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    Vergeßlichkeit
    Starrsinn
    Einbildungen
    Realitätsverlust
    Orientierungsstörungen
    Ruhelosigkeit
    Teilnahmslosigkeit
    Sprachstörungen
  Was bedeutet Demenz? Wie äußert sie sich?
  Gibt es Warnzeichen?
  Kann ich vorbeugende Maßnahmen treffen?
  Welche Behandlung ist möglich?
  Wer hilft mir im Ernstfall?
  Wie gehe ich mit Dementen um?
  Welche Hilfsmittel gibt es?
  An welche rechtlichen Schritte sollte ich
   denken?
  Betreuungsleistungen & Nachbarschaftshilfe
???
  Demenz
   (lat. dementia „ohne
   Geist“) ist ein Defizit
   in kognitiven,
   emotionalen und
   sozialen
   Fähigkeiten
  geht meist mit einer
   diagnostizierbaren
   Erkrankung des
   Gehirns einher
  führt zu einer
   Beeinträchtigung sozialer
   und beruflicher
   Funktionen
  betrifft vor allem das
   Kurzzeitgedächtnis, ferner
   das Denkvermögen, die
   Sprache und die Motorik
  bei einigen Formen ist
   auch die
   Persönlichkeitsstruktur
   betroffen
 Stadium 1:
  leichte Demenz

 Stadium 2:
  mittelschwere
  Demenz

 Stadium 3:
  schwere Demenz
  Die Fähigkeit
   unabhängig zu leben
   ist noch vorhanden
  Erste geistige Defizite
   treten auf
 Urteilsvermögen und
   Hygiene sind intakt,
   aber soziale
   Aktivitäten und Arbeit
   bereits deutlich
   beeinträchtigt
  Vergeßlichkeit
  Räumliche & zeitliche Orientierung gestört
  Kurzzeitgedächtnis & Wortfindung gestört

 Der Betroffene merkt, daß etwas nicht
  stimmt, baut eine Fassade auf und greift auf
  Strategien zurück, die ihm in Situationen der
  Überforderung früher geholfen haben
 Gefühle von Verlust, Unsicherheit, Angst
  und Scham sind sehr stark
  Selbständige
   Lebensführung nur
   noch bedingt
   möglich
  Zunehmender
   Verlust der
   geistigen
   Fähigkeiten
 Ein gewisses
  Ausmaß an Aufsicht
  ist erforderlich
  Schwindende Rechen- und Problemlöse-
   fähigkeit
  Handfertigkeitsstörungen (Haushalt,
   Ankleiden)
  Erkennungsstörungen
  Steigende Vergeßlichkeit (Geburtstage,
   Medizin)
  Desorientierung (Zeit und Ort)
  Sprachstörungen (bes. Sprachverständnis)
  Vernachlässigung der Hygiene
  Wahnvorstellungen (Bestehlungsideen)
 Das Gefühl, daß etwas
  nicht stimmt verringert
  sich, ebenso das Gefühl
  von Verlust,
  Unsicherheit, Angst und
  Scham
 Hilfe dezent und
  sensibel anbieten,
  damit der Betroffene
  das Gefühl behält in
  seinem Leben
  kompetent zu bleiben
  Selbständige
   Lebensführung
   nicht möglich
  Verlust der
   Alltagskompetenz
   mit völliger
   Pflegeabhängigkeit

 Auf ständige
  Aufsicht und Hilfe
  angewiesen
  Gedächtniszerfall (auch Langzeitgedächtnis)
  Mangelnde persönliche Orientierung
  Erkennungsstörungen
  Sprachzerfall (kaum mehr Satzbildung
   möglich)
  Agnosie (Angehörige werden nicht mehr
   erkannt)
  Inkontinenz
 Das Wesen der jeweiligen Person und deren
   emotionale Kompetenz gehen im gesamten
   Verlauf einer Demenz nicht verloren!
