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  Einige Grundbegriffe!


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Forschung: Postulat der Wertfreiheit
                           context of discovery
                       Entdeckungszus...
Grundbegriffe
1.  Induktiver Schluss: Vom Einzelnen auf das Allgemeine.
   Ein weißer Schwan, ein weiterer weißer Schwan u...
Ludwig Wittgenstein (1889-1951) - Über Gewissheit
                  „Wenn wir anfangen etwas zu glauben, so
              ...
Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 1




Donau-Universität Krems
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Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 7
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1.  Zirkulari...
Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiele

1.  Hexerei, Orakel und Magie bei den Zande: Warum das
   benge Orakel „unfe...
Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 1

Hexerei, Orakel und Magie bei den Zande


Huhn wird eine bestimmte Schlingp...
Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 2

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                       1. September


1. April
                                       ...
Bewegung
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Ptolemäus – Epizirkel Korrektur

                       Epizirkel




Epizirkel – Hyptohese                               ...
Ptolemäus – Epizirkel Korrektur




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Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 3
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Neue Definition von „Planet“




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Februa...
Kommunikatives Handeln




                Geltungsanspruch                                 Weltbezüge
                   ...
Medien




                Geltungsanspruch                              Weltbezüge
                                      ...
Didaktisches Handeln




                Geltungsanspruch                                   Weltbezüge

                  ...
Forschendes Handeln




                Geltungsanspruch                                  Weltbezüge

                    ...
Forschendes Handeln




                Geltungsanspruch                                  Weltbezüge

                    ...
Anzahl der AutorInnen pro Artikel




M. E. J. Newman (2000): Who is the best connected scientist? A study of scientific
  ...
Anzahl der MitarbeiterInnen pro Autorin




M. E. J. Newman (2000): Who is the best connected scientist? A study of scient...
Forschendes Handeln




                Geltungsanspruch                                  Weltbezüge

                    ...
Wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten

1.  Masterthese: Soll zeigen, dass die Methoden und

   Techniken des wissenscha...
Danke für die Aufmerksamkeit!



