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Anwendungsfelder der Forschungsethik & Datenschutz

   Gastvortrag in der LV „Empirische Methoden für Informatiker/ Digitale Medien“


                                                                 Nele Heise, M. A.
                                               Uni Bremen, FB Informatik, 17. Juli 2012
Agenda




1.   Kontext   Vorstellung, das HBI & laufende Projekte
2.   Komplex   Grundlagen der Forschungsethik
3.   Konkret   Fallstudie Ethik der Internetforschung
4.   Kompakt   (kurzes) Fazit & Ausblick
5.   Kompass   offene Fragen? Diskussion!




                                                          Heise | Forschungsethik   Seite 2 von 21
Kontext

Ausbildung                                                                   1. Kontext
                                                                             2. Komplex
 – 2005 bis 2011: Studium Kommunikations- und Geschichtswissenschaft         2. Konkret
                                                                             3. Kompakt
   (Universität Erfurt)                                                      4. Kompass

 – seit Oktober 2011: wissenschaftliche Mitarbeiterin am HBI

Forschung
 – Interessen: Online-Kommunikation, Partizipationspraktiken,
   Technikaneignung (Diss zu Radio-Dispositiven und Aktivität)
 – Studien zu:
   … Anwendungen: World of Warcraft, Wikipedia, GayRomeo,
       muslimische Weblogs
   … sozialen Bewegungen und Cyber Activism (Attac)
   … Ethik der Online-Forschung (Magisterarbeit)

                                                                   Heise | Forschungsethik   Seite 3 von 21
Kontext

Das Hans-Bredow-Institut (HBI)                                                          1. Kontext
                                                                                        2. Komplex

 – Interdisziplinäre Medienforschung seit 1950, aus kommunikations- und                 2. Konkret
                                                                                        3. Kompakt
   rechtswissenschaftlichen Perspektiven; internationale Kooperationen                  4. Kompass

 – Erklärtes Ziel ist Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis

Aktuelles Projekt
 – „Die (Wieder-)Entdeckung des Publikums“ (DFG-gefördert für 2 ½ Jahre)
    … sechs Fallstudien in TV-/Print- sowie Online-Redaktionen
    … Untersuchung von Prozessen, Nutzungsroutinen und Einstellungen bei den Journalisten
      und Rezipienten

       Projektblog: http://jpub20.hans-bredow-institut.de/
       Twitter: @jpub20team


                                                                              Heise | Forschungsethik   Seite 4 von 21
Komplex Grundlagen Forschungsethik

                                                                             1. Kontext
                                                                             2. Komplex

Was ist (Forschungs-)Ethik?                                                  2. Konkret
                                                                             3. Kompakt
                                                                             4. Kompass



    Ethik als Disziplin, „die allgemeine Prinzipien oder Beurteilungskriterien zur
    Beantwortung der Frage nach dem richtigen Handeln zu begründen sucht.“
                                    (Fenner 2010: 2)

„Ethics are guidelines and principles that help us to up-hold our values – to decide which
   goals of research are most important and to reconcile values and goals that are in
    conflict. Ethical guides are not simply prohibitions; they also support our positive
                         responsibilities.” (Diener/Crandall 1978: 3)

Dimensionen von Forschungsethik: Wertbasis, Verantwortung, ethische Entscheidungsfindung
                                                                   Heise | Forschungsethik   Seite 5 von 21
Komplex Grundlagen Forschungsethik

Von der „guten Forschung“: historischer Rahmen
   Naturphilosophen der Antike: Ideal des reinen Wissens (Theoria), d.h. der Wissenserkenntnis um ihrer selbst
   willen
   „Wissen ist Macht“: neues Wissenschaftsideal der Renaissance und Frühen Neuzeit  systematische
   Erkundung von Naturgesetzen
   17. bis 19. Jhd.: allmähliche Institutionalisierung wissenschaftlicher Arbeit & Ausdifferenzierung
   (Naturwissenschaften produzieren zweckrationales Verfügungswissen, Geisteswissenschaften
   handlungsleitendes Orientierungswissen)
   Optimismus aufgrund immenser wissenschaftlich-technischer Fortschritte; Bild der Forschung als weitgehend
   wertefrei, Annahme der impliziten Förderung des Wohlergehens der Menschheit
   Zäsur: die Weltkriege, insbesondere Zweiter Weltkrieg (Missbrauch der Forschung durch Nationalsozialisten,
   Atombomben-Abwürfe)  Wahrnehmung des wissenschaftlich-technische Zerstörungspotentials und der
   gestiegenen Wirkungsmacht der Wissenschaft
   nach 1945: Entstehung erster Ethik-Kodizes und -Kommissionen  öffentlicher Diskurs fokussiert
   nachwievor stärker auf naturwissenschaftliche Entwicklungen

                                                                                       Heise | Forschungsethik   Seite 6 von 21
Komplex Wertbasis der Forschung


„Ethos der Wissenschaften“ (nach Merton):
Kommunismus, Universalismus, Uneigennützigkeit, organisierter Skeptizismus, Originalität
Grundprinzipien wissenschaftlicher Tätigkeit
  - objektive Wahrheitssuche und -sicherung
  - Gebot der intellektuellen Redlichkeit und Wahrhaftigkeit
  - Engagierte Uneigennützigkeit, öffentliche Gemeinschaftsorientierung, persönliche
     Nichtinteressengebundenheit
  - Selbstkontrolle und systematisierter Zweifel
  - Fairness gegenüber Kollegen und Konkurrenten

