Hegelsche Dialektik                 Teil IIAnnette Schlemm:  http://philosophenstuebchen.wordpress.com/
Siehe auch die Texte im Internet unter: http://www.thur.de/philo/hegel/hegel.htmDie Abbildung zitiert eine Zeichnung von M...
Inhalt•   Warum Dialektik ?•   Erkenntnis-Entwicklung•   Systemcharakter•   Allgemeines-Besonderes-Einzelnes•   Totalitari...
Den Teil I gibt’s unter: http://de.slideshare.net/philosophenstuebchen/hegelsche-dialektik-grundlagen-teil-i
Systemcharakter
•   Noch einmal zur systemischen Struktur des Hegelschen Begreifens der Welt.    Die im Teil I vorgestellten drei aufeinan...
Systemcharakter     „Das Wahre ist das Ganze“
•   Die Welt ist zwar unendlich vielfältig – aber letztlich ist sie Eine und ihre    Unterteilung – z.B. in die Bereiche: ...
SystemcharakterSystem von Kategorien,in dialektischer Abfolge
SystemcharakterWie offen ist das System?(wofür soll das System offen sein?Welche Ergänzungen sind möglich?)• 3 Bereiche (L...
• Hier gehe ich kurz auf eine lange Debatte über die Dialektik ein: Häufig wird  Hegel als Vorwurf entgegen gehalten, dass...
Gefahr: Schematismus“Der Formalismus hat sich zwar der Triplizitätgleichfalls bemächtigt und sich an das leere Schemaderse...
•   Die Hegelsche Dialektik wird leider oft dargestellt in einer sehr schematischen    Form. Alle Zusammenfassungen, auch ...
3 Schritte                   widersprüchliche Welt     Abstraktion von den              geistige Reproduktion       Widers...
•   Hier geht es, in Fortführung der Darstellung der drei aufeinander folgenden    Erkenntnisstufen, noch einmal genauer d...
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•   Die Hegelsche Dialektik ermöglicht eine Unterscheidung von zwei Formen des    Allgemeinen, die sehr wichtig ist und di...
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•   Auch ein Resultat aus dem Durchgang durch die Begriffslogik. Man kann    schon mal ausführlich darüber meditieren, was...
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•   Auch dies ist eine Konsequenz aus der „Logik der Verhältnis von A,B und E“…    Hier wird aber ein Bezug hergestellt zu...
„Ich“ als A – B – E „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen„Ich“ als Allgemeines   „Ich“ als Besonderes   ...
A–B–E Allgemeines – Besonderes - EinzelnesAllgemeines               Besonderes                      EinzelnesFreies Selbst...
•   )* „Daß die Natur, etwa bei den Lebewesen, die Besonderung in eine    unübersehbare Verschiedenheit treibt, statt den ...
Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt• Allgemeines und            ...
•   Hier setze ich mich damit auseinander, dass dem Hegelschen Denken häufig    so etwas wie „Totalitarismus“ unterstellt ...
Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Verwechslung Beziehung      ...
•   Hier ebenfalls diese beiden Sichtweisen, bezogen auf das Verhältnis von    Allgemeinem und Einzelnen.
Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Verwechslung mit            ...
•   Ebenfalls diese zwei Denkweisen…
Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Vorstellung von             ...
Das ErgebnisTotalität: Gesamtheit aller Bedingungen    Kritik jeglicher Beschränktheit    auf Zusammenhänge orientiert,...
•   Was meint Hegel also tatsächlich mit der „Totalität“?...•   Und: Hegel als Kritiker jeglicher Verdinglichung, aber auc...
Das ErgebnisFremdbestimmender     BeliebigkeitDeterminismus               Handeln sinnlosZweckmäßiges Handeln braucht ge...
•   Hegels Denken will, wie die gesamte Tradition des Deutschen Idealismus, die    Freiheit begründen. Das heißt, es geht ...
Das ErgebnisGesellschaftlichkeitsproblem   • Kapitalismus: „ungesellschaftliche    Gesellschaftlichkeit“ hinter dem Rücke...
•   Die Philosophie des konkret-Allgemeinen ist auch eine wichtige Voraussetzung    dafür, Gesellschaftlichkeit so denken ...
