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Meinungen, Analysen, Fakten
Nr. 2 / 29.02.2016
Volkswirtschaft special
Meinungen, Analysen, Fakten
Herausgeber: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken · BVR · Volkswirtschaft/Mittelstandspolitik
Verantwortlich: Dr. Andreas Bley · Schellingstraße 4 · 10785 Berlin · Telefon: (030) 20 21 – 15 00
Telefax (030) 20 21 – 1904 · Internet: http://www.bvr.de · volkswirtschaft@bvr.de
Erholung im Euroraum bleibt trotz zunehmender Risiken intakt
- Der Abschwung in den Schwellenländern, der Streit um offene Grenzen in der Europäischen
Union und das Risiko eines Brexit trüben die Wachstumserwartungen im Euroraum. Die wirt-
schaftliche Erholung im Währungsraum dürfte sich aber fortsetzen, wenn auch in einer langsa-
meren Gangart. Unterstützung erhält die Eurowirtschaft von einem makroökonomischen Drei-
klang aus sinkenden Energiekosten, einem schwachen Wechselkurs des Euro sowie den historisch
niedrigen Finanzierungskosten. Zudem tragen die strukturellen Reformen in der Europeripherie
mehr und mehr zur Erholung bei.
- Trotz der wirtschaftlichen Erholung bleibt der Reformbedarf im Währungsraum hoch. Immer
noch leidet der Euroraum unter den Lasten des Überschwangs aus dem vergangenen Jahrzehnt.
Der international anerkannte Index der Weltbank zur Wirtschaftsfreundlichkeit in über 180 Staa-
ten der Welt zeigt, dass sowohl in der Peripherie als auch in den Kernländern des Währungsraums
weiterhin struktureller Reformbedarf besteht.
- Die Wirtschaftspolitik ist gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit im Euroraum weiter zu verbessern.
Der Grad an Wachstumsfreundlichkeit fällt innerhalb des Währungsraums immer noch ausgespro-
chen heterogen aus. Die Unterschiede zwischen den Eurostaaten sollten verstärkt abgebaut wer-
den, damit die Geld- und Wirtschaftspolitik einheitlicher wirken kann.
Meinung
2
Globale Abwärtsrisiken nehmen zu
Die konjunkturellen Abwärtsrisiken nehmen spür-
bar zu. Ein scharfer Preisverfall am Markt für Rohöl
sowie ein Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in den
Schwellenländern, wie z. B. Brasilien, Russland oder
China heizen die Spekulationen über eine kom-
mende weltweite Rezession an. Viele Investoren
haben ihr Kaufverhalten an die veränderte Risiko-
lage angepasst. Dies sorgt an den Finanzmärkten
für erhöhte Kursvolatilität. An den Aktienmärkten
ist es zu einem deutlichen Kursrutsch gekommen.
Der DAX liegt damit mehr als 20 % unter seinem
Allzeithoch von April 2015.
Der Ölpreis der Sorte Brent liegt aktuell bei rund
35 US-Dollar je Barrel. Das ist fast die Hälfte ihres
Preises vom vergangenen Sommer. Nach den Zah-
len der Europäischen Kommission ist das Wachstum
der Weltwirtschaft in 2015 auf den niedrigsten
Stand seit 2009 gefallen. Die Kommission geht
davon aus, dass die globale Wirtschaft in 2015 um
3,0 % gewachsen sein dürfte. Für dieses Jahr er-
wartet sie ein etwas höheres Wachstum von 3,3 %.
Politische Risiken in Europa
Neben den konjunkturellen Risiken in den Schwel-
lenländern hat auch die politische Unsicherheit in
Europa zugenommen. Die europäische Staatenge-
meinschaft hat zunehmend mit einer Vertrau-
enskrise zu kämpfen. Dabei verfestigten sich die
Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit und damit
auch an ihrer politischen Stabilität.
Die Flüchtlingskrise ist aktuell der zentrale Konflikt-
herd innerhalb der EU. Sie ist als eine Blaupause der
Handlungsfähigkeit des Staatenbundes zu sehen.
Die außer Kontrolle geratenen Flüchtlingsströme
nach Europa haben fundamentale Differenzen in-
nerhalb der Gemeinschaft entstehen lassen. Kon-
junkturelle Risiken gehen dabei vor allem von der
Schließung der Grenzen aus. Es ist momentan un-
klar, ob einige Mitgliedsstaaten den innereuropäi-
schen Grenzverkehr noch weiter einschränken
werden mit den zu erwartenden Folgewirkungen
auf die Wirtschaft.
In einigen Mitgliedsstaaten der Eurozone hat zu-
dem die Sorge um die politische und wirtschaftli-
che Stabilität zugenommen. Für einige Länder in
der Euro-Peripherie droht im Zuge einer politisch
unübersichtlichen Lage ein Reformstillstand. Eine
besondere Rolle spielen hierbei Spanien und Portu-
gal. Während in Spanien eine politische Pattsitua-
tion die Regierungsbildung seit der Parlaments-
wahl vom 22. Dezember behindert, dürfte in Por-
tugal die politische Allianz aus Sozialisten und
Kommunisten eine Abkehr von der Sparpolitik
vorantreiben.
Brexit verunsichert Märkte
Für den Anstieg der Unsicherheit an den Finanz-
märkten sorgt auch das Risiko eines Austritts Groß-
britanniens aus der Europäischen Union („Brexit“).
Die Briten werden am 23. Juni in einem Volksent-
scheid über ihren Verbleib in der EU abstimmen.
Bis dahin dürfte die Verunsicherung hoch bleiben,
da ein Kopf-an-Kopf Rennen der konkurrierenden
Meinung
3
politischen Lager in Großbritannien zu erwarten ist.
Ein Austritt wird sich nicht schnell vollziehen lassen.
Der Loslösungsprozess dürfte wegen der hohen
Verflechtungen des Inselstaates mit der EU meh-
rere Jahre in Anspruch nehmen. Die über Jahre
hohen rechtlichen und institutionellen Unsicherhei-
ten würden die ohnehin hohen wirtschaftlichen
Kosten auf beiden Seiten noch einmal erhöhen.
Reaktionen an Finanzmärkten überzogen
Die Finanzmärkte haben in den vergangenen Wo-
chen überzogen auf die erhöhten Risiken reagiert.
Insbesondere die Reaktionen auf den sinkenden
Ölpreis erscheinen in Anbetracht der harten öko-
nomischen Fakten als übertrieben. Die Schwäche
an den Aktienmärkten dürfte in ihrem Ausmaß
weder die Entwicklung der Realwirtschaft wider-
spiegeln noch vorwegnehmen.
Der scharfe Rückgang des Ölpreises ist nicht der
Vorbote einer weltweit scharfen Rezession. Viel-
mehr ist er das Ergebnis eines Überangebotes an
Öl. Die geförderten Mengen an Rohöl verharren
trotz des rückläufigen Preises auf hohem Niveau.
Die erdölfördernden Länder der OPEC konnten
sich bislang auf keine signifikante Drosselung der
Fördermengen einigen. Das dadurch unelastische
Angebot auf dem Ölmarkt multipliziert die durch
die konjunkturelle Abkühlung in den Schwellenlän-
dern gesunkene Nachfrage nach Öl (Abb. 1a).
Die Sorgen um die Stabilität in der Europäischen
Union aber auch die Furcht vor einer schweren
20
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140
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Scharfer Rückgangdes Ölpreises
Sorte Brent, in US-Dollar je Barrel, 2008=100
Abb. 1a
60
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110
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30
40
50
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2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
Einkaufsmanagerindex Dienstleister
Einkaufsmanagerindex Industrie
Economic Sentiment Index (rechte Seite)
Frühindikatorenzeigenkonjunkturelle Erholung
Abb. 1b
90
95
100
105
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Milder aber steter Aufschwung im Euroraum
Preis- und kalenderbereingtes BIP, 2008=100
Abb. 1c
Meinung
4
Rezession in den Schwellenländern, die auf die
entwickelten Volkswirtschaften überspringt, sind
nachvollziehbar. Durchaus ist mit einer sichtbar
nachlassenden Konjunktur in China zu rechnen.
Nach den Zahlen der Europäischen Kommission
wird sich das Wachstum in China von rund 7 % in
2015 auf 6,2 % in 2017 verringern. Allerdings bleibt
der Ausblick für die Weltwirtschaft aber auch für
den Euroraum aufwärts gerichtet. Zu diesem Er-
gebnis kommt auch die Europäische Kommission in
ihrer aktuellen Frühjahrsprognose.
Erholung des Euroraums setzt sich fort
Der europäische Wirtschaftsraum hat den konjunk-
turellen Tiefpunkt der europäischen Schuldenkrise
durchlaufen. Seit 2013 hat sich die konjunkturelle
Verfassung des Euroraums sichtbar verbessert. Das
zeigen sowohl die Zahlen zum Bruttoinlandspro-
dukt als auch die Frühindikatoren, wie z. B. die
Einkaufsmanagerindizes des Dienstleistungs- und
Industriesektors, auch wenn aktuell eine leichte
Dämpfung zu verzeichnen ist (Abb. 1b und 1c).
Die Frühindikatoren zeigen einen deutlichen Auf-
wärtstrend und liegen seit Mitte 2013 über der
Wachstum signalisierenden Schwelle von 50 Punk-
ten. Das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum
lag im vergangenen Jahr bei rund 1,5 % und damit
0,4 Prozentpunkte höher als in 2014. Das Wachs-
tum dürfte in den kommenden zwei Jahren auf-
wärts gerichtet bleiben, wenngleich höhere Ab-
wärtsrisiken belasten. Die Europäische Kommission
prognostiziert für dieses und das kommende Jahr
ein Wirtschaftswachstum von 1,7 bzw. 1,9 %. Für
den Arbeitsmarkt erwartet sie bis Ende 2017 einen
moderaten Rückgang der Arbeitslosenquote auf
10,2 %.
Dreiklang stützt Wachstum im Euroraum
Der Aufschwung wird von drei makroökonomi-
schen Faktoren unterstützt. Sinkende Energiekos-
ten, ein günstiger Außenwert des Euro und histo-
risch niedrige Finanzierungskosten stützen die wirt-
schaftliche Erholung. Der gesunkene Außenwert
des Euro dürfte dabei die Wettbewerbssituation
der Unternehmen aus der Währungsunion im Ver-
hältnis zum Ausland verbessert haben. So können
Peripheriestaaten wie Spanien, Portugal, Irland und
Italien im Zuge gestiegener Exporte aber auch ge-
sunkener Importe mittlerweile einen positiven Au-
ßenbeitrag vorweisen. Das zeigen die aktuellen
Zahlen der Europäischen Kommission. Die niedrige-
ren Energiekosten im Zuge eines rückläufigen Öl-
preises wiederum leisten einen wesentlichen Bei-
trag zu einer höheren Kaufkraft des Privaten Sek-
tors. Der private Konsum im Währungsraum dürfte
davon profitieren und das Wachstum im Wäh-
rungsraum stützen.
Die Jahreswachstumsrate der Investitionen erhöhte
sich ebenfalls in den vergangenen Jahren und zwar
von -2,5 % in 2013 auf zuletzt 2,2 %. Angesichts
der historisch niedrigen Zinsen fällt die Investitions-
tätigkeit aber mild aus. Die hohe Unsicherheit sei-
tens der Unternehmen über die weitere Entwick-
lung in Politik und Wirtschaft in den schwächer
wachsenden Euro-Volkswirtschaften wie auch die
immer noch hohen Verschuldungsraten des Priva-
Meinung
5
ten Sektors in einigen Euro-Staaten dämpft die In-
vestitionsbereitschaft. Die mäßige Nachfrage der
Unternehmen nach Krediten, die sich in einer
schwachen Kreditvergabe widerspiegelt, unter-
streicht diese Entwicklung.
