SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
Foresight  Trends  Strategie Q2 | 2019
Mai 2019
Am Scheideweg

Turingtest revisited

Klima-Hacking

Abonnieren Sie f/21 Quarterly!
Wir informieren Sie regelmäßig
über die neuesten Ausblicke in die
Welt von morgen. Bleiben Sie am
Ball und verpassen Sie keine Aus-
gabe des f/21 Quarterly – per Mail
erhalten Sie jeweils direkt nach
Erscheinen kostenlos die neueste
Ausgabe. Registrieren Sie sich hier:
www.f-21.de/quarterly
Am Scheideweg
Eine Fülle neuer Entwicklungen drängt
derzeit in den Mobilitätssektor: Car-
sharing, Bikesharing und Ridesharing,
Elektroautos und -busse, E-Scooter, Au-
tonomes Fahren und Truck-Platooning,
Logistikdrohnen und Mobilitäts-Apps. All
diese Neuerungen wandeln den Mobili-
tätssektor drastisch. Daher ist es höchs-
te Zeit, Mobilität ganzheitlich zu denken
und die Frage zu stellen: Welche Mobili-
tät wollen wir eigentlich?
Die neuen Mobilitätslösungen haben auf
der einen Seite das Potenzial, die beste
aller Mobilitätswelten hervorzubringen:
intermodale Fort-
bewegung durch
Digitalisierung und
Vernetzung, Res-
sourcenschonung
durch Sharing,
nahtlose Transportlösungen durch Mo-
bility-as-a-Service. Dreh- und Angelpunkt
einer bedarfsgerechten Mobilität ist das
Smartphone als persönliche Navigations-
zentrale. Auf der anderen Seite ist auch
eine Mobilitätswelt vorstellbar, die stark
auf individuelle Vorteile ausgerichtet ist,
dabei aber nicht dem gesellschaftlichen
Wohl dient. Wenn etwa Carsharing zu
erheblichen Rebound-Effekten und da-
mit einer Zunahme von motorisiertem
Individualverkehr führt oder die Nutzung
öffentlicher Verkehrsmittel zurückgeht,
weil Menschen lieber im Robo-Taxi un-
terwegs sind.
Neue Mobilitätsoptionen versprechen bedarfsge-
rechte, saubere Fortbewegung. Der Wandel muss
mit Blick auf das Allgemeinwohl gestaltet werden.
Ob nun das eine oder andere Szenario
Wirklichkeit werden wird, ist keinesfalls
eine zwangsläufige Entwicklung. Weil
Mobilität als Eckpfeiler unserer Gesell-
schaft wesentliche Voraussetzung für
persönliche Freiheit, gesellschaftliche
Teilhabe und wirtschaftlichen Fortschritt
ist, gilt es die Weichen richtig zu stellen.
Die Mobilitätswelt wird gerade jetzt an-
gesichts des Wandels auf kluge politi-
sche Rahmensetzung nicht verzichten
können. Denn es gilt die Einzelinitiativen
zu koordinieren, um eine im Sinne des öf-
fentlichenInteressesgestalteteMobilität
sicherzustellen.
Gerade weil Mobili-
tät eine solch wich-
tige gesellschaftli-
che Funktion hat,
kann deren Gestal-
tung nicht privaten, auf den Markt drän-
genden Mobilitätsdienstleistern über-
lassen werden. Die vielen Neuerungen
machen ganzheitliche Konzepte nötig,
die das öffentliche Interesse im Blick be-
halten. Der Fokus muss von der Verbes-
serung einzelner Verkehrsarten zur Op-
timierung des Gesamtsystems wandern,
wobei es vielfältige Spannungen und
Interessenlagen zu berücksichtigen gilt:
Ist Mobilität so reibungslos verfügbar,
wie es die Zukunftsszenarien ausmalen,
werden Menschen dann längere Pendel-
distanzen in Kauf nehmen und mehr Ver-
kehr produzieren? Wird der öffent- 
Die Entwicklung der Mobili-
tätswelt ist kein Selbstläufer,
sondern verlangt nach kluger
politischer Rahmensetzung.
Quarterly
f/21 Quarterly	 Q2 | 2019
 Am Scheideweg (Forts.)
liche Verkehr geschwächt, wenn Autos
für jedermann überall und jederzeit ver-
fügbar sind? Wie kann gewährleistet wer-
den, dass der ländliche Raum nicht abge-
hängt wird, der es vor dem Hintergrund
des demografischen Wandels und von
fortschreitender Urbanisierung schon
heute mit einer schwierigen Mobilitätssi-
tuation zu tun hat?
Vor allem selbstfahrende Autos bedeu-
ten vollkommen neue Sicherheitsfragen.
Allein schon die Bewertung, was denn
exakt unter Sicherheit zu verstehen sei
wirft allergrößte Probleme auf, zumal
der Mensch dazu tendiert, gegenüber
seinen technischen Artefakten strenge-
re Standards anzulegen als gegenüber
seinen Mitmenschen. Wie lässt sich also
ein Kompromiss finden, welche Sicher-
heit als sicher genug gilt? Und wie wird
vorgegangen, diese Sicherheit vor dem
Realeinsatz dann auch unter Beweis zu
stellen? Wie gelingt der Schritt von der
Simulation zum Test unter realen Bedin-
gungen und anschließend zum realen
Einsatz? Darüber hinaus gilt es zu fragen:
Werden wir es, sobald autonome Fahr-
zeuge erst einmal in großer Zahl auf den
Straßen unterwegs sind, nicht mit einer
vollständig neuen Verkehrsrealität zu tun
haben? Werden wir nicht in eine Zukunft
fahren, in der das Auto einen komplett
veränderten Stellenwert innehaben wird
– vom Privatfahrzeug zum „individuellen
öffentlichen Verkehrsmittel“?
Schließlich wirft die Datenabhängigkeit
einer zukunftsfähigen Mobilitätslösung
viele ernstzunehmende Probleme auf.
Weil neben die reale Mobilitätswelt der
Fahrzeuge und Straßen eine informa-
f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 	 2
Turingtest revisited
Große Erwartungen knüpfen sich an Künstliche In-
telligenz. Vorerst aber greifen Menschen den ver-
meintlich schlauen Maschinen noch unter die Arme.
Ob wir dies bemerken oder nicht – im-
mer öfter begegnet uns Künstliche
Intelligenz im Alltag. Computerprogram-
me, die selbständig entscheiden und
handeln sowie ständig dazulernen sind
längst keine Seltenheit mehr und verän-
dern unser Leben: Digitale Sprachassis-
tenten, die für uns im Internet recher-
chierenoderdengewünschtenMusiktitel
abspielen, Haushaltsroboter, die beim
Fensterputzen
und Staubsau-
gen helfen, an
unsere Interes-
sen und Vorlie-
ben angepasste Newsfeeds, Chatbots,
die im Kundenservice Rede und Antwort
stehen und selbst autonom fahrende Au-
tos sind auf dem besten Weg die Straßen
zu erobern.
Dass die schlauen Maschinen unter uns
sind und die unterschiedlichsten Aufga-
ben erledigen, ist Anstoß, auch über die
menschliche Intelligenz, über das Ver-
hältnis zwischen Mensch und Maschine
sowie die Grenze zwischen menschlicher
und künstlicher Intelligenz nachzuden-
ken. Wann kann eine Maschine über-
haupt als intelligent gelten? Um diese
Frage zu beantworten, hat der britische
Mathematiker und Informatiker Alan
Turing bereits Mitte des letzten Jahr-
hunderts einen Test entwickelt: In einem
„Imitationsspiel“ soll herausgefunden
werden, ob ein Computer denken kann
wie ein Mensch oder nicht, indem diesem
Fragen gestellt werden. Kann sich der
menschlicheFragestellerschließlichnicht
entscheiden, ob ein Mensch oder eine
Maschine antwortet, dann soll dies der
Beweis für die In-
telligenz des Com-
puters sein.
Wie kann man aber
heute angesichts
der immer weiteren Verbreitung immer
schlauer werdender Maschinen noch
sichergehen, mit einem Menschen zu
interagieren oder nicht doch mit einer
Maschine? Auch wenn es an der Oberflä-
che so scheint, dass die Grenze zwischen
menschlicher und künstlicher Intelligenz
verwischt, so hat die Entwicklung von KI-
Anwendungen doch eine Menge Tücken.