  Der Betroffene zeigt auffälliges Verhalten:
   => er zieht sich zurück, gibt Aktivitäten auf,
   meidet alte Freunde
   => er lehnt Veränderungen ab
   => er lebt mehr in der Vergangenheit
   => er verliert leicht die Orientierung
   => er vergißt Geburtstage und Termine
   => er sucht ständig nach wichtigen Dingen
   => er reagiert oft grundlos gereizt, ist nervös
   => er ist unruhig, wandert ziellos herum
  Es gibt keine „Pille gegen Demenz“, aber man
   kann durch einen gesunden Lebensstil das
   Risiko für eine Demenzerkrankung senken:
  Medikamentöse
   Therapie
  Gedächtnistraining

  Unterstützung im
   Alltag durch:
 Biographiearbeit
 Validation
 Basale Stimulation
  Antidementiva:
   können den Verlauf der
   Erkrankung
   verlangsamen, aber
   nicht dauerhaft
   aufhalten

  Atypika:
   können
   Verhaltensänderungen
   reduzieren
  Reduzieren die          Zwei verschiedene
   Folgeschäden des         Wirkstoffgruppen
   Nervenzelluntergangs     werden eingesetzt:
   vorübergehend (bis     Acetylcholineste-
   zu einem Jahr lang)      rasehemmer (bei
  Verbessern die           leichter bis mittel-
   Signalübermittlung im    schwerer Demenz)
   Gehirn                 NMDA-
 Erhalten die              Antagonisten (bei
   Lebensqualität           mittelschwerer bis
                            schwerer Demenz)
1)  Acetylcholinesterasehemmer:
  Bewirken, daß der Botenstoff Acetylcholin
   vermehrt zur Verfügung steht
  Deutliche Verbesserung der geistigen
   Leistungsfähigkeit
  Durch fortschreitenden Verlauf der
   Erkrankung verliert sich die Wirkung nach
   ca. 9 – 12 Monaten
  Medikamente: Donepezil, Rivastigmin,
   Galantamin
2)  NMDA-Antagonisten:
  Verbessern die gestörte glutamatabhängige
   Neurotransmission
  Die geistige Aktivität steigt, die
   Alltagskompetenz wird verbessert, dadurch
   geringerer Pflegebedarf als ohne
   medikamentöse Einwirkung


  Medikamente: Memantine
  Vermindern            Zwei verschiedene
   Verhaltensstörungen    Wirkstoffgruppen
                          werden eingesetzt:
 z.B.                   Antidepressiva
 Unruhezustände         Neuroleptika
 Wahnvorstellungen
 Aggressivität          Sie können in jeder
 Ängstlichkeit           Phase der
 Depressionen            Erkrankung
 Halluzinationen         eingesetzt werden
Es sollte zuerst ein Versuch unternommen
werden das Verhalten des Betroffenen ohne
  Medikamente positiv zu beeinflussen!




 Unruhezustände, Wahnvorstellungen oder
Aggressivität können durch äußere Einflüsse
      ausgelöst und oft durch geringe
Veränderungen im Umfeld abgebaut werden!
  Spezifisches Training möglichst vieler
   Hirnfunktionen zur Stabilisierung und
   Vermehrung von Synapsen
  Vermittelt Erfolgserlebnisse und erhöht die
   Lebensqualität – auch die der Angehörigen!
  Erhöht das Selbstwertgefühl und steigert die
   Alltagskompetenz des Betroffenen
  Kann verschiedene Sinneswahrnehmungen
   ansprechen
  Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen
  10-Minuten-Aktivierung
  Konzentrationstraining
  Kurzzeitgedächtnis
   trainieren
  Langzeitgedächtnis
   trainieren
  Umgang mit Zahlen und
   Größen
  Lesen und Schreiben
  Flexibilität des Denkens
  Wirkt dem Verlust der personalen Identität
   entgegen (=alle Merkmale einer Person)
  Läßt das Verhalten eines Dementen besser
   verstehen
  Schafft Brücken zwischen Vergangenheit
   und Gegenwart (durch Erinnerungspflege)
  Entlastet den Kranken psychisch, weil er
   besser verstanden wird
  Kann das Selbstvertrauen stärken
  Ermöglicht einen verständnisvolleren und
   einfühlsameren Umgang mit dem Kranken
 Gestaltung des Zimmers
  Fotos, Bücher, Pokale, Düfte, Bettwäsche,
  Blumen,...
 Gewohnte Aufgaben erledigen lassen
  Kartoffeln schälen, abwaschen, nähen,....