Reformen haben Euroraum gestärkt
Zusätzlich zu den drei genannten Faktoren dürfte
auch die erfolgreiche Umsetzung einer ganzen
Reihe von Strukturreformen in den ehemaligen
Programmländern mehr und mehr zu Erholung
beitragen. Bis auf Griechenland konnten im ver-
gangenen Jahr alle (ehemaligen) Programmländer
des Euroraums ein positives Wirtschaftswachstum
verzeichnen. Besonders Spanien und Irland erreich-
ten mit über 3 und knapp 7 % in 2015 hohe reale
Wachstumsraten.
Die strukturellen Fortschritte lassen sich gut an der
Entwicklung des international anerkannten Ease-
of-Doing-Business Indikators der Weltbank ablesen.
Der Indikator misst die Einschränkungen der Unter-
nehmenstätigkeit durch Regulierungen und einen
mangelnden Schutz der Eigentumsrechte in mehr
als 180 Ländern. Ein höherer Indexwert weist dabei
eine unternehmerfreundlichere Regulierung aus.
Der Weltbank-Index zeigt, dass sich insbesondere in
der Euro-Peripherie die wirtschaftsstrukturellen Be-
dingungen für Unternehmen gegenüber 2009
deutlich verbessert haben. Die Indexwerte von Ita-
lien, Portugal, Spanien und Griechenland stiegen im
Vergleich zum Basisjahr deutlich an. Der Indexwert
von Deutschland tendierte hingegen im gleichen
Zeitraum auf höherem Niveau seitwärts. So bedeu-
tet zum Beispiel der Wert von Griechenland in
Höhe von 68 Punkten, dass die Wirtschaftsfreund-
lichkeit im Schnitt 32 % unter der besten Perfor-
mance des Indexes - gemessen über den gesamten
Zeitraum und das gesamte Länderpanel hinweg -
lag.
50
60
70
80
90
100
DÄN GBR FIN DEU IRL ÖST POR FRK SPA ITA GRI
2009 2015
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Wirtschaftsfreundlichere Strukturenin Südeuropa
Ease-of-Doing-Business Indikator der Weltbank, Indexwert (BenchmarkTFP)
Abb. 2
Meinung
6
Wirtschaftspolitik ist gefragt
Trotz der steten aber milden Erholung der Euro-
Wirtschaft ist die Genesung des Euroraums noch
lange nicht abgeschlossen. Eine neuerliche Rezes-
sion würde den Euroraum daher sicher schwer
treffen. Immer noch leidet der Euroraum unter den
Lasten des Überschwanges aus dem vergangenen
Jahrzehnt. Sowohl die Verschuldung der Öffentli-
chen Hand und des Privaten Sektors als auch eine
Reihe von größeren Finanzhäusern in den Peri-
pherieländern befinden sich immer noch in einer
wenig robusten Situation.
Die Wirtschaftspolitik ist daher dazu aufgerufen,
die Wettbewerbsfähigkeit in den Peripherie- aber
auch in den Kernstaaten des Euroraums weiter zu
erhöhen. Die Politik scheint vielerorts in Europa die
Robustheit der eigenen Volkswirtschaften zu über-
schätzen. Erst Ende Februar wies die Europäische
Kommission im Zuge des Europäischen Semesters
auf die noch unzureichende internationale Wettbe-
werbsfähigkeit der französischen Wirtschaft hin.
Gleichwohl befindet sich die Wirtschaft und insbe-
sondere auch die Finanzwirtschaft des Euroraums
in einem deutlich stabileren Zustand befindet als
noch zu Beginn dieses Jahrzehnts. Das zeigen so-
wohl die höheren Kernkapitalquoten der europäi-
schen Geldhäuser als auch die sich sichtbar verbes-
serten Finanzierungskonditionen der Euro-Finanz-
branche.
Auch der Ease-of Doing-Business-Indikator ver-
deutlicht, dass die Peripheriestaaten ein gutes
Stück vorangekommen sind. Der Index zeigt
aber auch, dass nicht nur bei den wachstums-
schwächeren sondern auch bei den Kernländern,
wie auch in Deutschland, struktureller Verbesse-
rungsbedarf besteht. Darüber hinaus deuten
die Zahlen der Weltbank darauf hin, dass die insti-
tutionelle Wachstumsfreundlichkeit innerhalb der
Währungsunion immer noch ausgesprochen hete-
rogen ausfällt. Diese gilt es in den kommenden
Jahren weiter abzubauen, auch im Sinne einer ein-
heitlicher wirken könnenden Geld- und Wirt-
schaftspolitik.
Autor:
Jan Philip Weber
Mail: j.weber@bvr.de
Geldpolitik und Geldmarkt
7
Kreditwachstum bei 0,8 %
Die Kreditvergabe der Banken im Währungsraum
an den privaten Sektor fiel im Januar positiv aus.
Insgesamt stieg der Bestand an Krediten an Unter-
nehmen und private Haushalte im Vergleich zum
Vorjahresmonat um 0,8 %. Im Dezember 2015
hatte der Bestand an Krediten noch 0,7 % über sei-
nem Vorjahresniveau gelegen. Die Kreditvergabe
an Firmen im Euroraum stieg binnen Monatsfrist
um 23 Mrd. Euro. Das entsprach einer Jahreswachs-
tumsrate in Höhe von 0,6 %. Im Dezember zeigten
die Zahlen der EZB im Zuge eines scharfen Ein-
bruchs in Höhe von 19 Mrd. Euro lediglich eine
Jahreswachstumsrate von 0,1 % für die Unterneh-
menskredite an. Die Kreditvergabe an private
Haushalte entwickelt sich hingegen weniger
volatil. Sie stieg im Monatsvergleich um 6 Mrd.
Euro, nachdem sie im Vormonat seitwärts tendiert
war. Damit lag der Bestand der Kredite an die pri-
vaten Haushalte im Januar 2016 um 1,4 % höher
als ein Jahr zuvor.
Geldmengenwachstum bei 5,0 %
Das Geldmengenwachstum im Euroraum lag im
Januar 2016 bei einer saisonbereinigten Jahres-
wachstumsrate von 5,0 %. Die Geldmengendyna-
mik fiel damit etwas höher aus als Ende 2015. Im
Dezember hatte die Jahreswachstumsrate von M3
noch bei 4,7% gelegen. Wie auch schon in den Mo-
naten zuvor wurde das Wachstum maßgeblich von
der besonders liquiden Geldmenge M1 getrieben.
Ihr Wachstumsbeitrag lag bei 6,1 Prozentpunkten
und damit 0,1 Prozentpunkte unter ihrem Vormo-
natswert. Der Wachstumsbeitrag der Termin- und
Spareinlagen fiel mit -1,0 Prozentpunkten hinge-
gen 0,3 Prozentpunkte höher aus als im Dezember.
Der Beitrag der marktfähigen Finanzinstrumente
trug im Januar mit -0,1 % negativ aus.
-5,0
0,0
5,0
10,0
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Marktfähige Finanzinstrumente (M3-M2)
Termin- und Spareinlagen (M2-M1)
Bargeld und Sichteinlagen (M1)
M3 insgesamt
Kredite an Privatsektor
Beiträge zum M3-Wachstum
in Prozentpunkten, saisonbereinigt
Quelle: Thomson Reuters Datastream, BVR
Geldpolitik und Geldmarkt
8
Ausgeglichene Preisrisiken im Euroraum
Das mittelfristige Inflationsrisiko ist in den ersten
beiden Monaten des neuen Jahres sichtbar zurück-
gegangen. Ausschlaggebend waren zum einen
rückläufige Energiepreise im Zuge des starken
Preisverfalls auf dem Rohölmarkt. Zum anderen
trübten sich die Konjunkturerwartungen für den
Währungsraum im Januar und Februar ein. Sie
wirkten sich negativ auf die Entwicklung des Baro-
meters zur Messung des mittelfristigen Inflationsri-
sikos des BVR aus.
Aktuell liegt der BVR Zins-Tacho bei 44 von
100 möglichen Punkten. Er befindet sich damit
5 Punkte unter seinem Jahresendwert. Besonders
deutlich war der Rückgang des Konjunkturindika-
tors, der zu 50 % in die Berechnung des Gesamtin-
dikators eingeht. Er verringerte sich seit Ende 2015
um 6 Zähler auf 53 Punkte. Der Unterindikator für
den inflationären Einfluss der Preise und Kosten in-
nerhalb des Euroraumes sank im gleichen Zeitraum
um 4 auf 32 Zähler. Einzig die Liquidität nahm im
Zuge einer höheren Kredit- und Geldmengendyna-
mik um 4 Punkte zu.
Trotz des Rückganges weist der Zins-Tacho immer
noch moderate Preisrisiken für den Währungsraum
aus. Weder ein erhöhtes Inflations- noch ein be-
sorgniserregendes Deflationsrisiko zeigt das Baro-
meter momentan an, auch wenn die Inflationsrate
im Euroraum aktuell im Zuge der niedrigen Öl-
preise auf historisch niedrigem Niveau verharrt.
Zinsen auf dem Geldmarkt weiter unter Druck
Spekulationen über weitere geldpolitische Locke-
rungsschritte der EZB haben die Terminzinsen
auf dem europäischen Geldmarkt im Februar zu-
rückgehen lassen. Auf der letzten geldpolitischen
Dez 15 Jan 16 Feb 16
BVR Zins-Tacho 49 46 44
Konjunktur (50 %) 59 56 53
Preise/Kosten (40 %) 36 33 32
Liquidität (10 %) 47 51 51
BVR Zins-Tacho
Der BVR Zins-Tacho ist ein Indikator für die Inflationsrisiken im Euroraum. Ein Anstieg des BVR Zins-Tachos zeigt steigende,
eine Abnahme sinkende Inflationsrisiken an. Eine detaillierte Beschreibung des BVR Zinstachos befindet sich im
BVR Volkswirtschaft special Nr. 13/2007
0,00
0,50
1,00
1,50
2,00
2,50
3,00
3,50
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4,50
5,00
25
30
35
40
45
50
55
60
65
70
75
99 01 03 05 07 09 11 13 15
BVR Zins-Tacho EZB-Leitzins in % (rechte Skala)
0
10
20
30 40 60
70
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90
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50
Geldpolitik und Geldmarkt
9
Sitzung der europäischen Notenbank kündigte
EZB-Präsident Mario Draghi an, dass der Rat die
aktuelle Geldpolitik auf der kommenden Sitzung
am 10. März noch einmal überprüfen und gegebe-
nenfalls nachsteuern werde. Auslöser sind die er-
höhten makroökonomischen Risiken im Zuge der
konjunkturellen Probleme in den Schwellenländern
und der im Zuge des scharfen Ölpreisverfalls niedri-
gen Inflationsrate im Währungsraum.
Während EZB-Präsident Mario Draghi im Laufe des
Monats noch einmal die Handlungsfähigkeit der
EZB verbal hervorhob, dämpfte der Notenbankprä-
sident Ewald Nowotny die Erwartungen an den
Märkten leicht, indem er vor überzogenen Erwar-
tungen an den Finanzmärkten warnte. So bestehe
das Risiko wie im vergangenen Dezember, dass In-
vestoren und Anleger einen deutlich kräftigeren
Lockerungsschritt im März erwarten, als realistisch
sei.
Die Terminzinsen sind seit Ende Januar noch einmal
deutlich zurückgegangen. Der 3-Monats-Euribor
notierte am 26. Februar 4 Basispunkte niedriger
bei -0,20 %. Der Zins für Jahresgelder fiel um 3 Ba-
sispunkte auf -0,02 %. Der Tagesgeldsatz notierte
im Monatsschnitt bei -0,24 % und damit wenig ver-
ändert zum Vormonat Januar.
