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© HWTK 2017
Systemisches Wissens-
mangement in KMU
Prof. Dr. Christian Schultz
christian.schultz@hwtk.de
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Leitfragen
Systemisches
Wissens-
management
in KMU
§ Warum ist Wissensmanagement
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Managements (Willke, 2011, 117)
Prinzip Erklärung
Beobachtungen schaffen Realitäten Ich sehe nur, was ich mit meinen Beobachtungsinstrumenten sehen
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§ Systemisches Wissensmanagement ist ein Bestandteil und
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Management hat eine umfassende, ganzheitliche Sicht der
Organisation als komplexes dynamisches System. Das St.
Gallener Managementmodell nach Knut Bleicher und der Business
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Tradition des Systemdenkens.
§ Systemisches Wissensmanagement sollte sich nicht als
Spezialdisziplin etablieren, sondern als Teil des allgemeinen
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Wissensmanagements
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freundlichen Unternehmenskultur
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Quelle: Völker et al. 2007, 100.
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O
O
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O
O
O
O
O
• Kundengesprächsrunden
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O
O
O
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O, F
O, F
O
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Wissensvertei-
lung
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• Wissensmanager
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• Workshops
• Informelle Treffen (Kaffee-Ecken)
O
O
O, F
O
O
O, F
O
O
• Groupware-Systeme (Outlook, Lotus Notes)
• Workflowmanagement-Systeme
• Internet/Intranet
• Datenbanken
• Expertenverzeichnisse, -systeme
• Arbeitsplatzgestaltung (Space-Management)
I
I
I
I
I
O, I
O, F
Wissensbe-
wahrung
• Expertensysteme
• Lessons learned
• Dokumenten-Management-System
• Datenbanken
O, I
O
I
I
• Internet/Intranet
• Data Warehouse
• Wissensbestandskarten
• Anreizsysteme
I
I
O, I
O, F
O=Organisationsstruktur, F=Führung, I=InformationstechnologieQuelle: Völker et al. 2007, 109.
© HWTK 2017
Fazit
1. Warum ist Wissensmanagement wichtig?
§ Die verschiedenen Wissensarten verlieren unterschiedlich schnell an Relevanz und
Gültigkeit.
§ Wissen kann auf allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens ein Wettbewerbsvorteil
sein, insbesondere in der Entwicklung von Innovationen und (wissensintensiven)
Dienstleistungen.
2. Was ist systemisches Wissensmanagement?
§ Systemisches Wissensmanagement ist ein Bestandteil und Beitrag zum systemischen
Management. Das systemische Management hat eine umfassende, ganzheitliche Sicht der
Organisation als komplexes dynamisches System. Das St. Gallener Managementmodell
nach Knut Bleicher und der Business Model Canvas von Alexander Osterwalder stehen auch
in der Tradition des Systemdenkens.
§ Systemisches Wissensmanagement sollte sich nicht als Spezialdisziplin etablieren, sondern
als Teil des allgemeinen Managements verstanden und praktiziert werden (Wilke, 2011, 116).
3. Wie kann systemisches Wissensmanagement betrieben werden?
§ Durch eine ganzheitliche/systemische „Lösung“ in einen Unternehmenskulturwandel. Auf der
individuellen Ebene sollte der Eindruck entstehen, dass ich beim Teilen von Wissen mehr
Wissen erhalte, als ich abgebe.
§ Es gibt Instrumente, die das systemische Wissensmanagement fördern, aber sie sind keine
Garantien für den Erfolg (a fool with a tool is still a fool).
§ Ideenwettbewerbe können eingesetzt werden, um verschiedene Wissenseffekte zu erzielen
und interne/externe Wissensquellen zu erschließen.
© HWTK 2017
Balderjahn, I., Hü̈nerberg, R. & Toöpfer, A. (2009): Ganzheitliche Unternehmensführung in
dynamischen Märkten Festschrift für Univ.-Prof. Dr. Armin Töpfer. Wiesbaden: Gabler.