Wer hinter die Kulissen blickt, entdeckt
schnell,dassder EinsatzKünstlicherIntel-
ligenz in der Praxis hinter den Erwartun-
gen und Versprechungen zurückbleibt
und die Bots weit weniger schlau sind als
kolportiert. Die Schwierigkeiten sind 
Wie kann man sichergehen, mit
einem Menschen zu interagieren
und nicht mit einer Maschine? Artikel
Neueste Veröffentlichungen:
Bringt die Digitalisierung neue Formen
entfremdeter Arbeit hervor?
Carta, 30.04.2019
Spielend Deutsch lernen
Deutschland.de, 11.04.2019
Digital Work: „Die Zukunft der Arbeitswelt
liegt in der Cloud“ - Kritik eines Heils-
versprechens
Berliner Gazette, 01.04.2019
Plädoyer für einen neuen Arbeitsbegriff
The European, 10.11.2018
Die Ökonomie des Teilens. Strategien für
die etablierte Wirtschaft
zfo, 01/2018
torische Mobilitätswelt tritt, die den
Komfort und die Einfachheit der inter-
modalen, individuellen Verfügbarkeit
von Verkehrsmitteln erst ermöglicht,
stellen Datensicherheit und Privatheit
neue große Anforderungen an den Mo-
bilitätssektor. Zum einen wird es dar-
um gehen, jene neuen, datenbasierten
Mobilitätsangebote davor zu schützen,
Ziel von Cyberattacken zu werden – mit
den verschiedensten Folgen: Vom heil-
losen Verkehrsdurcheinander durch das
Hacking von Ampelanlagen und Fahr-
zeugen bis hin zur „Fernsteuerung“ au-
tonomer Fahrzeuge als Waffe sind die
unterschiedlichsten Szenarien denkbar.
Zum anderen wird ein geeigneter Um-
gang mit dem immensen Datenreichtum
gefunden werden müssen, denn Mobi-
litätsinformationen sind sensible Daten
und geben viel über uns preis: wann und
wohin wir in die Arbeit fahren, mit wem
wir unterwegs sind, was wir in unserer
Freizeit treiben, welche Wochenendak-
tivitäten wir unternehmen, welche Ärz-
te wir wann aufsuchen und vieles mehr.
Mobilitätsdaten sind auch deshalb be-
sonders sensibel, weil sie unsere tatsäch-
liche physische Präsenz betreffen. Wird
es dereinst Praxis sein, uns nicht nur auf
„maßgeschneiderten“ Routen durch das
World Wide Web zu navigieren, sondern
analog unsere Wege in der echten Welt
zu beeinflussen? Sprich: Werden wir
nicht bloß Werbung zugeschickt bekom-
men, sondern sogleich auf eine Reise
geschickt, die an bestimmten Läden vor-
beiführt? 
f/21 Quarterly	 Q2 | 2019
f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 	 3
 Turingtest revisited (Forts.)
in vielen Fällen gar derart groß, dass die
Maschinen ohne menschliche Hilfe nicht
auskommen. Oder aber die Entwickler
stellen fest, dass menschliche Arbeits-
kräfte die einfachere und kostengünsti-
gere Alternative sind.
Als Pseudo-KI wird der Trick der mensch-
lichen Mithilfe bezeichnet, der vor allem
dann zum Einsatz kommt, wenn es um
Aufgaben geht, die Computern äußerst
schwer fallen, für den Menschen hinge-
gen ein Kinderspiel sind. Automatische
Bilderkennung ist so ein Beispiel, bei dem
Maschinen zwar
bereits große
Fortschritte ge-
macht haben,
aber immer
noch meilenweit davon entfernt sind,
fehlerfrei zu funktionieren, geschweige
denn, es mit dem Menschen aufzuneh-
men. Folglich greifen in diesem Bereich
immer noch Menschen den Maschinen
helfend unter die Arme und bearbeiten
die kniffligeren Fälle. Denn Bilderken-
nungsalgorithmen machen teilweise
bizarre Fehler1
, wenn sie etwa Schafe
erkennen, wo gar keine sind oder eine
Blumenwiese vor sich zu haben meinen,
wo jedoch Schafe mit orange gefärbter
Wolle auf dem Rasen stehen.
Dass der Mensch so tut, als sei er eine
Maschine, ist kein gänzlich neues Prinzip.
Pseudo-KI findet einen frühen Vorläufer
im so genannten „Schachtürken“ aus
dem 18. Jahrhundert. Dabei handelt es
sich vorgeblich um eine Schachmaschi-
ne, die einem in türkische Tracht geklei-
deten Mann nachempfunden ist, der vor
Klima-Hacking
Warnungen vor dem Kli-
mawandel werden lauter.
Das verschafft radikalen
Lösungen Auftrieb.
Das Jahr 2018 geht als Jahr der Wet-
terextreme in die Geschichte ein:
Hitzewellen, Waldbrände, Dürren und
steigende Meeresspiegel – in der Häu-
fung solcher Extremereignisse sehen Kli-
maforscher ein Indiz für einen direkten
Zusammenhang mit dem Klimawandel.
Dabei ist das Extremwetter ein bitterer
Vorgeschmack auf die drastischen Aus-
wirkungen des globalen Temperaturan-
stiegs auf Umwelt und Gesellschaften.
Derart brennend ist das Problem bereits,
dass zu befürchten ist, die widrigen Um-
stände könnten die Entscheidungen
diktieren und verschiedene Nationen
dazu verleiten, steuernd in das Klima
einzugreifen. Das Schlagwort vom Klima-
Engineering macht bereits die Runde:
Gemeint sind damit bewusste Interven-
tionen in das Klimasystem mit dem Ziel,
die schlimmsten Folgen des Klimawan-
dels abzuwenden.
Klima-Engineering beinhaltet im Wesent-
lichen zwei Maßnahmenbündel: Zum ei-
nen fokussiert Kohlendioxidentfernung
(Greenhouse Gas Removal, GGR) darauf,
bereits emittierte Treibhausgase aus der
Atmosphäre zu holen. Hierbei geht es um
Maßnahmen wie etwa das Aufforsten in
großem Stil, um der Luft Kohlendioxid zu
entziehen oder die Düngung der Ozeane
zur Anregung von Algenwachstum, um
mehr Kohlendioxid zu binden. Zum an-
deren zielt Strahlungsmanagement (So-
lar Radiation Management, SRM) darauf
ab, einfallendes Sonnenlicht zurück in
den Weltraum zu reflektieren. So könn-
te etwa Getreide genetisch manipuliert
werden, damit es heller wird, urbane
Flächen könnten weiß angestrichen wer-
den oder aber es ist denkbar, durch das
Versprühen von Wasser aus den Meeren
Wolken zu erzeugen, denn auch mehr
Weiß am Himmel lässt die Sonnenstrah-
len reflektieren. Außerdem wird vorge-
schlagen, Spiegel in der Erdumlaufbahn
zu installieren oder über Wüsten zu plat-
zieren. Diejenige Idee, die bislang die
größte Aufmerksamkeit erregte, nimmt
sich Vulkanausbrüche zum Vorbild: Hier-
von weiß man, dass die dabei in	 
einem Tisch mit Schachbrett sitzt. Das
Gerät war allerdings eine Täuschung,
da in seinem Inneren ein menschlicher
Schachspieler verborgen war, der mit-
tels einer mechanischen Vorrichtung die
Schachzüge der Puppe steuerte. Dieser
„Schachtürke“ diente später Amazon
als Namenspate für seinen „Mechanical
Turk“, einer Internetplattform, auf der
Arbeitsaufgaben der beschriebenen Art
– schwierig für Maschinen, kinderleicht
für Menschen – an das Heer von Klickar-
beitern im Internet ausgelagert werden.
Immer mehr Unternehmen gehen heute
nach eben diesem
Prinzip vor, um die
mit KI verbunde-
nen Probleme zu
umschiffen. Dabei
ist noch nicht ganz klar, wohin die Stra-
tegie des Hand-in-Hand-Arbeitens von
menschlicher und künstlicher Intelligenz
führen soll: Einerseits könnte es eine zeit-
weilige Brücke sein zu einer ausgereiften
KI, die ohne Menschen auskommt; ande-
rerseits ist ebenso gut denkbar, dass die
Arbeitsteilung bestehen bleibt, um das
Beste beider Welten – die Skalierbarkeit
der Maschine mit der Kompetenz des
Menschen – zu kombinieren.
Der Turingtest scheint heute aktueller
und notwendiger denn je. Doch müsste
dieser wohl neu definiert werden, um in