Forschungsfreiheit: Forscher besitzen innere und äußere Freiheit in der Definition ihres
Untersuchungsgegenstandes und der Wahl ihres Forschungsweges sowie das Recht auf
Veröffentlichung ihrer Ergebnisse (Verankerung im deutschen Grundgesetz)


                                                                       Heise | Forschungsethik   Seite 7 von 21
Komplex Verantwortung & Folgenabschätzung

“The social scientist today … finds himself in a situation that has many parallels to that of the nuclear physicist.
The knowledge about the control and manipulation of human behavior that he is producing or applying is beset
      with enormous ethical ambiguities, and he must accept responsibility for its social consequences.”
                                 (Kelman, zit. nach: Diener/Crandall 1978: 195)


 Wer trägt Verantwortung (Akteur)? Verantwortungssubjekte bzw. Handlungsträger
 Wofür (Handlungen, Aufgaben)? auch: Bedeutung einer Handlung für den einzelnen
  Menschen selbst, für die Mitwelt und für die natürliche Umwelt (Individual-, Sozial -und
  Umweltverträglichkeit
 Wem gegenüber bzw. vor wem (Betroffene bzw. Sanktionsinstanzen)?
 Weswegen (ethische Werte, Normen, Prinzipien)?

 Unterscheidung zwischen innerwissenschaftlicher (Standesethos) und externer Verantwortung
  (Kausalhandlungsverantwortung) des einzelnen Wissenschaftlers, von
  Forschungsgemeinschaften und von Wissenschaftsförderern
 Heute: kollektive bzw. institutionelle Verantwortung und geteilte Mitverantwortung

                                                                                       Heise | Forschungsethik   Seite 8 von 21
Komplex Grundlagen Forschungsethik



                                Ebenen ethischer Entscheidungsfindung

                                        Meta-Ethik
                                  Ethische Theorie                      Kritisch-evaluative Ebene
                                Ethische Prinzipien
                       Ethische Regeln / Richtlinien
             Alltagsmoral / „ordinary moral sense“                      Unmittelbar-situative Ebene


                    Fünf-Stufen-Modell ethischer Entscheidungsfindung (nach Strohm Kitchener/Kitchener 2009)




 Lese-Empfehlungen: „Ethics in Social and Behavioral Research“ von Diener & Crandall (1978), „Research Methods and the
  New Media” von Williams, Rice & Rogers (1988) sowie Einführungsband von Fenner (2010)

                                                                                                       Heise | Forschungsethik   Seite 9 von 21
Komplex Grundlagen Forschungsethik

Ethische Prinzipien
     Nonmalificence (Nicht-Schädigung)
     Beneficence (Wohlergehen, Autonomie und Selbstbestimmung, Respect for persons)
     Justice (Gerechtigkeit)
     Fidelity (Vertrauen)

Ethische Regeln, Richtlinien
Grundsätze „guten“ wissenschaftlichen Arbeitens
     wahrheitsgemäße und wahrhaftige Berichten eigener Forschungsarbeit
     Offenlegung von Auftraggebern und Finanzierungsquellen
     Ablehnung unseriöser bzw. unwissenschaftlicher Aufträge
     Nachvollziehbarkeit aller Schritte
     Anwendung bestmöglicher Standards, v.a. im Umgang mit Untersuchungsteilnehmern
     Veröffentlichung der Ergebnisse

                                                                   Heise | Forschungsethik   Seite 10 von 21
Komplex Ethische Standards


Ethische Standards im Umgang mit Forschungsteilnehmern

   Freiwilligkeit der Teilnahme an Untersuchungen

   Prinzip der informierten Einwilligung („informed consent“)

   Standard der Nicht-Schädigung: Vermeidung möglicher Risiken oder Gefährdungen

   Anonymisierung und allgemein: Datenschutz



                                                                Heise | Forschungsethik   Seite 11 von 21
Komplex Exkurs_Datenschutz


Rechtlicher Rahmen: 2009 novelliertes
Bundesdatenschutzgesetz, Landesdatenschutzgesetze, z.T. Telemediengesetz (betrifft
Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten)
Recht auf Informationelle Selbstbestimmung  zugleich: normatives Konzept, ausgeübte
Praxis, notwendige Kompetenz (Schmidt 2010)
Schutz der Privatsphäre und „kontextuelle Integrität“ (Nissenbaum 2004)
Datenverwahrung: Datensicherung und Archivierung
   § 40 (BDSG): Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten durch Forschungseinrichtungen
   (1) Für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung erhobene oder gespeicherte personenbezogene Daten dürfen nur für Zwecke der
       wissenschaftlichen Forschung verarbeitet oder genutzt werden.
   (2) Die personenbezogenen Daten sind zu anonymisieren, sobald dies nach dem Forschungszweck möglich ist. Bis dahin sind die
       Merkmale gesondert zu speichern, mit denen Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder
       bestimmbaren Person zugeordnet werden können. Sie dürfen mit den Einzelangaben nur zusammengeführt werden, soweit der
       Forschungszweck dies erfordert.
   (3) Die wissenschaftliche Forschung betreibenden Stellen dürfen personenbezogene Daten nur veröffentlichen, wenn
         1. der Betroffene eingewilligt hat oder
         2. dies für die Darstellung von Forschungsergebnissen über Ereignisse der Zeitgeschichte unerlässlich ist.