 Erinnerungsalben anlegen mit Worten &
  Bildern zu wichtigen Ereignissen des Lebens
  Gemeinsames Betrachten und Gespräche
 Sinnesaktivierung
  Geruch, Geschmack, Fühlen, Musik
  hören,...
  Bedeutet „Wertschätzung“ (lat. valere = wert
   sein)
  Ist eine Methode mit an Demenz erkrankten
   Menschen zu kommunizieren und auf sie
   einzugehen
  Kann in belastenden Situationen
   Spannungen reduzieren
  Akzeptiert die Lebenswelt und die Gefühle
   der Betroffenen
 Über die Gefühlswelt der Betroffenen und
  unter Berücksichtigung biographischer
  Faktoren einen Zugang zu ihrer Erlebniswelt
  zu erhalten um:
 Ressourcen frei zu setzen
 Wohlbefinden zu verbessern
 Alte Konflikte zu lösen
 Rückzug zu verhindern (Wertschätzung zu
  vermitteln, Würde zu bewahren, Streß zu
  reduzieren, Emotionen wieder zu beleben)
3 Elemente nötig:
1.  Akzeptanz =
    wertschätzen statt
    widersprechen
3.  Empathie =
    begleitend mit
    einfühlendem
    Verstehen zur
    Seite stehen
5.  Selbstkongruenz
    = spürbar ehrlich
    bleiben
  „In den Schuhen des anderen Menschen
   gehen“.
  Ein Gespür dafür entwickeln die Gefühle des
   Dementen zu erkennen.
  Ausdrücken was man wahr nimmt.
  Wo kein sprachlicher Austausch mehr
   möglich ist, kann auf Berührungen und
   Bewegungen zurückgegriffen werden.
 Ziel: der Andere fühlt sich akzeptiert und
   verstanden
  Basale Stimulation (lat.basal = grundlegend,
   stimulatio = Anreiz, Anregung)
  Aktivierung der Wahrnehmungsbereiche und
   die Anregung primärer Körper- und
   Bewegungserfahrungen bei Reizmangel
  Notwendige pflegerische Maßnahme bei
   Menschen, deren Eigenaktivität auf Grund
   ihrer mangelnden Bewegungsfähigkeit
   eingeschränkt und deren Fähigkeit zur
   Wahrnehmung und Kommunikation
   erheblich beeinträchtigt ist.
 Unmittelbare Reizung der Sinne während
  der Pflege durch
 Körperstimulation
 Anregung des Gleichgewichtssinnes
 Haptische Stimulation (Tast- und Greifsinn)
 Vibratorische Anregung
 Orale Stimulation
 Olfaktorische Stimulation (Gerüche)
 Visuelle Stimulation
  Allgemeines:
  Seien Sie geduldig!
  Sprechen Sie langsam und deutlich in
   kurzen Sätzen!
  Stellen Sie Blickkontakt her, am besten in
   Augenhöhe!
  Wiederholen Sie wichtige Informationen bei
   Bedarf.
  Lassen Sie dem Kranken Zeit zu reagieren.
  Diskutieren Sie nicht inhaltlich.
Täglicher Ablauf:
  Sorgen Sie für Beständigkeit und Routine.
  Einfache Regeln und feste Gewohnheiten
   sind hilfreich.
  Uhren, Kalender, Schilder an Räumen &
   Schränken helfen die Orientierung zu
   erhalten.
  Nehmen Sie jede Veränderung so langsam
   wie möglich vor.
  Gegenstände des täglichen Gebrauchs
   immer an den gleichen Stellen aufbewahren.
Aktivitäten:
  Vermeiden Sie Überforderungen (z.B. Lärm,
   Gedränge, Fernsehfilme...)
  Fördern Sie tägliche Bewegung (Spazier-
   gänge, Gymnastik)
  Stärken Sie sein Selbstwertgefühl,
   motivieren Sie ihn zu Tätigkeiten
  Achten Sie auf ausreichende
   Flüssigkeitszufuhr.
  Berücksichtigen Sie seine Bedürfnisse,
   damit er sich nicht überwacht fühlt
Zu guter Letzt:
  Legen Sie eine Liste mit wichtigen
   Telefonnummern neben das Telefon.
  Beachten Sie Anzeichen der
   Verschlechterung.