beide Richtungen zu funktionieren: Ha-
ben wir es mit einem Roboter zu tun, der
sich wie ein Mensch verhält oder doch
eher mit einem Menschen, der sich als
Maschine ausgibt? 
1
Shane, Janelle: Do neural nets dream of electric
sheep?, aiweirdness.com
weitere Informationen:
www.f-21.de/auftragsstudien
Auftragsstudien
Zukunftsszenarien für Ihre Organisation:
Wir forschen für Sie!
Welche Entwicklungen verändern Ihr Organisa-
tionsumfeld? Welche Wege der Erneuerung und
Innovation stehen Ihnen offen?
Mit einer f/21 Auftragsstudie geben wir Antwor-
ten auf Ihre Zukunftsfragen, entwerfen Szenarien
und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf.
Gerne unterbreiten wir konkrete Vorschläge, wie
wir mit einer Auftragsstudie Ihre Fragestellungen
bearbeiten und Impulse für Veränderungsprozes-
se in Ihrer Organisation geben können.
Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches
Gespräch!
Immer noch gibt es zahlreiche
Aufgaben, die der Mensch besser
erfüllt als die schlauen Maschine.
f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 	 4
Impressum
f/21 Büro für Zukunftsfragen
Nora S. Stampfl, MBA
 Rosenheimer Straße 35
D-10781 Berlin
 +49.30.69 59 82 58
 zukunft@f-21.de
 www.f-21.de
Foto: Santa3, pixabay.com (S. 1)
f/21 Quarterly	 Q2 | 2019
planet Erde steht nicht zur Verfügung),
auch ist ja kaum von der Hand zu weisen,
dass solche Techniken eine Reihe unbe-
absichtigter Nebeneffekte haben kön-
nen. So ist durchaus vorstellbar, dass das
Einbringen reflektierender Partikel in die
Stratosphäre regionale Witterungsver-
läufe durcheinanderbringen könnte. Zu-
dem handelt es sich dabei nicht um eine
einmalige Maßnahme, sondern es wer-
den regelmäßige Einspeisungen der Par-
tikel erforderlich. Bei einem weiteren An-
stieg der Treibhausgasemissionen würde
dann eine plötzliche Einstellung der
Maßnahme, etwa durch eine Naturkata-
strophe oder Sabotage, einen abrupten
Anstieg der globalen Temperatur bedeu-
ten. Außerdem ist zu erwarten, dass eine
Gangart à la „Die Technik wird’s schon
richten“ das moralische Risiko in sich
birgt, die Reduktion von Treibhausgase-
missionen fortan auf die leichte Schulter
zu nehmen. Wenn vermeintlich Techno-
logie die Probleme löst, nimmt der Druck
auf Verhaltensänderungen in Richtung
einer nachhaltigen Zukunft ab. Denn Be-
mühungen, Sonnenstrahlen von der Erde
wegzulenken tragen nichts dazu bei, den
eigentlichen Kern des Problems, nämlich
den Ausstoß von Treibhausgasen – zu
verringern.
Die Steuerung des Klimas wirft neben
den technologischen auch eine Reihe so-
zio-politischer Risiken auf, die vielleicht
sogar noch schwieriger in den Griff zu be-
kommen sind. So geben die verschiede-
nen Ideen des Klima-Engineerings auch
Anlass zu Besorgnis, wenn es um Fragen
Verharren wir auf dem gegenwärtigen Kurs, werden nur noch
radikale Lösungen ein Ausweg aus der Klimakrise sein. Doch sind
deren technologische und sozio-politische Risiken vertretbar?
der Kontrolle des Umgangs mit den Tech-
nologien geht: Denn welche Folgen hät-
te es, wenn ein Akteur – sei es ein Staat
oder ein Individuum – das Weltklima nach
Gutdünken ändern könnte? Hält man sich
vor Augen, dass die verschiedenen Natio-
nen der Welt höchst unterschiedlich vom
Klimawandel betroffen sind und dass
Klima-Engineering vor allem von einer
kleinen Gruppe verschiedener Regierun-
gen, Unternehmen und Wissenschaft-
lern aus den mächtigsten Ländern der
Welt, die zugleich die größten Umwelt-
sünder sind, vor-
angetrieben wird,
dann stellt sich die
Frage, wie Einver-
ständnis über den
Umgang mit den Technologien über-
haupt hergestellt werden kann. Und
welche Herausforderungen an die Welt-
gemeinschaft stellt eine Situation, in der
Nationen durch Klimamaßnahmen an-
derer Nationen geschädigt werden? Die
Grenze zwischen natürlichen und künstli-
chen Klimaereignissen wäre zunehmend
schwieriger zu ziehen, was wiederum die
Zurechnung von Verantwortung und Haf-
tung erschwert. Wer also kontrolliert die
Regierenden? Und gibt es ein Zurück, hat
man erst einmal begonnen, das Klima zu
hacken?
Klima-Engineering mit seinen Folgen ist
in der gesellschaftlichen Debatte noch
kaum angekommen. Doch die aufge-
worfenen Fragen zeigen, dass es gesell-
schaftliche Einmischung braucht. Zwar
hat der Mensch immer schon versucht,
mit seinen Werkzeugen die Natur zu be-
herrschen. Klima-Engineering, so viel ist
sicher, bedeutet aber nicht weniger als
eine neue Stufe im Verhältnis des Men-
schen zur Natur. 
 Klima-Hacking (Forts.)
große Höhen geschleuderten Teilchen
den Planeten kühlen. Analog lautet der
Vorschlag, reflektierende Partikel in die
Stratosphäre einzuspeisen, die dann den
Planeten umhüllen und vor der Sonnen-
einstrahlung schützen. Drohnenflotten
oder an Ballons befestigte Sprühgeräte
könnten die schützende Substanz ver-
sprühen – etwas mehr davon und die
Temperatur fällt, etwas weniger und sie
steigt, so die Vorstellung der Klima-Ha-
cker.
Nun ist es kein Geheimnis, dass in Klima-
angelegenheiten die Zeit drängt. Zwar
kam der „Weltklimarat“ (Intergovern-
mental Panel on Climate Change, IPCC)
zu dem Ergebnis, dass die Einhaltung der
im Rahmen der UN-Klimakonferenz in
Paris 2015 beschlossenen Ziele, nämlich
die Erderwärmung auf weniger als zwei
Grad Celsius, womöglich gar auf 1,5 Grad
zu begrenzen, erreichbar seien. Doch be-
inhalten beinahe alle dieser Einschätzung
zugrundeliegenden Szenarien den Ein-
satz von Maßnahmen aus dem Bereich
des Klima-Engineerings. Dabei scheint
kaum ein Weg an den massiven Eingrif-
fen durch SRM vorbei zu führen: Zum
einen geht die Reduktion von Treibhaus-
gasen durch die Umstellung von fossilen
Brennstoffen auf
erneuerbare Ener-
gien schleppend
voran. Zum ande-
ren macht in Anbe-
tracht der hohen Emissionen ein Einsatz
von GGR-Maßnahmen die Entfernung
immenser Treibhausgasmengen nötig.
Dieses Vorgehen kann also kaum als
Wunderwaffe gegen den Klimawandel
gelten; was die Entwicklung dieser Tech-
nologie – vorausgesetzt sie gelingt sicher
und kostengünstig – erreichen kann, ist
höchstens etwas Zeitaufschub.
Allerdings sind die Maßnahmen des
Strahlungsmanagements äußerst um-
stritten – aus guten Gründen ist Vorsicht
oder gar Skeptizismus angebracht: Nicht
nur sind sie vollkommen unerprobt (und
das wird sich nicht ändern, denn ein Test-
Shareconomy
Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
kostenloser Download:
www.f-21.de/snapshots
Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
Shareconomy
Foto:FahrulAzmi,unsplash.com
Die oft als „verstaubt“ angesehenen
Bibliotheken sind im Trend des Teilens
schon seit jeher Meister. Schließlich ist
es immer schon deren Kernaufgabe,
Medien und Informationen möglichst
effizient einer breiten Nutzerschaft
zugänglich zu machen. Gleichzeitig
fordert der zunehmende Wettbewerb
rund um das Teilen von Information im
Internet, die angestammte Rolle von
Bibliotheken als „Sharing-Anbieter“ auf
den Prüfstand zu heben.