Hier endet der Teil II                  http://www.thur.de/philo/                     hegel/hegel.hm
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Hegelsche Dialektik Grundlagen Teil II mit Notizen

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Hier kommt Teil II der Grundlagen der Hegelschen Dialektik

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Hegelsche Dialektik Grundlagen Teil II mit Notizen

  1. 1. Hegelsche Dialektik Teil IIAnnette Schlemm: http://philosophenstuebchen.wordpress.com/
  2. 2. Siehe auch die Texte im Internet unter: http://www.thur.de/philo/hegel/hegel.htmDie Abbildung zitiert eine Zeichnung von M.C. Escher und verweist auf das ThemaEntwicklung mit Spiralformen.
  3. 3. Inhalt• Warum Dialektik ?• Erkenntnis-Entwicklung• Systemcharakter• Allgemeines-Besonderes-Einzelnes• Totalitarismus ?• Historische Entwicklung
  4. 4. Den Teil I gibt’s unter: http://de.slideshare.net/philosophenstuebchen/hegelsche-dialektik-grundlagen-teil-i
  5. 5. Systemcharakter
  6. 6. • Noch einmal zur systemischen Struktur des Hegelschen Begreifens der Welt. Die im Teil I vorgestellten drei aufeinander folgenden Erkenntnisstufen (denen auch entsprechende Gegenstände entsprechen), tauchen in den Hegelschen Texten auch bei den von Hegel selbst behandelten Gegenständen immer wieder auf. Deshalb unterteilen sich die Gliederungen seiner Bücher so, dass jeder Schritt sich selbst wieder in drei Unterschritte unterteilt.• Das entsteht aber nicht durch die formale „Anwendung“ einer abstrakten Regel. Hegel selbst spricht sich gegen das Formelhafte in der bekannten Dreistufung „These – Antithese – Synthese“ aus. Bei Hegel ist es immer der Inhalt selbst, der im Gegenstand danach drängt, auf diese Weise immer besser verstanden zu werden.
  7. 7. Systemcharakter „Das Wahre ist das Ganze“
  8. 8. • Die Welt ist zwar unendlich vielfältig – aber letztlich ist sie Eine und ihre Unterteilung – z.B. in die Bereiche: „Natur“, „Denken“ und „Gesellschaft“ (bei Hegel: „Naturphilosophie“, „Logik“, „Philosophie des Geistes“) ist doch vollständig möglich (oder gibt es noch einen Bereich außer diesen dreien?). Deshalb gibt es so etwas wie einen „Abschluss“, ein Ganzes, das nicht mehr ins Unendliche zu erweitern wäre. (siehe auch Folie 9)• Dieses Ganze besteht im Vollzug aller Bewegungen, die in ihm angelegt sind – wenn man nur Teile der Bewegungen im Blick hat, hat man noch nicht die „ganze Wahrheit“ begriffen.Wir haben bisher die Struktur als „Dreieck von Dreiecken“ verwendet (zu dieserFraktalstruktur siehe auch: Den Teil I gibt’s unter:http://http://www.thur.de/philo/hegel/hegel2.htm; das rechts abgebildetevollständige Systemdreieck gibt’s als Poster hier: http://www.hegel-system.de/de/poster.htm).Hegel selbst spricht auf von einem „Kreis von Kreisen“:„Vermöge der aufgezeigten Natur der Methode stellt sich die Wissenschaft als einin sich geschlungener Kreis dar, in dessen Anfang, den einfachen Grund, dieVermittlung das Ende zurückschlingt; dabei ist dieser Kreis ein Kreis von Kreisen;denn jedes einzelne Glied, als Beseeltes der Methode, ist die Reflexion-in-sich,die, indem sie in den Anfang zurückkehrt, zugleich der Anfang eines neuenGliedes ist. „ HW 6: 571)
  9. 9. SystemcharakterSystem von Kategorien,in dialektischer Abfolge
  10. 10. SystemcharakterWie offen ist das System?(wofür soll das System offen sein?Welche Ergänzungen sind möglich?)• 3 Bereiche (Logik, Natur, Geist) vollständig, oder?• 3 Sphären der Logik (Seinsl., Wesensl., Begriffsl.,) ebs.• Bereiche des Natürlichen (physikalisch, organisch) ebs.• offen: gegenüber Fortschritten in der Erkenntnis der Gegenstände (z.B. bei Hegel selbst: Naturphilosophie...)
