SlideShare ist ein Scribd-Unternehmen logo
1 von 6
Downloaden Sie, um offline zu lesen
Kosten der Finanzkrise
Ein kurzer Rückblick
“Allowing Lehman to go bankrupt was the single biggest
mistake of the financial crisis.”
„Lehman in die Insolvenz gehen zu lassen, war der größte
Einzelfehler der Finanzkrise.”
John Thain, ehem. CEO Merrill Lynch
Die Finanzkrise ab dem Jahr 2007 hat in den Industrienationen
zu den größten ökonomischen Verwerfungen seit dem Zwei­
ten Weltkrieg geführt. Gut fünf Jahre nach dem Höhepunkt
der Krise ist davon im Alltag zwar kaum noch etwas zu spüren,
doch wirken die Folgen der Krise bis heute nach. In dieser
Ausgabe von Kapital & Märkte finden Sie einen Überblick
darüber, welche Kosten die Finanzkrise für den Staat, die
Volkswirtschaft und für Kapitalanleger verursacht hat und
noch weiter verursachen wird. Diese Betrachtung deckt we­
sentliche Folgen der Finanzkrise ab, allerdings können auf­
grund der Komplexität nicht alle Auswirkungen, wie etwa die
der Vermögenspreisinflation durch die expansive Geldpolitik
auf die Realwirtschaft, berücksichtigt werden.
Die Krise wurde durch eine Vielzahl von Fehlern und Fehlan­
reizen verursacht, die zu einer Blasenbildung am amerikani­
schen Häusermarkt und – nach dem Platzen der Blase – zu
Milliardenverlusten bei Banken und Kapitalanlegern geführt
haben. Neue Formen von Hypothekenkrediten für finanz­
schwache Bevölkerungsgruppen, die Möglichkeit diese in
Form von komplexen Kreditverbriefungen an Drittinvestoren
weiterzureichen, das Versagen der Rating-Agenturen und viel
zu laxe Regulierungsvorgaben trugen maßgeblich zum Ent­
stehen der Kredit- und Immobilienblase bei.
Die in den Jahren zuvor anhaltend niedrigen Zinsen führten
bei – auch vielen deutschen – institutionellen Investoren zu
einer „Jagd nach Rendite“, wobei sie zunehmend größere
Risiken in Kauf nahmen. Dass man gleichzeitig den Banken­
sektor deregulierte, unterstützte diese Entwicklung. Als mit
den Zinserhöhungen der Fed immer mehr Hausbesitzer ihre
Hypotheken nicht mehr bedienen konnten und die Haus­preise
nachzugeben begannen, wurde die Komplexität der Kredit­
verbriefungen zum Problem. Man konnte kaum nachvoll­
ziehen, welchen Wert die einzelnen Tranchen der verbrieften
Hypothekenkredite hatten und welche Bank somit welche
Risiken in den Büchern hatte. Vertrauen – die Basis für ein
funktionierendes Finanzsystem – begann zu schwinden und
die Banken hatten immer mehr Schwierigkeiten bei der Re­
finanzierung.
Nachdem im März 2008 die in Schwierigkeiten geratene
Investmentbank Bear Stearns noch gerettet wurde, ver­
weigerten die Behörden im September der angeschlagenen
Investmentbank Lehman Brothers Hilfen, so dass es zu einer
ungeordneten Insolvenz kam. Dies verschärfte die Ver­
trauenskrise dramatisch. Dadurch brach nicht nur der Inter­
bankenmarkt zusammen, sondern auch die Realwirtschaft
bekam zunehmend Probleme mit der Kreditversorgung. ­Viele
Unternehmen stoppten ihre Investitionen und verringerten
die Produktion, um ihre vorhandenen Barmittel zu schonen.
Gleichzeitig ging insbesondere in den USA der private Kon­
sum deutlich zurück. Dies führte Ende 2008 zu einem Ein­
bruch der Wirtschaftsleistung, großen Rettungspaketen für
den Finanzsektor und staatlichen Ausgabenprogrammen zur
Kapital & Märkte erhalten Sie sehr gerne auch per E-Mail.
Wenn Sie hiervon Gebrauch machen möchten, senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail an:
KapitalundMaerkte@privatbank.de
Kapital & Märkte
Ausgabe März 2014
Stützung der Konjunktur. Gleichzeitig wurden die Zinsen
dramatisch gesenkt und verschiedene Programme zur Liqui­
ditätsversorgung des Bankensystems und der Volkswirtschaft
aufgelegt. ❚
Fiskalische Kosten
„Bankenrettung ist kein Geschäft“
Christopher Pleister, Vorsitzender des Leitungsausschusses
des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin)
Die offensichtlichsten Kosten der Finanzkrise sind die, die sich
unmittelbar im Staatshaushalt niederschlagen. Allerdings ist
auch hier eine genaue Abschätzung der Kosten schwierig.
Zum einen muss die hypothetische Situation ohne Finanz­krise
geschätzt werden, was mit vielen Unsicherheiten behaftet ist
und zum anderen können Ausgaben des Staates nicht ohne
weiteres mit Kosten gleichgesetzt werden. Die Belastungen
für den Staatshaushalt lassen sich unterteilen in die Kosten
der Bankenrettung, die Ausgaben für staatliche Konjunktur­
programme und die Belastungen durch die automatischen
Stabilisatoren.
Kurze Zeit nach der Insolvenz von Lehman Brothers haben
die meisten westlichen Staaten große Programme zur Stabi­
lisierung der Finanzmärkte aufgelegt. So wurden in Deutsch­
land bis zu 480 Milliarden Euro für Garantien, stille Einlagen
und Eigenkapitalbeteiligungen zur Verfügung gestellt. Da die
ausgestellten Garantien jedoch bei weitem nicht alle in
­Anspruch genommen wurden und darüber hinaus eine Ver­
zinsung erfolgte, liegt die Belastung für den Staatshaushalt
wesentlich unter diesem Betrag. Das gilt entsprechend für
Kapitaleinlagen, die ebenfalls verzinst werden bzw. für die
der Staat im Gegenzug Unternehmensanteile erhielt. Laut
einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirt­
schaftsforschung (RWI) summieren sich die Nettokosten für
den Bundeshaushalt auf bislang 37 Milliarden Euro. Weitere
Verluste drohen aus der Beteiligung an der Commerzbank
sowie aus den beiden Abwicklungsanstalten für von der
­Hypo Real Estate bzw. der WestLB ausgelagerte Wertpapier­
portfolios.
Neben der Bankenrettung hat die Bundesregierung verschie­
dene Maßnahmen getroffen, um die Realwirtschaft zu stützen
und so einer weiteren Abschwächung der Konjunktur ent­
gegenzuwirken. Zu diesen Konjunkturpaketen gehörten ­unter
anderem die „Abwrackprämie“, die Verlängerung der Kurz­
arbeit und zusätzliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruk­
tur. Berücksichtigt man die positiven Effekte in Form von
zusätzlichen Steuereinnahmen und vermiedenen Sozialaus­
gaben, führten die Maßnahmen zur Konjunkturbelebung
nach Schätzung des RWI zu einer Nettobelastung des Staats­
haushaltes von 47 Milliarden Euro.
Die sogenannten automatischen Stabilisatoren zogen eben­
falls deutliche fiskalische Belastungen nach sich. Unter diesen
versteht man Schwankungen bei den Staatsausgaben und
-einnahmen, welche glättend auf den Konjunkturverlauf
­wirken. Die Arbeitslosenversicherung muss zum Beispiel in
einer Hochkonjunktur nur an relativ wenige Personen Zah­
lungen leisten, erhält dagegen aber überdurchschnittlich
viele Beitragszahlungen. Dies verringert die Kaufkraft der
­Beitragszahler und dämpft damit das Wirtschaftswachstum.
50 %
55 %
60 %
65 %
70 %
75 %
80 %
85 %
90 %
-8 %
-7 %
-6 %
-5 %
-4 %
-3 %
-2 %
-1 %
0 %
1 %
2 %
3 %
4 %
5 %
6 %
7 %
8 %
Mrz 00 Mrz 01 Mrz 02 Mrz 03 Mrz 04 Mrz 05 Mrz 06 Mrz 07 Mrz 08 Mrz 09 Mrz 10 Mrz 11 Mrz 12 Mrz 13
Hunderte
Hunderte
Quelle: Bloomberg
ABBILDUNG 1: STAATSVERSCHULDUNG UND FINANZKRISE
BIP-Wachstum Deutschland in % (linke Skala)
Staatsverschuldung Deutschland in % des BIP (rechte Skala)
  
