Die Selbstentfaltungs-Gesellschaft als konkrete Utopie1- Annette Schlemm - - 2013 -
Konkrete Utopie2Utopie: Wenn du so schwachsinnig bist,dass du glaubst, die Welt könnte etwasanderes sein als eine einzige ...
Konkrete Utopie…3… ist notwendig- und möglich.(„konkrete“ Utopie:basiert auf Möglichem)
Konkrete Utopie4Keine “Blaupause”, kein vorgegebenes ModellNicht “von Experten” (von oben) für “die anderen”Keine Konstruk...
Selbst-Entfaltung5Selbst-Bestimmung: Gegen Fremdbestimmung:die eigenen Wünsche und selbstgesteckte Zielesind die Grundlage...
Individuum - Gesellschaft6Die Menschen produzieren die gesellschaftlichenVerhältnisse, in denen sie leben, immer auch mit....
7Menschen sind deshalb nie nur „Opfer“ derGesellschaft, sondern haben immer alternativeHandlungsmöglichkeiten.Für Intellig...
8Menschen sind deshalb nie nur „Opfer“ derGesellschaft, sondern haben immer alternativeHandlungsmöglichkeiten.Einem Arbeit...
9„Jedes Individuum, solange es als Mensch am Leben ist,hat ... angesichts jeder aktuellen Einschränkung oderBedrohung imme...
10• Psychologiekritikder Studentenbewegungzwischen Ablehnung derPsychologie und1927 - 1994Kritische Psychologie- Eine Theo...
• Subjektstandpunkt:11BegründungsdiskursPrämissen:•Bedingungen, wie sie mir gegeben sind – von denen mache ich einenTeil z...
• Subjektstandpunkt:„Prämissen-Begründungs-Zusammenhang“12Begründungsdiskurs• Gründe je individuell• Aber Verbundenheit: d...
13MöglichkeitsbeziehungenHerrschende Verhältnisse:• Individuen sind ausgeschlossen von der Bestimmung derrelevanten Lebens...
14Es kann sich bewusst zu diesen Möglichkeitenverhalten.„There is noAlternative...“Suche nach der„Zweiten Möglichkeit“Mögl...
15MöglichkeitsbeziehungenHerrschende Verhältnisse:• Individuen sind ausgeschlossen von der Bestimmung derrelevanten Lebens...
16Möglichkeitsbeziehungen Kein moralisches Urteil!• Keine Typologie „über andere“, sondern„Verdeutlichung „je meiner“ Leb...
17Voraussetzung:Beteiligung der Betroffenen; existentielles Interesse derBetroffenen (Problemsituation, in der sie mit ihr...
182. Begründungsanalyse:Analyse, aus welchen Gründen Betroffene bestimmteHandlungsalternativen wahrnehmen und  Entwicklung...
19„Um sein Abendessen zu erwerben, braucht manKlugheit; sie kann darin bestehen, daß man denVorgesetzten Gehorsam erweist....
Gesellschaftliche IndividuenSubjektbeziehungen20Instrumental-Instrumental-verhältnisseverhältnisseDas gemeinsame (?) Ziel ...
Gesellschaftliche Individuenbestimmen und gestalten SELBST21Keine noch so fortschrittliche Gruppe kann„Bedingungen für And...
Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft22Vgl.: PeterKropotkin:Anzustreben ist „die vollständigste En...
Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft23 Selbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraft des Handelns•...
Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft24 Selbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraft des Handelns•...
Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft25• im kapitalistischen Produktionsmanagement (Industrie4.0; ...
Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft26CAD – virtuelles ProduktDaten weltweit verfügbarlokale Prod...
Perspektive: Was können wir tun?27Verhalten im Alltag (Familie, Job, Verein…):“2. Möglichkeit” suchen….gegenseitige Selbst...
28Glücklich ist,wer mit den Verhältnissenzu brechen versteht,bevor sie ihn brechen.(Franz Liszt)
29Mehr unter:Mehr unter:• http://zw-jena.dehttp://zw-jena.de• http://zw-jena.de/bloghttp://zw-jena.de/blog• http://wiki.zw...
Nächste SlideShare
Wird geladen in …5
×

Die Selbstentfaltungs-Gesellschaft als konkrete Utopie

850 Aufrufe

Veröffentlicht am

Vortrag über Grundstrukturen einer möglichen nichtkapitalistischen Gesellschaftsform, wobei wichtige Aussagen über das Mensch-Sein udn die menschliche Selbstentfaltung entwickelt werden.