-0,5
0,0
0,5
F M A M J J A S O N D J F
Wichtige Zinsen im Euroraum
Zinssätze in %
Spitzenrefinanzierungssatz
Tagesgeld(EONIA)
Hauptrefinanzierungssatz
Einlagenfazilität
-0,25
0,00
0,25
0,50
0,75
F M A M J J A S O N D J F
Notenbankzinseninternational
in %
Japan**
USA*
Eurozone
*Die Federal Reserve hat seit 16.12.2008einen Zielbereich
von 0-0,25 % für die Federal Funds Target Rate festge-
setzt. **Die Bank of Japan hat seit 19.12.2008 ein Tages-
geld-Zielbereich von rund 0,1 % festgesetzt.
-0,5
0,0
0,5
1,0
F M A M J J A S O N D J F
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Geld- und Kapitalmarkt
Zinssätze in %
Umlaufsrendite
EZB-Hauptrefinanzierungssatz
3-Monatsgeld
Rentenmarkt
10
Bundesanleihen bleiben gefragt
Die Renditen von Bundesanleihen folgten im Feb-
ruar einem steten Abwärtstrend. Die starke Nach-
frage nach Sicherheit wurde in erster Linie von der
schwachen Performance der Aktienmärkte getra-
gen. Der anhaltend niedrige Ölpreis und die damit
verbundenen Sorgen um das Wachstum der Welt-
wirtschaft ließen die Anleger verstärkt bei risikoär-
meren Anlageklassen zugreifen. Der Trend ver-
stärkte sich, nachdem die OECD ihre Wachstums-
prognosen für die USA und Europa leicht verrin-
gerte. Für den Euroraum erwartet die Organisation
für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenar-
beit aus Paris in 2016 ein um 0,4 Prozentpunkte
niedrigeres BIP-Wachstum in Höhe von 1,4 %. Ver-
einzelt gute Konjunkturdaten aus den USA und
dem Euroraum sorgten zeitweise für leichte Ge-
genbewegungen. Die Konflikte innerhalb der EU
in der Flüchtlingskrise sowie die Diskussionen um
einen bevorstehenden Brexit sorgten für zusätzli-
che Verunsicherung.
Die Umlaufsrendite fiel bis zum 26. Februar um
15 Basispunkte auf 0,05 %. Die Rendite zehnjähri-
ger Bundesanleihen fiel im gleichen Zeitraum um
19 Basispunkte auf 0,15 %. Die Renditen von zehn-
jährigen US-Staatsanleihen fielen im Vergleich zum
Vormonatsultimo um 17 Basispunkte auf 1,76 %.
Staatspapiere aus Südeuropa waren weniger stark
gefragt. Angesichts der politisch hohen Unsicher-
heiten in Spanien und Portugal verzeichneten An-
leihen aus diesen Ländern zum Teil deutliche Ren-
diteaufschläge.
0,25
0,50
0,75
1,00
1,25
1,50
F M A M J J A S O N D J F
Zinsstruktur am Rentenmarkt
SpreadBundesanleihen mit Restlaufzeiten 10/1 Jahr, in %
-1,0
0,0
1,0
2,0
3,0
F M A M J J A S O N D J F
Bedeutende Benchmarkanleihen
Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit
USA
Deutschland
Japan
0,0
1,0
2,0
3,0
F M A M J J A S O N D J F
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Ausgewählte Staatsanleihen desEuroraums
Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit
Spanien
Frankreich
Italien
Devisenmarkt
11
Euro legt leicht zu
Der Euro hat im Februar gegenüber dem US-Dollar
zulegen können. Grund war eine Dollarschwäche.
An den Devisenmärkten wurde zunehmend die
wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft in Frage
gestellt. Die konjunkturelle Lage in den USA gilt als
ein wichtiger Gradmesser für die zukünftige US-
Geldpolitik. Vor diesem Hintergrund stärkten die
nachlassenden Konjunkturerwartungen die Speku-
lationen über einen deutlich schwächeren Zinsan-
hebungszyklus in den USA. Als Safe-Haven Wäh-
rung konnte der US-Dollar jedoch im Monatsver-
lauf auch von der steigenden Unsicherheit über
den weltweiten Konjunkturverlauf profitieren.
Auf Monatssicht bleib dem Euro ein Plus von ei-
nem 1 US-Cent gegenüber dem Greenback. Am
26. Februar notierte der Euro-Dollar Kurs bei
1,10 US-Dollar je Euro.
Spekulationen über einen möglichen Brexit
schwächten derweil das britische Pfund. Der Euro
gewann im Februar rund 3 Pence gegenüber dem
Pfund und lag zum Ende des Monats bei 0,79
Pfund. Das war der niedrigste Stand seit Dezember
2014. Die Einigung auf ein Reformpaket, das Groß-
britannien einen Sonderstatus in der EU zubilligt,
konnte die Sorgen nicht zerstreuen. Vielmehr
heizte der Londoner Bürgermeister Boris Johnson
mit seinem Bekenntnis für einen Austritt Großbri-
tanniens aus der EU die Stimmung zusätzlich an.
Die Briten werden am 23. Juni in einem Volksent-
scheid über ihren Verbleib in der EU abstimmen.
85
90
95
100
J F M A M J J A S O N D J
Effektiver Wechselkurs desEuro*
in EUR, Quartal 1, 1999 = 100
*Nominale Wertentwicklungdes Eurogegenüber den 19
wichtigsten Handelspartnern des Euroraums. Eine Bewe-
gung nach oben entspricht einer Aufwertungdes Euro
Quelle: Thomson Reuters Datastream
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
F M A M J J A S O N D J F
Euro-Wechselkurs (II)
Auslandswährungpro Euro
Schweizer Franken
Britisches Pfund
120
130
140
150
160
0,6
0,8
1,0
1,2
1,4
F M A M J J A S O N D J F
Euro-Wechselkurs (I)
AusländerwährungproEuro
US-Dollar
Japanischer Yen (rechte Skala)
Aktienmarkt
12
DAX mit Verlusten
Der DAX hat im Februar erneut deutliche Kursver-
luste hinnehmen müssen. Grund hierfür waren an-
haltende Sorgen um den Zustand der Weltwirt-
schaft und die Angst vor Kreditausfällen im Finanz-
sektor. Viele suchten daraufhin ihr Heil in sicheren
Anlageformen, wie z. B. Staatspapieren, und trenn-
ten sich von Aktien. Der stark schwankende Ölpreis
wurde zunehmend zum Barometer der Erwartun-
gen für die Weltkonjunktur, was die Kursvolatilitä-
ten im Monatsverlauf deutlich erhöhte.
In der zweiten Monatshälfte kam es zwischenzeit-
lich zu einer moderaten Gegenbewegung. Eine
leichte Erholung des Ölpreises sowie die Aussicht
auf eine Pause im Zinserhöhungszyklus der Fed lie-
ßen die Kurse steigen. Zum Ende des Monats kehr-
ten die Sorgen an die Finanzmärkte zurück. Eine
besondere Rolle spielten hierbei nicht nur die poli-
tischen Bruchlinien innerhalb der EU in der Flücht-
lingskrise. Auch sorgte die Furcht vor einem Brexit
für schlechte Stimmung.
Der DAX lag am 26. Februar bei 9.513 Punkten.
Das waren 2,9 % weniger als zum Vormonatsul-
timo. Der US-Leitindex stieg im gleichen Zeitraum
um 1,1 % seines Vormonatsultimos und notierte
zum Ende des Monats bei 16.640 Punkten.
15.500
16.000
16.500
17.000
17.500
18.000
18.500
F M A M J J A S O N D J F
Aktienmarkt USA
Dow Jones, 40-/200-Tagesschnitt
Quelle: Thomson Reuters Datastream
2.600
2.800
3.000
3.200
3.400
3.600
3.800
4.000
F M A M J J A S O N D J F
Aktien im Euroraum
Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt
8.000
9.000
10.000
11.000
12.000
13.000
F M A M J J A S O N D J F
Deutscher Aktienmarkt
Dax, 40-/200-Tagesschnitt
Eurokonjunktur
13
Wachstum setzt sich fort
Zum Jahresende 2015 ist die Wirtschaftsleistung im
Euroraum erneut gestiegen. Nach vorläufigen An-
gaben von Eurostat expandierte das preis-, kalen-
der- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt
(BIP) des Währungsraums im vierten Quartal ge-
genüber dem Vorquartal um 0,3 %. Das Wachs-
tumstempo blieb damit gegenüber dem Sommer-
quartal unverändert. Unter den großen Euroraum-
Staaten wies Spanien (+0,8 %) abermals den kräf-
tigsten Zuwachs auf. In Deutschland (+0,3 %),
Frankreich (+0,2 %) und Italien (+0,1 %) fiel das
Wirtschaftswachstum hingegen schwächer aus. De-
taillierte Angaben zur gesamtwirtschaftlichen Ent-
wicklung im vierten Quartal werden von Eurostat
am 8. März veröffentlicht.
Auch im neuen Jahr 2016 ist trotz des schwieriger
gewordenen internationalen Umfelds mit einem
weiteren Anstieg des Euroraum-BIP zu rechnen.
Die Experten der OECD gehen in ihrem aktualisier-
ten Wirtschaftsausblick davon aus, dass das BIP ka-
lenderbereinigt um 1,4 % zulegen wird und damit
ähnlich stark wie im Vorjahr (1,5 %). Für Deutsch-
land prognostizieren sie einen BIP-Zuwachs um
1,3 %.
Wirtschaftsstimmung trübt sich ein
Angesichts einer Reihe von belastenden Faktoren,
wie der Sorgen um einen möglichen Austritt Groß-
britanniens aus der EU und der Furcht vor einem
möglichen Zusammenbrechen des Schengen-
Raums hat sich die wirtschaftliche Stimmung im
Euroraum eingetrübt. Wie die EU-Kommission mit-
teilte ist der Wirtschaftsklimaindex im Februar ge-
genüber dem Vormonat um 1,3 Punkte auf 103,8
Punkte gesunken. Der Konjunkturindikator hatte
bereits im Dezember merklich nachgegeben. Er be-
findet sich aber noch immer deutlich über seinem
langjährigen Durchschnittswert von 100 Punkten.
1) Euroraum, in Punkten - Gewichtung: 40 % Industrievertrauen, 30 % Dienstleistungsvertrauen,
20 % Verbrauchervertrauen, 5 % Einzelhandelsvertrauen, 5 % Bauvertrauen
2) Saldo in Prozentpunkten (= Differenz aus positiven und negativen Antworten)
Quelle: Thomson Reuters Datastream
Wirtschaftsklima im Euroraum
60
70
80
90
100
110
120
01/14
07/14
01/15
07/15
01/16
01/14
07/14
01/15
07/15
01/16
-40
-30
-20
-10
0
10
20
01/14
07/14
01/15
07/15
01/16
Gesamt1 Dienstleister2 Verbraucher2 Einzelhandel2 Bau2Industrie2
01/14
07/14
01/15
07/15
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01/14
07/14
01/15
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01/16
01/14
07/14
01/15
07/15
01/16
Eurokonjunktur
14
Industrieproduktion gesunken
Die Industrieproduktion des Euroraums ist im De-
zember erneut zurückgegangen. Gemäß den ers-
ten amtlichen Schätzungen gab der Ausstoß ge-
genüber dem Vormonat saisonbereinigt um deutli-
che 1,0 % nach. Im November war die Produktion
ebenfalls gesunken (-0,5 %). Für die kommenden
Monate lässt der Order-Indikator aber eine Stabili-
sierung der Produktion erwarten. Der Indikator ist
im Januar zwar gegenüber dem Vormonat etwas
zurückgegangen (um 1,1 Punkte auf -10,3 Punkte).
Er befindet sich aber weiterhin sichtlich über dem
entsprechenden Wert des Vorjahres.
Inflationsrate leicht gestiegen
Im Januar hat sich der allgemeine Preisauftrieb im
Währungsraum geringfügig erhöht. Der Harmoni-
sierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag um 0,3 %
über seinem Vorjahreswert. Im Dezember hatten
die Verbraucherpreise noch um 0,2 % zugelegt. Für
den Anstieg der Inflationsrate waren unter ande-
rem die Dienstleistungspreise verantwortlich, die
etwas stärker stiegen als zuvor. Auf der Erzeuger-
stufe sind die Preise aber weiterhin rückläufig. Der
Erzeugerpreisindex ist zuletzt, im Dezember, um
3,0 % gesunken.