Weitere ähnliche Inhalte

Was ist angesagt?

Praxisleitfaden 2013 kurzfassung
Praxisleitfaden 2013 kurzfassungPraxisleitfaden 2013 kurzfassung
Praxisleitfaden 2013 kurzfassung
Bernhard Steimel
 
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copyAuszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
Jan Groenefeld
 
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
JP KOM GmbH
 
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
Jan Groenefeld
 
Gafa Update 2015 H2
Gafa Update 2015 H2Gafa Update 2015 H2
Gafa Update 2015 H2
Matthias Schrader
 
Mobilegeddon in Marketing und E-Commerce
Mobilegeddon in Marketing und E-CommerceMobilegeddon in Marketing und E-Commerce
Mobilegeddon in Marketing und E-Commerce
Roger L. Basler de Roca
 
Megatrend Autonomous Economy
Megatrend Autonomous EconomyMegatrend Autonomous Economy
Megatrend Autonomous Economy
diffferent
 
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der ZukunftFORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
BurdaForward Advertising
 
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
Patrick Comboeuf
 
Digitale region hintergrundbericht
Digitale region hintergrundberichtDigitale region hintergrundbericht
Digitale region hintergrundbericht
Dr. Anke Knopp
 
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
Patrick Comboeuf
 
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
marxerevolution
 
Digitale Mehrwerte
Digitale MehrwerteDigitale Mehrwerte
Digitale Mehrwerte
Lars M. Heitmueller
 
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
Kai Heddergott
 
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖVArtikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
Peter Affolter
 
f/21 Quarterly Q2|2015
f/21 Quarterly Q2|2015f/21 Quarterly Q2|2015
f/21 Quarterly Q2|2015
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Trendstudie: Connected Reality 2025
Trendstudie: Connected Reality 2025 Trendstudie: Connected Reality 2025
Trendstudie: Connected Reality 2025
Z_punkt GmbH The Foresight Company
 
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
Z_punkt GmbH The Foresight Company
 
f/21 Quarterly Q4|2013
f/21 Quarterly Q4|2013f/21 Quarterly Q4|2013
f/21 Quarterly Q4|2013
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
coll:lab - Collaborative Readiness Assessment
coll:lab - Collaborative Readiness Assessmentcoll:lab - Collaborative Readiness Assessment
coll:lab - Collaborative Readiness Assessment
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 

Was ist angesagt? (20)

Praxisleitfaden 2013 kurzfassung
Praxisleitfaden 2013 kurzfassungPraxisleitfaden 2013 kurzfassung
Praxisleitfaden 2013 kurzfassung
 
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copyAuszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
Auszug VDMA Branchenführer 2021 mwd s_2021_dt_web copy
 
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
JP│KOM News-Service 1/15: Megratrend Digitalisierung - Auf dem Weg zur "Kommu...
 
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
“Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI” - Vorstellung, Kommentar und unse...
 
Gafa Update 2015 H2
Gafa Update 2015 H2Gafa Update 2015 H2
Gafa Update 2015 H2
 
Mobilegeddon in Marketing und E-Commerce
Mobilegeddon in Marketing und E-CommerceMobilegeddon in Marketing und E-Commerce
Mobilegeddon in Marketing und E-Commerce
 
Megatrend Autonomous Economy
Megatrend Autonomous EconomyMegatrend Autonomous Economy
Megatrend Autonomous Economy
 
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der ZukunftFORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
FORAG - Social Trends - Automobil und Mobilität der Zukunft
 
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
Plädoyer konsequente Digitale Transformation in der Old Economy.
 
Digitale region hintergrundbericht
Digitale region hintergrundberichtDigitale region hintergrundbericht
Digitale region hintergrundbericht
 
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
Social Mobile Internet Everything - Herausforderungen und Perspektiven für Di...
 
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
Digitale Zukunft / Marion Marxer / Interview Pece 2014
 
Digitale Mehrwerte
Digitale MehrwerteDigitale Mehrwerte
Digitale Mehrwerte
 
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
Das Web 2013ff. - sozial, mobil, lokal: Kommunikation in digitalen Kanälen he...
 
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖVArtikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
Artikel ti&m special: Weltmetropole digitalisiert den ÖV
 
f/21 Quarterly Q2|2015
f/21 Quarterly Q2|2015f/21 Quarterly Q2|2015
f/21 Quarterly Q2|2015
 
Trendstudie: Connected Reality 2025
Trendstudie: Connected Reality 2025 Trendstudie: Connected Reality 2025
Trendstudie: Connected Reality 2025
 
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
Trendstudie: Connected Reality 2025 (Doppelseiten)
 
f/21 Quarterly Q4|2013
f/21 Quarterly Q4|2013f/21 Quarterly Q4|2013
f/21 Quarterly Q4|2013
 
coll:lab - Collaborative Readiness Assessment
coll:lab - Collaborative Readiness Assessmentcoll:lab - Collaborative Readiness Assessment
coll:lab - Collaborative Readiness Assessment
 

Ähnlich wie f/21 Quarterly Q2|2019

Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von MorgenMarket Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
FutureManagementGroup AG
 
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
Roland Schegg
 
Fjord Trends 2016 (German)
Fjord Trends 2016 (German)Fjord Trends 2016 (German)
Fjord Trends 2016 (German)
Fjord
 
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
Axel Oppermann
 
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformationAsw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
Nina Kalmeyer M.A.
 
smart expose-magazin (1)
smart expose-magazin (1)smart expose-magazin (1)
smart expose-magazin (1)Olaf Frankfurt
 
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
#30u30 by PR Report
 
f/21 Quarterly Q1|2014
f/21 Quarterly Q1|2014f/21 Quarterly Q1|2014
f/21 Quarterly Q1|2014
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Social Media verändert die Kundenerwartungen
Social Media verändert die KundenerwartungenSocial Media verändert die Kundenerwartungen
Social Media verändert die Kundenerwartungen
Christoph Kalt
 
f/21 Quarterly Q4|2015
f/21 Quarterly Q4|2015f/21 Quarterly Q4|2015
f/21 Quarterly Q4|2015
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q4|2016
f/21 Quarterly Q4|2016f/21 Quarterly Q4|2016
f/21 Quarterly Q4|2016
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der BesitzSharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
Matthias Walter
 
Trendreport 2013 Präsentation
Trendreport 2013 PräsentationTrendreport 2013 Präsentation
Trendreport 2013 Präsentation
betterplace lab
 
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
R.V. Fendler
 
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
Axel Springer Marktforschung
 
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...Bernd Lindemann
 
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
FutureManagementGroup AG
 
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
Jan Groenefeld
 
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital TransformationSilicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Brand Trust GmbH
 

Ähnlich wie f/21 Quarterly Q2|2019 (20)

TEDxHamburg "Urban Connectors" 2014
TEDxHamburg "Urban Connectors" 2014TEDxHamburg "Urban Connectors" 2014
TEDxHamburg "Urban Connectors" 2014
 
Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von MorgenMarket Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
Market Forsight Tourismus: Schnittstellen zu den Reisenden von Morgen
 
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
Smart Government: Digitalisierung darf nicht zu Vertrauensbruch führen!
 
