Suchmaschinen vs. OPAC
Prof. Dr. Dirk Lewandowski
dirk.lewandowski@haw-hamburg.de


Arbeitstagung der Fraunhofer-Bibliotheken 2009
Bremen, 14.10.2009
Gliederung



Einführung

Welche Rolle spielen Suchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag?

Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC?

Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden?

Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
Web search: „Always different, always the same“

      AltaVista 1996




2 |                           http://web.archive.org/web/19961023234631/http://altavista.digital.com/
Universal Search




•  x
Additional databases




Universal Search
                    News
                   results



                                                ads
•  x



                      organic results




                      image results


                      video results


                     organic results (contd.)
5 |
Gliederung



Einführung

Welche Rolle spielen Suchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag?

Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC?

Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden?

Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
Herausforderungen für Bibliotheken




•  Nutzer verwenden Suchmaschinen zur Suche nach „Bibliotheksinhalten“

•  Suchmaschinen „erziehen“ Nutzer zu „schlechtem“ Rechercheverhalten.

•  Suchmaschinen zielen auf Kernbereiche der Bibliotheken
    –  Buchsuche
    –  Wissenschaftliche Inhalte
„Die meisten Nutzer sind nicht willens, bei der Formulierung ihres
Suchziels allzu viel kognitive und zeitliche Energie aufzuwenden.“
                                                                         (Machill et al. 2003)




•  Suchanfragen
    –  Durchschnittliche Länge: 1,7 Wörter
    –  Ca. 50% Einwort-Anfragen
    –  kaum Verwendung von Operatoren und erweiterter Suche

•  Ergebnisseiten
    –  80% der Nutzer gehen nicht über die erste Ergebnisseite hinaus.
    –  Nutzer betrachten bevorzugt die ersten Ergebnisse (“über dem Knick”).
    –  Pro Session werden bis etwa fünf Dokumente angesehen.
    –  Sessions dauern i.d.R. weniger als 15 Minuten.

•  Nutzer sind meist mit ihren Suchergebnissen zufrieden.

•  Nutzer erwarten, dass alle Systeme so leicht zu bedienen sind wie Google.
Selektionsverhalten (Top11 Treffer)




                                       (Granka et al. 2004)



9 |
„Most people are looking for quick wins.“
                                                                              (Nicholas 2008)




 •  Beispiele aus der wissenschaftlichen Suche
    •  Nutzer kommen über Suchmaschinen, schauen herum und nehmen das mit, was
       sie brauchen können.
    •  Es wird eine Vielzahl von Quellen benutzt.
    •  Die Hälfte der Nutzer betrachtet nur 1-3 Seiten.
    •  40% der Nutzer kommen innerhalb von sechs Monaten nicht mehr auf die Website
       zurück.
    •  Nutzer sehen sich Artikel online nur ein paar Minuten lang an, vor allem kurze
       Artikel werden gelesen.
    •  Nutzer sammeln zwar Artikel (als Ausdrucke oder Downloads), lesen sie dann aber
       nicht.

        Was wäre, wenn Ihre Nutzer auch so suchen?

10 |                                                                          (Nicholas 2008)
Wissenschaftliche Inhalte




•  Recherche kostenlos - Inhalte kostenlos
    –  Forschungsportal
    –  Alle Open-Access-Suchmaschinen

•  Recherche kostenlos - Inhalte kostenlos/kostenpflichtig
    –  Google Scholar
    –  Scirus

•  Zugang zur Recherche kostenpflichtig
    –  Thomson Scientific Web Plus


Google ist in der Lage, wissenschaftliche Inhalte in die reguläre Websuche
 einzubinden.
Google Scholar: Inhalte

Inhalte von Google Scholar



•  Wissenschaftliche Literatur aus dem Web
    –  Zeitschriftenaufsätze (peer review), Konferenzbeiträge
    –  Bücher
    –  Preprints, Postprints
    –  Reports
    –  Seminararbeiten
    –  ...
•  Quellen
    –  freies Web
    –  Verlage und Fachgesellschaften (Crawling; keine Feeds!)
    –  Open-Access-Archive und -Zeitschriften
    –  Kein Quellenverzeichnis; Umfang der Quellen unklar
Bücher




•  Microsoft hat sein Engagement in der Buchsuche eingestellt.