Veröffentlicht in: Bildung
0 Kommentare
1 Gefällt mir
Statistik
Notizen
  • Als Erste(r) kommentieren

Keine Downloads
Aufrufe
Aufrufe insgesamt
850
Auf SlideShare
0
Aus Einbettungen
0
Anzahl an Einbettungen
5
Aktionen
Geteilt
0
Downloads
0
Kommentare
0
Gefällt mir
1
Einbettungen 0
Keine Einbettungen

Keine Notizen für die Folie
  • Handlungsfähigkeit : Möglichkeit des Menschen, über die Teilhabe am gesellschaftlichen Prozeß seine eigene Existenz zu reproduzieren
  • Engagement : Kritik an fehlendem Engagement anderer: „Statt die Bedingungen zu reflektieren, unter denen Engagement möglich oder behindert ist, wird das jeweils eigene „Engagement“ dazu genutzt, andere unter moralischen Druck zu setzen. Die Abwertung der Nicht-Engagierten gewinnt dabei unter der Hand häufig wiederum die Funktion, den eigenen Rückzug mit dem mangelnden Engagement der jeweils anderen zu rechtfertigen. So lautet z.B. eine ständige Klage: „Es sind immer dieselben, die sich engagieren; wenn es aber so wenige sind, kann man halt nichts machen.“ Diese Argumentationsweise hat den doppelten Vorteil, daß man sein eigenes Engagement deklariert und zugleich der Notwendigkeit enthoben ist, dieses auch durch Handlungen unter Beweis zu stellen.“ (Osterkamp 1990/1992: 69) Zu Therapie : „ In der Kritischen Psychologie werden die Schwierigkeiten als blinde und scheinhaft „privatisierte“ Reaktion auf gesellschaftliche Lebensbedingungen erkannt. Die Therapie hier zielt also darauf ab, die blinde Reaktion in eine bewusste Antwort zu überführen und das Individuum in die Lage zu versetzen, im Zusammenschluß mit anderen seine Lebensbedingungen zu verändern, weil dies die einzige Möglichkeit zur langfristigen Verbesserung auch seiner psychischen Befindlichkeit ist. Der Klient soll sich nicht anpassen, in sein Privatleben und Innenleben verkriechen, sondern die Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Umwelt zur Durchsetzung seiner Bedürfnisse und Ansprüche aufnehmen lernen etc.“ (I C 3. Diskussionsprotokoll 1977, S. 99-100)
  • Die Selbstentfaltungs-Gesellschaft als konkrete Utopie