  11. 11. • Hier gehe ich kurz auf eine lange Debatte über die Dialektik ein: Häufig wird Hegel als Vorwurf entgegen gehalten, dass sein System so geschlossen sei, während es doch besser offen wäre (z.B. von Ernst Bloch).• Ich denke, dieser Vorwurf beruht auf einem Mißverständnis. Dies entsteht z.B. wenn die dialektische Entwicklung von vornherein als historische Zustandsveränderung interpretiert wird. Es ist natürlich offen, was in Zukunft geschehen wird. Aber darum geht es in Hegels System gar nicht. Da geht es um die innere Struktur, um die inneren Triebkräfte aller Bereiche der Welt. Und hier gibt es nicht eine Offenheit ins Beliebige, sondern: Alles was es gibt (bzw. was wir davon wissen), lässt sich sinnvoll unterteilen in: Natürliches, Gesellschaftliches, Gedachtes… Man kann auch andere Unterteilungen versuchen, aber letztlich wird jede Unterteilung sinnvollerweise danach streben, vollständig zu sein.• Auf diese Weise muss das im Sinne einer Vollständigkeit geschlossene System Hegels auch gegen seine Kritiker bzw. kritisierenden Nachfolger verteidigen.• Die Vollständigkeit bei Hegel verbietet natürlich überhaupt nicht, bessere Aufteilungen zu finden, besserer Erklärungen der Übergänge usw… Wir wissen inzwischen aus den Mitschriften zu Hegels Vorlesungen aus aufeinander folgenden Jahren, dass er selbst die Inhalte seiner Werke ständig überarbeitet hat, z.B. immer die neuesten naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit aufgenommen hat. Grundsätzlich ist seine Systematik offen gegenüber fortschritten in der Erkenntnis der Gegenstände – aber man muss nur das Prinzip des Systems erst mal verstanden und darf es nicht vorzeitig über Bord geworfen haben.
  12. 12. Gefahr: Schematismus“Der Formalismus hat sich zwar der Triplizitätgleichfalls bemächtigt und sich an das leere Schemaderselben gehalten; der seichte Unfug und das Kahledes modernen philosophischen sogenanntenKonstruierens, das in nichts besteht, als jenes formelleSchema ohne Begriff und immanente Bestimmungüberall anzuhängen und zu einem äußerlichen Ordnenzu gebrauchen, hat jene Form langweilig und übelberüchtigt gemacht.“ (WdL II: 565)
  13. 13. • Die Hegelsche Dialektik wird leider oft dargestellt in einer sehr schematischen Form. Alle Zusammenfassungen, auch meine hier im Internet, fassen natürlich hunderte inhaltlich ausargumentierte Textseiten von Hegel zusammen und heben einheitliche Strukturen heraus. Diese einheitlichen Strukturen, z.B. in der Aufeinanderfolge von 1., 2. und 3. (die ich hier nicht weiter in einer Formel benenne), können natürlich jederzeit als abstraktes Schema missverstanden werden. Aus der Sicht von Hegel ist dies aber ein MISSverständnis und keine angemessene Widergabe des Hegelschen Denkens.• Auch die populäre Darstellung von Dialektik als Aufeinanderfolge von „Thesis“, „Antithesis“ und „Synthesis“ ist zu kritisieren, insbesondere, wenn dabei vorgestellt wird, das „Thesis“ und „Antithesis“ erst auseinander gedacht werden und dann durch die Synthese zusammen gebracht werden (auch im Wikipedia-Artikel zu „Synthese“ ist unklar, woher die Elemente kommen, die in einer Synthese zusammen gesetzt werden).• So würdigt es Hegel, dass „der Name Synthesis, synthetische Einheit außer Gebrauch gesetzt worden“ sei:• „Werden ist diese immanente Synthesis des Seins und Nichts; aber weil der Synthesis der Sinn von einem äußerlichen Zusammenbringen äußerlich gegeneinander Vorhandener am nächsten liegt, ist mit Recht der Name Synthesis, synthetische Einheit außer Gebrauch gesetzt worden.“ (HW 5: 100)