Fjord Trends 2016 (German)
Fjord Trends 2016 (German)Fjord Trends 2016 (German)
Fjord Trends 2016 (German)
 
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
Denkhandwerker No.3 - Das "Internet der Dinge" wird das Marketing brutal verä...
 
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformationAsw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
Asw whitepaper praxisleitfaden_digitale transformation
 
smart expose-magazin (1)
smart expose-magazin (1)smart expose-magazin (1)
smart expose-magazin (1)
 
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
Der 30u30-Wettbewerb zum Thema Digitalisierung. Gruppe 08.
 
f/21 Quarterly Q1|2014
f/21 Quarterly Q1|2014f/21 Quarterly Q1|2014
f/21 Quarterly Q1|2014
 
Social Media verändert die Kundenerwartungen
Social Media verändert die KundenerwartungenSocial Media verändert die Kundenerwartungen
Social Media verändert die Kundenerwartungen
 
f/21 Quarterly Q4|2015
f/21 Quarterly Q4|2015f/21 Quarterly Q4|2015
f/21 Quarterly Q4|2015
 
f/21 Quarterly Q4|2016
f/21 Quarterly Q4|2016f/21 Quarterly Q4|2016
f/21 Quarterly Q4|2016
 
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der BesitzSharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
Sharing Economy - Der Zugang wird wichtiger als der Besitz
 
Trendreport 2013 Präsentation
Trendreport 2013 PräsentationTrendreport 2013 Präsentation
Trendreport 2013 Präsentation
 
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
Studie Schluesselfaktoren der digitalen Kommunikation by Institute of Electro...
 
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
Rich Media erzeugt eine signifikante Wirkungssteigerungen bei Mobile-Display-...
 
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...
Future Retail: Chancen und Risiken für den stationären Handel durch mobile En...
 
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
Market Foresight Bildung Supplement I: Zukünftige Einflussfaktoren auf das Bi...
 
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
Bitkom Auszug - Mensch-Zentrierung in Zeiten der Digitalisierung - Auf Interv...
 
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital TransformationSilicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
Silicon Valley and Big Data: The Hidden Side of the Digital Transformation
 

Mehr von f/21 Büro für Zukunftsfragen

Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der ArbeitsweltArbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-TrendShareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Zukunft der Arbeit | Delphi-Studie
Zukunft der Arbeit | Delphi-StudieZukunft der Arbeit | Delphi-Studie
Zukunft der Arbeit | Delphi-Studie
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q1|2019
f/21 Quarterly Q1|2019f/21 Quarterly Q1|2019
f/21 Quarterly Q1|2019
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q4|2018
f/21 Quarterly Q4|2018f/21 Quarterly Q4|2018
f/21 Quarterly Q4|2018
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q3|2018
f/21 Quarterly Q3|2018f/21 Quarterly Q3|2018
f/21 Quarterly Q3|2018
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q2|2018
f/21 Quarterly Q2|2018f/21 Quarterly Q2|2018
f/21 Quarterly Q2|2018
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q3|2017
f/21 Quarterly Q3|2017 f/21 Quarterly Q3|2017
f/21 Quarterly Q3|2017
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q2|2017
f/21 Quarterly Q2|2017f/21 Quarterly Q2|2017
f/21 Quarterly Q2|2017
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Gameful City. Die Stadt als Spielraum
Gameful City. Die Stadt als SpielraumGameful City. Die Stadt als Spielraum
Gameful City. Die Stadt als Spielraum
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q1|2017
f/21 Quarterly Q1|2017f/21 Quarterly Q1|2017
f/21 Quarterly Q1|2017
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q3|2016
f/21 Quarterly Q3|2016f/21 Quarterly Q3|2016
f/21 Quarterly Q3|2016
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im InternetzeitalterBibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q2|2016
f/21 Quarterly Q2|2016f/21 Quarterly Q2|2016
f/21 Quarterly Q2|2016
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q1|2016
f/21 Quarterly Q1|2016f/21 Quarterly Q1|2016
f/21 Quarterly Q1|2016
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Gamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
Gamification. Die Ludifizierung der FührungskulturGamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
Gamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-OrteGames & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q3|2015
f/21 Quarterly Q3|2015f/21 Quarterly Q3|2015
f/21 Quarterly Q3|2015
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen GesellschaftNeue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 
f/21 Quarterly Q1|2015
f/21 Quarterly Q1|2015f/21 Quarterly Q1|2015
f/21 Quarterly Q1|2015
f/21 Büro für Zukunftsfragen
 

Mehr von f/21 Büro für Zukunftsfragen (20)

Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der ArbeitsweltArbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
Arbeit und Spiel. Die Ludifizierung der Arbeitswelt
 
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-TrendShareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
Shareconomy. Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend
 
Zukunft der Arbeit | Delphi-Studie
Zukunft der Arbeit | Delphi-StudieZukunft der Arbeit | Delphi-Studie
Zukunft der Arbeit | Delphi-Studie
 
f/21 Quarterly Q1|2019
f/21 Quarterly Q1|2019f/21 Quarterly Q1|2019
f/21 Quarterly Q1|2019
 
f/21 Quarterly Q4|2018
f/21 Quarterly Q4|2018f/21 Quarterly Q4|2018
f/21 Quarterly Q4|2018
 
f/21 Quarterly Q3|2018
f/21 Quarterly Q3|2018f/21 Quarterly Q3|2018
f/21 Quarterly Q3|2018
 
f/21 Quarterly Q2|2018
f/21 Quarterly Q2|2018f/21 Quarterly Q2|2018
f/21 Quarterly Q2|2018
 
f/21 Quarterly Q3|2017
f/21 Quarterly Q3|2017 f/21 Quarterly Q3|2017
f/21 Quarterly Q3|2017
 
f/21 Quarterly Q2|2017
f/21 Quarterly Q2|2017f/21 Quarterly Q2|2017
f/21 Quarterly Q2|2017
 
Gameful City. Die Stadt als Spielraum
Gameful City. Die Stadt als SpielraumGameful City. Die Stadt als Spielraum
Gameful City. Die Stadt als Spielraum
 
f/21 Quarterly Q1|2017
f/21 Quarterly Q1|2017f/21 Quarterly Q1|2017
f/21 Quarterly Q1|2017
 
f/21 Quarterly Q3|2016
f/21 Quarterly Q3|2016f/21 Quarterly Q3|2016
f/21 Quarterly Q3|2016
 
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im InternetzeitalterBibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
Bibliothekswelten im Umbruch. Die Bibliothek im Internetzeitalter
 
f/21 Quarterly Q2|2016
f/21 Quarterly Q2|2016f/21 Quarterly Q2|2016
f/21 Quarterly Q2|2016
 
f/21 Quarterly Q1|2016
f/21 Quarterly Q1|2016f/21 Quarterly Q1|2016
f/21 Quarterly Q1|2016
 
Gamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
Gamification. Die Ludifizierung der FührungskulturGamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
Gamification. Die Ludifizierung der Führungskultur
 
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-OrteGames & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
Games & Gamification. Bibliotheken als Spiel-Orte
 
f/21 Quarterly Q3|2015
f/21 Quarterly Q3|2015f/21 Quarterly Q3|2015
f/21 Quarterly Q3|2015
 