  
2
In Abschwungphasen steigt die Zahl der Arbeitslosen an,
wodurch die Zahl der Unterstützungsempfänger zunimmt
und die Zahl der Beitragszahler sinkt. Die Transferzahlungen
mindern den durch die Arbeitslosigkeit entstandenen Kauf­
kraftverlust und stützen damit die Konjunktur. Das RWI
schätzt, dass die automatischen Stabilisatoren durch die von
der Finanzkrise ausgelöste Rezession Kosten für den Staats­
haushalt von etwa 65 Milliarden Euro verursacht haben.
Fasst man diese drei Kostenblöcke zusammen, sind für den
Bundeshaushalt in Folge der Finanzkrise Belastungen von
mindestens knapp 150 Milliarden Euro entstanden, was etwa
sechs Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 2010
entspricht. ❚
Gesamtwirtschaftliche Kosten
“But these direct fiscal costs are almost certainly an under­
estimate of the damage to the wider economy which has
resulted from the crisis – the true social costs of crisis.”
„Diese direkten fiskalischen Kosten unterschätzen aber quasi
sicher den durch die Krise angerichteten gesamtwirtschaft­
lichen Schaden – den wahren sozialen Kosten der Krise.“
Andrew G. Haldane, Executive Director, Bank of England
Die Finanzkrise hat jedoch nicht nur den Staat, sondern die
gesamte Volkswirtschaft getroffen. Der starke Rückgang der
Wertschöpfung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – hat
direkte Auswirkungen auf die Menschen und Unternehmen
in Form von entgangenen Lohnzahlungen und Unterneh­
mensgewinnen, geringeren Investitionsvolumina und damit
einem verlangsamten technologischen Fortschritt. Da das
Bruttoinlandsprodukt über Jahre hinweg unter dem Niveau
bleiben wird, das es ohne die Finanzkrise erreicht hätte, sum­
mieren sich die Krisenkosten schnell zu sehr großen Beträgen
auf. Wie hoch diese letztendlich sein werden, hängt davon
ab, ob das zukünftige Wirtschaftswachstum hoch genug sein
wird, um in einigen Jahren das Niveau zu erreichen, welches
ohne die Finanzkrise erreicht worden wäre.
Abbildung 2 zeigt exemplarisch die Kosten für eine Volkswirt­
schaft, deren Wirtschaftswachstum nach der Finanzkrise für
einige Jahre über dem Trendwachstum liegt, so dass bis 2023
wieder das Niveau ohne Finanzkrise erreicht wird. Die volks­
wirtschaftlichen Kosten der Finanzkrise ergeben sich aus den
aufsummierten Barwerten der jährlichen Differenzen zwischen
hypothetischem Bruttoinlandsprodukt ohne die Finanzkrise
(hellblaue Linie) und dem tatsächlich realisierten Niveau
(rote Linie). Die rote Fläche stellt die entgangene Wirtschafts­
leistung dar. Ist das jährliche Wirtschaftswachstum dagegen
nicht hoch genug, wird die Volkswirtschaft nie das Niveau
erreichen, das sie ohne Finanzkrise erreicht hätte (vgl. Abbild-
ung 3). In diesem Fall wären die Kosten der Krise um ein
Vielfaches höher, da in jedem zukünftigen Jahr die Wertschöp­
fung geringer ausfallen wird.
Es ist sehr schwierig, genaue Zahlen zu ermitteln, da diese
vom Szenario, welches ohne die Finanzkrise eingetreten wäre,
dem prognostizierten Wirtschaftswachstum der kommenden
Jahre und dem Diskontierungszinssatz der zukünftig ent­
gangenen Wertschöpfung abhängen. Verschiedene Studien
u.a. des IWF, der Federal Reserve Bank of Dallas und der
800
900
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
1.500
1.600
1.700
1.800
800
900
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
1.500
1.600
1.700
1.800
Dez 02 Dez 04 Dez 06 Dez 08 Dez 10 Dez 12 Dez 14 Dez 16 Dez 18 Dez 20 Dez 22 Dez 24
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnung
ABBILDUNG 2: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE BEI RÜCKKEHR AUF TRENDWACHSTUMSPFAD
BIP-Wachstumspfad ab 2013
BIP-Wachstum 2003 bis 2012
BIP-Trendwachstum ohne Finanzkrise
3
Nicht-monetäre Kosten
“A stark legacy of the recession and the lackluster labor
market is reduced opportunity and deterioration captured
in subjective measures of well-being.”
„Ein schweres Erbe der Rezession und des schwachen Arbeits­
marktes sind die geringeren Chancen und eine Verschlech­
terung in subjektiven Messgrößen des Wohlergehens.“
Federal Reserve Bank of Dallas
Neben den, wenn auch teilweise schwer quantifizierbaren,
Kosten der Finanzkrise kommen weitere Belastungen hinzu,
die man kaum in monetären Größen ausdrücken kann. Ver­
läuft die wirtschaftliche Erholung nach einer Rezession nur
sehr langsam – so wie dies oft der Fall ist, wenn Finanzkrisen
der Auslöser waren – droht vielen Menschen eine längere
Arbeitslosigkeit. Abgesehen vom entgangenen Einkommen
kann dies Zukunftsängste, Stigmatisierung oder andere For­
men von psychischem Stress hervorrufen. Ebenso können
Beschäftigte betroffen sein, da die Gefahr des Arbeitsplatz­
verlusts ansteigt und die Möglichkeiten für berufliche Ver­
änderungen geringer sind. Zudem ruft die lange Arbeits­
losigkeit bei vielen das Gefühl hervor, dass sich ihre Chancen
auf ein gutes Leben deutlich verschlechtert haben. So ist
etwa in den USA die Zahl der neu gegründeten Haushalte
in den Jahren nach der Finanzkrise deutlich zurückgegangen,
da viele Kinder im erwerbsfähigen Alter weiter bei ihren
­Eltern wohnten. Studien zeigen, dass dieses Problem in
Deutschland mit seiner aktuell geringen Arbeitslosigkeit und
den gut ausgebauten Sozialsystemen relativ gering ist.
Friedrich-Ebert-Stiftung kommen zu einer Bandbreite von
Ergebnissen, in der die gesamtwirtschaftlichen Kosten der
Finanzkrise wahrscheinlich liegen werden.
Die Schätzungen für die USA reichen von 5 Billionen bis
14 Billionen US-Dollar, was etwa 35 bis 90 Prozent der Wert­
schöpfung eines Jahres entspricht (gemessen am BIP von
2007). Für Deutschland liegen die Schätzungen in Prozent
des ­Bruttoinlandsprodukts gemessen mit Werten zwischen
30 und 90 Prozent ähnlich hoch wie die für die USA (gemes­
sen am BIP von 2008), was Beträgen zwischen 750 Milliarden
und 2.200 Milliarden Euro entspricht.
In den Studien wird davon ausgegangen, dass beide Länder
zwar einen längeren Zeitraum von etwa 15 Jahren benötigen,
um wieder auf das BIP-Niveau ohne Finanzkrise zu kommen,
sie letztendlich aber dafür ausreichend hohe Wachstums­
raten aufweisen werden. Für Deutschland und auch die USA
kann diese Annahme zutreffen. Jedoch wurden viele Länder
von der Finanzkrise härter getroffen oder haben nicht ähnlich
gute Voraussetzungen zur Generierung zukünftigen Wachs­
tums: einen hohen Kapitalstock, gute Bildungssysteme und
eine hohe Innovationsfähigkeit. Berücksichtigt man noch,
dass bei längerer hoher Arbeitslosigkeit viele fachliche
­Qualifikationen verloren gehen, ist davon auszugehen, dass
einige Länder in Zukunft ein geringeres Trendwachstum
verzeichnen werden. Die volkswirtschaftlichen Kosten der
Finanzkrise werden für diese Länder – in Prozent des Brutto­
inlandsprodukts gerechnet – ein Vielfaches dessen aus­
machen, was Deutschland oder die USA zu tragen haben. ❚
800
900
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
1.500
1.600
1.700
1.800
800
900
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
1.500
1.600
1.700
1.800
Dez 02 Dez 04 Dez 06 Dez 08 Dez 10 Dez 12 Dez 14 Dez 16 Dez 18 Dez 20 Dez 22 Dez 24
Quelle: Bloomberg, eigene Berechnung
ABBILDUNG 3: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE OHNE RÜCKKEHR AUF TRENDWACHSTUMSPFAD
BIP-Wachstumspfad ab 2013
BIP-Wachstum 2003-2012
BIP-Trendwachstum ohne Finanzkrise
4
durch die Krise – wie im Abschnitt „Gesamtwirtschaftliche
Kosten“ beschrieben – Umsätze und Gewinne entgangen,
die letztendlich zu Lasten der Aktionäre gehen. Die massiven
Liquiditätsspritzen, mit denen die Zentralbanken gegen
Rezession und drohende Deflation kämpfen, kompensieren
diese Belastung allerdings über niedrigere Zinskosten zumin­
dest teilweise.
Diese Liquiditätsflut bereitet Anlegern aber auch große Pro­
bleme. Durch die extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen ist
es sehr schwierig geworden, festverzinsliche Anlagen zu fin­
den, die einen realen Kapitalerhalt ermöglichen, ohne über­
mäßige Risiken in Form von schlechterer Bonität, langer
Laufzeit oder Fremdwährungen einzugehen. Es ist kaum mehr
möglich, Sicherheit, Rendite und Liquidität gleichzeitig zu
erreichen. Während Kapitalanlegern Erträge verloren gehen,
profitieren Schuldner von den niedrigen Zinsen. So spart die
Bundes­republik Deutschland nach Auskunft der Bundesre­
gierung von 2010 bis 2014 knapp 41 Milliarden Euro an
Zinszahlungen ein. Nach einer Studie von McKinsey haben
die Bundeshaushalte der USA, Großbritanniens und der Euro­
zone zwischen 2007 und 2012 knapp 1.400 Milliarden US-
Dollar und Unternehmen (ohne Banken) 710 Milliarden US-
Dollar an Zinskosten gespart. Dies ging zu Lasten der
privaten Haushaushalte mit 630 Milliarden, der Versicherun­
gen und Pensionskassen mit 460 Milliarden sowie Investoren
aus dem Rest der Welt mit 710 Milliarden US-Dollar. Da es
sich um Verteilungseffekte zwischen gesellschaftlichen Grup­
pen handelt, gehören diese zwar nicht zu den gesellschaft­
lichen Kosten der Finanzkrise, doch können die Umvertei­
lungswirkungen für die betroffenen Personen spürbare
Belastungen bedeuten. ❚
Erkenntnisse für den Anleger
„Be fearful when others are greedy. Be greedy when others
are fearful.”
“Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn
andere ängstlich sind.“
Warren Buffet
Finanz- und Wirtschaftskrisen verursachen in Form von Wohl­
standsverlusten immense Kosten für die Gesellschaft. Es liegt
nicht in der Macht des einzelnen Anlegers, diese zu vermei­
den. Aus der Krise lassen sich jedoch einige Empfehlungen
für die Vermögensanlage ableiten:
In den USA, wo der „Amerikanische Traum“ im Bewusstsein
vieler Amerikaner fest verankert ist, sowie in Südeuropa, wo
die Finanzkrise und die Euro-Schuldenkrise zu hohen Arbeits­
losenquoten geführt haben, spielen diese nicht-monetären
Kosten eine bedeutende Rolle.
Ein weiterer Aspekt ist, dass das Vertrauen der Menschen in
die Regierungen und das marktwirtschaftliche System ge­
sunken ist. In Ländern, in denen größere Anpassungspro­
gramme unvermeidlich sind, droht dadurch eine Stärkung
radikaler Parteien an beiden Enden des politischen Spekt­
rums. Damit besteht die Gefahr, dass die Staaten notwen­
dige wirtschaftliche Reformen nur halbherzig umsetzen. In
Ländern wie Deutschland, die relativ gut durch die Krise
gekommen sind, reagiert die Politik mit verstärkter Umver­
teilung und dem teilweisen Zurückdrehen von Wirtschafts­
reformen. Gerade diese Abkehr von Strukturreformen erhöht
jedoch die Gefahr, dass das zukünftige Wirtschaftswachstum
geschwächt und damit die gesamtwirtschaftlichen Kosten
der Finanzkrise erhöht werden. ❚
Kosten für Kapitalanleger
„Aus dem ‚risikolosen Zins’ ist ein ‚zinsloses Risiko’ gewor­
den“
Handelsblatt
Die Finanzkrise hat auch die Kapitalanleger schwer getroffen.
So verloren die Aktienmärkte in Europa und den USA von
ihren Höchstständen Ende 2007 bis zum Tief im Frühjahr
2009 über 50 Prozent an Wert. Auch wenn sich die Aktien­
märkte in den kommenden Jahren relativ schnell erholten,
haben die Folgen der Finanzkrise für die Weltwirtschaft sowie
die Krisenreaktionen der Notenbanken nachhaltige Konse­
quenzen für die Kapitalanleger. Neben offensichtlichen Ver­
mögensverlusten, wie Anlagen in der verstaatlichten Hypo
Real Estate oder Zertifikaten des Emittenten Lehman Brot­
hers, waren auch Finanzprodukte betroffen, die keine direk­
te Verbindung zum US-Immobilienmarkt oder zu Kreditver­
briefungen hatten. So führte etwa der starke Rückgang im
Welthandel durch die globale Rezession Anfang 2009 zu­
sammen mit vielen Schiffsneubauten – die noch vor dem
Ausbruch der Krise in der Erwartung weiter schnell wach­
sender internationaler Güterströme bestellt wurden – zu
einem Einbruch bei den Frachtraten. Dadurch konnten ­viele
Schiffe nicht mehr kostendeckend betrieben werden, wo­
durch Anleger geschlossener Schiffsbeteiligungen teils deut­
liche Verluste erlitten. Aber auch vielen Unternehmen sind
5
Bankhaus Ellwanger & Geiger KG
Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart
Amtsgericht Stuttgart HRA 738
Persönlich haftende Gesellschafter:

Dr. Volker Gerstenmaier, Mario Caroli


Ihr Ansprechpartner:
Michael Beck
Leiter Portfolio Management
Telefon 0711/2148-242, Telefax 0711/2148-250
Michael.Beck@privatbank.de
Redaktion:
Patrick Nass
Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger Privatbankiers
www.privatbank.de/kapitalmarkt
Die Darstellungen geben die aktuellen Meinungen und Einschätzun­
gen zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments wieder. Sie können
ohne Vorankündigung angepasst oder geändert werden. Die enthal­
tenen Informationen wurden sorgfältig geprüft und zusammenge­
stellt. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht
übernommen werden.
Die vorliegende Information ist keine Anlageberatung oder Empfeh­
lung. Für individuelle Anlageempfehlungen und umfassende Beratun­
gen stehen Ihnen die Berater unseres Hauses gerne zur Ver­fügung.
Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des
Wertpapierhandelsgesetztes und genügen nicht allen gesetzlichen
Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von
Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor
der Veröffentlichung von Finanzanalysen.
Die Urheberrechte für die gesamte inhaltliche und graphische Gestal­
tung liegen beim Herausgeber und dürfen gerne, jedoch nur mit
schriftlicher Genehmigung, verwendet werden.
Ergänzende Hinweise:
(1)	Angaben zur steuerlichen Situation sind nur allgemeiner Art.
Für eine individuelle Beurteilung der für Sie steuerlich relevanten
Aspekte und ggf. abweichende Bewertungen sollten Sie Ihren
­Steuerberater hinzuziehen.
(2)	Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger
Indikator für zukünftige Entwicklungen.
(3)	Finanzinstrumente oder Indizes können in Fremdwährungen notiert
sein. Deren Renditen können daher auch aufgrund von Währungs­
schwankungen steigen oder fallen.
Impressum	 Wichtige Hinweise	
•• Vernachlässigen Sie bei der Suche nach renditeträchtigeren
Anlagen das damit verbundene Risiko nicht. Diesen Fehler
haben institutionelle Investoren in den Jahren vor der Finanz­
krise mit verbrieften Hypothekenkrediten begangen. Die
Folgen sind an der Hypo Real Estate, der IKB Bank und
einigen Landesbanken zu sehen. Insbesondere im aktuell
niedrigen Zinsumfeld sollte man für den Reiz, einige Basis­
punkte Extra­rendite zu erzielen, seine persönliche Risiko­
tragfähigkeit nicht vernachlässigen.
•• Die wirtschaftliche Erholung ist aktuell stark von den Maß­
nahmen und Entscheidungen der Regierungen und Noten­
banken abhängig. Wie die Lehman-Insolvenz gezeigt hat,
ist keine dieser Institutionen frei von Fehlern. Anleger sollten
daher die Möglichkeit von Politikentscheidungen – insbe­
sondere wenn damit unpopuläre Ausgaben verbunden sind
– einkalkulieren, die sich negativ auf das Vertrauen an den
­Kapitalmärkten auswirken.
•• Je komplexer Finanzprodukte sind, desto schwieriger ist es,
deren Verhalten in Extremsituationen einzuschätzen. Auch
die Kostenstruktur ist mit steigender Komplexität tenden­
ziell ungünstiger. Wenn es im Einzelfall keine guten Gründe
für das strukturierte Produkt gibt, sollte man das einfachere
­Investment vorziehen.
•• Wenn Sie in unternehmerische Anlageformen wie Aktien
oder geschlossene Beteiligungen investieren, sollten Sie ein
breit gestreutes Portfolio aufbauen, da bei Einzelpositionen
ein Totalverlust nie ausgeschlossen werden kann. Eine breite
Diversifikation, nicht nur über alle Vermögensklassen hin­
weg, sondern auch innerhalb des jeweiligen Segments ver­
hindert, dass sich einzelne Problemfälle stark negativ auf
das Ver­mögen auswirken. Hätte man etwa das Segment
Versicherungen vor der Finanzkrise nur über die AIG Group
abgedeckt, läge der Wertverlust seit Anfang 2008 bei über
94 Prozent, wo­gegen der Sektorindex in dieser Zeit gut
zwölf Prozent hinzugewonnen hat.
•• Riskante Anlagen erfordern einen langen Anlagehorizont
– vielleicht länger als man es vor der Finanzkrise für ausrei­
chend erachtet hat. Die Kursschwankungen der vergangenen
Jahre haben gezeigt, dass ein Anlagehorizont von fünf
Jahren zu knapp sein kann, um mit hinreichender Sicherheit
eine gute Wertentwicklung zu erzielen. Diesen Anlage­
horizont sollte man – trotz möglicher zwischenzeitlicher
Verluste – durchhalten. Der mediale Höhepunkt einer Krise
ist selten ein guter Verkaufszeitpunkt. ❚
6