  14. 14. 3 Schritte widersprüchliche Welt Abstraktion von den geistige Reproduktion Widersprüchen des (widersprüchlichen) Entwicklungszusammenhangs„Kopie“ des Analytisch (äqu. Dial. KonkretisierungUnmittelbaren Einheiten, (Widersprüche Widersprüche enthalten) aufgehoben) „abstrakt“ (z.B.„pseudokonkret“ Systemtheorie) „konkret“ (Dialektik) „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“ Definierte Begründung derMeinungsaustausch, Kategorien aus der„Pluralismus“ Verwendung von Kategorien Logik der Sache
  15. 15. • Hier geht es, in Fortführung der Darstellung der drei aufeinander folgenden Erkenntnisstufen, noch einmal genauer darum, wie diese verschiedenen Erkenntnis/Denkweise an komplexe, widersprüchliche Gegenstände herangehen.• Siehe dazu auch: http://www.thur.de/philo/kp/prot7.htm
  16. 16. Allgemeines abstrakte Allgemeinheit wahrhafte Allgemeinheit das Gemeinschaftliche das Universelle Hinweglassung des Besonderen das sich selbst Besondernde„Alle Vorwürfe, welche gegen das Denken überhaupt und dann näherdas philosophische Denken vom Standpunkt des Gefühls aus erhobenzu werden pflegen, und die so oft wiederholte Behauptung von derGefährlichkeit des angeblich zu weit getriebenen Denkens haben ihrenGrund in jener Verwechslung.“ (Enz. I: 312, § 163 Z)
  17. 17. • Die Hegelsche Dialektik ermöglicht eine Unterscheidung von zwei Formen des Allgemeinen, die sehr wichtig ist und die an vielen Stellen Missverständnisse in der Wissenschaftskritik und auch der Bewertung philosophischen Denkens vermeiden helfen würde.• Diese Unterscheidung hat eine lange Tradition in der Philosophie (http://www.thur.de/philo/abstrakt.htm#_Toc494860270), ist aber weitgehend unbekannt. Und trotz der formelhaften Wiederholung des Marxschen Satzteiles vom „Aufsteigen vom Abstrakten zum Konkreten“ (MEW 42: 35) scheint sich die Bedeutung des konkret-Allgemeinen bei Marxist_innen nicht herumgesprochen zu haben.• Ich selbst fand es erstmalig in einer Broschüre von Camilla Warnke aus dem Jahr 1972, übrigens aus dem Bücherschrank von Nina Hager ;-)• Um zu verstehen, was damit gemeint war, begab ich mich auf den langen Weg des Hegelstudiums…
  18. 18. A–B–E wahrhafte Allgemeinheit - das sich selbst BesonderndeFreie SelbstbestimmungBesondereBestimmungen/Aspekte/ Arten Einzelnes, welches Allgemeines auf besondere Weise verwirklicht
  19. 19. • Auf dieser Folie erscheint eigentlich nur das Ergebnis einer sehr ausführlichen Argumentation über das Verhältnis von Allgemeinem, Besonderen und Allgemeinen. Diese führt durch die gesamte sog. „Begriffslogik“ (Meine Texte zum ersten Bereich daraus (der Urteilslogik) gibt’s unter: http://philosophenstuebchen.wordpress.com/2013/02/12/menschliche- verhaeltnisse-begreifen/).