Niedrigere Arbeitslosenquote
Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote des Euro-
raums tendiert weiter nach unten. Nach jüngsten
amtlichen Berechnungen gab sie von 10,5 % im
November auf 10,4 % im Dezember nach.
10,0
11,0
12,0
13,0
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Arbeitslosenquote
Euroraum, saisonbereinigt
Quelle: Thomson Reuters Datastream
-4,0
-2,0
0,0
2,0
4,0
-2,0
-1,0
0,0
1,0
2,0
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Verbraucher- undErzeugerpreise
Euroraum, in % gg. Vorjahr
Kerninflation*
Erzeugerpreise
(rechte Skala)
Verbraucherpreise
*ohne Energie undunbearbeitete Lebensmittel
-80
-60
-40
-20
0
20
90
100
110
120
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Aufträge und Produktion
Euroraum, saisonbereinigt
Produktion
Aufträge (rechte Skala)*
*Order-Indikator der EU-Kommission
Deutsche Konjunktur
15
Aufschwung hält an
Der konjunkturelle Aufschwung Deutschlands hat
sich zum Jahresende 2015 fortgesetzt. Nach ers-
ten amtlichen Schätzungen legte das preis-, kalen-
der- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt
(BIP) im vierten Quartal gegenüber dem Vorquar-
tal um 0,3 % zu. Der BIP-Anstieg fiel damit gering-
fügig stärker aus als vom BVR im Rahmen der De-
zember-Konjunkturprognose erwartet worden
war (+0,2 %). Im Sommerquartal hatte die Wirt-
schaftsleistung ebenfalls um 0,3 % zugenommen.
Wachstumsimpulse gingen im Jahresendquartal
erneut von den privaten Konsumausgaben aus,
die um 0,3 % zulegten. Vor dem Hintergrund der
Mehraufwendungen in Folge der anhaltenden
Flüchtlingsmigration nahmen die staatlichen
Konsumausgaben (+1,0 %) jedoch noch stärker
zu. Darüber hinaus trug der Anstieg der Brutto-
anlageinvestitionen (+1,5 %) merklich zum BIP-
Wachstum bei. Insbesondere in Bauten (+2,2 %)
wurde deutlich mehr investiert. Der Außenhandel
wirkte hingegen insgesamt dämpfend, da die Ex-
porte (-0,6 %) etwas nachgaben, während die Im-
porte (+0,5 %) leicht stiegen.
Zu Jahresbeginn 2016 dürfte die deutsche Wirt-
schaft auf ihrem soliden Wachstumskurs bleiben.
Dies legen zumindest modellbasierte Schätzungen
des BVR nahe. Demnach ist im laufenden ersten
Quartal erneut mit einem BIP-Verlaufsrate von
0,3 % zu rechnen. Für das gesamte Jahr 2016 kann
aufgrund der insgesamt noch soliden harten Wirt-
schaftsdaten die Prognose von 1,6 % aus dem De-
zember noch gehalten werden. Die Abwärtsrisi-
ken der Prognosen sind jedoch wegen der schwä-
cheren Entwicklung in den Schwellenländern und
der jüngsten Finanzmarktturbulenzen merklich ge-
stiegen.
SVR
KOM
OECD
1,0
1,5
2,0
2,5
Nov 15 Dez 15 Jan 16 Feb 16
Bbk - Deutsche Bundesbank
DIW - Deutsches Institut für
Wirtschaftsforschung, Berlin
GD - Gemeinschaftsdiagnose
(Frühjahrs- bzw. Herbstprognose)
HWWI - Hamburger WeltWirtschaftsInstitut
ifo - Institut für Wirtschaftsforschung,
München
IfW - Institut für Weltwirtschaft, Kiel
IMF - Internationaler Währungsfonds
IMK - Institut für Makroökonomie und
Konjunkturforschung, Düsseldorf
IW - Institut der deutschen Wirtschaft, Köln
IWH - Institut für Wirtschaftsforschung, Halle
KOM - Europäische Kommission
OECD - Organisation für Wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung
REG - Bundesregierung
RWI - Rheinisch-Westfälisches Institut für
Wirtschaftsforschung, Essen
SVR - Sachverständigenrat
Quelle: BVR
OECD
IfW
KOM
IMF; REG
IW
Bbk; IMK; RWI
DIW; HWWI
ifo
BVR
Konjunktur 2016 - Prognosen für Deutschland
preisbereinigt, Jahreswachstumsratedes BIP in %
Deutsche Konjunktur
16
Schwache Produktions- und
Außenhandelsdaten
Die Monatsdaten zur Industrieproduktion und
zum Außenhandel sind jüngst überwiegend ver-
halten ausgefallen. So hat sich die Produktion im
Dezember um 1,1 % vermindert, nachdem sie zu-
vor um 0,5 % zurückgegangen war. In den kom-
menden Monaten dürfte es aber zu einer Festi-
gung der industriellen Erzeugung kommen. Dies
legt zumindest die Entwicklung des Industrie-Auf-
tragseingangs nahe. Zwar ist der Auftragseingang
im Dezember mit einer Verlaufsrate von 0,7 % ge-
sunken, wofür eine merkliche Verminderung der
Inlandsorders (-2,5 %) verantwortlich war, die nur
bedingt durch eine leicht zunehmende Auslands-
nachfrage (+0,6 %) kompensiert werden konnte.
Im gesamten vierten Quartal legten die Aufträge
jedoch um 1,0 % zu. Der grenzüberschreitenden
Handel Deutschlands hat sich im Dezember abge-
schwächt. Sowohl die Exporte als auch Importe
sind gegenüber dem Vormonat kalender- und sai-
sonbereinigt um 1,6 % zurückgegangen. Das ge-
samte Jahr 2015 wurde aber mit neuen Höchst-
ständen bei den Warenexporten und -importen
abgeschlossen. Die Ausfuhren sind gegenüber
dem Vorjahr um kräftige 6,4 % auf 1.195,8 Mrd.
Euro gestiegen. Die Einfuhren legten um 4,2 % auf
948,0 Mrd. Euro zu.
Eintrübung der Konjunkturerwartungen
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sorgen um
die globale Wirtschaftsentwicklung sowie der ge-
stiegenen Unsicherheit über die wirtschaftspoliti-
70
80
90
100
110
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Außenhandel
in Mrd. Euro, saisonbereinigt
Ausfuhren
Einfuhren
Quelle: Thomson Reuters Datastream
90
100
110
120
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Produktion
2010=100, preis-und saisonbereinigt
Baugewerbe
Industrie
90
100
110
120
130
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Aufträge
2010=100, preis-und saisonbereinigt
Aufträge aus dem Inland
Aufträge aus dem Ausland
Deutsche Konjunktur
17
sche Entwicklung in Europa (Debatte um „Brexit“
und Schengen-Raum) sind die ZEW-Konjunkturer-
wartungen für Deutschland erneut zurückgegan-
gen. Der auf Grundlage einer monatlichen Um-
frage unter Finanzmarktexperten ermittelte
Stimmungsindikator ist im Februar merklich um
9,2 Punkte auf 1,0 Punkte gesunken, nachdem er
bereits im Januar nachgegeben hatte. Auch der
auf einer monatlichen Unternehmensbefragung
basierende ifo Geschäftsklimaindex gab im Feb-
ruar weiter nach. Er ist um deutliche 1,6 Punkte
auf einen Stand von 105,7 Punkten gesunken. Für
den nunmehr dritten Rückgang des wirtschaftli-
chen Frühindikators in Folge waren alleine die Ge-
schäftserwartungen verantwortlich. Die aktuelle
Geschäftslage wurde hingegen insgesamt positi-
ver bewertet. Alles in allem legen die jüngsten
Umfrageergebnisse für die nächsten Monate eine
Abschwächung der Konjunkturdynamik nahe. Mit
einem Abgleiten in eine Rezession ist angesichts
der nach wie vor günstigen Arbeitsmarkt- und
Verdienstentwicklung allerdings nicht zu rechnen.
Inflationsrate bei 0,0 %
Die Inflationsrate Deutschlands ist jüngst deutliche
gesunken. Nach vorläufigen Angaben des Statisti-
schen Bundesamtes gab sie, basierend auf dem
Verbraucherpreisindex (VPI), von 0,5 % im Januar
auf 0,0 % im Februar nach. Ähnlich wie bereits in
den Vormonaten wurde die Gesamtentwicklung
erneut vor allem durch die Energiepreise beein-
flusst. Energie hat sich im Februar jedoch stärker
verbilligt als zuvor (-8,5 % gegenüber –5,8 %). In
Hinblick auf die Erzeugerpreise gewerblicher Pro-
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
07/13 01/14 07/14 01/15 07/15
Verbraucher
Unternehmen
Insolvenzen
Monatliche Fallzahlen
Quelle: Thomson Reuters Datastream
-10
-8
-6
-4
-2
0
2
4
-1
0
1
2
3
4
5
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Verbraucherpreise
Kerninflation*
Erzeugerpreise (rechte Skala)
Verbraucher- undErzeugerpreise
gg. Vorjahr in %
*ohne Energie undLebensmittel
95
100
105
110
115
120
-20
0
20
40
60
80
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Wirtschaftliche Einschätzung
saisonbereinigt
ZEW-Konjunkturerwartungen
ifo Geschäfts-
klimaindex*
*rechte Skala, 2010=100
Deutsche Konjunktur
18
dukt liegen für Februar noch keine Angaben vor.
Im Januar lag der Erzeugerpreisindex um 2,4 %
unter seinem Vorjahreswert.
Etwas mehr Firmenpleiten
In Deutschland hat sich der Abwärtstrend in den
Monatsdaten zu den Unternehmensinsolvenzen
im November zunächst nicht fortgesetzt. Wie das
Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von den
Amtsgerichten 1.880 Unternehmensinsolvenzen
gemeldet. Dies waren 3,5 % mehr Fälle als im No-
vember des Vorjahres. Über den Zeitraum der
Monate Januar bis November betrachtet sind die
Unternehmensinsolvenzen aber um 3,9 % zurück-
gegangen. Die Anzahl der Verbrauchinsolvenzen
gab zeitgleich sogar um 7,7 % nach. Gemäß den
amtlichen Angaben summierten sich die Gläubi-
gerforderungen aus beantragten Firmenpleiten
im November auf rund 1,4 Mrd. Euro. Gegenüber
dem Vorjahresmonat ist die Forderungssumme
somit um etwa 0,2 Mrd. Euro gesunken.
Saisonal bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit
Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist insge-
samt nach wie vor vergleichsweise günstig. Nach
Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA)
nahm die Arbeitslosenzahl im Januar gegenüber
dem Vormonat zwar um 239.000 auf 2,92 Mio.
Menschen zu. Der Anstieg war jedoch allein auf
jahreszeitliche Gründe zurückzuführen, da in eini-
gen Wirtschaftsbereichen wie im Garten- und
Landschaftsbau oder im Baugewerbe die Aktivitä-
ten in den Wintermonaten üblicherweise vermin-
dert werden. In der um die üblichen saisonalen
Faktoren bereinigten Rechnung hat die Arbeitslo-
senzahl dagegen um 20.000 abgenommen. Die
saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist im Januar
gegenüber dem Vormonat von 6,3 % auf 6,2 %
gesunken. Dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin in
einer guten Grundverfassung befindet lässt sich
auch anhand der aktuellen Daten zur Erwerbstä-
tigkeit und zur Beschäftigung belegen. So ist die
Erwerbstätigenzahl nach jüngsten Schätzungen
des Statistischen Bundesamts im Dezember saison-
bereinigt gegenüber dem Vormonat um 44.000
Menschen gestiegen. Im Vorjahresvergleich legte
sie um 439.000 auf 43,30 Mio. zu. Die Anzahl der
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist ge-
mäß der jüngsten BA-Hochrechnung von Oktober
auf November saisonbereinigt um 76.000 Perso-
nen gestiegen. In den kommenden Monaten ist
mit einer Fortsetzung des Stellenaufbaus zu rech-
nen. Darauf deutet zumindest der BA-Stellenindex
BA-X hin, der im Januar um 4 Punkte auf einen
Stand von 211 Punkte kletterte.