    1. 1. Die Selbstentfaltungs-Gesellschaft als konkrete Utopie1- Annette Schlemm - - 2013 -
    2. 2. Konkrete Utopie2Utopie: Wenn du so schwachsinnig bist,dass du glaubst, die Welt könnte etwasanderes sein als eine einzige Schweinerei.(Max Monnehay (2013): Dorf der Idioten. S. 33)
    3. 3. Konkrete Utopie…3… ist notwendig- und möglich.(„konkrete“ Utopie:basiert auf Möglichem)
    4. 4. Konkrete Utopie4Keine “Blaupause”, kein vorgegebenes ModellNicht “von Experten” (von oben) für “die anderen”Keine Konstruktion eines “perfekten Ganzen”,sondernIm Mittelpunkt steht die Selbstentfaltung der Menschen.
    5. 5. Selbst-Entfaltung5Selbst-Bestimmung: Gegen Fremdbestimmung:die eigenen Wünsche und selbstgesteckte Zielesind die Grundlage des HandelnsSelbst-Entfaltung: Ich brauche die(Selbstentfaltung der) Anderen, um mich selbstentfalten zu können.• stellt ein souveränes Subjekt ins Zentrum,berücksichtigt nicht unbedingt die Notwendigkeitder Anderen für die eigene Entfaltung.
    6. 6. Individuum - Gesellschaft6Die Menschen produzieren die gesellschaftlichenVerhältnisse, in denen sie leben, immer auch mit.Menschen sind deshalb nie nur „Opfer“ derGesellschaft, sondern haben immer alternativeHandlungsmöglichkeiten.Individuum Gesellschaft
    7. 7. 7Menschen sind deshalb nie nur „Opfer“ derGesellschaft, sondern haben immer alternativeHandlungsmöglichkeiten.Für Intelligenzen gibt es "mannigfaltigerHandelsmöglichkeiten, unter denen allen,wie es mir scheint, ich auswählen kann,welche ich will." (Fichte 1799/1800: 193)Möglichkeitsbeziehungen
    8. 8. 8Menschen sind deshalb nie nur „Opfer“ derGesellschaft, sondern haben immer alternativeHandlungsmöglichkeiten.Einem Arbeitslosen "wird es nicht gelingen, ausdem Elend herauszukommen, aber mitten indiesem Elend, an dem er klebt, kann er wählen[…], der Mensch zu sein, der es ablehnt, daßdas Elend das Los der Menschen sei"(Sartre 1944: 60).Möglichkeitsbeziehungen
    9. 9. 9„Jedes Individuum, solange es als Mensch am Leben ist,hat ... angesichts jeder aktuellen Einschränkung oderBedrohung immer in irgendeinem Grad die Freiheit, seineBedingungsverfügung zu erweitern oder darauf zuverzichten.“ (Klaus Holzkamp)2. Möglichkeit1. MöglichkeitIndividuum - Gesellschaft
    10. 10. 10• Psychologiekritikder Studentenbewegungzwischen Ablehnung derPsychologie und1927 - 1994Kritische Psychologie- Eine Theorie für Menschen, nicht über Menschen. -• Neufassung derGrundlagen derPsychologie
    11. 11. • Subjektstandpunkt:11BegründungsdiskursPrämissen:•Bedingungen, wie sie mir gegeben sind – von denen mache ich einenTeil zu meinen Prämissen•Prämissen sind Handlungsmöglichkeiten, die „unter demLeitgesichtspunkt ›meiner‹ Lebensinteressen und Notwendigkeitenkonkretisiert“ sind.
    12. 12. • Subjektstandpunkt:„Prämissen-Begründungs-Zusammenhang“12Begründungsdiskurs• Gründe je individuell• Aber Verbundenheit: durchgesellschaftlich allgemeineBedingungen undHandlungsmöglichkeiten, diegemeinsam erschlossen werden können
    13. 13. 13MöglichkeitsbeziehungenHerrschende Verhältnisse:• Individuen sind ausgeschlossen von der Bestimmung derrelevanten Lebensbedingungen (Osterkamp)• Spontane, defensiveHandlungstendenz• Bewusste (Bedingungen reflektierend),gemeinsam agierende Tendenz
    14. 14. 14Es kann sich bewusst zu diesen Möglichkeitenverhalten.„There is noAlternative...“Suche nach der„Zweiten Möglichkeit“Möglichkeitsbeziehungenerweiterndeingeschränkt Typische Denk- und Handlungsfiguren (K.H.)
    15. 15. 15MöglichkeitsbeziehungenHerrschende Verhältnisse:• Individuen sind ausgeschlossen von der Bestimmung derrelevanten Lebensbedingungen (Osterkamp)• Ist häufig „subjektiv funktional“ "Wenn du einem sagst: Du hast nichtsweiter zu verlieren als deine Ketten, under kann sich nicht vorstellen, was danachkommt, dann glaubt er vielleicht sogar,dass ihn die Ketten am Rand einesunbekannten Abgrunds festhalten. Erspürt nicht, dass sie ihn von seinenMöglichkeiten und von seiner Freiheitfern halten und ihm allmählich die Luftabdrehen.“ (Jutta Ditfurth)
    16. 16. 16Möglichkeitsbeziehungen Kein moralisches Urteil!• Keine Typologie „über andere“, sondern„Verdeutlichung „je meiner“ Lebensinteressenund –perspektiven“ (K.H.)
    17. 17. 17Voraussetzung:Beteiligung der Betroffenen; existentielles Interesse derBetroffenen (Problemsituation, in der sie mit ihrenProblemlösungsstrategien immer wieder scheitern... ) Entwicklungsfigur1. erster Schritt: Bedingungs-Bedeutungs-Analyse:die den Beteiligten gegebenen Handlungsmöglichkeiten, d.h. auch:Handlungsbehinderungen in ihrem widersprüchlichen Verhältnisund gemäß der Lebenslage der Betroffenen in derKlassenschichtung der Gesellschaft herausarbeiten (Markard 1987:43f.)