Weitere ähnliche Inhalte

Was ist angesagt?

Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021 Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021 Bankenverband
 
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...I W
 
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webEki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webWerner Drizhal
 
Strukturelle Gewalt im Geld und Finanzsystem
Strukturelle Gewalt im Geld  und FinanzsystemStrukturelle Gewalt im Geld  und Finanzsystem
Strukturelle Gewalt im Geld und Finanzsystemmonnetaorg
 
Geld neu denken
Geld neu denkenGeld neu denken
Geld neu denkenmonnetaorg
 
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webEki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webWerner Drizhal
 
Glossar finanzmarkt und-eurokrise
Glossar finanzmarkt und-eurokriseGlossar finanzmarkt und-eurokrise
Glossar finanzmarkt und-eurokriseFESD GKr
 
20091125.Kotz Finanzstabilitaet
20091125.Kotz Finanzstabilitaet20091125.Kotz Finanzstabilitaet
20091125.Kotz FinanzstabilitaetWolfgang Wettach
 
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzen
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzenAnalyse nr. 104 staatsinsolvenzen
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzenFESD GKr
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenBankenverband
 
Verteilungsgerechtigkeit und krise
Verteilungsgerechtigkeit und kriseVerteilungsgerechtigkeit und krise
Verteilungsgerechtigkeit und kriseWerner Drizhal
 
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“Bankenverband
 
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021 Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021 Bankenverband
 

Was ist angesagt? (20)

Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - Januar 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - Januar 2012Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - Januar 2012
Aktuelle Informationen aus dem Kapitalmarkt - Januar 2012
 
Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021 Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - Januar 2021
 
Volkswirtschaft Special deutsche Wirtschaft in ruhigen Gewässern
Volkswirtschaft Special deutsche Wirtschaft in ruhigen GewässernVolkswirtschaft Special deutsche Wirtschaft in ruhigen Gewässern
Volkswirtschaft Special deutsche Wirtschaft in ruhigen Gewässern
 
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...
Die Auswirkungen von Niedrigzinsen und unkonventionellen geldpolitischen Maßn...
 
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webEki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2013Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2013
Kapital & Märkte: Ausgabe Juni 2013
 
Strukturelle Gewalt im Geld und Finanzsystem
Strukturelle Gewalt im Geld  und FinanzsystemStrukturelle Gewalt im Geld  und Finanzsystem
Strukturelle Gewalt im Geld und Finanzsystem
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
Kapital & Märkte: Ausgabe Mai 2014
 
Geld neu denken
Geld neu denkenGeld neu denken
Geld neu denken
 
Deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen Abkühlungstrend
Deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen AbkühlungstrendDeutsche Wirtschaft stemmt sich gegen Abkühlungstrend
Deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen Abkühlungstrend
 
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_webEki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
Eki glossar fnanzkrise_a4_4c_ped_web
 
Glossar finanzmarkt und-eurokrise
Glossar finanzmarkt und-eurokriseGlossar finanzmarkt und-eurokrise
Glossar finanzmarkt und-eurokrise
 
20091125.Kotz Finanzstabilitaet
20091125.Kotz Finanzstabilitaet20091125.Kotz Finanzstabilitaet
20091125.Kotz Finanzstabilitaet
 
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzen
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzenAnalyse nr. 104 staatsinsolvenzen
Analyse nr. 104 staatsinsolvenzen
 
BVR Volkswirtschaft Special - EZB muss aus lockerer Geldpolitik aussteigen
BVR Volkswirtschaft Special - EZB muss aus lockerer Geldpolitik aussteigenBVR Volkswirtschaft Special - EZB muss aus lockerer Geldpolitik aussteigen
BVR Volkswirtschaft Special - EZB muss aus lockerer Geldpolitik aussteigen
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische Risikoindikatoren
 
Verteilungsgerechtigkeit und krise
Verteilungsgerechtigkeit und kriseVerteilungsgerechtigkeit und krise
Verteilungsgerechtigkeit und krise
 
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage “Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
 
Studie des BVR, der DZ Bank & WGZ Bank: Mittelstand im Mittelpunkt_Herbst_2015
Studie des BVR, der DZ Bank & WGZ Bank: Mittelstand im Mittelpunkt_Herbst_2015Studie des BVR, der DZ Bank & WGZ Bank: Mittelstand im Mittelpunkt_Herbst_2015
Studie des BVR, der DZ Bank & WGZ Bank: Mittelstand im Mittelpunkt_Herbst_2015
 
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021 Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021
Indikatoren für systemisches Risiko - April 2021
 

Andere mochten auch

Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutet
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutetDigital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutet
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutetdie firma . experience design GmbH
 
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassen
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassenPresseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassen
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassenEllwanger & Geiger Privatbankiers
 
GI2016 Open Call for Presentations
GI2016 Open Call for PresentationsGI2016 Open Call for Presentations
GI2016 Open Call for PresentationsIGN Vorstand
 
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert ein
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert einKommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert ein
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert einEllwanger & Geiger Privatbankiers
 
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)IGN Vorstand
 
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...Stephan Dreyer
 
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 

Andere mochten auch (20)

Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Europäische Immobilienaktien stabiler al...
 
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutet
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutetDigital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutet
Digital Finance - Die nächste Runde im Rennen um die Kunden ist eingeläutet
 
Kapital & Märkte, Ausgabe November 2014
Kapital & Märkte, Ausgabe November 2014Kapital & Märkte, Ausgabe November 2014
Kapital & Märkte, Ausgabe November 2014
 
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...
Presseinformation: MIPIM 2012 – Stuttgart ist erstklassiger Immobilienstandor...
 
FACTSHEET “E&G GLOBAL STOCKS”
FACTSHEET “E&G GLOBAL STOCKS”FACTSHEET “E&G GLOBAL STOCKS”
FACTSHEET “E&G GLOBAL STOCKS”
 
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassen
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassenPresseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassen
Presseinformation E&G: Anlagestrategie an schwierige Bedingungen anpassen
 
Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012
Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012
Der REIT-Investor: Ausgabe 1 vom April 2012
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Wahl
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie WahlDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Wahl
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Freie Wahl
 
Trends Digital Health - Die Firma
Trends Digital Health - Die FirmaTrends Digital Health - Die Firma
Trends Digital Health - Die Firma
 
GI2016 Open Call for Presentations
GI2016 Open Call for PresentationsGI2016 Open Call for Presentations
GI2016 Open Call for Presentations
 
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert ein
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert einKommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert ein
Kommentar zum Immobilienaktienmarkt: Aktienmarkt büßt kräftig an Wert ein
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGARTDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Sommergewitter
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: SommergewitterDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Sommergewitter
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Sommergewitter
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Ultimative Erleichterung
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Ultimative ErleichterungDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Ultimative Erleichterung
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Ultimative Erleichterung
 
Büromarktbericht München 2011-2012
Büromarktbericht München 2011-2012Büromarktbericht München 2011-2012
Büromarktbericht München 2011-2012
 
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)
GI2010 symposium-ws2.0-intro-baumann3 (geoportal-intro+workshop)
 
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...
Urheberrecht in der Schockstarre? Welche Ideen zur Neuordnung warum nicht ...
 