•  Google Book Search könnte durch die Einigung mit (US-)Verlegern/Autoren
   zum wichtigsten Anbieter von E-Books werden.

•  Direkter Verkauf und Lizenzierung (z.B. an Bibliotheken).

•  Die Buchsuche wird in die regulären Trefferlisten eingebunden.
Bücher
Fazit Teil 1




Nutzer suchen heute schon mit unterschiedlichen Werkzeugen
•  Universalsuchmaschinen
•  Spezialsuchmaschinen
•  Social Bookmarking / Empfehlungssysteme
•  Spezialdatenbanken
•  OPACs

OPACs müssen ihren Platz finden zwischen den anderen Diensten
Gliederung



Einführung

Welche Rolle spielen Suchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag?

Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC?

Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden?

Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
Welche Bedeutung hat heute eigentlich ein lokaler Bestand?




•  OPAC verfolgt das Konzept des lokalen Bestandsnachweises.

Sucheinstieg „von oben“ vs. „von unten“
•  Erst alle Literatur zum Thema recherchieren, dann ggf. nach Verfügbarkeit
   auswählen?
•  Wann ist eigentlich eine Recherche nur im lokalen Bestand nötig?
            Irgendein Werk zum Thema (--> Überblick)
            Known Item

•  Für welche Art von Suche ist der OPAC heute eigentlich geeignet?
Google Scholar
WorldCat
Wo liegen eigentlich die Stärken der OPACs?

                     OPAC                          Suchmaschine

Einfache Suche       schwach, da Anordnung der     stark, da gutes Ranking
                     Treffer nach Datum
Erweiterte Suche     Guter Funktionsumfang         Geringer Funktionsumfang,
                                                   fehlerhafte Funktionen (!)
Trefferanordnung /   schlecht, da nur Anordnung    gut, da durchdachtes Ranking
Ranking              nach Datum                    und Durchmischung der
                                                   Trefferlisten
Trefferpräsentation wenig flexibel durch Autor/    Trefferbeschreibung mit
                    Titel/Jahr                     statischen und
                                                   kontextabhängigen Elementen
Datenbestand         nur ein Teilbestand des       Einbindung aller von der SM
                     Bibliotheksangebots           aufgebauterer Kolllektionen
Metadaten            Mit hohem Aufwand erstellte   Kaum Ausnutzung von
                     Qualitätsdaten                Metadaten; keine eigene
                                                   Erstellung
Wo liegen eigentlich die Stärken der OPACs?

                     OPAC                          Suchmaschine

Einfache Suche       schwach, da Anordnung der     stark, da gutes Ranking
                     Treffer nach Datum
Erweiterte Suche     Guter Funktionsumfang         Geringer Funktionsumfang,
                                                   fehlerhafte Funktionen (!)
Trefferanordnung /   schlecht, da nur Anordnung    gut, da durchdachtes Ranking
Ranking              nach Datum                    und Durchmischung der
                                                   Trefferlisten
Trefferpräsentation wenig flexibel durch Autor/    Trefferbeschreibung mit
                    Titel/Jahr                     statischen und
                                                   kontextabhängigen Elementen
Datenbestand         nur ein Teilbestand des       Einbindung aller von der SM
                     Bibliotheksangebots           aufgebauterer Kolllektionen
Metadaten            Mit hohem Aufwand erstellte   Kaum Ausnutzung von
                     Qualitätsdaten                Metadaten; keine eigene
                                                   Erstellung
Probleme der OPACs




•  Unvollständiger Datenbestand
    –  Aufsätze, Literaturdatenbanken fehlen (weitgehend)

•  “Elektronischer Zettelkatalog”?

•  Das Nutzerverhalten hat sich geändert
    –  Kurze Suchanfragen, schnelle Ergebnisse, ein Ergebnisset
    –  Nutzererwartungen werden stark von den Web-Suchmaschinen beeinflusst.