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen GesellschaftNeue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
Neue Bildungswelten. Lernen in der digitalen Gesellschaft
 
f/21 Quarterly Q1|2015
f/21 Quarterly Q1|2015f/21 Quarterly Q1|2015
f/21 Quarterly Q1|2015
 

f/21 Quarterly Q2|2019

  • 1. Foresight  Trends  Strategie Q2 | 2019 Mai 2019 Am Scheideweg  Turingtest revisited  Klima-Hacking  Abonnieren Sie f/21 Quarterly! Wir informieren Sie regelmäßig über die neuesten Ausblicke in die Welt von morgen. Bleiben Sie am Ball und verpassen Sie keine Aus- gabe des f/21 Quarterly – per Mail erhalten Sie jeweils direkt nach Erscheinen kostenlos die neueste Ausgabe. Registrieren Sie sich hier: www.f-21.de/quarterly Am Scheideweg Eine Fülle neuer Entwicklungen drängt derzeit in den Mobilitätssektor: Car- sharing, Bikesharing und Ridesharing, Elektroautos und -busse, E-Scooter, Au- tonomes Fahren und Truck-Platooning, Logistikdrohnen und Mobilitäts-Apps. All diese Neuerungen wandeln den Mobili- tätssektor drastisch. Daher ist es höchs- te Zeit, Mobilität ganzheitlich zu denken und die Frage zu stellen: Welche Mobili- tät wollen wir eigentlich? Die neuen Mobilitätslösungen haben auf der einen Seite das Potenzial, die beste aller Mobilitätswelten hervorzubringen: intermodale Fort- bewegung durch Digitalisierung und Vernetzung, Res- sourcenschonung durch Sharing, nahtlose Transportlösungen durch Mo- bility-as-a-Service. Dreh- und Angelpunkt einer bedarfsgerechten Mobilität ist das Smartphone als persönliche Navigations- zentrale. Auf der anderen Seite ist auch eine Mobilitätswelt vorstellbar, die stark auf individuelle Vorteile ausgerichtet ist, dabei aber nicht dem gesellschaftlichen Wohl dient. Wenn etwa Carsharing zu erheblichen Rebound-Effekten und da- mit einer Zunahme von motorisiertem Individualverkehr führt oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zurückgeht, weil Menschen lieber im Robo-Taxi un- terwegs sind. Neue Mobilitätsoptionen versprechen bedarfsge- rechte, saubere Fortbewegung. Der Wandel muss mit Blick auf das Allgemeinwohl gestaltet werden. Ob nun das eine oder andere Szenario Wirklichkeit werden wird, ist keinesfalls eine zwangsläufige Entwicklung. Weil Mobilität als Eckpfeiler unserer Gesell- schaft wesentliche Voraussetzung für persönliche Freiheit, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftlichen Fortschritt ist, gilt es die Weichen richtig zu stellen. Die Mobilitätswelt wird gerade jetzt an- gesichts des Wandels auf kluge politi- sche Rahmensetzung nicht verzichten können. Denn es gilt die Einzelinitiativen zu koordinieren, um eine im Sinne des öf- fentlichenInteressesgestalteteMobilität sicherzustellen. Gerade weil Mobili- tät eine solch wich- tige gesellschaftli- che Funktion hat, kann deren Gestal- tung nicht privaten, auf den Markt drän- genden Mobilitätsdienstleistern über- lassen werden. Die vielen Neuerungen machen ganzheitliche Konzepte nötig, die das öffentliche Interesse im Blick be- halten. Der Fokus muss von der Verbes- serung einzelner Verkehrsarten zur Op- timierung des Gesamtsystems wandern, wobei es vielfältige Spannungen und Interessenlagen zu berücksichtigen gilt: Ist Mobilität so reibungslos verfügbar, wie es die Zukunftsszenarien ausmalen, werden Menschen dann längere Pendel- distanzen in Kauf nehmen und mehr Ver- kehr produzieren? Wird der öffent-  Die Entwicklung der Mobili- tätswelt ist kein Selbstläufer, sondern verlangt nach kluger politischer Rahmensetzung. Quarterly
  • 2. f/21 Quarterly Q2 | 2019  Am Scheideweg (Forts.) liche Verkehr geschwächt, wenn Autos für jedermann überall und jederzeit ver- fügbar sind? Wie kann gewährleistet wer- den, dass der ländliche Raum nicht abge- hängt wird, der es vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und von fortschreitender Urbanisierung schon heute mit einer schwierigen Mobilitätssi- tuation zu tun hat? Vor allem selbstfahrende Autos bedeu- ten vollkommen neue Sicherheitsfragen. Allein schon die Bewertung, was denn exakt unter Sicherheit zu verstehen sei wirft allergrößte Probleme auf, zumal der Mensch dazu tendiert, gegenüber seinen technischen Artefakten strenge- re Standards anzulegen als gegenüber seinen Mitmenschen. Wie lässt sich also ein Kompromiss finden, welche Sicher- heit als sicher genug gilt? Und wie wird vorgegangen, diese Sicherheit vor dem Realeinsatz dann auch unter Beweis zu stellen? Wie gelingt der Schritt von der Simulation zum Test unter realen Bedin- gungen und anschließend zum realen Einsatz? Darüber hinaus gilt es zu fragen: Werden wir es, sobald autonome Fahr- zeuge erst einmal in großer Zahl auf den Straßen unterwegs sind, nicht mit einer vollständig neuen Verkehrsrealität zu tun haben? Werden wir nicht in eine Zukunft fahren, in der das Auto einen komplett veränderten Stellenwert innehaben wird – vom Privatfahrzeug zum „individuellen öffentlichen Verkehrsmittel“? Schließlich wirft die Datenabhängigkeit einer zukunftsfähigen Mobilitätslösung viele ernstzunehmende Probleme auf. Weil neben die reale Mobilitätswelt der Fahrzeuge und Straßen eine informa- f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 2 Turingtest revisited Große Erwartungen knüpfen sich an Künstliche In- telligenz. Vorerst aber greifen Menschen den ver- meintlich schlauen Maschinen noch unter die Arme. Ob wir dies bemerken oder nicht – im- mer öfter begegnet uns Künstliche Intelligenz im Alltag. Computerprogram- me, die selbständig entscheiden und handeln sowie ständig dazulernen sind längst keine Seltenheit mehr und verän- dern unser Leben: Digitale Sprachassis- tenten, die für uns im Internet recher- chierenoderdengewünschtenMusiktitel abspielen, Haushaltsroboter, die beim Fensterputzen und Staubsau- gen helfen, an unsere Interes- sen und Vorlie- ben angepasste Newsfeeds, Chatbots, die im Kundenservice Rede und Antwort stehen und selbst autonom fahrende Au- tos sind auf dem besten Weg die Straßen zu erobern. Dass die schlauen Maschinen unter uns sind und die unterschiedlichsten Aufga- ben erledigen, ist Anstoß, auch über die menschliche Intelligenz, über das Ver- hältnis zwischen Mensch und Maschine sowie die Grenze zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz nachzuden- ken. Wann kann eine Maschine über- haupt als intelligent gelten? Um diese Frage zu beantworten, hat der britische Mathematiker und Informatiker Alan Turing bereits Mitte des letzten Jahr- hunderts einen Test entwickelt: In einem „Imitationsspiel“ soll herausgefunden werden, ob ein Computer denken kann wie ein Mensch oder nicht, indem diesem Fragen gestellt werden. Kann sich der menschlicheFragestellerschließlichnicht entscheiden, ob ein Mensch oder eine Maschine antwortet, dann soll dies der Beweis für die In- telligenz des Com- puters sein. Wie kann man aber heute angesichts der immer weiteren Verbreitung immer schlauer werdender Maschinen noch sichergehen, mit einem Menschen zu interagieren oder nicht doch mit einer Maschine? Auch wenn es an der