Stuttgarter Büromarktbericht 2011/2012
Stuttgarter Büromarktbericht 2011/2012Stuttgarter Büromarktbericht 2011/2012
Stuttgarter Büromarktbericht 2011/2012
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Hohe Hürde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Hohe HürdeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Hohe Hürde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Hohe Hürde
 
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013
Ellwanger & Geiger: Kapital & Märkte, Ausgabe November 2013
 

Ähnlich wie Kapital & Märkte, Ausgabe März 2014

Presseunterlage krisenschulden sept2010
Presseunterlage krisenschulden sept2010Presseunterlage krisenschulden sept2010
Presseunterlage krisenschulden sept2010Werner Drizhal
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenBankenverband
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenBankenverband
 
D Iwh Prognoseupdate 16march2009
D Iwh Prognoseupdate 16march2009D Iwh Prognoseupdate 16march2009
D Iwh Prognoseupdate 16march2009guest4591b4d
 
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"Thomas Kreiml
 
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020Bankenverband
 
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...Alexis Eisenhofer
 
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...I W
 
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019Bankenverband
 
Modul 6 - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptx
Modul 6  - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptxModul 6  - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptx
Modul 6 - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptxcaniceconsulting
 
Umfrageergebnisse Konjunktur und Wirtschaftspolitik
Umfrageergebnisse Konjunktur und WirtschaftspolitikUmfrageergebnisse Konjunktur und Wirtschaftspolitik
Umfrageergebnisse Konjunktur und WirtschaftspolitikBankenverband
 
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“Bankenverband
 
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012Wirtschaftspolitische informationen-2-2012
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012Werner Drizhal
 
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_rettenPerspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_rettenWerner Drizhal
 
Staatsschuldenkrise (Update Januar 2014)
Staatsschuldenkrise  (Update Januar 2014)Staatsschuldenkrise  (Update Januar 2014)
Staatsschuldenkrise (Update Januar 2014)Bankenverband
 
Konjunkturprognose 2014
Konjunkturprognose 2014Konjunkturprognose 2014
Konjunkturprognose 2014Bankenverband
 

Ähnlich wie Kapital & Märkte, Ausgabe März 2014 (20)

Presseunterlage krisenschulden sept2010
Presseunterlage krisenschulden sept2010Presseunterlage krisenschulden sept2010
Presseunterlage krisenschulden sept2010
 
BVR Volkswirtschaft special: Makroprudenzielle Politik – neue Meldelasten ver...
BVR Volkswirtschaft special: Makroprudenzielle Politik – neue Meldelasten ver...BVR Volkswirtschaft special: Makroprudenzielle Politik – neue Meldelasten ver...
BVR Volkswirtschaft special: Makroprudenzielle Politik – neue Meldelasten ver...
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische Risikoindikatoren
 
Systemische Risikoindikatoren
Systemische RisikoindikatorenSystemische Risikoindikatoren
Systemische Risikoindikatoren
 
Kapital & Märkte Ausgabe Januar 2014
Kapital & Märkte Ausgabe Januar 2014Kapital & Märkte Ausgabe Januar 2014
Kapital & Märkte Ausgabe Januar 2014
 
D Iwh Prognoseupdate 16march2009
D Iwh Prognoseupdate 16march2009D Iwh Prognoseupdate 16march2009
D Iwh Prognoseupdate 16march2009
 
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"
David Mum: "Schuldenmythen. Stabilitätspaket - Fiskalpakt - Sparpaket"
 
BVR Volkswirtschaft Kompakt 01 2018
BVR Volkswirtschaft Kompakt 01 2018BVR Volkswirtschaft Kompakt 01 2018
BVR Volkswirtschaft Kompakt 01 2018
 
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020
Indikatoren für Systemisches Risiko - Januar 2020
 
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...
Nullzinsen, Negativzinsen, Strafzinsen: Die Kapitalanlage der Versicherungswi...
 
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...
Eine erste Bewertung makroprudenzieller Instrumente in der Immobilienfinanzie...
 
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019
Indikatoren für Systemisches Risiko - Oktober 2019
 
Modul 6 - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptx
Modul 6  - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptxModul 6  - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptx
Modul 6 - Externe Krisenauslöser - Finanzen.pptx
 
Studie: Wachstumswirkungen eines Euro-Ausstiegs
Studie: Wachstumswirkungen eines Euro-AusstiegsStudie: Wachstumswirkungen eines Euro-Ausstiegs
Studie: Wachstumswirkungen eines Euro-Ausstiegs
 
Umfrageergebnisse Konjunktur und Wirtschaftspolitik
Umfrageergebnisse Konjunktur und WirtschaftspolitikUmfrageergebnisse Konjunktur und Wirtschaftspolitik
Umfrageergebnisse Konjunktur und Wirtschaftspolitik
 
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
BdB-Umfrage „Konjunktur und Wirtschaftspolitik“
 
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012Wirtschaftspolitische informationen-2-2012
Wirtschaftspolitische informationen-2-2012
 
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_rettenPerspektiven nr1 wie_den_euro_retten
Perspektiven nr1 wie_den_euro_retten
 
Staatsschuldenkrise (Update Januar 2014)
Staatsschuldenkrise  (Update Januar 2014)Staatsschuldenkrise  (Update Januar 2014)
Staatsschuldenkrise (Update Januar 2014)
 
Konjunkturprognose 2014
Konjunkturprognose 2014Konjunkturprognose 2014
Konjunkturprognose 2014
 

Mehr von Ellwanger & Geiger Privatbankiers

GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2Ellwanger & Geiger Privatbankiers
 

Mehr von Ellwanger & Geiger Privatbankiers (20)

DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere ZeitenDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unsichere Zeiten
 
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
DER MARKTBERICHT MÜNCHEN, 1. - 3. Quartal 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-TiefDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Herbst-Tief
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im DaxDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Die Immobilie im Dax
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige HändeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Zittrige Hände
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-TageDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: China-Tage
 
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
GPP INVESTMENT/BÜROVERMIETUNG GEWERBE-IMMOBILIENMARKT DEUTSCHLAND 2015/Q1-2
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Konjunkturdämpfer
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Unbehagen
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: SchrecksekundeDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Schrecksekunde
 
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
Kapital & Märkte: Ausgabe Juli 2015
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Juni 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: ErleichterungsrallyDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Erleichterungsrally
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt CrashDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Normalisierung statt Crash
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: VerschnaufpauseDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Verschnaufpause
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben JahreDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Alle sieben Jahre
 
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
Investmentmarktbericht Stuttgart 2014/2015
 
Investmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPPInvestmentmarktbericht 2014 GPP
Investmentmarktbericht 2014 GPP
 
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
Kapital & Märkte, Ausgabe Februar 2015
 
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in EuropaDIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
DIE MARKTMEINUNG AUS STUTTGART: Abwertungshausse in Europa
 