                                                         Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__40.html (16.07.2012)




                                                                                                            Heise | Forschungsethik   Seite 12 von 21
Komplex Grundlagen Forschungsethik

                                                                                    1. Kontext
                                                                                    2. Komplex
                                                                                    2. Konkret
                                                                                    3. Kompakt
                                                                                    4. Kompass




Anspruchsgruppen ethischer Entscheidungsfindung (nach McKee/Porter 2009: 17)



                                                                          Heise | Forschungsethik   Seite 13 von 21
Konkret Ethik der Online-Forschung

                                                                            1. Kontext
                                                                            2. Komplex
                                                                            3. Konkret

Ethik der Internetforschung                                                 4. Kompakt
                                                                            5. Kompass



  Hintergrund: Magisterarbeit (Mai 2011), 17 Experteninterviews
  Dilemma: technische Machbarkeit vs. ethische Vertretbarkeit
  Umfassende Protokollierung und Speicherung sämtlicher Abläufe, leicht zugängliches
  Archiv von Kommunikations- und Interaktionsvollzügen (Web als „science laboratory“)
  Reichhaltigkeit der Daten, einfacher Feldzugang, bessere Bedingungen für Umsetzung
  einzelner Methoden (z.B. teilnehmende Beobachtung)



                                                                  Heise | Forschungsethik   Seite 14 von 21
Konkret Ethik der Online-Forschung


Herausforderungen

  Schutz von Privatsphäre (Entgrenzung von Öffentlichkeit und Privatheit)
  Datenschutz (De-Anonymisierung, Rekombination von Datensätzen, automatisierte
  Datensammlung, Aufbewahrung von Daten)
  Ambivalenz bestimmter Methoden, z.B. Ähnlichkeit zwischen Logfile-Analysen und
  verdeckter teilnehmender Beobachtung
  Internet als „Spielwiese“ (Nutzung von Social Network-Buttons, APIs, Cookies, neuer
  Visualisierungstools) – Frage: was sind persönliche Daten?
  Globale Reichweite von Forschung und Daten

                                                                Heise | Forschungsethik   Seite 15 von 21
Konkret Ethik der Online-Forschung

                                                                                                 1. Kontext
Beispiel: Datensammlung online                                                                   2. Komplex
                                                                                                 3. Konkret
                                                                                                 4. Kompakt
                                                                                                 5. Kompass




  Visuelle Heuristik zur Notwendigkeit des informed consent (nach McKee/Porter 2009: 21)

                                                                                       Heise | Forschungsethik   Seite 16 von 21
Kompakt ein Fazit



– Im Internet bzw. digitalen Medien unterliegen ethische Entscheidungsprozesse z.T.
  erschwerten Bedingungen: Entkontextualisierung, globale
  Reichweite, Datenvernetzung und -persistenz, „Googlization of
  data“, Rechtsunsicherheit

– „matter matters“: Oberflächen/Software, Usability und Gestaltung von Instrumenten
  (opt-out vs. opt-in), Schnittstellen-Nutzung

– potenziell inhaltlich relevante Bereiche: Cyberethik, Informationsethik, Technikethik
     Freier Zugang zu Informationen, Digital Divide; Geistiges Eigentum und Urheberrechte;
      Datenschutz, Privatheit und Überwachung; Sicherheit, Haftung, Verantwortung; Cybercrime




                                                                             Heise | Forschungsethik   Seite 17 von 21
Kompakt ein Fazit


“There cannot be a blanket, whole cloth approach to Internet Research ethics. Contextual
details matter, including: What, exactly, is the object of analysis of the study – texts,
aggregated bits of information, or the persons themselves? What are the use expectations
of the online site and of the online participants? What is the sensitivity of the information
collected? What are the ages, geo-cultural-political affiliations, and/or technological
expertise of the online participants? In what form are the researchers collecting data, and
in what forms are they re-distributing it? Is the researcher using real names or real
user/avatar names, quoting passages, taking screenshots, etc.? And where will this
material appear and to whom will it be accessible?” (McKee/Porter 2009: 7f.)


„Orientierungspunkte“: ESOMAR-Guidelines (esomar.org), Standesregeln der Deutschen Gesellschaft
für Online-Forschung (DGOF), Richtlinien der Association of Internet Researchers, Qualitätskriterien
des Arbeitskreises deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.


                                                                            Heise | Forschungsethik   Seite 18 von 21
Kompass Diskussion

                                                                          1. Kontext
                                                                          2. Komplex

Offene Fragen? Drum: Diskussion!
                                                                          3. Konkret
                                                                          4. Kompakt
                                                                          5. Kompass




   Spezifische Problemstellungen für Informatiker & ihre Arbeit (z.B. Community
   Informatics)?