  Finden Sie Auslöser für bestimmte
   Verhaltensmuster (Hunger, Durst,...) und
   vermeiden Sie diese möglichst.
  Lieblingsbeschäftigung „Verstecken“ ->
   inspizieren Sie die bevorzugten Verstecke
   und Mülleimer regelmäßig.
  Pflegehilfsmittel
  Hilfsmittel für die
   Sicherheit
  Hilfsmittel für die
   Orientierung
  Hilfsmittel zur
   Aktivität der
   Sinnesorgane
    Wannenlift
    Pflegebett
    Toilettenstuhl
    Rollstuhl
    Haltegriffe
    Rollator
    Greifhilfe
    Treppenlift
  Hüftprotektor
  Alarmtrittmatte
  Herdsicherung
  Rauchmelder
  Hausnotruf
  Fenstersicherung
  Abschaltautomatik
   für Elektrogeräte
  Bewegungsmelder /
   GPS-Sender
  Nachtlicht
  Hinweisschilder
  Uhren und Kalender
  Fotos
  Beschriftung von
   Türen & Schränken
  Verschiedenfarbige
   Markierungen
  Klare Farben und
   Kontraste
  Hörgerät
  -> Batterien vorhanden?
  -> richtig eingestellt?
  Brille
  -> Sehstärke angepaßt?
  -> Trageband vorhanden?
  Zahnprothese
  -> sitzt fest am Kiefer?
  -> Haftcreme vorhanden?
  Vorsorge im
   medizinischen,
   sozialen und
   finanziellen Bereich
   für den Notfall treffen
  Versorgung und
   mögliche
   Unterstützung für den
   Bedarfsfall optimieren
Vorsorge:

  Vorsorgevollmacht
  Betreuungsverfügung
  Patientenverfügung

  (amtliche) Betreuung
  Geschäftsfähigkeit
   prüfen lassen
medizinisch:

  Fahrtauglichkeit prüfen
   lassen
  Haftpflichtversicherung
   abschließen
  Schwerbehinderten-
   ausweis beantragen
sozial:
  Zuzahlungsbefreiung
   Krankenkasse
  Pflegestufen-Antrag
   bzw. EdA-Antrag
  Ggfs. Sozialhilfe bzw.
   Hilfe zur Pflege
  GEZ-Befreiung
  Ermäßigung der
   Telefongebühren
Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe bei
   der Pflegekasse stellen, wenn:
  Tägliche Hilfestellung bei der Körperpflege
   oder Anleitung und Beaufsichtigung dabei
   erforderlich ist
  Toilettengänge regelmäßig der Aufsicht /
   Hilfestellung bedürfen
  Nahrungsaufnahme nicht mehr selbständig
   oder nur noch unter Aufsicht / Anleitung
   erfolgt
  Mobilität innerhalb der Wohnung stets
   personeller Unterstützung bedarf
Definition
   Alltagskompetenz:
  Fähigkeit eines
   Erwachsenen, die
   alltäglichen Aufgaben
   innerhalb seiner Kultur
   selbständig und
   unabhängig in einer
   eigenverantwortlichen
   Weise zu erfüllen
Einschränkung der Alltagskompetenz
   (§45a SGB XI):
  Erheblicher Bedarf an allgemeiner
   Beaufsichtigung und Betreuung aufgrund
   von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen,
   geistigen Behinderungen oder psychischen
   Erkrankungen mit Auswirkungen auf die
   Aktivitäten des täglichen Lebens
  Dauerhaft anhaltend (für voraussichtlich
   mindestens sechs Monate)
  Regelmäßig erforderlich, also täglich in je
   nach Tagesform verschiedener Ausprägung
Zusätzliche Betreuungsleistungen
   (§45b SBG XI):
  Tages- oder Nachtpflege
  Kurzzeitpflege
  Angebote der allgemeinen Anleitung und
   Betreuung der Pflegedienste
  Niedrigschwellige Angebote nach
   Landesrecht (§45c SGB XI)
  Nachbarschaftshilfe der AOK Rheinland /
   Hamburg
 Grundbetrag 100 €, erhöhter Betrag 200 €
Ziele:
  Hauptpflegeperson wird
   durch die stundenweise
   Betreuung des Kranken
   durch eine andere
   Person entlastet
  Person ist dem Kranken
   vertraut und hat guten
   Zugang zu ihm
  Nachbarn, Freunde,
   Bekannte, Verwandte ab
   3.Grad möglich
Umsetzung:
  Pflegeperson / Angehöriger meldet der AOK
   eine geeignete Betreuungsperson
  Schulung wird möglichst mit Pflege- und
   Betreuungsperson gemeinsam im Haushalt
   des Dementen durchgeführt (-> PFK)
  Antrag auf Anerkennung der Betreuungs-
   person und Zertifikat über Kursteilnahme
   wird ausgefüllt
  Pflegekasse bestätigt den Antrag, Betreuung
   & Abrechnung nach individueller Absprache
NPK2011: Was war noch mal... Alltag mit Demenz - Informationen und Perspektiven

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NPK2011: Was war noch mal... Alltag mit Demenz - Informationen und Perspektiven

  • 1.