Mertins, K. (2009): Wissensmanagement im Mittelstand Grundlagen - Lösungen -
Praxisbeispiele. Berlin: Springer Berlin.
Nonaka, I. & Takeuchi, H. 1997: Die Organisation des Wissens. Wie japanische Unternehmen
eine brachliegende Ressource nutzbar machen. Frankfurt a.M.
Schüppel, J. (1996): Wissensmanagement: Organisatorisches Lernen im Spannungsfeld von
Wissens- und Lernbarrieren. Wiesbaden: Dt. Univ.-Verl. u.a.
Völker, R., Sauer, S. & Simon, M. (2007): Wissensmanagement im Innovationsprozess.
Heidelberg: Physica-Verlag Heidelberg.
Wilke, H. (2011): Einführung in das systemische Wissensmanagement, Köln: Carl-Auer Verlag
GmbH.
Literatur
© HWTK, 2015© HWTK, 2015
© HWTK 2017
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Prof. Dr. Christian Schultz
Fernstudiengangleiter der HWTK
christian.schultz@hwtk.de

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Systemisches Wissensmanagement in KMU

  • 1. © HWTK 2017 Systemisches Wissens- mangement in KMU Prof. Dr. Christian Schultz christian.schultz@hwtk.de
  • 2. © HWTK 2017 Leitfragen Systemisches Wissens- management in KMU § Warum ist Wissensmanagement wichtig? § Was ist systemisches Wissens- management? § Wie kann systemisches Wissensmanagement betrieben werden?
  • 3. © HWTK 2017 Jeder muss sein Wissen managen! Quelle: Schüppel, 1996, 36. 0% 50% 100% 0 Jahre 5 Jahre 10 Jahre Schul- wissen Hochschul- wissen Berufliches Fach- wissen Techno- logisches wissen Gültigkeitsdauer des Wissens Relevanz des Wissens
  • 4. © HWTK 2017 Der organisatorische Prozess zwischen Wissensgenerierung und Wissensverwertung F&E Be- Schaf fung Ferti- gung Vertrieb Distribu- tion Service Kunden Lieferanten Wettbewerber Wertschöpfungskette eines Unternehmens WissensflußWissens- generierung Wissens- verwertung Erlöse aus der Wissensverwertung Quelle: Schüppel, 1996, 45.
  • 5. © HWTK 2017 Was sind typische Herausforderungen im Wissensmanagement von KMU? 5 2,92 3,08 3,40 3,43 3,50 3,67 3,68 3,68 3,70 3,90 3,96 4,08 4,12 1 2 3 4 5 Umgang mit Wissen in Kooperationsnetzen Interne und externe Darstellung der immateriellen Unternehmensressourcen Verhinderung des ungewollten Abflusses von Wissen Schaffung von Transparenz über die intern vorhandenen Kompetenzen Verbesserung des Wissenstransfers zwischen Abteilungen Sicherung des Wissens von Mitarbeitern beim Ausscheiden Strukturierung und Vernetzung von Datenablagen Erfassung und Kommunikation des Wissens in den Köpfen Nutzung der Informationen von und über Kunden und Lieferanten Nutzung von Wissen für Prozess- und Produktoptimierung Transfer von Wissen im Projekt und zwischen den Projekten Nutzung bestehenden Wissens für neue Projekte und Dienstleistungen Schnelle Integration von neuen Mitarbeitern in das Unternehmen Trifft voll zu Quelle: ProWis Studie bei KMU, Mertins, 2009, 10.
  • 6. © HWTK 2017 Wie entsteht Wissen? Individuum Sozialisierung Gruppe Unternehmen Unternehmens- interaktion Internalisierung Externalisierung Kombination Wissensebene Implizites Wissen Explizites Wissen Quelle: Nonaka & Takeuchi, 1997, 46.
