gaskombikraftwerk in Europa erzeugt heute Strom zu Kosten von zirka 8 bis 15 Rappen pro kWh. Entscheidend ist der Gaspreis. Gaspreisschwankungen wirken sich damit unmittelbar auf den Strompreis aus. Eine weitere Unsicherheit sind die Kosten für die CO2-Kompensation. Mit dem CO2- Gesetz, das aktuell im Parlament hängig ist und eine 100-Prozent-Kompensation im Inland vorsieht, ist ein rentabler Betrieb nicht möglich. Hinzu kommen Einschränkungen durch kantonale Energiegesetze und kommunale Zonenpläne. Jedes Werk produziert 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr Ein Gaskombikraftwerk von 400 MW Leistung (Kernkraftwerk Mühleberg, Beznau I oder II: je rund 370 MW Leistung) produziert rund 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr. Dies sind 2,5 Prozent des CO2- Ausstosses der Schweiz. Würde die Kernkraft in der Schweiz komplett durch Gaskombikraftwerke ersetzt, läge der Anteil bei 25 Prozent. Fazit: Notwendige Übergangslösung mit Nachteilen Können die Kernkraftwerke Mühleberg und Beznau nicht innert nützlicher Frist ersetzt werden, wird der Bau von Gaskombikraftwerken nötig. Dem stehen allerdings gewichtige klimapolitische Bedenken entgegen. Klar ist: Die CO2-Kompensation muss zu einem wesentlichen Teil im Ausland erfolgen können, damit der Bau mehrerer Gaskraftwerke möglich ist. Denn die inländischen Kompensationen werden nicht wettbewerbsfähig und zudem bereits rasch ausgeschöpft sein.