Kapital & Märkte, Ausgabe März 2014

  • 1. Kosten der Finanzkrise Ein kurzer Rückblick “Allowing Lehman to go bankrupt was the single biggest mistake of the financial crisis.” „Lehman in die Insolvenz gehen zu lassen, war der größte Einzelfehler der Finanzkrise.” John Thain, ehem. CEO Merrill Lynch Die Finanzkrise ab dem Jahr 2007 hat in den Industrienationen zu den größten ökonomischen Verwerfungen seit dem Zwei­ ten Weltkrieg geführt. Gut fünf Jahre nach dem Höhepunkt der Krise ist davon im Alltag zwar kaum noch etwas zu spüren, doch wirken die Folgen der Krise bis heute nach. In dieser Ausgabe von Kapital & Märkte finden Sie einen Überblick darüber, welche Kosten die Finanzkrise für den Staat, die Volkswirtschaft und für Kapitalanleger verursacht hat und noch weiter verursachen wird. Diese Betrachtung deckt we­ sentliche Folgen der Finanzkrise ab, allerdings können auf­ grund der Komplexität nicht alle Auswirkungen, wie etwa die der Vermögenspreisinflation durch die expansive Geldpolitik auf die Realwirtschaft, berücksichtigt werden. Die Krise wurde durch eine Vielzahl von Fehlern und Fehlan­ reizen verursacht, die zu einer Blasenbildung am amerikani­ schen Häusermarkt und – nach dem Platzen der Blase – zu Milliardenverlusten bei Banken und Kapitalanlegern geführt haben. Neue Formen von Hypothekenkrediten für finanz­ schwache Bevölkerungsgruppen, die Möglichkeit diese in Form von komplexen Kreditverbriefungen an Drittinvestoren weiterzureichen, das Versagen der Rating-Agenturen und viel zu laxe Regulierungsvorgaben trugen maßgeblich zum Ent­ stehen der Kredit- und Immobilienblase bei. Die in den Jahren zuvor anhaltend niedrigen Zinsen führten bei – auch vielen deutschen – institutionellen Investoren zu einer „Jagd nach Rendite“, wobei sie zunehmend größere Risiken in Kauf nahmen. Dass man gleichzeitig den Banken­ sektor deregulierte, unterstützte diese Entwicklung. Als mit den Zinserhöhungen der Fed immer mehr Hausbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bedienen konnten und die Haus­preise nachzugeben begannen, wurde die Komplexität der Kredit­ verbriefungen zum Problem. Man konnte kaum nachvoll­ ziehen, welchen Wert die einzelnen Tranchen der verbrieften Hypothekenkredite hatten und welche Bank somit welche Risiken in den Büchern hatte. Vertrauen – die Basis für ein funktionierendes Finanzsystem – begann zu schwinden und die Banken hatten immer mehr Schwierigkeiten bei der Re­ finanzierung. Nachdem im März 2008 die in Schwierigkeiten geratene Investmentbank Bear Stearns noch gerettet wurde, ver­ weigerten die Behörden im September der angeschlagenen Investmentbank Lehman Brothers Hilfen, so dass es zu einer ungeordneten Insolvenz kam. Dies verschärfte die Ver­ trauenskrise dramatisch. Dadurch brach nicht nur der Inter­ bankenmarkt zusammen, sondern auch die Realwirtschaft bekam zunehmend Probleme mit der Kreditversorgung. ­Viele Unternehmen stoppten ihre Investitionen und verringerten die Produktion, um ihre vorhandenen Barmittel zu schonen. Gleichzeitig ging insbesondere in den USA der private Kon­ sum deutlich zurück. Dies führte Ende 2008 zu einem Ein­ bruch der Wirtschaftsleistung, großen Rettungspaketen für den Finanzsektor und staatlichen Ausgabenprogrammen zur Kapital & Märkte erhalten Sie sehr gerne auch per E-Mail. Wenn Sie hiervon Gebrauch machen möchten, senden Sie uns bitte eine kurze E-Mail an: KapitalundMaerkte@privatbank.de Kapital & Märkte Ausgabe März 2014
  • 2. Stützung der Konjunktur. Gleichzeitig wurden die Zinsen dramatisch gesenkt und verschiedene Programme zur Liqui­ ditätsversorgung des Bankensystems und der Volkswirtschaft aufgelegt. ❚ Fiskalische Kosten „Bankenrettung ist kein Geschäft“ Christopher Pleister, Vorsitzender des Leitungsausschusses des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) Die offensichtlichsten Kosten der Finanzkrise sind die, die sich unmittelbar im Staatshaushalt niederschlagen. Allerdings ist auch hier eine genaue Abschätzung der Kosten schwierig. Zum einen muss die hypothetische Situation ohne Finanz­krise geschätzt werden, was mit vielen Unsicherheiten behaftet ist und zum anderen können Ausgaben des Staates nicht ohne weiteres mit Kosten gleichgesetzt werden. Die Belastungen für den Staatshaushalt lassen sich unterteilen in die Kosten der Bankenrettung, die Ausgaben für staatliche Konjunktur­ programme und die Belastungen durch die automatischen Stabilisatoren. Kurze Zeit nach der Insolvenz von Lehman Brothers haben die meisten westlichen Staaten große Programme zur Stabi­ lisierung der Finanzmärkte aufgelegt. So wurden in Deutsch­ land bis zu 480 Milliarden Euro für Garantien, stille Einlagen und Eigenkapitalbeteiligungen zur Verfügung gestellt. Da die ausgestellten Garantien jedoch bei weitem nicht alle in ­Anspruch genommen wurden und darüber hinaus eine Ver­ zinsung erfolgte, liegt die Belastung für den Staatshaushalt wesentlich unter diesem Betrag. Das gilt entsprechend für Kapitaleinlagen, die ebenfalls verzinst werden bzw. für die der Staat im Gegenzug Unternehmensanteile erhielt. Laut einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirt­ schaftsforschung (RWI) summieren sich die Nettokosten für den Bundeshaushalt auf bislang 37 Milliarden Euro. Weitere Verluste drohen aus der Beteiligung an der Commerzbank sowie aus den beiden Abwicklungsanstalten für von der ­Hypo Real Estate bzw. der WestLB ausgelagerte Wertpapier­ portfolios. Neben der Bankenrettung hat die Bundesregierung verschie­ dene Maßnahmen getroffen, um die Realwirtschaft zu stützen und so einer weiteren Abschwächung der Konjunktur ent­ gegenzuwirken. Zu diesen Konjunkturpaketen gehörten ­unter anderem die „Abwrackprämie“, die Verlängerung der Kurz­ arbeit und zusätzliche Investitionen in die Verkehrsinfrastruk­ tur. Berücksichtigt man die positiven Effekte in Form von zusätzlichen Steuereinnahmen und vermiedenen Sozialaus­ gaben, führten die Maßnahmen zur Konjunkturbelebung nach Schätzung des RWI zu einer Nettobelastung des Staats­ haushaltes von 47 Milliarden Euro. Die sogenannten automatischen Stabilisatoren zogen eben­ falls deutliche fiskalische Belastungen nach sich. Unter diesen versteht man Schwankungen bei den Staatsausgaben und -einnahmen, welche glättend auf den Konjunkturverlauf ­wirken. Die Arbeitslosenversicherung muss zum Beispiel in einer Hochkonjunktur nur an relativ wenige Personen Zah­ lungen leisten, erhält dagegen aber überdurchschnittlich viele Beitragszahlungen. Dies verringert die Kaufkraft der ­Beitragszahler und dämpft damit das Wirtschaftswachstum. 50 % 55 % 60 % 65 % 70 % 75 % 80 % 85 % 90 % -8 % -7 % -6 % -5 % -4 % -3 % -2 % -1 % 0 % 1 % 2 % 3 % 4 % 5 % 6 % 7 % 8 % Mrz 00 Mrz 01 Mrz 02 Mrz 03 Mrz 04 Mrz 05 Mrz 06 Mrz 07 Mrz 08 Mrz 09 Mrz 10 Mrz 11 Mrz 12 Mrz 13 Hunderte Hunderte Quelle: Bloomberg ABBILDUNG 1: STAATSVERSCHULDUNG UND FINANZKRISE BIP-Wachstum Deutschland in % (linke Skala) Staatsverschuldung Deutschland in % des BIP (rechte Skala)     2
  • 3. In Abschwungphasen steigt die Zahl der Arbeitslosen an, wodurch die Zahl der Unterstützungsempfänger zunimmt und die Zahl der Beitragszahler sinkt. Die Transferzahlungen mindern den durch die Arbeitslosigkeit entstandenen Kauf­ kraftverlust und stützen damit die Konjunktur. Das RWI schätzt, dass die automatischen Stabilisatoren durch die von der Finanzkrise ausgelöste Rezession Kosten für den Staats­ haushalt von etwa 65 Milliarden Euro verursacht haben. Fasst man diese drei Kostenblöcke zusammen, sind für den Bundeshaushalt in Folge der Finanzkrise Belastungen von mindestens knapp 150 Milliarden Euro entstanden, was etwa sechs Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 2010 entspricht. ❚ Gesamtwirtschaftliche Kosten “But these direct fiscal costs are almost certainly an under­ estimate of the damage to the wider economy which has resulted from the crisis – the true social costs of crisis.” „Diese direkten fiskalischen Kosten unterschätzen aber quasi sicher den durch die Krise angerichteten gesamtwirtschaft­ lichen Schaden – den wahren sozialen Kosten der Krise.“ Andrew G. Haldane, Executive Director, Bank of England Die Finanzkrise hat jedoch nicht nur den Staat, sondern die gesamte Volkswirtschaft getroffen. Der starke Rückgang der Wertschöpfung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt – hat direkte Auswirkungen auf die Menschen und Unternehmen in Form von entgangenen Lohnzahlungen und Unterneh­ mensgewinnen, geringeren Investitionsvolumina und damit einem verlangsamten technologischen Fortschritt. Da das Bruttoinlandsprodukt über Jahre hinweg unter dem Niveau bleiben wird, das es ohne die Finanzkrise erreicht hätte, sum­ mieren sich die Krisenkosten schnell zu sehr großen Beträgen auf. Wie hoch diese letztendlich sein werden, hängt davon ab, ob das zukünftige Wirtschaftswachstum hoch genug sein wird, um in einigen Jahren das Niveau zu erreichen, welches ohne die Finanzkrise erreicht worden wäre. Abbildung 2 zeigt exemplarisch die Kosten für eine Volkswirt­ schaft, deren Wirtschaftswachstum nach der Finanzkrise für einige Jahre über dem Trendwachstum liegt, so dass bis 2023 wieder das Niveau ohne Finanzkrise erreicht wird. Die volks­ wirtschaftlichen Kosten der Finanzkrise ergeben sich aus den aufsummierten Barwerten der jährlichen Differenzen zwischen hypothetischem Bruttoinlandsprodukt ohne die Finanzkrise (hellblaue Linie) und dem tatsächlich realisierten Niveau (rote Linie). Die rote Fläche stellt die entgangene Wirtschafts­ leistung dar. Ist das jährliche Wirtschaftswachstum dagegen nicht hoch genug, wird die Volkswirtschaft nie das Niveau erreichen, das sie ohne Finanzkrise erreicht hätte (vgl. Abbild- ung 3). In diesem Fall wären die Kosten der Krise um ein Vielfaches höher, da in jedem zukünftigen Jahr die Wertschöp­ fung geringer ausfallen wird. Es ist sehr schwierig, genaue Zahlen zu ermitteln, da diese vom Szenario, welches ohne die Finanzkrise eingetreten wäre, dem prognostizierten Wirtschaftswachstum der kommenden Jahre und dem Diskontierungszinssatz der zukünftig ent­ gangenen Wertschöpfung abhängen. Verschiedene Studien u.a. des IWF, der Federal Reserve Bank of Dallas und der 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300 1.400 1.500 1.600 1.700 1.800 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300 1.400 1.500 1.600 1.700 1.800 Dez 02 Dez 04 Dez 06 Dez 08 Dez 10 Dez 12 Dez 14 Dez 16 Dez 18 Dez 20 Dez 22 Dez 24 Quelle: Bloomberg, eigene Berechnung ABBILDUNG 2: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE BEI RÜCKKEHR AUF TRENDWACHSTUMSPFAD BIP-Wachstumspfad ab 2013 BIP-Wachstum 2003 bis 2012 BIP-Trendwachstum ohne Finanzkrise 3