•  Known-Item-Suche vs. thematische Suche
    –  OPACs müssen mit beidem klarkommen.
Fazit Teil 2




 •  OPAC als „echtes Rechercheinstrument“ erscheint nicht mehr
    zeitgemäß.

 •  Der Ansatz „erst Suche, dann lokale Beschränkung“ erscheint
    vielversprechender.

 •  Heutige OPACs setzten auf einen überholten Ansatz (Profirecherche).




23 |
Gliederung



Einführung

Welche Rolle spielen Suchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag?

Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC?

Wie kann die Suchmaschine in den Bibliotheksalltag integriert werden?

Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
Wie der OPAC verbessert werden soll (“Katalog 2.0”)




•  Nutzerpartizipation
    –  Rezensionen
    –  Bewertungen

•  Anreicherung der bibliographischen Daten
    –  Rezensionen
    –  Inhaltsverzeichnisse

•  Verbesserung der Navigation
    –  Auswahlmenüs auf den Trefferseiten (Kombination von Suche und Browsing)

•  Erweiterung der Datenbasis
    –  Federated search
Kern aller Suchanwendungen: Relevanzranking




•  Web 2.0 Anwendungen verbessern den Katalog, berühren aber den Kern (die
   Suche) nur am Rand.

•  “Search must work”

•  Nutzererwartungen
    –  Schneller Weg zu den Ergebnissen.
    –  Kein allzu großes Nachdenken über die Formulierung der Suchanfrage.
    –  Keine Suche nach der passenden Datenbank vor der Suche.
    –  Nachdem ein paar Ergebnisse auf der ersten Trefferseite angesehen wurden,
       wird entschieden, wie/ob die Recherche fortgeführt wird.
Gemischte Trefferlisten




•  Ranking-Algorithmen bevorzugen „das immer gleiche“. Nutzer verlangen aber
   nach einer gewissen Vielfalt in der Trefferliste.

•  Beispiel: Allgemeine Anfrage
    –  Nachschlagewerk
    –  Lehrbuch
    –  Einschlägige Datenbank
    –  Aktuelle Literatur
    –  Einschlägige Zeitschriften
Integration von/in Suchmaschinen




 1) Suchmaschine als „zweite Meinung“ zum OPAC
 •  „Probieren Sie Ihre Suche auch bei...“ - Google, Google Scholar, Google
    Buchsuche, ...
 •  Basis: Man erkennt, dass Nutzer in mehreren Systemen suchen (müssen).
 •  Bedingung: OPAC liefert initial gute Ergebnisse.

 2) Suchmaschinen als „Traffic-Lieferanten“
 •  Auslesen von OPAC-Treffern bzw. Trefferlisten in HTML
 •  Basis: Man erkennt, dass wissenschaftliche Suche in Suchmaschinen stattfindet.
 •  Bedingung: Suchmaschinen ranken die erstellten Seiten hoch; Konkurrenz nicht allzu
    hoch.




28 |
Integration von/in Suchmaschinen




 3) Aufbau eigener Wissenschaftssuchmaschinen
 •  Basis: Man erkennt, dass Qualitätsinhalte aus dem Web mit den „eigenen“
    Qualitätsinhalten kombiniert werden müssen.
 •  Bedingung: Ranking muss funktionieren, Dienst muss eine echte Alternative
    zu den allgemeinen Suchmaschinen sein.

 4) Erweiterung des eigenen Systems durch Hinzunahme von Daten aus
    den Universalsuchmaschinen
 •  Basis: Man erkennt, dass man nicht alles selbst machen kann.
 •  Ausnutzung der Suchmaschinen-APIs
 •  Bedingung: Geeignete APIs stehen zur Verfügung


29 |
Gliederung



Einführung

Welche Rolle spielen Suchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag?

Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC?

Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden?

Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
OPACs waren einmal die Spitzenanwendung des Information Retrieval

 - sie sollten es wieder werden.