Oberflä- che so scheint, dass die Grenze zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz verwischt, so hat die Entwicklung von KI- Anwendungen doch eine Menge Tücken. Wer hinter die Kulissen blickt, entdeckt schnell,dassder EinsatzKünstlicherIntel- ligenz in der Praxis hinter den Erwartun- gen und Versprechungen zurückbleibt und die Bots weit weniger schlau sind als kolportiert. Die Schwierigkeiten sind  Wie kann man sichergehen, mit einem Menschen zu interagieren und nicht mit einer Maschine? Artikel Neueste Veröffentlichungen: Bringt die Digitalisierung neue Formen entfremdeter Arbeit hervor? Carta, 30.04.2019 Spielend Deutsch lernen Deutschland.de, 11.04.2019 Digital Work: „Die Zukunft der Arbeitswelt liegt in der Cloud“ - Kritik eines Heils- versprechens Berliner Gazette, 01.04.2019 Plädoyer für einen neuen Arbeitsbegriff The European, 10.11.2018 Die Ökonomie des Teilens. Strategien für die etablierte Wirtschaft zfo, 01/2018 torische Mobilitätswelt tritt, die den Komfort und die Einfachheit der inter- modalen, individuellen Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln erst ermöglicht, stellen Datensicherheit und Privatheit neue große Anforderungen an den Mo- bilitätssektor. Zum einen wird es dar- um gehen, jene neuen, datenbasierten Mobilitätsangebote davor zu schützen, Ziel von Cyberattacken zu werden – mit den verschiedensten Folgen: Vom heil- losen Verkehrsdurcheinander durch das Hacking von Ampelanlagen und Fahr- zeugen bis hin zur „Fernsteuerung“ au- tonomer Fahrzeuge als Waffe sind die unterschiedlichsten Szenarien denkbar. Zum anderen wird ein geeigneter Um- gang mit dem immensen Datenreichtum gefunden werden müssen, denn Mobi- litätsinformationen sind sensible Daten und geben viel über uns preis: wann und wohin wir in die Arbeit fahren, mit wem wir unterwegs sind, was wir in unserer Freizeit treiben, welche Wochenendak- tivitäten wir unternehmen, welche Ärz- te wir wann aufsuchen und vieles mehr. Mobilitätsdaten sind auch deshalb be- sonders sensibel, weil sie unsere tatsäch- liche physische Präsenz betreffen. Wird es dereinst Praxis sein, uns nicht nur auf „maßgeschneiderten“ Routen durch das World Wide Web zu navigieren, sondern analog unsere Wege in der echten Welt zu beeinflussen? Sprich: Werden wir nicht bloß Werbung zugeschickt bekom- men, sondern sogleich auf eine Reise geschickt, die an bestimmten Läden vor- beiführt? 
  • 3. f/21 Quarterly Q2 | 2019 f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 3  Turingtest revisited (Forts.) in vielen Fällen gar derart groß, dass die Maschinen ohne menschliche Hilfe nicht auskommen. Oder aber die Entwickler stellen fest, dass menschliche Arbeits- kräfte die einfachere und kostengünsti- gere Alternative sind. Als Pseudo-KI wird der Trick der mensch- lichen Mithilfe bezeichnet, der vor allem dann zum Einsatz kommt, wenn es um Aufgaben geht, die Computern äußerst schwer fallen, für den Menschen hinge- gen ein Kinderspiel sind. Automatische Bilderkennung ist so ein Beispiel, bei dem Maschinen zwar bereits große Fortschritte ge- macht haben, aber immer noch meilenweit davon entfernt sind, fehlerfrei zu funktionieren, geschweige denn, es mit dem Menschen aufzuneh- men. Folglich greifen in diesem Bereich immer noch Menschen den Maschinen helfend unter die Arme und bearbeiten die kniffligeren Fälle. Denn Bilderken- nungsalgorithmen machen teilweise bizarre Fehler1 , wenn sie etwa Schafe erkennen, wo gar keine sind oder eine Blumenwiese vor sich zu haben meinen, wo jedoch Schafe mit orange gefärbter Wolle auf dem Rasen stehen. Dass der Mensch so tut, als sei er eine Maschine, ist kein gänzlich neues Prinzip. Pseudo-KI findet einen frühen Vorläufer im so genannten „Schachtürken“ aus dem 18. Jahrhundert. Dabei handelt es sich vorgeblich um eine Schachmaschi- ne, die einem in türkische Tracht geklei- deten Mann nachempfunden ist, der vor Klima-Hacking Warnungen vor dem Kli- mawandel werden lauter. Das verschafft radikalen Lösungen Auftrieb. Das Jahr 2018 geht als Jahr der Wet- terextreme in die Geschichte ein: Hitzewellen, Waldbrände, Dürren und steigende Meeresspiegel – in der Häu- fung solcher Extremereignisse sehen Kli- maforscher ein Indiz für einen direkten Zusammenhang mit dem Klimawandel. Dabei ist das Extremwetter ein bitterer Vorgeschmack auf die drastischen Aus- wirkungen des globalen Temperaturan- stiegs auf Umwelt und Gesellschaften. Derart brennend ist das Problem bereits, dass zu befürchten ist, die widrigen Um- stände könnten die Entscheidungen diktieren und verschiedene Nationen dazu verleiten, steuernd in das Klima einzugreifen. Das Schlagwort vom Klima- Engineering macht bereits die Runde: Gemeint sind damit bewusste Interven- tionen in das Klimasystem mit dem Ziel, die schlimmsten Folgen des Klimawan- dels abzuwenden. Klima-Engineering beinhaltet im Wesent- lichen zwei Maßnahmenbündel: Zum ei- nen fokussiert Kohlendioxidentfernung (Greenhouse Gas Removal, GGR) darauf, bereits emittierte Treibhausgase aus der Atmosphäre zu holen. Hierbei geht es um Maßnahmen wie etwa das Aufforsten in großem Stil, um der Luft Kohlendioxid zu entziehen oder die Düngung der Ozeane zur Anregung von Algenwachstum, um mehr Kohlendioxid zu binden. Zum an- deren zielt Strahlungsmanagement (So- lar Radiation Management, SRM) darauf ab, einfallendes Sonnenlicht zurück in den Weltraum zu reflektieren. So könn- te etwa Getreide genetisch manipuliert werden, damit es heller wird, urbane Flächen könnten weiß angestrichen wer- den oder aber es ist denkbar, durch das Versprühen von Wasser aus den Meeren Wolken zu erzeugen, denn auch mehr Weiß am Himmel lässt die Sonnenstrah- len reflektieren. Außerdem wird vorge- schlagen, Spiegel in der Erdumlaufbahn zu installieren oder über Wüsten zu plat- zieren. Diejenige Idee, die bislang die größte Aufmerksamkeit erregte, nimmt sich Vulkanausbrüche zum Vorbild: Hier- von weiß man, dass die dabei in  einem Tisch mit Schachbrett sitzt. Das Gerät war allerdings eine Täuschung, da in seinem Inneren ein menschlicher Schachspieler verborgen war, der mit- tels einer mechanischen Vorrichtung die Schachzüge der Puppe steuerte. Dieser „Schachtürke“ diente später Amazon als Namenspate für seinen „Mechanical Turk“, einer Internetplattform, auf der Arbeitsaufgaben der beschriebenen Art – schwierig für Maschinen, kinderleicht für Menschen – an das Heer von Klickar- beitern im Internet ausgelagert werden. Immer mehr Unternehmen gehen heute nach eben diesem Prinzip vor, um die mit KI verbunde- nen Probleme zu umschiffen. Dabei ist noch nicht ganz klar, wohin die Stra- tegie des Hand-in-Hand-Arbeitens von menschlicher und künstlicher Intelligenz führen soll: Einerseits könnte es eine zeit- weilige Brücke sein zu einer ausgereiften KI, die ohne Menschen auskommt; ande- rerseits ist ebenso gut denkbar, dass die Arbeitsteilung bestehen bleibt, um das Beste beider Welten – die Skalierbarkeit der Maschine mit der Kompetenz des Menschen – zu kombinieren. Der Turingtest scheint heute aktueller und notwendiger denn je. Doch müsste dieser wohl neu definiert werden, um in beide Richtungen zu funktionieren: Ha- ben wir es mit einem Roboter zu tun, der sich wie ein Mensch verhält oder doch eher mit einem Menschen, der sich als Maschine ausgibt?  