  • 2.   Vergeßlichkeit   Starrsinn   Einbildungen   Realitätsverlust   Orientierungsstörungen   Ruhelosigkeit   Teilnahmslosigkeit   Sprachstörungen
  • 3.   Was bedeutet Demenz? Wie äußert sie sich?   Gibt es Warnzeichen?   Kann ich vorbeugende Maßnahmen treffen?   Welche Behandlung ist möglich?   Wer hilft mir im Ernstfall?   Wie gehe ich mit Dementen um?   Welche Hilfsmittel gibt es?   An welche rechtlichen Schritte sollte ich denken?   Betreuungsleistungen & Nachbarschaftshilfe
  • 4. ???
  • 5.   Demenz (lat. dementia „ohne Geist“) ist ein Defizit in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten   geht meist mit einer diagnostizierbaren Erkrankung des Gehirns einher
  • 6.   führt zu einer Beeinträchtigung sozialer und beruflicher Funktionen   betrifft vor allem das Kurzzeitgedächtnis, ferner das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik   bei einigen Formen ist auch die Persönlichkeitsstruktur betroffen
  • 7.  Stadium 1: leichte Demenz  Stadium 2: mittelschwere Demenz  Stadium 3: schwere Demenz
  • 8.   Die Fähigkeit unabhängig zu leben ist noch vorhanden   Erste geistige Defizite treten auf  Urteilsvermögen und Hygiene sind intakt, aber soziale Aktivitäten und Arbeit bereits deutlich beeinträchtigt
  • 9.   Vergeßlichkeit   Räumliche & zeitliche Orientierung gestört   Kurzzeitgedächtnis & Wortfindung gestört  Der Betroffene merkt, daß etwas nicht stimmt, baut eine Fassade auf und greift auf Strategien zurück, die ihm in Situationen der Überforderung früher geholfen haben  Gefühle von Verlust, Unsicherheit, Angst und Scham sind sehr stark
  • 10.   Selbständige Lebensführung nur noch bedingt möglich   Zunehmender Verlust der geistigen Fähigkeiten  Ein gewisses Ausmaß an Aufsicht ist erforderlich
  • 11.   Schwindende Rechen- und Problemlöse- fähigkeit   Handfertigkeitsstörungen (Haushalt, Ankleiden)   Erkennungsstörungen   Steigende Vergeßlichkeit (Geburtstage, Medizin)   Desorientierung (Zeit und Ort)   Sprachstörungen (bes. Sprachverständnis)   Vernachlässigung der Hygiene   Wahnvorstellungen (Bestehlungsideen)
  • 12.  Das Gefühl, daß etwas nicht stimmt verringert sich, ebenso das Gefühl von Verlust, Unsicherheit, Angst und Scham  Hilfe dezent und sensibel anbieten, damit der Betroffene das Gefühl behält in seinem Leben kompetent zu bleiben
  • 13.   Selbständige Lebensführung nicht möglich   Verlust der Alltagskompetenz mit völliger Pflegeabhängigkeit  Auf ständige Aufsicht und Hilfe angewiesen
  • 14.   Gedächtniszerfall (auch Langzeitgedächtnis)   Mangelnde persönliche Orientierung   Erkennungsstörungen   Sprachzerfall (kaum mehr Satzbildung möglich)   Agnosie (Angehörige werden nicht mehr erkannt)   Inkontinenz  Das Wesen der jeweiligen Person und deren emotionale Kompetenz gehen im gesamten Verlauf einer Demenz nicht verloren!