31 |
Vielen Dank für Ihre
Aufmerksamkeit.

www.bui.haw-hamburg.de/lewandowski.html



Aktuelles Buch:
Handbuch Internet-Suchmaschinen
(Akademische Verlagsgesellschaft Aka, 2009)


E-Mail:
dirk.lewandowski@haw-hamburg.de

Suchmaschinen vs. OPAC

  • 1.
    Suchmaschinen vs. OPAC Prof.Dr. Dirk Lewandowski dirk.lewandowski@haw-hamburg.de Arbeitstagung der Fraunhofer-Bibliotheken 2009 Bremen, 14.10.2009
  • 2.
    Gliederung Einführung Welche Rolle spielenSuchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag? Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC? Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden? Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
  • 3.
    Web search: „Alwaysdifferent, always the same“ AltaVista 1996 2 | http://web.archive.org/web/19961023234631/http://altavista.digital.com/
  • 4.
  • 5.
    Additional databases Universal Search News results ads •  x organic results image results video results organic results (contd.)
  • 6.
  • 7.
    Gliederung Einführung Welche Rolle spielenSuchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag? Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC? Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden? Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
  • 8.
    Herausforderungen für Bibliotheken • Nutzer verwenden Suchmaschinen zur Suche nach „Bibliotheksinhalten“ •  Suchmaschinen „erziehen“ Nutzer zu „schlechtem“ Rechercheverhalten. •  Suchmaschinen zielen auf Kernbereiche der Bibliotheken –  Buchsuche –  Wissenschaftliche Inhalte
  • 9.
    „Die meisten Nutzersind nicht willens, bei der Formulierung ihres Suchziels allzu viel kognitive und zeitliche Energie aufzuwenden.“ (Machill et al. 2003) •  Suchanfragen –  Durchschnittliche Länge: 1,7 Wörter –  Ca. 50% Einwort-Anfragen –  kaum Verwendung von Operatoren und erweiterter Suche •  Ergebnisseiten –  80% der Nutzer gehen nicht über die erste Ergebnisseite hinaus. –  Nutzer betrachten bevorzugt die ersten Ergebnisse (“über dem Knick”). –  Pro Session werden bis etwa fünf Dokumente angesehen. –  Sessions dauern i.d.R. weniger als 15 Minuten. •  Nutzer sind meist mit ihren Suchergebnissen zufrieden. •  Nutzer erwarten, dass alle Systeme so leicht zu bedienen sind wie Google.
  • 10.
    Selektionsverhalten (Top11 Treffer) (Granka et al. 2004) 9 |
  • 11.
    „Most people arelooking for quick wins.“ (Nicholas 2008) •  Beispiele aus der wissenschaftlichen Suche •  Nutzer kommen über Suchmaschinen, schauen herum und nehmen das mit, was sie brauchen können. •  Es wird eine Vielzahl von Quellen benutzt. •  Die Hälfte der Nutzer betrachtet nur 1-3 Seiten. •  40% der Nutzer kommen innerhalb von sechs Monaten nicht mehr auf die Website zurück. •  Nutzer sehen sich Artikel online nur ein paar Minuten lang an, vor allem kurze Artikel werden gelesen. •  Nutzer sammeln zwar Artikel (als Ausdrucke oder Downloads), lesen sie dann aber nicht.  Was wäre, wenn Ihre Nutzer auch so suchen? 10 | (Nicholas 2008)
  • 12.
    Wissenschaftliche Inhalte •  Recherchekostenlos - Inhalte kostenlos –  Forschungsportal –  Alle Open-Access-Suchmaschinen •  Recherche kostenlos - Inhalte kostenlos/kostenpflichtig –  Google Scholar –  Scirus •  Zugang zur Recherche kostenpflichtig –  Thomson Scientific Web Plus Google ist in der Lage, wissenschaftliche Inhalte in die reguläre Websuche einzubinden.
  • 13.