42.100
42.300
42.500
42.700
42.900
43.100
43.300
6,0
6,5
7,0
7,5
01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
Erwerbstätige u. Arbeitslosenquote
in Tsd., saisonbereinigt
Arbeitslosenquote
Erwerbstätige*
*rechte Skala
Quelle: Thomson Reuters Datastream

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BVR Volkswirtschaft Special_Erholung im Euroraum bleibt

  • 1. Meinungen, Analysen, Fakten Nr. 2 / 29.02.2016 Volkswirtschaft special Meinungen, Analysen, Fakten Herausgeber: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken · BVR · Volkswirtschaft/Mittelstandspolitik Verantwortlich: Dr. Andreas Bley · Schellingstraße 4 · 10785 Berlin · Telefon: (030) 20 21 – 15 00 Telefax (030) 20 21 – 1904 · Internet: http://www.bvr.de · volkswirtschaft@bvr.de Erholung im Euroraum bleibt trotz zunehmender Risiken intakt - Der Abschwung in den Schwellenländern, der Streit um offene Grenzen in der Europäischen Union und das Risiko eines Brexit trüben die Wachstumserwartungen im Euroraum. Die wirt- schaftliche Erholung im Währungsraum dürfte sich aber fortsetzen, wenn auch in einer langsa- meren Gangart. Unterstützung erhält die Eurowirtschaft von einem makroökonomischen Drei- klang aus sinkenden Energiekosten, einem schwachen Wechselkurs des Euro sowie den historisch niedrigen Finanzierungskosten. Zudem tragen die strukturellen Reformen in der Europeripherie mehr und mehr zur Erholung bei. - Trotz der wirtschaftlichen Erholung bleibt der Reformbedarf im Währungsraum hoch. Immer noch leidet der Euroraum unter den Lasten des Überschwangs aus dem vergangenen Jahrzehnt. Der international anerkannte Index der Weltbank zur Wirtschaftsfreundlichkeit in über 180 Staa- ten der Welt zeigt, dass sowohl in der Peripherie als auch in den Kernländern des Währungsraums weiterhin struktureller Reformbedarf besteht. - Die Wirtschaftspolitik ist gefordert, die Wettbewerbsfähigkeit im Euroraum weiter zu verbessern. Der Grad an Wachstumsfreundlichkeit fällt innerhalb des Währungsraums immer noch ausgespro- chen heterogen aus. Die Unterschiede zwischen den Eurostaaten sollten verstärkt abgebaut wer- den, damit die Geld- und Wirtschaftspolitik einheitlicher wirken kann.
  • 2. Meinung 2 Globale Abwärtsrisiken nehmen zu Die konjunkturellen Abwärtsrisiken nehmen spür- bar zu. Ein scharfer Preisverfall am Markt für Rohöl sowie ein Rückgang der Wirtschaftstätigkeit in den Schwellenländern, wie z. B. Brasilien, Russland oder China heizen die Spekulationen über eine kom- mende weltweite Rezession an. Viele Investoren haben ihr Kaufverhalten an die veränderte Risiko- lage angepasst. Dies sorgt an den Finanzmärkten für erhöhte Kursvolatilität. An den Aktienmärkten ist es zu einem deutlichen Kursrutsch gekommen. Der DAX liegt damit mehr als 20 % unter seinem Allzeithoch von April 2015. Der Ölpreis der Sorte Brent liegt aktuell bei rund 35 US-Dollar je Barrel. Das ist fast die Hälfte ihres Preises vom vergangenen Sommer. Nach den Zah- len der Europäischen Kommission ist das Wachstum der Weltwirtschaft in 2015 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen. Die Kommission geht davon aus, dass die globale Wirtschaft in 2015 um 3,0 % gewachsen sein dürfte. Für dieses Jahr er- wartet sie ein etwas höheres Wachstum von 3,3 %. Politische Risiken in Europa Neben den konjunkturellen Risiken in den Schwel- lenländern hat auch die politische Unsicherheit in Europa zugenommen. Die europäische Staatenge- meinschaft hat zunehmend mit einer Vertrau- enskrise zu kämpfen. Dabei verfestigten sich die Zweifel an ihrer Handlungsfähigkeit und damit auch an ihrer politischen Stabilität. Die Flüchtlingskrise ist aktuell der zentrale Konflikt- herd innerhalb der EU. Sie ist als eine Blaupause der Handlungsfähigkeit des Staatenbundes zu sehen. Die außer Kontrolle geratenen Flüchtlingsströme nach Europa haben fundamentale Differenzen in- nerhalb der Gemeinschaft entstehen lassen. Kon- junkturelle Risiken gehen dabei vor allem von der Schließung der Grenzen aus. Es ist momentan un- klar, ob einige Mitgliedsstaaten den innereuropäi- schen Grenzverkehr noch weiter einschränken werden mit den zu erwartenden Folgewirkungen auf die Wirtschaft. In einigen Mitgliedsstaaten der Eurozone hat zu- dem die Sorge um die politische und wirtschaftli- che Stabilität zugenommen. Für einige Länder in der Euro-Peripherie droht im Zuge einer politisch unübersichtlichen Lage ein Reformstillstand. Eine besondere Rolle spielen hierbei Spanien und Portu- gal. Während in Spanien eine politische Pattsitua- tion die Regierungsbildung seit der Parlaments- wahl vom 22. Dezember behindert, dürfte in Por- tugal die politische Allianz aus Sozialisten und Kommunisten eine Abkehr von der Sparpolitik vorantreiben. Brexit verunsichert Märkte Für den Anstieg der Unsicherheit an den Finanz- märkten sorgt auch das Risiko eines Austritts Groß- britanniens aus der Europäischen Union („Brexit“). Die Briten werden am 23. Juni in einem Volksent- scheid über ihren Verbleib in der EU abstimmen. Bis dahin dürfte die Verunsicherung hoch bleiben, da ein Kopf-an-Kopf Rennen der konkurrierenden
  • 3. Meinung 3 politischen Lager in Großbritannien zu erwarten ist. Ein Austritt wird sich nicht schnell vollziehen lassen. Der Loslösungsprozess dürfte wegen der hohen Verflechtungen des Inselstaates mit der EU meh- rere Jahre in Anspruch nehmen. Die über Jahre hohen rechtlichen und institutionellen Unsicherhei- ten würden die ohnehin hohen wirtschaftlichen Kosten auf beiden Seiten noch einmal erhöhen. Reaktionen an Finanzmärkten überzogen Die Finanzmärkte haben in den vergangenen Wo- chen überzogen auf die erhöhten Risiken reagiert. Insbesondere die Reaktionen auf den sinkenden Ölpreis erscheinen in Anbetracht der harten öko- nomischen Fakten als übertrieben. Die Schwäche an den Aktienmärkten dürfte in ihrem Ausmaß weder die Entwicklung der Realwirtschaft wider- spiegeln noch vorwegnehmen. Der scharfe Rückgang des Ölpreises ist nicht der Vorbote einer weltweit scharfen Rezession. Viel- mehr ist er das Ergebnis eines Überangebotes an Öl. Die geförderten Mengen an Rohöl verharren trotz des rückläufigen Preises auf hohem Niveau. Die erdölfördernden Länder der OPEC konnten sich bislang auf keine signifikante Drosselung der Fördermengen einigen. Das dadurch unelastische Angebot auf dem Ölmarkt multipliziert die durch die konjunkturelle Abkühlung in den Schwellenlän- dern gesunkene Nachfrage nach Öl (Abb. 1a). Die Sorgen um die Stabilität in der Europäischen Union aber auch die Furcht vor einer schweren 20 40 60 80 100 120 140 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Scharfer Rückgangdes Ölpreises Sorte Brent, in US-Dollar je Barrel, 2008=100 Abb. 1a 60 70 80 90 100 110 120 30 40 50 60 70 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 Einkaufsmanagerindex Dienstleister Einkaufsmanagerindex Industrie Economic Sentiment Index (rechte Seite) Frühindikatorenzeigenkonjunkturelle Erholung Abb. 1b 90 95 100 105 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 Quelle: Thomson Reuters Datastream Milder aber steter Aufschwung im Euroraum Preis- und kalenderbereingtes BIP, 2008=100 Abb. 1c
  • 4. Meinung 4 Rezession in den Schwellenländern, die auf die entwickelten Volkswirtschaften überspringt, sind nachvollziehbar. Durchaus ist mit einer sichtbar nachlassenden Konjunktur in China zu rechnen. Nach den Zahlen der Europäischen Kommission wird sich das Wachstum in China von rund 7 % in 2015 auf 6,2 % in 2017 verringern. Allerdings bleibt der Ausblick für die Weltwirtschaft aber auch für den Euroraum aufwärts gerichtet. Zu diesem Er- gebnis kommt auch die Europäische Kommission in ihrer aktuellen Frühjahrsprognose. Erholung des Euroraums setzt sich fort Der europäische Wirtschaftsraum hat den konjunk- turellen Tiefpunkt der europäischen Schuldenkrise durchlaufen. Seit 2013 hat sich die konjunkturelle Verfassung des Euroraums sichtbar verbessert. Das zeigen sowohl die Zahlen zum Bruttoinlandspro- dukt als auch die Frühindikatoren, wie z. B. die Einkaufsmanagerindizes des Dienstleistungs- und Industriesektors, auch wenn aktuell eine leichte Dämpfung zu verzeichnen ist (Abb. 1b und 1c). Die Frühindikatoren zeigen einen deutlichen Auf- wärtstrend und liegen seit Mitte 2013 über der Wachstum signalisierenden Schwelle von 50 Punk- ten. Das reale Wirtschaftswachstum im Euroraum lag im vergangenen Jahr bei rund 1,5 % und damit 0,4 Prozentpunkte höher als in 2014. Das Wachs- tum dürfte in den kommenden zwei Jahren auf- wärts gerichtet bleiben, wenngleich höhere Ab- wärtsrisiken belasten. Die Europäische Kommission prognostiziert für dieses und das kommende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,7 bzw. 1,9 %. Für den Arbeitsmarkt erwartet sie bis Ende 2017 einen moderaten Rückgang der Arbeitslosenquote auf 10,2 %. Dreiklang stützt Wachstum im Euroraum Der Aufschwung wird von drei makroökonomi- schen Faktoren unterstützt. Sinkende Energiekos- ten, ein günstiger Außenwert des Euro und histo- risch niedrige Finanzierungskosten stützen die wirt- schaftliche Erholung. Der gesunkene Außenwert des Euro dürfte dabei die Wettbewerbssituation der Unternehmen aus der Währungsunion im Ver- hältnis zum Ausland verbessert haben. So können Peripheriestaaten wie Spanien, Portugal, Irland und Italien im Zuge gestiegener Exporte aber auch ge- sunkener Importe mittlerweile einen positiven Au- ßenbeitrag vorweisen. Das zeigen die aktuellen Zahlen der Europäischen Kommission. Die niedrige- ren Energiekosten im Zuge eines rückläufigen Öl- preises wiederum leisten einen wesentlichen Bei- trag zu einer höheren Kaufkraft des Privaten Sek- tors. Der private Konsum im Währungsraum dürfte davon profitieren und das Wachstum im Wäh- rungsraum stützen. Die Jahreswachstumsrate der Investitionen erhöhte sich ebenfalls in den vergangenen Jahren und zwar von -2,5 % in 2013 auf zuletzt 2,2 %. Angesichts der historisch niedrigen Zinsen fällt die Investitions- tätigkeit aber mild aus. Die hohe Unsicherheit sei- tens der Unternehmen über die weitere Entwick- lung in Politik und Wirtschaft in den schwächer wachsenden Euro-Volkswirtschaften wie auch die immer noch hohen Verschuldungsraten des Priva-