   Vereinbarkeit von ethischen und methodischen Ansprüchen – anything goes?

   Welches Bild vom Nutzer habe ich? Welche Metaphern und Analogien nutze ich bei
   der Entscheidungsfindung?

   Transparenz für die Anwender vs. Macht der Entwickler?

                                                                Heise | Forschungsethik   Seite 19 von 21
Literatur

•   AoIR (ethics working committee) (2002): Ethical decision-making and Internet research: recommendations from the AoIR ethics working committee. Online unter: www.aoir.org/reports/ethics.pdf (Abruf am:
    30.04.2012).
•   Capurro, Rafael / Pingel, Christoph (2002): Ethical issues of online communication research. In: Ethics and Information Technology, Nr. 4(2002). S. 189-194.
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•   Diener, Edward / Crandall, Rick (1978): Ethics in Social and Behavioral Research. Chicago/London: University of Chicago Press.
•   Diekmann, Andreas (2006): Empirische Sozialforschung. Grundlage, Methoden, Anwendungen. 15. Aufl. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
•   Ebersbach, Anja / Glaser, Markus / Heigl, Richard (2008): Social Web. Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft.
•   Ess, Charles (2007): Internet research ethics. In: Joinson, A.; McKenna, K.; Postmes, T.; Reips, U. (Hrsg.): The Oxford handbook of Internet psychology. Oxford: Oxford University Press. S. 487-502.
•   Eynon, Rebecca / Schroeder, Ralph / Fry, Jenny (2009): New Techniques in Online Research. Challenges for Research Ethics. In: 21st Century Society 4 (2), S. 187-199.
•   Fenner, Dagmar (2010): Einführung in die Angewandte Ethik. Tübingen: Francke.
•   Flick, Uwe (2007): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag
•   Fraas, Claudia / Meier, Stefan / Pentzold, Christian (2012): Online-Kommunikation. Grundlagen, Praxisfelder und Methoden. Wien: Oldenbourg Verl.
•   Funiok, Rüdiger / Schmälzle, Udo F. (1999): Medienethik vor neuen Herausforderungen. In: Fu-niok, R.; Schmälzle, U.; Werth, C. (Hrsg.): Medienethik – die Frage der Verantwortung. Bonn:
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•   Gläser, Jochen / Laudel, Grit (2006): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse als Instrumente rekonstruierender Untersuchungen. 2., durchges. Aufl. Wiesbaden: VS-Verlag.
•   Hopf, Christel (2009): Forschungsethik und qualitative Forschung. In: Flick, U.; Kardoff, E. v.; Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Sozialforschung. Ein Handbuch. 7. Aufl. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag.
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•   Huber, Wolfgang (2006): Wissenschaft verantworten. Überlegungen zur Ethik der Forschung. Göttingen: Wallstein Verlag.
•   Markham, Annette / Baym, Nancy (Hrsg.) (2009): Internet Inquiry. Conversations about Method. Los Angeles u.a.: Sage Publications.
•   McKee, Heidi / Porter, James (2009): The Ethics of Internet Research. A Rhetorical, Case-Based Process. New York u.a.: Peter Lang (= Digital Formations, Bd. 59).
•   Nissenbaum, Helen (2004): Privacy as contextual integrity. In: Washington Law Review, Vol. 79, Nr. 1, S. 119-157.
•   Schmidt, Jan-Hinrik (2009): Braucht das Web 2.0 eine eigene Forschungsethik? In: Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik 11 (2), S. 38-42.
•   Schmidt, Jan-Hinrik (2010): Informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre. In: Schmidt mit Dete (Weblog). Online-Publikation vom 19. November 2010. Online unter:
    http://www.schmidtmitdete.de/archives/728 (Abruf am: 14.07.2012).
•   Stadler, Thomas (o.J.): Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Online unter: http://www.artikel5.de/archiv/ris.html (Abruf am: 16.07.2012).
•   Strohm Kitchener, Karen / Kitchener, Richard F. (2009): Social Research Ethics. Historical and Philosophical Issues. In: Mertens, Donna M.; Ginsberg, Pauline E. (Hrsg.): The handbook of social research
    ethics. Thousand Oaks: SAGE Publications. S. 5-22.
•   Williams, Frederick / Rice, Ronald E. / Rogers, Everett M. (1988): Research methods and the new media. New York u.a.: Free Press.
•   Zimmer, Michael (2010): “But the data is already public”: On the Ethics of Research on Facebook. In: Ethics and Infor-mation Technology 12 (4), S. 313-326.

                                                                                                                                                         Heise | Forschungsethik            Seite 20 von 21
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!



           Nele Heise, M.A.