1 Shane, Janelle: Do neural nets dream of electric sheep?, aiweirdness.com weitere Informationen: www.f-21.de/auftragsstudien Auftragsstudien Zukunftsszenarien für Ihre Organisation: Wir forschen für Sie! Welche Entwicklungen verändern Ihr Organisa- tionsumfeld? Welche Wege der Erneuerung und Innovation stehen Ihnen offen? Mit einer f/21 Auftragsstudie geben wir Antwor- ten auf Ihre Zukunftsfragen, entwerfen Szenarien und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf. Gerne unterbreiten wir konkrete Vorschläge, wie wir mit einer Auftragsstudie Ihre Fragestellungen bearbeiten und Impulse für Veränderungsprozes- se in Ihrer Organisation geben können. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch! Immer noch gibt es zahlreiche Aufgaben, die der Mensch besser erfüllt als die schlauen Maschine.
  • 4. f/21 Büro für Zukunftsfragen  www.f-21.de 4 Impressum f/21 Büro für Zukunftsfragen Nora S. Stampfl, MBA  Rosenheimer Straße 35 D-10781 Berlin  +49.30.69 59 82 58  zukunft@f-21.de  www.f-21.de Foto: Santa3, pixabay.com (S. 1) f/21 Quarterly Q2 | 2019 planet Erde steht nicht zur Verfügung), auch ist ja kaum von der Hand zu weisen, dass solche Techniken eine Reihe unbe- absichtigter Nebeneffekte haben kön- nen. So ist durchaus vorstellbar, dass das Einbringen reflektierender Partikel in die Stratosphäre regionale Witterungsver- läufe durcheinanderbringen könnte. Zu- dem handelt es sich dabei nicht um eine einmalige Maßnahme, sondern es wer- den regelmäßige Einspeisungen der Par- tikel erforderlich. Bei einem weiteren An- stieg der Treibhausgasemissionen würde dann eine plötzliche Einstellung der Maßnahme, etwa durch eine Naturkata- strophe oder Sabotage, einen abrupten Anstieg der globalen Temperatur bedeu- ten. Außerdem ist zu erwarten, dass eine Gangart à la „Die Technik wird’s schon richten“ das moralische Risiko in sich birgt, die Reduktion von Treibhausgase- missionen fortan auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn vermeintlich Techno- logie die Probleme löst, nimmt der Druck auf Verhaltensänderungen in Richtung einer nachhaltigen Zukunft ab. Denn Be- mühungen, Sonnenstrahlen von der Erde wegzulenken tragen nichts dazu bei, den eigentlichen Kern des Problems, nämlich den Ausstoß von Treibhausgasen – zu verringern. Die Steuerung des Klimas wirft neben den technologischen auch eine Reihe so- zio-politischer Risiken auf, die vielleicht sogar noch schwieriger in den Griff zu be- kommen sind. So geben die verschiede- nen Ideen des Klima-Engineerings auch Anlass zu Besorgnis, wenn es um Fragen Verharren wir auf dem gegenwärtigen Kurs, werden nur noch radikale Lösungen ein Ausweg aus der Klimakrise sein. Doch sind deren technologische und sozio-politische Risiken vertretbar? der Kontrolle des Umgangs mit den Tech- nologien geht: Denn welche Folgen hät- te es, wenn ein Akteur – sei es ein Staat oder ein Individuum – das Weltklima nach Gutdünken ändern könnte? Hält man sich vor Augen, dass die verschiedenen Natio- nen der Welt höchst unterschiedlich vom Klimawandel betroffen sind und dass Klima-Engineering vor allem von einer kleinen Gruppe verschiedener Regierun- gen, Unternehmen und Wissenschaft- lern aus den mächtigsten Ländern der Welt, die zugleich die größten Umwelt- sünder sind, vor- angetrieben wird, dann stellt sich die Frage, wie Einver- ständnis über den Umgang mit den Technologien über- haupt hergestellt werden kann. Und welche Herausforderungen an die Welt- gemeinschaft stellt eine Situation, in der Nationen durch Klimamaßnahmen an- derer Nationen geschädigt werden? Die Grenze zwischen natürlichen und künstli- chen Klimaereignissen wäre zunehmend schwieriger zu ziehen, was wiederum die Zurechnung von Verantwortung und Haf- tung erschwert. Wer also kontrolliert die Regierenden? Und gibt es ein Zurück, hat man erst einmal begonnen, das Klima zu hacken? Klima-Engineering mit seinen Folgen ist in der gesellschaftlichen Debatte noch kaum angekommen. Doch die aufge- worfenen Fragen zeigen, dass es gesell- schaftliche Einmischung braucht. Zwar hat der Mensch immer schon versucht, mit seinen Werkzeugen die Natur zu be- herrschen. Klima-Engineering, so viel ist sicher, bedeutet aber nicht weniger als eine neue Stufe im Verhältnis des Men- schen zur Natur.   Klima-Hacking (Forts.) große Höhen geschleuderten Teilchen den Planeten kühlen. Analog lautet der Vorschlag, reflektierende Partikel in die Stratosphäre einzuspeisen, die dann den Planeten umhüllen und vor der Sonnen- einstrahlung schützen. Drohnenflotten oder an Ballons befestigte Sprühgeräte könnten die schützende Substanz ver- sprühen – etwas mehr davon und die Temperatur fällt, etwas weniger und sie steigt, so die Vorstellung der Klima-Ha- cker. Nun ist es kein Geheimnis, dass in Klima- angelegenheiten die Zeit drängt. Zwar kam der „Weltklimarat“ (Intergovern- mental Panel on Climate Change, IPCC) zu dem Ergebnis, dass die Einhaltung der im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Paris 2015 beschlossenen Ziele, nämlich die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius, womöglich gar auf 1,5 Grad zu begrenzen, erreichbar seien. Doch be- inhalten beinahe alle dieser Einschätzung zugrundeliegenden Szenarien den Ein- satz von Maßnahmen aus dem Bereich des Klima-Engineerings. Dabei scheint kaum ein Weg an den massiven Eingrif- fen durch SRM vorbei zu führen: Zum einen geht die Reduktion von Treibhaus- gasen durch die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Ener- gien schleppend voran. Zum ande- ren macht in Anbe- tracht der hohen Emissionen ein Einsatz von GGR-Maßnahmen die Entfernung immenser Treibhausgasmengen nötig. Dieses Vorgehen kann also kaum als Wunderwaffe gegen den Klimawandel gelten; was die Entwicklung dieser Tech- nologie – vorausgesetzt sie gelingt sicher und kostengünstig – erreichen kann, ist höchstens etwas Zeitaufschub. Allerdings sind die Maßnahmen des Strahlungsmanagements äußerst um- stritten – aus guten Gründen ist Vorsicht oder gar Skeptizismus angebracht: Nicht nur sind sie vollkommen unerprobt (und das wird sich nicht ändern, denn ein Test- Shareconomy Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend kostenloser Download: www.f-21.de/snapshots Aufwind für Bibliotheken durch den Sharing-Trend Shareconomy Foto:FahrulAzmi,unsplash.com Die oft als „verstaubt“ angesehenen Bibliotheken sind im Trend des Teilens schon seit jeher Meister. Schließlich ist es immer schon deren Kernaufgabe, Medien und Informationen möglichst effizient einer breiten Nutzerschaft zugänglich zu machen. Gleichzeitig fordert der zunehmende Wettbewerb rund um das Teilen von Information im Internet, die angestammte Rolle von Bibliotheken als „Sharing-Anbieter“ auf den Prüfstand zu heben.