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Wissenschaftstheorie

  1. 1. Dieser Foliensatz ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert: 1 Tag Wissenschaftstheorie („Schnellsiedekurs“ für DUK-Lehrgänge) Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien
  2. 2. Gliederung Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)?! Einige Grundbegriffe! Wissenschaft als (ein) Glaubenssystem! 3-fache Weltbezüge + Geltungsansprüche! Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 2
  3. 3. Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)? - 0 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 3
  4. 4. Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)? - 1 Philosophie Wissenschaftsmethodik Gleichsetzung greift zu kurz: Aber: Teilgebiet der Philosophie Untersucht: •  Charakteristika wissenschaftlicher Erkenntnis •  Erkenntnistheoretischer Status wissenschaftlicher Theorien Wertproblematik Theorie von der Wissenschaft Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 4
  5. 5. Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)? - 2 Philosophie Wissenschaftsmethodik Blick nicht nur auf Objekte, sondern auch auf Methoden. Aber: Keine bloße Methodenlehre, weil: •  Wann & Wie weit sind Methoden anzuwenden? •  Was sind ihre Voraussetzungen? Methodisch reflektiertes Denken! Wertproblematik Theorie von der Wissenschaft Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 5
  6. 6. Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)? - 3 Philosophie Wissenschaftsmethodik -> Naturwiss. / Sozial- & Geisteswiss. -> analytisch, zerlegend / ganzheitlich -> nomothetisch / ideografisch = gesetzmäßig und regelhaft versus eigentümlich, einmalig, singulär -> erklärend / verstehend, interpretierend (hermeneutisch) Wertproblematik Theorie von der Wissenschaft Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 6
  7. 7. Was ist Wissenschaftstheorie (nicht)? - 4 Philosophie Wissenschaftsmethodik Nicht nur ein System von Aussagen; Nicht bloß eine Methodenlehre (Rezeptologie) Nicht nur Mittel zum praktischen Handeln sondern Zusammenhang von wissenschaftlicher Erkenntnis und gesellschaftlicher Praxis Wertproblematik Theorie von der Wissenschaft Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 7
  8. 8. Forschung: Postulat der Wertfreiheit context of discovery Entdeckungszusammenhang interessengeleitet context of justification Begründungszusammenhang Wertfreiheit context of utilization Verwendungsszusammenhang interessengeleitet Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 8
  9. 9. Grundbegriffe 1.  Induktiver Schluss: Vom Einzelnen auf das Allgemeine. Ein weißer Schwan, ein weiterer weißer Schwan und noch ein dritter weißer Schwan -> „Alle Schwäne sind weiß.“ Kann nie verifiziert werden: Es genügt ein einziges Gegenbeispiel! 2.  Deduktiver Schluss: Vom Allgemeinen auf das Einzelne. Existenzsätze, die sich durch empirische Überprüfung falsifizieren lassen. -> „Es gibt keine nichtweißen Schwäne.“ Werden keine nichtweißen Schwäne gefunden, dann hat sich die Theorie bewährt. (Aber: Kein Beweis!) Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 9
  10. 10. Ludwig Wittgenstein (1889-1951) - Über Gewissheit „Wenn wir anfangen etwas zu glauben, so nicht einen einzelnen Satz, sondern ein ganzes System von Sätzen. (Das Licht geht nach und nach über das Ganze auf.)“ (§141) “Was feststeht, tut dies nicht, weil es an sich offenbar oder einleuchtend ist, sondern es wird von dem, was daran herumliegt, festgehalten.” (§144) Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 10
  11. 11. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 1 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 11
  12. 12. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 2 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 12
  13. 13. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 3 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 13
  14. 14. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 4 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 14
  15. 15. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 5 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 15
  16. 16. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 6 Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 16
  17. 17. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- 7 (Prinzipien) 1.  Zirkularität: Theorien können im Prinzip nie durch einzelne Argumente aufgebrochen/widerlegt werden. Sie sind Systeme von Anschauungen, Bezugsrahmen. 2.  Automatische Selbst-Expansion: Theorien schützen sich gegen Kritiken durch Strategien des Negierens, Ignorierens und letztlich durch Hilfsannahmen. 3.  Alternative Theoriebildung verhindern: Finanzmittel, Publikationsmöglichkeiten für Theorien außerhalb des herrschenden Paradigmas nur eingeschränkt verfügbar. Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 17
  18. 18. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiele 1.  Hexerei, Orakel und Magie bei den Zande: Warum das benge Orakel „unfehlbar“ ist… (Evans-Pritchard) 2.  Ptolemäische versus kopernikanische Theorie: Wie die Widersprüche in den vorausgesagten Planetenbahnen „korrigiert“ wurden… (Thomas Kuhn) 3.  Betazerfall des Neutrons: Wie der Satz von der Erhaltung der Energie „gerettet“ wurde… (Wolfgang Pauli) Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 18