  • 5. Meinung 5 ten Sektors in einigen Euro-Staaten dämpft die In- vestitionsbereitschaft. Die mäßige Nachfrage der Unternehmen nach Krediten, die sich in einer schwachen Kreditvergabe widerspiegelt, unter- streicht diese Entwicklung. Reformen haben Euroraum gestärkt Zusätzlich zu den drei genannten Faktoren dürfte auch die erfolgreiche Umsetzung einer ganzen Reihe von Strukturreformen in den ehemaligen Programmländern mehr und mehr zu Erholung beitragen. Bis auf Griechenland konnten im ver- gangenen Jahr alle (ehemaligen) Programmländer des Euroraums ein positives Wirtschaftswachstum verzeichnen. Besonders Spanien und Irland erreich- ten mit über 3 und knapp 7 % in 2015 hohe reale Wachstumsraten. Die strukturellen Fortschritte lassen sich gut an der Entwicklung des international anerkannten Ease- of-Doing-Business Indikators der Weltbank ablesen. Der Indikator misst die Einschränkungen der Unter- nehmenstätigkeit durch Regulierungen und einen mangelnden Schutz der Eigentumsrechte in mehr als 180 Ländern. Ein höherer Indexwert weist dabei eine unternehmerfreundlichere Regulierung aus. Der Weltbank-Index zeigt, dass sich insbesondere in der Euro-Peripherie die wirtschaftsstrukturellen Be- dingungen für Unternehmen gegenüber 2009 deutlich verbessert haben. Die Indexwerte von Ita- lien, Portugal, Spanien und Griechenland stiegen im Vergleich zum Basisjahr deutlich an. Der Indexwert von Deutschland tendierte hingegen im gleichen Zeitraum auf höherem Niveau seitwärts. So bedeu- tet zum Beispiel der Wert von Griechenland in Höhe von 68 Punkten, dass die Wirtschaftsfreund- lichkeit im Schnitt 32 % unter der besten Perfor- mance des Indexes - gemessen über den gesamten Zeitraum und das gesamte Länderpanel hinweg - lag. 50 60 70 80 90 100 DÄN GBR FIN DEU IRL ÖST POR FRK SPA ITA GRI 2009 2015 Quelle: Thomson Reuters Datastream Wirtschaftsfreundlichere Strukturenin Südeuropa Ease-of-Doing-Business Indikator der Weltbank, Indexwert (BenchmarkTFP) Abb. 2
  • 6. Meinung 6 Wirtschaftspolitik ist gefragt Trotz der steten aber milden Erholung der Euro- Wirtschaft ist die Genesung des Euroraums noch lange nicht abgeschlossen. Eine neuerliche Rezes- sion würde den Euroraum daher sicher schwer treffen. Immer noch leidet der Euroraum unter den Lasten des Überschwanges aus dem vergangenen Jahrzehnt. Sowohl die Verschuldung der Öffentli- chen Hand und des Privaten Sektors als auch eine Reihe von größeren Finanzhäusern in den Peri- pherieländern befinden sich immer noch in einer wenig robusten Situation. Die Wirtschaftspolitik ist daher dazu aufgerufen, die Wettbewerbsfähigkeit in den Peripherie- aber auch in den Kernstaaten des Euroraums weiter zu erhöhen. Die Politik scheint vielerorts in Europa die Robustheit der eigenen Volkswirtschaften zu über- schätzen. Erst Ende Februar wies die Europäische Kommission im Zuge des Europäischen Semesters auf die noch unzureichende internationale Wettbe- werbsfähigkeit der französischen Wirtschaft hin. Gleichwohl befindet sich die Wirtschaft und insbe- sondere auch die Finanzwirtschaft des Euroraums in einem deutlich stabileren Zustand befindet als noch zu Beginn dieses Jahrzehnts. Das zeigen so- wohl die höheren Kernkapitalquoten der europäi- schen Geldhäuser als auch die sich sichtbar verbes- serten Finanzierungskonditionen der Euro-Finanz- branche. Auch der Ease-of Doing-Business-Indikator ver- deutlicht, dass die Peripheriestaaten ein gutes Stück vorangekommen sind. Der Index zeigt aber auch, dass nicht nur bei den wachstums- schwächeren sondern auch bei den Kernländern, wie auch in Deutschland, struktureller Verbesse- rungsbedarf besteht. Darüber hinaus deuten die Zahlen der Weltbank darauf hin, dass die insti- tutionelle Wachstumsfreundlichkeit innerhalb der Währungsunion immer noch ausgesprochen hete- rogen ausfällt. Diese gilt es in den kommenden Jahren weiter abzubauen, auch im Sinne einer ein- heitlicher wirken könnenden Geld- und Wirt- schaftspolitik. Autor: Jan Philip Weber Mail: j.weber@bvr.de
  • 7. Geldpolitik und Geldmarkt 7 Kreditwachstum bei 0,8 % Die Kreditvergabe der Banken im Währungsraum an den privaten Sektor fiel im Januar positiv aus. Insgesamt stieg der Bestand an Krediten an Unter- nehmen und private Haushalte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,8 %. Im Dezember 2015 hatte der Bestand an Krediten noch 0,7 % über sei- nem Vorjahresniveau gelegen. Die Kreditvergabe an Firmen im Euroraum stieg binnen Monatsfrist um 23 Mrd. Euro. Das entsprach einer Jahreswachs- tumsrate in Höhe von 0,6 %. Im Dezember zeigten die Zahlen der EZB im Zuge eines scharfen Ein- bruchs in Höhe von 19 Mrd. Euro lediglich eine Jahreswachstumsrate von 0,1 % für die Unterneh- menskredite an. Die Kreditvergabe an private Haushalte entwickelt sich hingegen weniger volatil. Sie stieg im Monatsvergleich um 6 Mrd. Euro, nachdem sie im Vormonat seitwärts tendiert war. Damit lag der Bestand der Kredite an die pri- vaten Haushalte im Januar 2016 um 1,4 % höher als ein Jahr zuvor. Geldmengenwachstum bei 5,0 % Das Geldmengenwachstum im Euroraum lag im Januar 2016 bei einer saisonbereinigten Jahres- wachstumsrate von 5,0 %. Die Geldmengendyna- mik fiel damit etwas höher aus als Ende 2015. Im Dezember hatte die Jahreswachstumsrate von M3 noch bei 4,7% gelegen. Wie auch schon in den Mo- naten zuvor wurde das Wachstum maßgeblich von der besonders liquiden Geldmenge M1 getrieben. Ihr Wachstumsbeitrag lag bei 6,1 Prozentpunkten und damit 0,1 Prozentpunkte unter ihrem Vormo- natswert. Der Wachstumsbeitrag der Termin- und Spareinlagen fiel mit -1,0 Prozentpunkten hinge- gen 0,3 Prozentpunkte höher aus als im Dezember. Der Beitrag der marktfähigen Finanzinstrumente trug im Januar mit -0,1 % negativ aus. -5,0 0,0 5,0 10,0 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Marktfähige Finanzinstrumente (M3-M2) Termin- und Spareinlagen (M2-M1) Bargeld und Sichteinlagen (M1) M3 insgesamt Kredite an Privatsektor Beiträge zum M3-Wachstum in Prozentpunkten, saisonbereinigt Quelle: Thomson Reuters Datastream, BVR
  • 8. Geldpolitik und Geldmarkt 8 Ausgeglichene Preisrisiken im Euroraum Das mittelfristige Inflationsrisiko ist in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres sichtbar zurück- gegangen. Ausschlaggebend waren zum einen rückläufige Energiepreise im Zuge des starken Preisverfalls auf dem Rohölmarkt. Zum anderen trübten sich die Konjunkturerwartungen für den Währungsraum im Januar und Februar ein. Sie wirkten sich negativ auf die Entwicklung des Baro- meters zur Messung des mittelfristigen Inflationsri- sikos des BVR aus. Aktuell liegt der BVR Zins-Tacho bei 44 von 100 möglichen Punkten. Er befindet sich damit 5 Punkte unter seinem Jahresendwert. Besonders deutlich war der Rückgang des Konjunkturindika- tors, der zu 50 % in die Berechnung des Gesamtin- dikators eingeht. Er verringerte sich seit Ende 2015 um 6 Zähler auf 53 Punkte. Der Unterindikator für den inflationären Einfluss der Preise und Kosten in- nerhalb des Euroraumes sank im gleichen Zeitraum um 4 auf 32 Zähler. Einzig die Liquidität nahm im Zuge einer höheren Kredit- und Geldmengendyna- mik um 4 Punkte zu. Trotz des Rückganges weist der Zins-Tacho immer noch moderate Preisrisiken für den Währungsraum aus. Weder ein erhöhtes Inflations- noch ein be- sorgniserregendes Deflationsrisiko zeigt das Baro- meter momentan an, auch wenn die Inflationsrate im Euroraum aktuell im Zuge der niedrigen Öl- preise auf historisch niedrigem Niveau verharrt. Zinsen auf dem Geldmarkt weiter unter Druck Spekulationen über weitere geldpolitische Locke- rungsschritte der EZB haben die Terminzinsen auf dem europäischen Geldmarkt im Februar zu- rückgehen lassen. Auf der letzten geldpolitischen Dez 15 Jan 16 Feb 16 BVR Zins-Tacho 49 46 44 Konjunktur (50 %) 59 56 53 Preise/Kosten (40 %) 36 33 32 Liquidität (10 %) 47 51 51 BVR Zins-Tacho Der BVR Zins-Tacho ist ein Indikator für die Inflationsrisiken im Euroraum. Ein Anstieg des BVR Zins-Tachos zeigt steigende, eine Abnahme sinkende Inflationsrisiken an. Eine detaillierte Beschreibung des BVR Zinstachos befindet sich im BVR Volkswirtschaft special Nr. 13/2007 0,00 0,50 1,00 1,50 2,00 2,50 3,00 3,50 4,00 4,50 5,00 25 30 35 40 45 50 55 60 65 70 75 99 01 03 05 07 09 11 13 15 BVR Zins-Tacho EZB-Leitzins in % (rechte Skala) 0 10 20 30 40 60 70 80 90 100 50
  • 9. Geldpolitik und Geldmarkt 9 Sitzung der europäischen Notenbank kündigte EZB-Präsident Mario Draghi an, dass der Rat die aktuelle Geldpolitik auf der kommenden Sitzung am 10. März noch einmal überprüfen und gegebe- nenfalls nachsteuern werde. Auslöser sind die er- höhten makroökonomischen Risiken im Zuge der konjunkturellen Probleme in den Schwellenländern und der im Zuge des scharfen Ölpreisverfalls niedri- gen Inflationsrate im Währungsraum. Während EZB-Präsident Mario Draghi im Laufe des Monats noch einmal die Handlungsfähigkeit der EZB verbal hervorhob, dämpfte der Notenbankprä- sident Ewald Nowotny die Erwartungen an den Märkten leicht, indem er vor überzogenen Erwar- tungen an den Finanzmärkten warnte. So bestehe das Risiko wie im vergangenen Dezember, dass In- vestoren und Anleger einen deutlich kräftigeren Lockerungsschritt im März erwarten, als realistisch sei. Die Terminzinsen sind seit Ende Januar noch einmal deutlich zurückgegangen. Der 3-Monats-Euribor notierte am 26. Februar 4 Basispunkte niedriger bei -0,20 %. Der Zins für Jahresgelder fiel um 3 Ba- sispunkte auf -0,02 %. Der Tagesgeldsatz notierte im Monatsschnitt bei -0,24 % und damit wenig ver- ändert zum Vormonat Januar. -0,5 0,0 0,5 F M A M J J A S O N D J F Wichtige Zinsen im Euroraum Zinssätze in % Spitzenrefinanzierungssatz Tagesgeld(EONIA) Hauptrefinanzierungssatz Einlagenfazilität -0,25 0,00 0,25 0,50 0,75 F M A M J J A S O N D J F Notenbankzinseninternational in % Japan** USA* Eurozone *Die Federal Reserve hat seit 16.12.2008einen Zielbereich von 0-0,25 % für die Federal Funds Target Rate festge- setzt. **Die Bank of Japan hat seit 19.12.2008 ein Tages- geld-Zielbereich von rund 0,1 % festgesetzt. -0,5 0,0 0,5 1,0 F M A M J J A S O N D J F Quelle: Thomson Reuters Datastream Geld- und Kapitalmarkt Zinssätze in % Umlaufsrendite EZB-Hauptrefinanzierungssatz 3-Monatsgeld