  20. 20. A–B–E„Alle Dinge sind eine Gattung (ihre Bestimmungund Zweck) in einer einzelnen Wirklichkeit voneiner besonderen Beschaffenheitund ihre Endlichkeit ist, daß das Besonderederselben dem Allgemeinen gemäß sein kann oderauch nicht.“ (Enz.I: 331, § 179)
  21. 21. • Auch ein Resultat aus dem Durchgang durch die Begriffslogik. Man kann schon mal ausführlich darüber meditieren, was das so bedeutet für die Themen, mit denen man sich beschäftigt… ;-)
  22. 22. „Ich“ als A – B – E „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen„Ich“ als Allgemeines „Ich“ als Besonderes „Ich“ als Einzelnesreine autonome, sich auf in Selbstbestimmung, d.h. als Individuellessich beziehende Form Entgegensetzung und Besonderungdas, was alle das dem „Nicht-Ich“ unverwechselbare Einheit;selbstbewussten Wesen sind entgegen gesetzte Wesen der Mensch als dieser(Ich bin Teil der Mensch;selbstbewussten Welt) Einheit von A und B Beziehung auf Besonderung Beziehung auf mich selbst,allgemeine Identität in Form des Gegensatzes als einzelner Mensch
  23. 23. • Auch dies ist eine Konsequenz aus der „Logik der Verhältnis von A,B und E“… Hier wird aber ein Bezug hergestellt zu den in Teil I ausführlich vorgestellten drei Erkenntnisschritten…• Der Allgemeinbegriff ist kein beliebig zuordenbarer Name, sondern bezeichnet eine innere Kontinuität.
  24. 24. „Ich“ als A – B – E „Ich“: Subjekt in seinem bestimmten Verhältnis zu allen„Ich“ als Allgemeines „Ich“ als Besonderes „Ich“ als Einzelnes „Das wirkliche Ich ist nicht einfach Ichheit als solche, sondern sich dem Nicht-Ich entgegensetzende, tätige Ichheit. (= Negation) Diese tätige ... Ichheit ist aber zugleich die Wiederherstellung des allgemeinen Ich in der Besonderheit ... (= Negation der Negation) (Hoffmann: 361)
  25. 25. A–B–E Allgemeines – Besonderes - EinzelnesAllgemeines Besonderes EinzelnesFreies Selbstverhältnis je besondere Darstellung Individualität, sich selbst(nicht durch Anderes des sich von sich Bewirkendesbestimmt) unterscheidenden Allgemeinen Wirkliches als Allgemeines in(erzeugende) Gattung Eine Art gegen eine andere besonderer Weise. Art – vollständig disjunkt )* z.B. als Planetz.B. Bewegung z.B. Bewegung gegen Ruhe z.B. als einzelner Organismusz.B. Ich)** z.B. (emp.) Ich gegen Nicht- z.B. als einzelner Mensch)*** Ich
  26. 26. • )* „Daß die Natur, etwa bei den Lebewesen, die Besonderung in eine unübersehbare Verschiedenheit treibt, statt den Unterschied in logischer Reinheit dichotomisch darzustellen, rechnet Hegel zur „Ohnmacht der Natur; die Strenge des Begriffs nicht festhalten und darstellen zu können un din diese begrifflose blinde Mannigfaltigkeit sich zu verlaufen.“ (WdL II: 282)• - bei Arterhaltung: Aufteilung in männlich und weiblich• )** das Übergreifend-Allgemeine• )*** Unterschied Besonderes – Einzelnes:• Besonderes: inhaltlicher Aspekt• Einzelnes: empirische, wirkliche Untereinheit des Ganzen• Auch: Gott – Welt – Sohn („in welchem er als Geist bei sich selbst ist“, Enz.: I: 309, § 161 Zusatz)
  27. 27. Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt• Allgemeines und •Besonderes:Besonderes bzw. Einzelnes Selbstunterschiedenes imeinander äußerlich. Allgemeinen. •Allgemeines kehrt in der Besonderung zu sich selbst zurück.• z.B. einzelner Organismus im •Im einzelnen MenschenVerhältnis zu seiner Gattung. bestätigt sich seine allgemeine(zufällig, austauschbar...) Natur (Vernunft) vermittels seiner besondern Art (Naturell).
  28. 28. • Hier setze ich mich damit auseinander, dass dem Hegelschen Denken häufig so etwas wie „Totalitarismus“ unterstellt und vorgeworfen wird. Hegel verwendet ja auch den Begriff „Totalität“ positiv.• Die beiden, andersfarbig hinterlegten Seiten beschreiben zwei unterschiedliche Sichtweisen: die linke ist unzureichend (aber die häufig angewandte), die rechte beschreibt in Ansätzen die Hegelsche Sichtweise.