           Hans-Bredow-Institut
           Warburgstraße 8-10
             20354 Hamburg
     n.heise@hans-bredow-institut.de
               @neleheise
              @jpub20team




                                       Heise | Forschungsethik   Seite 21 von 21
Korrekt „Einmerker“ für empirisches Arbeiten


Voraussetzung ist Freiwilligkeit und informierte Einwilligung der Teilnehmer

Schutz der untersuchten Personen steht im Vordergrund und umfasst:
Anonymität, Privatheit, Unversehrtheit der Person, Persönlichkeitsrechte

Allgemein anerkannte ethische Grundsätze gegenüber Teilnehmern, Mitarbeitern, scientific
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Bei Auftrags-/Marktforschung: Abgrenzung von forschungsfremden Tätigkeiten

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  • 2. Agenda 1. Kontext Vorstellung, das HBI & laufende Projekte 2. Komplex Grundlagen der Forschungsethik 3. Konkret Fallstudie Ethik der Internetforschung 4. Kompakt (kurzes) Fazit & Ausblick 5. Kompass offene Fragen? Diskussion! Heise | Forschungsethik Seite 2 von 21
  • 3. Kontext Ausbildung 1. Kontext 2. Komplex – 2005 bis 2011: Studium Kommunikations- und Geschichtswissenschaft 2. Konkret 3. Kompakt (Universität Erfurt) 4. Kompass – seit Oktober 2011: wissenschaftliche Mitarbeiterin am HBI Forschung – Interessen: Online-Kommunikation, Partizipationspraktiken, Technikaneignung (Diss zu Radio-Dispositiven und Aktivität) – Studien zu: … Anwendungen: World of Warcraft, Wikipedia, GayRomeo, muslimische Weblogs … sozialen Bewegungen und Cyber Activism (Attac) … Ethik der Online-Forschung (Magisterarbeit) Heise | Forschungsethik Seite 3 von 21
  • 4. Kontext Das Hans-Bredow-Institut (HBI) 1. Kontext 2. Komplex – Interdisziplinäre Medienforschung seit 1950, aus kommunikations- und 2. Konkret 3. Kompakt rechtswissenschaftlichen Perspektiven; internationale Kooperationen 4. Kompass – Erklärtes Ziel ist Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis Aktuelles Projekt – „Die (Wieder-)Entdeckung des Publikums“ (DFG-gefördert für 2 ½ Jahre) … sechs Fallstudien in TV-/Print- sowie Online-Redaktionen … Untersuchung von Prozessen, Nutzungsroutinen und Einstellungen bei den Journalisten und Rezipienten  Projektblog: http://jpub20.hans-bredow-institut.de/  Twitter: @jpub20team Heise | Forschungsethik Seite 4 von 21
  • 5. Komplex Grundlagen Forschungsethik 1. Kontext 2. Komplex Was ist (Forschungs-)Ethik? 2. Konkret 3. Kompakt 4. Kompass Ethik als Disziplin, „die allgemeine Prinzipien oder Beurteilungskriterien zur Beantwortung der Frage nach dem richtigen Handeln zu begründen sucht.“ (Fenner 2010: 2) „Ethics are guidelines and principles that help us to up-hold our values – to decide which goals of research are most important and to reconcile values and goals that are in conflict. Ethical guides are not simply prohibitions; they also support our positive responsibilities.” (Diener/Crandall 1978: 3) Dimensionen von Forschungsethik: Wertbasis, Verantwortung, ethische Entscheidungsfindung Heise | Forschungsethik Seite 5 von 21
  • 6. Komplex Grundlagen Forschungsethik Von der „guten Forschung“: historischer Rahmen Naturphilosophen der Antike: Ideal des reinen Wissens (Theoria), d.h. der Wissenserkenntnis um ihrer selbst willen „Wissen ist Macht“: neues Wissenschaftsideal der Renaissance und Frühen Neuzeit  systematische Erkundung von Naturgesetzen 17. bis 19. Jhd.: allmähliche Institutionalisierung wissenschaftlicher Arbeit & Ausdifferenzierung (Naturwissenschaften produzieren zweckrationales Verfügungswissen, Geisteswissenschaften handlungsleitendes Orientierungswissen) Optimismus aufgrund immenser wissenschaftlich-technischer Fortschritte; Bild der Forschung als weitgehend wertefrei, Annahme der impliziten Förderung des Wohlergehens der Menschheit Zäsur: die Weltkriege, insbesondere Zweiter Weltkrieg (Missbrauch der Forschung durch Nationalsozialisten, Atombomben-Abwürfe)  Wahrnehmung des wissenschaftlich-technische Zerstörungspotentials und der gestiegenen Wirkungsmacht der Wissenschaft nach 1945: Entstehung erster Ethik-Kodizes und -Kommissionen  öffentlicher Diskurs fokussiert nachwievor stärker auf naturwissenschaftliche Entwicklungen Heise | Forschungsethik Seite 6 von 21