  • 10. Rentenmarkt 10 Bundesanleihen bleiben gefragt Die Renditen von Bundesanleihen folgten im Feb- ruar einem steten Abwärtstrend. Die starke Nach- frage nach Sicherheit wurde in erster Linie von der schwachen Performance der Aktienmärkte getra- gen. Der anhaltend niedrige Ölpreis und die damit verbundenen Sorgen um das Wachstum der Welt- wirtschaft ließen die Anleger verstärkt bei risikoär- meren Anlageklassen zugreifen. Der Trend ver- stärkte sich, nachdem die OECD ihre Wachstums- prognosen für die USA und Europa leicht verrin- gerte. Für den Euroraum erwartet die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenar- beit aus Paris in 2016 ein um 0,4 Prozentpunkte niedrigeres BIP-Wachstum in Höhe von 1,4 %. Ver- einzelt gute Konjunkturdaten aus den USA und dem Euroraum sorgten zeitweise für leichte Ge- genbewegungen. Die Konflikte innerhalb der EU in der Flüchtlingskrise sowie die Diskussionen um einen bevorstehenden Brexit sorgten für zusätzli- che Verunsicherung. Die Umlaufsrendite fiel bis zum 26. Februar um 15 Basispunkte auf 0,05 %. Die Rendite zehnjähri- ger Bundesanleihen fiel im gleichen Zeitraum um 19 Basispunkte auf 0,15 %. Die Renditen von zehn- jährigen US-Staatsanleihen fielen im Vergleich zum Vormonatsultimo um 17 Basispunkte auf 1,76 %. Staatspapiere aus Südeuropa waren weniger stark gefragt. Angesichts der politisch hohen Unsicher- heiten in Spanien und Portugal verzeichneten An- leihen aus diesen Ländern zum Teil deutliche Ren- diteaufschläge. 0,25 0,50 0,75 1,00 1,25 1,50 F M A M J J A S O N D J F Zinsstruktur am Rentenmarkt SpreadBundesanleihen mit Restlaufzeiten 10/1 Jahr, in % -1,0 0,0 1,0 2,0 3,0 F M A M J J A S O N D J F Bedeutende Benchmarkanleihen Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit USA Deutschland Japan 0,0 1,0 2,0 3,0 F M A M J J A S O N D J F Quelle: Thomson Reuters Datastream Ausgewählte Staatsanleihen desEuroraums Renditen in %, Staatsanleihen mit 10-jähriger Restlaufzeit Spanien Frankreich Italien
  • 11. Devisenmarkt 11 Euro legt leicht zu Der Euro hat im Februar gegenüber dem US-Dollar zulegen können. Grund war eine Dollarschwäche. An den Devisenmärkten wurde zunehmend die wirtschaftliche Erholung der US-Wirtschaft in Frage gestellt. Die konjunkturelle Lage in den USA gilt als ein wichtiger Gradmesser für die zukünftige US- Geldpolitik. Vor diesem Hintergrund stärkten die nachlassenden Konjunkturerwartungen die Speku- lationen über einen deutlich schwächeren Zinsan- hebungszyklus in den USA. Als Safe-Haven Wäh- rung konnte der US-Dollar jedoch im Monatsver- lauf auch von der steigenden Unsicherheit über den weltweiten Konjunkturverlauf profitieren. Auf Monatssicht bleib dem Euro ein Plus von ei- nem 1 US-Cent gegenüber dem Greenback. Am 26. Februar notierte der Euro-Dollar Kurs bei 1,10 US-Dollar je Euro. Spekulationen über einen möglichen Brexit schwächten derweil das britische Pfund. Der Euro gewann im Februar rund 3 Pence gegenüber dem Pfund und lag zum Ende des Monats bei 0,79 Pfund. Das war der niedrigste Stand seit Dezember 2014. Die Einigung auf ein Reformpaket, das Groß- britannien einen Sonderstatus in der EU zubilligt, konnte die Sorgen nicht zerstreuen. Vielmehr heizte der Londoner Bürgermeister Boris Johnson mit seinem Bekenntnis für einen Austritt Großbri- tanniens aus der EU die Stimmung zusätzlich an. Die Briten werden am 23. Juni in einem Volksent- scheid über ihren Verbleib in der EU abstimmen. 85 90 95 100 J F M A M J J A S O N D J Effektiver Wechselkurs desEuro* in EUR, Quartal 1, 1999 = 100 *Nominale Wertentwicklungdes Eurogegenüber den 19 wichtigsten Handelspartnern des Euroraums. Eine Bewe- gung nach oben entspricht einer Aufwertungdes Euro Quelle: Thomson Reuters Datastream 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 F M A M J J A S O N D J F Euro-Wechselkurs (II) Auslandswährungpro Euro Schweizer Franken Britisches Pfund 120 130 140 150 160 0,6 0,8 1,0 1,2 1,4 F M A M J J A S O N D J F Euro-Wechselkurs (I) AusländerwährungproEuro US-Dollar Japanischer Yen (rechte Skala)
  • 12. Aktienmarkt 12 DAX mit Verlusten Der DAX hat im Februar erneut deutliche Kursver- luste hinnehmen müssen. Grund hierfür waren an- haltende Sorgen um den Zustand der Weltwirt- schaft und die Angst vor Kreditausfällen im Finanz- sektor. Viele suchten daraufhin ihr Heil in sicheren Anlageformen, wie z. B. Staatspapieren, und trenn- ten sich von Aktien. Der stark schwankende Ölpreis wurde zunehmend zum Barometer der Erwartun- gen für die Weltkonjunktur, was die Kursvolatilitä- ten im Monatsverlauf deutlich erhöhte. In der zweiten Monatshälfte kam es zwischenzeit- lich zu einer moderaten Gegenbewegung. Eine leichte Erholung des Ölpreises sowie die Aussicht auf eine Pause im Zinserhöhungszyklus der Fed lie- ßen die Kurse steigen. Zum Ende des Monats kehr- ten die Sorgen an die Finanzmärkte zurück. Eine besondere Rolle spielten hierbei nicht nur die poli- tischen Bruchlinien innerhalb der EU in der Flücht- lingskrise. Auch sorgte die Furcht vor einem Brexit für schlechte Stimmung. Der DAX lag am 26. Februar bei 9.513 Punkten. Das waren 2,9 % weniger als zum Vormonatsul- timo. Der US-Leitindex stieg im gleichen Zeitraum um 1,1 % seines Vormonatsultimos und notierte zum Ende des Monats bei 16.640 Punkten. 15.500 16.000 16.500 17.000 17.500 18.000 18.500 F M A M J J A S O N D J F Aktienmarkt USA Dow Jones, 40-/200-Tagesschnitt Quelle: Thomson Reuters Datastream 2.600 2.800 3.000 3.200 3.400 3.600 3.800 4.000 F M A M J J A S O N D J F Aktien im Euroraum Euro-Stoxx 50, 40-/200-Tagesschnitt 8.000 9.000 10.000 11.000 12.000 13.000 F M A M J J A S O N D J F Deutscher Aktienmarkt Dax, 40-/200-Tagesschnitt
  • 13. Eurokonjunktur 13 Wachstum setzt sich fort Zum Jahresende 2015 ist die Wirtschaftsleistung im Euroraum erneut gestiegen. Nach vorläufigen An- gaben von Eurostat expandierte das preis-, kalen- der- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Währungsraums im vierten Quartal ge- genüber dem Vorquartal um 0,3 %. Das Wachs- tumstempo blieb damit gegenüber dem Sommer- quartal unverändert. Unter den großen Euroraum- Staaten wies Spanien (+0,8 %) abermals den kräf- tigsten Zuwachs auf. In Deutschland (+0,3 %), Frankreich (+0,2 %) und Italien (+0,1 %) fiel das Wirtschaftswachstum hingegen schwächer aus. De- taillierte Angaben zur gesamtwirtschaftlichen Ent- wicklung im vierten Quartal werden von Eurostat am 8. März veröffentlicht. Auch im neuen Jahr 2016 ist trotz des schwieriger gewordenen internationalen Umfelds mit einem weiteren Anstieg des Euroraum-BIP zu rechnen. Die Experten der OECD gehen in ihrem aktualisier- ten Wirtschaftsausblick davon aus, dass das BIP ka- lenderbereinigt um 1,4 % zulegen wird und damit ähnlich stark wie im Vorjahr (1,5 %). Für Deutsch- land prognostizieren sie einen BIP-Zuwachs um 1,3 %. Wirtschaftsstimmung trübt sich ein Angesichts einer Reihe von belastenden Faktoren, wie der Sorgen um einen möglichen Austritt Groß- britanniens aus der EU und der Furcht vor einem möglichen Zusammenbrechen des Schengen- Raums hat sich die wirtschaftliche Stimmung im Euroraum eingetrübt. Wie die EU-Kommission mit- teilte ist der Wirtschaftsklimaindex im Februar ge- genüber dem Vormonat um 1,3 Punkte auf 103,8 Punkte gesunken. Der Konjunkturindikator hatte bereits im Dezember merklich nachgegeben. Er be- findet sich aber noch immer deutlich über seinem langjährigen Durchschnittswert von 100 Punkten. 1) Euroraum, in Punkten - Gewichtung: 40 % Industrievertrauen, 30 % Dienstleistungsvertrauen, 20 % Verbrauchervertrauen, 5 % Einzelhandelsvertrauen, 5 % Bauvertrauen 2) Saldo in Prozentpunkten (= Differenz aus positiven und negativen Antworten) Quelle: Thomson Reuters Datastream Wirtschaftsklima im Euroraum 60 70 80 90 100 110 120 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 -40 -30 -20 -10 0 10 20 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Gesamt1 Dienstleister2 Verbraucher2 Einzelhandel2 Bau2Industrie2 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16
  • 14. Eurokonjunktur 14 Industrieproduktion gesunken Die Industrieproduktion des Euroraums ist im De- zember erneut zurückgegangen. Gemäß den ers- ten amtlichen Schätzungen gab der Ausstoß ge- genüber dem Vormonat saisonbereinigt um deutli- che 1,0 % nach. Im November war die Produktion ebenfalls gesunken (-0,5 %). Für die kommenden Monate lässt der Order-Indikator aber eine Stabili- sierung der Produktion erwarten. Der Indikator ist im Januar zwar gegenüber dem Vormonat etwas zurückgegangen (um 1,1 Punkte auf -10,3 Punkte). Er befindet sich aber weiterhin sichtlich über dem entsprechenden Wert des Vorjahres. Inflationsrate leicht gestiegen Im Januar hat sich der allgemeine Preisauftrieb im Währungsraum geringfügig erhöht. Der Harmoni- sierte Verbraucherpreisindex (HVPI) lag um 0,3 % über seinem Vorjahreswert. Im Dezember hatten die Verbraucherpreise noch um 0,2 % zugelegt. Für den Anstieg der Inflationsrate waren unter ande- rem die Dienstleistungspreise verantwortlich, die etwas stärker stiegen als zuvor. Auf der Erzeuger- stufe sind die Preise aber weiterhin rückläufig. Der Erzeugerpreisindex ist zuletzt, im Dezember, um 3,0 % gesunken. Niedrigere Arbeitslosenquote Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote des Euro- raums tendiert weiter nach unten. Nach jüngsten amtlichen Berechnungen gab sie von 10,5 % im November auf 10,4 % im Dezember nach. 10,0 11,0 12,0 13,0 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Arbeitslosenquote Euroraum, saisonbereinigt Quelle: Thomson Reuters Datastream -4,0 -2,0 0,0 2,0 4,0 -2,0 -1,0 0,0 1,0 2,0 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Verbraucher- undErzeugerpreise Euroraum, in % gg. Vorjahr Kerninflation* Erzeugerpreise (rechte Skala) Verbraucherpreise *ohne Energie undunbearbeitete Lebensmittel -80 -60 -40 -20 0 20 90 100 110 120 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Aufträge und Produktion Euroraum, saisonbereinigt Produktion Aufträge (rechte Skala)* *Order-Indikator der EU-Kommission