  29. 29. Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Verwechslung Beziehung •Allgemeines als dasunmittelbar-Einzelnes – innere Wesen, wie es sichabstrakt Allgemeines: aA zur äußeren Erscheinung„subsumiert“/beherrscht besondert, ohne sich darindas uE. zu verlieren.•z.B. Element – System; •„Nicht der Begriff des• Organismus – Gattung Menschen, sondern der des Sokrates ist Princip seiner•Teil - Ganzes Entwicklung.“ (Erdmann)
  30. 30. • Hier ebenfalls diese beiden Sichtweisen, bezogen auf das Verhältnis von Allgemeinem und Einzelnen.
  31. 31. Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Verwechslung mit •Keine Bestimmtheit vonUrsache-Wirkungs-Denken außen, sondernoder Grund-Folge: das Selbstbestimmtheit =Totale als Ursache oder FreiheitGrund von Anderem.
  32. 32. • Ebenfalls diese zwei Denkweisen…
  33. 33. Totalitarismus?Totalität = konkret Allgemeines = Einheit von Einheitund Unterschied = Subjekt•Vorstellung von •Differenziertheit durchherrschendem, Selbstbestimmung.hierarchisch Höheremgegen untergeordnetesNiederes.
  34. 34. Das ErgebnisTotalität: Gesamtheit aller Bedingungen  Kritik jeglicher Beschränktheit  auf Zusammenhänge orientiert, wo erst nur Unmittelbar-Isoliertes gesehen wirdProzessualität: Kritik jeglicher Verdinglichunggenauer: Dinghaftigkeit  Prozessualität  Verhältnis
  35. 35. • Was meint Hegel also tatsächlich mit der „Totalität“?...• Und: Hegel als Kritiker jeglicher Verdinglichung, aber auch der Auflösung in reine Bewegtheit
  36. 36. Das ErgebnisFremdbestimmender BeliebigkeitDeterminismus  Handeln sinnlosZweckmäßiges Handeln braucht genügend Offenheit genügend Wirkfähigkeit Freiheit: hat die Notwendigkeit zu ihrer Voraussetzung und enthält dieselbe als aufgehoben in sich (Enz. I: 303, § 158 Zusatz) • Nicht nur „Freiheit von“ sondern „Freiheit zu“ • Konkrete und positive Freiheit
  37. 37. • Hegels Denken will, wie die gesamte Tradition des Deutschen Idealismus, die Freiheit begründen. Das heißt, es geht darum, keinen neuen fremdbestimmenden Determinismus zu entwickeln, aber auch die Freiheit nicht mit Beliebigkeit zu verwechseln. In beiden Fällen wäre bewusstes, vernünftiges Handeln sinnlos.• Letztlich braucht zweckmäßiges Handeln einerseits genügend Offenheit, andererseits aber auch Wirkfähigkeit, d.h.: das Handeln muss erwartbare Wirkungen haben, wir erwarten, dass das, was wir möchten, bewirkt wird – wenn wir mit Sachverstand und Vernunft handeln. Es muss eine NOTWENDIGE Verbindung zwischen dem, was wir möchten, den Eigenarten des Gegenstandes, auf den wir einwirken und unserem Handlungsziel geben.• Freiheit ist also nicht das Gegenteil von Notwendigkeit, sondern es hat diese zu ihrer Voraussetzung.
  38. 38. Das ErgebnisGesellschaftlichkeitsproblem • Kapitalismus: „ungesellschaftliche Gesellschaftlichkeit“ hinter dem Rücken der Individuen • konkrete Utopie: bewusst hergestellte Gesellschaftlichkeit• „Es ist vor allem zu vermeiden, die „Gesellschaft“wieder als Abstraktion dem Individuum gegenüber zufixieren.“ (MEW 40: 538)
  39. 39. • Die Philosophie des konkret-Allgemeinen ist auch eine wichtige Voraussetzung dafür, Gesellschaftlichkeit so denken zu können, dass Gesellschaft nicht „als Abstraktum dem Individuum gegenüber“ fixiert wird…
  40. 40. Hier endet der Teil II http://www.thur.de/philo/ hegel/hegel.hm

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