  • 15.   Der Betroffene zeigt auffälliges Verhalten: => er zieht sich zurück, gibt Aktivitäten auf, meidet alte Freunde => er lehnt Veränderungen ab => er lebt mehr in der Vergangenheit => er verliert leicht die Orientierung => er vergißt Geburtstage und Termine => er sucht ständig nach wichtigen Dingen => er reagiert oft grundlos gereizt, ist nervös => er ist unruhig, wandert ziellos herum
  • 16.   Es gibt keine „Pille gegen Demenz“, aber man kann durch einen gesunden Lebensstil das Risiko für eine Demenzerkrankung senken:
  • 17.   Medikamentöse Therapie   Gedächtnistraining   Unterstützung im Alltag durch:  Biographiearbeit  Validation  Basale Stimulation
  • 18.   Antidementiva: können den Verlauf der Erkrankung verlangsamen, aber nicht dauerhaft aufhalten   Atypika: können Verhaltensänderungen reduzieren
  • 19.   Reduzieren die   Zwei verschiedene Folgeschäden des Wirkstoffgruppen Nervenzelluntergangs werden eingesetzt: vorübergehend (bis  Acetylcholineste- zu einem Jahr lang) rasehemmer (bei   Verbessern die leichter bis mittel- Signalübermittlung im schwerer Demenz) Gehirn  NMDA-  Erhalten die Antagonisten (bei Lebensqualität mittelschwerer bis schwerer Demenz)
  • 20. 1)  Acetylcholinesterasehemmer:   Bewirken, daß der Botenstoff Acetylcholin vermehrt zur Verfügung steht   Deutliche Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit   Durch fortschreitenden Verlauf der Erkrankung verliert sich die Wirkung nach ca. 9 – 12 Monaten   Medikamente: Donepezil, Rivastigmin, Galantamin
  • 21. 2)  NMDA-Antagonisten:   Verbessern die gestörte glutamatabhängige Neurotransmission   Die geistige Aktivität steigt, die Alltagskompetenz wird verbessert, dadurch geringerer Pflegebedarf als ohne medikamentöse Einwirkung   Medikamente: Memantine
  • 22.   Vermindern   Zwei verschiedene Verhaltensstörungen Wirkstoffgruppen werden eingesetzt: z.B.  Antidepressiva Unruhezustände  Neuroleptika Wahnvorstellungen Aggressivität  Sie können in jeder Ängstlichkeit Phase der Depressionen Erkrankung Halluzinationen eingesetzt werden
  • 23. Es sollte zuerst ein Versuch unternommen werden das Verhalten des Betroffenen ohne Medikamente positiv zu beeinflussen! Unruhezustände, Wahnvorstellungen oder Aggressivität können durch äußere Einflüsse ausgelöst und oft durch geringe Veränderungen im Umfeld abgebaut werden!
  • 24.   Spezifisches Training möglichst vieler Hirnfunktionen zur Stabilisierung und Vermehrung von Synapsen   Vermittelt Erfolgserlebnisse und erhöht die Lebensqualität – auch die der Angehörigen!   Erhöht das Selbstwertgefühl und steigert die Alltagskompetenz des Betroffenen   Kann verschiedene Sinneswahrnehmungen ansprechen   Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen
  • 25.   10-Minuten-Aktivierung   Konzentrationstraining   Kurzzeitgedächtnis trainieren   Langzeitgedächtnis trainieren   Umgang mit Zahlen und Größen   Lesen und Schreiben   Flexibilität des Denkens
  • 26.   Wirkt dem Verlust der personalen Identität entgegen (=alle Merkmale einer Person)   Läßt das Verhalten eines Dementen besser verstehen   Schafft Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart (durch Erinnerungspflege)   Entlastet den Kranken psychisch, weil er besser verstanden wird   Kann das Selbstvertrauen stärken   Ermöglicht einen verständnisvolleren und einfühlsameren Umgang mit dem Kranken
  • 27.  Gestaltung des Zimmers   Fotos, Bücher, Pokale, Düfte, Bettwäsche, Blumen,...  Gewohnte Aufgaben erledigen lassen   Kartoffeln schälen, abwaschen, nähen,....  Erinnerungsalben anlegen mit Worten & Bildern zu wichtigen Ereignissen des Lebens   Gemeinsames Betrachten und Gespräche  Sinnesaktivierung   Geruch, Geschmack, Fühlen, Musik hören,...