    Google Scholar: Inhalte Inhaltevon Google Scholar •  Wissenschaftliche Literatur aus dem Web –  Zeitschriftenaufsätze (peer review), Konferenzbeiträge –  Bücher –  Preprints, Postprints –  Reports –  Seminararbeiten –  ... •  Quellen –  freies Web –  Verlage und Fachgesellschaften (Crawling; keine Feeds!) –  Open-Access-Archive und -Zeitschriften –  Kein Quellenverzeichnis; Umfang der Quellen unklar
  • 14.
    Bücher •  Microsoft hatsein Engagement in der Buchsuche eingestellt. •  Google Book Search könnte durch die Einigung mit (US-)Verlegern/Autoren zum wichtigsten Anbieter von E-Books werden. •  Direkter Verkauf und Lizenzierung (z.B. an Bibliotheken). •  Die Buchsuche wird in die regulären Trefferlisten eingebunden.
  • 15.
  • 16.
    Fazit Teil 1 Nutzersuchen heute schon mit unterschiedlichen Werkzeugen •  Universalsuchmaschinen •  Spezialsuchmaschinen •  Social Bookmarking / Empfehlungssysteme •  Spezialdatenbanken •  OPACs OPACs müssen ihren Platz finden zwischen den anderen Diensten
  • 17.
    Gliederung Einführung Welche Rolle spielenSuchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag? Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC? Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden? Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
  • 18.
    Welche Bedeutung hatheute eigentlich ein lokaler Bestand? •  OPAC verfolgt das Konzept des lokalen Bestandsnachweises. Sucheinstieg „von oben“ vs. „von unten“ •  Erst alle Literatur zum Thema recherchieren, dann ggf. nach Verfügbarkeit auswählen? •  Wann ist eigentlich eine Recherche nur im lokalen Bestand nötig? Irgendein Werk zum Thema (--> Überblick) Known Item •  Für welche Art von Suche ist der OPAC heute eigentlich geeignet?
  • 19.
  • 20.
  • 21.
    Wo liegen eigentlichdie Stärken der OPACs? OPAC Suchmaschine Einfache Suche schwach, da Anordnung der stark, da gutes Ranking Treffer nach Datum Erweiterte Suche Guter Funktionsumfang Geringer Funktionsumfang, fehlerhafte Funktionen (!) Trefferanordnung / schlecht, da nur Anordnung gut, da durchdachtes Ranking Ranking nach Datum und Durchmischung der Trefferlisten Trefferpräsentation wenig flexibel durch Autor/ Trefferbeschreibung mit Titel/Jahr statischen und kontextabhängigen Elementen Datenbestand nur ein Teilbestand des Einbindung aller von der SM Bibliotheksangebots aufgebauterer Kolllektionen Metadaten Mit hohem Aufwand erstellte Kaum Ausnutzung von Qualitätsdaten Metadaten; keine eigene Erstellung
  • 22.
    Wo liegen eigentlichdie Stärken der OPACs? OPAC Suchmaschine Einfache Suche schwach, da Anordnung der stark, da gutes Ranking Treffer nach Datum Erweiterte Suche Guter Funktionsumfang Geringer Funktionsumfang, fehlerhafte Funktionen (!) Trefferanordnung / schlecht, da nur Anordnung gut, da durchdachtes Ranking Ranking nach Datum und Durchmischung der Trefferlisten Trefferpräsentation wenig flexibel durch Autor/ Trefferbeschreibung mit Titel/Jahr statischen und kontextabhängigen Elementen Datenbestand nur ein Teilbestand des Einbindung aller von der SM Bibliotheksangebots aufgebauterer Kolllektionen Metadaten Mit hohem Aufwand erstellte Kaum Ausnutzung von Qualitätsdaten Metadaten; keine eigene Erstellung
  • 23.
    Probleme der OPACs • Unvollständiger Datenbestand –  Aufsätze, Literaturdatenbanken fehlen (weitgehend) •  “Elektronischer Zettelkatalog”? •  Das Nutzerverhalten hat sich geändert –  Kurze Suchanfragen, schnelle Ergebnisse, ein Ergebnisset –  Nutzererwartungen werden stark von den Web-Suchmaschinen beeinflusst. •  Known-Item-Suche vs. thematische Suche –  OPACs müssen mit beidem klarkommen.