  • 7. © HWTK 2017 Architekten denken in ganzheitlichen Systemen
  • 8. © HWTK 2017 Prinzipien des systemischen Managements (Willke, 2011, 117) Prinzip Erklärung Beobachtungen schaffen Realitäten Ich sehe nur, was ich mit meinen Beobachtungsinstrumenten sehen kann. Neue Beobachtungsinstrumente schaffen neue Realitäten Um Neues sehen zu können, muss ich neue Beobachtungs- möglichkeiten schaffen. Verteilte Systeme brauchen verteilte Führung Alle komplexe Systeme brauchen verteilte Intelligenz. Intelligente Führung muss die Teile zusammenführen. Verteilung von Expertise schafft zunehmenden Grenznutzen Durch die Weitergabe von Wissen wird neues Wissen geschaffen – auf beiden Seiten. Steuerung führt über bloße Evolution hinaus, aber in komplexen Systemen gibt es nur Selbststeuerung und Kotextsteuerung. Steuerung meint hier Systemsteuerung im Sinne der Systemtheorie. Im Sinne der Kybernetik wäre es Regelung! Komplexe Systeme haben kein Optimum, sondern verteilte dynamische Optima. Was ein Optimum zu einer Zeit und in einer Konstellation darstellt, kann zu einer anderen Zeit und in einer anderen Konstellation suboptimal sein. Deshalb ist es nötig, die Systemdynamik zu verstehen. Das Geheimnis optimierter Führung ist nicht die Schaffung von Ordnung, sondern Kompetenz im Umgang mit Ungleichgewichten und Ungewissheiten Hochkomplexe Systeme brauchen einen gewissen Grad von Unordnung. Führung heißt, damit umgehen zu lernen. Organisationen bestehen nicht aus Menschen sondern aus Kommunikation. Daran sind natürlich Menschen beteiligt, aber es entstehen eigenständige Realitäten der Organisation. Deshalb hat jede Organisation zwei Komponenten: die Personen und die Muster (Strukturen, Prozesse und Regeln) organisierter Kommunikation Führungskompetenz meint, auf beiden Klavieren spielen zu können und die Zusammenhänge zwischen beiden Seiten zu verstehen.
  • 9. © HWTK 2017 Einordnung und Definition (Willke, 2011, 116) § Systemisches Wissensmanagement ist ein Bestandteil und Beitrag zum systemischen Management. Das systemische Management hat eine umfassende, ganzheitliche Sicht der Organisation als komplexes dynamisches System. Das St. Gallener Managementmodell nach Knut Bleicher und der Business Model Canvas von Alexander Osterwalder stehen auch in der Tradition des Systemdenkens. § Systemisches Wissensmanagement sollte sich nicht als Spezialdisziplin etablieren, sondern als Teil des allgemeinen Managements verstanden und praktiziert werden. Definition des systemischen Wissensmanagements
  • 10. © HWTK 2017 Elemente einer wissens- freundlichen Unternehmenskultur Führung Normen, Werte, Motivation Vertrauen u. Offenheit Fehler- freund- lichkeit Lernbe- reitschaft Freiräume/ Handlungs- spielraum Führungsstil Personalentwicklungs -maßnahmenAnreizsysteme Wissensfreundliche Unternehmensstruktur Quelle: Völker et al. 2007, 100.