  • 28.   Bedeutet „Wertschätzung“ (lat. valere = wert sein)   Ist eine Methode mit an Demenz erkrankten Menschen zu kommunizieren und auf sie einzugehen   Kann in belastenden Situationen Spannungen reduzieren   Akzeptiert die Lebenswelt und die Gefühle der Betroffenen
  • 29.  Über die Gefühlswelt der Betroffenen und unter Berücksichtigung biographischer Faktoren einen Zugang zu ihrer Erlebniswelt zu erhalten um:  Ressourcen frei zu setzen  Wohlbefinden zu verbessern  Alte Konflikte zu lösen  Rückzug zu verhindern (Wertschätzung zu vermitteln, Würde zu bewahren, Streß zu reduzieren, Emotionen wieder zu beleben)
  • 30. 3 Elemente nötig: 1.  Akzeptanz = wertschätzen statt widersprechen 3.  Empathie = begleitend mit einfühlendem Verstehen zur Seite stehen 5.  Selbstkongruenz = spürbar ehrlich bleiben
  • 31.   „In den Schuhen des anderen Menschen gehen“.   Ein Gespür dafür entwickeln die Gefühle des Dementen zu erkennen.   Ausdrücken was man wahr nimmt.   Wo kein sprachlicher Austausch mehr möglich ist, kann auf Berührungen und Bewegungen zurückgegriffen werden.  Ziel: der Andere fühlt sich akzeptiert und verstanden
  • 32.
  • 33.   Basale Stimulation (lat.basal = grundlegend, stimulatio = Anreiz, Anregung)   Aktivierung der Wahrnehmungsbereiche und die Anregung primärer Körper- und Bewegungserfahrungen bei Reizmangel   Notwendige pflegerische Maßnahme bei Menschen, deren Eigenaktivität auf Grund ihrer mangelnden Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und deren Fähigkeit zur Wahrnehmung und Kommunikation erheblich beeinträchtigt ist.
  • 34.  Unmittelbare Reizung der Sinne während der Pflege durch  Körperstimulation  Anregung des Gleichgewichtssinnes  Haptische Stimulation (Tast- und Greifsinn)  Vibratorische Anregung  Orale Stimulation  Olfaktorische Stimulation (Gerüche)  Visuelle Stimulation
  • 35.
  • 36.   Allgemeines:   Seien Sie geduldig!   Sprechen Sie langsam und deutlich in kurzen Sätzen!   Stellen Sie Blickkontakt her, am besten in Augenhöhe!   Wiederholen Sie wichtige Informationen bei Bedarf.   Lassen Sie dem Kranken Zeit zu reagieren.   Diskutieren Sie nicht inhaltlich.
  • 37. Täglicher Ablauf:   Sorgen Sie für Beständigkeit und Routine.   Einfache Regeln und feste Gewohnheiten sind hilfreich.   Uhren, Kalender, Schilder an Räumen & Schränken helfen die Orientierung zu erhalten.   Nehmen Sie jede Veränderung so langsam wie möglich vor.   Gegenstände des täglichen Gebrauchs immer an den gleichen Stellen aufbewahren.
  • 38. Aktivitäten:   Vermeiden Sie Überforderungen (z.B. Lärm, Gedränge, Fernsehfilme...)   Fördern Sie tägliche Bewegung (Spazier- gänge, Gymnastik)   Stärken Sie sein Selbstwertgefühl, motivieren Sie ihn zu Tätigkeiten   Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.   Berücksichtigen Sie seine Bedürfnisse, damit er sich nicht überwacht fühlt
  • 39. Zu guter Letzt:   Legen Sie eine Liste mit wichtigen Telefonnummern neben das Telefon.   Beachten Sie Anzeichen der Verschlechterung.   Finden Sie Auslöser für bestimmte Verhaltensmuster (Hunger, Durst,...) und vermeiden Sie diese möglichst.   Lieblingsbeschäftigung „Verstecken“ -> inspizieren Sie die bevorzugten Verstecke und Mülleimer regelmäßig.