  • 24.
    Fazit Teil 2 •  OPAC als „echtes Rechercheinstrument“ erscheint nicht mehr zeitgemäß. •  Der Ansatz „erst Suche, dann lokale Beschränkung“ erscheint vielversprechender. •  Heutige OPACs setzten auf einen überholten Ansatz (Profirecherche). 23 |
  • 25.
    Gliederung Einführung Welche Rolle spielenSuchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag? Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC? Wie kann die Suchmaschine in den Bibliotheksalltag integriert werden? Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
  • 26.
    Wie der OPACverbessert werden soll (“Katalog 2.0”) •  Nutzerpartizipation –  Rezensionen –  Bewertungen •  Anreicherung der bibliographischen Daten –  Rezensionen –  Inhaltsverzeichnisse •  Verbesserung der Navigation –  Auswahlmenüs auf den Trefferseiten (Kombination von Suche und Browsing) •  Erweiterung der Datenbasis –  Federated search
  • 27.
    Kern aller Suchanwendungen:Relevanzranking •  Web 2.0 Anwendungen verbessern den Katalog, berühren aber den Kern (die Suche) nur am Rand. •  “Search must work” •  Nutzererwartungen –  Schneller Weg zu den Ergebnissen. –  Kein allzu großes Nachdenken über die Formulierung der Suchanfrage. –  Keine Suche nach der passenden Datenbank vor der Suche. –  Nachdem ein paar Ergebnisse auf der ersten Trefferseite angesehen wurden, wird entschieden, wie/ob die Recherche fortgeführt wird.
  • 28.
    Gemischte Trefferlisten •  Ranking-Algorithmenbevorzugen „das immer gleiche“. Nutzer verlangen aber nach einer gewissen Vielfalt in der Trefferliste. •  Beispiel: Allgemeine Anfrage –  Nachschlagewerk –  Lehrbuch –  Einschlägige Datenbank –  Aktuelle Literatur –  Einschlägige Zeitschriften
  • 29.
    Integration von/in Suchmaschinen 1) Suchmaschine als „zweite Meinung“ zum OPAC •  „Probieren Sie Ihre Suche auch bei...“ - Google, Google Scholar, Google Buchsuche, ... •  Basis: Man erkennt, dass Nutzer in mehreren Systemen suchen (müssen). •  Bedingung: OPAC liefert initial gute Ergebnisse. 2) Suchmaschinen als „Traffic-Lieferanten“ •  Auslesen von OPAC-Treffern bzw. Trefferlisten in HTML •  Basis: Man erkennt, dass wissenschaftliche Suche in Suchmaschinen stattfindet. •  Bedingung: Suchmaschinen ranken die erstellten Seiten hoch; Konkurrenz nicht allzu hoch. 28 |
  • 30.
    Integration von/in Suchmaschinen 3) Aufbau eigener Wissenschaftssuchmaschinen •  Basis: Man erkennt, dass Qualitätsinhalte aus dem Web mit den „eigenen“ Qualitätsinhalten kombiniert werden müssen. •  Bedingung: Ranking muss funktionieren, Dienst muss eine echte Alternative zu den allgemeinen Suchmaschinen sein. 4) Erweiterung des eigenen Systems durch Hinzunahme von Daten aus den Universalsuchmaschinen •  Basis: Man erkennt, dass man nicht alles selbst machen kann. •  Ausnutzung der Suchmaschinen-APIs •  Bedingung: Geeignete APIs stehen zur Verfügung 29 |
  • 31.
    Gliederung Einführung Welche Rolle spielenSuchmaschinen im wissenschaftlichen Alltag? Braucht der Wissenschaftler von heute/morgen da noch einen OPAC? Wie kann die Suchmaschine praktisch in den Bibliotheksalltag integriert werden? Fazit: Suchmaschinen - Untergang oder Hoffnungsschimmer?
  • 32.
    OPACs waren einmaldie Spitzenanwendung des Information Retrieval - sie sollten es wieder werden. 31 |
  • 33.
    Vielen Dank fürIhre Aufmerksamkeit. www.bui.haw-hamburg.de/lewandowski.html Aktuelles Buch: Handbuch Internet-Suchmaschinen (Akademische Verlagsgesellschaft Aka, 2009) E-Mail: dirk.lewandowski@haw-hamburg.de