  • 7. Komplex Wertbasis der Forschung „Ethos der Wissenschaften“ (nach Merton): Kommunismus, Universalismus, Uneigennützigkeit, organisierter Skeptizismus, Originalität Grundprinzipien wissenschaftlicher Tätigkeit - objektive Wahrheitssuche und -sicherung - Gebot der intellektuellen Redlichkeit und Wahrhaftigkeit - Engagierte Uneigennützigkeit, öffentliche Gemeinschaftsorientierung, persönliche Nichtinteressengebundenheit - Selbstkontrolle und systematisierter Zweifel - Fairness gegenüber Kollegen und Konkurrenten Forschungsfreiheit: Forscher besitzen innere und äußere Freiheit in der Definition ihres Untersuchungsgegenstandes und der Wahl ihres Forschungsweges sowie das Recht auf Veröffentlichung ihrer Ergebnisse (Verankerung im deutschen Grundgesetz) Heise | Forschungsethik Seite 7 von 21
  • 8. Komplex Verantwortung & Folgenabschätzung “The social scientist today … finds himself in a situation that has many parallels to that of the nuclear physicist. The knowledge about the control and manipulation of human behavior that he is producing or applying is beset with enormous ethical ambiguities, and he must accept responsibility for its social consequences.” (Kelman, zit. nach: Diener/Crandall 1978: 195)  Wer trägt Verantwortung (Akteur)? Verantwortungssubjekte bzw. Handlungsträger  Wofür (Handlungen, Aufgaben)? auch: Bedeutung einer Handlung für den einzelnen Menschen selbst, für die Mitwelt und für die natürliche Umwelt (Individual-, Sozial -und Umweltverträglichkeit  Wem gegenüber bzw. vor wem (Betroffene bzw. Sanktionsinstanzen)?  Weswegen (ethische Werte, Normen, Prinzipien)?  Unterscheidung zwischen innerwissenschaftlicher (Standesethos) und externer Verantwortung (Kausalhandlungsverantwortung) des einzelnen Wissenschaftlers, von Forschungsgemeinschaften und von Wissenschaftsförderern  Heute: kollektive bzw. institutionelle Verantwortung und geteilte Mitverantwortung Heise | Forschungsethik Seite 8 von 21
  • 9. Komplex Grundlagen Forschungsethik Ebenen ethischer Entscheidungsfindung Meta-Ethik Ethische Theorie Kritisch-evaluative Ebene Ethische Prinzipien Ethische Regeln / Richtlinien Alltagsmoral / „ordinary moral sense“ Unmittelbar-situative Ebene Fünf-Stufen-Modell ethischer Entscheidungsfindung (nach Strohm Kitchener/Kitchener 2009)  Lese-Empfehlungen: „Ethics in Social and Behavioral Research“ von Diener & Crandall (1978), „Research Methods and the New Media” von Williams, Rice & Rogers (1988) sowie Einführungsband von Fenner (2010) Heise | Forschungsethik Seite 9 von 21
  • 10. Komplex Grundlagen Forschungsethik Ethische Prinzipien  Nonmalificence (Nicht-Schädigung)  Beneficence (Wohlergehen, Autonomie und Selbstbestimmung, Respect for persons)  Justice (Gerechtigkeit)  Fidelity (Vertrauen) Ethische Regeln, Richtlinien Grundsätze „guten“ wissenschaftlichen Arbeitens  wahrheitsgemäße und wahrhaftige Berichten eigener Forschungsarbeit  Offenlegung von Auftraggebern und Finanzierungsquellen  Ablehnung unseriöser bzw. unwissenschaftlicher Aufträge  Nachvollziehbarkeit aller Schritte  Anwendung bestmöglicher Standards, v.a. im Umgang mit Untersuchungsteilnehmern  Veröffentlichung der Ergebnisse Heise | Forschungsethik Seite 10 von 21
  • 11. Komplex Ethische Standards Ethische Standards im Umgang mit Forschungsteilnehmern Freiwilligkeit der Teilnahme an Untersuchungen Prinzip der informierten Einwilligung („informed consent“) Standard der Nicht-Schädigung: Vermeidung möglicher Risiken oder Gefährdungen Anonymisierung und allgemein: Datenschutz Heise | Forschungsethik Seite 11 von 21
  • 12. Komplex Exkurs_Datenschutz Rechtlicher Rahmen: 2009 novelliertes Bundesdatenschutzgesetz, Landesdatenschutzgesetze, z.T. Telemediengesetz (betrifft Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von Daten) Recht auf Informationelle Selbstbestimmung  zugleich: normatives Konzept, ausgeübte Praxis, notwendige Kompetenz (Schmidt 2010) Schutz der Privatsphäre und „kontextuelle Integrität“ (Nissenbaum 2004) Datenverwahrung: Datensicherung und Archivierung § 40 (BDSG): Verarbeitung und Nutzung personenbezogener Daten durch Forschungseinrichtungen (1) Für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung erhobene oder gespeicherte personenbezogene Daten dürfen nur für Zwecke der wissenschaftlichen Forschung verarbeitet oder genutzt werden. (2) Die personenbezogenen Daten sind zu anonymisieren, sobald dies nach dem Forschungszweck möglich ist. Bis dahin sind die Merkmale gesondert zu speichern, mit denen Einzelangaben über persönliche oder sachliche Verhältnisse einer bestimmten oder bestimmbaren Person zugeordnet werden können. Sie dürfen mit den Einzelangaben nur zusammengeführt werden, soweit der Forschungszweck dies erfordert. (3) Die wissenschaftliche Forschung betreibenden Stellen dürfen personenbezogene Daten nur veröffentlichen, wenn 1. der Betroffene eingewilligt hat oder 2. dies für die Darstellung von Forschungsergebnissen über Ereignisse der Zeitgeschichte unerlässlich ist. Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__40.html (16.07.2012) Heise | Forschungsethik Seite 12 von 21