  • 4. Nicht-monetäre Kosten “A stark legacy of the recession and the lackluster labor market is reduced opportunity and deterioration captured in subjective measures of well-being.” „Ein schweres Erbe der Rezession und des schwachen Arbeits­ marktes sind die geringeren Chancen und eine Verschlech­ terung in subjektiven Messgrößen des Wohlergehens.“ Federal Reserve Bank of Dallas Neben den, wenn auch teilweise schwer quantifizierbaren, Kosten der Finanzkrise kommen weitere Belastungen hinzu, die man kaum in monetären Größen ausdrücken kann. Ver­ läuft die wirtschaftliche Erholung nach einer Rezession nur sehr langsam – so wie dies oft der Fall ist, wenn Finanzkrisen der Auslöser waren – droht vielen Menschen eine längere Arbeitslosigkeit. Abgesehen vom entgangenen Einkommen kann dies Zukunftsängste, Stigmatisierung oder andere For­ men von psychischem Stress hervorrufen. Ebenso können Beschäftigte betroffen sein, da die Gefahr des Arbeitsplatz­ verlusts ansteigt und die Möglichkeiten für berufliche Ver­ änderungen geringer sind. Zudem ruft die lange Arbeits­ losigkeit bei vielen das Gefühl hervor, dass sich ihre Chancen auf ein gutes Leben deutlich verschlechtert haben. So ist etwa in den USA die Zahl der neu gegründeten Haushalte in den Jahren nach der Finanzkrise deutlich zurückgegangen, da viele Kinder im erwerbsfähigen Alter weiter bei ihren ­Eltern wohnten. Studien zeigen, dass dieses Problem in Deutschland mit seiner aktuell geringen Arbeitslosigkeit und den gut ausgebauten Sozialsystemen relativ gering ist. Friedrich-Ebert-Stiftung kommen zu einer Bandbreite von Ergebnissen, in der die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Finanzkrise wahrscheinlich liegen werden. Die Schätzungen für die USA reichen von 5 Billionen bis 14 Billionen US-Dollar, was etwa 35 bis 90 Prozent der Wert­ schöpfung eines Jahres entspricht (gemessen am BIP von 2007). Für Deutschland liegen die Schätzungen in Prozent des ­Bruttoinlandsprodukts gemessen mit Werten zwischen 30 und 90 Prozent ähnlich hoch wie die für die USA (gemes­ sen am BIP von 2008), was Beträgen zwischen 750 Milliarden und 2.200 Milliarden Euro entspricht. In den Studien wird davon ausgegangen, dass beide Länder zwar einen längeren Zeitraum von etwa 15 Jahren benötigen, um wieder auf das BIP-Niveau ohne Finanzkrise zu kommen, sie letztendlich aber dafür ausreichend hohe Wachstums­ raten aufweisen werden. Für Deutschland und auch die USA kann diese Annahme zutreffen. Jedoch wurden viele Länder von der Finanzkrise härter getroffen oder haben nicht ähnlich gute Voraussetzungen zur Generierung zukünftigen Wachs­ tums: einen hohen Kapitalstock, gute Bildungssysteme und eine hohe Innovationsfähigkeit. Berücksichtigt man noch, dass bei längerer hoher Arbeitslosigkeit viele fachliche ­Qualifikationen verloren gehen, ist davon auszugehen, dass einige Länder in Zukunft ein geringeres Trendwachstum verzeichnen werden. Die volkswirtschaftlichen Kosten der Finanzkrise werden für diese Länder – in Prozent des Brutto­ inlandsprodukts gerechnet – ein Vielfaches dessen aus­ machen, was Deutschland oder die USA zu tragen haben. ❚ 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300 1.400 1.500 1.600 1.700 1.800 800 900 1.000 1.100 1.200 1.300 1.400 1.500 1.600 1.700 1.800 Dez 02 Dez 04 Dez 06 Dez 08 Dez 10 Dez 12 Dez 14 Dez 16 Dez 18 Dez 20 Dez 22 Dez 24 Quelle: Bloomberg, eigene Berechnung ABBILDUNG 3: VOLKSWIRTSCHAFTLICHE VERLUSTE OHNE RÜCKKEHR AUF TRENDWACHSTUMSPFAD BIP-Wachstumspfad ab 2013 BIP-Wachstum 2003-2012 BIP-Trendwachstum ohne Finanzkrise 4
  • 5. durch die Krise – wie im Abschnitt „Gesamtwirtschaftliche Kosten“ beschrieben – Umsätze und Gewinne entgangen, die letztendlich zu Lasten der Aktionäre gehen. Die massiven Liquiditätsspritzen, mit denen die Zentralbanken gegen Rezession und drohende Deflation kämpfen, kompensieren diese Belastung allerdings über niedrigere Zinskosten zumin­ dest teilweise. Diese Liquiditätsflut bereitet Anlegern aber auch große Pro­ bleme. Durch die extrem niedrigen Kapitalmarktzinsen ist es sehr schwierig geworden, festverzinsliche Anlagen zu fin­ den, die einen realen Kapitalerhalt ermöglichen, ohne über­ mäßige Risiken in Form von schlechterer Bonität, langer Laufzeit oder Fremdwährungen einzugehen. Es ist kaum mehr möglich, Sicherheit, Rendite und Liquidität gleichzeitig zu erreichen. Während Kapitalanlegern Erträge verloren gehen, profitieren Schuldner von den niedrigen Zinsen. So spart die Bundes­republik Deutschland nach Auskunft der Bundesre­ gierung von 2010 bis 2014 knapp 41 Milliarden Euro an Zinszahlungen ein. Nach einer Studie von McKinsey haben die Bundeshaushalte der USA, Großbritanniens und der Euro­ zone zwischen 2007 und 2012 knapp 1.400 Milliarden US- Dollar und Unternehmen (ohne Banken) 710 Milliarden US- Dollar an Zinskosten gespart. Dies ging zu Lasten der privaten Haushaushalte mit 630 Milliarden, der Versicherun­ gen und Pensionskassen mit 460 Milliarden sowie Investoren aus dem Rest der Welt mit 710 Milliarden US-Dollar. Da es sich um Verteilungseffekte zwischen gesellschaftlichen Grup­ pen handelt, gehören diese zwar nicht zu den gesellschaft­ lichen Kosten der Finanzkrise, doch können die Umvertei­ lungswirkungen für die betroffenen Personen spürbare Belastungen bedeuten. ❚ Erkenntnisse für den Anleger „Be fearful when others are greedy. Be greedy when others are fearful.” “Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Warren Buffet Finanz- und Wirtschaftskrisen verursachen in Form von Wohl­ standsverlusten immense Kosten für die Gesellschaft. Es liegt nicht in der Macht des einzelnen Anlegers, diese zu vermei­ den. Aus der Krise lassen sich jedoch einige Empfehlungen für die Vermögensanlage ableiten: In den USA, wo der „Amerikanische Traum“ im Bewusstsein vieler Amerikaner fest verankert ist, sowie in Südeuropa, wo die Finanzkrise und die Euro-Schuldenkrise zu hohen Arbeits­ losenquoten geführt haben, spielen diese nicht-monetären Kosten eine bedeutende Rolle. Ein weiterer Aspekt ist, dass das Vertrauen der Menschen in die Regierungen und das marktwirtschaftliche System ge­ sunken ist. In Ländern, in denen größere Anpassungspro­ gramme unvermeidlich sind, droht dadurch eine Stärkung radikaler Parteien an beiden Enden des politischen Spekt­ rums. Damit besteht die Gefahr, dass die Staaten notwen­ dige wirtschaftliche Reformen nur halbherzig umsetzen. In Ländern wie Deutschland, die relativ gut durch die Krise gekommen sind, reagiert die Politik mit verstärkter Umver­ teilung und dem teilweisen Zurückdrehen von Wirtschafts­ reformen. Gerade diese Abkehr von Strukturreformen erhöht jedoch die Gefahr, dass das zukünftige Wirtschaftswachstum geschwächt und damit die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Finanzkrise erhöht werden. ❚ Kosten für Kapitalanleger „Aus dem ‚risikolosen Zins’ ist ein ‚zinsloses Risiko’ gewor­ den“ Handelsblatt Die Finanzkrise hat auch die Kapitalanleger schwer getroffen. So verloren die Aktienmärkte in Europa und den USA von ihren Höchstständen Ende 2007 bis zum Tief im Frühjahr 2009 über 50 Prozent an Wert. Auch wenn sich die Aktien­ märkte in den kommenden Jahren relativ schnell erholten, haben die Folgen der Finanzkrise für die Weltwirtschaft sowie die Krisenreaktionen der Notenbanken nachhaltige Konse­ quenzen für die Kapitalanleger. Neben offensichtlichen Ver­ mögensverlusten, wie Anlagen in der verstaatlichten Hypo Real Estate oder Zertifikaten des Emittenten Lehman Brot­ hers, waren auch Finanzprodukte betroffen, die keine direk­ te Verbindung zum US-Immobilienmarkt oder zu Kreditver­ briefungen hatten. So führte etwa der starke Rückgang im Welthandel durch die globale Rezession Anfang 2009 zu­ sammen mit vielen Schiffsneubauten – die noch vor dem Ausbruch der Krise in der Erwartung weiter schnell wach­ sender internationaler Güterströme bestellt wurden – zu einem Einbruch bei den Frachtraten. Dadurch konnten ­viele Schiffe nicht mehr kostendeckend betrieben werden, wo­ durch Anleger geschlossener Schiffsbeteiligungen teils deut­ liche Verluste erlitten. Aber auch vielen Unternehmen sind 5
  • 6. Bankhaus Ellwanger & Geiger KG Börsenplatz 1, 70174 Stuttgart Amtsgericht Stuttgart HRA 738 Persönlich haftende Gesellschafter:
 Dr. Volker Gerstenmaier, Mario Caroli