  • 11. © HWTK 2017 Wissensmanagementinstrumente eingeteilt nach Prozessen und Rahmenbedingungen Bausteine Instrumente mit Zuordnung von O, F und I Wissens- identifikation • Wissenslandkarten O, I • Expertenverzeichnisse/Yellow Pages/Skill Profiles O, I Wissenserwerb und -entwicklung • Kooperation mit Lieferanten • Kooperation mit Uni/FH und Forschungsinstituten • Marktforschung • Erwerb von Wissensprodukten • Konkurrenzanalyse, Kundenanalyse • Visualisierung von Ideen: Mind Mapping, Modelle, Metaphern • Kreativitätstechniken: Brainstorming, Brainwriting, Morphologischer Kasten etc. • Vorschlagswesen und Ideenwettbewerbe O O O O O O O O • Kundengesprächsrunden • Lead-User-Workshops • Kundenbefragungen • Communities of Practice • Mitarbeiter-schulen-Mitarbeiter-Konzepte • Schulungen, Workshops • Interne Kompetenzzentren • Denkfabrik/Denkwerkstatt/Think Tanks • Lernarenen/Lernlabors O O O O O, F O, F O O O Wissensvertei- lung und -nutzung • Wissensmanager • Wissenslandkarten • Mentorensystem, Patenschaftsmodelle • Dokumentationen • Lernarenen, Lernzirkel, Erfahrungsgruppen • Job Rotation • Workshops • Informelle Treffen (Kaffee-Ecken) O O O, F O O O, F O O • Groupware-Systeme (Outlook, Lotus Notes) • Workflowmanagement-Systeme • Internet/Intranet • Datenbanken • Expertenverzeichnisse, -systeme • Arbeitsplatzgestaltung (Space-Management) I I I I I O, I O, F Wissensbe- wahrung • Expertensysteme • Lessons learned • Dokumenten-Management-System • Datenbanken O, I O I I • Internet/Intranet • Data Warehouse • Wissensbestandskarten • Anreizsysteme I I O, I O, F O=Organisationsstruktur, F=Führung, I=InformationstechnologieQuelle: Völker et al. 2007, 109.
  • 12. © HWTK 2017 Fazit 1. Warum ist Wissensmanagement wichtig? § Die verschiedenen Wissensarten verlieren unterschiedlich schnell an Relevanz und Gültigkeit. § Wissen kann auf allen Wertschöpfungsstufen des Unternehmens ein Wettbewerbsvorteil sein, insbesondere in der Entwicklung von Innovationen und (wissensintensiven) Dienstleistungen. 2. Was ist systemisches Wissensmanagement? § Systemisches Wissensmanagement ist ein Bestandteil und Beitrag zum systemischen Management. Das systemische Management hat eine umfassende, ganzheitliche Sicht der Organisation als komplexes dynamisches System. Das St. Gallener Managementmodell nach Knut Bleicher und der Business Model Canvas von Alexander Osterwalder stehen auch in der Tradition des Systemdenkens. § Systemisches Wissensmanagement sollte sich nicht als Spezialdisziplin etablieren, sondern als Teil des allgemeinen Managements verstanden und praktiziert werden (Wilke, 2011, 116). 3. Wie kann systemisches Wissensmanagement betrieben werden? § Durch eine ganzheitliche/systemische „Lösung“ in einen Unternehmenskulturwandel. Auf der individuellen Ebene sollte der Eindruck entstehen, dass ich beim Teilen von Wissen mehr Wissen erhalte, als ich abgebe. § Es gibt Instrumente, die das systemische Wissensmanagement fördern, aber sie sind keine Garantien für den Erfolg (a fool with a tool is still a fool). § Ideenwettbewerbe können eingesetzt werden, um verschiedene Wissenseffekte zu erzielen und interne/externe Wissensquellen zu erschließen.
  • 13. © HWTK 2017 Balderjahn, I., Hü̈nerberg, R. & Toöpfer, A. (2009): Ganzheitliche Unternehmensführung in dynamischen Märkten Festschrift für Univ.-Prof. Dr. Armin Töpfer. Wiesbaden: Gabler. Mertins, K. (2009): Wissensmanagement im Mittelstand Grundlagen - Lösungen - Praxisbeispiele. Berlin: Springer Berlin. Nonaka, I. & Takeuchi, H. 1997: Die Organisation des Wissens. Wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen. Frankfurt a.M. Schüppel, J. (1996): Wissensmanagement: Organisatorisches Lernen im Spannungsfeld von Wissens- und Lernbarrieren. Wiesbaden: Dt. Univ.-Verl. u.a. Völker, R., Sauer, S. & Simon, M. (2007): Wissensmanagement im Innovationsprozess. Heidelberg: Physica-Verlag Heidelberg. Wilke, H. (2011): Einführung in das systemische Wissensmanagement, Köln: Carl-Auer Verlag GmbH. Literatur
  • 14. © HWTK, 2015© HWTK, 2015 © HWTK 2017 Your Future. Your Success. Prof. Dr. Christian Schultz Fernstudiengangleiter der HWTK christian.schultz@hwtk.de