  • 13. Komplex Grundlagen Forschungsethik 1. Kontext 2. Komplex 2. Konkret 3. Kompakt 4. Kompass Anspruchsgruppen ethischer Entscheidungsfindung (nach McKee/Porter 2009: 17) Heise | Forschungsethik Seite 13 von 21
  • 14. Konkret Ethik der Online-Forschung 1. Kontext 2. Komplex 3. Konkret Ethik der Internetforschung 4. Kompakt 5. Kompass Hintergrund: Magisterarbeit (Mai 2011), 17 Experteninterviews Dilemma: technische Machbarkeit vs. ethische Vertretbarkeit Umfassende Protokollierung und Speicherung sämtlicher Abläufe, leicht zugängliches Archiv von Kommunikations- und Interaktionsvollzügen (Web als „science laboratory“) Reichhaltigkeit der Daten, einfacher Feldzugang, bessere Bedingungen für Umsetzung einzelner Methoden (z.B. teilnehmende Beobachtung) Heise | Forschungsethik Seite 14 von 21
  • 15. Konkret Ethik der Online-Forschung Herausforderungen Schutz von Privatsphäre (Entgrenzung von Öffentlichkeit und Privatheit) Datenschutz (De-Anonymisierung, Rekombination von Datensätzen, automatisierte Datensammlung, Aufbewahrung von Daten) Ambivalenz bestimmter Methoden, z.B. Ähnlichkeit zwischen Logfile-Analysen und verdeckter teilnehmender Beobachtung Internet als „Spielwiese“ (Nutzung von Social Network-Buttons, APIs, Cookies, neuer Visualisierungstools) – Frage: was sind persönliche Daten? Globale Reichweite von Forschung und Daten Heise | Forschungsethik Seite 15 von 21
  • 16. Konkret Ethik der Online-Forschung 1. Kontext Beispiel: Datensammlung online 2. Komplex 3. Konkret 4. Kompakt 5. Kompass Visuelle Heuristik zur Notwendigkeit des informed consent (nach McKee/Porter 2009: 21) Heise | Forschungsethik Seite 16 von 21
  • 17. Kompakt ein Fazit – Im Internet bzw. digitalen Medien unterliegen ethische Entscheidungsprozesse z.T. erschwerten Bedingungen: Entkontextualisierung, globale Reichweite, Datenvernetzung und -persistenz, „Googlization of data“, Rechtsunsicherheit – „matter matters“: Oberflächen/Software, Usability und Gestaltung von Instrumenten (opt-out vs. opt-in), Schnittstellen-Nutzung – potenziell inhaltlich relevante Bereiche: Cyberethik, Informationsethik, Technikethik  Freier Zugang zu Informationen, Digital Divide; Geistiges Eigentum und Urheberrechte; Datenschutz, Privatheit und Überwachung; Sicherheit, Haftung, Verantwortung; Cybercrime Heise | Forschungsethik Seite 17 von 21
  • 18. Kompakt ein Fazit “There cannot be a blanket, whole cloth approach to Internet Research ethics. Contextual details matter, including: What, exactly, is the object of analysis of the study – texts, aggregated bits of information, or the persons themselves? What are the use expectations of the online site and of the online participants? What is the sensitivity of the information collected? What are the ages, geo-cultural-political affiliations, and/or technological expertise of the online participants? In what form are the researchers collecting data, and in what forms are they re-distributing it? Is the researcher using real names or real user/avatar names, quoting passages, taking screenshots, etc.? And where will this material appear and to whom will it be accessible?” (McKee/Porter 2009: 7f.) „Orientierungspunkte“: ESOMAR-Guidelines (esomar.org), Standesregeln der Deutschen Gesellschaft für Online-Forschung (DGOF), Richtlinien der Association of Internet Researchers, Qualitätskriterien des Arbeitskreises deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. Heise | Forschungsethik Seite 18 von 21
  • 19. Kompass Diskussion 1. Kontext 2. Komplex Offene Fragen? Drum: Diskussion! 3. Konkret 4. Kompakt 5. Kompass Spezifische Problemstellungen für Informatiker & ihre Arbeit (z.B. Community Informatics)? Vereinbarkeit von ethischen und methodischen Ansprüchen – anything goes? Welches Bild vom Nutzer habe ich? Welche Metaphern und Analogien nutze ich bei der Entscheidungsfindung? Transparenz für die Anwender vs. Macht der Entwickler? Heise | Forschungsethik Seite 19 von 21