  19. 19. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 1 Hexerei, Orakel und Magie bei den Zande Huhn wird eine bestimmte Schlingpflanze (benge) zum Fressen gegeben. Wenn es stirbt, dann Lüge. Randbedingungen seitens des Medizinmannes:   Sexuelle Enthaltsamkeit über Tage   Bestimmte Diätvorschriften über Wochen   Spezifische Vorbereitungsarbeiten Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 19
  20. 20. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 2 Planeten umkreisen die Erde Ptolemäisches System Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 20
  21. 21. Bewegung von Mars am Nachthimmel 1. September 1. April 1. Oktober 1. Mai 1. August 1. Juni 15. Oktober 1. Juli ...... erwartet ___ tatsächlich beobachtet Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 21
  22. 22. Bewegung von Mars am Nachthimmel 2 Take the apparent motion of Mars from an observer on the Earth, for example. As the Earth and Mars orbit around the sun, Mars appears to advance forwards, and then stop and start moving backwards, and then stop and change direction once again to start moving forwards (shown in the picture at left). You can see in the picture that this phenomenon is easily explained by a heliocentric universe ("heliocentric" meaning the sun is the center of the universe), but imagine being an ancient Greek and trying to understand why Mars would follow such an unusual orbit (when, according to them, it was supposed to have a circular orbit) if the Earth was the center of the universe! http://cmb.physics.wisc.edu/tutorial/briefhist.html Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 22
  23. 23. Ptolemäus – Epizirkel Korrektur Epizirkel Epizirkel – Hyptohese Epizirkel – Umlaufbahn Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 23
  24. 24. Ptolemäus – Epizirkel Korrektur Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 24
  25. 25. Wissenschaft als „Glaubenssystem“- Beispiel 3 Elektron- Antineutrino Elektron Proton Die „Erfindung“ des Neutrinos (1930) Experimenteller Nachweis mehr als 20 Jahre später! Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 25
  26. 26. Neue Definition von „Planet“ Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 26
  27. 27. Kommunikatives Handeln Geltungsanspruch Weltbezüge sozial Legitimität normative Richtigkeit subjektiv objektiv Wahrhaftigkeit Wahrheit Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 27
  28. 28. Medien Geltungsanspruch Weltbezüge sozial kommunikative Medien Handlung kooperatives Wissen subjektiv objektiv interaktive Medien darstellende Medien Aufgaben Präsentation interaktives Wissen rezeptives Wissens Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 28
  29. 29. Didaktisches Handeln Geltungsanspruch Weltbezüge sozial (Co-)LernerIn, LernhelferIn subjektiv objektiv Entwicklung des Stoff, Material Selbst Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 29
  30. 30. Forschendes Handeln Geltungsanspruch Weltbezüge sozial (Co-)ForscherIn, Scientific Community Subjektiv Objektiv Aufrichtigkeit Daten, Material Intersubjektive Überprüfbarkeit Erkenntnisse Entwicklung der Beitrag zur Wissenschaft ForscherInnenpersönlichkeit Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 30
  31. 31. Forschendes Handeln Geltungsanspruch Weltbezüge sozial (Co-)ForscherIn, Scientific Community Subjektiv Objektiv Aufrichtigkeit Daten, Material Intersubjektive Überprüfbarkeit Erkenntnisse Entwicklung der Beitrag zur Wissenschaft ForscherInnenpersönlichkeit Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 31
  32. 32. Anzahl der AutorInnen pro Artikel M. E. J. Newman (2000): Who is the best connected scientist? A study of scientific coauthorship networks, p11. http://www.arxiv.org/abs/cond-mat/0011144/ Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 32
  33. 33. Anzahl der MitarbeiterInnen pro Autorin M. E. J. Newman (2000): Who is the best connected scientist? A study of scientific coauthorship networks, p12. http://www.arxiv.org/abs/cond-mat/0011144/ Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 33
  34. 34. Forschendes Handeln Geltungsanspruch Weltbezüge sozial (Co-)ForscherIn, Scientific Community Subjektiv Objektiv Aufrichtigkeit Daten, Material Intersubjektive Überprüfbarkeit Erkenntnisse Entwicklung der Beitrag zur Wissenschaft ForscherInnenpersönlichkeit Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 34
  35. 35. Wissenschaftliche Qualifikationsarbeiten 1.  Masterthese: Soll zeigen, dass die Methoden und Techniken des wissenschaftlichen Arbeiten beherrscht werden. Keine neue wissenschaftliche Erkenntnis. 2.  Dissertation: Soll zeigen, dass ein Beitrag zur Weiter- entwicklung der Wissenschaften geleistet werden kann. 3.  Habilitation: Soll zeigen, dass ein Fachgebiet beherrscht, auf akademischen Niveau gelehrt und weiterentwickelt werden kann. Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 35
  36. 36. Danke für die Aufmerksamkeit! Dieser Foliensatz ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert: Univ.Prof. Dr. Peter Baumgartner http://www.donau-uni.ac.at/imb http://www.peter.baumgartner.name Donau-Universität Krems Department für Interaktive Medien und Bildungstechnologien Februar 2009 Peter Baumgartner 36

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