    18. 18. 182. Begründungsanalyse:Analyse, aus welchen Gründen Betroffene bestimmteHandlungsalternativen wahrnehmen und  Entwicklungsfigur3. Möglichkeitsverallgemeinerung:Heraushebung von vergleichbaren Handlungsmöglichkeiten d.h. vor allem: Begreifen, warum restriktiveBewältigungsstrategien in der alltäglichen Praxis subjektivfunktional sind (Markard 1987: 45)  
    19. 19. 19„Um sein Abendessen zu erwerben, braucht manKlugheit; sie kann darin bestehen, daß man denVorgesetzten Gehorsam erweist. Eine andere ArtKlugheit mag einen dazu bringen, das System vonVorgesetzten und Zurückgesetzten abzuschaffen.Jedoch braucht man für dieses Unternehmen nochdie Klugheit der ersten Art, da man ja auch, umdieses Unternehmen auszuführen, zu Abend essenmuß.“(„Me-ti“ Zweierlei Arten von Klugheit)Möglichkeitsbeziehungen
    20. 20. Gesellschaftliche IndividuenSubjektbeziehungen20Instrumental-Instrumental-verhältnisseverhältnisseDas gemeinsame (?) Ziel istwichtiger als die Beteiligten.Die Beteiligteninstrumentalisieren sichgegenseitig.Diese Beziehungen werdenreguliert durch Abhängig-keit, Manipulation, Unter-drückung und Zwang.Subjekt-Subjekt-beziehungenbeziehungenDas Ganze ist dazu da, dieEntfaltung der Beteiligten zufördern.Jedes Individuum kann sichdann gut entfalten, wenn sichdie Anderen entfalten können.Angstlosigkeit, Freiheit,Offenheit und Eindeutigkeit inder gegenseitigen Zuwendung.
    21. 21. Gesellschaftliche Individuenbestimmen und gestalten SELBST21Keine noch so fortschrittliche Gruppe kann„Bedingungen für Andere“ schaffenwollen. Diese Anderen würden dabei alsObjekte des eigenen Tuns betrachtet.Es ist ein Widerspruch in sich,Bedingungen für die Selbstbestimmungfremdsetzen zu wollen
    22. 22. Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft22Vgl.: PeterKropotkin:Anzustreben ist „die vollständigste Entwicklung derIndividualität,verbunden mit der höchsten Entwicklung der freiwilligenAssoziation unter allen Aspekten, in allen möglichenGraden, für alle erdenklichen Ziele:eine immer wechselnde Assoziation, die ... Formenannimmt, welche in jedem Augenblick am besten demvielfältigen Trachten aller entsprechen.“
    23. 23. Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft23 Selbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraft des Handelns• keine „äußerliche“ Motivation über Geld odermoralischen Druck notwendig Es gibt ein globales Netzwerk (Produktions-Konsumtions-Infrastruktur)Wie kann eine solche Assoziation aussehen?Wie kann eine solche Assoziation aussehen?• Das Netzwerk entsteht aus sich selbst organisierendenlokalen Aktivitäten• bolo bolo• Commonsbasierte Peer-Produktion
    24. 24. Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft24 Selbstentfaltungsbedürfnisse als Triebkraft des Handelns• Dabei besteht auf jeder Ebene das berechtigte Eigeninteresse,das Netzwerk effektiv und ökologisch verträglich zu betreibenund die dazu notwendigen Schritte zu realisieren.• Beispiel für „Keimform“: Freie Software(global dezentral vernetzt und komplexesProdukt, ohne Profit) – Wikipedia• Das muss nicht vorsorglichvorher oder von außen bzw.von oben vorgegeben werden(Modellvorgaben).
    25. 25. Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft25• im kapitalistischen Produktionsmanagement (Industrie4.0; Fraktale Fabrik,...) Es gibt bereits heute Tendenzen zur Durchsetzungdezentral-vernetzter Produktionsstrukturen• Produktionsweise Freier Software („Keimform“) , freieKultur… -> Commonsbasierte Peer-Produktion• Grundprinzip traditioneller Alternativer Ökonomie (bisherLow Tech...)
    26. 26. Umrisse einer konkreten Utopie:Selbstentfaltungs-Gesellschaft26CAD – virtuelles ProduktDaten weltweit verfügbarlokale Produktion vermittels CommunityFabricator in gemeinsam genutztenWerkstätten
    27. 27. Perspektive: Was können wir tun?27Verhalten im Alltag (Familie, Job, Verein…):“2. Möglichkeit” suchen….gegenseitige Selbstenfaltung bestärken…Instrumentalisierung ablehnen…Projekte (Beteiligen, Initiieren):Umsonstladen, Selbsthilfewerkstätten- und Projekte,(Tauschringe), Food-Coops… Community Fabricator!gegenseitige Selbstenfaltung bestärken…Instrumentalisierung ablehnen…
    28. 28. 28Glücklich ist,wer mit den Verhältnissenzu brechen versteht,bevor sie ihn brechen.(Franz Liszt)
    29. 29. 29Mehr unter:Mehr unter:• http://zw-jena.dehttp://zw-jena.de• http://zw-jena.de/bloghttp://zw-jena.de/blog• http://wiki.zw-jena.dehttp://wiki.zw-jena.deKontakt:Kontakt:• info@zw-jena.de

    ×