  • 40.   Pflegehilfsmittel   Hilfsmittel für die Sicherheit   Hilfsmittel für die Orientierung   Hilfsmittel zur Aktivität der Sinnesorgane
  • 41.   Wannenlift   Pflegebett   Toilettenstuhl   Rollstuhl   Haltegriffe   Rollator   Greifhilfe   Treppenlift
  • 42.   Hüftprotektor   Alarmtrittmatte   Herdsicherung   Rauchmelder   Hausnotruf   Fenstersicherung   Abschaltautomatik für Elektrogeräte   Bewegungsmelder / GPS-Sender
  • 43.   Nachtlicht   Hinweisschilder   Uhren und Kalender   Fotos   Beschriftung von Türen & Schränken   Verschiedenfarbige Markierungen   Klare Farben und Kontraste
  • 44.   Hörgerät -> Batterien vorhanden? -> richtig eingestellt?   Brille -> Sehstärke angepaßt? -> Trageband vorhanden?   Zahnprothese -> sitzt fest am Kiefer? -> Haftcreme vorhanden?
  • 45.   Vorsorge im medizinischen, sozialen und finanziellen Bereich für den Notfall treffen   Versorgung und mögliche Unterstützung für den Bedarfsfall optimieren
  • 46. Vorsorge:   Vorsorgevollmacht   Betreuungsverfügung   Patientenverfügung   (amtliche) Betreuung   Geschäftsfähigkeit prüfen lassen
  • 47. medizinisch:   Fahrtauglichkeit prüfen lassen   Haftpflichtversicherung abschließen   Schwerbehinderten- ausweis beantragen
  • 48. sozial:   Zuzahlungsbefreiung Krankenkasse   Pflegestufen-Antrag bzw. EdA-Antrag   Ggfs. Sozialhilfe bzw. Hilfe zur Pflege   GEZ-Befreiung   Ermäßigung der Telefongebühren
  • 49. Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe bei der Pflegekasse stellen, wenn:   Tägliche Hilfestellung bei der Körperpflege oder Anleitung und Beaufsichtigung dabei erforderlich ist   Toilettengänge regelmäßig der Aufsicht / Hilfestellung bedürfen   Nahrungsaufnahme nicht mehr selbständig oder nur noch unter Aufsicht / Anleitung erfolgt   Mobilität innerhalb der Wohnung stets personeller Unterstützung bedarf
  • 50. Definition Alltagskompetenz:   Fähigkeit eines Erwachsenen, die alltäglichen Aufgaben innerhalb seiner Kultur selbständig und unabhängig in einer eigenverantwortlichen Weise zu erfüllen
  • 51. Einschränkung der Alltagskompetenz (§45a SGB XI):   Erheblicher Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung aufgrund von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen mit Auswirkungen auf die Aktivitäten des täglichen Lebens   Dauerhaft anhaltend (für voraussichtlich mindestens sechs Monate)   Regelmäßig erforderlich, also täglich in je nach Tagesform verschiedener Ausprägung
  • 52. Zusätzliche Betreuungsleistungen (§45b SBG XI):   Tages- oder Nachtpflege   Kurzzeitpflege   Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung der Pflegedienste   Niedrigschwellige Angebote nach Landesrecht (§45c SGB XI)   Nachbarschaftshilfe der AOK Rheinland / Hamburg  Grundbetrag 100 €, erhöhter Betrag 200 €
  • 53. Ziele:   Hauptpflegeperson wird durch die stundenweise Betreuung des Kranken durch eine andere Person entlastet   Person ist dem Kranken vertraut und hat guten Zugang zu ihm   Nachbarn, Freunde, Bekannte, Verwandte ab 3.Grad möglich
  • 54. Umsetzung:   Pflegeperson / Angehöriger meldet der AOK eine geeignete Betreuungsperson   Schulung wird möglichst mit Pflege- und Betreuungsperson gemeinsam im Haushalt des Dementen durchgeführt (-> PFK)   Antrag auf Anerkennung der Betreuungs- person und Zertifikat über Kursteilnahme wird ausgefüllt   Pflegekasse bestätigt den Antrag, Betreuung & Abrechnung nach individueller Absprache