  • 15. Deutsche Konjunktur 15 Aufschwung hält an Der konjunkturelle Aufschwung Deutschlands hat sich zum Jahresende 2015 fortgesetzt. Nach ers- ten amtlichen Schätzungen legte das preis-, kalen- der- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal gegenüber dem Vorquar- tal um 0,3 % zu. Der BIP-Anstieg fiel damit gering- fügig stärker aus als vom BVR im Rahmen der De- zember-Konjunkturprognose erwartet worden war (+0,2 %). Im Sommerquartal hatte die Wirt- schaftsleistung ebenfalls um 0,3 % zugenommen. Wachstumsimpulse gingen im Jahresendquartal erneut von den privaten Konsumausgaben aus, die um 0,3 % zulegten. Vor dem Hintergrund der Mehraufwendungen in Folge der anhaltenden Flüchtlingsmigration nahmen die staatlichen Konsumausgaben (+1,0 %) jedoch noch stärker zu. Darüber hinaus trug der Anstieg der Brutto- anlageinvestitionen (+1,5 %) merklich zum BIP- Wachstum bei. Insbesondere in Bauten (+2,2 %) wurde deutlich mehr investiert. Der Außenhandel wirkte hingegen insgesamt dämpfend, da die Ex- porte (-0,6 %) etwas nachgaben, während die Im- porte (+0,5 %) leicht stiegen. Zu Jahresbeginn 2016 dürfte die deutsche Wirt- schaft auf ihrem soliden Wachstumskurs bleiben. Dies legen zumindest modellbasierte Schätzungen des BVR nahe. Demnach ist im laufenden ersten Quartal erneut mit einem BIP-Verlaufsrate von 0,3 % zu rechnen. Für das gesamte Jahr 2016 kann aufgrund der insgesamt noch soliden harten Wirt- schaftsdaten die Prognose von 1,6 % aus dem De- zember noch gehalten werden. Die Abwärtsrisi- ken der Prognosen sind jedoch wegen der schwä- cheren Entwicklung in den Schwellenländern und der jüngsten Finanzmarktturbulenzen merklich ge- stiegen. SVR KOM OECD 1,0 1,5 2,0 2,5 Nov 15 Dez 15 Jan 16 Feb 16 Bbk - Deutsche Bundesbank DIW - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin GD - Gemeinschaftsdiagnose (Frühjahrs- bzw. Herbstprognose) HWWI - Hamburger WeltWirtschaftsInstitut ifo - Institut für Wirtschaftsforschung, München IfW - Institut für Weltwirtschaft, Kiel IMF - Internationaler Währungsfonds IMK - Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Düsseldorf IW - Institut der deutschen Wirtschaft, Köln IWH - Institut für Wirtschaftsforschung, Halle KOM - Europäische Kommission OECD - Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung REG - Bundesregierung RWI - Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung, Essen SVR - Sachverständigenrat Quelle: BVR OECD IfW KOM IMF; REG IW Bbk; IMK; RWI DIW; HWWI ifo BVR Konjunktur 2016 - Prognosen für Deutschland preisbereinigt, Jahreswachstumsratedes BIP in %
  • 16. Deutsche Konjunktur 16 Schwache Produktions- und Außenhandelsdaten Die Monatsdaten zur Industrieproduktion und zum Außenhandel sind jüngst überwiegend ver- halten ausgefallen. So hat sich die Produktion im Dezember um 1,1 % vermindert, nachdem sie zu- vor um 0,5 % zurückgegangen war. In den kom- menden Monaten dürfte es aber zu einer Festi- gung der industriellen Erzeugung kommen. Dies legt zumindest die Entwicklung des Industrie-Auf- tragseingangs nahe. Zwar ist der Auftragseingang im Dezember mit einer Verlaufsrate von 0,7 % ge- sunken, wofür eine merkliche Verminderung der Inlandsorders (-2,5 %) verantwortlich war, die nur bedingt durch eine leicht zunehmende Auslands- nachfrage (+0,6 %) kompensiert werden konnte. Im gesamten vierten Quartal legten die Aufträge jedoch um 1,0 % zu. Der grenzüberschreitenden Handel Deutschlands hat sich im Dezember abge- schwächt. Sowohl die Exporte als auch Importe sind gegenüber dem Vormonat kalender- und sai- sonbereinigt um 1,6 % zurückgegangen. Das ge- samte Jahr 2015 wurde aber mit neuen Höchst- ständen bei den Warenexporten und -importen abgeschlossen. Die Ausfuhren sind gegenüber dem Vorjahr um kräftige 6,4 % auf 1.195,8 Mrd. Euro gestiegen. Die Einfuhren legten um 4,2 % auf 948,0 Mrd. Euro zu. Eintrübung der Konjunkturerwartungen Vor dem Hintergrund der anhaltenden Sorgen um die globale Wirtschaftsentwicklung sowie der ge- stiegenen Unsicherheit über die wirtschaftspoliti- 70 80 90 100 110 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Außenhandel in Mrd. Euro, saisonbereinigt Ausfuhren Einfuhren Quelle: Thomson Reuters Datastream 90 100 110 120 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Produktion 2010=100, preis-und saisonbereinigt Baugewerbe Industrie 90 100 110 120 130 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Aufträge 2010=100, preis-und saisonbereinigt Aufträge aus dem Inland Aufträge aus dem Ausland
  • 17. Deutsche Konjunktur 17 sche Entwicklung in Europa (Debatte um „Brexit“ und Schengen-Raum) sind die ZEW-Konjunkturer- wartungen für Deutschland erneut zurückgegan- gen. Der auf Grundlage einer monatlichen Um- frage unter Finanzmarktexperten ermittelte Stimmungsindikator ist im Februar merklich um 9,2 Punkte auf 1,0 Punkte gesunken, nachdem er bereits im Januar nachgegeben hatte. Auch der auf einer monatlichen Unternehmensbefragung basierende ifo Geschäftsklimaindex gab im Feb- ruar weiter nach. Er ist um deutliche 1,6 Punkte auf einen Stand von 105,7 Punkten gesunken. Für den nunmehr dritten Rückgang des wirtschaftli- chen Frühindikators in Folge waren alleine die Ge- schäftserwartungen verantwortlich. Die aktuelle Geschäftslage wurde hingegen insgesamt positi- ver bewertet. Alles in allem legen die jüngsten Umfrageergebnisse für die nächsten Monate eine Abschwächung der Konjunkturdynamik nahe. Mit einem Abgleiten in eine Rezession ist angesichts der nach wie vor günstigen Arbeitsmarkt- und Verdienstentwicklung allerdings nicht zu rechnen. Inflationsrate bei 0,0 % Die Inflationsrate Deutschlands ist jüngst deutliche gesunken. Nach vorläufigen Angaben des Statisti- schen Bundesamtes gab sie, basierend auf dem Verbraucherpreisindex (VPI), von 0,5 % im Januar auf 0,0 % im Februar nach. Ähnlich wie bereits in den Vormonaten wurde die Gesamtentwicklung erneut vor allem durch die Energiepreise beein- flusst. Energie hat sich im Februar jedoch stärker verbilligt als zuvor (-8,5 % gegenüber –5,8 %). In Hinblick auf die Erzeugerpreise gewerblicher Pro- 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 07/13 01/14 07/14 01/15 07/15 Verbraucher Unternehmen Insolvenzen Monatliche Fallzahlen Quelle: Thomson Reuters Datastream -10 -8 -6 -4 -2 0 2 4 -1 0 1 2 3 4 5 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Verbraucherpreise Kerninflation* Erzeugerpreise (rechte Skala) Verbraucher- undErzeugerpreise gg. Vorjahr in % *ohne Energie undLebensmittel 95 100 105 110 115 120 -20 0 20 40 60 80 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Wirtschaftliche Einschätzung saisonbereinigt ZEW-Konjunkturerwartungen ifo Geschäfts- klimaindex* *rechte Skala, 2010=100
  • 18. Deutsche Konjunktur 18 dukt liegen für Februar noch keine Angaben vor. Im Januar lag der Erzeugerpreisindex um 2,4 % unter seinem Vorjahreswert. Etwas mehr Firmenpleiten In Deutschland hat sich der Abwärtstrend in den Monatsdaten zu den Unternehmensinsolvenzen im November zunächst nicht fortgesetzt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von den Amtsgerichten 1.880 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Dies waren 3,5 % mehr Fälle als im No- vember des Vorjahres. Über den Zeitraum der Monate Januar bis November betrachtet sind die Unternehmensinsolvenzen aber um 3,9 % zurück- gegangen. Die Anzahl der Verbrauchinsolvenzen gab zeitgleich sogar um 7,7 % nach. Gemäß den amtlichen Angaben summierten sich die Gläubi- gerforderungen aus beantragten Firmenpleiten im November auf rund 1,4 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Forderungssumme somit um etwa 0,2 Mrd. Euro gesunken. Saisonal bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt ist insge- samt nach wie vor vergleichsweise günstig. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) nahm die Arbeitslosenzahl im Januar gegenüber dem Vormonat zwar um 239.000 auf 2,92 Mio. Menschen zu. Der Anstieg war jedoch allein auf jahreszeitliche Gründe zurückzuführen, da in eini- gen Wirtschaftsbereichen wie im Garten- und Landschaftsbau oder im Baugewerbe die Aktivitä- ten in den Wintermonaten üblicherweise vermin- dert werden. In der um die üblichen saisonalen Faktoren bereinigten Rechnung hat die Arbeitslo- senzahl dagegen um 20.000 abgenommen. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote ist im Januar gegenüber dem Vormonat von 6,3 % auf 6,2 % gesunken. Dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin in einer guten Grundverfassung befindet lässt sich auch anhand der aktuellen Daten zur Erwerbstä- tigkeit und zur Beschäftigung belegen. So ist die Erwerbstätigenzahl nach jüngsten Schätzungen des Statistischen Bundesamts im Dezember saison- bereinigt gegenüber dem Vormonat um 44.000 Menschen gestiegen. Im Vorjahresvergleich legte sie um 439.000 auf 43,30 Mio. zu. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist ge- mäß der jüngsten BA-Hochrechnung von Oktober auf November saisonbereinigt um 76.000 Perso- nen gestiegen. In den kommenden Monaten ist mit einer Fortsetzung des Stellenaufbaus zu rech- nen. Darauf deutet zumindest der BA-Stellenindex BA-X hin, der im Januar um 4 Punkte auf einen Stand von 211 Punkte kletterte. 42.100 42.300 42.500 42.700 42.900 43.100 43.300 6,0 6,5 7,0 7,5 01/14 07/14 01/15 07/15 01/16 Erwerbstätige u. Arbeitslosenquote in Tsd., saisonbereinigt Arbeitslosenquote Erwerbstätige* *rechte Skala Quelle: Thomson Reuters Datastream