 Ihr Ansprechpartner: Michael Beck Leiter Portfolio Management Telefon 0711/2148-242, Telefax 0711/2148-250 Michael.Beck@privatbank.de Redaktion: Patrick Nass Fondsmanager bei Ellwanger & Geiger Privatbankiers www.privatbank.de/kapitalmarkt Die Darstellungen geben die aktuellen Meinungen und Einschätzun­ gen zum Zeitpunkt der Erstellung des Dokuments wieder. Sie können ohne Vorankündigung angepasst oder geändert werden. Die enthal­ tenen Informationen wurden sorgfältig geprüft und zusammenge­ stellt. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden. Die vorliegende Information ist keine Anlageberatung oder Empfeh­ lung. Für individuelle Anlageempfehlungen und umfassende Beratun­ gen stehen Ihnen die Berater unseres Hauses gerne zur Ver­fügung. Die vorliegenden Informationen sind keine Finanzanalyse im Sinne des Wertpapierhandelsgesetztes und genügen nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegen nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen. Die Urheberrechte für die gesamte inhaltliche und graphische Gestal­ tung liegen beim Herausgeber und dürfen gerne, jedoch nur mit schriftlicher Genehmigung, verwendet werden. Ergänzende Hinweise: (1) Angaben zur steuerlichen Situation sind nur allgemeiner Art. Für eine individuelle Beurteilung der für Sie steuerlich relevanten Aspekte und ggf. abweichende Bewertungen sollten Sie Ihren ­Steuerberater hinzuziehen. (2) Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Entwicklungen. (3) Finanzinstrumente oder Indizes können in Fremdwährungen notiert sein. Deren Renditen können daher auch aufgrund von Währungs­ schwankungen steigen oder fallen. Impressum Wichtige Hinweise •• Vernachlässigen Sie bei der Suche nach renditeträchtigeren Anlagen das damit verbundene Risiko nicht. Diesen Fehler haben institutionelle Investoren in den Jahren vor der Finanz­ krise mit verbrieften Hypothekenkrediten begangen. Die Folgen sind an der Hypo Real Estate, der IKB Bank und einigen Landesbanken zu sehen. Insbesondere im aktuell niedrigen Zinsumfeld sollte man für den Reiz, einige Basis­ punkte Extra­rendite zu erzielen, seine persönliche Risiko­ tragfähigkeit nicht vernachlässigen. •• Die wirtschaftliche Erholung ist aktuell stark von den Maß­ nahmen und Entscheidungen der Regierungen und Noten­ banken abhängig. Wie die Lehman-Insolvenz gezeigt hat, ist keine dieser Institutionen frei von Fehlern. Anleger sollten daher die Möglichkeit von Politikentscheidungen – insbe­ sondere wenn damit unpopuläre Ausgaben verbunden sind – einkalkulieren, die sich negativ auf das Vertrauen an den ­Kapitalmärkten auswirken. •• Je komplexer Finanzprodukte sind, desto schwieriger ist es, deren Verhalten in Extremsituationen einzuschätzen. Auch die Kostenstruktur ist mit steigender Komplexität tenden­ ziell ungünstiger. Wenn es im Einzelfall keine guten Gründe für das strukturierte Produkt gibt, sollte man das einfachere ­Investment vorziehen. •• Wenn Sie in unternehmerische Anlageformen wie Aktien oder geschlossene Beteiligungen investieren, sollten Sie ein breit gestreutes Portfolio aufbauen, da bei Einzelpositionen ein Totalverlust nie ausgeschlossen werden kann. Eine breite Diversifikation, nicht nur über alle Vermögensklassen hin­ weg, sondern auch innerhalb des jeweiligen Segments ver­ hindert, dass sich einzelne Problemfälle stark negativ auf das Ver­mögen auswirken. Hätte man etwa das Segment Versicherungen vor der Finanzkrise nur über die AIG Group abgedeckt, läge der Wertverlust seit Anfang 2008 bei über 94 Prozent, wo­gegen der Sektorindex in dieser Zeit gut zwölf Prozent hinzugewonnen hat. •• Riskante Anlagen erfordern einen langen Anlagehorizont – vielleicht länger als man es vor der Finanzkrise für ausrei­ chend erachtet hat. Die Kursschwankungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein Anlagehorizont von fünf Jahren zu knapp sein kann, um mit hinreichender Sicherheit eine gute Wertentwicklung zu erzielen. Diesen Anlage­ horizont sollte man – trotz möglicher zwischenzeitlicher Verluste – durchhalten. Der mediale Höhepunkt einer Krise ist selten ein guter Verkaufszeitpunkt. ❚ 6