  • 20. Literatur • AoIR (ethics working committee) (2002): Ethical decision-making and Internet research: recommendations from the AoIR ethics working committee. Online unter: www.aoir.org/reports/ethics.pdf (Abruf am: 30.04.2012). • Capurro, Rafael / Pingel, Christoph (2002): Ethical issues of online communication research. In: Ethics and Information Technology, Nr. 4(2002). S. 189-194. • Deutsche Forschungsgemeinschaft (1998): Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis: Empfehlungen der Kommis-sion »Selbstkontrolle in der Wissenschaft«; Denkschrift. Weinheim: Wiley-VCH. • Diener, Edward / Crandall, Rick (1978): Ethics in Social and Behavioral Research. Chicago/London: University of Chicago Press. • Diekmann, Andreas (2006): Empirische Sozialforschung. Grundlage, Methoden, Anwendungen. 15. Aufl. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag. • Ebersbach, Anja / Glaser, Markus / Heigl, Richard (2008): Social Web. Konstanz: UVK-Verlagsgesellschaft. • Ess, Charles (2007): Internet research ethics. In: Joinson, A.; McKenna, K.; Postmes, T.; Reips, U. (Hrsg.): The Oxford handbook of Internet psychology. Oxford: Oxford University Press. S. 487-502. • Eynon, Rebecca / Schroeder, Ralph / Fry, Jenny (2009): New Techniques in Online Research. Challenges for Research Ethics. In: 21st Century Society 4 (2), S. 187-199. • Fenner, Dagmar (2010): Einführung in die Angewandte Ethik. Tübingen: Francke. • Flick, Uwe (2007): Qualitative Sozialforschung. Eine Einführung. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag • Fraas, Claudia / Meier, Stefan / Pentzold, Christian (2012): Online-Kommunikation. Grundlagen, Praxisfelder und Methoden. Wien: Oldenbourg Verl. • Funiok, Rüdiger / Schmälzle, Udo F. (1999): Medienethik vor neuen Herausforderungen. In: Fu-niok, R.; Schmälzle, U.; Werth, C. (Hrsg.): Medienethik – die Frage der Verantwortung. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. S. 15-31. • Gläser, Jochen / Laudel, Grit (2006): Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse als Instrumente rekonstruierender Untersuchungen. 2., durchges. Aufl. Wiesbaden: VS-Verlag. • Hopf, Christel (2009): Forschungsethik und qualitative Forschung. In: Flick, U.; Kardoff, E. v.; Steinke, I. (Hrsg.): Qualitative Sozialforschung. Ein Handbuch. 7. Aufl. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag. S. 589-600. • Huber, Wolfgang (2006): Wissenschaft verantworten. Überlegungen zur Ethik der Forschung. Göttingen: Wallstein Verlag. • Markham, Annette / Baym, Nancy (Hrsg.) (2009): Internet Inquiry. Conversations about Method. Los Angeles u.a.: Sage Publications. • McKee, Heidi / Porter, James (2009): The Ethics of Internet Research. A Rhetorical, Case-Based Process. New York u.a.: Peter Lang (= Digital Formations, Bd. 59). • Nissenbaum, Helen (2004): Privacy as contextual integrity. In: Washington Law Review, Vol. 79, Nr. 1, S. 119-157. • Schmidt, Jan-Hinrik (2009): Braucht das Web 2.0 eine eigene Forschungsethik? In: Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik 11 (2), S. 38-42. • Schmidt, Jan-Hinrik (2010): Informationelle Selbstbestimmung und Privatsphäre. In: Schmidt mit Dete (Weblog). Online-Publikation vom 19. November 2010. Online unter: http://www.schmidtmitdete.de/archives/728 (Abruf am: 14.07.2012). • Stadler, Thomas (o.J.): Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Online unter: http://www.artikel5.de/archiv/ris.html (Abruf am: 16.07.2012). • Strohm Kitchener, Karen / Kitchener, Richard F. (2009): Social Research Ethics. Historical and Philosophical Issues. In: Mertens, Donna M.; Ginsberg, Pauline E. (Hrsg.): The handbook of social research ethics. Thousand Oaks: SAGE Publications. S. 5-22. • Williams, Frederick / Rice, Ronald E. / Rogers, Everett M. (1988): Research methods and the new media. New York u.a.: Free Press. • Zimmer, Michael (2010): “But the data is already public”: On the Ethics of Research on Facebook. In: Ethics and Infor-mation Technology 12 (4), S. 313-326. Heise | Forschungsethik Seite 20 von 21
  • 21. Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Nele Heise, M.A. Hans-Bredow-Institut Warburgstraße 8-10 20354 Hamburg n.heise@hans-bredow-institut.de @neleheise @jpub20team Heise | Forschungsethik Seite 21 von 21
  • 22. Korrekt „Einmerker“ für empirisches Arbeiten Voraussetzung ist Freiwilligkeit und informierte Einwilligung der Teilnehmer Schutz der untersuchten Personen steht im Vordergrund und umfasst: Anonymität, Privatheit, Unversehrtheit der Person, Persönlichkeitsrechte Allgemein anerkannte ethische Grundsätze gegenüber Teilnehmern, Mitarbeitern, scientific community, ggf. Auftraggebern und der Gesellschaft sind einzuhalten Erfüllung (disziplinspezifischer) wissenschaftlicher Qualitätskriterien und Angemessenheit / Verhältnismäßigkeit der methodischen Umsetzung Bei Auftrags-/Marktforschung: Abgrenzung von forschungsfremden Tätigkeiten u.a. aus: Positionspapier zu Kriterien zur Bewertung von Methoden der Markt- und Sozialforschung des ADM e.V. (2011)